Dienstag.l. JuliMl Annahme von Anzeigen für die Mttagsnummer bis 8V, Uhr des Vormittags Anzeiaen-Vreise: Anzeigenteil 7 Rvf» ie mm bei 22 mm Zeilenbrette, Tertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzoorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr 191. Jahrgang Nr. (54 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Giehener Familienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugsvreis: Monatlich.......RM1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernivrechanschluh 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks ^M. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen •*srsssr’ Lemberg wieder in deutscher Hand Frankreich bnchi die diplomatischen Beziehungen zu den Sowjets ab. Der japanische Botschafter in London, Shigern i t s a , der von seiner Regierung zur Berichterstattung nach Tokio berufen worden ist und seit über einer Woche in Lissabon weilte, ist an Bord des Clippers'nach Reuyork avgereist. Er wird von dort aus seine Re-ise nach Japan fortsetzen. zeug von der spanischen Flak unter Feuerge« n o m men und anscheinend beschädigt zur Rückkehr gezwungen würde, eröffnete plötzlich die englische Flak in Gibraltar das Feuer und beschoß die spanischen Flakstellungen. Die spanischen Batterien erwiderten das Feuer. Die spanische Regierung hat wegen der Vorfälle schärfsten Protest erhoben. — Mit diesem unerhörten Zwischenfall bekennt sich England jetzt zu den rücksichtslosen Bombenüberfällen der sow- jötrussischen Armee auf friedliche finnische und ungarische Städte und Dörfer. Er zeigt, daß es offenbar gewillt ist, mit der gleichen Skrupellosigkeit gegen spanisches Territorium vorzugehen. Oer Wehrmachtbericht. Führerhauplquartler, 30. Juni. (DftB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Äie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben unsere in Galizien in Vormarsch befindlichen Truppen Lemberg genommen. Jn der Mitte der heeresfront wurde der Ring um die eingekesfelten sowjetrufsifchen Armeen enger geschlossen. Der Rordflügel ist in flüssiger Verfolgung. An der Küste wurde Libau genommen. Jm Seekrieg gegen Großbritannien versenkten Unterseeboote bei erneuten Angriffen gegen die im Wehrmachtbericht vom 29. Juni erwähnten feindlichen Geleitzüge weitere fünf Schiffe mit zusammen 25 400 VRT.. darunter einen Hilfskreuzer. Damit hat sich der Erfolg dieser llnterfeebootsoperation auf 9 6 1 0 0 VRT. erhöht. Kampfflugzeuge versenkten in der letzten Rächt vor Great Yarmouth aus gesicherten Geleitzügen heraus drei Handelsschiffe mit zusammen 23 000 VRT., darunter einen großen Transporter. Weitere Luftangriffe richteten sich während der letzten Rächt gegen hafenantagenamhum- b er. lieber die Haltung Frankreichs gegenüber dem deutsch-sowjetrussischen Konflikt erklärte der Bevollmächtigte der französischen Regierung im besetzten Gebiet, Botschafter de D r i n o n , Vertretern der amerikanischen Presse, daß die k o m m u n i st i s ch e Agitation versuche, die durch den Krieg in Frankreich verursachten Leiden der Bevölkerung für ihre Zwecke auszunutzen. Ein Bericht des Polizeipräfekten über die Haltung der Kommunisten zu den syrischen Ereignissen rechtfertige die von Deutschland abgegebenen Erklärungen über die Sowjetaktion im besetzten Gebiet, denn auch in der syrischen Frage hätten die Kommunisten die Befehle Moskaus obgewartet. Churchill habe sich in seiner letzten Rede zum Verbündeten der Sowjets erklärt. Er wünsche Churchill und England viel Vergnü- g en dazu. Churchill werde sehen, wohin ihn dieser Entschluß führen werde Der gegenwärtige Krieg sei zugleich eine Revolution gegen den Kommunismus und den Kapitalismus, die sich für die Verteidigung einer verflossenen Gesellschaftsordnung verbündet hätten. Er erinnere sich an eine Unterhaltung Anfang 1933 mit dem damaligen 1)8^ -Botschafter Bullitt. Wenn Frankreich, so habe Bullitt ihm getagt, mit Deutschland in einen Krieg eintrete, würden die Vereinigten Staaten hundertprozentig auf feiten Frankreichs sein. Man dürfe sich jedoch köinen Illusionen hingeben, daß die Vereinigten Staaten zwhihundertprozentig gegen den Verbündeten Frankreichs, die Sowjetunion, seien. Welches Gesicht, so fragt de Brinon, müssen j e tz t, wo Churchill erklärt, er werde alles tun, um Moskau zu (DRB.) G e n f, 30. Juni. In einer amtlichen Verlautbarung teilt die französische Regierung den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Sowjetrußland mit. Die' Mitteilung lautet: „Die französische Regierung hat, nachdem sie die Gewißheit erlangt hat, daß die diplomatischen und konsularischen sowjetrussischen Agenten in Frankreich eine die öffentliche Ordnung und die Sicherheit des Staates gefährdende Tätigkeit ausübten, ^beschlossen, die diplomatischen Beziehungen mit Moskau abzubrechen." — Der französische Botschafter in Moskau ist beauftragt worden, diesen Beschluß der Sowjetregierung zur Kenntnis zu bringen, während der sowjetrussische Botschafter in Vichy Montag vormittag von dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Außenminister Admiral Darlan davon unterrichtet worden ist. teuge herzustellen; es hatte schon im Weltkrieg frühzeitig Tanks gebaut und Theorien über ihre Anwendung aufgestellt, aber es wurde von den deutschen Divisionen vernichtend Gestern 280 Sowjetflugzeuge vernichtet. Große Erfolge der Jagdgeschwader Mölders und Trautloft. DRV. Musbern Führerhauptquartier, 1. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe versetzte im Laufe des 30. Juni den sowjetrussischen Kampf- und Jagdfliegerformationen erneut vernichtende Schläge. Jnsgefamt verlor der Feind am 30. Juni 2 6 0 Flugzeuge, davon allein in Luftkämpfen 216. Besonders zeichneten sich hierbei die Jagdgeschwader unter Führung des Oberstleutnants Rl ö l d e r s mit HO Abschüssen und des Majors Trautloft mit 65 Abschüssen aus. Dem Jagdgeschwader T r a u t l o f t gelang es bei Dünaburg, von 40 angreifenden Sowjetflugzeugen alle 40 zu vernichten. Ebenso eindrucksvoll bewies das Jagdgeschwader Wälders im Raum ostwärts Winsk und Bobrujak die Aeberlegenheit der deutschen Luftwaffe, hier versuchten zahlreiche feindliche Verbände, die deutschen Vormarschbewegungen zu stören. Von etwa 100 angreifenden Kampf- und Jagdflugzeugen vernichtete das Jagdgeschwader Mölders 80 Flugzeuge. Oberstleutnant Wölders errang hierbei seinen 82., Hauptmann J o p p i e n seinen 52. Luftsieg. Der Feind warf in der Rächt zum 30. Juni Spreng- und Brandbomben im norddeutschen Küstengebiet, vorwiegend auf Wohnviertel der Städte Hamburg und Bremen. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste an Toten und Verletzten. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Rachtjäger und Flakartillerie waren bei der Abwehr dieser britischen Luftangriffe wieder erfolgreich. Sie schossen 13 der angreifenden bri» tischen Kampfflugzeuge ab. Bei den Kämpfen im Osten zeichneten sich Oberst Holm als Führer eines Schnellen Verbandes, Oberst Weber als Kommandeur eines Jnfanlerie- regimenls, der Leutnant in einer Aufklärungsabteilung Florent, der Feldwebel in einem Gebirgsjägerregiment Betauet und der Gefreite in einem Jnfanterieregiment Haffe durch besondere Tapferkeit aus. Bei der Versenkung von zwei Zerstörern, einem Torpedoboot und einem Unterseeboot der Sowjets haben sich Oberleutnant z. S. Wuppermann, als Führer einer Schnellbootgruppe, sowie Oberleutnant z. S. Albert Müller, Leutnant z. S. Weber und Leutnant z. S. Haag als Schnellbootkommandanten besonders ausgezeichnet. Bei den siegreichen Kämpfen im Osten zeichneten sich verschiedene Einheiten der Flakartillerie hervorragend aus. rückständiger Entwicklung, uni kaum noch in der Lage, Flugzi t Weltkrieg früh. GeistigeBestandsaufnahme »«Frankreich Von unserem E. F.-?Korrespondenten. was im Zeichen der politischen und sozialen Desorganisation auch für andere Lebensbezirke galt: Frankreich hatte vielleicht politische Doktrinäre von Rang, aber sie waren zur Führung der Staats- geschäste nicht zugelassen; es hatte gute Ingenieure und Erfinder, aber seine Industrie befand sich in ~ • - und Frankreich war Zertrümmerter Aufmarsch. Von unserer Berliner Schriftleitung. Was sich in der vergangenen Woche im Osten vollzog, ist der Beginn einer säkularen Entscheidung. Gerade zur rechten Zeit hat die deutsche Aktion den Aufmarsch der bolschewistischen Armee gegen das antibolsewistische Europa getroffen. Was vorher schon aus den politischen Dokumenten klar hervor* gegangen war, hat die deutsche Wehrmacht im Aufmarsch der bolschewistischen Armee bestätigt gefunden. Bereits am 27. Juni hatte das Oberkommando der Wehrmacht feststellen können, daß „die ersten fünf Operationstage bewiesen haben, daß die sowjetrussische Wehrmacht zum Angriff gegen Deutschland bereit war und daß „unsere Verbände auch in jenen, nach Westen vorspringenden G.renzbogen um Lemberg und um B i a l y st o k die von vornherein einer deutschen Umfassung ausgesetzt und - daher für die Zwecke einer reinen Verteidigung ungeeignet waren, eine Massierung russischer Angriffstruppen vorgefunden haben." Zwischen diesen beiden Bögen dehnen sich die gewaltigen P r i p j e t s ü m p f e bis an -die Ufer des Bug nach Westen hinaus. Bresk-Litowsk, die bereits am 24. Juni von deutschen Truppen erstürmte Festung, ist die Spitze des Keils, der den gewaltigen Kampfraum zwischen Karvathen und Ostsee in zwei Abschnitte teilt. In dem südlichen dieser Frontabschnitte wurden