■ GletzenerAnzeiger Ss'SSsk General-Anzeiger für Oberhessen * 6ie8te.9Sd>ul#ra6e7-9 $rtitag,4. April Ml Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/»Ubr des Vormittags Lnzeigen-Preiser AnzetgemeU 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. le mm bei 70 mm Zeilenüreite Nachlässe r Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25° io mehr Oberst Donovans Rolle in Belgrad. Roosevelts Beobachter hatte engste Kühlung mit Simowitsch und der serbischen Offiziersclique. LtGA -Gender Hetzen gegen Deutschland. In serbischer und kroatischer Sprache. Reuyork, 4.April. (DRV.) Washington posl veldet. der amerikanische Oberst D o n o v a n , joosevelts Sondergesandter, habe bei seiner kürzten Reise derLagein Jugoslawien grö- sere Aufmerksamkeit zugewendet, als den oberen Ländern, die er auf seiner Balkanreise be- kihrie und habe lange Besprechungen mik fern jetzigen Premierminister Simowltsch sowie pit vielen serbischen Offizieren geführt, te gegenwärtig maßgeblichen Einfluß auf die Re- jlerung haben. Seine Voraussage, daß Jugoslawien abspringen werde und England sich da hr in Griechenland engagieren könne, habe sich als tchtig erwiesen. Die „Boston Sunday poft“ meldet: Der kurz- Brllensender WRUL sendet täglich viermal in firbischer und kroatischer Sprache po Asche Programme, die die Jugoslawen auffordern, p ben Waffen gegen Deutf land zu greift«. Der Empfang in Jugoslawien soll außerordent- llh gut sein. Die Programme hätten bereits den et wünschten Erfolg in Jugoslawien gebracht, ßodurch der putsch gegen prinz pauls legi me gelungen sei. Der „Lhristian Science Monitor“ berichtet ebenfalls von diesen Radio- Inbungen und erklärt, daß das jugoslawische Volk dcrch den Bostoner Sender WRUL ermuntert ■erbe, den Achsenmächten wider st and zu leist en. Die amerikanische Gesandt- shaft in Belgrad habe die Radiovorträge be- tzügt und geäußert, der Erfolg der Uebertragung ms Amerika, die den haß gegen Deutschland auf- Bachelt habe, sei enorm gewesen. Butler gratuliert dem Belgrader Gesandten. Stockholm, 3. April. (DNB.) Bei der Huldi- Ang für die neue Belgrader Regierung im englischen Unterhaus entschlüpfte dem Unter- Watssekretär Butler folgender bemerkenswerter Satz: „Ich würde ihm" — dem britischen Gesandten in Belgrad — „der zu der Art und Weise gratulieren, in der er am 26. März i n I u - goslawien gearbeitet hat." — Die „Times" erklärt, daß Jugoslawien „aufdie ganzehilfe des Imperiums rechnen könne." Englische Truppenbewegungen in Griechenland. Berlin, 3.April. (DRV.) Rach Meldungen des amerikanischen Senders Boston sind motorisierte Streitkräfte und mehrere Infanterie-Divisionen der englischen Ril-Armee in Griechenland gelandet und von Saloniki bis zur griechisch-jugoslawischen Grenze vorgerückt. Die Stärke der englischen Truppen in Mazedonien wird nach der gleichen Quelle auf 75 000 Mann beziffert. Diese Angaben werden durch die amerikanische Rachrichtenagentur United preß dahin ergänzt, daß die an der griechisch-jugoslawischen Grenze aufmarfchierte englische Armee im Laufe der letzten Wochen die Stärke von 150 000 bis 200 000 Mann erreicht habe. Der USA.-Senber Wayne melbet aus biplomatifchen Kreisen Athens, baß starke Kontinente auftralifcher unb neu- seeländischer Truppen in Kairo als Ersah für britische Divisionen eingetroffen sind. Die britischen Truppen, darunter eine Panzerdivision, sind nach Saloniki unb anberen „Schlüsselstellungen“ Griechenlanbs abtransportiert worben. Rach einer Mitteilung ber „Rew Bork Sunbay Times“ sinb Formationen schwerer englischer panzer an ber jugoslawischen Grenze aufgetaucht. Wie der Belgrader Korrespondent ber „Rew Hork Times“ feststellt, seien verschiedene Griechen als V e r b i n b u n g s o f f z i e re in Südjugoslawien, während britische Beobachter zwischen Belgrad und Athen hin- und herreisten. Südlich der griechisch-jugoslawischen Grenze hat ber Korresponbent selbst einen englischen General getroffen, ber bie Gegend inspizierte. Deutsche Flüchtlinge aus Jugoslawien. — luf -Zwei Dampfern trafen jetzt wieder über 1200 Flüchtlinge ein die in den letzten Tagen brutalen Molgunqen durch aufgehetzte Serben ausgesetzt waren, hier fe^en mir Frauen, Kinder und Mutter Ehrend ihrer Fahrt von Jugoslawien nach Deutschland. Die NSV., die ^b.-Arauenschaft und das Rutsche Rote Kreuz haben bereits die Betreuung der Geflüchteten übernommen. (Scherl-Bilderdienst-M.) Wachsender Terror Widerte von ihnen seien verhaftet worden, lid) die Mitglieder der italienischen Äolo» . > «y r. . ____c. fC.Lt nor n Ion i i-poiuet oa ur .----- -- . Bqanqenen Nacht aus Be grab etngeltroffen J[int), »ridjern, baß bie jug°Il°w.Ich° Mobil- I 111 d di una weiter fortgeschritten fei. Auf Gruno »rauer Anweisungen der Zentralbehörden seien ie !in berufungen nach völkischen G e - intspunk.e'n.aufgete. N wäre- D.e rcjispuniien u u j » - «,„„.,,.,.1..,.,, ^Uschstämmigen seien in ein Konzentra Huberte von deutschen Bauern verhaftet, ihre Gehöfte niebergebrannt. Bukarest, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Das Mmittagsbloti „Bucuresti" schreibt daß m Äugo- 'fmien äußerste Nervosität herrsche. Die ätschen Bauern würden gezwungen, zuzuseyen, Bit an ihre Gehöfte Feuer angelegt weroe. «i» halten 3ugoflaroien in großer Elie Derla||en Ulfen Aus dem Durcheinander gehe hervor, sag if Belqrab auf der ganzen Linie ei n ej w e I (et- hefte Politik geführt werde. Im Auffanglager 2enefd)burq sind bis Mittwochabend über luyu 101t sbeutfdje Flüchtlinge aus Jugo a- bim eingetroffen. Trotz der verschorften lugosm- bi|i)en Grenzsperre, durch die der Uebertntt der Achtlinge sich immer schmieriger gestaltet, halt der Achtlingsstrom ununterbrochen an. Die freitml- tgm serbischen T s ch e t n , k. V e r b anbe mur. »r mit Wo seit und ffllunition Ausgerüstet Allem i' der Gemeinde Bottschar wurden 400 Gewehre ini mehrere tausend Schuß Munition an bie Itaetnit ausgegeben, bie deutschen Mitglieder der Irlspoligei dafür entroaffnet. Reisende die in,der tionslager gesperrt worden, die Ungarn Habe man den Arbeits- und Pionierkompanien zu- geteilt, die in aller Eile längs der bulgarisch-rumänischen Grenze Schützengräben und Lustschutzräume ausheben, lieber die Verwendung der jugoslawischen Staatsangehörigen bulgarischer und rumänischer Abstammung sei nichts bekannt. Volksdeutsche Siedlungen im Save-Tal brennen. Berlin, 4. April. (DNB. Funkspruch.) In den Grenzbergen südlich vom Loibl-Paß wurden — wie bet „Völkische Beobachter" aus Klagenfurt meldet — aus jugoslawischer Seite in der Nacht zum 2. April im Save-Tal mehrere volks - deutsche Siedlungen von serbischen Freischärlern niedergebrannt. Der Feuerschein der Brände ist weithin sichtbar und konnte von der deutschen Grenze aus wahrgenommen werden. Reichsleiter von Schirach besuchte die reichsdeutschen Flüchtlinge. Wien, 3. April. (DNB.) Reichsleiter von Schirach besuchte am Donnerstagvormittag das Versorgungshaus Baumgarten, wo rund 1000 reichtsdeutsche Flüchtlinge aus Belgrad und Umgebung untergebracht find. Der Reichsleiter überzeugte sich von der guten Unterbringung der Flüchtlinge und unterhielt sich mit ihnen über ihr erlittenes Schicksal. Sämtliche Flüchtlinge befinden sich wohlauf und werden in den nächsten Tagen zu chren Verwandten im Reichsgebiet abreifen. Wie unsere" affen wurden. Ein Blick in die Arbeit des Heereswaffenamtes. Bon unserem K. B.-Berichterstatter. Berlin, im April 1941. Wenn die Engländer und Franzosen uns auf Grund des Versailler Diktates für alle Zeiten hätten waffenlos machen wollen, fo hätten sie uns das Denken verbieten müssen. Sie haben uns unsere Waffen am Weltkriegsende genommen, sie haben uns gezwungen, unsere Waffenfabriken zu zerstören, sie haben uns tausenderlei Beschränkungen in der Herstellung neuer Waffen auferlegt — und sie haben trotz aller Anstrengungen der Kontrollkommissionen die deutsche Wiederau fr üstung doch nicht verhindern können. Die Engländer und Franzosen haben es in den Entwaffnungsbestimmungen bös mit uns gemeint, sie haben aber nicht gewußt, daß gerade diese entwürdigenden Paragraphen eines Tages dazu führen würden, daß Deutschland ü b ex bie b e ft e n Waffen ber Welt verfügt. Die Englänber und Franzosen haben selbst Anstrengungen genug gemacht, um aus den Erfahrungen des Weltkrieges zu lernen. Sie waren aber an ihre alten Waffen gebunden, und ihre parlamentarischen Zustände erlaubten es ihnen nicht, diese Waffen nun zum alten Eisen zu werfen. Wir besaßen in Deutschland im Jahre 1920 eigentlich nichts mehr, dessen ein Volk bedarf, um seine Menschen zu schützen. Aber wir hatten Männer, Soldaten, bie denken konnten, und die damals schon über nichts anderes nachdachten als darüber, diesem deutschen Volk wieder Waffen in die Hand zu geben, um mit ihnen die Schmach von Versailles auszulöschen. In den traurigen Jahren nach 1920 war es freilich nicht möglich, diese Waffen zu schmieden, aber es gab kein Verbot, das uns hindern konnte, die neuen Waffen, die aus den Erfahrungen des Weltkrieges zu einer Notwendigkeit geworden waren, am Zeichentisch zu entwerfen, sie gedanklich fortzuentwickeln und bann, als bie Stunbe geschlagen hatte, biefe Gebankenarbeit auch in bie Wirklichkeit umzusetzen. Wenn einmal bie Geschichte ber deutschen Wiederaufrüstung geschrieben wird, bann muß der Männer gedacht werden, die unter schwersten Anstrengungen und widrigsten Umständen ständig am Werk waren, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Es ist nicht zuletzt die Arbeit des Heereswaffenamtes gewesen, der wir die Erfolge im Polenfeldzug und im Westfeldzug verdanken. Wir haben aufmerksam verfolgt, was unsere Gegner an neuen Geschützen, an Panzerwagen konstruierten und schufen. Wir sind gerade durch die Entwaffnungsbestimmungen vor mancherlei Fehlkonstruktionen bewahrt geblieben, und wir haben viel gutes deutsches Geld gespart, um dann, als unsere Stunde gekommen war, die besten Waffen zu schaffen, die geschaffen werden konnten. Wir wollen die Waffen unserer Gegner nicht unter- schätzen, aber wir sind stets bemüht gewesen, mehr zu leisten und Besseres zu schaffen. Das danken wir den Männern des Heereswaffenamtes, vor allem feinem leider viel zu früh verstorbenen früheren Chef, dem General der Artillerie Becker. Die Offiziere und Ingenieure, die hier schaffen, ver- zichten bewußt auf äußeren Ruhm und laute Anerkennung. Sie müssen im stillen arbeiten, obgleich sie als echte Soldaten auch gern einmal die Waffen, die sie schufen, im Kampf gegen den Feind anroen- den möchten. Diese Männer aber sind Spezialisten, sie können nicht von heute auf morgen ersetzt werden, sie haben die Waffen, mit denen deutsche Soldaten den Sieg'erfochten, in schwerer geistiger Arbeit entwickelt und müssen sie bis zur menschenmöglichen Vollendung weiterentwickeln. Es ist aber nötig, daß das deutsche Volk einmal auf den ungeheuren Wert dieser Arbeit hingelenkt wird. « ♦ Das Heeresw affenamt hat uns einmal einen Blick in seine Arbeit tun lassen. Wir sahen nur die Arbeit einer einzigen Amtsgruppe, oie der Amtsgruppe für Entwicklung und Prüfung. Aber dieser Einblick ließ die ungeheure Arbeit ahnen. Zu der Arbeit der Entwicklung und Prüfung kommt noch die Arbeit der 3ß a f f e n fertig u n-g, kommt die Abnahme der Waffen, kommt eine F o r s ch u n g s a b t e i l u n g, um nur einiges zu nennen. Da werden auch noch die Waffen für die Festungen bearbeitet. Es werden ballistische Probleme gestellt und gelöst, und auch die Erfolge unserer Flakartillerie sind nicht zuletzt zurückzuführen auf das, was im Heereswaffenamt geplant und verwirklicht wurde. Die Motorisierung des Heeres ist eine der Hauptarbeiten gewesen, mit denen sich das Heereswaffenamt in den vergangenen Jahren hat beschäftigen müssen. Nun stehen vor uns die schweren unb schwersten Zugmaschinen, die mühelos die größten Steigungen überwinden. Wir sehen _ die Panzerkraf twagen und Panzerspähwagen , die von Jahr zu Jahr gefechtsstärker, wurden und schließlich den Sieg über die Konstruktionen unserer Gegner erreichten. Daß sie wirklich Zum Tode Graf Paul Telekis. Budapest, 3. April. (Europapreß.) MiMer- präsident Graf Paul Teleki ist im AUMwon 62 Jahren heute Nacht plötzlich ver st o tVH Reichsoerweser Nikolaus von Horthy erschien kurz nach 11 Uhr vormittags in Begleitung feines Flügeladjutanten aus dem Ministerpräsidium und wurde vom Staatssekretär Barczy zum Totenbett des plötzlich verstorbenen Ministerpräsidenten geleitet, wo er einige Minuten verweilte. Die Gattin des Verstorbenen liegt schon seit zehn Tagen schwer erkrankt in einem Budapester Sanatorium. Ihr Zu*6 stand soll sehr ernst sein. Die Nachricht von dem plötzlichen Tode des Ministerpräsidenten verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der ungarischen Hauptstadt und löste überall bei der Bevölkerung größte Anteilnahme aus. Im ungarischen Abgeordnetenhaus, das sich gerade zu dem Zeitpunkt der amtlichen Mitteilung des Todes zu feiner üblichen Sitzung versammelte, herrschte größte Bestürzung unb tiefe Trauer. Von der Regierung wurde allgemeine Landestrauer verfügt. Theater, Kinos und Nachtlokale bleiben bis auf weiteres geschloffen. Der Kultusminister hat die Lehrer aufgefordert, in einer Feierstunde der Verdienste des Verstorbenen zu gedenken. Zum Ministerpräsidenten wurde Außenminister Ladislaus von Bardossy ernannt, der gleichzeitig das Außenministerium beibehält. Diese Lösung entspricht dem Wunsch und der Notwendigkeit Ungarns, die Beibehaltung der bisherigen Außenpolitik besonders zu betonen. — Die übrigen Ministerposten behalten die bisherige Besetzung. Gras Paul Teleki war in Budapest im Jahre 1879 geboren. Seine Studien widmete er der Geographie und der Soziologie. Schon in kürzester Zeit machte er sich in seinen jüngeren Jahren, insbesondere auf kartographischem Gebiet, einen Namen. Seine politische Laufbahn begann er im Jahre 1905 als Abgeordneter in Nordostungarn. Für die breitere Weltöffentlichkeit trat Graf Teleki erstmals in der gegenrevolutionären Regierung hervor, die Admiral Horthy im Jahre 1919 gegen die kommunistische Räteregierung bildete. Er verwaltete damals das Kultusministerium und später das Außenministerium. Im Jahre 1920 war Graf Teleki neben Graf Apponyi und Graf Bethlen einer der drei Hauptbeauftragten der ungarischen Friedensdelegation für Paris. 