e&wfass iZtA^AHAf 11 itlMAM* s=5= essKS» llllr Hr llr I /I IHr lllt I »ssbä gÄfc K/ kV 11VI kV k' Vk ■ k J ▼ ▼ b°. 70 -.8« WWW «äs~- (BenerobUn^etaer ffir(Dbergejfen rasgar- :-t\ r?> Z W i 9 *- . V ?>: ä/ Oie Rückeroberung Viipuris. Oie Hauptstadt Kareliens wieder in finnischer Hand. DNB. Aus dem Aührerhauplquartier, 51. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: x wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben finnische Truppen in schweren Kämpfen die sowjetischen Kräfte im Raum um Viipuri oerichtend geschlagen und am 30.August die Stadt selbst zurückerobert. Gleichzeitig stießen finnische Verbände auf der Mitte der karelischen Landenge mit großem Raumgewinn in Richtung Leningrad vor. An der, britisch en Ost käste bombardierten Kampfflugzeuge in der letzten Rächt verschiedene Hafenanlagen. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Flugplätze in Mittclengland. Einheiten der Kriegsmarine schossen an der holländischen Küste acht, Jäger an der norwegischen Küste drei britische Flugzeuge ab. Einzelne britische Bomber drangen in her letzten Rächt in Rordwestdeutschland ein. Flakartillerie brachte eines der feindlichen Flug- zeuge zum Absturz. „An zehn, ja hundert Stellen verglüht heute abend das letzte Blatt der jahrhundertealten ®e- lchichte Wiboras, heute, am 18. Februar, dem vonntag der Zerstörung. Und unter den Wunder» ten von Ruinen wurde der Wiborgsche Geist be> Einschränkungen des 18. Jahrhunderts gefallen waren, über die Grenzen dieser seiner neuen Vater- tadt hinaus und baute ein ganzes System von Sägewerken in Karelien und anderen leiten des Landes aus. Unter seinen Nachfolgern galt die Firma bald als bahnbrechend auf diesem Gebiet und trug wesentlich dazu bei, Wiborg seinen bedeutenden Platz im wirtschaftlichen Leben Finnlands u sichern und damit den wirtschaftlichen Grund ür die kulturelle Wiedereroberung Ostfinnlands zu legen. Als sich besonders um die Jahrhundertwende das kulturelle Leden dieser einst etwas vergessenen Stadt ju hoher Blüte entwickelte, hatte daran auch das reutsche Element, das sich harmonisch in die Bürgerschaft der Stadt eingegUedert hatte, noch seinen ruchtbaren Anteil. Wenn fast zwei Jahrzehnte päter die Schläge der deutschen Armeen gegen das damalige Zarenreich und bald darauf auch die unmittelbare deutsche Waffenhilfe gegen die bolsche- wistifche Schreckensherrschaft dazu beitrug, Finn, land freizumachen, so bedeutete dies eine logische Fortsetzung der alten engen deutsch-finnischen Verknüpfung, wie sie gerade in einer Stadt wie Wiborg ihren so sinnfälligen Ausdruck gefunden batte. Und es liegt auf der gleichen historischen Linie, wenn heute das neue Deutschland dazu mithalf, diese Stadt, die vorübergehend gegenüber dem roten Anturm hatte auf gegeben werden müssen, wieder mit lern Mutterland Finnland zu vereinigen. Das im Moskauer.Frieden" verlorene Gebiet zurückerobert. Berlin, 31. Aug. (DRB.) Rordoftwärts des Ladogasees haben die finnischen Truppen an allen Stellen die frühere finnisch-sowjetische Grenze erreicht und teilweise schon überschritten. In oftmals schweren Kämpfen haben die finnischen Truppen damit das ganze Gebiet wieder erobert, das sie im Moskauer „Frieden" von 1940 an die Sowjets hatten ablreten müssen. Das Ritterkreuz fürFeldmarschattMannerheim DNB. Aus dem Führerhauptauartier, 30. Äug. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat aus Anlaß der E i n n a h m e von Vn i p u r i an den Oberbefehlshaber der fin- nischen Wehrmacht, Feldmarschall Manner h e i m, folgendes Telegramm gerichtet: „Der Befre-iungs- kampf Finnlands hat heute in der Einnahme von Viipuri eine Krönung gefunden. Mit mir nimmt das deutsche Volk, insbesondere die deutsche Wehr- macht, voller Bewunderung für die Tapferkeit Ihrer Soldaten, an der stolzen Freude des finnischen Volkes teil. Als äußerliches Zeichen für die Verbunden- heit der deutschen lind der finnischen Wehrmacht im gemeinsamen Schicksalskampf und in Würdigung Ihrer und Ihrer Trupven Tapferkeit verleihe ich Ihnen namens des deutschen Volkes mit beu Spangen zum E.K. I und II von 1914 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Gez. Adolf Hitler." Gleichzeitig hat der Führer an den Präsidenten der Republik F i n.n l a n d , Risto R y t i, folgendes Telegramm gerichtet: „Eurer Exzellenz spreche ich zur Einnahme der Stadt Viipuri durch die -finnischen Truppen meine und des ganzen deutschen Volkes herzlichsten Glückwünsche aus. Dieser große Erfolg ist ein bedeutsamer Markstein auf dem Wege zur vollständigen Befreiung Finnlands vom Feind und zum endgültigen Sieg über den völkervernichtenden Bolschewismus. Gez. .Adolf tytler." Tage des europäischen Giegeswillens. Von Hcllmnl Sündermann, Stabsleiter des Reichspressechefs. Stets sind die Stunden und Tage denkwürdig, an denen der Führer und der Duce sich treffen, um gemeinsam die Probleme des Kampfes au erörtern, der um die Zukunft Europas lind das Schicksal der jungen Völker seit langen Jahren politisch und feit 1939 auch militärisch entbrannt ist. Schon erscheinen uns viele dieser Zusammen» fünfte im Nimbus historischer Erinnerung. Ob es das erste Treffen der beiden großen Führer ihrer Völker in Venedig, ob es die stolzen Festtage der Achsenfreundschast während des Duce-Besuches im Reich und der Führerfahrt nach Rom gewesen sind, die wiederholten Treffen in München, am Brenner, auf dem Obersalzderg oder in Florenz — jedes der Ereignisse haftet nicht nur in der Erinnerung derer, die es als Zeuge miterlebten, sondern hat auch seinen Platz in der politischen Geschichte unserer Zeit. Als besonders markantes und hervorragendes Ereignis aber wird den Völkern das in diesen Tagen abgeschlossene erste Treffen der beiden gro» ßen Männer nach Ausbruch des europäischen Kampfes gegen den Bolschewismus in Erinnerung bleiben. Fern vom Jubel der Massendemonstrationen, ohne die Feierlichkeit offizieller Empfänge und un- belastet von der Veranstaltungsfülle amtlicher Staatsbesuche stand diese Zusammenkunft allein im Zeicheü des großkn Ringens, das heute alle europäischen Völker eint. Der kleine Bahnhof einer Nebenbahn war Zeuge dieses Wiedersehens des Duce mit dem Führer nach dem Ausbruch des großen Kampfes im Osten, und die nüchterne Atmosphäre des Hauptquartiers war der äußere Rahmen der Besprechungen, Über Der Duce-Besuch an der Gowjetsront (Scherl-Bl krieg von 1939/40 mit als der Bevölkerung die Stadt Acht Britenflugzeuge beim Einflug in das Reichsgebiet abgeschoffen. Berlin, 1. Sept. (DRB. Funtspruch.) Britische Flugzeuge warfen in der Rachl zum 1.9. in West - und Süddeutfchland eine Anzahl Bomben. Der angerichtete Schaden ist unbedeutend. Rachtjäger schossen a ch t der angreisenden Flugzeuge ab. Einige der über die Ostsee einfliegenden Feindflugzeuge versuchlen Berlin anzugreifen, drehten aber bereits vor Erreichen des äußeren Sperrgürtels der Reichshauptstadt ab. Hnfor (Rifh »»int Führer mit dem Duce im Führe,Hauptquartier. Hinter ihnen der Ches des WÄLLiwto nischen Wehrmacht, Armeegeneral C a v a l l e r o. Ganz links. Oberst Sch mu n v t. 1 (Presse-Hof smann-M.) sowjetische und der britische Nachrichtendienst behauptet hatten, er sei gefallen — erstattete der Kommandeur des italienischen Expeditionskorps dem Duce Meldung über den bisherigen Einsatz der ihm unterstellten Divisionen. Mit erhobener Rechten grüßte der Duce seine Soldaten, die nun zum Kampf abrücken, und fuhr gemeinsam mit dem Führer die Front der Division ab. Am Abend dieses Tages verabschiedeten sich der Führer und der Duce nach einer letzten abschließenden Besprechung auf .das herzlichste nach vier Tagen gemeinsamen Erlebens und gemeipsamer Arbeit, die im Zeichen des Aufbaus eines neuen Europa stand. Oer Duce an den Führer. R o m, 30. August: (DNB.) Der Duce hat dem Führer folgendes Telegramm übermittelt: „Führer! Die ereignisreichen Tage, die wir zusammen in Ihrem Hauptquartier verbracht haben, und die Besuche bei unseren im Kampfe gegen den Bolschewik MUS stehenden Truppen werden, wie ich Ihnen sagte, in meinem Geiste eine unauslöschliche Erinnerung bleiben. Was die Sowjetunion anbelangt, so habe ich f^stgestellt, daß sich unwiderleglich die geschichtliche Tragweite unserer Revolutionen offenbart, die die europäische Zivilisation vor der tödlichen bolschewistischen Gefahr gerettet haben. Ich kehre nach Italien zurück mit dem unauslöschlichen Eindruck von den unternommenen großen Werk und mit der mehr denn je absoluten Gewißheit seiner siegreichen Beendigung. Nehmen Sie meinen lebhaftesten Dank für die mir von Ihnen inmitten der tapferen, unermüdlichen deutschen Streitkräfte gebotene herzliche Gastfreundschaft entgegen, und empfangen Sie meine herzlichen kameradschaftlichen Grüße. Gez. Mussolini." graben ... Wiborg ist gestorben; der Scheiterhaufen «noch lange durch die Februarnacht und sen- rghohe Flammen gegen den südöstlichen Himmel, von wo aus früher schon so viele Mal Feuerbrände gegen seine Mauern geschleudert wurden." So schilderte einer, der im fin n i s ch" sowie t i s ch e n Wirnterkrieg von 1939/40 mit als einer der letzten von der Bevölkerung die Stadt verlieh, seine Eindrücke beim Abschied von feiner Vaterstadt, den er damals als einen Abschied für immer ansehen mußte. Es ist anders gekommen. Schneller, als auch die hoffnungsfreudigsten Finnen ahnen konnten, i Wiborg oder Viipuri, wie die Stadt auf finnisch heißt, in die alte Heimat zurückgekehrt. Damit hat Finnland seinen bedeutendsten östlichen Hafen, übrigens einen der wichtigsten Holzumschlagplätze des Ostens, wiedererhälten. Mannigfache Schicksale hat dieser Ort, der um das wehrhaft-stattliche Schloß herumgebaut worden ist, im Laufe seiner Geschichte erlebt. Es war auch nicht das erstemal, daß er damals, kurz vor dem Abschluß des Winterkrieges, an allen Ecken brannte; lag er doch als eines der östlichsten Bollwerke zum Schutze vor der Dampfwalze des Riefenreiches, gegen die das finnische Volk unzählige Male während der letzten Jahrhunderte um seine Existenz kämpfen mußte, an der Grenze. Auch eine nicht unbedeutende, deutsche Geschichte — wenn man es so nennen darf, — hat die Stadt Wiborg gehabt. Einstmals gehörte sie zum mächtigen Stadtebund der Hanse und besaß eine starke deutsche Bürgerschaft, die zeitweise das gesamte öffentliche Leben der Stadt beherrschte. Noch in der Mitte des 17. Jahrhunderts war die Burger- schäft Wiborgs fast ganz deutsch, da das Finnentum damals noch kaum eine Rolle in den Städten spielte und die Schweden zum Teil sogar emge- oeutscht waren. Zu jener Zeit waren dort Namen wie Weckrooth, Jaenisch, Laube, und wie sie sonst alle hießen, maßgebend, es gab deutsche Schulen, deutsche Vereine und Zünfte, und auch die erste Zeitung der Stadt hat in deutscher Sprache ihren Weg begonnen. _ r Auch als der deutsche Einfluß in diesem Umfang längst verschwunden und ein großer Teil der deutschen Familien im Schweden- und Finnentum aufgegangen waren, wurde noch durch einen Deutschen das damals größte Handels- und Industrieunternehmen des Landes aufgebaut. Es handelt sich um die ursprünglich recht kleine Holzfirma Hack- mann, deren 150jährige Geschichte einer der bedeutendsten jüngeren Dichter des schwedischen Finnlands, Oernulf Tigerstedt, in einer kürzlich er- schienenen Monographie geschildert hat- Der Deutsche Hackmann ging, als die wirtschasUlchen Berlin, 30. Aug. Zur Zusammenkunft Hitler- Mussolini schreibt ein Sonderkorrespondent des Deut- chen Dienstes aus dem Führerhauptquartier: Vier Tage währte das Beisammensein des Duce mit dem Führer: Es waren Tage, die ebenso ehr im Zeichen der kameradschaftlichen Aussprache der beiden Staatsmänner unter vier Augen standen wie auch mehreren Einzel- unb Gesamtbesprechungen mit ihren militärischen und politischen Mitarbeitern dienten. Dazwischen lagen stundenlange Flüge ober Fahrten mit Eisenbahn und Kraftwagen. Die Ueberroinbung ber weiten Räume des Ostens stellte ber Organisation ber Reise auf beiden Seiten - nicht geringe Aufgaben. Ein genau burchbachter militärischer unb politischer Nachrichtenapparat sorgte bafür, baß ber Führer unb ber Duce währenb ber ausgebehnten Fahrten stets unmittelbar über jebes wichtige Ereignis unterrichtet würben. Ein genaues Arbeitsprogramm regelte den Ablauf dieser denkwürdigen Tage. Unmittelbar nach ber Ankunft hatten ber Führer und ber Duce eine e r ft e Besprechung, an die sich ein militärischer Lagevortrag burch ben Chef des Oberkommandos ber Wehrmacht, (Seneral- felbmarschall Keitel, anschloß. An bem barauf- folgenben Mittagsempfang, ber einzigen offiziellen Veranstaltung währenb des ganzen Besuches — an ben übrigen Tagen würbe an ber Feldküche gegessen — nahmen außer bem Führer unb dem Duce von italienischer Seite Botschafter A l - fiert, General Cavallero, Kabinettschef A n- j u s o , die Generale M a r r a s unb ®anbin, ber Chef des Protokolls, Gesandter C e l e s i a und ber Privatsekretär bes Duce, Präfekt Cesare, von deutscher Seite Reichsminister v. Ribbentrop, Generalfelbmarschall Keitel, die Reichsleiter Dr. Dietrich unb Bormann, Botschafter v. Mackensen, bie Generale Jobl, B o - ben schätz und v. R inte len sowie die Abju- tanten bes Führers, Gruppenführer Schaub unb Oberst Schmibt, teil. Oie Gowjettruppen 160 Kilometer vor Teheran. Teheran, 31. Aug. (DNB.) In den Abenb- stunden bes Samstags gingen in Teheran bie eng- lisch-sowjetischeä Waffenstillstanbsbedingungen ein, worüber jetzt laut Kommunique ber iranischen Regierung mit den Vertretern Englands und ber Sowjetunion verhandelt wird. Gutunterrichtete Kreise wollen wissen, daß die Sowjettruppen etwa 160 Kilometer nordwestlich von Teheran stehen. Wie aus Regierungskreisen mitgeteilt roirt), befindet sich ber Schah nach wie vor in seiner Sommerresidenz Saadaliad In dem Teheraner Bergvorort. Auch der Kronprinz residiert in seiner Sommerresidenz. Wie bekannt wird, haben die Sowjets bei ihrem Einmarsch in T ä b • r i s. 22 Personen hingerichtet. Sie behauteien dabei, die Gemordeten seien „Feinde der Sowjetunion" gewesen. Am Nachmittag stattete der Duce in Begleitung des Führer- dem Hauptquartier des Oberbefehlshabers des Heeres, Generalfelbmarschall v. B r a u- chitsch, einen Besuch ab, wo ber Duce einen ausführlichen Ueberblirf über bie Arbeit des deutschen Oberkommandos und bes Generalstabes bes Heeres erhielt. . Der Abenb war einer Bespreck>ung un kleinen Kreise im Arbeitsraum des Führers Vorbehalten. Zur gleichen Zeit waren die übrigen Herren ber Begleitung des Duce, bie an der Reise teilnehmenden höheren Offiziere ber italienischen Wehrmacht, die Vertreter des italienischen Auswärtigen Ämtes und ber italienischen Botschaft in Berlin mit ben Angehörigen bes Führerhauptquartiers zu einem kameradsci-aftlichen Abenb vereint. Der zweite Tag galt