Mittwoch, 31. ZUNM0 Annahme von Ameisen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr desVormittags Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nackläffe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel 8 Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: DieJllustrierte Gießener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Hummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanfchluß 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks^ M. 19V. Jahrgang Ur. 179 JgHF f , GlehenerAnzeiger vrühlschEmverfitatrdnlckerei R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen ..... Deutsche Stukas über Dover. Lier Schiffe mit 32 000 B«T. schwer beschädigt. - Ein Kreuzer versenkt.- i5 britische Flugzeuge abgeschoffen. Der Wehrmachtsbericht büjn Dienstag. Berlin, 30. Juli. (2XHB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Sturzkampfverbände griffen den Hafen von Dover an. vier dort liegende Schiffe mit einem Sefamtinhalt von 32 000 BRT. wurden fo schwer getroffen, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist- Bei diesen Angriffen kam es zu heftigen Luftkämpfen mit feindlichen Jagdverbänden, in deren Verlauf 12 britische Flugzeuge vom Wüster Spit- fire und drei vom Muster hurricane sowie drei eigene abgeschossen wurden. Im Zuge der bewaffneten Aufklärung im Kanal und an der englischen Ostküste gelang es ferner, einen Kreuzer von etwa 1 0 000 Tonnen und ein Handelsschiff von 1000 BRT. zu versenken, ein weiteres Handelsschiff schwer zu beschädigen. Britische Flugzeuge flogen in der Rächt zum 30. Juli in Nord- und Westdeutschland ein. Wit ihren Bomben trafen sie ausschließlich nichtmilitärische Ziele. So wurden in Düsseldorf fünf Häuser stark beschädigt, entstandene Dachbrände konnten durch Einsatz des Luftschutzes rasch gelöscht werden. Bei Offenbach a. W. wurden zwei Wohnhäuser schwer, zwei andere leicht beschädigt. Londoner Zeitungen veröffentlichen sensationelle Schilderungen von den Luftkämpfen, die sich am vergangenen Montag über Dover abspielten. Aus den Berichten geht hervor, daß etwa 100 deutsche Flugzeuge, darunter 55 Stukas, diesen, nach britischen Stimmen „furchtbar st en aller Luftangriffe gegen englische Ziele" durchführ- ten und dabei zahlreiche Bomben abwarfen. Obwohl den deutschen Stukas rasendes Flakfeuer entgegengeschlagen sei und die beiden ersten Maschinen getroffen worden seien, hätten sich die deutschen Flieger um die Abwehr der englischen Flak überhaupt nicht gekümmert, sondern seien mit geradezu be- wundrungswürdigem Mut und größter Todesverachtung durch das Flakfeuer gebraust. In fast senkrechtem Fluge seien sie dann i n Wellen von je 8 Maschinen auf ihre Ziele niederge-schossen; und beim Ueber- gang in die Horizontalstellung habe jede Maschine „Salven" von schweren und leichten Bomben abgeworfen. Fürchterliche Ex» plosionen seien erfolgt und-hätten alle Häuser in der Nähe der Hafenanlagen in ihren Grundfesten erschüttert. Ueberall seien die Fensterscheiben entzweigegangen, und aus dem Meer seien hohe Wassersäulen aufgestiegen. Sichtlich beeindruckt berichtet auch der Londoner Vertreter von Associated Preß über die „harten Schläge", die die deutsche Luftwaffe wiederum gegen Englands Küsten führte. Am schwersten seien die Städte der O st k ü st e oberhalb und unterhalb der Themsemündung getroffen worden, höchst unbarmherzig sei Englands Küste auch an der eng st en Kanal st eile bombardiert worden. DasLeben inLondon unerträglich Rom, 30. Juli. (Europapreß.) Spanier, die sich vor einer Woche aus London nach den Vereinigten Staaten begaben, haben erklärt, das Leben in London fei unerträglich geworden. Die Fliegeralarme verursachten jedesmal entsetzliche Panikszenen. Die Nerven der Londoner Bevölkerung seien schon derart überreizt, daß diese Szenen den Charakter von Wahnsinnsausbrüchen annähmen. Das Geschäftsleben fei vollständig gelähmt, die Verkehrsmöglichkeiten seien völlig unzulänglich geworden. Die Gärten und Parkanlagen Londons seien mit Zelten angefüllt, in denen Rekruten lagerten, für die die Unterbringungsmöglichkeiten in Kasernen nicht ausreichten. Unter den zum Heere Eingezogenen herrsche große Zügellosigkeit. Die Furcht vor den Fallschirmjägern und vor der Fünften Kolonne veranlasse die Polizei zu den rigorosesten Verfolgungen selbst neutraler Staatsangehöriger. Das Spitzeltum der übereifrigen oder verängstigten Bevölkerung mache diese Zustände nur noch unerträglicher. M der„Zolanthe" im Siurzflug aus Dover. Von Kriegsberichter Anion Müller. DNB.... 30. Juli. (PK.) Steif und frostig werden meine'Finger, die das Maschinengewehr im Heckstand schußbereit umklammern, denn in einer höhe von 5000 Metern fliegt unsere Stukagruppe gegen den Feind. Ein dichter Morgendunst trennt die schlafende Erde von unseren Maschinen, die in- geordneten Staffeln der Küste entgegenziehen. Nur das gleißende Licht eines Baches oder eines Tümpels, in denen sich die ersten Sohlen der Morgensonne spiegeln, blickt zu unsv herauf. Eine weite Flanke fliegt unsere Gruppe über der französischen Küste, bevor die ersten Messerschmitt-Jäger von unten durch den Dunstschleier stoßen und sichernd über unsere Staffeln gleiten, einmal links und einmal rechts, einmal oben und einmal unten. Mit tiefer und beherzter Stimme, die auf den Flugneuling angenehm beruhigend wirkt, gibt der Flugzeugführer seinem Heckschützen Bescheid: links vor uns der Kanal, in der Ferne die englische Küst?. Nun liegt sie unter uns, die flimmernde, blauviolette Wasserfläche des Kanals, die sich im Morgenwinde kräuselt. Wenige Minuten später zieht sich eine buntkarierte Fläche fruchtreifer Felder unter uns: England. Der Tommy dort unten schläft wohl noch. Kein Mündungsfeuer blitzt zwischen den Feldern auf, keine schwarze Wolke verrät den Flakbeschuß und keine feindliche Maschine nimmt uns an. „Achtung! Gleich stürzen wir!", erklingt die Stimme des Flugzeugführers. „Fertig!", gebe ich Bescheid. Mit beiden Händen wird das Griffstück des Maschinengewehrs umfaßt. Die Füße werden gegen die Bodenverstrebungen gestemmt, dann noch einen Blick auf die Fallschirmgurte und zu dem Notgrift dort oben, den man ziehen muß. Nun aber hals- und Beinbruch. Wir stürzen ... Dann aber drückt es mich wie mit Zentnergewichten auf den Sitz der Maschine. Einige Sekunden lang senkt sich ein schwarzer Schleier vor die Augen — die Stukamaschine ist abgefangen. Der gefährlichste Augenblick des ganzen Angriffes. Nun 'bietet unsere Maschine ihren ganzen verwundbaren Rumpf den englischen Flakgeschützen dar, die aus allen Kalibern das Feuer eröffnet haben. Wie schwarze Wattetupfen hängen die Detonationswölkchen der Flakgeschosse unter uns. Doch die englische Flak schießt schlecht. Wir ließen keine Zeit, die Geschütze zu richten. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf sie der Angriff unserer Stukamaschinen, die aus der blendenden Sonne des Ostens auf den Hafen von Dover stürzten. Dicke schwarze Rauchwolken tauchen im Hafenbecken auf, das in seiner ganzen Breite zu'meinen Füßen liegt, während der Flugzeugführer unsere „Jolanthe" über den Kanal heimwärts steuert. Heber den Kreidefelsen der englischen Küste kurven die deutschen und englischen Jäger in wildem Luftkampf. Rechts über dem Kanal geht eine Maschine im Steilflug nach unten. Jetzt muß sie auf- schlagen und auf dem Wasserspiegel zerschmettern. Doch wenige Meter über dem Bach fängt sich die Maschine, zieht eine Schleife und hält schnurgerade auf unsere Stukabomber zu. Die abgerundeten Tragflächen des Flugzeuges, das sich wie der Blitz meinem Heckstand nähert, verraten mir seine Nationalität: „Links hinter uns englischer Jäger", rufe ich dem Flugzeugführer zu. Unsere Maschine legt sich auf die Seite. Mit einem Griff ist die Spritze entsichert, und schon jagt ein erster Feuerstoß der angreifenden Spitfire entgegen. Ihr Angriff kam zu spät. Im Wirkungsbereich der deutschen Küstenbatterien dreht der englische Jäger ab und strebt dem qualmenden Hafen von Dover zu. 3n drei Tagen 308000 Tonnen Ware versenkt. Oer Inhalt von 342 Güterzügen von je 60 Waggons. Berlin, 30. Juli. (DNB.) Deuftche U-Boote und Flugzeuge führen Schlag auf Schlag gegen die Flotte Englands, gegen die Rüstungszentren und Hafenanlagen der Insel. Tag für Tag versinken wertvolle Waren, Lebensmittel aus Ueberfee, in denen in den Städten des Landes bereits Mangel herrscht, können die empfindlichste Lücke nicht mehr schließen. Wenn man bedenkt, daß die Achsenmächte noch nicht zum Hauptschlag gegen England aus» geholt haben, so gewinnen die Wehrmachtsberichte von den empfindsamen Tonnageoerlusten besondere Bedeutung. Da lesen wir z. B.: am 26. 7.1940 von 63 000 BRT., am 27. 7.1940 von 97 298 BRT., am 28. 7.1940 von 60 000 BRT. für England verloren gegangenen Schiffsraum. Man muß sich oorstellen, welche Warenmengen diese Tonnageverluste in sich schließen, um zu ermessen, wie schnell dadurch den Briten heute bereits klar gemacht wird, wohin ein Blockadevorhaben auf einmal führen kann. Der Pfeil der Blockade ist auf den Schützen zurückgeschnellt. Das ist aus den Wehrmachtsberichten der letzten Tage klar ersichtlich. Ueberlegen wir: die Registertonne enftpricht einer Größe von 2,83 Kubikmeter, und ist von Brutto- regiftertonnen die Rede, so meint man damit die Vermessung des gesamten Schiffsraumes einschließlich der Maschinen, Wohn- und Bettiebsräume. Zieht man das Gewicht der Besatzung, der Maschinen, der Betriebs- und Proviantoorräte ab und rechnet man außerdem die notwendigen Ladezwischenräume als ladefreien Raum, so findet man, daß die Ladefähigkeit eines Schiffes etwa 140 o. h. der Bruttoregistertonnage beträgt. Ein Schiff von 1000 BRT. kann also etwa 140 0 Tonnen Ware verladen. Unter Zugrundelegung dieser Werte würde die Vernichtung feindlicher oder dem Feinde dienstbarer Tonnage in den drei erwähnten Tagen neben dem Verlust der wertvollen Schiffe die Versenkung von 308 000 Tonnen Ware bedeuten. Zum Landtransport dieser Mengen wären 3 4 2 Güter- 3ü g e vo n etwa 60 Waggons nötig, wobei die Ladefähigkeit dieser Waggons mit 15 Tonnen angenommen wurde. Man stelle sich diese riesigen Güterzüge vor und man wird wissen, in welchem Verhältnis die großmäuligen Reden der britischen Führerschicht zur wirklichen Kraftreserve Englands stehen. Der italienische Bombenangriff aus Gibraltar. Rom, 30. Juli. (Europapreß.) Aus Gibraltar kommende Flüchtlinge erzählen, daß bei dem letzten Bombenangriff italienischer Flieger auf die Festung die meisten Bomben in der Nähe der „Europa-Spitze" eingeschlagen seien, wo die britische Flotte vor Anker gelegen habe. Die Kriegsschiffe hätten sofort die Flucht ergriffen. Die englische Luftabwehr habe kläglich versagt. Der Kommandant der Festung habe daher disziplinarische Maßnahmen angeordnet. Einige Soldaten und Offiziere der Fliegerabwehrarttllerie würden sich vor einem Kriegsgericht zu verantworten haben, weil sie während der Luftangriffe ein unmilitärisches und unentschlossenes Verhalten an den Tag gelegt hätten. Den verschiedenen Befehlsstellen sei größere Kaltblütigkeit anempfohlen worden. Schließlich seien der Abwehr häufige Tag- und Nachtübungen befohlen worden, um eine bessere Ausbildung der Fachkräfte zu erzielen. Weiter verlautet, der Festungskommandant habe sein Mißvergnügen über d i e Haltung der Flotte zum Ausdruck gebracht, die beim Erscheinen der italienischen Flieger sofort die Flucht ergriffen und die hohe See aufgesucht habe, ohne sich an der Verteidigung von Gebraltar zu beteiligen. Französischer Selbstbetrug. „Ein Minister, der feine Herren Fehler und bet die Oeffentlichkeit schädliche Dummheiten begehen läßt, festigt oft nur seine Stellung. Man könnte sagen, daß er sich fester mit ihnen verbindet durch diese Art Komplicenwirftchaft." An diesen Gedanken, den der kluge französische Moralist Chamfort vor beinah 200 Jahren niederschrieb, wird