Donnerstag, 31. Gktober 1940 Erscheint täflhcb, auhet ©onntnaö und Weiertaad Veilaaen: Die MI nitrierte GieKeneri>nniiIienbläiter Heimat imBild DteSchulle Mvnats-Bezuasvreis: Mil 4 Beilagen NM. 1.98 Ohne Illustrierte . 1.80 ßuiiellgebühi. „ .25 auch bei 'Nichterscheinen von einzelnen Wummern infolge höherer Gewalt Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer biSXVJlbr desBormittags Aruemen-Preiler Anzeigenteil 7 Rvf ie mm bei 22 mm Beilenbreitc, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Betlenbreite Nachlässe: Wiederholung Malftaffel l Abschlüße Viengemiafsel B Plavoorfchrift (oorbenge Vereinbarung) 25'/» mehr i9v. Jahrgang Nr. 258 JQH ä ▲ w Vonne GietzenerAnzeiger ^ftWerfTifiwsiranfi?®. SrflMtdH UnioetBtätrtniderti ■. teegt General-Anzeiger für Oberhessen d’t*eitf|tn.9S<6iilXraf|t 1-9 lkler. deutsch-tlaUenifchea B ü n-b n 1 f f e s, des bei Eine Berlin. 30.Oft (DNB.) Der Führer hat nach seiner Rückkehr aus Florenz an den Duce folgendes Telegramm gerichtet: Jlad) Deutschland zurückgekehrt, sage ich Ihnen, Duce, meinen herzlichsten Dank für den Empfang und die Gastfreundschaft, die mir wieder in Florenz zuteil wurde. Der stürmische Jubel der Florentiner Bevölker'wg ist ein Beweis, daß die Politik deren völlige Uebereinstlmmnog wir in diesen Besprechungen erneut feststellen konnten, im herzen Ihres Volkes verankert ist. Bitt den Waffen unserer Armeen und dem Glauben unserer Bölter wird uns niemals mehr der Sieg entrissen. 3n kameradschaftlicher Ber- Zudengeseh auch in Bulgarien Oer jüdische Einfluß in der bulgarischen Wirtschaft. Don unserem RH.-Mitarbeiier in Sofia. Oer Führer dankt dem Duce »Niemals wird uns mehr der Sieg entrissen." bundenhett grüße ich Sie, Duce. Adolf h England wird vom Kontinent enbgüliia ausaeschailel. Rom, 30. Oft (DNB.) Die Begegnung zwischen dem Führer und dem Duce in Florenz gibt dem diplomatischen Mitarbeiter der A g e n z i a Stefani Veranlassung, die augenblickliche Lage nochmals eindeutig zu charakterisieren. Er sagt dabei iL a.: Die Zusammenkunft sei gekennzeichnet gewesen von einer kameradschaftlichen Herzlichkeit und einer vollkommenen eoli- darität in den Standpunkten und Programmen. Die Lage, die sich aus diesem Treffen ergebe, laste sich folgendermaßen zusammenfassen: Der Krieg gegen England geht unerbittlich bis zum totalen Sieg weiter, der Europa von der unerträglichen Vorherrschaft Großbritanniens befreien wird Da Italien und Deutschland dem englischen Gegner qualitativ wie quantitativ stark überlegene Streitkräfte entgegenstellen, werden ihre Aktionen gegen Großbritannien steigt. Auf einen Kopf der jüdischen Bevölkerung entfielen 26119 Lewa Jahreseinkommen, auf einen Kopf der bulgarischen Stadtbevölkerung 12000 Lewa, bei einem Durchschnittseinkommen eines Bulgaren überhaupt von 5965 Lewa. Die bulgarischen Juden gehören also, materiell gesehen, zur wirtschafllich führenden Oberschicht. lieber Form und Umfang der Beschränkung der jüdischen Tätigkeit im Wirtschaftsleben sind noch keine Einzelheiten veröffentlicht worden. Sie werden vorn Handelsminister im Einvernehmen mit dem Ministerrat ausgearbeitet, und es ist anzunehmen, daß ein stufenweiser Abbau des jüdischen Einflusses erfolgen wird. Im öffentlich-politischen Leben hingegen ist schon jetzt durch die Auflösung der Freimaurerlogen die jüdische Tätigkeit stark unterbunden und wird nach dem neuen Gesetz bis aus kleine autonome Reste völlig aufhören. Landwirtschaftlicher Zehnjahresplan in Japan ab 1941. Tokio, 30. DEL (DNB.) Die japanische Regierung wird vom Jahre 1941 ab einen landwirtschaftlichen Zehnjahresplan durchführen. Das Landwirtschaftsministerium ist bereit, für die Unterstützung der Landwirte besondere Mittel zur Ende Oktober 1940. Erstmalig in seiner Geschichte geht auch Bul- garten daran, nach dem Vorbild anderer Staaten den hier ansässigen Juden bestimmte Beschränkungen in der Ausübung ihrer staatsbürgerlichen Rechte aufzuerlegen. Im allgemeinen kann hervor- gehoben werden, daß die Juden im öffentlichen Leben Bulgariens eine geringe Rolle spielen, während ihr wirtschaftlicher Einfluß sehr bedeutsam ist. Die Zahl der Juden hat sich von 1910 bis 1934 von 40 133 auf 48 429 vermehrt. Seit der letzten Volkszählung dürfte chre Zahl auf rund 50 000 gestiegen sein. Sie betragen demnach etwa 0,8 v. h. der Bevölkerung. In der Hauptstadt Sofia wurden 1934 insgesamt 25 863 Juden gezählt. Es wohnten demnach 53,41 v. h. aller Juden in Sofia. Inzwischen dürste sich chre Zahl in der Hauptstadt weiter erhöht haben, da in den letzten Jahren ein starker jüdischer Zustrom zu verzeichnen mar, so daß man in Sofia mit etwa 32 000 Juden rechnet. Nach dem Gesetzentwurf zum Schutz des Dolkstumes, den der Ministerrat kürzlich genehmigt hat und der in der Herbstsession des Sobranje behandelt wird, werden jene Personen als Juden angesehen, die von jüdischen (Eltern stammen ober deren Väter Juden waren und vor ihrer Eheschließung oder vor dem 1. September 1940 nicht zum Christentum übergetreten sind. Wie man sieht, wird die Religionszugehörigkeit an einem Stichtage als Kriterium benützt und im Hinblick auf die kleine Zahl von Juden auch sonst etwas großzügig verfahren. Alle Personen jüdischer Abstammung müs- fen in einer bestimmten Frist diese Tatsache den Behörden zur Kenntnis bringen. Sie dürfen dann keine staatlichen, Gemeinde- ober öffentlichen Aern- ter bekleiden, landwirtschaftlichen Boden oder Grund weder erwerben, noch besitzen und keinen Militär- Die Hintermänner. Wie eine Tlotte ins Licht ist Griechenland in das Kriegsfeuer getaumelt. Daß Griechenland nicht mehr neutral war, daß es sich zum Söldling Englands gemacht hatte, wird ganz einwandfrei durch das Organ des Kriegsministers Eden, durch den „Daily Telegraph", bewiesen, der dem britischen Publikum versichert, die englische und die griechische Admiralität hätten gemeinsam schon längst Pläne ausgearbeitet, die jetzt in die Wirklichkeit umgesetzt werden sollten. England habe den Griechen moderne Geschütze und anderes Material geliefert, das nun in Funktion trete. Seit die Regierung des griechischen Diktators Metaxas sich von England „garantieren" ließ, hat der verderbliche Ehrgeiz dieses Mannes, eine Rolle zu spielen wie einst herostrat, der den Artemis-Tempel zu Ephesos anzündete, um seinen Namen für alle Zeiten berühmt zu machen, die Engländer in das Land gelassen. Das griechische Volk darf die Rechnung bezahlen. Englischen Einflüsterungen und englischen Pfunden ist die herrschende griechische Clique erlegen, die, allen voran, der König, jetzt in Telegrammen Trost beim englischen King sucht und dafür rührselige Tiraden empfängt. Griechenland erlebt das typische Schicksal eines politischen Trabanten der verblassenden englischen Sonne, wie Polen, wie Norwegen, wie Holland und Belgien, wie Frankreich. Die plutokratischen Kriegshetzer an der Themse und die jüdisch-freimaurerischen in den USA. haben ganz bewußt auch diesen Kriegsbrand entzündet, der nacheinander ihre fr em» den Söldner verzehrte. Metaxas, der Churchill in sentimentalen Wendungen telegraphiert hatte, wird ein merkwürdiges Gesicht gezogen haben, als dieser antwortete, England werde „Griechenland die ganze Hilfe, die es jetzt geben könne, zukommen lassen". Der Ton liegt auf dem jetzt, und dieser Ton ist der alte. Er war der gleiche bei den Polen und den übrigen Opfern der britischen Perfidie. Daß England auch jetzt nicht genügend helfen kann, bedarf eigentlich keines Beweises. Die Kriegsbrandstifter haben eine lange Fehlrechnung aufzuweisen. Sie hatten gehofft, ihre Trabantenstaaten würden, wie im Weltkriege, ihr Blut für die englischen Plutokraten vergießen und sich dabei ebenso wie die deutschen Waffen abnutzen, so baß nachher bie Angelsachsen uns lediglich den Genickfang zu geben brauchten. Sie haben diesen teuflischen Plan einträchtiglich mit der regierenben Clique sogenannter „neutraler" Staaten geschmiedet, wobei gerade amerikanische Diplomaten in (Europa an diesem Pläneschmieden teilnahmen. Der amerikanische Botschafter B u l l i t t hat es jetzt für notwendig gehalten, abzuleugnen, daß er und feine diplomatischen Kollegen in Warschau und London in allen europäischen Hauptstädten England und Frankreich zum Krieg gegen Deutschland und Italien angestachelt hätten. Die Tatsache wird von Freunden des Herrn Bullitt bezeugt.. Den Deutschen ist bekannllich die diplomatische Korrespondenz der geflüchteten polnischen Regierung in die Hände gefallen, und darunter befindet sich ein geheimes Schreiben des ehemaligen polnischen Botschafters in Washington, des Grafen Jerzy Potocki, an den ehemaligen polnischen Außenminister Beck, der jetzt in Rumänien hinter Schloß und Riegel sitzt. Dieses Schreiben vom 7. März 1939 schildert geradezu klassisch, wie das amerikanische Volk, das den Frie- den wolle, durch die Kriegshetzer in einen neuen W-ltbiwnd geftiürit werden soll. Es ist eine geschichtliche Tatsache, daß Diplomaten, nicht nur Herr Bullitt, eifrig am Netz gegen Deutschland geknüpft haben, daß sie überall ben Die Bevölkerung von Florenz umjubett die Führer der Achsenmächte. unübersehbare Menschenmenge begrüßte begeistert die Führer der bewert großen Nationen ihrer ftahrt durch die Stadt und während ihres Aufenthaltes tm Palazzo Vecchw. v (Presfe-Jllustrationen-Hoffmann-M.) dienst leisten. Freie Berufe dürfen sie nur in einer dem örtlichen Beoölkerungsschlüssel entsprechenden Anzahl ausüben. An sie werden keine neuen > Staatsbürgerschaftsdekrete mehr verliehen. Nur ; noch die Schriftleitung und Herausgabe von jüdi- dischen Schriften ist ihnen gestattet. Aehnliche Ein- ; schränkungen gelten für das Filmwesen und die Beteiligung an öffentlichen Lieferungen. In der Wirtschaft wird ein bestimmter Schlüssel für bie Juden festgesetzt werden. Jüdische Unternehmer dürfen Juden nur im Verhältnis des örtlichen Bevölkerungsschlüssels beschäftigen. Das halten bub garischer Hausangestellter ist Juden untersagt. Die Zugrundelegung eines örtlichen Bevölkerungsschlüssels bedeutet, daß beispielsweise in Sofia nur 8,3 v. ft. der Rechtsanwälte, Aerzte oder Beschäftigte eines jüdischen Unternehmens Juden sein dürfen. Eine Schwierigkeit ist allerdings bei der Unterbringung von rund 5000 H.^.^gehÜsinnen zu überwinden, bie ihre Posten in jübischen Familien verlassen müssen. In der Landwirtschaft hingegen spielen die Juden überhaupt keine Rolle, da nur Wenige von ihr leben. Während über die freie Berufe ausübenden Juden noch keine genaue Sta- tistik vorliegt, wurde 1936 festgestellt, daß es 16 027 in handel, Gewerbe und Industrie tätige 3uben gibt. Auf den handel entfielen 51 v. H-dieser Juden, auf die Gruppe Gewerbe und Industrie 38 d. ft. Ihre kapitalmähige Beteiligung an Aktiengesellschaften ist am größten bei den Transportgesellschaften, die 56,7 o. h. jüdisches Kapital Ausweisen, davon 11,1 oft. von Juden mit bulgarischer Staatsbürgerschaft und 45,6 v.h. inländisches und 18 7 v.h. Die Versicherungen weisen 15,0 v. ft. inländisches und 18,7 v. h. ausländisches jüdisches, zusammen 33,7 v Sy jüdisches Kapital auf, die Handels-Aktiengesellschaf^n 28,7, die Kredit-Aktienaesellschaften 91 v. h.^ Insgesamt besitzen bie Juden tn sämtlichen Akt.enge- sellschasten 773,3 Millionen Lewa (gleich 15,2 da von 9,5 v. ft. von einheimischen Juden) die Bul garen 2 424,9 Millionen (47,5 v. ft), die Armenier 94 9 Millionen (0,5 v. ft), das Ausland ohne ausländische Juden — 1886,3 Miwm-N Lewa (36 8 o ft). Auf ben Kopf der bulgarischen Bevol erung ent allen 460 Lewa Aktienkap.M au e.nen Juden aber 16 053 ober das Vierunddreißigfache! Wenn man die einzelnen Wirtschaftszweige Bu sens nach dem Anteil der Juden urtterfucht dann erfährt man die erstaunliche Tatsache, daß die Aktiengesellschaften für Tabakhandel emen jüdischen Kapitalanteil von 60,7 v.h.' Die xegu industrie-Aktiengesellschaften einen folgen oon^444, U Ä99e'^ °7° st°r- firh. hie Juden in den einträglichsten und wichtig- ften Industriezweigen des Landes festgesetzt ^ben. Die Warnaer Wirtschaftszeitung ,Monornist hat fic?der dankenswerten Ausgabe unterzogen, weiter Angaben über die Beteiligung der Juden an °e Vr* 3ugsowmeln^dw^aber^-rst^ur^d.- ^Millionen Lewa Produktion f*"mmten 30 98'o jüdischen Unternehmungen Was die SÄÄrt.....» "ä,; MWIS mit Malk-re.-rz-ugmNen kfl ü“ 57’ $ Don Fleisch. Schw°.neset unb’unb Hälsen- KJbhA kon Eiern und Geflügel zu ^^°l?ark7iSe?eiUgüng7°r°Juden am bulgarischen Die starke Bete ngu m Jahreseinkommen, b.rÄrJum ein Mehrsach-S über- Augenblicks und aus vorübergehenden Zweckmäßigkeitsberechnungen miteinander verbunden, bie Svlibarität fei fortdauernd. .^Deutschland und Italien werden gemeinsam marschieren bis zum Siege und über den Sieg hinaus." Die Häufigkeit der Fühlungnahme zeige die Funktion der Achse. Deshalb entgehe keine Phase der deutsch- itnlienischen Initiative der Beratung durch die beiden Füyrer. Dem alten England fei es niemals gelungen, die Ziele des Krieges zu bestimmen, den es vom Zaune gebrochen habe. Deutschland unb Italien feien sich ihrer Ziele für bie sie kämpften, der lebenswichtigen Gründe, um bereu Existenz zu verteidigen und der idealen Motive, für die sie bis zum totalen Siege zu marschieren entschlossen seien, voll bewußt. Die Achse ziele darauf hin, eine neue Ordnung zu schaffen, in der England, dessen Politik der Vormachtstellung unb der Unterdrückung Immer auf die europäische Ausnutzung gegründet war, aus Europa ausgeschaltet werde. Es handele sich nicht darum, England in die Sklaverei zu führen, sondern Europa für immer aus der Sklaverei z u befreien, die das britische Piratentum ihm aufzulegen beabsichtigte. Bei jeder Gelegenheit habe die beherrschende Plutokratie erklärt, Europa aus- hungern zu wollen. Die Gewaltherrschaft der Korsaren müsse ein für alle Mal niebergerungen werben. Für bie europäische Unabhängigkeit, für bie Freiheit, für die Ordnung und für die Zusammenarbeit in Europa kämpften die Achsenmächte. Ihr Sieg werde das Ende der Unordnung und den Anfang einer neuen Aera im Leben des ruhmreichsten der Kontinente darstellen. Diese Wahrheit werde auch für Griechenland wiederholt. Wenn auch die Griechen behaupteten, daß die Aktion Italiens ein Angriff auf die Wiege der ältesten Zivilisation sei, die Wahrheit fei, daß Italien in Griechenland wie im ganzen Mittelmeerraum der Wah. rer einer Zivilisation, bie von der britischen Gewaltherrschaft unterdrückt wurde, sei. Auch Aegypten habe eine alte Zivilisation gehabt, aber in Äegypten wie in Griechenland seien die Engländer nichts als Eindringlinge. Andererseits habe die Zivilisation nichts mit Konterbande, Spionage unb Verletzung der internationalen Re^ln ?u tun. Der England biene, verrate die europäische Solidarität unb könne nur als Feind Europas betrachtet werden. Verfügung zu stellen, und eine Kabinettssitzung, die am kommenden Freitag stattfinden wird, wird über die Ausgabe oon vorerst 982 000 Pen zu diesem Zweck beschließen. Tagung des Führerkorps des Gaues. Der Gauleiter über den weiteren Einsatz der Partei. NSG. Auf einer Tagung der Gauamtsleiter und Kreisleiter der NSDAP, sowie der Führer der Gliederungen und angeschlossenen Verbände der Partei, die am Mittwochvormittag im Adolf-ftitler- ftaus in Frankfurt am Main durchge^ührt wurde, gab Gauleiter unb Reichsstatthalter Sprenger dem Führerkorps des Gaues Weisungen für oen weiteren Einsatz, ben bas Aufgabengebiet der Par- tet erfordert. Gauamtsleiter Ruder, der, von seiner Verwundung hergestellt, seit einiger Zeit die Leitung des Gauschulungsamtes wieder übernommen hat, kennzeichnete das Ziel unseres Kampfes in der Gewinnung und Sicherung des Reiches. Mit einem Rückblick auf die geistig-ideellen Grundlagen der vergangenen Geschichtsepochen und einer Darstellung der gegenwärtigen weltanschaulichen Situation behandelt er besonders die Ausgaben, bie die Partei zur endgültigen Sicherstellung des durch den gemeinsamen Opfergeist von Front und fteimat unter Führung Adolf ftitlers erstmals errungenen Reiches deutscher Nation zu lösen hat. bis zur Zerstorung seiner lebenswichtigen Zentren fortgesetzt. Die Achse wird Schritt für Schritt eine Neuorganisation im Leben Europas schaffen und die durch Versailles geschaffene Unordnung beseitigen. Die Neuordnung wird dadurch verwirklicht werden, daß man England, dessen Politik immer auf der Zwietracht Europas aufbaute, vom Kontinent endgültig a u s f ch a l t e t. Die Solidarität zwischen Italien unb Deutschland ist auf allen Abschnitten außerordentlich aktiv, sei es hinsichtlich der europäischen, sei es der außereuropäischen Fragen. Daher kann man bie kürzliche Begegnung des Führers auf dem westlichen Sektor ebenfalls unter dem Gesichtspunkt vollkommener Uebereinstimmung der beiden Länder betrachten. Das