ie Platzvorichrift (norbertm Vereinbarung) 25% melr 8reitag.2.Mailyü Annahme von Aruergeu für die Dtittagsnummer 6i§8l/,llbT des Vormittags Aruergen-Prerie: Anzeigenteil 7 Rvf. le mm bei 22 mm Zeilenbrette, Tertteil 50 Rvt. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachläße: Wiederholung Malftaffell Abschlüsse Mengensraffel B l9l. Jahrgang llr.,03 JfflHT M. £ Gießener Anzeiger auch bei ^Nichterscheinen • -i. > Bl ■ Bf von einzelnen dttimmern gö «sssi General-Anzeiger für Oberhessen '-^r-Lrrr^ 1937 1913 465 226 BRT.. 435 606 BRT. zahlenmäßige Aufftellung ist Ser Slellvertreier des Iiihrers spricht 1 932 153 228 232 64 664 104 296 40 932 18 524 920 822 195 767 451121 183 509 131.411 161 008 jahrelangen Anstrengung Adolf Hitlers, gleichbleibende Zuverlässiigkeit und Güte verdanke er den deutschen Schaffenden, deutsche Soldat werde sie ebenso wenig Die stets aber, die Und der vergessen. zu nehmen: Wenn der Führer, so führte Rudolf Heß einleitend aus, in regelmäßiger Folge am nationalen Feiertag des deutschen Volkes die vorbildlichen deutschen Bettiebe durch die Verleihung der goldenen Fahne und die Auszeichnung „Nationalsozialistischer Musterbetrieb" ehre, so sei damit nicht allein der nationalsozialistische Gei st der einzelnen Betriebsgemeinschaften gekennzeichnet, sondern die Leistungen von Arbeiter und Betriebsführer fanden ihre sichtbare Ehrung vor dem ganzen Volk. Sinnvvolle Arbeit aller, die im Be- Symbol. Und so wie im soldatischen Leben die Fahne zugleich die Verpflichtung ist, so verpflichtet auch die goldene Fahne der Betriebe alle, die sie in gemeinsamer Anstrengung erworben haben, zu neuer Tat: Sie ist Ehre und Verpflichtung zugleich! Eine besondere Anerkennung verdienten die Betriebe, obwohl ihre besten Stammarbeiter, Meister oder auch Betriebsführer, im Felde stünden. Wenn die Geschichte dieses Krieges einst geschrieben wird, dann wird sie selbstverständlich in erster Linie die geniale Führung und den heroischen Einsatz des deutschen Soldaten vor der Nachwelt würdigen müssen. Aber sie kann nicht geschrieben werden, ohne die Güte der deutschen Waffen und des deutschen Materials, ja deren große Ueberlegenheit zu würdigen — und sie Kanada ist eine Kontinentalmacht geworden, die nicht nach England schaut, sondern auch w i r t ° chaftlich auf die USA., mit der Reibungen, auch wirtschaftlicher Art, in den letzten Jahrzehnten überhaupt nicht aufgetreten sind. Allerdings hat ich daneben ein eigenes kanadisches Nationalgefühl entwickelt, das selbst Männer, die in ihrer Jugend aus England einwanderten, ergriffen hat. Ihre Parole „Kanada den Kanadiern" richtet sich ebensogut Reichshauptstellenleiter Schröder bat dann den Stellvertreter des Führers das Wort von 1913 hinzu. Deutsches Reich Großbritannien Vereinigte Stachen Japan Niederlande Dänemark Schweden wie die deutschen Schaffenden seinen Kampf und seine Siege vergessen werden. Wenn bereits bis heute so viele deutsche Muster« betriebe mit der goldenen Fahne ausgezeichnet werden konnten, so sei es hier wie überall d i e starke Einzelpersönlichkeit, die das Vorbild gebe und ihre- Umgebung mit sich reiße. Wir dürften nie vergessen, daß nicht die Organisation oder die Organisationsform, nicht der sachliche Begriff des Unternehmens oder des Betriebes das Entscheidende ist, entscheidend sei die Persönlichkeit des Betriebsführers und die Persönlichkeit des Arbeiters. Für solche hervorragenden Männer der Wirtschaft habe der Führer die Auszeichnung „Pioniere d e r A r b e i t" und das Ehrenzeichen dazu in Gold gestiftet. Diese Auszeichnung wurde im vergangenen Jahre erstmals an den Betriebsführer. des nationalsozialistischen Musterbetriebes Friedrich Krupp A. G., Parteigenossen Krupp von Bohlen-Halbach verliehen. Mit beson- derer Freude könne er heute drei Parteigenossen die Ernennung übermitteln, die mit ihren hervorragenden Leistungen zugleich in besonders enger Verbundenheit zum Kampf des nationalsozialistischen Deutschlands stünden. Den Reichsleiter für die Presse, Parteigenossen Max Amann, den Reichspostminister, Parteigenossen Dr. Ohne- sorge und den Parteigenossen Professor Dr. Willy Messerschmitt. Sie, Parteigenosse Amann, haben aus kleinsten Anfängen heraus die Hauptzeitung der Bewegung zum größten Blatt Deutschlands und zugleich den mit ihr verbundenen Verlag zum größten Unternehmen seiner Art entwickelt, unter unendlich schwierigen Verhältnissen der Kampfzeit. Sie haben nach der Machtergreifung und mit der ganzen Energie ihrer Person- kann nicht geschrieben werden, ohne der Frauen und Männer zu gedenken, die sie geschaffen haben. Wenn die deutschen Arbeiier den Unterschied in den Verlusten auf beiden Seiten sich vor Augen halten, so könne jeder sich sagen: auch seine Arbeit habe deutschen Vätern und Söhnen das Leben gesichert, auch seine Arbeit sei ein Teil des Sieges. Der deutsche Soldat wisse, die Einzigartigkeit und die Fülle seiner Waffen und seines Materials, die banfe er der unermüdlichen was von Ihnen, Stellvertreter des Führers, so wundervoll ausgedrückt wurde mit den Worten: „Festung des inneren Frieden s". Zwei Jahre Kriegszeit haben auch auf diesem Sektor unseres nationalen Lebens bewiesen, in wekchem Maße der Gedanke der Betrieksgemeinschaft die Grundlage unseres Volkslebens entscheidend umgestaltet hat. Entscheidend für die Gestaltung und die Leistungen dieser Musterbetriebe wie überhaupt aller deutschen Betriebe sind vor allen Dingen ihre Betriebsführer gewesen. Deutschland kann stolz sein auf seine Betriebsführer, die, an der Spitze ihrer Be- ttiebsgemeinschaft stehend, mit ihnen diesen Leistungsstand erreicht haben. Der Einsatz der Frauen ebenso wie der von Millionen betriebsfremder oder arbeitsentwöhnter Gefolgschaftsmitglieder erforderte vor allem auch berufserzieherische und Schulungsmaßnahmen. Auf diesem Gebiet hat die DAF. Vorbildliches geleistet. Nachdem der Redner dann das Verdienst der Block- und Zellenobmänner und der Betriebsobmänner, die ebenso wie Ingenieure und Erfinder im Kriege ihre Bewährungsprobe abgelegt hätten, erwähnt hatte, zählte er die ausgezeichneten Musterbetriebe auf und betonte, daß im Arbeitsjahre 1941/42 insgesamt 419 Bettiebe die goldene Fahne tragen. Gleichzeitig werden 3577 mit Leistungsabzeichen ausgezeichnete Betriebe und rund 7000 Gaudiplombetriebe als Vorbild nationalsozialistischer Arbeitsauffassung die Kerntruppe des neuen Leistungskampfes bilden. Phrasen über den Mut und die Treue der Griechen zum Besten zu geben. Churchill selbst warf in seiner Erklärung in der üblichen Weise mit völlig willkürlichen Zahlenangaben über die Stärke der in das griechische Abenteuer verwickelten britischen Truppen um sich und behauptete selbstverständlich, daß dem größten Teil dieser Truppen der Rückzug auf die Schiffe „erfolgreich" gelungen sei. Auf die peinliche Zwischenfrage, ob die eingeschifften Soldaten auch wirklich ihre Stützpunkte erreicht hätten, antwortete Churchill allerdings ziemlich kleinlaut: „I ch glaube, es verhüll sich so." Im übrigen diente ihm die erneut eingestandene Ueberlegenheit der deutschen Luftwaffe als willkommene Ausrede., und auch die schweren verlustreichen Kämpfe der als Nachhut geopferten australischen und neuseeländischen Truppen gegen die deutschen Panzereinheiten wußte er mit ungewöhnlicher Offenheit zu schildern. Auf eine Frage nach den M a t e r i a l v e r l u st e n gab Churchill die verblüffende Antwort, daß das schwere Kriegsmaterial „natürlich" nicht mitgeführt werden konnte, wobei er als Trost die seltsame Bemerkung hinzufügte^ „die Deutschen hätten \ja keinen Mangel an schwerem Material" (!) Die Mitglieder des Unterhauses müssen aus diesen jämmerlichen Ausflüchten Churchills und Edens den Eindruck bekommen haben, daß England alle seine militärischen Unternehmungen Norwegen, Dünkirchen, Cyrenaika und jetzt Griechenland — ausschließlich deswegen durchgeführt hat, um sich baldmö glichst' unter schwersten Verlusten wieder zurückzuziehen und alles Kriegsmaterial den Deutschen zu überlassen, die es eingestandenermaßen gar nicht einmal brauchen. Ob die britische Oesfent- lichkeit sich mit dieser „Aufklärung" zufriedengeben wird, bleibt zu bezweifeln. Diesen Eindruck hatte offenbar sogar Churchill selbst, der zum Schluß versicherte, er glaube versprechen zu können, daß er bei der Unterhausdebatte in der nächste Woche „n o ch genauere Angaben" machen könne. Die Persönlichkeit schafft die nationalsozialistische Betriebsgemeinschast. Oer Stellvertreter des Führers verkündet auf der Sihung der I^eichsarbeitskammer die Ernennung von drei „Pionieren der Arbeit". Veränderungen im Kabinett Churchill Neue Minister für Flugzeugproduktion und Schiffahrt. Kanada und USA Von unserem S.-Berichterstatter. Diese nüchterne v z überaus interessant. 1937 war in der ganzen Welt (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Lissabon, Ende April 1941. Der liberale Ministerpräsident von Kanada, Mackenzie King, hat folgenschwere Entscheidungen bekanntgegeben. die in London sicherlich nicht als besonders britenfreundlich angesehen werden. Er hat zunächst ntttge teilt, er werde nicht an der von. Churchill anberaumten britischen Reichs« konferenz in London teilnehmen, da er in Kanada wichtiger sei. Das ist ein kaum verhüllter Angriff gegen den Ministerpräsidenten Australiens, Menzies, der feit Atonalen in London sich als Propagandaredner für Churchills Hirngespinste verwenden läßt und darüber die wachsende Opposition übersieht, die sich in Australien gegen die Zumutung geltend macht, für die leichtfertigen Improvisationen der britischen Kriegführung zu verbluten. Weiter gab der kanadische Ministerpräsident bekannt, etwa Mitte Mai werde Roosevelt mit feinem Besuche Kanada beehren, und schließlich — das Wichttgste — unterzeichnete Mackenzie King ein Abkommen, durch das Englcnd auf zwei skhr wesentliche, ja entscheidende Souveränitätsrechte in Kanada verzichten muß, anscheinend, ohne Churchill überhaupt gefragt zu haben: Danach werden die USA. dos Recht erhalten, Truppen in unbeschränkter Höhe in Kanada einmarschieren zu lassen, und ferner wird der Hafen H a - lifax mit seinen Befestigunganlagen den USA. überlassen. Das bedeutet prakttsch die Auslieferung Kanadas an die USA., und ergänzt wird diese Auslieferung durch die Bestimmung, zwischen Kanada und den USA. sollten alle Zollschranken niedergerissen werden. Wir wollen nicht untersuchen, welche staatsrechtlichen Konsequenzen dieser trockene Staatsstreich Mackenzie Kings für das gesamte Empire hat. Die Begründung, kanadische Truppen sollten England kräftiger helfen können und die Soldaten der USA. sollten dafür die Rolle der kanadischen Truppen in der Heimat übernehmen, ist so fadenscheinig, daß fein Wort darüber zu verlieren ist. Die seltsame Bemerkung der „Times", der Wert der Verbtn- dung von Kanada und USA., für England werde „mit jedem Tag deutlicher", soll wohl nur verdecken, daß London völlig aus dem Spiel ausgeschaltet ist, denn andererseits wird offen zugegeben, die Grenzen zwischen Kanada und den USA. seien praktisch verschwunden. Wir können von hier aus nicht feststellen, welche Aufnahme diese Mechodc Mackenzie Kings in der kanadischen Oeffenttichkeit gefunden hat, die zu gut einem Drittel französisch ist und de Gaul- les Verrätereien ebenso ablehnt wie die Kriegs- treibereicn der kanadischen Regierung. An und für sich war dieses Abkommen, mit dem Roosevelt unb der kanadische Ministerpräsident sicherlich ganz bestimmte und nicht gerade londonfreundliche Zwecke verfolgen, überflüssig, denn schon vor einem Jahr war festgelegt worden, daß Kanada keine Truppen gegenüber den USA. ausstellen und diese ebenfalls nicht Kanada bedrohen würden. Gegen wen ist also das Abkommen geschlossen worden? Und für wen? Die furchtbare deutsche Gefahr für die Unabhängigkeit und plutokrattsche Freiheit der USA. und Kanadas ist sicherlich wesenloser als die Gefahr für diese Länder, von „schwer bewaffneten Marsmenschen" überfallen zu werden, wenn man auch allen Ernstes in den kriegshetzerischen Börsenkreisen der USA. solche Gefahren von Deutschland zu fürchten vorgibt. In Wirklichkeit hat Roosevelt durch seine neueste Taktik sich für den sicheren Fall, daß das englische Empire mit England zusammenbrechen wird, ein Vorkaufsrecht au Kanada gesichert und damit einen allen Traum des amerikanischen Imperialismus, der in den Unabhängigkeitskriegen und auch 1812 nicht verwirklicht werden konnte, weil die Yankees Prügel bekamen, der Verwirklichung nähergebracht. Daß Kanada heute wirtschaftlich und politisch sich den USA. verschrieben und die ohnehin nur noch losen Bindungen an das Mutterland noch weiter gelockert hat, steht außer Frage. Bereits der — schließlich nicht zustande gekommene — Gegenseitigkeitsverttag zwischen Kanada und btn USA. von 1912 würbe von den Briten als Abfall vom Mutterlande betrachtet unb nur mit Mühe rückgängig gemacht. Seit jener Zeit ist bie Einwanderung in Kanada in der Hauptsache nicht über den Atlantik, sondern aus dem Nordwesten der USA. erfolgt unb damit die Nei- Augsburg, 1. Mai. (DNB.) Am nationalen Feiertag des deutschen Volkes wurden auf einer Tagung der Reichsarbeitstammer in den Messerschmitt-Flugzeugwerken in Augsburg vom Stellvertreter dds Führers und dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die Betriebe verkündet, denen der Führer die Auszeichnung „Nationalsozialistischer M u st e r b e t r i e b" verliehen hat. Ihre Bedeutung erhielt diese Veranstaltung durch die Ernennung von Reichsleiter Amann, Reichsminister Ohnesorge und Professor Messerschmitt zu „Pionieren der Arbeit". Gleichzeitig verkündete der Stellvertreter des Führers den 5. Leistungskampf der deutschen Bettiebe für das Jahr 1941/42. Als Vertreter des Beauftragten für den Leistungs- kampf der deutschen Betriebe betrat als erster Reichshauptstellenleiter Schröder das mit dem goldenen Rad geschmückte Podium, das von den mehr als 400 goldenen Fahnen der NS.