1920 wurde er Abgeordneter des christlich-nationalen Programms und bald darauf Außenminister. In seine Amtszeit fällt die Unterzeichnung des Friedensdiktats von Trianon. Im April 1921 übergab Graf Teleki in der Krise, die durch die Rückkehr des Exkönigs Karl zu Ostern 1921 ausgebrochen war, seinen Posten an Graf Bethlen. Im Jahre 1938 hatte Graf Teleki außerordentlichen Anteil an der Vorbereitung und Durchführung der ungarisch-tschecho-slowakischen Verhandlungen über die Rückgliederung des Oberlandes. Seit Mai 1938 war er im Kabinett Jrnredy Unterrichtsminister. Im Februar 1939 wurde er dann mit der Regierungsbildung beauftragt. In die Zeit seiner Ministerpräsidentschaft fällt der Einmarsch der ungarischen Truppen in bas Karpathenland und im August 1940 die Rückkehr Nordsiebenbürgens. Mit dem plötzlichen Heimgang des Grafen Paul Teleki verlieren die Achsenmächte einen aufrichtigen Freund und Ungarn einen bedeutenden Staatsmann. Der Heimgegangene hat als Gelehrter und als Staatsmann mannigfache Lorbeeren eingeheimst, aber sein stolzestes Werk war wohl ber unter seiner Ministerpräsibentschaft erfolgte Entschluß, baß Ungarn als erste Nation Europas dem Dreimächtepakt beitrat, ber eine neue Drbnung, einen neuen Geist unb ein neues soziales und wirtschaftliches Programm über bie weltpolitische Be- beutung dieses Instrumentes hinaus feftlegte. Teleki hat ferner durch seine kluge und verständnisvolle Politik die Revision des Vertrages von Trianon erreicht unb bie Verstümmelungen, bie Ungarn ba- mals erlitt, wieder wettgemacht. Philosophisch gebildet, den Künsten unb Wissenschaften zugetan, war Graf Teleki der Vertreter des geistigen Un- garntums, dem er als Geograph Ehre machte. In ber Stille feines Gelehrtendaseins übte der Graf einen weitgehenden Einfluß auf bie nationale ungarische Bewegung aus unb nahm sich desonbers ber ungarischen Jugend an. Er war der Gründer und Führer der ungarischen Pfadftnder, wandte sich scharf gegen die nach dem Kriege auch -in Deutschland beobachtete künstliche Züchtung eines „akademischen Proletariats", das studierte, ohne Aussicht zu haben, jemals Stellungen zu bekommen, unb hat schon damals die Tatsache betont, baß bie ungarische Kultur unter maßgeblicher Beeinflussung burch Deutschland entstanden sei unb sich in inniger Zusammenarbeit mit der deutschen weiter entwickeln müsse. Mit dem Beitritt Ungarns zum Dreimächtepakt krönte der Graf sein staatsmännisches Werk. besser sind, haben die beiden letzten Jahre bewiesen, aber inan muh auch wissen, wieviel Arbeit dazu gehört, um sie diesem Grad der Bollendung entgegenzuführen. Probleme, die mit der Heeres- inotorisierung zusammenhänaen, sind aber noch n*id)t endgiittia gelöst, denn sie werden jeden Tag neu gestellt. Im Heereswaftenamt ruht man nicht auf den Lorbeeren der Jahre 1939 und 1940 aus, sondern auch jetzt, mitten im Krieae, werden schon a/us den Erfahrungen der beiden letzten Jahre die notwendigen Folgerungen gezogen. Was verbessert werden muß, wird verbessert. Da sehen wir ganz neue Werkstatteinrichtungen, da sehen wir, wie alle die Fragen der Räderfahrzeuge und der Kettenfahrzeuge und der Verwendung beider gestellt und gelöst werden. Da ist ein gepanzerter Munitionsschlepper, der dazu dient, Munition und Gerät unter Panzerschutz aus dem Gesichtsfeld zu befördern. Damit seine Besatzung im Feindfeier nicht aussteigen muh, ist dafür ge- sorat, daß die Bel ade behüt ter vom Innern des Fahrzeuges einfach abgeworfen werden können. Da sind auch gepanzerte Mannschaftskraftwagen, die als Führungsfahrzeuge und zur Beförderung von Mannschaften unter Panzerschutz auf Dem Gefechtsfeld dienen. Ihr besonderer Vorteil ist, daß fie dem Kampfwagen auf dem Gefechtsfeld folgen können. Damit ist es möglich, die zur Zu- sammenorbeit mit dem Kampfwagen eingesetzter. Infanteristen und Pioniere — auch im Gelände, das noch unter feindlichem Feuer liegt — folgen zu lassen. Da sind die Panzerspähwagen, die ihre besonderen Aufgaben erfüllen müssen und die sich im Notfälle von ihren Gegnern, den feindlichen Pak, auf schnellste Weise abfetzen und in Nebel hüllen können. Da ist auch das neue Infanterie-Sturmgeschütz, ein schwer gepanzertes Infanterie -Deal eitgeschütz, das aus dem Panzer- kampfwagen heraus entwickelt wurde. Die Arbeiten, die mit der Heeresmotorifierung zu- fammenhänaen, greifen aber noch weiter. Sie umfassen die Bereifung mit synthetischem Kaut- lcl)uk, damit wir von fremden Rohstoffen frei wer- oen. Diese Arbeiten haben auch Die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß die K r a f t st o f f a u a l i t ä t e n vereinheitlicht und die/M o t o r e n auf diese Vereinheitlichung abgestimmt werden. Die Fratze der Kraftstoffbehälter mag nebensächlich erscheinen, sie ist militärisch von größter Bedeutung: denn der Erfolg der Heeresmotortsierung hängt davon ab, ob Kraftstoffe und Oele zur rechten Zeit am rechten Ort in den notwendigen Mengen bereit- stehen. Wenn so einige Aufgabenzweige aus dem ungeheuren Gebiet der Heeresmotorisierung gezeigt wurden, so hat man auch im Heereswaftenamt nie vergessen, daß immer, jetzt und in Zukunft, den Kem der Kampftruppen die Infanterie darstellt, und so war cs selbstverständlich, daß gerade der Infanterie die besten Waffen zur Verfügung gestellt wurden, die es überhaupt gab. Da ist die Mosch i n e n p i st o l e, die sich im Stellungskampf, bei Sto ßtru p punlern e h m u ng e n und im Bewegungskrieg vorzüglich bewährt hat, da ist unser ausgezeichnetes Maschinengewehr, das nach Ge- fangenenausiagen ein Schrecken her Feinde gewor- t)*n ist. Auf Zwillingssockel gebracht, dient dieses Maschinengewehr im Infanteriefahrzeug der wirk- Sncn Flutzabwehr. Die hervorstechendsten Eigenasten diefer Verwendung lind höchste Feuerbereit- ast, größte Richtgeschrmndigkeit nach Höhe und Seite und stärkste Veroichtung der Geschoßgarben durch gleichzeitiges Feuern zweier Maschinengewehre. Das in Versailles für das deutsche Heer verbotene Mauser-Tankgewehr hat in der an Leistung weit überlegenen Panzerabwehrbüchse zur Freude der kämpfenden Infanterse «ine Nachfolgerin gefunden. > Mt der Infanterie kämpfen aber auch die Pioniere in vorderster Linie. Auch die Pioniere haben die Waffen erhalten, die sie brauchten: da find die Flammenwerfer, die als Nahkampfwaffen zum Angriff und zur Verteidigung verwendet werden. Die Bezwingung der feiiÄlichen Bunker ist diesen vorzüglichen Flammenwerfern mit zu verdanken. Damit unsere Soldaten gegen feindliche Kampfwagen gesichert sind, gilt es, Abwehr- m in e n zu schaffen, die den Angriff der Gegner wirkungslos machen. Eine Vorführung diefer Minen gegen feindliche Beutekampfwagen bewies zur Genüge die ausgezeichnete Wirkung dieser Minen. Das alles find nur Ausschnitte aus Der Arbeit des Heereswaffenamtes. Aber es kam nicht nur darauf an, die Waffen selbst zu entwickeln und zu schaffen, sondern es mußten auch die Vorschriften und Bestimmungen für Einsatz und Gebrauch festgelegt werden. Das war keine Arbeit, die am grünen Tisch geleistet werden konnte, sondern in vielen Versuchen muhten diese Leitsätze bestimmt und auf die einfachste Formel gebracht werden. Schließlich aber hat ne Tag- und Nachtarbeit vieler Jahre zum Erfolg geführt, und wer einmal bei eine Besuch des Heereswaffenamtes und seiner Der- suchsanlagen diese Arbeit kennengelernt hat, der weiß, daß in dieser Arbeit die Siegeszuversicht be- gründ-et ist, die den Endsieg gewährleistet. Die deutschen Waffen sind die besten der Welt, das danken wir dem deutschen Arbeiter, den deutschen Nüstungs- fabriken, aber nicht zuletzt auch der gewaltigen Arbeit des Heereswaffenamtes. Beendigung des Kriegswinterhilfswei^ks 1940/41 Der Reichsbeauftragte für das WHW. des deutschen Volkes gibt bekannt, daß das Kriegswinterhilfswerk am 31. 3. fein Ende gefunden hat. Infolgedessen entfällt von Ende April an der Abzug der freiwilligen Spende von Lohn und Gehalt durch den Betriebs.führer. Generalfeldmarschall Milch im Gau Hessen-Nassau. Lpd. F r a n k f u r t a. M., 3. April. Der Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium und Inspekteur der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Milch, besichtigte am Donnerstagvormittag die in Frank - f u r t a. M. und Umgebung gebauten Lustschutz- einrichtungen. Er wurde in der Gauhauptstadt von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, der ihn dann auch auf der Fahrt begleitete, begrüßt. Der Generalfeldmarschall nahm den Vortrag der für die Durchführung der Luftschutzbauten verantwortlichen Offiziere und Beamten, u. a. des Inspekteurs des Selbstschutzes und Gruppenführers des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant Müller-Michels, Des Kommandeurs der Ordnungspolizei Frankfurt am Main Oberst A s m u ß und des Stadtbaurats A r n tz entgegen und inspizierte darauf die Zweck- Mäßigkeit der erstellten Anlagen. In Begleitung des Generalfeldmarschalls befanden sich u. a. der Präsident des Reichsluftschutzbundes, General der Flakartillerie v. Schröder und der Chef der Ordnungspolizei General Daluege. Die Einnahme von Agedabia. Der Erfolg der deutschen und italienischen Panzertruppen in Nordafrika. Berlin, 3. April. Vas Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Verfolgung der in Nordafrika bei Bla r ja el Brega durch deutsche und italienische Verbände geworfenen Engländer wurde am 2. April fortgesetzt. 21 gehabt a Ifl genommen und Zuetina erreicht. Der Gegner befindet sich i m eiligen Rückzug nach Norden. Die Zahl der Gefangenen sowie die Beute an gepanzerten und ungepanzerten Kraftfahrzeugen find beträchtlich, die eigenen Verluste außerordentlich gering. Oer Wehrmachtbericht Berlin, 3.April. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3n Nordafrika ist der am 31.März von deutschen und italienischen Panzertruppen und Luftstreitkräften errungene Erfolg erweitert worden. Dabei wurden 30 feindliche Kraftfahrzeuge erbeutet Die Luftwaffe führte bewaffnete Aufklärung über den Seegebieten um Großbritannien durch und bekämpfte habet auch gestern die feindliche Handelsschiffahrt mit Erfolg. Zwei Schiffe von 4000 BRT. wurden versenkt, sechs weitere Handelsschiffe zum Teil so schrper beschädigt, daß mit ihrem vertu st zu rechnen ist. 3m Tiefangriff zerstörte ein Kampfflugzeug auf einem südenglischen Flughafen drei feindliche Flugzeuge und beschädigte mehrere andere. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Hafen- und 3n- duskrieanlagen in Südengland und Schottland. 3m Mittelmeer vernichteten west11ch Kreta deutsche Kampfflugzeuge in kühn geführtem Angriff auf einen stark gesicherten Geleitzug zwei feindliche Handelsschiffe mit zusammen 16 000 BRT. Der Feind flog weder bei läge noch bei Nacht nach Deutschland ein. GchwereBerluste für britischen Geleitzng im Mittelmeer. Rom, 3. April. (DNB. Funkspruch.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: An her griechischen Front Artillerietätigkeit. Unsere Luftwaffenverbänbe haben ben Flottenstützpunkt von Volo unb bas wichtige Nachschubzentrum von Florina bombarbiert. 