Donnerstag, 30. Mai MV Oie Vernichtung n Der Krieg vor Englands Tür den, B alle#’ rmee t DOTI Mchk unser« erhiell 17. bi; Äncha n M Aus dem eigenen Erleben in die Schreibmaschine. drückend. Mau sehe niemand mehr lachen. Alle warteten gespannt und ängstlich. Wenn keine direkte Panik herrsche, so sei die Nervosität doch groß. Man frage sich, wie man noch ruhig und kaltblütig bleiben solle vor der Gefahr, die sich täglich dunkler über dem Lande zusammenbraue. Im „Journal des Debats macht General Du- v a l bezeichnenderweise darauf aufmerksam, daß die Front, die sich nun von der Somme bis an den Rhein erstrecke, künftig eine Hauptbedeutung erhalten werde, denn dort werde sich die Armee finden, deren Auftrag es sei, Paris und Frankreich zu decken. Von einer Front in Flandern ist also schon keine Rede mehr. In der „Epo- que" wird Henry de K e r i l l i s sogar theatralisch, indem er erklärt: „Selbst wenn die Schlacht im In Gibraltar werden durch eine Verordnung des britischen Festungskommandanten alle 17- bis 45jährigen Männer ausgefordert, sich als Freiwillige für die Verteidigung zur Verfügung zu stellen. Ein vierter Flüchtlingstransport wird Gibraltar am Donnerstag verlassen. Jnformationsminister Duff-Cooper wird bis auf weiteres an allen wichtigen Sitzungen des Kriegskabinetts teilnehmen, um über besonders tiefgreifende militärische Beschlüsse sofort unterrichtet zu sein, da man besonders in den nächsten Tagen größten Wert darauf legt, in Anbetracht der Vorgänge in Flandern eine einheitliche propagandistische Linie einzuschlagen. In einer Rundfunkrede hat Duff-Cooper erklärt, „es wird notwendig sein, daß wir mit äußerster Anstrengung unsere A von den Stellungen zurückziehen, in denen sie sich augenblicklich befindet. Es wird aber keine unbesiegte Armee sein, die wir zurückziehen". Der englische Rundfunk hat bereits Anweisung bekommen, im Sinne der Duff-Cooperschen Rede das englische kiff von Osten und Westen erreicht, die Stadt g e- ,mmen. 3m vorgehen von Westen her ist Ar- lentiöres beseht. Bei Bailleut wird noch Volk mit der Niederlage des gesamten Expeditionsheeres vertraut zu machen. Er tut das, indem er immer wieder darauf hinweist, daß die Haltung der Truppen in die Geschichte eingehen werde als eine der größten Heldentaten des englischen Militärs überhaupt. In London wird erwartet, daß Ministerpräsident Churchill Anfang kommender Woche im Unterhaus eine Erklärung über die Niederlage des Expeditionskorps abgeben wird. Druck und Verlag: vrvhlsche UnlversttStrdruckereiS. Lauge US ü; , j s, ölj ■ 'M ' Iak vurd- "Ich Aff idjbtn fonnir uhM h rüji Kriegs. :ohgedtö aus o® kschM über d» r. Frank- feiner- ; e rar. hen ab- hr man iibwigs- m. uiü chendkß jeutete i Mehl- furt M rten ob Dörte ten uti hehleik ihre,« te N zmMk- rt hott'' n berii- ander« hlereiij in 3b; ourbe is] e zu «■' r Fra"" >hr unter lichte Zuch'' K r01|i ins. r h K 3m Ring von Calais. Oer Kanal in Gicht. - Erbitterter Kampf um die Zitadelle. An allen Kampffronten stehen die deutschen Kriegs- berichterstatter als Soldaten aller drei Wehrmachtteile in den vordersten Linien, um in Wort und Bild, mit der Schreibmaschine, dem Mikrophon und der Kamera, der Heimat ein anschauliches Bild von den Geschehnissen an den Kampfabschnitten zu geben. Hier benutzt ein Wortberichter eine kurze Rast der Truppe, um sein Erlebnis unverzüglich festzuhalten. (PK.-Atlantic-M.) Oer Führer an Hermann Stegemann Berlin, 30. Mai. (DNB.) Der Führer hat dem Professor Hermann Stegemann zu seinem 70. Geburtstag das nachfolgende Glück- wunschtelegramm übermittelt: „Zu Ihrem 70. Geburtstag sende ich Ihnen als dem dichterischen Ge st alter des größten Heldenkampfes unseres Volkes meine herzlichsten Glück- wünsche. Möge es Ihnen noch viele Jahre ver- gönnt sein, einer Tätigkeit zu dienen, die unserem Volke nicht nur zum Stolz gereicht, sondern darüber hinaus eine wissenschaftliche Leistung ersten Ranges für alle Zeiten darstellt. Ihr (gez.) Adolf Hjtler.* Der Gießener Anzeiger hat in der gestrigen Ausgabe der „Familienblätter" das Lebens- werk Hermann Stegemanns ausführlich gewürdigt« jrndlicher 3nfanferie mit Panzerkampfwagen ab-1 Diesen. Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen in 28. Wai insgesamt 24 Flugzeuge, davon wurden h Luftkampf 16, durch Flak 8 abgeschossen. Drei Kutsche Flugzeuge werden vermißt. Hauptmann H ölders errang seinen 20. Luftsieg. Die Ab - stzüffe durch Flakartillerie haben sich n.ch genaueren Feststellungen in -her Zeit vom 16. bi- 25. Wai von 100 bisher bekanntgegebenen aus 2(5 erhöht. Die Gesamtzahl der seit dem 10.5. durch bi? Flakartillerie erzielten Abschüsse beträgt damit 6(7. Außerdem vernichtete die Flakartillerie im gleichen Zeitraum 101 feindliche Panzerwagen. Za Norwegen ist der Feind gestern, von zahl- kld und Weygand kam". Der französische General ktnchte dem König heftige Vorwürfe, bte aber von hier die Spuren harten Ringens. Aber unsere tapferen Soldaten, die hier zur Einnahme von Calais angesetzt worden sind, haben sich gegen die Engländer durchgesetzt. In den mit feindlichem Heeresgut angefüllten Straßen reiht sich ein Wehrmachtsfahrzeug an das andere, Heber- all Sicherungen und Postenpaare an den großen Straßenkreuzungen, die zum Hafen weisen. Vom roten Backstein-Rathaus weht die Hakenkreuzfahne. Vom zerschossenen Bahnhof aus, der unmittelbar unter den Wällen der Zitadelle liegt, gehen gerade Panzerverbände zum neuen Angriff vor. Der Engländer ist hier ein mächtiger Gegner, der jede Verteidigungsmöglichkeit nutzt. Er weiß, es geht um die wichtigste Hafenbasis auf dem Festland. Zäh haben sich beide Gegner ineinander verbissen. Vom Wandelgangfenster des Theaters) hoch oben von der vierten Galerie, werfen wir einen Blick auf die umkämpste Zitadelle. Immer aufs neue blitzt das Mündungsfeuer der englischen MG.s auf. Immer aufs neue schlagen die deutschen Geschosse ein. Der Kampf geht weiter. In Calais wird noch gekämpft. Der Ring um Calais ist geschlossen und fest. Aus dieser Umklammerung gibt es für den Gegner kein Entrinnen. Nur die See ist noch offen. Da sorgt die Luftwaffe dafür, daß auch hier der Brite den Kriea gegen uns teuer bezahlen muß. Dr. Wolffram. Rom, 30. Mai. (Europapreß.) Auch der Mann c von der Straße, so berichten die italienischen Korre- 1 spondenten aus London, fühle nup bereits m Eng- I land den Ernst der Gefahr, die der seit zwei Jahr- 1 hunderten unverletzt gebliebenen Heimat drohe. Sern < Erwachen aus Illusionen, in denen er von der eng- i lischen Lügenpropaganda gehalten wurde, sei grau- 1 fam. Das Charakteristischste dieser Stunde Englands sei daher auch die Wut Englands uberöte | eigene Machtlosigkeit, lieber der Sudkuste Englands schwinge die ßnegsfurte bereits ihre Geißel. Ein endloser S t r 0 m v 0 n F l u ch t- lingen ergieße sich aus den Kustenstadten auf den Verkehrswegen nach London in das Innere des I Landes und verlege den Truppenkolonnen den Weg, die sich auf dem Marsch an das Gestade des Aermel- kanals befände, nicht um auf dem Festlande sich zur Schau zu stellen und beim Freund rote m Femdes- Iland zu wüten, sondern um die eigene Küste zu verteidigen. \ Die „Times" spricht von einem düsteren Tag. Der Regierung gelinge es kaum wehr, die Nervosität der Bevölkerung zu beschwichtigen, die die Küstengebiete fluchtartig verlasse. Das Kriegskabi- nett halte zahlreiche Sitzungen ab, um die Lage des englischen Expeditionskorps zu prüfen. Die Regierung sei für die Verbindung mit Pans allein auf den drahtlosen Funk angewiesen, was den Verkehr sehr erschwere. London und Pans prüften die Mittel die geeignet seien, eine Katastrophe zu vermeiden. „Dally Mail" gebe zu, die Lage der englischen Truppen in Flandern sei äußer st kritisch geworden und sage noch zu erwartende schlimmere Ereignisse voraus. „News Chronicle" betonte, die Niederlage des britischen Expedittonskorps dürfe die Siegeszuversicht nicht erschüttern. „Daily Erpreß" verweise auf die günstigen Ausfallstellun- gen der Deutschen für einen Angriff gegen England Der Militärkritiker des „Evening Standard sagt nach dem endgültigen Zusammenbruch des »eben zu \& Norden verloren geht, selbst wenn Paris verloren geht und es notwendig werden sollte, sich an der Loire, ja an der Gironde zu schlagen, werden wir kämpfen." Ministerpräsident R e y n a u d hat seine Beratungen fast die ganze Nacht zum Mittwoch fortgesetzt und auch Marschall Pötain ynd den Generalstabschef C 0 l s 0 n empfangen. Die Hoffnung, daß der Widerstand der bei Lille eingeschlossenen Truppen Weygand gestatten werde, die Front Die Entscheidung in der großen Schlacht in Flandern ist gefallen. Nachdem die belgische 2lrmee bereits am Dienstag die Waffen gestreckt hat, stellt der Wehrmachtsbericht vom Mittwoch in wenigen lapidaren Sätzen eindeutig fest, daß das Schicksal der französischen Armeen im Artois besiegelt ist und das englische Expeditionsheer ebenfalls feiner Vernichtung entgegengeht. Auf der gestern von uns veröffentlichten Karte war versucht worden, durch Schraffierung den ungefähren Verlauf der deutschen Kampffronten und die Einkesselung der französisch- britischen Armeen im flandrischen Raum zu verdeutlichen. Inzwischen sind diese auf so enge Räume zusammengedrängt worden, daß diese im Maßstab der gestrigen Karte überhaupt nicht mehr dargestellt werden könnten. Das zeigt vielleicht am besten die ungeheuren Leistungen unserer deuffchen Truppen, denn der Feind kämpfte ja noch überall mit dem Mut der letzten Verzweiflung und hat auf engstem