einem gemeinsame n Flug des Führers unb des Duce mit ihren militärischen Stäben zu einem besonders mar. kanten und hart umstritten en Punkt ber Kämpfe im Osten, wo nach einem Vortrag über bie Eroberung dieser Festung durch den dortigen Armeebefehlshaber eine Besichtigung des Geländes uorgenom- men wurde. Nach einem Feldküchen essen auf dem Flugplatz wurde der Rückflug in das Führerhaupt- quartier angetreten, wobei der Duce als passionierter Flieger zumeist in der Pilotenkanzel beim ständigen Flugkapitän des Führers, ^-Oberführer Baur, weilte. Ein Besuch im Hauptquartier des Reichsmarsck)alls und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Hermänn Göring, gab sodann dem Duce und seinem militärischen Stab Einblick in den Führungsapparat der deutschen Luftwaffe, die an den Erfolgen der deutschen Wehrmacht im Osten so hervorragenden Anteil hat. Am vierten Tag begaben sich der Führer und der Duce im Flugzeug zur Besichtigung einer italienischen Division in bas Operationsgebiet ber S ü b f r o n t. Nach einem einführenden Lehrvortrag durch Generalfelbmarschall v o n !R u n b« ftebt, von bem gerabe in ber Nacht vorher ber die dar amtliche KommuniquL fo bedeutsame Mitteilungen macht. Das Programm des Besuches war ganz darauf abgeftellt, ein völlia zwangloses, vertrautes Bei- Gammensein des Führers mit dem Duce ebenso wie der führenden Persönlichkeiten der beckerseitigen militärischen und politischen Begleitung herbsizufüh- ren. Das kriegsmäßige Quartier, das mehrmalige aemeinsame Feldküchenessen und ähnliche besondere Umstände dieser Zusammenkunft brachten von der ersten Stunde an den eng st en persönlichen Kontakt mit sich, der eine besondere Erinnerung gerade an diese Tage des Zusammenseins geworden ist. Auch die Romantik kam zu Worte, als sich am Abend des ersten Tages zu einem kameradschaftlichen Zusammensein der italienischen Gäste mit den Angehörigen des Führerhauptquartiers, im Biwak auf einer Waldwiese Gelegenheit fand. Seine besondere Note erhielt der Besuch des Duce durch die großen Frontfahrten, die ihm einen unmittelbaren Eindruck von dem Kampf im Osten vermittelten. Die Weite der Räume, die hier von unseren Truppen erobert wurden, wird deutlich, wenn man bedenkt, daß es etwa 3000 Kilometer waren, die der Führer und der Duce bei diesen Fahrten mit Eisenbahn, Flugzeug und Kraftwagen zurückgelegt haben. Der erste der Flüge führte zur Stätte eines entscheidenden Einzelkampfes, in dessen Verlauf eine wichtige Festung bezwungen wurde. Ein weiterer Frontflug führte tief hinein in altsowjetisches Gebiet und vermittelte, dem Duce einen erschütternden Einblick in das namenlose Massenelend, das der Bolschewismus auch über die Bevölkerung reichster und fruchtbarster Landstriche gebracht hat. Mit ganz besonderer Aufmerksamkeit nahm der Duce diese Eindrücke eines Landes auf, dessen verbrecherisches Regime er seit mehr als zwei Jahrzehnten klar durchschaut und unerbittlich bekämpft hat. Als erster europäischer Staatsmann hat der Duce schon im Jahre 1922 in Italien die Giftsaat der bolschewistischen Völkerverhetzung rücksichtslos ausgetreten. Die Erinnerung daran macht diesen Ducebesuch im Lande des Bolschewismus besonders eindrucksvoll? Gerade in Gedanken an diesen seinen Kampf mag für den Duce die Stunde besonders unver- aeßlich gewesen sein, als er tief im Herzen der Ukraine eine der italienischen Divisionen, die hier fern der Heimat gegen den gemeinsamen bolschewistischen Feind in den Kampf ziehen, begrüßen konnte. Es war freilich eine auch für die schweren geländegängigen Kraftwagen abenteuerliche Fahrt über grundlose Sowjetstraßen" bis zu der Stelle, an der die italienische Division auf ihrem Vormarsch kurz angehalten wurde, um den Besuch ihres Duce zu erwarten. Die Freude und Begeisterung war ebenso groß wie die lieber raschung, als hier mitten in Feindesland an den aufgestellten Einheiten die beiden Männer langsam vorübersuhren, die für sich in Anspruch nehmen können, der Menschheit die Augen geöffnet zu haben über ein System, das sich jetzt in seiner ganzen Verworfenheit und Brutalität vor den Augen der Soldaten Europas ausbreitet. Wie eindrucksvoll waren auch die stundenlangen Flüge, die über Die Schlachtfeld er der letzten zwei Monate führten und die Größe der Entscheidungen deuttich machten, die hier für Europa gefallen sind! Manche Spuren harter Kämpfe, manche zerschossenen Sowjetpanzer und zusammengekrachten Sowjetjäger konnten vom Flugzeug aus beobachtet werden. Und die Ruinen niedergebrannter Städte und Dörfer erinnerten an das Schicksal, das die Länder Europas getroffen haben würde, wären unsere Soldaten nicht dem sowjetischen lieb erfüll zuvorgekommen, hätten sie nicht die zum Angriff angetretenen Armeen zusammengeschlagen und in die Ferne des Ostens gejagt. Vorträge hoher deutscher Generale erläuterten auf den Zwischenstationen der Flüge diese großen Operationen des Feldzuges, Schilderungen tapferer Offiziere ließen an Ort und Stelle kühne Einzeltaten lebendig werden, auf allen Fahrten aber begleiteten uns die begeisterten Kundgebungen der Soldaten und die freundlichen Grüße einer Bevölkerung, der das Glück über die endliche Befreiung vom zwanzigjährigen Terror aus den Augen strahlte. Dieser Jubel der Soldaten, die Zeichen spontaner Freude befreiter Völkerschaften ebenso wie die gewohnte Atmosphäre der Vertrautheit sind die äußeren Momente dieses Besuches gewesen — schon dadurch praktisch unterschieden von den Umständen, unter denen sich in fernen finsteren 21fläntif buchten jene Politiker zusammenschleichen, die ein bolschewistisches Europa lieber sehen als die Befreiung dieses Kontinentes von ihrer plutokratischen Diktatur. Die Helle Sonne des späten Nachmittags, in der der Führer am vierten Tage nach der Rückkehr von einem langen Fluge sich vorn Duce verabschiedete, schien uns demgegenüber ein rechtes Symbol der Welt zu sein, für die wir kämpfen: klar die Ziele, klar die Gedanken, weichin sichtbar die großen Männer, die entschlossen den Weg zum Siege beschreiten, und strahlend die Zukunft, die sie ihren und den Völkern Europas nach dem Siege über die Mächte der Zerstörung eröffnen werden! Die Kampfe um Viipuri. Berlin, 31.August. (DNB.) Finnischen Truppen war es im schnellen Vordringen in nordöstlicher Richtung bereits am 23. August gelungen, d i e Straße Vii p u r i — R a u tu zu überschreiten. Gegen überaus heftigen sowjetischen Widerstand wurde am 25. August die Einschließung der karelischen Hauptstadt durch die finnischen Truppen vollendet. Am gleichen Tage setzten finnische Stoß- trupps mit Motorbooten im Gebiet südwestlich von Viipuri auf das jenseitige Ufer der Viipuribucht über und besetzten die Halbinsel Lihanieve. Am 26. August wurde der Ring um Viipuri so weit verengt, daß die aus der Stadt herausführenden drei Eisenbahnlinien nach Petersburg und Kiven- napu unterbrochen wurden. In zahlreichen, mit äußerster Zähigkeit vorgetragenen Gegenangriffen versuchten die in Viipuri eingeschlossenen Sowjetver- bände immer wieder, den Ring der finnischen Truppen zu durchbrechen. Alle Angriffe brachen unter schweren Verlusten für die Bolschewisten zusammen. Am 28. Arlgust setzten sich die auf der Halbinsel Lihanieve gelandeten finnischen Truppen in den Besitz der von Viipuri nach Süden an der Küste entlangführenden Straße und nahmen Koislathi, und Alasommee. Die an den Orten vorbei nach Süden führende Eisenbahnlinie wurde in einer Breite von acht Kilometern besetzt. Aus diesem Raume heraus wurde der Angriff nach Norden gegen Haoi vorgetragen. Bereits am 28. August war der Nordrand des Sees nordwestlich Haeykki von den Finnen erreicht. Damit war den Bolschewisten die letzte Ausweichmöglichkeit aus der engen finnischen Umklammerung genommen. Noch in den Abendstunden des 28. August erreichten finnische Stoßtrupps die ersten Häuser von Viipuri. Am 29. August drangen die finnischen Trupen weiter in Viipuri ein und nahmen in zähen Häuser- und Straßenkämpfen den Nordwestteil von Viipuri. In schweren und blutigen Gefechten wurde von hier aus Stadttell auf Stadtteil erobert und von den Bolschewisten gesäubert. Am Nachmittag des 30. August war Kareliens Hauptstadt fest in finnischer Hand. Welche Bedeutung die Sowjets der Verteidigung von Viipuri zu- gemessen haben, geht schon daraus hervor, daß auf diesen kleinen Raum drei sowjetische Divisionen eingesetzt waren. Die Masse der drei Divisionen wurde vernichtet. Der Schlag gegen sowjetische Seeßreitkräste. Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag. DNB. Aus dem Führerhauptquarller, 30. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, hat die deutsche Kriegsmarine und Luftwaffe den sowjetischen Seeftreitkraften und Transportflolten imAinnifchenWeerbufen schwerste Verluste zugefügt. Bei Versuchen, ausReval auszubrechen und andere Hafen zu erreichen, sind durch 211 i- nenoperationen der Kriegsmarine zwei Zerstörer, neun Minensuchboote und drei Vorposlen- bcol der Sowjetmarine gesunken. Zwei weitere Zerstörer und ein Minensuchboot wurden durch Minentreffer schwer beschädigt. Kampfflugzeuge versenkten in hartnäckigen Angriffen einen sowjetischen Kreuzer sowie zwei Zerstörer und beschädigten durch Bombentreffer drei weitere Zerstörer sowie einen Hilfskreuzer. Die Transportflotlen, die der Feind für den Abtransport von Truppen und Kriegsgerät aus Reval eingesetzt hatte, gerieten unter dem Geleit von Kriegsschiffen mitten in die deutschen Minensperren. Bisher sind 21 Transportschiffe mit zusammen 48 200 VRT. gesunken. Acht Transporter wurden durch Minentreffer schwer beschädigt. Kampfflugzeuge vernichteten 22 Handelsschiffe, vorwiegend Truppentransporter, mit zusammen 74 000 VRT. und trafen 39 Schiffe so schwer, daß mit dem Verlust eines großen Teiles auch dieser Schiffe gerechnet werden kann. 3m Seegebiet um England erzielte die Luftwaffe bei Tage Volltreffer auf einem Tanker südlich Irland und beschädigte ein großes Handelsschiff bei den Farörinseln. 3n der vergangenen Rächt erhielt ein Frachter ostwärts Tynemouth einen Bombentreffer schweren Kalibers. Kampfflugzeuge bom- SEE REVAL 'Hapsai Mats uw .PERNAU Fitsam Karral Bojen Hainasth, Kegel A Raupe! (HELSINKI Ailenküll O SO 40 ■■ KM K Risrna Mt-O bardierten militärische Anlagen an der britischen Ost- küste und griffen verschiedene englische Flugplätze erfolgreich an. An der Sa n a l k ü st e verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tage 17 Flugzeuge, davon 13 in Luflkärnpfen, zwei durch Flakartillerie und zwei durch Minensuchboote und Marineartillerie. Britische Flugzeuge griffen in der letzten Rächt mit geringer Wirkung das R h e i n - M a i n - G e b i e t an. Flakartillerie schoß drei feindliche Bomber ab. Jtyie Erfolge an allen Abschnitten. Berlin, 31.2Iug. (DNB.) Jrn nördliche» Frontabschnitt nahm ein deutscher Stoßtrupp in kühnem Handstreich ein wichtige Brücke. Drei sowjetische Flakgeschütze wurden nach kurzem Kampfe unbeschädigt erbeutet. Eine deutsche Flakbatterie vernichtete drei sowjetische Kanonenboote, ein Schnellboot, einen größeren und einen kleine« ren sowjetischen Dampfer. Ein weiteres sowjetisches Kanonenboot wurde durch Volltreffer schwer beschädigt. linier dem Einsatz von Panzerkampfwagen versuchten die Bolschewisten im mittleren Frontabschnitt die Stellungen einer deutschen Infanterie-Division anzugreifen. Die Infanterie wehrte den Angriff ab und ging zum Gegenangriff über. Insgesamt wurden 30 owjettsche Panzerkampfwagen vernichtet Die bol chewistifche Infanterie erlitt schwere blutige Verluste. An einer anderen Stelle des gleichen Kampfabschnittes wurden nach heftigen Kämpfen 2170 Gefangene gemacht, sieben sowjetische Geschütze und große Mengen von Infanteriewaffen und Munition erbeutet. Im Raume südlich Kiew unternahmen die Sowjets am 30. 8. erneut einen erfolglosen Versuch, auf das e ft u f er des Dnjepr überzu- jetzen. Es gelang den Bolschewisten jedoch nicht, das Westufer zu erreichen, deutsche Infanteristen nahmen die sowjetischen Boote auf dem Fluß er« folgreich unter Feuer und versenkten zahlreiche vollbesetzt.' Schiffe. Ein Teil der Sowjetsoldaten konnte sich schwimmend retten, die Masse der sowjetischen Stoßtrupps ist i m D n j e p r ertrunken. Die Boote, die dem vernichtenden Feuer der deutschen MG s und Infanteriewaffen entkommen konnten, zogen sich eiligst auf das Ostufer zurück. Westlich Saporoshje unternahm am 30. August ein sowjetischer Stoßtrupp einen E r- kundungsvorstoß auf eine von deutschen Truppen besetzte Dnjepr-Jnsel. Die deutsche Insel« besatzung ließ die Bolschewisten auf der Insel landen. In überraschendem Vorstoß überwältigten die deutschen Soldaten den sowjetischen Spähtrupp nach kurzem Nahkampf und nahmen ihn gefangen. Die Luftwaffe griff wieder Eisenbahnlinien und Feldbefestigungen ostwärts des Dnjepr an. Sie brachte mehrere Güterzüge zum Entgleisen. Die Eisenbahnlinie Ko notop — Brjansk — Kursk — Drei wurde an vielen Stellen unterbrochen. Die Konoe-Botschast an Roosevelt. Tokio, 31. Aug. (DNB.) Gesandter W a l a f u g von der japanischen Botschaft in Washington ckraf in Aokohama ein und hatte sofort eine Aussprache mit Außenminister Toyoda und Vizeaußenminister A m a u über die Lage. Gleichzeitig meldet Domei, daß Ministerpräsident K o n o e und Außenminister Toyoda den Geheimen Staatsrat über die Ko- noe-Botschaft an Roosevelt unterrichten würden. „Es kann noch nicht gesagt werden, wie sich die nordamerikanisch-japanischen Beziehungen nach der Botschaft Konoes an Roosevelt gestalten Werben", erklärte der Abteilungschef im Informationsbüro, Kifhi, in einem Rundfunkvortrag. Kifhi wies die Unterstellungen zurück, daß die friedliche Verständigung Japans mit Jndochina irgendwelche Bedrohungen fremder Interessen darstelle. Churchill unterstelle Japans Südpolittk Angriffsabsichten auf englische und novdamerikanische Interessen. Gleichzeitig erklärte er aber auch, daß er auf den erfolgreichen Abschluß der Verhandlungen Japans mit den U§A. hoffe. England solle aber wissen, daß es nur zu seinem Nachteil sein könne, wenn es sich in diesem Zusammenhänge Japan zum Feinde mache. Oie USA.