man erinnert, wenn man aus der Rundfunkansprache des französischen Innenministers M a r q u e t entnimmt, daß die „Schuldigen zur Verantwortung gezogen" werden sollen, gleichzeitig aber betont wird, daß Frankreich gewissermaßen das schuldlose Opfer eines „politisch, wirtschaftlich und sozial erschöpften Zustandes" geworden sei, das Hauptgewicht der Verantwortung also auf das Regime anstatt auf feine Vertreter gelegt wird. Die Dritte Republik soll es sein, die das Unheil heraufbeschwor, nicht ihre typischen Vertteter, die kennenzulernen Deutschland in den letzten 20 Jahren mehr als genügend Gelegenheit hatte. Nicht nur aus diesem/sondern auch aus anderen Anzeichen geht hervor, daß man sich in Vichy die Dinge anscheinend recht leicht machen will. Mit solchen dialektischen Spitzfindigkeiten eine historische Schuld umzufälschen oder, um noch einmal Chamfort anzuführen, „einen Augiasstall mit einem Federwisch reinigen zu wollen", heißt doch, in gefährlicher Selbsttäuschung an der Tatsache einer Vergangenheit Vorbeigehen, die für Frankreich — und für jeden französischen Menschen — unter dem Zeichen von Versailles und Münster stand und als solche nicht etwa als „tragischer Irrtum", sondern als sehr starke Realität empfunden wurde. Der zur leeren Formel erstarrte Begriff des „Primats der französischen Zivilisation", der schließlich gegen alles in Feld zog, was von uns aus gesehen schöpferischer Akt, ungebrochene Vitalität eines Volkes war, dieser Begriff, der sich mit dem der Oer Führer empfing General Gchekoff. • - . Ä Der bulgarische Generalissimus während des Weltkrieges, General der Infanterie S ch e f o f f, ber auf Einladung des Oberbefehlshabers des Heeres Kampfgebiete im Westen und Einrichtungen des deutschen Heeres besichtigt, wurde vom Führer empfangen. — (Prefse-Hoffmann-M.) Die Beschlüsse der Havanna-Konferenz. Das Schicksal der amerikanischen Havanna, 31. Juli. (DNB.) Die Konferenz der amerikanischen Außenminister nahm eine Reihe von Entschließungen an. An erster Stelle steht die „Deklaration von Havanna", die sich mit der vorübergehenden Verwaltung europäischer Kolonien in Amerika befaßt. Hierin wird erklärt, daß, wenn Inseln oder Gebiete in Amerika, die jetzt im Besitz nichtamerikanischer Nationen sind, in die Gefahr geraten, Gegenstand von Gebietstausch oder Souveränitätswechsel zu werden, die amerikanischen Nationen „im Hinblick auf das dringende Gebot der kontinentalen Sicherheit" und unter Berücksichtigung der Wünsche der Einwohner dieser Gebiete unter bestimmten Bedingungen eine vorläufige Verwaltung einrichten können. Hierzu beschloß die Tagung, ein Notstands- k o m i t e e zu schaffen, das aus je einem Vertreter der amerikanischen Republiken besteht. Falls es sich vor Inkrafttreten dieses Vertrages als notwendig erweisen sollte, die Verttagsbestimmungen anzuwen- den, „um den Frieden in Amerika zu sichern", so soll das Komitee die Verwaltung der fraglichen Besitzungen im Sinne der Bestimmungen der Konferenz übernehmen Sobald der Vertrag' in Kraft getreten ist, sollen die Funktionen des Komitees einer „interamerikanischen Kommission für territoriale Verwaltung" übertragen werden. Sollten die Notmaßnahmen so dringlich werden, daß Zusammentritt und Beschlußfassung des Komitees nicht abgewartet werden können, so hat jede amerikanische Republik das Recht, allein oder mit anderen amerikanischen Republiken vorzugehen, wie es „zur Verteidigung des eigenen Landes oder des amerikanischen Kontinents notwendig ist". Der Vertreter Argentiniens gab zu Protokoll, daß diese Deklaration sich nicht auf die Falklandinseln bezieht, da diese Inseln Teile des argentinischen Gebietes seien und zur argentinischen Souveränität gehörten. Er stellte ferner fest, daß die Unterzeichnung dieser Entschließung Besitzungen europäischer Staaten. in feiner Weise die verfassungsmäßigen Befugnisse der argentinischen Regierung beeinträchtigt. Einen gleichen Vorbehalt machte der Vertreter Guatemalas hinsichtlich des Belicegebietes (Bri- tisch-Honduras). Eine andere Enftchließung betrifft die „Tätigkeit, die vom Ausland gegen einheimische Einrichtungen gerichtet wird". Diese Enftchließung erklärt, sollte der Friede irgendeiner amerikanischen Republik durch eine solche Tätigkeit geftört werden, dann werden, falls der betroffene Staat es wünscht, die amerikanischen Regierungen miteinander beraten. Jede Republik wird aber in diesen Dingen individuell vorgehen. Die Enftchließung über „interamerikanische wirtschaftliche und finanzielle Zusammenarbeit" hat zum Ziel, angesichts der gegenwärtigen Lage „eine enge und aufrichtige Zusammenarbeit" zu organisieren, damit die amerikanischen Republiken ihre Wirftchasts- und Finanzsysteme stützen und ihr finanzielles Gleichgewicht bewahren können, insbesondere Stabilität der Währungen, Förderung der Industrien, Intensivierung der Landwirtschaft und Entwicklung des Außenhandels. Die amerikanischen Nattonen bestätigen das Feschalten an den liberalen Grundsätzen des internationalen Handels auf der Basis friedlicher Motive und der Gleichberechtigung. Diese Grundsätze werden die amerikanischen Republiken aber soweit durchführen, wie ihre gegenwärtigen Umstände das zulassen. Die amerikanischen Staaten sind bereit, den Handelsverkehr mit der ganzen Welt wieder aufzunehmen. Eine andere Entschließung betrifft die Neu- tralitätsfragen und beschließt, den in Rio de Janeiro tagenden Ausschuß mit einem Vertragsentwurf zu beauftragen, der es den amerikanischen Nationen ermöglicht, die Achtung der in Panama beschlossenen Sicherheitszone durchzusetzen, ferner mit einem Vertragsentwurf, in dem alle Vorschläge über die Neutralität notifiziert werden sollen. Sachsende Kritik an Englands Kriegführung <1 Wieder eine (Seheimsitzung des Unterhauses T 8i m bc d ei dl Ul B n k Di U Ä Sofort machte sich der Feldwebel mit zwei Gefreiten auf die Suche nach den Vermißten. Ungehindert kamen sie bis zu der Stelle, wo der Feind das Feuer eröffnet hatte. Noch fielen einzelne Schüsse, aber die Kameraden fanden sie nicht. Unverrichteter Sache mußten sie zurückkehren. Es war einige Stunden später, als der Wachtposten in der Dunkelheit Bewegung bemerkte. Auf seinen Anruf wurde ihm die Parole gegeben, doch was dann folgte, überraschte ihn derartig, daß ihm vor Staunen fast bie' Augen aus dem Kopf traten. Vier waffenlose Franzosen trugen den Punkt an Händen und Beinen, während weitere sechs Gefangene folgten. Hinter ihnen aber marschierte der Strich. Ungeachtet aller Fragen meldete er sich zu- nächst bei dem Feldwebel, übergab die zehn befangenen und den leicht verwundeten Punkt. Dann erzählte er ihnen seine Geschichte. Als er gesehen hatte, daß der Punkt getroffen mar und nicht weiterkonnte, blieb auch er zurück. Mit großer Mühe gelang es ihm, den Verwundeten hinter ein Gebüsch zu zerren, wo er sich verborgen hielt, bis der Feind sein Feuer eingestellt hatte. Alle weiteren Versuche, sich mit der gewaltigen Last des Punktes zu beladen, blieben leider erfolglos. Darauf versprach er ihm, Hilfe zu holen, aber anstatt zu dem Bunker zurückzukehren, zog er es vor, sich Hilfe aus dem weit näheren Gehöft zu beschaffen. Zwei Handgranaten, das plötzliche Erscheinen eines Feldgrauen — und die Festung war genommen. Das Erstaunen der Gefangenen war nicht gering, als sie später feststellen mußten, daß sie sich einem einzigen Mann ergeben hatten. Doch kam diese Einsicht zu spät, denn der Strich war hinter ihnen und hielt in jeder Hand eine Handgranate. Außerdem hatten sie ihre liebe Not, den schweren Punkt die Anhöhe hinaufzuschleppen. Der Sttich aber meinte am Ende seiner Geschichte lachend: „Da seht ihr, ein Punkt ist leichter zu treffen als ein Strich!" — Als der Vataillonskommandeur dem tapferen Gefreiten das Eiserne Kreuz auf die Brust heftete und ihn nach seinem Namen fragte, riß dieser die Hacken zusammen und antwortete: „Meyer, genannt ,Strichs" „Sie machen Ihrem Namen Ehre!" erwiderte der Kommandeur, und niemand der Anwesenden zwei, feite, daß er den Namen „Strich" gemeint hE tigen, Beck, eine sehr beunruhigende Persönlichkeit, die teilweise die deutsche, teilweise die französisch- englische Karte spielte, auf Ferien an der Riviera, wo sie häufig Beratungen miteinander pflogen. Am 11. Januar 1939 gab eine sehr distinguierte Dan^ von jenseits des Ozeans auf ihrem Besitz in NaMlle der dortigen ausländischen Kolonie ein Frühstück. Auch Churchill war anwesend. Obwohl er damals nicht der Regierung seines Landes angehörte, zögerte er nicht, in überraschendem Leichtsinn zu erklären: „Wir werden mit Deutschland Krieg führen." Seine Gastgeberin, deren hohes politisches Verständnis von allen ihren Freunden gerühmt wurde, antwortete ihm: „Wie können Sie etwas derartiges sagen. Wie können Sie den Krieg an die Wand malen?" Churchill antwortete: „Das macht nichts. Während zweier Jahre werden wir hübsche kleine Massakers haben.Nachher werden wir durch unsere Anstrengungen den Krieg gewinnen." Wenn seine entrüstete Gastgeberin dieses Gespräch nicht weiter fortsetzte, so war der Grund, daß sie durch die Pflichten der Gastgeberin davon abgehalten wurde. Aber' einige Tage später begegnete sie von neuem dem englischen Staatsmann in einem Schloß, das einer ausländischen Persönlichkeit gehört. Churchill kam hier auf seine Erklärungen über den Krieg zurück und rief angesichts der diesmal verstärkten' Einwände seiner früheren Gastgeberin aus: „Der Krieg! Was auch immer sei, so werden wir ihn führen. Es wird schreckliche Massakers geben, aber wir werden ihn gewinnen." Das ewige Korn. Don Karl Burkert. Die hohen lauschenden Kornfelder ums rotdäche- rige, sonnenüberschüttete Dorf herum — köstlich sieht das aus! Man muh vor einem Kornfeld gestanden haben an einem blickweiten lichtseligen Mittsommertag. An einem Kornrain sollte man alle Jahre zum wenigsten ein paarmal, gelegen haben, mitten in flaumenden Nelken, die Haare ganz voll Grashupfer, die Seele verschwebt in Gedanken. Solch ein Kornfeld macht so manches vergessen, und manches hebt es wie eine leise Erinnerung in uns empor. Engheiten und Bedrängtheiten nimmt es aus dem Herzen fort, Schwersinn und Verzagtheit und noch vieles mehr. Das harte Maschinenlicht nimmt es dem Stadtmenschen aus den Augen heraus, und die Sorgenfalten wischt es, sanft wie mit Engelhänden, aus dem Gesicht. Alle unsere Schulweisheit, der Handel, der großartige Ma- schinenbettieb, die Kunst, all das Wichtigfühlen, die ganze Komödiespielerei, die wir Leden nennen, was ist das vor einem Kornfeld? Ach Gott, ja, Kenntnisse sind etwas Gutes. Aber wie steht es um die letzten Weisheiten? Glück, was ist es? Sollte man nicht vor allem die Unwichtigkeit des Glücks erkennen? Vor einem Kornfeld schrumpft das alles in ein Nichts zusammen. Oh, du kleine Menschensach'e! denkt man. Geheimnisvolle Urempfifibungen fluten einem durch die Seele. Ein wenig vom Weltgeheimnis bekommt man zu riechen. Weltlebeodem trinkt man in sich hinein. Ganz nahe dünkt man sich dem großen, ewigen Rätsel. Das süße Geheimnis des Lebens geht einem auf, wie eine stille, lächelnde Blüte. Wie eine Gnade des Himmels schweigt und raunt es einem aus jeder Frucht entgegen. Daß bißchen Lebenschrecken verfliegt wie ein Fetzlein Rauch. Und vor allem: der uneingeschränkten Ehrlichkeit steht man auf Schrittes Breite gegenüber. Der treuesten Men sch en arbeit blickt man mitten ins Gesicht. Hier gilt nicht Schein, gilt nichts Erschlichenes. Das leise wägende Pfeifen eines Bauernmundes hört man da. Das werkfrohe Sensensurren eines nahen Erntetages. Das dorftraute Klingen von einem Schmiedehammer, der um kleinen Lohn bas schlichte Bauernwerkzeug schärft. Die ttefroten sich heute, Millionen Menschen zur Verfügung zu haben, könne sich jedoch nicht rühmen, im Vergleich zu dem friedensmäßigen Verwaltungsapparat auch nur eine einzige organisatorische Verbesserung durchgeführt zu haben. Das Komitee zur Umorganisierung bes Ministeriums besteht aus sechs Mitgliedern mit dem Parlamentsunterstaatssekretär im Kriegsministerium, Sir James (Trigg, an der Spitze. Don den übrigen sind drei Großkaufleute, R. I. Sinclair, Vizedirektor bes größten englischen Tabaktrustes, Sir Percy Bat es. ber Aufsichtsratsvorsitzende der Cunard White Star Line und G. W. Dunkley von ber Irak Petroleum Company. Keiner hat die geringste militärische Erfahrung. Neuer britischer Bombenangriff . A auf deutsches Lazarett. Berlin, 3O.'3uIi. (DNB.) Nachdem die Welt- öffentlichkeit erst gestern von den verbrecherischen Bombenabwürfen der Royal Air Force a u f Friedhöfe, Kirchen und Schulen des deutschen Reichsgebietes in Kenntnis gesetzt worden ist, trifft soeben die Meldung ein, daß englische Flugzeuge am Montagmorgen einen Angriff auf ein Lazarett in Nordwestdeutschland unternommen haben. Glücklicherweise verfehlten sämtliche Bomben, mit denen bie britischen Flieger kranke und verwundete deutsche Soldaten morden wollten, ihr Ziel. Es wurden nur Gebäudeteile des Lazaretts durch Bombensplitter beschädigt. Kein Wort ist scharf genug, um dieses neueste Verbrechen ver- rohter britischer Flieger an Wehrlosen zu brandmarken. Die RAF. beweist damit, daß sie noch nicht einmal in der Lage ist, militärische Ziele auszumachen, geschweige denn sie zu treffen. Deutsches Seenotflugzeug in englischen »Hafen eingeschleppt. Neuyork, 31. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Associated-Preß-Meldung aus London wurde ein deutsches Seenotflugzeug, dessen Piloten man Zur Landung gezwungen hatte, in einen englischen Hafen eingeschleppt. Bei der Untersuchung bes Flugzeuges habe es sich heraus- gestellt, daß es vollkommen unbewaffnet „Sicherheit" verband, fälschte alles, was im Zeichen einer neuen schöpferischen Ordnung Europas stand, in „brutale Gewalt" um, bezeichnete jede aus der Tiefe des Blutes kommende Regung Deutschlands als „Zerstörungsversuch", als „Drohung". Nur unter diesem Aspekt hat Frankreich die Geschichte Europas seit dem Dreißigjährigen Krieg betraget, dafür ist nicht zuletzt Zeuge jener zeitgenössische Historiker Jacques Bainoille, der den Westfälischen Frieden von 1648 als den Gipfelpunkt europäischer Entwicklung ansah, die den „wahren Frieden" verbürgte, wobei die Genfer Liga gleichzeitig als Garantin des Status quo nach dem Weltkriege betrachtet wurde. Und unter diesem Zeichen, das nichts anderes war als Ausdruck der Furcht vor der elementaren Kraft und der Jugendlichkeit aller jener Zukunststendenzen eines wirklichen Europas, stehen alle jene Männer, die das politische und geistige Frankreich nach dem Weltkriege hervorbrachte. Die Bri- ani), Pomcars, Herriot, die Daladier und Blum und über allen diesen Clemenceau —: sie trugen das Gepräge einer Geisteshaltung, die' mit Richelieu als ihren glänzendsten Repräsentanten in wie Geschichte trat, sie machten eine Politik, die im Zeichen einer „Ordnung" stand, die nicht die von morgen war, sondern die des Westfälischen Friedens, des Versailler Diktats, der Genfer Liga. Und diese seltsame „Ordnung" wieder war der Ausfluß einer Schwäche, die — ob nun biologisch oder geistig gesehen — sich nicht mehr zu dem Glauben an eine wahre Solidarität der Völker austaffen konnte; die mit einer Besessenheit, die einer besseren Sache würdig gewesen wäre, das Netz politischer Verträge um Deutschland zog und doch zur moralischen Ver- einfamung führte. Der Rus nach Sicherheit wurde au einer Manie, der alles untergeordnet wurde, schließlich sogar die eigene Selbständigkeit der Entschlüsse. Frankreich wurde nicht etwa in das Bündnis mit England „hineingezogen", wie man jetzt glauben machen möchte, nein, es hat dieses Bündnis mit der glasklaren Bewußtheit in politischen Dingen geschlossen, der ein Franzose fähig ist. Man tue also heute nicht so, als ob man in diesen Krieg hineingeschliiddert fei, als ob er von Frankreich aus gefehen ein „Versehen" gewesen wäre. Dafür gibt es kein einziges Zeugnis all jener Männer, die sich heute um die Verantwortung in Frankreich drücken, wohl aber legen 20 Jahrs französischer Geschichte der Welt offen vor Augen, daß Frankreich und seine Politiker um einer Hegemonie willen, die nicht einmal mehr auf dem Papier bestand, eine Politik betrieben, die nicht nur kurzsichtig, gefährlich und dumm, sondern verbrecherisch war. Frankreich war 20 Jahre lang dank jener Herren, die jetzt den Unschuldigen spielen und das „Regime der Dritten Republik" vorschieben, das Land, das sich gegen jede Aenderung, gegen jede freiwillige Anerkennung wehrte, wenn sie gegen den Aberwitz von Versailles verstieß. Denn Versailles war das Idol jener Sicherheit, auf die Frankreich nicht verzichten zu formen glaubte, weil es wußte, daß feine Zivilisationsidee und fein Hegemonieanspruch längft an innerer Kraft und an wirklicher Aktualität verloren hatten. Man sage auch nicht, daß das „wahre Frankreich" anders gedacht habe. Nun, von jeher wird das „währe Frankreich" von seinen Schriftstellern präsentiert. Aber wer die Geistes- geschichte Frankreichs der letzten zwei Jahrzehnte aufmerksam verfolgt hat, wird auch nicht einen Mann finden, gleick>viel ob es sich um Jules Romains, Romain Rolland, um Montherlant oder um Jean Giraudoux Handels dem es ernst war um eine gründliche Abkehr von den oben geschilderten Gedanken, um eine Neuordnung (-Europas. Sie meinten Frankreichs Vorherrschaft und nichts als das. Sie stellten zahllose Programme und Pläne auf, vor allem seit der Wirtschaftskrise im Jahre 1934. Man lese einmal „Le Plan Franyais" jenes Geschichtsvrvfessors Marcel D6at, der heute so laut anklagt. Aber nichts zeugt von dieser notwendigen Einsicht in bas wirkliche Geschehen in Europa, um bas man sich anscheinend auch jetzt noch betrügen will, heute allerdings zum Eigenen Schaden! Bin. Schweres Erdbeben in Anatolien. Lin starkes Erdbeben suchte am Dienstag das Zentralplateau von Anatolien heim. 12 Dörfer sind völligzerstört worden. Dreihundert Personen wurden getötet und mehrere hundert verletzt. Die Erdstöße wurden auch in Ankara, Istanbul, Lrzingan und anderen Orten verspürt. — Hilfsmaßnahmen sind sofort eingeleitet worden. Oer Strich. Von Robert Rilchowski. Die Bunkerbesatzung nannte ihn den „Strich". Im Zivilberuf hieß er Meyer und war Vertreter einer Zigarettenfabrik. „Das kommt davon, wenn man Sargnägel vertreibt", pflegte ber „Punkt" zu sagen. „Hättest bu, wie ich, in Schinken unb Würsten gehanbelt, bann hättest du es noch zu einem Komma bringen können!" Der Strich und der Punkt waren Freunde. Eigentlich hieß der Punkt Habermann, aber hier im Bunker bekam jeder den Namen, der zu ihm paßte, und da nur in den seltensten Fällen die angestammten Namen zu ihren Trägern passen, hatte man sich gezwungen gesehen, eine allgemeine Umtaufung vorzunehmen. Wenn der Punkt und der Strich zusammen waren, nannte man sie auch kurz bas „Semikolon". — Während ber Punkt, wie meist die dicken Leute, einen unverwüstlichen Humor hatte, die Hänseleien der anderen mit Gelassenheit ertrug oder so zurückgab, daß er die Lacher auf seiner Seite hatte, nahm sich der Strich feinen Spitznamen derartig zu Herzen, daß man allen Ernstes überlegte, ob man ihn nicht doch besser wieder Meyer nennen sollte. Was bei einer Bunkerbesatzung eine Menge sagen will. Vielleicht wäre es auch dazu gekommen, wenn nicht der Zufall dem Strich Gelegenheit gegeben hätte, sich feinen Spitznamen in aller Ehre zu erkämpfen, so daß er ihm danach mehr bedeuten sollte als der Name, unter dem er vorher unter Verwandten, Freunden und Kundschaft bekannt war. Der Hauptmann hatte einen Spähtrupp zufam- mengeftellt, unter dem auch das Semikolon war. Es galt, festzustellen, ob der Franzose ein Gehöft, bas nur wie ein Punkt auf ber gegenüberliegenben Anhöhe zu sehen war, besetzt hielt. Als man nur noch wenige Meter von dem Ge° Höft entfernt war, eröffnete der Feind ein ver- Heerendes Mafchinenqewehrfeuer. Der Feldwebel gab, da man die Aufgabe als gelöst betrachten konnte, das Zeichen zum Rückzug. Doch als man in die eigene Stellung zurückgekehrt war, wurde festgeftellt, daß zwei Mann fehlten, nämlich der Punkt unb ber Sttich. 25 er (in, 30. Juli. (DNB.) Während die deutsche Wehrmacht die letzten Vorbereitungen für den entscheidenden militärischen Schlag gegen England trifft, ist im Auftrage des Reichsmimsteriums für Dolksaufklärung und Propaganda von Dr. Wilhelm Ziegler ein Werk herausgebracht worden, das unter dem Titel „Ein Dokumenten» werk über die englische Demokratie" unter Mitarbeit des Amtes Wissenschaft und Facherziehung der Reichsstudentenführung in unermüdlicher Kleinarbeit ein Material zufammengettagen hat, das mit der Legende von der englischen Demo« fratie, soweit diese Staats form in der ursprünglichen Wortbedeutung, der auf Gleichheit beruhenden Volksherrschaft, verstanden fein will, gründlich aufräumt. Mr lernen aus dem Munde der Engländer selbst chr Zerrbild, die Plutokratie, kennen, der die jungen Völker Europas den Kampf angesagt haben. Wir erkennen die durch geographische Lage, Volks- charakter unb historische Entwicklung bedingte und geförderte Entstehung eines Systems ber ungeheuer- licysten Ungerechtigkeiten und lernen die Träger dieses Systems, die dekadente und verjudete Herren- kaste Englands, in ihrer ganzen brutalen Selbstherrlichkeit und Rücksichtslosigkeit, ihrer hemmungslosen Genußsucht und verbohrten Rückständigkeit kennen. Aus der anderen Seite blicken wir — auch anhand erschütternder Bilder — in einen Abgrund hoffnungsloser Armut und Verkommenheit, in der das britische Volk seit Jahrhunderten zu vegetieren gezwungen ist. Hier sprechen die Tatsachen über die sozialen Zustände in einem Lande, dessen Machthaber in einer nur in England gedeihenden Scheinheiligkeit und Heuchelei die Wett von der deutschen Knechtschaft und Barbarei befreien wollen. Unter der Fülle der Veröffentlichungen fällt besonders das Kapitel über die wirtschaftliche und soziale „Demokratie" ins Auge. Nüchterne Zahlen enthüllen hier den unvorstellbaren Gegensatz zwischen Arm und Reich, der im reichsten Lande der Wett herrscht. So geht aus einem Bericht der gewiß unverdächtigen Westminster-Bank vom September 1937, der auf den Untersuchunyen ber englischen Professoren Daniels unb Lampion aufbaut, hervor, daß in den Jahren 1924 bis 1930 76 v. H. der britischen Bevölkerung über 25 Jahre weniger als 100 Pfund (gleich 2000 RM.) besaßen und daß ihre Erfvarnisse weniger als 3,2 v. H. des gesamten Volksvermögens ausmachten. Nur 1 v. H. der Bevölkerung besaß dagegen mehr als 10 000 Pfund. Aber diesem einen Prozent gehörten 57,7 v.H. des Volks- vermögens. Das britische Volk ist somit prak- ttsch von dem Volkswohlstand ausgeschlossen. Die gewaltigen Einkünfte aus dem 'ungeheuren Reichtum des riesigen Empires fließen in die Taschen einer hauchdünnen Schicht von Plutokraten. Daß dieselbe Herrenkaste das Volk aber nicht nur wirtschaftlich ausbeutet, sondern auch politisch unumschränkt beherrscht, wirb an anderer Stelle überzeugend nachgewiesen. Neben dem vorsintflutlichen Klassenparlament des Oberhauses steht das angeblich demokratische Unterhaus. Aber auch dort haben die Wohlhabenden und höheren Gesellschaftsschichten eine überwältigende Mehrheit, die sie rücksichtslos zur Durchsetzung ihrer egoistischen Jnter- essenpolftik mißbrauchen. Auch in gesellschaftlicher Hinsicht klafft zwischen den rund 600 Familien der besitzenden Oberschicht unb dem arbeitenden Volk ein Abgrund. In einem Lande, wo Armut als Schande angesehen wird, trennen Wetten den reichen Müßiggänger, der sein Leben auf Reisen, mit Sport, Jagd und anderen Vergnügungen verbringt, von dem unglückseligen Bewohner der Slums unb Elendsgebiete. Wenn eine vornehme englische Dame x. B. 500 Pfund im Jahre zu ihrem Friseur trägt, so müssen anderseits aanze Familien von einem Bruchteil