bereits am ersten Tage die neuzeitlich ausgebauten Grenzbefestigungen nach hartem Kampf durchbrochen. Der fort* schreitende Angriff des deutschen Heeres führte zu einem starken Druck von Nordwesten und Norden her auf Lemberg, dessen Einnahme bereits gestern gemeldet wurde. Gleichzeitig stößt ein deutscher Angriffskeil aus dem Raume südostwärts Lublin über Luck nach Osten vor, der auch durch feindliche Gegenangriffe nicht aufzuhalten ist. Es er- scheint zweifelhaft, ob die Sowjetkräfte in diesem Abschnitt den deutschen Vormarsch noch lange wer- den aufhalten können, obwohl hier im galizischen Raum besonders ausgesuchte Verbänder der Souyet- armee eingesetzt sind. Das nördlich der Pripjet-Sümpfe nach Weste,: vorspringende Grenzgebiet um Bialystok wurde unter gleichzeitigem frontalen Vorgehen von Süd- ostpreußeu her durch zwei besondere Stoßtruppen im Osten abgeklemmt. Die südliche Gruppe nahm die Festung Brest-Litowsk und stieß in der allgemeinen Richtung Nordosten weit ausholend vor, um sich später mit der aus Ostpreußen angreifenden Gruppe zu vereinen, die sich unterdessen in den Besitz der Festung G r o d n o gefetzt hatte. Das Ergebnis war die Einkesselung von zwei starken Sowjet-Armeen im Raume um Bialystok Die gleichen Truppen, die schon im Herbst 1939 im Kampf um Lemberg Außerordentliches geleistet haben, eroberten am Montag nach schweren Kämpfen wiederum die Stadt. B a y e r i s ch e G e b l r gs- jäger haben am 30.6. um 4.20 Uhr morgens auf der hohen Burg in Lemberg die Reichskriegsflagge gehißt. — Unser Bild gibt einen Ueberblict über die Stadt. — (Scherl-Pildarchw.) Der Ring bei Bialystok enger geschlossen Deutscher Nordflügel in flüssiger Verfolgung, Libau genommen. - Lemberg erobert. - Neue Erfolge gegen Englands Versorgung. geschlagen. Es fragt sich, ob man bei dieser Bilanzaufstellung die Angehörigen der geistigen Berufe nicht allzu sehr in Schutz genommen hat. Mag ihnen auch der Vorwurf erspart sein, daß sie durch ihr Verhalten unmittelbar die Einrichtungen' des Landes zersetzt hätten, so bleibt doch noch die Anklage, durch die gerade in diesen Schichten besonders stark hervor- tretenben Eigenschaften des französischen Nationalcharakters Frankreich in seine große Niederlage hineingeführt zu haben: durch die Neigung zum Sichgehenlassen, durch den Hang zum Diskutieren, aus dem der Mangel an Respekt entspringt, durch die Ueberfteigerung einer falsch verstandenen Freiheit, welche die für den Bestand des Staates gefährlichen Verwirrungen gutmütig ober nachsichtig hinnahm, durch die vuft an der Indiskretion im parlamentarischen Getriebe, die jede Initiative lähmen mußte, durch die gegenseitige Beargwöhnung ehrgeiziger Politiker untereinander und vieles andere mehr. Wird Frankreich mit den Erscheinungsformen geistigen Zerfalls fertig werden, die ihm feine eigenen Landsleute im Spiegel ihrer Kritik zeigen? In der Zurückgezogenheit von Vichy wird jetzt an der neuen Verfassung gearbeitet, die den schützenden Rahmen für den Wiederaufbau so vieler zerstörten Werte bieten soll. Marschall P 61ain hat mehrfach die Gedanken ausgedrückt, die ihm und seinen Mitarbeitern vorschweben. Die Einrichtungen Frankreichs sollen sein „hierarchisch und autoritär, gegründet auf die Verantwortlichkeit und den Befehl von oben nach unten auf allen Stufen der Hierarchie, bezogen auf konkrete Gegenstände und präzise Interessen, beseelt von den sozialen, politischen und geistigen Prinzipien, die den Zusammenhalt und die Größe der französischen Nation gebildet haben." Alles wird darauf ankommen, im gesamten Leben der Nation diese Grundsätze mit einem lebendigen Inha11 zu erfüllen und ihnen im Volk die geistigen und zugleich auch die organisatorischen Grundlagen zu geben, ohne welche die besten Grundsätze nur Theorie bleiben. Manche Ansätze sind vorhanden, vor allem im unbesetzten Gebiet die Frontkämpfer-Legion. Vieles andere bleibt noch zu tun. Die Bewährungsprobe wartet noch auf die geistigen Schichten Frankreichs. Sie sehen sich vor Aufgaben gestellt, die ihnen das bisherige Regime nicht zuwies, und an die sie sich noch gewöhnen muffen. Vichy, im Juni 1941. Frankreich hat sich durch den Zusammenbruch des letzten Jahres nicht nur zu einer politischen, sondern auch zu einer geistigen Bestandsaufnahme gezwungen gesehen. Auf dem politischen Gebiet beginnt sich die Entwicklung klarer abzuzeichnen, zumindest auf dem außenpolitischen. Die Erklärungen des Admirals Darlan haben den Weg gezeigt, den man mit einer einfachen Formel als den Weg „v o n England weg, zurück nach Europa" bezeichnen könnte, und die Ereignisse in Syrien, wo Frankreich sein Kolonialreich in offenem Kampf gegen Großbritannien verteidigen muß, verfehlen ihre Wirkung auch auf die noch immer england- hörenden und schwankenden Elemente nicht. Auf dem geistigen Gebiet erweist sich die Bestandsaufnahme als die Anknüpfung an eine durch mancherlei Einflüsse zurückgedrängte Tradition, und zugleich als der Wunsch zu einer neuen Selbstdarstellung Frankreichs. Daraus sollen sich, wie man hofft, Die Formen herauskristallisieren, die dereinst das künftige Zusammenleben,' das neue politische Regime, die neue Verfassung Frankreichs bestimmen sollen. Dieser Prozeß geht nur langsam vonstatten. Man schreitet in Vichy in Etappen vor, um die Grundlagen der neuen Verfassung zu legen. Ausschüsse beraten über die Einteilung Frankreichs in Provinzen, über die berufsständische Gliederung in der Art einer korporativen Verfassung. Die große tragende geistige Idee soll die der Hierarchie und Autorität, eine Art Stufenleiter der Verantwortlichkeit, sein. Das Werk läßt sich erst in seinen Umrissen erkennen. Seine Beurteilung wird erst dann möglich sein, wenn es einigermaßen fertig vorliegt, und das wird gute Weile haben. Die Stunde seiner Bewährung wird erst dann kommen, wenn die Regierung einmal nach Paris zurückgekehrt sein wird. Inzwischen geht die Bestandsaufnahme Der geistigen Werte weiter. In der Zeitschrift „Candide" hat man die Frage untersucht, ob die g e i ft i g e n Schichten für den Zusammenbruch Frankreichs verantwortlich gemacht werden können. Man hat die Frage zwar verneint, aber die Begründung hierfür läßt es doch zweifelhaft erscheinen, ob diese Antwort wirklich zum Stern der Dinge verstößt. Frankreich wär, wie manche andere Länder auch, ein Opfer der Scheidung, die das kapitalistische 19. Jahrhundert zwischen Geilt und Materie herbeigeführt hat. Das Schicksal Der Gesellschaft, war den Politikern und Finanzleuten überlassen. D> <" machte sich der Materialismus breit, die geistigen Werte waren eingekapselt in einen „elfenbeinernen Turm". Alles litt unter der Spezialisierung. Frankreichs geistige Elite war vielleicht den Vertretern des französischen Gedankens in früheren Epochen nicht unterlegen, aber sie hatte den Kontakt mit den Mächten verloren, welche die Wirklichkeiten des täglichen Lebens bestimmten; es bestand keine Berührung mehr mit den .lebendigen Kräften des Volkes, so daß sich auf dem geistigen Gebiet dasselbe ereignete, helfen, diejenigen Amerikaner machen, die so wie Bullitt sagten. Welch ein Wandel seit jenen Augusttagen 1939, da eine französische Militärmission zusammen mit einer englischen in Moskau antichambrierte! Damals war es den Sowjets, wie neulich der frühere französische Abgeordnete Doriot erklärte, gelungen, in Frankreich erst eine Gewißheit auf Bundeshilfe und dann eine maßlose Enttäuschung zu schaffen und durch dies Doppelspiel die Verschlechterung in den Beziehungen der europäischen Kulturstaaten so weit vorwärtszutreiben, daß der Krieg ausbrach. Jener Krieg, an dem Moskau fein Süppchen zu kochen hoffte! Jener Krieg, von dem die Kreml-Gewaltigen den europäischen Kladderadatsch erwarteten. Und nutf bricht Frankreich die diplomatischen Beziehungen mit Moskau ab, setzt damit Unter eine eigene Außenpolitik von langer Dauer einen Schlußpunkt und reiht sich ein in die Front der europäischen Wiedergeburt. Die inzwischen in Moskau eingetroffene englische Militärmission, die in Generalleutnant Mason Mac Farlae auch einen schlechthin grotesken ,,Sachverständigen für deutsche Methoden der Kriegführung zum Mitglied hat, ist ssoliert. Der Aufbruch Europas in eine bessere und einigere Zukunft hat die englisch-sowjetrussische Zusammenarbeit zu einem Studienobjekt gewacht. Französisches Zugendlager in Vichy. Vichy, 30. Juni. (Europapreß.) In Anwesenheit von mehr als 10 000 Personen überreichte am Sonntag der französische Staatschef, Marschall P e - t a i n , in Gegenwart von Admiral Darlan unö anderen namhaften Persönlichkeiten im Stadion von Vichy dem I u g e n d l a g e r v o n V i ch Y em von der Gattin des Kriegsministers General Huntziger gestiftetes Banner. Spanisches Hoheitsgebiet von England verletzt. Madrid, 30. Juni. (DNB.)