Bündnis zwischen ben beiden großen Volkern, erklärt „P o p o l o d'J t a l i a", unterscheide l sich durch seinen Stil von allen anberen Bündnissen, die es in Europa gebe, ganz besonders aber von den demokratischen Allianzen. Die beiben Mächte seien nicht nur für bie Erfordernisse des ,» ^unparteiisch" wie «neutral". * formaler Oberherrschaft nglandhörigen 30. Mai 1913 wurde Kr :che nlands land vereinigt. M 0 E Z K Mangan Blei Eisenerz Zink Kupfer CH Chrom S Silber P Pyrit Ko Korinthen Zi Zitronen @ Apfelsinen Aegäisches Reer und Krieünscher Archive! ^statte in Wöbbelin, nahe Ludwigslust in Mecklenburg, zu zerstören. Dort, wo der Kämpfer und Dichter des Freihellskrieges von 1813, der seinem Volke und den deutschen Soldaten die schön, sten Freiheits- Und Soldatenlieder schenkte, beigesetzt wurde, nachdem er' unweit des benachbarten Gadebusch tödlich verwundet worden war, ist in den letzten Jahren eine der schönsten neuen Gedenkstätten entstanden. Auf Anlegung des mecklenburgischen Gauleiters Hildebrand wurde das Körnergrab zum Mittelpunkt eines Ehrenhains, den man aus 1000 jungen Eichen errichtete, dazu kam eine Ehrenhalle, so daß insgesamt eine würdige Gedächtnis- und Versammlungsstätte des Gaues Mecklenburg, der das Vermächtnis Theodor Körners für ganz Großdeutschland in treue Obhut übernahm, entstand. Daß das mit einem militärischen Ziel nichts zu schaffen hat, braucht kaum gesagt zu werden. Gleichwohl — oder gerade deshalb — haben britische Flieger in der Nacht zum Mittwoch versucht, hier ein neues Vernichtungs-1 dachte nicht daran, ihm hier eine Hllfsstellung zu geben. Da jedoch Deutschland und Italien ihre Bezüge aus Griechenland wesentlich erhöhten, wurde es auf diesem Gebiet vor ernsten Schwierigkeiten bewahrt. — (Zeichnung: Betkowski-Scherl-M.) Aehnlich mie in anderen früher ei Staaten war auch die Presse G r i e Kleinasien. Alle diese Inseln von Kreta bis Jmbros werden unter dem Sammelnamen „Griechischer Archipel" zusammengefaßt. Die Insel Kreta ist 8250 Quadratkilometer groß uni> zählt etwa 400 000 Einwohner. Vergleichsweise jci auf Hessen hingewiesen, das mit seinen 7700 Quadratkilometern räumlich etwas kleiner, mit 15 Millionen Menschen aber viel dichter bevölkert ist. Kreta ist, besonders in seinem südlichen Tell, von karstartigen Kalkgebirgen durchzogen, die bis 2500 Meter Höhe aufsteigen und für die Land- und Forstwirtschaft wenig Raum lassen. Die Insel ist der Teil Europas, der Aegypten am nächsten liegt. in der Luftlinie nur 600 mit militärischen Zielen zu tun, hier sollten britische Bomben, in blinder Wut geschleudert, das deutsche Empfinden treffen und schwer verletzen. , , ,L :---.“MUS, UCIUIIUCIS im Mit- Malter, zeigt interessante Parallelen zur Gegen- wart Sie war von etwa 1200 bis 1669 im Besitz der Venezianer, die sie im Anschluß an die Kreuz- 3uge eroberten. Erst am 27. September 1669 er- cberten die Türken ihre Hauptstadt C a n d i a. Im Jahre 1897 gewann Kreta Selbstverwaltung unter ^s Sultans, erst am kreta endgültig mit Griechen- Feindliche Handelsschiffe in Llebersee versenkt. Mehrere hunderttausend Kiloqramm Bomben als Vergeltung auf London. 47 Feindflugzeuge vernichtet. Nordengland. Zahlreiche britische Häfen wurden vermint. Britische Flugzeuge flogen im Schuhe der Nacht in Belgien, Holland und das Reichsgebiet ein. Ihre .Bomben richteten, wie gewöhnlich, keinen nennenswerten Schaden an kriegswichtigen Zielen au. Bel der Zerstörung eines frei liegenden Bauernhauses wurden sechs Erwachsene und zwei Linder gelötet. In anderen Orten sind einige Wohnhäuser beschädigt und mehrere Personen, darunter einige hollän-1 der, getötet oder verletzt worden. Der Gegner verlor gestern insgesamt 4 7 Flug - zeuge, davon wurden 19 im Luftkampf abge- schossen, 28 durch Flak oder am Boden zerstört. 17 deutsche Flugzeuge werden vermißt. Aach wenigen Sekunden versunken DeutschesFlngzeug vernichtet imTiefangriff britischen 5V0Y-BRT.-Frachter. S Mais & Tabak Setre/de & Handeln Oliven VX Tabak-Ind. A Zuckerfabr. + Chem./nd. * Metoll-lnd. # Keramische Industrie Reue Schandtat der enal scheu Flieger. Britische Flieger wollten Körner-Gedenkstätte zerstören. Schwerin, 30. Okt. (DNB.) Die nächtlichen Angriffe der RAF., die angeblich milllärischen Zielen zugedacht sind, in Wirklichkeit aber — eine im- mer wieder anhand der britischen Bombeneinschläge bestätigte Tatsache — wahllos auf zivile Anlagen oller Art angelegt werden, haben schon mehrfach deutsche Weihestätten heimgesucht, die mit dem deutschen Empfinden eng verbunden sind. Das Goethehaus in Weimar, die Bismarck-Grust im Sachsenwalde bei Friedrichsruh, der Bückeberg und das Brandenburger Tor, um nur diese vier britische Anschläge aus den letzten Wochen zu nen- nen, haben die durch nichts gehemmte Bedenkenlosigkeit der britischen Flieger zu spüren bekommen, tonoons Lagerhäuser in Flammen. Un|er Bild zeigt die brennenden Lagerhäuser an der Themse nach einem deutschen Angriff. (Presse-Bild-Zentrale-M.) w 0 H Der Wehrmachlvmcht vom Miwoch. Berlin, 30. Oft (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gsttt bekannt: Ein in überseeischen Gewässern operierendes Kriegsschiff meldet die Versenkung von drei bewaffneten feindlichen Handelsschiffen von 18400 BRT. Damit hat dieses Schiff bisher insgesamt 45 000 BRD. ver- senkt. Ein U-Boot versenkte ein großes bewaffnetes Handelsschiff von 10 500 BRT. Sampfverbände warfen auch gestern z a.h l - reiche Bomben auf London und erzielten vor allem in der Gegend der West-India-Docks und des Waterloo-Bahnhofes Treffer. Ls konnten Stichflammen und neue Brände beobachtet werden. Auch sonstige kriegswichtige Ziele Süd- Lnglands, wie der Kriegshafen von Portsmouth und ein Munitionslager von Great-Par- moukh, wurden mit Erfolg bombardiert, vor Ramsgate erhielten zwei Schiffe Treffer und blie- den unter starker Rauchentwicklung liegen. An diesen Unternehmungen beteiligte sich auch das italie- Nische Fliegerkorps. In den Abendstunden gelang es bei Angriffen auf mehrere Flugplätze in den östlichen Grafschaften der britischen Insel, Hallen und Unterkünfte durch Bombentreffer in Branl) zu sehen und zahlreiche Flugzeuge am Boden zu zerstören und zu beschädigen. 3m Laufe des Tages kam es mehrfach zuheftigenLuft- kämpfen. In der Nacht sieigertensichdieAngriffe auf London. Zur Vergeltung englischer Nachk- augriffe auf deutsche Wohnviertel wurden wieder mehrere hunderttausend Kilogramm Bomben abgeworfen. Zu beiden Seilen der Themse entstanden zahlreiche neue Brände in Docks «ad Industrieanlagen, weiter bombardierten Kampffliegerverbände den Hafen von L i v e r p d o l sowie die Industriegebiete von Birmingham und Coventry, ferner kriegswichtige Ziele in den Weg nach London freizukämpfeu. Dabei errang Major G a l l a n d durch Abschuß dreier Gegner seinen 47„ 48. und 4 9. Luftsieg. Heft ge Angriffe auf Midland-Grafschatten. Stockholm, 30. Oktober. (Europapreß.) Zwei Städte in den Midland-Grafschaften haben in der Nacht zum Mittwoch besonders heftig unter deutschen Angriffen gelitten. Der englische Nachrichtendienst erklärte, die Zahl derBrände sei beträchtlich groß. In Liverpool seien zahlreiche Brände ausgebrochen, von denen einer ernsten Umfang angenommen habe. Auch weitere Städte am Mersey sind angegriffen worden, ohne daß genaue Einzelheiten bekanntgegeben werden. Don Mittwochvormittag an Lustalarm in Süd- un» Mitielengland. Stockholm, 31. Okt. (Europapreß.) In den Vormittagsstunden des Mittwoch wurde in London Luftalarm gegeben, über dessen Dauer die englischen Nachrichtendienste noch nichts im Ausland verbreitet haben. Feindliche Maschinen verursachten auch in zahlreichen Gegenden an der Süd- küste und in mittelenglischen Grafschaften Luftwar- Jn der Nackt zum Mittwoch haben die Engländer auf derselben Linie der Kulturschmach eine neue Schandtat vollbracht, indem sie diesmal darauf aus waren, Theodor Körners Grab- Unter der Bezeichnung „Aegaisches Meer" versteht man den nördlichen Teil des ösllichen Mit- tclmeetbeckens zwischen Griechenland und Kleinasien. Das Aegäische Meer ist im Süden begrenzt durch die Inseln Kreta, Karpathos und den (zu Italien gehörigen) Dodekanesos, der gelegentlich auch unter der deutschen Bezeichnung „Zwölf-Insel- Gruppe" auftaucht. Weiter nördlich liegt in diesem ! &Meer, _fsir das sich auch der . , , . , _______ ______ ..o. nungen. Nach den vorliegenden Andeutungen kam werk anzustiften. Daß das Körner-Grab selbst von es zu Bombenabwürfen, über deren Charakter noch ihren Sprengbomben nicht getroffen wurde, LJL J bat gewiß nicht in der englischen Absicht gelegen. >n9 9^a0t ro rbl Stattdessen kam ein in der Nähe befindliches Bauernhaus schwer zu Schaden, wobei zwei Familien, bestehend aus sechs Erwachsenen und zwei Kindern, den Tod fanden. Lin erfolgreicher Untersdebootkommandauk. Kapitänleutnant S ch e p p k e an Bord feinv Schiffes, mit dem er bereits mehrere erfolgreiche Fahrten durchführte. — (PK.-Dietrich-Scherl-M.) Deutsche Mer kämpfen denWea nach Londons ei. Major Galla^d errang drei weitere Lnftsiege. Berlin, 31. Oft (DNB. Funkspruch.) Deutsche Iagdflugzeuge stießen am Mittwoch wiederum gegen die britische Insel vor, um den Kampfflugzeugen bewiesen. Es ist sicherlich nicht der Wille der ame- rikanischen und englischen Diplomatie gewesen, wenn nacheinander und blitzschnell die auf ihre Der- sprechungen hereingefallenen Regierungen von der deutschen Armee außer Landes getrieben wurden und sttzt im belagetren London eine jämmerliche Rolle als Emigranten spielen müssen König Georg von Griechenland, der Vetter des eng- Uschen Georg, und General Metaxas sind gegenwärtig an der Reihe, das Schicksal Halle Se- lassies, des „Löwen von Juda", und anderer Ob» jekte des englischen freimaurerisch-jüdischen Spiels zu teilen. Aber die eigentlichen Urheber dieses Kriegsbrandes, der nacheinander alle Spielfiguren Londons und Washingtons verschlingt, sind jene Kreise, die wie Churchill und Bullitt und die übrigen Plutokraten kaltblütig damit rechneten, daß dieser gewollte Krieg zu ihrem Ruhme ausgehen werde. Wobei sie sich allerdings gründlich verrechneten. p s. Die Sinnlosigkeit der britischen Bombenwürfe ist durch diese Untat aufs neue kraß erwiesen. Wei« mar, Friedrichsruh, Bückeberg, Brandenburger Tor, Wöbbelin — das sind leuchtende deutsche Namen, die niemals ein Brite verdunkeln kann. Wer gegen sie etwas unternimmt, der schändet sich selbst Das blieb der Royal Air Force überlassen. Wir wollen es uns merken. Griechenland, das neueste Opfer des englischen: Überwiegend auf englische Nachrichtenquellen und in wesentlichen Zü-1 folglich englische Interessen eingestellt. Beispielsweise brachte das halbamtliche Athener Blatt an einem Tage 26 Meldungen aus London, aber nur sechs aus Berlin und fünf aus Rom. An einem anderen Tage erschienen in demselben Blatt 17 Nachrichten aus London, aber nur sechs aus Berlin und vier aus Rom. In einem anderen Athener Blatt, das vor allem im Straßenhandel viel gekauft wird, standen an einem Tage 21 Meldungen aus London, , neun aus Berlin und vier aus Rom. Das ist also eine ähnliche Pressepolitik, wie sie heute noch in der Schweiz, in Schweden und einigen anderen Län- Die griechische Industrie ist in den wichtigsten Zweigen soweit entwickelt, daß etwa 75 bis 80 v. H. des inländischen Jndustriewarenbedarfs aus der heimischen Erzeugung gedeckt werden können, allerdings arößtenteils auf der Grundlage ausländischer Rohstoffe, von denen insonderheit Kohle, Holz, Eisen und auch Textilfasern eingefuhrt roeroen müp |en, wenn auch der griechische Baumwollanbau sich in den letzten Jahren in allmählicher Aufwärtsentwicklung befand. An Bodenschätzen finden sich verschiedene Metallerze, deren Ausbeutung sich teil’ hMe m den Anfängen befindet und noch in stör- ÄWSl, mt uas nm aua} oer rerem Maße ausbaufähig ist. Die geförderten Erze faßlichere Name „Griechisches Meer" einbürgert dis meröen so gut wie restlos ausgeführt. Die reichen ©ruppe der Zykl ad en und noch weiter nördlich Wasserkräfte harren noch der Nutzung. die S p o r a d e n. Abgesehen von diesen Gruppen Derhättnismäßig stark entwickelt ist in Griechen- ?n£In werden öfter folgende größere Inseln land mit seinen ausgedehnten Küsten und zahlreichen genannt: Samos, Chios, Lesbos, Samotrake, Im- guten Häfen der Handel und die Seeschiffahrt Der 1 sffu ru s .!05' erwähnen diese Inseln nur I Grieche ist der geborene Seefahrer, und mit einer &a Qlt n>?nJP^n%.e,n* ungefähre Dorstes Handelsflotte von 1,9 Millionen BRT. stand Grie- Sie sind Reste einer vor- chenland vor Ausbruch des Krieges unter den Welt-1 Uv'^'cheu Landbrucke zwischen Griechenland und fd)iffabrtsnationen immerhin an achter Stelle vor' 9rn° ------------ <*—— Schweden. Das bezieht sich allerdings nur auf den Umfang der Tonnage, nicht auf die Qualität der Srfjrffe. 2ßte wichtig die Schiffahrt für die griechische Volkswirtschaft ist geht aus der Tatsache hervor, daß noch im Jadre 1938 rund 7 v. H. der Einnahmen der griechischen Zahlungsbilanz aus der Schisf- faljrt geflossen sind Dank der hohen Frachtraten hMen die Griechen in den ersten Kriegsmonaten viel mit der Schiffahrt verdient, jedoch allein bis 5uni rund 150 000 BRT. Schiffsraum auf der Eng- SSL d-r - „ Ausfuhr zu verzeichnen. Das befreundete England & rOm^r Sm?®n ?Cr dachte nicht daran, ihm hier eine AiHsflpnunn "w ter. D e Geschichte Kretas, besonders Berlin. 31. Oktober. (DNV. Funkspruch.) Ein deutsches Flugzeug, das am Mittwochvormitlag bei schlechtem Detter und tiefliegenden Wolken weit in den Atlantik vorstieß. sah plötzlich unter sich einen britischen Frachter von etwa zum Angriff und warf in zweimaligem Tiefanflug zum größeren Teil geoirgig, nur etwa 15 u. j). des mehrere Bomben unmittelbar neben die Bordwand. Bodens find für Ackerbau geeignet. Infolgedessen Die heftigen Explosionen zerrissen dem Schiff die findet hjer auch nur etwas mehr als die Hälste der Flanken, ein mächtiges Leck klaffte auf. Nach roeni- ^oölferung ihr Auskommen in der Landwirtschaft, gen Sekunden tauchte das Schiff in die märend mehr als 15 v. H. in Großstädten leben. Fluten und versank, sodaß die Besatzung ^chische Landwirtschaft erntet aber nicht ge° ■----- — - " > - - ' " ,u I nug, _ um die Ernährung des Landes sicherstellen zu können. Auch für viehwirtschaftliche Erzeugung MteJjt ein ginfi^rbebarf. Griechenland ist der —v—o, ... ^ull, ulu> e.mgen urareren «an. aroftte europai](i)e Tabakanbauer und Exporteur । dern gehandhabt wird. Der griechische Zeitungsleser (obwohl nur 3^5 o. H der Anbaufläche mit Tabak. wird sich nun sehr darüber zu wundern haben, wie bestellt werden). Griechenland erzeugt ferner in be- sich die wirkliche Welt von Der ihm vorgespieaelten deutenden Mengen Korinthen, Sultaninen und1 J lp u Oliven. Der italienische Vormarsch in Griechenland tv;rb fortgesetzt. So ruft „News Chronicle" dann gequält aus mit dem Hinweis darauf, daß jetzt aus jeder Balkan- Hauptstadt sensationelle Gerüchte über Seegefechte, britische Landungen und griechische W- H c*. • > \*> 0 Äb - ' Ä 1 «r\ ’ v -w». UA Stoß in Ernst Wiefiner im 81. Lebensjahre. Heuchelheim, Hainstaft, den 31. Oktober 1940. 4879 D 4884 D der als Für die Kameradschaft des .NSDStß »Admiral Scheer« TianscheL Kameiadschafisführ. Am 21. Oktober 1940 verschied plötzlich und unerwartet unser lieber Alter Herr und Bundesbruder Die Beerdigung findet am Freitag, 1. November, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Brauhausstiaße 15 aus statt Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Rinn Wwe. Familie Ludwig Sack VI. Familie Karl Volkmann VII. Enkel und Urenket Für die Altherrenschaft »Admiral Scheer« und den Verein Chattenhaus e.V. Dr. Pfnorr, Altherrenscb.-Führ. HaupiiLc !neuer D> .vrernrti tinbeim L'anfle Steüueitieiei ce« Hauplichr« '.euer? ifrnft Blum cheln. 4, üJirbdian u Sport: iLm» iÖHunidn’ n Trud unc ti'etiafl ibrühi-d)'* Un'rec-natrontdere1 i'any « ®. Ser aorlener $r. - »Jrdi Hamann flruc'flcn.f1 ter Hone Beck. Seranrwoni'di iür Den 3n bah der Mn-einen Zbeoourttümmei Sö.S. Nach einem arbeitsreichen Leben entschlief gestern abend sanft unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Frau Maria KröckWwe., geb. Reuschling Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Der führet: le mehr die andere wett steht, dost dieses groste Volk eine einzige Vemeinschoft ist, um so mehr wird ste einsehen, wie aus- stchtsloo ihr Beginnen (ein muß. Albanische Milizen führten den er. en Stoß. Rom, 30. Oft (Europapreß.) Den ersten über die griechische Grenze haben nach einem Bericht des Korrespondenten des „Giornale d'Italia" aus Tirana die Legionäre der albanischen Miliz geführt..Die zur Grenze führenden Straften, berichtete der Korrespondent weiter, seien von motorisierten Kolonnen überfüllt. Die Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittags geschlossen. Siege kämen. Sie fährt dann offenherzig fort: „Glaubt ihnen nicht. (!) Bald können wirkliche britische Heldentaten zu berichten sein auf d-em neuen Kriegsschauplatz. 