-Muster- betriebe umsäumt war. Der Leistungskampf 1940/41, so sagte er, ist ein Kriegsleistungskampf gewesen. Die Erziehung zum vollen Einsatz des einzelnen Be- ttiebsführers wie des Gefolgschaftsmitgliedes und damit Erreichung höchster Leistung der einzelnen Betriebsgemeinschaft ist Sinn und Inhalt dieses Kampfes gewesen. Was an Vorbildlichem geschaffen wurde, ist entstanden in freier Gestaltung aus echter sozialer Selbstverantwortung. So sind unsere na- ttonalsozialistischen Musterbettiebe das geworden, Schiffe, die gebaut werden können. Engländer unb Amerikaner erklären abwechselnd den Bau von Schiffen ober von Flugzeugen als vor- bringlich. In beiden Staaten werden große Anstrengungen gemacht, um die hohen Dersenkungs- ziffern einigermaßen durch Neubauten auszugleichen. Wir Hoden schon wiederholt darauf hin- gewiesen, daß solche Anstrengungen nur auf sehr lange Frist und auch dann nicht im vollen Maße Ersatz schaffen können. Es wird aber interessieren, wieviel Schiffe die wichtigsten Schiffahrtsländer i n Öen lebten Friedensjahren bauen konnten. Vergleichsweise fügen wir die entsprechenden Zahlen aegen London wie gegen die Vorherrschaft Washingtons, und es fft durchaus möglich, ja, wahr-- scheinlich, baß Mackenzie King die Kriegsnöte Englands benutzt hat, um auch diesem kanadischen Nationalismus eins zu versetzen und zwar dadurch, indem er Kanada sozusagen an die USA. verschachern möchte. Unter dem Schein der Anglophilie hätte dieser kanadische Judas also dann ein doppeltes Geschäft gemacht. Aber ob Kanada ein Blinddarm im Körper der USA. wird ober seine Selbständigkeit noch stärker betont, hängt nicht nur von Mackenzie King ab. Jedenfalls ist aber Kanada zu seiner Unabhängigkeit von der englischen Mutterinsel mindestens einen entscheidenden Schritt weitergegangen. Stockholm, 2.Hlai. (DNS. Funkspruch.) Das brllifche Mlnisterpräsiblum gab folgende wichtige Aenderungeu im Kabinett Churchill bekannt: Oberstleutnant 3. T. C. Moore-B rabazon, bisher Verkehrsminister, wurde zum Mini st er für die Flugzeugproduktion ernannt an Stelle von Lord Beaverbrook, der den Posten eines Skaatsministers erhalt. Die Ministerien für die Schiffahrt und für den Verkehr werden zusam- m en gelegt und F. 3. Leathers übertragen. Leathers war bisher Berater für Kohlenfragen im Schiffahrtsministerium. R. h. Croß, der bisherige Schiffahrtsminister, erhält den Posten eines Oberkommissars in Australien. Oberst 3. 3. L l e w e l l i n wird parlamentarischer Sekretär im Ministerium des Verkehrs und F. Man tag ue parlamentarischer Sekretär im Ministerium für die Flugzeugproduktion. Ausflüchte Churchills und Edens. Berlin , 30.April. (DNB.) Angesichts des immer stürmischeren Verlangens der englischen Oef- fenllichkeit nach Aufklärung über die katastrophalen Folgen des von ihm in feiner bekannten leichtfertigen Art angegettelten Balkanabenteuers wußte Churchill sich nicht anders zu helfen, als am Mittwoch im Unterhaus endlich eine kurze Erklärung von sich zu geben. Auch Außenminister Eden nahm das Wort, verschanM sich aber sofort hinter einem angeblichen Schreiben der geflohenen englandhörigen griechischen Regierung, die bereite am 21. April (!) die Zurückziehung der britischen Truppen aus Griechenland vorgeschlagen haben soll, „da ihre weitere Aufopferung überflüssig sei". Nach der Verlesung dieses offensichtlich bestellten Schriftstückes beschränkte sich Eden daraus, einige billige ein gutes Geschäftsjahr. Trotzdem liefen in England um mehr als die Hälfte weniger Schiffe vom Stapel als 1913. In den vorausgegangenen Krisen- jahren war es manchmal nur ein knappes Viertel der Stapellaufe von 1913. Und auf der anderen Seite sehen wir, daß Japan, die Niederlande, Dänemark und Schweden ihren Schiffbau gegenüber 1913 ganz gewaltig entwickelt haben. Japan hlst seinen Schiffsbau mehr als versieb e n f a ch t, Schweden vemeunfacht! Die allen Schiffbauländer wie Holland und Norwegen haben ebenfalls wesentliche Steigerungen auszuweisen. Jetzt verstehen wir erst das ganze Vollgewicht des Vorwurfes eines englischen Gewerkschaftlers, der dieser Tage den englischen Schiffs bauern vorwarf, daß sie Werften über Werften geschlos. s e n hätten, weil andere Kapitalanlagen verlockender und müheloser gewesen seien. Die einfache Wahrheit ist: im Jahre 1913 war England noch der große Schiffsbauer für die ganze Welt. Nur Deutschland hatte eine eigene respektable Werstindustrie entwickelt. Im Gefolge des Well- krieges haben sich die seefahrenden Völker von dem britischen Schiffsbaumonopol freigemacht und damit sank die Zahl der Stapelläufe in England einfach katastrophal. Was das in der heutigen Zeit bedeutet, wird sofort klar, wenn wtt uns erinnern, daß selbst im Februar, der für die deutsche Seekrieg- sührung nicht sehr geeignet ma'*, rund 740 000 BRT. versenkt worden sind, also fast so viel als England in dem guten Friedensjahr 1937 überhaupt an Schiffen bauen konnte. Dazu kommt hinzu, daß die englischen und amerikanischen Werften für den Bau von Kriegsschiffen und für Reparaturen an Handels- und Kriegsschiffen aufs stärkste beansprucht firtb. gung, sich vom Mutterlande vollständig zu trennen, verstärkt worden. Kanada war das er|te Dominion, das sich selbständig zeigte. Es unterzeichnete das Versailler Diktat seivständig; es war selbständiges Mitglied des Genfer „Völkerbundes", es richtete als erstes Dominion eine selbständige Gesandtschaft in Washington ein und die mannigfachen Reibereien zwychen London und Kanada führten zu der Einberufung der großen Reichskonferenz 1932 nach Ottawa (nicht nach London), die Beschlüsse über Vorzugszölle der Dominien faßte. Diese dürften nunmehr durch das Abkommen Roosevelt-Mackenzie King für Kanada hinfällig geworden sein. Die drückende Wirffchastskrise, die Kanada heimsuchte, hatte schon vor 1929 zu Austtittsbewegungen der sog. Seeprovinzen des dünn bevölkerten unb ver- ftäbterten Lanbes, also in Neuschottlanb, Neubraün- ichweig, auf ben Prince Ebwards Jslanbs geführt, die nur durch große Zugeständnisse der Dominial- regierung in Ottawa beschwichtigt werden konnten. Tie Franco-Kanadier, die 30 v. H. der Bevölkerung ausmachen gegen 50 v. H. britischen unb 30 v. H anderen Ursprungs, ftnb von jeher gegen Englanb gewesen, unb währenb des Weltkrieges mußte die allgemeine Wehrpflicht in ihren Gebieten gestoppt werben. Auch währenb dieses Krieges machen sie sich sehr in anti-englischem Sinne bemerkbar. Das Ziel der franco-kanadischen Nationalisten ist bie . - -- -- -- « . . „refrancisation - Kanadas, wobei religiöse Fragen trieb zusammengeschloffen für den hohen Zweck ber feine entscheidende Rolle mitspielen. 1 Volksgemeinschaft schassen» ftndet in der Fahne ihr uchkeit, die deutsche Presse von der Verlegerseite her zu einem einheitlich gestalteten Instrument des nationalsozialistischen Staates gemacht. Ihnen ist es wesentlich zu danken, wenn heute dem national, sozialistischen Deutschland in seiner Presse eines der wichtigsten Kampfmittel uneingeschränkt zur Verfügung steht, das seinen Teil beigetragen hat und laufend beiträgt zum Siege. Sie, Parteigenosse Ohnesorge, haben schon im Weltkriege außerordentliche Leistungen auf Ihrem Arbeitsgebiet der Nachrichtenmittel vollbracht, die kein Geringerer als General Luden- borff besonders hoch eingeschätzt hat. Nachdem Die in frühester Kampfzeit bereits den Weg zum Führer fanden, haben Sie dem kommenden nationalsozialistischen Deutschland gedient in einem Ausmaß, wie es heute der Oeffentlichkeit noch gar nicht gesagt werden kann. Ihnen ist es vor allem zu verdanken, wenn unsere Luftwaffe auf dem Gebiet der drahtlosen Navigation einen unabsehbaren Vorsprung vor dem Gegner hat. Darüber hinaus leiten Sie feit vielen Jahren den riesigen Arbeitsorganismuß der Reichspost, der im Kriege eine ungewöhnliche Bewährungsprobe ablegte. Sie, Parteigenosse Professor Dr. Messerschmitt, sind der Konstrukteur der ersten Jagdflugzeuge und Zerstörer der Welt. Ich weih es zum Teil aus persönlichem Erleben, gegen welche Schwierigkeiten Sie sich mit Ihren neuen Ideen durch- Mringen hatten. Daß Sie aller Anfeindungen zum Trotz Ihren genialen Konstruktionen zum Siege verhalfen, ist es zu danken, daß Deutschlands Lustwaffe auch auf dem Gebiet des Jagdflugzeuges feine heutige unbestrittene Ueberlegenheit über seine Gegner besitzt. Auf Grund seiner eigenen Erinnerungen, sagte Rudolf Heß weiter, sei die Feierstunde im großen Messerschmitt-Werk in Augsburg für ihn besonders schön. Er kenne dieses Werk aus einer Zeit, als der ganze Betrieb sich aus ein paar Bauten zusammensetzte, die man heute unter den Riesenhallen gewissermaßen mit der Lupe suchen müsse. Gern erinnere er sich an die Zeiten, da er hier mit seinem Messerschmitt-Sportvogel landete. Damals kannte er hier fast jeden Arbeiter von Angesicht, und wohl jeder Arbeiter, der mit Sportmaschinen zu tun hatte, kannte ihn. So erfülle es ihn mit besonderer Bewegung, die diesjährige Auszeichnung der nationalsozialistischen Musterbetriebe gerade von dieser Stätte aus vorzunehmen. Unter dem Beifall der Tausende überreichten Rudolf Heß und Dr. Ley den drei „Pionieren der Arbeit" das Ehrenzeichen in Gold und den Betriebsführern tnti) Obmännern der neu ausgezeichneten Musterbetriebe die Stiftungsurkunden. Dann nahm Dr. Ley das Wort zu einer kurzen Schlußansprache, in der er allen Männern und Frauen, die um den edelsten Preis kämpften, als mustergültige Betriebsgemeinschaft anerkannt zu werden, dankte. Aber auch in dieser Stunde, so rief Dr. Ley abschließend aus, wollen wir daran denken, daß alles das, was wir sind und haben, wir nur einem Manne verdanken, der Deutschland aus Schmach und Not herausgeführt hat zum Licht, der uns den Glauben und damit die Kraft zum Sieg gab: Adolf Hitler. Ihm gilt in dieser Stunde unser Gruß! Die neuen „Pioniere der Arbeit". Berlin, 1. Mai. (DNB.) Das vom Führer rm August 1940 gestiftete Ehrenzeichen „Pioniere der Arbeit" wird auf Vorschlag des Reichsorganisations- leiters der NSDAP, und Leiters der Deutschen Arbeitsfront durch den Führer verliehen an die Leistungsbesten aus den Reihen der Betriebsführer und -obmänner von nationalsozialistischen Musterbetrieben, außerdem an Männer, die in der Gestaltung des deutschen Arbeitslebens einmalige Leistungen vollbracht haben. Das Ehrenzeichen zeigt in einem stehenden Oval, dessen Rad ein goldener Lorbeerkranz bildet, vor einem roten Emaille-Hintergrund auf dem goldenen DAF.-Rad mit weißer Emaille- einlage den goldenen Hoheitsadler. Es wird auf der linken Brustfelle getragen. Die neuen Träger dieses Ehrenzeichens sind Reichsleiter Amann, Reichsminister Ohnesorge und Professor Messerschmitt. Reichsleiter Amann. Max Amann, Reichsleiter für die Presse, Obergruppenführer, wurde 1891 geboren. In derselben Kompanie des Regiments List, in dem Adolf Hitler Meldegänger war, stand Amann als Oftizier- stellvertreter. 1921 folgte Amann dem Rufe des Führers und wurde erster Geschäftsführer der Partei. Die Teilnahme am Münchener Aufstand brachte Amann sechs Monate Untersuchungshaft uiti) IVa Monate Festungshaft ein. 1925 war er wieder Leiter des Zentralparteiverlages, der sich neben dem Zeitungsverlag zu einem bedeutenden Bücherverlag entwickelte. Die Herausgabe des Führerwerks „Mein Kampf" war wie alle späteren Derlagsideen auf die Initiative Amanns zurückzuführen. Als Reichsleiter für die Presse und Vorsitzender des Vereins deutscher Zeitungsverleger hat Max Amann das Verlagswesen der gesamten deutschen Presse national - so statistisch geordnet. In Max Amann hat der alte Begriff des Verlegers eine nattonalsozialistische Wandlung erfahren; in ihm trifft sich der politische LoDat und Kämpfer mit dem Rechner; glühende Begeisterung und kühle Sachlichkeit vereinigen sich in einem Amt, das beides nötig braucht. Reichsminister Or. ing. e. h. Ohnesorge _ Reichspostminister Ohnesorge wurde 1872 als Sohn eines Telegraphenbeamten in Gräfenhainichen bei Bitterfeld geboren. Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Frankfurt a. M. trat er 1890 in die Reichspost- und Telegraphenverwaltung ein, legte 1897 die höhere Staatsprüfung ab und studierte in Kiel und Berlin Mathematik und Physik. Als der Weltkrieg ausbrach, wurde der damalige Postrat Ohnesorge Referent für das Nachrichtenwesen bei der Obersten Heeresleitung. 1915 übernahm er unter Ludendorff die Telegraphendirektion des Großen Hauptquartiers. Eine Erfindung aus dieser Zeit ist die „Ohnesorge-Vierdrahtschaltung". 1920 gründete er die erste NSDAP.-Ortsgruppe außerhalb Bayerns in Dortmund. Mit der Parteimitgliedsnummer 43 zählt er zu den ältesten Mitkämpfern des Führers. Als Postrat in Dortmund, als Abteilungsdirektor der Reichspostdirektion Berlin und als Präsident des Neichspostzentralamtes förderte er die Entwicklung des Fernmeldewesens in ungeahntem Maße. 1933 wurde Ohnesorge Staatssekretär im Reichspostministerium. Neben den Aufgaben der Verwaltung, der Forschung und technischen Entwicklung — auch zahlreiche eigene Patente auf diesem Gebiet zeugen davon — tjat der Reichspostminister jederzeit größtes Verständnis den sozialen Belangen seiner Gefolgschaft entgegengebracht. So wurde die Reichspost zum Vorkämpfer für die Idee des Leistungskampfes auf dem staatlichen Sektor. Professor Messerschmitt. Professor Diplom-Ing. Dr.h. c. Willy Messerschmitt wurde 1898 in Frankfurt am Main als Sohn eines Weinhändlers geboren. Nach dem Abiturienten- Examen wurde er 1917 Soldat 6et den Minenwerfern, obwohl er sich zu den Fliegern gemeldet hatte. Erst 1918 gelang es ihm, zur Fliegerschule Schleißheim zu kommen. Nach dem Kriege studierte er an der Technischen Hochschule München. Schon im Alter von 11 Jahren hatte Willy Messerschmitt, seitdem er auf einer Ferienreise an den Bodenfee das Zeppelin-Luftschiff gesehen hatte, sich in jeder Stunde mit Flugzeugmodellen beschäftigt. Als 15- jähriger unternahm Messerschmitt seinen ersten Segelflug in Bamberg. Nach dem Kriege nahm er in der Rhön das Segelfliegen wieder auf, und 1919 wurde die Firma Hardt-Messerschmitt gegründet, die sich mit dem Bau von Segelflugzeugen beschäftigte. 1922 begann er in Bamberg, eigene Flugzeuge zu konstruieren. Mit der „M 17" gewann die Messerschmitt G. m. b. H. verschiedene Wettbewerbe, ihr erstes Metallflugzeug „M 18" wurde Derkehrsmaschine. 1927 kam eine Interessengemeinschaft zwischen Messerschmitt und den Bayerischen Flugzeugwerken in Augsburg zustande. Für den Sachsenflugwettbewerb konstruierte Messerschmitt zwei Flugzeuge, die überlegen den ersten Preis gewannen. Die 60 000 Mark, die er dafür erhielt, benutzte Messerschmitt dazu, in die Bayerischen Flugzeugwerke einzutreten. Auch 1929 in Paris und 1930 in Berlin gewannen seine Flugzeuge erste Preise. Einige Unfälle regten ihn dazu an, sich besonders mit Windbewegungen und Böen zu beschäftigen und dabei Erfindungen zu machen, die heute für den gesamten Flugzeugbau maßgebend sind. So wurde bereits 1933 ein hochwertiger Einsitzer „M 23" gebaut, aus der sich dann später die „Me 109", unser bestes Jagdflugzeug entwickelte, mit dem 1939 der heute noch gehaltene Weltrekord von 755 Stundenkilometer geflogen wurde. Die Erfolge Messerschmitts beruhen vor allem aber auf seiner Fähigkeit, sich eine Gefolgschaft hevanzuziehen, die wahrhaft eine nationalsozialistische Betriebsgemeinschaft bildet. Vier neue Musterbetriebe in Hessen-Mau. NSG. Auf der Tagung der Reichsarbeitskammer in Augsburg am 30. April wurden vier r t) c i n • mainische Betriebe als Nationalsozialistische Musterbetriebe ausgezeichnet und erhielten damit das Recht zur Führung der Goldenen Fahne der Deutschen Arbeitsfront. Die ausgezeichneten Betriebe sind die Deutsche Forschungsan st alt für Segelflug e. V. in Darmstadt, die Firma I.P.V.