^Seit einiger Zeit wurden-in Algeciras englische Flugzeuge von Gibraltar k o m m e n d beobachtet, die über spanischem Hoheitsgebiet offensichtlich Erkundungsflüge ausführen. Die mehrfache Wiederholung läßt einwandfrei eine p lan - mäßige Verletzung des spanischen Hoheits- rechtes erkennen. Als bei einem erneuten britischen Erkundungsslug über spanischem Boden das Flug- Vor der Zitadelle von Brest-Litowft .Leningrad^ <9. •Chelm .Oünaburg [wogilew .Gomfl XU N «w-^KUuaCTtxj- Gewaltiger Eindruck in Italien GENERAL- GOUVERNEMENT [Kisdiim z> KRIM Simferopol* Flugzeug und Besatzung in den Heimathafen zurückzubringen. — Oberleutnant Roedel Hal sich als Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader als hervorragender Jagdflieger und als vorbildlicher Führer seiner Staffel ausgezeichnet bewährt und in vielen Angriffs- und Begleitfchuhflügen höchste Einsatzbereitschaft gezeigt. Neben vielen erfolgreichen Tiefangriffen hat er im Lustkampf insgesamt zwanzig feindliche Flugzeuge, davon elf unter besonders schwierigen Verhältnissen hn Einsatz gegen England abgeschossen. / Führer von Sturzkampfverbänden mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an: Hauptmann. B r ü ck e r . Hauptmann Schwärzet, Oberteutnon» Vollmer, Oberleutnant 7l e uber t. Oberleutnant p cf t u n, Oberleutnant Lau, Oberleutnant Naumann. Alle haben sich in Hervorrigender Weise als Füh- SerVemichtungsschlaggegendieSowjeilußwaffe Jede Angriffsmöglichkeit bereits am ersten Tag zerschlagen. — Alle grenznahen Flugplätze zerstört. Oie Schlacht im Atlantik ruht nicht! Von unserer Berliner Schriftleitung. .Balte. , PtrwomjjskDnieproptir \ Nikoiajercr s, xpdessa * Rom, 30. Juni. (Europapreß.) Die römischen Abendblätter vom Montag, bie zum Teil schon die Meldung von der Besetzung Lembergs durch die deutschen Truppen bringen, gehen ausführlich auf die Bedeutung der Sondermeldungen des deutschen Oberkommandos ein. Gayda schreibt im Giornale d'Jtalia: Minsk liege bereits jenseits der alten polnischen Grenze auf russischem Boden und verfüge über starke Befestigungen. Lemberg sei wichtig gewesen als Beherrscher der Straße nach Kiew; es habe über starke Befestigungen verfügt. Die Kampfwagen und Flugzeuge hätten den Stolz der sow- jetrussischen Armee gebildet. Durch die schweren Verluste an Panzern hätten die Sowjets das Mittel zum schnellen Zugriff verlöre n, der in einem so weiten Raum notwendig sei. Und mit den Flugzeugen sei den Sowjets das Auge verloren gegangen, das die Entwicklung der beiderseitigen Operationen überwachen sollte. Gayda warnt aber vor leichtfertigen Unterschätzungen der sowjetrussischen Streitkräfte. Sie verfügten immer noch über größte Massen von Soldaten und Rüstungsmaterial sowie über gut ausgebaute Verteidigungsstellungen. Aber die ersten Erfolge gegen die Sowjets böten doch schon ein lebhaftes Bild von dem Gang der Dinge. ,Lavoro Fasoista" sogt: Die berühmte sowjetrussische Armee, die allein durch ihr Dasein dem ängstlichen Bürger das Blut zum Erstarren bringen Rshevr rWitetak / Der neue Luftangriff auf Alexandria Oie Bahn nach Marsa Matruk unterbrochen. Berlin, 30. Juni. (DRV.) Die deutsche Luftwaffe griff in der Nacht zum 29.6. wieder den Hafen des britischen Flottenstützpunktes Alexandria mit gutem Erfolg an. Kai -und Dockanlagen sowie im Hafen liegende Schiffseinheiten wurden schwer getroffen. Bombenvölltreffer wurden auf einem britischen Kriegsschiff erzielt. Beim Abflug konnte die Besatzung des Flugzeuges eine riesige Detonation auf dem schwer getroffenen britischen Kriegsschiff feststellen. Nachdem bei den letzten deutschen Luftangriffen auf kriegswichtige Ziele in Alexandria der Güter- bahnhof in unmittelbarer Nähe des Westhafens und die sich dicht daran anschließenden Eisenbahn- und Schiffswerk st ätten getroffen wurden, richteten sich jetzt die deutschen Angriffe gegen die Kaianlagen der Langen Mote und im südlichen Hafengebiet. Die Gleisanlagen an den Kais, die direkten Anschluß zu den Lagerhäusern haben, wurden.von genau gezielten Bombenwürfen getroffen. 3n der Nähe der Kaianlagen und des Güterbahnhofes zweigt auch die wichtige eingleisige Bahnlinie nach Marfo Matruk ab, die bereits bei dem letzten Angriff unterbrochen wurde. Damit ist der wichtigste Nachschubweg zu Lande von den britischen Dersorgungsanlagen des Nildeltas und Alexandrias nach den bei Tobruk und Sollum stehenden britischen Verbänden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Kaianlagen des Westhafens spielen für den heutigen Verkehr des britischen Armee- versorgungswefens die ausschlaggebende Rolle. Die schweren Zerstörungen im Westhafen von Alexandria sind für die britische Nilarmee, die britische Kriegs- und Handelsschiffahrt im östlichen Mittelmeer sowie für die britischen Truppen in Libyen ein erneuter, schwer zu überwindender Schlug. tigen Knotenpunkt Minsk in die Zange nahm. Dieser Vorstoß läuft jetzt bereits ostwärts Minsk weiter. Weiter nördlich im Baltenland wurde der N jein e n a b s ch n i t t erzwungen und K o w n o besetzt. Während noch im Raume nördlich Kowno starke feindliche Panzerkräfte in heftigen Kämpfen ver- riichtet wurden, richtete sich abermals ein schneller deutftier Vorstoß auf die D ün a- U e b e r g ä n g e. Da D aburg und Jakobstadt in deutscher Hand und außerdem der einzige wichtige Hasen an di m Teil der Ostseeküste, die Festung Li bau nach kurzen Kampf erobert wurde, verbleiben den Zwischen der Linie Wilna—Dünaburg—Riga und der Ostsee eingeklemmten und zersprengten feindlichen Kräften kaum noch Rückzugsmöglichkeiten. Größte Bewunderung in Madrid. Madrid, 30. Ium. (Europapreß.) Die Sonder- berichte aus dem Hauptquartier des Führers haben in der spanischen Oesfentlichkeit eine unbeschreibliche ■ Bewunderung der Leistungen der deutschen Wehrmacht hervorgerufen. Man erklärt in spanischen Militärkreisen, daß sich die deutsche Wehrmacht mir jsdem neuen Feldzug von neuem übertreffe. Sie habe alle bisherigen Erfolge wieder in den Schatten gestellt. Wenn man berücksichtige, daß die Sonderheeresberichte sich nur über fünf Tatze erstrecken, und inzwischen bereits wieder drei Tage vergangen sind, dann müsse nach menschlichem Ermessen innerhalb dieser Woche mit weiteren sensationelles Ergebnissen gerechnet werdens zumal in den veröffentlichen Sondermeldungen schon und ostwärts. Dieser Kessel verengert sich von Tag zu Tag, und die darin befindlichen Sowjettruppen versuchen vergeblich Ausbrüche nach allen Richtungen. Durch tägliche Angriffe des deutschen Heeres und der deutschen Luftwaffe wird ihre Kampfkraft immer mehr zermürbt. Charakteristisch für die Operationen in diesem Frontabschnitt ist außerdem der kühne Vorstoß schneller deutscher Truppen, der beiderseits an diesem Kessel vorbei über Barano- witschi im Süden und Wilna im Norden den wich- offen ausgesprochen wurde, daß aus der großen Umzingelung von Bialystok Teile der Sowjetarmee nicht mehr zu entweichen vermögen, so daß sie zur Niederlegung der Waffen gezwungen oder zur völligen Vernichtung verurteilt seien. Der Verlust von 4107 Flugzeugen sei der schwerste Schlag' für die Sowjetarmee, es könne sich dabei nur um die besten Apparate gehandelt haben, die die Sowjetrussen wahrscheinlich auch mit den besten Mannschaften besetzt haben dürften. Schweizerische Stimmen. Bafel, 30. Juni. (Europapreß.) In einem Berliner Lagebericht des Korrespondenten der B !a s l e r ,,N a t i o n a l z e i t u n g" wird festaestellt, der E i n- ' satz der deutschen'Luftwaffe sei rein zahlenmäßig unvorstellbar. Die neue Methode des blitzschnellen Einkesselns großer Truppenmassen, die von der deutschen Heeresleitung bereits in Polen und Frankreich zur höchsten Vollendung entwickelt worden sei, scheine sich auch in dem weiten Raum der Sowjetunion zu bewähren. Wenn man bisher in militärischen Kreisen der Auffassung gewesen sei, daß ein moderner Krieg niemals die mehrmalige Anwendung der gleichen Taktik zulasse, so zeige es sich, daß der deutsche Genc- ralftab immer die gleiche Methode, nur in abgewandelter Form, benutze. Die „Tribüne de Lausanne" schreibt: „Schlimmer noch als der bolschewistische Rückzug und die Aufgabe riesiger Gebiete sind die enormen Verluste an Flugzeugen und Panzerwagen. Die bolschewistische Armee kann das verlorene Material kaum leicht ersetzen." Der Militärkritiker der Genfer „Suisse" schreibt: ,F)ie erste Phase, der L u f t f a jn p f, hat sich zugunsten Deutschlands entschieden. Die Ausnutzung des Luftsieges durch Panzerkolonnen, welches die zweite Phase bildet, ist im Gange. Vom Baltikum bis zu den Pripet-Sümpfen stoßen die deutschen Truppen siegreich vor." Oberst Weber. Berlin, 30. Juni. (DNB.) Oberst Weber, der im Wehrmachtbericht vom 30. 6. genannt wurde, hat als Kommandeur eines Infanterieregiments aus selbständigem Entschluß heraus eine Vorausab- Oer italienische Bericht. Rom, 30. Juni. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut: In N o r d a f r i k a hat unsere Artillerie im Abschnitt von Tobruk Truppenzusammenziehungen getroffen und dem Gegner empfindliche Verluste an Mann und Material zugefügt. Britische Flugzeuge haben einen Einflug au Bengasi durchgeführt und zu wiederholten Malen versucht, den Hafen von Tripolis anzugreifen. Sie wurden jedesmal durch das schnelle'Eingreifen unserer Jagdflieger abgeschlagen. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. In O st a f r i f a wurden im Abschnitt Dembi- d o l l o (Galla und Sidamo) feindliche Truppen, die unsere Stellungen anzugreifen versuchten, in sofortigem Gegenangriff in die Flucht geschlagen. teilung gebildet,, mit der er gleich am ersten Tage des Feldzuges über die Bierbaza vorstieß und dabei fünf feindliche Panzerwagen vernichtete. Bei Nowi Dwor erstürmte die Vorausabteilung einen Feldflugplatz der bolschewistischen Luftwaffe und zerstörte 19 startbereite Flugzeuge. Im Anschluß an diesen Handstreich führte er seine Vorausabteilung zum Angriff gegen Nowi Dwor und warf nach heftigem Kampf die Svwjetarmisten aus Nowi Dwor. Oberst Weber hat bereits im Frankreich-Feldzug im Juni 1940 das Ritterkreuz erhalten. Er hat mit dieser . neuen Waffentat wiederum überragende Tapferkeit bewiesen. enkung von 71700 BRT. im Atlantik durch die U-Boot-Waffe und die weitere Versenkung von 14 800 BRT. im Seegebiet um England durch deut- che Kampfflugzeuge bekanntgeben. Unter den im Atlantik versenden britischen Handelsschiffen befan- den sich allein zwei Tanker, die das für England unentbehrliche Rohöl transportierten. Und der Wehr- Machtsbericht vom Montag meldete, daß dieser Er- ,olg deutscher U-Bootsoperationen auf 96 100 BRT. erhöht werden konnte. Das ist wieder einmal ein besonders fühlbarer Schlag für den stets falsch prophezeienden englischen Biockademinister Dalton, alle Hoffnungen, durch den Krieg im Osten werde Englands Lage erleichtert, sind durch diese Tatsachen endgültig geschwunden. Die Schlacht im Atlantik gegen England geht weiter, der deutsche Würgegriff an Englands Kehle hält unvermindert an. E. 8. Das Ritterkreuz für schneidigen U-Boot-Kommandanten. Berlin, 30. Juni. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes dem KapttLu- lentnant h e ß l e r. Er hat als llnkerseeboatskomman- dant bisher 18 bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit zusammen 111 272 BRT. versenkt, darunter 14 Schiffe mit 90 272 BRT. in der kurzen Zeit von knapp 3% Monaten. Diese schweren Schlage gegen die Versorgungslinie« des Feindes wurden durch den Schneid, die Zähigkeit und das seemännische Geschick des Kommandanten errungen, mit dem er seine Angriffe ansehte und durchführte. Da* Ritterkreuz für tapfere Fliegeroffiziere. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an Oberleutnant Heinrichs und Oberleutnant Roedel. Oberleutnant Heinrichs hat als Kommandant einer besonders ausgewählten Besatzung eines Geschwaders den Auftrag gehabt, bestimmte wichtige Werke der englischen Rüstungsindustrie im Einzelangriff zu vernichten. Von seinen zahlreichen unter schwierigen Bedingungen durchgeführten Flügen ist vor allem der Angriff auf ein für die englische FlugzeugrüslunL besonders wichtiges Aluminiumwerk und auf eine Torpedo- fabrik hervorzuheben, die er in Tiefangriffen vernichtend traf. Trotz Motorschadens gelang es ihm. .y« — ’ /OuK$\ / / ^^Komgsberg^.__KOWHO / HEUTSCHE‘S1 k RE‘CH ’1“*' \ Sionfm^ranowifcdn f ) ^8^owtk\ X ßObrui^ / b eok,>. »pins» . sollte, habe zwar auf dem bloten Platz und bei Propa gandaHaraderr sehr gut ausgesehen, habe sich aber mit den deutschen Streitkräften nicht auf hie gleiche Stufe stellen können. Es fehle ihr eben der tiefe, innere Glaube. In einem solchen revolutionären Kampf entscheide der Mensch, und dem russischen Menschen sei durch das Lenin-Regime jedes Gefühl für die Familie und für das Vaterland geraubt worden. Die Mailänder „Stampa" sagt: Dieser Krieg habe gezeigt daß ein Gegner zur raschen Niederlage seiner Landavmee verurteilt sei, wenn er nicht ein gewisses Gleichgewicht in der Luft Herstellen könne. Die Beherrschung der Lust spiele eine Hauptrolle gegen eine tiefgestaffelte Front, au die sich der bolschewistische. Widerstand immer gestützt habe. Vom Schweigen in den ersten Tagen über die sich allmählich verdichtenden Aussagen über Einzelheiten bis zum großen Fanfarenstoß 'faßt „Messaggero" noch einmal die ganze Entwicklung in einem langen Artikel zusammen und zieht daraus die Folgerung, daß sich schon nach diesen ersten Kämpfen, vielleicht den großartigsten nach der Lange der Front und der Masse der Kämpfenden, den die Geschichte je gesehen habe, die volle Ueberlegenheit auf deutscher Seite herausgearbeitet habe. Auf das Kriegspotential eines Volkes hätten eben nicht nur Zah- len und Massen ausschlaggebenden Einfluß. London und mit ihm die Kriegstieiberkrefte in den USA. hatten die Mär verbreitet, durch die Beschäftigung Deutschlands im Osten werde England entlastet, es könne jetzt vor deutschen Luft- anqriffen sicher sein, da der Hauptteil der fürchterlichen deutschen Luftwaffe im Osten beschäftigt wäre, und nunmehr könne in aller Ruhe England sich mit Hilfe der USA. mit Munition, Luftfahrzeugen, Tanks, Lebensmitteln versorgen. Man scheint ernstlich diese Phantasmagorie geglaubt zu haben, denn sogar Mrlitärsachverftändige und amerikanische Marinestrategen traten diefe Behauptung breit und ergingen sich in zügellosen Spekulationen. Sogar der onst über die Erfolgsaussichten Englands sehr chwarzseherische Liddell Hart ließ sich herbei einige lelphische Sprüche über die Möglichkeit einer solchen Beeinträchtigung Deutschlands durch den Krieg im Osten vom Stapel zu lassen. - Aber sofort erfuhr England die harte Wahrheit, daß nicht nur jeder Schlag gegen den Bolschewismus Albion trifft, sondern daß die deutsche Wehrmacht in der Lage bleibt, auch direkt die englische Machtposition weiter zu unterminieren. Das Räderwerk der deutschen Dernichtungemaschine läßt sich durch bolschewistischen Sand nicht aus der Fassung bringen. Die Luftangriffe gegen Englandhäfen gehen unentwegt weiter, das Verminen englischer Häfen wird fortgesetzt. Und vor allem: Die Tchlachtim Atlantik ruht nicht. Wir wissen aus feindlichem Munde um den Erfolg dieser Schlacht. Roosevelt selbst erklärte in seiner letzten Rede, die deutschen Schiffsoersenkungen betrügen das Dreifache der Schiffe, die die USA. und England überhaupt bauen könnten, wobei dies Verhältnis vielleicht noch zu gut ist für die englische und amerikanische Schiffsbauindustrie. Hinzu kommt, daß jedes Schiff, das durch deutsche Flugzeuge oder deutsche Unter- oder Unterwasserstreitkräfte fetzt versenkt wird, so wertvoll ist wie zwel öder drei Schifte bei Krtegsbeainn, denn es ist klar, daß ein gleichstarker und gleich- bleibender Verlust einen schon stark zusammenge- schmolzenen Schiffsraum um so härter trifft. Alle Mittel, die die englischen und amerikanischen Seestrategen gegen die tödliche Gefahr Englands, durch Avschnürung zugrunde zu gehen, erdenken konnten, sind vergeblich »geblieben. Das Konvoisy- stem, das nach den starken Schiffsverlusten im Welt- ' kriege eingeführt wurde, hat sich überlebt. Der Schutz durch Zerstörer, die Wasserbomben^auf die angreifenden deutschen U-Boote werfen, ist unzulänglich, denn trotz starken Zerstörerschutzes werden ' die mit lebenswichtigen Transporten für England 1 fahrenden Schjfte weiter versenkt, und die neueste 1 Waffe, diesen Zerstörern als Geleitzugsicherung Flugboote beizugeben, um die U-Boote von oben \ eher zu sichten, hat ebenfalls versagt. Am Sonntag, • da die großen Anfangserfolge über die Bolschewi- ' ften bekanntgegeben wurden, konnten wir die Ver- Berlin, 30. Ium. (DNB.) Zu der Vernichtung von 4107 sowjetrussischen Flugzeugen in der Zeit vom 22. bis 28. Ium erfahren wir von unterrichteter Seite noch folgende Einzelheiten: Es war schon seit längerer Zeit bekannt, daß die Sowjetregierung den Einfall ihrer Armee nach Deutschland mit starken und ausgesuchten Verbänden von Kampf- und Jagdflugffeuaen vorbereiten und unterstützen wollte. Sell dem Frühjahr dieses Jahres wurden deshalb von ihr alle vorhandenen grenznahen Flugplätze in raschem Tempo ausgebaut und stark belegt. Auf den in die Tiefe gestaffelten Fliegerhorsten stieg die Belegunbsstärke von Woche zu Woche, so daß schließlich in den Räumen von Bialystok und Lemberg sowie in den baltischen Ländern mehrere tausend sowje- tische Kampf- und Jagdflugzeuge zum- Ueberfall auf Deutschland bereitstanden. Da die Sowjetkriegführung infolge der Ungunst des Geländes, weite Strecken im mittleren Grenzabschnitt sind versumpft, auf nur etwa 150 bis 200 Flugplätze in unmittelbarer Grenznähe beschränkt war, wurden zur Durchführung der Angrifssvläne der sowjetrussischen Geschwader die verfugoaren S besonders stark belegt. So wurden von Auf- lgsverbänden Flugplätze festgestellt, die bis zu *100 sowjetrusfischen Flugzeugen belegt waren. Henrunnszadf RUMÄNIEN 'um Severin BUKAREST .S BritischlsDersorgungsschiffvor Tobruk von deutschen Fliegern aufgebracht Berlin, 30. Juni. (DNB.) Deutsche Flugzeuge beobachteten am 27.6. bei der Ueberwachung der sAewässer um Tobruk eine größere britische 3R o = torb ar lasse beim Versuch, den Hafen der von deutschen und italienischen Truppen eingeschlossenen Festung zu erreichen. Im Tieftlua zwangen die deutschen Maschinen das britische Versorgungsschi zum Anlegen an die Küste. Soldaten des deu - schen Afrikakorps hielten hie Besatzung der Barkas e durch Erdwaffen in Schach, gingen an Bord und n al) men das Sckiff in Besitz. Die gesamte Besatzung wurde gesangengenommen. In diese dichte Massierung stießen nun unsere Kampfflieger und .Sturzkampfverbände hinein. Ihre Bomben, teilweise aus niedrigster Höhe geworfen, richteten unter den sowjetrussischen Flugzeugen am Boden furchtbare Verheerungen an. Zerstörerverbände uni) Jäger vollendeten durch kühn geführte Tiefangriffe mit Bordwaffen das Bernichtungswerk, nachdem sie in zahlreichen Kämpfen in allen anderen Frontabschnitten die feindliche Abwehr niedergekämpft hatten. So zerschlug unsere Luftwaffe bereits am ersten Tage alle Angriffsabsichten der Sowjetkriegführung, die sich gezwungen sah, sämtliche grenznahen Flugplätze wegen totaler Zerstörung der dort abgestelh ten Flugzeuge, Flugeinrichtungen und der Nieder- fämpfung der Flakartillerie zu räumen. Aber es gelang unseren Jägern und Zerstörern, auch die bolschewistischen Kamps- und Jagdflugzeuge, die sich durch Rückverleguna dem deutschen Angriff zu entziehen versuchten, in steigendem Maße zu stellen und zu vernichten. Wenn in den letzten Tagen die Abschußziftern geringer geworden find, so ist das nur ein Beweis dafür, daß die Sowjets einen großen, vielleicht den größten Teil ihrer einsatzfähigen Luftwaftenverbände durch das kühne deutsche Zupacken bereits verloren haben. (i KOwel pTsdpnngcw / ./• x 7 önV * /Lemtag / « IKijew \ Kiro wo \ Die Sowjetfestung Brest-Litowsk ist unter Einsatz schwerster artilleristischer Waffen in unsere Hande gekommen. Als letzter Stützpunkt des Feindes wurde hier am 24. 