-Oeiegation für Moskau. Washington, 30. Aug. (Europapreß.) Auf der Pressekonferenz lehnte Präsident Roosevelt jede Aeußerung über seine Unterredung mit dem japanischen Botschafter Nomura ab. Er erklärte. Das Kind von Öland. Bon Waldemar Augustiny. Um Mittag hatte Timm den Rückweg von seines Vaters Hallig zur Insel Oland angetreten, den Weg, den er viele hundert Male gemacht hatte und der ungefährlich mar, so lange nur das Licht blieb. Und der Mittag war so Hel! gewesen, wie ein Wintertag um die zwölfte Stunde sein kann: die Sonne hing buttergelb über dem Horizont, und das weiche Blau des Himmels wurde nicht vom Hauch einer Wolke getrübt. Timm und der Vater kannten sich aus mit dem Wetter, und keiner von ihnen hatte für möglich gehalten, daß Nebel kommen würde. Der Vater war noch bis über das grüne Vorland der Hallig mitgegangen; er stand, von seinen Schafen umdrängt, an der Uferkante und rief seinem Sohn durch die hohle Hand nach, auf die Korallenkette achtzugeben, die ein Geschenk für Meta, Timms Frau, war. Dies war die einzige Sorge des Alten, der Junge könnte in die Tasche greifen und mit der Kette spielen; denn Timm trug auf der Brust, im Winkel seines Arms, Heino, seinen Sohn. Außerdem trug er einen Rucksack mit Geschenken; Heino, der kleine, hatte Geburtstag. Anfangs hatte Timm rüftig Schritt vor Schritt getan auf dem feuchten Sandboden, der sich unabsehbar weit erstreckte und auf dem die Inseln, kleine grüne Erdhügel wie fruchtbare, wohnliche Oasen lagen. Die Zeit der hohlen Ebbe war freilich vorbei, aber noch brandete draußen an fernen Bänken die See, und es würde Stunden dauern, bis die weite Sandfläche überspült und die grünen Erdhügel wieder richtige Inseln mitten in grauen, schwer rollenden Wellen sein würden. Um Diese Zeit aber würde Timm lange schon zu Hause und in der warmen Stube sein, denn der Weg nach Oland dauerte nicht viel länger als eine Stunde. Timm war ja so froh gewesen, als er losmarschierte. Die Stille ringsumher, die nur vom Seufzen der Watten, der Schrei einer Möve und dem Gurren und Jauchzen Heinos unterbrochen wurde, die gewaltige, donnerähnliche Stille über den weiten Watten, die et alltags nicht weiter wahrnahm, heutss hörte er sie; sie verkündete der Welt, daß Sonntag war. Und Heino? Er griff nach seines Vaters Nase, er spielte mit dem Kaspar Verstecken, denn der Kaspar, der aus dem Rucksack heraussah, schlug ab und an den Koos zurück und meinte, jetzt könne Heino ihn nicht sehen; darüber jauchzte Heino, daß es klang wie das erste Aufjubeln einer Lerche. So fünften sie, der Vater mit dem Sohn auf dem Arm dahin, ein winziger Punkt im endlosen Graubraun, der Sandflächen, wohlgemut beide, und jetzt hob sich die Bockmühle von Oland, ein seiner Strich noch, aus dem Himmel; eine kleine halbe Stunde noch, und sie waren beide zu Hause. Plötzlich aber trübte sich die Sonne, blaß und kühl stand sie über dem Horizont, und ein Schauer wehte über das Watt. Timm hob die Nase und ward besorgt: Es würde doch nicht Nebel kommen? Und Heino wollte meinen, als der Schauer ihn anfaßte, als die Sonne gar kein liebes Gefickt mehr zeigte, und als der Kaspar seins frohen Farben verlor. Aber, patsch, das war ja noch Vaters Nase, und hier fand sich gleich ein anderes Spiel. An Vaters Hals hing am Bindfaden eine Uhr, eine merkwürdige Uhr, die nicht Tik-tak sagte und nur einen Zeiger hatte, der aufgeregt wie ein kleiner Fisch zitterte; er fingerte so lange an der Uhr herum, bis sie seiner Hand entfiel. Da neigte er feinen Kopf ein bißchen gegen Vaters Arm, und die Augen fielen ihm zu. Tmm indes beobachtete den südwestlichen Himmel. Da wölkte und quirlte es grau herauf, unheimlich rasch war der ganze Himmel iw kaltes Grau getaucht; freilich, freilich, noch war Oland zu sehen als ein feiner grauer Strich. Timm ging rasch, er lief, so beschwerlich das war mit dem Pack auf dem Rücken und dem Jungen im Arm; er lief mit dem Nebel um die Wette. Dann aber kam der Augenblick, wo die Inseln alle von grauer Hand ^ortgewischt waren und die Welt sich auf ein paar schritte in die Länge und Breite verengt hatte und nur noch zwei atmende Menschen mit warmem Blut auf der Welt waren, Heino und er; Jetzt mußte er nach dem Kompaß wandern. Er griff nach seiner Brust — aber der Kompaß, lieber Gott, er hatte doch am Bindfaden an seinem Hals gehangen. — „Heino, wo ist Oer Kompaß?" Der kleine Junge weinte, als in der lautlosen Stille die Stimme des Vaters aufschrie, aber Timm kümmerte sich nicht um das Weinen, er setzte das Kind einen Augenblick nieder, suchte in den Taschen — die Korallenkette war da, aber der Kompaß ... Jetzt wußte er, daß er verloren war. Kein Mensch, der ohne Kompaß vom Nebel überrascht war, hatte je heimgefunden. Timm fühlte Frost über seine Hallt rinnen, er fühlte eine feuchte, eiskalte Hand nach seinem Herzen greifen. Dann bückte er sich, um das Kind aufzuheben, und nun mußte er lachen. Wie warm der Junge sich anfühlte, wie hell das Blondhaar sich aus der Fellmütze ringelte — nein, er war nicht verloren. Und siehe, das Kind lachte jetzt auch, denn eben hatte der Kaspar seinen Kopf nach vorn geklappt und wollte glauben, daß^Heino ihn nicht mehr sah. Timm machte eine vernünftige Ueberlegung. Ihn selber, den armen Halligbauern und P^rrensischer, würden die Mächte am Ende im Watt umkommen lassen, aber den Jungen, das süße Kind, würden sie wohlbehalten nach Hause geleiten. Und da er den Jungen trug, konnte es auch mit ihm nicht schlecht ausgehen — ober war das etwa falsch gedacht? Ueberhaupt war ja Sonntag — heute geschahen Wunder, wenn es je welche gegeben hatte. Er ging weiter und schaute oft zurück. Denn er wußte, daß, wer vom Nebel überrascht war, im Kreise ging; er paßte auf, daß seine Fußstapfen immer schön gerade Richtung hielten. Hier tauchte aus dem feuchten Grau Der Besenstrunk auf und kam näher, der Pfahl, der das Siel ankündete, gottlob, es war die gefährlichste Stelle. Aber jetzt schloß sich der Nebel so dicht, daß er kaum seine Füße sehen konnte, von den Fußspuren gar nicht zu reden. „Heino", rief Timm, „gut, daß ich dich lieb habe!" Aber das Kind hörte nicht mehr; wohlig lag es in Vaters Arm gekuschelt und schlief. Timm ging und giruh Färbte nicht der Abend schon den Nebel schwarz? Wie lange hätte er zu Hause fein müssen, und immer noch ging er, und immer die feuchte, kalte Wand um, ihn her. Jetzt tauchte ein dunkles Gespenst, der Besenstrunk vor ihm auf — also war auch er im Kreise gelaufen; alle, die der Nebel im Watt überraschte, waren im Kreis gelaufen, bis die Flut sie holte. Timm ging weiter. „Ich fytib dich ja im Arm", sagte er und beugte das Gesicht zu dem Kind herab, das in seinem Arm schlief, da sank ihm das eine Bein bis über den Stiefel in Wasser: der Priel! Er sprang zurück, machte eine Wendung, lief weiter, weiter ... Die Beine wurden ihm schwer, aber er sagte zu sich: Du trägst ja das Kind, um des Kindes willen mußt du aushalten, bis du angelangt bist. Weiter! Flache Wellen spülten um seine Füße, die Flut stieg, die Flut würde seine Hüften erreichen — jetzt sah er es grün auf sich zuschwonken, gedunsen das Gesicht, Tang und Muscheln im Haar, mit bleichen Händen das Haar raufend, Anna Bohle, die auch im Watt umgekommen war ... Timm lief wieder, als säße das Gespenst ihm auf den Fersen. Jetzt! Griff es nicht mit kalter Hand nach seinem Gesicht? Eine Stimme zischte chm ins Ohr: „Setz das Kind nieder, lauf! Rette dein Leben!" Timm entsetzte sich, daß so etwas gedacht werden konnte, dennoch — leichter würde er sich retten, wenn er allein war und wenn er seine Glieder frei gebrauchen konnte. Er riß das Kind hoch, das Kind aber, es patschte mit den Händen nach Vaters Wangen, es drückte sein Näschen nahe an seine Nase und lachte aus unschuldigen Augen. „Wenn einer von uns heil nach Hause kommt, so bist du es", sagte Timm und drückte den Kleinen an sich. Er wechselte den Arm, beide Arme waren steif und lahm geworden, denn das Kind, das süße, hatte sein Gewicht, aber gut, daß er es bei sich hatte. Er würde es heimbringen, und alle würden sich freuen, denn sie warteten auf das Kind, nicht nur Meta, auch Klaus und Nils,/ die Nachbarn und Oma Jette von der Mühle, sie warteten auf die süße Unschuld des Kindes. Schon rauschte das Wasser um seine Knie, aber er ging weiter, so matt er sich fühlte. Ich bringe dich nach Hause, dachte er immerzu. Er hörte bas Keuchen und Pfeifen seiner Bruft, die Augen, fühlte er, quollen ihm aus dem Kopf, aber er trug ja das Kind, und sie warteten alle, Junge und Alte auf dieses Kind. War nicht gesagt worden, daß die Unschuld des Kindes Die Welt erlösen sollte? Er 9mg, und Das Wasser rauschte ihm an den Beinen herauf, er ging mit feiner letzten Kraft, und endlich hörte er Musik. Das war doch die Orgel Der Kirche ZU Oland? Ja, Orgel und Geige, Posaunen und Trommel jubelten, und sie standen beisammen und warteten auf Das Kind. Die Tür springt auf, alle treten zurück. Er geht an den Menschen vorbei auf Den Tisch zu; ein Disch mit glänzenden Früchten steht im Kreis der Menschen Vorsichtig schiebt er das Kind auf Den Tisch, und dann weiß er nichts mehr, als daß jubelnde Stimmen, Geige und Posaune und Trommel wie Wellen über ihm zusam- menschlagen. Das Kind, das sah er nicht mehr, wurde von Händen ausgenommen, die gehörten Meta, seiner Frau. Denn Meta war in ihrer Angst, als Mann und Sohn immer noch nicht kommen wollten, zum Anleger gelaufen, hatte gerufen und die Hande gerungen und hörte endlich nach wie langer Zeit eine keuchende Stimme, Die sagte: „Das Kind, das Kind!" Und zugleich wurde ein Bündel auf die Brücke geschoben, darin lag, in Wolle gewickelt, Heino, der Junge. Da schrie Meta auf, und alle Männer auf Oland, Die getrommelt unD Trompete geblasen hat« ten, Dem Wattengänger die Richtung zu weisen, liefen herzu, sie tauchten in Der Flut mit Stangen und Forken, sie sprangen ms Wasser und holten endlich auch ihn, den Vater, Der bewußtlos zurück- gesunken war. Zwei Kameraden, Porrenfischer, wie er einer war, trugen Timm, Der stumm wie ein Toter und schwer wie ein Toter war, sie trugen ihn ins Haus. Meta brachte den Jungen. Als Meta den Jungen auswickelte, fiel der Kompaß aus Der Decke. „Gut, daß er Den Kompaß hatte", sagte sie. „Ohne Kompaß hatte es ihn geholt", sagten die Männer von Oland Aber Timm, aus seinem Schlaf erwachend, ffü* fierte: „Den hatte ich verloren. Aber ich hatte ja das Kind... Und hier, von meinem Vctte^ die Ko- rallenkette," . Kampf mit S2-Tonnen-Panzer LebhastesZntereffe am erstenAleffelag in Leipzig ig (tat* Haupt- Aus aller Wett I über- ier Ge genbrachte. Das stille Heldentum der Ausländsdeutschen in Polen, die Arroganz der leitenden Männer Polens und vor allem die bestialischen Grausamkeiten eines systematisch verhetzten Untermenschentums hinterließen einen tiefen Eindruck, der noch durch das Bewußtsein verstärkt wurde, daß es sich nicht etwa um einen Tendenzsilm, sondern um Wirklichkeit aus unseren Tagen handelt. So galt denn auch der lebhafte Beifall nicht nur den hervorragenden künstlerischen Leistungen von Paula Wessely, Peter Petersen, Attila Hörbiger und Gustav Ucicky, sondern in mindestens gleichem Maße den Polendeutschen und ihrer glühenden Vaterlandsliebe. Viel begehrt sind Tafelgeschirr und figürliches Porzellan. Auch Glas- und Steingutwaren erfreuen sich einer sehr guten Nachfrage. Das gleiche gilt für Galanteriewaren, vornehmlich Geschenk- artikel für Weihnachten. Bei Edelmetallen und Schmucksachen übersteigt die Nachfrage das Angebot. Die Auftrage können nur mit Vorbehalt angenommen werden. Lebhafter Verkehr herrscht auf der Textil- und Bekleidungsmesse. Besonders verlangt werden Strümpfe, Wollstoffe, Druck-, und Dekorationsstoffe, Trachtenkleidung, Strick- und Wirkwaren sowie Damen- und Herrenoberkleidung. Auf der Le- derwarenmesse erregten neue hochwertige Lederwaren für Bürobedarf und kostbare Werbegeschenke für den Friedensbedarf die Aufmerksamkeit. Die Rundfunkexportmu st erschau wurde durch Ministerialdirigent Bernd eröffnet, der auf die Bedeutung des Rundfunks im Kriege als Kampfmittel um die Meinungsbildung in der Welt und als Mittel der Verbindung zwischen Front und Helmat hinwies und feststellte, daß die Schau ein Beweis für die außerordentliche Leistungsfähigkeit der deutschen Rundfunkindustrie sei. Im Osten fiel als Oberleutnant ujib Kompanie- , chef in einem motorisierten Infanterieregiment der / Ministerialdirigent und Leiter der Abteilung für körperliche Erziehung der Jugend im Reichsministe- rium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, : Dr. Georg Us adel, M.d.R. »33 war er von . । Kultusminister Rust von seiner Stellung als Ge- : bietsführer Ostland der HI. als Referent für die : Reform des höheren Schulwesens in das Preußische > Kultusministerium berufen worden. R ü b e l, zu sechs Jahren Zuchthaus, acht Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Durch einen klaren Indizienbeweis fonnwii dem Angeklagten zehn strafbare Handlungen nachgewiesen werden, die zum größten Teil in Amtsunterschlagung, Urkundenfälschung, fortgesetztem Diebstahl, fortgesetzter schwerer Sachbeschädigung und unbefugter Titelführung bestanden. Bei der Urteilsfindung fiel erschwerend ins Gewicht, daß das Landesmuseum um unersetzliche Werte geschädigt wurde. Der Gesamtschaden betrug, abgesehen davon, daß viele Stücke nicht wieder herbeigeschafft werden konnten, rund 129 000 RM. Der Angeklagte hatte große Mengen von Büchern, Plastiken, Gemälden und anderen Kunstgegenständen beiseite gebracht. Die Beweggründe seines Handelns waren in dem ihm angeborenen Hang zum Stehlen und in seiner Oeldsucht zu suchen, die ihn zu seinem hochstaplerischen, luxuriösen Leben verhelfen sollten. Nach und nach hatte der Angeklagte gute Beziehungen zu verschiedenen Antiquaristen bekommen, denen er bald ein guter Lieferant wurde. Radierungen von Rembrandt und Kupferstiche von Dürer bevorzugte der unredliche Angeklagte besonders. Vom November 1936 bis zum Sommer 1939 hatte er darum viele dieser wertvollen Arbeiten in seine Wohnung gebracht, in der bei seiner Verhaftung noch zwölf Exemplare vorgefunden wurden. Alle anderen Abschluß des Schachturniers in Trentfchin-Teplitz. Im Internationalen Schachturnier in Trentfchin- Teplitz wurde die letzte Runde gespielt. Das größte Interesse wandte sich dem Spiel des bisher noch immer unbesiegten F o l t y s gegen Opocensky zu, das jedoch unentschieden endete. Auch das zweite Spiel Szilly gegen Milan war spannend, da Szilly um den zweiten Platz rang. Er konnte ihn besetzen, weil auch dieses Spiel mit einem Remis endete. Auch die übrigen Spiele endeten fast durchweg unentschieden. Den 1. Preis errang Foltys (Protektorat) mit 10 Punkten, den L Szilly. (Un« Eröffnung der 9. internationalen Filmschau. Venedig, 1. September. (DNB.