3n Luftkämpfen würben zwei feinbliche Flugzeuge abgeschossen. Drei eigene Flugzeuge sinh nicht zurückgekehrt. 3m ö ft Ud) en Blittefmeer haben unsere Bomber unb Torpedoflugzeuge einen stark gesicherten Geleitzug angegriffen. Trotz der heftigen Abwehr wurden fünf große Dampfer getroffen unb versenkt. Alle unsere Flugzeuge sinh zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt. Flugzeuge des deutschen Fliegerkorps haben westlich von Kreta einen anderen feindliche« Geleilzug angegriffen. Lin 8000-BRT.-Dampfer wurde in Brand ge- sehMmd versenkt, ein zweiter Dampfer von ebe^fls 8000 BRT. wurde von zwei Bomben schweren Kalibers getroffen und wahrscheinlich versenkt. 3n Oftafrika ist A s m a r a, um weitere feindliche Bombardierungen zu vermeiden, die bereits Hunderte von Opfern unter der italaienifchen unb Eingeborenenbevölkerung geforbert hatte, von unseren Truppen geräumt worben. 3n ben neuen Stellungen ist her Kampf von neuem entbrannt. 3n Nordafrlka ist her Erfolg her ilalienisch- beutschen motorisierten Truppen über Blarfa el Brega hinaus ausgebehnt worben. Die italienische unb hie deutsche Luftwaffe haben mit vorzüglichen Ergebnissen feinbliche im Rückzug auf Agebabia befindliche Kolonnen mit Bomben belegt * Agenzia Stefan»! meldet ergänzend, daß italienische Flieger verbände und Verbände des deutschen Flie- tzerkorps ihre Aktionen mit dem Ziel ausgedehnt Hoden, den Feind an der Durchführung von Transporten zwischen Aeaypcen und Griechenland zu verhindern. Vorangegangene Lustaufklärung hotte die Anwesenheit eines von englischen Kriegsschiffen gesicherten G e l e i t z u g e s im östlichen Mitteimeer festgestellt. Ein Verband deutscher Bombenslugzeuge Hat diesen Geleitzug westlich von Kreta angeorifsen. Nach der ersten sehr heftigen Abwehr ließen die Kriegs- schiffe den Geleitzug im Stich, so daß die deutschen Bomber die feindlichen Schisse aus nur fünfzig Meter Höhe angreifen konnten mit dem Ergebnis, daß ein 8000 Tonner mit vier 500- Kilo-Bomben getroffen wurde, die in den Maschinenraum einschLugen, so daß das Schift starke Schlagseite ate. Ein anderes Schift gleicher Ton- nage wurde ebenfalls durch vier Bomben gleichen Kalibers getroffen. Außerdem wurde . ein 5000- Tonnen-Dampfer von einer weiteren Bombenserie zum Sinken gebracht. Ferner wurde ein 5000= ton- ner schwer beschädigt. Angela Koldewey. Der Schicksalsweg einer Aerztin. Was ist Schicksal? Sind es die Fallstricke, die uns ein blinder Zufall in den Weg legt? Ist es die zlelbewußte Fügung einer höheren Macht, der wir wieder blind zu gehorchen haben, — oder wird es gestaltet aus den Kräften unserer Seele, wenn fie von den für uns vorausbeftimmten Begegnungen mit dem Leben entfesselt werden? — Woher auch der Rui kommt, wir können ihn nicht überhören, wir müssen ihm folgen. 'Das Schicksal ist unerbittlich. — Das hat auch die junge Aerztin Angela Koldewey erfahren. Mit 17 Jahren war sie nach Indien gekommen und hatte dort erlebt, welch hartes Los in diesem kulturell hochstehenden Volk die werdende Mutter auf sich nehmen muß. Sie gilt als unrein, von Dämonen hcimgesucht. Selbst die Fürstin wird zur Geburt in die schlechteste Ecke des Hauses gestoßen. So vollzieht sich doch das größte Wunder des Lebens unter Umständen, gegen die sich Angela Koldewey mit allen Fasern ihres jungen Frauenherzens auflehnt. Dieses Erlebnis bestimmte die Berufswahl der jungen Deutschen, sie studierte Medizin, um Frauenärztm zu werden. Ihr Ziel ist Indien. Das Schicksal wählt nicht immer den geraden Weg. Das indische Erlebnis gab nur die allgemeine Richtung für die Lebensbahn Angelas an. Der erste große Konflikt taucht auf mit dem Widerstreit zwischen innerer Berufung und persönlichem Glück. Der geliebte Mann wird sie, das fühlt Angela, ganz beanspruchen, und sie wählt im Schwanken des Ge- fühls erst in schmerzlicher Unsicherheit, dann später in klarer Erkenntnis ihrer Berufung den dornigen Weg eines Lebens für andere. Aber, sie begreift, gelenkt von dem klareren Blick des Mannes, daß ihre Aufgaben nicht in einem fremden, sondern im eigenen Volke liegen. Dann bestimmte eine zweite, entscheidende Be- gegnung ihren weiteren Lebensweg. Als junge Medizinalpraktikantin muß sie am Krankenbett einer Frau wachen, die an einer seltenen, aber gefährlichen krebsähnlichen Drüsenkrankheit leidet, dem malignem Granulom. Die hilflose Qual her Kranken und die Unfähigkeit, helfen zu können, lassen in Angela Koldewey den glühenden Wunsch erwachen, durch eigene Forschung die Lücke im ärztlichen Wissen auszufüllen und die rätselvolle Krankheit bekämpfen zu helfen. Ein Auftrag ihrers Lehrers, der die Begabung und die eigenwillige Persönlichkeit Angelas erkannt hat, kommt ihrem Wunsch entgegen. Nun beginnt eine Kette von Arbeitstagen und -nächten im Laboratorium, am Mikroskop und am Krankenbett. Bis fie eines Taaes erkennen muß, daß die Krankheit, der sie zum Nutzen der leidenden Menschheit ihr Leben weihen wollte, fie selbst ergriffen hat. Mit dovpelter Gewalt überfällt fie die Sehnsucht nach persönlichem Glück. Aus der wissenschaftlichen Arbeit weiß Angela, daß die Krankheit nicht erblich ist, sie tarfn also ein gesundes Kind haben. Da sie weiß, daß ihr höchstens noch drei Jahre bleiben, die zur Vollendung ihrer wissenschaftlichen Lebensarbeit nicht ausreichen, sieht sie für diese kurze Spanne nur noch den Ausweg, sich einem Lebens- und Arbeitskameraden anzuvertrauen, dem sie ihr Werk übergeben und dem sie ein Kind hinterlassen will, nun endlich auch ihre Ausgabe als Frau voll erkennend. So beginnt ijjre Ehe mit Dr. Hans v. Dühren mit einer letzten, entscheidenden Hingabe an das Schicksal. In furchtbarer Wachheit erlebt die junge Aerzttn, was sie bisher forschend und helfend an anderen sah. Ihr aus echter Neigung erwachsenes Arzttum findet seine Erfüllung in ständiger Selbstbeobachtung, bis zu dem Augenblick, da auch ihr Mann ihren Zustand ahnt und schließlich erkennt. Er führt ihre Ar- beit fort, und im Wettlauf mit der erbarmungslos fortschreitenden Krankheit entdeckt Dr. v. Dühren Deren Entwicklungsgesetz. Er kann nachweisen, daß die für das maligne Granulom kennzeichnenden Drüsenoeränderungen mit der Bildung von Riesenzellen einhergehen, in denen die Zellkerne sich immer aufs neue teilen. Dr. v. Dühren finbet.ferner, daß durch bestimmte Reize das Cytochrom zerstört wird, ein in der normalen Zelle vorhandener chemischer Stoff, und daß damit die Entartung der Zellen beginnt. Während Dr. v. Dühren auf dem Internisten ton- greß diese entscheidenden Ergebnisse feiner Forschung vorträgt, vollendet auf ihrem Krankenlager Angela ihren Schicksalsweg. Der Roman „Angela Koldewey", dessen Handlung hier kurz wiedergegeben wurde, ist das Erst* lingswerk der jungen Aerztin und Schriftstellerin Bettina E w e r b e ck. Er hat in wenig mehr als einem Jahr eine Auslage von 150 000 Exemplaren erlebt, unb damit einen einzigartigen Erfolg gefunden. Wenn man ein Buch noch einmal liest, nachdem es so leidenschaftlich bejaht worden ist, dann bedeutet das eine doppelte Auseinandersetzung. Man sucht neben den Problemen, die der Autor vor uns ausbreitet, nach dem Geheimnis des Erfolges. Das Rätsel ist leicht zu lösen! Es sind hier an einem Einzelschicksal die Wurzeln ärztlichen Wirkens aufgezeigt und in den Problemen Der Heilkunde werden Die Probleme des Lebens selbst lebendig. Ob die Verfasserin die schwerste und glücklichste Stunde einer Frau, die Geburt, mit der wohl nur einer Frau gegebenen Zartheit nachzeichnet, ob sie die Dramatik einer Operation schildert, immer findet sie mit bewundernswerter Sicherheit den richtigen Weg zwischen Realismus und behutsamer Verhüllung. Selbst das medizinische Staatsexamen wird zu einem spannenden Tatsachenbericht. Eine starke Kraft der Darstellung zeichnet auch die Schilderung der seelischen Konftikte aus. Alles in allem ein Buch, dos trotz der Unerbittlichkeit der Schicksalsläufe keine Resignation aufkommen läßt. Es klingt viel- leicht aeroaqt, wenn man nach dem großen Erfolg noch eine Prophezeiung anfügt, aber dieser Roman einer jungen Aerztin, von Bettina Ewerbeck (Verlag Neues Volk, Berlin SW 68, Preis 5,80 RM.) wird auch der große Bucherfolg des neuen Jahres fein, er verdient es! Dr. Ludwig Kühle. ©er Mann, der Bismarcks Reden stenographierte Am Schwarzen Brett der Berliner Universität hing vor Weihnachten 1883 ein Stellenangebot des neugegründeten Gemeinsamen Parlamentarischen Vüros der Zeitungen „Die Post" und „Neue Preu- ßlsche (Kreuz-) Zeitung". Zwei intelligente Studenten, die imstande sind, Reden wörtlich zu steno- araphleren, sollten sich melden für den journalistischen Dienst auf den Tribünen des Reichstags und des Preußischen Landtags. Zwei gute Stenographen meldeten sich und wurden am 8. Januar 1884 ein- gestellt, ein Philologe und ein Jurist. Der Philologe gab die Sache bald wieder auf. Der Jurist aber Ersten Loo Sims im Jahre m Ii!h IW nu r« IHi S öelx Achtet Ikjugo |j5 bei tafle Hfl !ti ein«1 IN »Schc ’ü bri ßie ol M" U n Sesl ‘6of lynellei Indes nie kl Hi'chiet Iw k Boi W NI meine i ben c für wer ■ bege{ mae jlßarri | <£* II Pt b( IM * 'M D der britischen Admiralität I e l l i c o e besuchte, v« ihm dieser ein Dokument in die Hand, in dem bi» Verluste der durch deutsche Unterseeboote verfenklei britischen Handelsschiffe verzeichnet waren. Sin« sagte: „Diese Verluste waren drei - oder vier, mal so hoch, als man nach den abfichtliq ungenauen Presseberichten vermute, konnte. Es wäre zu milde zu sagen, daß ich du^ diese Enthüllungen überrascht wurde, ich war ge-. radezu bestürzt. Ich habe mir nie so etmy Schreckliches vorgestellt ..." Es leuchtet ohne weit«, res ein, daß die britische Regierung, deren Premiei- Minister Churchill erklärt hat, daß er nur diejenige, Verluste zu veröffentlichen gedenke, die unter feines Umständen mehr geheimgehalten werden tonnen, heute d i e gleiche Methode verwendet, Mt den amerikanischen Admiral im Jahre 1917 a> schlitterte. Nie LIGA, unb Lrlanb. Berlin, 3. April. (DNB.) War man in bei Vereinigten Staaten bisher der Meinung, daß eine ten sich mehr und mehr entschließen, ihr ganzen Gewicht für England In die Waagschale zu roerfen und daß sich dadurch die Möglichkeit ergebe, M Irland in absehbarer Zeit K r i e g s sch a u pla j werde. Die geographische Lage Irlands, das büi Seewege nach Amerika kontrolliere und den nöib l ich en Atlantik weitgehend strategisch beheerrsck«. lasse den Besitz dieser Insel als Stü«, punkt sehr wünschenswert erscheinen. Roosevelü Volitik, die Vereinigten Staaten schrittweise in bem Krieg für England einzuspannen, habe seit der 21» nähme des Leih- und Pachtgesetzes schon so viel:, ungewöhnliche Maßnahmen gezeitigt, daß er p heute zu der Annahme berechtigt glaube, eine jo land-Aktion werde von dem amerikanischen DM nicht mehr als etwas Ungeheuerliches empfunbm werden. Westlich der irischen Küste iorpedieck Neuyork, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Neut- i)örter Reederkreisen zufolge ist der ehemalige amerii' konische Frachter „Western Chief" (5759 BRT.) a u1 der Fahrt von England nach Neuyocil westlich der irischen Küste torpediert worden. & handelt sich um ein Weltkriegsschiff, das die USA*, Schiffahrtsbehörde im letzten Oktober an Eng" land verkaufte. Englands Tonnagenoi zwingt zur Annullierung ausländischer Aufträge Smyrna, 3. April. (DNB.) Die Kaufleute m der Levante sind von den britischen Handelskontroll« stellen aufgesordert worden, Bestellungen in dn> land rückgängig zu machen und bereits bezahll« Ware dort sofort wieder zu verkaufen, wenn sie bei 367800 BNT. vom 16. bis 23. März. „Korrekte" englische Verlnstveröffent, lichungen wie 1917. Berlin, 3. April. ( DNB.) Im Handelskri« gegen England bildet die Woche vom 16. big März einen der erfolgreichsten Kamps, ab schnitte des Seekrieges. Die großen Erfolg;, Meldungen des im Atlantik operierenden beit, sehen Schlachtschiffverbandes mit 116 00) BRT. versenkten feindlichen Handelsschiffsraumei und bedeutende Unterseebooterfolzr ließen die Versenkungsziffern der englischen unb tz Jat englischen Diensten fahrenden Handelsschiffahrt asf insgesamt 367 800 BRT. hochschnellen. Die Methoden der englischen Derlustveröffen!. lichungen haben in letzter Zeit in den USA. schori Kritik hervorgerufen. Aus diesem Grunde sah der Sprecher des britischen Schiffahrtsministeriuin) i veranlaßt, zu der letzten veröffentlichten Verlustlisij | Ml eine Erläuterung zu geben, in der er beteuert«) | „Die britischen Zahlen sind, soweit dies unter | gegebenen Verhältnissen möglich ist, vollständig ton i 5tia rett." Es aibt au diesen „korrekten" Verlustangabe-; Ml der englischen Admiralität einen geschichtlichen Din, W1 gang, den der amerikanische Admiral Sims n ,ßge seinen Weltkriegserinnerungen festgehalten hat. 21b • jjnfl J Sims im Jahre 1917 in London den Ersten Lor) ; m öt 114 (ä Acht ( Ach der Intif ti bt hat M Io (Timen || M lis fat Einbeziehung Irlands in den Kries in irisch-amerikanischen Kreisen, Entrüstung > Hervorrufen würde, scheint nunmehr diese RW ! sichtnahme für die amerikanische öffentliche Meinm.; zusehends verschwinden zu wollen. Die spanische Zeß tung Pueblo stellt in einem Artikel „Irland an Rande des Krieges" fest, daß die Vereinigten Sikw blieb unb gewann die journalistische Tätigkeit I« Heb, daß er das Rechtsstdium an den Nagel hinA unb Schriftleiter wurde. Es war der damals 23jäb* rige Hans Frederich, der am 4. April d. Ä als rüftiaer Schriftleiter im Ruhestande in körpeo'' licher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag! feiert. Hans Frederich genoß schon als junger AnfäWN die Auszeichnung, Bismarck-Reden für die Prefiu Zu stenographieren, darunter auch im Februar 18$ die große Rede mit dem berühmt gewordenen Saslk „Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts i« der Welt!" — Der alte Reichstag, dessen Sitzungsi' saal jetzt im Bismarck-Film gezeigt wurde, hatte bar mals noch jein Domizil am Donhoffplatz. Die Sour? naüftentribüne befand sich gerade über den Sitz-'« der Reichsregierung. Aus biefer Sage hat sich einr mal, wie her alte Presseveteran erzählt, ein reift peinlicher Zwischenfall ergeben. Eine GesetzesoM läge, die dem Reichstag noch gar nicht zugeganak» war und von der aus politischen Gründen Oesfentlichkeit vorerst nichts erfahren sollte, bildeki eines Tages die große Schlagzeile der Morgenblo^ ter. Bismarck tobte, als er beim Frühstück las, dH er diese Vorlage bereits unterschrieben habe. DC!i schlimmste war, daß die Meldung stimmte: es muW also in der Kanzlei ein grober Vertrauensbruch vM gekommen fein. Einer der Beamten, die ja alle uiw ter dem Verdacht litten, löste das Rätsel. Er fak 1 wie ein Journalist — es war nicht Hans Freden^ — von der Pressetribüne aus mit einem dickcv Krimstecher nach unten starrte, gerade auf den PlO auf bem der Reichskanzler die mit großen, faubjj kalligraphierten Titeln versehenen Vorlagen nW renb der langweiligen Debatten unterzeichnete. mals wurde der Gebrauch von Ferngläsern im lament verboten, unb das Verbot besteht heute noH Hans Frederich wurde spater in die Oldenburgsift i Parlamentskorrespondenz berufen, die kurz vor Weltkriege in das WTB überging, bis Das Nfer zu bringen, die man uns auferlegt. Wir im Augenblick Ereignisse von außer- großer Bedeutung, so daß eine Einigkeit T>ie richtige TSeigbereitimg und das Backen nach Oetker-Rezepten! 1 zu mi ergebt,: chausi: )s, tor behttlli ls 61» . Woo|ö och in! seit dtli Mehlberges. Zucker, Gewürze, Lier und, je nach Rezept, Flüssigkeit werden hineingegeben Man gibt die Zutaten in der angegebenen Reihenfolge in die Vertiefung. (Dabei in den Zucker wieder eine Vertiefung drücken!) 4. und mit einem Teil des Mehls zu einem dicken 9 Anleitungen in der Brosch Srs Ihnen gern kostenlos Hnsend-» ER . BIELEFELD n N r dich; miet I» en menbtl re 1911 Piazza Venezia durchfahren hatte, veranstaltete die dort versammelte Menge noch eine große Kundgebung für den Duce, der sich wiederholt auf oemBalkon seines Amtspalastes zeigen muhte. Zur Bilanz des Matsuoka-Besuches schreibt die „Stampa", man könne sagen, daß für alle Fälle der Gegenwart und der 'Zukunft volles Einvernehmen und restlose Solidarität herrschten. Für den Befreiungskampf zur Sicherung der neuen Weltordnung könne es keine Grenzen geben. Der gemeinsame Feind hätte die Hoffnungen auf die Möglichkeit gesetzt, die Mitglieder des Dreimächtepaktes getrennt zu bekämpfen und zu schlagen. Aber die drei Staaten hätten den feindlichen Plan rechtzeitig erkannt. Der Dreimächtepakt und feine gegenwärtigen Verbündeten bildeten ein Bollwerk, an dem die angelsächsischen Versuche scheitern würden. Don der Nordsee bis zum Allantik, dem Mittelmeer unb dem Stillen Ozean bestehe ein fester Zusammenhang. HlbüdJ »'M 118 Hfl AU Ü'iij toi inn Die LlSA. liefern geflohene deutsche Kriegsgefangene wieder aus Ein Hohn auf Völkerrecht und Ritterlichkeit. Höf Auitii Räufle® ien in j :eits W .untii. tanbih luftan” «« oim< '"he!» Nit, in ka ' °er!r! :en- 6 •er Di, ’lldji; Hi !) war; Den USA.-Behörden ist es vorbehalten geblieben, unter Bruch, auch der einfachsten Gesetze menschlichen Anstands, geflohene Kriegsgefangene wieder an den Feind auszuliefern. Bis jetzt war es, selbst in den Kriegen des 16. und 17. Jahrhunderts, so daß Kriegsgefangene, denen die Flucht gelang, von dem Lande, in das sie flüchteten, zwar bis Kriegsende behalten, aber nicht als Verbrecher angesehen wurden. Was in diesen barbarischen Zeiten Regel war, ist durch die angeblich so humanen, von Moral nur so triefenden USA. schamlos gebrochen worden. Der flüchtige Kriegsgefangene folgt ja nur dem natürlichen Freiheitsdrang. Er schüttelt keine Pflicht ab wie ein Fahnenflüchtiger, der mit Recht bei allen Völkern als infamer Verbrecher angesehen wird. Auch der Fluchtversuch wird, nebenbei bemerkt, bei allen zivilisierten Völkern, nicht als gemeine Straftat angesehen. Wenn es nun Offizieren Eine Ansprache es bulgarischen Ministerpräsidenten. Sofia, 3. April. (Europapreh.) Auf dem tradi- Hnellen Festessen des bulgarischen Journalistenv'er- Jgnbes in Sofia hielt Ministerpräsident Filoff d-k Inlfth Notwendige Vorarbeiten Die angegebenen Zutaten werden in der vorge- Jdjriebenen Menge bereitgeftellt. Die Butter (Margarine) mutz bei der Verarbeitung fest sein, deswegen mutz sie vorher kalt gestellt werden. Die Fruchte (haselnutzkerne, Rosinen usw.) werden 2 Nach Rezept vorbereitet. Lackbleche und Formen werden nicht gefettet. Eine Ausnahme bilden Tortenbodenformen (mit vertieftem Rand) und Bleche für Stollen. Die Verarbeitung des Teiges 1. Mehl und „Vackin" werden gemischt und ans ein Sackbrett (Tischplatte) gesiebt. S. 3n die Mitte wird eine Vertiefung eingedrückt, Damit der Rand gleichmäßig dick wird, drückt man ; die Vertiefung mit einem Löffel in die Hütte der Herzlicher Abschied von Hom. Rom, 3. Avril. (Europapreh.) Die Abreise des japanischen Außenministers Matsuoka am Donnerstagmorgen aus Rom hatte noch einmal die gesamte Bevölkerung der italienischen Hauptstadt auf die Beine gebracht. Auf dem Wege von der Villa Ma- dama zum Ostia-Bahnhof war der japanische Gast zum letzten Mal Gegenstand der lebhaftesten Ovationen. Außer Persönlichkeiten der Faschistischen Partei und sonstigen Repräsentanten des militärischen und politischen Lebens waren beim Abschied zugegen der deutsche Botschafter in Rom und die diplomatischen Vertreter der dem Dreimächtepakt beiaetrete- nen Mächte. Als der Zug des japanischen Außenministers unter den Klängen der Nationalhnmnen aus dem Bahnhof rollte, war, wie Matsuoka am Mittwoch den Pressevertretern erklärt hatte, sein Besuch in Europa amtlich beendet. Nachdem der Wagenzug mit dem japanischen Außenminister die Brei verarbeitet. . px wichtig ist, daß der Brei dick genug wird, da sonst z» die Weiterverarbeitung erschwett wird. 7 »ack-n des Teiges: Kndteig (teilt man am beften in einen oorge^eisten Batfofen. (Er wir» Ai allkemkinen bei guter Mittelhihe geraden. (Siehe Inserat «l-Rührteig-Rezept".) wenn das Gebäck ^back?n itt wird es iofod ans der $orm gelost oder vom Backblech genommen. Dann legt man ?s (Kkingebäd einjeln neocneinanöct) auf einen vrahtrost zum Ons Wen. ren. Dr. Goebbels sprach über aktuelle Fragen der Kriegführung und die sich daraus für den Arbeitsdienst ergebenden Erziehungsgrundsätze. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht empfing heute in der Neuen Reichskanzlei Vizeadmiral Nomura, den Leiter der zur Zeit in Deutschland weilenden Abordnung der Kaiserlich Japanischen Marine. Ein Sicherungsfahrzeug der Kriegsmarine schoß in der Nordsee ein anareifendes feindliches Flugzeug ab. Ein weiteres Flugzeug wurde von einem Dorpostenboot schwer beschädigt, daß es brennend abflog. Mit seinem sicheren Verlust ist zu rechnen. Die britische Admiralität gibt bekannt, daß das Hilssschiff „R o s a u r a" (Kommandant Spencer), ein 3173 BRT. großes ehemaliges holländisches Schiff, versenkt worden ist. * Generaloberst von Falkenhorst inspizierte deutsche Truppen in Drammen in der Nähe von Oslo. Auf dem Großen Markt paradierten Truppen und motorisiertes Material vor dem Generalobersten. * Hm Landeshaus zu Breslau führte Reichsminister Dr. Frick im Beisein der führenden Persönlichkeiten Niederschlesiens Gauleiter Hanke in sein Amt als Oberpräsident der Provinz Niederschlefien ein. Der feierliche Akt erhielt seine besondere Bedeutung durch Ansprachen, die Reichsminister Dr. Frick und Gauleiter Hanke über die geschichtliche Leistung und die besonderen Probleme Niederschlesiens hielten. * Der Führer ernannte aus Vorschlag des Reichs- forstmeisters den Landesforstmeister Vorreyer zum Oberlandforstmeister im Reichsforstamt. * Der irakische Ministerpräsident Tata al Raschimt ist zurückgetreten. ♦ Bei einem Zusammenstoß zwischen USA.-Polizei und aufständischen Eingeborenen in der Nähe von Jolo im Moro-Gebiet auf den Philippinen wurden 22 Eingeborene getötet und zwei verwundet. Acht Aufständische konnten entkommen. Aus aller Welt. Zwei Landesverräter hlngerichtei. Der vom Volksgerichtshof durch Urteil vom 1. Juli 1940 wegen Landesverrats zum Tode verurteilte 43 Jahre alte Paul Weidenhaus aus Pola sowie der ebenfalls vom Volksgerichtshof wegen San- desoerrats zum Tode verurteilte 42 Jahre alte Franz Pawlak aus Warthetal sind hingerichtet worden. Pawlak hat 1935 aus Gewinnsucht im Auftrage eines fremden Nachrichtendienstes deutsche Befestigungsanlagen ausgekundschaftet. Auch Weidenhaus ist ein Volksverräter, der aus Gewinnsucht in den Jahren 1936 bis 1937 mehrere Reisen nach Deutsch- land unternommen hat, um deutsche Staatsgeheimnisse auszuspähen. Hinrichtung eines volksfchädlings. Der 1894 in Freienwalde geborene Fritz Götz- mann, den das Sondergericht Berlin als Volksschädling zum Tode verurteilt hat, wurde hingerich- tet. Götzmann hat eine große Zahl von Feldpostpaketen entwendet und beraubt. Gewaltverbrecher wegen Widerstandes erschossen. Der Reichsführer und Chef der deutschen Polizei teilt mit: Am 1. April 1941 wurden die Gewaltverbrecher Johann Schwarzmann und Ludwig B u ch a u e c wegen Widerstandes erschossen. heftiger Wirbelsturm über Ecuador. Wie aus Guajaquil gemeldet wird, wurde Ecuador von einem heftigen Ungewitter heimgesucht, das große Verheerungen anrichtete. Die Flüsse traten über die Ufer und verwüsteten weite Reisfelder. In der Nähe von Tixas hat ein ungeheurer Erdrutsch die Lokomotive eines Güterzuges verschüttet, wobei das Personal ums Leben kam. Als der fünftägige Regen aufhörte, brach ein heftiger Cyklon los. Mehrere Dampfer haben Schiffbruch erlitten. Berlin, 3. April. (DNB.) Zwei deutschen Kriegsgefangenen war es kürzlich gelungen, aus einem kanadischen Gefangenenlager zu entkommen und in einem waghalsigen Unternehmen über treibende Eisschollen des St. Lorenzstromes a u f amerikanisches Gebiet zu gelangen. Hier, auf dem Boden eines neutralen Landes, glaubten sie mit Recht in Freiheit zu sein. Um den amerikanischen Einwanderungsvorschriftön zu genügen, begaben sich die beiden Flüchtlinge auf das nächste Einwanderungsbüro und suchten um Aufent- haltserlaubnis und Asyl nach. Die amerikanischen Grenzbehörden, die dem Unternehmen der deutschen Kriegsgefangenen große Bewunderung zollten, zeigten sich zunächst nicht abweisend. Noch während die beiden Kriegsgefangenen auf dem Einwanderungsbüro festgehalten wurden, traf ein telephonischer Befehl des Iusti zm i n i • steriums der Vereinigten Staaten aus Washington ein, der die sofortige Festnahme der Schutzsuchenden, ihre Fesselung und Wiederauslieferung an die britischen Behörden in Kanada anordnete. Die beiden deutschen Kriegsgefangenen wurden daraufhin im Schutze der Dämmerung über die sogenannte internationale Thou- sand-Jsland-Brücke geleitet und den kanadischen G r e n z b e h ö r d e n gefesselt übergeben. Als kanadische Offiziere davon Kenntnis erhielten, daß die deutschen Kriegsgefangenen von den Amerikanern mit Handschellen gefesselt übergeben wurden, äußerten sie Empörung über diese selbst nach britischer Auffassung unmögliche Art der Behandlung und ordneten an, daß den Deutschen die Handschellen wieder abgenommen wurden. der deutschen Kriegsmarine unter Gefahren gelang, sich der Kriegsgefangenschaft zu entziehen, bann mußten die USA. diese Kriegsgefangenen unbehelligt lassen. Während des Weltkrieges ist z. B. der Flieger von Tsingtau, dem dreimal die Flucht aus «isländische Macht verkauft wurden, die A d) t genannt wird. Der Dampfer „Poca" ist n '1) dem Uebergang in ausländische Hände im At- ljatik torpediert unb versenkt worden. Jnsge- (|imt hat der an das Ausland verkaufte Schiffsraum .ehe Tonnage von 45 000 BRT. Zu diesen Schiffen hmmen a ch t andere, die während des Krieges ajf Rechnung des Internationalen Roten Kreu- z s fahren. ini, Mn im g. H? !N fin So Schnelle Erleichterung siir vom Sichen uni» Lausen öberanslrengie We! Schmerzen Ihre Füße? Sind sie zu schnell über» mübef - brennen sie,stechen sie, schwellen sieon,schwihen sie übermäßig? Macken Ihnen Sckwielen und Horn» haut das Leben zur Qual? Dann gibt es ein einfaches Mittel, bas schnelle Erleichte» rung schenkt und schon vielen Menschengeholfenhat.Schütten Sie 2-3 Eßlöffel Saltrat in eine Schüssel mit 2-3 Liter warmem Dosier, bis eine mil» chigeFlüssigkeit entsteht. Schon, wenn Sie Ihre Füße das erste Mol für 10-20 Minuten in dieses belebende Sad qe» taucht haben, werden Sie die Linderung spüren, nach der Sie sich sehnen. Die Schwellungen und Entzün» düngen gehen zurück, dasLren» nen und Stechen verliert sich mehr und mehr. Schwielen und Hirnhaut werden erweicht. Das Vab dringt tief in die Poren brr Haut ein und regt die Llutzirkuiation an. Kräftige, frische Füße sind der Lohn der kleinen Mühe. Saltrat gibt e< von 55 vtg ab In Apotheken und Dro. aerier». -taufen Str ri noch heute — denken Ste vd» allem an Saltrat. wenn Sie das nächste FeldpostpLkchen fertigmachen. Gemeinsame Bekanntmachung der Landräle der Landkreise Alsfeld. Büdingen. Friedberg, Gießen, Lavkerbach sowie des Oberbürgermeisters der Stadl Gießen. Betr.: Eierverteilung. In der Zeit vom 7. April bis 12. April 1941 wird für jeden Versorgungsberechtigten 16380 ein El zusätzlich ausgegeben, und zwar auf Abschnitt b. Gießen, den 3. April 1941. Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Der Landrat des Landkreises Gießen, __Dr. Lotz.___________________ Betr.: Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit. Bekanntmachung. Auf Grund des § 2 der Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — zum Schutze der Felder und Gärten vom 9.3.1939 (abgedruckt im Amtsverkündigungsblatt Nr. 9 vom 30. 3. 1939) wird die Sperrzeit für Tauben innerhalb des Stadtkreises Gießen auf die Zeit vom 6. April bis 4. Mai 1941 festgesetzt. 1634C Zuwiderhandlungen werden nach § 5 der Verordnung angezeigt. Gießen, den 31. März 1941. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. naCniaSSe holten Veröffentlichungen einer Anzeigei A . .. - 1 — Ihre Vermählung geben bekannt Georg Friederichs und Frau Paula, geb Seif er th Denklingen Gießen Rheinland Klinikstraße 32 E 5. April 1941 01181 / Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Freude am Leben“ Hugo Bermühler Verlag ■ Berlin-Lichterfelde | Mietgesuche | Höher. Beamter mit Frau u. Kind sucht sofort 1-2 möW Simmet. Angebote unter 01195 a.d.G.A. Keine Ursprungs- Zeugnisse, lonbern nur Zeugnis abschrtften dem Be werbungsschretben bet legen! — Lichtbilder iwdBewerbungsunter- lagen mästen zur Set metdung von Verlusten auf der Rückseite Ra- men und Anschrift des Setoerbett tragen! Zuverlässige Kindergärten vor- und nachmittags zu 21/23 jähr. Mäoel ges. FrauDr.Elsbeth Kalbfleisch, Hitlermall 43 v. Saubere Frau oder Mbchen wöchtl. dreimal vormittags zwei Stunden zum Putzen gesucht. Ludwigstr. 4VI- Hausgehilfin gesucht. Weinberger Hoi 01200 Bahnhofstr. 15. Inoblauch-Beeren „Immer Jünger" machen froh and frisch ? Sie enthalt alle wirksamen Bestandteile des reinen unverfälschten Knoblauchs in leicht löslicher, gut verdaulicher Form. hohen Blutdruck Magen-, Darm* Störungen, Alterserscheinungen. S toffwechselbe schwerden. Geschmack- und geruchfrei Monatspackung» L— Achtes Sie auf die grim-weiße Packung! Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10 Drog. C- Seibel, Frankf. Str. 39 Drog. E. Karn, Schulstr. Löwen-Drog. W. KilbingerNachf. Drog. Bornemann,Bahn hofstr.17 Drog. Aug. Null, Balinhofstr. 53 Drog. H. Noll, Ludwigsplatz Viktoria-Drog., Marktstraße 1 Drog. Herrn. Elges, Seltersweg 66 Engel-Apoth. Habrich, Marktpl- Kronen • Drogerie Gebr. Midiei, Walltorstraße 29 238V Graue Haare Unschädlich! Sich. Wirkung. Drogerie Elges, Seltersweg 68a Löwen-Drog. Kilhinger, Seltersw. 69 Drogerie WinterhoH, Kreuzplatz 10 Central-Drog. Emil Karn, Schnlstr. Kirchliche Anzeigen. Gießen, Samstag, den 5. Avril. Stadtkirche: 17, Beichtgottesd. der Konfirmand. Markus-Gemeinde, Becker. Jphanneskircke: 17, Beichtgottesd. der Konfirmand. Johannes-Gemeinde, Ludwig. Kavelle Wetzlarer Weg: 18, Beichtgottesd. der Konfirmand. Petrus-Gemeinde, Lic. Dr. Jost. Auf Anordnung der Reichsärztekammer habe ich die Leitung der Balserisdien Stiftung (Prof. Dr. E. Schliephake) Gießen, Wilhelmstraße 14, übernommen Sprechstunde: Vormittags von 9 bis 11 Uhr DR. GEORG HUBERT Facharzt für innere Krankheiten, aus Bad »Nauheim 1629 D Stadttheater 26. Freitag-Miete! 19 bis 21 Uhr tessD Clavigo Trauerspiel von Goethe. Preise von RM. 0.60 bis 3.10. tämfausiMMdfen, gdjfs muh ohntSeifd Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel undVerkehr.lndustrle und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 | Kaufgesuche | ÄltGold und Toublt auch Silbergeld kauft ständig Erich Beyer Juwelier oios» Bahnhofstraße 1 Telefon 4041 Genehm. Besch!. Nr. A 404113. Spor. ümarbeiten v. alt. Trauringen Samstag, B. April 20.30 Uhr KameradidiallS' Abend lmMHesN.Hof“ Artilleristen- Kameradschaft 1895» 1641 D Skizzen aus den Ursprungsländern der >R6<•Tabake Ftstge' Blume lidnj M.l Mr rinig iM M heftig w anb m Vor iroiei jjbes 1 > miße sichen, fct m weiße ..Denen !;bie de lachen, weiter ' daß hi dieKi Ipiiens, •'üänbei dm d garten ■uni kc Wen M bi Ni 3 «Heu Mr | Wer ^e. Neri); •S 5 Nten «fteife Glicht Seit Ner ( ■S ® fei« w Sw Nie x'ihi ^ten Ja I M ■ w Ä,dc lichesl dien üs zu Irrten ■;miun m, r des A Mrz m't ai ft riu M rJi- ■ kV * •ß! Hr.80 Zweites Blatt Siehe«« Anzeiger tSenerai-Anzeiger für Dverhehen) $reitag,4.2lpriH94t Aus der Stadt Gießen. An der Schwelle des Blumenjahrs. Wirklich Frühling wird es doch erst im April. Denn auch der März nach der alten deutschen Bezeichnung den Namen Lenzmonat trägt, so wissen wir doch alle aus „langjähriger" Erfahrung, wie wenig lenzlich er sich in unseren Breiten im allgemeinen zu gebärden pflegt. Im April aber haben wir, selbst dann, wenn er noch frostig beginnt, sozusagen einen Garantieschein auf den Frühling. Allerdings bewegt sich auch noch in diesem Monat der Frühling ost genug im Tempo der Spring- prozessiön: immer drei Schritte vor und zwei zurück. Aber die Natur ist viel emsiger an der Arbeit, als wir es wahrnchmen. Selbst wenn Hagel- schloßen oder frisch gefallener Aprilschnee die Erde bedecken, treibt und webt es im Innern, wie es das schon feit Wochen tut, im Grunde schon seit Ende Januar, jetzt aber vollzieht sich die Entwicklung im Schoß der Erde und im Innern der Pflanzen wie verdunkelungszeil 4. April von 20.01 bis 6.51 Uhr. im Sturm, und nur so ist es möglich, daß fast über Nacht die großen Verwandlungen sichtbar in Erscheinung treten: wo gestern noch kahles Geäst war, liegt nach einer lauen Regennacht plötzlich ein grüner Schimmer über allen Gartensträuchern und wenig später sogar über den Kronen der Bäume. Und während unsere Augen sich noch an dem lang- entbehrten ersten Grün erquicken, bekleidet die Erde sich schon mit all den anderen Frühlingssarben. Das kräftige Rosa des Mandelbäumchens steht neben dem zarteren der Aprikose und dem Weiß oer ersten Kirschen, die gelbe Forsythie neben weißen Spiräen, imd an einer geschützten Stelle im Rasen glänzt die Magnolie im schneeigen oder rosig angehauchten Festgewand. Ganz bunt aber leuchtet es von den Blumenrabatten her. Narzissen und die Tulipan, Die ziehen sich viel schöner an Als Salomo ms Seide fingt Paul Gerhard. Die Tulpen allein bieten eine ganze Farben skala von Gelb, Lachsrosa, Scharlachrot, daneben die gelben Trompetennarzissen und die frühesten blauen Iris, Primeln und Aurikeln in allen Arten und Farben, von den wilden gelben bis zu den tiefdunkel sammetfarbigen. Im Steingarten sind die weißen Kissen der Arabis insekten- mnsummt, ebenso wie die bläurichrvten der Aubrie- । rien, wie der blaue Akonit und die gelben Sterne des Adonisröschen. Die Veilchen, die schon im I März blühten, deren eigentliche Zeit aber auch jetzt ; erst angebrochen ist, verraten sich mehr durch ihren I Duft, und man muß die einzelnen Blüten richtig, unter ihrem starkwüchsigen Blätterteppich suchen. Don den Wiesen- und Grabenrändern und vom trockenen Waldrand können wir uns einen Strauß xusammenholen, in dem wir die ganze herbe Süße des heimischen Frühlings in der Hand hakten: weißes Wiesenschaumkraut und blaue Leberblümchen, honigsarbene, apritosenduftende Himmelsschlüssel und saftig gelbe Dotterblumen, rosig angelaufene weiße Gänseblümchen und silbrige Weidenkätzchen. Ts gibt nicht Rührenderes als einen solchen beschei- j denen Heimatstrauß von Wald und Wiese, in dem b-ie deutsche Erde uns grüßt. Und doch ist es auch Ichon, daß in unsere Gärten die Blütenpracht der weiten Welt eingekehrt und heimisch geworden ist, baß hier oft auf einem einzigen Beet nebeneinander bie Kinder des Orients, Sibiriens, Japans, Zentral- nsiens, Kanadas, Kleinasiens und aller europäischer ‘ Länder stehen, nicht etwa nur in Luxusgärten, son- bern daß sie in einem schlichten deutschen Bauern- jarten wurzeln, als wären sie immer da gewesen imb könnten nirgends anders fein. Wenn das Blumensahr einmal recht begonnen bat, dürfen wir uns bis lief in den Winter hinein . in feinem unerschöpflichen und immer wechselnden Reichtum freuen. Wie aber über allem Anfang ein ;■ (jan,3 besonderer Zauber liegt, so empfinden wir | rach die Blütenpracht in Garten und freier Natur | nie roieber so beglückt und dankbar wie in dieser Zeit, wo sie zuerst wieder in ganzer Fülle aus der frühlingshaften neugeborenen Erde quillt. C. K. Keine unnötigen Reisen zu Ostern. Oie Zahl der Zulaffungskarten wird aufs äußerste eingeschränkt. Die Deutsche Reichsbahn muß zur Zeit neben all den sonstigen umfangreichen kriegs- und lebenswichtigen Transporten in erster Linie die für die Volkswirtschaft dringend erforderlichen Transporte von Kohlen, Düngemitteln, Saatkartoffeln und dergleichen durchführen. Sonderleistungen für den Öfter-Reiseverkehr (Sonderzüge oder Dor- und Nachzüge zu den fahrplanmäßigen Zügen) sind deshalb unmöglich. Es steht auch zu Ostern nur die jetzt schon außerordentlich stark eingeschränkte Zahl von Reisezügen zur Verfügung. Der Reiseverkehr muß in dieser Zeit hinter den kriegswichtigen Aufgaben zurücktreten. Wie bereits bekanntgegeben, wird in der Zeit vom Donnerstag, 10. April, bis Mittwoch, 16. April, auf zahlreichen Bahnhöfen die Benutzung bestimmter Schnell- und Eilzüge von dem Besitz einer besonderen Zulassungskarte abhängig gemacht. Da diesmal keinerlei Zugvermehrungen stattfinden können, wird die Zahl der auszugebenden Zulassungskarten aufs äußerste eingeschränkt werden. Wer zu Ostern trotzdem reift, läuft Gefahr, überhaupt nicht ober nur in stark überfüllten Zügen befördert zu werden, Anschlüsse nicht zu erreichen und nicht rechtzeitig heimzukommen. Jede nicht unbedingt notwendige Reise über Dftern sollte unterbleiben. Auch dieses kleine Opfer ist ein Beitrag zum Siegs Auch keine Familienfahrten und Urlaubsreifen. Der Reichsarbeitsminister macht nochmals auf feinen im Reichsarbeitsblatt vom 5. 3.41 abgebruck- ten Runberlaß vom 28.2.41 aufmerksam, nach bem eine Häufung ber Familienheimfahrten und Urlaubsreisen in ber Zeit vom 6. bis 20.4. unter allen Umständen zu vermeiden ist. Miniatur-Kriegsschiffe in Gießen Schüler als Erbauer. - Eine sehenswerte Schau Die Schülerzeitschrift „3)Uf mit", die vom NS.