dieser Summe leben, zusammengepfercht in feuchten, von Ungeziefer wimmelnden Kellerlöchern, für die obendrein unverhältnismäßig hohe Mieten zu zahlen sind. Die verheerenden Folgen für die Gesundheit besonders ber Heranwachsenden Generation blieben denn auch nicht aus. Die Untersuchung von 1638 fünfjährigen Jungen am Stadtrande von London ergab, daß 8 5 v. H. an Rachitis, die nicht ohne Grund Stockholm, 31. Juli. (Europapreß.) Mit 200 aegen 109 (Stimmen wurde am Dienstag im Unterhaus beschlossen, eine Geheimsitzung ab zuhatten, in der alle außenpolitischen Fragen behandelt werden. Die englische Presse hatte in den letzten Tagen wiederholt eine öffentliche Sitzung gefordert und die Methode der geheimen Sitzungen als „nicht englisch" bezeichnet, zumal sich England im Krieg befinde. Es handelt sich bei ber neuen Geheimsitzung um bie fünfte, während Engi and im Weltkrieg insgesamt nur sieben Geheimsitzungen des Unterhauses einberufen hatte. Der Sturm der Empörung richtet sich vor allem gegen den unfähigen Jnformationsminister Duff Cooper. Mehrere oppositionelle Unterhausabge- ordnete kündigten an, daß sie Duff Cooper in Fragen interpellieren würden, deren Beantwortung ber Minister bisher immer zu vermeiden vermochte. Anlaß zu dieser Aktion ist bie Versenkung bes eng» lifdjen Truppentransporters „ß a n c a ft r i a" durch deutsche Bombenflugzeuge. Bei ber Versenkung fanden mehrere hundert Mann des britischen Expeditionskorps den Tod. Der Verlust des Dampfers wurde von Duff Cooper unterdrückt, erst nach vier Wochen erfuhr die englische Öffentlichkeit auf dem Umwege über Amerika davon. Die Unterhaus» Opposition forderte eine Untersuchung und bie Presse richtete die schärfsten Angriffe gegen den Informa- tionsminifter. Auch die „Moraluntersuchung" wirb als Beweis für bie Unfähigkeit Duff Coopers herangezogen, ber „Daily Herold" prägt das Wort von den „Cooper-Schnüfflern". Das Blatt schreibt: „Wann wirb Duff Cooper eigentlich begreifen, baß bas Privatleben ber Engländer ihn überhaupt nichts angeht unb baß die dilettantische Art und Weise, mit ber das Jnformationsministerium sich in alle Dinge einmischt, jetzt das Maß bes Erträglichen überschritten hat?" Die heftige Kritik ber Öffentlichkeit wendet sich auch gegen die ungenügende Sachkenntnis unb organisatorische Unfähigkeit bes Kriegsministers Eden. Eden mußte ein Komitee ein setzen, das den vollständigen Umbau seines Ministeriums in die Wege leiten soll. Man fürchtet, daß es im Ernstfall unmöglich sein wird, bie für englische Verhältnisse große Armee zu dirigieren, wenn der seit langem erwartete deutsche Angriff einsetzt. Militärische Sachkenner werfen dem Ministerium vor, es brüste englische Krankheit heißt, erkrankt waren. In noch ärmeren Gegenden waren es sogar über 9 0 v. H. Es würde zu weit führen, wollte man all das Material auffuhren, das — dokumentarisch belegt — von der himmelschreienden Not der Arbeitslosen, dem hoffnungslosen Kampf gegen Wohnungselend, Trur "sucht und Verbrechen berichtet. Man kann blick i wohin man will, auf die Bergwerksbezirke do,. Südwales, wo der Großkapitalismus von drei Menschen einen zur dauernden Arbeitslosigkeit verurteilt hat, oder nach dem schottischen Hochland, wo die Herzogin von Sutherland nahezu 32 000 Hektar ertragfähigen Boden in 29 riesige Schafzucht- betriebe verwandelte und damit 15 000 Hochlandschotten aus ihrer Heimat vertrieb. Alle diese Dokumente, die man nur mit tiefster Erschütterung lesen kann, formen sich zu einer ungeheuren Anklage gegen ein durch unb durch verfaultes System, das jetzt unter den Schlägen ber jungen Nationen seinem schon längst fälligen Zusammenbruch entgegengeht. Churchill wollte den Krieg. Genf, 30.Juli. (DNB.) Die Action 5 ran- 5 aise bringt unter der Ueberfchrift „Wie Winston Churchill den Krieg vorbereitete" die Schilderung eines Journalisten Paul Barlatier über die Intrigen Churchills zur Entfesselung des Krieges. Barlatter berichtet: Im Januar 1939 befanden sich Winston Churchill und der damalige polnische Minister des Auswär- Oer soziale Bankrott der britischen Demokratie Ein Ooknmentenwerk klagt an.. Mohnblüten leuchten wie freudige Herzen. Die blauen Kornblumen lachen wie treue, einfältige Dorfmädchenaugen. Kamillenduft wirbelt unb der süßsinnliche Hauch ber Quendelblüte. Die Grillen wispern. Der Wind flüstert sein leises Harfenlied. Sonnenglanzruhe steht traumhaft über den Feldern. Eine uralte Aufgabe steht im Kornfeld vor uns. Die Fäuste und Willenskräfte zahlloser Menschen haben sich seit je um diese Aufgabe geregt. Schon durch die aeschichtslose Dämmerung entrücktester Vorzeiten zieht der Pflug. Unsere Schwertfiege, unsere Gedankensiege, schreiben sich aus viel jüngeren Tagen her. Die Bauernhand ist wie mit der Ewigkeitsrune gezeichnet. Der Kornbauer steht draußen am fernsten Saum alles Erdengeschehens. Unbekümmert um allen Wandel schritt er mit säender, pflügender Hand einher. In die fernste Zukunft schreitet er hinein mit festen, blanken Augen, mit unverbrüchlichem Vertrauen. Sein Acker wird immer sein! Das Brot wird niemals vergehen! Keine Zeit, kein Schicksal hat ihn zu überwinden vermocht. Todesstürme sind über das Land gegangen, tausend und aber tausend Menschenwerke haben sie hinweggefegt. Aber bestehen blieb das Zähe, lebendige Bauerntum. Nicht ber Hunne, nicht Der Magyar, der Hussit nicht, unb nicht der Schweb', der Korse nicht, und nicht der Verrat haben das Korn ertöten können. Halmvölker und Halmvölker stehen immer und immer wieder da, schießen empor aus der deutschen Erde. Und das Kornfeld meint: Gute Samenkörner sollten wir sein, ein jedes in seinem Heimatgrund. Unsere Liebe, unsere Kraft, sollte unserem Lande unb unseren Kindern gehören. Und den Bauern, den schlichten, sollten wir lassen, wie er ist. Mit der Unrast unserer Städte sollten wir ihn so viel wie möglich verschonen. Ihn nicht irre machen an der Welt und an sich selbst. Das Korn und der Bauer seien eine ehrwürdige, ewige Sache. Und je mehr Hände sich um die Scholle unb des Brotes Wachsen bemühten, um so besser sei es für das ganze Volk. Denn wessen Leben auch nur mit einem aanz einzigen Würzlein hineingegriffen hat in die liebe Erde, der kann im Herzen nie ganz verarmen. Und ber Heimat kann er nie vergessen. Und das alles sagt, dir das liebe Korn. Liege hin an einen halmwogenden Feld er säum, heute oder morgen, unb bu wirst viel Weisheit erlauschen. mb lediglich für Hospitalzrvecke eingerichtet gewesen sei. * Die britischen Kriegsverbrecher scheuen sich nicht, m der Genfer Konvention festgelegte Sicherheit znd Unverletzbarkeit der Einrichtungen des Roten Kreuzes brutal zu brechen. Für sie gilt kein inter- notionales Recht, was auch die Tatsache beweist, daß schon mehrfach deutsche Seenotflugzeuge, die der Börgung verunglückter Flugzeugbesatzungen dienen und deutlich sichtbar mit dem Roten Kreuz kenntlich gemacht sind, von den Fliegern der Royal Air Force beschossen worden sind. Italienischer Wehrmachtsbericht. Rom. 30. lull (D71B.) Der italienische Wehr- Machtsbericht hat folgenden Wortlaut: In der vergangenen Rächt haben zahlreiche Jor- mationen unserer Luftwaffe wiederholt einen feindlichen Geleitzug im östlichen INittelmeer, der von Kriegsschiffen, darunter ein Flugzeugträger, begleitet war, mit Bomben belegt. Verschiedene Lin- Helten sind schwer getroffen worden. Lin Schiff wurde in Brand gesteckt. 3m Verlaufe eines Luftkampfes zwischen unseren Bombern und feindlichen Jägern, die von dem Flugzeugträger aufgestiegen waren, ist ein feindliches Flugzeug abgeschossen worden. Lines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. 3n Ost-Afrika ist unsere Besetzung von Kur- mak verstärkt worden, wobei eine ganze feindliche Versorgungskolonne mit Proviant, Waffen und Munition abgefangen wurde. Der Hafen von Aden ist wirksam mit Bomben belegt w o r d e n. Lin Schiff hat einen Volltreffer erhalten. Konsultationspakt zwischen Spanien und Portugal. Madrid, 31. Juli. (Europapreß.) Das spanische Außenministerium gibt den Wortlaut eines Zttsatz- protokolls zum spanisch-portugiesischen Freund- fchafts- und Nichtangriffspakt bekannt. Dieses besagt: Angesichts der tiefempfundenen Solidarität und der engen Freundschaft der beiden Nationen der Iberischen Halbinsel, und um dem bestehenden Freundschafts« und Nichtangriffspakt eine größere Wirkung zu geben, kommen beide Regierungen überein, sich miteinander ins Einvernehmen zu fetzen, wenn es die Interessen der beiden Länder erfordern und wenn Vorfälle zu verzeichnen sind, die die territoriale Integrität des Mutterlandes gefährden oder die Sicherheit und Unabhängigkeit eines der beiden Länder bedrohen. Jeder Dertragsteil kann eine sofortige Aussprache herbeiführen, wenn er die oben angedeuteten Gefahren feststellt. Beide Partner erklären, daß dieses Abkommen nicht im Widerspruch zu Verträgen mit dritten Staaten stcht. ♦ Lissabon, 31.Juli. (Europapreß.) Mit großer Befriedigung wird in alley Kreisen der portugiesischen Bevölkerung die Unterzeichnung des Zusatzprotokolls begrüßt. Die Unterzeichnung räumt endgültig mit den Gerüchten auf, die von spanisch-portugiesischen Differenzen wissen wollten; sie bekräftigen vielmehr das enge Einvernehmen der Staaten der Iberischen Halbinsel. Die Presse unterstreicht die weitreichende Bedeutung der Unterzeichnung. Das Regierungsblatt „Diario da Manha" schreibt, daß mit dem Zusatzprotokoll die Grenzen einer nur gutnachbarlichen Politik, im besten Sinne der Bedeutung dieses Wortes, überschritten werden. „Diese Vervollständigung des spanisch-portugiesischen Nichtangriffs-Dertrages", schließt das Blatt, „stellt einen schönen Beitrag oder einen sicheren Ausgangspunkt zur Wiederherstellung des Friedens in Europa und zur Schaffung geordneter Verhältnisse in der Wett dar." Die Besprechungen in Salzburg Eine Erklärung des bulgarischen Außenministers. Sofia, 30. Juli. (Europavreß.) Nach einer Audienz beim König erklärte Außenminister Popo f f der Presse: „Wir sind sehr zufrieden, daß uns die Einladung, die wir vor einer Woche erhalten hatten, Gelegenheit gab, mit dem Führer Deutschlands und seinem Außenminister von Ribbentrop zusammenzutteffen. Der. Besuch fand in einer Atmosphäre der Herzlichkeit, Offenheit und des gegenseitigen Verständnisses statt, wie sie unter ehemaligen Waffenbrüdern selbstverständlich ist, die zueinander die besten Gefühle hegen und sich gegenseitig schätzen. Dabei muß ich unterstreichen, daß sowohl Herr Hitler als auch der Leiter seiner Außenpolitik dem bulgarischen Volk die wärmsten Sympathien und volles Verstäub- nis für seine Lage entgegenbringen. Der Realismus, in dem der Führer die Lage betrachtet, sowie das tiefe Gerechtigkeitsgefühl, in dem die Gespräche geführt wurden, haben uns zu tiefst beeindruckt. Das, gibt uns die Berechtigung zu glauben, daß die Besprechungen von Salzburg von großem Nutzen für die Ordnung und Ruhe im Balkanraum sein werden. Das bulgarische Volk kann daher zuversichtlich die weitere günstige Entwicklung der Dinge abwarten." Oie Regierungsumbildung in der Slowakei. Preßburg, 31.Juli. (Europapreß.) Die slowakische Oeffentlichkeit wurde am Dienstagmorgen durch« Sonderausgaben von der feit einiger Zeit erwarteten Umbildung der slowakischen Regierung in Kenntnis gesetzt, durch die Ministerpräsident T u k a auch mit dem Posten des Außenministers und S a n o Mach mit dem Innenministerium und dem Oberkommando der Hlinka-Garde betraut wurde. In politischen interessierten Kreisen betont man, die außenpolitische Konzeption Tukas habe den Sieg baoongetragen. Sans Mach sei einer der vordersten Kämpfer für das slowakische Volk. Tuka und Mach seien verbunden durch gemeinsame Kämpfe und Leiden für die Freiheit der slowakischen Nation. Man könne mit Recht erwarten, daß für das slowakische Volk ein neuer und besserer Abschnitt seines Lebens beginne. Von Volksdeutscher Seite wirb die neue Regierung mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Man betont den Willen, mit den Slowaken Hand in Hand am inneren Aufbau der Slowakei mitzuarbeiten. Das führende slowakische Organ „Slovak" schreibt: Der Führer hat erneut bewiesen, daß die Slowakei eine Sache seines Herzens ist. Er hat den Vertretern des slowakischen Staates erklärt, baß die Slowakei unter dem Schutze des Grohbeutfchen Reiches ihre staatliche Selb ft ättdig kett und die Integrität ich res Gebietes gesichert sehen dürfe. Dafür seien die Slowaken dem Führer der deutschen Nation unendlich dankbar. Seine Erklä- rung bedeute, baß seine Freundschaft zur Slowakei konsequent unb unerschütterlich ist. Alle ehrlichen Slowaken, die es mit dem Wohl ihrer Nation unb ber deutsch-slowakischen Freundschaft ehrlich meinen, feien von dem Ergebnis der Salzburger Besprechungen hoch befriedigt. Erhobenen Hauptes unb freudigen Herzens nehmen sie daher die Arbeit für eine schönere unb bessere Zukunft ber Slowakei auf, in enger und ehrlicher Verbundenheit mit dem Großdeutschen Reich. Ser neue deutsche Gesandte in preßburg. ■ Der Gesandte im Auswärtigen Amt Manfred von Killinger wurde auf Vorschlag des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop vom Führer zum Gesandten in der slowakischen Hauptstadt Preßburg ernannt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) * Manfred von Killinger ist 1886 auf dem väterlichen Freigut Lindicht bei Nossen in Sachsen geboren. 