-Frmkspruch.) Die 9. internationale Filmschau wurde am Sonntagabend in dem grüßten Lichtspielhaus San Marco mit dc§ Uraufführung des deutschen Spitzenfilms „Heimkehr" in Anwesenheit des italienischen MinDrrs für Volksbildung, Pasolini. eröffnet garn) mit 7 Punkten, den 3., 4. und 5. Preis teilten ich Rohacek (Slowakei), Potucek (Slowakei) und Fuester (Ungarn) mit je 6^ Punkten. Der 6. Preis iel Saernisch (Deutschland) mit 6 Punkten zu, dann folgte Opocensky (Protektorat) mit 5, Hucl (Slowakei) und Hrabar (Kroatien) mit 4VA, Ahues (Deutschland) mit 4, Milan (Slowakei) mit 3 und Dr. Mayer (Deutschland) mit 2A Punkten. Die Berliner Philharmoniker in Brüssel. Vor Angehörigen der deutschen Wehrmacht, deutschen Rotkreuzschwestern und Mitgliedern der deutschen Kolonie in Brüssel begannen die Berliner Philharmoniker im Rahmen der Truppenbetreuung mit einem Gastspiel, das in den nächsten Tagen in Paris mit vier Konzerten — davon zwei für die Oeffentlichkeit und zwei für Angehörige der Wehrmacht — fortgesetzt werden wird. Unter der temperamentvollen Leitung von Generalmusikdirektor Eugen Jochum gaben die Berliner Philharmoniker im großen Konzertsaal des Palastes der Schönen Künste in Brüssel mit einem Programm ernster und heiterer deutscher Musik erneut eine Probe ihres Könnens. • Weimar-Tage deutscher Dichter. An Stelle eines Dichterpreises, wie ihn eine Reihe größerer deutscher Städte alljährlich verleiht, hat die Stadt Weimar mehrere deutsche Dichter eingeladen, in aller Muße, abseits von großen Veranstaltungen, die sonst bei solchen Treffen üblich sind, Tage innerer Bereicherung und Sammlung zu erleben. Der Einladung zu den ersten Weimar-Tagen sind Friedrich Bischoff, Friedrich B od euren th, Robert Hohlbaum, Herbert von Koerner, Friedrich Schnack und Hermann Stahl gefolgt. Nach einer Kranzniederlegung in der Fürsterigruft und einem Empfang bei Reichsstatthalter Sauckel hatten die Dichter Gelegenheit, sich völlig zwanglos in die Kulturschätze Weimars zu vertiefen. Geführt wurden sie von Professor Dr. Wahl, Professor Dr. Scheidemantel, Professor Dr. h. c. Peter Raabe (Liszt-Museum), Professor Dr. Lilienfein und Major Oehler (Nietzsche-Archiv). Abgeschlossen wurden die ersten Weimartage deutscher Dichter, die alljährlich ftatt'finden sollen, mit einem Goethe-Gedenken am 28. August, dem Geburtstag des Dichters. Derkvolle Bücher sehr gefragt. Bei einer Hamburger Versteigerung erzielten Bücher: Erst- und Vorzugsausgaben, illustrierte Bücher, Mappen mit Entwürfen bekannter Künstler hohe Preise. Mit 1050 RM. wurden die Werke des großen Königs, illustriert von Menzel, zusammen 13 Bände, bezahlt, fast das Doppelte der Schätzung erreichte mit 280 RM. Kuglers „Geschichte Friedrichs des Großen", illustriert ebenfalls von Menzel, 1840, in grünem Saffianband. Unter den Goethe-Ausgaben erbrachte den besten Preis der 2. Teil des Faust mit Radierungen und Lithos von Sleoogt (750 RM.), Berlin 1927 Sechs Jahre Zuchthaus für den ungetreuen Bibliothekar. Nach wochenlanger Verhandlung verurteilte die Strafkammer in Münster den ehemaligen Bibliothekar des Landesmuseums in Münster, Siegfried Bewußtsein meiner Ehre die Verpflichtung nommen habe, Frankreichs Interesse vor o< I m Osten, August 1941. Zwei sowjetrussische Großpanzer hatten sich festgefahren. Auf der sandigen Straße, die diese Bezeichnung gar nicht verdient, ging es weder vor- noch rückwärts. Es waren große Stahlkolosse, 52-Tonner, mit einer Panzerung, die nur von größeren Kalibern durchschlagen werden konnte. Da tanden die fahrenden Festungen nun im Kiefernwald, und die schräge Sonne des scheidenden Tages überschüttete sie mit einem/ Feuerwerk von Licht und Schatten. , Der Vormarsch stockte an dieser Stelle. Die Panzer mußten weg, wenn nicht erhebliche Verzögerungen eintreten sollten. Und so wurden denn zwei Stoßtrupps einer Pionierkompanie aus Freiwilligen gebildet, die, da kein anderes Mittel zur Hand war, versuchen sollten, durch Sprengung die beiden 52-Tonner aus der Wegmitte „hinüber in den Wald zu rücken". Irgendwie, das wußten unsere Pioniere, würde auch dieser Panzer eine schwache Stelle haben: Man mußte nur herankommen, ganz nahe beim Panzer liegen, dann würde man schon erkunden können, wie der Stahlkoloß zu erledigen sei. Und so pirschten sich links und rechts der Straße die Stoßtrupps im Dunkelwerden durch den hohen, dichten Kiefernwald. Zu ihrer Sicherung folgte ihnen auf der Straße ein deutscher Panzer. Plötzlich hob der Pionierleutnant die Hand und wies nach vorn auf die Straße: „Da stehen sie!" Alles ging in Deckung, lag mäuschenstill, wartete ab, was geschehen würde, und als die Sowjets sich nicht rührten, schlichen sich die Pioniere gegen die beiden 52-Tonner vor. Da peitschte MG.-Feuer durch die Bäume. Die Bolschewisten hatten die Stoßtrupps bemerkt, und es war ein Glück, daß die dicken Stämme gute Deckung gaben, und daß man von Baum zu Baum springend näher an den Koloß herankonnte. Als auf der Straße der deutsche Panzer eingriff, da wurde die Besatzung des sowjetrussischen Panzers von den Stoßtrupps abgelenkt. Im Kampf der beiden Panzer kamen die Pioniere immer dichter an den Sowjetrussen heran. Jetzt konnte nur einer sein Glück versuchen, und 29. August 75 Jahre alt geworden wäre, veranstaltete die Hermann-Löns-Gesellschast in Hannover in Anwesenheit des Gauleiters Staatsrates und Oberpräsidenten Lauterbacher eine Feierstunde. Der (Bauleiter gab bekannt, daß die Stadt Hannover einen Löns-Preis gestiftet habe. Der Preis, der 5000 RM. betrage, und jeweils am Geburtstag des Dichters verkündet werde, solle deutschen Dichtern zuerkannt werden, die besondere Verdienste auf dem (Miete des landschaftlichen Schrifttums hätten. Der Preis gelte auch für entsprechende wissenschaftliche Arbeiten und für Werke, die im Lönsschen Sinne auf dem Gebiete der Kultur und der Heimatpflege von Schriftstellern an Zeitungen und Zeitschriften gegeben würben. Die Provinz Hannover habe sich bereit erklärt, ein Löns-Haus zu errichten, wo der jeweilige Preisträger die Möglichkeit habe, ein Jahr zu wohnen und inmitten der Heide Anregungen für neue Leistungen zu erhalten. kehrs oder anderer Maßnahmen der Währungssicherheit und eine diesen technischen Wegen angepaßte Wirtschafts- und vor allem Preispolitik der europäischen Vertragspartner. Das ist die geforderte konstruktive Leistung, eine revolutionäre Umwäl- diefer eine war ein Gefreiter der Panzerpioniere, der sich mit solchen fahrenden Festungen gut aus- kannte. Er ließ sich Ladung und Zünder geben und versuchte, sich dem Panzer von rückwärts zu nähern. Schlug also einen Bogen feindwärts, machte sich so klein wie möglich und kroch auf allen Vieren gegen die Straße vor. Die Ladung hatte der (Befreite im Walde liegen lassen, um zuerst einmal auf Erkundung zu gehen. Das Gebüsch war so dicht, daß er sich weit aus der Deckung herauswagen mußte, um feinen Angriffsplan festlegen zu können. Und nun wurde die Ladung geholt. Fünfundzwanzig Meter vor dem Panzer hallen auf der Straße Schritte. Herum den Kopf: ein sowjetrussi- scher Schütze geht in gebückter Haltung auf der Straße entlang. Handgranate. Der Sowjetrusse sprang in den anderen Straßengraben, aber ob er etwas mitbekommen hatte, das konnte dem Gefreiten jetzt ganz gleich fein, denn nun drängte die Zeit! Zehn Meter vor dem Koloß machte er feine Ladung fertig, und da der Pionier bei solchen Unternehmungen immer auch ein wenig Glück haben muß, so gelang es dem Gefreiten, in den toten Winkel des Panzerturms zu kommen. Der Mann faßte die Ladung, sprang über einen Moraststreifen, stand dicht vor dem Koloß und schob nun mit einer geradezu bewundernswerten Ruhe dem Panzer die Ladung unter den hinteren überstehenden Turm. Zündung abgezogen und nun mit keuchenden Lungen in die Deckung zurück! Es hat nur einige Augenblicks gedauert, dann zerriß eine Detonation die Luft. Eine zwanzig Meter hohe Stichflamme loderte auf. Der Panzer brannte. Das war das Signal für die Pioniere, rasch in den schützenden Wald hineinzulaufen, denn kaum waren sie 100 Meter vom Panzer entfernt, als die Munition des großen Sowjetrussen in die Luft ging. Stahlsplitter flogen durch die Luft. Dort, wo der Panzer gestanden hatte, gähnte ein großes Loch. Und da die Pioniere immer Helfer der anderen sind, so wurden die Trümmer von den Stoßtrupps schnell roeggeräumt, und eine Viertelstunde später jagten die Kolonnen vorbei. Der Vormarsch ging weiter. Auf Einladung der slowakischen Regieruw tete Reichsminister Dr. Goebbels der ftabt der Slowakei, Preßburg, einen Besuch ab. Er nahm an der Eröffnung der Preßburger Donaumesse teil und stattete dem Präsidenten Dr. Tiso einen Besuch ab. Die mit dem Ministerpräsidenten Dr. Tuka, dem Führer der Deutschen Volksgruppe in der Slowakei, Staatssekretär Franz Karma- yn, sowie weiteren Persönlichkeiten geführten esprechungen verliefen im Geiste der herzlichen Freundschaft, die die beiden verbündeten Staaten miteinander verknüpft. Leipzig, 31. Aug. (DNB.) Die Herbst-Reichsmesse in Leipzig wurde am Sonntag eröffnet. Der Bedarf übersteigt im Jnlandgeschäft sehr häufig die gegenwärtigen Liefermöglichkeiten. Die Kollektionen sind geschmackvoll, obwohl die (Sortimente nicht immer so reichhaltig wie früher gehalten sind. Man sieht unter dem Angebot auch Muster, die bereits für den kommenden Friedensbedarf gedacht find. Diel bemerkt werden auch die Kollekttvausstellungen der 19 fremden Volkswirtschaften. Auf der Sportartikelmeffe sah man hübsche Modelle von Wintersportkleidern und Regenkleidung. Lebhaft begehrt sind Schlagbälle, Skier und Rucksäcke. Papier - und Schreib - waren hatten einen sehr guten Besuch. Interesse besteht für Bildkarten, Alben und Papierwäsche. Bücher wurden von der Schweiz und Südosteuropa in Auftrag gegeben. Auf der Spielwarenmesse interessierten neue Gesellschaftsspiele — und bei Musikinstrumenten Mund- und Handharmonikas sowie Zupf- und Streichinstrumente. Auf der Porzellanmesse sah man neue Plastiken. Allerdings sind die Fabriken voll beschäfttgt, so daß längere Lieferfristen ausbedungen werden müssen. zung von weltweiter Tragweite. Die Reichsmesse Leipzig bringt durch ihre Ueber- sicht über den europäischen Warenmarkt den unwiderleglichen Beweis, daß ein einheitliches Europa wirtschaftlich stärker ist als jeder andere wirtschaftliche Großraum. Außerhalb dieses Raumes stehende Kräfte werden niemals in der Lage fein, ihren Willen dem europäischen Kontinent aufzuzwingen. Ueberdies muß die Hebung der europäischen Wirtschaftskraft durch die Organisationsleistung des neuen Gesamtraumes zwangsläufig die Stellung Europas im Welthandel weiter verstärken. Dieser europäische Gemeinschaftsmarkt wird sowohl für den Absatz als auch für den Bezug der überseeischen, Länder wesentlich bedeutungsvoller sein, als Europa jemals in der Vergangenheit war. Kontinentaleuropa nehme von der Bruttoausfuhr der ganzen Welt an Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Fertigwaren nicht weniger als ein Drittel auf. Die Vereinigten Staaten erreichen dagegen mit 6,1 Milliarden RM. nur ein Fünftel dieser Gesamtausfuhr. Es gelte festzuhalten, daß die Bildung des kontinentaleuropäischen Raumes nicht etwa darauf ausgehe, Großdeutschland mit einer zusätzlichen Reserve an Lebensrnitteln und Genußmitteln zu versehen, sondern, daß sie im ganzen die Entwicklung der produktiven Kräfte des gesamten europäischen Raumes zum Ziele habe. Die deutsche Reichsregierung -ist der Meinung, daß bester als alle Aufklärungen, Vorträge und Broschüren der Einblick in die deutschen Verhältnisse wirkt, die mit eigenen Augen gewonnene Überzeugung, daß der deutsche Weg, der zugunsten der Allgemeinheit auf gewisse individuelle, aus dem Besitz hervoraehenden Vorrechte verzichtet, der einzig mögliche Weg ist, um ohne Erschütterungen des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens die Völker Europas wirtschaftliche Stärke Staatssekretär Gutterer spricht aus der Leipziger Messe. daß es noch unbeftimmt fei, wann er eine neue Besprechung mit Nomura führen und wann er auf die Borschaft des japanischen Ministerpräsidenten Konoe antworten werde. Weiter gab Roosevelt bekannt, daß an der Spitze der USA.=Megation für Moskau Harriman stehen werde. Die Erörterung der Schiffsraum-Versorgung für die befreundeten Mächte in London würde John Big- gers übernehmen, da diese Frage wegen ihrer Wichtigkeit die dauernde Anwesenheit einer entsprechenden Persönlichkeit erfordere. Harriman werde später seinen Platz in London wieder übernehmen. vie französische Irontkämpferlegion vor pätain. Vichy, 31. Aug. (Europapreß.) Im Stadion von Vichy fand am Sonntag aus Anlaß des einjährigen Bestehens der Frontkämpfer! eg ion eine Kundgebung statt, bei der Marschall Pstain der Legion die neuen Fahnen überreichte. Es sei die Aufgabe der Legion, sagte der Marschall, die noch Zögernden heranzuführen und ihre Kritik zum Schweigen zu bringen. „Frankreich hat nur eine Regierung: die Regierung, die ich mit den von mir gewählten Mitarbeitern leite. Frankreich hat nur eine Politik: die Politik, für die ich im k,. Hannover Der Film erfüllte durchaus di- hochgespannten Er- öilt Oer OlOOl vaniWVCr. Wartungen, die man diesem, aus dem unmittelbaren 3m Gedenken an Hermann Lons, der am Zeitgeschehen heraus geborenen Kriegsfilm entge- waren in ein Leipziger Antiquariat gewandert. So hatte der Angeklagte einmal für eine Reihe von Rembrandtradierungen 490 RM., im Mai 1937 für zwei weitere Rembrandtradierungen 1600 RM., einen Monat später für Stiche von Dürer und Rembrandt 3600 RM. und im August des gleichen Jahres für drei Holzschnitte von Dürer 1800 RM. erhalten. Seine Diebereien suchte er dadurch zu verdecken, daß er die Karteikarten zu diesen Kunstwerten vernichtete, bzw. aus den alten Erwerbsbüchern sogar einige Seiten herausriß. Mehrere Originale ersetzte er durch billige Drucke, auf deren Rückseite er in Schnörkelschrift die Anfangsbuchstaben namhafter französischer Maler setzte. Einem Leipziger Antiquitätenhändler hatte er erzählt,, die Kunstgegenstände stammten aus dem Besitz seines „gräflichen Großvaters". Um diese Behauptung zu untermauern, hatte der Angeklagte sich ein Siegel mit einer gräflichen Krone anfertigen lassen. Doppeltes Zugunglück in der Schweiz. Zwischen Lavorgo und (Biornico ist ein Güterzug, der von Erstfeld nach Bellinzona fuhr, aus noch unbekannter Ursache in übergroße Geschwindigkeit geraten und beim Tunnel, Biano Tondo entgleist. Sechs Wagen stürzten den Bergabhang hinunter, ein weiterer versperrte den Tunneleingang. Ein Bahnwärterhaus und eine Baracke in der Nähe gerieten in Brand und wurden vollständig zerstört. Drei Mann der Tunnelwache tarnen ums Leben. Ferner wurden ein Zugführer und ein Bremser getötet; ein zweiter Bremser wird vermißt. Die Lokomotive, die sich vom Zug losgelöst hatte, fuhr mit großer Geschwindigkeit auf einen heranfahren- den Güterzug, wobei -aud) ein Teil dieses Zuges entgleiste. Dabei wurde der Lokomotivführer verletzt, die Lokomotive überschlug sich. Storchenliebe. Im ostpreußischen Kreise Sudauen wurde eine Scheune durch Feuer vernichtet. Auf der Scheune befand sich ein Storchennest mit noch nicht flüggen Jungen. Die Störchin verjuchte, die Jungtiere mit ihren Flügeln vor den Flammen zu bewahren. Der Storchenvater, der gerade von der Nahrungssuche heimkehrte, stürzte gleichfalls durch die Flammen auf das