Eichener Anzeiger Ministerpräsident Filoff zur Berichterstattung / Sofia, 2. nisterpräsident Vertrauenskundgebung des bulgarischen Parlaments Hierauf verlas der Ministerpräsident bas Protokoll von Belvedere. Dann gab er eine Regierungserklärung ab, die folgenden Wortlaut hat: Die Regierung des Deutschen Reiches hat um die Einwilligung der Regierung Bulgariens ersucht, deutsche Truppen nach Bulgarien zu entsenden. Sie hat dabei erklärt, daß die Aufgabe dieser Truppen zeitlich begrenzt ist und die Erhaltung des Friedens und der Ruhe auf dem Balkan zum Zwecke hat. Die Regierung des Deutschen Reiches hat von Bulgarien nichts verlangt, was mit seiner friedlichen Politik und mit seinen vertraglichen Verpflichtungen seinen Rachbarn gegenüber in Widerspruch stehen würde. 3m Gegenteil, die Regierung des Deutschen Reiches hat ausdrücklich Rücksicht genommen auf die bestehenden Freundfchaftsverträge, die wir mit unseren Rachbarn geschlossen haben, sowie auf die Deklaration, die wir vor kurzem zusammen mit unferm Rachbarn, der Türkei, unterschrieben haben, eine Deklaration, die aufs neue die friedliche Politik der bulgarischen Regierung unterstrichen hat. 3n dieser Lage und nachdem sie alle Umstände erwogen hat, von dem Wunsche geführt, vor allem die Lebensrechte unseres Landes und unseres Volkes zu wahren, Rücksicht nehmend Kurz nach seiner Ankunft wurde Ministerpräsident Filoff vom König zur Berichterstattung empfangen. Am frühen Nachmittag trat die Regierungsmehrheit der Kammer zu einer vertraulichen Sitzung zusammen, um einen Bericht des Ministerpräsidenten entgegenzunehmen. Vorher fand noch eine Sitzung des Ministerrates statt. Oer Führer an König Boris. Berchtesgaden, 2. März. (DNB.) Der Führer sandte Seiner Majestät König Boris von Bulgarien aus Anlaß des Beitritts Bulgariens zum Dreimächtepakt folgendes Telegramm: beim König. März. (DNB.) Der bulgarische Mi- Professor Fi l o f f ist heute mittag des deutschen Gesandten, Freiherrn „Eure Majestät bitte ich in dieser Stunde, in der Bulgarien erneut seiner Verbundenheit zu Deutschland, Italien und Japan durch den Beitritt zum Deimächtepakt Ausdruck gegeben hat, "meine herzlichen Wünsche für das Wohlergehen Eurer Majestät und für die glückliche Zukunft Bulgariens entgegenzunehmen." Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop sprach dem Königlich Bulgarischen Außenminister P o p o f f zum Beitritt Bulgariens, zum Dreimächtepakt drahllich seine Glückwünsche aus. Gegen die englischen Drandstiffer. Rom, 3. März. (Europapreß.) „Popolo di Roma" sieht in dem Einmarsch deutscher Truppen in Bulgarien, der im Einverständnis mit der Regierung von Sofia nach dem Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt erfolgt ist, nichts Ueberraschendes. Diese Tatsache sei um so weniger überraschend, wenn man erwäge, daß der Anschluß der bulgarischen Politik an die Achse als Reaktion auf die britischen Versuch e erfolgte, die Türkei aufzuhetzen und eine neue Front auf dem Balkan zu schaffen. Dgß Deutschland auch vom mllitärischen und strategischen Gesichtspunkt aus die britischen Pläne vereitle und dafür die notwendigen Maßnahmen ergreife, sei eine logische Ergänzung des diplomatischen Sieges. Anderseits sei Bulgarien auch deshalb dem Dreimächtepakt beigetreten, um vor den brand st ifterischen Umtrieben jener „Beschützerin" gesichert zu sein, die schon Griechenland den kürzeren haben ziehen lassen. in Begleitung , , , von Richthofen, sowie des Generalsekretärs des Ministerrates, Gesandten Serafimoff, des General- Montag, 3. März 1941 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Anzeigen-Breiser Anzeigenteil 7 Rvsi je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvs. je mm bei 70 hnu Zerlenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr M. Jahrgang Nr. 52 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illusttierte GießenerFamilienblätter Heimat imBild DieScholle Monatö-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Poüscheck 11686Tranks. M. Unser Bildtelegramm zeigt die Unterzeichnung des Paktes durch Die teilneymenoen Staatsmänner. Von links nach rechts: Botschafter Oshima, Ministerpräsident Filoff, Reichsaußenminister yo« Kibbentrop und Außenminister Graf Cia.no.— (Scherl-Bilderdienjt-Nj Sofia, 2. März. (DNB.) Am Sonntag, kurz nach 18 Uhr, fand die historische Sitzung der bulgarischen Kammer zur Entgegennahme der Regierungserklärung über den Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt und über den Einmarsch deutscher Truppen nach Bulgarien statt, die mit größter - Spannung sowohl von den Kammermitgliedern, als auch von der Oeffentlichkeit erwartet wurde. Große Menschenmengen standen auf dem Platz vor dem Parlamentsgebäude und grüßten die Kammermitglieder und die Regierung, als sie das Haus betraten. Die Sitzung wurde durch den Kammerpräsidenten Logofetoff, kurz nachdem die Regierung vollzählig ihre Sitze eingenommen hatte, mit einer kurzen Ansprache eröffnet. Als die Regierung den Sitzungssaal betrat, erhob sich die Kammermeyrheit von ihren Sitzen und^begrüßte die Regierung mit begeisterten Rusen unlGlanganhattendem Beifall. Kammerpräsident Logofetoff wies nach Erledigung einer Formalität auf den historischen Augenblick hin, in dem diese Sitzung der Kammer ftattfinbe. Er teilte mit, die Kammer fei zusammengetreten, um die Erklärung des Ministerpräsidenten über den Beittitt Bulgariens zum Dreimächtepakt entge-genzunchmen. Als er dabei erwähnte, daß Bulaarien nunmehr dadurch zum Verbündetenseines herzlichen Freundes Deutschland geworden sei, wurde seine Rede durch laute und begeisterte Beifallskundgebungen nicht nur der Kammermehrheit, sondern auch der auf den Galerien zahlreich versammelten Zuhörer unterbrochen. Desgleichen wurde die Erwähnung Italiens und Japans mit Beifall begrüßt. Durch den Beitritt, so sagte Logofetoff weiter, trage Bulgarien zur Bewahrung des Friedens auf dem Balkan bei und nehme akttv Antell an der Aufrichtung der gerechten Neuordnung Europas. Er forderte die Kammer auf, mit Ruhe und Würde die Erklärung des Ministerpräsidenten Filoff entgegenzunehmen. Ministerpräsident Filoff sprach einleitenb die Worte: „Kraft der (Ereigniffe, die sich rings um uns in Europa entwickeln, ist eine neue Lage entstanden, der wir Rechnung tragen und derzufolge wir entsprechende Entscheidungen treffen mußten, um die Lebensinteressen des bulgarischen Staates und des bulgarischen Volkes zu sichern. Der schweren Verantwortung bewußt, die dieser schicksalhafte Augenblick mit sich bringt, hat die Regierung die Lage allseitig geprüft und ihre Entscheidung vor allem im Hinblick auf die Lebens- intereffen Bulgariens getroffen, ohne von der Grundlinie der bis jetzt von uns geführten Außenpolitik abzuweichen, die von der Friedensliebe unseres Volkes und von dem Wunsche erfüllt ist, den mit unseren Nachbarn geschlossenen Verträgen treu zu bleiben. Diese Entscheidungen der Regierung betreffen den Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt und die damit zusammenhängenden Fragen der Zulassung deutscher Truppen nach Bulgarien. Der feierliche Akt des Beitritts Bulgariens zum Dreimächtepakt erfolgte bekannllich am 1. März 1941 in Wien. Aus diesem Anlaß wurde zwischen den Bevollmächtigten der betreffenden Länder folgendes Protokoll unterzeichnet." sekretärs des blgarifchen Außenminifterums Schisch Manoff und des Beamten der Hofkanzlei Legationssekretär Balan im Sonderflugzeug der deutschen Reichsregierung auf dem hiesigen Militärflugplatz eingetroffen. Die Straßenzüge, durch die der Ministerpräsident mit seiner Begleitung den Weg nahm, waren von Menschenmassen umsäumt, die die vorbeifahrenden Wagen mit Hurra-Rufen begrüßten. Die Häuser, die bereits gestern spontan geflaggt hatten, prangten heute im festlichen Schmuck. «sä« General-Anzeiger siir Oberhessen rsssss* Deutsche Truppen als Freunde in Bulgarien. Berlin, 2. März. (ORB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Als Sicherung gegenüber den bekannt gewordenen britischen Maßnahmen in Süd-Ost-Europa sind nach Zustimmung der Königlich Bulgarischen Regierung seit dem 2. März Verbände der deutschen Wehrmacht im Einmarsch nach Bulgarien begriffen. Oie einziehenden Truppen werden vom bulgarischen Volke lebhast begrüßt. Unser Bildtelegramm zeigt den Führer im Gespräch mit dem Königlich Bulgarischen Ministerpräsidenten Professor Dr. Filoff, dem Königlich Italienischen Außenminister Graf C i a n o und dem Kaiserlich Japanischen Botschafter Oshima. auf die zwischen Bulgarien und Deutschland fre- stehende Freundschaft, und nachdem sie Versicherungen erhalten hat, daß die Gesetze und die bestehende Ordnung im Staate im vollsten Ausmaß erhalten und die Interessen Bulgariens gewahrt werden, hat die Regierung Bulgariens beschlossen, den Antrag der Regierung des Deutschen Reiches anzunehmen. Ihrerseits bettachte die Regierung Bulgariens es als ihre Pflicht, zu erklären, daß die Gegenwart der deutschen Truppen in unserem Lande keineswegs die friedliche Polittk Bulgariens verändert. Bulgarien bleibt seinen Vertragsoerpflichtungen treu und ist fest entschlossen, von der Grundlinie der oben erwähnten friedlichen Polittk nicht abzuweichen und folglich von jedwedem Angriff und von jeder Maßnahme, die die Interessen von jemanden bedrohen könnte, Abstand zu nehmen, Indem die bulgarische Regierung diese Entscheidung getroffen hat, glaubt sie, daß dadurch bei der heutigen Lage Bulgariens feiner Zukunft und dem Frieden auf dem Balkan am besten gedient wird. Die Regierung Bulgariens hofft, daß ihre Haltung allseits richttg verstanden und vom bulgarischen Volk gebilligt wird." Die Kammer billigte die Erklärung des Ministerpräsidenten Filoff stehend und mit begeisterten Rufen. Kammerpräsident Logofetoff schloß die historische Sitzung mit der Feststellung, daß die Kammer mit absoluter Mehrheit die Erklärung des Ministerpräsidenten gebilligt und angenommen hat. Bulgarien Hai gewählt. Der Beitritt Bulgariens zum Dreierpakt ist eine Aktion von entscheidender Bedeutung. Denn durch diesen neuen Beitritt ist der Pakt im Sinne seiner drei Urheber, Deutschland, Italien und Japan, die sich am 27. September 1940 über die Wahrung ihrer Lebensräume in Europa und Asien geeinigt hatten, wieder ein Stück vorwärts gelangt. Das Ziel, die Befriedung Eurasiens auf vertraglichem Wege zu gewährleisten, 'foU auch auf dem Balkan verwirklicht werden. Mit dem Beitritt Bulgariens ist, nachdem am 20. November 1940 Ungarn, am 23. November Rumänien und am 24. November die Slowakei beigetreten waren, die Befriedung des Südostens im großen und ganzen heute schon gesichert. Der Eindruck der Unterzeichnung des Beitritts von Bulgarien ist ganz besonders in Jugoslawien tiefgehend, da nur Jugoslawien sich gegenwärtig noch außerhalb des Paktes als Donauintereffen't befindet, wenn auch feststeht, daß die Politik der Regierung in Belgrad durchaus. Hssn Gegebenheiten des neuen Europa Rechnung trägt. Der Beitritt Bulgariens ist gerade in diesem Augenblick die denkbar schwerste diplomatische Nie- derlage Englands. Die Arglist der englischen Politik zeigte sich in Sofia in den letzten Wochen sehr offen. Als Bulgarien mit der Türkei einen Nichtangriffspakt abschloß, wurde er zunächst auch in London als eine schwere Niederlage empfunden, die man nachher selbstverständlich hinweazureden versuchte. Der Eindruck aber blieb, daß Bulgarien und die Türkei nicht gewillt sind, im Interesse Englands die Waffen zu kreuzen oder sich gegen die Achsenmächte zu wenden. In letzter Stunde versuchte die englische Politik zwar in Ankara zu retten, was zu retten war, aber das türkisch-bulgarische Abkommen war eine Tatsache, die durch nachträgliche Interpretationen nicht aus der Welt zu schaffen ist. Nun hatte in der Hauptstadt Bulgariens die englische Pression von vornherein einen unsinnigen Aufwand an einem widerstrebenden Objekt versucht. Der britische Gesandte in Sofia, George Rendell, tat sein Möglichstes, um Churchills Befehle auszuführen. Er machte sich zum Sprecher britischer Erpressungspolitik und ließ in der vergangenen Woche englische und amerikanische Journalisten zu sich k»m- men, um ihnen ztt sagen, Bulgarien gehe einen falschen Weg, wenn es sich den Achsenmächten anschlösse. Die Mitteilung über seine Worte wurde von der englischen und von der ihr versippten nordamerikanischen Presse ganz ausführlich wiedergegeben, aber es waren wirklich Worte in den Wind gesprochen. Und noch am Freitag behauptete her Londoner Lügenrundfunk, die bulgarische Regierung könne nicht von „höherer Gewalt" sprechen, wenn es Deutschland große Zugeständnisse mache, denn die bulgarische Regierung hätte sehr wohl wissen müssen, was sie tun werde. Alle diese Intrigen und Pressionen haben ihren Zweck verfehlt. Bulgarien steht zu den Achsenmächten. Es hat schon während des Weltkrieges Schulter an Schulter mit den Mächten der europäischen Mitte gegen die Pluto- kratie unter englischer Führung gekämpft und tapfer feinen Mann gestanden. Es hat nach dem Zusammenbruch immer wieder Deutschland die Treue gehalten und seine politischen und wirtschaftlichen Interessen auf Deutschland abgestimmt. Die Zusammenarbeit Bulgariens mit den Achsenmächten beruht ja nicht nür auf realen Ueberlegungen, sondern ist ein Ausdruck der Tüchtigkeit, des zähen Arbeits- und Aufstrebenswillens, der Bulgarien von jeher die deutschen Sympathien eingebracht hat. Wenn jetzt die schwergeschlagenen Engländer schreien, Bul- garien habe sich dem Druck der Achsenmächte unterworfen, dann ist das geradezu kindisch, denn dieses stolze, von seiner Aufgabe und seiner Moral bis in alle Fasern seines Seins erfüllte Volk der Bulgaren weiß, daß es an der Seite der Achsenmächte allein sein Heil als souveräne Nation finden wird. Die Befriedungspolitik für Eurasien hat einen gewaltigen Erfolg zu verzeichnen, gerade in diesen für England kritischen Vorfrühlingstagen, da es vor den Achsenmächten die größte Angst empfindet. Der Zusammenschluß Europas gegenüber der englischen Zersetzunaspolitik ist mit dem Beitritt Bulgariens zum Dreierpakt weiter erhärtet worden. E. S. Bulgariens Außenminister an Ribbentrop und Ciano. Sofia, 2. März. (DNB. Funkspruch.) Aus Anlaß des Beitritts Bulgariens zum Dreimächtepakt hat der bulgarische Außenminister P o p o f f an den Reichsaußenminister v. Ribbentrop folgendes Telegramm gerichtet: „Bedauernd, daß ich verhindert war, am heutigen feierlichen Akt in Wien teilzunehmen, der eine neue Verbindung zwischen unseren beiden Ländern schafft, bitte ich Eure Exzellenz, aus diesem Anlaß meine h e r z l i ch st e n Wünsche für ihr großes Volk und für Sie persönlich entgegenzunehmen." Desgleichen richtete Außenminister P o p o f f auch ein Telegramm an den italienischen Außenminister Grafen C i a n o: „Aus Anlaß des heutigen feierlichen Aktes, der für die beiden Länder historische Bedeutung hat, bitte ich Eure Exzellenz, meine herzlichsten Wünsche für ihr großes Volk und für Sie persönlich entgegenzunehmen." Italiens und Japans Glückwünsche. Rom, 2. März. (DNB.) Anläßlich des Beitritts Bulgariens zum Dreimächteabkommen hat der König und Kaiser von Italien an König Boris folgendes Telegramm gerichtet: „Im Augenblick, da die Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern ein neues Siegel durch den Beitritt Bulgariens zum Dreimächteabkommen er- hält, ist es mir ein Bedürfnis, Ew. Majestät die heißesten Wünsche für Ihr persönliches wie für das Wohlergehen Ihres Volkes auszusprechen." Der D u c e hat an den bulgarischen Ministerpräsidenten folgendes Telegramm gesandt: „Die Unterschrift, die Sie heute unter oas Dreimächteabkommen setzten, gibt über eine Bestätigung der Freundschaft unserer beiden Nationen hinaus dem natürlichen Anschluß des bulgarischen Volkes an das von Italien, Deutschland und Japan inspirierte politische System seine Weihe. Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen, Exzellenz, aus diesem Anlaß meine Glückwünsche für Ihr Volk und für Sie auszu- fprechen und Ihnen die Gefühle meiner herzlichen Freundschaft zu erneuern." * Tokio, 2. März. (DNB.) In Telegrammen an den Reichsaußenminifter von Ribentrop und an den italienischen Außenminister Graf Eicmo spricht der japanische Außenminister M a t s u o k a zu der „bewundernswerten Vervollständigung der Balkanpolitik der Achsenmächte und dem ungeheueren Erfolg, der von weltweiter Bedeutung" sei, seine herzlichsten Glückwünsche aus. In einem Glückwunschtelegramm an den bulgarischen Außenminister P o p o f f begrüßte Matsuoka Bulgarien als neues Mitglied des Dreimächtepaktes mit herzlichen Worten. Bulgariens Beitritt zum Dreierpakt. Oer Staatsakt in Wien. und Ostasten stemmt sich heute England, da« diesen Krieg leichtfertig zum Zaune brach und nun seine eigene Katastrophe vor sich sieht, in einer letzten verzweifelten Anstrengung entgegen. Aber seine Kraft reicht nicht mehr aus. In Wirklichkeit ist sie s ch o n g e b r o ch e n. Verzweifelt ruft man fremde Völker um Hilfe an, aber auch diese — wenn sie wirklich gegeben werden könnte —- käme zu spät und würde am Gange des Schick^ sals nichts mehr ändern. Verzweifelt greift England zu immer neuen Lügen, um die Welt über feine wahre Situation hinwcgzutäufchen und um die Aussichtslosigkeit seines Kampfes hinter einem Schleier, fei es von Versprechungen oder Drohungen, sei es von Lügen oder Verdrehungen, zu Der« bergen. Das Jahr 1941 wird diesen Nebelschleier englischer Propaganda endgültig zerreißen. Mit dem kommenden Frühjahr werden an die Stelle englischer Lügen wieder deutsche Tatsachen treten. Die Armeen der Achse sind aufmarschiert und zum Sprunge bereit, um England überall da anzupacken und zu schlagen, wo es sich zeigt. Am Ende dieses letzten Ringens aber steht der Sieg aller jungen Völker und die endgültige Sicherung ihrer Stellung und ihres Lebensraumes in der Welt. Die heute hier vertretenen Staaten stehen auf der Dacht und sind bereit, auch ihren Beitrag zum endgültigen Triumph unserer gemeinsamen Sache zu leisten. Wir repräsentieren die stärk sie Machtkonstellation, hie es wohl je Oer Führer in Wien. Wien, 1. März. (DRV.) Der F ü h r e r ist heute mittag io Wien eingetroffen. Die Wiener Bevölkerung, bei der sich die Kunde von der Ankunft des Führers mit Windeseile herumgefprochen hatte, bereitete dem Führer auf feiner Fahrt durch die Straßen der Stadt einen begeisterten Empfang. Bei feiner Ankunft wurde der Führer, in dessen Begleitung sich der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Keitel, sowie die Reichsleiter Dr. Dietrich und Bormann befanden, vom Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und dem Gauleiter und Reichsfiatk- halter von Wien, Reichsleiter Baldur von Schirach, begrüßt. Oer Verlauf der Feier. Wien, 1. März. (DNB.) Im Stiener Belvedere, dem über der Stadt thronenden Sommerschloß des Prinzen Eugen von Savoyen, erfolgte am Samstag mittag im Rahmen eines feierlichen Staatsaktes der Beitritt Bulgariens zum Dreierpakt. An der gleichen Stelle, an der vor wenigen Monaten Ungarn sich zu dem wichtigsten Instrument der neuen Ordnung bekannt hatte, traf der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop im Beisein des italienischen Außenministers Graf C i a n o, des Kaiserlich-Japanischen Botschafters Oshima, des König!. Ungarischen Gesandten S z t o j a y, des Königlich-Rumänischen Geschäftsträgers Brabetzianu und des flowakifchen Gesandten C e r n a f den Königlich Bulgarischen Ministerpräsidenten Professor Dr. Filoss, den Staatssekretär im bulgarischen Außenministerium S ch i s ch m a n o f f, zur Vollziehung der gemeinsamen Unterschrift. Oer Neichsaußenminister begrüßte die Botschafter und Gesandten der ve-r- bündeten Machte und teilte mit, daß die Königlich- Bulgarische Regierung den Wunsch ausgesprochen habe, dem Dreierpakt beidu treten. Zum viertenmal, so führte dann der Reichsaußenminister aus, sind wir heute zusammengekommen, um durch einen feierlichen Akt den Beitritt eines neuen Staates zum Dreierpakt zu vollziehen, und ich freue mich ganz besonders, daß es diesmal das Königreich Bulgarien ist, das dem Geist nach schon immer bei uns stand und das jetzt den Entschluß gefaßt hat, sich auch unserem Pakt anzuschließen. Der Reichsaußenministe-r erklärte nun, daß die Regierungen der im Dreierpakt vereinten Staaten übereingekommen seien, dem Wunsch der bulgarischen Regierung zu entsprechen. Anschließend wurde das Protokoll über den Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt verlesen. Der Wortlaut des Protokolls Das Protokoll, das vom Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, dem italienischen Außenminister Graf C i a n o und dem japanischen Botschafter O s h i m a einerseits sowie vom bulgarischen Ministerpräsidenten Professor Dr. F i l o f f andererseits unterzeichnet wurde, hat folgenden Wortlaut: Die Regierungen von Deutschland, Italien und Japan einerseits und die Regierung von Bulgarien andererseits stellen durch ihre unterzeichneten Be- vollmachttgken folgendes fest: Artikel 1. Bulgarien tritt dem am 27. September 1940 in Berlin unterzeichneten Dreimächtepakt zwischen Deutschland, Italien und Japan bei. Artikel 2. Sofern die im Artikel 4 des Dreimächtepaktes vorgesehenen gemeinsamen technischen Kommissionen Fragen behandeln, die die Interessen Blgariens berühren, werden zu den Beratungen der Kommission nach Vertreter Bulgariens herangezogen werden. Artikel S. Der Wortlaut des Dreimächtepaktes ist diesem Protokoll als Anlage beigefügt. Das vorliegende Protokoll ist in deutscher, italienischer, japanischer und bulgarischer Sprache abge- faht, wobei jeder Text als Urschrift gilt. Es tritt am Tage der Unterzeichnung in Kraft. „Ständiger Friede und gerechte Neuordnung in Europa." Nach der feierlichen Unterzeichnung des Protokolls gab der Kgl. Bulgarische Ministerpräsident Prof. Or. Kiloff namens der bulgarischen Regierung folgende Erklärung ab: „Der Wunsch des bulgarischen Volkes, in Frie- d e n und guten Beziehungen zu feinen Nachbarn zu leben, hat ständig die bulgarische Außenpolittk geleitet. Das bulgarische Volk hat im Namen dieser Politik die mit den schweren Friedensbedingungen verknüpften Folgen des Weltkrieges mit Geduld ertragen, es hat aber immer die Hoffnung gehegt, daß das ihm zugefüote Unrecht durch friedliche Mittel wieder gutgemacht werden kann. Dieser Glaube hat sich im vergangenen Jahr durch die zwischen Bulgarien und Rumänien über die Dobrudscha-Frage getroffene Abmachung gerechtfertigt. Das verdankt Bulgarien den Achsenmächten, ihren großen Führern AdolfhitlerundBenitoRlus- s o l i n i, welche die Anregung zur Schlichtung dieser Frage ergriffen und die Wiederherstellung der ilten Freundschaft zwischen Bulgarien und Rumänien möglich gemacht haben. Die Achsenmächte haben sich damit nicht nur den tiefempfundenen Dank des bulgarischen Volkes erworben, sondern auch ihre Entschlossenheit bewiesen, eine bessere und gerechtere Reuordnung in Europa einzuführen, indem sie eine neue Epoche der Verständigyng und WUarbeit zwischen den Völkern eröffnet haben. Von dieser großen historischen Tatsache ausgebend, erblickt Bulgarien in dem zwischen Deutschland, Italien und Japan abgeschlossenen Pakt ein Werkzeug dieser Politik, die sich zum Ziele gesetzt hat, den Völkern die Möglichkeit zu geben, sich ruhig zu entwickeln, ihren Wohlstand zu stärken und einen gerechten und ständigenFrieden zugewährleisten Bulgarien tritt dem Dreimächtepakt bei, geleitet vom Wunsche, auch seinerseits im Rahmen seiner Möglichkeiten an der Erreichung diefes hyhey ZirleL mitzuarbeiten. Es bleibt dabei den mit feinen Nachbarn abgeschlossenen Freundfcbaftsverträ- gen treu und ist entschlössest. Die traditionellen freundschaftlichen Beziehungen zur Sowjetunion fortzusetzen und weiter zu entwickeln. Als treuer Partner des Dreimächtepaktes hoffe Bulgarien, seinen Teil baxu beizutragen, daß ein stänoiger Friede und eine gerechtere Neuordnung in Europa herbeigeführt werden." Oer Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop schloß den feierlichen Staatsakt mit folgender Ansprache: „Als Bevollmächtigter der Reichsregierung und im Namen der bevollmächtigten Vertreter Italiens und Japans und der ihnen angefchloffenen Staaten Ungarn, Rumänien und Slowakei begrüße ich das befreundete Bulgarien als neuen Partner des Dreimächtepaktes Dem Kgl. Bulgarischen Ministerpräsidenten gratulieren wir auf das herzlichste zum Vollzug dieses für sein Land so bedeutsamen Aktes. Als nach Ausbruch des Deutschland durch die Kriegserklärung Englands und Frankreichs vom 3. September 1939 aufgezwungenen Krieges die Reichsregierung, die italienische Regierung und die japanische Regierung sich im Seprember vergangenen Jahres zur Vereinbarung des Dreimächtepaktes entschlossen, war der Beweggrund ihres Handelns ein klarer und eindeutiger. Sie wollten durch Zusammenfassung der durch diese Staaten repräsentierten Machtfülle jedem Versuch Englands, weitere Staaten vor feinen Kriegswagen z u spannen, ent- gegentreten und durch Konzentrierung aller politischen, militärischen und wirtschaftlichen Kräfte der drei Großmächte England zur Vernunft bringen und zum Frieden zwingen. Von vornherein lag es in der Absicht Deutschlands und seiner Verbündeten, weiteren Staaten, die das gleiche Ziel im Auge hatten, den Beitritt in den Dreimächtepakt zu ermöglichen. Bulgarien ist nunmehr der vierte Staat, der sich den drei Großmächten angeschlossen hat, und ich möchte hier der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß es nicht der letzt, lein Wirk der zu uns kommt. Im Gegenteil, ich bin sicher, daß mit der wachsenden Erkenntnis der wahren politischen Ziele der Verbündeten und der dahinterstehenden Macht, um diese durchzusetzen, immer weitere Staaten sich mit uns solidarisch erklären werden. Denn die Zielsetzung der Politik des Dreimächtepaktes war und ist immer die gleiche geblieben. Sie heißt: Durch- o fehung und Sicherstellung des Le - bensrechtes ihrer Völker in den ihnen naturgemäß zukommenden, d. h. ihrer Volkskraft entsprechenden Räumen gegenüber den Mächten, die selbst im Raumüberfluß leben, zu steril und unfähig find, diesen auszunuhen, ihn aber dennoch den jungen Völkern mißgönnen. Die Machtfülle aber, die heute hinter dem Lebensanspruch der jungen Völker steht, ist eine ungeheure. Nach den siegreichen Jahren 1939/40 befinden sich in Der Machtfphäre der in dem Dreier- Pakt zusammengeschlosfenen Völker und derer, die noch zu uns stoßen werden, Hunderte von Millionen Menschen. Die Arbeit aller dieser Menschen dient schon heute dem einen Ziele: Dem endgültigen Siege der Sache der Ver- b ü n o e t e n. In Europa spuren alle diese Menschen, daß sie gegenüber der früheren unsicheren Existenz in einem sich ewig gegenseitig bekämpfenden europäischen Staatenkonglomerat von Englands Gnaden nunmehr in Zukusnt in der Geborgenheit eines von England unabhängigen und von dem entstandenen st arten Kraftzentrum der Achse beschützten Kontinent werden (eben können. Alle diese Menschen wissen aber auch, oder zumindest ahnen sie es heute schon, daß sie in der kommenden großen Blütezeit Europas ihr staatliches und völkisches Eigenleben völlig frei gestalten und zu einer bisher vielleicht unvorstellbaren Höhe werden entwickeln können. Dieser kommenden ebenso unabwendbaren wie glücklichen Entwicklung in Europa auf der Erde gegeben hat. Die neue Weltordnung, die sie schaffen wird, wird eine gerechte und beständige sein. 3m Kampf der Jugend gegen das Alter wird und muß zwangsläufig die Jugend siegen und ihre endgültige Freiheit erzwingen. Das politische Fundament, auf dem diese Freiheit erkämpft wird, und ihr Symbol aber wird für alle Zeiten der Dreimächtepakt sein." Nach der Ansprache des Reichsaußenministers sprachen die Vertreter der verbündeten Mächte dem Ministerpräsidenten Bulgariens ihre Glückwünsche zum Beitritt aus. Empfang beim Führer. Der Führer empfing Samstagnachmittag in Gegenwart des Reichsministers des Auswäniaen von Ribbentrop den Königlich Italienischen Minister des Aeußern Graf Ciano zu einer längeren herzlichen Aussprache. Am Samstagmittag gab der Führer im Schloß Belvedere aus Anlaß Der Aufnahme des Königreichs Bulgarien in den Dreimächtepakt in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop einen Empfang, an dem der Königlich Bulgarische Ministerpräsident Dr. Fi los f, der Königlich Italienische Minister des Aeußeren Graf C i a n o, der Kaiserlich Japanische Botschafter Ofhima, der Königlich Bulgarische Gesandte Dragan off, der Königlich Ungarische Gesandte Sztojary, der slowakische Gesandte Cerna k und der Königlich Rumänische Geschäftsträger Gesandter Brabetzianu teilnahmen. Bei dem Empfang waren von deutscher Seite anwesend der Ches des Oberkommandos der Wehrmacht. Generalfeldmarschall Keitel, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsleiter Baldur von S ch i r a ch, der deutsche Botschafter in Rom von Mackensen, Unterstaatssekretär Dr. Gauß, ferner die führenden Mitglieder der Delegation der Regierungen des Dreimächtepakte iderhall in der Oer eli Der geordneten und gerechten Europas herver- Bei. Mit» dem Eincar-Markowitfch wieder in Belgrad. Audienz beim Prinzregenten Paul. Das Echo in 3Rom. Rom, 3. März. (Europapreß.) Der Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt ist am Sonntag sowohl in Artikeln und Meldungen, als auch in Bildern das beherrschende Thema der römischen Presse. Der Beitritt sei kurz nach den Reden des Führers und des Duce erfolgt, schreibt „Lavoro Fascista", und zeige den Beginn der „neuen Jahreszei t". Mit dem Beitritt Bulgariens vervollständige sich die neue Ordnung auf dem Balkan, denn der englische Einfluß sei für immer, also ohne Hoffnung auf Wiederkehr, zunichte gemacht worden. „Popolo di Roma" erblickt denn auch darin das Ende der demokrattschen Einkreisungspolitik im Südasien, Gay da betont InsbefonbtM, damit feien Tokio, 2. März. (Europapreß.) Bulgariens tritt zum Dreimächtepakt von Berlin steht im telpunkt der japanischen Sonntagspresse, die Ereignis größte Bedeutung für die weitere Entwicklung des Krieges beimißt. Das Wiener Ereignis wird als großer Sieg der Achsendiplomatie und als neue Niederlage Londons bezeichnet. Bulgariens Beitritt zum Dreimächtever« Belgrad, 3. März.. (DNB. Funkspruch.) _ jugoslawische Außenminister Cincar-Marko- witsch traf Sonntag vormittag mit seiner Be- neuen, geordneten und gerechten Europas hervertreten. Dieser neuen Ordnung gegenüber empfindet jeder Bulgare eine aufrichtige Sympathie, denn die Ziele dieser Ordnung sind auch die Ziele der bulgarischen Außenpolitik. gleitung wieder in Belgrad ein. Am Bahnhof wurde er vom Chef des Protokolls begrüßt. Im Laufe des Vormittags begab sich der Außenminister zu P r i n 3 r e g e n t Paul auf das Weiße Schloß, wo er in langer Audienz verblieb. „Ein großes Ereignis"*. Sofia, 2. März. (Europapreß.) Das bulgarische halbamtliche Blatt „Vecer" bringt den ersten Kommentar zum Anschluß Bulgariens an den Dreier- Pakt. Unter der Überschrift: „Ein großes Ereignis", erklärt das Blatt u. a.: „Es besteht kein Zweifel darüber, daß die politische Bedeutung Bulgariens mit dem heutigen Tage außerordentlich zuge- nommen hat. Wie der Ministerpräsident Filoff heute in Wien ausführte, hat sich das bulgarische Volk seit jeher in seinen außenpolitischen Bestrebungen von dem Wunsch leiten lassen, in guten Beziehungen und in Frieden mit seinen Nachbarn zu leben. Die Rückkehr der Dobrudscha, die nur der Initiative der großen Führer Deutschlands und Italiens zu danken ist, hat den Glauben an die Gerechtigkeit noch weiter gestärkt. Der Anschluß Bulgariens an den Dreierpatt ist ein weiterer Beweis für den starken Wunsch des bulgarischen Volkes, die internationale Gerechtigkeit verwirklicht zu sehen. Deswegen sieht jeder Vulgare in dem Dreierpakt ein gesundes Mittel zur Festlegung eines dauerhaften Friedens. Deswegen muß der Anschluß Bulgariens an den Dreierpakt überall in Bulgarien mit größter Freude ausgenommen werden. Das bulgarische Volk sieht, wie allmählich die Umrisse eines auch Eden« Bemühungen im Mittelmeer gescheitert. In der britischen Einflußzone blieben nur noch das unglückselige Griechenland und die Türkei. Von der letzteren aber müsse man annehmen, sie sei durch den Nichtangriffspakt mit Bulgarien und durch ihre eigene Einsicht in die letzten politischen Ereignisse neutralisiert worden. Jetzt ständen im Südostraum 36 Millionen Menschen an der Seite der Achse, vom Schwarzen Meer bis fast an den Rand des Mittelmeeres. Auch Jugoslawien sei diesem Block nicht fern.HDiefes Land könne jetzt verstehen, daß nicht nur der Sieg in den Händen der Achse liege, sondern auch, daß dieser Sieg fein Geschick von morgen gestalten könne. Besonders unterstreicht Gayda auch den militärischen Wert Bulgariens, das wenigstens 500 000 beft ausgerüstete Soldaten stellen könne. Daneben bringt, wie „Popolo di Roma" schreibt, Bulgarien — „Der neue Verbündete" — das ganze Gewicht feiner geographischen Lage in das militärische Unternehmen. Der Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt beweise vor allem, schreibt „Messaggero", daß es in Europa keine Völker mehr gebe, die geneigt find, sich für England zu schlagen. „Reue Niederlage Londons."