Raum noch immer eine außerordentliche Feuerkraft konzentriert. Um so bewunderungswürdiger ist die Bravour unserer Soldaten, deren Angriffsgeist sich auch im Nahkampf als ebenso unwiderstehlich erweist wie in den weiträumigen Bewegungen des Vormarsches. Wir haben hier schon den landschaftlichen Charakter des Industriegebiets um Lille geschildert. Er ist dem Feind sehr chnell zum Verhängnis geworden, denn wenn auch die ungeheuer dichte Besiedlung dieses Gebietes mit seinen vielen Zechen und Werksanlagen wegen einer Unübersichtlichkeit und seinen zahlreichen Verteidigungsmöglichkeiten dem Angreifer ungewöhnliche Schwierigkeiten bietet, die nur dem ganz begreiflich sind, der schon einmal im Straßenkamp gestanden hat, so trägt doch heute die Luftwaffe ein ganz neues Moment in diesen Kampf, und mit welch vernichtender Wirkung unsere Stukas in den Erdkampf eingegriffen haben, davon vermag sich der ein Bild au machen, der an die Erstürmung Warschaus irn vorigen Herbst denkt. Lille selbst, die bedeutendste Stadt Französisch- Flanderns und mit 200 000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt Frankreichs überhaupt, rourbe von unfern Truppen von Osten und Westen im Angriff genommen, nachdem ihnen am Vortage schon der Durchbruch durch die starken Grenzbefestigungen zwischen Roubaix und Valenciennes von Osten her gelungen war und von Südwesten her La Bassöe, im Weltkrieg mit dem gleichnamigen Kanal viel umkämpft, erreicht worden war. Von Süden her waren gleichzeitig Douai, etwa 30 Kilometer südlich Lille, und Orchies, ein wichtiger Bahnknotenpunkt etwa 20 Kilometer südöstlich Lille, in deutsche Hand gefallen. Was hier schon vom Industriegebiet des Artois im ganzen gesagt wurde, gilt im besonderen auch für Bille. Es ist Mittelpunkt einer regen Textil- und Maschinenindustrie, aber auch als Sitz einer Universität, einer Tech- : nischen Hochschule und zahlreicher anderen Bildungs- anstalten von großer kultureller Bedeutung. Die Annahme von Anzeige» für bte Mittgasnummer bis Z'/rUhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höbe bei Anzeigen von 22 m* Breite? Pf.,Textanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. WiederholungMalstaffell Abschlüße MengenstaffelS Platzvorschriff (vorherige Vereinbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 vf. drittes: britische Kriegsschiffe, Zerstörer, die auf der Reede vor Anker gegangen sind. Plötzlich blitzt es dort auf. Sie lassen ihre Schiffsgeschütze sprechen, ein unerbitterter Kampf, der um den Hafen und die Befestigungsanlagen tobt. Von links stößt eine MG.-Garbe über die Straße, als wir weiter ins Stadtzentrum fahren. Ueberaü auch glkämpst. Ostwärts Lasset wurde die befestigte $ $ $n Commelles, einem Oertchen nur zwei fimzösische Grenz st etlung, die der Gegner Kilometer südlich von Calais, treffen wir sonntäglich ot verkehrter Front verteidigte, durchbrochen gkleidete Menschen auf der Straße. Zwischen sie irb die belgische Grenze erreicht. Bei W 0 r m - schieben sich Flüchtlinge, mit Sack und Pack Lu d t lind noch Kämpfe im Sangi. Dünkirchen beloben, zu Fuß, mit dem Fahrrad, Belgier und ve deutsche Luftwaffe bekämpfte am 28 Mm zuruck- feuerf bie Zitadelle von Calais. Vor flilende Kolonnen aller Art, Truppenansammlungen un5 öer Horizont, umzogen von schwarzen Rauch- Ad Panzerwagen. wölken. Drüben halb rechts von der Straße heller Bei der bewaffneten Aufklärung vor der belgisch- Feuerschein — einbrennenderPetrole u m- snnzösischen Küste und im Kanal wurden b r ei t a n f. In das Donnern der deutschen Geschütze Zerstörer zwei Transporter und zwei Fracht- mischt sich in der Ferne das Knattern heftigen MG.- Uffe mit Bomben angegriffen und fchwer be- Feuers. Links auf der Wiese weiden friedlich einige ü - x n t hör mhHoren itorbfee durch Bom- Kühe und Pferde, wenig weiter em zerschossener g(, n mM-rm Nord,-- durch bischer Spühwagen, und unw-it davon auf dem dlntreffer ein fein dl ich es U-Boot'oe ein französisches Pakgeschütz, weiter davon sinkt. Die Vernichtung eines weiteren U-Bootes . aU5gebrannte britische Panzer. Gegensätze des ist wahrscheinlich. Deutschen Schnellbooten ge- ^r|ege5f lo»g es, trotz ungünstiger Wetterlage vor dem bet- ^lm südlichen Fort von Calaro fahren wir vor- ßilchen Kanalhafen Nieuport wiederum einen bei au^ einer Straße, die deutlich die Spuren -ich England flüchtenden großen feindlichen Zer- schwerster Kämpfe zeigt, zusammengeschossene Häusl! r e r durch Torpedoschuh z u v e r f e n k e n. jer, zerstörte Geschütze, vernichtete Kraftfahrzeuge. An der Südfront wurden einzelne Vorstöhe Die Kandelaber der Straßenbeleuchtung zerttum- ™ I merf Sämtliche Fensterscheiben zersplittert. Aus dem Fort sind die Zwillings-MG. noch feuerbereit zum Fliegerbeschuß. Zwischen chnen aber weht d i e weiße Fahne, das Zeichen der Uebergabe. 