Mittwoch. 1-Gktober IM Gies,euer Anzeiger Expe- ab- l$ie wesentlichste Folge des Weltkrieges für Bra- Ram? ___<• i-r < ° • r. . . _ ff__ Sz»/- 9f *1 - beut* langet rsetzen bann Hartin 5 und m für tieti. 'N hat inner» des shoch» Fach» ieichs» letzten Wochen etwa 15 feindliche Flugzeuge geschossen. Kreuzer „Leipzig" und „Emden" beschoffen Sowjetfeldstellungen. >et. Qet ten lieb bie tQU Sie gab ihre ' in len. l'tQö iahe men igen anl nten ren lert. ■ufs. 200 hren iricht fi? auch selbst nach außen hin ihren Charakter als oitoritäre Staaten wenig betonen. Selbstverständ^ I>5) besagt das nicht, daß den ,Hohen Priestern" Ikr Demokratie in London und Washington die Heftige Schläge der italienischen Divisionen. Rom, 30. Sept. (DRB.) Das italienische tet oder schwer beschädigt. Im gleichen Abschnitt wurden in Luftkämpfen zwölf Sowjetflugzeuge am Montag abgeschossen und weitere sechs Flugzeuge am Boden zerstört. B e r 11 n, 30. Sept (DltB.) Einheiten derdeut - scheu Kriegsmarine griffen wiederholt in den letzten Tagen mit großem Erfolg Landzlele im nördlichen Abschnitt der Ostfront an. Dabei beschossen die deutschen Kreuzer „Leipzig" und „Emde n“ sowjetische Feld- und Artilleriestellungen mit wirksamem Feuer. Oer italienische Bericht. Rom, 30. September. (DRB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: In Nordafrika wurde an der Tobrukfront ein durch Artilleriefeuer vorbereiteter feindlicher Angriffsversuch glatt zurückgeschlagen. Deutsche Flugzeuge bombardierten am 27. September Zelt- und Materiallager von Tobruk, wodurch beträchtliche Explosionen und Brände entstanden. Unsere Flugzeuge bombardierten in der Nacht zum 29. September militärische Ziele im Gebiet von Tobruk und Marsa Matruk mit sichtlichen Ergebnissen. In O st a f r i k a intensive Tätigkeit unserer vorgeschobenen Stellungen in den verschiedenen Stützpunkten des Abschnitts von G o n d a r. Feindliche Flugzeuge belegten am Montag die Flughäfen von Cagliari und Catania mit MG.-Feuer und Splitterbomben. Es entstand einiger Schaden, jedoch sind Opfer nicht zu beklagen. Bei Cagliari wurde ein Flugzeug von der Bodenabwehr und eines von Jägern abgeschossen. Im M i t t e l m e e r hatte eines unserer See-Er- kundungsflugzeuge ein heftiges Gefecht gegen sechs britische Jäger zu bestehen und schoß drei davon ab. Schließlich unterlag es der Uebermacht. Ein Teil der Besatzung wurde gerettet. Ein anderes Flugzeug der See-Erkundung wurde von zwei Blenheim angegriffen, schoß eines der Blenheim-Flugzeuge ab und kehrte unversehrt zurück. 1 die 'Uten bung ämp. 'M elfter e der usch, bes war 15n PPen- > neu eßend erung inges auch irba(b Der der ir die i ein. ditionskorps in der Sowjetunion stand nach einer amtlichen Meldung in den letzten Tagen zwischen dem Dnjepr und einem seiner Zuflüsse im Kampf. Bei der mehrere Tage währenden Aktion haben sich die italienischen Divisionen mit äußer st er Energie geschlagen. An der Front einer der italienischen Divisionen ist das Gelände mit sowjetischen Gefallenen übersät. Die Säuberung des Gebietes von Streitkräften vier bolschewisti- scher Divisionen geht weiter. Die Zahl der vom italienischen Korps gemachten Gefangenen beläuft sich bis jetzt auf über 5000, während das erbeutete beträchtliche Material zur Zeit noch gezählt wird. Die italienische Luftwaffe hat in den lertiann mn; * iet 10® iaim Stärkere Sowjetkräste von italienischen Truppen aufgerieben Wirksame Luftangriffe gegen Bahnanlagen im sowjetischen Hinterland. Britische Zerstörer durch Bombentreffer versenkt. 871. : Lahn, :er füll’ gutem iet Nu- effanten Heben fugend' as W inierM rfpnmj bes Ad» ubienrd ifchW nnen: lermam , Thrift, uwZ Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Ubr desBormittags Anzeig en-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbrette, Wertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Seilenbreite Nachlässen Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenftaffel B Plaboorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/« mehr übeff1 s, N”1 D-k rauf' * Ein lusitanischer Block als Ausweg? Von unserem P. E.-Berichterstatter. Schlachtschiff „Nelson" schwer getroffen. Stockholm, 30. Sept. (DNB.) Bei der erfolgreichen Aktion italienischer Torpedoflugzeuge gegen einen britischen Flottenoerband im Mittelmeer wurde, wie aus der Sondermeldung des Hauptquartiers der italienischen Wehrmacht hervorgeht, u. a. auch ein Schlachtschiff durch einen Torpedo getroffen. Wie Reuter nunmehr aus amtlicher Quelle zugibt, handelte es sich dabei um das Schlachtschiff „Nelson", das mit einer Wasserverdrängung von fast 40 000 Tonnen und einer Besatzung von 1320 Mann zu den mächtigsten Kriegsschiffen der englischen Flotte gehört. Die anderen schweren Verluste der Mittelmeerflotte — die Versenkung von zwei Schweren und einem Leichten Kreuzer, die Beschädigung von sieben weiteren Kriegsschiffen und der Vertust von vier Handelsschiffen — werden der britischen Oeffentlich- keit bezeichnenderweise bisher wie üblich vollkommen verschwiegen. Wieder britische Bomben auf Wohnviertel deutscher Städte Berlin, 1. Ott. (DNB. Funkspruch.) 3n der Nacht zum 1. Oktober griffen einige britische Bomber Städte an der Deutschen Bucht und O st f e e an. Die auf Wohnviertel abgeworfenen Spreng- und Brandbomben verursachten einige Zerstörungen und Beschädigungen von Wohnhäusern und forderten eine Anzahl Opfer an Toten und Verletzten unter der Zivilbevölkerung. Einzelne Flugzeuge, die Berlin anzugreifen versuchten, wurden durch die Flakabwehr zum Abdrehen gezwungen. Ein feindliches Flugzeug wurde durch die Flak abgeschojsen, Nutzloser Dreh ÄoosevellS. Von unserer Berliner Schriftleitung. Die öffentliche Kritik in Volk und Parlament an den kriegshetzerischen Maßnahmen Roosevelts scheint die Methoden dieses Präsidenten zu bestimmen. Er war, wie er kürzlich in einem Aufsatz, den eine Hetzzeitschrift veröffentlichte, zugab, schon im Sommer 1939 für die Aufhebung des Neutralitätsgesetzes eingetreten, das er selbst unterzeichnet hatte und damals als die einzige Sicherung gegen einen Rückfall in die verhängnisvolle Wilson- unb sonstige Kriegsgewinnstler-Politik des Weltkrieges erachtete, die dem amerikanischen Volk einen glatten wirtschaftlichen Zusammenbruch eingebracht hat. Das Neutralitätsgesetz ist aus den amerikanischen Bedürfnissen heraus entstanden, und die Spannung zwischen Deutschland und hen USA. wäre niemals eingetreten, wenn sich Roosevelt als Sachwalter der amerikanischen Interessen auf dieses Neutralitätsgesetz gestützt hätte. Er hat das Gegenteil getan. Er hat dieses Neutralitätsgesetz fortwährend durchlöchert, die Monroe-Doktrin als einen Fetzen Papier angesehen und tatsächlich kriegerische Handlungen zugunsten Englands unternommen, die mit logischer Folge die USA.-Bevölkerung, die nichts will, als in Frieden leben, in den Krieg hineinzerren. Die „Freiheit der Meere", wie Roosevelt sie verkündete, ist in Wirklichkeit nicht nur ein Bruch der simpelsten völkerrechtlichen Bestimmungen, sondern eine echt jüdische Garantierung der Raubzüge der jüdisch- plutokratischen Rüstungsfabrikanten der USA. auf die Taschen des eigenen Volkes. Es ist wohl einmalig, daß das amerikanische Volk ungeheure Steuerlasten auf sich nehmen muß, nur, damit seine Rüstungsjuden schwer verdienen und an England Rüstungslieferungen in Höhe von vielen Milliarden Dollar gemacht werden können. Das Neutralitätsgesetz war im Sinne der „traditionellen Politik der USA.", wie immer wieder betont wird. Man kann aber unmöglich nach diametral entgegengesetzten Grundsätzen die Außenpolitik eines Landes gestalten, und Roosevelt kann es auch nicht. Die Versuche, die Aufhebung des Neutralitätsgesetzes zu erreichen, haben anscheinend im Kongreß und in der amerikanischen Öffentlichkeit einen so starken Widerstand gefunden, daß Staatssekretär Hüll jetzt in Roosevelts Auftrag sich vor amerikanischen Pressevertretern dahin aussprach, man solle doch das Neutralitätsgesetz abändern, statt es gänzlich aufzuheben. Wie auch das Gesetz abgeändert werde, eins steht fest: Eine Abänderung ist gleichbedeutend mit der völligen Aufgabe der nur noch auf dem Papier stehenden Neutralität der USA., und die inneramerikanischen Gegner Roosevelts, die ihm vorwerfen, durch solche Methoden werde die USA. noch weiter auf die verhängnisvolle Kriegslaufbahn dieses Präsidenten gedrängt, haben wohl nur zu sehr Recht. Daß wir gegenüber allen Ereignissen gewappnet sind, ist Roosevelt ganz deutlich zu verstehen gegeben worden, denn seine Rolle als Kriegshetzer datiert ja nicht erst seit diesem Kriege, und die Propagandatätigkeit seines jüdischen Gehirntrustes hat seit langem gezeigt, was Roosevelt möchte. Die Schwierigkeiten, die Roosevelt bei der Erfüllung seines freigebigen Hilfsversprechens findet und die anscheinend zu einer gewaltigen Konfusion im Weißen Hause.geführt haben, lassen wohl die Absicht erklärlich erscheinen, zu propagandistiscken Zwecken einen Riesenbluff zu landen. Aber die Auf- Hebung oder Abänderung des Neutralitätsgesetzes würde diese Schwierigkeiten nicht beseitigen. Gerade die Moskauer Konferenz ist ein Beispiel dafür. Was ist aus den dicken Zusagen Roosevelts an Stalin geworden? Nichts! Die USA., deren Rüstungskapa- zität durch astronomische Propagandaziffern nicht gesteigert werden kann, ist bekanntlich nicht einmal in der Lage gewesen, dem englischen Hilfegeschrei Genugtuung zu geben. Lord Beaverbrook, der jetzt in Moskau sitzt, hatte kürzlich in den USA. einfach alles für die Engländer verlangt und gesagt, die ameri- tatoritäre Regierungsform in den beiden portu- gefisch sprechenden Ländern weniger verhaßt ist, fcs in den anderen Teilen der Welt. Denn schließ- f3) haben Carmona und Salazar ihr Land von der Ichrhundertelangen Finanzverklavung an die ton= hner City frei gemacht. Getulio Dargas darf für jjf) das Verdienst in Anspruch nehmen, auf anderen liegen und unter schwierigsten Verhältnissen eine Abständige brasilianische Politik eingeleitet zu h-ben. Bei Beginn des Weltkrieges war der englische ^upitaleinfluß in Brasilien schon so mächtig, daß in London recht unverblümt Brasilien als eine ®-t englische Kolonie betrachtete. Der handelspoli- t''che Druck, den England im Jahre 1915 in Bra- ! flien ausübte, läßt deutlich erkennen, daß man dem Linde keine Souveränitätsrechte zugestand. Doch tt_trbe Englands Kraft durch den Krieg so sehr m ftmspruch genommen, daß in den folgenden Knegs- l^ren ein breiter Einbruch der Vereinigten Staa- «N in dieses britische Handelsgebiet nicht zu ver- pbem war. Der im Jahre 1917 von beiden an geb '.