* trag vollende den allgemeinen diplomatischen Rückzug Englands aus dem Balkan, was Englands Verteidigungsfront weitgehend schwächen werde, erklärt „Tokio Nichi Nichi". Wie um Anthony Edens antideutsche Bemühungen im Nahen Osten lächerlich zu machen, trat Bulgarien gerade jetzt dem Dreierpatt bei und ließ sich auch nicht durch die englischen Drohungen, Bulgarien Den Krieg erklären zu wollen, einschüchtern. „Für alle Balkanländer nützlich."* Belgrad, 2. März. (Europapreß.) In größter Aufmachung verzeichnet die gesamte jugoslawische Presse am Sonntag den Beitritt Bulgariens zum Dreierpakt, der — wie zu erwarten war — die Sensation des Tages bildet. Die serbische, ebenso wie die kroatische und slovenische Presse beschäftigt sich in Leitartikeln mit dem Schritt der bulgarischen Regierung. Das der Regierung nahestehende Blatt „V r e • m e" schreibt: „Wenn auch Die Nachricht nicht als große Ueberraschung kommt, so war man doch nicht daraus gefaßt, daß gerade Bulgarien diesen Weg einschlagen würde, wenn dieser auch als einziger mit Den nationalen Interessen des Landes in Einklang steht. Bulgarien hat sich mit dem Beitritt zur Achse zu einem Schritt inWoffew ter in ftta« GeWchk * *e* b* Adolf Hitler." Krieges fördern möge. werden. Berlin, 1. März. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Einzelne Kampfflugzeuge belegten trotz ungünstiger Wetterlage Hafenanlagen und kriegswichtige Ziele an der britischen Südost käste wirksam mit Bomben. Zn Nordafrika wurden drei hafeuanlagen der Lyrenaika sowie Flugzeuge am Boden erfolgreich angegriffen. In der letzten Nacht richteten sich Angriffe einzelner Flugzeuge gegen Rüstungsanlagen in und um London. Der Feind flog in der letzten Nacht mit einer grö- ziehunger der Völker. „Wir Deutschen haben viel zu geben", so präzi- fierte Dr. Goebbels den deutschen Standpunkt, „wollen aber auch viel nehmen. Wir treiben keine Autarkie um der Autarkie willen. Wir müssen als Volk Die Volksabstimmung in Rumänien. Ein vorläufiger Ueberblick. Fahnen erbeutet wurden. In Nordafrika haben unsere Bombenflugzeuge feindliche Kraftwagen südwestlich von Age- dabia erfolgreich angegriffen. In Ostafrika dauert der heftige Druck des Feindes nördlich von M o g a d l f c i o fort, dem von unseren Truppen hartnäckiger Widerstand entgegengesetzt wird. An den übrigen Abschnitten Kampfhandlungen örtlicher Bedeutung. Der Feind hat A s m a r a bom- Künder der deutschen Schaffenskraft. Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet die Leipziger Frühjahrsmesse 16000 BRT. Handelstonnage versenkt. Weitere acht Schiffe schwer beschädigt. Berlin, 2. März. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Kampfflugzeuge der bewaffneten Aufklärung versenkten gestern zwei Handelsschiffe von zusammen 8000 BRT. und beschädigten drei weitere Schiffe schwer. Fernaufklärungsflugzeuge griffen in den späten Abendstunden zwei Geleit zöge vor der schottischen Ostküste an, versenkten ein Handelsschiff von 8000 BRT. und trafen fünf große Schiffe so schwer, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Erfolgreiche Angriffe stärkerer Kampffliegerverbände richteten sich in der Nacht zum 2. März gegen kriegswichtige Ziele In h u l l, La r d i f f, South- ampton und Great Yarmouth sowie gegen Nachtflughäfen in. Ostengland, Hafenanlagen in , Nordschottland und mehrere Häfen an der britischen bardiert, was einige Tote und Verwundete unter der Zivilbevölkerung zur Folge hatte. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. Der italienische Bericht vom Sonntag. R o m, 2. März. (DNB.) Der italienischen Wehrmachtbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut: An der griechischen Front keine starke Bodentätigkeit. Unsere Fllegerverbände haben Truppenlager, verteidlgungsstellen, Versorgungsstühpunkte und Verkehrsstratzen mit Spreng- nnd Splitterbomben belegt. Ein wichtiger Flottenstützpunkt wurde wirksam getroffen. Flugzeuge des deutschen Fliegerkorps haben mit sichtbarem Erfolg den Hafen von La Valetta (Malta) angegriffen. Ls wurde ein groher, mit zwei Kanonen bestückter Brückenkahn versenkt. In O st a f r l k a wurden feindliche Verbände im Abschnitt von Arresa und im Gebiet von Sir- goli, südwestlich von Asosa, in die Flucht geschlagen. M a lt a wirkungsvoll mit Bomben aller Kaliber. In Befestigungsanlagen und Flakstellungen wurden Bombentreffer erzielt, ein Ponton mit zwei Ge- chühen versenkt. Der Feind warf in der letzten Nacht mit stärkeren Kräften an mehreren Stellen Westdeutsch- lands, vor allem im Raum um Köln, Speng- und Brandbomben. An mehreren Orten wurden Wohnhäuser zerstört. Die Schäden an militärischen und wehrwlrtschaftlichen Zielen sind unbedeutend. Unter der Zivilbevölkerung sind eine Anzahl Tote und Verletzte, in der Mehrzahl außerhalb der Luft- schuhräume, zu beklagen. Oer italienische Bericht vom Samstag. Rom, 1.März. (DNB.) Der italienische Wehr- Machtbericht vom Samstag hat folgenden Wortlaut: An der griechischen Front nichts von Bedeutung. Verbände von Bombenflugzeugen haben Truppenansammlungen gründlich mit Splitterbomben und MG.-Feuer belegt. Lin wichtiger feindlicher Flottenstützpunkt wurde bombardiert. 3m Verlaufe heftiger Luftkämpfe wurden neun feindliche Flugzeuge abgeschossen. Vier unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. 3m Aegäifchen Meer hat ein englisches Expeditionskorps, das von Flottenverbänden unterstützt war, am 25. Februar mit starken Kräften die kleine 3nsel Lastelrosso von zehn Quadratkilometer Oberfläche angegriffen, die von einigen Soldaten und Matrosen beseht war und auf der kein Wasserflngstühpnnkt vorhanden ist. Nach voraus- gegangener Bombardierung besetzten die starken für dieses Unternehmen eingesetzten feindlichen Kräfte die 3nsel, nachdem sie die Besatzung überwältigt hatten. Am 28. Februar haben einige unserer Torpedoboote, wirksam unterstützt von unserer Luftwaffe, in Lastelrosso ein Londungskorps ausge- schifft, das die e n g l i s ch e B e s a h u n g in kurzer Zeit vernichtete und uns wieder in den Besitz der 3nsel brachte, wobei Gefangene gemacht und Waffen, Munition und einige englische Das Sanitätskorps. Einen Ueberblick über den Einsatz des Sanitüts- korps gibt Dr. H. Hartmann im „Deutschen Aerzteblatt". Unsere Sanitätsoffiziere genießen eine besondere Fachausbildung, die sich von der des Zivilarztes in manchem unterscheidet. Beiden gemeinsam ist die wissenschaftliche Grundlage. Es kommt beim Sanitätsoffizier darauf an, daß er vieles gleichzeitig und gründlich beherrscht, nicht nur die chirurgische und internistische Seite, sondern auch die hygienischen und orthopädischen Fragen, dazu noch einige Sondergebiete, wie das der Kampfstoffe. Der Weg des Verwundeten vom eigenen Verbandspäckchen über die „Verwundetennester" auf dem Gefechtsfelde zum Truppenverbandplatz, Hauptverbandplatz und Feldlazarett ist in sorgsamer Weise unter die Betreuung des Sanitätskorps gestellt. Die Division verfügt im Normalfall über zwei Sanitätskompanien, ein Feldlazarett und Krankenkraftwagenzüge. Die gleichen Einheiten werden auch allein für Zwecke der Armee aufgestellt. Das Kriegslazarett, eine Einrichtung der Armee, verfügt über alle notwendigen Sonderabteilungen. Es hat nicht nur, wie das Feldlazarett, den Chirurgen, den Internisten und die Möglichkeit zahnärztlicher Versorgung, sondern auch den Ohrenarzt, Augenarzt, Hautarzt und Psychiater. Es liegt weiter hinter der Front und kann auf lange Sicht seine Arbeitspläne durchführen. In den Reserve» l aza retten der Heimat kommt es vor allem darauf an, die Verletzten wieder wehrtauglich zu machen. Falls dies nicht möglich ist, wird die Ein- gliederung in den Arbeitsprozeß erleichtert. Der Staat will ja nicht einfach alle, die im Einsatz für das Volk gesundheitlichen Schaden nahmen, ver- sorgen und in ein Rentnerdasein entlassen, sondern er will ihnen den Weg zu einer nützlichen und sie befriedigenden Tätigkeit öffnen Einen sehr wesentlichen Aufgabenbereich des Sanitätsoffiziers bilden die M u st e r u n g e n , die gründliche Kenntnisse erfordern. Er muß weiter die allgemeinen Grundlagen der Wehrhygiene beherrschen. 240000 BRT. Handelsschiffsraum im Februar vernichtet. Außerdem 62 feindliche Handelsschiffe durch Bomben schwer beschädigt. Bukarest, 3. März. (Europapreß-Fernspruch.) Die Volksabstimmung dehnte sich, da man keine Listen über die Zahl der Stimmberechtigten hatte und die Abstimmenden nach den Anfangsbuchstaben der Namen ü-ber die einzelnen Abstimmungslokale verteilt worden waren, erheblich länger als erwartet aus. An manchen Stellen wurde noch um 23 Uhr abgestimmt. Dabei zeigte sich, daß die Staatsbürger mit Namen aus der ersten Alphabethälfte erheblich zahlreicher sind, als die der zweiten. In Kronstadt mußte sogar die Abstimmung auf Montag vertagt werden. In den späten Abendstunden lagen folgende Ergebnisse vor: Abgegebene Stimmen 1 164 600. I a - Stimmen 1 163 045, Nein- Stimmen 1555. Dieses Ergebnis dürfte schätzungsweise zwei Drittel aller abgegebenen Stimmen umfassen. In B u k a r e st hatten in 57 von 93 Abstimmungslokalen 135588 mit Ja und nur 166 mit Nein abgestimmt. Der Anteil der Nein-Stimmen beträgt also in Bukarest, wie auch im übrigen Land, nur 1/iooo. Nach den bisherigen Teilergebnissen gibt es viele Kreise, in denen überhaupt nur Ja-Stimmen abgegeben wurden. Das endgültige Ergebnis ist erst am Mittwoch oder Donnerstag zu erwarten, da in einer großen Anzahl von Landbezirken erst am Montag, Dienstag oder Mittwoch abgestimmt wird. v^deutendsten verzeichnet werden wird. Weder der! Besuch des amerikanischen Obersten Donovan, noch andere Besuche konnten den Lauf der Ereignisse beeinflussen, weil Bulgarien begriff, daß es sich nicht um ein veränderliches diplomatisches Spiel, sondern um den Aufbau einer neuen Welt handelt. Demnach übernahm Bulgarien eine Rolle, die nicht nur ihm, sondern auch für alle übrigen Balkanländer nützlich sein wird. »Liquidierung der Vergangenheit." Budapest, 2. März. (Europapreß.) Zu den entscheidenden Ereignissen des Wochenendes äußern sich sämtliche Sonntagsblätter Budapests in dem Sinne, in dem Beitritt Bulgariens zum Dreimächte- vakt erblicke die ungarische Öffentlichkeit ein Zeichen dafür, daß sich die Lage auf dem Balkan allmählich | kläre, und daß auch in diesem Teil Europas die Einheit zusammengeschweißt werde, die zurLiqidierungderVergangenheit und zur endgültigen Vernichtung des Mächtesystems der Vergangenheit notwendig sei. Der „Pester Lloyd", der seinen Leitartikel der Rolle Bulgariens im Dreimächte-System widmet, meint, Bulgariens Platz befinde sich an der Seite der Achsenmächte, weil auch die Bulgaren die Verwirklichung einer Ordnung oer Gerechtigkeit und der Achtung der Lebensrechte aller Nationen von der aufbauenden Tätigkeit der Achse erwarteten. „Petter Lloyd" sieht Folgen voraus, oie für die europäische Gegenwart und Zukunft von größter Bedeutung sind. »Für England ein schwerer Schlag!" Paris, 2. März. (Europapreß.) Der Beitritt Regime, das wie das nationalsozialistische falsch, dumm, kurzsichtig und verächtlich sei, trotzdem auf allen Gebieten von Erfolg zu Erfolg schreitet. Wenn eine Theorie so von der Praxis widerlegt wird, dann gerät auf lange Sicht gesehen die Theorie der Praxis gegenüber immer mehr in den Geruch der Lächerlichkeit, bis sie dann endgültig das Feld räumen muß." Den kommenden militärischen Operationen müsse es überlassen bleiben, ein Uebriges zu tun und endgültig die Wege zur Neuordnung auch der wirtschaftlichen Beziehungen der Völker untereinander freizulegen. Der Führer, der heute das deutsche Volk in seinen schwersten Schicksalskampf führe, werde auch noch die letzten Reste europafeindlicher Mächte zu Boden werfen und damit seinem Volke und der Welt den helßersehnten Frieden geben. Für dieses Hochziel kämpfe die Front und arbeite die Heimat. Einen wertvollen Beitrag dazu liefere auch die diesjährige Reichsmesse Leipzig, Frühjahr 1941, die Reichsminister Dr. Goebbels darauf mit den besten Wünschen für einen erfolgreichen Verlauf für eröffnet erklärte. Oer Gruß des Führers. Berlin, 2. März. (DNB.) Der Führer hat zur (Eröffnung der diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse dem Leipziger Messeamt nachstehendes Grußtelegramm übersandt: „Der heute eröffneten Frühjahrsmesse 1941 wünsche ich, daß sie ebenso wie die vorjährige Reichsmesse Leipzig dem Auslande unsere wirtschaftliche Stärke zeigen und dem Güteraustausch aller an ihr beteiligten Nationen dienen und es unseren Außenhandel auch während des entscheidende Schlüsselstellung erobert. »Kein einziger Fleck in Europa für England." Madrid, 2. März. (DNB.) Auch die spanische Presse verzeichnet in größter Aufmachung den Pakt-1 beitritt Bulgariens, oer als ein großer Sieg der Achsendiplomatie bezeichnet wird. Die Falange-Zei- hing „Arriba" stellt unter der Ueberschrift „Sieg der Achse auf dem Balkan" fest, daß das Hin und Her auf dem Balkan nunmehr abgeschlossen sei. Die Tatsache, daß die bulgarische Politik das Unrecht von 1918 nicht vergessen konnte, hat nunmehr zu der eklatanten Niederlage Englands und dem gewaltigen Sieg der Achsendiplomatie geführt. Die gegenwärtige günstige diplomatische Lage in Südosteuropa lasse auf baldige militärische Aktionen der Achsenmächte schließen. Es