'Wir hoffen und glauben, daft dies sein wird. Aber Tatsache ist, daß unsere Macht, im Mittelmeer die Offensive zu ergreifen, ernstlich gelähmt mar, als Frankreich ausschied, und wir waren bisher nicht in der Lage, den Scljaden voll gutzumachcn. Große Erwartungen, die sich nicht erfüllen, werden nur Enttäuschung auslösen." „Auf die Seite Englands gestel t * Belgrad, 30. Okt. (DNB.) „Hrvatski List", die in der slawonischen Hauptstadt Esseg erscheinende maßgebende kroatische Zeitung, schreibt über Griechenland u. a.: „Griechenland hat sich mit der Annahme von Garantien auf die Seite Eng- lands gestellt. Ueberhaupt hat Griechenland, seit König Georg den Thron bestieg, seine Außenpolitik mit der Londons in Einklang gebracht. Auch der letzte griechische Bür- gerkrieg hat einen außenpolitischen Hintergrund gehabt, wobei deutlich die Finger Londons zu spüren waren. Durch die Annahme der englischen Garantien hat Griechenland im übrigen auch gewisse Verpflichtungen übernommen. Bestimmt besteht ein geheimes Militärabkommen, wenngleich dessen' Einzelheiten nicht bekannt sind. Vor Optimismus ist zu warnen. Stockholm, 31. Okt. (Europapreß.) „Svenska Dagbladet" führt in einem Kommentar zum italienischen Vorgehen gegen Griechenland den Widerstand der Griechen d-araui zurück, daß Athen von London konkrete Versprechungen er- halten habe. Welchen Wert solche britischen Garantien in Wirklichkeit besitzen, enthüllt nun in aller Offenheit der „Daily H e r a l d", der sicy am Mittwoch veranlaßt sieht, gegen die voreiligen Versprechungen Stellung zu nehmen und vor jedem Optimismus zu warnen. Das Blatt verweist auf die starke Stellung Ita. Viens in Albanien und schreibt dann wörtlich: „Wir dürfen nichts versprechen oder uns den An- schein geben, daß wir versprächen, daß unsere Hilfe an Griechenland entscheidend sein werde oder aber schneller eingesetzt werden könnte als das wahrscheinlich möglich ist. Englische Politiker erzählten uns in voreiligen Reden, wie schnell und gründlich wir die Deutschen in Norwegen zu Paaren treiben würden. Wir wurden gezwungen, die Erfüllung dieses Versprechens aufzuschieben (!); unsere Prah- lerei läßt uns vor den anderen in einem lächerlichen Licht erscheinen. Wir werden unsere Versprechungen an Griechenland einlöfen, aber laßt uns in diesem Fall nicht wieder zu Prahlern werden." Nachlässe von 3 bla 20 v. M. er halten Sie bei wiederholten Ver ftftentiichungen einer Anzeigei vorstoßenden italienischen Truppen würden von i albanischen Bevölkerung jenseits der Grenze Befreier begrüßt. Kömg und Kronprinz in Athen ausgeschattet? Mailand, 31. Oktober. (Europapreß.) Der .tiiiiimiiiiiimiiniiifiri WliMVkll Dir ilebensgcmctn» Ichaft des bcuifcben Waldes m Bildern ISO Tlaturaufnabmen m'i» d m Tier- und 'pilanzenleden de» hei» mailichen Wai^eb auf 12H nupfertteföiuck» tafeln.mi' lebendigem unb aufschlußreichem (Etnführungsier von st.Gerhard u.V, W Ifi. Preis RM 4 HO. „(Es lebt und webt fit Dem B che, und wer es verst-bt. mit emp» fön Heben Sinnen ie bildgeword liamr- |d)unbe tentn st, auf» jur.ebmen, dem singen u. klingen die laieln taufend (Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes * Bec ams Univer um Verlangen Ste kostenlos unser« beb Iderten Werbeblä tter 3u beziehen durch seds Buchhandlung! Hugo Vermühler Verlag Berlin ’ Lich.erleide iiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiniiiiil Bahnanlagen wirksam bombardiert worden. Große Brände und Rauchsäulen hatten die Wirkung der intensiven italienischen Aktion klar erkennen lassen, bei der zweifellos vor allem auch reichhaltige Benzinlager ein Raub der Flammen geworden seien. W * kann ich wohl mitreden.Metne Kinder habe ich mit., emährr. Blähungen. Verstopfungen oder andere Verdauungsstörungen kenne ich nicht bei meinen Kindern. Außerdem ist.,l'lufeKe"sehrousaIebiQ und daher billig. Man spart also neoen Mühen und Sorgen auch Geld. Korvettenkapitän a. O. 0. &. Freiherr von Forstner t- Wie aus Berlin gemeldet wird, ist dort einer der bekanntesten U-Boots-Kommandanten des Weltkrieges, Korvettenkapitän a. D. G. G. Freiherr von F o r st n e r einem Herzschlag erlegen. Freiherr von Forstner, der einer alten ostpreußischen Offiziersfamilie entstammte, war einer unserer ersten U- Boots-Kommandanten. Er befehligte u. a. das über. Haupt erste deutsche U-Boot, das heute im Deutschen Museum in München einen Ehrenplatz ge- funden hat. Im Weltkriege hat sich Frhr. von Forst, ner vor allem im U-Boot-Handelskrieg bedeutende Verdienste erworben. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Offizierkorps hat er sich schriftstellerisch betätigt und eine Reihe von'Marinebüchern erschei. nen lassen. Korvettenkapitän Frhr. von Forstner gehörte auch zu den geschätzten ständigen Mitarbeitern des „Gießener Anzeigers"; unsere Leser werden sich gerne der zahlreichen, meist humorvollen Erinnerungen und Geschichten aus der Zeit der alten Kriegsmarine erinnern, die in den letzten Jahren aus Herrn von Forstners Feder im „Gie. ßener Anzeiger" erschienen sind. lm nahezu vollendeten 74. Lebensjahr. - Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. Zialtenislher Wehrmachtbericht. Rom. 30.ort (DNB.) Der ttalienische Wehrmachtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Unsere Truppen haben den Vormarsch auf griechischem Gebiet fortgesetzt und da- bei den Widerstand feindlicher Nach- hüten gebrochen. In JlorbafriFa haben feindliche Luftangriffe auf Bardia und Tobruk zwei Tote und leichte Schaden zur Folge gehabt. In O st a f r i k a find zwei mit halbmotorisierten Kräften versuchte feindliche Angriffe bei Tessenei sowie zwischen Cassala und Sabberat unter leichten eigenen Verlusten glatt abgeschlagen worden. Feindliche Luftangriffe auf Assab haben leichte Schäden, aber keine Opfer zur Folge gehabt. W derstand in Kürze gebrochen. fR o m, 31. Okt. (DNB.) Die Aktion der italienischen Wehrmacht in Griechenland bildet auch am Donnerstag das Hauptthema der römischen Morgenblätter, deren Berichterstatter den Beginn des Vormarsches der italienischen Kolonnen und die ersten Erfolae der Angriffe der Luftwaffe auf d i e britische Flotte unb d i e Luftflot. tenstutzpunkte schildern. Mit Genugtuung wird festgestellt, daß Italien wieder einmal der Regierung Churchills zuvorgekommen sei und enalische Hoffnungen zunichtegemacht habe. Der Sonderberichterstatter des „Popolo di Roma" meldet, daß die italienischen Truppen, als sie den Befehl erhielten, an einigen Stellen die Grenze zu überschreiten, mit Gewehrsalven und Artilleriefeuer empfangen worden seien. Die italienischen motorisierten Abteilungen, die albanischen Truppen und albanischen Kontingente hätten aufs heftigste reagiert und den Wider st and in Kürze aebrochen. Trotz schlechten Wetters und Geländeschwierigkeiten seien sie rasch v arge st o ft e n , sodaß bereits am ersten Tage zahl- reiche Dörfer jenseits der Grenze besetzt worden seien. Die vom britischen Joch befreiten Albaner hätten die Truppen begeistert empfangen. Ein weiterer Sonderberichterstatter des gleichen Blattes stellt fest, daß die griechischen Flug- st ü tz p u n k t e, die als englische Flugbasen dienen sollten, unter der Kontrolle der italienischen Luftwaffe ständen, die bereits den griechischen Luftraum beherrsche. „Popolo di Roma" unterstreicht, daß die italienische Aktion dem englischen Traum, aus Griechenland eine britische Schlüsselstellung gegen Italien zu machen, ein Ende gesetzt habe. Zusammen mit den Kolonnen Marschall Grazianis in Afrika bil- deten die italienischen Kolonnen in Griechenland eine riesige Zange, die die Engländer von zwei Seiten umfasse und der drei Jahrhunderte alten Gewaltherrschaft Englands im Mittelmeer ein Ende machen werde. Ztaliknische Bomben ans griechische Stützpunkte. Rom, 30. Okt. (DNB.) Zu den Aktionen der italienischen Luftwaffe gegen griechische Flotten, und Flugzeugstützpunkte gibt ein Sonder, berichterstatter der „Tribuna" einige interessante Einzelheiten. Die Ausgabe der italienischen Bomber fei wegen ter gebirgigen Beschaffenheit des Landes und der ungünstigen Witterungsoerhältnisse nicht leicht gc- wesen. Die Staffel, die Preveza an der Südküste des Epirus angriff, fei allerdings dabei mfo- fern begünstigt gewesen, als Wolken ihren Anflug verdeckten und sie deshalb völlig überraschend den griechischen Flottenstützpunkt angreifen konnte. Die Docks und sonstigen Hafenanlagen feien m i t schweren Bomben belegt worden, was un- ter anderem" einen heftigen, weithin sichtbaren Brand sowie rasch aufeinanderfolgende Explosionen zur Folge gehabt hätte. Ebenso wirksam wie der Angriff auf Preveza sei auch der auf Ta toi, einem wichtigen Luftstützpunkt des Feindes, gewesen Auf dem aufs modernste eingerichteten Flugplatz ' hätten die italienischen Flieger aus geringer Hohe mit ihren Bomben die Anlagen wiederholt getroffen und nahezu zerstört. Auch in Patras sei schwerer Schaden angerichtet worden. Ferner seien die Hafenanlagen und Lagerhäuser im Ka- nal von Korinth ebenso wie die dortigen Freibankverkauf nm »vreitag 1. Slot). 1940 «msä von 8- h Ubi :kt. 751- 800 von 9-10 11 bi Nr 801 850 von 10-11 Ubi Nr 851- 900 üon 11-12 Ubr Wr 901- 950 am Lamoia«. 2 November 1 4etbinte*d)viben bei legen! — Sithtbübet ■nbSewetbtm fiSunter ogee mfifien zur «et meibang von «etiutten auf der «ütfieite Sern en und Snidjtift des Bewerbers krauen I Landwirt, mit kl. Erbhof, aus hies. Geg., Mitte 30er, ev., s. fleih., ebrl. Haushälterin. Bei Neig. Heirat nicht ganz aus- geschl. Zuschr. u. 03658a. d. G.A. Montag, den 4. November 1940, 19.15 Uhr, im Stadttheater, 3. Konzert (Gruppe A Nr. 2) Orchester- Konzert Solistin: ILSE BERNATZ (Frankfurt a. M.), CELLO Dirigent: Otto Söllner Ausführende: Das Städtische Orchester, Gießen Straub — Dohnänyi — Mozart Karten zu 1.55, 2.05, 2.80, 3.55 RM. im Musikhaus Challier, Neuenweg 10, Fernsprecher 2671, in der Karten Verkaufsstelle der NSG. Kraft durch Freude, Seltersweg 60, Fernsprecher 2141, und an der Abendkasse des Stadttheaters. 43350 Kl eine'Anzeig en m Gießener Anzeige, werden von touienben beachte, und gele^n [Stellengesuche] Bekanntmachung. Verlosung von Auslosuugsrechteu der Ablösungsanleihe. XI. Ziehung. 24. £ Kotier 1940. Auszahlung 2. Januar 1941. Gezogen wurden: Gruppe A zu nom. 1000,— RM. --- 2 Stück: Nr. 18, 51. Gruppe B zu nom. 500,— RM. = 3 Stück: Nr. 21, 22, 58. Gruppe C zu nom. 200,— RM. = 13 Stück: Nr. 62, 77, 84, 91, 95, 153, 194, 199, 247, 275, 294, 312, 314. Gruppe D zu nom. 100,— RM. = 27 Stück. Nr. 21, 34, 61, 144, 163, 174, 265, 272, 294, 306, 314 349, 419, 428, 445, 517, 554, 618, 656, 663, 714, 717 722, 726, 739, 748, 753. Gruppe E zu uom. 50,— RM. = 64 Stück: Nr. 26, 40, 128, 153, 157, 297, 357, 359, 416, 424, 426, 450, 454, 457, 501, 517, 529, &5, 582, 594, 620, 651, 662, 668, 677, 689; 692, 704, 750, 770, 808, 862, 867, 873, 894, 907, 919, 925, 977, 1011, 1021, 1063, 1158, 1284, 1323, 1328, 1333, 1424, 1452, 1470, 1533, 1554, 1638, 1676, 1712, 1748, 1785, 1788, 1822, 1831, 1843, 1860, 1865, 1886. Gruppe F zu nom. 25,— RM. — 98 Stück: Nr. 10, 24, 117, 130, 157, 253, 264, 320, 328, 335, 382, 400, 469, 486, 538, 588, 618, 648, 665, 703, 706, 830, 854, 865, 875, 1060, 1065, 1076, 1131, 1184, 1191 1205, 1207, 1216, 1240, 1242, 1274, 1278, 1280, 1342, 1348, 1366, 1373, 1425, 1427, 1458, 1545, 1554, 1563 1573, 1655, 1676, 1732, 1766, 1794, 1809, 1831, 1864, 1884, 1894, 1955, 1986, 1997, 2002, 2034, 2036, 2065 2069, 2088, 2151, 2237, 2283, 2309, 2313, 2336, 2378, 2416, 2435, 2460, 2469, 2474, 2501, 2548, 2563, 2584, 2605, 2668, 2686, 2729, 2730, 2761, 2822, 2837, 2863, 2888, 2889, 2895, 2914. Gruppe G zu uom. 12,50 RM. --- 80 Stück: Nr 32, 42, 77, 105, 150, 195, 198, 245, 264, 375, 401 424, 457, 487, 542, 552, 557, 588, 595, 648, 665, 709 793, 830, 855, 931, 952, 963, 967, 1012, 1014, 1048 1052, 1081, 1140, 1231, 1293, 1297, 1306, 1326, 1355,' 1376, 1436, 1532, 1536, 1549, 1567, 1616, 1620, 1752, 1769, 1794, 1798, 1808, 1812, 1814, 1847, 1850, 1868, 1917, 1922, 1936, 1945, 2029, 2038, 2053, 2054, 2061, 2098, 2116, 2124. 2125, 2158, 2173, 2209, 2259, 2261 2274, 2334, 2354. Die ausgelosten Stücke werden zum Sechseinhalb- fachen ihres Nennbetrages eingelöst. Außerdem werden bei der Einlösung Zinsen in Höhe von 5 vom Hundert des Einlösungsbetrages für die Zeit vom 1. Januar 1926 bis 31. Dezember 1940 vergütet. Beispiel: Bei der Einlösung werden gezahlt für je 100 RM. Nennwert der Auslosungsscheine 650,— RM. Dazu vom Hundert Zinsen für 15 Jahre = 75 vom Hundert........ 487,50 Zusammen 1137,50 RM. Die Einlösung erfolgt bei der Stadtkasse Gießen, und zwar vom 2. Januar 1941 ab gegen Rückgabe der gezogenen Auslosungsrechte nebst Schuldverschreibungen der Ablösungsanleihe im gleichen Nennbeträge. Gleichzeitig wird noch bemerkt, daß von früheren Ziehungen die nachstehenden Stücke bisher nicht eingelöst worden sind: Gruppe C, Nennwert 200,— RM.: Nr. 342. Gruppe D, Nennwert 100,— RM.: Nr. 108 342, 420. Gruppe E, Nennwert 50,— RM.: Nr. 69, 178 207, 215, 216, 425, 653, 995, 1012, 1100, 1347 1379, 1706. Gruppe F, Nennwert 25,— RM.: Nr. 95, 270, 276, 278, 285, 300, 311, 326, 336, 408, 505, 601, 621, 669, 850, 1149, 1376, 1522, 1594, 1595, 1660, 1667, 1760, 1838, 1871, 2652, 2903. Gruppe G, Nennwert 12,50 RM.: Nr. 74, 81, 151, 152, 165, 181, 187, 202, 203, 216, 220, 223, 228, 1207, 1469, 1614, 1668, 1693, 1719, 1723, 1851, 1896, 2122, 2210, 2352, 2383, 2384, 2395, 2404. Der Oberbürgermeister der Stadt Gieße«. I. B.: gez. Nicolaus. 4880C Am 1. November eröffne ich wieder mein Uhren-, Gold- und Silberwaren-Geschäft Auch kaufe ich wieder Alt-Gold, Doublg und Silber Gen.-Beschl. Nr. A. 40/4123 ERWW SCHWARZ Uhrmachermeister und Juwelier Bohnerwachs in Dosen und in Tablettenform vorrätig bei I Edgar BORRMANN5. Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 und 4156 4885 A GIESSEN Neuenweg 4, am Kreuzplatz 4874 D y Die fahrende naturkundliche Monats»chriftl Freude am Leben Bebilderte Sionatdichrirt für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht Wirtschaft und Technik. Herausgaben von Oberstudienrat Or.1L Hein und prof.Or.W.Schoenichen. Freude 0 m -Ceben' unterrichte fortlaufend in Bild und Wort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und $01 chungcn aus allen Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. SS ist Vie verstündl.ch-, aber hochwertige naturwissenschaftliche Monatsschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gchalt e ngestellt ist. Diertelfähriichcr Bezugspreis: 0.230.- Verlangen Eie kostenlos ein Probeheft — Der Lezug kann durch jede Suchhänblung erfolgen. Hugo Bermühler Verlag/Berlin-Lichterfelde Heute Donnerstag Neuaufführung! - Deutsche Wochenschaui LICHTSPIELHAUS Täglich 2.45,4,45,6,45. Sonntag 2.60,4.15, 6.45 - Bis Sonntag, 3, Nov. einschl. -- - 4886 A vm^arnfietni j mit KÄTHE GOLD. EWALD BALSER FI TA BENKHOFF, PAUL DAHLKE THEO LINGEN 487ftD Spielleitung: Hans Schweikart Die in ihrer Menschlichkeit und Gemütstiefe ergreifende und bezaubernde Geschichte der Minna von Barnhelm, fest verankert im Bewußtsein aller Deutschen, gewinnt in ihrer großartigen filmischen Fassung einen neuen, überraschenden Ausdruck! DEUTSCHE WOCHENSCHAU Tägl. 2.45 4.15 4.45 6.45 So. 2.00 4.15 6.45 Hauptf. Woche Hauptf. letzte Vorst. Jnge&g hat Zutritt! 4872 A HANS MOSER JARMILA NOVÖTNA • HANS HEINZ BOLLMANN CHARLOTT DAUDERT - MAX GULSTORFF • RUDOLF CARL - FRANZ SCHAFHEITLIN Und die Schlager der Film -Operette: Weißt Du nicht, was ein Herz voller ^ehnfucht begehrt?" i, Wüßt ich, wer morgen mein liebster ist" „Schatz, ich bitt' Dich, Komm heut /lachtI" „ Vielleicht" Regie: Carl Lamac / In NeuaufführungI HEINZ RÜHMANN Dort trifft sich jetzt die Damenwelt von Gießen und Umgebung. Schaufenster und Geschäftsräume zeigen modisch-schöne rDamut-XfeidüMg Mäntel, Kleider, Blusen in wundervoller Auswahl. Was Sie auch sehen, was Sie auch kaufen mögen, es ist die günstigen Preise und vor allem auch die Punkte wert. 150Erdarbeiter 40 Maurer« sofort gesucht. Auslösung wird bezahlt. Pier, Frankiert a. Main-Griesheim Zum Llnnegraben 60. 2-3-Zioimer- Wobnung mit Küche von ruhigemEhevaar mit Kind für sof. gesucht. Schrifll. Angebote unter 4876V an den Giest. Anzeiger. Junges Ehepaar sucht 13-Zimm. Wohng. und Zubehör sofort oder später. Schr. Ang. unt. 03650 a. d. G. A. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BießenerAnxeigei | Vermietungen"! 