1904 trat er als Seekadett in die Marine ein. Als Kommandant eines Torpedobootes hat er an der Skagerrakschlacht teilgenommen. In der Nach- kriegszeit gehörte er dem Freikorps Ehrhard und der Organisation Condor an. 1921 machte er den Sturm auf den Annaberg mit. Er war Leiter des Wikingbundes und schloß sich, nachdem dieser aufgelöst war, ber NSDAP, an, in welcher er seit Juni 1932 Führer der SA.-Obergruppe I war. Nach der Machtergreifung wurde Killinger Reichskommissar, fpäter Ministerpräsident von Sachsen, im Juli 1933 Führer der SA.-Obergruppe IV; in beiden Aemtern blieb er bis zum Sommer 1934. Nachdem Killinger im Früh- fahr 1937 in besonderer Mission im Hauptquartier des Generals Franco geweilt hatte, ging er im Juli des gleichen Jahres als Generalkonsul nach San Franzisko und wurde, nachdem der bisherige Adjutant des Führers, Hauptmann Wiedemann, als Generalkonsul nach San Franzisko entsandt worden war, im Januar 1939 zur besonderen Verwendung in das Auswärtige Amt berufen. Oie Aufdeckung des britischen Spionagenetzes in Japan. Rom, 31. Zull. (Europapreß.) Die japanische Presse bringt weitere Einzelheiten über die unterirdische Tätigkeit des Intelligence Service in Japan. Ein weites Netz von Banken und Wirschafts-Unternehmungen, etwa 200 an der Zahl, sowie von mittelbar oder unmittelbar unter englischem Einfluß stehenden Vereinen sei von England in den Dienst seiner Propaganda gestellt worden. Getarnte Beamte von Unternehmungen, die für die Flugzeug- Industrie arbeiteten, seien mit der Überwachung der javanischen Flugplätze betraut worden. England habe weiter die Versicherungs-Gesellschaften gegen Brand und Unfall finanziert, um auch von dort aus Kontrollen auszuüben. Zwei weitere Engländer sollen verhaftet worden sein. Sie lebten bisher in Kobe und Nagasaki und stehen ebenfalls unter Spionageverdacht. Gleichzeitig wird bekannt, daß eine weitgehende Ausschaltung des englischen Elements in Japan bevorsteht. Fünfhundert ausländische Lehrer, zum größten Teil Engländer, sollen entlassen werden. Die englischen Missionen in Japan werden einer strengen Kontrolle unterstellt werden. Die Verhaftung englischer Staatsbürger in Japan nahm ber britische Außenminister Lord Hali- f a x zum Anlaß einer Erklärung im Oberhaus. Er leugnete natürlich die subversive Tätigkeit der verhafteten Engländer und behauptete, daß die japanischen Anschuldigungen nicht den Tatsachen entsprächen. Die englische Regierung habe in Tokio gegen die Verhaftung schärfsten Einspruch erhoben. Auch dem japanischen Botschafter habe Lord Halifax die Stellung der brittschen Regieruna dargelegt. Der britische Nachrichtendienst gibt den Inhalt der von dem englischen Botschafter in Tokio der japanischen Regierung überreichten Note bekannt, in der es unter geflissentlicher Außerachtlassung der erwiesenen Tatbestände heißt, die britische Regierung habe den Eindruck, daß für die Verhaftungen politische Gründe maßgebend gewesen wären. Wo sollen unsere Gesottenen ruhen? Laßt ihnen den Ehrenplatz an der Seite ihrer Kameraden! — Oie deutsche Wehrmacht betreut ihre Gräber. Berlin, 30. Juli. (DNB.) Schulter an Schulter, wie sie gekämpft haben, ruhen unsere toten Soldaten in der Erde, die sie mit ihrem Blut geweiht haben. Wie sie ausrückten in Reih und Glied, Liegen sie nebeneinander, ob Offizier, ob Mann. Der Tod kennt keine Rangunterschiede mehr. Sie sind nur noch Kameraden. Das Band, das sie im Leben verknüpfte, hat sie im gemeinsamen Tod noch fester verbunden. Gewiß, man versteht es, baß manche Mutter, manche Frau, die ihr Liebstes und Bestes dem Vaterland opferten, den Sohn, den Gatten, nun im Tode wieder bei sich in der Heimat haben möchten. Aber hast Du ein Recht, den toten Soldaten aus den Rechen feiner Kameraden zu reißen? Tritt an die Gräber, und wie geheimnisvolles Raunen klingt es Dir entgegen: Laß mich hier ausruhen von Kampf und Streit, hier bei meinen Kameraden, mit denen ich antrat, um für Euch und uns den Sieg an die Fahnen zu heften. Es hieße den Geist unserer Tage schmählich ver- fennen, wollte man Vergleiche ziehen mit dem Weltkrieg und den bitteren Jahren, die ihm folgten. Organisationen haben damals in heißem Bemühen ihr Möglichstes getan, den gefallenen Kriegern in Feindesland eine würdige Ruhestätte zu bereiten. Aber ihre Kraft reichte nicht aus. Der damalige Staat versagte ihnen die Unterstützung, die bas Opfer ber gefallenen Helden verdiente. Die Fesseln des Versailler Vertrages machten es schwer, sich um die Gräber so zu kümmern, wie man es gern wollte. Heute ist bas anders. Das nattonalsozialistische Deutschland sieht es als seine heiligste Pflicht an, den Opfern des Krieges die Ehrung zu erweisen, die ihres Einsatzes würdig ist. Darum hat die Wehrmacht selbst die Betreuung der Soldatengräber übernommen. Ehrenfriedhöfe werden errichtet oder den aus dem Weltkriege bestehenden angegliedert. Hier erhält jeder Gefallene, dessen Umbettung von seiner ersten Grabstätte notwendig ist, in einem Sarge sein Einzelgrab. Steine auf jedem Hügel werden für alle Zeiten seinen Namen, Truppenteil, Heimatort, sein Alter und seinen Todestag festhalten. Nicht des unbekannten grauen Soldaten sollen wir an diesen Stätten aedenken. Jeder einzelne ^oll weiterleben. An seinem Grabe sollen wir jedem einzelnen im Geiste die Hand reichen zum Dank und Gelöbnis. ' Denn das sollen diese Ehrenfriedhöfe mit ihren weit in die Lande ragenden Mahnmale werden: Wallfahrtsstätten, die späteste Geschlechter herausrufen zu heiligem Gedenken. Enkel und Urenkel werden ihren tapferen Ahnen aussuchen unb an seinem Grabe seines Blutes in sich ver- pflicktend bewußt werden. Die ganze Nation wird hierher wallfahren, Hitler-Jugend und junge Soldaten. Hier werden sie den Geist spüren, der diese Männer beseelte, -den Geist größter Einsatzbereitschaft für Deutschlands Ruhm und Größe, den Geist treuer Kameradschaft, der sie auch noch im Tode umfangen hält. Darum deutsche Mutter und deutsche Frau, deutscher Sohn und deutsche Tochter, laßt den teuren Toten da ruhen, wo sein Ehrenplatz ist, an ber Seite seiner Kameraden. Laßt ihn neben den Männern, mit denen er gemeinsam kämpfte, blutete und siegte! Geschütz Nelke feuerbereit. Ritterkreuzträger als Geschützführer. Von Kriegsberichter Ludwig v. Oanwih. DNB......,30. Juli. (PK.) Irgendwo an der französischen Kanalküste kann man ein leichtes deutsches Flakgeschütz treffen, an dem man als Wache vielleicht einen Gefreiten oder einen Unteroffizier findet, der das Eiserne Kreuz I. Klasse trägt. Denn bte gesamte Geschützbedienung ist 'mit dem E. K. I ausgezeichnet, und Geschützführer ist der jetzige Oberwachtmeister Herbert Nelke, dem unlängst vom Führer auf Vorschlag des Reichsmarschalls das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen wurde. In der Nacht vom 7. zum 8. Juni war er mit seinem Geschütz zur Nachtsicherung an einem Bahnübergang eingesetzt gewesen und wußte nicht, daß er weit vor der eigenen Linie lag. Denn ein Oberleutnant von der Pak hatte ihm gesagt, daß vor ihm noch Pak eingesetzt sei und im Laufe ber Nacht vielleicht zurückgenommen würde. Aber es kam ganz anders. Es war etwa gegen 1.45 Uhr, so erzählt Nelke, — ich saß auf dem Richtsitz —, als ich Marschtritte unb Waffenklirren hörte. In der Annahme, es sei die eigene Jnsanteriesicherung, ließ ich die Leute zunächtz herankommen. Ja, in einem Meter Entfernung ging die Spitze des Trupps sogar an mir vorbei. Erst der Sechste sprach mich auf Französisch an, war aber ber Meinung, ich sei Engländer. Ich sprang raus aus dem Geschützsitz und packte den Kerl an ber Kehle. Nach ein paar Schlägen mit ber Handgranate brach er bewußtlos zusammen. Sofort entstand ein kolossaler Tumult, unb ich drosch weiter, obgleich wir vollkommen vom Feind umringt waren. Meine Leute waren geweckt und schossen mit ihren Karabinern. Auch die Franzosen schossen, unb einer gab zwei Schuß auf mich ab. Als er zum drittenmal durchlub, packte ich ihn unb warf ihn über bas Geschütz weg in die Böschung. Nach kurzem Handgemenge hatten wir die 35 Mann schließlich ent« wa f fnet und gefangengenommen. „Da rief ein Kanonier: ,Herr Unteroffizier, hier kommen noch mehr an l'Tatsächlich kam jetzt eine zweite Gruppe auf uns los, wurde offenbar durch Zurufe unserer Gefangenen gewarnt und stürmte mit auf gepflanztem Seitengewehr heran. Sofort eröffneten wir mit Unserem Geschütz das Feuer. Drei Mann, die etwas abseits vom Geschütz schliefen unb ein MG. bei sich hatten, waren inzwischen gleichfalls geweckt unb schossen mit dem MG., so baß die Franzosen nicht ahnten, von wieviel Seiten sie nun eigentlich Feuer bekamen. Da kam der französische Hauptmann zu mir. Er sprach zunächst französisch, dann englisch, schließlich sogar deutsch. Er sähe ein, sagte er, daß seinerseits jeder Widerstand zwecklos fei. Die deutsche Ueberlegen- heit sei zu groß. Ich sagte, er solle sich ergeben ober es würde weiter geschossen. Der Hauptmann zog es vor, sich zu ergeben. Wir erbeuteten 136 Gewehre. Die Zahl ber Gefangenen betrug 120 Franzosen, 20 Engländer. Außer dem Hauptmann waren noch zwei Leutnants darunter." Nelke wurde nun nach Berlin befohlen. Er fuhr mit dem Kraftwagen nach Brüssel, flog bann nach Berlin unb melbete sich im Reichsluftfahrtministerium. „Nelke, ach so, das sind Sie Raufbold!" war die Erwiderung des Majors, bei dem er sich meldete, und dann erfuhr er, daß er sofort nach Karinhall fahren müsse. Abends spät traf er dort ein unb übernachtete in Karinhall. Bis 5 Uhr morgens habe er vor lauter Aufregung fein Auge zumachen können, hat Nelke uns nachher erzählt. Dann endlich schlief er ein und wurde erst gegen Mittag geweckt mit dem Befehl, sich 13.05 Uhr beim Oberbefehlshaber zu melden. In dem großen Empfangssaal waren viele Offiziere versammelt. Herbert Nelke hat uns gestanden, daß sein Herz immer erregter gepocht habe, als er endlich ins Arbeitszimmer des Reichsmarschalls geführt worden sei unb der Reichsmarschall dort am Schreibtisch saß. „Komm her, mein Sohn!", Jagte der Reichsmarschall. Bei diesen Worten sei seine Aufregung vorbeigewesen, erzählte uns Nelke. Er habe dem Reichsmarschall alles berichtet, habe auch über seine Familienverhältnifie, über seine Erlebnisse als Spanienkämpfer Auskunft geben müssen. Gegen 14 Uhr ließ sich der Reichsmarschall bann Mütze unb Koppel bringen .unb zeichnete ihn mit dem Ritterkreuz aus und beförderte ihn zum Ober- wachtmeister. Mit