6. die Zitadelle von unseren Truppen erstürmt — Unser Bild zeigt einen deutschen Stoßtrupp vor der Zitadelle von Brest-Litowsk. (PK.-Plenik-Scherl-M.) STOCKHOLM^ - 5 - MZ -- - <• > Z-< und auf das nähren,' Dr, Meyer-Pantin, fiiesmann, Lohmann, 3 ettrs (Werner), Gebauer. Zum Kapt. z. S. Jng.: * ..... ~* '* 3u Kapitänen Das Ritterkreuz für Einsatz auf dem Balkan. Berlin, 30. Juni. (DRB.) Der Führer Der polnische Klaviervirtuose Ignaz P a d e r e w - |l*i ist in Neuyork gestorben. Cr war 1919 Palecher Ministerpräsident und Außenminister. Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Hauptmann Pfeiffer, Kompaniechef in einem Gebirgsjäger- Regiment, Hauptmann Gaum, Kompaniechef in einem Gebirgsjägerregiment, Oberleutnant Orin- >fchnig, Kompaniechef in einem Infanterieregiment, und Oberleutnant Jacob, Kompaniechef in tet von Skurzkampfverbänden ausgezeichnet. Ihren Staffeln todesmutig voranfliegend, haben sie in Jugoslawien. Nordgriechenland und im Sampf um die Insel Kreta den Vormarsch des Heeres in Fluß gehalten und den Fallschirmjägern den Weg gebahnt. Ihre Sturzangriffe in der großen Luftfeeschlacht bei Kreta, die der englifchen Flotte schwerste Verluste zufügte, sind ein hohes Heldenlied der Sturzkampfwaffe. |2en Fregattenkapitän (Jng.) Fiebig. Zi o a. (W.): Die Fregattenkapitäne (W.) Schmidt fßairi), Jünemann. . Wie Präsident Roosevelt auf einer Pressekonferenz ankündigte, müssen sich alle Amerikaner, die fie Bunter schnell zum Schweigen zu bringen. — Hauptmann Gaum setzte, nachdem ein Angriff gegen die Befestigungsgruppe Kelkafa in dem rasen» den MG.- und Flakabwehrfeuer zusammengebrochen mar, einen halben Zug seiner Kompanie zur Er- jiffmmg eines Weges durch das Sperrsyftem bis ?um vordersten Bunker der Wertgruppe an. An ^»er Spitze seines zweiten Zuges riß er den Angriff m stärksten Abwehrfeuer gegen den ersten Bunker »or. Zwei Stunden später war das ganze Werk in »er Hand des Angreifers. Damit war die erste Sresche in die starke wefttiche Struma-Stellung geschlagen. — Oberleutnant Orinschnig hat vom 4. bis 9. 4. mit seiner verstärkten Kompanie, ohne iuf Unterstützung rechnen zu können, bei beständiger Bedrohung rm Rücken, die Ostflanke der Divi- ion durch seinen kühnen Vorstoß auf die Höhe ostwärts von Kato Rovrokopion geschützt und ist dann rotz starker feindlicher Gegenwehr bis an die Straße nach Drama vorgestoßen. — Oberleutnant 3 q c o b ' überschritt am 18. April mit seiner ver- tärften Gebirgsjägerkompanie den Piniosfluß mit >em Auftrag, im Rücken des Feindes die Straße mb Bahnlinie Ternbi—Larissa xu sperren. Rach durchschwimmen des Flusses errichtete er am Nord- mgang Larissas mit erbeuteten LKW.s eine Sperre. Am folgenden Morgen drang Oberleutnant Sacob mit den vordersten Teilen einer Panzerdivision gleichzeitig in die Stadt ein. Beförderungen ;n der Wehrmacht. Berlin, 30. Juni. (DRB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat befördert: im Heer: Zum General der Panzertruppe: den Generalleutnant Rommel. Zu Generalen der Ar- !' tlerie: Die Generalleutnante Kaempfe, Bader. Zu Generalleutnanten: Die Generalmajore Sponheimer, lon Oven, Dr. Hinghofer, Hvefel, Drvgand. Zu Generalstabsärzten: Die Generalärzte Dr. Osterland, Rantel. Zu Generalmajoren: Die Obersten Reu- :aann-Silkow, Rügamer, Lontschar, Fuoik, Wolfs- terger, Lechner, Schopper, Jacobi, Alfred, von Doehren, Poel, Winkler (Hermann), von der Lochau sAxel), Drees, Marseille, Drobnig. Zum General- leterinär: Den Oberstveterinär Dr. Ruehl (Hein- E'). 3u Obersten: Oberstleutnante Pemsel, von Hil- andt (Botyo), Hempel, von Hünersdorff (Wal- , Rasp, Ochsner, Hoppe (Artur), Freutel, Phi- ippi, Lamey, Knofch, ficrbedzki, Rübsam, Frölich, Aaurmeister, von Cölbe, Johns, Bischof, Eckart, (Renneding, Brinkmann (Ferd.), Gerth, Hofmann (Sophian), Oslander, Buellers, Künzel, Graf zu Rantzau, Buchholtz (Hans), Reichel, Brettschneider, israu (Josef), Arendt, So er, Diefener, von Han- *m, Lippert (Fritz), Merkel (Hans Gotthard), Mo- r, Keller (Georg), Goerner, 5-ühner, Mayer (Gut- 11 p), Schultz (Herb.), Freiherr von Gablenz, Eluever, rege, Baron von der Recke, Meyer (Georg), Proo- laska, Holiczky. Zum Oberstarzt: Den Oberfeldarzt ^rof..Dr. Wuth. Zu Oberstveterinären: Die Ober- jckdveterinäre Dr. Biallas, Dr. Hartmann. — In i c r Heeresverwaltung: Zum Ministerialrat: Den Oberregierungsrat Dr. Schiffler. In der Kriegsmarine: Zu Kapitänen z. Die Fregattenkapitäne Prueffen, Willich, Rüdi- g?r, Klotz, Meyer (Ernst), Heimchen (Eberh.),' Graf Geißel von Gymnich, von Fischer, Feddersen, Der- In der Luftwaffe: Zum General der Flak- crttllerie: Den Generalleutnant Schmidt (Aug.). Au Generalen der Flieger: Die Generalleutnante Zogatsch, Bieneck, Andrae, Bodenschatz, Kastner- fiEroorf. Zu Generalmajpren: Die Obersten Baur b> Betaz, Ruber, Heling,x BerthoD, Muggenthaler. Zu Obersten: Die Oberstleutnante Bowehl, Pir- wann, von Kistowski, Wolz, Schmidt (Heinrich), fcrfmanns, Achilles. Zu Oberstärzten: Die Ober- fikdärzte Dr. Mader, Dr. Gratzer. Kleine politische Nachrichten. In Sofia traf der neue deutsche Gesandte 13 eckerle ein. Er wurde auf dem Bahnhof vom Ohef des Protokolls, dem deutschen Gesandtschafts« ri t Mohrmann, dem italienischen । Gesandten, dem Rutschen Konsul Walter, dem Personal der Ge- ündtschaft und Mitgliedern der deutschen Kolonie i empfangen. PK.-Mann hinter Panzerturm Äon Kriegsberichter Walter Munk. Einer von 2233 Sowjeipanzern oben, ob er noch dort mit der Pistole auf im Schützen.zu schießen, i MG s seines PanzeaV unsere Panzer eineM unfähig. Darauf miW .Ja, er fängt sogar an, Mähe kauernde feindliche »i ihn bald die schweren Wkützen. Dann schießen Je der Sowjets kamps- t die feindliche Artillerie der Gegner Pak und Panzer ins Feuer. Feuerstöße auf Feuerstöße werden aus dem MG. gehetzt. Nichts bringt den PK.-Mann auf dem Panzer aus der Ruhe. Ab und zu schielt man aus dem Panzer nach wieder in den Kampf «r Zwei volle Stunden wurde vor dem Walde Mkämpft. Zwei weitere >fämpft. Zwei weitere Sowjetpanzer bleiben auf der Kampfstatt. Dann wird der Wald genommen. Ein Höllenfeuer tobt um unseren PK.-Mann Hinterbein Turm. Er und seine Kamera sind noch heil, und es müssen prachtvolle Aufnahmen aus wirklichkeitsnahem Erleben geworden fein. Mutig und entschlossen nimmt die Gruppe noch den Kampf um das nächste Dorf auf und bringt feindliche Panzer zum Schweigen. Im ganzen setzte die Gruppe 14 Sowjetpanzer außer Gefecht, deren Bemannungen kaum mit dem Leben davongekommen sein dürften. Mehrere Stunden hatte das heftige Feuer getobt, und oben hinter dem Panzerturm hatte der PK.-Berichter auf seinem Posten gesessen, um nur bann, wenn sein Panzerwagen schoß uni) dabei stehenblieb, einmal Deckung hinter dem Wagen zu nehmen. Als wir später in einer Kampfpause unseren PK.-Kameraden fragten, was er auf seinem Panzer verspürt habe, erklärte er: „Gewaltig war wohl das Erleben, aber ein paarmal fielen mir doch olle meine Sünden ein." DRB. 29.Juni. (PK.) Es war ein heißer Junimorgen. Die Sonne brannte schon frühzeitig heftig herab, und nicht minder heiß sollte der Kamps an diesem Tage werden. Seit den frühen Morgenstunden befindet sich eine Panzerkompanie im Bormarsch. Die Aufklärung voraus. An Bord eines Panzertampfwagens fährt ein Kriegsberichter mit. Der Duft des frischen Heus, der blauen Kornblumen und des roten Mohns dazu bringt zu den Männern in den offenen Wagen hinein, die sich am Jubilieren der Lerchen erfreuen. Da meldet die Ausklärungsstaffel: „S o w j e t p a n « zervonvorn!" Automatisch schließen die Wagen die Tür und machen sich gefechtsbereit. Unser Berichter aber setzt sich außen auf den Wagen hinter den Turm, um so gute Sicht zum Photographieren zu haben, wozu es ihm im Wagen zu eng ist. „Auf Ihre Verantwortung machen Sie das!", ruft ihm noch der Kommandant des Wagens £U. Aber seelenruhig fährt der PK.