- Antrieb Werner Reimers K.-G. in Bad Homburg, die Möbelfabrik Ernst Lust in Lampertheim und die Vereinigten Deutschen Metallwerke, Werk Heddernheim, in Frankfurt a. M. Zugleich mit dieser Auszeichnung wurde den Betriebsführern und Betriebsobmännern dieser Betriebe die Goldene Nadel der Deutschen Arbeitsfront verliehen. Der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug wurde bereits früher durch Gauleiter Sprenger das Gaudiplom für hervorragende Leistungen verliehen. Der Betrieb ist im Sinne der Richtlinien des Amtes „Schönheit der Arbeit" unter reqer Mitarbeit der Gefolgschaft vorbildlich erbaut. Ein Schwimmbad wurde teilweise in Gemeinschaftsarbeit geschaffen. An der Spitze des Betriebes steht als Betriebsfübrer Professor Georgi, eine weltbekannte Kapazität, der die Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront mit Begeisterung erlebt. Die Gefolgschaft gehört geschlossen der Deutschen Arbeitsfront und der NSV. an. Der DAF.-Walter-Stab ist gut besetzt. Es besteht eine aktive Spiel- und Sportgemeinschaft. In der Gemeinschaftsverpflegung erhalten die Gefolg- schaftsmitglieder warmes Essen. Den Siegern im Reichsberufswettkampf läßt der Bettieb besondere Forderung zuteil werden. Eine eigene Lehrwerkstätte sorgt für gute Berufsausbildung. Besonders angelegen läßt sich der Betrieb die Gesundheitsvorsorge sein. Die P.I.V.-An trieb Werner Reimers KG. ist ein Betrieb, der sich von klein auf entwickelte. An dem Betrieb, der bereits mit dem Gaudiplom und dem Leistungsabzeichen für vorbildliche Förderung von ,Kraft durch Freude" aus- gezeichnet ist, ist besonders die kameradschaftliche Einstellung des Betriebsführers zu feiner Gefolg- |d)aft und die Kameradschaft der Gefolgschaftsmll- glieder untereinander hervorzuheben. An besonders beachtlichen Leistungen sind die hervorragende Gestaltung der Berufserziehung, eine glänzende Lehrwerkstatt, ein eigenes Schwimmbad, ein Schieß- stand und ein Sanitätszimmer, die Einsetzung eines Werkarztes und Bestrahlungen auf Kosten des Betriebes zu nennen. Der Betrieb gibt eine warme Werksverpflegung. Ein Werkschor ist vorhanden. Eine vorbildliche Lohn- und Akkordberech- nnng gibt jedem Arbeitskameraden den gerechten Lohn. So erzielt der Bettieb durch seine sozialen Leistungen einen sehr geringen Krankenstand, eine zufriedene Gefolgschaft und eine reibungslose Durchführung feiner wirtschaftlichen Aufgaben , Auch die Möbelfabrik Gruft Lust besitzt bereits das Gaudiplom und das Leistungsabzeichen x « Forderung von „Kraft durch Freude . Der Betrieb ist in neuzeitlicher Bauform noch.den Richtlinien des Amtes „Schönheit der ^beit erbaut. Der Betrieb hat tadellose Wasch- und Duschraume und einen wunderbaren Gefolgschaftsraum. Er ist ringsum von. Grünanlagen um- aeben. Durch moderne Maschinen ist die Gefolg- schaft körperlich wesentlich entlastet. Wir finden einen Bettiebsarzt, Betriebssportgemeinschaft, Sport- P Werksküche, Singgemeinschaft, .enw Siedlergemeinschaft. Die Gefolgschaft beteiligt sich geschlossen am Ortskultur- nng der NS -Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Die Berufsausbildung steht unter Leitung eines hauptamtlichen Ausbildungsleiters. Die Frau des Bettiebsführers hilft täglich in der Werksküche. So steht hier eine wahre Leistungsgemeinschaft an Das Werk Heddernheim der Dereiniaten Deutschen Metallwerke besitzt neben dem Gaudiplom bereits das Leistungsabzeichen für vorbildliche Berufserziehung. Ein tüchtiger Ausbil- dungskelter. hält die Lehrlinge in der Lehrwerkstätte straff zusammen und versteht es sie auch weltanschaulich zu betreuen und zu erziehen. Ein Berufserziehungswerk für die Erwachsenen ist vorhanden. Die Lehrlinge erhalten morgens eine warme Suppe. Es finden laufende Kontrolluntersuchungen für die Lehrlinge durch den BettiHs- arzt statt. Die Turnstunden der Lehrlinge stehen unter der Leitung des Betriebssportlehrers. Bei der Einstellung erfolgt eine Täuglichkeitsuntersu- chung durch den Betriebsarzt und die Zuweisung einer entsprechenden Tätigkeit. Zur Betreuung der Angehörigen der Gefolgschaft ist eine Soziale Betriebsarbeiterin vorhanden. Es besteht eine Werkfrauengruppe, ein Werkskindergarten mit NS.- Schwester und eine Werkbücherei. Eine sehr aktive Werkschar mit Spielmannszug und Musikzug ist Die Säuberung des südlichen Peloponnes Oer Wehrmachibencht Berlin, 1. Mai. (BJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3n Griechenland setzten Verbände des deutschen Heeres die Säuberung des südlichen Peloponnes von versprengten Teilen der britischen, griechischen und serbischen Truppen fort. Bei Angriffen auf die Sudabucht auf Kreta beschädigte die deutsche Luftwaffe einen großen Tanker und zwei große Handelsschiffe durch Bombentreffer schwer. 3n Nordafrika führte Späh- und Stohtrupp- tätigkeit der deutschen und italienischen Truppen zu örtlichen Erfolgen. Deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge versenkten im Hafen von Tobruk ein Handelsschiff von 5000 BRT. und erzielten in den Befestigungsanlagen um Tobruk sowie bei Fort P a l a st r i o n schwere Zerstörungen und ausgedehnte Brande. — Aufklärungsflugzeuge bekämpften eine Funkstation, Feldbefestigungen sowie Ansammlungen von Kraftfahrzeugen und Panzerwagen mit guter Wirkung. In der letzten Nacht griffen deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge den Hafen von La Valetta auf Malta sowie den Flugplatz Venezia erneut mit gutem Erfolg an. Am Morgen des 1. Mai wurden in Luftkämpfen über der Insel drei Jagdflugzeug? vom Muster hurricane abgeschossen. Ein Unterseeboot unter Führung des ftapltihi- Icutnants Heßler meldet die Versenkung eines Dampfers von 7000 BRT. Damit hat dieses Unterseeboot auf feiner jetzigen Unternehmung bereits 42 650 BRT. feindlichen handetsfchiffsraumes oer- senkt. Erfolgreiche Angriffe der deutschen Luftwaffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der Süd - und OstküsteEnglands. Flugzeuge der bewaffnete» Aufklärung beschädigten im Seegebiet um Großbritannien ein größeres Handelsschiff schwer. In der Nacht zum 1. Mai versenkte die Luftwaffe vor der schottischen Ostküste einen Frachter von 1000 BRT. und beschädigte zwei weitere Frachter sowie einen Zerstörer so schwer, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwächeren Kräften an verschiedenen Stellen Norddeutschlands und in Außenbezirken der Reichshauptstadt Spreng- und Brandbomben. Militärischer oder wehrwirtschaftlicher Schaden entstand nicht. Einige Zivilpersonen wurden getötet ober verletzt. Oberleutnant Müncheberg errang bei Luftkämpfen über der Insel Malta feinen 39. und 40. Luftfieg. Italienische Fallschirmjäger besehen Kephallenia und Zante. Oer italienische Bericht Rom, 1.Mai. (DNB.) Der italierNsche Wehrmachtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: Ein Verband der Luftwaffe und Abteilungen Fallschirmjäger haben unter dem Schutz von Bomber- und Jagdverbänden gestern die Inseln von Kephallenia und Zante beseht, heute Morgen sind Jnfanterieabteilungen von Albanien her auf der Insel Santa Maura gelandet. Italienische und Kampfflugzeuge des deutschen Fliegerkorps haben ihre Vernichtungsangriffe gegen den Stützpunkt von La Valetta fortgesetzt. Ls entstanden sehr große Zerstörungen und Brände. Im Aegäischen Meer haben unsere Torpedoboote einen stark geschützten feindlichen G e I e i I j u g angegriffen. Ein Kreuzer und ein großer Zerstörer erhielten Torpedotreffer. Trotz der heftigen Gegenwirkung der Artillerie der feindlichen Begleileinheiten kehrten unsere Torpedoboote unbeschädigt zu ihren Stützpunkten zurück. — Es gelang einem unserer Aufklärungsflugzeuge, das den Geleitzug ausgemacht hatte, und das von 5 englischen Flugzeugen angegriffen worden war, zwei Engländer abzuschießen und darauf unversehrt an den eigenen Stützpunkt zurückzukehren. In Nordafrika haben italienische und deutsche Aufklärungsabteilungen -stlich von Sot- I u m feindliche Streitkräfte in die Flucht geschlagen und Panzerfahrzeuge zerstört. Verbände der italienischen und deutschen Luftwaffe haben von neuem in rollendem Angriff die Stellungen und den Hafen von Tobruk angegriffen. In Ostafrika dauern die Kämpfe in den verschiedenen Abschnitten und mit besonderer Heftigkeit im Abschnitt von Aladschi an. In Assad sank ein feindlicher Hilfskreuzer durch Auslaufen auf eine Mine. Fernkampfbatterien feuerten auf die britische Küste. N e u y o r k, 1. Mai (DNB.) Nach einer Londoner Funkmeldung haben die deutschen Fernkampfbatterien an der französischen Küste Vie britische Küste am Dienstag sieben Stunden lang mit Granaten belegt. Es habe sich um das schwerste und ausgedehnteste Bombardement gehandelt. Die großen Geschütze hätten mit nur einer Stunde Unterbrechung bis fast 16 Uhr gefeuert. Von deutschen Handelszerstörern im Indischen Ozean versenkt. Neyyork, 1. Mai. (DNB.) In Schiffahrts- kreisen verlautet, daß in der letzten Zeit acht Schiffe von deutschen Handelszerstörern im Indischen Ozean vorhanden. Warme Werksverpflegung steht der Gefolgschaft zur Verfügung. Werksiedlungen werden in Gemeinschaft mit dem Gauheimstättenamt errichtet. Gauleiter Sprenger hat zwei Filialbetrieben von NS.-Musterbetrieben die Genehmigung erteilt, die Goldene Fahne der Deutschen Arbeitsfront zu zeigen. Es sind die Sieg-Lahn- Bergbaugesellschaft m. b.H. in 2Betl« bürg, Organgesellschaft der Firma Krupp, Essen, und die Landesbank stelle Frankfurt am Main der Nassauischen Landesbank in Wiesbaden. Aufruf Dr. Leys zum 1. Dtai. In unserer Arbeit liegt eine Voraussehung für den Sieg. 1X "ct Am Rahmen einer Wichten Feierstunde überreichte Reichsorganisa. ttonslelter Dr Ley in der Deutschlandhallk 300 , Jlt5!amerabcn ous allen Gauen Großdeutsch- lands das ihnen vorn Führer verliehene Kriegs- oerdlenstkreuz. Zu der Feier, der Ehrengäste von ^QlteV S»at unb Wehrmacht beiwohnten, waren auch d.e Betnebsführer und die Obmänner von 6en. Wir wollen unsere Leistutigen immer mehr steigern und dabei nicht müde werden. Denn nicht nur in unserem Glauben, sondern auch in unserer Arbeit liegt eine der Voraussetzungen zu unserem Sieg! Die Soldaten unserer tapferen herrlichen Wehrmacht müssen es wissen: Hinter ihnen stehen der deutsche Arbeiter und der deutsche Bauer in einer unerschütterlichen Front von zahllosen Männern und Frauen. Sie werden dafür sorgen, daß unser Volk das tägliche Brot erhält, seine Soldaten aber die Waffen, deren sie benötigen, um die Heimat zu schützen. Die englischen Plutottaten winseln um die Unterstützung des jüdischen Weltkapitalismus. Em Herr Churchill bettelt um amerikanische Hilfe! Ich appelliere an euch, nur an euch, meine deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen, an die Werktätigen in Stadt und Land! Steht zu euren Soldaten durch eure Leist u n g e n k Schließt euch mit ihnen zusammen in einer unzerbrechlichen und damit unbesiegbaren Phalanx. Dann wird es der kämpfenden Front nur noch leichter fein, ihre harte Pflicht zu erfüllen! Unser großer gemeinsamer Feind wird fallen! Der deutsckje nationalsozialistische Staat der schaf- senden Arbeit aber wird leben! Die Freiheit, die Schönheit und die Würde unserer deutschen Zukunft werden in der heutigen Zeit erftritten! Erstritten durch jeden Mann und jede Frau an den Plätzen an die sie gestellt sind! Durch den deutschen Soldaten im Einsatz an der Front, durch den deutschen Arbeiter und den deutschen Bauern, durch Mann und Frau am Arbeitsplatz in der Heimat! 300 Arbeiter mit dem Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet. Berlin, 1. Mai. (DNB.) Reichsleiter Dr. L e y hat zum 1. Mai den folgenden Aufruf erlassen: Arbeiter und Arbeiterinnen! Betriebsführer und Gefolgschaft! Ein neuer Frühling ist gekommen! Wieder feiert das deutsche schaffende Volk den 1. Mai als den Tag des Festes der Arbeit und damit der nationalen Gemeinschaft! Kein Volk der Welt könnte dies mit mehr Recht tun als das unsere. Denn eine Arbeit ist heute eine so schwere, seine Leistungen sind so große, daß es sich mit Recht zum Dichterwort bekennen kann, daß saure Wochen frohe Feste verdienen! Wenn unsere Soldaten in bei» piellosem Heroismus unser Volk und Reich be- chützen, dann arbeiten Volk und Heimat nicht minder treu wie die kämpfende Front! Millionen deut- cher Arbeiter, werktätige Menschen der Stirn und Faust, mühen sich ab, um de m b e ft e n Solda - ten der Welt die besten Waffen zu chmieden und die beste Ausrüstung zu geben. Millionen deutscher Frauen und Mädchen nehmen an dieser Arbeit Anteil! Manche Feiertage können deshalb in dieser Zeit nicht mehr gehalten werden. Den einen aber wollen mir gemeinsam festlich begehen: Den Tag, der die ganze schaffende deutsche Nation vereint, alle jene Menschen, die nicht nur das Leben in Festen bejahen, sondern durch ihre Arbeit lebenswert gestalten, und die deshalb ein Recht besitzen, ich eines Daseins zu freuen, das ihrem Schweiß eine Schönheit und Würde verdankt! Gerade in diesen Tagen aber geht das herz Millionen deutscher Menschen besonders über. Unser Volk ist glücklich und stolz auf feine an der Front stehenden Söhne und ihre Taten! Wir fühlen am heutigen Tage des Festes der Arbeit erst recht die Verpflichtung, unserer herrlichen nationalsozialistischen Revolution zu dienen. Denn: Für was so viele unserer THön- ner an den Fronten ihr Blut einfehen, ist zumindest des höchsten Schweißes der Heimat wert! Euch alle, Ihr Arbeiter und Arbeiterinnen, Betriebsführer und Unternehmer, rufe ich daher am 1. Mai zu einem besonderen Appell auf! Wir wollen im Blick auf unsere kämpfende Front uns alle gegenseitig fest an den Händen nehmen ...... 