dem Reichsmarschall durfte er dann zur Reichskanzlei fahren, um dem Führer vdr- gestellt zu werden. Der Führer drückte ihm die Hand. „Der Dank des Vaterlandes ist Ihnen gewiß!", sagte er. Auch der italienische Außenminister Graf (Ei an o ryar anwesend. Der Reichsmar- schall selbst bewilligte Herbert Nelke acht Tage Sonderurlaub. Mit seinem Bruder, der gleichfalls Soldat ist, ist Herbert Nelke bann in das kleine Sachsendorf Munzig bei Meißen gefahren, bas seine Heimat ist. Als er ankam, waren gerade Ortsgruppenleiter unb Bürgermeister bei der Mutter, um ihr von der stolzen Auszeichnung, die ihrem Sohne zuteil geworden war, zu berichten. Nun war der Junae selbst da, und die Freude über dieses unerwartete Glück des Wiedersehens war fast zuviel für die Mutter. Renten für Hinterbliebene verschollener Kriegsteilnehmer. In W Rentenversicherung werben nach den geb tenben Bestimmungen auch bei Verschollenheit des Versicherten Hinterbliebenenrenten gewährt, aber erst, wenn während eines Jahres die Umstände seinen Tob wahrscheinlich machen. Um ben Angehörigen von vermißten Kriegsteilnehmern schon vor Jahresfrist unter erleichterten Voraussetzungen die Angestelltenverficherungs- bzw. Invalidenrente ufro. für Hinterbliebene zu kommen zu lassen, empfiehlt das Reichsversicherungsamt, in den Fällen, in denen durch eine Bescheinigung des Truppenteils unb eine Auskunft der Auskunftsstelle für Verwundete und Vermißte eine hohe Wahrscheinlichkeit für den Tob des Versicherten bargetan wirb, auf die Hinterbliebenenrenten bereits vor Ablauf ber Jahresfrist Vorschüsse zu gewähren. Stellt sich nachträglich heraus, daß ber Versicherte noch am Leben ist, so werde weitgehend von der Rückforderung der zu Unrecht gezahlten Vorschüsse abzusehen sein. Vormarsch durch die libysche Wüste. Ein Bild von der italienischen Südfront In Libyen; Eingeborene der Kolonialarmee sowie Spezialkraftwagen auf dem Wegs in die vordersten Linien, - (Scherl-Bilberdlenst-M^ EM. - Mb * - ■ Das große Spezialhaus und Uniformen in höchster Vollendung 3175A ®KOHLER ist nicht nur Ihr Berater in allen Kleider-u.Punktfragen. KÖHLER sorgtauchfür die laufende Pflege Ihrer Zivil- und Uniform-Bekleidungsstücke: Aendern, Flicken, Modernisieren. Nur das Bringen und Abholen müssen Sie in der Kriegszeit selbst besorgen. Eigene Maßschneiderei für Anzüge Aus aller Welt. Gebirgskrieg vor 25 Jahren. Eine Erinnerung an den Winterfeldzug in den Karpaten 4915. schast zu gemeinsamem (Ertragen von Leid und Kämpfen zusammengeschweißt. Der furchtbare Karpatenwinter ging zu Enoe< In schwersten Kämpfen wurden Berg für Berg, Paß für Paß und Tal für Tal in oft wechselvollen Kämpfen gestürmt, es seien nur die Namen Cyrak, Ostry, Zwinin, Uszoker Paß genannt, die in den damaligen Heeresberichten Erwähnung fanden. Als dann am 1. Mai 1915 die große Durchbruchsschlacht von Gorlice—Tarnow unter Führung des Generalfeldmarschalls von Mackensen wie ein Sturmwind über die russische Kampffront nördlich von Krakau losbrach und diese in breiter Front durchbrach, da ließ auch der schwere Druck auf die Karpatenfront nach, und die Südarmee konnte ihren Vormarsch in die galizische Tiefebene antreten und einen neuen Siegeslauf beginnen. Menn das deutsche Volk mit berechtigtem Stolz der Narvik-Kämpfer gedenkt, dann darf es nicht die tapferen Karpatenkämpfer vergessen, die so unsagbare Strapazen ausaehalten und so Uebermensch- liches geleistet haben. Auf den Höhen und in den Tälern dieses schwer umkämpften Gebietes ruhen Tausende und aber Tausende deutscher Soldaten aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes, die in treuer Pflichterfüllung und ohne, daß ihrer Einzel - taten besonders gedacht wurde, ihren Fahneneid erfüllt haben. Ludwig Grießbauer. zustand der Truppe den nachteiligsten Einfluß haben mußten, ist klar. Wie in Narvik so standen auch unseren Kameraden in den Karpaten eine ungeheure Uebermacht gegenüber, die für den Gebirgskampf ganz anders ausgerüstet war und aus dem ungeheuren Menschenvorrat des russischen Reiches immer wieder ergänzt werden konnte, namentlich nachdem die Festung Przemysl am 22. März gefallen und die russische Belagerungsarmee von rund 100 000 Mann für Mann in den Karpaten frei wurde. Neben den schweren Verlusten an Toten und Verwundeten rissen Krankheiten aller Art und Erfrierungen schwere Lücken in unsere Reihen. Manche Bataillone sanken auf Kompaniestärke, manche waren oft tagelang ohne Führung, aber immer wieder fanden sich tapfere und pflichtbewußte Männer, die die Befehlsgewalt übernahmen, immer wieder schlossen sich die Häuflein zusammen und hielten aus, kämpften und siegten. Wer da oben in den zerklüfteten Bergen schwer verwundet wurde, war in den meisten Fällen rettungslos verloren, denn ein Abtransport war oft ganz unmöglich. „Wir sind alle krank, aber wir müssen durchhalten , oder „Es können nur Sterbende krank geschrieben werden", so sagte einmal ein Bataillonsfuhrer, unh es wurde durch gehalten. Wie in Narvik, so waren auch in den Karpaten Offiziere und Mannschaften wie eine große Familie zu einer Schicksalsgemein- Die heldenhaften Kämpfe unserer Narvik- Kameraden von der Marine, den Gebirgsjägern, den Fallschirmjägern und der Luftwaffe sind abgeschlossen. Hier sind Heldentaten vollbracht worden, die in der Kriegsgeschichte aller Zeiten einzigartig sind. Die als unüberwindlich bezeichneten Geländeschwierigkeiten, die übermenschlichen Anstrengungen, die durch Kälte, Schneestürme, vereiste Seen, Fjorde und Flüsse, durch Gletscher und unwegsames Gelände bedingt waren, der schwierige Nachschub an Lebensmitteln, Munition, Waffen und Truppen — sie alle wurden überwunden dank der vorbildlichen Zusammenarbeit aller Waffengattungen, der herrlichen Kameradschaft, der Ausbildung und Anpassungsfähigkeit unserer Soldaten. Nur so konnte der Sieg über die Uebermacht der Gegner errungen werden. Unsere Truppen haben wieder einmal bewiesen, daß man das Unmögliche von ihnen verlangen kann, um das Mögliche zu erreichen. Es ist hocherfreulich, daß diese herrlichen Taten der Narvik-Kämpfer durch unsere Propaganda-Kompanien, durch Rundfunk und Presse der Mitwelt in so eindringlicher Form übermittelt wurden, daß wir mit stolzer Freude und Begeisterung an ihren Leiden, aber auch an ihren Erfolgen teilnehmen konnten. Unsere Gedanken wandern zurück in die Zeit vor jetzt 25 Jahren, wo auch deuftche Truppen unter ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, zu sterben, aber auch zu siegen verstanden, ohne daß damals die Heimat durch Rundfunk und Presse von ihren Taten unterrichtet wurde — an unsere Karpatenkämpfer im Winter 1915. Die' Gefamtlage im Osten war damals folgende: Die Kampffront reichte von der Ostsee bis an die rumänische Grenze. Der östliche Teil von Ostpreußen bis an das Seengebiet war noch in russischen Händen und wurde erst durch die Winterschlacht in Masuren von diesen befreit. In Polen waren unsere Truppen nach der Schlacht bei Lodz bis an den Rawa-Abschnitt westlich vor Warschau vorgestoßen. Weiter im Süden wurde die Festung Przemysl von den Rüssen belagert. Unsere Bundesgenossen, die Oesterreicher, konnten den russischen Angriffen gegen den Kamm der Karpaten kaum noch standhalten. Wurde dieser südliche Teil der großen Kampffront aber von den Russen durchbrochen, dann fluteten ihre Massen über den Gebirgskamm in die ungarische Tiefebene, und das konnte für die gesamte Ostfront zu einer Katastrophe führen. Unsere und die österreichische Heeresleitung standen vor schwerwiegenden Entscheidungen. Die Ansichten über die zu ergreifenden Maßnahmen gingen auseinander. General von Falkenhayn, der fein Hauptaugenmerk auf den westlichen Kriegsschauplatz gerichtet hatte, stand auf dem Standpunkt, die Russen Lis zur Weichsel zurückzudrängen, im übrigen aber so schnell wie möglich mit den gegenüber Westpreußen und in Ostpreußen stehenden russischen Truppen aufzuräumen, sich dann aber im Osten auf eine hinhaltende Kriegführung zu beschränken. Der österreichische Heeresleitung müsse in Galizien und Serbien eine ähnliche Aufgabe zufallen, mit der sie in den kommenden Wintermonaten genug zu tun habe. Dahingegen vertrat der österreichische Generalstabschef Frhr. Conrad von Hoetzendorf bfn Standpunkt, daß nur ein völliger» Erfolg aus dem östlichen Kriegsschauplatz für die Gesamtlage entscheidend sei. Während von Falkenhayn sogar die Rückführung von 1 bis 2 Armeekorps aus dem Osten nach dem Westen verlangte, da er ein völliges militärisches Ntederwerfen der Russen für unmöglich hielt, verlangte Hötzendorf die Ueberweisung von deutschen Truppen nach der Karpatenfront. Hindenburg und Ludendorff stimmten mit Hötzendorf in der Beurteilung der Lage und den zu ergreifenden Maßnahmen im allgemeinen überein. In mehreren, oft dramatisch verlaufenen persönlichen Aussprachen einigte man sich schließlich, gezwungen durch die immer bedrohlicher werdende Lage an der Karpatenfront dahin, einer Offensive aus der Karpatenfront zuzustimmen, eine neue aus Truppen der Ostfront zu bildende, unter dem Befehl des Generals der Infanterie von Li n- fingen stehende Süd arm ee zur Verfügung zu stellen und diese mit mindestens gleich starken österreichischen Truppen dem Erzherzog Friedrich Neue Ergebnisse in der Virus-Forschung. Sofia, 28. Juli. (Europapreß.) Der Professor Dr. Tenophon Iwanoff von der tierärztlichen Fakultät der Universität in Sofia erklärte in einer Versammlung der bulgarischen biologischen Gesellschaft, in vierjährigen Untersuchungen über den Mikroorganismus „V i r u s" sei es ihm gelungen, das „Virus" bei allen Krankheiten und in allen Entwicklungsphasen festzuhalten und jede Phase genau zu beschreiben. Das Virus fei der Größe nach zwischen Bakterien und Eiweißmolekül einzureihen. Die Medizin versucht seit vielen Jahren, diesen Mikroorganismus bildlich kennen zu lernen, weil sie weiß, daß er bei Scharlach, Tollwut und anderen verheerenden Krankheiten auftritt. Professor Jwa- noff konnte ihn nun der Versammlung in Lichtbildern vorführen. Professor Jwanoff ist 42 Jahre alt, in Rußland geboren, hat in Berlin Medizin studiert und war sechs Jahre Assistent bei Professor Dr. Curt Krause, der an der tierärztlichen Fakultät Sofia seinerzeit den Lehrstuhl für Pathologie und pathologische Anatomie eingerichtet und bekleidet hat. Als Krause 1934 wieder nach Deutschland zurückkehrte, wurde sein Schüler Jwanoff auf den Lehrstuhl für pathologische Anatomie an der Sofioter Universität berufen. Professor Krause, der Ehrendoktor der Universität Sofia ist, lehrt seit April 1934 als Ordinarius für Pathologie und pach alogische Anatomie an der Ludwigsuniversität Gießen. Auf einem der nächsten internationalen Aerztekongresse wird Professor Jwanoff seine neuesten Forschungsergebnisse der internationalen medizinischen Wissenschaft vorlegen. Daniela Thode gestorben. In Jber Nacht zum 28. Juli starb in Bayreuth im Alter von fast 80 Jahren die Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, und Ehrenbürgerin der Stadt Bayreuth, Frau Daniela Thode, eine Tochter Cosima Wagners aus ihrer ersten Ehe. Sie war vermählt mit dem Kunsthistoriker Henry Thode. Deutsche Hilfe bei Errichtung einer Varackenftadt in kristiansund. Die deutschen Militärbehörden in Norwegen haben sich bereit erklärt, der Stadt Kristiansund bei der Errichtung einer Barackenstadt für einen Teil ihrer Bewohner behilflich zu sein. Deutsche Ingenieure der Baugruppe Norwegen werden den Aufbau der Ba- rackenstadt organisieren. Es sind 250 provisorische Wohnhäuser geplant, in denen etwa 3000 Einwohner der Stadt untergebracht werden können. Alle Baracken sind winterfest und mit allen sanitären Anlagen versehen. Zwei schwedische Militärflugzeuge abgeslürzt. An der Ostküste Schwedens stürzte ein der schwedischen Marine gehöriges Flugzeug aus bisher unbekannter Ursache ab, wobei alle vier Insassen getötet wurden. Am