5n das grausig-schöne Panorama der Stadt Calais bringen wir jetzt ein. Oben auf der Höhe hatten wir einen fast faszinierenden Eindruck, vor uns die breit hingelagerte Stadt, am Horizont den Grund von einem graublauen Streifen, der sich hart vom Himmel abhebt, das Meer, der Kanal! Als Schattenrisse erkennen wir mächtige Fahrzeuge, eines dort drüben, rechts davon ein zweites, ein 1, ntM I w s- Sitrini $ °°nd> der- t iJJ«1’ jjaitnt- Jahrgang Nr. 126 Er-cheini täglich, außer S nntags und Feiertags V ilagen: Die Illustrierte ebener Familienblätter I HtimatimBild DieScholle | AHmats-BezugsPreis: M 4 Beilagen.RM.1.95 ObneIllustrierte * 1.80 Z stellgebühr „ -.25 o bei Nichterscheinen üttt einzelnen Nummern tnolge höherer Gewalt ft msprechanfchluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" 1 PvitscheckllbssFrankf^M. irtti » in W ley L ypern und der Kemmel im Sturm genommen. 3 Die Reichskriegsflagge über Langemarck. — Litte, Brügge und Ostende in deutscher Hand Dünkirchen unter dem Feuer der schweren Artillerie. — Glänzende Erfolge der Flak. Vernichtung entgegen. G e n f, 29. Mai. (Europapreß.) Unter der Ueber- vurch raschen Vorsioh in Nordftandern wurde fd)rift: Die französische Hauptstadt nach der belgi- 2cugge durchschrillen, Ost ende genommen unö j^ert Kapitulation ängstlich aber entschlossen" be= , _ ,, v , _ . Axmuiden erreicht. An der Pser und dem Pser- achtete der Pariser Korrespondent der „Suisse", an der Somme und der Aisne zu verstärken, ist knal nördlich Ppern leistet der Feind noch Die Pariser Atmosphäre sei seit Bekanntwerden erschüttert worden. «rzweifetten Widerstand. Heber dem Mahnmal der der Nachricht von der Kapitulation ä u ß e r st -------- -titschen Fugend bet Langemarck, dem Schau- p! h ihres heldenmütigen kämpfens 1914, weht We Reichskrlegsflagge. Lille ist im An- Ze r l l n, 29. Mai. (DNB.) Das Oberkommando I König Leopold zurückgewiesen wurden. Er erklärte, d« Wehrmacht gibt bekannt: daß weder von englischer noch von französischer ® £9 ...8 . ... _ .x Seite ernste Anstrengungen gemacht worden seien, 3m fortschreitenden Angriff zur Vernichtung der ^n Belgiern im Einklang mit dem Versprechen zu Mlischen Armee stürmten unsere Truppen Ppern Hilfe zu kommen und daß fein Beschluß nunmehr .s™ s unverrückbar sei. In letzter Stunde habe aber Ge- 11 0 «erame. neral Weygand mit äußerster Kraft versucht, eine Offensive an der Südfront ein,gleiten, um den bel- zVtr iWKyriilUUJlvVCriUJl gischen König von seinem Entschluß abzubringen. frtAHi Diese Offensive sei ebenso wie die darauffolgende Will vlUllll'vU/- mißglückt und nichts konnte die Kapitulation Gietzener AMiger General-AnzeigersiirOherheffen Zührerhauptquartier, 29.Mai. (DNB.) verhindern. D°s Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Nach dieser Darstellung ist es also nichts anderes 0as Schicksal der französischen A r - als schamlose Geschichtsklitterung, wenn die Herren im Ar toi s i« besieaelt Ihr Widerstand Reynaud und Churchill jetzt die völlig Ueberraschten m-en i m 21 r 10 i 5 yt besiegen. J^r wioeq^ fpie[en über „Verrat" zetern, um den König tu Raum südlich Ciüe ist zusammeugebro r Belgier als Sündenbock für das völlige Verchen. Die englische Armee, die im Raum |agen ihrer eigenen militärischen Führung vorzu- Vxmuiden. Armentieres, Bailleut, Vergues, west- schieben. lih Dünkirchen, zusammengedrängt ist, gehl durch „ . uti er en konzentrischen Angriff ebenfalls ihrer Gedruckte StlMMUNg M P0NS Rubens und Helene Fourment Don Ernst von Aiebelschüh. Die 300. Wiederkehr des Tages, der die füb- lichen Niederlande ihres bis heute größten Künstlers beraubte, weckt auch die Erinnerung an die holde Gestalt, die seine letzten Jahre oegleitete: Helene Fourment, seine Zweite Gattin. Die neuere Malerei hqt den Weg Aur Frau erst spät gefunden. Zumal das Porträt hat die eben- mäßige weibliche Schönheit eher gemieden als gesucht und den schärferen und ausdrucksvolleren Zügen des männlichen Modells entschieden den Vorzug gegeben. Erst im 17. Jahrhundert ist das Gleichgewicht annähernd hergestellt, wiewohl es auf- fällt, daß die Frau noch immer Mühe hat, sich als Charakter neben dem Manne au behaupten. Bezeichnend dafür ist die umfangreiche Porträtgalerie des Peter Paul Rubens. Er hat sehr viele unverwechselbare Männer gemalt, vor seinen Frauenbildnissen aber hat man leicht den Eindruck, als seien sie alle nach einer gemeinsamen idealen Vorstellung entstanden. Es ist der Typus des üppigen, gebärtüchtigen Weibes, es ist die mütterliche Fülle und Spendekraft der voll erblühten Frau, bei deren Anblick man an alle guten Gaben der Erde, an wogende Kornfelder und herbstliche Trauben erinnert