yo. Jahrgang Ur. 284 i jggy • -4hk'®r Samstag, ZV. Nov. Gietzener Anzeiger Sdfbemi täghda, auhn gonntufl» utih Zetertna5 Beilagen: D'e.Ulnftnerte Siebener S^niiiihenblnttet ßehnnf tnrBilh TteSdioUe Vtvnats-Be^ugsvreis: 8ht 4 'Beilaßen AM 1.95 CbneJIluftrierte . 1.80 Ruitellgebübi. „ .25 auch bei 'Jitchterfrtiemen non einzelnen Wummern .infolge tioberei (tienialt ÜernivredianicbluH 2251 Dra btanirtin 11; „tMnteiger" ynüftberf llßw^ranff. M fth die Mirragsnumnier bisH'/Jlbr NeSiftormlttagS Aiueiaen-Pretler ÄnAeiflentetl 7 Wof le mm bei 22 mm Beilenbreite# $ enteil 50 Rot. le mm bei 70 mm Beilenbreite NakbläNe: SLMeberbolunfl'Dialftaffell AbsdilülieMenaennassel B Vlnßnorfdmft < vorherige Vereinbarung) 25 */<. mehr vrüdlsche Untoerfttätsönideret B. tauge General-Anzeiger für Oberheffen eiefttnfsdiKlftraftt 7-9 Samstag, 30. Nov. / Sonntag, 1. Dez. 1940 flnnabmr von Anzeige« Die Verwandlung Belgiens. Don unserem Or. P.-Korrefpondenten. Brüssel, 14. November 1940. Gegenwärtig spielt sich in dem Lande der Maas lind der Schelde eine Umwandlung ab. Zugleich mit len deutschen Truppen ist an dem strahlenden Sonnentag des 10. Mai eine neue Zeit in Belgien lingezogen, die gebieterisä) verlangt, daß auch dieses Her Ordnung und Einordnung so abholde Land ch dem disziplinierten Neuausbau anpaßt. Wer eute durch die Straßen Brüssels geht, in den asseehäusern belgische Familien mit deutschen Soldaten ihr Bier trinken sieht, wer an den Kiosken te reichhaltigen Zeitungen sich kaust, die zum großen Teil von früheren Redaktionsmitgliedern dieser Rätter geschrieben sind, der muß seststellen, daß die age völlig anders ist als im vergangenen Zeltkrieg. Diese Erkenntnis schasst nicht nur bei enen, die sich selbst schon früher hier im Lande ls die Repräsentanten einer neuen Zeit empfanden, je Basis für eine bereitwillige, der gemeinsamen Zukunft dienenden Zusammenarbeit. Trotzdem, diese Verwandlung Belgiens k o st e t Arbeit. Denn, wenn man davon ausgeht, daß iese den Bedürfnissen der breiten Volksmassen ge- >chtwerdende'Neuordnung ein unabwendbares Er- wdernis ist, dann ist sie besonders heikel einzu- ihren in einem Lande, in dem der Liberalismus is zur freien Willkür des einzelnen fo exemplarisch usgebildet war, wie in Belgien. In Belgien baute nan — wenn es einem gerade einfiel — Wolken- rafoer in einem Villenvorort, und es kümmerte den cuf sein Eigentumsrecht pochenden Besitzer gar licht, daß er damit das Gesicht dieses Villenvorortes frstörte. In Belgien war es üblich, daß- jeder sich ine Geschäftsstunden nach eigenem Belieben ein- jichtete. In Belgien schütteten Jndustrieunterneh- f.ungen eine Dividende von 30 bis 40 o. S). aus, röhrend in der Arbeitersiedlung des Werkes noch tzine Wasserleitung in die Häuser gelegt war. In Belgien dachte man christlich oder freisinnig-.sozia- kstisch oder konservativ, flämisch oder wallonisch, tnb nur darin war man sich einig, um Gottes wollen [eine Einigkeit in irgendeiner Beziehung aufkommen L lasten. In einem solchen Staat, in dem jede lbrigkeit als der Feind schlechthin angesehen wurdtz, ind von dem man zu dem Coburger Leopold vor jiiner Thronbesteigung gesagt hatte. „Sire, Sie erhalten ein regierungsunfähiges Land!", ist es nicht ,infach, „Ordnung" zu schaffen. - Wenn diese Bemühungen zur Vereinheitlichung ^rtschreiten, so ist das u. a. aud) dem grauenhaften 1 Schauspiel zu bauten, das die entthronte Obrigkeit Ind ihr Verwaltungsapparat dem Volke in den agen nach dem 10. Mai gegeben hatte. Seit Be- inn des Krieges hatte Herr P i e r l o t und die einen dem Volke versichert, Belgien fei so aus- iszeichnet vorbereitet und organisiert, daß es in [tbern Augenblick die ernstesten Proben zu bestehen lermöchte. Als es dann wirklich zu der Probe, die man so leichtfertig heraufbeschworen hatte, kam, -j*2Ute sich heraus, daß nichts, aber auch gar mchts funktionierte. Für die Verwaltungsstellen, die Ile Aufgabe hatten,, die Zivilbevölkerung in Ruhe psammenzufassen, war der belgische Kriegsausbruch rur ein verzweifeltes „Rette sich, wer kann", wobei h der gewissenlosesten Weise von den besonderen kröglichkeiten der bevorzugten Stellung zum per-- snlichen Vorteil Gebrauch gemacht wurde. Heute werden diese Fälle von den Gerichten ein- pi)enb untersucht und die Schuldigen, soweit man i'rer habhaft werden konnte, ihrer Strafe zuge- fihrt Alles Bestrafen kann aber nicht über die Schöben binroeqbetfen, die diese Schuldigen ange- rditet haben Vielmehr gilt es, durch eigene Tctt- Iraft und Initjative wiederautzumachen. Denkt \ hon daran zurück, daß es in Belgien noch im Juli mcht weniger als 600 000 Arbeitslose gab, daß die Nullen der insgesamt 1% Millionen Flüchtlinge litriiefftromten, die Fabriken leerstanden, d» Brücken inb Eisenbahnanlagen gesprengt waren, bann muß trän zugeben, baß in ber kurzen Zeit Erstaun- Ich es geleistet worden ist. Bereits an die v H der Telephonanschlüsse sind wieder in Gang gesetzt worden, das Eisenbabnneß ist soweit trieberhergeftetlt, daß ein täglicher Fahrnlan nach o'Ien Teilen des Landes eingeboren werden kann, bie Arbeitslofenzahl ist auf 300 000 herabqefunfen eft alle Industrien haben ihre Tätigkeit wieder auf= jinommen die Bergwerke arbeiten weit stärker als ( zuvor Auch der sonstige Wiederaufbau der zer- tirfort Gebiete macht stetige Fortschritte. Die not- lk-ndiqen Baumaterialien w"rden durch Eingreifen bir Misi^ärverwaltuna beschafft Natürlich waren diese Erfolge nur mit Maßnahmen zu erreichen, die den liberalen Gepflogen- b-^ten des Landes ein Ende machten Ein ftraffe \ 5 arftorbnunq wurde zur Sicherstellung der Ernäh- nng einaeführf Die Indnstrien und Gewerbe wur- bm in ein Korparatinsystem einaebaut bei dem stratliche Stellen für eine gleichmäßige Verteilung bir Rohstoffe, entsprechend- Ab^atzreqelung und ttmaue Festsetzung von .Höchstpreisen sorgen. Doch bii alledem bleibt es nicht. B-lgien soll, wie das md) non breiten Schichten seiner B-mobner oe-- v inscht wird, die neue Zeit und ihre Erfordernisse cm Grund auf begreifen und sich zu eigen machen Ku diesem Zweck wurde ein flämischer und th wallonischer Arbeitsdienst eingerichtet, in ! bim sich di- jungen Leute aller Stände in qemein- , ältlicher Werk- und Erüedungsarbeit kennen und oirftehen lernen können. Eine her Juden gesetz- IC* b u n g im Reich anaepaßte Verordnung des !s isitapbakeblshab-rs die die Juden aus d-ui öffent- liihen Leben ausichattet und sie in d-r Wirtschaft dier scharfen Kontrolle untersteht, führt den Bel- ?'*rn den praktischen Wert des Rastegedankens vor tilgen Da die deutsche Militärverwaltung bemüht ist, stich in den Universitäten wieder einen geebneten A^beit-b-trieb etn3uf"'hren und gleichzeitig birt eine Atmosphäre zu schaffen, in der hie Studenten zum Denken in einer neuen europäischen Gemeinschaft erzogen werden, sind der Universität Brüssel, in der ebenso wie in den Universitäten von Gent, Lüttich und Löwen deutsche Professoren im kommenden Wintersemester Gastvorlesungen halten werden, ein deutscher Kommissar und Kurator beigegeben worden. Dieser kulturelle und. geistige Austausch zwischen Belgien und dem Reich ist keineswegs einseitig. Vielmehr.werden auch belgische Uni- versitätsprofestoren für Gastvorträge in Deutschland herangezogen. Belgische Schriftsteller, Journalisten und bildende Künstler unternehmen in Gruppen Studienreisen nach Deutschland, um sich von den dortigen Verhältnissen und der in den letzten Jahren geleisteten Arbeit mit eigenen Augen zu überzeugen Alle diese Einrichtungen, bie Berichte der aus Deutschland heimkehrenden Kriegsgefangenen, die Briefe der in Deutschland zur Zeit arbeitenden 70 000 belgischen Arbeiter, die Gastspiele deutscher Bühnen und Orchester in Belgien tragen dazu bei, die Beziehungen zwischen den beiden Nach- Berlin, 29. Rov. (DJIB.) Nach beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden INeldungen griffen in der Nacht zum 29. November deutsche Kampfgeschwader militärische Ziele in der roeffeng- lischen Hafenstadt Liverpool und in den benachbarten Dockanlagen von Birkenhead an. Die Angriffe erstreckten sich über mehrere Stunden. Die abgeworfenen Domren halten zahlreiche Explosionen und Brände zur Folge. (Ein deutsches Flugzeug wird vermißt. — * Der Angriff der deutschen Luftwaffe auf Liverpool hat mit dieser Stadt ein hervorragend wichtiges Zentrum der englischen Wirtschaft getroffen. Liverpool ist mit seinen 850 000 Einwohnern d i e viertgrößte Stadt Englands. Sein Hasen ist der zweitgrößte der britischen Insel und deshalb von lebenswichtiger Bsde-utung für England, weil über ihn die Versorgung des englischen Industriegebietes der Midlands erfolgt. Damit ist Liverpool die Houptversorgungsquelle für ein hochindustrialisiertes Gebiet, in dem rund zehn Millionen Menschen leben. Deshalb kommt über den Hafen von Liverpool ein Sechstel der gesamten englischen Einfuhr. Im Jahre 1937 wurden über Liverpool rund 11—12 Millionen Tonnen Güter bei einer Gesamteinfuhr Englands von rund 70 Millionen Tonnen importiert. Dabei standen Lebensmittel, Getreide, Genußmittel und Futtermittel borvölkern zu festigen und Belgien, das in so vielen Dingen noch m der Gedankenwelt des 19 Jahrhunderts befangen war, in die Zeit zu versetzen, in der wir uns heute befinden. Neu» dnung der belgischen Gemeindeverwallung. B r ü s s e l, 29. Nov. (Europapreß.) In der „Brüs- feier Zeitung" veröffentlicht der der Militärverwaltung in Brüssel angehörende Ministerialrat Dr Jung einen Artikel über das Problem der belgischen Gemeindeverwaltung, bei der eine durchgreifende Neuordnung im Gange ist. Die Neuordnung bezieht sich vor allem auf eine gebietliche Neugliederung der großen Städte, die in Belgien feine Großgemeinden, sondern sog. Agglomerationen bilden. Beispielsweise bestehen im Raum von Groß-Brüssel 18 völlig selbständige Gemeindeverwaltungen nebeneinander Ministerialrat Jung weist darauf hin, daß eine großzügige kommunale Zusammenfassung ein dringendes Erfordernis fei. Auch die Ueberalterung der Gemeindeverwaltung müsse beseitigt werden. Es gehe nicht an, daß weiter eine so große Zahl 70- und 80jähriger Bürgermeister im Amt bleibe. Angriff deutscher Kampfgeschwader auf Liverpool Zahlreiche Explosionen und Brände auch in den Docks um Birkenhead. Erfolgreiches Seegefecht am Westausgang des Kanals. Der Wehrmachtbericht vomMttag. Berlin, 29. Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Zerstörer unternahmen einen Vorstoß in den De st ausgang des Kanals bis dicht unter die englische Küste, hierbei kam es zu einem Gefecht mit englischen Zerstörern. Es gelang, zwei feindliche Zerstörer zu torpedieren. Andere deutsche Zerstörer versenkten an der englischen Südküste zwei Dampfer von 9000 und 3000 BRT. und zwei weitere kleine feindliche Fahrzeuge. Die Luftwaffe fehle in der vacht zum 28. November und im Laufe des 28. November ihre Vergeltungsangriffe gegen kriegswichtige Ziele im Stadtgebiet von Loudon fort. Neue Brände und starke Detonationen wurden beobachtet. Der Sieg unserer Zersiörer. Zu dem Vorstoß deutscher Zerstörer gegen bie englische Küste erfahrt das DNB. folgende Einzelheiten: \ Der Gegner hat bie langen und unsichtigen No- vembernächte dazu benutzt, den Verkehr unter der englischen S ü d k ü st e in größerem Umfange wieder aufzunehmen. Aus diesem Grunde entschloß sich der Marine-Gruppenbefehlshaber West, Zerstörer gegen die wiederbelebten feindlichen Verkehrswege einzusetzen. Aehnliche Ueberlegungen führten bereits früher zu einem Vorstoß in bie f ü b = west englischen Seegebiete, bei dem — wie der OKW.-Bericht vor einigen Wochen meldete — ein feindlicher Kreuzer durch ein Torpedo getroffen wurde. Bei einem neuen Dor - st o ß einiger unserer Zerstörer unter dem Führer ber Zerstörer gelang es den Angreifern in ber Nacht zum 25. November, zwei vollbelabene feinbliche Dampfer von 9000 bzw 3000 BRT. zu versenken. Außerbem würben in der gleichen Nacht drei Bewachungsfahrzeuge vernichtet. Durch diesen kühnen Vorstoß sowie'vurch frühere Unternehmungen gewarnt, zog der Gegner starke Streitkräfte am Westaus gang des an erster Stelle. Liverpool ist auch ein wichtiger Einfuhrhafen für Erdöl. Die Jahreseinfuhr an Erdöl stellt sich auf fast 1 Millionen Tonnen, ferner war Liverpool früher als Holzeinfuhr- Hafen von größter Bedeutung. Im Hafen- und Stadtgebiet sind charakteristisch die riesigen Getreidesilos und Lagerhäu- s e r. lieber ein Viertel der gesamten Lagerkapazität Englands für Getreide ist in Liverpool konzentriert. In den Speziallagerhäusern von Liverpool können 150 000 Ballen Wolle und 200 000 Fässer Tabak gelagert werden. Von großer wehrwirtschaftlicher Bedeutung sind bie Erböllager von 12 Hektar Größe. Wichtig für bie Versorgung ist auch die im Gebiet von Liverpool beheimatete Margarine- i n b u ft r i e , rund ein Drittel ber gesamten englischen Friebenskapazität. In ber Nähe von Liverpool befindet sich bie größte englische Glas- s d) e i b e n f a b r i f. England konnte schon im Fr' • = den seinen Glaöscheibenverbrauch nur zu 75 v. *. aus eigener Erzeugung decken. Der riesige Bedarf, der sich im Kriege durch die Luftangriffe ergeben hat, kann natürlich nur zu einem ganz geringen Bruchteil befriedigt werden. Im Stadtbezirk von Liverpool ist auch die Rüstun-qsindustrie mit einigen Werken vertreten. Am wichtigsten dürften die Montagewerke für Flugzeuge sein. In diesen Werken werden insbesondere die Lockhead- Bomber montiert. Stärkere Kräfte griffen in ber Nacht zum 28. November wie bereits gemeldet, Stadt und hafen- anlageu von Plymouth konzentrisch an und verursachten mehrere starke Explosionen, sowie größere und kleinere Brände. Außerbem würben Bahn- unb Inbustrieanlagen einer anberen größeren Stabt in Schottlanb wirkungsvoll mit Bomben belegt. Fernkampfbatterien des Heeres unb ber Kriegsmarine beschossen auch gestern feinbliche Schiffe unb anbere Ziele im Raum von Dover. Ja ber Nacht zum 29. November warfen mehrere britische Flugzeuge in Norb- unb Destbeutsch- lanb Spreng- unb Branbbomben. An einigen Häusern würben erhebliche Sach'chäben verursacht. Dachstuhlbränbe konnten bald gelöscht werden. Eine Bombe traf ein Reservelazarett. Die Verluste des Gegners betrugen gestern insgesamt 13 Flugzeuge, davon 11 im Luftkampf und 2 durch Flak- und Marineartillerie. Bier eigene Flugzeuge werden vermißt. Kanals zusammen und glaubte dadurch eine ausreichende Sicherung gegen eine Wiederholung solcher Zerstörer-Raids geschaffen zu haben. Don neuem liefen deutsche Zerstörer aus und vernichteten in der Nacht zum 29 11. einen Schlepp- 3 u g und einen Dampfer mittlerer Größe. Dieses nächtliche Vernichtungswerk wurde in gespenstischer Weise durch starke, von riesenhaften Stichflammen durchzuckte Brände, die von dem bombardierten Kriegshafen Plymouth herrührten, beleuchtet. Meyrere Stunden spater tarnen unsere Zerstörer mit einem stark überlegenen feindlichen Verba n d großer englischer Zerstörer ins Gefecht. Der Gegner drehte zum laufenden Gefecht auf, das sich auf Nordkurs entwickelte. Der eigene und der Gegneroerband liefen höchste Fahrt. Unsere Zerstörer schossen Torpedos. Um 6.44 Uhr wurde ein feindlicher Zerstörer neue ft er Baüart von 1900 Tonnen Größe, mit acht 12-cm-Geschützen bewaffnet, von zwei Torpedos getroffen, brach unter gewaltiger Feuerentwicklung auseinander und versank sofort. Ein anderer Zerstörer erhielt mittschiffs einen Volltreffer unb tarn sinkend außer S i ch t des mit hoher Ausblick nach Hilfe. Die Propaganda der britishen Regierung hat, soweit sie wenigstens für das Ausland bestimmt ist, seit einigen Tagen sehr spürbar die Tonart gewechselt. Dom selbstoewußten Dur eines sehr überzeugt klingen sollenden Illusionismus hat man sich neuer« dings auf ein recht jämmerliches Moll verlegt. Die für die wirtschaftliche Rüstung Englands zuständigen britischen Minister überboten sich geradezu in pessimistischen Aeuherungen über die Versorgungslage der britischen Insel und über die Möglichkeiten ber Fortführung des Krieges. Auch die Zensurbehörden lassen die Zügel lockerer, srellich nur für die Korrespondenten der nordamerikanischen Presie, die über die Auswirkungen der deutschen Bombardements sich nach Belieben informieren und die düstersten Stimmungsbilder nach Hause kabeln dürfen, während den Korrespondenten schwedischer, spanischer und portugiesischer Blätter immer größere Schwierigketten gemacht werden und die englische Presse selbst sich über die Knebelung ihrer Berufsarbeit bitter beklagt. Diese radikale Umstellung des britischen Propagandaapparats von rosenrotem Opti* mismus, der alle Einwirkungen ber deutschen Kriegführung bagatellisierte oder schlechtweg abstritt, zu melancholischer Schwarzmalerei ist selbstverständlich sehr wohl überlegt und hat ihren ganz' bestimmten Zweck. Man möchte die Vereinigten, Staaten zu einer schnelleren, direkteren und umfassenderen Hilfe veranlassen und bequemt sich daher zu so peinlichen Eingeständnissen, wie sie noch vor wenigen Wochen den Illusionspolitikern des Kabinetts Churchill um keinen Preis über bie Lippen gekommen wären. Dabei müßen sie mit in Kauf nehmen, daß auf diese Weise auch das englische Volk über seine wahre Lage und das langsame Dahinschwinden aller Siegeshoffnungen erheblich mehr erfährt, als man bislang zu sagen für gut befand. Solange die deutschen Luftangriffe sich noch im wesentlichen auf London und die südlichen Grafschaften beschränkten, mochte es noch möglich fein, einen großen Teil des englischen Volkes über die verheerenden Auswirkungen der deutschen Luftbombardements im Dunklen zu lassen. Aber seitdem die deutsche Luftwaffe auch die Häfen der Westküste, die großen Industriezentren der Midlands und sogar schottische Städte in ihren Aktionsradius einbezogen hat, yilft alles Leugnen und Dertuscheln nichts mehr. Tag für Tag und Nacht für Nacht spüren immer größere Teile des britischen Volkes am eigenen Leibe, daß dieser Krieg in seiner letzten entscheidenden Phase auf ihrer Insel selbst ausgesochten wird und daß sie bereits in vorderster Frönt stehen. Zertrümmerte Docks in London, Plymouch und Bristol verhindern has Ausladen der wenigen Schiffe, die mit lebensnotwendigen Frachten aus Ueberfee sich durch die deutsche Blockade gestohlen haben. Gähnende Bombenkrater unterbrechen Sttaßenzüge und Schienenwege. Schwarze Rauchwolken liegen tagelang Fahri weiterlaufenden Verbandes. Ansckließend entwickelte sich ein Artilleriegefecht auf Südkurs, das um 7.05 Uhr infolge Außersichtkommens der englischen Zerstörer abgebrochen wurde. Am Frettag gegen Mittag liefen unsere Zerstörer nach dem siegreichen Gefecht mit gesetzten Toppflaggen unversehrt in ihren Stützpunkten ein. Englands Tonnagemangel. Bauauftrag für 60 Dampfer in USA. Washington, 29. Nov. (Europapreß.) Die in den Vereinigten Staaten weilende, britische Einkauf skommiffion hat mit einer nord- amerikanischen Werftengruppe einen Auftrag zum sofortigen Bau von 60 Frachtdampfern von je 8500 BRT. abgeschlossen. Der Auftrag beläuft sich auf 60 Millionen Dollar, die von England ba r bezahlt werden müssen. Die Lieferzeit für die 60 Frachtdampfer, die als Motorschiffe gebaut werden sollen, beträgt a ch t Monate. Für den Bau' der Schiffe werden stillgelegte Weltkriegswerften herangezogen. England will damit die seiner Handelsschiffahrt durch die deutschen U-Boote zugefügten erheblichen Verluste wenigstens zu einem Teil wieder auszugleichen suchen. Oie Auffassung in Argentinien Fühlbare Schwächung der englischen Position. Buenos Aires, 29.Nov. (Europapreß.) Die zunehmende Gefährdung, der britischen Schiffahrt durch die deutsche Lust- und Seeblockade, die nunmehr durch den britischen Appell an die Vereinigten Staaten zur Lieferung von Schiffen und durch die Unterhausrede Hore-Belishas offen zugegeben wird, beschäftigt Argentinien im Hinblick auf die bevorstehenden Verhandlungen mit der Mission Lord Willi n gd o ns, der nach Südamerika gekommen ist, um über eine Erweiterung des argentinisch-englischen Handels zu verhandeln. Man ist sich darüber klar, daß erweiterte Vereinbarungen ohne eine gleichzeitige Vermehrung der England zur Verfügung stehenden Schiffstonnage in der Luft hängen. Man führt den englischen Wunsch nach einer Steigerung der amerikanischen Lieferungen und die Bemühungen um den Erwerb amerikanischer Schiffe vor allem auf die zunehmende Vernichtung der Leistungskraft der britischen Industrie durch tue systematischen deutschen Luftangriffe zurück. Auch Berichte aus den Vereinigten Staaten besagen, daß die amerikanische Industrie vorläufig die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht hat. Beachtung findet auch die Vertagung der Kongreß-Der- Handlungen über die Frage der Kreditgewährung und der Lieferung von Schiffen an England. Aus allen diesen Tatsache^ glaubt man den Schluß auf eine fühlbare Schwächung der englischen Position ziehen zu können. 