^fischen Mächten auf Brasilien ausgeübte Druck lehrte schließlich dazu, daß Brasilien sich als mit "utschland im Kriegszustand befindlich erklären Mite. (9b Jahrgang Ur. 235 Erscheint täglich, außer Vormtags und feiertags Beilagen: StehenerKamilienblätter Heimat unBlld DieSchoÜe Bezugspreis: Monatlich.......RM 1.80 AuftellgMibr... „ -.25 auch bei 'Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt «ernfvrechanfchluß 2251 Drahtanjchrift:„Anzeiger" < Postscheck 116ss Frankf^M. Industrieunternehmen könnte erhebliche soziale Störungen verursachen, wodurch die Regierung in größte Schwierigkeiten geraten würde —, ist die Lage Brasiliens den USA. gegenüber ungewöhnlich heikel. In den eben geschilderten Zusammenhängen gewinnen gewisse nordamerikanische Pläne, die portugiesisch-brasilianische Freundschaft der Roosevelt- Politik dienstbar zu machen, eine sehr ernste Bedeutung. Bekanntlich suchen Washington und London seit langem nach einem Vorwand, sich der portugiesischen Atlantikinseln "zu bemächtigen. Da man vor einem offenen Gewaltstreich, wie im Falle Island, zurückschreckt, wurde der Plan lanciert, Portugal möge diese Besitzungen der befreundeten Schwesternation für die Dauer des Krieges zu treuen Händen überantworten. Mit Brasllien werde man sich dann noch verständigen. So falsch es wäre, Portugal und Brasilien zu unterstellen, daß ihre Haltung derartigen Plänen entgegenkäme, so verkehrt wäre es, in diesem Plan nur die Idee eines ganz belanglose^ USA.-Journalisten zu sehen. Die Londoner und die Washingtoner Politik der letzten Jahre verdienen den Vorwurf nicht, mit Skrupeln irgendwelcher Art belastet zu sein. Verspricht ein Plan irgendeinen tatsächlichen oder auch nur einen Prestigeerfolg, dann wird er sicher überall dort ausgeführt, wo man die Machtmittel in der Hand hat, seine Durchführung zu erzwingen. Die Druckmittel Der USA., sich Brasilien gefügig zu machen, sind so stark, daß sie an den Bestand der Regierung rühren. In England und in Nordamerika ist ja die Vorstellung lebendig geblieben, daß Brasilien im Grunde nichts weiter sei als ein Staatsgebilde, das in kolonialer Abhängigkeit sich den Ansprüchen der „Herren der Welt" zu fügen hat. Als solches ist Brasilien mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wieder in die Berechnungen der „Atlantikkonferenz" einbezogen worden. Die kommenden Monate werden zeigen, in welcher Art Washington sie auszuführen gewillt ist. Der portugiesische Staatsbesuch in Rio de Janeiro hat jedenfalls in seinen Auswirkungen im Schatten dieser Konferenz gestanden, die ihre Pläne gewiß mit allen Mitteln der wirtschaftlichen und militärischen Gewalt durchsetzen wird. Oer Wehrmachibericht. DNB. Aus dem Führerhauplquarlier, 30. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Bei der Durchführung der Operationen o ff - warte des Dnjepr haben italienische Truppen stärkere Kräfte des Feindes aufgerieben und dabei mehrere taufend Gefangene gemacht. 3m nördlichen Abschnitt der Ostfront führte eine 3n- fanferieöioificn am 28. und 29.9. einen erfolgreichen Angriff auf eine zäh verteidigte Stellung durch. Sie erstürmte hierbei 210 feindliche Bunker. Berbänbe der Luftwaffe bekämpften wirksam Bahntransporte im Raum um Charkow und setzten die Zerstörung des Bahnnehes ostwärts von Leningrad sowie von Anlagen der 2Hur- mansk-Bahn fort. 3m Kampf gegen Großbritannien vernichtete die Luftwaffe in der vergangenen Nacht ostwärts Great Darmoufh einen Frachter von 8000 BRT. und versenkte im gleichen Seegebiet aus einem größeren Zerstörerverband heraus eines der Kriegsschiffe durch Bombentreffer. Weitere Angriffe richteten sich gegen Hafengebiefe an der schottischen Ostküste und im Südosten der 3nsel. 3n Nordafrika bombardierten Sturzkampfflugzeuge Berladeeinrichtungen und Munitionslager in Tobruk. Kampfflugzeuge beschädigten im Wittelmeer ein Handelsschiff und schossen einen britischen Bomber ab. Der Feind flog in der letzten Nacht in das norddeutsche Küstengebiet ein und drang mit einzelnen Flugzeugen bis in die weitere Umgebung der Reichs- Hauptstadt vor. Durch Bombenabwürfe auf Wohnviertel, vorwiegend in Hamburg, halte die Zivilbevölkerung Verluste an Toten und Verletzten. Die britische Luftwaffe verlor gestern und im Verlaufe dieser Nacht insgesamt 11 Bombenflugzeuge. Vernichtende Angriffe der deutschen Lustwaffe im Osten. Berlin, 30. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die deutsche Luftwaffe setzte an der Ostfront ihre Angriffe an allen Abschnitten mit starken Verbänden fort. Im Gesamtbereich der Front galten die Einsätze vor allem den Verkehrsverbindun- gen und Verkehrseinrichtungen des Feindes. Die Angriffe waren vielfach von vernichtender Wirkung. Wichtige Eisenbahnstrecken wurden mehrfach unterbrochen Volltreffer auf Bahnknotenpunkte zerstörten wesentliche Anlagen. An einigen Stellen konnte die Luftwaffe feindliche Truppenansammlungen mit durchschlagendem Erfolg angreifen. In allen Einsatzräumen beherrschten die deutschen Kampf- und Jagdfliegerverbände den Luftraum über dem Feind. Im Süd abschnitt der Ostfront griffen am Montag, 29. September, wieder starke Kräfte der deutschen Luftwaffe in den Erdkampf ein. Eisenbahnlinien um Charkow wurden in großer Ausdehnung zerstört. Dabei wurden 33 T r a n s- port- und Versorgungszüge vernichshwer, auch gleichlautende Urteile prominenter Politiker aus Roosevelts Umgebung über Getulio Targas und seine Mitarbeiter anzuführen. Eine tochflut derartiger Aeußerungen, die in London er Echo fanden, war immer dann zu beobachten, renn Brasilien und Portugal zeigten, daß sie in ...... _ kirer Politik eigene Interessen und nicht fremde e,FB' | Mange wahren wollten. So unverkennbar dies || ^streben war, seiner Betätigung haben sich mehr »00 R l ind mehr Erwägungen und Bedenken entgegenge- ffreital! ’lHt, von denen sich die Regierungen beider Län- || hr nicht frei machten konnten. Das hat dazu ge- .MüiS f. hrt, daß heute die autoritären Staaten Brasilien W Hlnb Portugal weder bei Churchill, noch bei Roose- : M offen als solche angesprochen werden und daß daß die USA.-Kapitalanlagen in Brasilien allein in den 16 Jahren von 1913 bis 1929 von 50 Millionen Dollar auf über 476 Millionen Dollar gestiegen waren, gibt ein klares Bild der neuen Lage. In dem Jahrzehnt bis zum Ausbruch des jetzigen Krieges ist diese Entwicklung ständig weiter fortgeschritten, so daß im Jahre 1939 die USA. in Brasilien auf den Kapitalmarkt als Käufer und Lieferant England weit hinter sich« gelassen hatten. Einen neuen, ungeheuren Ausschwung dieses Vordringens der Vereinigten Staaten von Nordame- rika in Brasllien haben die letzten beiden Jahre gebracht. England, das im Weltkrieg wenigstens eine Reihe seiner wichtigsten Stellungen noch halten konnte, muß jetzt auch seine letzten stärkeren Positionen an das Neuyorker Kapital abtreten. Brasilien hat nun versucht, durch eine neue Gesetzgebung den politischen Einfluß des fremden Kapitals in erträgliche Grenzen zurückzudrängen. Aber feit 1914 hat die Lage des Landes eine einschnei- dende Veränderung dadurch erfahren, daß das bis dahin industriearme Brasilien sich eine recht be- achlliche eigene Industrie aufgebaut hat. Für viele Rohstoffe, vor allem Eisen und Aluminium, vor allem aber für Kohle, Oel und Treibstoffe ist diese Industrie auf die Einfuhr angewiesen. Weder England noch Europa sind jetzt fähig, den brasilianischen Markt zu beliefern. Die gesamten, für das Weiterarbeiten der brasilianischen Industrie nötigen Rohstoffe und Halbfabrikate müssen aus Nordamerika bezogen werden. Die USA. haben indessen unter Hinweis auf ihr Rüstungsprogramm diese Lieferungen bereits stark eingeschränkt und machen die Bewilligung weiterer Lieferungen für die brasilianische Industrie von der Erfüllung amerikanischer Forderungen wirtschaftlicher und politischer Art, vor allem in der Frage der Flugstützpunkte, abhängig. Da das Weiterarbeiten der Industrie für Brasilien nicht nur ein wirtschaftliches, sondern in hohem Maße ein inner- politisches Prdblem ist — die Stillegung wichtiger nneng politische Lage ist zweifellos das Anwachsen des nordamerikanischen (£ in = ' u H c 9 auf Kosten des englischen. Die Tatsache, vrShlschr U»iverß12tiönickerei B. Large General-Anzeiger für Oberhessen * I (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Lissabon, Ende September 1941. Durch eine Sondermission hat Portugal kürz- !ich die Beziehungen zu seiner großen südarnerika- inschen „Tochternation" Brasilien zu festigen -ersucht. Die portugiesische Mission hat in Rio de Janeiro begeisterte Aufnahme gefunden. Die Berichte über ihren Erfolg erzählen, daß Brasilien ge- villt sei, im Zeichen der lusitanischen Kultur mehr lls je die Bande zum alten Mutterlande zu pflegen und ihm vor allem in der kritischen Lage, in )ie es durch den europäischen Krieg geraten ist, mit rllen verfügbaren Mitteln zur Seite zu stehen. Ein Sonderstatut, das den zahlreichen in Brasilien an- lässigen Portugiesen eine bevorzugte Stellung in- irerhalb des brasilianischen Staates gewährt, soll lusgearbeitet sein. Obwohl hierüber Einzelheiten ücht bekannt geworden sind, lassen die Stimmen * ins Lissabon und Rio de Janeiro erkennen, daß otsächlich auf beiden Seiten der feste Wille bekundet wurde, eine Kultur- und Interessengemeinschaft ns Leben zu rufen, wie sie seit den Tagen, als Brafilien sich unabhängig machte, zwischen beiden Ländern nicht mehr bestanden hat. Die neue lusitanische Kulturgemeinschaft würde !und sechzig Millionen Menschen gleicher , Sprache, gleicher Religion und gleicher sozialer An- , chauung umfassen, den Einfluß Portugals in gei- rigen Dingen wesentlich heben und ein Gegengewicht gegen die Ueberschwemmung Südamerikas mit ler wesensfeinülichen, sozial destruktiv wirkenden S l)ankeezivllisation bedeuten. Wirtschaftlich böte eine | Annäherung der beiden lusitanischen Völker für die Partner Vorteile, hinter denen die Nachteile — line gewisse Konkurrenz mancher Produkte der por- ügiesischen Kolonien und Brasiliens auf dem Welt- narft — sehr zurüLtreten würden. Milllärisch ge- fhen, sind weder Brasllien noch Portugal» Groß- ^nächte; seit aber von englischer und USA.