0M und unjue Gemeinlchatt en^er tckUe-lÄusgezeichneten gehöre». versenkt worben feien, die in der Mehrzahl Lebens^ mittel für England an Bord hatten. Es sind die Dampfer: „City of Bagdad" (7506 BRT.), „King Vty^ (4744 BRT.), „Scintist" (6199 BRT.), „Be- imrty" (5800 BRT.), „Athelking" (9557 BRT.), .Femmendie" (7769 BRT.), „Commissaire Ramel" (10061 BRT ), ein früherer französischer Pafsaaier- dampfer und der jugoslawische Frachter „Durmitor" (5623 BRT.) Ferner sind in den letzten Tagen der englische Dampfer „Empire Endurance" tn einer Entfernung von 600 Meilen westlich der irischen K ü st e , der englische P-assagierdampfer „Calchas" (10 305 BRT.) 350 Meilen suwestlich der Kanarischen Inseln und der englische Frachtdampfer „Schiland" (2249 BRT.) sowie ein weiterer englischer Transportdampfer „Rerisia" (5583 BRT.) 700 Meilen südwestlich von Grönland torpediert worden. Vier Deutsche von einem nord- amerikanischen Dampfer heruntergeholt Neuyork, 1.Mal. (Europapreß.) Durch das Prisenkommando eines kanadischen Hilfskrieasschif- fcs sind von Bord des Nordamerika Nischen Dampfers „President Garfield", auf der Fahrt von San Franzisko nach dem Fernen Dfte n vier Deutsche von Bord geholt worden, die nn Dienste der kolumbianischen Handels tust fahrt tätig waren. Sie waren bereits im August 1940 vom Einwanderunasamt > in Gewahrsam genommen, jedoch am 25. April 1941 freigelassen worden, woraus sie sich an Bord des „President Garfield" in San Franzisko einschifiten, um über Japan und Rußland noch Deutschland zurückzukehren. Aus einem Funkspruch des Kapitäns geht hervor, daß das Schifi 400 Meilen von Honolulu entfernt von dem -anodischen Hilfskreuzer „Prince Robert" angehalten worden ist. Fuden-Flucht aus Palästina. Rom, 2. Mai. (DNB Funkspruch.) Die Zahl der flüchtenden Palästina-Juden nimmt immer mehr zu. So meldet Stefani, daß das amerikanische Konsulat in Beirut von Palästtna- Juden belagert werde, die ein Visum für d i e Einreise nach den USA. verlangen, da sämtliche im Besitz eines USA.-Passes befindlichen Juden unter dem Eindruck der deutschen Siege auf dem Balkan eilig die Flucht ergriffen, ohne sich weiter um das Schicksal ihrer 'Rassegenossen zu kümmern, die keinen Paß haben. Der erste, der das Einreisevisum verlangt hatte, sei der Oberrabbiner von Palästina, Herzog, ein persönlicher Freund Roosevelts. Das amerikanische Generalkonsulat habe die amerikanische Regierung um die Entsendung der für den Transport so vieler Leute notwendigen Schiffe gebeten. Natürlich hätten die einflußreichen jüdischen Kreise in den USA. sofort einen Schritt in Washington unternommen, oamtt die Regierung für den möglichst raschen Abtransport der Palästina-Juden aus Palästina sorge. Die Stimmung unter den Juden ergebe sich schon aus der Tafiache, daß sie ihren Besitz und ihre Habseligkeiten um jeden Preis verschleuderten. Bezeichnend ist dabei, daß sie auch ihre Pfundbestände unter Preis losschlügen. Regierungskonzentration in Aegypten ? Kairo, 1. Mai. (Europapreß.) Der wachsende englische Druck, Aegypten aktiv in den Krieg ein- zuschalten, hat König Faruk veranlaßt, sich persönlich um die Bildung eines Kabinetts der nationalen Konzentration zu bemühen. Der König, der die Konzentrierung aller politischen Kräfte in einem solchen Kabinett für unbedingt notwendig erachtet, hat am Mittwoch sämtliche Parteiführer mit Einschluß des Führers der Wafd- Partei, Nahas Pascha, zu einer Aussprache empfangen. Kleine politische Nachrichten. 'Der Führer stattete am Mittwoch dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop einen Besuch ab, um ihm persönlich seine Glückwünsche zum 48. Geburtstage auszusprechen. Reichsarbeitsführer Hierl hat als sichtbares Zeichen der Anerkennung für bewiesene Einsatzbe- vereitschaft und vorbildliche Haltung aller Führer und Arbeitsmänner des Reichsarbeitsdienstes, die seit dem 1. Januar 1938 im „besonderen Einsatz" Verwendung fanden, das „F a h n e n b a n d für besonderen Einsatz" gestiftet. Im Festsaal der ReichszeuAmeisterei führte Reichsschatzmeister Schwarz an Stelle des verstorbenen ersten Reichszeugmeisters der NSDAP., Richard Büchner, den bisherigen SA.-Ober- gruppenführer der Gruppe Hochland, Wilhelm Helfer, als neuen Leiter der Reichszeugmeisterei ein. * Der zum kroatischen Gesandten in Berlin ernannte Dr. Branko Benzon ist in Begleitung der Mitglieder der künftigen neuen kroatischen Gesandtschaft in der Reichshauptstadt eingetroffen. Im Namen des Reichsministers des Auswärtigen wurde der Gesandte von Legatsonsrat Pirkham begrüßt. Wie im portugiesischen Regierungsblatt bekanntgegeben wird, ist Pedro Tavar de Lemos zum neuen portugiesischen Gesandten in Berlin ernannt worden. Der bisherige Gesandte, Nobre Guedez, wurde abberufen. König Doris von Bulgarien hat rn Begleitung des Prinzen Cyrill uni) des Kriegsministers General Daskalofi eine Fahrt durch das von bulgarischen Truppen besetzte We st- Thrazien unternommen. Er besuchte die Städte Gümürdschina, Dedeagatsch, Tanti, Kavalla und Drama. Der Empfang durch die Bevölkerung war überall sehr herzlich. In Gümürdschina erkannte der König in der Volksmenge einen Kameraden aus den Weltkriegskämpfen an der Strmnitza, mit dem er einige Worte wechselte. „Englands fatale Fehler." 3m Echo der spanischen presse. Madrid, 1. Mai. (Europapreß.) Edens diplomattsche „Erfolge" werden vom Madrider „ABC" in einer ironischen Glosse betrachtet. Der britische Außenminister, so heißt es da, werde sich wahrscheinlich in der angekündigten großen Unterhaus-Debatte ausführlicher auslassen als in der „kurzen und kuriosen" Erklärung am Mittwoch. „Was wird dieser große Sammler von diplomatischen Mißerfolgen sagen? Wie wird er die „Ergebnisse" seiner Tätigkeit im Nahen Osten erklären? Unzweifelhaft hat England noch nie einen Minister mit so sicherem Blick gehabt. Er war im Außenamt, als Italien mit Sanktionen niedergezwungen werden sollte — und Italien ist aus die- er Probe stärker als je hervorgegangen. Er ver- icherte, daß der Sieg im spanischen Bürgerkrieg >en Roten gehören werde und bekämpfte unerbittlich das nationale Spanien — und Francos Armee hat ihm die Antwort gegeben. Er hat die Kriegspolitik auf dem Balkan eingeleitet, er kam, sah und — kehrte, wieder um — und Jugoslawien, Griechenland und beinahe auch die Türkei waren verloren. Auch Aegypten, das kürzlich seinen Besuch erhielt, steht dicht vor der Niederlage". England muß durch Edens Mißgeschick harte Schläge einstecken, meint „ABC". Einer der härtesten Schläge ist aber vielleicht 6er, daß seine Außenpolitik weiterhin von diesem großen Sammler diplomatischer Mißerfolge geleitet wird. Unter „Englands fatalen Fehlern" nennt „ABC" als den fatalsten und unverständlichsten, die Landung in Griechenland, von der Churchill jetzt behauptet hat, sie fei ohne jede Hoffnung darauf unternommen worden, die Katastrophe zu verhindern. Vor einem Jahr seien englische und französische Truppen in Andalsnes und Namsos gelandet, zwei Häfen, die völlig ungeeignet waren, um Kriegsmaterial auszuladen. Ein weiterer fataler Fehler fei es gewesen, daß die Engländer nur zehn Divisionen nach Frankreich geschickt und daß sie sich nach Norden zurückgezogen hätten. Damit sei den Deutschen die Bildung der gigantischen Zange von Flandern gelungen, in der viele Tausend Engländer gefangen wurden und das ganze britische Kriegsmaterial in die Hände der deufichen Truppen fiel. Der Kampf Europas, der sich mit nie gekannter Schnelligkeit abwickelt, wird, so schreibt die Zeitung „Pueblo", den Völkern Europas zwei Dinge bringen: 1. Die europäischen Kraftquel - l e n werden frei in reichem Maß fließen und 2. der europäische Kontinent, ganz gleich, welche Ueberraschungen der Krieg noch bringen sollte, kann in völliger Sicherheit und völligem Frieden leben. Das Blatt fährt fort: „Die Tatsache, daß schon in den ersten Wochen des Frühlings mit verhältnismäßig wenig Mitteln und Opfern die europäische Schlacht gewonnen werden konnte, ist für die Völker Europas in hohem Maße ermutigend und eine Garantie für d i e Zukunft. Alle Ereignisse lassen annehmen, daß Europa sich am Vorabend einer reichen, gesicherten Zukunft befindet." „Keine Entschuldigung." TiirkischePressestimmen zur Churchill-Rede I st a n b u l, 1. Mai. (Europapreß.) Die türkische Presse beschäftigt sich eingehend mit der Rede Churchills, die kein sehr freundliches Echo findet. Palmar meint in der Zeitung „Satan", Churchill habe die Zukunft sehr schwarz geschildert. Scharf geht der englandfreundliche Paltschin mit dem britischen Premierminister in „Peni Sabah" ins Gericht. Auch unter den Türken, so schreibt er, zeiae sich U n - Zufriedenheit mit der Art der britischen Kriegführung. Churchill habe, als er von der Hilfe für Griechenland sprach, einen Ton angeschlagen, als müßte er sich für diese Hilfeleistung rechtfertigen. Churchill sei damit der Erörterung der Frage ausgewichen und habe versucht, sie zu verdrehen. „Er mußte uns tatsächlich erklären, warum England so wenig Kräfte nach Griechenland geschickt hat. England hatte Griechenland seine Unterstützung zugesagt. Herr Churchill teilte uns jetzt mit, daß sich diese Hilfe auf die Entsendung von ein bis zwei Divisionen beschränkte. Das i st nicht die Hilfe, die man von Großbritannien e r - wartet hat. Herr Churchill sagt uns, daß er keine Kräfte besitze. Das ist keine Entschuldigung, das ist das Eingeständnis eines Fehlers. Durch diese Garantie hat England eine große moralische und materielle Schuld auf sich geladen. Durchstoß bis zu den Südhäsen des Peloponnes. Oer Wehrmachtbericht vom Mittwoch. Berlin, 30.April. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unterfeeboote versenkten aus stark gesicherten Geleitzügen 35265 BRT. feindlichen handelsschiffsraumes sowie ein Geleitfahrzeug der britischen Kriegsmarine. Schnellboote griffen bei einem Borstoß gegen die britische Südostküste einen stark gesicherten Ge- leikzug an und versenkten drei Handelsschiffe mit zusammen 9 500 BRT. 3n Griechenland stießen motorisierte Kräfte des deutschen Heeres in scharfer Verfolgung bis zu den Südhäfen des Peloponnes durch und verhinderten die weitere Flucht der Briten über das Meer. Dabei wurden bisher 5000 Briten, darunter ein General, sowie zahlreiche Serben, darunter vier Generale, und 300 weitere Offiziere gefangengenommen. 3m Laufe des 28. April schossen deutsche 3äger in den griechischen Gewässern bei der 3nfel Hydra ein britisches Walrus-Flugbool ab. Vier britische Wasserflugzeuge wurden an der Südoftküsie des Peloponnes zerstört. Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge griffen in den Abend- und Nachtstunden des 29. April den Hafen La Valetta auf der 3nset Malta mit guter Wirkung an. Sie erzielten Bombenvoll- treff er auf einem leichten Kreuzer, in Flakstellungen, auf Kai-Anlagen und in Oettanklagern und warfen einen Zerstörer sowie ein großes Handelsschiff in Brand. Wettere Angriffe richteten sich gegen die Flugplätze Luca und La Valetta. 3n Luft- kämpfen über der 3nsel verlor der Feind zwei 3agdflugzeuge vom Muster Huxricane. Eigene Verluste traten nicht ein. 3n Nordafrika belegten deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge den Hafen von Tobruk, Artilleriestellungen bei Fort Pilastro und befestigte Werke südlich Via Batbia mit Bomben schweren Kalibers. Starke Kampsfliegerkräste bombardierten in der letzten Nacht wiederum den Kriegshasen Plymouth. Ls entstanden große Brände, vor allem in Devonport, und hesttge Explosionen auf dem Gelände des Gaswerkes und in Betriebsstofflagern. Andere Kampffliegerverbände griffen die Häfen Cardiff, Lowe st oft und 3 p s w i ch sowie Nachtflugplähe des Feindes erfolgreich an. 3m Seegebiet um England versenkte die Luftwaffe ein Handelsschiff von 4000 BRT. und beschädigte ein größeres Schiff schwer. Fernkamp f- b a 11 e r 1 e n des Heeres bekämpften mit guter Wirkung kriegswichtige Anlagen im Raum von Dover. Deutsche 3agdflieger schossen bei Vorstößen gegen die britische Südostküste und an der Kanalküste am gestrigen Tage sechs 3agdflugzeuge vom Muster Spitfire und zwei Kampfflugzeuge vom Muster Bristol-Blenheim ohne eigenen Verlust ab. Der Feind warf in der letzten Nacht mit schwächeren Kräften in West- und Südwestdeutschland an verschiedenen Orten eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben, die nur unerheblichen Sachschaden verursachten. Unter der Zivilbevölkerung gab es einige Tote und Verletzte. Die Besatzung eines Nachtjagdflugzeugs, Oberfeldwebel Sommer, Oberfeldwebel R e i n n a g e l und Feldwebel Glaß, zeichnete sich in der letzten Nacht über England besonders aus. Die Gesa ml Verluste des Feindes am 28. und 29.April betragen 4 7 Flugzeuge. Von diesen wurden 21 Flugzeuge im Luftkampf und durch Nachtjäger, neun durch Marineartillerie und leichte Seestreitkräfte und eines durch Flakartillerie abge- schossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen sechs eigene Flugzeuge verloren. In der portugiesischen Hauptstadt traf der frühere argentinische Bofichafter beim Vatikan, Ruiz Guinazo, ein, der zum Außenminister ernannt worden ist und sich zwecks Uebernahme dieses Amtes auf der Reife nach Buenos Aires befindet. Guinazo wird noch in dieser Woche mit dem Dampfer „Exambion" über Neuyork nach Argentinien reifen. Der kroatische Ministerrat hat ein Judengesetz beschloßen, das Bestimmungen zum Schutz der Ehre des kroatischen Volkes enthält, die den Nürnberger Rasfegesetzen nachgebildet sind. Die Namensänderungen, die nach dem 1. November 1918 vorgenommen wurden, werden für ungültig erklärt. Die Exilregierung in London gab bekannt, daß Norwegen seit Kriegsausbruch bis Ende Februar d. I. 1 5 9 S ch i f f e mit 563 000 BRT. v e r- loren hat. Der frühere jugoslawische Dampfer „Tomislav", der von italienischen Matrosen in Schanghai besetzt worden war, hat jetzt die italienische Flagge des Lloyd Triestino gehißt. Damit ist der Versuch der Engländer, das Schifi in Besitz zu nehmen, gescheitert. * « Die in Nordchina stationierten USA.-Marine- soldaten werden vollständig zurückgezogen. Eine Abteilung aus Peking in Stärke von 70 Mann und eine Abteilung aus Tienfiien in Stärke von 50 Mann werden Mitte Mai in Schanghai ein- geschifft werden. ♦ Japanische Heereseinheiten landeten unterstützt von Kriegsschiffen, überraschend im Gebiet von Kia-Tsze im südöstlichen Teil der Provinz Kwan- tung. Nachdem der schwache Widerstand der Chinesen gebrachen war, rückten zwei Kolonnen landeinwärts vor. * Oer Flieger. NSG. Welcher deutsche Junge hätte nicht Lust, Flieger zu werden. Die Flieger-HI. und das NS.