Nest. Als er sah, daß er nicht mehr Helsen konnte, wartete er wie versteinert den Ablauf des Dramas auf einem Nachbargehöft ab. Die Stor- chenmutter kam mit den Jungen in den Flammen um. Kleine politische Nachrichten. fchichte zu vertreten." Um allen, die an dem gemeinsamen Werk teilnehmen werden, Gelegenheit zur Mitarbeit zu geben, müsse der Name der Legion geändert werden; er laute künftig „Französische Legion der Frontkämpfer und her Freiwilligen der nationalen Revolution". An die Rede schloß sich ditz Eidesleistung, bei der etwa eine Million Legionäre, die in Lyon, Marseille, Toulouse und anderen Städten Parallelkundgebungen veranstalteten, ihren Treueschwur auf Marschall Pstain erneuerten. Neue serbische Regierung. Belgrad, 30. Aug. (DNB.) Der Befehlshaber in Serbien hat auf die Bitte des Mimsterkommisfars Atfchimowitfch den Generalobersten N e d i t s ch beauftragt, eine serbische Regierung zu bilben. Generaloberst Neditsch hat diesen Auftrag angenommen und dem Befehlshaber in Serbien folgende Regierungsmitglieder vorgeschlagen: Ministerpräsident Generaloberst Neditsch, Innenminister Milan Atschimo- witsch, Bautenminister Ingenieur Dnjen Musmano- witsch, Derkehrsminister und Telegramminister Joses Kostitsch, Arbeitsminister Panta Drastisch, Minister ohne Portefeuille Montschilo Jakowitfch, Finanzminister Ljubisa Nikitsch, Justizminister Dr. Tsedo- mir Marjanowitsch. Leipzig, 30. Aug. (DNB.) Staatssekretär G u t- terer vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda sprach anläßlich der Reichsmesse Herbst 1941 in Leipzig vor der in- und ausländischen Presse. Es ist der Krieg — so sagte er —, der wieder eine neue, und zwar tragfähige Grundlage zu gedeihlicher Weiterentwicklung In der Zukunft schafft. Beseittgt werden muß die rein ausbeuterische liberalistische Wirtschaftsordnung der Vergangen- hett, der überspitzte Eigennutz des einzelnen Individuums. Beseitigt werden muß auch die Pestbeule des Bolschewismus, der alles Edle im Menschen verneint und alles Geschehen lediglich auf rein materialistische Bestimmungsgründe und Motive zurückzu- führen sucht. Europa wisse heute, daß es sich nach diesem Kriege neue Erschütterungen von ähnlicher oder noch größerer Tragweite nur ersparen könne, wenn es sich zu einer echten Schicksalsgemeinschaft und durch Selbstbestimmung auf die in Europa lebenden Kräfte zu einer von höchster gegenseitiger Verantwortung getragenen Zusammenarbeit finde. Die Bildung des neuen Europas fei die Verwirklichung eines geschichtlich zwangsläufig erwachsenden Umbildungsprozesses. Die Grundsätze dieses heißen Drängens nach einer sozial gerechteren Gestaltung innerhalb der einzelnen Nationalwirtschaften und in den zwischenstaatlichen Beziehungen der einzelnen Völker lauten: Großräumige Ordnung bei Wahrung der berechtigten eigenen Interessen der einzelnen Völker, ehrliche Rücksichtnahme auf die echten Bedürfnisse der sich zusammenfindenden Vertragspartner, Lösung der einzelnen Außenhandelsverpflichtungen aus der Sphäre der zufällig gegebenen Geschäfts- und Gewinnmöglichkeiten und Hineinstellen dieser Verbindungen in den _ tragfähigen Rahmen gegenseitiger Ergänzungsmöglich- feiten auf lange Sicht, Führung der Wirtschaft der einzelnen Länder unter dem Gesichtspunkt der • großräumigen Ordnung und Verpflichtung. Die Wege zur technischen Verwirklichung dieser Grundsätze sind: Handels- und Zahlungsbilanzlenkung, - -------- ■—----- - - - Ausbildung eines schlagkräftigen, von bürokratischen der Erde zu einer besseren Lebensgestaltung zu Hemmungen möglichst befreiten Derrechnungsoer-1 führen. Im 72. Lebensjahr ist Oberforstrat Dr. Georg Esch er ich, der Gründer der bayerischen Einwohnerwehren und der „Organisation Escherich", die 1919 zur Abwehr spartakistischer Umtriebe ge- bildet wurde, gestorben. Ein im Atlantik operierendes italienisches Unterseeboot unter dem Kommando des Oberleutnants Mario Pollino versenkte einen modernen englischen Zerstö/er vom Typ Jervis und einen Handelsdamp» fer von 2600 BRT._______________________ _ £>auptfd)riftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Emst Blumschcin. Verantwortlich für Polini und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans THvnot. (beurl.), i. B.: Dr. Fr. W. Lange; für Stabt Gießen, Provinz, Wirt» schäft und Sport- Emst Blumschein. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckerek R. Lange K. G. »erlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Llnzeigenleiter: Hans Bea. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. PlLtrL Tieferschüttert erhielten wir die un- »iSijf faßbar traurige Nachricht, daß unser einziger, braver und hoffnungsvoller Sohn, unser lieber, guter Bruder, Schwager, Onkel, Pate, Neffe und Cousin Heinrich Schwalb Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment Inhaber des E. K. II und Verw.-Abz. am 26. Juli bei den schweren Kämpfen im Osten den Heldentod fand. In treuer Pflichterfüllung gab er im Alter von 26 Jahren sein junges, blühendes Leben für sein Volk und Vaterland. In tiefem Schmerz: Ludwig Schwalb u.Frau Katharine Familie Karl Schlapp [geb. Findt Familie Wilhelm Becker Frieda Schwalb und alle Angehörigen. Mainzlar, Kesselbach, Aliendorf. 02862 Tieferschüttert erhielten wir die unfaßbare Nachricht, daß mein unvergeßlicher, hoffnungsvoller, einziger Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Bräutigam Gefreiter Heinrich Stürz Inhaber des E.K. II als Kradmelder in einer Sturm-Art.-Abt. am 13. August in den schweren Kämpfen im Osten im 24. Lebensjahre für Führer, Volk und Vaterland den Heldentod starb. In unsagbarem Schmerz: Elise Stürz Wwe. Mariechen Mörschel Wwe., geb. Stürz Hugo Kuhl und Frau Emma, geb. Stürz Irmgard Eichenauer, Braut und alle Angehörigen. Lorbach, Büdingen, Inheiden, Steinheim. 3651 D Nach segensreichem Leben ist unsere liebe, gute Mutter und Großmutter Maria Schad, geb. Luft im 81. Lebensjahr von uns gegangen. Maria und Katta Schad Adolf Schad, Studienrat. u. Familie Familie Karl Lüdeking. Gießen (Ludwigstraße 24), 28. August 1941. Die Beerdigung fand in der Stille statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. 02900 Todesanzeige. Am 29. August 1941 verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser langjähriges Gefolgschaftsmitglied Karl Moll Gießereiarbeiter, aus Watzenborn-Steinberg. Wir verlieren in ihm einen treuen, aufrichtigen und fleißigen Mitarbeiter, der unserem Betrieb mehr als 17 J^hre angehörte und dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Bänninger G. m.b.H., Gießen. 3647 D Am Samstagmittag um 14 Uhr schied aus seinem arbeitsreichen Leben mein lieber, W unvergeßlicher Mann, unser treusorgender Vater und Großvater Herr Bauunternehmer Christian Fey nach kurzer, schwerer Krankheit im 63. Lebensjahre. Im Namen aller Angehörigen: Frau Anna Fey, geb. Schöne und Kinder. Lieh, den 1. September 1941. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 2. September, um 15 Uhr statt. 3649 D Da nksagung. Für alle Zeichen der Ehrung, die unserem lieben Entschlafenen erwiesen wurden, sowie für die uns .entgegengebrachte Anteilnahme danke ich herzlich. Im Namen der Hinterbliebenen: Otto A. Fritz. Gießen, 1. September 1941. 3656 D Auf der Reise - oft beschwerlich - ist Esbit mir unentbehrlich. Trockenbrennstoff Esbit zum Wärmen von Speis und Trank Ist überall erhältl. Preis 20 Tabl. mit kleinem Kochgestell 60 Pfg. Bezugsquellen weist nach der Hersteller i Erich Schümm, Esbit- Brennstoff-Fabrik, Stuttgart W 109 Plötzlich und unerwartet verschied heute mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, unser Bruäer, Schwager, Schwiegersohn und Onkel Georg Zissel Bäckermeister im Alter von 57 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen in tiefer Trauer: Frau Marie Zissel Anni und Toni Zissel. Gießen (Walltorstr. 19), Wetter, Kirchhain, den 30. August 1941. Die Beerdigung findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt. 3654D Bekanntmachung. Anzeige über die Beschäftigung mehrerer hauswirt- fchaftticher Arbeitskräfte. Gemäß § 2 der Dritten Durchführungsverordnung zur Verordnung über die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels vom 10. Juli 1941 (RGBl. I S. 381) sind Haushaltungen, die am 15. August 1941 mehr als eine Hausgehilfin oder Hausangestellte oder gleichzeitig neben einer Hausangestellten eine Hausgehilfin beschäftigen, verpflichtet, dies dem Arbeitsamt bis zum 1. September 1941 auf einem vorge- fchriebenen Formblatt anzuzeigen. Die Formblätter sind auf Anforderung beim Arbeitsamt Gießen, Bahnhofstraße 90, Zimmer 31, erhältlich. Haushaltungsvorstände, die Sie vorschriftsmäßige Anzeige versäumen, werden gemäß § 11 der Verordnung über die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels vom 1. September 1939 bestraft. 3648O Gießen, den 30.8. 41. Der Leiter des Arbeitsamts Gießen. In Vertretung: Sälzer, Regierungsrat. GetviooauSzug 5. Klaffe 5. Deutsche Reichslotterle Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf dir Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen I, II und III____________ 15. Ziehungstag 28. August 1941 In der Nachmiltagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 5000 RM. 342399 6 Gewinne zu 4000 NM. 2562 336534 15 Gewinne zu 3000 RM. 32928 81814 88847 90747 218337 39 Gewinne zu 2000 RM. 28186 38104 47516 77915 113745 127503 206258 214064 253570 284553 334168 345665 373475 105 Gewinne zu 1000 RM. 5381 18303 22637 31428 66807 69542 78447 81713 104612 128780 135815 150022 165251 237284 247951 249917 252505 267926 272343 275189 276133 281083 304618 328493 337857 354978 365091 368912 370565 370658 382579 385427 385468 391003 392373 288 Gewinne zu 500 RM. 4015 5035 5664 6447 7703 10727 15661 22575 26277 29555 32034 36055 38211 39871 47262 53948 60296 62474 62814 64785 65576 67470 68632 71045 72541 72990 78359 78445 81178 81952 87892 90321 91685 97176 97678 103098 104637 107224 107990 115772 124153 130631 134566 144162 144880 148389 158360 160438 161550 164606 174057 175086 182716 183765 188521 193646 195656 204087 205376 208507 209182 211450 216594 225321 231441 239672 240594 243717 262517 263632 267599 268585 274905 281598 287890 294004 297124 299072 300991 304088 312777 314741 316853 339037 360691 371387 377815 379362 386264 386309 387401 392368 395197 396934 398284 398636 16. Ziehungstag 29. August 1941 > In der Dormittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 10000 RM. 96274 6 Gewinne zu 5000 RM. 38526 268302 18 Gewinne zu 4000 RM. 6363 62956 254081 308697 343734 365373 21 Gewinne zu 3000 RM. 3002 45679 56472 160879 198380 265193 367829 39 Gewinne zu 2000 RM. 10222 46309 107804 116452 123450 195128 220252 246823 288298 290378 317972 382566 ^87§Gewinne zu 1000 RM. 7311 48444 64220 106368 127216 129286 129800 135057 163061 166242 180060 186266 187060 193486 210392 236574 278677 281358 296172 296979 305055 319403 351336 362240 366611 370414 374054 374737 392495®etDinne zu 500 RM. 4236 5666 7200 1 3444 28554 35973 43108 47419 47706 55550 61085 78426 78547 96680 97273 97948 109037 112697 118996 129594 134766 141621 143198 144930 147246 150423 155229 164864 167689 169488 181595 181814 192816 192849 199684 201246 206674 210773 213247 213303 213338 219778 224818 228147 229928 231715 239140 245357 245444 245758 245803 249559 254072 255025 259890 260592 277520 278055 281369 289922 294128 299375 320643 327132 328068 335450 340016 355884 356017 357044 363053 365301 366144 367801 370588 384763 388176 389937 390241 396424 396450 397391 398031 Werbe-Drucksachen bei Brühl, Gießen In glanzender Ausstattung eine atemraubende Handlung mit MARIA ANDERGAST Albrecht Schoenhals, Charlotte Susa Spielleitung: Joh. 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Gießen, Moltkestr. 26 im August 1941 \'02846/ Ein gesundes Mädel angekommen Karin Elke Elfriede In großer Freude Johanna Althaus, geb.Pusch Willi Althaus, Uffz. z. Z. Mannheim Gießen, den 21. August 1941 z.Z. Frauenklinik s__02904/ Stadttheater Dienstag 1. Dienstag-Miete! Gleich zeitig-Halbmiete A 19.30-23 Uhr Festvorstellung zur Hoffnung der Spielzeit 1941/42 PrinzFriedrichvonHomburg Schauspiel in 5 Akten von Heinrich von Kleist. Preise von RM. 0.60 bis 3.10. Montag, 1. September 1941 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 20Z Zweites Blatt Aus der Stadt Gießen. Don Balkon zu Balkon. Es ist wahr, er hat eine lange Zeit ziemlich nutz- los da draußen am Hause herumgehangen, der Balkon. Aber das ist nun vorbei, man weiß jetzt wieder, mtrrum so ein Balkon erfunden wurde und wozu er in Wahrheit da ist. Balkons sind dazu da, daß man daraus Platz nimmt und ein bißchen Familienleben betreibt. Hier, auf dem Balkon, werden Luftbäder genommen, wird Gymnastik betrieben, werden Kartoffeln geschält, hier wird gegessen und getrunken, hier finden Debatten über die Unzulänglichkeit des Wirtschaftsgeldes statt, hier übt sich Vater in Pädagogik, alles auf dem Balkon. Die Nachbarschaft aber nimmt mit sanftem Interesse Anteil an dem im Freien stattfindenden Familienleben. Nicht aus Neugier, nicht doch, aber teils zwangs-, teils beiläufig. Man hört von Balkon zu Balkon mancherlei, wovon man keine Verdunkelungszelt 1. September von 20.09 bis 6.29 Uhr. Ahnung hatte und sonst auch nicht erführe. Daß da drüben im vierten Stock der Junge einen schwachen Magen und eine 6 im Rechnen hat, ja, wer wußte das denn! Doch vor einigen Abenden sprach sich der Vater gehörig darüber aus, zum 101. Male, wie man erfuhr, denn jener beteuerte, er habe das nun schon hundermal gesagt. Wer einen schwachen Magen habe, solle gefälligst nicht vier Portionen Eis hinter- einanderweg essen, sondern das Einmaleins lernen, damit er keine Leibschmerzen und keine 6 im Rechnen habe. Der Junge ist schwach am Magen und im Rechnen — ich bitte Sie, kein Mensch hat das bisher gewußt. Und das kleine Fräulein da hinten im Eckhaus ist neulich zehn Minuten nach Elf nach Hause gekommen. Davon hätte auch niemand etwas erfahren, aber die Mutter hielt einen längeren Vortrag über diese zehn Minuten. „Als ich so jung war wie du", kam drin vor, und im übrigen erklärte die Mutter, sie habe es gründlich satt, sich immer wieder etwas von verpaßten Straßenbahnen erzählen zu lassen, und 23.10 Uhr sei ein für allemal nicht 23 Uhr, und zu ihrer Zeit hätte ein anständiges junges Mädchen — den Rest konnte man leider nicht hören, irgendwo wurde rücksichtslos ein Lautsprecher angestellt. Sag einer, was er will, man kommt sich aus solche Weise näher, man lernt sich besser kennen. Wie dieser oder jener Nachbar aussieht, das wußte man wohl, aber man erfährt nun auch einiges aus seinem Leben und darüber, was er von, den kleinen Dingen des Alltags hält. Und -es ist gar nicht abzusehen, was wir noch alles voneinander und übereinander erfahren werden, so von Balkon zu Balkon. H. T. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Frau Luna". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das große Abenteuer". Schützt die Ernte vor Vernichtung durch feindliche Luftangriffe! Während der Erntezeit und auch später ist damit zu rechnen, daß die feindlichen Flieger auch versuchen werden, durch Abwurf von Brandbomben, Brandplättchen, Phosphorstangen und -stückchen usw. Teile der Ernte zu vernichten oder zu beschädigen. Zum Schutze der Ernte vor solchen Luftangriffsmitteln sind vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Nach Möglichkeit ist der Drusch vom Felde anzustreben. Beim Einfahren geschnittenen Getreides in die Scheune ist darauf zu achten, daß Brandmittel, die sich wegen der Feuchtigkeit noch nicht entzündet zu haben brauchen, nicht in die Scheunen mit eingebracht werden. Beim Lagern gedroschenen Getreides gerät geschüttetes Petreide schwerer in Brand und ist leichter zu löschen. Wo sich eine Sacklagerung nicht vermeiden läßt, sind die eingelagerten Stapel möglichst klein und ausreichend voneinander entfernt anzulegen. Die Felder und Dörfer sind t ständig zu beobachten und — wenn feindliche Heber» fliegungen stattgefunden haben — nach Brandstiftungsmitteln abzusuchen. Die sofortige Bekämpfung der Anfangsbrände ist auch mit den einfachsten Mitteln durchzuführen. Brandbomben, Brandplättchen, Phosphorstangen und Phosphorstückchen roerben sofort mit Sand und Erde bedeckt. Das Anfassen der Phosphorstangen und Phosphorstückchen ist zu vermeiden, da der Phosphor giftig ist und Brandwunden verursacht. Ist ein Brand schon entstanden, so ist seine Ausbreitung mit allen Mitteln zu verhindern. Zur wirksamen Bekämpfung der Brände sind Schaufeln, Spat'en, Feuerpatschen und Transportmittel für Wasser, wie Jauchewagen, Eimer usw. ständig bereitzuhalten. Zur Mithilfe bei den Schutz- und Bekämpfungsmaßnahmen ist jedermann verpflichtet. Mit KdF. in die Pilze. Viele Volksgenossen lehnen den Genuß von Pilzen grundsätzlich ab, weil immer wieder Vergiftungen durch Pilze berichtet werden, aber sie begeben sich dabei der Möglichkeit, ihren Mittagsttfch durch eine schmackhafte Speise zu bereichern. Es ist nicht allzu schwer, sich eine gute Kenntnis der Pilze anzueignen. Man schließe sich zunächst einem erfahrenen Pilzkenner an und achte auf seine Belehrung. Ein kleines Studium eines guten Pilzbuches vertiefe die ersten Kenntnisse, und dann erfasse man nur die Pilze, die man wirklich genau kennt. Man achte auch beim Sammeln durch mehrere darauf, daß jeder einzelne Pilz genau von einem guten Kenner betrachtet worden ist und daß nicht etwa Kinder in gutem Glauben einen falschen Pilz unter die guten bringen. Eine genaue Kenntnis der wenigen giftigen Pilze ist ebenfalls notwendig. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bot am Sonntag Gelegenheit zum Erwerben und Vertiefen von Pilzkenntnis durch eine Pilzführung, die Universitätsgarteninspektor i. R. R e h n e l t wieder leitete. Er ließ die Teilnehmer im Schiffenberger Wald Pilze suchen, und an verabredeten Treffpunkten kam man dann zur Belehrung zusammen. Sicher wurden alle Mitwandernden gefördert in ihrem Wissen um die Pilze. Neulinge erwarben ihre ersten Kenntnisse, und manches ungenaue Wissen wurde ergänzt. Leider konnte der kurze Gang, „Alles für Dich." Zwei Werbeabende des Theaters der Universitätsstadt Gießen. Unser Theater geht unter eirfem verpflichtenden neuen Namen und mit einem zum weitaus größten Teil neuen Ensemble in die neue Spielzeit. Das war wohlbegründeter Anlaß, vor allem den neu verpflichteten Mitgliedern unseres Theaters, die ja in der Presse bereits einiges über ihr Woher und Wohin ausgeplaudert haben, Gelegenheit zu geben, sich nun auch in persona den Gießenern zu präsentieren. Das geschah auf die denkbar zwangloseste und — man darf auch sagen auf eine höchst amüsante Weise in Gestalt zweier Werbeabende, die als „Bunter Bilderbogen" vor einem den einzelnen Darbietungen lebhaft interessiert folgenden ausgezeichnet besuchten Hause vorüberzogen. Das Programm hatte Intendant Hans Walter Klein sehr geschmackvoll und vielseitig zusammengestellt. Es liegt in der Natur der Dinge, daß dabei Musik und Tanz im Vordergründe standen. Aber auch das Schauspiel kam zu Wort mit einem Sketsch, der offenbar Original war und auch einen originellen Gedanken heraysstellte. Es wird angesichts der Fülle und Vielfalt der sich überstürzenden Eindrücke niemand von dem Referenten erwarten/ daß er nun heute schon in eine Wertung der Einzelleistungen hineinsteigt. Das muß späteren Betrachtungen Vorbehalten bleiben, denn dazu gehört ja selbstverständlich das Sicheinfügen in ein Ensemble, das Zusammenspiel, und nicht zuletzt ist es auch die Regie, die für die Wertung der Qualität eines Theaters mitspricht. Mit diesen Vorbehalten und auf die Gefahr hin, daß dem Referenten in der Erscheinungen Flucht die eine oder andere entgangen sein könnte, mag nun getrost versucht werden, einiges zu rekapitulieren, was als wesentlicher Eindruck, dieses Abends haften blieb. „Alles für Dich" hieß das Motto, unter das man diesen fröhlichen Auftakt zur neuen Spielzeit gestellt hatte und so wandte sich nach den Klängen der unter Otto Zöllners Stabführung von unserem Städtischen Orchester klangschön vorgetrage- genen „Tell"-Ouvertüre Rossinis und dem von dem neuen Charakter- und Heldenbariton Hans Lott gesungenen Prolog aus Leoncavallos „Bajazzo" Oberspielleiter Wilhelm Michael Mund in einer humorvoll-witzigen, mit Pointen nicht sparenden und zugleich beschwörenden Ansprache an das liebe Publikum, dem er sein Theater und die neuen Leute, die ihm ihr Gesicht geben werden, in strahlendster Beleuchtung präsentierte und ans Herz legte. Mit der netten Ironisierung des „idealen Theaterbesuchers" hatte er die Lacher schnell auf seiner Seite und wußte sie dann auch für seine mehr praktisch gerichteten Anregungen einzunehmen. Gertrud M e i n e l, die neue Altistin, sang, von Kapellmeister E n t e r l e i n begleitet, eine Arie aus dem „Evangelimann" von Kienzl. Brigitte Dietz bot dann einen orientalischen Tanz. Der neue Operetten- und Spieltenor Hugo Hell» mers-Hallwegh vereinigte sich mit Chor und Ballett zu einer farbig-bewegten Szene aus der Operette „Zigeunerliebe" von Lehar. Dann übernahm der neue Operettenkomiker Franz Peyer, der auch für die Spielleitung des Abends verantwortlich zeichnete, die Ansage und machte wohlgelaunt und um Stoff niemals verlegen, pikante Konversation. Der lyrische Bariton Ludwig Dru - s ch e l brachte die bekannte Kavatine aus Rossinis „Barbier von Sevilla". Frau Schröter-Bek- k e r s , vom Hause herzlich wieder begrüßt, erfreute mit ihrer schönen Koloraturstimme. Von ihr hörte man in der späteren Programmfolge auch noch zusammen mit Ludwig Druschel ein Duett aus „Boccaccio" von SuppS, von Kapellmeister Hergert begleitet. Der neue Ballettmeister Andreas Volpert zeigte feine Kunst als Solotänzer wie im Duett mit Edith Stoll (in der Tanzgroteske „Faun und Nymphe") und Katja K r ö ck , die auch im Biedermeierkostüm „Münchner Hofballgeschichten" tanzte. Der neue Baßbuffo und Komiker Eberhard Kratz fang das Auftrittslied des Czupan aus dem „Zigeunerbaron" von Strauß, machte sich aber auch als redebeschwingter Ansager, köstlicher Parodist Hans Mosers und sogar in dem schon erwähnten Sketsch des Schauspiels als Mentor seiner Kollegen vielseitig verdient. Eine weitere sinnenfreudige Tanzeinlage bot das Ballett aus Smetanas „Die verkaufte Braut". Herr Gottschalk produzierte sich mit einem Tylophon-Solo und das Orchester beschloß den ersten Teil des Programms mit einer Ballszene von Hellmesberger. Nach der Pause sang Jossa A b b t den Csardas aus der „Fledermaus" von Strauß. Dann fand der lyrische Tenor Walter E c f y mit zwei Arien aus Verdis „Rigoletto" großen Beifall. Ines R a f f l, die jugendliche Sängerinfoubrette, bot ein Wiener Lied, die neue Salondame Renate Frei- h e n sprach sehr kultiviert zwei Chansons, und die Operettensoubrette Annemarie Schwind sang anmutig und frisch „Heute möcht' ich alle Welt umarmen". Den Beschluß machten der von der Tanzgruppe flott hingelegte Radetzky-Marsch und ein Generalauftritt aller Mitwirkenden, denen das Haus in bester Laune für die Darbietungen dankte. Der an diesem Abend gezeigte Querschnitt, für den Karl Löffler den aparten Rahmen geschaffen hatte, scheint uns — das darf man wohl als Gesamteindruck und zugleich als summarische Wertung des neuen Ensembles festhalten — die Gewähr dafür zu bieten, daß man mit den neugewonnenen Kräften wird Theater spielen können. So wird eine interessiert mitgehende Besuchergemeinde sich auch in dieser Spielzeit um das Theater der Universitätsstadt Gießen scharen, wie es beste Gießener Tradition ist. Und damit würde der wesentliche Zweck dieses Abends erreicht sein. Fr. W. Lange. Stunde mit Heinrich von Kleist. Zur (Eröffnung der Spielzeit mit dem „Prinzen von Homburg" veranstaltete das Theater am Sonn- tagvormittag in kleinem Kreise eine Stunde mit Heinrich von Kleist. Intendant Klein hieß die Geladenen willkommen und bemerkte, die Ver- anstaltuna solle dazu bienen, einen Einblick in die Arbeitspläne für die neue Spielzeit und die bevorstehende Premiere zu geben; er betonte die volkserhaltende Kraft Kleists und die Aktualität gerade des „Homburg", mit dessen Wiedergabe der Anfang zu einer vorbildlichen Jnszenierungsreihe gemacht werden solle. Der Intendant begrüßte dann den Komponisten der Musik zum „Homburg" und erklärte, diese Stunde sei ein Zeichen dafür, daß es der Theaterleitung mit ihren Aufbauplänen und mit ihrem Bemühen um künstlerische Leistung über den Rahmen des Geschäftstheaters hinaus ernst fei. Der heute versammelte kleine Kreis, so führte der Intendant u. a. aus, möge sich zu einer großen Gemeinde erweitern, die sich von Zeit zu Zeit auch in geselligen Theaterabenden zusammenfinden solle. Mit der Aufforderung an die Zuhörer, sich durch aktive Anteilnahme zum Theater zu bekennen, und mit der Bitte um Vertrauen, das durch Leistungen gerechtfertigt werden werde, schloß der Intendant seine Ansprache. Oberspielleiter Wilhelm Michael Mund sprach über den Versuch einer Inszenierung aus dem Geiste der Musik. Nach einleitenden Bemerkungen über Wesen und Aufgaben der Regie im allgemeinen gab er einige Hinweise auf seine Inszenierung des „Homburg", die als ein Beitrag zur Kleist- Renaissance gedacht sei. Bei der. Durcharbeitung der zwischen Traumwelt und Tatwelt schwebenden Dichtung sei ihm das Verlangen nach einer Bühnenmusik immer dringlicher geworden, und in Marc Roland habe er einen für die Aufgabe begeisterten Komponisten gefunden. Die Inszenierung wolle durch bedachtsame Straffung alles Geschehen um den Prinzen zentrieren; fern vom Naturalismus, vom Meiningertum wie vom Expressionismus strebe er einen Stil an, der dem heroischen Pathos unserer Zeit entspreche, der strenge sprachliche Zucht und vorbildliches Zusammenspiel verlange. Nach einem Hinweis auf die höchst lobenswerte Mitarbeit des Bühnenbildners Herrn Löffler begründete Oberspielleiter Mund seine Forderung nach einer Musik zum „Homburg" mit deren Funktion, das Unausgesprochene des Werkes auszudeuten und den Hörer in bie innere Welt der Dichtung einzuführen. Der Komponist Marc Roland sprach über seine Musik zum „Homburg", ausgehend von der ihn selbst überraschenden Wiederbegegnung mit dem Drama Kleists. Die früher von ihm geschaffene Film-Musik zum „Fridericus Rex" sei ihm eine Vorschulung für die neue, so reizvolle wie schwierige Aufgabe geworden, an deren Lösung, so knapp auch die dafür zür Verfügung gestellte Zeit gewesen sei, keine Note mehr geändert werden solle. Die Musik erstrebe, in einer „totalen Umklammerung" des Schauspiels, als Zwischenakt-Musik, eine Fortführung des gesprochenen Wortes und, ohne Gefährdung des Textes, eine Empfindunassteigerung und einen ununterbrochenen Erlebnis-Ablauf; die Arbeit halte sich, unter bewußtem Verzicht auf moderne Tonwerte, im Stilkreise der Klassik. Herr Roland schloß seine beifällig aufgenommenen Darlegungen mit dem Dank an den Intendanten für die Einladung nach Gießen. Der Vortrag zweier Sätze aus Beethovens Quartetten F-dur 6p. 18, Nr. 1, und c-moll op. 18, Nr. 4, gespielt von den Herren Kerzisnik, Ein- brodt, Blümers und Schneider vom Städtischen Orchesters, wechselte ab mit Rezitationen aus Kleist: „Prolog", gelesen von Carl Bruno Schmidt, „Brief eines Dichters an einen andern", gelesen von Luise Prasser, und vier Monologe aus „Prinz Friedrich von Homburg", gelesen von Herbert K ö ch l i n g. — hth. der ja auch immer wieder durch die Belehrung unterbrochen wurde, nicht zu einem Sammeln größeren Umfangs führen, was vielleicht der eine oder andere erhofft hatte. Dazu muß man auch weiter ab von den oieTbegangenen Wegen in den Wald oorstoßen. Universitätsgarteninspektor i. R. Reh - n e 11 ist jedenfalls immer gerne bereit, in Pilzsachen Ratsuchenden feine Belehrung zur Verfügung zu stellen. —ff Für unsere Verwundeten. Die NSG. „Kraft durch Freude" veranstaltete im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht dieser Tage in zwei Lazaretten die Vorführung des KdF.-Films „Die kleine uni) die große Liebe", gleichzeitig wurde dabei die Wochenschau gebracht. Die Vorführung fand bei den verwundeten Kameraden starken Anklang und wurde mit herzlichem Beifall bedankt. — Kreisleiter Backhaus besuchte gemeinsam mit dem Kreisoraanisationswalter der NSV. H o r t i g und dem Kreisbeauftragten für die Derwundetenbetreuung Gravelius die in einem Genesungsheim im Kreise Wetterau unter» gebrachten Verwundeten. Bei diesem Besuch überreichte der Kreisleiter in einer Feierstunde im Speiseraum dem Heim eine reichhaltige Bücherei, für die ein Vertreter der Heimleitung herzlich oankte. Die ausgewählten guten Bücher sind eine Spende der NSV. Bei diesem Besuche wurden die Verwundeten auch noch durch eine Zigaretten, und Bierspende erfreut. — Eine große Anzahl verwundeter und genesender Kameraden aus den hiesigen Lazaretten folgte einer Einladung der NSKOV.» Kameradschaft Bad-Nauheim zu einem Besuch im dortigen Teichhaus. Nach der Bewirtung mit Kaffee konnten die Kameraden, die aus den verschiedensten Gauen Großdeutschlands stammen, die Bade- und Kuranlagen besichtigen und längere Zeit sich am Teich aufhalten. Die NSV. hatte durch Stiftung von Zigaretten und Getränken die Stunden des Besuchs bereichert. Betreuerinnen von der Frauenschaft waren eifrig bemüht, den Verwundeten und genesenden Kameraden den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Die braunen Glücksmänner sind wieder da. Dom heuttgen Montag ab erscheinen im Straßenbild unserer Städte wieder die braunen Glücksmänner und bieten die Losbriefe der am heuttgen Tage beginnenden Reichslotterie der NSDAP, für nationale Arbeit zum Kauf an. Der Führer hat in einem Aufruf darauf hinqewiefen, das das deutsche Volk gerade in diesem Jahre in einem schweren Kampfe um seine politische und wirtschaftliche Freiheit für die Zukunft steht. Keiner darf daher die Erwartung des Führers, daß sich das ganze deutsche Volk mehr denn je mit freudigem Opfersinn zu diesem großen Hilfswerk bekennt, enttäuschen^ MF.