bleibe, ausgenommen von Griechenland, kern einziger Fleck in Europa mehr übrig, wo England irgendwie Fuß fassen könne. »Die große Tlachycht von heute." Süd- und Südostküste. Deutsche Kampfflugzeuge belegten kriegswichtige ziele im Hafen La Valetta aus der Insel| Bulgariens zum Dreimächtepakt wird, wie überall, auch in Paris als eine entscheidende Etappe bei der Neuregelung Europas und als das Vorspiel, . — baldig einsetzender weiterer Ereignisse aufgefaßt. So leben. Wo die Welt uns die Möglichkeiten dazu zu schreibt u. a. „Paris Midi", die Rückwirkung des nehmen versucht, sind wir gezwungen, uns selbst zu Schrittes Bulgariens würde nicht lange auf sich helfen. Aber eben deshalb auch find wir jederzeit warten lassen. Er sei für England ein schwe- und gern bereit, mit jedem anderen Lande wirtschaft- rer Schlag und für Deutschland die fast vollstän- liche Beziehungen aufzunehmen und zu pflegen, das dige Sicherheit, daß es jede ernsthafte Gefahr im sich mit uns auf der Basis des Grundsatzes ,Gib Nahen Osten ausgeschaltet habe. und nimm' einigen will." Auch die übrigen Blätter sehen, wie besonders die Deutschland, so betonte Dr. Goebbels, wolle leben, Zeitung „Les Nouveaux Temps" es tut, in der aber auch leben lassen. Es bediene sich dabei einer Kundgebung Bulgariens einen Schlag für die Poli- neuen Verfahrensweise, da die alte sich als unzu- tik Englands auf dem Balkan und eine blitzartige länglich erwiesen habe. Sie habe zur Katastrophe Antwort auf die Reise Edens nach dem europäischen des Weltkrieges geführt, die Volker danach von einer Osten. Krise in die andere gestoßen, und sie habe letzt , wiederum die Weltmächte vor die militärische Be° ,öer erste politische Steg I währungsprobe gestellt. Eine solche Ordnung könne in btt -* nicht gut sein. Sie müsse durch eine neue bessere in Per ersetzt werden. Wir, die wir unter der alten Ordnung Kopenhagen, 2. März. (DNB.) Die Kopen- am meisten zu leiden gehabt hätten, seien nun dazu Hagener Blätter berichten in großer Aufmachung berufen, gangbare Wege zu weifen. und an erster Stelle über Bulgariens Anschluß an Die deutsche Kriegswirtschaft zeige eindringlich, den Dreimächtepakt. „National Tidende" schreibt, wie die neue Verfahrensweise funktioniere. Auch im daß Bulgariens Eingliederung in den Dreimächte- zweiten Krieasjahr laufe die deutsche Wirtkreis als einer der größten Siege der deutschen schäft aus höchsten Touren. Die deutsche Politik angesehen werde, oder anders ausgedrückt, Kriegsproduktion sei für jedes kommende Ereignis als der erste große politische Sieg in der vollkommen gerüstet, und die Reichsmesse Leipzig, Frühjahrsoffensive gegen Großbritannien, Frühjahr 1941, liefere den Beweis, daß die deutsche das im vergangenen Frühjahr von seinen Verbin- Exportindustrie sogar ungezählten Wünschen der düngen nach Norden und nun in diesem Jahr von mit uns in Wirtschaftsbeziehungen stehenden Natio- seinen Verbindungen mit dem Südostraum abge- nen Rechnung tragen könne. England dagegen sei schnitten wurde. Der Berliner Korrespondent von gerade erst so weit, daß es durch völlig unzuläng- „Polstiken" schreibt, mit Bulgariens Anschluß an liche Mittel die Gründe der offenbaren Mißstände den Dreimächtepakt haben die Achsenmächte eine m seiner Kriegswirtschaft festzustellen suche. Eindrucksvolle Zahlen. Leipzig, 3. März. (DNB.) Auf dem traditio- nellen Presseabend zur Reichsmesse Leipzia gab der Präsident des Reichsmesseamtes einen Ueberblick über das hohe Ausmaß, in dem sich die Reichsmesse in den Dienst der deutschen Ausfuhr sowie der Ausfuhrförderung der an ihr beteiligten Nationen gestellt hat. Er wies besonders darauf hin, daß die Beteiligung an der Messe eine Qualitätsauslese bedeute. Trotzdem habe sich die Zahl der Aussteller ständig erhöht. Gegenüber der Frühjahrsmesse des vorigen Jahres sei eine weitere Zunahme zu verzeichnen. Während sich an der ersten Kriegsmesse 6115 Aussteller beteiligten, sei diese Zahl jetzt auf 6865 Aussteller gestiegen. Die Zahl der ausländischen Aussteller sei von der Frühjahrsmesse 1940 mit 374 auf diesmal 657 gestiegen. Die Zahl der ausländischen Einkäufer, die zur vorigen Frühjahrsmesse 4478, zur Herbstmesse 4641 betrug, sei auf über 9000 gestiegen. Die Zahl der Einkäufer aus allen deutschen Gauen hat bereits jetzt die Zahl von 100 000 bei weitem überschritten. Leipzig, 2.März. (DNB.) Im Rahmen einer eindrucksvollen Feierstunde im großen Saale des Gewandhauses wurde heute die Reichsmefse Leipzig im Frühjahr 1941 mit einer Ansprache von Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet. Mit zahlreichen Ehrengästen aus Staat, Partei und Wehrmacht waren u. a. auch viele Ehrengäste aus dem Auslande zugegen. Reichsminister Or. Goebbels nahm in feiner Rede zunächst in grundsätzlichen Ausführungen zu den aktuellen Problemen Stellung, die in diesen Wochen die Völker besonders bewegen, während die ganze Welt mit Spannung auf die weitere Entwicklung des militärischen Dramas wartet. Die Londoner Plutokratie versuche vergebens, Iso führte er aus, die klare Frontstellung der kriegführenden Mächte durch Schlagworte einzunebeln. Um weiter leben zu können, müßten wir der Unvernunft und dem Widersinn in der politischen und wirtschaftlichen Führung Europas ein Ende machen. Ein missionarischer Ehrgeiz liege uns dabei gänzlich fern: es gehe uns lediglich um das Leben unsere s Volkes. Aus dieser Einstellung heraus fanden wir auch den realsten Ausgangspunkt für eine Reform der zwischenstaatlichen Wirtschaftsbe- Rückgrat unserer Wirtschaftskraft im Frieden wie im Kriege sei dabei der deutsche Qualitätsarbeiter, verkörpert im deutschen Facharbeiter und im deut« chen Forscher und durch systematische Schulung und Pflege bis zu einem früher unvorstellbaren Höchst- tanb emporentwickelt. Sv sei es verständlich, daß die Welt gerade auch im Kriege mit dem deutschen Erzeugnis den Begriff der Qualität verbinde. Der Führer habe dem ganzen deutschen Volk bereits ein großes Friedensziel gegeben: Das Reich solle der erste Sozial staat der Erde werden. Das Programm enthalte vor allem den Plan einer großzügig organisierten Altersversorgung und das Projekt eines gigantischen Woh° nungsbauprogramms. Jedermann wisse, daß der deutsche Sieg die Voraussetzung für die Verwirklichung dieser großen Projekte sei, und deshalb stelle dieser Krieg für die ganze deutsche Nation einen Volkskrieg in des Wortes bester Bedeutung dar. Im zweiten Teil feiner Rede gab Dr. Goebbels eine Charakterisierung des deutschen Messe- und Ausstellungswesens in seiner volkswirtschaftlichen, nationalen und internationalen Bedeutung. Die Reichsmesse Leipzig als die alleinige Messe für umfassende Förderung des deutschen Außenhandels in allen Teilen der Welt habe ein Anrecht auf weitere Festigung und Wahrung ihrer Belange. In Ergänzung der Leipziger Messen hätten die Messen Wien, Köln, Breslau und Königsberg wichtige Spezialaufgaben im Sinne regionaler Veranstaltungen zu erfüllen, innerhalb des durch die Standorte beherrschten Wirtschaftsraumes seien sie von großer Bedeutung. Darüber hinaus gebe ihnen die spezielle Pflege der Handelsbeziehungen mit den ihnen geographisch und geopolitisch günstig angrenzenden Ländern internationales Gepräge. Messen und Ausstellungen seien Künder des Ge- staltungs» und Schöpfungswillens und der realen Leistungen der Völker, unwiderlegbare Zeugen des kulturellen und wirtschaftlichen Hochstandes und Lebens der Nationen. Der Ordnung des innerdeutschen Gebietes werde eine Ordnung der europäischen Belange folgen, im Interesse und zum Schutz der Beziehungen der europäischen Nationen untereinander. Für die Zukunft werde auch im internationalen Messewesen eine Ordnung herbeigeführt werden müssen, die allen Bedürfnissen Rechnung trage. Die Vorarbeiten hierzu seien bereits in Angriff genommen. Dr. Goebbels wandte sich dann der Reichsmesse Leipzig, Frühjahr 1941, zu, die alles in sich vereinige, was das Reich in seiner weiten Ausdehnung an wirtschaftlicher Kraft und Initiative auch noch und gerade im Kriege hervorzubringen ver- möge. „Wie muß es um die innere Kraft eines Volkes bestellt sein, welche unausgeschöpften Reserven müssen ihm noch zur Verfügung stehen", so erklärte Dr. Goebbels, „wenn es sich mitten im Kriege zu solchen Leistungen, die selbst im Frieden höchster Bewunderung wert wären, emporschwingt! Ich weiß nicht, wie die Londoner Lügenpropaganda auf die Dauer der Welt klarmachen will, daß ein Lissabon, 2. März. (DNB.) Der Beitritt Bulgariens zum Dreierpakt findet in Portugal größte Beachtung. Die <5onntag53e^ngen iAnzahl von Flugzeugen in die Deutsche toll/ und die Re^e des ■Rcid)5QU^6nin'n f mtmi(ip und Brand- Ribbentrop. Als erste Lissaboner Zeitung kommen- Nordwestdeutschlands wenige Spreng und Drand tiert die „El Voz" das Ereignis und schreibt: „Die bomben. Ls entstand nur geringer Gebäudeschaden, große Nachrichtvon heute ist der Anschluß Nachtjäger und Marineartillerie schossen je ein Bulgariens an die Achse auf dem Wege über den feindliches Kampfflugzeug ab. $reimäd)tepaft. lieber seine Bedeutung braucht firiegsmarlne und Luftwaffe führten den h a n - mt; n mjtti «t: >->»-!,- * Diplomatie bar. Dies um so mehr, als feststeht, bruar mit ganz besonderem (Erfolg. Der 5 e i n d daß der englische Gesandte in Sofia bis zum letzten verlor in diesem Monat insgesamt Augenblick alle Trümpfe spielen ließ und sogar der 17 4 0 0 0 0 BRT. Handelsschiffsraum. An Leiter des Foreign Office sich dort in eigener Per- dem (Erfolg ist die Kriegsmarine mit 550 000 BRT. fon beyiühte, die Interessen und das Ansehen Groß- un& die Luftwaffe mit 190 000 BRT. beteiligt, britanniens zu retten." 67 feindliche Handelsschiffe wurden außerdem durch Bombenangriffe schwer beschädigt. Mit dem Verlust eines Teiles auch dieser Schiffe kann gerechnet Niederlage 780A Das ist der richtige Weg, der Sie befreit von Verwenden Sie auch „Eidechse" 'ufjcreme und Fufjbad rasdi, sicher, schmerzlos durch ßibne'cie *Poll Marktstraße 28 Mietgesuche elf Aus aller (Statt Karten sucht 0757 Verlobte 1096 D 2 | Empfehlungen Gießen, Robheimer Str. 29 (z. Z. Bösdorf 50, Kr. Neisse O./Schl.) Ael 0759 Pflichljahr-Mäöiieü gesucht. 1088D Aeppenheim, den 27. Februar 1941 1Pro«p.d.Chem.L&b. i SghneidecWiesbadenj Brüh!'sehe Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 * wird Ihnen * 1 sicher munden 1 Geschmackvoll Vornehm Persönlich Wolf.üdo 28, 2.1941 Martha Münch, geb. Bernhardt Negierungsrat Rolf Münch ÄalbWevonz»» 29 ». 6. erhalten Sie bei wie-erholten floh eebmeo einer smdN Unsere Waltraud hat ein Brüderchen bekommen. 3n stolzer Freude Unsere Hannelore hat ein Brüderchen bekommen. In dankbarer Freude /2iau.n ohne Liesel Wilde, geb. 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Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.6 VeranslaltoDosring der Hilierjugend Die heutige Vorstellung „Der Bibervelz" beginnt um 18.30 Uhr. Die Einheiten, die ihre Karten noch nicht abgeyolt haben, erhalten diese heute von 16-18 Uhr auf der Verwaltungsstelle. Auch ein- Oieee 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache oietet ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten schnell und zu mäßigen Preisen | Vermietungen"] KieineWohnung an einzelne Person ab 1. Avril zu vermieten. Schr. Ang. unt. 6758 a. d. G. A. 9 Anm Schwarz Alfons Baumgartner Zwangsversteigerung. Dienstags den 4. März 1941, versteigere ich zwangsweise gegen sofortige Barzahlung: moD 1. Um 14 Uhr: Walltorstraße 24 Jung. Ehepaar sucht Küche und ein Schlafzimmer evtl, möbliert in Gießen od. Umgebung. Schriftl. Angeb. unt. 0753 an d. Gieß. Aus. Bekanntmachung. Zusahkarlen für Schwer- und Schwerslarbeiler sowie Zulagekarten für Lang- und Bachlarbeiler werden von Dienstag, dem 4., bis Freitag,dem 7. März 1941, in der Zeit von 8 bis 12 Uhr und 14.30 bis 17.30 Uhr gegen Vorlage der vorgeschriebenen Bescheinigung im Licbigbau, Zimmer 14, ausgegeben. Bei verspäteter Abholung wird eine Ordnungsgebühr von 1,— BIN. erhoben. 1087D Gießen, den 1. INärz 1941. Der Oberbürgermeister der Stabt Gießen. Lrnährungsaml Abt. 8. Junge Hilfsarbeiter UNd Hilfsarbeiterin mit Stoffbezug u. 1 Schreibtisch. Die Versteig, findet bestimmt statt. Tckarmann, Gerichtsvollz., Gießen Telefon 3108, Wiesenstrabe 2. mit DIBLOMA - CREME Topf Mk. 1.80 Nur erhältlich: *Doll Marktstraße 28 _____________________________995 A. Laborant (in) oder Chemotechniker (in) der (die) selbständig zu arbeiten gewohnt ist und sich mit guter Auffassungsgabe rasch auf verschiedenen Gebieten einarbeiten kann, gesucht. Glasbläserische Kenntnisse erwünscht, aber nicht Bedingung. Handschriftliche Bewerbung mit Lichtbild, Lebenslauf und Zeugnisabschriften an Arthur Pfeiffer, Wetzlar Fabrik physikalischer Apparate. 1091 D Industrieprodukte sowie durch Strom selbst als „kohle-exportierendes" Land auftreten können. Der Ausbau der gesamten norwegischen Kräfte ergibt bei richtiger Ausnutzung eine Energiemenge, die dem heutigen gesamten Stromverbrauch Großdeutschlands etwa gleichkommt. 52 neue Bildstellen geplant. Die Geschehnisse des Jahres 1940 in Europa boten mehr denn je Gelegenheit zur Bildberichterstattung auf bildtelegraphischem Wege. In keinem anderen Land bedient man sich aber der Bildtelegraobie auch in so ausgiebigem Maße für private Zwecke. Trotz der durch den Krieg bedingten Beschränkungen setzte die Reichspost im vergangenen Jahr den Ausbau des Dildtelegraphen- netzes fort. Sieben weitere Bild st eilen wurden eröffnet, in Hannover, Dresden, Reichenberg, Düsseldorf, Innsbruck, Graz und Klagenfurt. Die Zahl der öffenllichen Bildstellen erhöhte sich damit auf 19, weiter 39 Bildstellen sollen im Altreich, zwei in der Ostmark, eine im Sudetengau, eine im Protektorat, sechs in den Ostgebieten, zwei im Generalgouvernement und eine im Elsaß geschaffen werden, zusammen 52 neue Bildstellen. abschnitte Fleisch und Fleischwaren besorgen, die er dann — vornehmlich in Gastwirtschaften — zu überhöhten Preisen weiterverkaufte. I., dem nicht nachgewiesen werden konnte, daß er die Herkunft der Marken gekannt hat, der jedoch 40 Rpf. je Yi kg aufschlug, kam wegen Ueberschreitung der Höchstpreise mit drei Monaten Gefängnis und 150 RM. Geldstrafe davon. Lagerhall, der die Vertrauensstellung bei der Verteilung der Lebensmittelkarten skrupellos zu seinem persönlichen Vorteil mißbraucht hatte, wurde vom Sondergericht zusechsJahren Zuchthaus verurteilt. Gegen eine große Zahl seiner früheren Abnehmer schweben Strafverfahren. Sicherungsverwahrung für rückfälligen Betrüger. Eine allzu Vertrauensselige hatte dem 41 Jahre alten Franz Ianuczak, der nach vielen Vorstrafen wieder einmal auf der Anklagebank einer Berliner Strafkammer saß, gegen das Versprechen einer baldigen Heirat nach und nach 4 0 0 0 R M. aus« gehändigt. Statt sich davon eine eigene Existenz aufzubauen und zu diesem Zweck einen Kraftwagen anzuschaffen, wie er es versprochen hatte, verjubelte Ianuczak das Geld in leichtfertiger Gesellschaft. Das war umso weniger verständlich, als er trotz seiner zahlreichen Vorstrafen im Oktober 1939 eine Stellung als Bademeister und damit die Möglichkeit zur Rückkehr in geordnete Verhältnisse gefunden hatte. Während die Zeugin ihre Leichtgläubigkeit mit dem Verlust ihrer 4000 RM. büßen mußte, brachte diese letzte rechtlich als R ü ckfallbetrug zu wertende Straftat dem Angeklagten drei Jahr Zeuchthaus 4000 RM. Geldstrafe, fünf Jahre Ehrverlust und — was das entscheidendste ist — die Sicherungsverwahrung ein. Der vergrabene Goldschatz. Ein