- Fliegerkorps ebnen heute dem jungen und tatibereiten Menschen den Weg zu diesem symbolisch und wörtlich zu nehmenden Höhenziele. Vielgestaltig sind die Ausgaben der Fliegerei, und jeder junge Deutsche wird seine Eigenschaften in dieser ober jener Gliederung der Fliegertruppe am besten verwerten können. Man unterscheidet Aufklärungsflieger, Jagdflieger und Kampfflieger. Die Ausgaben der Aufklärungsflieger erstrecken sich aus die operative, taktische und Gefechtsaufklärung. Die Fernaufklärer fliegen Flugzeuge mit großer Geschwindigkeit und schnellem Steigvermögen. Die Nahaufklärer haben Erkundungen und 21 rtiHeriebeO'bad)hingen im Gefechtsrahmen der Divisionen, Armeekorps und der Armeen durchzuführen. Die Beobachter der Aufklärungsstaffeln bedürfen einer gründlichen taktischen Ausbildung zur Erfüllung der ihnen gestellten Aufgaben. Neben der Augenerkundung und aus Höhen, wo das menschliche Auge versagt, steht dem Aufklärer das nie trügende Bildgerät (Handkammer- oder Neihenbildgerät) zur Verfügung. Der Jagdflieger ist der verkörperte Angriffs- geift der Luftwaffe. Alles ist bei ihm auf Schnelligkeit und Wendigkeit abgestellt. Er muß über em hohes fliegerisches Können verfügen, die Schule des Kunstfluges und das Verbandfliegen müssen von ihm meisterlich beherrscht werden. Gleich dem Jagdflieger ist der Sturzkampfflieger längst der Schrecken unserer Feinde geworden. Aus großen Höhen setzt er im Sturzflug zum Angriff an. Der Sturzkampfflieger, der mit dem ganzen Flugzeug zielt, erreicht genaueste Treffsicherheit auf feindliche Objekte, wie Stellungen, Flughäfen, Schiffe und andere sage nannte Punktziele. Die Sturzkampfilieger sind ebenfalls mit Maschinengewehren und Funkgerät ausgerüstet. Die Kampfflieger stellen den Kern der operativen Luftwaffe dar. Auch sie sind eine ausgesprochene Angrifswaffe. Das Kampfflugzeug ist ein mehrmotoriges Flugzeug mit großer Reichweite, das in der Lage ist, schwere Bombenlasten schnell über lange Strecken zu tragen. Zur Abwehr feindlicher Jagdflieger ist das Kampfflugzeug stark bewaffnet, auch ist es mit Funkgerät ausgerüstet. Die Aufgaben der Kampfflieger, bei Tag und Nacht, bei jeder Entfernung und gegen jede Abwehr die Bomben ans Ziel zu bringen, sind außerordentlich schwer. Beste militärische Ausbildung und hohes fliegerisches Können der Besatzung sind die Voraussetzungen für die Lösung dieser Aufgaben. In Son Sebastian traf eine Gruppe von Schülerinnen der BDM.-Führerinnenschule ein. Während ihres vierzehntägigen Aufenthaltes in Spanien wird die Gruppe Madrid, Barcelona, Valencia, Toledo, Avila, den Escorial und Medina del Campo besuchen. ♦ Die mexikanische Presse veröffentlicht eine Erklärung des Außenministers, die mexikanische Regierung sei ni )t gewillt, mit Spanien die diplomatischen Beziehungen wieder aufzunehmen. Angesichts der undurchsichtigen Lage in Europa fei es richtiger, die Frage in der Schwebe zu lassen. „Geprüfte Hausgehilfin." Die Berufsarbeit der Hausgolftlfin fit für die deutsche Familie so wichtig, daß die Ausbildung für diese Tätigkeit einheitlich geregelt werden muß. Dadurch soll ein Mindestgrad an Befähigung gesichert werden, um den Anforderungen sowohl des Familienhaushalts wie des hauswirtschaftlichen Betriebes genügen zu können. Zur Sicherung einer ausreichenden schulischen Ausbildung werden die Mädchen, die einen hauswirtschastlichen Lehrvertrag besitzen, in den hauswirtschaftlichen Berufsschulen in besonderen zweijährigen Klassen zusammengefaßt, in berten wöchentlich zehn Unterrichtsstunden erteilt werden. In Ausnahmefällen kann als Nachweis der schulischen Ausbilduna das Zeugnis über den Besuch eines Lehrgangs für Hausgehilfinnen gelten. Das Deutsche Frauenwerk hat sich bereit erklärt, beim Fehlen von Berufsschulen solche Lehrgänge einzurichten. Bei den hauswirtschaftlichen Berufsschulen werden Prüfungsstellen eingerichtet. Zur Prüfung wird zugelaffen, wer die praktische Ausbildung durch ein Lehrzeugnis und den Besuch einer zweijährigen Klasse für hauswirtschaftliche Lehrlinge oder eines Lehrganges nachweist, ferner, wer eine dreijährige praktische Arbeit im Haushalt nachweist und außerdem eine dreijährige hauswirtschaftliche Berufsschule besucht hat und eine fünfjährige praktische Tätigkeit im Haushalt nachweist und das Zeugnis über den Besuch eines Lehrganges für Hausgehilfinnen vorlegt. Die schriftliche Prüfung besteht in Arbeiten aus den Gebieten der Reichskunde oder Berufskunde und in zwei kurzen Aufgaben aus der Haus- wirfichaft. Die praktische Prüfung umfaßt Kochen und einfaches Backen in Verbindung mit Hausarbeit, Nähen und Ausbessern, Wafchen und Bügeln. Die mündliche Prüfung erftrerft sich auf die Gebiete, die in dem Zeugnis bewertet werden. Ueber die bestandene Prüfung erhält die Hausgehilfin ein Zeugnis, das sie berechtigt, sich „(geprüfte Hausgehilfin" zu nennen. Die Prüfung ersetzt das erste Halbjahr der Ausbildung als Kinderpflege- und Haushaltsgehilfin, sie gilt als Nachweis der Vorbildung zum Eintritt in die Frauenfach- schule, in den Ausbildungsgang für Kindergärtnerinnen und Dolkspflegerinnen. Oer Neichstreu-änder vor der presse. NSG. Auf einer Gaupreffekonferenz im Adolf- Hitler-Haus sprach der Reichstreuhänder der Arbeit Oberregierungsrat Dr. Schmetter vor den Hauptschriftleitern über aktuelle sozialpolitische Ausgaben. Das Referat, das sich unter anderem eingehend mit den Fragen der Lohn- und Tarifvev- hältniffe, bzw. ihrer Ordnung, der Dienstverpflichtung und des Frauenarbeitsemsatzes befaßte, zeigte Alleinhersteller: P.Jos.Möbs^>i^ Seifenfabriken. Giessen — \ ^2 ßchumMeiß FBIeich-Soda löst über Nacht den Schmutz aus der Wäsche und macht hartes Wasser ■ 28. Freitag-Miete! , 19 Uhr bis 21.30 Uhr Zweimal klopfen Komödie von Caninenberg. 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Religionsunterricht an Mittelschulen. Im Anschluß an die Regelung bei den übrigen weiterführenden Schulen hat der Reichserziehungsminister bestimmt, daß bei den Mittelschulen vom neuen Schuljahr an der konfessionelle Religionsunterricht auf die Klassen 1 bis 4, also auf die Dauer der Volksschulpflicht, beschränkt bleibt. Instandsetzungen auf behördliche Anordnung. Auf Grund einer Aenderungsverordnung zum Reichsmietengesetz wurde augelaffen, daß Instandsetzungen zwangsweise durchgeführt werden können, wenn der Vermieter die Ausführung unterlassen hat. Jetzt wird festgelegt, daß der Betrag von 30 v. H. der Miete nicht überstiegen werden darf, wenn ein Teil des Mietzinses infolge einer solchen behördlichen Anordnung für notwendige Jnstand- setzungsarbeiten in Anspruch genommen wird. Die Regelung betrifft nur das Altreich. Kartoffelkraut als Rohstoff der Zellstoffindustrie. Alleiniger Rohstoff zur Gewinnung von Zellwolle war bisher das Holz. Rach dem augenblicklichen Stande der Forschung ergeben sich aber zwei Wege zu neuen Rohstoffquellen für Zellulose und Zellstoss: 1. Ausnutzung der schon im Anbau befindlichen Kulturpflanzen mit gleichzeitiger Auswertung des Zellulosegehalts, 2. Anbau und-Züchtung neuer Kulturpflanzen, die gleichzeitig oder ausschließlich der Zellulosegewinnung dienen. Zur ersten Gruppe gehören Stroh, Flachs - und Hanf- schöben und Kartoffelkraut, zur zweiten Gruppe ist vor allem die Sonnenblume zu erwähnen sowie eine Reihe schnell wachsender Hölzer wie P a p p e l, B i r ke und W e i d e. K a r t o f f elkrau t hat einen nutzbaren Zelluloseanteil von 30 bis 35 v. H., fällt jährlich in ungeheuer großen putzsrau einmal wöchentlich 3-4 Stunden gesucht. [Orsi? Weiher Bahnhofstr.33 II Zuverlässige unabhängige MW gesucht. L029D Konditorei Bettler. Verstopfung übermäßiges Fett, Gicht, Rheuma, Hämorrhoiden vermeide man durch gründliche Reinigung von Darm, Blut und Säften mit Dr. Schieffer’s Stoffwechselsalz. 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Die Einäscherung findetin aller Stille am 3. Mai, um 11.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen und etwaige Kranzspenden gleich in der Friedhofskapelle abgeben zu lassen. 01522 Die vier größten Welt- Sensationen erleben Sie am Donnerstag, dem 8. Mai 1941 19 Uhr auf dem Oswaldsgarten in Gießen | Verschiedenes! Hund ($ot) entlaufen. Schrvarzweiß gei.,a.d. Namen „Flock" hörend. Abzugeben geg. Belohnung [2032V Wellersburg. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinan- .eisen in die Hei- 1 -notreitung, den BieBenerAnxeiger | Vereine~| von 8—9 Nhr Nr. 41- 70 von 9-10UbrNr. 71-110 von 19-11 Uhr Nr. 111-140 Es wird Fleischbrühe ausgegeben, Gesäße mitbringen. z«lWWe Stau als MWMM gesucht. Beflog Des GieMer Anzeigers Schulstraße 7. 2003D I Gemeinsame Bekanntmachung der Landräle der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Betr.: Lebensmittelbewirtschastung. Nach dem Erlaß des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 29. 3.1941 sind die dem Verbraucher zustehenden Lebensmittelmengen für die Zeit vom 5. Mai bis 1. 3unt 1941 wie folgt festgesetzt worden: I. Lebensmitielzuteilungen. Die laufend gewährten Rationen bleiben gegenüber der 22. Zuteilungsperiode unverändert. Das gilt also für die Rationen an Brot, Mehl, Fleisch, Schweineschlachtfetten, Butter, Margarine, Käse, Quark, Getreidenährmitteln, Teigwaren, Kartoffelstärkeerzeugnissen, Kaffee-Ersatz- und Zusatzmitteln, Vollmilch, Zucker, Marmelade, Kunsthonig und Edgar BORRMANN5 Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 und 4156 2030 A Beim Entnehmen der Schuhcreme aus der Dose hacke man nicht mit dem Auftragbürstchen in die Masse, sondern streiche leicht drü- berhin, weil sonst wichtige Stoffe durch Austrocknen verloren gehen; außerdem wird mehr verbraucht als nötig ist. In erster Linie aber: gute Schuhcreme nehmen, das atttewäl*tie Erdal Stadttheater Reichslotterie der N S DAP.für das IN JEDER SERIE 885 000 GEWINNE,U 1C3 PRÄMIEN rm1MI ILION Nr. 105 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) Freitag, 2. Mai RI Aus der Stadt Gießen. Der Mai. „Im wunderschönen Monat Mai, als alte Knospen sprangen" singt der Dichter, und anmutig heißt es: „Wenn's Mailüfterl weht". Aber dieses „Mailüfterl" ist gar oft ein ran her Wind, und wir werden nicht immer übereinstimmen können mit dem Dichter, der im Jahr 1609 fang: „Die Maien- zeit ich preise, gleich einem Paradeise!" Aber im allgemeinen haben doch die Worte eines Fastnacht- spiels recht: „Es geht gen des maien zeit, die uns neue Freude geit. die vogl alle singen, die plüml schon entspringen." Aber nicht nur die Blumen entspringen im „Maien gut". Für alles, was da grünt und wachsen soll dem Menschen zu Nutz und Frommen, ist der Wonnemonat von großer Bedeutung, er, und das Wetter, das er mit sich führt. Nur zu verständlich, daß der Landmann dies für Gedeih und Verderb seiner Ernte so wichtige Maiwetter sorgfältig beobachtet und aus seiner Erfahrung heraus Wetterregeln geprägt hat. Häufige Erfahrung sagt ihm: „Der April kann rasen, der Mai hält Maßen." A«t trau, schau, wem! Denn der Bauer weiß: „Des Maien Mitte hat für den Winter immer noch eine Hütte", und das ist schlimm, denn: Maienfrost Blüten und Früchten das Leben kost", und „Maienfröste — schlimme Gäste!", aber „Maientau — macht grüne Au." So sehr der Städter einen warmen, fonnigen Mai liebt, so wenig tut das der Bauer. Er sagt im Gegenteil: „Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten", oder „Kühler Mai — gut Geschrei", „Mai kühl und naß, füllt dem Bauer Scheuer und Faß" und „Trockener Mai — Wehgeschrei, feuchter Mai — bringt Glück herbei", und „Kühle und Abendtau im Mai — bringen Wein und viel Heu"; „Im Mai regnen Brot und Heu", „Maimonat kühl und windig macht die Scheuern voll und pftündig." Ferner heißt es: „Auf nassen Mai — kommt trockener Juni herbei", oder: „Donnert es im Maien viel, hat der Bauer gewonnen Spiel." Freilich muß auch zwischendurch die Sonne scheinen, denn: „Wie die Kirschenblüte, so die Roggenblüte", und „Wenn im Mai die Bienen schwärmen, kann der Bauer vor Freude lärmen." Das Schwärmen der Menen kündet dem Bauern überhaupt allerhand: „Ein Schwarm im Mai — ein Fuder Heu, ein Schwarm im Jun — ein fettes Huhn, ein Schwarm im Jul — ein Federspul." Gar zu üppig darf's nicht wachsen im Mai, denn: „Will der Mai ein Gärtner fein, trägt er nicht in die Scheuern ein." Bestimmte Tage im Mai drohen der Ernte schlnnme Gefahr; so hören wir: „Der dritte Mai ist ein Wolf, der siebente eine Schlange", „Pankraz, Servaz, Bonifaz (12., 13., 14. V.), schaffen Frost und Eis gern Platz", oder „Die drei Herren Azius tun Gärtnern und Winzern viel Verdruß", „Pan- kraz und Seroaz find Weinmörder", „Pankraz und Servaz stehlen wie der Spatz", und weiter: „Was Pankraz ließ unversehrt, wird oft noch von Urban W5. 