-Seite im- ner unoerhüllter Absichten auf die portugiesischen infein im Atlantik geäußert werden, die für die Iberkehrsverbindungen von Portugal nach Südarne- r!a von entscheidender Bedeutung sind, und auch ite „Ansprüche" der USA. auf Natal und andere irasllianische Küstenplätze nicht an Lautstärke verirre n, wird beiden Ländern die wechselseitige Ga- tantie dieser Besitzungen nicht ohne Wert sein. In dem eben kurz umrissenen Rahmen würde Vts brasilianisch-portugiesische Freundschaftsverhältnis als durchaus erfreuliche Tatsache und konstruktiver Beitrag zur politischen und wirtschaftlichen Ivnsolidierung der Lage beider Länder zu sehen |iin Angesichts der allgemeinen Haltung und wie- ^rholter ausdrücklicher Erklärung maßgebender stellen in beiden Ländern darf nicht bezweifelt werfen, daß dieses Ziel beabsichtigt und ehrlich erstrebt Pird. Wer jedoch die Dinge nur im Blickpunkt von Brasilien und Portugal sieht, löst die Beziehungen ter beiden Länder aus dem großen weltpolitischen Zusammenhang, überschätzt die Möglichkeiten und cerät in die Gefahr, durch fast zwangsläufige Ent- II r icklungen von unvorhergesehenen Ereignissen über« II lischt zu werden. \ Ganz gewiß darf weder der „Neue Staat", den II tetulio Bar gas in Brasilien geschaffen hat, noch ■ hs Portugal Salazars zu den Demokratien »^rechnet werden. Beide Staatsmänner haben das MLiederholt sehr deutlich abgelehnt. Wenn sich Ge- Dligenheit fand, hat die USA.-Presse auch keine Be- , 11 tenPen gehabt, beiden Staatsmännern ein Zeugnis ■ cusgufteUen, das sie durchaus mit den „fafchisti- , II shen Diktatoren" in eine Linie stellt. Es ist nicht konische Rüstungsindustrie reiche nicht zu. Nun sollen die Sowjets nach über drei Monaten Krieg, der ihnen unwiderbringliche Materialverluste eintrug, durch Versprechungen, die in Moskau gemacht werden, gerettet werden. Das ist lächerlich. Denn wie will Moskau diese imaginären Lieferungen nach Moskau bringen? Archangelsk ist im Winter zugefroren und kommt für solche amerikanische Hilfe nicht in Betracht. Der Weg durch das Mittel- meef ist gesperrt. Der Weg über Wladiwostok ist auch nicht gangbar, und der Weg über Iran zum Kaukasus ist nicht in Ordnung. Kürzlich hatten englische und amerikanische Blätter auf die Tatsache aufmerksam gemacht, daß die iranisch-kaukasische Eisenbahn erst noch gebaut werden müßte. Man kann es verstehen, daß der junge Mann Roosevelts in Moskau unter solchen Umständen mit leeren Händen kommt, und Lord Beaverbrook kann ebenfalls den Sowjets keine englische Hilfe versprechen, denn jede englische Hilfeleistung würde ohne weiteres zu einem Sinken der englischen Wehrfähigkeit führen. Das ist das Dilemma, aus dem diese leichtfertigen und verantwortungslosen Kriegshetzer nicht herauskommen. Wenn die Briten die beispiellose Brutalität hatten, unter dem Grinsen ihrer und der amerikanischen Pressejuden die iran-deutschen Frauen und Kinder von den Flintenweibern Moskaus ausplündern zu lassen, dann kennzeichnet das den Haß, der sich über die einfachsten Regeln des Völkerrechts und des Anstandes hinwegsetzt, aber die Entscheidung bringt das Schwert der Achsenmächte, und wie das zum Leidwesen Roosevelts und seines Anhangs arbeitet, das lehrt die militärische Lage Moskaus und Englands. Denn die Schlacht im Atlantik geht weiter, trotz Roosevelt, und der Triumph der italienischen Luftflotte über englische Schlachtschiffe und Kreuzer beweist am besten, daß wir über die Freiheit der Meere sehr wesentlich mitzubestimmen haben, trotz Roosevelt. E. S. Die Moskauer Besprechungen Stockholm, 30. Sept. (Europapreß.) Nähere Einzelheiten über die erste Sitzung der Moskauer Konferenz am Montag wurden Dienstag früh in London bekanntgegeben. In seiner Eröffnungsrede schlug Außenkommissar Molotow die Errichtung von sechs Komitees für Fragen der Marine, der Luftwaffe, der Armee, des Transportwesens, des Kriegsmaterials und für Medikamen- ten,fragen vor. Lord Beaverbrook sprach in seiner Rede von der Hilfe aus Amerika und erklärte, Großbritannien verdanke seine augenblicklich günstige Lage vorwiegend den USA. „Wir sind hier, um zu beweisen, daß wir bereit sind, jedes Opfer zu bringen, um den gemeinsamen Feind zu besiegen. Zeit ist kostbar." Darauf ergriff der Führer der nordamerikanischen Abordnung, Harriman, das Wort und bezeichnete die Anwesenheit der USA.« Mission auf der Konferenz im Hinblick auf den nichtkriegführenden Status der USA. als von größter historischer Bedeutung. Die Amerikaner, so führte Harriman aus, seien mit demselben Ziel wie die Engländer nach Moskau aekommne, nämlich der Sowjetunion in ihrem Kampf gegen Hitler jede nur mögliche Unterstützung zu geben. „Guer Erfolg bedeutet alles für das pordamerikanifche Volk", erklärte Harriman wörtlich. Er sei von seiner Regierung beauftragt worden, der sowjetischen Regierung zu versichern, daß die USA. ,Heute, morgen und solange der Kampf dauert, bis der Sieg gewonnen ist", der Sowjetunion helfen wollen. Daraufhin wurden Mitglieder aus der englischen und nordamerikanischen Delegation für die sechs Komitees ernannt und beauftragt, Tag und Nacht zu arbeiten, um ihre Berichte bis spätestens Freitagvormittag vorlegen zu können. Weiter wird mitgeteilt, daß an der Konferenz Marschall Woroschilow, der britische Botschafter in Moskau, Sir Stckfford Cripps, und der USA.-Botschafter in Moskau, Steinhardt, teilgenommen haben. Lord Beaverbrook und Harriman hatten am Montag eine zweite Unterredung mit Stalin, die, wie in London erklärt wird, dreieinviertel Stunden gedauert hat. Schweizer Protest in London. Vern, 30. Sept. (DNB.) Der schweizerische Gesandte in London ist beauftragt worden, unverzüglich Protest gegen die schwere Verletzung des schweizerischen Luftraumes zu erheben, die in der Nacht zum 29. September durch britische Flugzeuge begangen worden ist. „Mitten in der Neugestaltung Europas." Dresden, 1. Oktober. (DNB.-Funkfpruch.) Reichswirtschaftsminister Funk sprach am Montag in Dresden auf einer Tagung der Wirtschaftskammer Sachsen in Anwesenheit des Gaulesters und Reichsstatthalters M u t s ch m a n n. Der Minister agte u. a.: „Wir bewirtschaften heute ein Gebiet vom Nordischen Eismeer bis zum Schwarzen Meer, vom Finnischen Meerbusen bis zum Atlantik. Eine solche Wirtschaftsverwaltung, die es bisher in der Welt noch nicht gegeben hat, kann nicht arbeiten, wenn zentralistisch und bürokratisch verfahren wird. Die Dynamik liegt bei der Wirtschaft des Großdeutschen Reiches, die eine staatlich gelenkte Wirtschaft ist. Wir wissen sehr wohl, wie wichtig es ist, die eigenen Kräfte in der Wirtschaft lebendig werden zu lassen, und sehen deshalb die Wirtschaft dieses großen Raumes als eine Einheit. Wir wollen keine Weltherrschaft a u s ü b e n, wir wollen mit den anderen Staaten in gerechtem und gesundem Austausch Zusammenarbeiten. Wir müssen aber verlangen, daß sich in der europäischen Wirtschaft die gleichen Grundsätze Geltung verschaffen und alle diese Wirtschaften nach gleichen Gesichtspunkten auf ein gleiches Ziel gerichtet werden, nämlich auf das kontinental-europäische Ziel. Die großen militärischen Erfolge haben die Voraussetzungen für den Neuaufbau Europas geschaffen. Wir sind bereits mitten in dieser Neugestaltung und lassen uns hierbei von niemandem außerhalb des europäischen Kontinents Formen und Wege vorfchreiben." Reichsminister Funk nahm dann Stellung zu einer Reihe materieller Grundprinzipien, nach denen die deutsche Wirtschaft aufgebaut worden ist. Er unterstrich dabei besonders die Anerkennung des Privateigentums. Mit dem Privateigentum würden auch die private Unternehmerform, die private Initiative und die Eigenverantwortung der Wirtschaft anerkannt, damit ober auch das Privatrisiko. Der Minister wandte sich besonders eindringlich gegen die Auffassung, als ob es in der Gemeinschaft der Wirtschaft im Kriege überhaupt kein Risiko mehr gebe. Eine solche Auffassung verneine das Leistungsbestreben aller Menschen. Bei höheren Leistungen müsse auch eine höhere Leistungsmöglichkeit gesichert sein. Weiter behandelte Reichsminister Funk Fraaen der Rohstoffversorgung, der Auftragserteilung, Arbeitseinsatzverhältnisse, Preis- und Geldprobleme und gab hierzu verschiedene Erläuterungen. Er ging besonders auf die Frage der Kriegsfinanzierung ein und wandte sich gegen Auffassungen, Oie behaupteten, man brauche keine Achtung vor dem Geld zu haben: „Geld spielt keine Rolle." Wer dieses Wort in den Mund nehme, müsse als Staatsverbrecher angesehen werden. Das durch notwendige Regierungseinschränkungen auf dem Konsumsektor freigewordene Geld müsse der Kriegs- fiuanzierung restlos dienstbar gemacht werden. Hierbei erwähnte der Reichswirtschaftsminister die notwendig gewordenen Maßnahmen zur Eindämmung der Aktienhausse. Diese Maßnahmen richteten sich nicht gegen echte Kapitalanlage, sondern gegen die Anlage vorübergehend freigesetzter Gelder oder von Kriegsgewinnen, die noch nicht abgeschöpft worden sind, in Aktien, die es nicht unbeschränkt gebe. Dadurch werde eine falsche Bewertung eines bedeutenden Teiles des deutschen Dolksvermögens heroorgerufen, die Renditenverhältnisse würden verwirrt. Außerdem entstehe ein ganz falsches Bild von der Rentabilität der deutschen Wirtschaft. Die Börse müsse funktionierend gehalten werden, weil sie ein sehr wichtiges Instrument der Wirtschaftsführung zur Kriegsfinanzierung darstelle. Die jetzt ergriffenen Maßnahmen würden den Beweis erbringen, daß keine Kriegsgewinne geduldet werden. Nachdem Reichsminifter Dr. Funk besonders die große Bedeutung der sächsischen Wirtschaft unterstrichen hatte, schloß er seine Ausführungen: „Der nationalsozialistische Staat wird das Wort des Führers wahr machen, daß niemand am Krieg verdienen soll, während draußen an der Front der Soldat sein Leben einsetzt. Der Krieg wird weitere Anforderungen an die Wirtschaft stellen, neue Schwierigkeiten werden auftauchen und gemeistert werden müssen. Wir haben nur das eine Ziel, das ist der Sieg, der für das deutsche Volk eine glückliche Zukunft und ein freies mächtiges Großdeutsches Reich bedeutet." „Deutschland hat die Initiative." Bezeichnendes Eingeständnis Ehurchills. Stockholm, 30. September. (DNB.) „Es ist kein Grund vorhanden, über die beträchtlichen Erfolge Englands vorzeitig zu jubeln",erklärte Churchill heute vor dem Unterhaus. Er habe auch keine zuversichtlichen Prophezeiungen zu machen, da man erwarten müsse, daß die feindliche Kriegsführung auf dem Wasser und in der Luft weiter verstärkt würde. Er beabsichtige, so sagte Churchill, „weiter das heilsame Verfahren, Schiffsverluste zu verschweigen, fortzusetzen".. Diese Absicht des Kriegsverbrechers Nr. 1 zeigt die s ch w e r e Schockwirkung der Erfolge unserer U-Boote und Luftwaffe im Kampf gegen die britische Versorgungsschiffahrt in den letzten Wochen auf Churchills Nerven. Der ununterbrochenen deutschen Erfolgskette in der Atlantikschlacht weiß Churchill auch fernerhin nichts besseres entgegenzusetzen als seine berüchtigte Methode, die Versenkungsmeldungen weiter im Schubkasten feines Schreibtisches verschwinden zu lassen. „Wir sind aus dem Abgrund der Gefahr auf ein breiteres Plateau herausgeklettert", sagte Churchill weiter, „und sehen den schwierigen und gefährlichen Weg, den wir gehen müssen, vor uns". Sein einziger