- Lehrerbund herausgegeben wird, hatte im Herbst vorigen Jahres einen Wettbewerb für deutsche Jungen unter ber Parole „Seefahrt i st not" ausgeschrieben, ber bie Jungens in allen beutschen Schulen für ben Gebauten ber beutschen Seefahrt gewinnen und begeistern sollte. In diesem Aufruf war ben Jungen bie Anregung gegeben worben, ihr Interesse an ber deutschen Seefahrt durch bie Beteiligung an einem Mobellbauwettbewerb und durch bie schriftliche Niederlegung ihrer Gebauten in entsprechenben Aufsätzen zu betunben. Dieser Aufruf hat, wie wir am gestrigen Donnerstag feststellen konnten, im Kreise ber Schuler unserer Gießener Justuq-von-Liebig-Schule (früher Oberrealschule) starken, erfreulichen Wiberhall ge- funben. Die Jpngens waren sofort mit aller Lust unb Liebe bei ber gestellten Aufgabe. Besonders der Bau von Mobellen unserer Kriegsschiffe an Hanb von Lehrschaubogen unb unter Forderung burch ftänbige Hinweise in der Schülerzeitschrift „Hilf mit" fand stärkstes Interesse bei ben Jungens. Daneben Netzen sie sich aber auch zur Anfertigung von Skizzen unb zur Niederschrift von Aufsätzen über bie Seefahrt anregen. So entftanb eine Vielfältigkeit von Arbeiten, bie eindrucksvoll Zeugnis ablegt für bie Begeisterungsfähigkeit biefer Jungens unb für bie Verwurzelung des Seefahrtge- bankens in ihren Herzen. Wenn auch nicht alle ursprünglichen Tellnehmer an bem Wettbewerb die Ausdauer unb ben Schwung aufbrachten, eine begonnene Mobellarbeit bis zum Ende burchzufüh- ren, unb badurch natürlich aus bem Wettbewerb ausschieden, so haben doch andere Jungens in anerkennenswerter Weise durch unermüdliche unb viele Stunben währenbe Arbeit ihre selbstgewählte Aufgabe vollenbet. Dabei haben sie im Mobellbau Leistungen vollbracht, die ber vorbehaltlosen Anerkennung wert finb. Die jugendlichen Konstrukteure und Schiffsbauer ber Justus-von-Liebig-Schule stehen im Alter von 12 bis 15 Jahren. Neben der selbstverständlichen Erfüllung ihrer allgemeinen Schulpflichten, von denen ihnen keine wegen dieses Wettbewerbs erlassen werden konnte, haben sie mit vorbildlicher Arbeitsfreu- bigfeit und in bewundernswerter Bastelei, bie vielfach große Hanbfertigkeitskunst offenbart, eine Reihe von Schiffsmodellen geschaffen, bie sich sehen lassen können und auch bei dem kritisch prüfenden Blick alter erfahrener Seemänner den jugendlichen Schöpfern volle Anerkennung brachten. Ein Teil biefer Mobelle ist schwimmfähig gebaut worden, ein großes Kriegsschiffmodell ist sogar in mehrere Teile zerlegbar. In der sehenswerten Ausstellung kann der Besucher wunderbar gelungene Modelle des Panzerschiffes „Lützow", der Kreuzer „Nürnberg" unb „Königsberg", des Aviso „Grille", eine Nachbildung ber „Santa Maria", bes Segelschiffs bes Columbus unb eine hanseatische Kogge sehen, von in derIustus-v.-Liebig-Schule. benen man wegen ihrer gediegenen Ausführung meinen könnte, sie feien einem Mobellzimmer einer großen Schiffbauwerft entliehen worden Das Werk der Ausbauten bei ben Kriegsschiffen, ber verschie- benartigen Bestückung, selbst mit drehbaren Geschütztürmen und den nach oben ober unten schwenkbaren Geschützrohren, mit ber Flakabwehr, ben Einrichtungen bes Meßdienstes, ben Funkanlagen und vielem anderen mehr, ebenso bie Takelage an ben Segelschiffen, alles bas ist von den Jungens in be- rounbernsroerter Originaltreue an Hanb der Schaubogen gebaut worden. Mit Recht wird biesen Arbeiten vollste Anerkennung zuteil, bie auch von fach- kunbiger Marineseite vorbehaltlos ausgesprochen wurde. Die Ausstellung hat bisher schon viele Besucher erhalten unb allen starke Eindrücke vermittelt. Sie wirb sicherlich in ben wenigen Tagen, in benen sie noch zu sehen sein wirb, auch weitere Besucher stark interessieren. Im Rahmen einer Kreisausstellung, bie bemnächst zusammen mit ben gleichgerichteten Arbeiten anberer Schulen in ber Pestalozzi-Schule veranstaltet wirb, werben sie vor bie breite Oesfentlichkeit kommen. Die besten Mobelle unb Arbeiten werden anschließenb, nach einer Gau- ausstellung, in eine Reichsausstelluna verbracht werben, wo ihnen bann bie höchste Auszeichnung winkt. Sernofigen. Tageskalender für Freitag. ' Stadttheater: 19 bis 21 Uhr „Clavigo". — Gloria- Palast, Seltersweg: „So gefällst du mir!" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Premiere". — Oberhessischer Kunstoerein unb Winterhilfswerk: 17 bis 19 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Branb. Sladtlhealer Gießen. Am heuftgen Freitag wirb bie Neuinszenierung von Goethes „Clavigo" zum erstenmal wieberholt. Spielleitung: Wilhelm Michael Munb a. G. Büh- nenbUb: Karl Löffler. 26. Freitag-Miete. Das Tanzgastspiel Hopfner Auf Veranlassung ber NSG. „Kraft burch Freude" werben bie Geschwister Hebi unb Margot Höpf - ner, Solotänzerinnen bes Deutschen Opernhauses in Berlin, am fommenben Montagabenb im Gloria- Palast ein einmaliges Gastspiel geben. Die Tanzkunst ber Geschwister hat nach ben uns oorliegenben Presseurteilen bisher in zahlreichen beutschen Stäbten großen Beifall gefunben. Man barf baher ihrem Besuch in Gießen mit befonberem Interesse entgegensetzen. Ortszeit für ben 5. April. Sonnenaufgang 6.53 Uhr, Sonnenuntergang 20.04 Uhr. — Monbuntergang 3.16 Uhr, Monbaufgang 12.13 Uhr. — Erstes Viertel 2.12 Uhr. Lieber 47 600 RM. für das Kriegs-Winterhilfswerk. Die am vorigen Wochenenbe von ber Deutschen Arbeitsfront burchgeführte letzte Reichsstraßensammlung für bas Kriegs-WHW. 1940/41 erbrachte im Kreise Wetterau bas Gesamtergebnis von runb 47 666 RM. Rhein-Main-Kulturarbeit. NSG. Die Aprilfolge des KdF.-Monatsheftes, die soeben erschienen ist, trägt ben neuen Titel „Rhein- Main-KbF.-Monatsheft". Wir finben in ihm einen sehr interessanten Bildbericht von einem Besuch ber KdF.-Schachspieler in Lazaretten. Der Gaureferent für bilbenbe Kunst ber NS.-Gemeinschast ,Kraft burch Freube", Gaustellenleiter Müller, schreibt über bie umgestaltete Kunsthalle Haus Lichtenstein. Silber zeigen uns, was KbF. im vergangenen Monat brachte, darunter auch bie Berliner Künstlersahrt in ben Gau Hessen-Nassau. Der allmonatliche Bilb- bericht zeigt bas schöne und turmreiche Worms. Sehr schöne Silber aus bem Rhein-Main-Gebiet sind von ben Lesern bes Rhein-Main-KbF.-Monats- heftes eingesanbt worben. Wir sehen ben Aufbau einer Werkkunstausstellung, wie sie KdF. für Alzey, Alsfeld, Bensheim, Darmstadt, Höhr-Grenzhausen, Heppenheim, Lauterbach, Mainz, Rüsselsheim, Rübesheim unb Siershahn anfünbigt. Film- unb Buch» besprechungen werben interessierte Leser finben. Den Abschluß bilbet roieber bie Vorschau auf bas Programm des Monats. Das Heft gibt so einen schönen Ueberblick über die Rhein-Mainische Kulturarbeit. Vorsicht beim Genuß der Lorchel. Der Genuß ber Lorchel, Frühlingslorchel (Helvella ober Gyromitra esculenta), bie fälschlich meist als Morchel bezeichnet wirb, verursacht fast alljährlich im Frühjahr zahlreiche, in einzelnen Fällen sogar löblich verlaufenbe Erkrankungen. Um bie schäbliche Wirkung bieses Pilzes zu oermeibcn, ist es erfor- berlich, bie zerkleinerten frischen Pilze mit einer reichlichen Menge Wasser zum Kochen zu bringen, minbestens fünf Minuten im Kochen zu erhalten, bas Kochwasser wegzuschütten und bie Pilze auf einem Sieb abtropfen zu lassen. Einfaches Abwaschen ist nutzlos, auch Abbrühen schützt nicht vor Erkrankungen. Größere Mengen als ein Pfunb zubereiteter frischer Lorcheln sollten von einer Person bei einer Mahlzeit nicht genossen werben. Auch ist zu oermeiben, eine zweite Lorchelmahlzeit kurz nach ber ersten einzunehmen. Getrocknete Lorcheln, wie sie auch im Hanbel erhältlich finb, haben ihre Giftigkeit verloren unb bedürfen feiner befonberen Vorbereitung. Don der Börse. Geschäftsslttle Aktienmärkte. FWD. Frankfurt a. M., 3.April. Die Se- richtszeit, in bie der Anlagetermin fiel, brachte zunächst noch z. T. kräftige Kurserholungen, doch prägte sich im Wochen verlauf die Geschäfts stille immer mehr aus, und das Kursniveau bröckelte ziemlich allgemein wieder ab. Kundschaft und auch bie Börsenkreise verhielten sich in verstärktem Ausmaß zurückhattend, zumal Anregungen fehlte«. Einige Aktienwerte zeigten jedoch bemerkens- wert feste Haltung, so vor allem Conti Gummi, die dis auf 300 anziehen konnten. Hier wurde der Abschluß günstig ausgenommen, und man begrüßte, baß die Verwaltung ihren ursprünglichen Dividen- denvorschlag von ünveränbert 14 v. H. dis zum Erlaß reichsgesetzlicher Bestimmungen über Dividendenbesteuerung unb Kapitalaufstockung zurückstellte. Dor allem nahm man günstig auf, daß bie Verwaltung damit ihre Bereitwilligkeit, die Unterkapitalisierung zu beseitigen unb ben Aktionären ihre Renblte zu wahren, offen kundtat. Auch bei einigen anderen Aktien blieb das Kursniveau recht fest, da man bei ihnen ähnliche Erwägungen erwartet. Sübd. Zucker stiegen in wenigen Tagen um 14 v. H. auf 269, auch Scheideanstalt bis 309 nach 306 weiter fest, obwohl dieses Papier von ben letzten Kursstürzen kaum berührt worden war. IG. Farben lagen dagegen zeitweise wieber unter Abgabedruck, letzter Kurs etwa 183 nach 188. Die anderen Märkte lagen weniger stark verändert. Arn Rentenmarkt konnte die Reichsaltbesih« anleihe bis 160 anziehen. Gesucht blieben 3'/- v. H. (Nachdruck verboten.) kl.Fortsetzung. WWWilSlMMk Roman von Otto MsM. 3eber Wochentag begann für Charlotte um halb sechs Uhr, denn um sechs kam der Lehrjunge Max , zum Frühstück, der bei ihr in Kost stand. In ben irften Tagen war er scheu unb linkisch gewesen, hatte kaum ein Wort gesprochen, während er in feiner Ecke in ber Küche sein Frühstück gegessen Hatte. Allmählich aber würbe er zutraulicher unb unterhielt sich mit ihr hauptsächlich über seine küh- r.en Radiobasteleien, bie sein ganzes Denken er- Mten. Er hatte keine Mutter mehr, sein Vater c rbeitete in Berlin, mußte also früh weg und kam lernt wieder nach Hause, so baß Max ihn kaum zu Gesicht bekam. Um so enger hatte er sich an Hanne | cngeschlossen, unb nun würbe also Charlotte so -| thnas wie eine Stellvertreterin seiner Mutter. Seine Kleidung war verwahrlost. Sie nahm Nch ihrer an, unb er bankte ihr, indem er ihr Spielzeug für Iockele zusammeübastelte, ihr hilfreiche Hanb Hei schweren Hausarbeiten leistete, felbzt, wenn leine Arbeitszeit längst vorbei war. Neuerdings : latte er es sich angewöhnt, ihr morgens Blumen nituibringen, obwohl in Hannes Garten auch eine Stenge wuchsen. Er übergab sie ihr nicht, sondern feilte sie in bie Küche auf bas Fensterbrett. Dankte f e ihm bafür, bann würbe er rot bis über beide dhren. Während er noch frühstückte, begannen Hanne ind Peter in ihren Schlafmansarden zu rumoren. Ver von ihnen Tankstellen-Nachtdienst gehabt hatte, lurfte eine halbe Stunde länger schlafen, machte über nur bei schlechtem Wetter von dieser Erlaub- ' ‘^rtermadjte sich gewöhnlich durch lautes Pseisen '«merkbar, womit er sich die Zeit beim Rasieren ; Wrtrieb. Dann unterhielt er sich durch dre Wand nit Hanne, daß -- durch das ganze Haueschall^ Anfänglich hatte sie es ihm m.tRu-ksicht °uf2ock°les ii Norqenschlaf verboten, aber er vergaß das B-rbot immer wieder, und es ergab sich auch, daß zockele bck durch bas Dfeifen unb bie nachbarlichen Mor- ! pnVache nicht im Schlaf stören ließ Wachte er P.M tinmal auf, so nahm er noch mel lauter an der Unterhaltung teil unb bestand darauf, baß er gleichfalls rasiert würbe. Hanne unterzog sich biefer Aufgabe mit ernster Gewissenhaftigkeit. Iockele würbe um bas Kinn herum ein geseift und danach wurde ber Schaum mit bem Apparat, in bem jedoch keine Klinge stak, roieber entfernt. Er ließ sich bann bie Rasierflächen pudern, bas Haar kämmen, worauf Hanne jebesmal mit ber Miene eines gelernten Friseurs bie Hand ausstreckte unb sagte: „Macht zwanzig Pfennige, ber Herr!" Iockele bezahlte jeben Morgen mit denselben beiden Hosenknöpfen und begab sich zu Charlotte, um sich bewundern zu lassen. Sie mußte an seinen Raste rfläch en riechen, wo der duftende Puder saß. Gefrühstückt wurde gemeinsam, wenn nicht gerade sehr bringende Arbeit vorlag, bie ben einen ober anberen abrief. Den wichtigsten Gesprächsstoff bil- bete schon am frühen Morgen bie Rabitsch-Sieblung. Die Veröffentlichung bes Preisausschreibens war richtig erfolgt, unb Peter hatte sich bie ausführlichen Bebingungen von ber Oschnitzer Stadtverwaltung kommen lassen. Es erwies sich, daß Charlotte ihn ziemlich genau unterrichtet hatte. Die Frist für bie Einreichung der Entwürfe war kurz bemessen, was Peter lieb war, da er schon einen erheblichen Vorsprung hatte. Er I war mit leidenschaftlichem Eifer bei der Sache, Hanne und Charlotte arbeiteten mit, wenigstens unterstützten sie ihn mit Ratschlägen, bie er bald verwarf, bald annahm. Als sie sich über bie Aufteilung ber Grünflächen nicht einig werben konnten, 1 faßte Peter ben Entschluß, selber nach Oschnitz zu j fahren, um sich an Ort unb Stelle umzusehen. Char- ilotte schwankte lange, ob sie ihm wenigstens an Lis Grüße auftragen sollte. Er wollte nichts davon wissen unb versuchte chr klarzumachen, daß er erst bann mit ben Mathesius- Ceuten in nähere Berührung kommen wollte, wenn über bas Preisausschreiben entschieden war. Er reifte also ohne jeben Auftrag, war am brüten Tage roieber zurück unb sagte zu Charlotte, als sie ihn empfing: „Wirklich ein Nest, ihr Oschnitz, Lolott, aber ein reizendes! Man kann es liebgeroinnen„ bloß die Leute sinb mit Vorsicht zu genießen. Sie schwatzen übrigens noch von Ihnen." „Natürlich Schlechtes?" ,Kann man nicht sagen. Ich glaube eher, daß Sie ihnen imponiert haben, als sie einfach auf- unb diwongingen.