5.) zerstört." Der Urbantag ist wirklich, wie es scheint, ein ganz gefährlicher Kunde, denn es heißt anderwärts: „Urban gibt den Rest, wenn Ärvaz noch was übrig läßt." Keinen Bezug auf die Ernte, sondern auf das Maiwetter im allgemeinen nehmen folgende Regeln: „Hörst du im Mai die Frösche knarren, wirst du nicht lange auf Regen harren" und „Wenn die Wachteln im Maien schlagen, läuten sie von Regentagen." Man mag darüber streiten, ob alle diese Regeln stets recht behalten. Ein Spruch aber kann nicht in Zweifel gezogen werden: „Im Maienmond hängt Gott heraus' den Frühlingskranz an Feld und Haus." Friedrich Logau aber fchrftrert in seinen „Sinngedichten" den Mai also: „Dieser Monat ist ein Kuß, den der Himmel gibt der Erde, das sie jetzund eine Braut, künftig eine Mutter werde." Verdunkelungszeil 2. Mai von 20.50 bis 5.50 Uhr. Die Jagd im Mai. Mit Grünen und Blühen hat der Mai seinen Einzug gehalten. Wie Schnee liegt es auf der Schlehdornhecke, gleich einem feinen Schleier überzieht das Schaumkraut die Wiese, in die zur frühen Stunde schon der Rehbock zur Aesung austrat. Maiglöckchen und Maikraut machen ihrem Namen Ehre. Von hoher Fichtenspitze grüßt des Ringeltaubers Ruf den Waidmann, der vor Tau und Tag hinauszog, tief klingt des Hohltaubers Liebes werben, und.weithin hörbar gurrt der kleine Tur- teltauber sein Liebeslied. Des Jägers Auge hängt an der Schönheit des Milans, der im Aether segelt, und sein Ohr freut sich über des Kuckucks Ruf. Es ist das große Wunder des Werdens, das ihn alljährlich immer wieder in feinen Bann zieht, sei es ehe der Tau fiel, oder als der Kauz den Schlaf aus dem Gefieder schüttelte und lautlos über das junge Holz zum Jagen strich. Zu jeder Tageszeit ist der Waidmann jetzt draußen am Platze. Denn in der Nähe des Wassers nistet die Märzente und wird-bald ihre muffelige Kinderschar als sorgsame Mutter umhegen. In einer Hecke am Wegerand brütet die Fasanenhenne, und am brombeerüberwucherten Feldrain hat die Rebhenne ihr Nest gebaut. Im alten Gras liegt ein Satz kleiner Mümmelmänner. Die Ricke aber hat den Sprung, in dem sie während der letzten Monate stand, verlassen, ist heimlicher geworden und wird bald zwei muntere Kitze führen. Auch das Alttier fühlt seine schwere Stunde kommen. So verwandelt sich in kurzem das ganze Revier in eine große Kinderstube, in der seine Zukunstl heranwachsen soll. Nicht umsonst sind die Mütter unter unserem Wilde so besorgt um ihre Kinder, suchen sie zu verbergen, ihre Feinde zu täuschen und abzulenken wie die Mutterente, die sich flügellahm stellt, oder setzen sich selbst zur Wehr wie die Ricke, die den Fuchs mit den Schalen auf den Schwung bringt. Denn überall umlauert Gefahr das Jungwild. Sobald der Roggen in den Halm schießt und das Feld wieder Deckung bietet, feldert wieder Mieze, die „Haus"katze. Wehe den Junghasen, die sie findet. Nicht einer bleibt verschont. Wie sie zur tödlichen Gefahr für jedes Vogelnest wird, in dem hungrige Vogelkinder nach Atzung gieren, so lauert sie am Wegrand auf junge Hühnchen oder Jung- fasanen, die sich mit der Henne im Wegestaub hudern. Und noch schlimmer ist der Hund, der bei Nacht die Fluren und den Wald abjagt, das Jungwild reißt oder das Mutterwild, das vor dem Setzen stand, zu Schanden hetzt. Zu diesen Räubern, die sich der Aufsicht des Menschen zu entziehen verstanden, gesellen sich das schlüpfende und stets raubluftige Wiesel und der gleich gefährliche Iltis. Im Fuchsbau liegen Jungfüchse, und Frau Ermeline hat ihre liebe Not mit der hungrigen Gesellschaft. Drum raubt sie jetzt auch mehr als sonst. Im Tiefflug aber streicht die schwarze Krähe über die Felder oder sucht sie „zu Fuß" ab. Verloren ist jedes Gelege, verloren alles junge Niederwild, das vor ihren starken Schnabel kommt. Und nicht besser ist die Elster, die durch die Hecken schlüpft und die Nester plündert. Leider gesellen sich auch menschliche Räuber oder — wenn auch ungewollte — Feinde des Jungwildes hinzu. Zu den ersteren gehören vor allem diejenigen, die etwa unter der Maske harmloser Maiblumensucher nach Kitzen Ausschau halten oder der darauf aus sind, die Nester unseres Federwildes zu plündern. Sie müssen sich darüber klar sein, daß das eine wie das andere Wilddiebstahl ist und daß dieser immer hinter festen Mauern endigt. Dazu kommen die ungewollten Feinde, die durch Zufall auf ein Kitz oder einen Junghasen stoßen, die von der Mutetr versteckt wurden, als oiefe sie zur Aesung nicht mttnehmen konnte. Das mitleidige Herz glaubt dem „armen" Tierchen aus einer Not zu helfen, wenn es das kleine Wesen in den Arm nimmt, in eine Schürze oder den Rucksack packt und kilometerweit dem nächsten Förster ins Haus trägt. Die gut gemeinte Handlung endigt meist mit dem Hungertode des Schützlings. Drum „Hände weg vom Jungwild!" Alle diese Dinge sind es, die den Jäger gerade jetzt gebieterisch hinausrufen in sein Rever mit Büchse und Hund, um seiner Pflicht als Schützer seines Wildes nachzukommen. Zu jagen gibt es an sich für ihn ja nicht viel. Vor allem im reinen Feldrevier sieht es damit meist ganz kärglich aus. Und deswegen ist in ihm gerade der Jagdschutz sehr zum Schaden des Jägers oft nicht so wie er sein sollte. Anders im Gebirge, in der Heide oder auch in manchen großen Waldrevieren des Flachlandes. Denn hier hat die Hahnenfalz den Höhepunkt überschritten, d. h. die rechte Zeit zum Weidwerk auf den großen Hahn, den Auerhahn, ist gekommen. Ebenso wie er kann fein kleiner Vetter, der Birkhahn, bis zur Monatsmitte Ziel des Jagens im Dämmern des Maimorgens sein. Dann aber tritt im Waldrevier der Rehbock in den Vordergrund jagdlichen Denkens. Während der edle Hirsch und der Schaufler ihren Kopfschmuck abwarfen und nun neu zu schieben beginnen, hat der Rehbock sein Gehörn geschoben und nun auch meist bereits gefegt. Er hat damit nach Monaten der Wehrlosigkeit wieder eine gebrauchsfähige Waffe bekommen, die er vor allem dazu benutzt, um sich seinen Einstand zu sichern. Seither stand das Rehwild noch in stärkeren Sprüngen zusammen und alles schien sich zu vertragen. Nun sondern sich die tragenden Ricken allmählich ab, und die geringeren Böcke werden durch die stärkeren auf den Schwung gebracht. Die oft recht ernsthaften, manchmal bei jüngeren Böcken aber auch wie ein Spiel anmutenben Kämpfe setzen ein. Abgekämpfte Enden, geworfelte Böcke sind Zeichen davon. Allmählich ändert sich auch das äußere Bild des Wildes. Das graue Winterkleid wird mit dem roten Rock vertauscht, in dem der Jäger seinen Bock sehen möchte. Es wird allerdings meist noch nicht so weit sein, wenn am 16. Mai die Jagd auf den Bock beginnt. Aber trotzdem wurde sie freigegeben, weil es darauf ankommt, so früh als möglich im Jahr die Büchse das wegnehmen zu lassen, was sich nicht vererben soll. Drum gilt der Abschuß nun lediglich dem geringen Zeug, den Korkziehern, ewigen Spießern, den Knopfböcken und was es sonst noch alles an solchen unerwünschten Erscheinungen gibt. Hierbei heißt es sich zeitlich heranhalten. Denn kaum ist der Juni da und mehr Deckung auf den Feldern, da wechselt das Rehwild auch schon aus dem Wald in dns Feld, um dort oft unsichtbar zu werden bis zum August, wenn die Ernte beginnt. Das Besagen im Felde aber ist viel schwerer, weil das Wild nicht mehr so seinen Wechsel hält und auch für den Jäger bas Herankommen auf schußgerechte Entfernungen schwer ist. Wenn aber bie Kröpel jetzt nicht fallen, bann kommen sie noch in die Brunft und vererben bas, was ausgemerzt werben sollte. Drum hält ber Jäger nun braufeen Umschau, pirscht unb sitzt bort, wo Fege- unb Plätzftellen ihm verraten, daß hier ein Bock seinen Wechsel hat, und sucht „anzubinben", was an ben ersten Tagen schon auf bie Decke gelegt werden soll. Für einen richtigen unb raschen Abschuß ist biese „Gefechtsaufklärung" unentbehrlich. Von sonstigem Wilbe ist für ihn im Mai nur schußvar, was wie wilbe Kaninchen, Bläßhühner, Rohrweihen, Sperber, Habicht und Fischreiher oder Haubentaucher keine Schonzeit genießt, während er bei Schwarzwild, Füchsen und Iltis die Einschränkung beachten muß, daß führende weibliche Stücke zur Zeit nicht besagt werden dürfen. Das verbietet ihm nicht, die Jagd auf Jungfüchse durch Graben ober Abschuß am Bau auszuüben. Ueber- all, wo ber Fuchs stärker zu Schaben ging, ohne durchgreifenb besagt werben zu können, kann diese Bausagb nötig werden, die 'früher in vielen Revieren gang und gäbe war. Allerdings macht der gute Fuchs im Winterbalg unbestritten mehr Freude. Die Tage vor Jagdbeginn werden noch dazu benutzt, die Pirschsteige in Ordnung zu bringen, Kanzeln und Leitern zu überprüfen und die Salzlecken zu • säubern, zu beschicken oder neue anzulegen. Die Bearbeitung ber Wilbäcker unb ihre Bestellung werben notwendig. Wo die sehr emp- fehlenswerte Gewinnung von Laubheu für die Winterfütterung durch Werbung von Trieben der Eiche, Linde, Pappel ober Kastanie möglich ist, kann Enbe bes Monats damit begonnen werden. Im Schatten getrocknet und gebündelt aufbewahrt gibt Laubheu ein sehr gern genommenes Winter- futter. Leider bedroht unser Niederwild, vor allem das Federwild, eine Gefahr fast mehr als alle obengenannten tierischen Feinde, die landwirtschaftliche Maschine. Tausende von Gelegen und Abertau sende an Jungwild fallen alljährlich der Sense und der Mähmaschine zum Opfer. Und doch könnte manches gerettet werden, was nutzlos verkommt, wenn etwas vorsorgend gearbeitet würde. Drum werden immer Hühner- ober Fasanengelege besser beachtet, im Falle bes Vermähens bem Jäger gemelbet, bamit er sie u. U. noch ausbrüten lassen kann, ober aber schonend urnrnäht, wenn solche besonbere Mühewaltung eine Anerkennung finbet. Es bewährt sich baher immer gut, wenn zu Beginn ber Brutperiobe im Dorf Belohnungen ortsüblich aus- gelobt werden. Eine solche Hilfeleistung liegt auch im wohlverstanden Interesse des Bauern selbst, da das Federwild einer der besten Schädlingsvertilger (Drahtwürmer, Rübenaaskäfer, Wiesenschnake, Schnecken u. a. m.) ist, zumal sich gerade seine Jungen fast ausschließlich von tierischer Nahrung ernähren. Hubertus. Dornotize«. lagesfalenber für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": Zugunsten des 2. Kriegshilfswerks ab 14 Uhr Unterhaltung auf Oswaldsgarten. — Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Zweimal klopfen". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Hochzeitsnacht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „... reitet für Deutschland". Stabktheater Gießen. Am heutigen Freitag wird zum erstenmal die am Dienstag uraufgeführte Komödie „Zweimal klopfen" von Hans Caninenberg wiederholt. Der Autor hat auch die Spielleitung. Die Bühnenbilder stammen von Karl Löffler. 28. Freitag-Miete. ©er Giegeszug durch Griechenland in der neuen Wochenschau. Die neue Deutsche Wochenschau bringt einen aus- führlichen Bericht über den Siegeszug in Griechen- land. Man erlebt hier die Besetzung von Kavalla und Thasos die Kämpfe an der Epirus-Front, die Vereinigung der deutschen und italienischen Truppen und den Vorstoß nach Thessalien; ferner wird man Zeuge der erbitterten Kämpfe am Fuße des Olymp, man bringt mit brutschen Panzerspähwagen, bie die Spitze der Truppen bilben, in Lamia ein, verfolgt im Flugzeug bie fliehenben Engländer bis auf See hinaus und sieht schließlich den Einzug der deutschen Truppen in Athen. Auf der Akropolis weht die deutsche Flagge. Bildberichte von der Kapitulation der Epirus- unb Mazedonien-Armee bilden 'bie einbrucksvolle Krönung biefes Abschnitts der neuen Wochenschau. Neben biefen Aufnahmen, bie aufs neue zeigen, wie verbissen sich ber Gegner in Griechenlanb zur Wehr setzte unb wie blitzschnell unb hart die deutschen Waffen zuschlugen, bringt die neue Deutsche Wochenschau, die am Samstag, 3. Mai erscheint, u. a. Bilder von der Tätigkett unserer Hilfs- kreuzer in überseeischen Gewässern, von den Kämpfen in Afrika, von der Entwasfung ber serbischen Armeen und Bilder aus dem Führer-Hauptquartier, hier sieht man u. a. König Boris von Bul- Hansa plasf-elastisch ist ein idealer Schnellverband. Er läßt sich leicht anlegen, sitzt sofort unverrückbar fest und schützt die Wunde vor Verunreinigung, Hansgpiast Genau aut den Namen achten Verbünde^ Kleine- Münden „... reitet für Deutschland." Ein Ufa-Film im Lichtspielhaus. Dieser Film ist dem Andenken des Rittmeisters Freiherrn von Langen gewidmet, der nach dem Weltkriege unter schwierigen Verhältnissen die deutschen Farben auf internationalen Tournieren wieder zu hohem Ansehen brachte. Das Drehbuch von Fritz Reck-Malleczewen, Richard Riedel und I. M. Frank hat die Geschichte des 1934 in Döberitz tödlich Gestürzten zum Anlaß einer Fabel genommen, die im letzten Kriegsjahr mit der Heimkehr deutscher Reiterregimenter aus Rußland beginnt. Der Rittmeister von Brenken kommt mit einer schweren Verwundung aus dem Felde nach Hause in die trüben Verhältnisse der Nachkriegszeit. Sein Gut ist verschuldet, für Pferdezucht interessiert sich kein Mensch. Brenken ist passionierter Reiter; sein Leben wäre ihm verdorben, wenn er nicht mehr in den Sattel steigen könnte. Tatsächlich besiegt sein starker Wille die lähmenden Folgen eines schweren Sturzes auf dem letzten Patrouillen- ritt im Osten. Er kann eines Tages wieder reiten, unb wieder eines Tages, als sein Besitz knapp vor ber Versteigerung steht, startet er auf eigene Faust als einziger Deutscher auf einem internationalen Tournier in Genf für Deutschland und gewinnt gegen schwere Konkurrenz und der unsportlich-feind- | eh gen Haltung zahlreicher Tournierbesucher zum Trotz den Großen Preis von Europa. Neben der Geschichte eines Reiters läuft die Geschichte eines Pferdes, das Brenken im Kriege als Beutepferd geritten hat, dem er fein Leben verdankt, das später versteigert wird und schließlich nach mancherlei Irrfahrten wieder zu seinem Herrn zurückfindet. Brenken, der die hervorragenden Qualitäten des Tieres schon bei ber ersten Begegnung erkannte, trainiert es selber und sieht sich bei der ersten schweren Feuerprobe in Genf glänzend gerechtfertigt. Dieses Tournier in Genf ist ber ungemein spannende, bramatisch bewegte Abschluß unb Höhepunkt bes Films, ber sonst kaum eigentlich filmische Eigenschaften aufweist: hier ist dem' Spielleiter Arthur Maria Rabenalt (früher am Hessischen Landestheater) eine vorzügliche Leistung gelungen. Der Zuschauer erlebt nicht nur bie erregenden Momente bes reiterlichen Kampfes unmittelbar mit, sondern spürt auch die eigentümliche Atmosphäre eines großen internationalen Tourniers unb die unheimliche, politisch begründete Spannung, die, von ben Tribünen ausgehend, in den entscheidenden Umläufen mitschwingt. Wer für Reiten und edle Pferde etwas übrig hat, wird diesen Bild-ern mit hohem Genuß und ästhetischem Vergnügen folgen. Die Zentralgestalt des Herrn von Brenken ist bei Willy Birgel in den besten Händen: er gibt die elegante, ritterliche Erscheinung eines Offiziers und Sportsmannes von untadeliger Haltung und unerschütterlicher Willenskraft. Sonst gibt es rein darstellerisch in diesem Film keine sonderlich großen Aufgaben. Gerhild Weber, eine junge Na ch wuchsschau spielerin, sollte einmal in einer ergiebigeren Rolle herausgestellt werden. Im Ensemble heben sich Gertrud E y s o l d t, H. A. E. Böhme, Walter Werner und Willi Rose hervor. Die zweite Hauptrolle neben und mit Birgel hat der Apfelschimmel Harro, ein wundervolles Pferd. — Im Vorprogramm läuft die große unb interessante Wochenschau, die schon gesondert besprochen wurde. Hans Thyriot. Vom Wiedehopf. Bon Philipp Gottfried Maler. Es ist nicht in ber Ordnung unb sollte baher auch nicht sein, baß bie Leute von einem unserer schönsten und seltensten Vögel weiter nichts wissen, als baß er stinkt. Dabei ist nicht nur bie Schönheit die- ses Vogels rühmenswert, sonbern er spielte einst in ber Sagen- und Märchenwelt der Völker eine große Rolle. Die Zauberkunst bebiente sich seiner Zunge, seines Blutes unb — wie in Webers „Freischütz" — seines rechten Auges. Auch zeigte er bas Wetter an. Prinzessinnen würben in ihn verwan- belt. Im alten Griechenlanb trat er auf ber Bühne auf. Im Koran der Araber ist ihm eine ehrenvolle Rolle zugewiesen, unb bie alten Aegypter verwanbten seine aparte Figur als Zeichen für ben Wechsel ber Jahreszeiten; sie nannten ihn einen „Bruber ber Sonne". Als er bei uns zu Lanbe noch nicht zu ben Seltenheiten gehörte, hatte ihn die Dolksphantasie mit dem Amt eines Kuckucksküsters betraut, denn er ruft fast pünktlich vierzehn Tage vor dem Kuckuck zum erstenmal. Da ist er gerade aus Afrika zurück- gekehrt — der Wiedehopf. Da nur wenige ihn kennen, stellen wir ihn vor: Drosselgroß, Farbe lehmigbraun, Flügel und Schwanz schwarz unb