wird. Flandern und Brabant mit ihren fetten Poldern und wohlgenährten Städten sind noch heute reich an solchen Gestalten. Unter ihnen ist Rubens ausgewachsen, und wir dürfen glauben, daß sich in seiner Phantasie ein Idealbild weiblicher Schönheit schon frühzeitig gebildet hat, tonne vor jener Sternenstunde, wo es in der Gestalt der Helene Fourment in sein Leben trat. Eine Sternenstunde muß es gewesen sein, als der 53jährige, bereits von der todbringenden Gicht bedrohte Mann «diesem noch nicht siebzehnjährigen Mädchen begegnete, das von der Vorsehung be- stimmt war, unter ein ruhmgekröntes, an innerem Glück und äußeren Erfolgen überreiches Leben das Siegel der Bestätigung zu setzen. Seit vier Jahren fehlte dem Antwerpener Paläste des Rubens die Hausfrau: 1626 hatte ihm der Tod feine Isabella Brandt genommen, die Gattin seiner Jugend und Mutter seiner beiden Knaben. Seine Klage über ihre?» Heimgang klingt nicht nach einer leidenschaftlichen Liebe. So viel ist gewiß: man könnte sich die erste Gattin zur Not aus Rubens Leben yinwegdenken, die zweite nicht. Denn als Helene in feinen Gesichtskreis trat, war es wie ein Fingerzeig des Schicksals: diese soll dir eine zweite Jugend schenken, in der Spanne eines Jahrzehnts wird sie dich segnen und deinem Werke die Vollendung geben! Von den Lebensumständen Helene Fourments ist nicht viel zu berichten. Ihr Vater war ein angesehener Bürger in Antwerpen, sie selbst die jüngste von sieben Schwestern. Noch bevor Rubens daran denken konnte, Helene heimzuführen, war er häufig Gast der Familie. Erst zu Beginn des Jahres 1630 warb er um die eben dem Kindheitsalter entwachsene Helene und im Dezember fand die Hochzeit statt. lieber das Aeußere der jugendlichen Gattin belehren zahlreiche Bildnisse. Anmut und Liebenswürdigkeit verbinden sich in ihnen mit jener frühen körperlichen Formenreife, die unseren heutigen An- schauungen von „Linie" so wenig entspricht, daß wir Mühe haben, das hundertfach bezeugte Wohlgefallen der damaligen Zeit an Ueppigkeit des Rubenfchen Frauenideals ganz zu verstehen. In dem Brabant des 17. Jahrhunderts galt Helene nach dem Urteil eines so erfahrenen Frauenkenners wie des Kardinal-Jnfanten Ferdinand für „die schönste von allen Damen Antwerpens". In Rubens Spätwerk ist Helene alles in einem: Gattin und Gelebte, die Mutter feiner Kinder und in jeder dieser Eigenschaften das immer wiederkehrende und im Grunde einzige Modell in den Bildern dieses fruchtbaren Jahrzehnts von 1630 bis 1640. Aus allen Bildnissen Helenes spricht das wiedergefundene Glück des Mannes und des Künst- lers. Er malt sie allein oder mit den Kindern, meist in großem Format und in ganzer Figur, er faßt sie wie ein Juwel in kostbare Stoffe, ober er schildert die Freude am Gedeihen von Haus und Hof in dem herrlichen „Spaziergang" in München, wo sie zusammen mit dem Knaben aus Rubens erster Ehe sich in der edlen Gepflegtheit eines selbstgeschaffenen Anwesens ergehen. Wir stolz er auf ihren Besitz ist, lassen neben den Porträts auch die zahlreichen Bilder biblischen und mythologischen Inhalts ahnen, in denen sie mit der ganzen herrlichen Unbefangenheit des Wei- des, das feinen Preis kennt, nun all die Glanzrollen spielt, um die sich doi ihrem Triumph die berühmten Kurtisanen von Mantua, Paris und Antwerpen gerissen hatten. War sie gestern die Mutter Gottes, so ist sie heute Batyseba oder Su° fanna, und mit der gleichen Selbstverständlichkeit Italienische Stimmen zur Kriegslage gicns bedeutendster Kanalhafen Ostende in deutscher Hand. Brügge hat durch die Versandung sei- !nes Seehafens feine Stellung als bedeutendste Han- * als die Westmächte Polen, Norwegen und Holland Nicht die Weltmächte, sondern Belgien sei verraten worden, so schreibt „Piccolo", nicht anders Hölze, dichte Hecken, Teiche und Moore. So sieht das Schlachtfeld aus, auf dem wiederum deutsche Truppen den Engländern gegenübergetreten sind und ihnen diesmal die vernichtende Niederlage an- getragen haben. Das gleiche Schlachtfeld, der gleiche heldenmütige Einsatz deutscher Soldaten in Fich- rund und Truvpe, und doch, welch ein Unterschied zwischen damals und heute. Im Herbst 1914 wogte die Ypernschlacht vier lange Wochen hin und her, ohne eine Entscheidung zu bringen, und versackte schließlich in jahrelangem, unendlich opferreichem Stellungskrieg, ohne strategisch einen Ausweg aus der Verkrampfung zu bieten, denn weder die Flan- dernschlacht 1917 noch die Frühjahrsoffensive 1918 vermochten die Erstarrung der Fronten zu lösen und den Bewegungskrieg erneut zu entfesseln. Heute ist in wenigen Tagen die strategische Entscheidung gefallen, erzwungen durch eine geniale deutsche Kriegführung im vorbildlichen Zusammenwirken aller Waffen, die Briten und Franzosen voneinander