11) Der Ausverkauf -es Empire ot s Hoorn herum einen Flottenstützpunkt zu sichern. Ar. sind heute nach Mitteilung des OKW. 7,2 Millianen gentinien hat auf diese Inselgruppe, deren Name BRT. versenkt, etwa soviel wie im Weltkrieg Mitte TI l»* HMrt *71 a 1111 a Init t ll ntt v- fix n am IIm^awa am a 1 *7 A ff« — — 2. ! ft _ < . r * * « # . < . Me fei mit iei die UM be; Churchill: „.. .zwei Zerstörer zum ersten — zum zweiten — zum —' (Zeichnung: Hcmich. — Scherl-M.) u ehern M w nl. ..«ul « Nazis eien t iß- «Bl «'inen - Wnwdjt jntr -I h nn tr r, daß !s märe titemS 5 3 I £ tllB r«< Liverpool im deuischeu Bombenregen Don Kriegsberichter A Rlchardi. (PK.).....30. Noo. (DNB. Funkspruch.) Eine klare Sternennacht breitet ihren blause.denen Schleier über das stille Land, als Masch.ne auf Maschine über die zitternde Grasnarbe eines Einlatz- flug-hafens in Frankreich hinwegfegt zu neuen An- griften gegen England. Staffel auf Staffel und Gruppe auf Gruppe startet, volldeladen mit der tödlichen Fracht. Höher und höher schrauben sich die Maschinen. Gleichmäßig donnern d e Mytoren ihr Lied in die Nacht. Angespannt sitzt dis Besatzung des Bombers an ihren Instrumenten. Sie fühlt kaum die 25 Grad Kälte, die bissig in die Maschine hereintritt. An Southampton vorbei wird Kurs nordwärts genommen. Der Tommy scheint heute zu schlafen. Nur an vereinzelten Stellen tupft die Flak stärker ihre feurigen Sprengwölkchen in Den nächtlichen Himmel. Die Sicht wird langsam schlechter, Wolkenvorhänge schieben sich zwilchen Maschine und Boden. Da leuchtet schon von weitem der W i d e r s ch e i n eines riesigen Brandherdes auf. „Das muß Manchester sein", meint der Bombenschütz«, „wo vor zwei Tagen die Unserigen hineingehauen h:ben." Die Feuerwolke wird größer und größer. Wie ein roter Mantel liegt sie um die Stadt, — ausgezeichneter Orientierungspunkt für die anfliegenden Maschinen. Doch diesmal gilt ihr Besuch einem anderen Ziel: Liverpool, Englands wichtigster Einfuhr- und Umschlaghafen mit seinem ausgedehnten Industriegebiet soll diesmal die Wirkung deutscher Bomber spüren! Flackernder Feuerschein aus der Tiefe, und die Instrumente lassen keinen Zweifel, die Maschinen sind über Der Stadt. Die Maschine liegt setzt in der für den Bombenabwurf richtigen Höhe. Noch einmal überprüft der Bombenschutze fcFn Bombenvisier — alles in Ordnung. Mit einem Griff öffnet er die Bombenschächte, und befreit von den stählernen Klammern rauscht die Fracht nach unten. Wild trudeln die Bomben durch die Luft, torkeln in die Tiefe. Nach Bruchteilen von Sekunden blitzen kleine Lichtfünkchen auf. Und dann steigt eine Feuer* fontäne nach der anderen gegen den Himmel. Serienweise werden die ausgemachten Ziele mit Bomben schweren und schwersten Kalibers zugedeckt. Serienweise pflanzt sich der Feuerorkan der explodierenden Bomben durch die langen Zeilen der Fabrik- und Hallenanlagen fort. Volltreffer auf Volltreffer in Englands wichtige Dersorgungsbe- triebe! Die Flak unten scheint nervös geworden zu sein, aus allen Rohren jagt sie einen Hagel von Ge- 1917, also nach drei Jahren Kriegführung. D bei fällt diesmal erschwerend ins Gewicht, daß Eng- land nun weder die italienische noch die japanische ober amerikanische Handelsflotte zur 23en fiigung steht und daß es, da die nahegelegenen Der- forgungsgebiete wie Norweaen Dänemark und Holland nach der Besetzung dieser Gebiete, die rund ein Drittel des britischen Bedarfs an Lebensmitteln und einen nicht viel gerngeren Prozentsatz an in» dustrieilen Rohstoffen lieferten, ausfallen, nun auf die Zufuhren aus Ueberfee angewiesen ist, für die es ein Vielfaches an Schiffsraum, Zeit und Frachtkosten aufwenden muß. Auch das System der Ge- leitzüge, auf das Enaland wie einst im Weltkrieg seine ganze Hoffnung setzte, hat sich gegen die deut- schen U-Boote und Bomber als ein nur unzuläng. kicher Schutz erwiesen. Es leidet daran, daß immer erst eine hinreichend große Zahl von Handelsdamp- fern Zusammenkommen mutz, um die Begleitung durch Kriegsschiffe zu rechtfertigen. Bei dem gro- tzen Verlust an Zerstörern müssen immer umfangreichere Geleitzüge ju^ntmengefteUt werden. Solche mit 70 Schiffen statt der normalen 20 bis 30 sind heute keine Seltenheit mehr, wobei bann das lang- fam'te das Tempo angibt, nach Mitteilung des Ma- rinesachverständigen des „Manchester Guardian" nur etwa 8 Knoten in der Stunde. So ist dieser Konvoi ein überaus schwerfälliger Apparat, der gegen Angriffe von U Booten und Bombern äußerst empfindlich ist, zumal immer weniger Zerstörer und Hilfskreuzer zu seinem Schutz zur Verfügung stehen. Deshalb ist es für die britische Schiffahrt em b^onbers harter Schlag, baß die deutsche Seekrieg- führung ihren Aktionsrad.us a' f ber meist b-fa^re» ncn Norbatlanti-kroute in die Gewässer weit west« sich Irland ausdehnte und daß e nzeln fahrende brb ti che Schiffe sowohl tm Südattantik wie sogar im Indischen Ozean aus ihrer beschaulichen Rahe durch schneidige deutsche Krisgs'chifte unsanft aufgeschreckt wurden. Mit dem 9430 BRT großen Frachter „Port Hobart" der Dort-Sinie, Der mitten im Atlantischen Ozean, 500 Meilen von Puerto Rico, von einem deutschen Handelsstörer angehalten unM versenkt wurde, ber 10 612 BRT faffenben „Port Brisbane" und dem etwas kleineren Dampfer „Maimoa", die im Indischen Ozean, schon in australischen Gewässern, das gleiche Los ereilte, ist den deutschen Seeleuten, die hier Tausende von Meilen von der Heimat entfernt die stolze Flagge ber deutschen KriHsmarine zeigen, ein besonders lohnender Fang gelungen, denn alle drei gehören zu den „Empire food Ships", besonders wertvollen Kühl- sch.ffen zur Beförderung von Lebensmitteln aus dem Empi-ke nach England, einer Fracht also, nach der man auf ber blockierten englischen Insel heute von Tag zu Tag sehnsüchtiger ausschaut. So reicht der Arm ber beutschen Seekriegführung weit hinaus auf bie Weite ber Ozeane und kein Geleitsystem vermag die Meerstraßen für d e Zufuhren Englands aus Ueberfee offen zu halten. Damit lockert ich auch der Zu'ammenhalt des Empire. Die Äon» erenz ber um den Indischen Ozean gelegenen briti- chen Dominions und Besitzungen in Delhi zeinte chon, wie sehr die Telle des Empire diese Verein- amunq Spüren und das GeMhl haben, auHl-h 'elbst angewiesen zu sein, wenn sie sich nicht Amerika in di« Arm« werfen wollen. , Dr Fr. W. Lange. Zerschlagener Flottennimbus. Die Voraussage des bekannten englischen Mili» tarichriftstellers Liddel Hart, im Kriege habe England gegenzwei erstklaffige gfotten ju kämpfen, war auf Grund der Tatsache «»nacht worden, daß der Nimbus der Unuberwinolichkeit feit Skagerrak von ber englische Flotte gewichen Di« Briten verloren in jener Schlacht gegenüber ber beutschen Kriegsflotte doppelt so viel Schiffe und Mannschaften, di« englische Armada zog sich bann nach Scapa Flow zurück, wurde dort gewisser» maßen eingekapselt und blieb als „k eet in bemg** weit vom rvchuß. Dor dem Weltkriege halte Eng» lanb eine Flottenoerständigung mit Deut'chlanb auf der Grundlage 16:10 abgelepnt, nach dem Welt- kriege mußte es auf der^Wa/hingtoner Flottenkon» ferenz den Vereinigten Staaten die Gleichberechti» gung zuerkennen. Damit war ein Axiom Der britischen Seeherrschaft zertrümmert Als dieser Krieg ausbrach, floh die englisch- Flotte hn Mittelmeer hastig von Malta nach Ale- ranbrien, bie englisch« Heimatflotte erlitt in Scapa Flow durch deutsche Flieger starke Derkuste. Die Besetzung Norwegens war eine direkte Folge der englischen Flottenschwäche, bie bie deutschen Trup. pentransporte nicht hindern konnte. Churchill mußte einen namhaften Verlust nach dem andern ver» buchen. Mit der Beherrschung ber Küsten vom Nordkap bis zum Golf von Biskaya burch Deutschland und der Gefährdung ber englischen Ssepofiton im Mittelmeer ist auch bie Seelage für bie Briten äußerst gefährdet worden. Neben der deutschen Luftwaffe beherrscht jetzt die deutsche Kriegsmarine durch ihre U-Boote den Raum um England bis tief in den Atlantik hinein, und die ehedem so stolze englische Flott/ muß sich in vergeb- liehen Versuchen erschöpf en, bie Hanbelsdampser gegen beutsche U-Bootangrisse unb Attacken ander Luft zu verteidigen. Die Seegefechte der letzten Tage zeugen davon, daß die Secstrei-tkräfte der Achsenmächte den Kampf nicht nur nicht fürchten, sondern ihn geradezu sucyen unb siegreich bestehen. Am Westausgang des Kanals find d e u t s ch e Z e r st ö r e r auf den Feind gestoßen und haben zwei englische Zerstörer torpediert, während an anderer Stelle mehrere englische Dampfer versenkt wurden. Dabei sind unsere Zerstörer vollkommen unbeschädigt geblieben. Der Angriffsgeist unserer Blaujacken hat also einen weiteren Siegeswlmpel errungen, unb zwar wiederum in einem Seegebiet, bas bcn beuffdkn lieber- wasserstreitkräften während des ganzen Weltkrieges verschlossen geblieben war! Das einst die Wogm beherrschende Albion wird diesen neuesten Kummer zu den übrigen Fehlschlägen legen müssen, die sein ehedem so arrogantes Gesicht in tiefe Sorgenfalten gelegt Hadem Die Unzulänglichkeiten der englischen Taktik zur See können durch Prahlereien der englischen Presse nicht ersetzt roerö.n. Die geschwollenen und verlogenen Auslassungen über di§ italienische Flotte bei- svielsweise, die angeblich immer vor den englischen Kriegsschiffen floh, konnten die Tatsachen nicht aus ber Wett schäften, daß die italienische Seemacht bas Mittelmrer in zwei Teile zerschnitten und den Durchgangsverkehr Der Handelsschiffe unterbunden hat. Vergeblich versuchten die Briten, einen Luftangriff auf Tarent zu einem großen englischen Flottensieg emporzuschwindeln. Die Antwort tarn schnell und für die Großmäuligkeit der Briten sehr überraschend. Italienische Kriegsschiffe griffen eine englische Armada b e i Sardinien an, unb im Zusammenwirken mit der Luftwaffe gelang es ihnen, den Engländern eine unzweifelhafte Niederlage beizubringen. Die Italiener verloren nur einen Zerstörer, ber schwer be» schäbigt abgeschleppt werden mußte, während die Briten Beschädigungen an zwei schweren Kreuzern erlitten, ferner durch Fliegerbomben schwere Havarien an einem Flugzeugträger, einem Schlachtsch ff und einem Kreuzer. Dank ber Schnelligekit ihrer an Tonnenzahl unterlegenen Schiffe und der Ueberlegenheit ihrer Vomier haben unsere Verbündeten einen Erfolg erzielt, ber Churchill gewiß schweren Kummer bereiten wird. Er hatte noch vor einigen Wochen zusammen m t bem Ersten Lorb ber Admiralität Alexa-der geprahlt, Im Mittelmrer hätte bie englische Flotte das Uebergewicht errungen, unb billge Mtzchen daran geknüpft. Daß d'e italienische Kriegsflotte loszuschlagen weiß, den Feind zu stellen und zu schlagen Der mag, dafür ist das Gefecht bei Sardinien ein glänzenoer Beweis. E. S. schossen hoch. Wie Gummibällchen umhupfen die berstenden Granaten bie Maschinen. Aber unbeirrt steuert ber Flugzeugführer seinen Kurs, unbeirrt läßt der Bombenschütze feine Labung abwärts trudeln, Feuerschein lodert zu den Wolken empor. Blutrot leuchtet bas Fanal der Vernichtung am nächtlichen Himmel. Noch einmal hebt bie Maschine eine Kurve über ber Stätte ber Vernichtung, bann dreht sie ab auf Kurs Heimat. Und während sie und alle geftarteten Maschinen wohlbehalten auf ihren Einsatzyäfen landen, sind schon andere Kameraden unterwegs, das begonnene Werk der Zerstörung fortzuführen, sind schon auf den Kommanbostellen die Einfatzbc,'?hle für den nächsten Angriff fix unb fertig ausgearbei» tet, sinb schon »ieber bie Männer des Bobenper» fonals an der Arbeit, neue Maschinen zu Überholen unb startfertig zu machen. Pausenlos rollen bie Vergeltungs- und Dernichtungsangrifte gegen Eng- lanb. Londons Eingeständnis. London, 29. Nov. (Europapreß.) Amtliche eng» lische Stellen bestätigen, daß Liverpool in der Nacht zum fireitag bas Ziel ununterbrochener unb stundenlgnger deutscher Angriffe gewesen fei. Zum erstenmal wurde unmittelbar nach Beendigung eines deutschen Großangriffs der N a m e ber angegriffenen Stabt genannt Im Falle Coventry, Birmingham unb Bristol bauerte es einige Tage, ehe sich bas Informationsministerium bereiterklärte, bie Namen für die Oeftenttichkeit frei- zugsben. Im Falle Liverpool geht man sogar so weit, einzuräumen, daß Welle über Welle deutscher Maschinen trotz heftigen Abwehrfeuers über bie Stadt erschien, und bafj überaus niele Brände entfacht wurden. Di« Brände tobten noch in den Morgenstunden des heutigen Tages. Die Zahl der abgeworfenen Sprengbomben w'rd als ebenso groß bezeichnet wie die der ab-gemorfenen Brandbomben. Es w'rd erklärt, daß die ersten deutschen Maschinen fast ausschließlich Brandbomben abgeworfen hätten, wodurch riefige Brände entstandm feien, d e den nachfolgenden Angreifern als Zielpunkte hätten dienen können. Außer Livervool sind zahlreiche andere Mersey-Städte angegriffen worden. Es wird erklärt, daß der Nordwesten des Landes in ber vergangenen Nacht außergewöhnlich schwer gelitten hat. Der Luftalarm in London bauerte ebenfalls wieder mehrere Stundm. Deutsche Maschinen gingen erneut zu heftigen Angriffen über. für uns Deutsche teuer ist durch den Untergang des Kreuzergeschwaders des Grafen Spee nach hel- denmüttgem Kampf gegen einen weit überlegenen Feind, niemals verzichtet, und es wird zweifellos in Washington ein sehr energisches Wort mitreben, wenn England jetzt, der Not gehorchend, darangehen sollte, auch die Falkland-Inseln abzustoßen, um von den Bereinigten Staaten ein paar alt« Kähne loszureißen. Aber fei bem, wie ihm wolle, mögen bie Amerikaner bie Notlage Englands für ein neues Schachergeschäft ausnützen ober trotz ber lehrreichen Erfahrungen, die sie im Weltkrieg haben machen müssen, ber Versuchung erliegen, ihr gutes Geld in ein schon verlorenes Unternehmen zu stecken, für uns ist bas Wesentliche an diesen Lamentationen Lord Lochians, daß sie, auch wenn man ihren Zweck in Rechnung stellt, doch ein überaus bezeichnendes Schlaglicht auf bie wahre Lage Englands werfen, denn es muß schon wirklich bitter um England stehen, wenn die in London regierende Plutokratenkaste sich zu einer Propaganda entschließt, bie nicht nur Das eigene Volk zutiefst beunruhigen muß, sondern auch möglicherweise in der amerikanischen Öffentlichkeit bi« gegenteilige Wirkung Hervorrufen kann, wie angeftrebt wird. So ist dieser Entschluß ber beste Beweis für bie Richttgkeit unserer Kriegführung, bie im Luftkampf w'.e mit ber Blockabe England dort trifft, wo es am verwundbarsten ist, in seiner eigenen Rüstungs- wirtschaft und in feiner Versorgung von Ueberfee. über den zerstörten Oeltanks, Gespenstische Trümmer von Fabrikanlagen unb Wertstätten aller Zweige ber Rüstungsindustrie in Coventry und Birmingham find Zeugen der vernichtenden Durch, fchlagskrast deutscher Bomben. Aber nicht nur hier an den Hauptangriffspunkten ber deuftchen Luftwaffe ist mit ber Zerstörung der wichtigsten Pro- duktionsstätten je-be Arbeit lahmgelegt, wie bisher schon in London, so verbringt nun in einem immer größeren Teil des Landes, vor allem in den stark industrialisierten Grafschaften Mittelenglands bie Bevölkerung Tag für Tag und Nacht für Nacht viele Stunden in den Luftschutzkellern, so daß auch für sie eine geordnete und planmäßige Arbeit immer unmöglicher wird. Dazu kommt, daß die bri- tische Kriegswirtschaft nicht nur in bezug auf die Lebensmittelversorgung, sondern fast ebenso sehr in der Versorgung mit industriellen Rohstoffen in großem Ausmaße von den Zufuhren aus Ueberfee abhängig ist. Man hatte nach ber Vernichtung ber Dostanlagen in London unb den Kanalhäfen versucht, diese Zufuhren aus Ueberfee zu den Häfen der britischen Westküste zu dirigieren. Aber die schweren 6d)läge auf Bristol und Liverpool-Bircken- head hoben gezeigt, daß auch die Westhäfen keines, roegsi unerreichbar für den Zugri', der deutschen Luftwaffe- sind, was für bie britische Kriegswirtschaft doppelt schmerzlich ist, weil sie nicht nur nächst London die wichtigsten Ausgangspunkte für das Verteilersystem der Nahrungsmittelversorgung des Landes sind, sondern auch Sitz bedeutender Zubehörindustrien für die Rüstungs^abrikation. So ist es verständlich, daß man in London immer sehnsüchtiger nach den Vereinigten Staaten Ausschau hält und daß grabe in diesen Tagen des Zusammenbruchs einer neuen Illusion die britischen Plu. totraten immer dringendere Hilferufe über den Atlantik richttn. Zu ihrem Dolmetsch hat sich vor allem ber bri- tische Botschafter in Washington, Lord Lothian, gemacht, ber nach Rückkehr von einer Informationsreise in die Heimat in gerabezu sensationellen Wendungen die kritische Lage ber belagerten Insel ge» „ schildert hat. Er hat besonders Englands Bebarf an Kriegsmaterial, Munition und vor allem an Schiffen heroorgehoben und babei mit überraschen» der Offenherzigkeit erklärt, die Bestände der eng» tischen Guthaben in den Vereinigten Staaten seien durch die umfangreichen Käufe von amerikanischem Kriegsmaterial so zusammengeschmolzen, daß England nun kein Geld mehr habe, weitere Käufe zu tätigen unb daher aiH die Gewährung von Krediten angewiesen sei. Nach Angaben des Londoner Daily Telegraph sollen Die englischen Dollarguthaben bei Kriegsbeginn 558 Millionen unb sonstige Guthaben 500 bis 600 Millionen Pfund betragen haben. Diesen insgesamt runb 1100 Millionen P'und sollen Kaufverträge über Lieferungen für mehr als eine Milliarbe Pfunb gegenüberstehen, die die brittsche Einkauiskommission mit amerika» Nischen Firmen abgeschlossen hat. Mögen diese Zahlen nun ihre Richttgkeit haben oder mag Lord Lokhian übertrieben haben, als er den amerikanischen Journalisten erklärte, die britischen Guthaben in USA. seien erschöpft, der Zweck dieser allen bisherigen Jllusionsphrasen ber Churchillschen Pro- paganba ins Gesicht schlagenden Eingeständnisse ist klar. Man will Englands Freunden in USA. das Stichwort geben zu einem Sturm gegen die Hinder» nisfe, die heute noch einer Kreditgewährung für weitere amerikanische Lieferungen an England im Wege stehen. Das ist einmal Roosevelts Neutrali- tötsakte, die mit ihrer berühmt gewordenen cash and carr/.