Dienstagvormittag stießen bei Luftmanövern zwei schwere Maschinen in beträchtlicher Höhe zusammen. Ein Flugzeug stürzte ab. Die sechsköpfige Besatzung war auf der Stelle tot. zu unterstellen. Diese Süd arme e bestand aus insgesamt 10 Divisionen. Von deutschen Truppen gehörten ihr an: die 3. Garde-Jnfanterie-Divlsion, die 1. Infanterie-Division und XXVI. Reserve-Armeekorps unter General von G e r o k. Die Schwierigkeiten, die man von deutscher Seite für einen Winterfeldzug in dem unwegsamen Karpatengebirge voraussah, fanden im Laufe der Kämpfe volle Bestätigung. Der Gebirgskämm, der sich im Westen bis zu 1000 Meter erhebt, steigt im Osten bis zu 2000 Meter an. In dem Gebiet, das der Südarmee zugeteilt wurde, waren drei Gebirgsketten von 1000 bis 1500 Meter Höhe in einer Gesamtbreite von etwa 100 Kilometer vorhanden. Tief eingeschnittene Längstäler, der Mangel an bequemen Uebergängen, das Fehlen vollwertiger Straßen — eß gab nur zwei Wege von Huszt nach Dolina und von Munkacs nach Stryi — und die nur eingleisige Bahn von Munkacs nach Stryi, die sich im Bereich der Süd arm ee befand, erschwerten oie Operationen ganz ungeheuer. Einige Teile des Gebirges tragen Hochgebirascharakter. Die vollkommen verwilderten, jeder Forstpflege baren Wälder, machten eine Bewegung außerhalb der Gebirgspfade nahezu unmöglich. Teilweise waren die Bäume bei der Fällung einen Meter über dem Wurzelstock abgejägt und die zwischen diesen Baumstümpfen befindlichen Räume so von Gestrüpp und Unterholz verwachsen, daß man glaubte, einen Urwald vor sich zu haben. Die Verpflegung in diesem unwirtlichen, armen Teil des Gebirges konnte nur durch Nachschub aufrechterhalten werden, denn eine solche aus dem Lande selbst war unmöglich. Für den Nachschub kamen aber bei den Wegeveryältnis- sen nur Tragtiere und Schlitten in Frage. Daß bei der schwachen Besiedlung des Landes die Unter- kunftsverhältnisie in den Holzhütten der armen Ruthenenbevölkerung die denkbar schlechtesten und durchaus unhygienisch waren, läßt sich denken. Dazu kam, daß die Mannschaften für einen Winter- feldzug im Gebirge weder nach Ausbildung, noch in bezug auf Kleidung und Ausrüstung vorbereitet waren. Zu all diesen, hier nur angedeuteten Schwierigkeiten trat im Winter zu Beginn des Jahres 1915 eine besonders ungünstige Witterung. Das anfänglich klare Winterwetter wurde von mächtigen Schnee- f türmen, später von Nebel ab gelöst, der namentlich der Gebirgsartillerie das Schießen außerordentlich erschwerte. Die Kälte stieg an einzelnen Tagen auf 25 Grad. Der Schnee lag meterhoch, die Leute sanken oft bis an die Hüften ein, die Orientierung im Gelände war außerordentlich erschwert. An das Heranbringen von Feldküchen und warmem Essen an die auf den Höhen liegenden Truppen war nicht 3'U denken. Mit den primitivsten Mitteln suchten Die Leute, wenn sie nicht in Blockhütten oder den verschmutzten Holzhäusern Unterkunft finden konnten, in geschmolzenem Schnee das hartgefrorene Kommißbrot aufzuweichen. Unterstände auszuheben war bei dem hartgefrorenen Boden oft ganz unmöglich, man mußte sich oft mit selbsterbauten Schneehütten begnügen. Gelang es aber, unter einem Dach der armen Gebirgsbewohner unterzukommen, dann trat dort die Läufe plage in einer Form auf, daß es viele vorzogen, lieber draußen in der Kälte zu übernachten. Der Transport schwerer Geschütze auf die steilen Berge war unmöglich, nur leichtere, zerlegbare Gebirgsgeschütze konnten durch Tragtiere oder auf Schlitten befördert werden. Die Anmarschwege mußten vst erst aus geschaufelt oder getreten roero en. So ist es erklärlich, daß sich keine geschlossene Kampffront bilden konnte, die einzelnen Kompagnien und Bataillone kämpften vielfach für sich und ohne Verbindung nach rechts und links, die Befehlsubermittlung und Führung waren mit den größten Schwierigkeit verbunden. Schipatrouillen standen damals noch nicht in genügender Zahl zur Verfügung. Die Hauptlast des Kampfes ruhte auf der braven Infanterie. Aufklärungsflieger oder gar solche, die Lebensrnittel und Munition hätten abwerfen können, waren nicht vorhanden. Und als dann vom April 1915 ab der Frühling ins Land zog und die ungeheuren Schneemassen zum Schmelzen kamen, da traten Überschwemmungen und Versumpfungen ein, die die Marsch- und Gefechtsfähigkeit ungemein erschwerten. Daß diese Verhältnisse auf den Gefundheits- Der zweiten Maschine gelang es, trotz her Beschädigungen sicher zu landen. Schwerer Arbeitsunfall in Griechenland. In der Nähe der Stadt Theben stürzte in einem Tunnel ein Gerüst ein, auf dem sich 50 Arbeiter befanden, die die Tunneldecke ausbessern sollten. Aus den Trümmern wurden bisher 14 Schwerverletzte geborgen, von denen sechs tödliche Verletzungen erlitten hatten. Amerikanische Banditen rauben 108 000 Dollar. In Asbury Park sNeujersey) überfielen drei schwer bewaffnete Banditen am hellichten Tage an einem der verkehrsreichsten Punkte der Stadt zwei Bankboten und raubten ihnen einen Betrag von 108 000 Dollar. Nach der Tat konnten die Verbrecher in einem bereitstehenden Kraftwagen entkommen. Kleine politische Nachrichten. Zum neuen spanischen Botschafter in Berlin wurde an Stelle des zum spanischen Botschafter in Argentinien ernannten Admirals Marques Antonio Magaz der General Eugenio E s « p i n o f a ernannt, der früher Unterstaatssekretär des Außenministeriums, dann Befehlshaber der na- tionalspanischen Truppe vor Madrid und nach der Befreiung Madrids der erste Generalgouverneur der Hauptstadt gewesen ift Wie die römischen Blätter aus Neuyork melden, ist der englische Dampfer „Britannic" dort eingetroffen, der 272 englische Kinder und auch die „berühmte Märchentante" Madame Tabouis an Bord hatte. Die Kinder sind sämtlich Angehörige reicher englischer Familien. Ein weiterer englischer Kindertransport ist in Neuyork mit dem britischen Dampfer „Cameronia" eingetroffen. Die jugoslawische Regierung hat die Tätigkeit der Freimaurer in Jugoslawien verboten. Man nimmt an, daß nun alle Freimaurerlogen in Jugoslawien sich selbst auflösen werden. Eine derartige Maßnahme wurde erwartet auf Grund der scharfen Kampagne der Regierungspresse gegen die Freimaurer und nach den Haussuchungen in den Logen und bei bekannten Freimaurern. - ♦ Der Exkaiser von Abessinien, Haile Selassie, befindet sich, nach einer Meldung der „Times", immer noch in Khartum im Sudan. Dorthin würden sich, wie es in der Meldung weiter heißt, nächstens auch der frühere abessinische Geschäftsträger in Paris, Andargu Nasfai, und einige ehemalige abessinische Häuptlinge begeben. Hauptfchristleiter: Dr. Friedrich WIHelm Lange. Stellvertreter bN Hauptfchristletterö: Heinrich Ludwig Neuner. Verantwortlich für PolttA FeuDeton und Bilder: Dr. Fr. SB. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Emst Blumschein (beurlaubt); i, B.: Heinrich Ludwig Neuner: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Univerfitätsdruckeret 8L Lauge L. QL BerlagSleiter: Dr.»Jng. Erich Hamann; Ameiaenlekter: Hans Swt Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel PI.Nr.S. Ihre Vermählung geben bekannt (Stellenangebote z.3- im Felde 02579 Junghennen! lVermietunsen I Werbe-Drucksachen bei Brühl, Gießen Willi Becker, Oberfeldwebel Edith Becker, geb. Schäfer Gießen, plockstraße 11 31. Iuli 1940 Zimmer zum Unterstellen von Möbeln zu vermieten. Sehr. Ang. unt. 02589 a.d.G.A. Ich liefere noch la Junghennen 11-16 Wochen alt. Weitz-Leghorn, rebhuhnfarbige Italiener u. Kreuzungen. Preis 4.40—5.50. [3254D W. Hoffsteter, Wetzlar Formerstratze 10 Telefon 2649. 2-Zimmer! Wohnung mit Küche zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 3447V a.d.G.A. | Mietgesuche~] Sicherer Mieter ruhige 4köpfige Familie, sucht z. 1. 9. oder 1. 10. schöne 4’Zimmer- Wohnung mit allem Zubehör in gut. Lage. Angebote erbet, unter 3432V an den Gietz. Anz. 372-4-Zimmer- Mnong gesucht. Schr. Ang. unt. 02586 a.d. G.A. Diöbl. 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M.-Höchst) einen sehr aufschlußreichen Jahresbericht der Gauabteilung Hessen-Nassau der RfH. über die Heilkräuterernte in Hessen-Nassau 1939. Danach ist das Ergebnis der Heilkräutersammelaktion im Vorjahre außerordentlich beachtenswert gewesen, beträgt es doch das Fünffache des Jahres 1 9 3 8. Obwohl die Reichsstatistik noch nickt vorliegt, kann heute schon gesagt werden, daß unser Gau dank des unermüdlichen Einsatzes seines Gausachbearbeiters mit an der Spitze der Gaue Großdeutschlands marschiert. Insgesamt sind im Jahre 1939 von 26 Kreisen des Gaues 19 866,041 kg getrockneter Heil- und Teekräuter, 32 211,880 kg (= 644 Zentner!) Hagebutten und 12 193,130 kg sonstiges Frischgut gesammelt worden. Fast 20 000 R2U. kamen dafür an die Satnm- lereinheilen zur Auszahlung. Nur durch den freudigen Einsatz der Erzieher und der Schuljugend — die weitaus größten Mengen des wertvollen Sammelgutes wurden durch die Sammeltätigkeit der Schulen aufgebracht — konnte das Ergebnis der Heilkräutere'rnte in Hessen-Nassau so erheblich gesteigert werden. Aus der Reihe der in allen Kreisen rührig tätigen Kreissachbearbeiter hebt der Bericht die folgenden mit besonderer Anerkennung hervor: Studienrat Dr. Schumann- Bensheim (Kreis Bergstraße), Lehrer Oßwald- Bad-Nauheim (Kreis Wetterau), Lehrer Böver- s e n -Eckelshausen (Kreis Biedenkopf), Studienrat Bayer- Bingen (Kreis Bingen). Diese haben neben einem hervorragenden Sammelergebnis vor allem die Aufgabe gemeistert, ordentlich arbeitende Bezirkssammelstellen einzurichten und die Sammeltätigkeit planmäßig im Sinne der gegebenen Richtlinien zu steuern. Auf Grund eines persönlichen Berichts des Gausachbearbeiters hat sich Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger bereit erklärt, die zehn hervorragend st en Schulen besonders auszuzeichnen. Eine weitere Anzahl erfolgreicher Schulen und Kreissachbearbeiter erhalten durch die Gauabteilung eine Urkunde als äußeres Zeichen der Anerkennung für ihre unermüdliche Mitarbeit. Der Bericht gibt einen Ueberblick über das Jahresergebnis nach Arten und Kreisen. An der Spitze der kreise stehl der kreis Delterau mit 1966,030kg getrockneter heil- und Teekräuter und 6304,600 kg (= 126 Zentner) frischer Hagebutten (im Wert von insgesamt 2820 R2U.) Damit hat die Wetterau einen wesentlichen Anteil am Gesamtergebnis des Gaues. Ganz ausgezeichnet ist auch das Ergebnis des Kreises Bergstraße mit 1707,275 kg getrockneter Heilpflanzen, 239 kg frischer Hagebutten und großen Mengen sonstigen Frischgutes im Gesamtwert von 1576,14 RM. Der Kreis Biedenkopf hat 807,839 kg ie Tagesdauer im mittleren Deutschland von 15V4 auf 13^2 Stunden ab. Der Mond hat folgende Lichtgesta'lten: Neumond am 3., erstes Viertel am 10., Vollmond am 18., letztes Viertel am 26. August. v eil V eil 11 I l|l> vo Ulli rere Kleingärtner die Grundstücksnachbarn sind, zu- sammentun und in gemeinsamer Arbeit einen der-1 Auch am Morgenhimmel sind im August zwei Planeten sichtbar. Venus ist Morgenstern, erscheint bereits drei Stunden vor Sonnenaufgang im Ostnordosten und strahlt in den ersten August- nächten im höchsten Glanze. Sie übertrifft dann den in ihrer Nähe stehenden Fixstern erster Größe Beteigeuze im Orion um mehr als das hundertfache an Helligkeit. Zwischen dem 7. und 20. August, am - - - besten vom 10. bis 13., ist Merkur tief im Nord- tur gerichtet ist. Zwischen Arktur und Wega dehnen osten vor Sonnenaufgang etwa eine halbe Stunde j sich die halbkreisförmige Nördliche Krone und das RM. Der Angeklagte wurde des Verbrechens der schweren Urkundenfälschung und der Urkunden- fälschung schuldig erkannt und zu einer Gesamt- Neben der studentischen Erntehilfe hat die Reichsstudentenführung noch den fogenannten „Grenzlanb- dienst" eingeführt. Während der Ferien stellen sich die Studenten zum Einsatz in der Landwirtschaft der Grenzbezirke zur Verfügung. Die Studenten sollen durch den Grenzlanddienst die bäuerliche Arbeit erleben, die Aufgabe und Bedeutung der Grenzgebiete kennenlernen und ihren kulturellen Wert festigen und hegen. Der Grenzlanddienst ist eine politisch-kulturelle Aufgabe. Kriegshilfsdienst. mußte Wißmar jedoch den nun bester aufkommenden Gastgebern den Sieg überlassen. Leihgestern 1. Jugend — Daubringen 1. Jugend 3:4. Die beiden Jugendmannschaften des Sportklubs Daubringen weilten am vergangenen Sonntag zu Freundschaftsspielen in Leihgestern und konnten in beiden Spielen den Sieger stellen. Die 1. Jugendelf gewann nach schönem Kampf mit dem knappen Ergebnis von 3:4 Toren. Leihgestern 2. Jugend — Daubringen Jugend 2:1. Die Leihgesterner Jugend mußte am vergangenen Sonntag eine Niederlage, wenn sie auch knapp ausfiel, einstecken. Die Daubringer waren überlegen und siegten verdient. Bei Halbzeit stand das Spiel 0:0. Nach der Pause stellten die Gäste das Ergebnis auf 2:0. Schließlich aber gelang es durch Dern das Ehrentor für Leihgestern zu retten. ben je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16 RM., bl (135 bis I 149,5 kg) 1,16 RM., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,16 RM., c (90 bis 119,5 kg) 1,14 RM., d (80 bis 89,5 kg) 1,08 RM., e—f (unter 80 kg) 1,04 RM., gl (fette Specksauen) 1,16 RM., i (Altschneider) 1,16 RM., g2 (andere Sauen) 1,08 RM., h (Eber) 1,08 RM. — Marktoerlauf: alles zugeteilt. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 30. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 415 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten bis sechs Wochen alte Ferkel bis 22 RM., sechs bis acht Wochen alte 22 bis 28 RM., acht bis zehn Wochen alte Tiere 28 bis 33 RM. Der Handel war anfangs flott, später schleppend; es verblieb geringer Ueberstand. Seitdem im Juni Venus vom Wendhimmel verschwand und Morgenstern wurde, waren die Abende frei von Planeten. Dies wird jetzt anders. Die beiden Großplaneten Jupiter und Saturn, welche bisher nur in der zweiten Hälfte der Nacht sichtbar waren, verlegen ihren Aufgang in immer frühere Stunden. Zu Beginn des Monats gehen sie kurz vor Mitternacht, Ende August bereits um 22 Uhr Sommerzeit auf. Jupiter steht west lick von Saturn. Da beide Planeten rechtläufig sind, d. h. ostwärts wandern, Japiter aber der schnellere ist, so holt er den Saturn ein und läuft am 15. Auautt an ihm nördlich vorüber. Der scheinbare Abstand Der beiden Grohplaneten beträgt an diesem Tage nur wenig über einen Grad. Wir werden also Mitte August, in der Zeit nach 23 Uhr, das schöne Schauspiel der Begegnung von Jupiter und Saturn erleben. Dann entfernen sich die beiden Wandelsterne von einander, jedoch nicht weit, werden rückläufig, und im Oktober findet eine zweite Begegnung statt? Ein drittes Zusammentreffen folgt im Februar. Erst dann lösen sich beide Planeten endgültig von einander. Bemerkenswert ist nun, daß diese dreifache Begegnung von Jupiter und Saturn zu einer Zeit stattfindet, wenn sie der Sonne gegenüberstehen, also besonders gut am Abendhimmel sichtbar sind, ein außerordentlich seltenes Ereignis, das nur in Abständen von Jahrhunderten sich wiederholt und zuletzt im Jahre 1682 beobachtet worden ist. Nach neueren Forschungen hat sich die „Große Konjunktion", eine dreifache Jupiter-Saturn-Begeg- nung, in ganz ähnlicher Weise auch im Jahre 7 vor der Zeitrechnung abgespielt und Veranlassung zu der biblischen Erzählung vom Stern der Weisen aus dem Moraenlande gegeben. Alter Glaube verband mit der „Großen Konjunktion" das Eintreten roelt- geschichtlicher Ereignisse größten Ausmaßes. 2000 Meter Wasserstellen unter den Taunusbergen. Lpd. Bad Homburg v. d. H., 29. Juli. Seit einer Reche von Jahren galt die Sorge der Homburger Stadtverwaltung der Wasserversorgung, die in trockenen Sommern nach der Einbeziehung der Vororte Kirdorf und Gonzenheim sowie der Nachbargemeinde Dornholzhausen den Spitzenanforderungen nicht mehr genügte. Aus den verschiedenen, ins Gebirge getriebenen Stollen und aus den gefaßten Quellen ergab sich eine verfügbare Wassermenge von 4500 Kubikmeter, während der Bedarf zeitweise auf über 5000 Kubikmeter stieg. Es wurde daher beschlossen, den 752 Meter langen Braumann- Stollen noch um weitere 1000 Meter in Richtung Marmor st ein in das Gebirge vor- zutreiben und damit ein neues Einzugsgebiet von 4 Quadratkilometer mit einer täglichen Was- serleistung von rund 1500 Kubikmeter zu erschließen. Die Arbeiten sind bereits in vollem Gange, und 200 Meter unter Tag donnern die schweren Preßlufthämmer gegen das Gestein. Zur Zett gilt es, gegen den außerordentlich harten Taunusquarzit vorzustoßen. In harter Arbeit wird der Stollen täglich um 40 Zentimeter ron getrieben, aber nach dem Gutachten der Sachverständigen soll bald weniger hartes Gestein kommen, so daß die Arbeiten in der vorgesehenen Zeit von 400 Arbeitstagen durchgeführt werden können. Zum ersten Male wird bet diesen Arbeiten das Taunusaebirae in einer derartigen Länge durchstoßen, so daß sich dabei sicher auch für die Wissenschaft manch wertvolle Anhaltspunkte ergeben werden. 15 Diebstähle -15 Monate Zuchthaus. LPD. F r a n k f u r t a. M., 29. Juli. Das Sondergericht Frankfurt verurteilte einen 19jährigen Burschen wegen 15 Diebstählen, die er teilweise unter Ausnutzung der Verdunkelung begangen hat, zu 15 Monaten Zuchthaus. Der Angeklagte war bei der Reichsbahn beschäftigt, brach Spinde seiner Ar- beitsEameraben auf und stahl daraus wahllos Gegenstände und Bekleidungsstücke. Die herrliche Adolf-Hitler-Kampfbahn in Stuttgart iift am Wochenende der Schauplatz des zweiten deutsch-italienischen Leichtathletik-Länderkampfes. Die Tatsache, daß die beiden befreundeten Länder zu diesem Länderkampf ihre besten Athleten aufgeboten haben und daß wieder ein großer Zweikampf zwischen Harbig und Lanzi auf der klassischen 800-Meter-Strecke bevorsteht, gibt dem Treffen einen durchaus friedensmäßigen Anstrich. Dieser „Kampf der Freundschaft" in schwerer Zeit ist tatsächlich ein besonderes Ereignis und wird den hohen Leistungsstand der deutschen und italienischen . , Kriegs-Leichtathletik beweisen. verlauf. Alles zugeteilt. | iirni^ 400 Meter, die beide unser Weltrekordmann Harbig gewann. Heber 800 Meter mußte er Weltrekord lausen, um den Italiener zu schlagen, und über 400 Meter war der Deutsche, in ebenfalls glänzender Zeit, nur eine Handbreite eoer am Ziel. Beim Stuttgarter Treffen am Wochenende dürfte der Gesamtsieger ebenfalls Deutschland heißen, aber das Ende wird doch knapper und umstrittener sein. = Mainzlar, 29. Juli. Im Parteilokal Müller fand eine Besprechung statt, zu der die Zellen-, ( k keimisckeit TuKballjuaend. Amts- und Blockleiter, Führer der Gliederungen so- Spiele vki juyvuujuysii wie Walter und Warte der angeschlossenen Verbände Großen-Lindeu 1. Jugend — Wißmar 1. Jugend erschienen waren. Die Arbeitstagung begann mit 0:2 (0:0). einer Ehrung der im Freiheitskampfe Großdeutsch- Am vergangenen Sonntag trafen sich beide Mann- lands gefallenen Helden. Nach den Eröffnungsworten schäften zu einem Freundschaftsspiel in Großen-Lin- des Ortsgruppenleiters Pflüger wurde in schlich- den. Die Platzbesitzer, die in der ersten Spielhälfte ter, feierlicher Form dem Pg. und SA.-Rottenführer mit dem Wind im Rücken spielten, wurden öfters Otto Wagner das Schutzwall-Ehrenzeichen über» gefährlich. Die Hintermannschaft der Wißmarer, ins- reicht. Dann folgte die Bekanntgabe und Verteilung besondere der Torhüter, machten aber jede Chance der neuesten Richtlinien und Rundschreiben. Nach zunichte. Sofort nach dem Wechsel kam der Sturm einer kurzen Aussprache der Anwesenden unterem- der Wißmarer durch, und der Halblinke konnte zum ander sand der Abend seinen Abschluß. 1:0 einsenden. Weitere Angriffe beider Mannschaften -------- blieben vorerst erfolglos. Kurz vor Schluß konnte Gießener Schlachtviehmarkt. der Linksaußen auf 2:0 erhöhen. Das Spiel wurde Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt ‘'©to^n-ynÖEn‘^"iugenb — Wißmar 2. Jugend (Schlachtvieh-Derteilungsmarkt) in der Viehverstei- 4«2 (2 2). gerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 35 bis Beide Jugendmanns'chaften'lieferten sich bis zur 8är^f20 49,5 Sä?6!r M bÄiW SI^uie ein °u-S-glich°n°s Spiel, Nach dem Wechsel' bis 40 Rpf. je th kg Lebendgewicht. Ziegen, Stück 10,—, 25,— bis 28,— RM. — Für Schweine wur- An der Erntchilfe haben sich in den letzten Jahren alle Kreise beteiligt. Schulen, HI., Studenten, SA., Partei, Arbeitsdienst und Wehrmacht haben |W|^..O —o ------------- . . .sich zur Verfügung gestellt. Die Erntehilfe hat sich gefängnisstrafe von acht Monaten, ab- ^^ Aufgabe gestellt, in freiwilligem Einsatz die Nachdem die Zett der Hellen Nächte in Deutschland vorüber ist, erstrahlt der Fixsternhimmel an klaren Augustabenden wieder in hehrer Pracht. Zu Beginn des Monats gegen 23 Hhr, Ende August gegen 21 Hhr finden wir die schöne blauweiß funkelnde Wega, den Hauptstern der Leier, und den hellsten Fixstern des Sommerhimmels, nahe dem Zenit. Oefüich der Leier erstreckt, ganz in den hellen Grund der Milchstraße gebettet, das kreuzförmige Bild des Schwans, der mit weit ausladenden Flü-1 mar nicht leicht, die Mannschaft aufzustellen, aeln und lang Dorgeftrecftem Hals nach Süden öie Farben des Gaues Hessen-Nassau bei der fliegt. Das Schwanzende des Schwans wird durch Großveranstaltung des Fachamts Handball am kom- den hellen Stern D e n e b, der Kopf durch den menden Sonntag in Gießen vertreten soll. Zunächst schönen Doppelstern Albireo bezeichnet. Deneb ist galt es die richtige Auswahl zu treffen, dann aber eine Riesensonne von ungeheurer Leuchtkraft Da die Posten so zu besetzen, daß nicht im letzten die Entfernung dieses Sternes rund 600 Licht- Augenblick noch Mängel auftreten. Darüber hinaus jähre beträgt, so muß seine absolute Helligkeit etwa mTI|te berücksichtigt werden, daß die Männer noch lOOOOnral so groß wie die der Sonne sein, wah- miteinander gespielt haben, und daß deshalb rend der Durchmesser bei einer Oberflachentempera- s^n bie Wahl auf die Kräfte fallen mußte, die die tur von 11 000 Grad 35 Sonnendurchmesser betragt. Gewähr für ein sofortiges Sichverstehen bieten. Wir Südlich vom Schwan glänzt der Helle weiße Atair können von unseren Spielern sagen, daß sie bis jetzt im Adler und bildet mit Wega und Deneb ein auf- in allen Fällen den Kontakt mit ihren Kameraden fallendes gleichschenkliges Dreieck, das den Süd- hergestellt haben und deshalb auch sofort im Bilde Himmel während der kommenden Monate beherrscht, waren. Das wird auch diesmal wieder zutteffen. Die Milchstraße teilt sich hier in zwei Arme, die Gewiß hätte man in normalen Zeiten den einen 3um Schützen und Schlangenträger herabziehen, ober anderen Posten noch besser besetzen können, das Dunkle kosmische Staubmafsen, die vor den viele jft aber im Augenblick nicht ausschlaggebend. Der tausend Lichtjahre entfernten Sternwolken der Milch- Nachwuchs hat sich, wie allgemein festgestellt werden straße liegen, verdecken die Sicht auf das Zentrum kann, heute so entwickelt, daß er mit ruhigem Ge- unseres Fixsternsystems. Auf der entgegengesetzten wissen zu den größten Ausgaben herangezogen wer- Seite senkt sich das zarte Lichtband der Milchsttaße ben kann. Unsere Mannschaft ist durchweg jung und vom Schwan, wo es besonders hell ist, zur Kas- burchschlagskräftig, wendig und schnell. Ihre Stärke siopeia und zum Perseus im Nordosten. wird mit dem Können des Gegners wachsen. Wenden wir unseren Blick nach Westen, so fes- Die Mannschaft des Gaues Hessen hat feit uns das prächtige Sternbild des Himmels- folgendes Aussehen: wagens im Großen Bären, dessen Deichsel auf ben Wenzel (Hörnsheim); Schweitzer (Wohnbach), immer tiefer finfenben, golbgelb strahlenden Ark ° l Krausch (Mtv. Gießen); Brenner (Mto. Gießen), ~ ~ *' ' "" ‘ ' i! Völker (Langenselbolb), Michel (Hörnsheim); Scheu- dring (Münzenberg), Pfeufer (Hanau), Rühl (Dorn-