* Er hatte auch ben alten Mathefius zu Gesicht bekommen unb sagte, baß er sich ungefähr so den lieben Gott vor gestellt habe. Er sagte bas ohne Spott. Charlotte fragte nach keinen Einzelheiten. Gesprochen hatte er ihren Vater nicht, sonbern war ihm nur in ber Nähe ber Werke begegnet, und das hieß: er hatte bie Begegnung gesucht. In seinem Hotel hatte er gesprächsweise erfahren, baß Mathe- fius bei gutem Wetter zwischen sechs unb halb sieben zu Fuß nach Hause zu gehen pflege, unb ba seine Neugier auf Charlottes Vater groß gewesen war, hatte er um biese Zeit mehrmals biesen Weg gemacht, bis er ihn getroffen hatte. „Ein ehrroürbiger Mann." meinte er, „unb Sie steigen gewaltig in meiner Achtung, Lolott, baß Sie ihm bie Stirn geboten haben. Neugierig bin ich bloß, was für ein Gesicht er machen wird, wenn er mal erfährt, baß der Peter Theiß, den er zum Oschnitzer Baumeister machen wirb, in engen Beziehungen zu seinem Fräulein Tochter steht. Warten roir’s ab !" Die genaue Kenntnis des Geländes in Oschnitz erleichterte ihm künftighin seine Arbeit. Die Reise war ihm auch in anderer Hinsicht nützlich gewesen. Er hatte die Landschaft, ihren Charakter, ihr Wesen in sich ausgenommen unb legte am Abenb nach seiner Rückkehr in einem langen Gespräch mit Charlotte unb Hanne bar, wie ftilroibrig feine bisherigen Entwürfe seien. Bisher hatte er baran ebensowenig auszufetzen gehabt wie Hanne unb Charlotte, aber jetzt behauptete er, baß alles geänbert werben müsse. Was er ba zu Papier gebracht habe, sei Konfektionsware, lieblos unb ohne Eigenart. Die Häuser müßten vielmehr ein länbliches Aussehen haben, sie müßten ben Einbruck erwecken, als seien sie gerabe aus dieser Erbe gvwachsen. Auch bie ganze Anlage müßte noch mehr aufgelockert werben. Er arbeitete bie ganze Nacht hindurch, zeigte am nächsten Morgen bas Ergebnis feiner nächtlichen Arbeit vor, unb alle waren nun überzeugt, baß er auf bem richtigen Wege fei. Besonbers Charlotte lobte ihn sehr. Bisher war er nur aus Ehrgeiz bei ber Sache gewesen: jetzt hatte ihn eine Liebe bazu gepackt. Unter vier Augen sagte er zu Charlotte: „Es hängt mit Ihnen zusammen, Lolott! Das ist klar! Als ich burch bie Oschnitzer Straßen ging, burch ben Stabtgarten unb durch den ,Wall', ba finb Sie neben mir gewesen unb haben mir alles erklärt. Sie waren auch dabei, als ich mir bie Rabitfch- Gegenb angesehen habe. Und nun will ich Ihnen mal was sagen: Sie werben eines Tages Aurüef- gehen! Oschnitz oerbient es! Es ist Heimat. Berlin ist nur eine große Ansammlung von Häusern. Unb ich will dafür sorgen, baß Ihr Oschnitz noch schöner wirb!" Sie antwortete nichts barauf, well sie anberer Meinung war. Es kam vor, baß sie an Heimweh litt, sie sehnte sich nach Gert, nach Lis, besonders nach ihrer Mutter, aber sie hatte nicht viel Zeit, an dieses Heimweh zu denken. Das Haus nahm sie in Anspruch, Iockele roar ba, unb es gab so viel zu tun für alle, baß sie wenig Muße zum Rückwärtsblicken Hütte. Was Iockele betraf, so hatte er sich in Gatow prächtig entwickelt. Er war bazu übergegangen, seine Lallsprache zu einem verständlichen Deutfch zu entwickeln, wobei ihn besonbers Hanne anleitete. Peter machte sich häufig ben Spaß, mit Iockele in besten unbeutlicher Kinbersprache zu reben. „Tomm, Heiner Mann", sagte er etwa, „nu beht's in bie Heiaheia ..." „Das soll man nicht," erklärte Hanne mit der Miene eines Lehrers, ber genau Bescheib weiß. „Mit solchen Jungen soll man ein richtiges Deutsch reben. Damit er‘s lernt. Außerdem machst du bich mit solchem Gequatsch selber halb lächerlich vor bem Jungen." Es ergab sich bei ber Fortsetzung dieses Gesprächs, baß Hanne — gewissenhaft wie er nun mal roar — sich ein Buch über bie Erziehung bes Kleinkindes angeschaftt unb es grünblich ftubiert hatte. Er roar entschlossen, an Iockele auszuproben, was er gelernt hatte. Er roußte eine Menge über bas kindliche Seelenleben, über Gymnastik, über bie notwendige Vitaminzufuhr unb redete darüber wie ein Fachmann. Die beiden hörten ihm mit Verwunderung zu. Sie konnten nicht bestreiten, baß Iockele unter Hannes Fürsorge vortrefflich gebiehen war, aber Peter meinte: „Ist ja alles ganz gut unb schön, aber früher, als man noch nichts von Vitaminen, Komplexen unb ultraviolettem Licht wußte, finb bie Kinber auch groß geworben unb manchmal sogar f noch bester geraten als heutzutage." I (Fortsetzung folgt) f !. gesetzlich festgelegt ist, praktisch zu unterweisen. Die g Naturschutzwarte der Zweigvereine werden im Einvernehmen mit den für den Naturschutz zuständigen — nachdem bekannt Verwaltungsstellen und den Forstbehörden geschult, gewahrt bleiben sol- Ihre Aufgabe ist so gedacht, daß sie bei den Plan- kelheit SJl.-'fpori Seine Aufgabe wird es sein, die Wanderfreunde im Naturschutz, wie er bekanntlich schon fünf Jahre schwächer schlossen. Der Aktienfreiverkehr lag still, gebessert lagen Els. Bad. Wolle und Dinglerwerke. Für Ma- fchmenbau Beck & Henkel hörte man Kurse bis 131, die Bezugsrechte werden am 3.—5. 4. gehandelt werden. Der Einhei tsmarkt lag uneinheitlich bet Leinen Umsätzen. Tagesgeld bheb weiter mit 1,75 v. H. unverändert. Aus der engeren Heimat. Ctntfrrif (Biegen Dritte Hallen-KampWele der HI. Oie Iugendmeister im Gewichtheben, Turner-Mannfchastskampf, Florett-Mannfchastskampf und Zweier-Kunstfahren. LPD. Erbach (Odenwald), 3. April. In der Dun- ’ stürzten in einer der letzten Nächte zwei ortes Gießen Gelegenheit, sich für die am 20. Avril in Gießen stattfindenden Bannwaldlaufmeisterschas- ten (Einzelwettkämpfe) vorzubereiten. _ Die Durchführung der Läufe liegt in den Händen des K.-Leiters der Stelle für Leibeserziehung im Bann 116 und des Fachwortes für Leichtathletik im NSRL.-Bezirk 8. Wiener S:2-Sieg über Sofia. Nach ihrem Gastspiel in der Reichshauptstadt trat die Fußballelf von Sofia am Donnerstag vor 15 000 Zuschauern im Praterstadion zum ersten Städtekampf gegen Men an und mußte mit 5:2 (2:0) wieder eine klare Niederlage in Kauf nehmen. Dessen ungeachtet muß man anerkennen, , daß die bulgarischen Gäste, denen die Wiener einen herzlichen Empfang bereiteten, durch ihr frisches, sauberes Spiel einen recht günstige« Eindruck hinterließen, zumal wenn man bedenkt, welch starker Wiener Mannschaft sie gegenüberstanden. und 4Vx o. H. Reichsjchätze, während 4proz. etwa ausgeglichen lagen. Industrieobligationen freundlich, Stcwtanlechen still, Pfandbriefe bei knappem Material weiter stark gesucht. Eine Sonderbewegung verzeichneten Steuerautscheine I, die bis auf 104,25 nach gegeben hatten, dann aber •— -----— wurde, daß die Steuervorteile gewahrt bleiben sol len — bis 107,75 anzogen, aber mit 106,75 etwas ältere, auf dem Heimweg zu chrer Wohnung befmd- liche Männer in die Mümling und ertranken. Ihre Leichen konnten erst am andern Tage, weit abgetrieben, geländet werden, obwohl sofort Nachsuchungen, teilweise sogar mit Hilfe eines Nachens, vorgenommen worden waren, nachdem man die Hute der Ertrunkenen am Bachufer gefunden hatte. Der eine war bei seinem Sturz in die Mümling in der Dunkelheit zu früh nach einer Brücke abgebogen und über eine niedrige Mauer hinweg in die hochgehende Mümling gefallen. Es handelt sich um den 55 Jahre alten Fuhrmann Ludwig John e und den ungefähr im gleichen Alter stehenden Sägeführer Ludwig S t e l l w a g. , Lich, 3. April. Am Montag, 7. April, vollendet Lehrer i.R. Kuhn, dahier, der Vater unseres Ortsgruppenleiters, in voller geistiger und guter körperlicher Frische sein 7 0. Leben 2 l a h r. Der Jubilar trat schon mit 19 Jahren /n hessische Schuldienste ein und war in vier oberhessischen Ee- meinben 41 Jahre tätig. Er begannseine segensreiche Tätigkeit als Schulverwalter m Altenhain, wurde dann 2V$ Jahren nach Leusel bei Alsfeld versetzt, in Hergersdors (Kreis Alsfeld) wurde er definitiv und wirkte daselbst 12 Jahre. Zuletzt stand er als Lehrer 25 Jahre lang in Weckesheim (Kreis Friedberg). Infolge seiner angegriffenen Gesundheit mußte er sich im Jahre 1931 in den Ruhestand ver- setzen lassen und wählte sich unser Städtchen als Ruhesitz aus. Aber auch hier blieb er nicht untätig. Als Mitglied des VHC. und stellvertretender Dor- sitzender des Kirchenchors erwarb er sich mancherlei Verdienste um das Dereinsleben unserer Gemeinde. Als aktiver Lehrer entfaltete er eine in oben Jemen Gemeinden noch heute anerkannte Erziehertatigkeit und stellte seine musikalische Begabung ganz besonder- in den Dienst der Männergesanavereme und Frauenchöre. Auch auf kirckenmusikalischem Gebiet ivar er als Organist 40 Jahre tätig. Daneben galt seine außerordentliche Liebe und Fürsorge dem Obst- und Gartenbau. Weite Kreise m feinen früheren Wirkungsstätten und in unserer Stadt merken des Jubilars an seinem 70. Geburtstag dankbar gedenken. Möge er sich noch lange eines schönen Lebensabends erfreuen tonnen. O Kesselbach, 3.April. Die Spar- und Borschuhkasse zu Kesselbach e.m.b.5). hielt ihre 62. ordentliche Generalversammlung bei Mitglied Äohs. Höchst ab. Der Direktor ^dachte zu- nächst der im letzten Geschaftsfahr verswrbenen Mt- ockiever, insbesondere des am 25.12.1940 im hohen Älter von 93 Jahren Heimgegangenen letzten Mitbegründers und langjährigen Vorstandsmitglieds W Becker IV. Nachdem die ordnungsmäßige Em- berufuna der Generalversammlung sestgestellt war wurde zum Schriftführer Wilhelm Sch 0 mb er III. unb als Urkundsperson das Mitglied Friedrich Rühl ernannt. Der Rechner erstattete einen em- xrehenöen Geschäftsbericht, dem folgendes zu ent- Achmsn war: Die Zahl der Mitgliäer betragt 382 Mit 494 Geschäftsanteilen und 404 000 RM. Hast- summe. Der Umsatz auf einer Seite des Haupt- buch-- betrug 3 355 360 RM. Dl« Bilanz erfuhr eine Steigerung um 30 v. H. und betragt 1138 o56 RM Die qejamten anoertrouten fremden Gelder belaufen sich auf 1014 400 RM, die Geschaftsgut- halben 40 430 RM., die eigne Nsserve 67E RM. Die Barreserve beträgt 30 000 RM, Bankguthaben §14 000 RM., Wechsel- und Wertpapierbestand 285 000 RM. Die Ausleihungen sind im Zuge Der Zeit zurück gegangen, betragen im ganzen 601 UDO RM. und verteilen sich auf Forderungen ™ laufen« ter Rechnung 176 300 RM, Darlehen 30 000 RM, Hypotheken 394 700 RM. Die Einzahlungen auf Sparein'laae sind als gut zu bezeichnen. Es wurden 148 neue Sparbücher aus gegeben. Don dem Klein- fpa-rverkehr wird reger Gebrauch gemacht. Der nationale Spartag erbrachte eine Einzahlung von 7000 RM. Von dein Reingewinn kommen 5 v. H. Dividende zur Verteilung. Der Rest wird den Reserven überwiesen. Der Aufsichtsratsoorsitzende, Bürgermeister S ch u b a ch (Allertshausen), erstattete den Bericht des Auftichtsrates. Die übrigen Punkte ter Tagesordnung fanden ihre geschäftsmäßige Erledigung. Es wurden noch einige aktuelle Fragen tefprodjen und vom Vorstand besonders der bargeldlose Zahlungsverkehr eingehend erläutert und allgemein empfohlen. Hieraus wurde die gutbesuchte Versammlung von dem Direktor mit einem packenden Schlußwort in der üblichen Weise geschlossen. Die Ausgrabungen an der Burgruine Wartenta H. Briefkasten der Nedakiion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Miete Gießen. Der Jnstandsetzungsbeitrag beträgt nach den Bestimmungen der Ausführungsverord- nuna zum Reichsmietergesetz höchstens 18 v. H. der Friedensmiete. U. W. gilt für Gießen zur Seit ein Satz von 17 v.H. Ihre weiteren Fragen lassen sich ohne nähere Kenntnis der Sachlage nicht ohne weiteres beantworten. Wir empfehlen Ihnen, sich an die Jnstandsetzungsstelle beim Stadtbauamt zu wenden. LPD. Lauterbach, 1. April. Der „Verein Lauterbacher Museum e. 23." berichtet in seinem füngsten Tätigkeitsbericht auch von dem Stand der Forschungsarbeiten an der frühmittelalterlichen Burg Wartenbach bei Angersbach, Kreis Laubach. Obwohl der Fonds für die Grabungen in letzter Zeit erfreulich angewachsen ist. läßt sich eine Fortführung der Grabungen im laufenden Jahre infolge Mangels an geschultem Personal nicht durchführen; die Grabungen sind in einem besonderen Stadium angelangt, das die Beschäftigung von un- geschulten Kräften verbietet. Nach Kriegsende laßt sich die sofortige Wiederaufnahme der Arbeiten erwarten und damit auch manches für die Forschung wertvolle Ergebnis. Bis zu ihrem heutigen Stande haben die Grabungsarbeiten bereits einen bemerkenswerten Ueberblick über das einstige Schicksal und vor allem die Gestalt dieser ehemaligen „Wart"- Burg ergeben. Naturschutzwarte im Taunusbund. Lpd. Frankfurt a. M., 1. April. Die Gebietsführung des Taunusbundes hat an sämtliche Zweigvereine die Aufforderung gerichtet, für ihren Bereich je einen N a t u r s ch u tz w a r t zu bestimmen. Auf allen Kampfftätten der Dritten Hallen- Kampfspiele der Hitler-Jugend wurden am Mittwoch die Jugendmeisterschaften 1941 stark gefördert. Im Gewichtheben, Zweier-Kunstfahren und in den Mannschaftskämpfen der Geräteturner und