-Klausel Lieferungen an Kriegführend« nur gegen Barzahlung und bei Abholung auf eigenen Schiffen gestattet, eine Klausel, die einst mit dem Hintergedanken formuliert worden war, daß zwar nicht Die autoritären Mächte, wohl aber die westlichen Demokratien und vor allem England dank seiner großen Guthaben in USA. unb dank feiner Riesenhandelsflotte sehr wohl in der Lage sein würden, diese Bedingung für amerikanische Kriegsmateriallieferungcn zu erfüllen. Daß dies schon nach einem Jahr deutscher Seekriegsührung nicht mehr zutreffen würde und England heute trotz des skrupellosen Raubes der norwegischen, holländischen, belgischen, französischen und griechischen Handelsflotten nach den gewiß unverdächtigen Angaben des britischen Schiffahrtsministers in bezug auf die ihm für feine überseeischen Zufuhren zur Verfügung stehende Tonnage so dasteht wie 1917, das hat man sich in Washington freilich niemals träumen lassen. Zum andern steht einer Kreditgewährung die Johnson-Akte entgegen, die Kredite an solche Staaten verbietet, die ihre Schulden aus dem Weltkrieg noch nicht bezahlt haben. Das weckt höchst peinliche Erinnerungen an eine Episode der amerikanischen Außenpolitik, die in ihren verheerenden Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft bem amerikanischen Steuerzahler heute noch schwer im Magen liegt. Nach ben Angaben der Deutschen diplomatisch-politischen Korrespondenz kostete näm- lich bie^lBeteiligung der Vereinigten Staaten am Weltkrieg sie eine innere Verschuldung von runb 25,7 Milliarden Dollar. Dazu kamen unbezahlte Kriegsschulden der Alliierten in Höhe von runb 12,2 Milliarden und weitere 15,1 Milliarden an unbezahlten Schulden des Auslandes, bie in Auswirkung des Krieges eingegangen waren. Aber ba- mit nicht genug. Die großen Verluste durch die Wirtschaftskrisis im Herbst 1929, die Preisstürze von Rohstoffen und Nahrungsmitteln, die Agrarkrise, die heute noch unvermindert anbauert, die zahlreichen Zusammenbrüche wirtschaftlicher Unternehmungen, die gigantische Arbeitslosigkeit, die wachsenden Steuern, bas Darniederliegen des Außenhandels infolge des Zusammenbruchs des internationalen Währungs- und Kreditsystems haben der amerikanischen Wirtschaft Wunden geschlagen, an denen man heute noch herumdoktert, ohne sie heilen zu können. Die Wiederholung eines so kost- spieliaen Experiments sollt« die Johnson Akte ver- hindern, gegen die nun Englands Botschafter in Washington mit seiner Grau in Grau malenden Propaganda einen Feldzug entfesseln möchte. D^ Widerhall, den die englischen Klagelieder in ber amerikanischen Oeftenttichkeit gefunden haben, ist freilich nicht gerade vielversprechend für die Wünsche der Londoner Plutokraten. Man hat anscheinend in USA. an dem famosen Zerstörergeschäft Geschmack gefunden und wirft begehrlich« Blicke auf weitere britische Besitzungen im Atlantik, die man im Tausch gegen veraltete Schilfe oder anderes ausrangiertes Kriegsmaterial aus der Konkursmasse des Empire an sich bringen möchte. Jamaika, bie Perle ber britischen B.'sitzungen in West» indien unb eine ber ältesten Kolonien ber britischen K^one überhaupt, wird ebenso genannt wie die ber Südspitze des füdamerikanischen Kontinents vorge- lagerten Falklandinseln, die England 1333 troh ber wohlbegrünbeten Ansprüche Argentiniens in D sitz ' nahm, um sich auch Hier am Ausgang zum Süd» polarmeer unb an einer bamals noch oielbefahre- nen Schiffahrtsstraße um das berüchtigte Kap Wie sehr bie Blockabe geeignet ist, bie Versorgung ber brit.schen Insel mit ben lebensnotwendigsten Dinaen empfindlich zu stören, zeigt eine vergleichende Betrachtung, bie Konteradmiral Gabow über den Handelskrieg im Weltkrieg und heute an- stellt. England trat diesmal mit einem gegen 1914 um 1,2 Millionen BR.T geringeren egenen Be- stand an Handelstonnage in den Krieg ein. zu diesen 15,8 Millionen BRT., von denen 12 Millionen für die Landesversorauna verfügbar waren, tarnen runb 20 Millionen BRT. Schiffsraum ber nordischen und Westeuropa schen Lanber sowie Griechenlands, den England sich angeeignet hat. Davon tm d>e DD 6» LlnMnalicher Schffsbau ttche Abwehr war zu lahm unb wirkungslos. Unsere iJlM -.'lecknet. Es Uege jedoch Grund zu der Annahme oltw r W’ 0°^ diese Ziffern auch nicht annähernd eereicht worden seien. Schuld daran sei vor Ä allem die Tatsache, daß die brtischen Werft« ”M arbeite r in dem Bestreben, mehr Lohn zu er« , halten, ohne weiteres in die Flugzeugindustrie ab« und Ur« Der ein Gene- außer WA Wir haben uns verlobt 30. November 1940 Z. Z. im Felde Butzbach Butzbach Lich 03994 * <5fat* Störten! Ihre Vermählung geben bekannt Ihre Vermahlung geben bekannt Gießen, ben 1. Dezember 1940 Alter Steinbacher Dea 21 SoNnenstraße m 04Q72 04005 Einheiten haben keinerlei (Eine in der Rahe von rineformation wurde von erreicht und angegriffen, erhielt durch eine Bombe mit' die Helga Schieferstein Helmut Tröster Ole Verlobung unserer Locher Ilse mit Herrn Dr. med. Hans AilhauS geben wir bekannt Scheden erlitten. Malta gesichtete Ma- unferen Luststreitkräften Ein großes Kriegsschiff schweren Kalibers einen MeineAiueineit m ffiiefcenet 2bueiflrt .D^rörn von Lau.ende» beachtet uno flelef-tt. t e. in Richard Specht und 5rau Dera, geb. Kiel Meine Verlobung mit Fräulein Ilse Specht beehre ich mich an« zuzclgen Belgrad. 29. Rov. (Europapreß.) „Breme“ meldet von der jugoslawisch-albanischen Grenze, daß im Rordseklor von PodarodeK der Oberfom- mandierende des italienischen Heeres. Marschall Badogllo, eingetroffen sei. Wasserfassungsanlagen an der Eisack besichtigt. Schweres Straßenbahnunglück in Madrid. An der Glorietta de Bilbao ereignete sich 80t vielerlei KraMett schuhen Sir sich u. Ihre Familie, wenn Sie jetzt eine Blutreini- qungckur machen mit Sani. Drope aus 12 hcchwirk.ameo Heilkräutern. Sani-Dro.» füh. :en gleichzeitig mild ab. Packg. |u 1«-, 2.75 u. 7.- NM nrogerleE ges.Se teraw.68a Viktoria-Drop., Äarktatr. B Litven-Drogerie,Selter8w 69 Hanna Hammann Kurt Tröster Italienische Gegenangriffe an der griechischen Front. Gießen (Lahnj Kai erallee 9 Aus aller Welt. Der Graphiker Hermann kätelhöu f. aus Westfalen stammende Graphiker Her- Mebestand Englands dem des Jahres 1917 gleiche, nifit auf die Ausdehnuna der amerikanischen tzjiffsbauindustrie warten dürfe. Dafür sei der Erinnerung an den Kapitän zu verletzen. Der Saal war voll von den Angehörigen der getöteten Legio« Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung m eig. WerkMtfltte Kurt Klinc vorm. Heller Nactii taodöfiirteDmelsi. Harktmtr.li i.ielrrani dei Krankenkasner Damen Bedknun* Die dänische Regierung hat beschlossen, außerhalb des regulären Flottenbauprogramms drei Minensuchboote im Werte von 9 M llionen Kronen auf Kiel zu legen. Mit dem Bau soll in aller Kürze begonnen werden. Die türkischen Behörden haben den Vertretern der Nachrichtenagentur United Preß, Hugo Sprecht, und die Vertreterin der englischen Zeitung „News Chronicle", Fräulein Hudson, angewiesen, die Türkei bis zum 4. Dezember zu verlassen. Heber die Gründe ist noch nichts bekannt geworden. Nierensteine Ich habe schon nach den ersten 20 Flaschen eine ganze Menge Nierensteine und Nierengrieß verloren. • Werde den Sprudel weiter trinken und ihn auch gerne empfehlen. - Frau Frieda Brüwer, Wu.-Vohwinkel, Hotel z. Post. 21.7.38. 26 große Flaschen R d. 14.-, 50 große naec en RM 25.-. dazi Pfand. Lieferung frei Haue. Heilquelle Karlseprudel, Bisktrchen 2764 ral Tang flüchteten westwärts und ließen 1450 Toten 400 Gefangene zurück. Bombe-Anschlag > auf den Lhina-Exp eß. Der zwischen Istanbul und Bagdad dreimal wöchentlich verkehrende Taurus-Expreß, der bei Aleppo auch syrisches Gebiet berührt, soll ab 1. Dezember verdunkelt werden. 2üntnlic Fritz Deibel Emma Deibel, geb. Reih De. med. Hans Alihous Stabsarzt in der Lu,iwaffe Hans Detz Erika Beh, geb. Äeuier Ariedensstraße 13 Memeler Siraße s 30. November 1940 englische Bedarf an Tonnage z u Dinglich. England müsse auf die eigenen Schanghai, 29. Nov (Europapreß.) Der Ex- preßzuq Schanghai — Nanking wurde nach einer Meldung der „Shanghai Evening Post" acht Kilometer südöstlich von Soochou mit einer schweren Dynamitmine in die Luft gesprengt. Fünf Pe^onewagen wurden vollständig zerstört. 16 0 Chinesen wurden bei dem Zugunglück g e • Brandbomben abwerfen, die auf freies Feld Ins Meer fielen. Badoglio an der Front. Italienischer Wehrmachlbericht Rom, 29. Roo. (DRB.) Der italienische. Mehr- rnachtberlchl vorn Freitag hat folgenden wortlaut: An der griechis chen Front haben die Divisionen Ferrara, Siena und Centauto von der 11. Armee im Verlauf des gestrigen Tages Ge- genangriffe unternommen und jeden feindlichen Eindringungsverfuch gewaltsam unterbunden. An der Front der 9. Armee kein besonderes Ereignis. Rund 300 Flugzeuge unserer Luftformationen haben die Zentren und die Berbindungswrge bombardiert und dabei insbesondere in der Zone von E r f e k e und Soplf 1 die Ziele wiederholt getroffen, wobei Explosionen und Brände hervorge- rufen wurden. 3n Erseke ist ein Brennffofflager unter MG. Feuer genommen und in Brand gesteckt worden. 3n den Luftkämpsen sind vier feindliche 3äger abgeschossen worden. Zwei eigene Flug-1 zeuge sind nicht zurückgekehrt. An der Front der 9. Armee hat unsere Flak zwei Flugzeuge brennend abgcfchossen. Lin Bomber landete im Flußbett des Devoll; die aus einem Offizier und zwei Unteroffizieren bestehende Bejahung wurde gefangen genommen. Andere Luftsormationen haben die Ziele von Korfu bombardiert. Die militärischen Anlagen dieses Stützpunktes wurden von unseren Streitkräften am Morgen des 28. Rov mber aus kurzer Entfernung einer längeren Bombardierung unterzogen. Dabei wurden folgende Ziele mit offensichtlich zerstörender Wirkung getroffen: die Batterien von S. Salvatore, S. Stefano, Cul- tura und Reba, ferner die Verteidigungsanlagen sowie die Kaserne von Sibari, die Runbfuntftat'on lignola sowie ein Beobachtungsposten. Die feind- If»*, > w .'s 1 iit üi rtti* tag. kn8o^' Wi t°rkk ii, )rert nb Uu!i[| eben, 1 Jio (im ar mitt, ^n Uik, ie 9BM.I i ftunu n, bie |u »tflcnjalin ZaltiljB hen diih rd oerlc^ ölolle b tnA : nidjl u che 6tii zchchMi GÜ« d ie Billig zu tiu schwiiüü roßmäch 3tali(ni[a 'iiaba br oirfen b niTern ü Die > schm k ährend ü i ßreujii vere N >chlM- 5328 D Verlobungs-Anzeigen liefert BrOhl’sche Druckerei Volltreffer. Bei den folgenden heftigen Luftkämpsen zwischen unseren von 3agbstngzeugen begleiteten Bombern unb feindlichen 3ägern würben fünf feindliche Flugzeuge abgeschossen unb vier ernsthaft beschäbigt. Lin eigenes Flugzeug ist nicht zurück- gekehrt. Dährenb ber Rächt haben unsere Flugzeuge ben Hafen von Valletta (Malta) bombardiert. 3n Ostafrika blieben feindliche Luftangriffe auf Tessenei ohne Folgen, während in LI Uak zwei Personen verwundet unb in Lomir (Metemma) einige Eingeborene verwunbet unb ein Kinb getötet würbe. I Unser U-Boot „IHarconl“ hat im Atlantik einen 12labenen englischen Transportbamp- f er von 1 0 000 B R I. versenkt. Feindliche Flugzeuge versuchten, die Stabte B rinbif i unb Tarent zu erreichen. Auf Gmnb bes heftigen Sperrfeuers ber Flak fotyite ber (Gegner nur in ber Rahe von Brindisi Spreng- unb näre. Auch ber Iustizminister Michael Antone s c u , ein Neffe des Generals, war bei ber K. nben $ m W1 n in auip üte, ist? non W ge drrW >s lohiM «" >oUin mittei’ d jt W »eil * E uhren Mnen IfJ Wuteng von den Japanern in die Zange ge« nommen. Die chinesischen Truppen unter C.:.. teilsverlesung anwesend. Japan erfemt die Regierung Wangtsckingwei an. Tokio, 30. Roo. (DRB. Funkspruch) wie bas japanische Außenaml bekanntgibt, erfolgte ble Unterzeichnung eines chinesisch-japanischen Paktes, mit dem die japanische Regierung formell ble Rationalregierung Chinas unter Wanglschingwel anerkennt. Den 3apanern werbe bas Recht für Stationierung von Truppen in gewissen Gebieten zuerkannt; ble Frage bes Rückzuges ber japanischen Truppen aus China werbe Innerhalb von zwei 3ahren nach wleberherstetlung des Friedens und der Ordnung geregelt; enge wirtschaftliche Zusammenarbeit auf der Grundlage der Gleichberechtigung; die 3a- paner erhalten zu geschäftlicher Betätigung das Recht der Rieberlaffung in China. Außerdem regelt der Vertrag die territorialen Rechte der Konzessionen 3apans in China. Japanisch- Offensive östlich von Hnpeh. Tokio, 30. Nov. (DNB.) Die japanischen Streit« krähte haben eine Offensive gegen 300 000 Chinesen auf einer Front von 170 Kilometer östlich Hupeh von Jschang am Pangtse bis westlich von S u i h s i e n in der Nähe der Honan Grenze unternommen. Hastige Kämpfe finden in drei Sektoren statt. Die Chinesen wurden längs der Hügel von sters sowie der Behörden in Brixen das größte, vollständig in Fels gebaute Wasserkraftwerk Europas eingeweiht. Vorher hatten die beiden Minister den Vertretern der Behörden in Fortezza L Ä s ?e & mann Kätelhön ist in München, wo er sich zu Studienzwecken aufhielt, im Alter von 56 Jahren einem Schlaganfall erlegen. Mit Kätelhön ist einer der namhaftesten deutschen Graphiker unserer Zeit einem reichen und vielseitigen künstlerischen Schaffen (von dem seinerzeit auch eine Ausstellung des Oberhessischen Kunstvereins in Gießen Proben vermittelte) entrissen worden. Kätelhön war in seinen Blättern einer der markantesten Schilderer des deutschen Industriegebietes, darüber hinaus ein Künder deutscher Arbeit und deutschen Arbeitertumes überhaupt. DUder, wie die der vom mächtigen Rhythmus der Arbeit erfüllten großen Industrieanlagen, etwa die Kokerei" und das „Eisenwalzwerk", legen davon Zeugnis ab. Auch das umfängliche Mappenwerk „Arbeit" und das jetzt auf der Großen Westfälischen Kunstausstellung gezeigte Bild „Der Soldat wie eine Krönung seines Lebenswerkes anmutend, seien hier aenannt. Die westfälische Landschaft um Soest, wo Kätelhön einen Künstlerkreis um sich gesammelt hatte, waren zuletzt seine Heimat. Vorher war er in Essen und früher auch mehrere Jahre in Marburg und in der Willingshäuser Künstlerkolonie ansässig- Europas größtes Wasserkraftwerk in Brixen. Der italienische Derkehrsminister hat in Begleitung des ungarischen Industrie- und Handelsminl- . y1 iMebe|tano (Lngianos Dem D iii>t auf die Ausdehnuni 'Winnis ....... * ton jh ’’’ Berlin, 29. Nov. (DNB.) In der letzten § zung des britischen llnterhauses übten die Ab« Ordneten wegen ungenügender Maßnahmen aus 5 in Gebiet des Arbeitseinsatzes in der Aistunasindustrie scharfe Kritik an der Re« gitrung. Das Unterhausmitglied Shinwell gab ofj?n zu, daß die britschen Tonnageverluste Anfang Iui 1940 Ziffern erreicht hätten, die emem Iahres« vellust von vier Millionen BNT. entsprächen. Die Plüsche Admiralität, die auch für die Neubauten vckankoorllich sei, habe im ersten Kr^easjahr nut tzchiffsneubauten in Höhe von 1L5 M ll. BRT. lenzah! o nheil P nen W Minrr k Woch.'n k. Sttmirei- te dir flt und biHs i'chrS'ip stellrn rJ jtw» E.» Wesermünbe-G. t imo Max-Dierich-Straße 11 He?m Winter auf seinen Lorbeeren ausruhe." Englands Syrien-Blockade zulammengebrochen. tnf ara, 29. Nvv (Europapreß) Der abbe- ru|ene französische Oberkommissar für Syrien, Vhaux, verabschiedete sieb in einer Rundfunkan« spräche von der lyrischen Bevölkerung, die er er« mznte. dem neuen Oberkommissar C h i a v p e, der bet besondere Vertrauensmann bes Marschalls Pl!am fei, Loyalität und Vertrauen entgegenzu« bringen. Er forderte die Franzv^en und Araber a«l, nicht falschen E i n f l ü st e r u n g e n einer fremden Macht, womit England genuin t war, Folge zu leisten. Die von den eng'^chen Lsteitkräften im Nahen Osten gegen Syrien ausge- üite Blockade, durch die Syrien zu einem Abfall von der Regierung des Marschalls Pstain LijVungen werden tollte, ist jetzt zusammenge« »rachen. Der Irak hat sich nämlich bereit er« flirt, die Versorgung Syriens mit Le- bmsmitteln zu übernehmen. Die Derhanb- (linnen in dieser Frage wurden von dem irakischen Rm’uI In Bagdad geführt, ber am Donnerstag« abhb nach Beirut zurückkehrte. Zur Ueberw^chung bft Preise wurde durch den neuen frarnösllchen Obirtommiffar Chiappe, die Bildung eines Preis« Lderwachungskomitees angeordnet, das mll außerordentlichen Vollmachten ausgestattet ist. Un?