bejahrter Rostocker, der seinen beiden Söhnen ein gutgehendes Geschäft mit einem Monatseinkommen von mehr als 2000 RM. hinterließ, teilte seinen Erben als letztes Geheimnis noch mit, daß er selbst für den Fall Vorsorge getroffen habe, „wenn einmal ganz schlechte Zeiten kämen". Im Keller des Hauses, das die beiden Brüder gemeinschaftlich mit ihren Familien bewohnten, liege in einem Kasten ein Gold- und Silberschatz im Werte von 6000 RM. Zwei Jahre nach dem Ableben des Vaters folgte ihm einer der Söhne in den Tod. Der überlebende Bruder konnte sich mit feiner Schwägerin Nicht gut verstehen, und nun kam es wiederholt zu Zwistigkeiten. Da erinnerte sich die Schwägerin des Goldschatzes im Keller, grub ihn aus und nahm ihren Anteil an sich. Die andere Hälfte versteckte sie in einer dem Schwager gehörenden Kiste. Wegen der Verwertung der alten Gold- und Silberstücke wurden nun große Familienkonferenzen abgehalten, und es blieb beim guten Vorsatz, das Gold bei einer öffentlichen Sammlung in die Büchsen zu stecken. Inzwischen erfuhr die Po- Ein felffamer Betrugsfall. Ein ungewöhnlicher Prozeß beschäftigte die Strafkammer des Landgerichts Wuppertal Der langjährige Leiter eines bedeutenden Werks der Solinger Stahlwarenindustrie und heutiger Besitzer eines größeren Unternehmens in Frankfurt a. M. war des Fahrkartenbetrugs angeklagt. In den letzten Jahren versteuerte er ein jährliches Einkommen von rund 140 000 RM. Rach der Uebernahme des Frankfurter Werkes waren häufigere Fahrten Zwischen Solingen, seinem Wohnort, und Frankfurt notwendig geworden. Diese Fahrten sollen zum Teil mit ungültigen alten Fahrkarten und sogar mit Bahnsteigkarten ausgeführt worden sein. Im vergangenen Jahr hatte.sich der Angeklagte bereits einmal in Frankfurt a. M. zu verantworten und wurde damals wegen Betrugs in einem Falle zu einer Geldstrafe von 2000 RM. verurteilt. Der Wuppertaler Verhandlung lagen zwei Vorgänge zugrunde, die sich Ende 1939 und Anfang 1940 im Solinger Hauptbahnhof abgespielt haben. Am 22. Dezember 1939 gab der Angeklagte abends nach der Ankunft eines Zuges eine Bahnsteigkarte ab, die dem Bahnsteigschaffner sofort auffiel, weil die Karte frühmorgens entwer- t e t und nicht anzunehmen war, daß der Besitzer der Karte sich volle zwölf Stunden auf dem Bahnsteig aufgehalten hatte. Es stellte sich heraus, daß die Bahnsteigkarte schon über einen Monat alt war. Sie wurde beiseite gelegt, da man dem hochgeachteten Mann eine betrügerische Absicht nicht zutraute. Anfang Februar 1940 wiederholte "sich der gleiche Vorgang bei dem gleichen Beamten. Der Beamte machte den Fahrgast auf die Ungültigkeit der Bahnsteigkarte aufmerksam. Dieser entschuldigte sich, suchte in seinen Taschen und überreichte eine Fahrkarte zweiter Klasse, die später ebenfalls als längst verfallen festgestellt wurde. Der Beschuldigte erklärte die Vorfälle durch seine große Zerstreutheit. Er habe die Ausweise für in Ordnung gehalten, da man ihn nicht auf deren Ungültigkeit besonders hingewiesen habe: sonst hätte er bestimmt die richtigen Fahrtausweise abgegeben. Er habe eine größere Anzahl Fahrkarten und Bahnsteigkarten oftmals in der Tasche gehabt, um sie seinem Enkel zum Eisenbahnspielen zu verwahren. Einen vorsätzlichen Betrug bestritt der Angeklagte enffchieden. Die Strafkammer verurteilte ihn jedoch wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 4000 Reichsmark. Zuchthaus für karkenschiebungen. Der 38 Jahre alte Gunnar G a g e r h a l l hatte seit November 1939 bei einer Berliner Kartenstelle den Umtausch von Normalkarten in Reisemarken zu besorgen. Schon nach wenigen Monaten begann er, sich Abschnitte von Normalkarten anzueignen, statt fid zu entwerten. Zum Teil ließ Lagerhall sich durch den Mitangeklagten Georg I. für die Karten- Dissertationen liefert Brühl’sche Druckerei Ortsansässige kräftige, jüngere Putzfrau möglichst ganztägig für Dauerstellung gesucht. io»2D VeterinÄrhygrienisches und Tierseuchen-Institut der .Landes - UniGieße», Gießen, im März 1941 Hillebrandstraße 2 z. Z. Im Felde Erschließung der neuen Gebiete für die Jugend. In dem neuen Hauptamt V der Reichsjugend- l führung, in dtzrn unter der Leitung von Oberge- ' bietsführer Rodatz alle Baumaßnahmen der HI. । gesteuert werden, sind gegenwärtig die Planer am : Werk, um den neuen Osten und die eingegliederten West bezirke auch mit einem dichten Netz von Jugendherbergen als Stützpunkte einer Fahrten- und Wanderbewegung der Jugend zu überziehen. Bestanden bei Kriegsausbruch rund 2000 Jugendherbergen, die im letzten Friedensjahr eine Uebernachtungsziffer von rund 9,3 Mill, aufwiesen, so geht der Bedarf um ein Vielfaches über bijje Zahlen hinaus. Es ist das Ziel der Reichs- jugendführung, eine Uebernachtungsziffer von 100 Millionen im Jahre in den Jugendherbergen zu ermöglichen. Die vielen neuen Jugendherbergen, die hierfür erforderlich sind, werden aus der Gemeinschaftsarbeit der Mitglieder des Deutschen Jugendherbergsverbandes, der Eltern, Partei (HI.) und Staat, enfftehen. Dank der Initiative des Gauleiters Forster entstand im befreiten Danzig die dem Danziger Seehelden der Hansezeit gewidmete „Paul-Beneke-Jugendherberge", die nach der Adolf- Hitler-Jugendherberge in Berchtesgaden die größte deutsche Jugendherberge überhaupt ist. Sie enthält 1200 Betten und 12 Tagesräume. Es ist nun weiter vorgesehen, der Jugend einige neue Wanderwege zu geben, auf denen sie die jüngsten Reichs/ aebiete durchdringen und erwandern kann. An diesen Wanderwegen wird eine Kette von Jugendherbergen entstehen. Ein solcher Wanderweg wird von Wien über das oberschlesische Industriegebiet nach Posen und von dort nach Danzig und Gotenhafen ans Meer führen. Ein anderer wird von Berlin über Posen in den neuen Osten gehen, wieder ein anderer von Wien über Iglau nach Oberschlesien. Abstecher ins Generalgouvernement werden die Hohe Tatra und die Beskiden für die Jugend auftun. Hierbei ist eine Jugendherberge in dem Wintersportort Zakopane geplant. Insgesamt sind für den AHarthegau 26, für den Gau Danzig-Westpreu- ßen vorerst rund 20 neue Jugendherbergen vorgesehen. Den Mittelpunkt bildet dabei die in Posen vorgesehene Jugendherberge, die etwa 500 Betten enthalten soll. In Thorn wird eine Kopernikus- Jugendherberge entstehen, die ihrem Namen durch den Einbau eines kleinen Observatoriums gerecht werden soll. Zuerst werden die Jugendherbergen B r o m b e r g, Thorn und G o t e n h a f e n fertiggestellt werden. Als Zwischenlösung sind in verschiedenen Orten des neuen Ostens vorläufige Unterbringungsmöglichkeiten für die wandernde Jugend entstanden. Für die heimgekehrten Westgebiete sind vor allem die geplanten Jugendherbergen tn Strmßburg und Metz zu erwähnen. In Luxemburg werden die Jugendherbergen des früheren luxemburgischen Jugendherbergsverbandes ausgebaut werden. Die neuen Gebiete werden der Jugend ferner durch besondere Wander- führ er nahegebracht werden, in denen eine geschichtliche, wirtschaftliche und kulturelle Darstellung dieser Gebiete erfolgt. Hand in Hand mit alledem geht der Ausbau der HI.-Heime, eine Arbeit, die sich der besonderen Förderung der Gemeinden erfreut. Während des Krieges freilich hat das Iugendwandern mit Benutzung der Jugendherbergen kaum stattfinden können. Die Jugendherbergen dienen kriegswichtigen Zwecken, vorwiegend als Lazarette und Erholungsstätten. Die Schuljugend sammelt Kräuter. Der Reichserziehungsminister gibt Vereinbarungen mit dem Reichsjugendführer über eine Neuregelung der Heil- und Teekräuter-- fammlung im Jahre 1941 bekannt. Das Ziel ist, den Erfolg dieser Sammelmaßnahmen noch weiter zu steigern. Die Hitler-Jugend ist allein zuständig für die Ernte an Lindenblüten, an Kastani en, und an drei verschiedenen Tee- und Heilkräutern, für deren Sammlung keine besonderen botanischen Fachkenntnisse erforderlich sind. Die Schule ist allein zuständig für die Sammlung aller übrigen Heil-- und Teekräuter. Die Sammlung erfolgt künftig durch olle Schulen, auch die höheren und Mittelschulen.__, zelue Ringmitglieder können ihre Karten zur selben ffeit abholen. nter. Ehepaar Norwegen wird Strom nach Mitteleuropa ausführen. Unter dem Vorsitz des Reichskommissars für die besetzten norwegischen Gebiete ist eine deutsch-norwegische Arbeitsgemeinschaft für den Elektrizitätsausbau Norwegens gegründet worden. Norwegen, das Land günstigster Wasserkräfte, hat bisher erst rund ein Achtel der insgesamt vorhandenen ausbau- würdigen Wasserläufe ausgebaut. Das mit der Gesamtleistung erzeugbare Arbeitsvermögen beträgt etwa Vs bis Ve der in Europa überhaupt möglichen Krafterzeugung auf der Grundlage der bisher in diesem Erdteil als ausbauwürdig untersuchten Wasserläufe. Die noch ungeputzten Wasserkräfte von rund 10 Millionen Kilowatt sollen herangezogen werden zur Erweiterung der allgemeinen Stromversorgung und Erschließung noch unversorgter Gebiete, zur Umstellung der Eisenbahnen auf elektrischen Betrieb, zur Energieversorgung neuer Industrien und zur Kraftausfuhr nach dem mitteleuropäischen Industriegebiet. Norwegen wird in der Lage sein, in Zukunft weitgehend auf Kohlen- einftchr zu verzichten und durch Ausfuhr der auf der elektrischen Energie als Rohstoff basierenden Stellenangebote| Hilfe im Haushalt, 2 Stunden vorm., gesucht 0755 Bergitrake 9 v. lizei von dem geheimnisvollen Schatz, und die beiden Goldbesitzer hatten sich nun wegen Devisenver. gehens vor dem Schöffengericht in Rostock zu verantworten. Karl B. erhielt drei Monate Gefangne und 5000 RM. Geldstrafe und Berta B. sechs Monate Gefängnis und die gleiche Geldstrafe. Außer- । dem wurde das gehamsterte Goldgeld beschlagnahmt. > Delphine in der IKaas. Zum erstenmal seit Menschengedenken befinden sich drei echte Delphine in der Maas, die von der See her flußaufwärts geschwommen sind und schließlich in den Schleusenanlagen bei Lith ein un- ; überwindliches Hindernis fanden. Die Riesentiere, die eine Länge von 6 m und einen Durchmesser von 1 m aufweisen, haben sich bisher gegen alle Fang- versuche erfolgreich gewehrt; denn jedesmal schlugen sie mit ihren schweren Schwänzen 2 m große Löcher in die Zugnetze und entkamen so. Täglich beobachten Hunderte von Menschen die Tiere von den Ufern der Maas aus. In Fischerkreisen hofft man, daß die Seeungetüme bald wieder in ihr eigentliches Element zurückkehren werden, da jedes von ihnen täglich etwa 50 kg Fische verspeist und so den Fischbeständen erheblichen Schaden zufügen. Neuentdeckle Bilder Ferdinand von Rayskis. Das bisher bekannte Werk der aus Pegau (Sachsen) stammenden bedeutenden Malers Ferdinand v Rayskis (1806—1890) konnte durch die Forschungsarbeit einer Hamburger Kunsthistorikerin, Frl. Dr. Maräuschlein Walter, ganz wesentlich erweitert werden. Es wurden von ihr nicht weniger als 34 Gemälde, 64 Zeichnungen, 9 Aquarelle, 4 Miniaturen und 2 Skizzenbücher neu aufgefunden. Der größte Teil dieser Neuentdeckungen wird erstmalig in einem von Fräulein Dr. Walter verfaßten, mit Abbildungen und farbigen Tafeln reich geschmückten. Werk über Leben und Schaffen des Künstters veröffentlicht werden. Es erscheint im Herbst dieses Jahres im Verlag von Delhagen & Klafing in Bielefeld und Leipzig und wird ein Gesamtverzeichnis mit ausführlichen Angaben über Standort, Format, Herkunft, Bildinhalt, Qualität und Erhaltungszustand der Werke Ferdinand von Rayskis enthalten. Ein Kiste mit Giftschlangen gestohlen. In der serbischen Stadt Ujvidek (Neusatz) teilte ein Tierbändiger namens Peter Brakus mit, ihm sei auf der Eisenbahnstation eine Kiste mit 15 Giftschlangen gestohlen worden. Brakus wollte die Giftschlangen in sein Heimatdorf bringen und sie dort bändigen. Er hatte die Kiste verschlossen im 2ß ar- tef aal st e h e n l a s s e n. Als er zurückkam, war die Kiste verschwunden. Die Polizei hat eine strenge Untersuchung angeordnet, um ein Unglück zu verhindern. Todesurteile vollstreckt. Am 26. Februar sind der 29jährige Friedrich Chlupaty und der 35jährige Heinrich Zeman aus Prag hingerichtet worden, die das Sondergericht in Prag als Volksschädlinge zum Tode verurteilt hat. Chlupaty und Zeman haben in Prag monatelang unter Ausnutzung der Verdunkelung zahlreiche Einbruchsdiebstähle in Ladengeschäfte begangen. Ferner ist der 1915 in Praslawitz geborene Karl K u z d a s hingerichtet worden, den das Sonder- gericht in Prag als Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat. Kuzdas, der einen liederlichen Lebenswandel geführt und leichffinnig Schulden gemacht hatte, hat seinen Freund in einen Hinterhalt gelockt und dort zu ermorden versucht, um ihn zu berauben. 2Ml der Pflugschar Minen umgegraben. In Ritzingen in der Westmark war ein Landwirt damit befaßt, seinen Acker umzupflügen, als er mit der Pflugschar auf zwei Minen stieß. Die erste wurde regelrecht umgewendet, die zweite nur gehoben. Nur dem Umstand, daß die Minen naß geworden waren, ist es zu verdanken, daß sie nicht explodierten und Schaden anrjchteten. Verlagsdruckerei Albin Klein, Hindenburg- wall 21. [ Verkäufe | Ein gebrauchtes Klavier und ein elektrisch. Schrankgrammophon zu verkauf. (0760 Asterwes 2. Heller Maß- Anzug mittlere Figur, zu verkaufen. Wo?sagt die Ge- schäftsst. d. G. A. 1094 V Werbe-Drucksachen liefert Brühl, Gießen Der echte ,, Wohldorf er‘ aus bewährten Kräutern, hält das Blut rein und frisch und verjüngt den Körper. Blutreinigungs-Tee ab 65 Pfennig, Blutsaft zur Blutbildung Mk. 3.—. 