5 63HNKU- MtzNW mit Badezimmer Kaiserallee 27 I, sofort zu verm. Näheres «stD A. Becker, Kevlerstraße 9. Nähe Bahn 1-2 möbl.Zimmcr zu Oemi.Crednerstr 181 | Mietgesuche | 2-3-3lmmer- Bfyiung in Gießen oder Umgeb, gesucht. Schrifll. Ang. u. 03646 a.d.G.A. t.Co Giessen-Mark/s/rosse 4 -ö fernruf2096 Nr. 258 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Donnerstag, 31. Oktober 1940 ein Verfahren entdeckt, mit dem es möglich war, diese Heilstoffe systematisch im Tierblut zu erzeugen, um sie dann nach entsprechender Behandlung dem menschlichen Körper zuzuführen. Nun hatte der Arzt die Möglichkeit, mit dem von Behring entwickelten und hergestellten Diphtherie-Serum dem erkrankten Körper zu Hilfe zu kommen. Die dem Blute zugeführten Heilstoffe unterstützen die natürlichen Abwehrkräfte. Am Heiligen Abend des Jahres 1891 wurde einem Kinde zum ersten Mal mit dem Behringschen Heilmittel das Leben gerettet. Das Verfahren setzte sich immer mehr durch, es begann einen wahren Siegeszug um den ganzen Erdball anzutreten. In allen Kulturländern fielen bei Diphtherie - Erkrankten die Sterblichkeitsziffern, die vor der Einführung des Verfahrens 76 v. H. betrugen und heute auf etwa 5 v. H. gesunken sind. Mit der Herstellung des Diphtherie-Serums, dos wohl die schon ausgebrochene Krankheit zu bekämpfen gestattet, war Behrings Hauptidee, nämlich die Diphtherie restlos auszurotten, aber noch keineswegs verwirklicht. Behrings Ziel war es, durch systematische Impfungen eine I m m u n i s i e - rung der Jugend zu erreichen. Er entwickelte ein Diphtherie-Schutzmittel, über das er ein Jahr vor dem Weltkriege erstmalig berichtete. In vielen Ländern — vor allem natürlich auch in Deutschwohl vermeiden, daß ein politischer Mißerfolg auch wirtschaftliche Rückschläge brachte. Außerdem wäre die schwierige Stellung der Anglo-Iranian ^gegenüber dem iranischen Staat noch erschwert worden, .wenn sie sich offen auch des Bahrein-Oels bemächtigt hätte. So machte man das Geschäft lieber mit den Amerikanern zusammen. Denn ein Geschäft war es, wunden doch 1933 erst 31 000 Faß gefördert, 1938 aber 8 600 000 Faß. Und nun liegt auch dieser Stützpunkt britischer Macht im Bereich der italienischen Bomber. Das Herz des Empire wird von Krämpfen geschüttelt. Das läßt verstehen, daß man darüber sogar zeitweise die Sorgen um das Schicksal Londons vergißt. auf diese „Souvernitätsrechte", die Bahrein-Inseln ogar befestigt, da sie ja, ungefähr in der Mitte des Persischen Golfs der arabischen Küste vorgelagert, tatsächlich eine beherrschende strategische Stellung besitzen. Es handelt sich dabei um fünf größere und drei kleinere Inseln, die zusammen etwa 650 qkm umfassen und von 120 000 Menschen bewohnt werden. England hat diese Inseln zunächst lediglich wegen ihrer strategischen Lage besetzt. Das Del wurde erst viel später entdeckt. Im Winter 1931/32 wurde von dem englischen Major Holms die erste Bohrung niedergebracht. Daß nicht die Analo - Iranian - DU - Comp., sondern amerikanische Gesellschaften schließlich die Ausbeutung übernahmen, hat seinen guten Grund. Bei der Bestrittenheit der englischen Souveränitätsansprüche wollte man Arbeit und Versorgung. Ein Werk für die Alten der Volksgemeinschaft. Deutschland ist das Land der fleißigsten Arbeiter. In Stadt und Land, in den Fabriken, Werkstätten, Kontoren, hinter dem Ladentisch, am Bau, unter und über der Erde, in den Gärten und Wäldern, auf Aeckern und Wiesen, überall sind die Werktätigen in emsiger Arbeit, damit das Ganze gedeihen kann. Mitten im Kriege werden noch größere Anstrengungen gemacht, um die Wehrkraft zu stärken und ein festes Fundament für den Neubau der europäischen Gemeinschaft zu begründen. Auf den Leistungen des deutschen Arbeiters, Erfinders und Wissenschaftlers beruht der Führungsanspruch der deutschen Nation in Europa. Alles, was in Deutschland groß und erhaben ist, haben die Arbeiter aller Berufe in jahrzehntelanger mühevoller Tätigkeit geschaffen, und die Soldaten, die aus ihren Reihen hervorgegangen sind, haben das Errungene geschützt und geschirmt. Darum ist es nach nationalsozialistischer Auffassung eine selbstverständliche Pflicht, daß für den einzelnen Arbeiter, wenn er krank oder alt wird, in ausreichender Weise gesorgt werden muß. Dabei kann es sich niemals um ein Almosen handeln, sondern um eine Verpflichtung der Volksgemeinschaft, den Alten ein würdiges Dasein zu sichern, wenn sie im Dienste der Arbeit ergraut sind. Der Pflicht zur Arbeit entspricht das Recht auf Versorgung, wenn die Arbeitskraft erlahmt. Die Versorgung ist der Dank der Allgemeinheit für das pflichterfüllte Arbeits- lcben. Auf diesem Grundgedanken baut sich der Plan des nationalsozialistischen Altersver- sorgungswerkes auf, den Dr. Ley nach der vorangegangenen Beauftragung dem Führer vor- gelegt hat. Die Einzelheiten dieses Dersorgungs- planes, der gleichfalls auch für die Arbeitsinvalide^ und für die Witwen und Waisep gelten soll, wird zu einem späteren Zeitpunkt in einem einzigartigen Gesetzeswerk dem deutschen Volke vorgelegt werden. In diesem Augenblick aber ist es wertvoll, daran zu erinnern, daß das erste Gesetz über eine Altersund Jnvalidenversorgung, das in Deutschland Geltung erlangt hat, aus der staatsmännischen Einsicht Lmil von Vehring- ein Wohltäter der Menschheit Vor 50 Zähren wurde die Serumbehandlung entdeckt. des Fürsten Bismarck hervorgegangen ist. In seiner letzten Rede vor dem Deutschen Reichstag hat der große deutsche Staatsmann des 19. Jahrhunderts dieses Gesetz gegen alle Angriffe der Parteien ver- teidigt und schließlich mit einer knappen Mehrheit durchgebracht. Diese Tatsache wird jetzt im Reichs- arbeitsblatt hervorgehoben, wo ein Wort Schmol- lers über Bismarcks Sozialpolitik aus dem Jahre 1898 zitiert wird: „Die großen allgemeinen Ursachen, welche in unserem Jahrhundert darauf hinwirkten, die Unterstützung und Pflege der kranken verunglückten invaliden Arbeiter auf das Prinzip der Versicherung statt auf das des Armenwesens zu basieren, ist das Ziel." Man erkennt aus diesen alten Gedanken, daß in Deutschland in verantwortlichen Kreisen schon immer das richttge Gefühl für den Geist vorhanden gewesen ist, der allein befähigt sein wird, dieses Problem im Sinne der sozialen Gerechtigkeit zu lösen. Bei einer Erörterung dieser Frage darf man nicht daran Vorbeigehen, daß bereits die mittelalterlichen Einrichtungen, die Familienoerbände, die Gilden und Brüderschaften geschlossene Arbeitsgemeinschaf, ten waren, in denen sich der einzelne durch seine Lebensarbeit das Recht auf Versorgung im Alter durch die Gemeinschaft sicherte. Wir finden also hier schon in altdeutschen Einrichtungen echte sozialistische Gedankengänge, die in Einzelfällen sich durch das Zeitalter des Liberalismus in manchen großen Familienbetrieben erhalten haben. So ist auch in der heutigen deutschen Wirtschaft, die durch die sozialpolitische Schule der deutschen Arbeitsgemeinschaft gegangen ist, durchaus die notwendige Aufnahmebereitschaft für dieses große soziale Der- ständigungswerk vorhanden. Und in der Tat wird die Wirtschaft den größten Nutzen aus einem solchen Werke ziehen. Es wird immer neue Energien auslösen und zu einer gesteigerten Lebenskraft des einzelnen deutschen Menschen beitragen. Auf einem solchen Fundament aber kann das gesamte Wirtschaftsleben blühen und gedeihen wie noch niemals vorher in der Geschichte der europäischen Völker. Gestörtes Oelzentrum. o Den „merkwürdigen Krieg" haben die Engländer diesen Krieg schon einmal genannt, als nach dem polnischen Feldzug es so schien, als seien alle Fronten in ein Stadium der Erstarrung geraten Die Ereignisse des Frühjahrs und Sommers haben sie dann sehr rasch darüber belehrt, daß diese Erstarrung nur eine scheinbare war, daß in Wirklichkeit unter der wenig bewegten Oberfläche intensivste Tätigkeit auf Seiten der Achsenmächte geherrscht hatte. Erstaunlicherweise scheint man in England jetzt wiederum an eine Erstarrung des Krieges zu glauben, insofern nämlich, als man wie hypnotisiert auf den Luftkrieg starrt und anzunehmen scheint, daß sich die Aktivität der Achsenmächte in den Luftangriffen auf London und andere Ziele erschöpfe. So nur ist es erklärlich, daß immer wieder die Version auftaucht, England könne durch bloßes Standhalten gegenüber den deutschen Bombenangriffen dem Krieg die entscheidende Wendung geben. Diese Ansicht von Krieg müssen wir nun unsererseits als merkwürdig bezeichnen. Freilich ist der Zustand im gegenwärtigen Stadium für Eng- land an sich schon wesentlich unangenehmer, als er es in der scheinbaren Erstarrungsperiode des vorigen Winters war. London, das damals hinter der Maginotlinie im tiefsten Etappenfrieden lag, ist heute ein Hauptkriegsschauplatz. Aber keineswegs der einzige. In Wirklichkeit sind gerade in., den letzten Wochen an anderen Fronten dieses Krieges entscheidende Erfolge erzielt worden, die nicht zuletzt die Reife des mißsrfolggekrän- ten Ministers Eden nach Aegypten veranlaßt haben. Man hat London öfter als den Kopf des britischen Empire bezeichnet, Aegypten und Vorderafien aber als sein Herz. Daran ist etwas Wahres, und das Blut, das dieses Herz durch den Körper des Empires pumpt, heißt — Erdöl. Die Oelleitungen, die von dem Mofsul- Gebiet, von Kirkuk nach Haifa und Tripolis im französischen Mandatsgebiet Syrien gehen, waren eine der Hauptschlagadern des britischen Weltreiches nach dem Mittelmeer. Nach Osten waren es die in der Mhe des Persischen Golfs gelegenen iranischen Erdölfelder und die mitten in diesem Golf liegenden Bahre in-Ins eln. Die Mittelmeer, flotte Englands einerseits, die Beherrschung des Indischen Ozeans anderseits, die Wavell-Armee im Vorderen Orient und die ägyptische Stellung als Flankendeckung schienen dieses Zentrum der britt- schen Oelversorgung gegen jeden Angriff gefeit zu machen, zumal ja nach Nprden noch die Türkei als vorspringende Bastion eine weitere Sicherung bot. So fest glaubte England an die Stärke dieser seiner Zentta'lstellung im Empire, daß es von hier aus die Möglichkeit zu einem offensiven Vorgehen im geeigneten Augenblick jederzeit für gegeben erachtete. Mit dem Ausfall des französischen Man- dotsgebietes Syrien entstand allerdings eine unangenehme Lücke in dem System. Durch Stillegung der Oelrohrleitung nach Tripolis glaubte man indessen die größte Gefahr beseitigt zu haben. In- zwischen aber haben auch hier die Dinge einen völlig anderen Verlauf genommen, als England erwartete. Die verschiedenen Luftangriffe auf Haifa haben so unangenehme Wirkungen erzielt, daß nach italienischen Meldungen die Verarbeitung des Mos- sulöles in den Raffinerien von Haifa den Englän- dem zu riskant erscheint, und daß sie infolgedessen mehr und mehr dazu übergehen, das Erdöl auf dem Euphrat zu verschiffen und zur Raffinierung nach den Bahrein-Inseln zu bringen. Denn diefe waren ja unter allen Umständen sicher! Wieder ein Irrtum. Die italienische Luftwaffe zeigte durch ein erfolgreiches Bombardement vor einigen Tagen, daß auch die Bahrein-Inseln absolut im Bereich ihres Aktionsradius liegen. Das hat nicht nur gewaltiges Aufsehen im ganzen arabischen Vorderasien erregt, sondern es hat auch wie eine Bombe auf die Engländer selbst gewirkt. Wieder ist eine für unbedingt sicher gehaltene Position plötzlich gefährdet. Zwar sind die Ansprüche Englands auf die Bahrein-Inseln umstritten, da Iran immer wieder, so z. B. 1927 in Genf, gegen die britische Souveränität protestiert und seine eigenen Hoheitsansprüche niemals aufgegeben hat. England hat sich darum indessen niemals sonderlich gekümmert. Es beruft sich auf ein Abkommen mit dem arabischen Scheich Hamid ben Isa und hat, gestützt Mitten im Kampf für feine Größe und Freiheit stehend, gedenkt Deutschland in diesem Jahre einer der bedeutendsten medizinischen Leistungen, die die Welt deutschem Forschergeist zu verdanken hat. Fünfzig Jahre sind vergangen, da Emil von Behring seine Entdeckung des Diphtherie- s e r u m s veröffentlichte und damit eine neue Heilmethode, die Serumbehandlung, begründete. Der große Forscher, der seit mehr als zwei Jahrzehnten den ewigen Schlaf schläft, vollbrachte damit eine Tat, die aus der heutigen Krankheitsbekämpfung nicht mehr wegzudsnken ist. Aber nicht nur Deutschland verdankt diesem Manne unendlich viel, darüber hinaus ist Emil von Behring zum Wohltäter der gesamten Menschheit geworden. Noch kurz vor der Jahrhundertwende starben in Deutschland jährlich allein 40 bis 50 000 Kinder an der Diphtherie. Die Aerzte standen vor einem Rätsel. Da veröffentlichte Behring, 1854 in Westpreußen als fünftes Kind unter zwölf Geschwistern und als Sohn eines Dorfschullehrers geboren, im Jahre 1890 in einer medizinischen Zeitschrift die Ergebnisse von erfolgreich durchgeführ- ten Versuchen, durch die er bewies, daß ein an Diphtherie erkrankter Organismus das Gift des Krankheitserregers schnell neutralisieren kann, wenn die vorhandenen natürlichen Abwehrkräfte durch ärztliche Hilfe unterstützt werden, indem man vorgebildete Abwehrstoffe in den menschlichen Organismus einführt. Er behauptete damit nicht mehr und nicht weniger, daß die Diphtherie eine heilbare und sogar vermeidbare Krankheit sei. Durch zahlreiche Versuche hatte der damalige Militärarzt solche zusätzlichen Abwehrstoffe gebildet, vor allen Dingen in Pferdekörpern. Er hatte 4Opc die große Tube die kleine Tube ' 2V( starkwirksam, gegen Zahnstein onsotz, zahnfleischkräftigend, mild aromatisch, - und so- preiswert! r. M i k r o f e i ri land — ist das Behringsche Programm der fogenannten „aktiven Immunisierung" schon in größtem Umfange verwirklicht worden. Der Erfolg: bis auf einen kleinen Prozentsatz sind die Erkrankungen an Diphtherie ausgeschaltet worden. ♦ Aber noch ein zweiter Erfolg war dem großen Wissenschafller und Forscher in der Erfindung des Tettanus-Serums befchieden: er wurde zum Retter Taufender von Soldaten. Im Straßenschmutz und im Erdboden leben jene Tetanus, ober Wundstarrkrampfbazillen, die bei Verletzungen gefährliche Wundinfektionen verursachen können und in vielen Fällen zum Tode führen. Die- fen Gefahren sind natürlich besonders die Soldaten im Kriege ausgesetzt. Noch zu Beginn des Weltkrieges starben zahlreiche Soldaten an dieser Wundinfektion. Als man systematisch die Verwundeten vorbeugend mit dem Behringschen Tetanus-Serum behandelte, erkrankte kaum noch einer an Starrkrampf. Wenn wir hier anführen, daß im Polenfeldzug von 10 000 verwundeten Soldaten nur vier vom Starrkrampf heimgesucht wurden, so kennzeichnet diese Tatsache allein das gewaltige Werk Emil von Behrings. • * Am letzten Tage des Monats März 1917 schloß Emil von Behring die Augen für immer. Sein hartes, aber an Erfolgen überreiches Leben hatte ein Ende gefunden. Zahllose Ehrungen sind diesem Manne zuteil geworden; 1901 wurde er in Anerkennung seiner Verdienste in den Adelsstand erhoben, viele in- und ausländische wissenschaftliche Körperschaften ernannten ihn zum Ehrenmitglied. Sein Werk- aber lebt weiter — zum Segen der ganzen Menschheit. Und wir können diesen Ab- riß eines kämpferischen Lebens nicht besser beschließen als mit den Worten einer Mutter, deren Kind vor fünfzig Jahren durch das Verfahren Behrings gerettet wurde. Die überglückliche Frau schrieb: ,Zch kenne nicht, ob viele Mütter Ihnen ihren Dank ausgedrückt haben. Aber mein Kind ist gerettet, weil Sie so weis gedacht und für die Wissenschaft gekämpft haben. Mein jüngster und liebster Knabe mar krank und ist gerettet vor der Diphtheritis.