«rechtfertigte Preissteigerungen sollen künftig un achstchtlich geahndet werden. Zwei ehemalige rum nische Minister erschossen. 8 u k a r e st, 29. Nov. (Europapreß.) Wie wir tyrn in einem Teil der gestrigen Auflage mitteilten. W das rumänische Ministerpräsibium folgendes be- t’mtgegehen: ,Am 26 November wurde der Ml>tre Minister D rgil Madgearu von llnbe» nmten aus feiner Wohnung entführt Um W Uhr wurde fein entseelter Körper im Walde '»! Bukarest mit Spuren von Revolver« glrftrcnqungen vertrauen. Die Flotte fei bis äußersten ihrer Kräfte eingesetzt, sie müsse ent« [eilet werden. — Der „Daily Telegraph" erklärt: ^(jreennwob ist es nicht geglückt, die Befürchtungen In bezug auf die erhöhte Kriegsmaterialproduktion zu verscheuchen, wir wollen wissen, wie [an g e es dauert, um die Friedenswirtschaft in eine totale Kriegswirtschaft umzuwandeln. D e M der halben Maßnahmen ist vorbei", erNärt das Blrtt. „Die Nation beklagt daß die Regierung sich Bfigert, daa zu tun was die Situation erfordert." .Unsere Rriegsonftrenaungen können überbauet itiftt mit denen Deutschlands verglichen w"rden!" faqi die Londoner „Daily Mail" bei der Bespre- hmg der Unterhausdebatte, bei ber Green- vcod, der Leiter des Vroduktionsrotes, schweren lluzristen des ßnbour^SIbaeorbnetf’n Shinwell und ehemaligen Krieasministers Hore-Belisha aus- «ftzt war „Es ist lächerlich", so fährt das Blatt sor, „auf solche Geschichten zu hören, die sagen, He Nazis hätten Schwierigkeiten, und babei u n » Irren eigenen nicht in die Auaen zu sehen. Dh englische Regierung muß weit drastischere Maß« tötet Ein Japaner wurde leicht verletzt Obwohl die Untersuchungen über die Ursache des Verbrechens noch nicht abgeschlossen sind, nimmt man an, daß esoon chinesischen Freischärlern durchgeführt wurde, die die Öandmine während der Nacht an den Geleisen anbrachten. Tagsüber steht die gaiue Strecke von Schanghai nach Nanking unter ständiger Kontrolle, aber nachts können nur gewisse Hauptverkehrspunkte kontrolliert werden. Kleine politische Nachrichten. Reichsschatzmeister «S cd w a r z teilt mit, daß die außergewöhnlich große Anzahl der ihm zu seinem 55. Geburtstag übermittelten Glückwünsche ihn mit dankbarer Freude erfüllt haben. Mit Rücksicht auf die besonderen Zeitumstände bitte er auf diesem Wege seinen tiefempfundenen Dank entgegenneh« men zu wollen. kugeln gefunden. Arn Abend des 27. November wurde Professor Nicolai 3 o r g a von Unbekannten aus feiner Wohnung e n t füh r t. Die im Laufe der Nacht von den Behörden ergriffenen eiligen Maßnahmen tur Auffindung und Befreiung des ehemaligen Ministerpräsidenten bl eben ergebnislos. Am Vormittag des 28. November fand die Gendarmerie-Legion Prahova den entseelten Körper des Professors Sorga in der Gemende Stresnic bei Prahova, von sechs Revolverkugeln durchbohrt. Die Regierung ist aus der Suche nach den Schuldigen, die nach ben geltenden Gesetzen schwer b e st rast werden." Die sterblichen Ueberrefte von Professor Sorga mürben am Donnerstagnachmittag in ber Kapelle bes Friedhofs Bellu aufgebahrt, wo am Freitag die Beisetzung ftaüfinben wird. Reichsstatthalter von Gchirach bei der Beisetzung Codreanus Bukarest, 29. Nov. (Europapreß.) Arn Freitagvormittag besuchte Vizeministerpräsident Horia Sima in Begleitung bes Ersten Senators der Legion, Professor Cavanescul, die Legionskirche und erwies, nachdem er schon in der Nacht vorher am Sarge Codreanus die Totenwache gehalten hatte, ben sterblichen Ueberreften der Legionärsmärtyrer die letzte Ehre. Prof Cavanescul heftete den Toten den Orden des Weißen Kreuzes an die Brust. Am Freitagnachmittag traf in Bukarest mit dem Flugzeug Reichsstatthalter Baldur von S ch i r a ch mit Gauleiter Bohle an der Spitze ber deutschen Abordnung ein, die die Reichsregierung bei den Beisetzungsseierlichkeiten für Codreanu vertreten wird. Die deutschen Gäste wurden von Vize-Ministerpräsident Horia Sima begrüßt. Kurz vor der deutschen Abordnung war ^-Obergruppenführer Lorenz in Bukarest angekommen, der von Unterftaatsfefretär Papanace empfangen wurde. Am Freitagabend wurde im Wiederaufnahme- verfahren des Codreanu-Prozesses das Urteil gefällt. Die Gerichtskommission unter dem Vorsitz von Dumitru Lupu, Richter am Kassationsgerichtshof, annullierte das Urteil von 1938, durch bas Corneliu Cobreanu zu zehn Jahren Zuchthaus unb brei Zähren Ehrverlust verurteilt roorfyen war unb beschloß, bas Anbenk-n bes Kapitän» zu rehabilitieren. Das Gericht lehnte es ab, über die Sache zu verhanbeln, um bamit nicht die ,h„,„ halten, ohne weiteres in bie Flugzeugindustrie ab« Tonbern könnten. Vie „Daily Mail" erklärt, baß England im April il*31: 1917 dem Hungertode nahegeftanden habe und daß t 1 -1 r itiin heute, wo nach G, ifctrbdta., u. Spott: Lat» Li.um,che n. Trud uno Verlag Ärühi.che Uniret'itatrotuderet «. Lanqe « G. Dr • 3n^ Ln» Homomt -knze-grnie ter Hon« Hech Tnit'i’-*' * hen e-*en 7’fVbr'r tTCintltte Pi 6, Togal ist hervorragend bewährt bei P Plockstrahe 3. 5345A ober c Silber Stellenangebote sucht. toooD 'fou Sonntag In allen Apotheken Stadttheater I i yur Der sofort odei sväter gesucht Schrifll Angeb unter 5294 D an d. Gieh Anzelg. Rheuma Ischias Wild. 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Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/Berlin. — (222) —Dr. Paul Fechter ist einer unserer namhaften Kunstbetrachter: er hat neben seiner umfangreichen journalistischen Arbeit eine Reihe vorwiegend heiterer Romane und neuerdings auch ein Schauspiel geschrieben: unsere Leser werden sich vermutlich mit großem Vergnügen der Erzählung „Die Fahrt nach der Ahnfrau" erinnern, die vor einigen Jahren in unserer Unterhaltungsbeilage erschien. Mit seinem jüngsten Buche „.Der Herr Ober" führt Fechter, der übrigens kürzlich 60 Jahre alt wurde, die Reihe seiner Berliner Romane fort Im Mittelpunkt steht Herr Gotthold Neumann, Oberkellner in einem gediegenen Restaurant des alten Berliner Westens- indem Fechter Neumanns Geschichte erzählt, schreibt er einen Roman aus der Perspektive des Kellners, was schon um deswillen reizvoll ist, weil damit ein für den Erzähler wie den Leser durchaus unkonventioneller, neuer Blickpunkt gewonnen wird, entwickelt er nicht nur ein sehr plastisches, liebevoll eingehendes Bild seines schlichten und ganz bürgerlichen Helden: er gibt zugleich auch so etwas wie die Innenansicht und Philosophie eines meist nicht nach Gebühr gewürdigten Berufes; aus der Spannung zwischen dem Beruflichen und dem Menschlichen, aus der Spannung zwischen den Generationen und aus der uralten Spannung zwischen den Geschlechtern entwickelt sich die eigentümliche Dramatik dieses Romans, der mehrere, heiter und wunderlich sich überschneidende Liebesgeschichten enthält. Fechter ist ein kluger Kopf, ein Mann mit Humor, mit Welt- und Menschenkenntnis: das spiegelt sich alles aufs liebenswürdigste in seinem neuen Roman, in dem man — nicht allein des reichshauptstädtischen Schauplatzes wegen — eine fontanesche Atmosphäre spü- ren wird; das Gespräch beispielsweise zwischen Mutter Schreiber und ihrer Tochter, die Herrn Neumann geheiratet hat, könnte gut und gern bei Fontane stehen, der übrigens auch Journalist war, und mit 60 erst anfing, seine Romane zu schreiben. Fechters neues Buch ist ein heiterer, ein nachdenk- lichor und menschlich anziehender Roman, mit Ver» gnügen zu lesen; den Betrachter erfreuen nicht nur die Klarheit des Weltbildes, die anständige Haltung und noble Gesinnung, die sich hier durchsetzen, son- dern auch der von hier aus zu gewinnende Blick für manche noch unerschlossenen Möglichkeiten des Romans überhaupt. Hans Thyriot — Deutsche Satiren des 18. Jahrhunde r t s. Herausgegeben von Gustav R. Hocke. Mit Abbildungen. 442 Seiten. Geb. 8,50 RM, Karl Rauch Verlag, Dessau. — (233) — Gustav R. Hocke, dessen Italien-Buch „Das verschwundene Gesicht" früher hier besprochen wurde, legt in dieser Sammlung eine Auswahl der bekanntesten und bezeichnendsten Stücke der umfangreichen Satirenliteratur des 18. Jahrhunderts vor. Das klassische Jahrhundert hatte wie das Zeitalter der Reformation eine eigentümliche Vorliebe für diese heute selten gewordene Literaturgattung, und es entsteht ein merkwürdig belichtetes, merkwürdig schwankendes Bild der Welt und der Menschen, wenn man die Reche dieser Prosastücke, Gedichte und Dramen- fraomente an sich oorüberziehen läßt Die Auswahl ist von einem kundig aufspürenden Geist getroffen worden: man findet hier Beiträge von sehr berühmten wie auch wenig bekannten Autoren. Der Herausgeber hat der Sammlung unter der lieber» schrift „Der zylindrische Spiegel^ als Vorwort eine feinsinnige kleine Wesensbestimmung der Satire und des Satirischen mitgegeben, auch jeweils eine knappe, auf das in diesem Zusammenhänge Wesentliche zielende Charakteristik der Beiträger. Man findet hier z. B. Gedichte von Gellert, Proben aus Zacharias „Renommisten", Lichtenbergs Traktat „lieber die Macht der Liebe", bösartige Randbemerkungen von Kästner, witzige Verse von Lessing, von Friedrich dem Großen u. a. das ,Lob der Trägheit", einiges aus Blumauers travestierter „Aeneis", von Goeche den „Pater Brey", die „Musen und Grazien in der Mark" und „Götter, Helden und Wieland", von Schlller den „Pegasus im Joche", dann eine Reihe von Szenen aus Lenzens köstlichem „Pandaemonium Germanikum", von Kleist neben anderem das wenig bekannte „Lehrbuch der französischen Journalistik". — Eine Anzahl zeitgenössischer Karikaturen, namentlich von Cboda» wiecki, illustrieren die amüsante und zum Nachdenken anregende Sammlung lebendig und stilgerecht Hans Thyriot 30. November /L Dezember 1940 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) 281 Zweites Blatt / Io wurde erkennen und danach handeln! von 83 Kilometer auf itbet IM keine ganz leichte Lektüre, es setzt beträchtliche historische und philosophische Kenntnisse voraus und ver- ksachü her aj i •eh die k vor, ■ Pottke-, Ihre« Hut Wart wie Sten «le |.„ trJ.RHÜ Es ist ein eigen Ding, als Weltkriegsteilnehmer auch in diesem Kriege wieder seine Männer gegen den Feind führen zu dürfen. Man steht vollkommen in der Gegenwart, denkt und handelt in ihr, da man ihr verantwortlich ist, und kommt doch nicht los von der Vergangenheit, die immer und imm^r wieder mit ihren Gestalten und Geschehnissen vor einen tritt. Geschieht dies schon oft genug im Zuge des täglichen Dienstes und der Ausbildung, so ist es um so mehr der Fall, wenn man den Boden selbst wieder betritt, auf dem man sie erlebte. Als wir wenigen „Alten" in meinem Bataillon wußten, daß wir wieder gegen Frankreich marschieren würden, in dem wir z. T. über vier Jahre unserer Jugend verbracht hatten, da ging das Rätselraten los, ob man wohl dieses oder jenes Wiedersehen würde, und ein jeder hatte gewisse Brennpunkte seines Kriegserlebens, zu denen es ihn besonders hinzog. Diese verdichteten sich natürlich dann noch besonders stark, wenn man, wie ich, in einem Regiment gestanden hat,, das nur im Westen und da in jedem Kriegsjahr fast immer wieder Einmal in der gleichen Gegend gekämpft hat und, wenn durch über vierjährige ununterbrochene Zugehörigkeit zu ihm sich seine Geschichte mit der eigenen Kriegsgeschichte auf das engste verband. Auf den gewaltigen Märschen durch die Eifel, Luxemburg, Südbelgien zur Maas und über diese in Richtung St. Quentin, Pervnne und Amiens hatte man im Sattel viel Zeit, diesen Erinnerungen zu leben. Am 19. Mai bereits konnte ich einem Teil meiner Offiziere von einer Höhe an der Marschstraße aus das Schlachtfeld des 22. August ,1914 zeigen, wo sich hessische Regimenter, vorweg unser stolzes Gießener Regiment, bei Anloy und Maissin unvergängliche Lorbeeren erwarben. Zu einem wahren Tag der Erinnerung aber wurde erst der 24. Mai, den aus anderem Grunde auch meine Männer nie vergessen werden. Denn Bestechend ist die Klarheit der Diktion und die Prägnanz der Formulierungen. Trotzdem ist das Buch bekannt rasten wir zwei Stunden in dem kleinen Dorfe D a u x, wo ein schöner Bauernhof mit guten Gebäuden meinen Stab aufnimntt Es ist unvorstellbar für meine jungen Soldaten, daß hier einmal nicht mehr ein Stein auf dem anderen stand. Denn wir sind in der „Alberich-Zone", b. h. im Gebiete des vorerwähnten Rückzuges aus den Stellungen an der Somme auf die Siegfried-Linie im Frühjahr 1917. Damals wurden ja alle biefe Dörfer bewußt vollkommen zerstört, bie Bäume gefällt, bie Stra« langt eine scharf konzentrierte Mitarbeit. Dann gibt es freilich neben einer Fülle von Anregungen, überraschenden Gesichtspunkten und eigenartigen Ausblicken den Standort für einen Augenblick der Be- ßenkreuze und Brücken gesprengt und bie Brunnen unbrauchbar gemacht, um dem nachfolgenden Feind das Folgen und den weiteren Kampf recht schwer zu machen. Ich habe etwas Zeit für mich frei und gehe ein Stückchen nach Nordwesten. „Nach E t r e i l l e r s" zeigt der Wegweiser. Hier lag das III./116 im Dezember 1914, dort muß die Ferme fein, aus deren Garten wir den einzigen Weihnachtsbaum für Weihnachten 1914 holten, inöenl wir mit Lebensgefahr eine hohe Fichte entwipfelten. Und dahinter liegt Savy, schon näher an St. Quentin heran. Dom 24. bis 30. März 1917 hielt ich allein mit meiner braven 5. Kompanie den Trümmerhaufen, vor bie Front der Division vorgeschoben, gegen den Tommy, der in Etreillers saß. Und durch jene Waldstücke, das Bois de Holnon und Bois de Savy, griffen sie uns dann am 1. und 2. April an und drückten die vorgeschobenen Sicherungen auf bie Brunhilde-Stel- jung, den Brückenkopf St. Quentin, zurück. Dort liegt F r a n c i l l y, wo sie mich am Morgen des en vondu ’attennw BogtHiftM h:ui» eeft näbkit albet uruW. itn NvlW -mach« nett 3" 190 möge uri* meben?-' in Wl«r' i-nnten igen. » IM an ihm begann ein Marsch staubigen Straßen in glühenber Hitze, der bas Letzte von Mann und.Roß forderte. Und er begann ost- W nM ger . d ttechallA ig-n-E tiM *2 Me W» in kottttt- bas sw*' (Mott Auf eigenen Spuren Von Major Ernst Hölzel. 5-18 W ziel ifli [>. U.0.W4* .«l» w 9^21-^ Jjebe- „„ WANDERER- R Ä D zu irgendwelchen Rohstoffrestriktionen, wie sie aus Ueberfee bekannt sind. Dadurch, daß Deutschland anderen europäischen Ländern besonders arbeitsintensive Produkte (z. B. Kohle und Jndustriewaren aller Art) liefert, dagegen aber vielfach wenig arbeitsintensive Agrarprodukte (z. B. Brotgetreide und Futtermittel) entgegennimmt,> bedarf es eines Aus- gleichs der Arbeitskräfte. Das rechtfertigt einen Zustand, bei dem Deutschland aus Landern des euroväischen Wirtschaftsraumes wenigstens in einer Ueberaangszeit Arbeitskräften in ferner Wirtschaft Arbeit und Brot gibt und sie im Interesse der europäischen Gesamtwirtschaft einsetzt. Dabei wissen wir, daß das wirtschaftliche Wohlergehen mindestens der kleineren europäischen Staaten mit einer blühenden Volkswirtschaft der Achsenmächte steht und fällt. Für das festländische Europa stellt Deutschland den räumlichen Mittelpunkt und als Folge davon die unentbehrliche Serbin« düng bar. Wie bereits jetzt in Wirtschaftsabmachungen zwischen den Donauländern auf der einen Seite, nord- und nordwesteuropäischen Ländern auf der anderen Seite zutage tritt, wird Deutschland in wachsendem Maße Durchgangs- land und Mittler für den Warenaustausch zwischen den Ländern an der Peripherie des europäischen Raumes sein. Hierfür bringt Deutschland ein leistungsfähiges und ständig wachsendes Eisenbahn-, Binnenwasserstraßen- und Autobahnnetz mit Es lohnt sich einmal, um hier nur von Deutschland zu sprechen, kurz die überaus intensiven Bindungen zwischen Deutschland und dem übrigen Europa zahlenmäßig ins Gedächtnis zurückzurufen: Don der deutschen Einfuhr entfielen 1938 allein 65 v.H. auf europätfdje Länder und von der Das deutsche Wirtschaftspotential als Grundlage europäischerZusammenarbeit Von Dr. Landfried, Siaatssekreiär des Reichswirischastsministeriums. CL — O-... ------------ r ' st I .irischen Ordnungsgedanken als orgamsch-ganz- \o i I jMiches Lebensgefühl und das Verhältnis zum |fiiill: Etlichen als 'eine Haltung des tragischen Herors- Neues für den Büchertisch. - Dr. Heinrich Adolph: Durchbruch der Lsutschheit. Verlag Junker & Dünnhaupt, Hilm-Steglitz. Preis geb. 10,— RM., br. 8,— RM. - (157) — Eine geschichtliche Schau nennt der krasser, außerordentlicher Professor in der Theo- toji d)en Fakultät unserer Gießener Ludwigs-Uni- di: itat, seine geschichtsphilosophische Untersuchung, dir es sich zum Ziel gesetzt hat, den Prozeß der dchschen Dolkwerdung in weitestem Sinne darzu- [Men. Das Buch geht von der Tatsache aus, daß tas deutsche Volk im Laufe seiner Geschichte eine irrer artgemaßere Lebensform annimmt und da- oit bas tiefste Streben des in ihm liegenden Rasse- mDens verwirklicht. Im Nationalsozialismus findet eirun endlich nach jahrhundertelanger Zerrissenheit bi; in sich geschlossene Ganzheitsgestalt seines gei- stiz n, kulturellen und politischen Lebens. Wie das hinge Geschlecht Dolkwerdung mit elementarer fehalt erlebt, so erschließen sich ihm auch neue Vlnzusarnmenhänge der Dergangenheit. Wie jede Me geschichtliche Bewegung die Vergangenheit pon sich aus zu verstehen und als Voraussetzung ityts eigenen Daseins zu begreifen sucht, um sich btirit auch vor dem Forum der Geschichie bestätigt in inben, so sieht der. Nationalsozialismus in sich nj wahre, vollentwickelte, seiner Urbildlichkeit ent» ipcchende deutsche Volk und betrachtet die Geschichte ab den Weg zu vollen Entfaltung dieser Urbild- lid)!eit und sich selbst als das Ziel. Erst von diesem . Rel aus läßt sich der zurückgelegte Weg ganz ■ ’ versehen und beurteilen. Damit ist in den eigenen