Lichtblick ist dabei „die Hilfe, die er von anderer Seite zu erhalten hoffe". Mehr könne er nicht sagen, erklärte Churchill, und begründete die klägliche Jnhaltlostgkeit feiner Worte mit der lächerlichen Ausflucht, ,>das Haus würde ihnt sicherlich einen Vorwurf machen, wenn er aus Unklugheit oder um interessant zu erscheinen, irgend etwas sagen würde, was sich nachträglich als schädlich Herausstellen mürbe . Daß er tatsächlich gar keine Pläne hat, sondern die Initiative der Kriegsführung völlig bei Deutschland liegt, gibt Churchill offen zu, wenn er fagt: „Wir sind vollständig im unklaren darüber, was Deutschland zu tun beabsichtigt. Es hat die Möglichkeit, das Schwergewicht feines kriegerischen Einsatzes jederzeit zu verlegen. Es hat Divisionen und Waffen genug. Deutschland", so sagt Churchill wörtlich, „hält die Initiative in der Hand. Wir haben nicht die Macht, ihm diese Initiative zu nehmen." Churchill kam dann auf das für ihn peinliche Thema der Sowjethilfe zu sprechen und meinte, die Sowjetregierung wolle Garantien für monatliche Waffenlieferungen. Man müsse aber bei diesen Lieferungen, so wich er aus, die Zufälle des Krieges berücksichtigen. Es handele sich nämlich nicht nur um die Herstellung von Waffen, es müsse auch der Transport und der Empfang organisiert werden, und es sei durchaus möglich, daß nicht Englands guter Wille und feine Gebefreudigkeit, sondern der Transportier hinderliche Faktor sei. So sagte Churchill und gab damit zu, daß alle die großen Versprechungen über die Sowjethilfe rein illusorisch sind. Diese bitteren Geständnisse versucht Churchill dadurch zu versüßen, daß er Siegestrompeten über den schmählichen und billigen Streich im Iran bläst und kühn erklärt, ,Haß die Besetzung Irans eine der erfolgreichsten und bestdurchgesührtesten Maßnahmen sei, die England je getroffen habe". Mer auch diese „große Tat" wird überschattet von den Sorgen vor dem Kommenden. Churchill schloß seine Rede, „er ’önne dem Haus keinerlei Hoffnungen machen und erst recht keine Garantien geben. Der kommende Winter gäbe keine Aussicht darauf, daß der deutsche Druck auf die Sowjetunion abgeschwächt würde. Winter und Nebel brächten neue Gefahren", klagte Churchill, „und neue, sicherlich noch heftigere Kümpfe ständen bevor". Pegasus und Kasernenhof. Von Hermann Nlbrich-Hannibal. Der erste namhafte Dichter des Soldatenstandes, der in die deutsche Literaturgeschichte eingegangen ist, war der im Jahre 1715 geborene Ewald von K l e i st. Sein Leben stellt das älteste und fast auch einzige Vorbild für eine beglückende Einheit der Berufe im Dienste des Apoll und des Mars dar. In Potsdam und Berlin fand Kleist als junger Soldat früh Verbindung zu den bedeutendsten deutschen Dichtern der damaligen Zeit. Er wurde von Gleim und Ramler gefördert und schloß während des Siebenjährigen Krieges eine aufrichtige-Freundschaft mit Lessing. Als er in der Schlacht bei Kunersdorf an der rechten Hand verwundet worden war, nahm er den Degen in die Linke und stürmte weiter, bis ihm Kartätschenkugeln das Bein zerschmetterten. Zwölf Tage nach der Schlacht erlag er seinen Wunden. Seine Werke wurden von Ramler in zwei Sammelbänden herausgegeben. Ein halbes Jahrhundert später fanden sich Wehrdienst und Dichtkunst wieder in Friedrich Freiherrn d e l a Motte-Fouqus zusammen, dem in Brandenburg geborenen Abkömmling einer französischen Emigrantenfamilie. Er nahm im Jahre 1794 am Rheinfeldzug teil. Einige Jahre später verließ er die Kriegsdienste, um seinen poetischen Neigungen zu leben. Er schrieb die Erzählung „Undine" und den Ritterroman „Der Zauberring". Als jedoch im Jahre 1813 der „Aufruf an mein Volk" erscholl, meldete er sich bei den freiwilligen Jägern und machte den Befreiungskrieg solange mit, bis er sich infolge eines Sturzes in der Schlacht bei Leipzig gezwungen sah, sich wieder ins bürgerliche Leben zurückzuziehen und seine Dichtkunst zu pflegen. Das traurigste Schicksal war dem genialen Heinrich von Kleist beschieden, einem alten preußischen Offiziersgeschlecht entstammend, das dem Lande achtzehn Generäle gegeben hat. Er nahm als Junker im Potsdamer Garderegiment zu Fuß am Rheinfeldzug teil, verließ jedoch vier Jahre später die Armee und sah nach etlichen Jahren, in denen er die deutsche Dichtung um einige klassische Bühnenwerke bereicherte, keinen anderen Ausweg aus seinem verworrenen Leben als den Selbstmord. Von den übrigen im 18. Jahrhundert geborenen deutschen Dichtern trugen Adalbert von Chamisso, Joseph Christian Freiherr von Zedlitz und August Graf von P l a - t e n beruflich den bunten Rock. Chamisso war mit Lust und Liebe Soldat. Manche seiner Dichtungen in6 in den Wachtstuben am Potsdamer und Brandenburger Tor in Berlin entstanden. Zedlitz, dessen gesammelte dramatische Werke in vier Bänden erschienen sind, trat sechzehnjährig in das österreichische Husarenregiment Erzherzog Ferdinand ein und zeichnete sich während des Feldzuges 1809 in den Schlachten von Regensburg, Aspern und Wagram aus. Platen, der in einer der unglücklichsten Epochen der deutschen Geschichte viele Vaterlands- und Freiheitslieder in das Volk gerufen hat, war nie ein richtiger Soldat, obwohl er schon mit zehn Jahren in das Kadettenkorps kam. Die dichterische Neigung überwog bei ihm bei weitem die soldatische Haltung. Die Reihe der im 19. Jahrhundert geborenen Soldatendichter führt Friedrich von Sollet an, der als Leutnant in einer satirischen Novelle >die Auswüchse und Uebelstände des damaligen Offiziersstandes gegeißelt hatte und dafür zu zehnjährigem Festungsarrest verurteilt, aber vom König begnadigt wurde. Seine Zeitgenossen, Friedrich Wilhelm von Hackländer, Ferdinand von Saar und Martin Greis standen nur kurze Zeit beruflich im Wehrdienst. Hackländer hat feiner Soldatenzeit ein freundliches Andenken bewahrt und sie in Werken wie „Bilder aus dem Soldatenleben", „Wachtstuben- abenteuer" und „Soldatengeschichten" geschildert. Ein besonderer Platz in der Verbindung von Soldaten- und Dichtertum gebührt Detlev von Lilien- c r o n. Gerade sein soldatisches Erleben weckte in ihm den Dichter. Er stand in siebzehn Garnisonen und wurde im österreichischen und im französischen Kriege verwundet. Schweren Herzens nahm er großer Schulden wegen Abschied. Als er nach einem unruhigen Leben in Amerika wieder in die Heimat zurückkam, fand er in einer Kiste ein heiteres Bild aus feiner Soldatenzeit, ergriff einen Bleistift und schrieb sein erstes Gedicht auf die Rückseite des Bildes. Seine erste unter großen Sorgen entstandene Lyriksammlung betitelte er „Adjutantenritte". Nach ihm hat nur selten jemand Mars und Apoll wieder so harmonisch gehuldigt wie er. Moritz von Egidy gab als Oberstleutnant seine glänzende militärische Laufbahn auf, durch religiöse Auseinandersetzungen dazu gedrängt. Emil Prinz von Schönaich-Carolath zog den Waffenrock aus, um große Reisen zu unternehmen und dann in Literatur und Landwirtschaft heimisch zu werden. Joseph von Laufs folgte als Artillerie- Hauptmann einem Rufe an das Wiesbadener Hof- theater, um dos Amt des Dramaturgen zu übernehmen. Auch Hans von Zabeltitz, Ernst von W o l z o g e n, Karl Strecker, Georg Freiherr von Ompteda, Rudolf G. Binding und Wilhelm von Scholz gehörten entscheidende Jahre ihres Lebens beruflich dem Heer an. Während die drei ersten freiwillig ausschieden, um sich ungeteilt der Feder zu widmen, sah sich Ompteda infolge eines Sturzes gezwungen, seine militärische Laufbahn aufzugeben. Ernst von Wolzogen ging noch mit 60 Jahren im Weltkrieg als Landwehr- offizier ins Feld. Wilhelm von Scholz schied schon mit 21 Jahren aus dem Heeresdienst, da er ihn unbefriedigt gelassen hatte. „Ich erinnere mich deutlich", schrieb ihm damals Liliencron, ,Haß ich Ihnen sagte: Wenn Sie Offizier würden, müßten Sie die Poesie aufgeben. Entsinnen Sie sich dessen? Beides zusammen ist nicht möglich. Ich wäre nun lieber Offizier geblieben, als die dornenreiche, undankbare Rolle eines ,Poeten' durchzuführen." Als chm Wilhelm von Scholz ein Lichtbild übersandte, antwortete Liliencron: „Natürlich hat mich ihr entzückendes LeutnantsbiD sehr erfreut. Währen Sie ooch Offizier geworden! Es ist so viel amüsanter, Leutnant zu sein als Dichter." Büchertisch. — E. G. Kolbenheyer: Gesammelte Werke. Band 5, 6 und 8. Verlag Albert Langen/ Georg Müller, München. — (95.) — Mit den Bänden 5, 6 und 8 ist die Gesamtausgabe der Werke von Erwin Guido Kolbenheyer abgeschlossen. Sie umfaßt, schön in Leinen gebunden, auf gutem Papier gedruckt, acht stattliche Bände mit insgesamt 5264 Seiten und kostet 80 RM. Es ist außerordentlich zu begrüßen, daß der Verlag das Werk, das im Paracelsus-Jahre besondere Aufmerksamkeit verdient, den in den Zeitläuften begründeten Schwierigkeiten zum .Trotz zu Ende geführt hat: damit liegt das gesamte Schaffen eines unserer bedeutend- Italiens Erfolge imMillelmeer. Mit Stolz weist die italienische Presse auf die neuen bedeutenden Erfolge hin, die italiemsche Torpedoflieger im Kampf gegen einen britischen Geleitzug erzielten. Dieser großartige Sieg, bei dem nach einwandfreien italienischen Feststellungen drei Kreuzer versenkt, ein Schlachtschiff und acht weitere Einheiten beschädigt und von den Handelsschiffen des Geleitzuges weitere vier Einheiten auf den Meeresgrund geschickt wurden, verdient deshalb besondere Beachtung, weil — wie aus den Einzelschilderungen hervorgeht — das Wetter an sich dem Unternehmen der Briten günstig war. Wenn trotz tiefhängender Wolken und schwerer Dunstschichten die italienischen Flieger ihren Angriffe mit der Zersprengung des Geleitzuges krönen konnten und außerdem der britischen Kriegsmarine erneut empfindliche Verluste zufügten, so spricht diese Tat, wie unzählige andere in diesem Kriege, für den Angriffsgeist der italienischen Flieger, aber auch für den hohen Stand dieser gefährlichen Spezialwaffe, mit der die Engländer im Mittelmeer zu ihrem Leidwesen schon so häufig Bekanntschaft machen mußten. Die englische Agitation setzt alles daran, die Fik- tion von der britischen Herrschaft über bas Mittelmeer aufrechtzuerhalten. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Churchill hat sicherlich nicht die Zähig- feit, den Mut und den Angriffsgeist der italienischen Luftwaffe und der italienischen Marine in Rechnung gestellt, die ihm bei seinen Plänen schon so häufig das Konzept verdorben hat. Es spricht jedenfalls nicht für diese angebliche „britische Herrschaft", wenn General Wavell und andere britische Experten, aber in jüngster Zeit auch amerikanische Fachleute, mit der Ansicht hervortreten, daß man den Kampf ums Mittelmeer aufgeben solle, da er zu hoch bezahlt würde. Darin liegt ein hohes Lob für die italienische Kriegführung, darin liegt aber auch das Eingeständnis, wie schwierig dank des Einsatzes der italienischen Marine und der italienischen Flieger die Lags im Mittelmeer für Großbritannien geworden ist. Es sind zu einem guten Teil Prestigegründe, die Churchill veranlassen, die Frage nach der Rentabilität des Einsatzes nicht zu stellen, um vor der Weltöffentlichkeit den Anspruch zu vertreten, England sei im Mittelmeer jeder Lage gewachsen. Die traditionelle britische Anschauung läßt die italienischen Erfolge nicht zu, deshalb schweigt man in London auch hartnäckig über die schweren Verluste, die England in diesem Raum fortlaufend erleidet. Es sind ja nicht nur die großen Siege, die Italien- immer wieder im Kampf gegen die englischen Der- binbungsroege — die für Großbritannien immer lebensnotwendiger und damit auch gefährlicher werden — erringt, man darf auch nicht vergessen, daß Stützpunkte wie Malta und selbst Gibraltar vor dem italienischen Angriffsgeist niemals sicher find. Malta fiel gleich zu Beginn des italienischen Kriegseintritts durch die unaufhörlichen Luftangriffe als Stützpunkt völlig aus, und am 24. September konnte das italienische Oberkommando berichten, daß durch den Angriff der Sturmboote auf den Kriegshafen von Gibraltar insgesamt vier große Einheiten der britischen Handelsmarine versenkt wurden, darunter zwei besonders wertvolle Tanker, zu denen am gleichen Tage noch ein dritter Petroleumtanker von 12 000 Tonnen kam, der dem Angriff eines italienischen U-Bootes erlag. Nimmt man den Beitrag hinzu, den Italien im Kampf um seine nord- und ostafrikanischen Besitzungen leistet, dann erst rundet sich das Bild ab, das Italien, zum Teil gegen eine gewaltige lieber« macht, an seinen gewaltig ausgedehnten Fronten in heldenmütigem Ringen sieht. Auch der Sektor Ostafrika, in dem die Verhältnisse für Italien besonders ungünstig liegen, weil hier die Engländer mit einer wahrhaft erdrückenden Ueberlegenheit an Menschen und Material vorgehen, gehört in das Kapitel des italienischen Ringens um die Freiheit des Mittelmeeres. Wenn einmal die Geschichte der zahllosen Heldentaten, die hier italienische Abteilungen, völlig vom Mutterlande abgeschnitten und auf sich selbst gestellt, geleistet haben, der Öffentlichkeit unterbreitet wird, wird man erkennen, daß gerade dieses heldenmütige Ausharren gegen einen überlegenen Feind in außerordentlichem Maße dazu beigetragen hat, britische Kräfte zu binden, die sonst an anderen Fronten eingesetzt würden. Italien darf mit Recht stolz sein auf die unzähligen Erfolge, die es im täglichen Kampf gegen das britische Weltreich davongetragen hat, vor allem aber sten dichterischen Persönlichkeiten geschlossen vor uns; es mag bei difer Gelegenheit daran erinnert werden, daß der Dichter, der u. a. mit dem Adlerschild des Reiches und mit dem Frankfurter Goethe- preis ausgezeichnet wurde, zweimal auch bei uns in Gießen zu Gast gewesen ist und seiner großen Lesergemeinde neue Anhänger zugefuhrt hat. Die früher erschienenen Bände 1, 2, 3, 4 und 7 find seinerzeit ebenfalls an dieser Stelle besprochen worden; in ihnen sammelt sich im wesentlichen Kolben- Heyers episches Werk, in dessen Mitte sich als Kern- und Herzstück die Paracelsus-Trilogie erhebt. Von den neu herausgekommenen Bänden bringt der fünfte die Erzählungen, darunter den Kleinstadtroman „Reps, die Persönlichkeit" und die schöne, dem Goetheschen Genius huldigende „Karlsbader Novelle". Band 6 enthält die Dramen, u. a. „Gregor und Heinrich", „Heroische Leidenschaften" und „Jagt ihn — ein Mensch!" mit den zugehörigem für Kolbenheyers dramaturgische Bemühungen kennzeichnenden Regiebemerkungen; außerdem die verhältnismäßig wenig bekannten Gedichte, von denen wir kürzlich einige Proben in den „Familienblättern brachten. Der letzte (8.) Band endlich sammelt Aufsätze, Vorträge und Reden, die sich mit Philosophie, Aesthetik, Religion, Erziehung, Kultur- polttik und Wirtschaftsfragen befassen; in diesen kleineren Arbeiten spiegeln sich Gedankengänge und Auffassungen, welche das aus dem größeren dichterischen und denkerischen Werke zu gewinnende Bild in manchen Einzelheiten neu beleben und charakteristisch abrunden. Alles in allem bezeichnet die nunmehr abgeschlossene Ausgabe die organische Zusammenfassung einer so vielseitigen wie tiefgreifenden geifttg-künsll e r i sche n Bemühung, die Ernte eines schöpferischen Lebens voll imposanter Fülle der Gesichte, Entwicklungen und Ausdrucksformen. Wenn auch manches in diesem weitschichtigen Werke, wie beispielsweise die Metaphysik der „Bauhütte" (Band 7), kaum zu einer volkstümlich breiten Ausstrahlung gelangen mag, so wird doch in Erzählungen, Gedichten und Dramen, vor allem aber in den großen Romanen um Paracelsus, im „Pausewang", in „Amor Dei“ und im „Gottgelobten Herzen" Kolbenheyer stets zu den vorbildlichen dichterischen Gestaltern der deutschen Gegenwart gehören. In solchem Sinne sei die schöne Ausgabe von Herzen willkommen geheißen und empfohlen. Hans Thyriot< Oie Jagd im Oktober ntiidp I] rauschenden Beifall. ^Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) kritischen Blicken die Parade ab Soldat!" ... „Da hinten der auch! kommen die nächsten zehn. ,Der wird , und jetzt —y— ifen Der. untt ©er- daß vor sind, iegs- alr mde )urch lasen i der inter gl«, von lalie- Bekanntmachung des Landrats: „Am Montag ... findet in Gießen eine Musterung von Hunden für Wehrmachtszwecke statt. Vor^u- fuhren sind Hunde aller Rassen, die über 50 cm Schulterhöhe haben, und die am Musterungstage wenigstens ein und höchstens fünf Jahre alt find. Evtl, vorhandene Papiere (Ahnentafel usw.) des Hundes find mitzu- bringen. Die Hunde find an einer starken Seine oder Kette vorzuführen ..." Am Montagvormittag waren die Gemeinden von A bis K an der Reihe. Der Weg zum Musterungsplatz, der Bahn des Univerfitäts-Reitinstituts am Brand, ist gar nicht zu verfehlen: von weitem schon hört man die zur Musterung Aufgerufenen bellen und jaulen. Bor dem Tor der Reitbahn haben sich die Besitzer eingefunden und halten ihre Schützlinge an der Kette oder an der Leine. Die Schützlinge wundern sich, so Dielen ihresgleichen auf einem Haufen zu begegnen. Fast allen spürt man eine gewisse Aufregung oder Unruhe an: sie haben wohl begriffen, daß heute ein besonderer Tag in ihrem Dasein ist, und daß eine Entscheidung von ziemlicher Tragweite bevorsteht. Zwischen einem Jahr und fünf Jahren, und über 50 cm Schulterhöhe: das sind die allen gemeinsamen Merkmale und Voraussetzungen, aber sonst ergibt sich ein buntes Bild; die verschiedensten Rassen sind vertreten: Schäferhunde in der Mehrzahl, Jagdhunde, Dobermänner, Airedales, Boxer und Hirtenhunde ... Hinter der hohen Mauer, auf der die Buben hocken — sie haben Ferien und wollen sich das nicht alltägliche Schauspiel keineswegs entgehen lassen —, steht der Musterungsoffizier mit feinen Leuten. Er winkt dem Polizeimeister am Tor: zehn Hunde! Das Tor öffnet sich, ein heftiger Andrang setzt ein, die Polizeibeamten zählen gewissenhaft und verständnisvoll ab: „Laß den noch mit rein", meint einer, „der kann ihn kaum noch halten", und schiebt den Buben mit seinem mächtigen, am Halsband zerrenden Wolfshund in die Bahn. Dann wird das Tor geschlossen, und die Musterung beginnt. Jeder Hund wird einzeln von seinem Besitzer vorgeführt und muß ein paar Meter an der Leine laufen; bann müssen sich alle, Herr und Verdunkelungszeit 1. Oktober von 18.59 bis 7.20 Uhr. tie he en !IN rei ite ien 'en be. lei- sich ;nn ich' der inb "p> vir !ln. für ffe, ■em hen )ik. ttel. ;anj highen ung usig all; >enn ibet mit ums ahlt ifche inb. ieni« !agr ist- die bilj. Selb land :abb chn tbon die . im Be. ) ab. eben ontes jette n bk ander fit an i dos :eN 2 der * i und Bit ötti -WmngkMtc Vornan von Horst Hiernach 16 8'' einen ie dost, die inzäh' n das st aber Karo kommt zu -en Soldaten Musterung von Hunden für die Wehrmacht. \ von nstilie"' ich * W' ie , ein«3 ber^ fi fe i? 5 bietet in feinem Gehörn einen gewissen Anhaltspunkt für die Abschußauswahl, bei dem weiblichen Wild gehört zu richtigem Abschuß vor allem Revierkenntnis. Es gibt Ecken, in denen immer schlechte Böcke stehen. Dort spielt auch die Vererbung durch die Ricken eine besondere Rolle, und man wird gut tun, dort möglichst tief einzugreifen in den Bestand. Weiß man dagegen, oaß irgendwo ein sehr guter Bock während der Blattzeit seine Pflicht tat, so wäre es ausgemachter Unsinn, nun gerade dort die Ricken abzuschiehen, deren nächstjährige Kitze voraussichtlich das Erbteil dieses Vaters in sich tragen. Das Hegeziel sind Böcke mit starken, guten Stangen und allgemein ein an Wildbret starkes Wild. Man wird deswegen kaum fehlgehen, wenn man sich bemüht, alles an Körpergewicht besonders abfallende Wild abzuschießen. Das muß schon beim Kitz einsetzen. Ueberlegungen, daß der wirtschaftliche Wert eines geringen Kitzes zu gering fei, wie man sie manchmal hört, sind fehl am Platze. Im strengen Winter wird der Fuchs allein volles Verständnis für seinen wirtschaftlichen Wert haben, für den Jäger aber stellen diese Stücke die Masse des Fallwildes. Schwache Mütter müssen mit ihren Kitzen fallen, starke werden geschont. Wird ihnen von zwei Kitzen eines weggenommen, so kommt der mütterliche Bom einem allein um so mehr zugute. So wie der Wahlabschuß des Bockes feine Zeit erfordert und manche Fehlpirsch bedeutet, ist auch beim Rickenabschuß nicht jeder Jagdtag ein Fangtag, wenn nicht einfach wahllos auf das erste beste Stück gehalten wird. Drum ist es gut, die Herbstzeit zu nutzen. Kommt einmal der Laubfall und kracht später -das Fallaub im Frost, dann ist es mit dem Pirschen in unseren Laubholzrevieren meist vorbei. Es gibt dann Zeiten, wo die Abschußkurve, wie sich aus den Abschußmeldungen ergibt, ganz steil fällt. Erfüllt werden muß in diesem Jahre der Ab- schuß, während im Vorjahre dem vorhergegangenen Aus -er Gia-1 Gießen. Oktober. Die letzten reifen Herbsttage sind jedes Jahr ein großes Geschenk der Natur. Der Oktober pflegt uns immer noch eine Reihe sonniger Tage zu spenden, und sie sind sogar besonders köstlich, wenn dazwischen herbstliche Kälte und Stürme geherrscht naben, denn dann entzündet die Sonne das Farben- feuer in den gelben, roten und braunen Baumwipfeln. Kein Monat ist so verschwenderisch bunt und festlich in seinen Farben wie dieser letzte vor der «roßen Stille des Winters. Und wenn auch die Oktobernächte manchmal schon kalt sind, schon Reis und Frost bringen, so können die Mittage doch noch von einer köstlich feierlichen Stille und milden Durchsonntheit sein. Aber auch durch die für uns Menschen weniger angenehmen Tage brauchen wir uns nicht die Freu- den dieses