-Ihr Name sei gesegnet von glücklichen Müttern wie ich." Das sind die tiefempfundenen Worte einer Mutter, Dan« kesworte, deren Wirkung durch die Unbeholfenheit des sprachlichen Ausdrucks nur noch gesteigert wird. Goldaienhaui. Lon Friedrich Georg Sanhsch. Der Soldat trägt seine Haut zu Markte, sagt ein aller Landsknechtsspruch, ohne dabei zu verraten, was so eine Haut wert ist. Denn ehe aus einer Haut eine Soldatenhaut wird, vergeht eine lange, schmerzvolle Zeit. Bei den Soldaten erfahrt man auch, daß die Haut keine Haut ist, sondern ein Gewebe, wenn die erste Instruktionsstunde bei dem berühmten Sanitätsgefreiten Neumann vorüber ist. Genannter Mann ist auch berjemge. Zu dem man flüchtet, wenn man einen Schaden genommen hat, verzweifelt und mit verzerrtem Schein der Hoffnung, daß den Qualen mit einem Universalmittel em Ende' bereitet werden kann. Aber weit gefehlt. Jeder muß den Schmerz ausgelaufener Fuße, das langsame Anschwellen gerich- stim weiterwachsender Blasen bis o"s ^n letzte Stick auskosten. Besagter Neumann besieht sich den Neitting und greift mit sachverständiger Miene nach der Iodslasche. Das wird schon elfen! Unb betn allo ©eauälten scheint es wie em Zuspruch de Trostes ^Diese Musik klingt ihm.aber nur solange im Ohr, bis er die braune, jodische Flüssigkeit aus seiner Wunde spürt. Mit diesem Augenblick stimmt ein ganz anderes Orchester feine em oiel gewaltigeres. Er hört manchmal sogar die Engel macht er nur solange, als er ein t|rifd>nng SE?man ihn^eige^nd^unö"selftE ©raffen PX" 'hat etn feinen Stieseln hat der Prozeß der Änblunq norn Zwilen ins Militari che ettolg. reiche Fortschritte £is tarn ^n tnieber, aer foie man schon zurecht- ‘‘‘hrfirff nlaubte ben überstandenen Schmerzen nach, ss es*-«-, säm u"6" bringen es fertig! Militärisch wie alles, seit wir mit dem Pappkarton unterm Arm ins Lager einzogen, sind sie uns nähergekommen. Das hält dann aber auch zusammen. Das hält in Polen, Norwegen und Frankreich und überall, wo es einen Krieger hintreiben kann; bei Wind und Wetter, bei Sonnenschein und platzenden Granaten. Dann ist auch nicht nur an den Füßen eine Verwandlung vor sich gegangen, auch an den Händen und im Gesicht ist manches anders geworden. Man hat eine „Tapete" bekommen, braun, rissig und voll Schmarren, aber gesund und widerstandsfähig. Man fühlt sich wie ein richtiger Draufgänger, mit einem Schild gewappnet, auf dem vergangene, erlebnisreiche Fahrten eingd= zeichnet find. Unten läuft man fest und ohne Schmerzen auf einer doppelten, dreifachen Haut, auf einer Schicht wunderbar dicker, unbezahlbarer Hornhaut. Mit Stolz befühlt man die elefantenmäßige Behäutung, die auf den tagelangen Vormärschen unsere beste Waffe gegen die feindlichen Angriffe brennender und sich mit Schmerzenswasser füllender Blasen ist. Kein Kursblatt könnte den Preis einer solchen Haut nennen, so wenig wie sich mtt Geld unsere Erlebnisse in die Gesichter zeichnen lassen. Bis es dann eines Tages ein winzig dünner, rosaroter Schein fertigbringt, dem ganzen Soldatenleben ein Ende zu bereiten: UK gestellt. Man wird an einer anderen Stelle mehr gebraucht. Man vertauscht die Röcke und lebt in der Welt des Zivilisten noch eine Welle das Leben des Soldaten. Man ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Dann beginnen langsam die Ereignisse des Soldatenlebens von uns fortzuziehen und zu verblaf- fen. Wir gewöhnen uns wieder private, unsoldatische Manieren an. Dazu gehört das Verlangen, sich öfter als sonst zu baden, möglichst heiß und lange. Und wenn man in der Wanne sitzt oder unter der Dusche steht, sieht man unter Dampf und Hitze, rote sich auch an den Füßen die Rückwandlung vollzieht. Mit Kummer und krauser Stirn, daß man so gar nichts tun kann, um es aufzuhallen, wie man nichts tun konnte, um es fernzuhalten, als es kam. Das kostbare Horn, der Harnisch unserer Füße, wird weich und weiß und lost sich wie eine Flocke, um, lautlos vom Wasser fortgetragen, im Ausguß- trohr der Wanne zu verschwinden. Manchmal sind es ganz stabile Stücke, die Abschied nehmen. Fast wie Orden und Auszeichnungen für die ungezählten Kilometer, die man auf ihnen marschiert ist, nehmen sie sich aus. Mit leisem Grimm betrachtet man die frische Haut unter den entblößten Stellen und denkt: Soldatenrock ausgezogen — Soldatenhaut abgezogen! Jedem das Seine. Theaterzettel in alter Zeit. Theaterzettel, die wir oft achtlos in den Händen halten und nach dem Ende des Stückes in einen Winkel flattern lassen, sind nicht selten die einzigen bleibenden Zeugen, die man von flüchtig verrauschenden Theaterabenden bewahren kann. So sorgte Heinrich Laube, als er die Direktion des Burgcheaters übernahm, zunächst für eine systematische Sammlung und Erhaltung der Theaterzettel, die wohl heute die wichtigste Quelle für die Geschichte der Burg sind. Die klassische Bühne der Griechen und Römer kannte noch keine Theaterzettell Doch wurden durch den Prolog und Titel und ungefährer Inhalt des Stückes sowie die Namen der austretenden Personen mitgeteilt. Eigentliche Theaterankündigungen sind wohl erst zu Anfang der römischen Kaiserzeit aufgekommen. In Pompeft ist auf einer jener geweißten Wände, auf denen Bekanntmachungen aller Art mit schwarzer Farbe angebracht wurden, zwar nicht die Ankündigung einer theatralischen Aufführung, wohl aber die einer Gladiatoren Vorstellung zu lesen: „Des Aedilen Suettius Certus Gladiatorenfamilie wird in Pompeji am 1. Juni kämpfen. Auch eine Tierhetze findet statt. Ein Zeltdach ist vorhanden." Andere Ankündigungen haben den Zusatz: „Wenn das Wetter es erlaubt", auch wird erwähnt, daß wegen der Hitze während der Vorstellung mit Wasser gesprengt werden werde. Als sich im Mtttelaller allmählich die großen Mysterienspiele herausbildeten und mit ihnen die Entwicklung einer neuen Theaterkunst anhub, brauchte zunächst niemand an eine Bekanntmachung zu denken. Standen doch die Spielzeiten in dem Kreislauf des kirchlichen Festjahres von vornherein fest, und Bürger und Behörden waren in ihrer Gesamtheit an diesen Veranstaltungen beteiligt Da zudem Theater und Geschäft streng« getrennt waren, lag jeder Gedanke an Reklame fern. Aber die Zahl der darzustellenden Stücke wuchs, eine Auswahl mußte getroffen und in den größeren Städten die Bürgerschaft von den Einzelheiten der Ausführung benachrichtigt werden. Aus dem Jahre 1466 ist eine in niederdeutscher Sprache geschriebene, sehr ausführliche Ankündigung eines Hamburger Passionsspieles bekannt, die mehr die Tonart eines obrigkeitlichen Erlasses hat. Die Bürger werden darin aufgefordert, jeder nach seiner Möglichkeit „mit gutwilliger Handreichung, Förderung und gutem Willen zu beweisen, daß das Werk zum Besten der Seelen Seligkeit ausgerüstet werden möge. Die Sperren des Kapitels und des Rats werden dafür Sorge tragen, daß das Geld, das zu dem Spiel gegeben wird, für nichts anderes verwendet werde." Als ältester eigentlicher Theaterzettel gilt erst ein für eine Rostocker-Aufführung 1520 in prächtigen Lettern gedrucktes Blatt: „Durch Gunst und Erlcnck- nis beider, geistlicher und welllicher Obrigkeit dieser Stadt Rostock wird man hier, so Gott will, am kommenden Sonntag als dem Tage Mariae zu der Ehre Gottes ein schönes inniges und merkwürdiges Spiel anrichten vom Stand der Welt und den sieben Alten der Menschen, wodurch in sieben Artikeln das Leiden Christi auf sieben Tageszeiten borge- stellt wird." Es folgt eine kurze Empfehlung des hohen moralischen Wertes der Aufführung. „Wer sodann das zu sehen beliebt, der möge nach dem Mittelmarkt kommen, da wird man um 12 anfangen." C. K. Lyrik-Preis der „Oatne" 1940. Auch im Kriege hat die „Dam e" ihr traditionelles Lyrik-Preisausschreiben betbe- hallen, und das Erlebnis des Krieges war, wie das im neuesten Heft veröffenllichte Ergebnis zeigt, bei mehreren Preisträgern bestimmend. Den ersten Preis (1000 RM.) erhielt Josef ß e 11 g e b , fünf weitere zu je 200 RM. fielen an Georg von der Bring, Wolf von Niebelschütz, Ruth Schaumann, Bodo Schütt und Artur Z i ck« l e r. Sämtliche Gedichte sind in der „Dame" ab« gedruckt. Aus -er Stadt Gießen. Kinder im Krieg. Wenn der neue Heeresbericht kommt, stürzt Brigitte — mit Papier und Bleistift bewaffnet — an das Rundfunkgerät, um sich „Neues vom Tage" aufzuschreiben, da sie es in der Schule besprechen. Im Sommer, als wir in ein paar Tagen der Erholung beinahe vergessen hatten, daß Krieg war, wurden wir immer wieder durch die Kinder daran erinnert. Auf der Straße spielten sie „Fliegeralarm", und es war rührend, mit welcher Hingegebenheit! Ein Junge war die Sirene: er heulte herrlich und durchdringend, und besonders das Ablaufen zum Schluß war von komischer Cchcheit, wenngleich seine Stimmkraft natürlich längst nicht an die des Vorbildes heranreichte. Die anderen Kinder spielten verteilt auf der Straße. Sobald nun die „Sirene" ertönte, mußten sie in affenartiger Geschwindigkeit über die Straße sausen, über den Gartenweg, rum um das Haps und hinein in den Keller! Es war gewiß eine ganz gute Vorübung. Beim Schwimmen in dem schönangelegten Flußbad waren es auch wieder die Kinder, die das Zeitgeschehen in ihren Spielen widerspiegelten. Im Planschbecken spielten sie „U°Boot": sie schwammen langgestreckt eine ganze Strecke unter Wasser und tauchten dann langsam auf, wobei ein hochgestellter Arm wohl das Sehrohr do r ft eilen sollte. Man sah ordentlich, wie vorsichtig sie auftauchen mußten: konnte man wissen, ob die Luft auch rein war? Ein ganz kleiner Knirps schrie: „Ich auch U-Boot!" und schon stürzte er sich ins Wasser und verschwand und fand sich nicht gleich an die Oberfläche zurück, so daß er von der herbeieilenden Mama „gerettet" werden mußte. Anscheinend war seine Auftriebvor- richtung nicht ganz in Ordnung. Daß unsere Kinder gerade jetzt einen besonders großen Appetit entwickeln, ist klar. Auf jeden Fall traf Rolfdieter den Nagel auf den Kopf, als er von seinem — vor dem Kriege schlechtessenden — Schwesterlein sagte: „Seit es Karten gibt, frißt sie!" Neulich war bei Tisch von den Tagesereignissen die Rede, auch von der Beschießung der Burma« straße. Am Abend beim Zubettgehen fragte Wolfgang sinnend: „Mutti, is die Burmastraße grad so lang wie die Frankfurter Sttaße?" E. L. St. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gießener Vortragsring: 19.30 Uhr in der Neuen Aula der Universität Literarische Feierstunde: Bruno Brehm liest aus eigenen Werken. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Das Fräulein von Barnhelm". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frasqüita". Ortszeit für den 1. November. Sonnenaufgang 8.22 Uhr, Sonnenuntergang 18.55 Uhr. — Mondaufgang 10.03 Uhr, Monduntergang 19.10 Uhr. Vom Lehrkörper -er Universität. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat — wie wir am Dienstag be- retts berichteten — bejn Leiter der Behring-Werke in Marburg, Dr. med. vet Albert DemniL einen Lehrauftrag in der veterinärmedizinischen Fakultät der Ludwigs-Universität für das Lehrgebiet „Tier- seuchen-Therapie" erteilt Dr. Demnitz, der am 9. Oktober 1892 in Dresden geboren wurde, hat an der Tierärztlichen Hochschule in Dresden studiert. Im Anschluß an sein Studium war er bis zum Frühjahr 1920 als Assistent am Physiologischen Institut der Landwirt- schafllichen Hochschule in Berlin tätig. Im Herbst 1920 trat er bei den Behring-Werken in Marburg als Assistent in der Veterinär-Abteilung ein. Im Jahre 1923 wurde er mit der Leitung der Veterinär-Abteilung der Behring-Werke betraut. 1926 ging er nach Santiago de Chile, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Jnstituto Bacteriologico tätig war. Im Jahre 1927 nach Deutschland zurück- gekehrt, übernahm er wieder die Leitung der Veterinär-Abteilung der Behring-Werke in Marburg. 1929 wurde ihm die Leitung der Produktton der Behring-Werke übertragen. Seit 1930 steht er als Betriebsleiter' an der Spitze dieses Unternehmens. Im Jahre 1940 wurde er in den Vorstand der Behring-Werke AG. berufen und zum Direktor der Abteilung Behring-Werke der JG.-Farbenindustrie ernannt. Ausflellung„LandschastsgebundeneMffenschast a Ein interessanter Ausschnitt aus dem Wirken der Universität Gießen. Im Rahmen der „Gießener Universitätswoche 1940" vom 2. bis 5. November wird die A u s - stellung .Landschaftsgebundene Wissenschaft" des NS.-Dozentenbundes der Universität Gießen einen besonders bemerkenswerten Anziehungspunkt darstellen. Diese Ausstellung wird wegen chrer Bedeutung für unsere engere Heimat über den Rahmen der Universitätswoche hinaus für die Oefsentlichkeit zugänglich sein, um allen Volksgenossen in Stadt und Land Gelegenheit zur Besichtigung der verschiedenen Abteilungen zu geben. Am kommenden Sonntag nachmittag wird die Ausstellung in der Kleinen Aula (früherer großer Hörsaal) von 16.30 Uhr ab bis 19 Uhr erstmalig zum öffentlichen Besuch bereitstehen, sodann wird sie bis einschl-ießlick Sonntag, 10. November, täglich von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 19 Uhr geöffnet fein. Somit dürften alle Volksgenossen, auch die durch Berufspflichten stark in Anspruch genommenen Männer und Frauen, ausreichend Gelegenheit haben, diese Schau der akademischen Arbeit an irgendeinem Tage der Ausstellungswoche besuchen zu können. Bei einem Blick auf die bisherigen Vorbereitungen zu der Ausstellung zeigte sich uns, daß fünf Arbeitsgruppen in dieser Veranstaltung vorhanden sein werden. Es stellen aus: die Medizinische Fakultät, die Veterinär-Medizinische Fakultät, die Philosophische Fakultät I. und II. Abteilung und die Juristische Fakultät. Jede Fakultät wird über ihrem Ausstellungsstand ein Leitwort haben, das gewissermaßen eine große Marschroute verkündet, die bei der Arbeit der jeweiligen Fakultät maßgebend ist. In einem Ausstellungsführer ist der Gesamtinhalt der Ausstellung in aufschlußreicher Gliederung zusammengefaßt, sodaß der Besucher sich mit Leichtigkeit orientieren Eann. * Um nur einige Beispiele von der Dielsettigkett der Ausstellung zu geben, seien hier als Vorschau verschiedene Themata genannt So finden wir u. a. in der Abteilung der Medizinischen Fakultät interessantes Material über „Erb- und Rassensvrschung in Gießen", „Das Auftreten des Wundstarrkramp- fes in Oberhessen", „Taubstummheiten in Hessen". Die Veterinärmedizinische Fakultät ist u. a. mit den Themen „Wildkrankheiten in Hesien" und „Ansteckende Blutarmut und ansteckende Gehirn- und Rückmarkentzündung der Pttrbe" vertreten. Die Philosophische Fakultät II. Abteilung bringt u. a. „Arbeitet der Anstalt für Hessische Lanüesfor- fchung", Mikroorganismen hessischer Standorte", „Hessische Heilpflanzen", „Ertragssteigerung im hessischen Ackerbau und in der Pslanzenzüchtung"; die Philosophische Fakultät L Abteilung zeigt neben anderen Beiträgen die Arbeiten für das „Hessische Flurnamenbuch", ferner „Südhessisches Wörterbuch", ,historische Landeskunde an der Universität Gießen". Aus der Juristischen Fakultät wird man „Arbeiten zur rechtlichen Volkskunde von Hessen" sehen. Neben vielen anderen Dokumenten der wissen- schafllichen Arbeit wird der Besucher an Hand von Statistiken, Karten, mineralogischen und geologischen Proben und Funden, Objekten der Pflanzenzuch- tung, Lichtbildern usw. vieles von dem Weltreichen- den und tiefgreifenden Wirken der Forschung und Lehre an unserer Universität kennenlernen können. Die Jagd im November. Wenn der Wald in feinen buntesten Farben steht, feiert am 3. November der Weidmann nach altem Brauet) den ,Hubertustag". Dieser dem Schutzheiligen der Jagd geweihte Tag fällt hinein in eine Zett vielseitiger Jagdausübung. In den Hochwildreoieren ist das Jagen im vollen Gang. Die Brunft des Rotwildes ist im wesentlichen zu Ende; dafür hat nun das Damwild feine hohe Zeit. Steht auch das männliche Wild um der Trophäe willen immer im Vordergrund des Jnteresies des Weidmannes, fo darf darüber der Abschuß von Kahlwild nicht zurücktreten. Die Zeit der Wildjagden ist da, die überall da am Platze find, wo die Stärke des Bestandes und die Geländeverhältnisse den Einzelabschuß verbieten. Neben dem Rot- und dem Damwild ist auch das Muffelwild im Rahmen des Abschußplanes dem Jäger freigegeben. Das Schwarzwild fand überall einen reich gedeckten Tisch und ist seist geworden. Gegen Monatsende setzt die Rauschzeit ein. Wo es viel zu Schaden ging, wartet der Weidmann auf den ersten Schnee, um kreisen zu können. Aber auch schon vorher wird sich bei den kommenden Waldjagden manchmal die Möglichkeit bieten, eine Kugel auf einen Schwarzkittel loszuwerden. Der November ist so recht der Monat der Waldtreiben mit ihrer Poesie, mit dem Geläut der Hunde, dem Rufen der Hörner, dem Klappern und Scheuchen der Treiber, dem Knall der Büchsen und Flinten und dem Frühstück am Holzfeuer. Hierbei steht der Hase im Mittelpunkt des Tages. Er' „macht" bei uns die Strecke und seine Zabl entscheidet darüber, ob die Jagd gut war oder schlecht. Es ist schlecht und ein undankbares Geschäft, Prophet spielen zu wollen, zumal die Auffassungen über die Aussichten des Hasenjahres stark auseinandergehen. Zur Zeit ist das Feld ziemlich hasenrein. Doch das ist oft so, wenn überall auf den Feldern die Bauern an der Arbeit find und eine Deckung nach der anderen verschwindet. Erst gegen Ende November pflegen die Mümmelmänner dann wieder mehr zu Felde zu rücken, um in Sturzäckern usw. ihre Sasse zu machen. Wo das Kaninchen Standwild ist, wird man die deckungsärmere Zeit besonders zu seiner Jagd ausnutzen. Vom Haarwill» ist es dann noch der Fuchs, der das Bild der Waldjagd erst vollendet. Eine Waldjagd, bei der kein Fuchs zur Strecke kam oder wenigstens gefehlt wurde, entbehrte der Würze. Zwar sind zu Monatsanfang die Bälge meist noch „grün", d. h. nicht vollwertig. Doch wenn es von Nacht zu Nacht kälter wird, ist der Balg auch bald gut und stellt dann eine wertvolle Beute für den Jäger dar, die volkswirtschaftlich zur Zett sehr begehrt ist. Kein Wild der Treibjagd ist dagegen unser Rehwild. Seine Aufartuna läßt sich nur bei Anwendung eines überlegten Wahlabschusses, bei dem ein „Könner" die Büchse führt, durchführen. Der Rehbock selbst genießt bereits