trennte und jeden für sich in engem Raum einzukesseln vermochte. Nimmt man einmal den Zirkel zur Hand, um zu versuchen, sich auf der Karte ein Bild von der Begrenztheit dieses Raumes zu machen, so ergeben sich nur wenige Quadratkilometer, südlich von Lille mögen es etwa 15 bis 20 Quadratkilometer fein, auf denen die französischen Armeen aufgerieben wurden, an der Yser sind es wenig mehr, auf denen das britische Expedittonsheer dem gleichen Schicksal unausweichlich entgegensieht. Dr. Fr. W. Lange. Oie ozeanische Front. DonFiegattenkapita'na.O.Hanopochhammer Die Zerschmetterung Polens war eine kontinentale Angelegenheit, wenn auch die Kriegs, marine auf der Seeflanke helfend eingriff unb jede Störung durch England ausschloß. „Rücken- sicherung im Osten" bildete die strategische Auf. gäbe. Der Feldzug in Norwegen war schon inso. fern maritim bestimmt, als für die Masse des Heeres der Kriegsschauplatz nur über See zu erreichen war. Flotte und Luftwaffe schützten die Uebersiihrung wie den Nachschub gegen Angriffe durch den sehr viel seestärkeren Feind; eine unbe- dingte Voraussetzung für die Sicherung unterer nördlichen Flanke und die Bedrohung der britischen Inseln aus der nördlichen Nordsee. Mit dem Antritt nach Westen wenden wir uns nun dem Hauptgegner England unmittelbar zu, dem Urheber auch dieses Krieges. Innerhalb von 5 Tagen wurde die „Festung Holland" bezwungen und damit die Seefront aufgeriebtet. Frank, reich, in erweitertem Maße ein „Vorfeld" für Eng. land, öffnet sich im Zuge gewaltiger Land- unb Luftkämpfe unserem Griff. In Keilform, der alten germanischen Schlachtordnung, durchbrechen wir den feindlichen Wall. Die Seefront wird sich nach Süb. west hin verlängern und Britannien näherrücken. Namen klingen auf, die aus dem engen Nordwest, europa in die weite Welt hinausführen: das minen. gefährdete Kapstadt bietet der Königin der Nieder, lande Asylrecht an; Cura^ao, Aruga, die hollänbi. schen Kolonien vor dem Ostausgang des Panama. Kanals, werden von englischen und französischen Truppen besetzt. Die Monroe-Doktrin, die den Neu. erwerb erdteilfremder Mächte im amerikanischen Raum verbietet, tritt ins Bewußtsein. Den gleichen Vorgang in Südostasien befürchtet Japan. Es Hafen- und Kaianlagen die Eisenbahnverbindungen, Kraftwerke und Fabriken zu vernichten und alles in die Luft zu sprengen, was irgendwie ~ ch den Einsatz der deut. Zerstörungsarbeit behln- vorrückenden deutschen Panzer. delsstadt im nordwestlichen Europa, die es im Mit- teltalter gehabt hat, längst eingebüht. Nur seine schönen Bauten zeugen von alter Größe, heute ist es eine Stadt von rund 50 000 Einwohnern, die nur noch wenig wirtschaftliche Bedeutung hat. Dix- muiden, an der Kreuzung der Bahnstrecke Brügge—Dünkirchen mit dem Yser-Kanal, hat in den Ypern-Schlachten als wichtiges Schulterstück der französisch-britischen Stellung eine große Rolle gespielt, wahrend das 12 Kilometer nördlich gelegene Städtchen Nieuport den nördlichsten Brücken- köpf bildete. Hier an dem zum Yser-Kanal parallel lausenden Bahndamm verteidigte im Oktober 1914 König Albert mit den Resten der belgischen Armee, von Briten und Franzosen genau so im Stich gelassen wie heute fein Sohn Leopold,, den letzten Streifen belgischen Landes und rief schließlich das Meer zu Hilfe gegen den deutschen Ansturm. Her- mann Stegemann, der Historiker des Weltkrieges, schildert das Land an der Yser, das nun wiederum Schauplatz erbitterten Ringens geworden ist, wobei freilich diesmal vor dem deutschen Ansturm den Engländern keine Zeit blieb, sich an dem leicht zu verteidigenden Kanalsystem festzuklammern, als eine behäbige, von fetter Fruchtbarkeit strotzende Niederung, die sich an manchen Stellen kaum über den Meeresspiegel erhebt. Die Ortschaften liegen als geschlossene Häusergruppen an erhöhten Stellen. Als verzweigtes Adernsystem durchschleichen unzählige kleine Wasserläufe das Gelände, sogar einzeln stehende Gehöfte und Herrenhäuser mit Gräben umziehend. Das wellige Land zeigt überall kleine Ge- R o m, 30. Mai. (Europapreß.) Die römische Presse steht völlig unter dem Eindruck der Waffenstreckung des belgischen Heeres. Die Blätter weisen erneut auf die verzweifelte Lage der eingeschlosse- nen französischen und englischen Truppen hin und verteidigen mit Nachdruck König Leopold von Belgien gegen die ungerechtfertigten Angriffe von Ministern, Presse und Rundfunk der Westmächte. König Leopold, der durch seinen Entschluß einen großen persönlichen Mut oewiesen hat, so schreibt „Messag- gero", sowie sein Volk oerbienten die hohe Achtung der Welt. Sie hätten wie die Löwen gekämpft. Die Anerkennung, die der Führer ihrer Tapferkeit gezollt habe, werde ein Grund Aum Stolz für fie fein. Reynaud und Churchill und jene