-Bolkstunistagung in Butzbach. 2lm kommenden Sonntag, 7. September, findet in Butzbach eine große Volkstumstagung der NS.» Gemeinschaft „Kraft durch Freude" statt, an der alle /ür die Volkstumsarbeit verantwortlichen Personen aus den Betrieben und Gemeinden teilneh» men .werben. Nach der Eröffnung der Tagung durch den K^reiswart der KdF. Schemel wird festliche Musik überleiten zu einer Ansprache des Kreisleiters .Backhaus. Anschließend werden Kreis- roart Stemel, Reichsmusikreferent Gerhardt, OberstudEmdirektor Philipps und Gausachbearbeiter 13 i n f einführende Vorträge halten, in denen über den Stand der Volkstumsarbeit im Kreise Westerau, über die Volkstumsarbeit im Betrieb und auf dem Lande und über das Dorf- und Hausbuch im Dienste der Volkstumsarbeit berichtet werden soll. Hierauf werden zahlreiche praktische Beispiele üfter die Feiergestaltung im Betrieb (Braun), über den Dorfgem eins cha f t sa b end (Phili.pps), die Liedpflege in der Dorfaemein- schäft (Kelle r')\ den Volkstanz und seine Anwendung im Betrieb und im Dorf (H e ß), die Mufik- pflege in der Oorfgemeinschaft (Brau n), das Laienspiel (P h i lü p p s) folgen. Giekum-Klein-Linben. Mit Beginn den. neuen Schuljahres wurden 43 Kinder, 19 Knaben und 24 Mädchen, in die unterste Klasse der hiesigen Volksschule ausgenommen. Sie werden von der Lehrerin, Frl. Lenz, Gießen, unterrichtet. Der Fuhrmann Georg Engel van hier wurde bei dem Bemühen, sein .scheu gewordenes, vor einen Kastenwagen gespanntes Pferd aufzuhalten, von dem Tier umgerissen unb* von dem Wagen überfahren. Der bedauernswert' Mann erlitt mehrere Rippenbrüche, Kopfverletzungen und anscheinend auch innere Verletzungen. E r mußte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Sein Befinden- war heute früh den Umständen entsprechend befriedigend. Gemeindesp^rttag in Gießen-Klein-^inden. Rund 200 Teilnehmer traten ain gestrigen Sonntagvormittag beim Ortssporttag zum friedlichen Wettkampf auf dem Sportplatz und den Schießständen des Schützenklubs „Roland" an. In zwölf Gruppen wohnten die Teilnehmer zunächst auf dem Sportplatz der Morgenfeier bei. Scharführer Albert Henkel sprach den Fahnenspruch, Gefolgschaftsführer Walter Schmidt erläuterte die Bedeutung eines Gemeindesporttages in der Kriegs.zeit. Nach der Flaggenhissung traten die Wettkämpfer zu den Hebungen an. Politische Leiter und der Schützenklub „Roland" trugen Schießmettkämpfe aus. Es wurde mit Kleinkaliber auf die Zwölfer- Ringscheibe geschossen. Der Schützenklub „Noland" schoß 436 Ringe, die Polittschen Leiter brachten es auf 400 Ringe, so baß der Ortsgruppenleiter bei der Preisverteilung am Sonntagnachrnittag dem ersteren die Siegerurkunde überreichen konnte. Die drei besten Schützen des „Roland" waren Fritz Konradi mit 52 Ringen, Friedrich Stein mit 51 Ringen und Erwin Kopp mit 48 Ringen; die drei besten Schützen der Politischen Leiter waren Wilhelm Brück mit 50 Ringen, Christian Jung mit 48 Ringen und Ludwig Jung mit 47 Ringen. Die beste Gesamtleistung erzielte der Schütze Fritz K o n r a d i vom „Roland". Turner und Sportler trugen volkstümliche Dreikämpfe «us, bestehend in Weitsprung, Ball- oder Keulenwurf bzw. Kugelstoßen, und 10t)-Meter- bzw. 75- oder 60-Meter-Lauf. Als Kampfrichter und Bewertungsausschuß waren Mitglieder der NSRL.» Vereine und der Politischen Leiter tätig. (Ein Auszug aus der Siegerliste folgt noch.) Für den Sonn- tagnachmitag hatten die Handballabteilungen des Turnvereins die gleichen i?om benachbarten Heuchelheim zu Freundschaftsspielen eingeladen. Heber den Verlauf berichten wir besonders. In den späten Nachmittagsstunden konnte Ortsgruppenleiter Pudolf I u n g' die Siegerehrung vornehmen. Er sprach allen Mitarbeitern Dank aus und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Jugend mit so großem Eifer an der Arbeit gewesen sei. Er gedachte u. a. auch der großen Heldentaten unserer unvergleichlichen Soldaten und würdigte die Verdienste derer, die für Führer, Volk und unser Großdeutsches Reich ihr Leben gelassen haben. Mit der Aufforderung an die Jugend, allzeit in Treue auf dem gestellten Platz die Pflicht zu erfüllen, schloß er feine Ausführungen. Anschließend nahm Turnkamerad Hermann Rau als Sprecher des Turnvereins und als Beauftragter der Bezirksführung Gießen und des Bereichs XII im NSRL. eine im hiesigen Turnverein erstmalig erfolgte Ehrung eines Turnkameraden vor. Er überreichte dem langjährigen verdienstvollen Vereinsführer Sattlermeister Karl Weiß im Aufttag der Bereichs- und Bezirksführung „in Anerkennung der Verdienste um die Verbreitung der deutschen Leibesübungen und in Würdigung langjähriger und erfolgreicher Mitarbeit an ihren Zielen den Ehrenbrief des NSRL.". Turnkamerad Karl Weiß, gebürtig von Großen-Linden, ist mehrfacher Gau-, Kreis- und Bergfestsieger und u. a auch Sieger auf Deutschen Turnfesten gewesen. Er leitete mit kurzer Hnterbrechung den hiesigen Turnverein feit 1926, nachdem er schon seit 1920 in dem Verein als Vorstandsmitglied mitgearbeitet hatte. Kamerad Weiß dankte für die Auszeichnung und versprach auch weiterhin volle Mitarbeit im NSRL. Mit dem Gruß an den Führer, unsere siegreiche Wehrmacht und unser Großdeutsches Vaterland schloß der Ortsgruppenleiter dann den Sporttag. ♦* Mieterjubiläen. Am heutigen 1. September 1941 sind 40 Jahre vergangen, seit Frau Lina Zu lauf W w e., geb. ßöber, einer alten Gießener Familie entstammend, ihre Wohnung in der Moltkestraße bezog. — Am heutigen Tage wohnt die Musiklehrerin Frau Schlesier-Altmann seit 30 Jahren in dem Hause Goethestraße 63. Beide Mieterjubiläen sind sowohl für die Mieter als auch für die Vermieter ein ehrendes Zeichen der guten Hausgemeinschaft. Bei Stockschnupfen und ähnlichen Beschwerden hat sich das aus Heilpflanzen hergestellte Klosterfrau-Schnupfpulver feit Jahrzehnten ausgezeichnet bewährt. Es wird her- gestellt von der gleichen Firma, die den bekannt guten Klosterfrau-Melissengeist erzeugt. Bitte machen auch Sie einen Versuch! Originaldosen zu 50 Pfg. 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Mit einem nicht unwesentlichen Handikap mußte VfB.-Reichsbahn den Kampf bestreiten. Wenn man bedenkt, daß nicht weniger als 7 Stammspieler der Elf fehlten und diese restlos durch Ju- gendspieler ersetzt werden mußten, wird die hohe Niederlage schon verständlicher, hinzu kam noch, daß der Torwart ausblieb und ein Spieler das Tor hütete, der noch nie «zuvor zwischen den Pfosten stand. Konnten die Gäste in der ersten Halbzeit noch einigermaßen Widerstand leisten, so wurde der Bann in der zweiten Halbzeit restlos gebrochen. Den Anforderungen des Spieles genügten nur Eh- mann, Weniger und der Jugendliche Ebert. Sofort mit dem Anpfiff übernahmen die Platzbesitzer das Kommando, es schien so, als hätten sie sich etwas Besonderes vvrgenommen, denn bereits nach 5 Minuten Spielzeit führten sie schon 1:0. Kaum hatten die Gäste den vielbejubelten Ausgleich erzielt, lag auch schon wieder der Führungstreffer der Platzbesitzer in ihrem Netz. Und als VfB- Reichsbahn dem zweiten Treffer greifbar nahe war, erzielten die Platzbesitzer überraschend ihr drittes Tor. Durch diese überraschenden Erfolge und zwei von den Gästen regulär erzielte Tore, die aber von dem Schiedsrichter nicht anerkannt wurden, geriet die Mannschaft vollständig aus dem Konzept. Durch ein weiteres Tor führten die Platzbesitzer bereits bei der Pause mit 4:1. Nach dem Wechsel waren die Platzbesitzer drückend überlegen, während die Miste einen abgekämpften Eindruck machten, hier waren es besonders die Jugendlichen, die dem schnellen Tempo zum Opfer fielen. Als dann noch Schlitz den Platz verließ, wurde jede Hoffnung, wenigstens ein günstiges Abschneiden zu erzielen, zunichte gemacht. In kurzen Zeitabständen können die Platzbesitzeir noch sechs weitere Tore erzielen, denen die Gäste nur noch 3 Gegentreffer anzurei-hen vermochten. Schiedsrichter war der bekannte Spieler Eufinger von Rot-Weiß Frankfurt, mit dessen Leistungen man nicht immer zufrieden sein konnte. Handball im Tv Klein-Linden. Klein-Linden I — Heuchelheim I 10:6 (6:4). Das Spiel wurde auf beiden Seiten in sehr schnellem Tempo ausgetragen. Heuchelheim zeigte schönes Zusammenspiel und war technisch auf der höhe. Klein-Lindens körperlich stärkere Mannschaft glich durch großen Eifer aus. In der ersten Halbzeit erzielten die Gastgeber gleich in den ersten Minuten zwei Tore. Heuchelheim konnte aber zu schönen Torerfolgen kommen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen die Gäste gut auf. Aber wieder wurden eine Anzahl Torschüsse gehalten, und innerhalb fünf Minuten war der Gästetorwart dreimal gezwungen, den Ball aus dem Netz zu holen. Klein-Linden Jgd. — Heuchelheim Jgd. 17:2 (12:0). Die Jugendlichen von Heuchelheim traten mit nur neun Mann an. Nach der ersten Halbzeit, in der die Gäste ihre Mannschaft ergänzt hatten, tarn Heuchelheim zu zwei schönen verdienten Torerfolgen. Dann aber rissen nach kurzem ausgeglichenen «spiel die Gastgeber das Spiel ganz an sich. V.Somnmkanipsspiele der HZ. Festlicher Ausklang. Die V. Sommerkampfspiele der Hitler-Jugend und die erstmals mit ihnen verbundenen Iugendländerkämpfe fanden am Sonntagnachmittag vor 50 000 Zuschauern in der Schlesier-Kampfbahn in Breslau ihren Höhepunkt und Ausklang. Aus dem farbenfrohen Bild der Uniformen der Jugend hoben sich neben dem das Feld beherrschenden Glockenturm an beiden Seiten zwei große V, gebildet aus den braunen Uniformen der Hitler-Jugend und dem blendenden Weiß der Blusen des BDM., weithin sichtbar ab. Die Vorführungen der Jungen im Bodenturnen und der Grundgymnastik, die anmutigen Darbietungen der Bewegungsgestaltung der Mädel in ihren prachtvollem Herz und Augen erfüllenden Bildern wechselten mit den packenden Kampfszenen der letzten Entscheidungen der Jugendmeisterschaften der Hitler-Jugend und den Mannschaftskämpfen ab. Zum Schluß der Kämpfe marschierten die Mannschaften der teilnehmenden Nationen in der Reihenfolge Italien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Flamland, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Rumänien, Spanien, Slowakei, Ungarn und Deutschland in die Kampfbahn ein. ' Stabsführer Möckel ehrte die Sieger durch Handschlag und hob in feiner Schlußansprache hervor, daß von den eingeladenen Nationen nur Schweden und die Schweiz fehlen. In Breslau sei aber die Jugend aller Länder versammelt gewesen, die sich um den Aufbau einer neuen Jugendbewegung bemühe. Die Kämpfe hätten gezeigt, daß sowohl die deutsche als auch die europäische Jugend bereit sind, das Werk zu beginnen. Die eindrucksvolle Feier schloß mit der Führer-Ehrung und der Ehrung der Staatsoberhäupter der vertretenen 14 Nationen und den nationalen Liedern. Im Jugend-Länderkampf der Schützen war am Samstag die Hitler-Jugend in Breslau stark überlegen. Deutschland siegte mit 2688 Ringen vor Ungarn (2545), Finnland (2421), Italien (2382) und Bulgarien (2094) Ringe. Deutschland stellte zudem noch in Walter und Fechter die besten Einzel- schützen. Die Schwimm-Länderkämpfe der europäischen Jugend in Breslau wurden beide von Deutschland überlegen gewonnen. Bei den Jungen siegte die HI. mit 72 Punkten von Ungarn (33) und Italien (24), bei den Mädeln mar der BDM. mit 65 Punkten vor den Niederlanden (36) und Italien (31) erfolgreich. Gebiet O st land schlug Baden 11:8 (8:2) und wurde damit in Breslau Deutscher Jugendmeister im Handball der Hitler-Jugend. Die Badener wären im Felde besser, aber zu.schwach im Wurfkreis. Jugendmeister im Fußball wurde das Gebiet Westfalen durch einen 5:1 (2:0)-Sieg über Wien, Sachsen erkämpfte sich den dritten Platz gegen Franken mit 4:2 (3:0) Toren. Im Endkampf um die Deutsche Jugendmeisterschaft im Wasserball siegte das Gebiet Berlin über das Gebiet Franken mit 5:4 (3:2) Toren. Im Leichtathletik-Länderkampf der europäischen Jugend siegten, wie schon bei den vor- ausgegangenen Ländertreffen der V. Sommerkampfspiele, die deutschen Vertretungen. Sowohl bei den Jungen als auch bei den Madeln belegte Italien den zweiten Platz vor den Finnen. Die neuen Jugendmeister im Tennis sind bei der HI. der Sudetenländer Fischer, der den Endkampf gegen den Titelverteidiger Jürgen Günther (Hessen-Nassau) 7:5, 6:3 gewann, im HJ.-Doppel Günther-Wissenbach, beim BDM. Lotte Tegtmeyer (Düsseldorf), im BDM.-Doppel die Hamburgerinnen Obst-Weidenhaas. Der Obergau Hessen-Nassau erkämpfte sich in Breslau die Jugendmeisterschaft im Hockey durch einen erst in der Verlängerung erzielten Endspielsieg von 2:1 über den Obergau Mittelelbe. Die Meisterschaft der Jungen muß später nachgeholt werden, da die Begegnung zwischen Hochland und Ruhr- Unter Beteiligung von 22 Mannschaften wurde auf der Rundstrecke Breslau—Trebnitz—Obernigt das 100-lcm-Mannschaftsfahren der HI. entschieden. Obwohl die Strecke mit bösen Steigungen schwer war, gab es nur drei Ausfälle, Thüringen, West- mark und Sudetenland erreichten nicht das Ziel. Nachdem anfangs Württemberg «geführt hatte, holten später die radsportlich starken Gebiete Sachsen, Hochland und Franken auf und belegten in dieser Reihenfolge die drei ersten Plätze. Auf der Friesenwiese und auf der Schlesierkampfbahn in Breslau traten gleichzeitig die besten Kameradschaften der HI., Jungenschaften des DJ., Mädelschaften des BDM. und Jungmäbel- schaften der IM. zum R e i ch s e n t s ch e i d des all- umfasienden Reichs sportwettkampfes an, dem Leistungsappell im Gewand eines volkstümlichen Dreikampfes (Lauf, Sprung und Wurf), lieber Bann- und Untergau-, Gebiets- und Obergau-Sportfesten setzten sich diese sechs besten Mannschaften für den R^ichsentscheid in Breslau durch. Die Wanderpreise des Reichsjugendführers gewannen Westfalen bei der HI., Sudetenland beim DJ., Württemberg beim BDM. und Nordmark bei den Jungmädeln. Die Ergebnisse: Hitler-Jugend: 1. Westfalen 3092; 2. Berlin 2919; 3. Niederschlesien 2718. Jungvolk: 1. Sudentenland 2657; 2. Westmark 2653; 3. Mark Brandenburg 2567. BDM.: 1. Württemberg 2728; 2. Berlin 2566; 3. Pommern 2526. Jungmädel: 1. Nordmark 2634; 2. Berlin 2495; 3. Bayerische Ostmark 2408. Die Jugendmeisterschaften im Rollschuh-Kunstlaufen wurden zu einem großen Triumph der Jungen und Mädel aus Hessen- N a s s a u, die bei den Mädeln die ersten sechs Plätze belegten und im Paarlaufen die Sieger und die Zweiten stellten. Ergebnisse: BDM. - Meisterschaft: 1. Alexa Hahn 5/221,4; 2. Irma Fischlein 10/217,5; 3. Marga Schäfer 16/211,3 (alle Hessen-Nassau). Paar- laufmeisterschaft: 1. Irma Fischlein-Müller (Hessen-Nassau) 5/11,6; 2. Marga Schäfer-Jacob (Hessen-Nassau) 11/10,9; 3. Hohmann-Brückner (Mittelelbe) 14/10,4. Jugendmeister im 1000-m-Malfahren wurde Hans Höschen (Ruhr-Niederh.) vor Ludwig Schmück (Franken). Höschen gewann die beiden Endläufe gegen Schmück mit 3/4 bzw.