die Schonzeit, aber weibliches Wild und Kälber beiderlei Geschlechts können noch bejagt werden. Dabei soll es das Ziel des Abschusses sein, nicht nur qualitativ richtig abzuschie- ßen, sondern ihn auch zahlenmäßig zu erfüllen. Inwieweit diese in anderen Jahren selbstverständliche Pflicht auch in diesem Jahre ohne Einschränkung ist, kann dahingestellt sein. Es scheint, daß in manchen Revieren die Einbußen doch viel größer waren als angenommen wurde und daß hier eine Abschußeinschränkung im wohlverstandenen Interesse aller Teile läge. Beim Federwild gilt für die Rebhühner bereits der Befehl: ,Lohn in Ruh!" Der Absckuß war sehr mäßig, und nun muß der Jäger mit allen Mitteln darauf sinnen, die vorhandenen Bestände gut durch den Winter zu bringen. Auch die Fasanenhennen sind nur beschränkt freigegeben. Hoffentlich genießen sie eine stillschweigende Schonzeit bei allen Jägern, die am Aufbau unserer Fasanenbestände mithelsen wollen. Auch die Zahl der Hähne ist offenbar geringer als sonst, so daß Selbstbeschränkung geboten erscheint. Bei den Waldtreiben kommt auch die Schnepfe, die langsam dem Süden zuwandert, dem Schützen vor das Rohr, während ihn in nassen Wiesen oder an Grabenrändern il ä. die Sumpfschnepfen zum Schüsse verlocken. Noch trifft man große Flüge von Ringeltauben an, besonders bort, wo die Eichen etwas Mast brachten. Enten und Gänse sind auf dem Zuge und sind immer eine willkommene Beute. Auch die D r o s s e l n, zu denen auch die Schwarzamsel gehört, können bis zum Monatsende noch besagt werden und sollten es zum Teil aus wirtschaftlichen Gründen (Obst- und Weinbau) auch werden. Reichhaltig ist so der Jagkalender des Jägers im Nebelmond. Aber neben das Jagen muß das Hegen treten. Die Spreuhaufen an den Feldscheunen, wo gedroschen wurde, werden schon grün, 3OOOÄi(ometer StcBe Vornan von Olly Boeheim 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Die Sache ist im Grunde ganz einfach. Dera Verriss ist noch nicht eingetroffen. Den Unternehmern standen die Haare einzeln zu Berge, als ich in das Büro kam. Ich hatte kaum den Namen Vera Verriss ausgesprochen, als sie in Entzücken aus- brachen. Sie hielten mich für den Manager der Tänzerin Vera Verries, und ich ließ sie bei ihrem (Stauben." „Ich begreife noch gar nichts!" „Mein Gott, Nuschka, sei doch nicht so schwerfällig. Du wirst für Vera Verriss tanzen." „Bist du komplett irrsinnig?" „Im Gegenteil, du wärest irrfinntg, wenn du dir diese Chance entgehen ließest." „Das ist doch Betrug!" „Ein kleiner Schwindel, durch den allen Beteiligten geholfen wird. Vera Verries entgeht der Konventionalstrafe wegen Kontraktbruchs. Der Leiter hat keinen finanziellen Verlust, das Publikum nicht die Enttäuschung, daß es unverrichteter Dinge wieder abziehen muß, und du, Anni, hast deine große Chance. Bitte, unterbrich mich nicht. Ich habe ihre Bilder gesehen. Sie hat fast die gleiche Figur wie du." „Das mache ich nicht mit!" „Dann entlarvst du mich als Hochstapler." „Das bist du ja auch —" „Dir zuliebe —" „Du ziehst mich da in eine Sache hinein —" „Durch die du mit einem Schlage bekannt wirst, Anni. Sei doch kein Frosch!" „Und wenn sie in letzter Minute ankommt?" „Dann haben wir eben Pech gehabt." Peter hielt: „Ich glaube, es ist klüger, wenn wir mit Onkel Franz nicht vor dem Grand Hotel vorfahren. Er ist so pompös, daß der Hotelportier uns dis Fürstenzimmer einräumen würde." „Bitte, höre auf zu scherzen. Die Situation ist ernst genug." Peter Renz fuhr auf den breiten Parkplatz, der! vor dem schönen Bahnhofsgebäude lag. „Vorläufig finde ich die Situation prickelnd. Ernst kann sie nur für mich werden, wenn du mir in den Rücken fällst." Er schloß den Wagen und gab einem Gepäckträger die Anweisung, die Koffer tn das Grand Hotel zu bringen. „Der Portier soll auslegen", sagte er schein, bar lässig. Herr Bornemann stand bereits in der Hotelhalle, als Peter mit Anni eintrat und stürzte auf sie zu. „Bornemann ist mein Nams. Wir ich mich freue, Sie kennenzulernen, gnädige Frau. Sie haben uns richtiggehend auf die Folter gespannt. Na, die Hauptsache ist, Sie sind da. Gewiß möchten Sie auf Ihr Zimmer fahren und etwas ruhen." Anni sah den Fremden ratlos an. Peter öffnete den Fahrstuhl. „Also, Herr Bomemann, ich komme gleich nachher ins Theater. Bitte bestellen Sie den Kapellmeister, nur wegen der Tempi, und dann — Sie begreifen — man muß den Raum kennenlernen. Haben Sie das Programm da?" „Gewiß!" Herr Bornemann zog es eifrig aus der Tasche. „Danke. Na, wir werden vielleicht ein paar kleine Aenderungsn vornehmen müssen." „Gewiß, gewiß —" „Schön, also um sechs Uhr auf der Bühne." Peter stürmte nach oben. Anni lag schluchzend in ihrem eleganten Appartement auf der Couch. Peter schwang das Programm. „Mädchen, ich glaube, die Tanzfolge hat der liebe Gott eigens für dich bestellt. Hier: Ungarischer Tanz von Brahms — hast du studiert, was?" „Ja", piepste Anni schluchzend. „Zweitens Danse macaore." „Meins beste Nummer", kam es etwas kläglich von der Couch her. „Den Radetzky-Marsch kann ich zur Not sogar selbst tanzen", entschied Peter. Anni hob das verstörte Gesicht und sprang auf: „Nein", schrie sie, „niemals! Denk doch bloß, wenn Erik Schmitterlöf das erfährt, dann ist alles aus." „Im Gegenteil, Nuschka! Jetzt fängt erst alles an. Das ist das einzige Mittel, um noch mit einem Hemd auf dem Leib nach Stockholm zu kommen." „Oder ins Gefängnis!" „Entschuldige mal, Anni, ich habe dich doch nicht zu Vera Verries gemacht. Herr Bornemann in feiner blinden Verzweiflung hat dich —" „Das ist Spiegelfechterei!" „Ich habe niemals gesagt, du seiest die Verries." „Unsinn, Peter. Ich muß mich der Direktion als Ersatz anbieten und unter einem Namen tanzen." „Daran habe ich auch bereits gedacht, Kleines. Aber du hast doch keine Kostüme, und man darf dir doch nicht die Kostüme der Verries aushändigen. Außerdem haben wir noch zwei Stunden bis zum Beginn des Tanzabends. Also weiß Gott keine Zett, um uns mit müßigen Auseinandersetzungen zu plagen." „Den Ungarischen Tanz von Brahms, o Gott, wie habe ich mir immer gewünscht, den mal zu tanzen." „Na also! Steck die Nase unter den Wasserhahn, inzwischen lasse ich dir Tee bringen. Dann sehe ich nach den Kostümen." „£>b sie passen, Peter?" „Bestimmt! Das ist ja das Tolle, die Verries scheint deine Figur zu haben. -Sie ist ein ähnlicher Typ, bis auf die Haarfarbe. Die Verries ist tief- schwarz." „Um Gottes willen!" „Keine Angst, Nuschka! Unsere Damen wechseln heutzutage die Haarfarbe wie die Handschuhe. Wir treffen uns in einer Stunde auf der Bühne." Schwupp, war er draußen! Anni stand vor dem großen Spiegel und starrte entgeistert ihr bleiches Gesicht an, mit dem Gefühl, es gehöre ihr selbst nicht mehr. Dann mußte sie lächeln. Tanzen, sie würde heute abend tanzen dürfen! Einen ganzen langen Abend lang, ganz allein, vor eine* ausverkauften Haus. Ihr Blut wurde heiß. Der Rhythmus des Ungarischen Tanzes zuckte schon in ihren Gliedern. Das Sprungbrett — hatte es Gott ober der Teufel unter ihre Füße geschoben? — es war da — und sie entschloß sich — komme, was da wolle — abzuspringsn. Nachdem Anita das Theater betreten hatte, waren ihre Hemmungen plötzlich verflogen. Sie probierte die Kostüme, die tatsächlich paßten. Dann ging sie mit dem Kapellmeister die Tanze durch. Es klappte! Peter hatte eine Flasche Sekt in ihre Garderobe geschickt, aber sie brauchte die Anregung gar nicht. Sie lebte wie in einem Fieber, nur In dem einen Gedanken, daß der Vorhang endlich aufgehen möchte. die darin enchallenen Korner treiben aus. Damit wird dieser Abfall für die Fütterungen schon wertlos. Wer noch nicht die nötigen Kaffmengsn gesammelt hat, tue es bald. Und ebenso werden die Fütterungen bereits damit beschickt, damit eine Schicht da ist, in der das Federwild gelegentlich scharren kann. Ls weiß dann, wo es zu Zeiten der Not etwas findet. Ebenso werden Fütterungsanlagen o wie Raufen in Ordnung gebracht, vor allem damtt bei Neuanlagen das Wild sich daran gewöhnt.' Dem Sammeln von Kastanien und Eicheln als wertvollstem Kraftfutter gebührt besondere Aufmerksamkeit. Meistens werben biefe Früchte falsch aufbewahrt. Sie sollen nicht trocken unb hart, son- dem frisch und prall dem Wild geschüttet werden. Darum märe es falsch, sie auf Bäben zu trocknen. Am zweckmäßigsten legt man bort, wo bas Wild steht, Mieten an, in denen die Eicheln oder Kastanien mit Stroh, Erde, Moos ober Laub bedeckt ein* geschlagen werben, um hier u. U. an Ort und Stelle später bem Wild zugänglich gemacht zu werben. Ebenso empfiehlt' sich an solchen Stellen bas Ein- mieten von Runkelrüben ober ihr Zudecken mit Kass. Sehr zu empfehlen zur Frischhaltung von Eicheln, Kastanien, Vogelbeeren, Rüben, Kartoffeln usw. für Wildfütterung ist Torfstreu, bas auch gegen Frost schützt. Wer bei hohem Schnee und strenger Kälte selbst schon, vor allem im bergigen Gelände, gefüttert hat, weiß, daß eine der schwierigsten Fragen oft die ist, wie man bas Futter an die Ein- stände des Wildes hinbringt. Diese Frage wirb am besten dadurch gelöst, baß man bie Futtermittel jetzt schon an Ort und Stelle hinbringt unb zweckmäßig aufbewahrt, um dann später bem Wild den Zutritt freizugeben. Besondere Beachtung verdient im Kriege der Jagdschutz. Die Gründe sind zu naheliegend,'um sie aufzuzählen, weswegen gerade im Kriege die Ge- fahr einer Zunahme der Wilderei besteht. Deswegen ist es geboten, wenn jeder Revierinhaber nach Kräften auf eine gute Ueberwachung seines Reviers bedacht ist. Auch auf Kriegsgefangene ist dabei zu achten, die, wenn sie aus Frankreich stammen, z. T. wahre Künstler auf bem Gebiete bes Schlingenstellens und anderer stlller „Sagbarteir* fink Hubertus. llS-GmeiliWsl A M öotö Srenöe Die THonafsprogtamme für November 1940 sind eingetroffen unb finb zum Preise von RM. —,10 pro Stück in ber Verkaufsstelle, Seltersweg 60, erhältlich. Achtung! Betriebswarte! Die Monatsprogramme für November 1940 sind sofort in ber Verkaufsstelle, Seltersweg 60, abzuholen. 4877D Vitamine in der Tageskost. Wenn heute wieber soviel von Vitaminen gesprochen wirb, so ist bas an sich nichts Neues. Jeder weiß heute, baß es sich babei um Schutzstoffe han- belt, bie neben ben Nährstoffen wichtige Bestanb- teile ber menschlichen Ernährung barstellen. Wichtig befonbers für Kinder, bereu zarter, noch in ber Entwicklung stehenber Organismus eines ausbrücklichen Schutzes bebarf. Es finb beshald bie Vitamine A, D, B2 unb C bie für bie Kinber am notwen- bigften. Vitamin A (in Fischen unb Fischlebertran enthalten) bietet bem Gewebe ber Haut Schutz, Vitamin D wirkt antirachitisch unb ift in Ei, Hefe, Samenöl unb manchen Wurzeln enthalten. Außer- bem bilbet es sich bei Einwirkung von Sonnenlicht unter ber Haut. Vitamin B2 schützt bas Wachstum unb wirb vorwiegenb burch bie Kuhmilch auf genommen. Vitamin C (in vielen Früchten, z. B. Zitronen, Apfelsinen, Hagebutten, Beerensorten, ferner in allen grünen Gemüsen unb einigen Gemüsefrüchten) wirkt oorbeugenb gegen Skorbut. Nun ist es jeboch nicht so, baß bie Mutter ängstlich über ben Vitamingehalt im Kostplan ihres Kin- bes wachen muß. Jebe normale unb abwechslungsreich gestaltete Tageskost enthält schon an sich eine Peter stand in ber Kulisse. Das Theater war voll. Es empfing die Tänzerin, die in ihrem ungarischen Kostüm wirklich süß aussah, mit Applaus. Anita hatte Fieder, aber kein Lampenfieber. Sie hatte bas Fieber bes Tanzes im Blut, sie war wie ein junges Bennpferb vor bem Start. Wäre im letzten Augenblick Vera Verriss bazwischengekom- men unb hätte sie am Auftreten gehinbert, sie hätte weitertanzen müssen burch die langen Theatergänge, ober auf ber Sttaße, sanft wäre sie umgefallen. Aber nichts dergleichen geschah. Der Vorhang ging Hoch, unb Anita war nicht mehr bie kleine gehemmte Anfängerin, sondern ein Pußtamädel, Das ben Rausch bes jungen Blutes tanzt. Sie war nur noch Musik, Schwung unb Leiben schäft. Als ber Vorhang fiel, setzte nach einer kurzen atemlosen Pause ber Applaus ein. Dann folgte „Danse macabre“. Anita trug ein schwarzes Kleid, das ihren schmalen Leid wie eine Schlangenhaut umschloß. Das Gesicht war bleich ge- schminÜ, bie Lippen blutrot unb burftig. Das brandrote Haar glatt um ben Kopf gelegt, tanzte sie kaum; nur ihr junger Körper spielte unter ber glänzenben Selbe, reckte sich lüstern, fiel zusammen, schnellte empor, wie von sünbhafter Lust gepeitscht, um schließlich zusammengekauert im Schatten zu verlöschen. Ein Vampyr, ber an seiner eignen Lust stirbt. Peter Renz schnupfte. Jrgenb etwas trieb ihm bie Tränen in bie Augen. Er wußte nicht, war es Glück, Rührung, Liebe ober alles zusammen. Sein Herz schlug ihm bis zum Halse. Bis zur heutigen Stunde hatte er noch nicht gewußt, was für eine Künstlerin seine kleine Anuschka wctt. Er fegte hinter ihr her, als sie in ihre Garderobe ging, um sich für ben Rabetzkymarsch umzuziehen. „Nuschka", schrie er burch bie Türspalte, »Masse, ganz groß!" Dann flog Anita in einer Phantasieuniform über bie Bühne. Alles Düstere unb laftenb Unheimliche bes vorhergehenben Tanzes war verwischt burch biefe strahlenbe, lachende Jugend. „Allerhand, wie diese Frau sich gehalten hat", sagte Herr Bornemann zum Direktor, ber neben ihm in ber Loge saß. „Sieht aus wie siebzehn. Unb bas Temperament! Donnerwetter? Dabei horte ich, baß bie Verriss schon etwas passS fein sollte unb etwas tanzmüde." (Fortsetzung folgt.) genügende Menge an Vitaminen, der höchstens noch irgendein ßebertranpräparat (Vitamine AH bei geyeben wird Milch. Ei. Dbft, Gemüse und Gemuie- früchte finden sich ja täglich als wichtige Vitamin, spender tm Speisezettel des Kindes. In Speisenform zubereitet fuhren diese Nahrunas- Mittel dem Körper zugleich die für das Wachstum und die allgemeine Kräftigung so notwendigen Kohlehydrate zu Außerdem bekommt und nährt S B. Gemüse und Obst in Verbindung mit einem Kohlehydrat viel besser, ganx abgesehen von der Milderung im Geschmack. Als allgemein gültige Siegel für eine gute Ernährung läßt sich abschließend sagen: Nicht abmessen, sondern abwechseln' Dann wird der Bedarf an Vitaminen und Nährstoffen von selbst ausgeglichen. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 31 Okt. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, S kg 1,80 RM Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 16. ausläm dische Eier llr Kartoffeln, % kg 4, 5 kg 40, Wir- sing, % kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 8> gelbe Rüben 7, rote Rüben 6, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 5. Grünkohl 6, Rosenkohl 15 bis is' Tomaten 16 bis 30, Zwiebeln 12, Meerrettich 30 Schwarzwurzeln 15, Kürbis 7, Feldsalat (’/10) 8, Aepfel, kg 15 bis 30, Birnen 15 bis 30, Blumen- kohl, das Stück 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 3 bis 5, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Rpf. * Geschäftssubiläum. Am morgigen Freitag, 1. November, kann das Maler- und Weißbindergeschäft Ernst Petri, Asterweg 31, auf die 25 Wiederkehr des Tages zurückblicken, an dem es von dem Großvater in den Besitz der Familie Ernst Petri überging. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts wird von der Familie Petri, ununter. brachen vom Vater auf den Sohn vererbt, in Gießen ein Weißbindergeschäst betrieben, als dessen Stammvater der aus Dänemark stammende Johann (auch Hans genannt) Petri in Betracht kommt, der nach dem Abschluß seiner Soldatenlaufbahn im Heere des Schwedenkönigs Gustaf Adolf im Dreißigjährigen Kriege sich in Gießen niederließ, hier verheiratete und im Mai 1703 im Alter von 83 Jahren verstarb. Seit diesem Stammvater sind alle Petris dieses weitverbreiteten Gießener Hamilien- zweiges Weißbinder gewesen, bis schließlich Ernst Petri vor 25 Jahren das Geschäft übernahm und es im Jahre 1935 nach seinem Tode auf seine Frau überging, die es nach der Tradition der Vorväter fortführt. Am morgigen Tage sind es auch 25 Jahre, daß der Weißbindergehilfe Heinrich Kutscher aus Hattenrod in dem Geschäft Ernst Petri tätig ist. Er ist seit seiner Lehrzeit, die er 1909 begann, ununterbrochen in dem Betrieb beschäftigt, gewiß ein schönes Zeichen des harmonischen Einvernehmens mit der Familie Petri, das beiden Teilen zur Ehre gereicht. ** Gin Derkehrsunfall ereignete sich gestern, Mittwoch nachmittag, in der oberen Marburger Straße, wo bei einem Zusammenstoß zweier Straßenbahnen geringer Sachschaden entstand. Eine Anwohnerin der Marburger Straße erlitt innere Verletzungen und wurde von der Sanitätsbereitschaft Gießen dem Evangelischen Schwesternhaus zuge- führt. Wie wir auf Anfrage im Krankenhause erfahren, ist das Befinden der Verunglückten, den Umständen entsprechend, erfreulicherweise befriedigend. Landkreis Gießen * Lollar. 