Ls-ten des Autors der Standpunkt eindeutig um- rijjen, von dem er den Entwicklungsgang der Volk- ' wrdung betrachtet, und. auch die Maßstäbe für bie Ortung der geistigen, kulturellen und politischen Meinungen in den einzelnen Epochen deutscher ' Nrzangenheit sind klargestellt. Der Verfasser geht nun mit methodischer Gründlichkeit vor. In einem eftin Abschnitt legt er die Welenszüge nordischen &e entums dar, die sich als Grundgegebeicheiten hr Rasse und Voraussetzung aller späteren Gestal- hrtc erweisen, den nordischen Perfönlichkeitsgedan- hn als Wille zum charaktervollen Persowein, den daneben bestimmen Erzeugung und Ver - ) rauch im wesentlichen das Wirtschaftspotential ?int9 Volkes. Der Produktionsseite gibt in der --Aschen Wirtschaft vor allem die I n d u st r i e das lutzenwirtschasUich wesentliche Gepräge. Ein dicht- )efi?beüer Großraum wie bas Großdeutsche Reich ft aber auch mit seinem Verbrauch für alle auf Witz angewiesenen Erzeugerländer von besonderer Bedeutung. ;$ie sieben Jahre nationalsozialistischen Wirt- jd)ortsaufbaues unter dem Zeichen des Vierjcchres- planes und der Führung des Reichsmarschalls sind Mlensteine auf dem Wege des Ausbaus der deut- Ichvi Wirtschaftskapazität zur Erringung der wirt- jtfia f tl id) e n Unabhängigkeit von einer nif günstig en Umwelt. So verdanken, um nur tiflae Beispiele zu nennen, synthetisches Benzin, ynihetischer Kautschuk und synthetischer Spinn- Itos ihre Auswertung in wirtschaftlich entscheiden- faj Ausmaß der neuen deutschen Wirtschaftspolitik. die Gebietserweiterungen der letzten Jahre faien bas industrielle Schwergewicht Deutschlands in Europa weiter verstärkt. Nennenswert sind ins» jeftnbere die rohstoffwirtschaftlichen (9e = oin n e. Oftmärkisches Eisenerz und ostmärkischer NMesit, böhmische Braunkohle, schlesische Stein- lotze und schlesischer Zink, galizisches Erdöl sind ihn beachtlichsten rohstoffwirtschaftlichen Aktiven. Ibir auch die verarbeitenden Industrien der in )a! Deutsche Reich eingegliederten Gebiete bedeuten M beachtliche Stärkung der deutschen Wirtschatfs- hra t. !er deutschen industriellen Produktionskapazität, )ie mit Italien das wirtschaftliche Kernstück Euro- Mi bildet, stehen die Absatzmöglichkeiten mf ein^m Markt gegenüber, dessen Aufgabe die Besorgung eines Blocks von nahezu 100 Mill. Menschen ist. Wenn auch, wie oben dargelegt, durch )ie vorausschauende national oziaUstische Wirt- Icho'tspolitik für Zeiten friegeri cher Verwicklungen )ie ßebensgrunblage für das ge amte deutsche Volk bereits heute sichergestellt ist und täglich weiter Der» butert wird, so besteht doch angesichts des Sehens» itcjLiarbs des deutschen Volkes, den wir im Interest aller arbeitenden Volksgenossen ständig weiter |ii heben bestrebt sind, in Zeiten friedlichen, unge- jinberten internationalen Warenaustausches ein jen) al tiger Bedarf, der die Verwertung miezu aller Produkttonsüberschüsse der übrigen UDpäischen Länder mühelos ermöglicht. Für Ex- por. und Eigenbedürfnisse ist außerdem ein über» nii beachtlicher industrieller R o h st o f f b e - bar f vorhanden, der die Rohstoi'überschüsse der ninpäischen Volkswirtschaften erheblich übersteigt. Tsnerz aus Schwe-den, Schwefelkies und Fischerei- pro)ufte aus Norwegen, Molkereiprodukte und an- btr: landwirtschaftliche Deredlungserzeugnisse aus Dänemarf und den Niederlanden, Walzwerkser- ;eu;nisse aus Belgien, Eisenerz und Bauxit aus Frmkreich, Obst Gemüse, Schwefel und Quecksilber au« Italien, Holz, Zellstoff und Papier aus Skan- biiuoien, Kupfer, Blei, Zink, Bauxit, Erdöl, und ®eireibe aus Südosteuropa, alle diese Güter kön- W bis auf wenige Ausnahmen ohne Schwierig- tiitm in vollem Umfang im großdeutschen Raum lixesetzt werden. In Europa besteht kein Zwang nlglichem Maße erbracht. Das Großdeutsche Reich jsi "zusammen mit dem verbündeten Italien zu {iiitm Mittel- und Kristallisierungspunkt der fest- Iciitzischen europäischen Wirtschaft geworden. Die bitten verbündeten Länder umschließen mit einer kinwohnerzahl von rund 140 Mill. Menschen etwa bie Hälfte der gesamten Einwohnerschaft Äon» linmtaleuropas mit Ausnahme Sowjetrußlands. Jlod) stärker als das zahlenmäßige Uebergewicht ist das wirtschastliVhe Uebergewicht, sowohl )ai tatsächliche wie das möaliche und noch nicht Mgenutzte,. die man gemeinsam als „Wirtschaftspotential" zu bezeichnen pflegt. wärts von St. Quentin und führte über Pärohne bis vor die Tore von Amiens. Vor mir auf gleicher Straße marschiert unser Gießener Regiment. Nur wenige von den jungen 116ern mögen dabei geahnt haben, daß fast jeder Tritt sie über einen Boden führte, den ihre Kameraden aus dem Großen Krieg teils im Sturm genommen, teils mit ihrem Herzblut verteidigt hatten. Für mich selbst begann der Tag mit einer Enttäuschung, denn wir wurden vor St. Quentin nach Süden abge- bogen und tarnen nicht durch die Stadt selbst, von der es in ejnem Befehl der 25. (Hess.) Jns.-Division vom 3. April 1917 heißt: „Die Division steht und fällt mit der Stadt St. Quentin!" Es war die gleiche Aufgabe, wie sie dieses Mal nur wenige Tage später unserer Gießener Division und vorweg dem Regiment 116 mit Worten gleichen Sinnes bei Amiens gestellt wurde! Beide Male wurde die Aufgabe gelöst! So marschieren wir über Essigny le Grand, wo während des sogenannten „Siegfried-Rückzugs" im März 1917 der Regiments-Gefechtsstand gewesen war, nach Westen. Von rechts herüber grüßt die Kathedrale von St. Quentin, die im Sommer 1917 die „alliierten" Engländer in Brand schossen. Man wird an Dünkirchen ober Calais erinnert. Und dort ist das Waisenhaus, um das einst der Hauptkamp ging, als der FranZose uns den Brückenkopf von St. Quentin zu entreißen suchte. In jener Richtung aber ist die aus dem Jahre 1870 bekannte „Historische Windmühle" zu suchen, uns erinnert sie an die Kämpfe im Sommer 1917 im Abschnitt Quentin» Süd. Nach Ueberschreiten der Route Nationale, die nach Ham, Neste und Roye weiterführt, jedem Angehörigen der hessischen Division aus 1914 und 1915 Ausfuhr sogar 70 v. H. War so die Verknüpfung Deutschlands mit Europa überaus stark, so ist umgekehrt für einzelne europäische Länder die wirtschaftliche Verbindung mit Deutschland keineswegs weniger intensiv. Von der bulgarischen Einfuhr kamen im gleichen Jahre 63 v.H. aus Großdeutschland, und über 96 v. H. der bulgarischen Ausfuhr gingen nach Großdeutschland. Die entsprechenden Daten lauten für Jugoslawien 50 und 51 v. H., für Rumänien 51 und 37 v. H., für die Türkei 51 und 48 v.H., für Italien 31 und 31 v.H., für Schweden 29 und 22 v. H., für Norwegen 18,4 und 15,2 v. H., um nur einige wichtige zu nennen. Un» schwer ist es, sich das anteilmäßige Bild der gegenwärtigen Verhältnisse vorzustellen. Die entsprechen- den Zahlen der Jahre 1939 und 1940 belegen eine erhebliche weitere Steigerung der wirtschafllichen Verflechtung Deutschlands mit seinen europäischen Handelspartnern. Es steht außer Zweifel, daß nach dem Siege der Achsenmächte die in den wiedergegebenen Zghlen klar zum Ausdruck gelangenden Entwicklungstendenzen durch politische Erfolge verstärkt zum beiderseitigen Nutzen ihre Fortsetzung erfahren werden. Aus deutscher Seite bürgt hierfür das überragende Wirtschaftspotential, auf Seite unserer Handelspartner garantieren dies die noch ungenutzten Möglichkeiten, die der Boden und die Le- benskrast der Völker in sich schließen, deren Mobilisierung nach Beendigung aller polttischen Störungsfaktoren in gewaltigem Ausmaß möglich wer» den wird! mus, die im Verlauf der deutschen Geschichte immer wieder zum Vorschein kommen, aber erst im Nattonalsöziattsmus sich zum Ring seelischer Le- benswirklichkett von einer bis dahin unerhörten Durchschlagskraft zusammenfügen. Im zweiten, dem Haupttell seines Buches, betrachtet der Verfasser den Gang der Geschichte durch Mittelalter und Neuzett im Hinblick auf die Entwicklung und den endlichen Sieg des germanischen Weltgefühls über alle Wel- len der Ueberfremdun-g. Jeweils in einem einleitenden Abschnitt werden Grundelemente und Charakter der weltanschaulichen Auseinandersetzung auf allen Gebieten der Lebenskultur in weitestem Sinne für Mittelalter und Neuzeit aufgezeigt und sodann in Einzeldarstellungen für das Mittelalter die religiöse Linie, die Entwicklung des wissenschaftlichen und philosophischen Denksttls, der Ryhthmus des künstlerischen Lebens, die polittsche Fehlentwicklung und die Wirtschaft dargestellt. Bei der Betrachtung der Neuzeit verfolgt der Verfasser eine andere Methode, indem er sich bei dem Herausstellen derjenigen We- senszüge, die das Fortschreiten des Rassewillens sichtbar machen, enger an die chronologische Abfolge der neuzeitlichen Geschichtsepochen hält. Das Ergebnis der Untersuchung wird dann in einem kurzen Schlußabschnitt unter verschiedenen Gesichtspunkten zusammengefaßt. — Das Buch betritt, soweit wir sehen, geschichtsphilosophisches Neuland. Es dehnt die Behandlung seines Themas weit über das Gebiet der polittschen Geschichte hinaus und gewinnt damit für seine Untersuchung wichtige neue Ansatzpunkte, von denen aus mit scharfem Blick für das Wesentliche, unbeirrt von der Vielzahl und Dielfatt der Erscheinungen, immer wieder die große Linie angefteuert wird, die der Untersuchung zugrundegelegt wurde. Das ergibt eine erfreuliche Vertiefung des Themas und Ausschöpfung des ungeheuren Stosses, wenn auch die aus methodischen Gründen häufig wechselnden Ausgangspunkte auf die Fortführung des Themas retardierend wirken. Leben für die Zeitung. Ein scharfsichtiger Mann hat die Zeitung den Sekundenzeiger der Weltgeschichte genannt Das stimmt insofern, als sie der Unterrichtung des Volkes über die letzten Ereignisse urtb Begebenheiten des öffentlichen Lebens, insbesondere über die täglichen und tündlichen Veränderungen im Weltgeschehen bient, Deren Kenntnis für das Verständnis der Zusammenhänge auf der politischen Schaubühne wichtig ist Ihre Bedeutung geht jedoch noch viel weiter. Nicht die Neugier zu befriedigen, ist die Zeitung heute da, ihr wurde ein viel höheres Ziel gesteckt: Unterstützung des deutschen Daseinskampfes, Erhal» rung und Förderung der dem deutschen Volke innewohnenden Kräfte und Werte! Die Zeitung wird um des Volkes willen gestaltet Sie ^muß daher volksverbunden fein und aus dem völkischen Le- benszusammenhang erwachsen. Sie ist eine Waffe, sie ist Großmacht! Tell dieser Waffe und dieser Großmacht ist jeder, der im Bannkreis der Zeitung lebt und für sie arbeitet Oft genug mag bei jungen Menschen, die einen Hauch vom frischen Wind des Zeitungslebens spürten, der Wunsch entstanden fein, in dieser Atmosphäre ihren Beruf und ihre Lebensaufgabe zu finden, und nur deshalb blieb ihnen die Erfüllung versagt, weil sie eben nicht wußten, wie sie ihre Anlagen, sei es journalistischer, kaufmännischer, künstlerischer oder technisch-handwerklicher Art bet einer Zeitung verwerten konnten, welche Fülle von Berufsmöglichkeiten es in der Zeitung gibt, und welche Wege zu ihnen führen. Alle Arten der Arbeit um der Zeitung willen sind Glieder einer Gesamtheit, die einem Grundsatz unterliegen und erst im organischen Mammen- klang ihre Kraft und Leistung voll entfalten können. Damit ist zugleich eine Forderung gestellt: Wer zur Zeitung geht, muß auch etwas leisten! Nur aus Berufung kann ihm Hervorragendes gelingen. Diese Berufung muß sich erproben, muß sich in Kämpfen erweisen und soll in harter Arbeit siegreich emporsteigen. Ist es nur der Beruf und nicht die Berufung, bann geht bas Leben zum Teufel unb das Phlegma bleivt. Das Ende jeher Zeitungs. arbeit wäre damit gekommen. Wer jedoch etwas von dieser Berufung in sich spürt, mit Begeisterung bereit ist, sein Leben der Zeitung zu verschreiben, der kann voll Zuversicht sein. Der Zeitungsberuf wird chn befriedigen. Wenn künfttg die mit Deutschland zusammenarbeitenden europäischen Länder, sowett ihre Erzeugnisse sich noch keinen festen Ruf im Auslande verschaffen konnten, sich die Erfahrung der Kriegszeit zunutze machen, so werden chre Produkte glatt und zu auskömmlichen Preisen Absatz finden. Daran wird auch die von uns erstrebte Wiederaufnahme und der Ausbau unseres Ueberseehandels nach dem Kriege nichts ändern: Wie bisher Deutschland und Italien, wird der euroväische Kontinent in diesem Kriege unb im kommenden Frieden seine wirtschaftliche Schicksalsgemeinschaft 83enn bie überragende Leistungsfähigkeit der -klitschen Wirtschaft noch eines Beweises bedurfte, jo wurde er im bisherigen Kriegsverlauf in höchstes ^-Obergruppenführer Lorenz. Dec Optiker am Lahn 4 (Nachdruck verboten.) ai 6. Fortsetzung. lachlvl Mt 16: go' Vi u B N Lie ?!■ 11 horten Bei Die jM d S ^ten Der Zlüchlling auf Korsika Roman von geinz Lorenz-Lambrecht Aufbruch ins Reich. Letzter Tag in einem deutschen Dorf in der Dobrudscha. ßöl'tur finne M) l ieller feilen fönnte Jrfsla Der. 'iip Arei w« jnö J ■pfe tum 1 -"en \ Vb Niti ; >°®oi ! Zkbe ; > , {|nes i , tii «üei • Wn ojf i A in fiff1 tunte.1 gen ‘t heute, üiieöer hehuui 2 21prU beinahe geschnappt hallen, und dort S e • 1 e n c g, wo zwei Stunden später eine englische aeschlofsene Kompanie in Das Feuer meiner MG lief Wie lebendig wird Dies alles wieder Doch die Zeit Drängt, von Süden her. aus Der. GegenD von Ham, tont Gefechtslärm herüber Unser Ziel aber liegt in nordwestlicher Richtung immer tiefer hinein in Die Bresche, Die unsere PanzerDioi- sionen geschlagen haben. Auf Der großen Straße von St Quentin über Roupy, Beauvois unD lertrg geht es PSronne entgegen Früher begleiteten schattenspenDende hohe Bäume Diese Straßen. Heute sind es Bäumchen, die erst Bäume werden wollen, Ersatz für die von uns gefällten Doch Dort steht wirklich noch einer Der alter zu sein scheint Ich reite hin und sehe eiserne Klammern als Leiter m seinen Stamm getrieben, aber völlig verrostet. Eine alte B • S teile! Der Baum kommt mir vor wie ein alter Kamerad in dieser völlig neuen Umgebung. Denn alle Dörfer sind am alten Platze neu aufgebaut, doch der Ackerboden sieht so aus. als ob er das Umwühlen noch nicht überwunden hätte Dor uns P 6 r o n n e ! Die Stadt brennt, Flieger werfen Bomben Nach rechts zeigende Wegweiser tragen bekannte Namen Richtig, Dort liegen Die Höhen vyn Marquai? und Hamel, auf Denen Die Dritte englische Stellung verlief, in Die ich im Nebel Des 23 März 1918 mit meiner 5 über- raschenb efnDrang, unb Die ich gegen Gegenangriffe hielt bis Die Bealeitbatterie, Die 5 /25, zur Panzer« abwehr heran war. Ein stolzer Tag für meine braven Männer von Damals! Das BanD des .^Hohen- zvllern" auf Der staubigen Bluse erinnert an ihn. Und dort liegt Aizecourt le Haut, wo mein Vorgänger in Der Kompanieführung. Odlt Kei cher. am 14 September 1916 bei Bouchavesnes gefall-n feine letzte Ruhe fand Bouchavesnes! Der Name ist nicht wegzudenken aus Der Geschichte Der hessischen Regimenter Ich umgehe mit meiner Marschgruppe Peronne unD Das Darauf liegende Feuer und marschiere.zunächst auf Mont St Quentin los, um bis auf wenige Kilometer an Bouchavesnes heratnukom- men Doch bann muß ich noch Tuben zur Somme ebbiegen Aber bie Derbinbung ist ba mit ben vielen lieben Kameraden bie Der „schwane" 20. September 1916 verschlang! Das Rätsel ihres Tobes wurde auch nicht gelost, als wir am 24. März 1918 Bouchaves« nee wiedernahmen, zu besten Derteibigern uns ein merkwürdiges Geschick am 1 September 1918 wie« Der werben ließ Die Straße im Sommetal von Pfanne über (Stert) unb Maricourt, bie wir nun bei Nacht weitermarschieren, ist Euch alten Käme« roden von 1915-1918. bie Ihr bies vielleicht lest noch wohlbekannt. D-r Narb-Kan al" in dem wir währenb ber Sommeschlacht bei Moislains Unterschlupf fanben. unb in dem wir in ber Nacht vom 23 /24. März 1918 biwakierten, ist Heute noch nicht fertia Zwar bat man zu seiner Finanzieruno eine Lotterie veranstaltet, aber der Kanal hat feinen Nüßen davon aehaht Unb Heute spi-lt sein Ausbau hi ben Arbeitsbeschaffungsplanen Frankreichs eine grobe Rolle Al» ber lag graut. Drängen sich Drei Namen in ben 9lnrht»rorimb: Dort rechts der Dormarschstraße. Has ist Harderourt, von dem ein Kornstaaes« befehl am 28 Auauft 1918 verkündete- Nach sieben fchw-ren G'-oßkamoftnaen warf heute ob-nd die 25 örobh hessische Inf -Division mit dem Garhe-Gre« nobier-Reat Kaiser Kronz' aus eiaenem Entschluß d?e Enalonher in alänzendern Geaenstoß von der Hohe nördlich Harh-rvurt aus Harderourt unb hem Seiher Wald Der Feind erlitt lchwere blutige Verluste Ein bonnerndea Hurra h-n tanferen H"sten und ber vreithif-4'«*n (Barhe?" Und hier kommt M a • ri court! 