- IVt Längen. Das Vierer-Mannschaftsfahren über 4000 m wurde in zwei Läufen nach Zett entschieden. Im ersten Rennen siegte Köln-Aachen in 5:19,6 über Baden mit 5:27,5 Pkt. Jugendmeister wurde jedoch im zweiten Lauf Niedersachsen mit Vio Sek. Vorsprung in 5:19,5 gegen Franken mit 5:30,1. Ein als offenes Rennen 'durchgeführtes 30-Runden-Punktefahren wurde von Heinz B i ft (Düsseldorf) mit 20 Punkten vor Schwalda (Nordsee) mit 8 Pkt. gewonnen. Die Jagd im September. Der Herbst, die Erntezeit des Jägers, ist heran- gekommen, und mannigfaltig ist das Bild, das der September als Jagdmond bietet. „Zu Aegide tritt der Hirsch in die Brunft" sagt eine" alte Jägerregel. Zwar ist dieser Tag für die eigentliche Brunft noch zu früh, aber schon beginnen die Feisthirschrudel sich aufzulösen, der Hirsch tritt zum Kahlwild, und die Brunftrudel bilden sich und wechseln dann bald nach ihren gewohnten Brunftplätzen, bis dann nach kalter Nacht zum ersten Male das Schreien der Hirsche den Beginn der ,chohen Zeit" des Rotwildes verkündet. Naturgemäß steht nun der Brunfthirsch im Vordergründe jagdlicher Wünsche. Neben dem Hirsch hat in der ersten Monatshälfte auch nicht- führendes Kahlwild Schußzeit, während mit dem 16. alles weibliche Wild nebst Kälbern beiderlei Geschlechts frei ist. Dasselbe gilt für weibliches Damwild, während mit Monatsbeginn auch die Jagd auf den Schayfler aufginch der in freier Wildbahn in feiner Feiste den Jäger vor schwierige Aufgaben stellt. Wo das Muffelwild bei uns eine Heimat fand und freigegeben wurde, stellt der starke Widder eine erstrebenswerte Beute dar. Nachdem die Brunst des Rehwildes abgeklungen ist, hält der Rehbock nach Zeit und und Ort wieder brav feinen Wechsel wie im Mai, so daß der noch nicht voll durchgeführte Abschuß beendet werden kann. Um die Monatsmitte beginnt auch der Abschuß von weiblichem Rehwild und Kitzen, der möglichst in den Herbstmonaten durchgeführt werden soll. Wo er zahlenmäßig hoch ist, empfiehlt es sich, bald damit zu beginnen. Verkehrt wäre es, ihn nur an Schmalrehen erfüllen zu wollen. Denn dann wird der Hegeabschuß niemals zum Erfolg führen. Diese Schmalrehe sind die Töchter von Vätern, die zum größeren Teil als zuchtwertvoll geschont wurden. Sie tragen ihr wertvolles Erbgut, das sich nur weitervererben kann, wenn dis Trägerinnen leben bleiben, ßebenlaffen starker Stücke, Abschuß geringer Ricken samt ihren Kitzen führt am sichersten zu starkem Wild, wie wir es anstreben. Das Schwarzwild findet überall gedeckten Tisch. Wo es zu Schaden geht, muß der Jäger um Abhilfe nach Möglichkeit bemüht sein. Der Hase erfreut sich im September zum letzten Male der Schonzeit, sein kleiner Vetter, das K a - ninchen, dagegen kann besagt werden. Eigentlich müßte der September der Monat der Hühnerjagd im Feldrevier sein. Doch geht diese aus bekannten Gründen auch in diesem Jahre erst am 16. September auf. Da sie nur einen Monat dauert, heißt es dort, tuu es hühn:r gibt, sich daranhalten. Darum ist es zweckmäßig, schon vorher einmal mit dem Hund zu suchen, ihn an die kommenden Anstrengungen zu gewöhnen und die Hühner zu bestätigen. D.as erspart dann manche verlorene Stunde und manchen Aerger. Gelegentlich der Hühnerjagd pflegt auch manche Ringeltaube an den Galgen zu kommen. Ein Gang nach dem Bach oder Teich kann sich lohnen, denn die Enten sind nun alle so, daß sie den Schuß voll lohnen. Aber auch die Waldschnepfe ist auf dem Zuge nach Süden und lohnt als starke Herbst- schnepse die Jagd viel mehr als zur Zeit des Frühjahrszuges. Ihre Verwandten, die mancherlei Sumpfschnepfen und Brachvögel, sind gleich ihr frei. Der Fasan dagegen ist noch bis zum Oktober, bis die Hähne „geschildert" haben, mit der Jagd zu verschonen. Ein Wild, das früher zur Zeit des Dohnen- ftieges hochgeschätzt war, die Drosseln findet bei den meisten Jägern nur geringe Beachtung. Dabei ist ihre Bejagung wegen ihrer Vorliebe für Beerenobst und Weintrauben oder Kirschen sehr erwünscht und ihre Jagdzeit sogar bis in den Dezember ausgedehnt worden. Der Dachs setzt bei seiner reich besetzten Weide immer mehr Weiß an und lohnt nun schon das Graben. Zum Abschuß am Bau sind die Lichtver- hältnisse meist schon zu unsicher. Wo der Fuchs an Hausgeflügel Schaden tut und die Niederjagd gefährdet, wird man ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit schießen. Sonst wird man gern noch einige Wochen warten, bis sein Balg gut ist. Auch Mäuse- und Rauhfußdussard dürfen kurzgehatten werden, wo sie im Uebermaß auftreten und die Niederjagd beeinträchtigen. Neben dem Jagen steht die hege. Dazu gehört jetzt Vorsorge für den Winter. Drus ch a bfall der Dreschmaschine wird gesammelt, um später zum Beschicken der Hühner- und Fasanenfütterungen Verwendung zu finden. Die roten Vogelbeeren verkommen meist nutzlos oder werden zu Zeiten des Ueberflufses von den Drosseln geplündert. Dabei stellen die Fruchtstände, in Sand eingeschlagen, im Winter ein von allem Wild gern genommenes Futtermittel dar. Hubertus. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. Aug. Es notierten je 50 kg in RM.: Ochsen a) 46 bis 47,50, b) 42 bis 43,50, c) 37,50 bis 38,50; Bullen a) 44,50 bis 45,50, b) 41,50; Kühe a) 44,50 bis 45,50, b) 40 bis 41,50, c) 32 bis 35,50, d) 20 bis 26; Färsen a) 45,50 bis 46,50, b) 41 bis 42,50, c) 36,50 bis 37,50; Kälber (Sonderklasse) 70, andere Kälber a) 59, b) 56 bis 59, c) 46 bis 50, d) 30 bis 40; hämmel b2) 48 bis 51, c) 32 bis 44; Schafe a) 42. bis 44, b) 38 bis 40, c) 20 bis 32; Schweine a) 63, bl) 63, b2) 62, c) 60, d) 57, e) 55, gl) 63. Marktverlauf: alles zugeteilt. Schweinemarkt In Alsfeld. * Alsfeld, 1. September. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 239 Ferkel aufgetrie» bei. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 18 bis 22 RM. Marktverlauf: schleppend; es verblieb Ueberftanb. M SreiHMMgMöll Vornan von Horst Hiernach 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Entschuldige du schon, mein lieber Junge, daß ich es ausspreche, aber auch dein Ton ist manchmal ein wenig — frei. Ich verstehe natürlich, daß du als Künstler dich nicht dem strengen Zwang einorbneft, hier und da auch ein Wort zu unterbrücken, bas besser unausgesprochen bliebe. Leiber schnappen die Kmber gerade diese Ausdrücke mit Vorliebe auf. Fräulein Zögling wird in dieser Hinsicht ein gutes Gegengewicht abgeben." hellwang schluckte die Anwort hinunter, er schluckte sie hinunter und wurde sich mit wachsendem Unbehagen darüber klar, baß er fortan manches würde hinunterschlucke., müssen. Luisa, sein prachtvoller Kamerad, war nie in Ohnmacht gefallen, wenn er einmal im großen Männerzorn über Verleger, Steuerbehörden und sonstige Widrigkeiten des Lebens die Ueberdruckventile geöffnet hatte. Sollte er von nun ab wie ein Gast im eignen Hause zu Tisch sitzen, mit der Miene 1 heiterer Geselligkeit und einer stets festlich gestimmten Plauderharfe in den Händen?! Was, wenn seine Schweigezeiten über ihn kamen? Wenn die Arbeit stockte, wenn die Gedanken zäh wie Leder wurden und er wie ein gereizter Löwe durch das Haus knurrte, so daß sogar Kathi nur auf Zehenspitzen durch die Zimmer schlich und die Teller beim Abwaschen einzeln in die Schüssel tunkte, um kein Geräusch zu machen? Er wagte nichl daran zu denken. Nun, nachdem der Meinung der alten Dame nach alles so prächtig geordnet war, überfiel sie die Unruhe und der Wunsch, hier ihre Zelte abzubrechen: „Sei mir nicht böse, Konrad, wenn ich euch schon morgen verlasse. Ich mache mir große Sorgen um Vater. Achtzig Jahre sind schließlich ein Alter, wo der Mensch seine gewohnte Ordnung braucht. Und ich mochte mir nicht Vorwürfe machen wollen, wenn ihm etwas zustößt. Für die zwei Tage bis zu Fräulein Zöglings Einzug kann ich euch wohl Kathi unbesorgt überlassen?" „Selbstverständlich, Mutter ..." „Weißt du, ich werde ihr einen Küchenzettel machen und das Rezept von dem Kalbsgulasch noch einmal genau erklären. Sie läßt das Fleisch am Anfang nicht genug bräunen, das ist der ganze Fehler, deshalb schmeckt nachher die Soße so leer." Er mußte lachen, so sehr ihn die Besorgnis seiner guten Mutter innerlich auch rührte: „Aber, wir werden schon nicht verhungern, Muttchen; es wird natürlich nicht ganz so fein abgeschmeckt sein wie bei dir, aber schließlich hat Kathi uns früher ja schon oft genug für ein paar Tage selbständig ganz ordentlich versorgt und bekocht." Er wußte, daß Kathi hinter seiner Mutter drei Kreuze schlagen würde. Sie waren beide Herrennaturen, und die Küche war ein zu enger Spielraum für Eisenköpfe, daß sie nicht aneinander gerannt wären, zumal Eisenköpfe mit so unterschiedlichem Geschmack. Die hellwangkinder kannten die norddeutsche Küche nur von den seltenen Ferienbesuchen bei den Großeltern. Konrad hellwang und Luisa hatten sich in den langen Jahren ihrer halb entwöhnt. Kathi haßte sie. In ihrer Ausdrucksweise grauste es ihr davor; es grauste ihr vor Königsberger Klopsen und Nahmsalat, vor Obstsuppen und Seefischen, vor Roter Grütze und Danillesoße. Die alte Dame ihrerseits fand Knödel schauderhaft, zur Bratente gar als Entweihung, sie fand gemischten kalten Salat zum Schweinebraten empörend, und die bajuwarische Völlerei auf dem Oktoberfest nannte sie nackten Kanibalismus. So war es zu verstehen, daß Kathi während ihrer Anwesenheit außerordentlich nervös geworden war und es nur mit äußerster Anstrengung nicht zur Explosion der Kräfte kommen ließ, die sich in ihrem Innern ballten. Geschah es nun als Aufmerksamkeit oder aus Erleichterung, jedenfalls besorgte sie vom Gärtner Empfenzeder drei Büschelchen Primeln, und mit diesem Blütengruß durften sich die Kinder von der weinenden alten Dame verabschieden. Auch hellwang war es schwer ums Herz, als er zwischen seinen kleinen Töchterchen dem davonrollenden Zuge nachwinkte. Auf der Heimfahrt durfte Lydia im Wagen neben ihm sitzen. Ihre ewig zappelnden Hände entdeckten in dem Spalt zwischen Rückenpolster und Sitz ein Taschentuch, ein kleines Tüchelchen mit behäkeltem Rand und Luisas Monogramm in einer Ecke. Wann hatte sie es dort vergessen? Auf einer der vorweihnachtlichen Stadtfahrten, von denen sie hochbepackt und geheimnisvoll, die Kinder zu Kathi in die Küche scheuchend, heimgekehrt waren — ober auf der letzten Fahrt in die Klinik, von der er sie nicht mehr abholen durfte? Er nahm Lydia das Tüchelchen fort und barg es in seiner warmen Hand, lieber Wochen ober Monate, die es ba in seinem Versteck gelegen hatte, war ihm ein zarter Duft nach Lavendel haften geblieben, ein Duft, der etwas in hellwangs Kehle aufqueüen ließ. Vielleicht rief der süße hauch in den Herzen der Kinder ebenfalls eine Erinnerung wach. Sie hockten für den Rest der Fahrt, während der Wagen die Stadt verließ und zwischen märzlichen Feldern und verstreuten Siedlungen Greifsing zu eilte, still in den Polstern und streiften hellwangs umschattetes Gesicht mit scheuen, zärtlichen Blicken. In Omis Zimmer wurden die Betten für die neue Hausgenossin frisch bezogen, die Gardinen gewaschen und neu aufgesteckt und überhaupt Generalreinigung gehalten. Die beiden Mädel halfen, sobald sie aus der Schule kamen, tüchtig mit — wenigstens war das ihre Meinung. Kathi war von dieser Hilfe wahrscheinlich nicht so begeistert, einmal weil die Kinder ihr dauernd im Wege standen, und dann auch, weil der Eifer, den sie da für „die Neue" entwickelten, ihr irgendwie ein Dorn im Auge war. „ha, ihr tönnt’s euer Fräulein gar nimmer erwarten?" knurrte sie. Die Kinder, die alles Neue begehrenswert fanden und denen Abwechslung immer spannend und willkommen waren, woher sie auch eintreten mochten, waren arglos genug, nicht zu verhehlen, daß sie auch der Ankunft ihrer Erzieherin Reize abzugewinnen vermochten, während Kathi fraglos der Meinung mar und dies auch bekundete, baß sie da ahnungslos aus Giftblüten Honig sögen. Sie wand den Scheuerlappen so nachdrücklich und energisch aus, als drehe sie einer Gans den Kragen ab; sie wand ihn um den Schrubber und stützte die roten Fäuste auf den Stiel, während ihr Gesicht den düsteren Ausdruck einer Kassandra annahm. Sie hatte Fräulein Zögling bei der Vorstellung nur die Tür geöffnet und den Mantel abgenommen, aber dieser flüchtige Eindruck hatte ihr genügt, um bereits ein abschließendes Urteil zu fällen. „Ihr werdet's ja erleben", murmelte sie in sich hinein, „freut euch nur drauf — auf bees hochmütige, kalte Suber, auf bees kalte!"-- Am Sonntag beim Mittagessen bat Kathi um bie Erlaubnis, bie Kinder zu ihren Leuten mit- nehmen zu dürfen. Obwohl hellwang der Gedanke, den Tag in dem stillen Hause allein zu verbringen, nicht angenehm war, gestattete er es, als er sah, wie die Kinder bei Kathis Vorschlag Hurra schrien und mit den Löffeln in die Teller trommelten. Söhnchen krähte vor Begeisterung, und seist Britta waren diese Besuche bei Kathis Eltern noch Höhepunkte des Lebens. Denn Kathis Mutter hielt für sie stets ein paar Schmalznudeln bereit, die lockersten und duftigsten Schmalznudeln weit und breit, sie zerschmolzen einfach auf der Zunge, bann aber durften sie bas kleine Häusl auf ben Kopf stellen unb auch auf ber Maurer karre von Kathis Vater Rabfahren üben. Unb zum Schluß ging es immer in ben „Hubertus", wo je nach Jahreszeit unb Wetterlage im Saal ober im Freien bie Musik spielte, Schuhplattler tanzten, Komiker auftraten, unb wo füe bie Schweinswürstl vom Rost mit tüchtigen Schlucken aus bem gemeinsamen Maßkrug hinunterspülen durften. Jedes Kind bekam ein Fünfzigerl in bie Hand gebrückt, Kathi putzte sie heraus, Lybia, bie sie bei solchen Gelegenheiten wie ein Pfingstochse mit flirrenbem Schmuck aus ber Wunbertüte behängte, würbe rasch noch um ein paar Armbänder, Ringe und Halsketten erleichert, und bann zogen sie ab, und hellwang blieb mit feiner Zigarre allein zurück. Aber nach einer Stunbe sperrte auch er Die Gartentür hinter sich zu. Es litt ihn nicht im Hause. Die Wärme war baraus entwichen. Wenn er burch bie Räume ging, hatte er bas Gefühl, es fehlten nur noch weiße Leinenüberzüge auf die Möbel, damit das Bild der Unwohnlichkeit vollendet würde. In ben Zimmern herrschte bie be« klemmenbe Sauberkeit von Krankenhäusern ober fiur Besichtigung freigegebenen Prunkschlössern. Man suchte unwillkürlich nach ben Strohpantoffeln auf ber Schwelle. (Fortsetzung folgt.)