-Mann in das inzwischen eröffnete Feuer der Panzer gegen feindliche Artillerie hinein und — photographiert. Der Kampf tobt zunächst um ein Dorf, das zäh vom Gegner verteidigt wird. Heber die Felder gehen die Panzer heftig feuernd.vor, und schon brennt das Dorf an allen Ecken und Enden. Eine halbe Stunde dauert der Feuer^ampf. Dann schweigt der Gegner. Die Gruppe bringt in das Dorf ein. Es ist geräumt. Drei Sowjetpanzer und eine Pak ließ der Feind zurück. Hinter dem Turm aber hockt immer noch unser Berichter. Die Gruppe stößt weiter vor, aus dem nahen Wald feuern die Bolschskvisten weiter. Jetzt bringt Gowjeipropaganda. Die Sowjetrussen haben in ihren Kriegsberichten zwei Tage lang nach der Methode Churchills unent» wogt gesiegt. Dann berichteten sie — noch am 27. Juni! — in etwas krampfhafter Form: „Rach Nahkämpfen an den Schaulen-, Wilna- und Bara- nowitschi-Abschnitten, in deren Verlauf dem Feind eine schwere Niederlage zugefügt wurde, haben.sich unsere Truppepn während der Nacht zum 26. Juni a u f neue Stellungen zurückgezogen und werden für weitere Kampfhandlungen umgru-p- piert" Wir kennen die Weise und die Melodie. Zu allem Heberdruß plakatiert die Moskauer „Prawda" folgende Drohung, die ein wirklich gemeinverständlicher Kommentar zu den russischen Siegesberichten ist: „Jeder, der sich gegen die Disziplin vergeht ober Panik durch Gerüchte verbreitet, wird als Feind der Sowjetunion betrachtet und schnell und schonunas- los unschädlich gemacht werden." Das ist Die übliche Beschwörungsformel, wenn die Dinge schon sehr weit gegangen sind. Aus ihrem lauten Ertönen in der „Prawda" läßt sich mit etlicher Sicherheit schließen, daß die russische Bevölkerung selbst den Siegesbulletins ihrer bolschewistischen Gewaltherrscher mit Mißtrauen und tiefer Skepsis gegenüber« gestanden hat. Der englische Rundfunk sieht sich veranlaßt, die Abneigung weiter christlicher Kreise gegen den Bolschewismus dadurch zu befänfttgen, daß er meldet, am Sonntag habe in der Moskauer Kathedrale ein Gottesdienst ftattgefunben, in dem der Metropolit den Segen Gottes auf die russischen Waffen herabgefleht habe. Daran hätten 12000 Menschen teilgenommen, und in 20 anderen Moskauer Kirchen erwiesen sich ähnliche Bittgottesdienste als notwendig. Der englische Rundfunk hätte gleich hinzufügen können, daß Tausende von Kirchen in Moskau und im übrigen Rußland zerstört ober zu profanen Zwecken entweiht worben sind, daß Zehntausenbe von Priestern von den Bolschewisten ermorbet worben sinb. Das russische Volk, bas in die Kirchen strömt, ist ganz gewiß nicht der Feind der deutschen Wehrmacht, sondern bas barbarische System ber. Bolschewisten, das ber Todfeind jeder Ordnung und aller Kultur geworden ist. Oer Raum um Lemberg Letten Jahve, Baden Wieder an der Düna Zn den Schützengräben des Weltkrieges den Dnjestr abgedacht, von zahlreichen parallelen Flüssen zerschnitten, die in flachen, von Teichen und Sumpfwiesen erfüllten Quellmulden entspringen. In den Tälern liegen, lang hingereiht längs ber Flüsse, bie Ortschaften, auf ben Höhen sind nur Ackerfluren und Weideflächen, weithin sich dehnend wie in der angrenzenden russischen Steppe. Im Sommer ist alles bedeckt vom Staub des Lößbodens, im Winter brausen eisige Schneestürme über die baumlosen Triften. Im Anfang des Weltkrieges tobte in dem Raum um Lemberg zwischen dem 28. August und dem 10. September 1914 ein furchtbares Ringen, in' dem die österreichischen Heere, deren Blüte damals in ben Tod sank, vor dem gewaltigen Druck ber russischen Hebermacht gegen bie Karpathen zurückgedrängt würben unb fast ganz Galizien bem Feind überlassen mußten. Doch nicht für lange. Am 1. Mai 1915 setzte untdr Mackensen die Durchbruchsschlacht bei Gorlice-Tarnow ein, eine ber glänzenbsten unb gewaltigsten Waffentaten des Weltkrieges, in der innerhalb von 10 Tagen ganz Westgalizien vom Feinde gesäubert wurde. Am 2?. Juni konnten die deutschen unb österreichischen Truppen mit Hingen» bem Spiel in bas von ben Russen kampflos geräumte Lemberg einziehen. Nach dem Zusammenbruch bes österreichisch-ungarischen Reiches erhoben die H k r a i n e r Anspruch auf Lemberg, bas sie am 1. November 1918 auch besetzten unb zur Hauptstadt einer westukrainischen Republik erklärten. Sie konnten es jedoch nicht gegen diePolen halten, die Ende November die Ufrainer mit Waffengewalt vertrieben und denen die Stadt von ben Entente-Mächten zugesprochen würbe. Innerlich aber haben die Ukrainer niemals auf Lemberg verzichtet, unb Polen mußte, während der zwei Jahrzehnte seiner Herrschaft über bie Stadt einen unausgesetzten inneren Kampf gegen bie ukrainische Jrredenta führen. Im September 1939 würbe bie Stabt im Verlauf unseres unvergleichlichen Siegeszuges von unseren Truppen erobert, bie also fetzt zum zwettenmal innerhalb von zwei Jahren als Sieger in bie Stabt einziehen konnten. Manchem deutschen Soldaten mag damals der freiwillige Rückzug schwer genug angekommen fein, als die Gegend aus freiem und schlecht gedanktem Entgegenkommen ben Russen überlassen würbe. send zu burchstüvmen. Unb nun werden die alten Bilder wieder wach. Dor zwei Jahren noch stand ich an den Ufern der Düna, um den Weltkrieg unb seine Spuren zu suchen. Auf bem Bahnhof von Ielowka. Dieser Bahnhof war jahrelang das Ziel der Männer aus dem Graben, die von hier aus für knappe zwei Wochen auf Heimaturlaub nach Deutschland fuhren. Jelowka, bas war die Endstation, Jelowka—Berlin, diese Strecke stand auf den amtlichen Fahrplänen Ein lettischer Bahnwärter führte uns in bie Wälder von Lepelund Ossinowka. Hier waren mit unendlicher Mühe die Unterstände für die Pferde ber Munittonskolonnen gebaut. Nicht weit davon die bombensicheren Munittonsunter- stände selbst. Meterdicke Betonmauern stehen noch. Die Letten haben versucht, mit deutschen Minen das Kriegswerk zu sprengen. Ganz ist es ihnen nicht gelungen, die Betonblöcke werden hier noch viele Jahrzehnte liegen bleiben, aber schon waren sie verkleidet von Himbeersttäuchern, die safttge Früchte tragen. Warin sich aber der Fuß verfing, das war nicht Himbeergesträuch, sondern das war echter unb unverfälschter Stacheldraht, zwar stark verrostet, aber noch kann er die Mission erfüllen, die er einst zu erfüllen hatte. Drei Jahre sah die Division dies Land. Die Männer ,aus der HeÄe fanden sich leichter hier zurecht kümmerten sich nicht unb noch ein paar bann sind die Kreuze verschwunden und ber ist eingeebnet. Dann ist alles vorbei. wieder unwichtig geworden. Der Abend dämmerte. Das war ein erinnerungsreicher Nachmittag, der all die alten Stätten aufzeigte, in denen jahrelang deutsche Soldaten kämpften, lebten unb starben. Mehr als drei Jahre lang donnerten hier die Geschütze, bellten die Ma- Bon Jlluxt zum Schloßberg. Hier kam 1915 ber große Vormarsch zu Ende. Aber dieses Gut Schloßberg war eine Schlüsselstellung unb durfte nicht in russischer Hand bleiben. Am 23. Oktober 1915 wurde Schloß berg erstürmt. Wer dabei war, wird den Tag nicht vergessen. Blut genug hat es gekostet, unb besonders die Männer vom Rhein starben hier in der Wüte chrer Jugend. Deutsche Arttllerie legte das Gut in Trümmer, aber zwei Tore blieben stehen und stehen noch heute. Am Ab« hang aber, nach ber Düna hin, liegt die, Ruhestätte der deutschen Soldaten, bie dort begraben wurden, wo sie fielen. Nied-rige Steintreuze künden jedes Kameraden Namen und Regiment. Alles friedlich unb still, in Ordnung gehalten unb gepflegt. Man fühlt — dankbar — die soraende Hand der deutschen Heimat. Unb Letten erzählen, daß hier Briefe aus Deutschland angekommen find, adressiert an „Gut Schloßberg", Geld lag in ben Briesen, die bie Bitte enthielten, die Gräber zu pflegen. Zur Ehre des lettischen Bauern sei festgeftellt, daß sie diese Bitte erfüllt buben. Was wir bei Schloßberg sahen, konnte später überall an ber Düna festgestellt werden, ob es sich um bie wundervoll friedliche Ruhestätte der Ostpreußen im Walde von Rjabinowka handelte ober um die Grabstätten bei Jelowka, Abeli und an anderen Stellen. Wer drei Jahre hier lebte, für den ist dieses Wiedersehen eine eigene Sache. Jahrelang war Dünaburg und bie Dünn das Ziel unserer militärischen Mimsche. Stadt und Fluß waren nicht zu nahmen, russische Zähigkeit hielt stand, freilich man mußte bie besten Truppen bes Zarenreiches, bie Sibirier, den Ostpreußen und Hannoveranern gegenüberstellen. Aus Dünalnrrg, jetzt Daugavpils genannt, dieser erschreckend häßlichen Stadt, führte uns ber Weg am Ufer des Flusses entlang. Dauern arbeiteten auf dem Felde. Wir fragten nad) den alten Stellungen der Russen und Deutschen: sie wußten nur noch zu sagen von den heißen Kämpfen um Jlluxt. Neue Menschen sind hier gekommen, neue Häuser sind gebaut. Nur für uns, die wir die Wettkriegsgeneration find, lebt yier noch manches, was für bie Bewohner des Landes schon bald vergessen ist. Freilich sind noch einzelne Zeugen des großen , Krieges sichtbar. Am Horizont verschwimmen j/ Gorny unb Glaudon. Wer weiß hier noch von den blutigen Kämpfen um die Düna-Insel in ber Mondscheinnacht des (Septembers 1916! Da sind noch weithin sichtbar die Trümmer der katholischen Kirche von Jlluxt, deren Turm als Beobachtungsposten Einsicht in alle Stellungen gewährte. Ein Friedenszeichen stund neben ben Trümmern. Sie Letten hatten eine große Schule gebaut. Ein anderes DiD ttefster Traurigkeit lag dank vor unseren Augen! Ein verfallener russischer Friedhof an der Sttaße Dünaburg—Jlluxt. Die russische Weftgrenze verlief nach Besetzung Ostpolens durch die Bolschewiken in zwei weit nach Westen ausgreifenden Bogen rund um Dialystok und um Lemberg. In diesen Bogen haben, wie ber beutsche Heeresbericht meldet, unsere Truppen massierte feindliche Truppen gefunden, bie bort zum Angriff bereitftanben. Dieses ganze Gebiet ist uns vom Weltkrieg her in Erinnerung, viele unserer Soldaten haben es aus persönlicher Erfahrung damals kennengelernt. In dem Bierteljahr- hundert, bas feitbem verflossen ist, hat sich, trotz aller wechseloollen politischen Ereignisse, an ben Stäbten unb der Landschaft kaum etwas geändert, nur daß eine Bahn jetzt Wilna unb Lemberg verbinbet unb bamit bie von jeher wichtige Bebeutung Lembergs als Eisenbahnknotenpunkt noch zugenommen hat. Schon von altersher kreuzten sich an biesem Ort, der um 1250 gegrünbeteki v,ßömenburg", die Verkehrsstraßen von Norden nach Süden unb von Osten nach Westen, bas bebeutet heutzutage bie Bahnlinien von Petersburg unb Riga über Wilna— Lemberg nach Budapest unb Bukarest, in bie Linie Obessa—Lemberg—Prag bis weiter nach bem Westen. Lemberg selbst liegt auf der Wasserscheide zwischen bem Bug unb bem Dnjestr unb lehnt sich an einen schmalen Hügelrücken, ber bie obere Bug- nieberung um etwa 170 Meter überragt, unb besten norböstlicher Abfall bei Rawa ruska gut ausgeprägt ist. Auf ber ganzen ßinie sübwestlich bis südöstlich von Lemberg, von Przemysl bis Czernowitz, schieden sich die Ausläufer der Karpathen gegen den Dnjestr vor, schaffen zwischen Gebirge und Fluß das etwa 40 bis 50 Kilometer breite pokutische Hügelland mit ben Städten Sambor, Stryj, Kalusz, Sta- nislau unb Kolomea, bie sich mit ähnlichem Charakter in bie Bukowina hineim, bis Czernowitz unb Sereth fortsetzen. Alle diese.jptäbte sind Brückenorte in ben breiten, oft versumpften Tälern der mit starkem Gefälle dahinströmenben Karpathenflüsse. Das Hügelland zwischen ben Flußtälern ist meist flachgewelltes, fruchtbares Ackerlanb, auch von größeren walbdebeckten Flächen unterbrochen. Einen anderen Charakter hat lediglich die Gegend zwischen Sambor unb Stryj, wo bie wichtigen Erbölquellen von Drohobycz und Boryslalv liegen. Oestlich von Lemberg öffnet sich die p o d o l i s ch e Platte, vom nördlichen Hügelrücken sanft hegen sind wir tagelang, nächtelang kreuz und quer di'-ch Litauen uns Kurland gezogen. Unb jetzt kai.