anderen Minister, die feinerAeit beschlossen hätten, heldenmütig bis nach Kanada zurückzuweichen, beleidigten heute den König, der bis zuletzt an der Spitze seiner Truppen auf dem Schlachtfeld geblieben fei. Churchill könne nicht begreifen, daß die Belgier auf Beseh! ihres Königs sich weigerten, noch weitere 400 000 Tote herzugeben, nicht etwa zur Verteidigung ihres eigenen Bodens, sondern der Schwelle Englands. Großbritannien finde jetzt keine fremden Soldaten mehr, die bereit seien, für England zu kämpfen und zu sterben. Das bedeute, daß die große Stunde nahe fei. In roenigeh Tagen werde Deutschland in der Lage fein, wieder seine gesamte Streit- macht einzusetzen, um den entscheidenden Schlag gegen das französische Heer zu führen und von dem großen Sprungbrett am Aermelkanal aus Großbritannien zu bedrohen. „Corriere della Sera" schreibt, die Kapitulation des ganzen belgischen Heeres sei nicht das unvor- aussehbare Ereignis gewesen, wie Ministerpräsident Reynaud mit seiner zornigen Rundfunkrede es habe glauben machen wollen. Vielmehr sei sie die logische Folge einer verhängnisvollen politischen und militärischen Lage, in die Belgien durch die ausschließliche Schuld der Franzosen und Engländer und ihrer Komplicen in der Regierung von Brüssel gekommen sei. In Belgien uno außerhalb wisse man, daß der junge König Leopold nie für die Vereinbarungen gewesen sei, die mit England unb Frankreich eingegangen worden seien und die nur verschleierte und kompromittierende Bündnisse darstellten. Die Ehre Belgiens sei gerettet; jeder englisch-französische Versuch, die Verantwortung für die unfehlbare Katastrophe der Armeen der West- möchte in Französisch- und Belgisch-Flandern dem kleinen und tapferen belgischen Heere zuzuschreiben, sei zwecklos. verraten hätten. Gleichzettig buche das deutsche Heer einen neuen gewaltigen Sieg, dem in wenigen Tagen ein zweiter folgen werde, da die Schlacht in Flandern zu Ende gehe. Ein Hebel nach dem an> dem, deren fick die Westmächte zur Aufrechterhaltung ihrer Vorherrschaft in Europa zu bev lenen und mit Hilfe welcher sie der neuen Ordnung in der Welt den Weg zu verlegen gedächten, sei ihren Händen entglitten. Südlich der Somme und der Aisne könnten nun wohl die restlichen französischen Heeresmasssn Gegenoffensiven unternehmen, aber die Aussichten feien nichts weniger als rosig. Paris und das Herz Frankreichs solle vor allem gedeckt werden. Die Vorbedingungen hierfür seien aber grundverschieden von denen der Jahxe 1914 bis 1918. Aus dem von den Westmächten beabsichtigten Krieg „von langer Dauer" sei nichts geworden. Ein entscheidender „Blitzkrieg" sei den Westmächten von Deutschland aufgezwungen worden, dem sie sich nicht gewachsen zeigten. — Der Wirtschaftskrieg sei zu Ende, stellt „Giornale d'Jtalia" fest. Die Herrschaft der Weltmächte auf den Meeren sei zufammengebrochen, eoenso auch die Blockierung Deutschlands. Die Lebensmittelversorgung Deutschlands sei gefichert, dagegen beginne die Lebensrnittel krife in Frankreich und noch mehr in England. Das Kriegsmaterial der Schlachtfelder liefere Deutschland große Materialreserven. Durch die Besetzung Hollands und Belgiens seien reiche Kohlen- und Eisenerzgruben in die Hände Deutschlands gefallen, sowie Mittelpunkte der Stahl- und Textilindustrie. Wie die britischen Freunde in Boulogne hausten. Stockholm, 29. Mai. (Europapreß.) Die englische Presse veröffentlicht Schilderungen britischer Marineoffiziere, in denen diese bestätigen, daß alle militärisch wichtigen Anlagen der französischen Hafen- und Kanalstadt Boulogne kurz vor der Räumung durch die englischen Truppen und vor der Besetzung durch deutsche Panzerabteilungen von einem „Vernichtungskorps" rücksichtslos zerstört worden sind. Roch wenige Stunde vor dem Einmarsch der Deutschen sei in aller Hast ein englischer Zerstörer nach Boulogne geschickt morden, um Truppen an Land zu setzen, die mit Sprengstoffen und anderen Vernichtungsmitteln ausgerüstet waren. Gleichzeitig fei die Stadt von Schiffsgefcbützen unter Feuer genommen worden, wooei man es offensichtlich in erster Linie auf die Hafenanlagen abgesehen gehabt hätte. Die Engländer hätten Befehl gehabt, neben den kriegswichtig erschien. Dun schen Luftwaffe wurde die bert, während die vorrück , abteilungen die Engländer zum AbAUg zwangen. Sie hatten sich darauf beschränken müssen, den überstürzten Rückzug durch Barrikaden zu decken, btt jedoch von den deutschen Panzerwagen überwunden wurden. Die Einschiffung der Engländer sei in einer panikartigen H a st und im stärksten deutschen Kugelregen erfolgt. Die noch manövrierfähigen Zerstörer hätten den Hafen Achtern voraus verlassen, um auf diese Art das deutsche Feuer so gut wie möglich beantworten zu können. ffestung