24 März 1918, abends Wir sind am Rand des Somm-schlachtfeldes ongekom« men Die englische Front, scheint durchbrochen Ich sehe noch den R-oiment«kommandeur an her Smße des zur Marschkolonne sich zusammenziehenden Re, giments tm Vormarsch auf Marirourt, bis feind- sicher MG -Feuer zeigte, baß der Feind neue Kräfte fn ben Kamps geworfen hatte. Ilnb am nächsten Tage wehrten mfr seine dreimosigen Angriff- mit seinen eigenen Waffen, aus Tanks erbeuteten Pemi?» Gewehren ab. weil wh für eigene beutsche Waffen keioe Munition mehr besaßen. In Eamon wird eine Mnri«ßrnst eingelegt. Auch di-s-s Darf und Mulden und (B^hen in f-iuer Nähe sind reich an Erinnerungen Hier durchlebte das Regiment im Auauft 1918 schwerste Tgne unter brnon d»r 29 Mi,n"st ein hefn^h-r« nerl"str"i-hs^ manbantur; es wird, ba bie (Befangenen natürih kein richtiges Geld haben dürfen, von den wöchiD lichen Gutscheinen abgezoaen, Die ihnen gei^ einem deutsch-französischen Abkommen für ihre D> düriniste bei ber Kantine bis zu einem Wert W zwanzig Francs wöchentlich zustehen. Die Gefangenen lesen unb dösen in ihren Silf stuhlen. Es ist still auf der Bastion. Glühend |M die Sonne am Himmel, obwohl es schon in Sonnenscheibe aus dem Wasser unb beginnt langsam in ben Himmel zu steigen. . Viktor wirb kaum berührt von diesem Farbenspiel ber Natur. Mübe unb voller Ueberbruß wen- bet er sich in bas graue Dunkel des langen Raumes zurück Er legt sich wieder nieder und findet, da sich der heiße Körper nun doch abgefühlt hat, einen kurzen und traumlosen Schlaf. III. Viktor fühlt sich am folaenben Tag schlaff und unlustig. Der gestrige Fieveransall wirkt noch in ihm nach, ebenso wie sein lebhafter Traum Er hat Das Bedürfnis, allein zu fein. Aber fast ist es un- möglich, sich von Den anDeren (Befangenen adzu- fonoern Man kann sich in sein Zimmer hocken, man kann seinen Kreislauf im engen Hof antreten, man kann auf die Bastion hinausgehen — überall trifft man bie Gesichter, in Denen man iebes Fält- chen kennt. Nach bem Morgenappell unb Dem sparsamen Frühstück geht er zur Bastion hinaus. Durch ein überbautes Torgewölbe. Das aus bem Hos heraus, führt, bann zwischen hohem Gemäuer steigt er Die iünszig Schritt hinauf Die Bastion ist ber höchste unb äußerste Punkt ber Zitabelle Sie bildet einen Dreieckigen kleinen Platz Die eine Seite, nach ber inneren Zitabelle zu, ist offen Die anberen beiden Seiten laufen spitzwinkelig unb von Mauern begrenzt aufeinander zu. um an ihrem Treffpunkt von einer maurisch anmutenben Kuppel überwölbt zu werben, bie einen schmucklosen Pavillon bildet Die hintere der beiden Mauern ist sehr hoch hat aber schmale senkrechte Sehschlitze ober Gucklöcher ober wie man es nun nennen mag. man sieht durch sie einerseits in bie Straße hinein, bie vom Zitabellen- berg in Die Unterstadt führt, anbererfeits nach links hin, in einen tiefer gelegenen Teil Der Zita- belle, ber ben Gefangenen verschlossen ist Die Mauer nach vorn ist nur brusthoch Eine Flucht über sie scheint ausaeschlosien sie ist auf Den senkrecht aufragenben Felsen aufgesetzt Immer halten sich einige (Befangene auf bet Bastion auf Sie liegen in ben ßiegeffühlen, die sie von Damtani erworben haben, dem Händler, ber täglich in Die Zitadelle kommt, um den Offizieren allen möglichen erlaubten Krimskram — es gibt eine abgestempelte Liste Darüber! — anzu- brehen. Das Geld hierfür erhält er von Der Kom- Der Leiter Der Volksdeutschen Mittelstelle, der lit K <1< CK-___ w-. LL hto ni-ntin 9f u. Nun ist es Spätherbst geworben. Das weite Land m Rumänien zwischen Donau und Schwarzem Meer ist erfüllt von der Schönheit Dieser sonnigen No- oembertage. Am seiDiablauen Himmel ziehen un* enDliche Scharen 'Bögef aus Dem Norden kommend Durch Das Land werter nach Dem warmen SüDen. Voß Den weiten FelDern. Die sich bis an Die Donau und bis zu ben Ufern bes Schwarzen Meeres erstrecken, ist Die Ernte eingebracht, nur Da und Dort stehl noch ein MaisfelD, und ber Wind rauscht Durch Die Blätter Schon sind wieder einige Aecker bereit. Die Wintersaat aufzunehmen, Die eiserne Pflugschar hat Die schwarze, fette ErDe in Schollen aus Dem Boden herausgehoben, schnurgerade liegen die glänzenden Furchen nebeneinanber lieber ber Donau liegen am Morgen breit unb bicht Die Nebel und lösen sich erst widerwillig, Öen von ber Sonne, Die sich siegreich Durch- t. Der Herbstwind weht über bas Meer unb wühlt es auf. Die Wellen rauschen In ewiger Folge, geziert von weißen Schaumkronen, gegen Die Küste Bläst Der WinD stärker über Das Wasser, so werben aus ben Wellen Wogen, gläserne schillernbe Wogenberge. bie gegen die Küste rollen unb tosend zerbrechen Die Blätter der Akazienbäume, bie in Den Dörfern stehen, sind ganz gelb geworden und taumeln langsam von Den Zweigen Es ist ein großer Abschied in ber Natur. Der nicht traurig stimmt, ber nur zum Denken zwingt, ber oft Klarheit schafft und neue Wege weist. Kein Abschied für immer ist es. halb kommt bie Wiederkehr Des Neuen, alles ist bann frisch und kräftig, ein neuer Abschnitt be* ginnt In ber Dobrubscha, biesem Land zwischen Donau und Schwarzem Meer, nehmen auch in Diesen Wochen des Spätherbstes Taukenbe von deutschen Menschen Abschied von Dem BoDen. ben sie Jahrzehnte bestellten, von Dem Haus unb Hof, in dem sie ebenso lang arbeiteten unb lebten, sie löschen Die Feuer am häuslichen Herb und kehren heim in bas Lanb. aus bem ihre Vorfahren einst ausgezogen waren. In Mangea-Punar. einem am Gestabe des Meeres liegenden freunblich stillen Dorf mit schmucken weißblau getünchten Häusern, das fast durchweg von deutschen Bauern bewohnt ist. rüstet man zum nahen Aufbruch ins Reich. Schon ist aller Hausrat verpackt, nur Das Notwendigste ist noch in Den Stuben, ein oder zwei alte Stühle, um sich noch ein wenig Hinsehen zu können, ein alter Tisch, ben man nicht mitnimmt, ein blinder Spiegel an Der Wand, Der ausgedient hat Sonst sind Die weißen Wände kahl, und Das Sonnenlicht flutet in bie Räume, in benen alle Fenster offenstehen. Im Hof, im Stall und in der Scheune ist alles so. daß ber, ber als Nachfolger bes deutschen Bauern an Den Hof kommen wird, die besten Vorbedingungen für einen guten Anfang hat Ja, sie werden sich tüchtia anstrengen müssen, die. bie nun die deutschen Bauernhöfe in ber Dobrudfcha überneh* sich das Meer. ... Viktor denkt an nichts Bestimmtes. Denkt er an überhaupt nichts. Er ist nur von i ■ •üblen angefüllt. Sie kreisen um Thea. Nach Skandal mit Mervinger hat er sie nicht mehr * sehen Wie bättf er ber Ehrlose, ber auf Reichtum spekulierte, es wagen bürjen. sich ihr einmal zu nähern! Er hat chr nur einen kiE Abschiedsbrief geschrieben, bevor er bie Reise u“ ben großen Teich antrat. Aber er hat sie nicht A gellen können Er liebt sie noch immer Aber In' Liebe ist anbers geworben, meint er, tiefer, «W Härter, bewußter. (Fortsetzung folgt) Die Offiziere bes Ehrengerichts hörten Dr Mer- ptnger mit höflichem und eisigem Schweigen und schmalgepreßtem Mund an Mit dem Herzen ftan» ben sie auf Viktors Seite. Aber Viktor mußte man verobschieben, unb Mervinger mußte man beim Abschied bie Hand geben Man tat es, indem man ben Arm sehr stets von sich ab hielt unb eine ebenso steife Verbeugung machte. Viktors Pläne für eine leuchtenbe Zukunft waren über Nacht zusammengestürzt Im Mai 1914 — bie Festungshaft hatte man gekürzt — nahm er ben Weg, Den vor ihm so viele verkrachte Eristenzen eingeschlagen hatten: ben Wea in Die Neue Welt Er trieb sich, ohne schon festen Fuß gesoßt zu haben, in Neuyort herum, als ber Weltkrieg ausbrach Da frohlockte er schon Es war Die große Chance für ihn. Die einzige Chance, seinen Ehrenschilh wieber blank zu bekommen Mit dem ersten Schiff — es war ein, schwebisches — fuhr er nach Europa, um sich seinem Regiment zur Verfügung zu stellen, unb selbst wenn er wieber als ganz gewöhnlicher Soldat anfangen mußte. Seine Ehre, fein Berus, feine Heimat, seine Liebe — alles, alles war wieder mn einem Schlage erreichbar geworden Welches Glück für ihn — dieser fürchterliche Krieg! Auf dem Schiss befanden sich noch sechzehn an bere, Die gleich ihm unter ben beutschen Fahnen kämpfen wollten Darunter Iürk Solterbeck Er war um brei Jahre älter als (Bienant, neubackener Re- serveofsizier unb von seinem Vater gerabe zu einem halbjährigen Ausenthalt in die Staaten entlaubt worden, um die Dortigen Verhältnisse zu studieren Vom ersten Augenblick an schlossen sie sich einander an Im Kanal überfiel Viktor wieder sein Mißgeschick Ein französisches Torpedoboot stellte ben Schweden unb nahm mit bem Recht bes kriegsührenben Staates bie sechzehn wehrfähigen Deutschen gefangen Die sechs Offiziere ber Reserve unter ihnen (amen von Brest in bas Gesangenlager nach Belle Isle. Auch Viktor. Zwar war er nicht mehr Dfji» mar. Mancher liebe Kamerad mag hier in einem der verschiedenen Friedhöfe zur letzten Ruhe gebettet fein Wir haben keine Zeit unb Ruhe, Denn man braucht uns Wir marschieren über Fricouri wo einst Richthofen vor seiner Uebersührung nach Deutschlanb sein Grab fand, und Albert auf Dem Rorbufer Der Somme weiter auf Amiens los. während wir 1918 im März nach SuDeu über die Somme abbogen So zogen im Fluge eines einzigen Marschtages die Bilder aus fünf Kriegsiahren vor- über, und dankbar empfanden wir alten Soldaten es Daß unserer, unter unserem Befehl marschierenden jungen Mannschaft Die Kämpfe und Opfer erspart geblieben sind, die wir selbst hier in all ihrer FurchGarkeit kennengelernt hatten. Was nun kam. schien auch für uns Neuland zu fein. Während der großen Schlacht in Flandern, In Der Abwehr bei Amiens und ostwärts Davon bereiteten wir uns Darauf vor. eines Tages aus unseren Stellungen anzutreten gegen Die Wey - gand-Linie auf Die Frankreich seine letzte Hoffnung setzte. Am 7. Juni war auch für mein Bataillon d§r Auaenblick gekommen, wo mir über die Somme vorstoßenD ober aus bem kleinen Brückenkopf von Aubigny ostwärts Amiens vor- brechend, aus ber Abwehr wieber zum Angriff antreten konnten. Mein erstes meltergeftedtes Am men, denn ber beutsche Bauer hat sich mit Meiß unb Tüchtigkeit einen Hof geschaffen, Der ein Vorbild sein kann für jeden Landmann. Viel lassen diese deutschen Menschen zurück an den Stätten, an denen sie groß geworben sind, manche Erinnerung an schöne Sage in ihrem Leben taucht gerade setzt beim Abschied wieder auf, und hm und wieder greift wohl eine stille Wehmut um sich, aber bann ist ba Das anbere, bas Große. Der Führer hat uns in das Reich gerufen, wir sollen heim nach Deutschland, in das große stolze Reich. Wir sollen fortan mitschaffen in Gemeinschaft mit unseren Brüdern unb Schwestern am großen Werke Adolf Hitlers. Das ist bie große Freude, bie alle Wehmut überbrückt. Von ganzem Aerzen freuen sich diese Menschen, ob jung ober alt In Mangea-Punar, bas heißt auf beutsch „Büffelbrunnen", ist am Tage vor der Abreise eine freudige Unruhe. Im Hause Des Bauern Baumstark eilen Die Kinder mit glänzenden Augen durch die leeren Zimmer und laufen Dann wieder hinaus auf Den Hof. Der Kleinste, Drei Jahre ist er alt, geht zu Den PferDen, bie im Hofe an einer Akazie angebunden stehen, unb streichelt ben zu Boden geneigten Hals der braunen Stute. Dann wendet er sich und kommt zum Vater, der an der Haustür steht, unb Jagt zu ihm: „Vater, bie Pferd' foll’n in Den Stall!" — „Na. brina's halt rem. Die letzte Nacht", lagt ber Vater „I kann net", antwortet leise ber Kleine, er weiß, baß er noch zu klein und schwach ist für solche Arbeiten, aber schon beschäftigen sich seine Gedanken mit den Tieren und Dingen am väterlichen Hof Das wird einmal ein richtiger deutscher Bauer auf irgendeinem Platz in Deutschland werden. Die Mutter spricht mit den blonden blauäugigen Töchtern nochmals über Das Hausgerät, bas mitgenommen werben konnte unb in ben Koffern unb Kisten schon verpackt ist Auch ber alte Großvater Baumstark freut sich mit allen Fasern seines sung- gebliebenen Herzens auf bie Heimfahrt Ins Reich zuerst ben Nibelungenstrom aufwärts unb bann weiter auf ben stählernen Schienen bis mitten nach Deutschlanb hinein. So, wie in ber Familie des Baumstarks alles voll Freude und Erwartung ist alles bereitsteht zum Aufbruch, so ist es in jedem deutschen Bauernhaus m Mangea-Punar. liberal! ist abgeschlossen mit dem bisherigen, überall ist man bereit, bem Neuen mit offenen Herzen und klaren Augen entgegenzutreten. liegt doch bas Neue, bas nun für jeden von ihnen kommt in ihrer wirklichen ursprünglichen Heimat, in Deutschlanb Und so wie es in Manaea^siunar Der letzte Tag vor der Heimkehr ist, so ist es auch in all ben anderen Orten Der Dobrudscha. in Denen Deutsche bis» her lebten, der letzte oder einer der letzten Tage. Bald haben alle 12—15 000 Volksdeutschen Den W-a in die Heimat ongetreten. Ungern sehen die Rumänen, sie setzt scheiden, zier, aber in einem seiner Papiere stand noch ein < Vermerk, daß er es gewesen war Unb ba Die Fran- i zosen währenb ber ersten Krieasmonate ihren . Stolz bareln setzten, möglichst viele Deutsche Offiziere unter ihre Obhut zu bekommen, so steckte man auch Viktor kurzerhanb in ein Offizierslager, wo sie auf Befehl ber Kommanbantur wegen Fluchtgefahr halb nur noch in Uniform gehen burften, die sie ich von zu Hause schicken lassen mußten Viktors Herstellung auf Wiederherstellung seiner Ehre war in bie Brüche gegangen. Sie schien hinter bem Stachelbraht enbgültig vernichtet Er litt mit vielen tausenD Offizieren Die Entbehrungen ber Gejangenschaft. Aber bie anbern hatten wenigstens gekämpft Sie hatten in Den vordersten Linien gelegen, waren verwundet, verschüttet, beim Sturmangriff abgeschnitten worden Sie waren ehrliche (Befangene Er selbst — zu aller Unehre, die er schon vor dem Krieg auf sich geladen hatte kam nun noch diese klägliche Gefangennahme, bevor er überhaupt einen Schuß Pulver gerochen Viktor liegt mit heißem Gesicht Seine Nerven zucken Stunde um Stunde durchgrübelt er* die Rächt und wird von einer Empfindung in die andere gestürzt Bitterkeit und ohnmächtiger Zorn auf sein Schicksal, Sehnsucht unb zartere Regungen. Ueberbruß unb Ekel unb am allermeisten dos Bewußtsein. ein minderwertiger unb von allen guten Geistern verlassener Mensch zu sein — bas alles tobt sich in einem wilben Aufruhr in ihm aus Der erste Ovalglanz ber Morgendämmerung Durchdringt schon Oie blaue Nacht Viktor steht auf und geht leise an das Fenster Eine dumpfe Schwüle lagert in bem Raum, in bem bie Atemzüge ber (Befangenen burcheinanber wehen, seufzen, röcheln, stöhnen, knarren Er steigt wieder auf bas niebrige Sims unb hält sich an zwei Eisenstangen Die herandrängende Morgenluft kühlt lein heißes Gesicht Das Fiebern bes schweiß'suchten Körpers läßt allmählich nach Mit realofem Blick starrt er über Die Dunkle Fläche bes Meeres Vor Der italienischen Küste steigt in das Opal des Morgens bald ein zartroter Ton. Der wächst rasch höher hinan und färbt sich in der Tiefe wie Brandglut Dann wabert ein purpurner Gold- i |aum den ganzen Horizont entlang, als ob Him- > mei unb Meer, wo sie sich berühren, in Brand ae- . taten wären. Endlich taucht riesig und blutrot Die griffsziel des Tages war bas Dorf (Benteil es. Auf ber Hochfläche vor ihm aber konnte ich einem meiner Kompaniechefs zeigen „Dort Drüben im Sübosten liegt Thennes rind Dort Hangard. unD an jenem WalDstück habe ich im April die Stellung meiner Kompanie gehabt, die am weitesten gegen Amiens unser Ziel, herangeschoben war Damals wußte ich nicht Daß mir eine besondere Ueberraschung noch bevorstand. Denn als ich letzt zu Hause in alten Karten kramte, fiel nur eine Skizze, längst vergessen, in bie Hanb, bie ben Kopf trägt: „Angrisssstreifen für ben Angriff ber 25 2 D am 4. IV. 1918." In ihrem Streifen aber liegt — Gentelles, unb als damaliger 116er war ich auf bas gleiche, aber nicht erreichte Angriffsziel ongesetzt^wie jetzt als 36er, nur mit dem Unterschied. Daß Damals Der Stoß nach NorDwesten gegen Amiens zu führen war, dieses Mal von Amiens nach Süden gegen — Paris. Am Abend Des 7 Juni war ich mir allerdings dessen nicht mehr bewußt, daß sich hier in Gentelles nach 22 Jahren erfüllt hatte, was 1918 ein Versuch geblieben war. Der Fall, zweimal im Leben nach so langer Zeitspanne auf ein doch verhältnismäßig kleines Ziel zum Angriff angesetzt zu sein, Dürfte nicht allzu häufig fein Es war für mich bie größte Ueberraschung beim Suchen auf eigener Spur. vor allem Das neue Rumänien gibt bas offen ff r unb bekennt freimütig, Die deutschen Bauern wom 6Ä Vorbild für uns, es ist schmerzlich, sie zu di: g” lieren, aber wir können es nur zu gut begreif daß diese Deutschen Menschen keinen Auyenbli! H zögern, rief sie doch ihr großer Führer in bs mächtig geworbene Deutschland zurück, ba bltifi keiner. Ja, diese Deutschen haben ihren Platz n Sübosten immer voll ausgefüllt, sind nicht gtmari! noch gewichen, wenn auch oft schwere Stürme ük sie hinwegbrauften. sie standen wie knorrige Deutlft Eichen unb trotzten ben Unbilden und Widrigkeit,', n die nur allzu oft in ben vergangenen Jahren Ute | sie hereinbrachen. Starke, gesunde beutsche Bauernfamillen uit! auch eine große Zahl Handwerker ziehen hm. Zahlreich sind die Kinder ber einzeln. Familien. Das ist mit ein Geschenk, das biß; Deutschen heimbringen. Sie werden sich einfÜM als ein starkes Glied in Die große Gemeinschaft te gesamten Deutschen Volkes unb werben unter te Führung Adolf Hitlers mitbauen am Reich S nehmen sie nun Abschied von der Erde, aus te sie mitten in der Fremde emporwuchsen, und Idjoti ihre Kindeskinder werden nur mehr aus bei* A zählung von bem Land, wo sie einst lebten, wo Ihn Höfe standen, und von der großen Heimkehr i^ Väter und Großväter ins Reich, wohin sie du Führer rief, wissen. ^-Kriegsberichter Dr. Pogatschnigg Auftrage des Reichsführers ff die große Au», f i ed l u n g s a k t i o n der V o l k s d e u ts ch«, aus Bessarabien unb Der Norb-Buki. m i n a leitete unb nunmehr auch bie Leitung be Aussiedlung aus ber Dobrudscha und te Süd-Bukowina innehat. Er führte diese groß Völkerwanderung mit seiner Dienststelle und ir.; Unterstützung des NSKK., ber NSV. unb des Den: fchen Roten Kreuzes durch. Er hat das beutsh Kommando beim Einmarsch nach Bessarabien dis jü russischen Grenze geleitet und überprüfte später felbr im bessarabischen Gebiet den Fortgang der Arbeit- Unser Bild zeigt ihn in G a l a tz, wo er neue Richt linien über Die Aussiedlung aus der Dobrudscha goß Im Hintergrund Generalkonsul W i n d e g g e r d® I «y. |n der deutschen Gesandtschaft in Bukarest, ber bei te Aussiedlung behilflich war. | (ff-PK.-Slapak-Scherl-M.) I «irisch I H a ----------- . ---- ===== - p} späten Herbst geht Viktor tritt an bie brusthohe Mauer. UnmltW am Fuß bes Zitabellenberges liegt Der alte Hosm Nackte Kinder spielen zwischen bem UfergefwW herum unb springen hin unb wieber ins Der Krieg berührt sie noch nicht, verworren Mrd ihr Gekreisch bis heraus Aus der anderen SeitH der Ha^n von einer Reihe alter Häuser eingefuiM die wie Miniaturwolkenkratzer wirken, weil sie sehr schmal sind im Verhältnis zu ihrer Höhe M Ende ber Häuser schließt sich im rechten Winkel p schöner großer Plötz an. bie Place St. Nicolas -i* ber Mitte gleißt das Marmordenkmal des gw Korsen im klassischen Stil Schöne neue Gebo^ begrenzen ben Platz auf einer Längs- und eirr"1 Schmalseite, meist Hotels, Casös unb Geschah Häuser An seiner Hinteren Ecke beginnt Der NJ Hafen Zwei TorpeDoboote unD einer Der W Dampfer, bie zwischen Marseille unb Korsika kehren, liegen barin. Hinter all Dem, bem alten Hafen, ber W* St Nicolas unb Dem neuen Hgsen, baut sich/ , Stadt auf. Die äußersten weißen Landhäusch" liegen zwischen Den Oliven- unD FeigenterraHtl verstreut, über Denen Das Felsengebirge als ichließenDe Kulisse beginnt. Vor all Dem aber M* Lieferant- auch Ihrer: Krankenkasse r nicht gts ? Stürmii In dem Spiele des VfB.