^.i beutsche Panzer, um das fast in drei Tagen kämp- schrneng^ewehre, aber jetzt ist es Gott sei Dank still geworden. Hier war Lärm genug, das Land hatte ie Stille redlich verdient. Hier gibt es keine Kriegs* Andenken-Jnduftrie. Selten verirrte sich ein Deutscher hierher und wenn einer kam, wie heute, wurde er von alten und jungen Letten ehrlich bestaunt. Ein Teil der hölzernen Andreaskreuze war sahon verwittert. Unb nur mit Mühe war zu lesen, daß hier die Angehörigen der russischen Regimenter 66 und 67 liegen, die 1916 fielen. Uns Deutschen sind aus jenen Tagen diese Regimenter wohlbekannt. Es waren tapfere Russen, 'bie sich hielten bis zum letzten. Wer kümmerte sich im wetten Rußland um die Söhne des Vaterlandes, die hier zum Opfer wurden? Sowjettußland kümmerte sich nicht, bie Bis zum 27. 6. wurden als Beute insgesamt 2233 vernichtete und erbeutete sowjetrussische Panzer- kampfwagen gezählt. Bei dem Zusammenstoß, bei dem auch dieser Sowjetpanzer vernichtet wurde, konnten insgesamt 50 feindliche Panzer zerstört werden. — (PK.-Cusian-Scherl-M.) Nun ist der Sturm der deutschen Wehrmacht | verzeichnet. Eglaine, so nannten die Letten jetzt schon über die Düna hinweggebraust. Drei Monate Dorf und Station, aber das war für den deutschen - " ' * " Soldaten fein Begriff. Jelowka, der Name ist mit dem' deutschen Blut verbunden, und still und ruhig liegen bei der kleinen Kirche die Kameraden, die hier vor 26 Jahren auf dem großen Vormarsch durch Litauen und Polen ihr fieiben ließen. Dann war wieder Friede eingekchrt in dem kleinen lettischen Nest. Jelowka — Eglaine lag abseits von aller Welt, unb was einst wichtig war, ist Die Deutsche Akademie in Straßburg Wen soll man heiraten? | Mietgesuche | [Wohnungstausch] 2799 D Möbl. Zimmer |Steliengesuche| mit Kaffee sucht älterer, ' iilterernKn1n fe? rüfti8er Kaufmann 2800 D Gießen, Gießen-Wieseck, den 30. Juni 1941. 02195 kauft 28O1D Oer Name BQgo>Werk WoIfgangScbpnCtiem.Fabrik.SffiwtnntngranTO ' Büdo-Luxus Schuhcreme Büdo-Steinbock Lederfett s 6 macht die Kinder gefunö und kräftig, bewahrt Ne vor Ver* dauungsNörungen, (pari der Mutter allo Mühe, Sorge, Geld. Im Namen der Hinterbliebenen: Wilhelm Hofmann, Reg.-Inspektor Karoline Schmidt, geb. Hofmann Karl Hofmann, Spengler u. Installateur. Niemann, Geltersweg 64 Annahme nur vormittags. Hi HOMcIier! iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiii als die Stadtlyenschen, die Männer der Werkstatt und der Büros. Sie mußten sich erst einsehen und einfühlen, aber keiner wird das Erlebnis dieser Jahre wohl vergessen. Fern spannte sich der Horizont von blauen Wäldern, die uns im Dämmer des frühen Winterabends oft so schwarz und rätselhaft erschienen. viel bessere Aussicht auf günstigen Verlauf, man darf sie nicht mit der „G e s ch ä f t s e h e" verwechseln, die ohne Wertung der Persönlichkeit des Partners geschlossen wird, nur um durch dessen Besitz grob materielle Vorteile zu erreichen. Die meisten „Liebesromane" in der schöngeistigen Literatur enden da. wo die Fragen der Eheführung und des Ge- dechens der Ehe sich erst erheben würden. Blinde Verliebtheit schwindet sehr schnell, ebensowenig ist das rein Triebhafte in der Beziehung zwischen Mann und Frau dazu geeignet, das feste Fundament einer Ehe zu bilden. Es kommt in der Ehe mehr auf die „W ü r d e d e s A l l t ä g l i ch e n" an. Das städtische Leben verwirrt anscheinend die Instinkte der Gattenwahl, während das Bäuerntum besser übersehbare Dinge bei der Gattenwahl bedenkt, und ländliche Ehen daher viel häufiger.gut ausgehen. Günther unterscheidet zwischen zwei Frauentypen, dem der „Geliebte n" und dem werden es Ihnen danken, tvenn sie mit dem bewährten Efasit gepflegt werden. Mit Efasit schwinden alle Übel entzündeter, angegriffener Füße: Schwellungen, Blasen, Hornhautbil- düngen, wunde Stellen, Ekzeme, übermäßiger Fußschwech. Machen Sie einen Versuch, aber nehmen Sie nur Efasit! rfastt'Zußbaü (8 6tü ßen-Mitte 2321; 3. JM.-Gruppe 23/116 Lollar 1951 Punkte. Fußball im Tv. Allendorf (Lahn). Allendorf 1. Jgd. — Rödgen 1. Igd. 5:0 (3:0). Arn Sonntag trafen sich diese Mannschaften zum fälligen Rückspiel in Allendorf. Von Anfang an hatten die Gastgeber das Heft in der Hand und drängten die Gäste in ihre Hälfte zurück. Dis zur Halbzeit konnten die Einheimischen drei Tore sur sich buchen. In der zweiten Halbzeit drängten die Gäste stark, konnten aber gegen die wirksame Abwehr des Gastgeber nichts erreichen. Mit zwei werteren Toren der Allendorfer, denen die Gaste keines entgegensetzen konnten, wurde das Spiel beendet. Merkur und Großplaneten am Morgenhimmel Siernfchau im Luli. Von Dr. Erwin Kossinna. Sportlicher Dreikampf: 1. Emmi Dick, M. 7/116, 292 ; 2. Rosemarie Andres, M. 33/116, 276; 3. Griseldis Gutsch, M. 33/116, 275 Punkte. Jungmädel. 10X60°m-Staffel der JM.-Gruppen. 1 IM. 13/116 Lich 1:44,5; 2. IM. 2/.116 Gießen- Mitte 1:45,4; 3. IM. 1/116 Gießen-Süd 1:45,9. 60-m-Lauf: 1. Liane Schuldt, IM. 2/116, 8,9; 2. Karola Kopp, IM. 2/116, 9,1; 3. Maleen Thyriot, IM. 3/116, 9,3 Sek. _ • Weitsprung: 1. Liane Schuldt, IM.2/116, 4,37; 2. Karola Kopp, IM. 2/116, 4,15; 3. Irmgard Waller, IM. 34/116, 4,12 Meter. Hochsprung:!. Gudrun Pfefferte, IM. 26/116, 117; 2 Liselotte Bechtold, IM 1/116, 1,17; 3. Lilla Möller, IM. 1/116, 1,17 Meter. Schlagballweitwurf: 1. Astrid Raddatz, IM 1/116, Mtv., 50; 2. Liselotte Müller, IM 1/116, Mtv., 47; 3. Margret Hofmann, IM. 26/116, 47 Meter. Wem es nicht zu unbequem ist, an einem klaren Morgen einmal vor der Sonne aufzustehen und den Sternenhimmel zu mustern, dem bietet sich ein prächtiges Bild: im Osten leuchten die beiden Groß- planeten Jupiter und Saturn neben den glänzenden Sternbildern des Orion, des Stiers und des Fuhrmanns, die uns an den langen Winterabenden durch ihr funkelndes Licht erfreuten. Hoch im Süden finden wir den rötlichen Mars, der uns immer näher kommt und daher seine Helligkeit schon erheblich gesteigert hat. Sein Abstand verringert sich im Laufe des Juli von 109 Mill, auf 93 Mill. Kilometer. r „ „ . Zu diesen drei Planeten gesellt sich im letzten Monatsdrittel noch der Merkur, der bei klarer Luft eine Stunde vor Sonnenaufgang über den Ost« Horizont erscheint. Da sein Licht bei dem tiefen Stand durch die unteren Luftschichten stark ae- schwächt wird, hebt er sich nur wenig von dem Hellen Himmelsgrund ab. Man wird daher mit Vorteil einen Feldstecher zum Auffinden des Planeten benutzen^ obwohl Merkur Heller ist als die hoch über ihm funkelnde Kapella im Fuhrmann. Jupiter und Saturn, die im Februar scheinbar dicht nebeneinander standen, sind nun durch einen weiten Zwischenraum voneinander getrennt. Jupiter bewegt sich schneller als Saturn und eilt dem Ringplaneten ostwärts voran. Eine reizvolle Konstellation ergibt sich am 19. und 20. Juli um 3 Uhr morgens, wenn die Sichel des abnehmenden Mondes zuerst am Saturn, dann am Jupiter vorüberzieht. Bietet somit der Morgenhimmel eine ganze Reihe interessanter Planetenerscheinungen, so finden wir am Abendhimmel nur die Venus, die aber trotz ihrer großen Helligkeit nicht recht zur Geltung kommt, da sie sehr tief im Westnordwesleu steht und schon eine Stunde nach Sonnenuntergang wieder verschwindet. Diese ungünstigen Sichtbarkeitsver- haltniffe des Abendsterns ände.rn sich in den nächsten Mönchen noch nicht; erst der Oktober wird eine Besserung in dieser Hinsicht bringen. Im ersten Julidrittel beeinträchtigen die Hellen Rächte und Mondschein die Beobachtung des Fixsternhimmels. Günstiger sind die Abende nach dem 10. Juli. Um die Mitte des Monats sehen wir gegen 23 Uhr Sommerzeit die weißblau strahlende Wega, in der Leier, nahe dem Zenit. Sie steht am Westrande der Milchstraße und ist der hellste Fixstern unseres Sommerhimmels. Oestlich der Leier treffen wir auf das große Sternbild des Schwans, das Kreuz des Nordens, das ganz in den Hellen Grund der Milchstraße eingebettet ist. Die Griechen des Altertums sahen in den kreuzförmig angeordneten Sternen einen nach Süden herabfließenden Schwan mit langem, nach vorn gestrecktem Hals und breit auslandenden Flügeln. Der Schwanz wird