30. Oktober. Der Matrosen-Gefreite Erich Rohrbach von hier, an Bord eines Minenlegers. wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausge. zeichnet. Die Vesten im Blumenschmuck-Wettbewerb. Der Fremdenverkehrsverein Gießen wird am morgigen Freitagnachmittag die im diesjährigen Blumenschmuck-Wettbewerb mit Preisen ausgezeichneten Wettbewerber in üblicher Weise ehren. Ins- gesamt sind bei der Bewertung 85 Wettbewerber mit Preisen bedacht worden, von denen 49 einen ersten. 26 einen zweiten und 10 einen dritten Preis erhielten. Preisträger find- Althaus L, Kaiserallee 9 (2. Preis), Paul Baatz, Wilhelmstraße 47p (1. Pr), Frau Minna Balser, Kaiserallee 45p (1. Pr.), Baugenossenschaft 1894, Aulweg 26, 28. 30, 44 (1. Pr.). Frau Bahnhardt, Hindenburgwall 4p (1. Pr ), Antonie Baehr Witwe, Frankfurter Str. 43p (1. Pr.), Adolph Berger, Kaiserallee 10 (1. Pr.), Bierau- Müller. Hindenburgwall 7 I (1. Pr.), Frau E Büttner, Friedrichstraße 10II (2 Pr.), Fr. L Born6, Seltersweg 611 (3. Pr.), Philipp Brehm, Am Nah- rungsberg 101 (1. Pr.), Emma Christel, Friedensstraße 26 (2. Pr ), Marie Damm, Liebigstraße 97 H. (1. Pr ), Minni Decker, Kaiserallee 40 p (1. Pr), Dietrich Bersch, Aulweg 60 (la-Pr), M Ebert, Bleichstrahe 17 (2. Pr.), Emil Eidmann, Johannes- straße 1 (3. Pr ), Frau Marie Espenschied, Kaiser- alles 45 (1 Pr ), Paul Euler, Ebelstr. 41 p (3. Pr ), Frau Elfriede Fischer. Bismarckstraße 45 II (3 Pi>), Dr Paul Fischer. Seltersweg 65 II u. III (1. Pr ), Frau Fink, Friedrichstraße 101 (2. Pr ), Frau Toni Frey, Kaiserallee 31 (1. Pr.), Frau Anna Fuchs, ' 'bigstraße 101 r. (1 Pr), Frau Helene Gerhard, A.n Nahrungberg 8 III (2. Pr.), Frau Emmy Gilbert, Crednerstraße 261 (2 Pr ), Otto Gramm, Hen- selstrahe 10 p (la-Pr). Hilde Haas, Marburger Straße 190 (1. Pr ), Wilhelm Hahn. Läberstraße 17 (1 Pr.),G Hamm, Horst-Wessel-Wall 7 I (2 Pr.), Hedwig Heß. L'idwigstraße 27 II (3. Pr ), Gottfried Henkel, Marburger Str 195 (2. Pr ), Heid, Sencken- bergstraße 25 (2. Pr ), Hetzel. Lirdwigsplatz 4 fi. (1. Pr ), Hillenbrand, Feuerbachstraße 6 (2. Pr.), Hinüber, Fröbelstraße 321 (2 Pr.), Aenne Höpf- ner Bückingstr. 2II (2 Pr), Philipp Hof. Großer Steinweg 14II (3. Pr.), Frau Kätchen Hofmann. Senckenbergstraße 23 p (2. Pr ). Carl Horn, Markt- straße 28 (1. Pr ). Jrle, Kaiserallee 38 p (1. Pr.), Hch. Jughardt. Hindenburgwall 20 (1. Pr). Chr. Junker, Wiesecker Weg 16 (la-Pr), Ida Keil Lud- wigsplatz 4 (1. Pr.), Elisabeth Klingelhöfer, Kirchstraße 12 (1 Pr), Klingelhöfer, Schlesische Str. 6 (la-Pr), Lina Korell. Kreuzplatz 12II (1 Pr ), Krauße. Kaiserallee 33 1 (2 Pr ), Krauskopf, Friedrichstraße 3III (1. Pr ), Juliane Kröck, Grabenstraße 10 (3. Pr ), Luise Kühne, Seltersweg 26 (1. Pr.), Johann Lang, Hammstraße 16 II (3. Pr ), Else Lehr, Frankfurter Straße 132 p (1. Pr ). Margarete Leß, Rittergasse 10 (2. Pr ). Emma Liebau, Steinstraße 88 p (1 Pr ), Karl Malkomesius, Rod- Heimer Straße 54 I (2. Pr ), Lilli Marchand, Bergstraße 31 (1 Pr), Marie Moll, Liebigstrabe 95, Minna Moos.Günthersgraben 13 I (1 Pr.), Motorwagen-Verkaufsgesellschaft, Marburger Straße 145 (la-Pr), Frieda Müller, Bahnhofstraße 54 (2. Pr.), Elisabeth Ncumeier, Sonnenstr. 201 (1. Pr.), Curt Obermann, Bismarckstr. 31 p (1 Pr), Ottilie Obermann. Bromberger Straße 18 (la-Pr), Frau W. Peetz, Grünberger Sttaße 73 (1. Pr ). Auguste Reit, Wernerwoll 291 (2 Pr ), Anna Reitz, Tiemeier Straße 8 (1 Pr ), Christel Reitz, Hultschiner Str. 4 (2 Pr ), Anna Ritter, Bromberger Str. 9 (1. Pr.), Paul Saase, Feuerbachstraße 5 (1. Pr.), A. Schäfer, Sonnenstr. 20 (1. Pr.), Hch Schneider, Tannen- weg 30 (3 Pr.), Ludwig Schmitt, Schützenstraße 11 (1 Pr.), Marg. Schneider, Neuen Bäue/Sonnen- straße (1 Pr ), Paula Schneider, Crednerstraße 26 p (2. Pr ), Anna Schneuker. Am Kugelberg 51 (2. Pr ), Lotte Schwarz, Stephanstraße 7 (2. Pr.), Paula Schwarzlose, Schlesische Straße 4 (la-Pr.), Charlotte Schrader, Hollerweg 18 (la-Pr ), Anna Stie- ler, Rittergasse 10 (2. Pr.), Struve. Posener Str 17 (1 Pr.), Sophie Wellstein, Sonnenstraße 20II (1 Pr.), Lina Weichsel. Wagengasie 11 (2. Pr ), Weißbäcker. Keplerstr. 5 III (2. Pr.), Weitzel, Aster- weg 68J (3. Pr.), Else Winnen, Goethestraße 611 (2. Preis). SJ.-fporI Fußball UM die Knegsmeisterschast. Termine der Vorferien. Klasse 1 Gießen. 3.11.: Luftwasfensportverein — 1900. Sportfreunde — DfB.-R. Burgsolms — Wetzlar 05. Naunheim — W.-Steinberg. 10 11.: VfB.-R. — Burgsolms. Wetzlar 05 — Luftwaffe. W.-Steinberg — Sportfreunde. Naunheim — 1900. Zugendfußball der Sp.-Dg 1900. Die 1. Jugendmannschaft der Blauweißen empfängt am kommenden Sonntag die 1. Jugendmann- schatt des Tv. Großen-Linden zu einem Freundschaftsspiel. Die Gäste, die übet eine starke Mannschaft verfügen, stoßen auf die Jugend der Spielvereinigung 1900 in stärkster Aufstellung. Mit einem spannenden Kampf ist zu rechnen. Die 2. Jugend weilt in Heuchelheim und trägt gegen die 2. Jugendmannschaft dort ein Spiel aus. Der Kampf ist offen. Die Bilanz unserer heimischen Leichtathleten nach dem ersten Kriegsjahr. • Mit dem Ausbruch des Krieges wurden auch dem deutschen Sport schwere Ausgaben zur Lösung aufgegeben. Nach anfänglich scheinbarer Untätigkeit wurde jedoch sehr bald, nachdem in den einzelnen Bezirken die Grundlagen zur Erfüllung der vielen Aufgaben geschaffen waren, erkennbar, daß die durch die eingezogenen Kameraden entstandenen Lücken ausgefüllt waren und der deutsche Sport bereitstand, im Kriege nun erst recht zu zeigen, ,)u welch großartigen Leistungen er fähig ist. Auch m unserem heimischen Bezirk 8 Gießen, zu dem die politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Dillenburg und Wetzlar gehören, wurde die Arbeit mit fester Hand angefaßt, lieber die Gesamtleistungen und Teran» ftaltungen des NSRL. in unserem Bezirk während des vergangenen Jahres wird an anderer Stelle zu berichten sein. Im Rahmen dieser Ausführungen gibt nur das Fachamt Leichtathletik, das unter her Leitung des Bezirksfachwartes G. Hirn m e l • mann steht, einen Rechenschaftsbericht ab über feine Arbeit und deren Ergebnis. Bereits im vergangenen Winter wurde mit zwei Hallensportfesten, dessen letztes am 31.3.1940 stattfand, zur eigentlichen Leichtathlettk-Saison übergeleitet. Es zeigte sich mit Beginn der Bahnoeranstaltungen als notwendig, sämtliche Leichtathleten der Gießenör Vereine und derjenigen der näheren Umgebung zu einer Uebungsgemeinschaft zusam- menzuschließen. Eine solche entstand dann auch sehr bald, und in wöchentlichen Trainings- und Wettkampfabenden hatten alle Leichtathleten Gelegenheit, sich weiter auszubilden, ohne daß es der Inanspruchnahme des eigenen Vereins bedurfte, bei denen die Uebungsleiter" fast durchweg unter den Waffen standen. So entwickelte sich allmählich nach Ueberminbung kleiner Schwierigkeiten ein planmäßiger Wettkampfbetrieb, der zwar nicht immer die gewünschten Gegner zusammenbrachte, aber den- noch für den einzelnen Teilnehmer recht bedeutungsvoll war. Ueber die Ergebnisse, die hierbei erzielt wurden, wurde während des Sommers laufend be- richtet. Bekannt ist, daß der Kugelstoßer Dr. Otto Luh, vom VfB -R. Gießen. Deutschland beim Länderkampf gegen Italien in Stuttgart vertreten durfte, wobei er das Kugelstoßen gewann. Zahlreiche Leichtathleten unseres Bezirks beteiligten sich an auswärtigen Veranstaltungen, bei denen ebenfalls gute Erfolge erzielt wurden. Insgesamt wurden im Fachamt Leichtathletik in dem ersten Kriegssommer 20 Veranstaltungen durchaeführt, an denen 1339 Leichtathleten teilnahmen. Nicht eingerechnet hierbei sind die vielen Turn- und Sporttage, die im Bezirk 8 in den einzelnen Städten und Dörfern durchqeführt wurden. Den Abschluß der diesiähriqen Wettkampfzeit bildete ein Versuch um die Deutsche Vereinsmeisterschaft, zu der insgesamt 12 Mannschaften antraten. Bei den Männern siegte der Turnverein Heuchelheim mit 5094,95 Punkten; bei den Frauen der Tlännerturnoerein Gießett mit 349 Punkten. Welche Rangstelle diese beiden Vereinsmannschaften im Bereich bzw. im Reich damit erringen, läßt sich erst später feststellen. Nach Abschluß der Dahnveranftaltungen interessiert nun die Frage: wer sind die besten Leichtathleten in unserem Bezirk und was leisten sie? Die nachstehende Bestenliste soll nun darüber Auf- schluß geben. Sollten Ergebnisse, die bei anderen amtlichen NSRL.-Deranstaltungen erzielt, dem Fachamt zur Aufnahme in die Bestenliste aber nicht mitgeteilt wurden, hier nicht angeführt sein, werden die Vereine gebeten, noch nachträglich Meldung mit den entsprechenden Unterlagen zu machen. Die Bestenliste des Bezirks 8 ist amtlich zusammengestellt und wird zur Weiterleitung an das Bereichsamt dienen. 100 Meter. 1. Weiler, VfB.-Reichsbahn Gießen 2. Topp, Turnverein Wetzlar 3. Hochstein, ©porigem. Großen-Buseck 4. Zerndt, VfB-Reichsbahn Gießen 200 Meter. 1 . Topp, Turnverein Wetzlar 2 Weiler, VfB -Reichsbahn Gießen 3 Zerndt, VfB -Reichsbahn Gießen 4 . W. Schmidt. Turnverein Heuchelheim 800 Meter. 1 Hirschberger VfB.-R. Gießen 2 Gemmer, VfB.-R. Gießen 3 Erw. Reidel, Turnverein Heuchelheim 4 Kreiling, Turnverein Heuchelheim 5 . Schmidt, Reichsbahn Dillenburg 1500 Meter. 1 Walter Rinn, Tv. Heuchelheim 2 Erwjn Reidel, Tv. Heuchelheim 3 Hirschberger, VfB.-R Gießen 4 . Jung, Turnverein Wetzlar 5 . Karl Brück, ©porigem Steinbach 6 . Erich Haas, Sportgem. Steinbach 11,3 Sek. 11,4 „ 11,5 „ 11,5 „ 24,4 Sek. 24,5 „ 25,0 „ 25,5 „ 2:07,0 Min. 2:08,6 „ 2:11,7 „ 2:13,0 „ 2:13,1 „ 4:25,8 Min. 4:28,1 „ 4:33,0 „ 4:33,2 „ 5:04,0 „ 5:10,2 „ 3000 Meter. 1. Jung, Turnverein Wetzlar 2. Enterlein, Luftwaffe 3 Klee, VfB -R. Gießen 5000 Meter. 1 Franz Reidel, Tv. Heuchelheim 2 Geller. Tv. Heuchelheim 3 . Willführ, Turnverein Wetzlar Hochsprung. 1. Schleenbecker. To. Ruttershausen 2. Jakobs. Reichsbahn Dillenburg 3 Schwarz, DfB.-R. Gießen 4. Topp, Turnverein Wetzlar Hkitfprung. 1. Hofken, DfB.-R Gießen 2. Weiler, DfB.-R. Gießen 3. Hochstein, Sportgem Großen-Buseck 4. Boll, DsB 'R. Gießen 5. Decher, DfB -R. Gießen 5. Werner Schmidt. Tv. Heuchelheim Stabhochsprung. 1. Bos, Reichsbahn Dillenburg Kugelstoßen. 1 Dr. Luh, DfB.-R. Gießen 2. Kilo, ©pielvereinigung 1900 3 Waldschmidt. Tv. Wetzlar 4. Schleenbecker, Tv. Ruttershausen 5. Goß, Spielvg. 1900 Diskuswerfen. 1 Dr. Luh, DfB.-R. Gießen 2. Kilo, Spielvg. 1900 Gießen 3 Koch, Turnverein Wetzlar 4. Schleenbecker, Tv. Ruttershausen . 5. Sack, Tv. Heuchelheim 6. Deuker, Sportgem. Steinbach 7. Munzert, Tv. Lollar Speerwerfen. 1. Dr. Luh, DfB -R. Gießen 2. Deuker, Sportgem. Steinbach 3. Schuster, To. Wetzlar 4. Koch, Tv. Wetzlar Dreisprung. 1. Decher, DfB.-R. Gießen 2. Goß, Spielvg. 1900 Gießen 3. Vogel, Reichsbahn Dillenburg 4 X lOO m Staffel. 1 . VfB.-R. Gießen, 1. Mannschaft 2 . DfB.-R. Gießen, 2. Mannschaft 3 Turnverein Wetzlar 4 Turnverein Katzenfurt 5 Spielvereinigung 1900 Gießen '4 X 4OO-m-Staffel. 1. Turnverein Wetzlar Schwedenstaffel. 1. Turnverein Wetzlar 10:01,6 Min. 10,21,4 „ 10:58,1 „ 16:39,5 Min. 17:11,4 „ 17:23,4 „ 3,00 m 6,99 m 6,60 „ 6,34 „ 6,27 „ 5,93 „ 5,91 „ 1,75 m L70 „ 1,70 „ 1,70 „ 15,41 m 12,18 „ 12,18 „ 11,52 „ 11,41 „ 41,45 m 36,66 „ 33,39 „ 32,63 „ 29,67 „ 2937 „ 28,71 „ 50,85 m 46,93 „ 42,80 „ 42,10 „ 12,39 m 12,31 „ 11,82 „ 45,9 Sek. 47,1 „ 47,4 «„ 3:48,0 Min. 2:11,3 Min. Deutsche kriegsverelnsmeisterschaft 1940. Männer: Kriegsklasse II (niedrigste Klasse). 1. Turnverein Heuchelheim 5094,95 Punkte 2. Sportgemeinde Steinbach 3723,90 „ 1. 2. 3. Frauen: Kriegsklasse II (niedrigste Klasse). Mtinnertv. Gießen, 1. Mannsch. DfB.-R. Gießen Männertv. Gießen, 2. Mannsch. 349 Punkte 304 „ 241 „ -1— Büchertisch- — August Graf von Platen: „Gedichte". Ausgewählt und herausgegeben von Ernst Bertram. Jnsel-Derlag, Leipzig. Insel-Bücherei Rr. 305. — (130)) — Die ausgezeichnete Auswahl enthält Lieder und Balladen, Gaseln, Sonette, darunter die venezianischen Oden und Bruchstücke aus den Festgesängen, die den Dichter als Meister hoher Formkultur zeigen. Ihrer Innenwelt nach verraten sie die „herrschsüchtige Schwermut", die des Dichters Wesen erfüllte und der „Fröhlichkeit eine fremde Gabe" war, um die er vergebens sein Schicksal anflehte. Da sich ihm die Liebe versagte, drängte es ihn, sich im geistigen Bildnertum zu verewigen, stellte er sich mit Leidenschaft in den Dienst der Form: „Ich bin glücklich, wenn ich etwas hervor- bringen kann; sonst fühle ich mich unsäglich einsam , bekennt er. Diesem Formtrieb verdanken wir Die vollendeten Sonette, an denen Jakob Durck- hardt den „wahrhaft ehernen Ausdruck der Gedanken" rühmt. Ein tief schürfendes Geleitwort Des als Literarhistoriker und Dichter rühmlichst bekannten Herausgebers führt in das Leben Platens und den Geist seiner Gedichte ein, die aüf dem Wege liegen, dessen Gipfel Stefan George heißt. Peter Bauer. 17.11.: Luftwaffe — W.-Steinberg. Sportfreunde — Wetzlar 05. 1900 - DfB.-R. Burgsolms — Raunheim. 24.11.: W -Steinberg — 1900 DfD -R — Wetzlar 05. Burgsolms — Luftwaffe. Naunheim — Sportfreunde. 1.12.: 1900 — Burgsolms. DfB.-R. — Naunheim. Wetzlar 05 — W.-Steinberg. Sportfreunde — Luftwaffe. 8.12.: Sportfreunde — Burgsolms. W.-Steinberg — DfB.-R. Luftwaffe — Naunheim. Wetzlar 05 — 1900. 15.12.: Burgsolms — W.-Steinberg. Naunheim — Wetzlar 05. 1900 — Sportfreunde. 22.12.: Luftwaffe — DfB.-R. Klasse 2 Gießen. 3.11.: Rodheim — Heuchelheim. Saubringen — Steinbach. Lollar — Hungen. 10.11.: Hungen — Saubringen. Steinbach — Rodheim. Heuchelheim — Lollar. 17.11.: Saubringen — Rodheim. Lollar — Steinbach. 24.11.: Hungen — Heuchelheim. Rodyeim — Lollar. 1.12.: Steinbach — Hungen. Saubringen — Heuchelheim. 8.12.: Rodheim — Hungen. Heuchelheim^ — Steinbach. Lollar — Saubringen. Fallschirme für unsere Flieger. - MU cin 01^11 Werken sind zahlreiche Männer und Frauen tätig, um die Fallschirme für unsere Flieger herzustellen. Sie Schirme bestehen aus einem besonders festen und leichten Seidenstoff. Unser Bild zeigt links unermüdlich fleißige Frauenhände, sie vernähen die zugeschnittenen einzelnen Gelder des Seidenstoffes. Im Hintergrund hängen bereits fertiggenähte Fallschirme von der Secke herab. Rechts Fallschirmwarte beim Anknoten u des Hilfsfchirmes an die zusammengelegte Fallschirmkappe. — (Scherl-Bilderdienst-M.) pünttlichkeit und Ordnungsliebe. Wie zwei Schwestern sind diese beiden Charaktereigenschaften, von denen die eine ohne die andere nicht bestehen kann. Und wer einmal im Leben wirk- lich etwas leisten soll, bei dem müssen die beiden unzertrennlichen Schwestern an der Wiege Pate gestanden haben. Darum sei jede Mutter bei der Erziehung ihrer Kinder von jüngster Jugend an bedacht, die Pünktlichkeit und Ordnungsliebe einzu, pflanzen. Pünktlichkeit bedeutet auch Zuverlässige feit, eine- Eigenschaft, die zur Heranbildung eines geraden deutschen Menschen nicht fehlen darf. Schon bei dem Säugling fängt es an. Pünktlich auf die Minute muß er gebadet, gefüttert und schlafengelegt werden. Dann wird sein kleiner Organismus wie eine Uhr funktionieren. Geht das Kind in den Kindergarten oder spielt mit anderen im Garten, auf dem Hofe, muß es lernen, auf die Minute zu Hause einzutreffen. Das gleiche gilt vom Schulweg. Hier ist pünktliches Eintreffen auf dem Nachhauseweg von den Eltern zu kontrollieren. Man berechne genau die Zeit, die der Schulweg in Anspruch nimmt, und schlage noch 15 Minuten zu — Kinder trödeln gern etwas —, aber mehr sollen die Eltern nicht bewilligen! Genau zu angegebener Zeit muß das Kind aus der Schule zu Hause eintreffen. Man tut gut daran, die Uhr immer einige Minuten vorgehen zu lassen; denn diese paar Minuten haben schon oft erreicht, daß man zum Zuge nicht zu spät kam. Auch fallen dann unliebsame Ausreden fort, wie: „Mutti, unsere Uhr ging zu spät, darum kam ich zu spät zur Schule!" Größeren Kindern, die Verabredungen trafen, muß die Mutter unter Berechnung des Weges angeben, wann das Kind sich zum Aufbruch zu rüsten hat. Denn erst in der Praxis lernt man, wieviel Zeit bis zum Ziel gebraucht wird, was das Kind aus sich allein nicht wissen kann. Grundfalsch ist es, ein Kind, das gerade aus dem Hause gehen will, um eine Verabredung pünktlich einzuhalten, im letzten Augenblick davon zurückzuhalten durch Erledigungen ober kleine Besorgungen. Einem Kinds, dem Pünktlichkeit bereits in Fleisch und Blut überging, wird ein im letzten Augenblick gegebener Auftrag der Mutter Pein bereiten, weil es fürchtet, zu spät zu kommen, anderseits es aber dem Wunsch der Mutter nicht widersprechen kann. Ordnungsliebe hilft sparen. Nur wer spart, bringt es im Leben zu etwas. Auch damit kann verhältnismäßig früh begonnen werden. Das Kleinkind bekommt täglich fein Sabberlätzchen um. Man gewöhne es zeitig an sauberes Essen; es darf nicht „nach draußen essen", nicht mit dem Schieber oder Löffel in den Speisen herumpantschen. Ferner soll es möglichst immer feinen gleichen Teller, seinen