-Reichsbahn gilt es für Naunheim feinen Tabellenführer zu behaupten. Da Wetzlar und Steinberg punktgleich sind, wird der Sonntag entscheiden, wer den zweiten Tabellenplatz einnimmt. Trotzdem Mobs und Mühlhäuser bei Wetzlar bestimmt mitwirken, haben die Teutonen noch nicht verloren. Die Steinberger Mannschaft in ihrer derzeitigen Verfassung ist nicht so leicht zu schlagen. Sollten die Sportfreunde gegen die Luftwaffe gewinnen, so wird das erzielte Torverhältnis darüber entscheiden, wer das Tabellenende einnimmt. VfB.-Reichsbahn — Naunheim Die Frage, die die Sportinteressenten diese Woche bewegte, nämlich, ob VfB.-Reichsbahn Naunheim schlagen kann, wird am Sonntag auf dem Spielfeld beantwortet werden. War man vor 14 Tagen #douffUlOM, HuKtr-Mkd eik, DcuucM&lf uh. Gießen, den 27. November 1940. Der Oberbürgermeister: Ritter. a) für land- und forstwirtschaftliche Betriebe auf............ b) für Grundstücke auf........ 4. Schiffenberg: a) für land- und forstwirtschaftliche Betriebe auf . . . » ........ b) für Grundstücke auf........ II. Gewerbesteuer. nfamillin ziehe» I der ch nf, du! . sich tir emeinlchi -den Urin am Mit Erde, ie hsen, uni. r aus dl! lebten, R heimledi wohin \i 280 v. H. 1 der (steuer* 135 v. H. f meßbeträge er ö, Bekanntmachung. Die städtische Fuhrwerkswaage im Wetzlarer Weg wird roeaen Neueichung vom ZHonlag, dem 2n bis 7. Dezember 1940 einschließlich gesperrt. Versunkene Orte in Hessen und im Reich Ein Vortrag im NS-RechtSwahrerbund in Gießen. Helle, i, ibeilll 'tb.in .Seitaj ha uni te dich, teile Un> and du' das K • rabienb. ! te ipaliif . ... x . bertik konnten. igentn n® on beno* , Ml ien funj einem en. , in >h"" n W es uer. sti eher In»® oennomi! Sjäul« ft lh-"L Ml *2 e neue £ 'M , unö - besiinnt^ einer uni®* d ß-K behaupteten. Die Mehrzahl der bekannten Wüstungen sei bereits vor dem Ende des 16. Jahrhunderts lachweisbart der umfassende Verödungsvorgang er- trecke sich vom Beginn des 13. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts und hänge in der Hauptsache mit )em Aufkommen und der Ausdehnung des Städtewesens zusammen, durch den eine Bevölkerungsoerschiebung großen Stils vom Lande in die benachbarten Städte ausgelöst wurde. Bei dem Vorgang des Wüstwerdens von Ort- noch genügt, den Ncmnheimern einen eindeutigen Sieg vorauszusagen, so ist durch den Sieg des Vorsonntags die Frage nach dem Sieger dieses Spieles als vollkommen offen zu bezeichnen. Die Gießener können sich mit Recht eine Gewinnchance ausrechnen. Naunheim hatte bis jetzt auswärts noch keinen schweren Gegner, es ist daher einer Prüfung auf „Herz und Nieren" noch nicht unterzogen wor- den. Die Naunheimer sind schwer zu schlagen, aber sie können geschlagen werden. Geht die VfB.- Mannschaft von Beginn an mit dem notwendigen Ernst an ihre Aufgabe, so haben sie das Spiel noch wicht verloren. Die DfB.-Mannschaft ist in ihrer Aufstellung gegenüber dem Vorsonntag nicht geän- Bekanntmachung. In der Zeit vom 14. bis 22. Dezember 1940 findet auf dem Lindenplatz der diesjährige Weihnachts- markt statt. Anträge auf Platzzuweisung für 23er- kaufsstände aller Art sind bei der Stadtverwaltung (Stadthaus, Bergstraße 20 — Zimmer Nr. 18) bis spätestens zum 7.12.1940 einzureichen. 5333C Gießen, den 30. November 1940. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Nicolaus. Die Kreisgruppe Wetterau des NS.-Rechtswah- rerbunües, Sitz in Gießen, eröffnete .ihre Winterarbeit 1940/41 am gestrigen Freitagabend im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts mit einem Vortrag des Unioersitätsprofessors Dr. Frölich über das Thema „Spuren untergeganae- ner Ortschaften (Wüstungen) in Hessen und benachbarten Gebieten". Kreirgruppenführer Oberstaatsanwalt K n a u tz begrüßte zu Beginn als Vertreter des Kreisleiters den Pg. Habel, ferner ben Redner des Abends und Professor Dr. Rauch als Hausherrn des In- tituts sowie die zahlreichen Zuhörer, darunter auch zum erstenmal die Studenten der Juristischen Fakultät. Dann sprach , Professor Or. Frölich in fesselnder Weise über sein Thema. Einleitend betonte er, daß die Zahl der dörflichen. Niederlassungen im Mittelalter weit größer gewesen sei als heute, und viele der früheren Ortschaften später wieder verschwanden ober sich nur noch in Resten Wer ImI hat, kennt keine Reinigungeforgen; für schmutzige 6erufs- klciöung gibt es nichts Geeigneteres. iMi löst jede Aufgabe spielend und macht Verwendung von Seife und ZVafch- pulber überflüssig! fiatiöfraü, begreife: XiMi fpart Seife! ab 1. Dezember wieder vormittags von 9 bis 11 nachmittags von 2 bis 4 Uhr mit Ausnahme am Samstagnachmittag In Vertretung: Dr H. Volz Facharzt für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe 5329 D Haushalissahung der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1940. Auf Grund des § 86 Abs. 2 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 (RGBl. I S. 49) wird für das Rechnungsjahr 1940 folgende Haushaltssatzung bekanntgemacht: I. §1. Der dieser Satzung als Anlage beigefügte Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1940 wird im ordentlichen Haushaltsplan m den Ausgaben auf .... 10855211,09 RM, und im außerordentlichen Haushaltsplan in den Ausgaben auf .... 1393466,67 RM. Dorflage selbst, das Wegenetz, die guts- und landesherrlichen Lasten, die Genossensch^'t der Hufenbesitzer, ihre Verfassung und ihr Gericht erfuhren keine Aenderung. Einen ähnlichen Anblick wie die geteilte gewährte die gemeine Mark des wüstgeworbenen Dorfes. Die Markgenossenschaft bestehe weiter mit sämtlichen Rechten und Pflichten der Teilhaber, ebenso die bisherige Art der Nutzung von Weibe, Wald und Jagd. Im weiteren Verlaufe seiner interessanten Darlegungen berührte der Vortragende u. a. auch den Einfluß des Wüstungsoorganges auf die kirchlichen Verhältnisse. Er erwähnte, daß oft die Kirche, in der Regel der einzige Steinbau des Ortes, an ihrem Platze geblieben sei, während man die Holzhäuser der aufgegebenen Siedlung meist abgebrochen und an den neuen Wohnsitz mitgenommen habe. Die alte Kirche sei weiter im Besitz ihrer Pfarrechte geblieben und nach wie vor zum Gottesdienst benutzt worden, ferner habe man die Toten der aufgegebenen Gemeinde aus dem Friedhof bei der verlassenen Kirche bestattet. Später seien bann in den benachbarten Städten eigene Kirchen eingerichtet worben, auf die die Pfarrechte übergingen, während die Außenkirche zur Kapelle herabsank und nur noch OmfUnOch» *rätv*g dvete \ Niederhausen 4 Co. \ Gießen, Ruf 8941 an bestimmten Festen auf gesucht wurde. Schließlich überließ man bie Kirche sich selbst, die immer mehr verfiel und einstürzte, bis nur noch eine Ruine übrigblieb. Mit diesem Entwicklungsgang erklärte der Vortragende die Existenz der häufig überlieferten sog. Wüstungskirchen oder Feldkirchen, die in Hessen als ,Hirchenstumpf" ober „stumpfe Kirche" bezeichnet werben. Er erwähnte ferner, daß diese, Ueberrefte vielfach nur noch an geringfügigen Spuren im Gelände, gelegentlich auch an besonderen Rechtslagen wahrzunehmen seien. Mancherorts habe sich die Erinnerung an den ehemaligen Zweck des Ortes oder des Baues nur noch in den Flurnamen erhalten oder in dem Brauch, daß auf dem Platze der ftüheren Kirche bei gewissen Anlässen Gottesdienst stattsinbe und verschiedentlich in Verbindung damit ein Markt veranstaltet werde. Eine große Anzahl guter und vortrefflich wieder- gcgebener Lichtbilder aus Rheinhessen, Nassau, Oberhessen, der Fritzlarer Gegend, ferner aus Westfalen, Hannover, Sachsen, Thüringen und Pommern, schließlich aus dem Saarland und aus süddeutschen Bezirken zeigte baulich interessante Ueber- refte von verschwundenen Ortschaften, vor allem sog. „Kirchenstümpfe", alte Dorflinden usw. Mit diesen Bildoorführungen wurde der anschauliche Vortrag in bester Weise bereichert. Die Hörer dankten Professor Frölich für seine tiefschürfenden Darlegungen mit herzlichem Beifall. Dann wurde der Abend von Oberstaatsanwalt K n a u ß in üblicher Weise geschlossen. Oer Fußballsonntag. VfL. Marburg — 1900 Bissenberg — Burgsolms VfB.-Reichsbahn — Naunheim Wetzlar 05 — Watzenborn-Steinberg Sportfreunde — Luftwaffe Die Marburger Mannschaft stützt sich neben bewährten eigenen Kräften auf Spieler von verschiedenen Gauligamannschaften, die zur Zeit in Marburg weilen. Trotzdem gehen die 1900er nicht ohne jede Aussicht in diesen Kampf, da der Marburger Sturm in den letzten Spielen sich gegen harte Hintermannschaften nicht sich durchzuseAn verstand. Bissenberg kann fast die gleiche Mannschaft wie vor dem Kriege stellen. Unter diesen Umständen wird Burgsolms sich kaum durchsetzen können. dert. Mißverständnisse müßten daher von Beginn an ausgeschlossen sein. Die Gießener schauen vertrauensvoll auf die Mannschaft, und wir glauben, daß sie es verdient. In dem Schiedsrichter Engelter, Marburg, hat das Spiel einen Leiter, der der richtige Mann sein sollte. VfB.-Reichsbahn spielt mit: Benner: Fleischhauer, Schlitz: Godglück, Schmuck, Kraft, Ehmann; Kramer, Heß, Rahn, Hofmann. VfL. 1860 Marburg — 1900 Gießen. Die Fortsetzung der Meisterschaftsspiele führt die Blau-Weißen am Sonntag zum VfL. 1860 Marburg. Abgesehen von den fast jährlich durchgeführten Gesellschaftsspielen ist es schon jahrelang her, daß die Mannschaften sich im Punktekampf gegen- überstanden. Man wird deshalb in Gießen sowohl wie in Marburg allgemein interessiert sein, wie der Kampf ausgeht, selbst unter Berücksichtigung der derzeitigen allgemeinen Ersatzeinstellüngen. 05 Metzlar — FC. Watzenborn-Steinberg. Am morgigen Sonntag fährt die I. Mannschaft des FE. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg zum fälligen Meisterschaftsspiel nach Wetzlar. Die ersten Spiele der derzeitigen Serie dürften das Können der Wetzlarer zur Genüge unter Beweis gestellt haben. Für die „Teutonen" ist dieser Gang sehr schwer, doch gehen sie nicht ganz aussichtslos dorthin. Krelsklasse Steinbach — Hungen Lollar — Wißmar Sollten die Steinbacher die gleiche Form wie in Hungen erreichen, so stehen sie vor einem weiteren Punktgewinn. Das Spiel in Lollar dürfte eine einseitige Sache der Platzbesitzer sein. Sehr.: Grundsteuer für 1940 Rj. Bekanntmachung. Die Zustellung der Grundfteuerbescheide für bas Hj. 194^ wird bis zum 3. Dezember 1940 beendet jein. Wer bis dahin keinen Grundsteuerbescheid er» 1 hüten hat, hat die Grundsteuer in der für das Rechnungsjahr 1939 angeforderten Höhe zu den ! festgesetzten Fälligkeitsterminen weiter zu entrichten, ji Eine Stundung von Amts wegen erfolgt nicht nehr. Für die Steuerschuldner. Denen ein schriftlicher Grundsteuerbescheid nicht zugegangen ist, treten mit dem "läge der öffentlichen Bekanntmachung die gleichen Rechtswirkungen ein, als wenn ji rjnen an diesem Tage em schriftlicher Grundsteuer- tescheid bekanntgegeben worden wäre. . Ab Rechnungsjahr 1940 fällt die bisherige Vergünstigung weg, wonach die Grundsteuer, und zwar sowohl für die land- und forstwirtschaftlichen Be- triebe als auch für Grundstücke, jeweils für zwei Nonate zusammen fällig war: Die Zahlung hat vielmehr in 12 Raten am 15. eines jLen Monats zu je x!u des Jahresbetrages geschehen. Diejenigen Steuerschuldner, die keinen Grund- firuerbefdjeib erhalten, werden durch Postkarte benachrichtigt, unter welcher Steuernummer sie von jcht ab ihre Steuerzahlungen zu leisten haben. Bei tsr Zahlung an der Kasse ist neben dem Steuerbescheid auch die Benachrichtigungskarte vorzulegen. Franz Seltersweg Vevfieisevung. Wegen Aufgabe der Landwirtschaft verweigere ichÄNontag, den S.Dez., ab vorm.10Uhr:2 junge Fahrkuhe, 2 Wagen mit Ernteleitern, 1 Pflug, 2 Eggen, Mähmaschine mit Handablage und Schleifstein, Jauchesatz (neuwertig), Kultivator, Häckselmaschine, Dickrvurzmllhle und ein Rollseil von 23 Meter Länge. Berner stehen zwei leichte ältere ferbe zum Verkauf. 03M7 CuOtDlg ülönller. BotlOatOsItlOen Nachlässe von 8 bla 90 v. M. er batten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige I 2. Stadtteil Gießen-Wieseck: c) Zweigstellensteuer auf... . 360 v. H. der Steuermeßbeträge 3. Stadtteil Gießen-Klein-Linden: SSSSSSaSÄ::: I c) Zweigstellensteuer auf. . . ; 340 v. H. der Steuermeßbetrüge 4. Schiffenberg: ßb-träg- III. Bürgersteuer. Stadt Gießen mit eingemeindeten Vororten auf 600 v. H. des Reichssatzes. IV. Hundesteuer. 1. Stadt Gießen: a) wenn der Beginn des Hundebesitzes in die Zeit vor dem 1. Oktober fällt, auf .....36,— RM. b) vom 1. Oktober ab auf ...... 18,— 9?M. für jeden Hund. 2. Stadtteile Gießen-Wieseck, Klein-Linden, sowie für Schiffenberg: auf 24,— RM. bzw. 12,— RM. 8 3. Der Höchstbetrag der Kassenkredite, die im laufenden Rechnungsjahr zur Aufrechterhaltung des Betriebes der Stadtkasse in Anspruch genommen werden dürfen, wird auf 600000,— RM. festgesetzt. In diesem Höchstbetrag sind 400000,— RM. Kassenkredite enthalten, die auf Grund früherer Ermächtigung aufgenommen und noch nicht zurückgezahlt sind. §4. Der Gesamtbetrag der Darleben, die zur Bestreitung von Ausgaben des außerordentlichen Haush altsvlans bestimmt sind, wird auf 604000,— RM. festgesetzt. II. Die nach § 86 der Deutschen Gemeindeordnung erforderlichen Genehmigungen der Aufsichtsbehörde zu den §§ 2, 3 und 4 sind unter dem 23. November 1940 erteilt. 5348C Gießen, den 28. November 1940. Der Oberbürgermeister. Ritter. er neu?! obrud,^ J«081! i . st, der h ’ r. 1 Die Steuersätze (Hebefätze) für die Gemeindesteuern, die für jedes Rechnungsjahr neu festzusetzen sind, werden wie folgt festgesetzt: I. Grundsteuer. 1. Stadt Gießenr , a) für land- und forstwirtschäftliche Betriebe auf............ 280 v. H. 1 der ©teuer* b) für Grundstücke auf .....135 v. H. f meßbeträge Für steuerbegünstigte Wohngebäude in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ist die Grundsteuer nur mit 50 v. H. der sich hiernach errechnenden Steuerschuldigkeiten zu entrichten. 2. Stadtteil Gießen-Wieseck: a) für land- und forstwirtschaftliche Betriebe auf...... 280 v. H. 1 der Steuer* b) für Grundstücke auf........108 v. H. J meßbeträge 3. Stadtteil Gießen-Klein-Linden: Die Beisetzung findet Montag, den 2. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand nehmen zu wollen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, guten Mann, meinen stets treusorgenden. herzensguten Vater und Großvater, unseren guten Bruder. Schwager und Onkel Heinrich Schleifer Reichsbahnobersekretär a. D. nach schwerer Krankheit, im Alter von 67 Jahren, zu sich zu nehmen. In tiefer Trauer: Marie Schleifer, geb. Etter Anna Daniel, geb. Schleifer Hans-Joachim Daniel und alle Angehörigen Reichstreubund ehemal. Beruf «Soldaten Am 28. d. M. ist unser treuer Kamerad Herr Heinrich Schleifer, Deichsbahnobersekr. i. R. aus dem Leben geschieden. Wir bitten die Kameraden, dem verdienst- i, langjährigen Vorstandsmitglied zahlreich die letzte Ehre zu erweisen. Beerdigung: Montag, 2. Dezember, 15 Uhr, Neuer Friedhof. 534oD vollen, i elikanapotheke. 4943V 5336 D STADTTHEATER GIESSEN d Q Bezirksstelle Wetzlar, Nauborner Straße 148, Tel. 2344 5347 D Kassenstunden Sonntag von 11 Uhr bis 12.30 Uhr. Die Nachmittagskasse ist geöffnet ab 14.45 Uhr (Tel 29 30) Weikn&ckts ■ Ausstellung obetkessiscket Künstlet Mündlich können Sie mir wenigen lagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige lagen Sie es »Uen Eintritt für Mitglieder frei - für Nichtmitglieder RM. 0.30 — für Soldaten, Studenten und Schüler RM. 0.10 Familiendrucksacher VerlobungsanzeiQen Vermählungsanzeiger Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Qescnansdnjcksacher Rechnungen brlefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schuletr.7 /oiyAAüc Organisation Stiegler, Hausser & Co., Stuttgart A"rsMusik""Challier Gegr 18 57-Gl CSSGII «NeuenwegW Besuchszeiten: Sonntags von 11.00 bis 13.00 Uhr Werktags von 17.80 bis 18.80 Uhr Dauer der Ausstellung: Sonntag,1.Dez., bis Dienstag,24.Dez. 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Durch so gesvendeteMuttcrmilchzeigtFhrinschönsterWeife edelste Hilfsbereitschaft und grösstes Verantwor- tungsbewutztfein Eurem Volke gegenüber. 'Wfiffor wennJHrüberfchüff igeMilch habt,dann VllUlltl, wendetEuch sofort an die Universitäts- Kinderklinik (Hieben, Friedrichstr. 16, Anruf 2062. Die dortige Frauenmilch-Sammelstelle gibt Euch jede weitere notwendige Auskunft, ebenso auch lede Hebamme und Fürsorgeschwester. Nach den Richtlinien der Reichsarbeitsgemeinschaft für Mutter und Kind werden für den Liter Frauenmilch RM. 2,50 vergütet und während des Krieges autzer der Nährmittelzulage für jede stillende Mutter noch 250 Gramm Fleisch,und 125 Gramm Butter pro Woche als SonderZulage gewährt. 