Monats vergällen zu lassen. Und der Monat hat viele Freuden! Für den Bauern, der Ernte und Wiesenschnitt glücklich in den Scheunen 'pii Gastrolle gegeben hatte. »..Zunächst möchte ich mein Rasierwasser haben! |p;e er schlecht gelaunt. Eine Viertelstunde spater Iflfe er den Wagen aus der Garage und fuhr zur IW. Oben bezog Kathi die Betten. Söhnchen ®-rie die Kopfleisten einziehen. Später plünderten 3 V den Garten und schnitten Zinnien, Helianthus " den letzten Phlox, genug, um alle Vasen im IMe verschwenden ch zu füllen. I eatrix erwartete Hellwang in dem Nebenraum zwischen ihnen überhaupt keine Ähnlichkeit finben. Selbstverständlich hatten sie beide das gleiche, dichte Haar, die schweren Flechten, die im Sonnenlicht wie Helme aus altem Golde leuchteten. Und, zugegeben, auch außerordentlich ähnliche Stimmen, die Penüigsche Familienstimme sozusagen. Aber sonst — im Gesichtsschnitt und im Wesen unterschieden sie sich wie — wie Artemis von Athene; wie die beschwingte, heitere Göttin der Jagd von der stillen, besinnlichen Schätzerin des Herdfeuers und der Künste des Friedens. Trix sah ihn durch die Drehtür treten und erhob sich. Sie war auf diese erste Begegnung gespannt, und nun, da sie ihn erblickte, fast enttäuscht, ihn genau so wiederzufinden, wie sie ihn in der Erinnerung behalten hatte. Er wirbelte das Kettchen mit den Wagenfchlüsseln um die Finger und sah sich suchend nach ihr um. Sein Gesicht war noch immer braun. Vielleicht ein wenig magerer als früher. Die Backenknochen traten schärfer hervor. Sie winkte ihm zu und ging ihm einen Schritt entgegen. „Hallo — Konrad!" Er reichte ihr die Hand und ließ sich zu ihrem Tisch führen. „Komm, setz dich noch einen Augenblick, bis ich meinen Kaffee getrunken habe. Ich habe ihn wirklich nötig." Er warf den Hut auf einen freien Stuhl und nahm Platz. Sie bemerkte, daß sein Haar feit langer Zeit mit keiner Schere in Berührung gekommen war. Es lockte sich über den Ohren und schob sich in Heinen Büscheln über den Kragen. Aber sonst? Sie konnte keine Veränderung an ihm entdecken und spürte, wie sie ein leises Gefühl der Unsicherheit überkam. Hatte Kathi vielleicht ein wenig übertrieben? Die überstürzte Reise kam ihr plötzlich etwas töricht vor. Es war, als sei sie einem Erttinkenden mit kühnem Kopfsprung nachgesprungen, um hinterher zu merken, daß es kein See, sondern eine Pfütze war. „Daß du gar keine Nachricht geschickt hast ..." „Ich sagte dir ja schon, daß der Entschluß für mich selbst überraschend kam, Konrad." Er nickte. Sein Blick fiel auf ihr Gepäck. — „Alles deins?" fragte er; es klang merwürdig. Es klang genau so, als hätte er gefragt. Ja zum Teufel, wie lange gedenkst du denn eigentlich zu bleiben? „Oh , sagte sie verschüchtert, „ich komme doch nicht etwa ungelegen?" des Wartesaals erster Klasse. Die großen, offenen Bögen zum Hauptraum waren mit Rupfen verhängt. Drüben waren Maler und Stukkateure am Werk, die verräucherten Wände und Decken auf neu herzurichten. Erst bei diesem Anblick war Trix der famose Einfall gekommen, die unerwartete Aende- rung ihrer Ferienpläne dem Umstand zuzuschreiben, daß daheim Ofensetzer und Maler ihr Schreckensregiment aufgerichtet hätten. Sie hatte lange genug vergeblich darüber nachgedacht, wie sie Hellwang ihre überraschende Ankunft stichhaltig erklären solle. Kathis Brief hatte sie erreicht,als sie sozusagen schon mit einem Fuß auf dem Schlesischen Bahnhof stand. Die Aenderung ihres Entschlusses war im gleichen Augenblick erfolgt, in dem sie Kathis Zeilen gelesen hatte. Zwei Stunden später fuhr sie mit ihren Koffern und der umgeschriebenen Fahrkarte bereits vom Anhalter Bahnhof in südlicher Richtung ab. Ihre Eltern, von denen sie erwartet wurde, hatte sie telephonisch benachrichtigt, daß sie sich in letzter Minute entschlossen habe, einer Einladung Hellwangs zu folgen. Nun saß sie also hier. Ihr Gepäck war zu einem ansehnlichen Berg neben ihrem Stuhl aufgestapelt. Es bestand aus zwei großen Koffern, zwei Köfferchen, einer Hutschachtel und einer Handtasche, deren Nickelbügel weit offen standen und freigebig Einblick in das Innere gewährten. In ein wildes Durcheinander von Drangen, Fahrkarten, Aepfeln, Briefen, Zeitschriften und Gegenständen aus Metall, Glas und Leder, die mit einer Schaufel von ihrem Toilettentisch hineingekehrt zu sein schienen. Es war ein Chaos, jenem vergleichbar, das stets airj Hell- nxmqs Schreibtisch herrschte; aber wie er sich dort zurechtfand, so fand Trix sich hier mit blinder Sicherheit zurecht. Sie war jetzt fünfundzwanzig Jahre alt Die durchwachte Nacht in dem überfüllten Abteil hatte die rischen Farben ihres Gesichtes nicht zerstören können. Immer sah sie wie ein Hirtenmädchen aus oder wie eine Jägerin, die, vom Wind erhitzt und von Aesten zerzaust von der Pirjch heimkehrend, nur wenig Zeit gesunden hat, das Jagdgewand mit einem städtischen Kleide zu vertauschen Fremde behaupteten oft, zwischen Luisa und Tnx beständen große Aehnlichkeiten. Es waren Leute, die nach Hellwangs Meinung entweder Tnx oder Luisa nur sehr flüchtig gekannt hatten. Er konnte Hund, in Linie an der Mauer aufstellen, und nun wird es ernst, jetzt kommt eine Prüfung auf Herz und Nieren: einer der Soldaten hebt auf einen Wink des Offiziers einen Karabiner und feuert in kurzer Folge eine Anzahl Schüsse in die Luft. Es knallt beachtlich, und die Wirkung des Geballers ist sehr lehrreich; das Echo besteht in einem vielstimmigen Hundekonzert: zehn Solisten diesseits und großer Chor jenseits der Mauer. Alle Tonarten und Lautstärken sind vertreten, vom wilden, atemlos heiseren Gebell bis zum dumpfen, gefährlichen Knurren. In der Reaktion auf das kriegerische Getöse zeigen sich schon deutlich die Individualitäten der vorgeführten Tiere. Etliche klemmen den Schwanz zwischen die Beine, andere gebärden sich so aufgeregt, daß Herrchen sie kaum zu bändigen vermag, und welche schnuppern nur ein bißchen nach den lichtblauen Rauchwölkchen, die über Der Reitbahn wehen, und tun so, als ob rein gar nichts geschehen sei. Vielleicht ahnen sie auch schon, daß ihnen noch eine andere Prüfung bevorsteht. Nach der Knallerei setzt sich die Linie „zu einem" abermals in Bewegung, und nun wird jeder Hund, vom Besitzer an der Leine gehalten, unter den kritischen Blicken des Musterungsoffiziers einem letzten Examen unterworfen. Hier kann man am deutlichsten und handgreiflichsten erkennen, was in dem Tier steckt: ein Soldat im Drillichzeug, in der linken Hand eine Hundepeitsche, den rechten Arm mit einem Sack oder Lederschutz bewehrt, springt auf den Hund los und reizt ihn zum Angriff. Das ist die beste Probe auf Charakter und Temperament der Tiere; und hier ist kaum einer dabei, der nicht zupackt ober gar sich abwendet: die meisten springen, wild an Halsband und Leine zerrend, bellend und knurrend, auf den unvermutet auftauchenden Gegner zu, und wenn das Herrchen die Leine nicht fest am Handgelenk hätte, könnte man für die Hosenbeine des Soldaten kaum garantieren ... Dänn ist die Musterung für diese zehn beendet. Eilig streben Herr und Hund dem Ausgang zu. Die Polizeibeamten am Tor nehmen noch einmal mit 1 DD’ ■ ■innert ■ Wie:- I I >i un- 1 Troßen 3 t D-- 1 7 N | i | W •- Kern- ( L M ri U instck' schone, [ Shader @re- ,Mnh origen- Er schüttelte den Kopf — eigentlich war es weniger ein Schütteln als ein Wiegen: „Nein, nein, durchaus nicht! Wie kommst du darauf?" — Jedoch es steckte ein Aber dahinter; Trix spürte es genau und sah ihn fragend an. „Nun ja", murmelte er, „ich meine, ich werde mich leider nicht allzuviel um dich kümmern können..." Er sah sie dabei nicht an und spielte nervös mit den klirrenden Schlüsseln, „ich stecke nämlich bis über beide Ohren in der Arbeit, ja ..." „So? Ein neues Buch? Das ist ja großartig. Worum handelt es sich denn dabei?" „Welser ...", er starrte auf seinen Daumen und versuchte, ein Stückchen loser Nagelhaut abzureißen: „das heißt, ich bin noch bei den Vorarbeiten ..." „Du kannst unbesorgt sein, ich werde dich nicht stören!" Sie sagte es kühl und leicht gereizt. „Und außerdem komme ich ja hauptsächlich, um mich ein wenig nach den Kindern umzuschauen!" „Bitte, bitte, Trix, versteh mich nicht falsch", lenkte er eilig ein, „selbstverständlich bist du mir herzlich willkommen! Ich glaube wirklich, du hast aus meinen Worten etwas herausgehört, was ich hineinzulegen nie beabsichtigt hatte. Du kennst mich ja ... Ich wollte dich nur an meine unangenehme Eigenschaft erinnern, daß ich nicht der bequemste Umgang bin, wenn ich arbeite. Und leider geht die Arbeit nicht so vorwärts, wie ich es wünschen möchte ..." Er malte Kringel und Kreise auf den Tisch. Der Kellner strich heran, er reckte den Kops und schielte über Hellwangs Schulter in Trixens Tasse. Hellwang suchte nach seiner Börse: „Gehen wir?" „Willst du dir nicht etwas bestellen, Konrad?" fragte Trix versöhnt. „Dunkel oder hell, Herr?" flüsterte der Kellner. Hellwang zögerte, er warf Trix einen raschen Blick zu. „Weiß der Teufel", murmelte er mit verzogenem Gesicht und deutete mit den Fingerspitzen in die Magengegend, „mir ist heute gar nicht besonders extra ..." „Nimm doch einen Kaffee", riet sie ihm. Er schüttelte den Kopf: „Kaffee? Ach nein, weißt du, ich glaube, das Gescheiteste wäre fast ... hm, geben Sie mir doch mal die Getränkekarte!" Der Kellner beugte sich vor: „Rum, Weinbrand, Kirsch, Kümmel, Zwetschenwasser, Wacholder..." (Fortsetzung folgt.) geborgen hat, bringt der Oktoberanfang das große Fest seines Jahres, das Erntedankfest, das längft zu einem Fest des ganzen deutschen Volkes geworden ist. Freilich dürfen die fleißigen Hände auch jetzt noch nicht ruhen. Im Oktober ist die Kartoffelernte auf dem Höhepunkt, noch einmal eine der arbeitsreichsten Zeiten des ländlichen Jahres, sogar die Zeit, die am tiefsten in das persönliche Leben jeder einzelnen ländlichen Familie eingreift, weil es vorzugsweise eine Arbeit der Frauen und Kinder ist, Die ganze Familie, bis hinab zu den Vierjährigen, die wenigstens zum Essentragen schon verwendet werden, daran teilnimmt und es in diesen Wochen den fast ausschließlichen Inhalt des Lebens bildet. Und nach den Kartoffeln kommen noch die Rüben an die Reihe, und dann erst, im November, tritt so etwas wie Winterruhe für den Dauern ein. Die wichtigste Zeit des Jahres ist der Oktober auch in den Weingegenden. In den großen Weindörfern des Rheins und der Mosel wird der Beginn der Lese oder des „Herbstes", wie die Weinernte auch heißt, meist gemeinsam festgesetzt, die letzten Wochen vorher bleibt der Weinberg geschlossen, sogar für den eigenen Besitzer, der ihn nur in Begleitung eines Ehrenwächters betreten darf. Bei der Lese ist es in vielen Gegenden Sitte, daß alle Nachbarn und Freunde zuerst den Weinberg des einen Bauern gemeinsam abernten und sie dafür nachher wieder die gleiche Hilfe empfangen. Auf diese Weise sind in jedem Weinberg immer viele fleißige Hände tätig, besonders die vieler junger Buschen und Mädchen, und Wetteifer, Scherz und die gesunde Freude an dem Bergen des reichen Segens beflügeln die Arbeit und geben ihr etwas festlich Frohes. Für den Jäger bringt der Oktober eine der Höhezeiten des Jahres mit der Hirschbrunst, die Ende September schon einsetzt, aber, besonders in kälteren Gegenden, bis in den Oktober hinein /sich hinzieht. Und dann geht auch die Jagd auf das Niederwild auf, die für den Jäger ihre eigenen Reize hat und auch dem Städter manchen willkommenen Braten auf seinen Tisch liefert. Das Obst endlich, besonders die Aepfel, und die letzte bunte Blumenpracht unserer Gärten, Herbstastern und Dahlien, vollenden die guten Gaben, die der Oktober aus seinem Füllhorn über uns ausschüttet. C. K. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19 bis 22.15 Uhr „Die Zauberflöte". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Annelie". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Krach im Vorderhaus". Gießener Gchjachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der ViehverfteigeX rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 35 bis 41,5, Bullen 33,5 bis 43,5, Kühe 15 bis 43,5, Färsen 35,5 bis 48, Kälber 30 bis 57, Schafe 12 bis 35 Rpf. je Vi kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,24 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,24, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,22, c (100 bis 119,5 kg) 1,18, d (80 bis 99,5) 1,12, e—f (unter 80 kg) 1,08, gl (fette Specksauen) 1,24, i (Altschneider) 1,22, g2 (andere Sauen) 1,12, h (Eber) 1,12. Marktverlauf: regelmäßig, alles zugeteilt._________________ ■ kr 1936 in geschichtlicher Treue zeigt. In künstle- Mer Vollendung ist hier unter der Spielleitung iKlljufto © e n i r a 5 den Helden des Alkazar ein hriirbiges Filmdenkmal gesetzt worden, dessen Ge- fi) l)en mit dramatischer Wucht gestaltet worden ist. ’ 2o> einzigartige Schicksal dieser Menschen erreicht seiren Höhepunkt in der Szene, da der Oberst Mos- ; caöo von den Belagerern aufgefordert wird, sich ||ne seinen Soldaten zu ergeben, andernfalls sein CHn, der in die Hände der Roten gefallen ist, er- süssen werde, und Moscardo dieses Ansinnen ab- llhit. Erschütternde Bilder aus dem Leben der im Nazar eingeschlossenen Frauen und Kinder, und fynen von den erbitterten Kämpfen um dieses hel- krljaft verteidigte Bollwerk der nationalen Er- Jätung sind der Kamera besonders lebensecht ge- ilfcgen. — Ungeheuer ist der Eindruck dieses Fil- tti, der von Anfang bis zu Ende die Zuschauer in Men Bann zieht und sie das nachempfinden läßt, tos die Helden des Alkazar in ihren schwersten aber I Ui!) stolzesten Tagen durchlebt haben. Der Film Wenn im Gilbhardt der Maler Herbst beginnt, all die vielen bunten Farben seiner Palette über den Wald auszustreuen, dann ist die große Zeit des Jägers gekommen. Gar vielseitig ist die Möglichkeit zum Jagen, die der Oktober ihm bietet. Denn vor allem ist im Rotwild reoier die Brunft noch im Gange, um gegen Monatsmitte hin im allgemeinen ihr Ende zu finden. Die Rücksicht auf die Jagd auf den Brunfthirsch mag in Revieren mit Brunftplätzen den Abschuß von Kahlwild in den letzten Wochen verboten haben.' Nun aber kommt neben dem Weidwerken auf den Geweihten vor allem die Wildjagd xu ihrem Recht. Die Abschüsse an Rotwild, an sich schon ansehnlich, sind noch allgemein erhöht worden, und Erfüllung wird erwartet und verlangt. Da heißt es sich herangehal- ten, da der Herbst auch noch zu anderem Jagen den Jäger erwartet. Auch das Damwild steht jetzt in der Brunft, und der starke Schaufler verspricht eine gute Trophäe. Der Muffelwidder war bereits im September freigegeben. Weibliches Wild und Lämmer dieses Wildschafes erweitern ab Monatsmitte den Jagdkalender. Sauen, die gleich dem vorgenannten Wild zur hohen Jagd gehören, werden an des Herbstes reich besetzter Tafel feist und sollen betagt werden, wo es irgend möglich ist. Die Schußzeit des R e h b o ck e s endigt mit dem 15. Oktober. Dafür gilt es dann im Rehrevier den Abschuß an weiblichem Wild und Kitzen verstärkt durchzuführen. Der Rickenabschuß galt früher bei vielen Jägern als minderes Weidwerk. Vielleicht gibt es auch heute noch solche Käuze. Dabei haben alle Bemühungen um eine Bestandsverbesserung keinen Sinn, wenn nicht auch das weibliche Wild genau so überlegt besagt wird wie das bei dem männlichen erwartet wird. Das männliche Wild | ,Du scheinst dich aber mächtig zu freuen", kicherte Ist „bist du bei deinen Begrüßungsansprachen ;I iiner so herzlich und wortreich?" j -Entschuldige schon", knurrte er, „aber diese Mel- löttg (am denn doch etwas plötzlich und über- r:s©end. Von wo aus sprichst du überhaupt?" I ,Vom Hauptbahnhof, und ich habe gerade nach- Wen, daß er nächste Zug nach Greiffing erft in emr Stunde geht. Und weil ich ziemlich viel Ge- bk mithabe, das du sowieso abholen müßtet, ;! Heine ich, daß es am gescheitesten ist, wenn du dich ,,ti Den Wagen setzt und mich gleich abholst, ein- brtanden? — Ich erwarte dich im Bahnhoss- pfuurant. Aus Wiedersehen bis dahin!" Es gab ko leises Knacken in der Leitung. Trix hatte abge- mt. Hellwang drückte den Hörer langsam m Die y w el. ». »Holen Sie Ihre Schwägerin ab, Herr Doktor?" ■.3a, antwortete er gereizt und fuhr sich mit der über Das kratzende Kinn. „Bringen Sie mir «s Rasierwasser ins Badezimmer!" -Bleibt Fräulein Trix für längere Zeit bei uns?" Gr zuckte die Achseln. „Ich glaube, sie hatte Die Mcht ..." seine Wangenmuskeln traten eckig her- Jr es war ihm deutlich anzumerken, daß dieser I *hd) ihm äußerst ungelegen kam und daß er gleicht schon den Weg überlegte, wie er ihn auf I anständigste Art los werden könnte... 2nnn werde ich für Fräulein Trix das Zimmer y ^Nichten." Es handelte sich um das Gastzimmer d ersten Stock, in dem einmal Fräulein Zögling aif die großen Siege, die es im Mittelmeer immer lieber erringt und die der britischen Kriegsmarine uiD der britischen Handelsschiffahrt empfindliche I Schlappen zugefügt haben. Nicht England beherrscht hrdte die strategische Lage im Mittelmeer, sondern ßjüien beweist immer wieder, daß es wachsam auf title Wege schaut, die der Brite heute aus Prestigegründen noch gehen zu können glaubt, und daß es hart und unerbittlich zuschlägt, wenn der „britische । £jme" sich aus seiner Höhle wagt. Bk. Arbeitstagung der Leiter kr Reichspropagandaämter. Dr. Goebbels sprach über die politische Lage I Berlin, 30. Sept. (DNB.) Am Montag und ! Dienstag versammelten sich die Leiter der Reichs- i pppaganbaämter in den Räumen des Reichs- iWnifteriums für Volksaufklärung und Propaganda ; in einer Arbeitstagung, bei der eine Reihe von Referaten zu wichtigen Tagesfragen gehalten wur- Ifctn. I 3m Mittelpunkt der Tagung stand eine groß- angelegte Rede von Reichsminister Dr. Goeb- fcils. 2er Minister gab einen Ueberblick über die poitische Lage des Reiches, schilderte die überwälti- I Amben Erfolge der deutschen Kriegführung im £fen und entwickelte dann vor den Reichsprova- E.daleitern die sich hieraus für die politische Arbeit in den Gauen ergebenden Fragen. Auf der Arbeitstagung, die von Staatssekretär Sutterer eröffnet wurde, sprachen u. a. Staatssekretär Dr. Conti über die ärztliche Versorgung fe deutschen Volkes, Oberbefehlsleiter Hilgen- jel b über die Aufgaben der NSV. und des M)W. im kommenden Winter, sowie Ministerial- diiektor Moritz über die deutsche Ernährungs- loie. in der Tagung nahmen neben den Abteilungs- leiem und Referenten des Ministeriums die Haupt- re'?renten der Reichspropagandaabteilung, Die In- tränten Der Reichssender des aroßdeutschen Rund- Ifurts und die Kreisleiter des Gaues Berlin statt. Kunst und Wissenschaft. ii Oer italienisch-spanische Gemeinschaftsfilm „Alkazar". Die ReichshauDtstadt erlebte am gestrigen Diens- k( mit Der Deutschen Erstaufführung, des italienisch- stmischen Gemeinschaftsfilms ,„2l lkazar", Der tnr der Internationalen Filmkunstschau in Venedig m dem Mussolini-Pokal ausgezeichnet rourDe uno Da höchste deutsche Prädikat erhalten hat, ein Film- enignis ersten Ranges. Der festlichen Aufführung wohnten führende Per- sörlichkeiten von Partei, Staat und Wehrmacht bei, Hinter ihnen Reichsminister Dr. Goebbels, Alchsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsprefse- M Dr. Dietrich, Staatssekretär G u 11 e r e r jööie Reichssportführer von Tschammer und Li en, vom Diplomatischen Korps u. a. der italie- rilhe Botschafter Al fier i sowie Vertreter der hmischen Botschaft und der Blauen Division, fer- Ipitt diplomatische Vertreter verschiedener ibero- ; afrikanischer Staaten. Beethovens „Egmont"- Dioertüre, vom Berliner Philharmonischen Orchester prer Leitung Des Generalmusikdirektors Eugen i !st ch u m gespielt, leitete von der neuesten Film- vichenschau zu dem packenden Filmepos über, das A ki heldenhaften Kampf der Verteidiger des Al- j r Ifliar in Toledo in den ersten Wochen der spanischen Zonalen'Revolution vom Juli bis zum Septem- Vortragsreihe der ASS. „Kraft durch Freude" im Kreise Gießen. Notwinter Rechnung getragen würbe. Drum ist es gut, bald die schöne Zeit zu nutzen. Es gibt Jäger genug, für die die Hasen jagd das Höchste der Gefühle ist. Auch sie kommen jetzt auf ihre Rechnung und können sich schon auf kommende Treibjagden freuen. Denn in der zweiten Monatshälfte pflegen die Waldtreibjagden allmählich einzusetzen. Zu früh ist dabei vom Uebel. Denn au viele knappe Hasen liegen dann meist noch auf der Strecke, die einige Zeit später vollwertig gewesen wären. Ebenso werden bei frühem Abschuß fast immer säugende Häsinnen abgeschossen, deren Junge dann verkommen. Darum pflegt man in ge- vflegten Revieren zunächst nur den persönlichen Bedarf zu schießen und mit größeren Strecken noch etwas zu warten, bis die genannten Mängel weniger zu befürchten sind und auch kälteres Wetter dem Wildtransport günstiger ist. Zugleich mit der Hasenjagd am 1. Oktober geht auch die Jagd auf den Fasanenhahn auf. Der Oktober ist in gut besetzten Fasanenrevieren der eigentliche Jagdmonat, an dessen Ende die großen Treibjagden durchgeführt sein sollen. Darum brauchen wir uns bei unseren bescheideneren Verhältnissen keine Sorgen zu machen. Jeder Schütze wird dankbar sein, wenn er gelegentlich der Waldjagden auch Gelegenheit hat, den bunten Hahn zu beschießen. Und der Revierinhaber selbst findet vielleicht einen größeren Genuß darin, sich da und dort einen Gockel vor dem Hund in den Hecken zu schießen. Rach dem Jagdschein können