durch den Hellen Stern Deneb, der Kopf durch den Doppelstern Albireo angedeutet. Schon ein kleines Fernrohr läßt erkennen, daß Albireo aus einem gelben und aus einem blauen Stern besteht. Gemäß unseren Vorstellungen von der Entwicklung der Fixsterne handelt es sich dabei um einen gelben Riesen von verhältnismäßig niedriger Strahlungstempera- tur, dessen Lichtfülle von feiner sehr großen Oberfläche herrührt, und einem kleinen, aber m höchster Glut strahlenden Begleiter. - Wega und Deneb bilden mit Atair, dem Hauptstern im Adler, ein jedem Beobachter auffallendes langgestrecktes Dreieck. Wesllich davon bemerken mir die aus schwächeren Lichtpunkten bestehei^en Bilder Herkules und Nördliche Kron^sowie den Bootes mit dem hellstrahlenden Arkturps, einem gelben Riesenstern von der hundertfachen Leuchtkraft der Sonne. Darunter folgen der Schlangentrager und, schon ziemlich tief im Südsüdwesten, das prachwolle Sternbild des Skorpions. Der rötlich leuchtende Antares, mit rund 400fachem Sonnendurchmesser einer der größten bekannten Himmelskörper, ist sttahlenförmig von weißen Sternen umgeben. Wenden wir uns nach Norden, so sehen mir links vom Polarstern den Großen Wagen in absteigender Fahrt, wobei die Deichsel aufwärts gerichtet ist. Genau die umgekehrte Stellung zeigt der Kleine Wagen. Zwischen diesen beiden Sternbildern Zwanzig Tonnen Altpapier ersparen sechsundsechzig Raummeter holzt Darum sammelt Altpaplert Die Dominiks. Roman von Hellmuth M.Vöttcher. 18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der geht ein paarmal nachdenklich durch den Zeichensaol und überlegt. Was Lietzendorf da gesagt hat, klang ehrlich und anständig. Jeder Ehrenmann würde so und nicht anders reden. Schon brennt ihm eine Entgegnung auf den Lippen.. Da denkt er an das, was fein Vater wohl sagen würbe, und er drangt die Aufwallung wieder zurück. Ist jeder, der wie ein Ehrenmann spricht, wirklich einer? Das ist hier die ungelöste Frage, um die sich alles dreht. So zwingt er sich zur Kühle und Zurückhaltung. „Sie wollten mir, wenn ich Sie richtig verstanden habe, über eine Unterredung, die Sie mit Herrn Lind hatten, Rechenschaft ablegen?" Lietzendorf geht unwillkürlich einen Schritt rückwärts. Er hatte eine andere Antwort erwartet. Aber er bezwingt sich noch einmal. „Rechenschaft ist nicht das richtige Wort", stellt er dann fest, und in seiner Sprache ist nun ebenfalls ein frostiger Unterton. „Ich hielt mich für verpflichtet, Sie von meiner Unterredung in Kenntnis zu setzen, nicht um mich zu rechtfertigen, sondern weil ich den Wunsch habe, keinen meiner Schritte weiter mißdeutet zu sehen." „Ist das nicht das gleiche?" „Nein." „Dann sprechen Sie, bitte." Lietzendorf berichtet von der gestrigen Unterredung — so wie er .dazu gekommen und wie sie ausgelaufen ist. x ,Hch würde wahrscheinlich zu diesem Bericht keinen Anlaß gefunden haben", schließt er, „wenn mir nicht Ihre Aeußerungen von gestern gezeigt hätten, wie leicht ich mißverstanden werde und wenn ...", er druckst einen Augenblick, „und wenn Herr Lind, der eigentlich heute nach Hamburg zu fahren vor- hatte, nicht nach meinem Bericht plötzlich seine Dispositionen geändert und aus mir nicht näher erklärlichen Gründen nach Berlin gefahren wäre." ^Hm." Nun ist auch Nissen verdutzt. Diesen Ausgang der Sache hat er nicht erwartet. ,,Unb was schließen Sie daraus?" forscht er. Lietzendorf zuckt mit den Schullern. „Nichts Bestimmtes! Wenigstens vorläufig nicht ... wenigstens so lange nicht, vis Sie mir die Frage beantwortet haben, die ich jetzt stellen möchte: Ist das wahr, was Herr Lind mir versichert hat, nämlich, daß er als Aufsichtsrat über die Pläne der Dominik-Werst in bezug auf den Bau von U-Kreu- zern genaueft unterrichtet ist?" Nissen Dominik spricht nicht gleich. Ist das eine Falle? Weiß Lietzendorf wirklich so wenig Bescheid? Man sollte es eigentlich nicht für möglich halten. Aber es scheint doch so zu fein. Gesichtsausdruck und Tonfall können nicht jo täuschen. Lietzendorf, der Betriebsleiter, ist selber in eine Falle gegangen, und er und sein Vater haben ihn durch chre Voreingenommenheit dazu getrieben. Sie selber sind schuld an der Dummheit, die der Ingenieur gemacht hat. „Nein!" sagt er darum und blickt Lietzendorf voll an. Und wiederholt es nochmals. -„Nein! Er weiß nichts davon." Der Ingenieur ist wie unter einem Schlage zusammengezuckt. „Nein?" fragt er tonlos. Aber ich denke, daß Herr Lind als Aufsichtsrat .. „Wir sehen in Herrn Lind nur den Konkurrenten, und Herr Lind sieht in uns ebenfalls bloß das gleiche. Da ist es nicht mehr als ein Zeichen von Vernunft, daß wir dem formalen Willen des Gesetzgebers, den Herr Lind gegen uns ausnutzt, das ewige Recht des Selbsterhaltungstriebes entgegen» stellen." „So ..." Nichts anderes weiß der Betriebsleiter zu entgegnen. Bloß dieses nachdenkliche Summen, das mehr als alle Worte anzeigt, wie tief er betroffen und erschüttert ist. „Dann habe ich", sagt er nad) einer langen Weile, „dann habe ich vielleicht an Ihnen sehr viel gutzu- machen." Er zögert, als er bemerkt, wie Nissen mit den Schultern zuckt und fährt bann doch fort: „Ich bitte Sie, Herr Dominik, vertrauen Sie mir untf geben Sie mir Gelegenheit, Ihnen zu beweisen, daß ich keine Kreatur des Herrn Lind bin." Er streckte dem andern die Hand hin. ,Jch habe Ihnen vorhin bereits mein Ehrenwort angeboten. Ich bin Offizier wie Sie." Da gibt sich Nissen gefangen. Hat er nicht schon einmal, vor Monaten, zu feinem Vater gesagt: Ich bin bereit, für Lietzendorf zu bürgen?" Nun schlägt er entschlossen in die dargebotene Rechte ein. „Ich vertraue Ihnen", sagt er dabei. „Und damit Sie sehen, daß das ehrlich und rückhaltlos gemeint ist, biete ich Ihnen die Mitarbeit an unfern ge- heimften Plänen an." Er denkt eine Sekunde nach, ob er das nächste sagen soll, und dann tut er es: „Offengestanden — ich habe oft an diese Möglichkeit gedacht. Ich brauche Ihre Hilfe, Lietzendorf." Dann geht er cm den stählernen Schrank mit den Zeichnungen hinüber und sperrt ihn auf. Noch einmal zögert er. „Ich habe Ihr Ehrenwort?" fragt er. „Sie haben mein Ehrenwort", bestätigt Lietzen- dors. „Danke." Ein befreiendes Lächeln geht über Nissens Gesicht. „Bitte, sehen Sie sich einmal die Sachen hier an", sagte er, und seine Stimme hat jede Frostigkeit verloren. „Ich würde es gern sehen, wenn ich bei der Weiterarbeit auf Ihre Unterstützung rechnen könnte — wenigstens soweit Ihre Tätigkeit als Betriebs- leiter Ihnen dazu Zeit läßt ..." ♦ e Die tägliche Postkorrespondenz ist zu Ende. Lietzendorf und Arndt gehen. Nur Nissen ist noch geblieben. Sein Vater pflegt mit ihm gewöhnlich noch einige besondere Fragen zu besvrechen. Kaum hat sich die Tür geschlossen, als der Alte aufsteht, aus dem eingemauerten Pribattresor eine Mappe nimmt, darin lange blättert und dann zu lesen an fängt. Er scheint alles andere in der Welt darüber vergeßen zu haben. „Soll ich gehen?x fragt Nissen nach einer Weile. „Nein, ich möchte mit dir noch etwas besprechen." Wieder muß er warten. Es dauert noch geraume Zeit, bis schließlich Friedrich Dominik die Mappe auf den Tisch schwappt. „Hast du gelesen, daß Birk & Co. vor der Pleite stehen sollen?" „Ja — mir hatten vor ein paar Tagen von der Auskunftei einen Berichtsnachtrag. Meinst du, daß wir Verluste haben werden?." „Nein das Konto steht schon lange glatt. Die Firma kaust ja kaum von uns. Aber — du roitft überrascht fein — es ist La mit der Nachricht von dieser Pleite ein aller Jugendplan in mir auf- gewacht." „Ein Jugendplan?" Nissen kann sich nicht vorstellen, wanden Vater an Birk & Co. so interessieren könnte. Die Firma fabriziert Motorboote als Spezialität, ist also kaum als Konkurrenz der Dominik-Werft anzusehen. Man hilft sich bloß gelegentlich mal mit kleinen Gefälligkeiten aus. Außerdem kauft die Dominik-Werst manchmal von Birk & Co. einen Spezialstahl, der der Motor-Werft patentiert ist. Der Stahl ist vorzüglich, für manche Schiffstypen geradezu unersetzlich, aber sündhaft teuer. „Damals, vor dem ersten Balkankrieg, hatte ich den Gedanken, mit Birk & Co. zusammenzugehen. Nicht wegen der Motorboote, obwohl die überall, besonders bei Sportlern, gut eingeführt sind, sondern wegen des Stahls. Birk-Stahl gibt es in der Welt nur einmal. Es liegt nicht bloß am Patentschutz. Auch ohne diesen wäre er unerreicht." Nissen erinnert sich dunkel, einmal davon gehört zu haben. Birk & Co. besitzen eine eigene kleine Eisenerzgrube im Ruhrgebiet. Es wäre an sich nichts Besonderes daran, wenn nicht das hierfür nötige Eisenerz Beimischungen irgendeines Stoffes enthielte, der dem Stahl aus noch nicht einwandfrei erforschten Gründen eine so vielfache Härte und Dehnbarkeit gäbe, daß Platten von nur zwei Millimeter Stärke die Festigkett haben, wie sonst normale Stahlplatten von fünf bis sechs Millimeter. Was das für den Schiffsbau bedeutet, liegt auf der Hand. Man kann bei Verwendung von Birk-Stahl zwei Drittel Material sparen? Und man gewinnt entlpre- chendes Gewicht für die Nutzlast! Die Bedeutung von Birk & Co. als Motorbootwerft ist dem Birk-Stahl zu danken. Riffen kann sehr wohl verstehen, was der Birk- Stahl erst für die Dominik-Werft bedeuten wurde. Beim Bpu von Ozeandampfers, wo jede Tonne Gewichtsersparnis einen dauernden Gewinn brächte, ober gar bei feinem Lieblingstraum, den U-Booten. Friedrich Dominik holt aus feinem Wandschrank eine graue Mappe mit vergilbten Papieren. I (Fortsetzung folgt.)