Florettfechter fielen bereits die Entscheidungen. Beim Mmnschaftskampf im Geräteturnen wurde in zwei Abteilungen geturnt, wobei in der ersten der Titelverteidiger Baden gegen schwächere Mannschaften hochüberlegen war. Die Entscheidung fiel in der zweiten Abteilung, wo weitaus stärkere Gebiete zusammentrafen. Dank des guten Turnens der Zwillingsbrüder Theo und Erich Wied führte zunächst Württemberg, aber zum Schluß kam das Gebiet Westfalen, in dessen Reihen auch der Reichssieger Dickhut stand, mit der besten Leistung im Achtkampf von 839,75 Punkten zur Meisterschaft. Hinter den Gebieten Württemberg und Moselland kam der vorjährige Meister Baden diesmal nur auf den vierten Platz. Ergebnisse im Mannschaftskampf im Gerätturnen (Achtkampf): 1. und Jugendmeister Gebiet Westfalen (To. Eintracht Dortmund) mit Braun, Dickhut, Erdmann, Hachschrade, König und Schmidt) 839,75 P.; 2. Württemberg (TSV. Stuttaart-Mün- fter) 828,5 P.; 3. Moselland (Mtv. Kreuznach) 826 P.; 4. Baden (Tv. 46 Mannheim) 818,25 P.; 5. Hochland (Mtv. 79 München) 814,5 P.; 6. Mittelelbe (Buckauer Tv.) 794,75 P.; 7. Düsseldorf (Tv. Elberfeld) 791,25 P.; 8. Franken (Tv. 46 Nürnberg) 788 P.; 9. Sachsen (Tv. Hohndorf) 785,5 P.; 10. Niedersachsen 779,5 P.; 13. Bayerische Ostmark 772; 16. Kurhessen 764,5; 20. Mainsranken 730; 21. Schwaben 727,5 P.; 27. H e s s e n - N a s s a u 644,5 P. Sechs neue Meister im Gewichtheben. Die erste Entscheidung ist am Donnerstag im Gewichtheben gefallen. Die Leistungen in dem Dreikampf, bestehend aus einarmigem Reißen, beidarmigem Reißen und Stoßen der insgesamt 77 Jungen waren in allen sechs Gewichtklassen hervorragend. Vielversprechender Nachwuchs ist der junge Schwergewichtler Mayenberg, der schon der Kriegsmarine angehört. Er erzielte mit seinen Einzelleistungen von 72,5 — 90 — 125 Kilo das glänzende Gesamtergebnis von 287,5 Kilo. Ergebnisse: Bantamgewicht: 1. und Jugendmeister Pommerrinnig (Pommern) 175 Kilo; 2. Erb (Baden) 162,5 Kilo; 3. Rast (Mittelelbe) 160 Kilo; Federgewicht: 1. Speigel (Württemberg) 200 Kilo; 2. Grevey (Westmark) 190 Kilo; 3. Merz (Württemberg) 187,5 Kilo; Leichtgewicht: 1. Leute (Baden) 227,5 Kilo; 2. Eickhoff (Westfalen) 225 Kilo; 3. Schulze (Sachsen) 220 Kilo; Mittelgewicht: 1/Witt- mann (Westmark) 237,5 Kilo; 2. Kreutmaier (Wien) 227,5 Kilo; 3. Monschiebel (Wien) 225 Kilo; Halbschwergewicht: 1. Dohrer (Schwaben) 252 Kilo; 2. Drescher (Niedersachsen) 242,5 Kilo; 3. Behrend (Ruhr/Niederrhein) 237,5 Kilo; Schwergewicht: 1. Mayenberg (Niedersachsen) 287,5 Kilo; 2. Kiesling (Sachsen) 272 Kilo; 3. Kleinscheck (Steiermark) 262,5 Kilo. Im Ringen und Judo wurde in allen Gewichtsklassen die dritte und vierte Runde abgeschlossen. Vierzig Kämpfe der Zwischenrunde führten die Boxer durch, so daß nun in allen zehn Gewichtsklassen die Teilnehmer an der Vorentscheidung feststehen. Besonders erfolgreich war das Gebiet Württemberg, das sechs Kämpfer in die Vorentscheidung brachte. Wieder Sachsen und Hesien-Rassau. Auf den Fechtbahnen wurde vom frühen Vormittag bis in die Abendstunden hinein gekämpft, ehe die Sieger im Mannschafts-Florettfechten der HI. und des BDM. feftftanben. Das Gebiet Sachsen der HI. und der Obergau Hessen-Nassau des BDM. kehrten als neue Meister wieder. Mit dem Gebiet Sachsen hat die beste Mannschaft verdient gewonnen. Besonders erfreulich ist, daß die Mannschaft verhältnismäßig jung ist und damit für die nächsten Jahre eine weitere Leistungssteigerung erwarten läßt. Sehr gut schlugen sich auch die Linzer Jungen (Oberdonau), die oen zweiten Platz belegten. Bei den Mädeln konnte sich der O b e r g a u Hessen - Nassau schon zum dritten Male die Meisterschaft sichern, eine Leistung, die volle Anerkennung verdient. Die übrigen Mannschaften waren sehr ausgeglichen. In der Schlußrunde konnten die Mädel von Oberdonau besonders steigern, und im Schlußkampf gegen Hessen- Nassau unterlagen sie nur mit 7:9, nachdem sie vorher einen glücklichen Sieg über Württemberg davongetragen hatten. Die Ergebnisse der Schlußrunde waren: HI. Oberdonau — Franken 12:4, Sachsen — Württemberg 9:7, Oberdonau — Württemberg- 9:7, Sachsen — Franken 10:6, Sachsen — Oberdonau 13:3, Württemberg — Franken 11:5. Endstand: 1. und Jugendmeister Gebiet Sachsen (Athenstedt, Kneip, Albrecht und Schmarzburger) 3 Mannschaftssiege, 32 Einzelsiege, 2. Oberdonau 2/24, 3. Württemberg 1/25, 4. Franken 0/15. BDM.: Schlußstand: Hessen-Nassau — Württemberg 10:6, Oberdonau — Baden 9:7, Hessen — Baden 24:2, Oberdonau — Württemberg 9:7, Hessen — Oberdonau 9:7, Württemberg — Baden 9:7. Endstand: 1. und Jugend meist er Ober- gau Hessen-Nassau (Ludwig, Bürsllein, Kempp und Wochle) 3/33, 2. Oberdönau 2/25, 3. Württemberg 1/22, 4. Baden 0/16. Düsseldorfer Sieg im Zweier-Kunstfahren. Mit einem Sieg der Titelverteidiger endete auch das Zweier-Kunstfahren. Unter den 12 Mannschaften, die im Iweier-Kunstfahren antraten, nahmen die jungen Düsseldorfer Jansen und Hahnegreß eine Sonderstellung ein. Sie gewannen den Titel mit großer Überlegenheit vor Sachsen und Hamburg, Hessen-Nassau war durch die Darmstädter Kempf/Mathes vertreten, die mit dem 5. Platz recht achtbar abschnitten. Ergebnisse: 1. und Jugendmeister Gebiet Düsseldorf (Jansen/ Josef Hahnegreß) 217,2, 2. Sachsen (Pils/Heinitz) 181,2, 3. Hamburg (Guterjahn/Möller) 180,8, 4. Württemberg I (Haßler/Schönleber) 176,9, 5. Hessen- Nassau (Kempf/Mathes) 175,5, 6. Württemberg II (Wirsching/Pflüger) 173,1 P. Im Radball fanden bisher nur Ausscheidungskämpfe und Dorkämpfe statt. Bismarcks Wohnung jetzt Universitäts-Institut. Lpd. F r a n k f u r t a. M., 1. April. Die Stadt Frankfurt stellte dem GeographischenJnsti- tut ber Universität und der ihm zugehören- ren „Rhein-Mainischen Forschung" ein neues Heine zur Verfügung. Das neue Haus an der Bockenheimer Landstraße war einmal Wohnung von Bismarck. Zu den neuen Aufgaben des Instituts gehört vor allem auch die Förderung der Kartographie. Zwei Männer in der Mümling ertrunken. Internationale Iuristenbefprechung in Berlin Berlin, 3.April. (DNB.) Die auf Einladung des NS.-Rechtswahrerbundes in Berlin tagende In- ternationale Juristenbesprechung wurde im Hause ter deutschen Rechtsfront eröffnet. Die Teilnahme von rund 50 Vertretern aus Italien, Japan, Däne- mark, Norwegen, Finnland, Ungarn, Slowakei, Bulgarien, Niederlande, Spanien, Portugal und Rumänien kennzeichnet das starke Interesse des uns befreundeten Auslandes. Staatssekretär Dr. Freis- ler erklärte, daß es für die Größe der Rechtskon- zeption des Führers und der führenden Staatsmänner der beiden uns verbündeten Großmächte Zeug- nis ablege, daß in der Stunde der Geburt des Dreierpaktes bereits eine wahrhaft aufrichtige Der- einbarung über die gegenseitige Anerkennung zweier Großraumgebiete zustande kam: des europäischen Raumes unter der Führung von Deutschland und Italien und des ostasiatischen Großraumes unter Japans Führung. Eine neue Rechtstechnik hat an die Stelle abstrakter Satzungen, wie der der langst entschlafenen Liga von Genf, konkrete Ordnungen gesetzt, und im neuen Rechtsprinzip wird der Imperialismus als gestaltende Kraft eines als Recht getarnten Unrechts überwunden durch den Zusammenschluß natürlicher Großraumgebiete und ihrer zusammengehörenden Völker und durch die freiinih liche Pflege der natürlichen Beziehungen -er Großräume untereinander. Haupnchctstieiter: Dr. Friedrich Stibeie Lauge Stellvertreter NI Ernst vlumschet«. Verantwortlich für Polttü usl Bilder: Dr Fr. D. Lange: für da» Feuilleton: Dr. HanS Thyrtot; ,ür Stad' Gießen, Provnv, Wirtfchan u. Sport: Emst Btum»chrm. Druck unv Bering Brühlfche UniversttLrsdruckerei R. Lauge Ä. A- Beiuagsleiler: Dr.-Ing. Erich Hamaun: Anzecgenleiter' Hone BeL Brrnitworil'ch für den Fndalt der Am eigen: Toeodor Kümmel Pl.NrL Wanderungen der Zweigvereine in praktischen Beispielen den Zweck des Naturschutzes erläutern. Die neue Einrichtung wird nach dem Muster des Schwäbischen Albvereins durchgeführt. KrühjahrSgelLndeläufe der Hitler-Jugend. Am kommenden Sonntag eröffnet die Hitler- Jugend des HJ.-Standortes Gießen ihre leichtathletische Sommerarbeit mit den Frühjahrsgeländeläufen. Diese gehen, je nach dem Alter, für HI. über 1000, 2000 und 3000 Meter, für die DJ. über 800, 1000 und 1200 Meter. Die Läufe werden als Mannschaftskampf ausgetragen. Zu diesem Zweck werden innerhalb der Gefolgschaften und Fähnlein Mannschaften aus den Angehörigen eines Jahrgangs zusammengestellt. Diese laufen unter Führung eines Sporttvartes oder Führers die für sie vorgeschriebene Strecke. Dabei müssen bestimmte Zeitgrenzen eingehalten werden (Höchst- und Mindestzeit). Die Gefolgschaften und Fähnlein, die am Frühjahrsgeländelauf mit Erfolg teUgenommen haben, erhalten eine reichseinheitliche Urkunde. Die Läufe geben den Hitlerjungen des HJ.-Stand- Reichsgruppenwalter Wirtschaftsrechtswahrer Dr. Mönckmeier, der Vorsitzende des Instituts der Wirtschaftsprüfer, sprach über „Die Entwicklung der internationalen Wirtschaftsverflechtung unb die Aufgabe der Wirtschaftsrechtswahrer". Staatssekretär Dr. Stuck art vom Reichsinnen, Ministerium sprach über zwischenvölkische Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Staats- und 23er* waltungsrechts. Gegen die natiMalsozialistische Staatsführung sei im feindlichen Ausland oft der Vorwurf erhoben worden, sie beabsichtige, anderen Völkern die eigenen staatlichen Verfassungsformen aufzuzwingen. Eine solche Behauptung beweise nur völlige Unkenntnis der Grundsätze unserer Gemeinschaftsordnung. Die Achtung vor den lebendigen Kräften fremden Volkstums und die Anerkennung jeder durch geschichtliche Leistung bewährten völki. chen Eigenarten seien Prinzipien, die die national- ozialistische Bewegung und Staatsführung immer vertreten habe. Faschismus und Nationalsozialismus seien keine Exportartikel. Es fei daher nicht möglich, den in vielen Ländern um neue Derfas- fungsreformen ringenden besten Kräften ein Allerweltsrezept für ihre Völker in die Hand zu geben. Als Hauptpunkte der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung Europas bezeichnete der Staatssekretär folgende Gebiete: Kommunale Organisation und Aufgabenerfüllung. Verwirklichung der Rechts auf Arbeit durch Austausch verfügbarer Kräfte zwischen den einzelnen Staaten. Erhaltung der Arbeitskraft; Schaffung einer vorbildlichen Alters- und Krankenversorgung. Staatliche Wirt- schattslenkung zur möglichsten Steigerung aller wirtschaftlichen Kräfte des Kontinents unter Abstimmung der Produktion nach der Dringlichkett der Lebensbedürfnisse und der zur Verfügung stehenden Rohstoffe. Sicherung der Ernährung, Wohnungsbeschaffung und Kleidung. Maßnahmen zur Förde- rung der Volksgesundheit, der Volksbildung, Künste und Wissenschaften. Polizeiliche Sicherung der Gemeinschaft, insbesondere Maßnahmen zur Bekämpfung des internationalen Verbrechertums. Jedes Volk könne einen wesentlichen Beitrag zur Zusammenarbeit liefern. Italien liefert Gefriergemüse und -Obst. Borsorge in der gemüsearmen Zeit. Zur Durchführung des deutsch-italienischen Abkommens über einen erhöhten Warenaustausch auf landwirtschaftlichem Gebiet fanden in Wien Besprechungen statt, über deren Ergebnis Ministerial- dirigent L. Schuster in der „NS.-Landpost" berichtet. Danach erscheinen Gefriergemüse und Gefrierobst berufen, die Naßkonserve abzulösen. Die Gefriererzeugnisse haben den Vorteil, daß sie an Wohlgeschmack dem Frischobst nicht nachstehen und daß ourch das Einfrieren die Vitamine nicht zerstört werden. Durch Verträge zwischen italienischen Konservenfabriken und deutschen Gefrierunternehmungen werden voraussichllich im Winter 1941/42 erhebliche Mengen i t a I i eni- schen Gefrierobstes und Gefriergemüses für den deutschen Markt bereitstehen. Weiter hat Trockenobst, z. B. Ringäpfel, Aprikosen, Pfirsiche, Birnen, Weintrauben, ein besonderes Interesse für Deutschland. Um Deutschland in den gemüfearmen Monaten von Dezember bis AprU stärker als bisher mit Frischobst und -gemüse zu beliefern, wurde angeregt, den Anbau gewisser Gemüse- und Obstsorten, wie Blumenkohl, Tomaten, Bohnen, Salat, Spinat, Erdbeeren, Frühkirschen usw., zeitlich so zu regulieren, daß der Ernteanfall in stärkerem Maße als sonst auf einen früheren ober späteren Termin verlagert wird. Eine solche Produktionsverlagerung würde auch unerwünschte Einwirkungen auf die deutsche Produktion ausschließen. Die Sicherheck für den Absatz der Erzeugnisse zu angemessenen Preisen ist geboten. Eine Sachverständigenkommission soll in Kürze die Einzelheiten bestimmen. -Ebenso werden die Fragen des Saatguts geklärt werden. Endlich haben sich die Verhandlungen mit einer verstärkten Lieferung von Heil - und Gewürzpflanzen aus Italien befaßt. i