1097D KneippsKrauterhausJung/Gießen Fachgeschäft für Naturheilmittel in der Mäusburg Hämorrhoiden sind heilbar auch b.schw. Fällen G NEMHLWM Golistenkonzert in der Aula. Vielseitige Auswirkungsmöglichkeiten waren durch die beteiligten Künstler des Solistenkonzertes der NSG. ,,Kraft durch Freude" gegeben, um so bei der umfangreichen Vortragsfolge den Hörer zu fesseln. Marie-Louise M o e n ch (Violine), Frankfurt a. M., bewies sich als eine Geigerin mit solider, durchgearbeiteter Technik, einer präzis entwickelten Fingerfertigkeit und einem Bogenstrich, der dem Instrument das Letzte am Ton abzugewinnen vermochte. Da war Händels Sonate in D-dur besonders geeignet, die Fähigkeiten der Geigerin erkennen zu lassen. Händels Diolin-Sonaten bedeuten neben denen von Ioh. S. B a ch die Zusammenfassung und zugleich Krönung der geigerischen Entwicklung eines Jahrhunderts mit ihrer Klarheit des formalen Aufbaues, der Plastik ihrer Themen, das Ganze getragen von einem starken, aber beherrschten schöpferischen Impuls. Das bestätigte Marie-Louise M o e n ch mit der Expansionskraft der aufschwingenden thematischen Linie des Eingangs-Adagios, die in dem folgenden Allegro ihre Lösung und Gipfelung mit fein akzentuiertem Passagenspiel fand. Ebenso stellte sie sinngemäß den zweiten langsamen Satz in vorbereitende Beziehung zum Finale. Dieses musikalische Mtt- gehen verband sie ebenso in Schuberts Sonatine in a-moll mit Nachgiebigkeit an den jeweiligen Stirn- nrmrgsgehalt der thematischen Entwicklung. Schön gleichfalls von weitem kiebitzte. Immer tiefer gruben sich Falten des Unmuts von seiner langen Nase zu den Mundwinkeln herab, immer stechender wurden seine Augen hinter dem Kneifer, und sein rechter Zeigefinger betippte immer nervöser den Tisch. Jeder Skatwitz, jedes Gelächter verletzte ihn sichtlich. Endlich, als der Blauäugige wieder einmal erwischt war und ein ungeheures Gelächter der Schadenfreude erschallte, bezwang der Herr Fernkiebitz Nr. 2 seinen heiligen Ingrimm nicht länger, und unter fortwährendem Ab- und Wiederaufsetzen seines Kneifers hielt er eine von Zorn bebende Ansprache an die drei Verbrecher. Es fei, sagte er, „auch in dieser ernsten Zeit" natürlich niemandem zu verargen, wenn er sein Glas Bier oder seinen Korn trinke, und auch ein solides Kartenspiel solle niemandem verwehrt sein, aber er finde es unerhört und einfach unanständig, den schönen, guten, deutschen Skat auf solche Weise zu spielen, ja, die ganze Lustigkeit der Herren finde er unwürdig und undeutsch, und wenn die Herren, was ihn übrigens sehr wundere, wirklich kriegsuntauglich seien, dann sollten sie an die tapferen Volksgenossen an der Front denken und, kurz und gut, sich eines angemessenen Betragens befleißigen. Die Skatspieler blickten einander unbeschreiblich verblüfft an; zwei wurden puterrot, aber sicherlich nicht aus Zorn, sondern weil sie ein Gelächter bändigen mußten, der dritte, der Blauäugige, winkte ihnen beruhigend zu und fragte den Herrn sehr artig, ob er jetzt fertig sei. „Mit Leuten Ihres Schlages", antwortete der Gestrenge fauchend, „mit Leuten, die auf solche Weise Deutschlands Schicksalsstunde miterleben, war ich vom ersten Augenblick fertig!" „Lieber Herr", sagte der Blauäugige mit vernichtender Liebenswürdigkeit, „der Herr Wirt hat Ihre Predigt mit angehört. Er kennt uns ganz genau." Und, zum Gastwirt gewandt: „Würden Sie so freundlich sein, Herr Schubert, unferm Volksgenossen mitzuteilen, wer wir sind." Und Herr Schubert schmetterte den unseligen Kiebitz triumphierend an: „Was fällt Ihnen eigentlich ein Sie, Sie Herr, Sie? Meine liebwerten Stammgäste zu beleidigen. Sie-? Wissen Sie, was die Herren sind, Sie? Drei Fliegeroffiziere auf Urlaub, verstehen Sie? Und alle drei haben das E. K. I, verstanden! Und vielleicht sind Sie jetzt zufrieden. Sie!" Der geschlagene Gegner verließ etwas „betep- pert", wie man in Schlesien sagt, die Walstatt. Der Blauäugige rief ihm freundlich nach: „Man soll nicht päpstlicher sein als der Papst, mein Herr, und nicht soldatischer, als der Alte Fritz!" Der „Schreiber" aber inzwischen machte aus dem Skatblock eine heimliche Eintragung; soviel ich erkennen konnte, fälschte er trotz Deutschlands Schicksalsstunde eine Zahl. und mit musikalischem Impuls waren die Steigerungen im zweiten Satz und im Schlußsatz erfühlt und wiedergegeben. Schwingend und pointiert erklang der dritte Satz. Erna Stoll, Bad Vilbel, führte sich mit Händels Arie aus Julius Cäsar „Es blaut die Nacht" sehr vorteilhaft ein. Ihr fülliger Sopran ist etwas dunkel gefärbt und wirkt mit seinem raumbeherrschenden Klang. Den Mittelteil der Arie, „Wo bleibst du, Geliebter", setzte sie mit weicher Linie empfind- dungsooll ab. Mit starkem Temperament sang sie Schuberts „Rastlose Liebe", „An Sylvia" mit innerer Verhaltenheit. Das Aufwallen in „Auf dem See" von Johs. Brahms war ebenso von starkem Empfinden getragen, wie das Ständchen des gleichen Komponisten mit Innigkeit gestaltet wurde. Beide Solistinnen wären noch mehr zur Geltung gekommen, wenn die Begleiterin am Flügel, Elsa Ehlert-Hebermehl, sich mehr Zurückhaltung auserlegt Hätte. Als Solistin war Elsa Ehlert-Heber- mehl eine Gestalterin mit bewußtem Zug ins Große. Dafür sprach die e-moU-Fantafie von Iah. Seb. B a ch zu Beginn der Vortragsfolge. Sonst aber ließ ihre durchgebildete Technik ein besonderes Eingehen auf feinere dynamische Abstufungen nicht immer offensichtlich werden. Sie stellte die Intensität des Klanglichen über das Stimmungsgebundene. Die letzten drei Teile des Programms boten ausschließlich eigene Kompositionen der Pianistin. Augenscheinlich steht hier bei ihr das Zeichnerische und Realistische als Gestaltungsantrieb im Vordergründe. Während sie im ersten Teil sich der freien Form zuwandte, waren die letzten Gaben strenger an die dreiteilige, tänzerisch erlebte Form angeschlossen, d. h. der Eingangssatz rahmte jeweils einen Mittelsatz ein. Ihre ^Einfälle verraten Originalität und Eigenwillen; sie werden mehr aneinandergereiht als im organischen Aufbau miteinander verknüpft oder bezogen. In ihren Liedern strebt sie naturalistischer Darstellung zu, wobei sie Inhalt und Aufgebot der Mittel nicht miteinander in Einklang zu bringen pflegt. Die stärkste Wirkung hatten die volkstümlichen Lieder, die Erna Stoll in Schlichtheit darbot. Das schwach besetzte Haus dankte mit Bei- stillsfreudrgkett. Dr. Hermann Hering. Soldatischer als der Alte Krih. Ein heiteres Erlebnis von Arnold Ulitz. In einer gar nicht feudalen, aber sehr behaglichen Kneipe wurde ich kürzlich Zeuge des allermerkwürdigsten Skatspiels. Die drei ausübenden Herren beherrschten zweifellos die strengen, klugen Regeln ganz genau, aber sie belebten und verschönten sich das Spiel noch durch — Mogeln. Als erstes fiel mir auf, daß der Luftigste von den dreien, ein hübscher, blauäugiger Mensch mit kühnem, ehrlichem Gesicht, beim Verteilen der Karten die unterste, die von Rechts wegen ihm selber zukam, auss unverschämteste einem seiner Mitspieler zuschanzte, und zwar mit einer Fingerfertigkeit, die auf lange Hebung schließen ließ. Mein kriminalistisches Interesse war sofort geweckt, und d-a merkte ich sehr bald mit Staunen, daß diese drei so sympathisch wirkenden Herren allesamt Betrüger waren, daß sie sozusagen nur im äußersten Notfall richtig bedienten, daß sie Stiche, die sie gar nicht gemacht hatten, höchst fingerfertig zum eigenen Kartenhäufchen herüberbugsierten, und daß es sich in einem Wort • hier um einen neuen Skatstil handelte. Wer erwischt wurde, erhielt 20 Minuspunkte, galt aber nach wie vor als Ehrenmann und bekam keinerlei Vorwürfe zu hören. Als der „Schreiber" einmal unter betäubendem Hallo einer betrügerischen Addition überführt werden konnte, erhielt auch er nur 20 Punkte minus, und der Fall war bereinigt Andererseits wurden dem hübschen Blauäugigen, als er gerade auf 109 stand, 2 Pluspunkte wegen „tapferer Spielweife" zugefprochen, fo daß er also auf 111 kam, die klassische „Schnapsnummer", und die Gelassenheit, mit der er sich der unerhörten Vergewaltigung unterwarf, indem er sogleich drei große Körner bestellte, war wiederum ein Beweis, daß es sich auch in diesem Falle um ein altes, anerkanntes Brauchtum handelte. Es war also deutlich, hier wurde der Skat nicht mit religiösem Fanatismus, sondern mit Humor gespielt. -Mein kriminalistisches Interesse erlosch, und ich verfolgte die Gaunerstückchen mit reinster Freude. Anders erging es einem andern Herrn, der Montag. 3. Marz Ml Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Nr. 52 Zweites Blatt Mit allen Kräften für das Kriegs-WHW Wetter im am Zusatz Wie wird ers auch im Juli fein/ Eine ganze Anzahl von Wetterregeln gibt es für Mariä Verkündigung (25.3.), von denen hier fol- 8. Misiängertag des Sängerkreises Gießen Festvorstel- März und seinen Folgen gejagt wird, lender nach beginnt das Frühjahr mdwiri er mit e erste mt ge« >n naß sie nicht mittelkarte 17 mit seiner Firma und dem „28" und „Hülsenfrüchte" versehen hat. lte ein m sei Gist- ; Gift. e hort Bar. i, war strenge u ver- Ernte des L. B. iedrich iman geeicht erteilt lonate» )lreiche langen, e Karl -onder- de ver- !ebens- semacht gelockt auben. hing des Films „Sieg im Westen" mit einer Ansprache des Standortältesten Oberstleutnant Kühne und mit einem Konzert der Wehrmacht; die anderen Vorstellungen 16.45 und 19.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Herz geht vor Anker". Oberhefsischer Kunstverein: 17.30 bis 18.30 Uhr Ausstellungen im Stadttheater und im Turmhaus am Brandplatz. Am Samstag und am gestrigen Sonntag zeigten SA., jj, NSKK., NSFK. und die NSKOV. erneut ihre starke und jederzeit tatfreudige Einsatzbereit- chaft für die Volksgemeinschaft bei der Straßen- und Haussammlung für das Kriegs-WHW. Vom Samstag mittag ab bis spät in den Abend hinein und am gestrigen Sonntag von frühmorgens bis zum späten Nachmittag waren die Männer dieser Gliederungen der Partei unterwegs, um allen Volksgenossen die hübschen Plaketten zum Kauf anzubieten. Allenthalben wurden die Abzeichen gerne gekauft, fast durchweg konnte man die Feststellung machen, daß mehrere Stücke der Glasplaketten an den Mänteln der Männer und Frauen getragen Die Lebensmittelzuteilungen vom 10. März bis 6 April 1941 ttien ; der und .Untiere, 1 von rang, ugen ocher chten Ifern & die Ele° tag. s. vach- inond For- kerin, !ntlich 'Niger »eile, jefun- wird ' verreich n des 1t im Hagen 'd ein über ralität ) von Meter bei lolitfl imb : für M DiMast ingeK-S. MS BeL ei $L9h.6 „Ein feuchter, fauler März Ist des Bauern Schmerz!" sowie: „Märzregen — bringt wenig Sommersegen." Weiterhin heißt es: „Märzengrün soll man mit Hvlzschlegeln wieder in die Erde schlagen!" Und: „Nimmt der März — den Pflug beim Sterz, Hält April —- ihn wieder still." Oder: „Märzsaat früh — oft »ergebne Müh", Dagegen: ,Zm Möxz soll es so kalt sein, daß dem Raben die Eier erfrieren", denn: „Ein trockener März füllt den Keller", oder „Märzenstaub ist Goldes Wert", „Trockener März, nasser April — ist des Dauern Will." Allzu warm soll aber der März, wie gesagt, nicht sein, denn: „Donnerte im März, schneite im Mai", und: „Früher Donner, später Hunger." Im allgemeinen wird man sich auch über zu große Wärme im März nicht beklagen können; und ee ist schon recht optimistisch, wenn ee in der Lüneburger Heide heißt: „De März het nagen (neun) Sommertäg." Einer davon sollte der 3. März fein, denn: „Kunigunde klar — bringt ein gesegnet Jahr." Noch andere sogenannte „Loetage" gibt ee im März, von denen besondere bedeutsam ist der 10., den: „Wie ziehen die vierzig Ritter ein, wirde Wetter vierzig Tage fein." und: ,Xn vierzig Ritter Blitz, kündet arge Sommerhitz." Für den 17. März gelten die Regeln: „Sankt Gertrud — die Erde öffnen tut", ferner: ,^Jst Sankt Gertrud sonnig — wirds dem Gärtner wonnig." Vom Josephstag, dem 9. März, hören wir: „Joseph macht oft behende dem Winter ein Ende." Wichtig ist auch der 20. März, denn: „Ist an Hubert der Himmel rein — der Reichsernährungsminister durch Erlaß bekanntgibt, gilt für die Zeit vom 10. März dis 6. April 1941, die 21. Zuteilungsperiode, folgende Derbrauchsregelung: Aus der Giadi Gießen. Wenn der Hahn kräht auf dem Mist... Wahrsagekunst und Hellseherei, die auch in Deutschlartt) eine Zeittang stark im Schwang waren, haben schon mancherlei Unheil angerichtet. Wesentlich harmloser ist eine Art von „Wahrsagetunst", von der hier die Rede sein soll: die Wettervorhersage. Und zwar ist hier nicht die sozusagen amtlich abgestempelte „Wetter-Prognose" gemeint, wie sie bis zum Kriege üblich mar, und die sicherlich schon manch' verregnetes Sonntagsgewand auf dem Gewissen hat, sondern die bau erliche Wetterregelweisheit des Lanomanns, die, auf Jahrhunderte aller Erfahrung beruhend, gar nicht so selten recht hat. Hören wir, was uns in alten Bauernkalerndern vom Wetter der folgenden Monate und der Jahres beimißt. Bortw tuen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: 14 Uhr Die laufend gewährten Rationen an, Brot, Mehl, Fleisch, Schweineschlachtfetten, Butter, Butterschmalz, Margarine, Quark, Getreidenährmitteln, Teigwaren, Kartoffelstärkeerzeugnissen, Kaffee-Ersatz- und Zusatzmitteln, Vollmilch, Zucker, Marmelade, Kunsthonig und Kakaopulver bleiben unverändert. Jeder Versorgungsberechtigte erhält jedoch auch in der 21. Zuteilungsperiode wieder Sonderzuteilungen. Es werden ausgegeben eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Reis und eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Kunsthonig. Die Sonderzuteilung von Kunschonig wird nicht mehr, wie früher, auf die Fleischt arten, sondern auf die Abschnitte N 26 der r o s a N ä h r m i 11 e l k a r t e n für Normalverbraucher, sowie für Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren abgegeben. Diese Abschnitte haben zur Erleichterung des Warenbezuges den Aufdruck „125 Gramm Kunsthonig — Sonderzuteilung" erhalten. Den Reis müssen die Versorgungsberechtigten von demselben Verteiler beziehen, der die Vorbestellung von Hülsenfrüchten entgegengenommen und den Stammabschnitt der Nährleitete zu dem Chor „Das Deutsche Lied" von Kalli- woda über, das die eindrucksvolle Heldengedenkfeier- stunde beendete. Nach einer kurzen Pause eröffnete der Kreisführer die Arbeitstagung des Kreissängertages. Er begrüßte alle erschienenen Chorleiter und Dereinsführer der 61 Vereine des Sängerkreises; seine besondere Begrüßung galt dem Gauchormeifter Professor Dr. Temesvary, dem ehemaligen Provinzbeaufttag- ten Pg. Wendler sowie den beiden auf Urlaub weilenden Sängern Chormeister Feldwebel Leib und Unteroffizier Steuerwald (Frohsinn und Quartettverein Gießen). Sodann gab er einen Rückblick über die Arbeit im abgelaufenen Jahre und stellte fest, daß sich die Gesangvereine allerorts auch im zweiten Kriegsjahr wieder eifrig zur Verfügung gestellt haben und die verwundeten Soldaten in Lazaretten durch ihre Lieder erfreuten. Für die Ver- Dem Kalender nach beginnt v ,, , 8. März. Aber, wie ein russisches Sprichwort sehr richtig sagt: „An Kalenderwärme kannst du dich nicht erwärmen", und weiterhin: „Es gibt keinen Lieferanten, der den Frühling zum Termin fertig stellen könnte." Recht winterlich kanns noch sein im März, und: „Märzenschnee — tut dem Bauern weh , und „Soviel Fröste im März, so viele im Mai." Wetter heißts: Am gestrigen Sonntaa hielt der Sängerkreis Gießen im „Burghofs zu Gießen seinen achten Kreissängertag ab. Der erste Teil galt den gefallenen Sängern in diesem Kriege. Unter Stabführung des Kreischarmeisters Blaß fangen Sänger des Dauerfchen Gesangvereins und des Gesangvereins Liederkranz Gießen eingangs „Reiters Morgenlied" von Kirchl. Diesem Eingangschor folgte ein Spruch von Walter Flex „Dankesschuld". Sodann verlas Kreissängerführer Müller (Gießen) die Namen der in diesem Kriege gefallenen Sänger. Anschließend sangen die Sänger das Lied vom guten Kameraden. Während dieser Ehrung der jüngsten für das Vaterland gefallenen Sänger gingen die Gedanken der Sängerschaft zurück zu der Zeit, als sie selbst neben diesen gefallenen Kameraden Schulter an Schuller in Feindesland standen und um den Sieg kämpften. Der Spruch „an die Lebenden" Buben und Mädels reichlich Gelegenheit, sich beim Reiten und Fahren zu vergnügen, und unermüdlich stellten sich hierfür die Männer der Retter-SA. mit den Pferden von Sturmangehörigen in den Dienst der guten Sache. An anderer Stelle war ein Schießstand aufgebaut worden, der starken Zuspruch fand. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Obersturmführer Herrmann erfreute, wie auch schon bei früheren Veranstaltungen, wieder mit einem ausgezeichneten Konzert auf dem Kreuzplatz. Die Marine-SA. zeigte und erklärte an Hand eines schönen Modells den Betrieb einer großen Hafeneinfahrt mit zahlreichen Schiffstypen, die man auf dem Modell in Augenschein nehmen konnte. Die NSKOV. hatte an der Ecke Kaiserallee Außerdem wird in der neuen Zuteilungsperiode die Käseration um 1/m kg erhöht, beträgt also % kg in der Zuteilungsperiode. Die Käseration kommt damit wieder auf die normale Zuteilungshöhe. Im Rahmen der Ausgabe von Fetten ist auch in der 21. Zuteilungsperiode wieder ein Bestellschein über 10 0 Gramm Butterschmalz mit dem dazugehörigen Einzelabschnitt auf den Karten vorgesehen. Soweit Butterschmalz nicht mehr bei den Kleinverteilern vorhanden ist, kommen an Stelle von 100 Gramm Butterschmalz 125 Gramm Margarine zur Verteilung. Die Verbraucher haben die Bestellscheine einschl. der Bestellscheine 21 der Reichseierkarte und der Reichskarte für Marmelade (wahlweise Zucker), in der Woche vom 3. bis 8. März 1941 bei den Verteilern abzugeben. In diesem Zusammenhang fei zur Verteilung der Gemüsekonserven eine irrtümliche Auffassung, die vereinzelt in der Öffentlichkeit aufgetreten ist, richtiggestellt. Unabhängig von einem etwaigen anderen Aufdruck der Fristen auf den Konservendosen wird von zuständiger Stelle festgestellt, daß die Konserven ohne Gefährdung bis etwa Mitte April aufgehoben werden können. eine, die zahlenmäßig durch Einberufungen ihrer Sänger so zusammengeschmolzen sind, daß sie allem nicht in der Lage sind, öffentlich aufzutreten, wies er eingehend auf die „gemeinschaftlichen Singstunden" hin. Unter allen Umständen müsse die gesamte Sängerschaft ihre vom Führer gegebene Aufgabe, das hohe Kulturgut des deutschen Liedes zu pflegen, auch im Kriege durchführen. Nach Verlesung des Berichtes des Kreisfängertages des Vorjahres erstattete Kreisschatzmeister Latsch Kassenbericht. Dieser ergab einen guten Stand. Aus 21 »trag der Kassenprüfer wurde dem Kreisschatzmeister Entlastung erteilt. Kreisführer Müller dankte dem Kreisschatzmeister und aab der Hoffnung Ausdruck, daß er noch recht lange der edlen Sängerfache dienen möge. Auch in diesem Jahre konnte der Kreisführer wiener eine Reihe verdienter Sänger ehren und ihnen Auszeichnungen überreichen. Kreischormeifter Blaß sprach dann ausführlich über den Einsatz der Sänger während des Krieges und betonte, daß dieser Einsatz, der ganz im Dienste der Allgemeinheit stand, geradezu vorbildlich durchgeführt wordesi sei. Er dankte Chorleitern und Sängern«, Den Chorleitern gab er wichtige Winke für das Liedgut des kommenden Jahres und sprach ausführlich über das Volks- und Heimatlied. Er streifte das Kreis-Wertungsfingen in Bad-Nauheim und gab einen Ueberblick über dessen vorbildliche Durchführung. Weiter gab er bekannt, daß auch in diesem Jahre wieder ein Leistungssingen stattfinden solle, dessen Zeit und Ort noch nicht seststehe. Bei der Aussprache meldeten von den 61 Kreisvereinen 29 ihre Mitwirkung an. Gauchormeifter Prof. Dr. Temesvary, der auch im Auftrage der Sängergauführung Grüße überbrachte, stellte fest, daß der diesjährige Kreis- fängertag außerordentlich gut besucht sei, dies zeuge für die Arbeitsfreudigkeit, mit der die Chorleiter und Vereinsführer an ihre Arbeit Herangehen. Von der Regierung fei den Gesangvereinen das hohe deutsche Liedgut zur Pflege anvertraut, und es müsse alles versucht werden, um auch im Kriege dieser Ausgabe gerecht zu werden. Sodann kam Professor Temesvary auf das am 30. März in Mainz stattfindende „Peter - Cornelius - Singen" zu sprechen, das gewissermaßen die Krönung der seitherigen Leistungssingen sei. Der zur Verteilung kommende „Peter-Cornelius-Preis" sei ein Preis von ideellem Wert und untefcheide sich somit wesentlich von den Preisen der früheren Wettstreite. Es sei wichtig, daß außer den Leistungsfingen ein Singen um einen Preis abgehalten werde, um die Leistungen immer noch zu erhöhen. Sodann gedachte Professor Temesvary des verstorbenen Gauführers, Pg. Ringshausen, und seiner Verdienste um die edle Sängersache. Darum werde auch Sangesbruder und Sängergauführer R i n g s h a u- s e n in den Herzen seiner Sänger unsterblich sein. Den ehemaligen Gaubeauftragen. Pg. Ludwig Wendler (Bad-Nauheim), dem es ein Kriegs- leiden unmöglich machte, sein seitheriges Amt in der Sängergauführerschaft weiterzuverwalten, verbindet durch eine jahrzehntelange Arbeit mit allen Sängern des Sängerkreises Gießen ein inniges Freundschaftsband. Ihm wurden auch am gestrigen Kreissängertag viele Ehrungen zuteil. Der Bauer- sche Gesangverein Gießen, der Gesangverein „Cä- cilia" Lich, Gesangverein „Germania" Watzenborn- Steinberg und der Gesangverein „Eintracht" Watzenborn-Steinberg ernannten den scheidenden Gau- beauftragten zum Ehrenmitglied unter Heber- reichung der Ehrenurkunden und Ehrennadeln ihrer Vereine. Hebereinftimmend wurde die tiefe Freundschaft und die stete Hilfe des Scheidenden hervorgehoben, wenn es sich um die Sgngersache handelte. In ihm verliere gerade der Sängerkreis Gießen einen guten Kameraden, der jedem stets mit Rat und Tat zur Seite stand. Gaubeauftragter Wendler dankte allen, die ihpi solche Ehrungen zuteil werden ließen und ermahnte in seinen Dankesworten nochmals die gesamte Sängerschaft des Sängerkreises Gießen, auch fernerhin dem deutschen Liede treu zu bleiben und mitzu- helfen, das deutsche Lied weiterhin zu pflegen und hinauszutragen ins Volk. Nach den Schlußworten des Kreisführers wurde die Tagung in der üblichen Weife geschloffen. gende genannt seien: Mariä Verkündigung kehren die Schwalben wiederum." „An Mariä Verkündigung kehrt der Storch heim." „Ist Mariä Verkündigung schön und hell, gibts Obst und Wein für alle Fäll." Man sieht also, daß der Bauer dem März und seinen „Lostagen" bettächtliche» Einfluß auf das wurden. Hnd wer sich genügend mtt Abzeichen ver- ehen hatte, der gab immer noch willig und opferbereit einen Groschen ober einen Fünfer in die mit reundlicher Einladung dargereichten Sarnrnelbüch- en, eingedenk der Tatsache, daß für die großen Aufgaben des Kriegs-WHW. viel Geld gebraucht wird. Der Verkauf der Abzeichen ging denn auch ehr flott von statten, die meisten Sammler waren ozufagen im Handumdrehen mit dem Verkauf des ersten Kastens der Abzeichen fertig und mußten sich rasch neuen Vorrat holen damit sie der regen Nachrage genügen konnten. Viele Sammler haben denn iuch eine ganze Reihe solcher Kästen voll Abzeichen unter die Leute gebracht und dufür anständige Schwergewichte in der Sammelbüchse bei den Zähl- ^Neben^der^Sammlung war noch eine Reihe von | Sammler sich in stärkstem Einsatz bewährt und für Sonderveranstaltunaen aufgezogen, die lebhaften das Kriegs-WHW. einen neuen starken Erfolg er- und Licher Straße einen Schießftand errichtet, der ebenfalls in reichem Maße Gelegenheit zur fchieß- fportlichen Betätigung bot. Hnd in den Hauptstraßen patrouillierten Männer der Gliederungen in alten Soldaten-Hniformen aus der Zeit des Fridericus und der Deutschen Freiheitskriege 1812/13 auf und ab und reichten unermüdlich die Sammelbüchsen herum, die ständig gute Zufuhr an „WHW.-Muni- tion", bestehend aus Geldmünzen aller Art, erhielten. So ging der Betrieb am Samstag bis weit in den Abend hiMn, und der gestrige Sonntag zeigte in den Straßen zum großen Teile das gleiche Bild. Zusammenfassend kann man die erfreuliche Feststellung machen, daß auch bei dieser Sammlung wieder die Gemeinschaft der Spender unb^ ber o , . Sammler sich in s Sonberveranstaltungen ^aufgezogen, bie lebhaften bas Kriegs-WHW. Anklang fanben. So bot die Reiter-SA. unseren l rungen hat. WWW» Ws Ser Ml. Roman von Otto llenWt. 3.Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Gegenwärtig waren Bestrebungen im Gange, die ziemlich kläglichen und unzureichenden Wohnverhältnisse in Oschnitz großzügig zu verbessern. Es gingen nur Gerüchte davon in dem Städtchen um. Es hieß, am Südhang der Rabitsch-Berge solle eine weitläufige Siedlung entstehen, die zunächst vierhundert Familien aufnehmen könne. Den Hauptbeitrag zur Finanzierung werde der alte Mathesius leisten. Die Gerüchte beruhten auf Wahrheit Die Beratungen zwischen der Stadtverwaltung und der Leitung der Mathesius-Werke waren schon seit Wochen im Gange. Nur wenige wußten davon, weil man mit einem fertigen Projekt vor die Oeffentlick- keit treten wollte. Immerhin war mancherlei durcy- gesickert, und viele Oschnitzer gingen an Sonntag- Nachmittagen hinüber zu den Hängen der Rabitsch- Berge, wo die Siedlung entstehen sollte, um sich den Platz für ihr eigenes Heim auszusuchen. Sie stellten Mutmaßungen darüber an, wo der Sportplatz hinkommen werde, das Kinderheim und die Freibadeanstalt. Der alte Mathesius und seine väterliche Fürsorge für das Städtchen waren in aller Munde. Gert, der davon wußte, meinte in gutmütigem Spott, daß der alte Herr nun allmählich in die Jahre kommst, wo er daran denken mußte, ebenfalls ein Denkmal zu erhalten wie sein Vater. Da er bisher mehr respektiert als geliebt worden war, mußte er durch eine besondere Tat seine Verdienste um das Gemeinwohl Herausstellen. Was Gert betraf, so liebte ihn die ganze Stadt, obwohl niemand zu sagen gewußt hätte, womit er diese Liebe verdiente. Er kannte jeden und stand mit jedem auf vertrautem Fuße. Immer hatte er eine offene Hand, für alle Sorgen ein Ohr. Er tat das Gute weniger aus christlicher Nächstenliebe als aus kameradschaftlicher Hilfsbereitschaft, und weil es ihm Spaß machte, vergnügte Gesichter um sich zu sehen. Er verschenkte Zigarren und Zigaretten, nahm Frauen, die sich mit ihren Kindern schleppten, in seinem Wagen mit, lud sich aber auch selbst zu Gast, wenn es sich gerade so fugte, daß er aus dem offenstehenden Fenster einer Küche einen verlockenden Duft einatmete, und so betrachteten ihn alle Oschnitzer als den ihren. Besonders die Kinder. Er fuhr sie in seinem Wagen spazieren, daß die betreffenden Mütter stundenlang in der Angst schwebten, sie würden ihre Sprößlinge nur mit zerbrochenen Gliedern oder überhaupt nicht mehr wiederbekommen. In dieser Hinsicht aber war Gert zuverlässig wie ein Neufundländer. Er lieferte die Kinder stets unversehrt wieder ab. Manche verdarben sich zwar unterwegs den Magen, weil er sie allzu reichlich mit Kuchen und Süßigkeiten vollgestopft hatte, aber das trugen sie ihm nicht nach, sondern hingen an ihm wie die Kletten, wo er sich nur immer sehen ließ. Ganz anders als er war sein ältester Bruder Stefan. Er hielt sich von allem Umgang zurück und bewahrte den Abstand, auf den sein Vater so großen Wert legte. Das geschah kaum aus Hochmut, sondern es lag eben in der Art der Mathesius. Im allgemeinen hatte man in ihm nichts anderes gesehen als den gehorsam unterwürfigen nächsten Mitarbeiter seines Vaters, bis es eines Tages mit dem Frieden zwischen den beiden ein jähes Ende zu nehmen drohte. Dieses Ereignis lag jetzt anderthalb Jahre zurück, und es begann , damit, daß die Methesius-Werke sich wegen der Ausdehnung ihres Balkan-Geschäftes eine sprachkundige Sekretärin aus Wien verschrieben. Sie trat ihre Stellung im Vorzimmer des alten Herrn an und wurde bald Stefan zugeteilt, der das Balkan-Geschäft damals bearbeitete. Die Oschnitzer fanden das junge Mädchen anspruchslos hübsch. Es hieß, sie sei außerordentlich tüchtig und sie beziehe ein Gehalt, wie es in dieser Höhe noch nie einer Angestellten gezahlt worden sei. Da sie sich ganz unauffällig benahm, bescheiden wohnte, keinerlei Aufwand trieb, geriet sie bald in Vergessenheit, und so kam denn wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Nachricht, daß Stefan sich mit ihr verlobt habe. Zunächst glaubte man es nicht, weil sich niemand vorstellen konnte, daß der alte Herr jemals zu einem so unüberlegt romantischen Streich seine Einwilligung geben werde. Dann aber wurde auf dem Umweg über Frau Triebsch bekannt, daß der alte Herr seinen anfänglichen Wider« Berwundetenbetreuung. Die NSG. „Kraft durch Freude" veranstaltete in der vergangenen Woche eine Reihe unterhaltender Darbietungen für die Verwundeten in den Gießener Lazaretten. So vereinigten sich am Dienstag Henny Schmitt (Sopran), Ruth Pattberg IMoline), Helmka S a g e b i e l (Rezitattonen) und Heinz Schröter (Klavier) unter dem Motto »Humor in der Musik" zu einem heiteren Prw gramm, das Arien aus Werken von Weber, Nicolai und Lortzing, Klaviermusik von Beethoven, Schubert und Grieg, Violinstücke von Mozart, Schubert und Ries, sowie eine Anzahl von Operettenliedern und Musikeranekdoten brachte. Feldwebel Stumpf dankte im Namen der Verwundeten für die vortrefflichen Darbietungen, die lebhaften Anklang fanden. Dielen Beifall fand auch am vergangenen Mittwoch die Vorführung des unterhaltsamen Films „Der Tag nach der Scheidung". Unter der Leitung von Chormeister Häuser (Watzenborn) brachte der Gesangverein Concordia, Langsdorf, eine Reihe von Volks- und Soldatenliedern vorzüglich zu Gehör. Bürgermeister Kneipp (Langsdorf) hielt eine kurze Ansprache, in der er seiner Freude darüber Ausdruck gab, mit seinem Verein im Lazarett vor den Soldaten singen zu dürfen. Feldwebel Stumpf brachte auch hier den Dank der Verwundeten zum Ausdruck. * Gfs. Deutsches Frauenwerk, Gießen« Mitte. Die Nähstube ist wieder eröffnet. Sie ftn- det statt montags und donnerstag von 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr in der Bleichstraße 18/1. Die Frauen werden gebeten, ihre Arbeit wie früher wieder aufzunehmen. — Unser Gemeinschaftsabend findet am 6. März, um 20 Uhr, in Form einer Arbeitsstunde im „Burghof" statt. Mitzubringen sind Schere und Nadel und bunte Garnreste. ** Silberne Hochzeit. Der Heilprakttker Ernst Naumann und seine Ehefrau, Mühlstraße Nr. 33, feiern am 7. März d. I. das Fest der silbernen Hochzeit. Ortszeit für ben 4. März. Sonnenaufgang 8.08 Uhr, Sonnenuntergang 19.08 Uhr. — Mondaufgang 10.34 Uhr, Monduntergang (5. 3.) 1.56 Uhr. Aus der engeren Heimat. Oorfgemeinschastsabend in Großen-Buseck. > Großen-Buseck, 2. März. Unter dem Geleitwort: „Wenn die Stürme Leben wecken, hebt im Land ein Singen an!" veranstaltete die NSG. „Kraft durch Freude" im Saale von Gastwirt Wagner am vergangenen Samstag einen Dorfgemein- schaftsabend. Er unterschied sich von ftüheren Veranstaltungen insofern, als das Programm ausschließlich von heimischen Kräften durchgeführt wurde, lediglich das Bann-Orchester 116 Gießen unterstützte die Darbietungen durch gute Musik. Es wirkten mit: ein Orchester der HI., ein Frauenchor, ein Männerchor, eine Laienspielschar und eine Tanzgruppe. Nach einem Marsch des Bannorchesters eröffnete Ortsgruppenleiter Fr. Fuhr den Abend mit herzlichen Worten der Begrüßung. Den Gruß der Heimat an die Front entbot Ortspropagandaleiter W. M e l i o r. Der aus den beiden Mannergesangvereinen zusammengestellte Männerchor sang alsdann unter Stabführung von C. Nico lai zwei Lieder, ebenso trug der Frauenchor zwei Lieder vor, die vom Dirigent K. Volk eingeübt mären. Zwei Laienspiele fanden lebhaften Beifall. Derschie. bene Tänze vom BDM., offener Tanz und drei ge- meinfam gesungene Lieder wechselten miteinander ab. Den Höhepunkt des Abends bildete die Kantate „Der Mond ist aufgegangen", Gedicht von M. Claudius, vertont von W. Girnatts. Gausachbearbeiter A. R ü f f e r (Frankfurt a. M.) sprach einleitende Worte über diese Kantate, die dann von dem Gemischten Chor (Männergesangvereine und BDM.) unter Musikbegleitung vom Bannorchester zum Vortrag gelangte. Chormeister C. Nicolai war es in verhältnismäßig kurzer Zeit gelungen, unter nicht leichten Umständen dieses Musikwerk einzuüben, das sehr schön zum Vortrag gebracht wurde und stärksten Beifall auslöste. Das Schlußwort sprach Gausachbearbeiter A. R ü f f e r. In klaren und eindringlichen Worten sprach er über den Sinn dieses Abends; er gedachte in seinen Ausführungen der kämpfenden Front draußen, der Heimatlieoer, die dort gesungen werden, die eine Kraftquelle für uns Deutsche sind und sorgfältig gepflegt werden müssen. Mit einem gemeinsam gesungenen Liede klang der in allen Teilen wohlgelungene Abend aus. Man mußte zu der Erkenntnis kommen, daß bei guter Organisation und ebenso gutem Willen auch auf dem Lande die Kräfte vorhanden sind, die einen unterhaltsamen guten Dorfgemeinschaftsabend getanen und durchführen können, an dem jedermann eine Freude haben kann. Die Beteiligung der Ein- vohnerschast war so stark, daß der Saal die Be- ucher kaum zu fassen vermochte. Für die hiesige Ortsgruppe, die sich um das Zustandekommen dieses Abends große