gleichen Schieber vorgesetzt bekommen, um sich an Regelmäßigkeit zu gewöhnen. Daß es aufeffen muß, ist selbstverständlich. Größere Kinder dürfen nicht ungekämmt und ungewaschen an den Eßtisch kommen. Vor dem Niederlegen, ggnz gleich ob zur Mittagsruhe ober zur Nacht, hält man Kinber zum Aufräumen ber Spielsachen an. Es empfiehlt sich, baß die Mutter in Abwesenheit der Kinder heimlich den Spielzeugschrank „ausmistet"; sonst sammeln die Kleinen die unmöglichsten Bruchstücke ihres Spielzeugs, und das Aufräumen wird unnötig erschwert. Man lasse Kinder auch nicht mit Haushaltnngsgegenständen spielen, sondern nur mit eigens dazu bestimmtem Spielzeug. In den Fächern der Erwachsenen haben die Kleinen nichts zu suchen. Geht es abends zu Bett, so haben die Kleidungsstücke in Reih und Glied stets auf dem gleichen Platz zu liegen; dieser Zwang ist besonders in heutiger Zeit sehr wichtig, da im Falle eines Fliegeralarms das Anziehen erleichtert wird. Haus- und Spielkleider und Schürzen sorgen dafür, daß die Schulkleiber länger halten unb sauber bleiben. Auch sei jedes Kind ständig ' im Besitze eines Taschentuchs nicht nur für den Fall eines vollen Näschens, sondern auch zum Abreiben der Schmutz- oder Fettfinger. Nach dem Waschen müssen Handtücher, Seifenlappen, Seife und Kamm von größeren Kindern an Ort und Stelle gelegt werden. Schulsachen, Bücher und Hefte müssen die Eltern von Zeit zu Zeit nachsehen, um im Falle der Unordnung und Unsauberkeit durch einen Verweis eine Besserung herbeiführen zu können. Kinder, die schon von jüngster Jugend an Pünktlichkeit und Ordnungsliebe lernen, werden im Leben leichter fortkommen; denn Menschen, auf die man sich verlassen kann, sind immer gesucht unb gebraucht! H. v. L. Die Apothekenhelferin. Für unsere Mädel hat die Reichsapothekenkam« mer in Zusammenarbeit mit dem Reichsinstttut für Berufsausbildung in Handel und Gewerbe und der Deutschen Arbeitsfront den Beruf der Apothekenhelferin als Anlernberuf anerkannt. Es handelt sich um eine Hilfskraft, die den stark beanspruchten Apotheker entlasten soll. Diese Hilfe darf sich jedoch nicht auf die Arzneimitteloersorgung erstrecken, die nach wie vor allein von den Apothekern durchgeführt werden wird. Die Apothekenhelferin wird also weder Arzneimittel Herstellen noch abgeben. Vielmehr wird es ihre Aufgabe sein, die Ausgestaltung der Schaufenster unb Schaukästen zu übernehmen, einfache kaufmännische und technische Arbeiten auszuführen und für die Pflege und Instandhaltung der Arbeitsgeräte zu sorgen. Dis praktische Ausbildung wird sich auf zwei Jahre erstrecken und mit einer Prüfung abschließen. In die- ser müsse,! die Mädel die wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen des Apothekenbetriebes, die üblichsten Warengattungen und den Aufbau des Gesundheitswesens kennen. Ferner müssen sie die Verkaufs« fertigmachung von Eigenerzeugnissen der Apotheke, wie das Reinigen der zur Arbeit verwendeten Apparate beherrschen, Standgefäße mit Blockschrift versehen und einfache Werbeplakate in Zierschrift entwerfen. Die kaufmännische Geschäftsprüfung wird sich auf die Lagerhaltung, Wareneingang und Versand, Rechnungswesen des Betriebes und Buchführung erstrecken. Auch Prozent-, Gewichts- und Kostenberechnungen muß der Prüfling aufstellen können. Auch zu einfachen mechanischen Arbeiten, wie Mischen von eingewogenen Tees, das Bedienen bereits eingestellter Tabletten- oder TubenM« maschinen, kann sie unter Aussicht eines Apothekers herangezogen werden. Bei allen Hantierungen wird ihr ein sorgfältiges, hygienisch einwandfreies und wirtschaftliches Arbeiten zur Pflicht gemacht werden, denn jede Arbeit in einer Apotheke muß von dem größten Verantwortungsgefühl getragen wevs den. "* Olga Engelhardt« Aus dem Reiche -er Krau. Gin Tag im Veit... ... erspart oft eine Krankheit! Die feuchte Herbstkälte ruft gern diese oder jene Krankheit hervor, die mit einer harmlosen Erkaltung beginnt, nachdem wir uns nasse Füße geholt hatten oder beim Warten auf die Straßenbahn im scharfen Luftzug standen. Eine aufmerksame Hausfrau wird in solchen Fällen daraus achten, daß ein Tag Bettruhe bei Mann ober Kinbern einer Ausbreitung der Erkältung vor- beugt. Die Kinder müssen gehorchen, und der Mann läßt sich zureden. Die einzig Unvernünftige ist meist die Hausfrau selber, die hustend und niesend mit einer Temperatur von fast 38 Graden im Hause herumläust und noch Lust zeigt, sich auf den Wochenmarkt zu begeben, obwohl es gerade wieder langsam zu regnen beginnt. Will man ihr zu dem bewährten Tag Bettruhe zureben, bann wird sie beinahe böse: „Wie stellt ihr euch das nur vor? Ich kann mich doch nicht so einfach ins Bett legen! Wer soll denn kochen, wie? Wer soll die Zimmer aufräumen? Wenn ich daran bloß denke, bann habe ich gar keine Ruhe im Bett, das macht mich nur nervös und noch kränker!" Ja, so redet sie dann gerne daher. Und doch hat sie Unrecht. Auch die tüchtigste Hausfrau ist eine Zeitlang entbehrlich. Aber muß sie durch sinnloses Verhalten diese. Behauptung erst widerwillig unter Beweis stellen? Muß es erst dadurch kommen, daß aus Mangel an Zeit und aus Unentbehrlichkeit eine Krankheit sich im Körper ausbreitet und die Hausfrau für Wochen ins Bett zwingt, wo sie dann anerkennen muß, daß es auch eine Weile ohne sie geht? Gut erzogene Kinder, ein einsichtsvoller Gatte und vernünftige, hilfsbereite Nachbarinnen werden für einen Tag die Hausfrau sehr wohl vertreten können, und es wird ihnen allen ein gewisses Vergnügen machen, wenn sie dann voll Stolz sagen können, daß sie die Hausfrau vor schlimmerem Leiden bewahrten. Sollte es aber der Fall fein, liebe Hausfrau, daß deine Wirtschaft sich in einem derartigen Zustande der Unaufgeräumtheit befindet, daß du dich schämst, andere hineinsehen zu lassen, dann bring schleunigst ein bißchen Ordnung in deine Sachen, meine Gute, damit nicht wegen Unordnung deine Gesundheit zu leiden hat ... Peka „Halle dich gerade, Kind!" Wie oft haben wir in unserer Jugend heimlich mit den Zähnen geknirscht, wenn uns Mutter, womöglich noch in Gegenwart anderer, immer wieder mahnte: „Halte dich gerade, Kind!" Einen Augenblick lang haben wir uns dann einen Ruck gegeben, sind steif und aufrecht wie ein Stock dahergegangen, um in der nächsten Sekunde — mit Erbitterung im Herzen.— wieder in uns zusamMenzusacken. Unb nun ist es so weit, baß wir unseren eigenen Kinbern dieses gefürchtete „Halte dich gerade!" beibringen sollen. Dabei fragen wir uns natürlich: Ist es denn überhaupt so wichtig, daß man bereits beim Kinde auf die gute Haltung achtet? Und da bekommen wir vom Arzt die entscheidende Antwort, daß eine schlechte Körperhaltung die ganze Entwicklung des Kindes hemmen kann. Die vorgeschobenen Schultern verhindern nämlich eine freie und kräftige Durchatmung, die Lungenflügel werden nicht richtig ausgenutzt und die Lungenspitzen verkümmern. Ebenso gefährlich ist die Verbiegung, der Wirbelsäule, die sich nach und nach bei ständig falscher Haltung herausbildet und die sich leider — entgegen den leichtsinnigen Aussprüchen mancher Mütter — nicht „auslHächst". Eine der größten Gefahrenquellen für die schlechte Haltung ist das Gebücktsitzen beim Schreiben. So hört man denn oft die Eltern klagen: „Seitdem das Kind in die Schule geht, hält es sich krumm." Beim Schreiben kann man natürlich nicht von den Kindern verlangen, daß sie steif wie ein Stock dasitzen, aber die Mutter kann, besonders in den ersten Schuljahren, einen Ausgleich schaffen, indem sie in die Schularbeiten, wenn sie längere Zeit in Anspruch nehmen, ein paar Freiübungen ober einen Dauerlauf einschaltet. Wer an seine Schulzeit zurückbenkt, wird sich auch noch an den Kamps um die Schulmappe erinnern. Mutter wollte nämlich, daß man fein ganzes Leben lang mit ber „ollen Schulmappe auf Dem Rücken" ging, während man selbst es für viel würdiger und eleganter hielt, eine Aktentasche an ber Seite zu tragen. Wenn auch jebe Mutter Verständnis zeigen soll, baß solche kleinen Aeußerlichkeiten sehr verführerisch, besonders für junge Mäbchen, sind, so sollte sie doch barauf bringen, daß ihr Kind möglichst lange den Schulranzen auf dem Rücken trägt, der seine Last gleichmäßig auf beide Schultern verteilt. Denn es hat sich immer wieder gezeigt, daß Kinder, die die Schulmappe an ber Seite tragen, allmählich eine ganz schiefe Haltung einnehmen. Sehr oft wirb von ben Müttern bie schlechte Haltung barauf geschoben, baß das Kind „so schnell wächst". Aber gerade bei schnellwachsenden Kinbern ist die Beobachtung einer guten Körperhaltung besonders wichtig. Schmerzen, bte oft als Rheumatismus ausgelegt werden, sind eigentlich nur „Haltungsschmerzen", die nach und nach wieder verschwinden, wenn sich das Kind gerade hält. Bei schwereren Fällen wird oftmals orthopädisches Turnen helfen. Dazu ist jedoch immer ärztlicher Rat einzuholen. Wenn man alle diese Ueberiegungen anstellt, so gibt es für die Mutter nur die eine Hauptbedingung: Auf die Haltung ihres Kindes zu achten, solange es noch nicht zu spät ist. Aber eines darf sie dabei nicht übersehen. Sie sollte immer an ihre eigene Jugendzeit zurückdenken unb darum nicht mahnen und nörgeln, sondern liebevoll erklären unb besprechen. Wie viel leichter ist es doch für ein Kind, die Unannehmlichkeit auf sich zu nehmen, „selbst auf seine Haltung zu achten", wenn man hört, daß Mutter es auch so ungern getan hat. Lisa Peck. pfleg« des elektrischen Bügeleisens. Ein sachgemäß behandeltes Bügeleisen wird lange Zeit nur Freude bereiten. Es arbeit bequem unb äußerst sauber. Aber schon bei der Anschlußschnur beginnt die Notwendigkeit ber guten Behandlung. Denn auch das Bügeleisen hat eine Seele! Sie befindet sich in der Zuleitungsschnur, und zwar besteht sie aus Kupferdrähten, die man „Seele" nennt, denn sie leiten den Strom in das Eisen. Allzu scharfe Knickungen der Schnur sind unbedingt zu vermeiden; ebenso wenig zuträglich ist es, wenn -t > oün.ika Morgens bestreicht man ihn mit Butter Jcuc» bis er sich ■ n raj.ge- r. y . den übrigen Zutaten, löst. Nachdem er gut ge- etwas Mehl u -h Milch »inen Vorteig, läßt ihn gehen unb fi* Rezepte: Karto ffelteigroulabe: 1 Kilogramm Kartoffeln, in ber Schale gekocht, werben gefchäll, auf einem Brett zerbrückt, lau mit 1 Ei, etwas Salz unb dem nötigen Mehl zu einem festen Teig verarbeitet. Dieser wird etwa Vs Zentimeter dick aus- gerollt und ebenso hoch mit folgender Füllung bestrichen: 500 Gramm Zwiebel fein gehackt, in Fett hellbraun gerostet, bann mit 300 Gramm Stoßbrot gut vermengen und bei Mittelhitze für einige Minuten in ben Backofen stellen, bann falt werben lassen. Man rollt bie Roulabe langseitig zusammen, brückt bieselbe gut zu, schlägt die Roulade in eine Serviette ein und läßt sie in einem entsprechend großen Tops 15 bis 20 Minuten in kochendem Salzwasser kochen. Nach dem Abtropfen unb Entfernen ber Serviette schneibet man bie Roulabe in Scheiben, bie man zu Gemüse ober Salat reicht. Gefüllte Zwiebeln: Die Zwiebeln schälen, ein Deckelchen abschneiben und bas Innere mit dem Kartoffelbohrer aushöhlen. Dann gibt man sie in kochendes Salzwasser und läßt sie halb garkochen. Die Füllung bereitet man aus eingeweichten Brötchen, 1 Ei, Salz, deutschem Pfeffer, Muskat und getrockneter Petersilie. Nachdem die Zwiebeln hiermit gefüllt sind, setzt man die Deckelchen wieder auf gibt sie in einen gefetteten Schmortopf, gießt V\ ß*‘ sauere entrahmte Frischmilch dazu un^ laß halbe Stunde dämpfen — Man fc beln auch mit einer Fleischfüllung Sauerkrautpfannkuchen: reftc oder frisches Sauerkraut, roh g , - toffeln, Salz, etwas Mehl und evtl gemischt und löffelweise in der P, Man kann sie mit gedünsteten Zr Kümmel bestreut anrichten und oder Buttermilch trinken. Gebackener Kartoffel? kochte Kartoffeln, 250 g Mehl, 1 Ei, evtl, etwas Milch, Butter Zucker zum Bestreuen. Die ge> werden gerieben ober durch die Salz, Mehl, Ei und Milch bereit», der sich gleichmäßig auf einem gefeti rollen läßt. Soweit wird er am 2Ibi i-nenfafi regen. Dann mit einer Mayonnaise mischen, mit etwas gehebenem 'ttich, in Würfel geschnittenen Gewürzgurken, jenem Sellerie und roh geriebene rote Rüben j a-jchmecken und gut durchziehen lassen, garine und bestreut ihn mit Zucker und bäckt ihn* —— -..... it'- 'rollt und in Vierecke ge- kommt ein geschälter ■is Kernhaus entfernt wurde. r!nen ober ein wenig Marme- um bie Aepfel unb bäckt sie gehäufter Suppenteller -tu mit etwas Fett, in bem 'edämpft würbe, gedünstet ^...ischt, leicht gesalzen, mit etwas saurer Milch, schnee unter die Möhren, 'luflaufform, gießt etwas ' sie im Backofen. zubereitet. Saubex fein in Scheiben schnei- . Di sie nicht braun werden, im Ofen licht gelb. Man ißt ihn heiß zu Kaffee, Kakao ober Tee. Mehlstern: 500 g Mehl, etwa % Liter Wasser, Salz, etwas Butter ober Margarine ober ausgebrate- ner Speck. Man gibt das Mehl in eine trockene Pfanne und erhitzt es unter Rühren durch und burch, ohne es ^zu bräunen, gibt 1 Teelöffel Salz unb so viel Wasser au, baß eine krümelige Masse entsteht, bie man mit der Gabel zu Brocken reißt. Dann setzt man frische Butter ober Margarine ober ausgebratenen Speck zu. Der Mehlstern kann auch so lange gebraten werden, baß er eine hellbraune Kruste bekommt. Zum ersten Frühstück trinkt man ben Kaffee ober Milch dazu, zum zweiten Frühstück ober Abendbrot kann man Gemüse ober Salat dazu essen. Apfelhefekrapfen: Ein Hefeteig aus 250 Gramm Mehl, Vis Liter Milch, 15 Gramm Hefe, etwas Fett, 30 Gramm Zucker (Eibeigabe ist nicht unbedingt nötig, man kann aber ein Ei ober etwas Eipuloer beifügen), Aepfel, ein paar Rosinen ober Marmelabe. Man bereitet wie üblich aus Hefe, das Eisen selbst auf die Schnur gestellt wird. Ditz Zuleitungsschnur sollte so angebracht sein, daß sie beim Büaeln nicht hinderlich ist. Da, meist ein be- timmter Platz für das Bügeln eingerichtet ist, läßt ich eine zweckmäßige Anbringung der Zuleitungschnur gewiß erreichen Ferner wäre es gut, wenn unser Bügeleisen eine Aufstelleinrichtuna besitzt. Gute neuere Eisen sind bereits damit versehen. Das Eisen braucht dann nur hochgestellt zu werden. Teller oder andere Unter» sätze sind bann überflüssig, ein Anbrennen bes Bügelbrettes ober Tisches wird leicht vermieben. Diese Aufstellvorrichtung hat natürlich abnehmbar zu sein, bamit man Kragen ober Manschetten mit dem hochgestellten Eisen gut runden kann. Natürlich darf das Bügeleisen auch nie lange unbenutzt stehen, so daß es glühend heiß werden kann. Das kostet nicht nur unnötig Strom, sondern schadet auch dem Ersen an sich. Einige Minuten, ehe man mit der Bügelei fertig ist, kann man sowieso den Stecker herausziehen und den Strom ausschalten, das Eisen bleibt warm genug. Zur großen Erleichterung der Hausfrau, die doch einmal vom eingeschalteten Eisen fortgerufen wird und das Ausschalten vergißt, gibt es heute schon Eisen, die man brandsicher nennen kann. Diese Apparate besitzen felbfttätige Regler, die das Eisen stets in der richtigen Temperatur halten und zu starkes Erhitzen verhindern. (Ein überhitztes Eisen darf niemals durch einen falten Wasserguß abgekühlt werden. Am besten läßt man es langsam an der Luft auskühlen. Drängt die Zeit, so nehmen wir ein altes Wäschestück, feuchten es mit warmem Wasser an und bügeln dann mit dem Eisen darauf, nehmen langsam etwas kühleres Wasser und bekommen das Eisen so in etwa zehn Minuten bedeutend in der Temperatur herunter Nach getaner Arbeit empfiehlt es sich, das Eisen mit Bügelwachs an der Sohle abzureiben, so verhindert man das Rosten. Natürlich muß die Wachsmasse vor der nächsten Arbeit entfernt werden, was leicht geschieht, wenn das Eisen erwärmt unb mit einem sauberen Wollappen unten poliert wird. Beim Kauf sollte die Hausfrau darauf bringen, daß sie ein Eisen bekommt, welches eine Sohle aus unvernickeltem, gewalztem Material besitzt. Die Vernickelung der Sohle ist unpraktisch, da sie leicht Streifen auf der Wäsche hinterläßt, übrigens nutzt sie sich mit der Zeit ab, wird rauh unb muß in Ab- ftänben wieder erneuert werden. J. Büchner. Was sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Warme Kinder-Winterkleider für alle Zwecke zeigen wir heute. Das Faltenkleidchen links in Hemdblusenform ist aus rotem Wollflanell mit einem Kragen und Aufschlägen aus weißem Pikee. Die Knöpfchen sind aus rotem Galalith. Aus hellgelbem W o l l st o s f ist das Kleidchen in der Mitte. Es hat 4 Taschen, einen kleinen, gestärkten weißen Kragen mit Schleifchen und einen schmalen schwarzen Lackledergürtel. Das Kittelkleidchen rechts mit der b u n = ten Kanten st ickerei, den zwei Taschen und den weiten Blusenärmeln ist aus naturfarbenem Wolleinen ; sein zur Schleife gebundener Gürtel aus ebenfalls buntbeftrirfter Stoffblende. Kleine, rote Kugelknöpfe schließen die Bluse vorn. H.