im Oktober auch Hennen geschossen werden. Diese Bestimmung hat jedoch 1941 keine Gültigkeit. Vielmehr ist die Schußzeit für Hennen durch den Reichsjägermeister in diesem Jahre auf die Zeit vom 1. November bis 31. Dezember beschränkt worden. Ob in einem Revier auch Hennen geschossen werden sollen, muß von dem Jagdinhaber wohl überlegt werden. Verträgt es der Bestand, so ist es immer zweckmäßig, einen gewissen Teil abzuschießen, da ältere Hennen für eine Vermehrung des Bestandes gar nicht mehr in Frage kommen. Es wird gut sein, zunächst im Oktober einmal „Inventur zu machen", um von dem dabei gewonnenen Eindruck ausgehend im November die Folgerung zu ziehen. Seit dem 16. September ist auch die Jagd auf das Rebhuhn im Gange, die bereits am 15. Oktober wieder schließt. Während der späte Termin im allgemeinen bewußt die Jagdausübung erschwert, da die voll ausgewachsenen Hühner schlechter zu halten und weiter zu streichen pflegen, kommen gerade in der ersten Oktoberhälfte oft ausgezeichnete Hühnerjagdtage dann, wenn die mausernden Hübner in der warmen Sonne liegen. Der S t o ck e r p e l trägt wieder sein Prachtgewand und ist dann dem Jäger als Beute besonders lieb. Der Enten zug ist bereits im Gange, und zu unseren einheimischen Enten gesellen sich auch bald allerlei nordische Zuzügler, so daß der Gang nach dem Teich oder Fluß sich oft voll lohnen wird. Auch die im Oktober gegen Süden ziehenden Gänse können bejagt werden, wenn sie unterwegs zur Aesunq einfallen. Gleich ihnen zieht die Waldschnepfe, und zwar wesentlich langsamer als im Frühjahr. So kommt es, daß mancher Langschnabel bei der Waldtreibjagd vor die Flinte kommt. Daß die Schnepfe aber auch im Herbst, ähnlich wie im Frühjahr, streicht, wisien viele Jäger nicht. Die Ringeltaube schlägt sich gern zu größeren Flüaen zusammen, die auf den Feldern und m den Wiesen nach Körnern suchen, wenn ihnen Außer Sondervorträgen und den in Gemeinschaft mit dem Goethebund und dem Kaufmännischen Verein in Gießen zur Durchführung kommenden Vortragsring sowie den Dortragsringen Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach und den im Rahmen der neugegründeten Kunstgemeinden Grünberg, Hungen und Laubach stattfindenden Vorträgen veranstaltet die NSG. „Kraft durch Freude" im kommenden Winter im Gebiet des Kreises Wetterau etwa 3 0 0 Vorträge, die allen Volksgenossen Einblick verschaffen wollen in deutsche Leistung auf den verschiedensten Kulturgebieten. Im Oktober finden im Kreise Gießen die nachstehenden Vorträge statt: 1. 10.: Bersrod, Oberst a. D. Hayner: „Die Heerfahrt nach Norwegen im April 1940". 2. 10.: Burkhardsfelden, Oberst a. D. Hayner (s. 1. 10.). 2. 10.: Großen-Linden, Freiherr von Pölnitz: „Als Kaffeepflanzer in Deutsch-Ostafrika" 3. 10.: Bettenhausen, Oberst a. D. Hayner: (s. 1. 10.). 4. 10.: Bellersheim, Oberst a. D. Hayner (s. 1. 10.). 8. 10.: Reiskirchen, Ludwig Zukowsky: „Auf Großtierfang in aller Welt". 12. 10.: Annerod, Paul Freye: „Als Kriegsgefangener in Siam und Britisch-Jndien". 12. 10.: Watzenborn-Steinberg, Kapitän Paul Bloß: „Der Bau eines Ozeandamp- nicht gar im Buchen- oder Eichenaltholz der Tisch noch reicher gedeckt ist. Das bunte Bild der Oktoberjagd wird durch das R a u b w i l d vervollständigt. Die beste Zeit zum Graben des Dachses ist gekommen und sollte genutzt werden. Denn in den meisten Revieren "steht die Strecke an Dächsen nicht im rechten Verhältnis zum Bestand. Ein Uebermaß an Däcksen oerttägt sich schlecht mit einer guten Niederjago. Bei den Oktoberjagden werden leider immer wieder viele „grüne", d. h. minderwertige Füchse geschoßen. Wer seine Füchse auslaufen ließ und chren Schaden zur Zeit des Jungwildes, der Brut- unü Satzzeit, in Kauf nahm, sollte sich wenigstens durch vollwertige ,Fveiße" Füchse entschädigen. Ihr Abschuß liegt genau so in seinem eigenen Interesse wie im allgemeinwirtschaftlichen. Stellt doch der Fuchs heute unseren wichtigsten Pelzträger dar. Auch die Raubvögel sind auf dem Zug. Neben dem immer schußbaren Habicht und Sperber können auch Mäuse- und Rauhfußbussard bejagt werden, wenn es im Interesse der Niederjagd notwendig erscheint. Der vovousschauende Jäger benutzt die kommenden Wochen, um seine Fütterungen zu überprüfen. Schnee, Regen und Wind, Fäulnis und anderes werden manche unbrauchbar gemacht haben. Wo Hühner und Fasane liegen, werden u. U. neue angelegt. Je mehr vorhanden sind, desto besser. Jede Hecke in unserem an Deckung armen Feld sollte eine Fütterung enthalten. Schafft man jetzt die Bedachung, so kann man auch gleich eine Kaftunterlage hineingeben, die jetzt am Dreschplatz leicht zu haben ist. Das Wild gewöhnt sich an den Futterplatz, der erst später richtig beschickt wird. Eine der dankbarsten Wildfutterpflanzen, die Roßkastanie, reist ihre Früchte. Ihr Erttag soll vor allem der Wilbfütterung zugute kommen, um andere fers". 13. 10.: Lich, Kapitän Paul Bloß (s. 12. 10.). 14. 10.: Mainzlar, Kapitän Bloß (s. 12. 10.). 18. 10.: Saasen, Oberstudiendirektor Philipps: „Humor im hessischen Volkstum". 19. 10.: Garbenteich, Professor Schultz: „Rohstoff Glas". 19. 10.: Heuchelheim, Dr. Fickeler: „Der Mittelmeeraum in der Weltgeschichte". 19. 10.: Grüningen, Karl Kratz: „U-Bootskrieg und U-Bootserlebnisse". 19. 10.: Lang-Göns, Aenne Schmücker: „Forschungen und Erlebnisse bei den Nachbarn des Nordpols". 19. 10.: Saubringen, Oberstudiendirektor Philipps (f. 18. 10.). 19. 10.:Steinbach, Oberleutn z. S. Fr. Pfahl: „Deutschland, das Schicksal Eu. pas". 20.10.: Münzenberg, Oberleutnant z. S. Fr. Pfahl (f. 19. 10.). 21. 10.: Staufenberg, Prof. Dr. S/'ultz: (f. 19. 10.). 23. 10.: Lollar, Dr. Fickeler (f. 19. 10.). 26. 10.: Holzheim, Korvettenkapitän Chorus: „Der utige Seekrieg". 26. 10.: Freienseen, Dr. Falke: „Griechenland und die Türkei". 27. 10.: Alten-Buseck, Korvettenkapitän Chorus (s. 26. 10.). 28. 10.: Gam- bach, Professor Dr. Orth: „Von Ost nach West, quer durch Aequatorialafrika". Außer diesen Vorträgen werden in verschiedenen Werken noch betriebseigene Vorträge durchgeführt. Futtermittel zu schonen. Rotwild nimmt Kastanien überall an, Rehwild nur, wo es sie kennt. Der Aufkauf ist dem Jäger zum festgesetzten Preise von 4 RM. für 100 Kilogramm direkt vom Sammler bestattet. Die Aufbewahrung geschieht am besten m Mieten, in denen die Früchte frisch bleiben. Wenn nunmehr der Abschuß des Niederwildes verstärkt einsetzt, sei daran erinnert, daß auch für 1941 die Anordnung wieder gilt, wonach zur Versorgung der Großstädte mit Wild ein Teil der Hasen-, Kaninchen- und Fasanenstrecke an den Wild- bandel abgegeben werden muß. Der Anteil ist derselbe wie im Vorjahre. Hubertus. Gießener Wissenschaftler im Osten. In diesen Tagen weilten die Gießener Wissen- schaftler Pros. Dr. Vogel, der Direktor des Universitäts-Versuchsguts Oberer Hardthof, und Prof. Dr. Scharrer, der Direktor des Agrikulturchemischen Instituts der Universität Gießen, im Disttikt Lublin. Auf einer Studienreise zu den landwirtschaftlichen Forschungsanstalten in den neuen Ostgebieten statteten sie auch den landwirtschaftlichen Instituten in P u l a w y einen Besuch ab, wo sie sich unter Führung des Direktors Prof. Dr. Christiansen-Weniger über den neuesten Stand der dort betriebenen Forschungsarbeiten unterrichteten, die als Grundlage für eine Reihe von Züchtungsaufgaben im Interesse der europäischen Wissenschaft stehen. Pros. Dr. Vogel, der im Auftrage des Reichsnährstandes in seinem Gießener Institut in Gemeinschaft mit dem Tierzuchtinstitut der Universität Göttingen neue züchterische Aufgaben durchführt, hatte in Pulawy Gelegenheit, praktische Erfahrungen über die dort angestellten Züchtungsversuche auszutauschen. Prof. Dr. Scharrer, der auf der Grundlage der von dem berühmten Gießener Chemiker Justus von Liebig geschaffenen agrikutturchemischen Lehre neuzettliche Erfolge zu verzeichnen hat, interessierte sich besonders für die Organisation und den Aufbau der Agrikulturche- mischen Forschungsanstalten in Pulawy. Tödliches Licht. Eine Scheune in einem Dorf wird von Brand' bomben getroffen und brennt Noch während des Angriffs versuchen die Selbstschutzkräfte verzweifelt zu löschen. Warum? Nur um die Scheune zu retten? Auch um den feindlichen Fliegern kein Ziel zu bieten und dadurch ihr Dorf zu schützen. Brandbomben fallen in einer Stadt auf das Pflaster der Straße und sprühen lichterloh. Sie Sorgt früh genug für Sand und Löschgerät! Brennt erst dein haus, ist es zu spät! können dort keine Brände entfachen. Trotzdem jagen Selbstschutzkräste hin und löschen sie. Denn man weiß, auch diese Brandbomben sind gefährlich. Ihr Leuchten ist ein sicheres Bombenziel. Luftschutz will nicht nur Mut und Einsatzbereit, schäft und selbstsichere Entschlossenheit. Luftschutz will auch gesammelte Aufmerksamkeit, die immer bedenkt, daß man einem vernichtungswütigen Feind keine Blöße geben darf. Und die tödlichste Blöße ist Licht in dunkler Nacht, Licht, das dem feindlichen Bomber Weg und Ziel weist. Zuchthaus für Umgang mit Kriegsgefangenen. Lpd. D a r rn st a d t, 30. Sept. Vor dem Darm» städter Sondergericht hatte sich eine 21jährige Ar- beiterin zu verantworten, die trotz aller Warnun« gen mit einem im gleichen Betrieb beschäftigten französischen Kriegsgefangenen zunächst Unterhaltungen angeknüpft und sich schließlich intim einge» lassen hatte. Die geständige Angeklagte wurde zu 1 Jahr und 6 Monaten Zuchthaus oer- urteilt, außerdem wurden ihr die bürgerlichen Ehrenrechte auf 2 Jahre aberkannt Landkreis Gießen. £ Hattenrod, 1.Ott Am 2.Oktober wird unser langjähriger Kirchendiener Georg Saun- spach 83 Jahre alt. Der alte Herr ist körperlich und geistig noch sehr rüstig. Im vergangenen Jahre war er noch als Waldarbeiter tätig. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch. * Weickartshain, 1. Oft. Der Landwirt Jo- Hannes M e l ch i*r und seine Ehefrau Elise, geb. Becker (beide in Weickartshain geboren) feiern am 1. Oktober im Kreise ihrer Familie, 4 Kinder sowie 6 Enkelkinder, das Fest der goldenen Hochzeit Der Jubilar ist 75 und die Jubilarin 74 Jahre alt. Herr Melchior ist Ehrenmitglied der hiesigen Kriegerkameradschaft: ihm wurden durch den Kameradschaftsführer Wilhelm T r ü l l e r aus diesem Anlaß einige Aufmerksamkeiten erwiesen. — Wir gratulieren Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bd Hauptschriftleiters: Ernst Blumichein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i.D. Ernst Blumschein: sm das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen. Provinz, Wirtschaft n. Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K.G. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.NrL Sßlumenfjaus Schneider „Carl 5)z [j i >.b iK K s