6051D Nniverfitäts- Staats. Gesundheitsamt Kinderklinik Gietzen Gietzen ,ößiger '-O9e **-*»»■* *55**- 5309 A Mil oiieneo Aogeo Drei Jungen uno ein Mädel en drcken ihre Walddeimat. Bon Werner Siebold 135 Seiien Texi uni 8 Kunsidruckiaieln Leinen RM. 2,85 Hugo Bermühler Verlag Berlin.Lichrerfelde Schöne Festgaben G/ESSEN'MAUMUR. GIG 5334 A erwarten Sie nun bei BETTE! Kleine und große Überraschungen für Damen und Herren, für Knaben u.Mädchen Unsere vielen Schaufenster er lei ch tern Ihnen die Wahl des Schenkens! Darum auch dieses Jahr zu: 0 7p Tv L>o bk S O 3B GIESSEN AM OSWALDSGAdTEN• CEUNIJ2U5/46 I r UM Kleiderkarte sogar 150 Punkte hat? doch, daO einer guten Auswahl nützlich Abteilungen auch diese Worte: 5346 A Wir haben hinter uns Freude be also nicht c Die Hauptsache man aus fen kann Ist Daß v besagen schon ein solches Fest und haben doch genug reiten können. Warum such dieses Mal, wo die Bernard & Sohn Gießen, Plockstraße 14-16 und daß di< /ir für beides alle unsere Ur. 284 Drittes Blatt ßieftener Anzeiger (Aeneral-Anzeiaer für Gberbesfen) 50 November /L DezemberR40 I i teil izeW" Auswahl- „gf’ )96 >latz14 Schw^ euonuno Gebet* ikesseh Aus Oer Stadt Gießen. Poesie her Adventszeit. Auf dem Bürgersteig steht ein kleines Mädchen lind drückt ein Tannenreislein an sich Das Reis- ein ist von einem Lastkraftwagen herunterge,allen, ler in rafcher Fahrt vorbeiratterte. Der Wagen uhr dicht am Straßenrand, so daß der kleine )weig hart am Büraersteig niederfiel, und zwar -erade an der Stelle, wo das Mädchen einen Augenblick verweilte. Zunächst war es ganz über- tascht. Dann hat es den Zweig aufgehoben, und tun steht es ganz beglückt da und preßt das bißchen Tannengrün, als bedeute es eine Seligkeit. Sicher ist der Tannenzweig als köstlicher Schatz »ach tiaufe getragen worden, und sicher hat er ort einen Ehrenplatz bekommen, wo ihn das kleine Mädchen nun als Sinnbild der vorweihnachtlichen leit verehrt und ihn vielleicht sogar mit einem ichtlein verziert In wieviel Fällen wird jetzt in hnlicher Weise die Freudenstimmung ausgekostet, e uns die Wochen vor dem weihnachtlichen Fest escheren. Mit der Adventszeit ist die. Poesie in -des deutsche fiaus eingekehrt und hat es mit stil- m Glanz erfüllt Mit einem Schlage sind bei den Erwachsenen kstliche Kindheitserinnerungen wach geworden, die fr an die Adventszeit knüpfen Wußte nicht die Jlutter damals die Dämmerstunde so wundervoll ir gestalten mit ihren Märchen und eigenen Er- bd) hingen? Gab es etwas Schöneres, als in den hmklen Nachmittagsstunden im warmen Zimmer ji sitzen und die ersten Weihnachtslieder zu fingen? hnd hatte es nicht einen verlockenden Reiz, von il dem Schönen zu träumen, das sich sicher zum Deihnachtsfest begeben würde? „Und wieder nun lißt aus dem Dunkeln die Weihnacht ihre Sterne finfeln?" Wieder ist das Haus erfüllt von jener Akheimnisvoll köstlichen Stimmung, und wieder sind L die Kinder, für die die Adventszeit ihren schön- f|?n Zauber bereithält Jedes kleine Licht, das in diesen Tagen von Kin- btrbanb entzündet und sorgsam gehütet wird, jeder foön geschmückte Adventskranz, der im Scheine sicher Kerzen erstrahlt, ist ein Symbol für das a eberfebrenbe Himmelslicht besten Kratt wir in diesen dunklen Wochen entbehren müssen. Aber !rabe ber starke Gegensatz zwischen tieffter Dun« lheit unb strahlendem Licht schafft erst die ge- hlsmäßige Voraussetzung für das beglückende Er« liien, das uns die Adventszeit vermittelt. Und bar« vn sind die Stimmungswerte von so unverfälschter fraft, daß sie sich in Wahrheit zu jener Poesie er» fyben, ohne die wir uns die Adventszeit nicht vor- Pstellen vermögen. H. W. Sch. Jetzt schon? Mit ein paar großen Tüten im Arm steuerte Frau Regler ins Haus hinein. „Wer hat denn bei Ihnen Geburtstag?" rief die Nachbarin im Parterre aus l|rem Fenster. Frau Ziegler drückte die Tüten liebevoll an sich: „Vas ist zu Weihnachten für meine beiden Jungen in Felde!" ,Zetzt schon die Weihnachtspäckchen für die Sollten?" strich sich die Hauswartin ein verwundertes Lckchen hinters Ohr. „Ist das nicht etwas früh?" „Aber nein! Wäre doch schade, wenn meine Weih- nochtsüberrascAmg erst zu Neujahr anfäme!" „Tja aber . .. So ein Päckchen braucht doch höch- stms eine Woche!" Kann man wissen, ob es beim weihnachtlichen Tastenbetrieb nicht Verzögerungen gibt? Die kichspost selbst hat übrigens mitteilen lasten, baß Veilmachtspäckchen spätestens bis zum 15 Dezember aufgegeben werden sollen, besser mch in der ersten Dezemberwoche, dann sind sie gmz sicher rechtzeitig da." „Was nun, Frau Ziegler, wenn Ihre Päckchen |ton — sagen wir mal — am 20 Dezember ober Nkch früher bei Ihren Söhnen eintrudeln? Das rrf)t doch auch keinen Spaß?" „Warum nicht?" machte Frau Ziegler ein spitz- bibisches Gesicht, als habe sie einen ganz schlauen Sdanken „Ich schreibe auf jede§ Päckchen: Erst zi Weihnachten öffnen !"Z. Reichtum in der Vorweihnacht Von Wilhelm von Scholz. Db es b»n anderen Leuten auch so geht wie mir, dich ich freilich nicht, aber ber und jener hat es üir doch schon beftätigt: daß so vom November äI auf spiegelndem Eise noch nicht begonnen hat, Üech auf zwei wichtige Feste zu: Weihnacycen uni) aeijahr! SLber diese beiden Feste find doch im Grunde M! ein einziges, ein so großes unb gewaltiges Fest, M es sich vor Fülle in zwei teilen mußte, um mit |nrer Uebermacht nicht zu erdrücken. Denn der herbeginn des Lichtes, das Wiederaufsteigen der 6ome empor aus ihrem tiefsten Stande und mal» fai en Nebeln, der sich später mit der lieben fronv it?/ christlichen Geschichte verschmolzen hat, ist der Urbrungsjinn sowohl von Weihnachten q>ie von br alle Verhältnisse des Lebens berührenden Iah- ds rneueruna. V ielleicht ist es in alter Zeit nur eine Unausge- Phenheit, eine nicht Übereinstimmende Rechnung Ui Kalender gewesen, die dazu geführt hat, daß fist dasselbe Fest wenige Tage nacheinander noch öiinal kommt. _ £t)er es hat auch möglicherweise die Kirche Weih» Seiten ein wenig vom Jahreswechsel abgerürft, hin it- ber neue Sinn, den es schon in heidnischer lotaeit hatte unb der hell vom Lichterbaum iun» lill — eben der Wiederkehr und ber Wiederauf- trf^bung der Sonne — überblendet und verdeckt ■ir’be. Und es ist wirklich zuviel an hoher Bebeu die das winterliche Fest in sich jchließt, als 3n drei Wochen ist Weihnachten! Kleine häusliche Bilder in der Adventszeit. „Wißt ihr, was bas ist?" fragt die Mutter beim Mittagessen unb hebt etwas Weißes hoch: sie ist ganz rosig im Gesicht und scheint sich auszuregen ober zu freuen, und es muß etwas Besonderes sein, das merken die Kinder gleich, aber ehe die bedächtige und schon ziemlich oerftänbtge Hannelore etwas sagen kann, ist der kleine Heinz-Jürgen ihr zuvorge- kommen: mit „au ja" und „ich weiß" will er eine längere Rede beginnen, aber weil er schon als ganz kleines Kind von heftigem Temperament war unb natürlich den letzten Löffel voll Suppe noch gar nicht unten hat, verschluckt er sich fürchterlich und hustet wild und krächzt und wird dunkelrot im Gesicht, und die gute Mutti muß ihm die Aermchen hochheben und ihn mit allerlei erprobten kleinen Künsten dem Leben roiebergeben. Hannelore, die ein Jahr älter ist und sich.infolgedessen sehr erwachsen Dorfommt, hat große Äugen, weil sie sich erstens über das Weiße, bas inzwischen unter den Tisch gefallen ist, neugierige Gedanken macht und weil sie außerdem mit sachlicher Aufmerksamkeit die mütterlichen Bemühungen um Heinz-Jürgens Wiederherstellung in allen Einzelheiten verfolgen muß Es dauert ein Weilchen, bis der kleine Bruder (immer muß man auf ihn achtgeben, und wenn man mal nicht hinguckt, gleich macht er etwas Dummes) — bis der Kleine also sein normales Aussehen und seine noch unvollkommene, aber laute unb immer ein wenig heisere Sprache wiedergefunden hat. Durch seinen Verkehrsunfall ist er jedoch im geschwisterlichen Wettstreit ins Hintertreffen geraten, unb Hannelore verkündet, ehe er loslegen kann, mit strahlendem Gesicht, daß das Weiße hier ein Brief vom Vater sei, ein Brief aus Frankreich ♦ Jetzt bekommt ber Kleine runde Kulleraugen: Frankreich, das ist beinahe so weit wie Afrika, und er besinnt sich, was der Vater ihm erzählt hat zwei ganze Tage und zwei ganze Nächte muß er in dem großen Urlauberzug, wo die Soldaten drin sitzen, unterwegs fein, bis er in der fremden Stadt ankommt, wo er jetzt wohnt. Da lacht die Mutter und mckt, und es ist wirklich ein Brief aus Frankreich vom Vater, und das Allerschönste an diesem Brief ist gleich der erste Satz, den die Mutter den beiden oorliest, unb ba steht gewiß unb wahrhaftig, baß ber Vater zu Weihnachten auf Urlaub nach Hause kommt * Das Mittagessen ist in stürmsicher Freube unb ohne weitere Sensationen zu Enbe gegangen, unb von diesem Zeitpunkt an hat bas Leben Der Kinder (von ber Mutter wollen wir hier gar nicht reben) nur noch ein einziges, großes, leuchtenbes Ziel 2Iih dieses Ziel hin leben sie mit aller Inbrunst, Erwartung unb Gläubigkeit ihrer kleinen Herzen. Das mit goldenen Kerzenflammen fun- kelnoe, von silbernem Engelshaar blitzende Ziel ihrer Wünsche und Hoffnungen heißt W e i h n a ch - t e n .. wie alle Jahre, seit sie auf dieser Welt smd. Aber in diesem Jahre wird Weihnachten doppelt schön jein, zwiefach gesegnet mit Erfüllung, weil nicht nur das Christkind kommen wird, sondern auch zugleich unb gewissermaßen Hand in Hanb mit ihm. ber gute Vater Hannelore, die em nachdenkliches Kind ist, neigt dazu, sich dieser Vor- Heilung hinzugeben unb ihre Phantasie spazierengehen zu lassen ohne alle Bedenken: für sie ist das Wunderbare noch ganz greifbar möglich in vielerlei Gestalt unb wenn man sie nicht stört und auf» scheucht aus ihren Träumen, wozu ihr Bruder absichtlich ober von ungefähr jeberzeit bereit ist, dann sieht die kleine Hannelore m ihrer ausschweifenden Phantasie an einem dunklen Winterabend vor Weihnachten den unendlich langen k^u-Zug aus Frankreich in die Bahnhofshalle rollen, unb wie er nun hält, ba steigt klappernd unb knarrend ein ganz be parfter Soldat aus dem Wagen, unb obwohl er in ber einen Hanb schon em großes, geheimnisvolles Paket schleppt und auch sonst noch allerlei an sich herumbaumeln hat, führt er an der andern noch etwas Kleines, Weißes, Strahlendes —: ba kommen sie, ber Vater unb bas Christkind Hand in Hand. • Während die Mutter in ber Küche ist, spielen die Geschwister bas schöne unb unerschöpfliche Spiel „Ich sehe was, was bu nicht siehst" — „Schwarz", sagt Hannelore und hat große Last damit, ihren Bruder davon zu überzeugen, daß schwarz auch eine Farbe ist Der Kleine lieht es endlich em unb sucht sich blind bis die Schwester mit spitzem Finger auf ein kleines Kalenderblatt an der Wand und auf die kleine schwarze Zahl 30 weist Ader jetzt ist Heinz-Jürgen dran, und er denkt lange und sorgfältig nach ehe er seine Schwester suchen läßt. „Röt'" kräht er mit seinem verschmitzten Gesicht, und jetzt, sucht sich nun die arme Hannelore halb blind unb finbet unb findet nicht das Richtige. Ihre Schürze ist es nicht, unb das Bilderbuch nicht und auch nicht das rote Puppenmützchen ihres kleinen Lieblings Ursula. „Hier in unserem Zimmer?" erkundigt sie sich mißtrauisch. Der Kleine nickt triumphierend, als die Schwester ihre Ratlosigkeit eingestehen muß, und hebt spitzbübisch das Kalenderblatt mit ber schwarzen Dreißig hoch, unb barunter kommt wahrhaftig eine schöne leuchtend rote Eins zum Vorschein. Jetzt werben gleich Tränen fließen. „Die kannst hu doch noch oor mrbt sehen", schreit Hannelore ent. ■V A - »HX'' '.’V rüstet, nachdem sie sich von ihrem Staunen und ihrer Ueberraschuna erholt hat, und-wenn nicht die Mutter m diesem Augenblick dazu käme, bräche im Kinderzimmer em gewaltiger Lärm aus. Die kluge Mutter hat aber eine Menge zu dem Streitfall zu bemerken: wie ganz befonbers verwerflich, zum Beispiel, gerade m diesen Tagen ein Krach im Kinderzimmer fei, wo doch die Wunschzettel eben erst geschrieben unb das Christkind und der gute Vater so bald zu erwarten seien. Und was es denn überhaupt mit dieser roten Eins um die sie sich hier entzweien wollten, für eine Bewandtnis habe: wenn sie morgen, allen sichtbar, erscheine, sei der erste Advent, und in drei Wochen ober in 24 Tagen sei Weihnachten, unb ob sie benn. wenn sie das bedächten, nicht am Ende etwas anderes zu tun wüßten als dieses gefährliche Spiel „Ich sehe was, was bu nicht siehst"? Die Kinder schauen sich an unb blinzeln, unb als bie Mutter roieber in bis Küche gegangen ist. bleibt es ganz still im Zimmer, unb die beiden sitzen sehr einträchtig und sehr neheimmsnoll beieinander am Tisch unb sind hin» i M ,<%• V ' daß es nicht mehrere Tage und.dazwischen noch einmal ein Atemholen brauchte, um durch und durch erlebt zu werden. Der chrisllich-kirchliche Sinn hat sich dabei in unserem Volke unmerklich verwanbeltt in den des reinsten und innigsten Familienfestes: er hat sich mit der Gefühlswelt der Familie, des Sich-heimisch- und-geborgen,ühlens mit den nächsten Menschen, mit Eltern, Kindern, Geschwistern so tief erfüllt, daß Weihnachten das eigentliche deutsche Familienfest geworden ist. Das, worauf sich das Auge vor allem heftet, wurde eberf die heilige Familie, einfach als Familie, die ihr gemeinsames Schicksal hat, die in Armut und Not sich aneinander aufrichtet, tröstet und Zuversicht faßt, in ber Freube sich mitteilt, sich liebt und beschenkt. Dies: der Gedanke an die Familie und ber Gedanke an die Erneuerung des Arbeitsjahres, des Abschlusses unb bes frischen Anfangs, bie wie von selbst sich einftellenbe Besinnung unb Rückerinnerung an das abgelaufene — wie schnell abgelaufene 1 — Jahr mit feinem Frühling unb seiner Sonne, seiner Sommers- unb Wanberzeit, die sehr vielen Deutschen selbst im Kriege beschieden war, mit dem erntereichen Herbst, dessen Wichtigkeit für das ganze Volk und sein Leben jetzt jedem wieder zu Bewußtsein gekommen ist, übergleitet die Seele schon vor dem Feste selbst, weil sie sich durch die kurzen grauen Tage so recht aus sich unb ihr Innenleben angewiesen sieht. Wenn man in ber feuchtkühlen Abendbämmerung aus ber Werkstatt ober der Schreibstube ober bem Amtszimmer, dem Maleratelier ober der Fabrik heimwandert, dann muß man ja besinnlich werden. Man entdeckt da, daß alles Erleben eines Iah- res sich erst in diesen Tagen und Stunden vollen- bet und ganz unser wird Ehe etwas, das man sah unb erfuhr, mag es eine Freude oder ein Leid sein, nicht still in Gedanken unb heimlichen Gefühlen wiederholt worden ist, eher haben wir es nicht wirklich im Besitz. Es ist so, Leben verlangt ein Doppeltes: nach dem äußeren Geschehen das innerliche, wodurch alles — und hätte es uns im Augenblick, als es kam und da war. noch so begeistert und beglückt! — erst unser dauernder Reichtum wird Ich glaube, bas ist es, weshalb Weihnachten so schön ist: weil der Mensch in der Adventszeit, in Vorfreude und Vorsorge auf das Fest, an alles Gute, das ihm im abgelaufenen Jahre ward, an alles Leib, bas er mannhaft überroanb. lange gedacht, so wieder ein an Erlebnis gesättigtes Jahr sich zu eigen gemacht hat und nun reicher, gefestigter. mehr verbunden den Seinen und seinem Volke vor den Lichterbaum tritt. Das ist auch im Kriege nicht anders da ist wahrlich die Fülle des Herrlichen, was wir Deutschen dem Jahr wieder und wieder danken, unvorstellbar groß! Begegnung im Kriege. Von Norbert Bruchhaufer. Als ich ihn das letztemal gesehen hatte, war er mir ein wenig fremd oorgefommen: in Anzug. Haltung unb auch sonst im Aussehen schien mir nicht mehr viel von dem frischen unb lebensfrohen Bauernburschen übriggeblieben zu sein Er fuhr zwei schwere Pferde unb kutschierte für eine große Brauerei mit Bierfässern burch die Stadt Ich fragte ihn. wie ihm «eine Tätigkeit unb bas Stabt- leben gefielen. Er wich einer klaren Antwort aus. Er lobte seine Pferbe und schilderte mir ihre Vorzüge Von sich sprach er nicht. Ich wollte nicht weiter in ihn bringen und gab ihm bie Hand Ich sagte: „Bleib gesund, Otto. Ich fahre am Sonntag heim ins Dorf: wenn es dir recht ist, will ich Grüße von dir ausrichten " „Die Mühe kannst du dir sparen", entgegnete er, ohne mich anzusehen: „ich wüßte nicht, wer sich da noch von mir grüßen lassen möchte. Lieder nicht Er hatte etwa Gedrücktes, als er das sagte Ich merkte daß es ihm wehtat, daß er mir etwas oer- schwieg Ich wußte nur: es war einer von den jungen Burlchen, die dem Dorf und bem Land abtrünnig geworden waren, weil sie es in der Stadt besser haben woltten. — Genau ein halbes Jahr später, im ersten Kriegsmonat, traf ich ihn bei einer Gefechtsübung im Westen Unsere Kompanie hatte die Feldwache in einem alleinstehenden Gehöft zu stellen. Als wir dabei waren, uns in dem Gehöft einzurichten, kam mir in der Scheunentür ein Artillerist entgegen mb begrüßte mich. Es war Otto Er lag feit Kriegsaus- bruch mit seinem Regiment hier vorne in Stellung Es gab viele Fragen hinüber unb herüber Ich bot ihm zu rauchen an „Danke" lachte er. „hier sinb Heimatzigaretten. Probier mal So was Gutes hast bu wahrscheinlich lange nicht geraucht." Er war roieber der frische und lebensfrohe Bauernjunge, wie ich ihn schon als Kind gekannt hatte Die Zigarette war wirklich vorzüglich Ich fragte ihn nach dem Absender. „Ich faqe dir doch: Heimatzigaretten!" erwiderte er. Sein Wort von da» mals fiel mir ein: Die Mühe kannst du dir sparen. Einen Augenblick war ich im Zweifel, ob ich an die wunde Stelle rühren solle. Da fing er von selber an. „Du weißt doch", sagte er, „mir war es daheim nicht mehr gut genug. Ich wollte Geld verdienen. Ich wollte etwas vom Leben haben. Da habe ich die daheim allein gelassen und mir eine Stelle gesucht. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Nach Drei Wochen hatte ich genug davon Lieber daheim auf dem Hof ein freier Mqnn, als in so einem Betrieb eine Nummer fein. Mehr war ich ja nicht. Und gespart habe ich auch nichts Im Gegenteil. Da mußte also etwas geschehen. Aber was? Heim — das ging nicht, ich hätte mich geschämt, obwohl .ch wußte, sie sind gerat) in ber Ernte unb können m.ch gut gebrauchen. Wie bas so geht, wenn man sich einmal verrannt hat. Er schnippte die Asche von seiner Zigarette und schaute nachdenklich an mir vorüber. „Einen Ausweg gab es: ich meldete mich zum 5)eeresdienst. Ich sagte mir: früher ober später kommst bu doch an bie Reihe, also besser jetzt gleich. Die Uebung war noch nicht zu Enbe, ba brach der Krieg aus. Kein Abschied von daheim, nichts Unb feitbcm bin ich hier Es ist ruhig, ber Dienst nicht sehr anftren- genb, ich bin bie meiste Zeit beim Erntekommando. Wir verstehen uns herrlich, bie Pfälzer Bauern unb wir! Wenn's einmal weggeht, wirb es em schwerer Abschied werben. Unb hier, ein paar Kilometer von der sreigemachten Zone entfernt — bu weißt, was bas Wort für einen Bauern bedeutet! — habe ich den ersten Schritt getan. Es war nicht so schwer, wie ich aefürchtet hatte. Ich brauchte denen daheim nur zu schreiben wie mir ums Herz war, unb Daß sie mir nicht mehr böse sem sollen. Sonst nichts. Die Zeit ist zu ernst für viel Gerede. Und was soll ich bir sagen: gestern habe ich bie Antwort erhalten. Alle haben an bem Brief geschrieben. Vater, Mutter unb Geschwister. Du kannst ihn lesen: es ft alles in bester Örbnung. Es kommt mir vor. als wäre mir bie Heimat neu geschenkt. Ich gehe herum unb bin wie besoffen oor Glück: kannst mir's glauben!" Ich glaubte es ihm Wort für Wort. Wir unterhielten uns noch eine Weile, bann mußten wir uns trennen Beim Abschied sagte er: „Jetzt habe ich nur einen Wunsch, mit heilen Knochen wieder heimzukommen, damit ich nachholen kann, was ich versäumt habe." „Und denk' mal", sagte ich, „einen Krieg hat's gebraucht, um dich wieder zum Bauern zu machen/ „Ja, für was ein Krieg manchmal gut ist!" Buh- Holländer, Frankfurt