Mühe gemacht hatte, war dieser Dorsgemeinschaftsabend m jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Neue Aufgabe der Forstschule in Schotten. LPD. Schotten, 2. März. Im Zuge der Neu- ordnung der Ausbildungsvorschriften für den mittleren Forstdienst wurde die als Ausbildungsstätte der hessischen Förster bienenhe Forstschule in Schotten in eine Forstwartschule umge- wandelt. Ihr Arbeitsgebiet umfaßt den Nordwesten des Reiches (Preußen wefttich der Elbe, mit den davon umschlossenen Ländern und Hessen). Die Ausbildung der Forstwartschule umfaßt einen zweijährigen Vorbereitungsdienst, wobei das zweite Jahr eine acht Monate dauernde Prüfungsbeschäf- tigung und einen viermonattgen Forsttoartlehrgang bringt, während am Schluß die Forstwartprüfung steht. Die bisherige Forstschule wird also in Zukunft nicht mehr Ausbildungsstätte für die Forstbeamten der gehobenen mittleren Laufbahn, sondern für die Forstbeamten der mittleren Laufbahn sein. Oie Bohnensalaivergistungen in Steinau. LPD. Zu den Vergiftungsfällen in einer Lehrerfamilie in Steinau im Kreise Fulda wirb noch bekannt, daß es sich bei den Bohnen, nach deren Genuß sieben Personen erkrankten, nicht, wie vielfach angenommen wird, um Konserven handele, die in Dosen zu beziehen sind. Die Familie bereitete den Salat vielmehr aus s e l b st eingemachten Bohnen, wobei sie die üblichen Vorsichtsmaßnahmen außer acht gelassen hat. Wirtschaft. Oie Konsumvereine und Verbrauchergenossenschaften. Anläßlich der Verordnung zur Anpassung der verbrauchergenossenschaftlichen Einrichtungen an die kriegswirtschaftlichen Verhältnisse veröffentlicht der Leiter der Deutschen Arbeitsftont, Reichsleiter Dr. Robert Ley, in der Samstagnummer des „Angriff" einen längeren Artikel, in dem er eingehend die Gründe darleat, die zu dieser -Neuordnung der Verbrauchergenossenschaften geführt haben, lieber die Zielsetzung und die. neuen Wege für die weitere Arbeit wird in dem Aufsatz folgendes gesagt: Laut Gesetz gehören seit dieser Woche die Konsumvereine samt ihrem Vermögen und ihren Produktionsstätten der Deutschen Arbeitsftont. Sie hat die Aufgabe, das schwierige Problem zu lösen: die Verbrauchergenossenschaften zum Nutzen der Konsumenten und zum Segen des Einzelhandels und des Handwerks umzubauen und in die Wirtschaft einzubauen. Die Deutsche Arbeitsftont wird diesen Auftrag noch folgenden Gesichtspunkten lösen: 1. Keiner der Genossen und Mitglieder der Konsumvereine wird einen Schaden erleiden. Die Einlagen und Spargelder werden von der Deutschen Arbeitsfront zurückgezcchlk werden. Die Anteile der Genossen gehen auf die Deutsche Arbeitsftont über. 2. Damit ist die ganze Bewegung des verbrauchergenossenschaftlichen Charakters entkleidet und die Konsumvereine sind damit praktisch aufgelöst. Alle Sonderrechte der Konsumvereine fallen fort und ihre Verteiler stellen stehen jedermann zum freien Verkauf offen. 3. Die Betriebe und Verteilerstellen der Konsumvereine werden zu Musterbetrieben ausge- baut werden, und es ist mein Ziel, diese ganze Ein- richtung zu einer Musterschule des Einzelhandels zu machen. Die Deutsche Arbeitsftont übernimmt die Konsumvereine nicht, um damit ein Instrument gegen das Handwerk und den Handel zu errichten, sondern sie will — das ist mein Versprechen und unabänderlicher Wille — diese ganze Institution dem Handel und dem Handwerk dienst- b a r machen. Es wird und muß uns gelingen, in dem Umbau der ehemaligen Konsumvereine eine Synthese zwischen Handel und Verbraucher zu finden. Damit will ich 4. ein großes Nationalsozialist i s ch e s Gemeinschaftswerk errichten. Einmal will ich die Verteilerstellen für unsere für den Beruf befähigten Soldaten, die aus dem Kriege zurückkehren, offen und frei halten. Wkr Lust und Liebe hat, ein tüchttger Kaufmann und Handelsmann zu werden, wird von der Deutschen Arbeitsfront eine Verteilerstelle erhalten. Er wird das notwendige Kapital von der Bank der Deutschen Arbeit bekommen und damit die Möglichkeit erwerben, einmal selbständiger Kaufmann in einer solchen Verteilerstelle zu sein. Und 5. soll besonders derNachwuchsdes Han- dels ht diesen Musterläden des Gemeinschaftswerkes herangebildet werden. Denn ich stehe auf dem Standpunkt, daß wir auch den Einzelhandel nach nationalsozialistischen Grundsätzen erziehen und reformieren müssen. Es ist klar, daß her in dem Gesetz vorgezeichnete Umbau mit größter Vorsicht durchgeführt wird, und es ist selbstverständlich, daß jeder Schritt nur im engsten Einvernehmen mit der polittschen Führung, mit den Gauleitern der NSDAP., vollzogen wird. Es wird nichts überstürzt werden, da es sich bei unvorsichtigem Handeln um die Zerstörung unwiederbringlicher Werte handeln würde. So bin ich überzeugt, daß wir auch hier — durch die harte Schule der Tatsachen gelehrt — den Weg gefunden haben, um das Gute der Konsumver- einsbewegung zu retten und dem Volke dienstbar zu machen, und das Schädliche für alle Zeiten auszumerzen und zu vernichten. Auch bei diesem Sozialwerk stehen für uns nicht der augenblickliche Erfolg oder gar wirtschaflliche Interessen für irgendeinen Stand, Beruf oder Gruppe-im Vordergrund, sondern allein die Durchsetzung unserer weltanschaulichen Grundsätze, um damit unserem deutschen Volke eine weitere Kraftquelle seiner Existenz für Jahrhunderte hinaus zu geben. Der Wille und der Befehl des Führers sind uns auch bei diesem Werk alleinige Richtschnur unseres Handelns und Ziel unseres Wollens! Sternbedeckung durch den Mond. Von Dr. Erwin Kossirma. In rund 27 Tagen 1% Stunden umwandert der Mond, die Erde, kehrt er zu derselben Stelle des Fixsternhimmels zurück. Dabei hält sich unser Trabant stets in einem verhältnismäßig schmalen Gürtel, dem auch die Planeten und die Sonne in ihrem Jahreslauf folgen, dem Tierkreis. Da der Mond unter allen Himmelskörpern uns am nächsten steht, sollte man annehmen, er würde häufig vor helle Fixsterne treten und diese vorübergehend unseren Blicken entziehen. Das ist jedoch nur verhältnis- mäßig selten der Fall. Denn längs der Mondbahn gibt es nur sehr wenige helle Sterne, und meist läuft der Mond in kleinerem oder größerem Abstand an ihnen vorbei. In diesem Jahre liegt nun die Mondblchn so günstig, daß — ein seltener Fall — Aldebaran im Stier, also ein Fixstern erster Größe, mehrmals vom Monde bedeckt wird. Besonders schön ist die erste dieser Bedeckungen am 5. März zu beobachten. Der Mond steht dann im ersten Viertel, ist also längst nicht so hell wie zur Zeit des Voll- mondes. Man wird daher verhättnismäßig leicht den rötlichen Stern Aldebaran beobachten können, bis er am linken unbeleuchteten Mondrand verschwindet. Dieses Verschwinden geschieht ebenso wie das PZiederaustauchen am rechten Mondrand völlig augenblicklich, ein Beweis für das Fehlen einer Atmosphäre auf dem Mond. Der Beginn der Bedeckung von Aldebaran durch den Mond ist innerhalb Großdeutfchlands je nach der Lage des Beobachtungsortes etwas verschieden, und zwar in Königsberg um 21.34,9 Uhr (Ende der Bedeckung 22.44,4 Uhr); in Frankfurt a. M. um 21.30,4 Uhr (Ende 22.39,5 Uhr); in Wien um 21.43,1 Uhr (Ende 22.47,9 Uhr) Sommerzeit. Man wird zweckmäßig mit dem Feldstecher schon einige Zeit vorher beobachten, wie der Mond immer näher an Aldebaran heranrückt, bis dieser Stern plötzlich wie ausgelöscht ist. Am abendlichen Fixsternhimmel macht sich das Nahen des Fruhlinas bemerkbar. Die glanzvollen Wintersternbilder Fuhrmann, Stier, Zwillinge, Orion, Großer und Kleiner Hund befinden sich gegen 21 Uhr alle auf der Wefthälfte des Firmaments. Als hellster Fixstern funkelt Sirius • mit blauweißem Licht im Südsüdwesten. Am Osthimmel sehen wir die Frühlingssternbilder Krebs, Großer Löwe, Jungfrau und Bootes. Das schöne Sternbild des Löwen beherrscht in den späten Abendstunden den südöstlichen Teil des Himmels. Sein Hauptstern Regulus hieß schon im Altertum „Königs- ftern". Regulus bezeichnet das Herz, der ganz links stehende helle Stern Denedola den Schwanz des Löwen. Im Vergleich zur Sonne ist Regulus ein Lichtriese, der 84mal so viel Licht aussttahlt wie die Sonne. Seine Strahlungstemperatur wurde zu 13 400 Grad (Sonne 5900 Grad) bestimmt, sein Durchmesser zum 2 >2 fachen des Sonnendurch« mefsers. Nahezu 60 Jahre ist das Licht des Königssterns unterwegs, bis es die Erde erreicht. Zwischen Regulus und den Zwillingen sehen wie. das kleine, nur aus schwächeren Sternen bestehende Bild des Krebses. Mit dem Feldstecher suchen mir uns den schönen, auch schon mit bloßem Auge sichtbaren Sternhaufen der Krippe auf. In einem lichtstarken Glas erkennen wir rund 50 Sterne; dis photographische Ausmessung dieses lockeren Sternhaufens hat ergeben, daß feine Entfernung sechshundert Lichtjahre, sein Durchmesser über 10 Lichtjahre beträgt. Alle im Fernglas erkennbaren Sterne der Krippe besitzen eine gleichgerichtete, parallele Bewegung im Raum und sind bedeutend größere und hellere Sonnen als unser Tagesgestirn. Tief im Osten strahlt der gelbe Riesenstern A r k« t ur u 5, der Hauptstern im Bootes und einer der hellsten Sterne des Himmels. Wir finden ihn in her Verlängerung des Bogens der Schwanzsterne des Großen Bären, der im Frühjahr rechts vom Polarstern steht. Don den Planeten sind Jupiter und Saturn am südwestlichen Abendhimmel' sichtbar. Der hellere Jupiter steht über dem Saturn. Im Laufe des Monats vergrößert sich der scheinbare Abstand der beiden Planeten beträchtlich, nachdem sie über ein halbes Ähr wie durch eine magische Kraft aneinandergekettet zu fein schienen., Reizvolle Konstellationen -ergeben sich am 3. und 30. März, wenn die Sichel des Zunehmenden Mondes an den beiden Planeten vorüberzieht. Jupiter und Saturn gehen Ende des Monats bereits zwischen 22 und 23 Uhr unter. Merkur und Venus bleiben unsichtbar. Mars bewegt sich im Sternbild Schütze; er geht reichlich zwei Stunden vor der Sonne auf. Obwohl Mars der Erde sich nähert, bleibt er zunächst noch ein wenig auffälliger Stern. Die Sonne überschreitet auf ihrer Jahresbahn am 21. März 1 Uhr den Himmelsäquator in nördlicher (aufsteigender) Richtung, womit asttonomisch der Frühling beginnt. Der Mond zeigt folgende Lichtqestalten: erstes Viertel am 6., Vollmond am 13., letztes Viertel am 20., Neumond am 27. März. Da sowohl der Vollmond, als auch der Neumond in der Nähe der Knoten, der Schnittpunkte der Mondbahn mit der Ekliptik, stehen, ereignen sich zwei Finsternisse: am 13. März eine Mondfinsternis, am 27. März eine ringförmige Sonnenfinsternis. Beide Finsternisse sind jedoch in Europa nicht sichtbar. Mutter und Kind gasvergistei. Lpd. Darmstadt, 2. März. Der zur Zeit bei der Wehrmacht stehende Volksgenosse W. R. in Griesheim wurde von einem schweren Schicksals« schlag betroffen. Seine Frau erlitt in her Küche einen Schwächeanfall und wollte sich am Gasherd festhalten, wobei offenbar ein Gashahn sich öffnete. Als Bekannte am Tage darauf in die Wohnung wollten, spürte man den Gasgeruch. Lei« der kam Hilfe zu spät. Die Frau und ihr in der Wohnung befindliches fünfjähriges Kind waren an Gasvergiftung gestorben. stand aufgegeben hatte, als Stefan ihm erklärte, er habe feine Entscheidung getroffen, und sie sei enh- gültig. Man bewunderte ihn seitdem. Er war der einzige, der bisher gewagt hatte, in einer wichtigen Angelegenheit genau das Gegenteil von dem zu tun, was der „Alte" befohlen hatte. Charlotte hatte bisher weder im Guten noch im Bösen von sich reden gemacht. Sie war das verhätschelte Schoßkind der Stadt, und dies hatte sich erst seit ihrer Rückkehr aus Arosa geändert. Jetzt allerdings spitzte ganz Oschnitz die Ohren. Im Park- Hotel Schlesischer Hof wohnte dieser anrüchigi. Fremde, der vormittags und nachmittags durch den Bürgergarten schlenderte und sich tödlich zu langweilen schien, wenn er sich nicht gerade über irgendetwas lustig machte. Er traf sich am hellichten Tage mit Charlotte, führte lange Gespräche mit ihr, und bdbet taten die beiden, als sei dies nichts Ungewöhnliches. Aber jedermann fühlte, daß ein schweres Unwetter über den beiden in der Luft hing. Es konnte kein gutes Ende nehmen. Niemals hatte man in Oschnitz einen eleganteren Mann gesehen als diesen Henry Lasard. In jedem Film hätte et eine gute Figur gemacht. Er war etwas über mittelgroß, schwarzhaarig, dunkeläugig, seine Haut war bronzen, seine Gestalt geschmewig wie die eines Fechters oder Tänzers. Sah er eine Frau ober ein Mädchen an, so lag in seinem Blick so viel verschmitzte und liebenswürdige Frechheit, daß man wegsehen mußte. Er lebte für Oschnitzer Begriffe verschwenderisch und schien Geld in Hülle und Fülle zu haben. Alle waren sich einig darin, daß er ein Abenteurer sei, aber die Meinungen darüber, ob er zu bewundern oder zu verachten sei, waren geteilt. Charlotte Mathesius liebte ihn! Das war sicher. Und man hatte für sie ein Mitgefühl, in das sich Grauen mischte vor ben unabwendbaren Folgen ihrer aufrührerischen Gesinnung. Charlotte kannte scheinbar keine Befürchtungen. Sie bot ihrem Vater in aller Öffentlichkeit Trotz. Und man drückte sich angstvoll, scheu, wenn auch heimlich bewundernd zur Seite, um möglichst unbeteiligt daslcben zu können, wenn das vernichtende Unwetter auf die Frevlerin niederging. Dsr Weg vom Stadtgarten -um Hotel „Schlesischer Hof" führte durch die Hauptstraße. Als Charlotte gegen fünf Uhr diesen Weg einschlug, beobachtete halb Oschnitz sie dabei mit Unruhe und Sorge. Sie betrat denn auch wirklich die Konditorei bet Hotels, dankte für die Grüße der Damen, die sich um diese Zeit hier einfanden, und ging geradewegs auf ben Tisch zu, an bem Henry Lasard saß, seinen Tee trank und eine seiner fremdartige duftenden Zigaretten rauchte. Er erhob sich lächelnd, kam ihr entgegen, küßte ihr die Hand und geleitete sie zu seinem Tisch. Welch ein wundervolles Paar! dachten alle Damen und sahen den beiden nach. Die zierliche, schlanke, mädchenhafte Charlotte und dieser elegante Bursche! Alle verstummten, und die dünne Walzermelodie, die ein Lautsprecher im Raum verbreitete, gefror gleichsam in der eisigen Stille. Charlotte Mathesius und Henry Lasard setzten sich. Der Kellner erkundigte sich mit möglichst unbefangener Wiene nach den Wünschen des gnädigen Fräuleins. Charlotte bestellte Tee. Die beiden sprachen manchmal eifrig, manchmal stockend aufeinander ein. Alle, die sie beobachteten, gewannen den Eindruck, daß die Entscheidung bevorstand. Lasards Miene hatte etwas Beschwörendes» Sie benahmen sich, als sei außer ihnen niemand mehr vorhanden. Lasards wundervoll schlanke und kräftige'Hände gestikulierten lebhaft, fein bronzenes Gesicht war gespannt, und um seinen schmalen Mund arub sich eine Falte ein, die das Gesicht grausam erscheinen ließ. Wenn her Blick feiner dunklen Augen einmal absichtslos auf einer her Damen ruhen blieb, sah diese mit unheimlichem Erschrecken rasch in eine andere Richtung und fühlte ben Blick, hoch wie eine körperliche Berührung. Als Lasard sich erhob und zu dem Tischchen ging, auf dem die Adreß- und Telephonbücher lagen, reckten alle die Hälse. Er holte ein Kursbuch. Der Kellner flüsterte es dem Büfettfräulein zu, und eins Minute später wußten es alle mit Ausnahme von Frau Rektor Wahnisch, die halb taub war, und der man es nicht gut ins Ohr schreien konnte. „Also reift er endlich ab!" flüsterte man halb enttäuscht, halb erleichtert. Die anderen aber, die sich lebhaft eine romantischere und abenteuerlichere Fortsetzung wünschten, behaupteten steif und fest, er werde sie entführen und her Skandal damit erst recht beginnen. (Fortsetzung folgt)