weiß gebänbert, Schnabel bünn, lang und spitz — da bie Zunge aber kurz ift, muß ber Vogel jedes erbärmliche Würmchen ein wenig in bie Luft werfen unb bann im Schnabel auffangen — Hauptzierbe ein Helmbusch, besten lange Febern mit den schwarzen Endflecken zurückgelegt und prachtvoll entfallet werden können. Originell ist sein Liebesruf: „—hup hup". Er ist so auffällig, daß zwanzig Sprachen den Vogel danach benennen. (Wiede-, Weide- ober Wald-, hopf, -hup.) Es liegt an ber geregelten Forstwirtschaft, baß ber Wiedehopf an Wohnungsmangel leibet unb deshalb nicht soviele Kinderstuben findet, als man ihm wünschen würde. Denn er braucht hohle, faulende Bäume mit großen geräumigen Löchern, um seine Brut aufzuziehen. Die braunen Eier legt er kurzerhand aufs modernde Holz. Wer Glück hat, findet den Wiedehopf an stillen Waldrändern angesiedelt, da wo Wiesen angrenzen, auf die der Hirte seine Herde führt. Denn Mist- und Laufkäfer sind Leckerbissen für ihn. Er ist scheu und liebt es/Nicht, gesehen zu werden. Er hat Ursache, vorsichtig zu fein, denn für Raubvogelaugen ist er gut zu erkennen. Doch da hilft ihm der Instinkt. In kritischen Augenblicken hat er eine sehr zweckmäßige Art, seine Anwesenheit zu verleugnen: er legt sich platt zu Boden, breitet Schwanz und Schwingen aus, biegt den Kopf zurück, streckt den Florettschnabel gegen Himmel unb verhält sich ruhig. Wer sollte da noch meinen, baß seine Streifenmusterung zu einem Vogelleib gehört! Ebensogut könnte es sich um einen alten Lappen hanbeln, den ber Schäfer wegwarf. Des Wiedehopfes Leben gehört nicht zu den bequemen. Er ist ein menschenscheuer Sonderling. Bei uns ist er es, fügen wir hinzu.. In Afrika, wo er ebenfalls bodenständig ift, vergnügt er sich vertraut mit Negerbuben und nistet, wie berichtet wird, selbst in alten Konservendosen. Wer kennt schließlich auch nur eines Wiedehopfes Herz! Und nun zu einem vielbeschrieenen Artgeruch. Er ist nicht gut. Er ist lähmend und miserabel. Und doch versichert uns Brehm ober sonst jemanb, ber es wissen muß, ber Wiedehopf sei fett unb wohlschmeckenb. Dies allerdings nicht in der Brutzeit. Früher hieß es, es läge an seinem dünnen Schnabel, der sich schlecht eigne, die Nisthöhle von dem Kot der Jungen zu reinigen. Und etwas Wahres wird schon baran sein. Jetzt aber weiß man auch, baß bie Bürzelbrüsen ber Jungen im Nest eine bräunliche Masse absondern, bie den Wiede- hopfgeruch verbreitet. Nehmen wir an, baß selbst vierbeinige Räuber empfindliche Nasen haben, so könnte es sich allerbings um eine Schutzmaßnahme ber Natur hanbeln. Flüggen Wiederhopfen täte man allerbings Unrecht, wenn man bas Gesicht verzöge. Das versichert auch bie Wissenschaft — weshalb man sich nun boch nicht gleich ber Hoffnung hingeben sollte, bie Menschen ließen alsbalb davon ab, im Gestank den Charakter des Wiedehopfes zu sehen. Gloria-Palast: „Hochzeitsnacht." „Stand gehört zu Stand und Geld zu Geld", das ist eine bäuerliche Lebensweisheit, bie in biefer „Hochzeitsnacht" eines Oetztaler Dorfes grünblich außer Kurs gerät. Die reiche Bürgermeisterstochter soll ben ebenso reichen Müllermeister heiraten, aber sie will nicht, unb ber Müller mag auch nicht, als ihm aufgegangen ist, baß er baheim eine Magd hat, bie ebensoviel von ber Liebe wie von ber Wirtschaft versteht. Nur ber Dickkopf des Bürgermeisters steht allen im Wege. St. Bürokratius selbst erweist sich einmal — ein gar seltener Fall — als Helfer in ber Not. Die ©tanbesamtsurtunben bes ganzen Dorfes finb plötzlich verschwunben, bie Trauung kann nicht stattfinben, aber auch jeber anbere, Mann ober Frau, ist seiner ehelichen Pflichten lebig. Das Dorf macht in ber „Freinacht" davon weidlich Gebrauch, und es ist nur gut, daß sich am nächsten Morgen die Papiere ebenso überraschend wiederfinden und der Stier wieder angebunden wird. Inzwischen haben sich freilich die Paare in rechter Ordnung gefunden, und auch der Bürgermeister gibt sich zufrieden. Nack O. C. A. zur Neddeys Komödie „Der Stier ist Vos'* hat Carl Boese diesen volkstümlich-heiteren Film gedreht, bei dem es im tollen Wirbel urwüchsiger Sinnenfreude auch auf ein bißchen Derbheit nicht ankommt. Das ganz gradlinig Unkomplizierte der hier abkonterfeiten Bauerntypen verträgt die Unzweideutigkeit solcher gesund fröhlichen Derbheit durchaus. Nur zwei, die Bürgermeistersfrau und ihre Jugendliebe, der Kaminkehrer Kleefaß, der klug und gütig die Vorsehung spielt und die Urkunden verschwinden läßt, sind aus anderem Holz. Sie fügen sich resignierend in ein Geschick, das sich nun nach einem Menschenalter nicht mehr rückwärts drehen läßt. Es sind die beiden am sorgfältigsten angelegten Rollen, aus denen der in dieser Atmosphäre oft bewährte Theodor Sanegger und Maly Delschaft alles herausholen, was in ihnen steckt. Mit einer prachtvoll unbekümmerten Frische spielt Heli Finkenzeller bas Bürgermeisterstöchterlein, heißblütiger ist bie Müllersmagb Geralbine Katts. Mit gut geschnittenem Bauernschäbel, stur und stiernackig macht Georg Vogelsang ben Bürgermeister, ein herrlicher Depp von Gemeindebiener ist Rudolf Karl. Die beiden Liebhaber sind Albert Janscheck unb, ein wenig weicher, ber Müllermeister Hans Fides- fers. Dolksszenen von herzhafter Ausgelassenheit zeigen schöne Trachten des Oetztales'. ^TeW, Lange. garten, Graf Ciano, Admiral v. Horthy und Botschafter von Papen beim Führer. Jahreshauptversammlung des Kaninchenzuchtvereins. Der Kaninchenzuchtverein Gießen hielt im „Burghof "feine Jahreshauptversammlung ab, zu der der Vereinsvorsitzende Kreiling besonders die neuen Mitglieder willkommen hieß. Er hielt dann einen Vortraa über: „Die Zucht der Rassekaninchen im Kriege^ und erläuterte die Zucht der Vereinsrassen, ganz besonders die Aufzucht und die Pflege der Angorakaninchen. Die Zucht der Angorakaninchen wird besonders gefördert, weil die Erzeugung der Wolle von besonderer Bedeutung ist. Der Verein hat als weitere Vereinsrasse die Groß-Chinchilla- Kaninchen gewählt, und um einen Ansporn für deren Zucht zu bieten, wurden für die neuen Züchter drei Iunghäsinnen dieser Rasse verlost. Sodann erstattete der Vereinsvorsitzende den Jahresbericht, der einen Zuwachs von 25 Mitgliedern aufweist. Aus dem Dtfm Kassierer Steih erstatteten Kassenbericht ging hervor, daß die Kassenverhältnisse in bester Ordnung sind. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt und ihm der Dank für seine mustergültige Arbeit ausgesprochen. Der Vorsitzende berief dann den Zuchtkamerad Dörr zum Zuchtwerbewart und mühevolle Arbeit aus. Der Vorsitzende berief dann den Zuchtkamerad Dörr zum Zuchtwerbewart und den Kameraden Lang zum Schriftführer. Zuchtbuchführer Steih gab dann einen Ueberblick über die Zuchtbuchführung und deren Vorteile für den Abstammungsnachweis. Die Kennzeichnung wird von Anfang Mai an mit Ohrenmarken erfolgen, nur in Ausnahmefällen wird der Vereinsführer die Tätowierung durchführen. Zuchtkamerad Gg. Schell- Haas berichtete von einer erfolgreichen Fellablieferung. Im letzten Jahr wurden über 500 Felle der Veredlungsindustrie zugeführt. Erfreulich war die Feststellung, daß die Felle eine bessere Behandlung aufweisen, so daß höhere Preise erzielt werden konnten. Eine ganze Anzahl gut gespannter und behandelter Felle brachte Beträge von 1,20 bis 2 RM. pro Stück, während für die geringeren Felle nur 20 dis 30 Rpf. gelöst werden konnten. Im Oktober soll eine Vorschau der gezüchteten Kaninchen stattfinden und im November eine Ausstellung in Gießen durchgeführt werden. ** Aus Gießen-Klein-Linden. Oberfeld- meister Albert Weigel, ein Sohn unseres Vorortes, wurde mit Wirkung vom 1. Oktober v. I. zum Oberst-Feldmeister im Reichsarbeitsdienst befördert. Aus der engeren Heimat. 60. Hauptversammlung des HVE. > Schotten, 1. Mai. Der Führervat des G e- famtoereins des VHC. hat feine Mtgiieder- vereine zur 60. Hauptversammlung eingeladen, die am 7. und 8. Juni in der Gründungsstadt Schotten stattfinden wird. Am Samstag, 7. Juni, 16 Uhr, beginnt die Dertreterversammlung im Singsaal der Turnhalle, abends schließt sich ein Begrüßungsabend, verbunden mit der Feier des 60jährigen Bestehens des VHC. aiu Sonntag, 8. Juni, morgens, findet ein Festakt in der Turnhalle statt, anschließend Frühschoppen und Eintopfessen. Um 14 Uhr beginnen auf dem Bockzahl volkstümliche Wettkämpfe, die vom Reichsbund für Leibesübungen Bezirk Friedberg veranstaltet werden. Das Ziel der diesjährigen Fruhjahrs-Sternwanderungen der einzelnen Zweigvereine ist am 8. Juni die Grün'dungs- stadt Schotten, die sich zum Empfang der VHCer und Sportler rüstet. 75 Jahre Joh. Hermann Schmidt I. in Lich. * Lich, 2. Mai. Im verflossenen Monat April führte sich zum 75. Male der Gründungstag der hiesigen Firma Joh.Hermann Schmidt I., Kurz-, Weiß- und Wollwaren, in der Unterstadt. Gründer des Unternehmens war der am 17. Dezember 1834 als Sohn des Knopfmachers und Posamentiers Joh. Jacob Schmidt geborene Joh. Hermann Schmidt, der das väterliche Handwerk des Knopfmachers erlernt hatte, dann aber, als auf dieser Grundlage keine Existenz mehr möglich war. um die Mitte des vorigen Jahrhunderts ein Einzelhandelsgeschäft eröffnete, das in erster Linie Textilwaren zum Verkauf brachte. Die Firma wurde im Hause Oberstadt 32 gegründet und nahm unter ihrem Inhaber einen ansehnlichen Aufschwung, sodaß sie im Jahre 1869 in ein größeres Haus in der Oberstadt verlegt werden mußte. Im Jahre 1887 verstarb der Gründer, und das Geschäft mußte nun von seiner Witwe mit den Heranwachsenden Kindern weitergeführt werden. In den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde auch die Großhandelstätigkeit ausgenommen. Am 1 Januar 1899 ging die Firma auf den heute noch im Betrieb tätigen Seniorchef Heinrich Schmidt über. Gleichzeitig wurde das Geschäft nach der Unterstadt 17 verlegt. Das Unternehmen entwickelte sich immer weiter aufwärts, und wenn auch die Jahre des Krieges 1914/18 und die schweren Zeiten der Inflation und der Scheinblüte nach dem Kriege vielerlei Schwierigkeiten brachten, so gelang es doch, die Firma über alle Klippen hinwegzubringen und sie zu der heutigen, weithin geachteten Stellung im Kreise Gießen und darüber hinaus emporzuführen. Im Jahre 1940 wurde die Firma dergestalt umorganisiert, daß unter der Firmenbezeichnung Heinrich Schmidt & Co. der Einzelhandel betrieben wird, während unter der alten Firma Joh. Hermann Schmidt I. der Großhandel erfolgte. Seit Dezember 1940 unterhält das Unternehmen auch eine Zweigniederlassung in Gießen. 50 Jahre Spar- und Vorschußverein Leihgestern. <£ Leihgestern, 28. April. Der hiesige Spar- undDorschuhverein e. G. m. b. H. hielt am Samstagabend seine ordentliche Hauptversammlung, verbunden mit der Feier seines 50jährigen Bestehens, im großen Saale der „Krone" ab. Der Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich Schäfer begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder, darunter noch einen Gründer, weiter besonders den Verbandsoberrevisor Hartmann, den Leiter der Schulsparkasse Rektor Lotz und eine Abordnung des Vorstandes der Spar- und Darlehns kaffe der Nachbargemeinde Watzenborn-Steinberg. Hierauf gab der Direktor der Kaste Heinrich Haas den Bericht für das Geschäftsjahr 1940 und rückblickend ein Bild über die Entwicklung der Dorf- taffe in den fünf Jahrzehnten ihres Bestehens. Der Mitgliederbestand beträgt zur Zeit 188, im Lause des Jahres traten hinzu 2, es schieden aus durch Tod 6. Im ersten Jahre ihres Bestehens zählte die Kasse 82 Mitglieder, von denen noch 4 ihr ununterbrochen angehören. Die Bilanz wurde vom Rechner Karl Häuser norgetragen. Der Jahresumsatz betrug rund 200 000 RM. Die Karten gelder und SchU'lsparkasse erbrachten rurvb 15 500 RM., die Gesamteinlagen haben gegen das Vorjahr um 35 000 RM. angenommen, neue Sparbücher wurden 51 aus-gegeben. Die Zins- und Dividendensätze wurden in der seitherigen Höhe belassen, die Verteilung des Reingewinns in der vor geschlagenen Weise gutge- heißen. Der Jahresabschluß wurde von der Versammlung genehmigt. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die fatzungsmäßig aus scheidenden Mitglieder vom Vorstand Heinrich Haas und vom Auftichtsrat Dttö Harnisch und Otto Arnold II. wurden wiedergewählt. Anschließend an d-en geschäftlichen Teil überbrachte Verbandsoberrevisor Hartmann tue1 Glückwünsche des Genossenschaftsverbandes, feine Ausführungen gipfelten in der Anerkennung, daß die Kasse muster- gültig geführt werde. Als Ängebinde überreichte er zur 50-Jahrseier fettens des Verbandes ein Diplom, der Genossenschaft für die Zukunft alles Gute wünschend. Für die Spar- und Darlehenskasse Watzenborn-Steinberg sprach deren Auftichtsratsvorsitzen-- der Bürgermeister Schäfer die besten Wünsche unter Ueberreichung einer Bildes von Raiffeisen aus. Weiterhin sprach für die Schulsparkasse Rektor Lotz. Die der Kasse seit ihrem Bestehen angehörenden vier Genossen — Johannes Diehl, der jahrzehntelang dem Aufsichtsrat angehörte, Johannes Weller, der Jahrzehnte das Rechneramt bekleidete, Johannes Wagner, der in den schweren Jahren nach dem Weltkriege die Kasse gefettet, und Karl Gilbert, von denen an diesem Abend nur der im 87. Lebensjahre stehende Johannes Diehl anwesend war — wurden für ihre treue Mitgliedschaft mit einem Diplom ausgezeichnet. Nachdem der Abend durch den Aufsichtsratsvorsitzenden in der üblichen Weise geschlossen war, blieben die Genossen mit ihren Gästen in einer der Zeit entsprechenden Feierstunde noch einige Zeit beisammen. AttertumSfunde in der Kr»edverger Burg. LPD. Friedberg, 2. Mai. Bei den Ausgrabungen in der Burg, die seit einigen Wochen wieder ausgenommen wurden, stieß man auf eine kleinere augusteische Grube, aus der feines Scherben- material und ein silberplattiertes bronzenes Schmuckstück geborgen wurden. Landrat Dr. Straub ließ sich am Fundort von Grabungsleiter Dr. Roth über den Stand der Grabungen, die auch in diesem Jahre wieder von Kreis und Stadt finanziell gefördert werden, berichten. \ Schweinemarkt in Schotten. * Schotten, 30. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 191 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 28 bis 32 RM., 8 bis 10 Wochen alte 34 bis 38 RM., 10 bis 12 Wochen alte 40 bis 45 RM., 13 Wochen und ältere 50 bis 55 RM. pro Stück. Bei flottem Handel wurde der Markt geräumt Landkreis Gießen. # Mainzlar, 1. Mai. Obergefreiter Karl Dem von hier wurde zum Unteroffizier befördert. I Großen-Linden, 28. April. Die April- wanderung des Zweigvereins „Hüttenberg" vom VHC. führte am Sonntag bei zahlreicher Beteiligung vom Bahnhof Lang-Göns nach Niederkleen, dann durch bas Kleebachtal aufwärts, an einem schönen^Wasterfall vorüber, nach Ebersgöns, wo eine längere Kaffeepause eingelegt würbe. Auf guten Wegen ging es sodann durch den Wald von Pohl-Göns und Kirch-Göns und wieder zum Bahnhof Lang-Göns zurück. Die Wanderung führte durch drei Landkreise: Gießen, Wetzlar und Friedberg und berührte alle vier Orte mit dem Namen Göns. △ Großen-Linden, 29. April. An unserer Volksschule kamen 34 Schüler zur Entlastung, 17 Knaben und 17 Mädchen. Rektor Siegfried, der als Hauptmann bei der Wehrmacht steht urtb auf Urlaub hier weilte, sprach in der Entlassungsfeier zu den Schülern. Zwei Jungen und drei Mädchen besuchen weiter Handelsschulen, während die übrigen Jungen in Lehrstellen eintreten und die Mädchen ihr Pflichtjahr in Land- und Hauswirtschaft ableisten. — Die Störche, die feit einigen Jahren auf einem Baum am Kleebach nisten, sind auch in diesem Frühjahr wieder zurückgekehrt und jetzt mit dem Nestbau beschäftigt. 8. Lang-Göns, 28. April. Unter dem Wahlspruch „Gruß der Heimat — Echo der Front" veranstaltete die DAF. „Kraft durch Freude" cm Samstag einen Dorfgemein- f d) a f t s a be n b in der hiesigen Turnhalle, der recht gut besucht war. In feiner Begrüßungsansprache wies Ortsgruppenleiter Müller darauf hin, daß ein solcher Dorfgemeinschaftsabend zum ersten Male in Lang-Göns stattfände und daß er sich der Zeit entsprechend in einem ernsten Rahmen bewegen würde. Er begrüßte sodann mit herzlichen Worten die Soldaten, die zur Zeit in ihrer Heimat weilten, sowie die auswärtigen Gäste. Die Darbietungen bestanden neben dem Laienspiel „Saat und Ernte", das noch einmal in packenden Bildern die Zeit des Weltkrieges zeigte, hauptsächlich in gesanglichen Vorführungen eines Chores, der für diesen Abend gebildet worden war und der sich in der Hauptsache aus Sängern und Sängerinnen der HI. und des BDM. zusammensetzte. Ein kleines Orchester sorgte für die Zwischenmusik. Die Lieder, die von der Singschar, zum Teil mit einfacher Begleitung, vorgetragen wurden, waren fast alle Volkslieder und fanden sehr viel Beifall, desgleichen ein Gedicht in Wetterauer Mundart, das in roarmen Worten unserer Sbl3 daten draußen gedachte. Mit großer Andacht und mit viel Teilnahme folgten die Zuhörer dem Theaterstück „Saat und Ernte" (von Hch. Bauer), das von hiesigen Laienspielern aufgeführt wurde. Der reiche Beifall ■ war wohlverdient. Erwähnt seien noch die schönen Zithervorträge, die von vier hiesigen Musikliebhabern geboten wurden, darunter ein neues Soldatenlied, das ein kleiner Chor mit- sang. Das Schlußwort sprach der Leiter der DAF., Heinrich Faber, und er gedachte des Führers. Ein gemeinsam gesungenes Lied beschloß den Abend, der den Teilnehmern noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. SJ.-fport Oreistädtekampf im Gewichtheben. Am Sonntagvormittag findet auf dem Waldsportplatz des 23. f. B. Reichsbahn ein Kampf im Gewichtheben statt. Erstmals tritt eine Siegener Gewichthebermannschäft in Gießen an. Die West- falen haben in Marburg „88" eine ausgezeichnete Staffel zum Gegner, denn die Marburger ftchen im Bereich Hessen an zweiter Stelle, und da auch die Mannschaft des V. f. B. Reichsbahn diesmal mit guten Kräften antritt, so ist ein spannender Kamps zu erwarten. In der Gießener Mannschaft ragen besonders Vobelt und der 16jährige Fischer hervor, der im Stoßen sicher die 200-Pfund-Grenze erreicht. Marburg tritt mit Moots, Götz, Herrmann, Clement, Balke und Gary an, während Gießen sich auf Lorenz, Fritz Funk, Soldat Werner (Heer), Klotz, Vobelt und Fischer stützt Die Mannschaft der Siegener ist noch nicht namentlich ae- melbet. Außerdem findet noch ein Kampf im Rasenkraftsport Marburg—Gießen statt. Lehrgang für Llebungsleiterinnen im Frauenturnen im JX SRC. Bezirk 8 Gießen. Der 4. und letzte Lehrgang für Uebungsleiterin- nen im Frauenturnen, der von 43 Turnerinnen besucht war, wurde am Sonntag in der Turnhalle des Turnvereins 1846 durchgeführt. Bezirksfrauen- warttn Jdel Hauck (Gießen) begann mit Spruch und Lied die Arbeit, und Bezirksftauenturnwart Schneider gedachte in kurzen Worten des Führers und forderte als Geburtstagsgeschenk Arbeit an uns selbst und am Volk. Als Auftakt wurden dann eine Bewegunbsschule und Gymnastik geturnt und von Schneider Anleitung und Beispiele für den Gruppentanz gegeben. Bezirksfrauenwar- tin für Leichathletik Else Ludwig gab eine Einführung in die Leichtathletik. Nach dem gemeinsamen Mittagessen besprach Frauenturnwart Schneider den in der Lehrgangsreihe durchgenommenen Uebungsftoff. Am 15. Juni findet in Gießen ein Lehrgang für Turnerinnen statt, in dem der Uebungsstoff für die Wettkämpfe durchgearbeitet werden soll. Mit einem kameradschaftlichem Beisammensein, zu dem auch Bezirksführer Stein erschienen war, fand die arbeitsreiche Lehrgangsreihe ihren Abschluß. H. Handball im Männerturnverein. Mtv.l.Jgd. — Tv. Hochelheim l.Jgd. 11:7 (7:2). Mtv. Sporidienstgr. — Tv. Hochelheim Sport- dienstgr. 1:3 (1:1). Am Sonntag konnten die Spiele gegen Hochelheim ausgetragen werden. Das Spiel der Jugend begann mit ungestümen Angriffen der Hochelheimer. Aber bald konnte sich die reifere Spielweise des Mtv. durchsetzen. In wenigen Minuten stand das Ergebnis von 2:2 auf 5:2. Besonders hob sich hierbei die Gießener Hintermannschaft hervor. Jeder Angriff scheiterte an ihr. Dis zur Halbzeit konnte der Mtv. das Spiel weiterhin überlegen gestalten, was auch durch zwei Tore ausKdrückt wurde. Nach Seitenwechsel stellte Hochelheim durch zwei Strafwürfe das Ergebnis auf 7:4. Beide Mannschaften ließen nun etwas nach. Besonders machte sich dies beim Mtv. bemerkbar. Trotzdem hatte Hochelheim keine Chance mehr, das Spielgeschehen umzugestalten. Schiedsrichter Karell konnte bei der anständigen Spielweise beider Mannschaften gut ge» Die Sportdienstgruppen lieferten sich einen erbitterten Kampf. Der Sturm der Gießener konnte die sich ihm bietenden Gelegenheiten nicht aus- werten. Dagegen spielte die Hochelheimer Mannschaft besser zusammen und gewann schließlich verdient. Kurze <5portnofi$en. Die Sommerkampfspiele der HI. werden in diesem Jahre in der Zeit vom 25. bis 31. August veranstaltet. Im Rahmen der Veranstaltung finden auch Länderkämpfe mit der Jugend befreundeter Nationen statt. Deutschlands Kegler bestritten am Mittwochabend in Stockholm den 10. Länderkampf gegen Schweden. Die Gastgeber gewannen mit 6271:5979 Holz und tarnen damit zum siebenten Siege über Deutschland. MDkiMimM. Vornan von Elisabeth Holt. 7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 3. Kapitel. Nach und nach wurde Gerda Maurer mit dem Haushalt der Sängerin vertraut. Er entbehrte der festen Umrisse, nichts war festgelegt. Speisestunde, Frühstück und Schlafenszeit, Ausgaben, Korrespondenz und vorzulassende oder abzuweisende Besuche waren Angelegenheiten, die nicht erfragt, sondern ertastet werden mußten. Sogar die Anzahl der Dienstboten stand nicht fest. Man hatte Gerda gesagt, es gäbe außer dem Portier, der die Heißluftheizung und den kleinen Garten zu betreuen hatte, noch vier — nämlich den Chauffeur, ein Stubenmädchen, die Köchin und Fräulein Rosa, die vertraute Zofe. — Man ging aber großzügig über den Schwarm der außerordentlich Beschäftigten hinweg, über Fensterputzer und Masseusen, über Friseure und Schneiderinnen, die sich in schlechtgeheizten Hinterzimmern herumdrückten. Gerda brauchte eine ganze Woche, um die Gestalten, die ihr auf den Korridoren entgegenkamen, auseinanderzuhalten, sie telephonierte mit aufgeregten, befehlshabe- rischen Leuten, die sich ungemein gekränkt gebärdeten, wenn man über ihre Angelegenheiten nicht im Bilde war, sie stellte aus unentschlossen hingeworfenen Klagen und Drohungen zu nichts verpflichtende Briefe zusammen, sie rechnete mit dem Koch ab und entwarf einen Wochenplan mit vielen offenen Feldern für nachträgliche Abänderungen. Die Frau Kammersängerin schien zufrieden mit ihrer „Neuen". Gerda merkte das an der säuerlichen Duldung, die ihr durch Rosa zuteil wurde, und aus der zunehmenden Vorsicht der Köchin bei der Abrechnung. Das Telephon surrte den ganzen Tag, die Opernkanzleien, Agenten, das Sieveringer Atelier, wo Pola unter erheblicher Aufregung ihren ersten Film drehte. Ferngespräche kamen und wurden erledigt. Manchmal machte man es falsch, und dann schimpfte die Luckner, daß man es durch drei Türen hörte. Zu allen Tageszeiten dröhnte im Musikzimmer der Flügel; feierlich schreitend, in große Halstücher gewickelt, erschienen Sänger mit Partituren, es erschien Kapellmeister Professor Brix, der die Konzerte der Luckner dirigierte und an ihren Op ern ab enb en in den Kulissen lauern mußte, um ihr die Einsätze zu geben. Und zu allen Stunden mußte man gewärtig sein, den glatten schwarzen Scheitel Gredlers in irgendeiner Türe auftauchen zu sehen. „Darf man herein?" erkundigte er sich mißtrauisch, „Ihr 23etter ist heute einmal nicht bei Ihnen?" „Längst fortgegangen!" „Unglaublich!" äußerte Gredler vieldeuttg. „Wie geht's übrigens? Gut? Kein Honiglecken hier, Madame", der Pianist seufzte und ließ sich neben Gerda auf einen Stuhl sinken. „Ich hätte Sie warnen sollen, schöne Frau. Wieviel Arbeitsstunden hat Ihr Tag, wenn ich fragen darf?" „Ich weiß nicht, ich zähle nicht", sagte Gerda, . „mein Tag hat in letzter Zeit so beängstigend wenig Arbeitsstunden gehabt, daß mir jetzt ein paar zuviel nichts ausmachen. Angst habe ich nur vor dem Telephon, ich weiß nie, wie ich mich benehmen soll. I Ueberall sind unbekannte Größen im Spiel. Wer ist zum Beispiel Baron Birinsky? Jeden Taa ruft er an — manchmal auch zweimal am Tag. i Gredler schüttelte verweisend den Kopf. „Den | kennen Sie nicht? Birinsky — Ottokar Gotthold Birinsky----. Natürlich Zucker. Ich meine nicht zuckerkrank, nein, Zuckerfabriken!" „Kenn' ihn nicht." „Eine Bildungslücke. Sehr bedauerlich bei einer Frau von Ihrer Erziehung." „Also wer ist bas?" „,Er* —. Unter Anführungszeichen. Seit vier Jahren unter Anführungszeichen." — „Ach so!" sagte Gerda lächelnd. „Ich hatte es mir schließlich denken können, daß eine schöne und berühmte Frau nicht ganz allein durchs Leben geht." „Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Ottokar Gotthold Birinsky begleitet Polas Weg offiziell." „Wer warum kommt er nie her?" „Weil er gegenwärtig krank ist und im Bett liegt. Er ist", sagte Gredler zusammenfassend, „krank und reich. Mehr wäre von dem Mann nicht zu erwähnen." Gerda sah ihn forschend cm. „Und genügt das der Frau Kammersängerin?" | „Hören Sie", antwortete er behutsam, „ich habe Sie protegiert, weil ich Sie für ein nettes vernünftiges Wesen halte, und jetzt kommt es mir vor, als hätte ich Ihnen gegenüber sozusagen Vaterpflichten. Als Vater erteile ich Ihnen folgenden Wink: Bemerken Sie niemals, daß Birinsky-- — nun manchmal nicht der einzige ist. Wenn Sie es längere Zeit bei uns aushalten, werden Sie darauf kommen, daß sich zeitweise geheimnisvolle junge Herren im Hause umhertreiben, die weder musizieren noch photographieren, die nichts mit Zeitungen und nichts mit Geld zu tun haben — mit einem Wort: überflüssige Kreaturen. Wenn Sie so einen bemerken, dann--bemerken- Sie ihn eben nicht!" „Danke", sagte Gerda, „aber warum ist das so?" „Nun — Pola wünscht Birinsky zu behalten." „Komisch! Wenn ich so ein königliches Einkommen hätte wie die Luckner, ließe ich mir von keinem Menschen etwas vorschreiben." Gredler nickte weise. „Oh, diese törichte Jugend! Wie lange wird Pola, Ihrer Schätzung nach,'noch schön und berühmt sein?" „Immer!" sagte Gerda überzeugt. „Sie hat eine Kraft, die von ganz tief innen hervorbricht — wenn sie auf die Bühne kommt, ist sie sofort die Hauptperson. Ich glaube, sie wäre es auch, wenn sie den Mund gar nicht aufmachen würde." „Ach, das wäre vielleicht ganz gut. Denn Pola zeigt neuerdings eine befremdliche Neigung zu falschen Einsätzen." „O Gredler!" „Das ist das Los des Schönen auf der Erde. Pola gefällt Ihnen?" „Sehr. Auf der Bühne und privat." Gredler wollte etwas erwidern, aber das Tele- phon meldete sich energisch. Als Gerda dann den , Hörer wieder auf die Gabel legte, seufzte sie: „Wieder die Unbekannte mit dem sonderbaren Namen Alwine. Ist das eine Filmgröße, Gredler?" „Alwine? Nein--" sagte er, „das ist eine Finanzgröße. Alwine Pachoven ist sehr reich." „Pachoven?" Gerdas Gesicht trug auf einmal einen gespannten Zug. „Oho! Sie kennen Alwinchen?" „Nein", leugnete Gerda und ärgerte sich über feine schnelle Aufmerksamkeit. Der Mensch bemerkte einfach alles. „Ihr Name klingt mir bekannt. Bei uns in Norddeutschland gibt es ein großes Motorenwerk Kempf Lr Pachoven. Gehört sie zu denen?" „Stimmt! Sie ist eine von denen. Zwar nicht in Purpur geboren, bloß hineingeheiratet und glücklich verwitwet. Früher hat sie Kröll geheißen — Alwine Kröll---. In grauer Vorzeit hatten die beiden, Alwine Kröll und Pola Luckner, an kleinen Provinzbühnen winzige Partten gesungen. Dann erschien eines Tages Herr von Pachoven auf dem Plan, verlor den Rest seines Verstandes und führte Alwine mit Myrtenkranz und Schleier in die Motorenfabrik feiner Väter. Und Pola wurde aus Wut darüber ein Star." „Warum aus Wut?" fragte Frau Maurer. ,Hat sie Herrn von Pachoven geliebt?" Diese Vermutung wies Gredler nachdrücklichst sankt. „Aber?" „(Fs ist da so etwas wie Rivalität", sagte er und lächelte dem Rauch seiner Zigarette nach. „Ich glaube, der Pachoven war seinerzeit der Fettbrocken in der Suppe, und Alwine hat ihn erwischt — nicht Pola. Das vergißt sie nicht! Nie!" Gerda zuckte die Achseln und vermutete, daß Pola Luckner Besseres zu tun habe, als solchen alten Geschichten nachzuhängen. Aber Gredler leugnete bas. „Nein!" sagte er temperamentvoll. „Nein, Frau Maurer. Ich habe schon recht. Vielleicht war diese Rivalität eine Zeitlang eingeschlafen, aber seitdem Pachoven vor zwei Jahrne starb, treibt sich die lebensfrohe Witwe monatelang in Wien umher, und die zwei Frauen wollen einander wieder ausstechen. Zeigen wollen sie, was sie im Leben erreicht haben. Alwine besitzt berühmte Perlen — Pola hat ihren gesamten Schmuck von der Bank holen lassen und erscheint bei allen möglichen Gelegenheiten angetan wie die Königin von Saba. Neulich fällt es der närrischen Hamburgerin ein, bei einer Modeschau siebzigtausend Goldfrancen für ein Zobelcape hinzulegen — nur so aus dem Handgelenk, wissen Sie — siebzigtausend Franken! Das Mannequin kommt herein, geht so ein-, zweimal durch den Saal, und Alwine kauft auch schon! Sie werden es vielleicht nicht glauben--* (Fortsetzung folgt)