Lille hat im Weltkrieg dem Ansturm der deutschen 6. Armee nicht lange standhalten können. In der Schlacht bei Lille Ende Oktober 1914 konnte die damals von den deutschen Truppen erreichte Linie westlich und nordwestlich der Stadt gegen starke französische und englische Angriffe gehalten und teilweise noch vorgeschoben werden. So blieb Lille während des ganzen Krieges als wichtiger Etappenort in deutscher Hand. Durch die Erreichung Lilles von Osten und Westen sind Briten und Fran- zosen getrennt und letztere in dem engen Raum südlich der Stadt, nach Süden vermutlich durch die schon genannte Linie Douai—Orchies begrenzt, ein- gekesselt. Der Wehrmachtsbericht stellt fest, daß hier der WiderstarÄ) zusammengebrochen ist. Die englische Armee sieht sich im Raum Llrmentteres — Ballleul — Bergues — Dixmuiden zusammengedrängt. Im Vorgehen von Westen her wurde Armentieres erreicht. Wir haben hier früher schon daran erinnert, daß Armentieres, ein reges Jndustriestädtchen nur 15 Kilometer nordwestlich Lille, einst Mittelpunkt des Ueberganges über die Lys zu Beginn des ,Hagen-Unternehmens" im Verlauf der Frühjahrsoffensive 1918 war. Damals wurden auch die schon im Wehrmachtsbericht vom Dienstag genannten Lys-Orte Merv11 le und Estaires im Sturm genommen, während vor dem 10 Kilometer nördlich der Lys gelegenen Hazebrouck, einem flämischen Jndustrlestädt- chen von 15 000 Einwohnern, der Angriff stecken blieb. Diesmal find die deutschen Truppen von Westen gekommen und haben hier den Keil zwischen britische und französische Armeen getrieben. Mit welcher Überlegenheit die ungemein bewege liche und entschlossene deutsche Kriegführung dem Gegner das Gesetz des Handelns abgenommen hat unb Ihn vor ständig neue Lagen stellt, ersieht man auch aus dem Durchbruch der befertigten Grenzstellung ostwärts Cassel, die der Feind mit ver- tehrter Front, also gegen Osten zu verteidigen gezwungen war. Hier erheben sich Ausläufer des flandrischen Höhenrückens in einzelnen Kuppen bis 157 Meter. Eine solche Hohe, die die ganze Lys-Niede- rung beherrscht, ist auch der berühmte Kemme 1- (berg, etwa 10 Kilometer nordöstlich Bailleul. Ihn haben unsere deutschen Truppen in fortschreitendem Angriff auf die ihrer Vernichtung entgegensehenden britischen Armee im Sturm genommen. Der Kemme! war im Weltkrieg ein Hauptstützpunkt der englischen Stellungen in der flandrischen Ebene und wegen seiner flankierenden Lage zu den deuffchen Stellungen ein wichtiges strategisches Ziel der Früh- jahrsoffensioe 1918. Trotz der Schwierigkeiten des Geländes und hefttgsten Widerstandes der Franzosen und Engländer wurde das Kemmelmcffsiv am 25. April vom Deuffchen Alpenkorps gestürmt, das bayerische Leibregiment warf den Feind über den Nord- und Westhang herunter und drang mit ihm in das Barackenlager von Bruloose durch. Auch wütende Gegenangriffe prallten ab, der Kemme! blieb bis zum Herbst 1918' in deutscher Hand. Die deutschen Sturmbataillone, die gestern den Engländern den Äcmmelberg entrissen, haben sich der großen Ueberlieferung der Frontkämpfer des Welt- trieges würdig gezeigt. Wie der Kemme! nach Südwesten die Lysniede- rung flankiert, so nach Norden die Yser und den Yser-Kanal, jenen Abschnitt der großen Front des Weltkrieges, der für den Einsatz der deutschen Jugend im Schicksalskampf ihres Volkes in besonderer Weise Symbol geworden ist. lieber dem Mahnmal der deutschen Jugend bei ßangemarcf, errichtet auf dem Schlachtfeld, über das im November 19^4 die Freiwilligenregimenter dreier deutscher Neservekorps mit dem Deutschland-Lied auf den Lippen todesmutig hinwegstürmten, weht heute die Nteichskrlegsflagge. Ypern, 1914 das Mittelstück der britisch-französischen Verteidigungsstellung am Yser^Kanal, ist von deutschen Truppen im Sturm genommen und 20 Kilometer weiter nördlich dem Meere zu wurde^D i xm u i d e n erreicht. Dünkirchen ist von unserer schweren Artillerie unter Feuer genommen, Bergues, 10 Kilometer südlich Dünkirchen, und Wormschoudt, 20 Kilometer südlich Hazebrouck, bezeichnen die Linie, die unsere Truppen von Westen her erreicht haben. Von Osten her wurde bei Thourout, auf halbem Wege zwischen Ypern unb Brügge, gestern noch gekämpft. Brügge selbst ist ebenso wie Bel- Britische Agenten an Bord des „President Roosevelt". Neuyort, 29. Mai. (Europapreß.) Die Mel- düngen über britische Attentatspläne auf das USA.- Schiff „President Roosevelt" werden bestätigt. Der Präsident des Seemannsverbandes, Curran, er- hielt am Montag ein Telegramm aus Flushing bei Neuyork, das besagte, drei britische Agenten, die die Sprengung des Schisses geplant hätten, seien an Bord des „President Roosevelt" entdeckt worden. Das Justizdepartement in Washington hat sofort eine Untersuchung eingeleitet. Die Neuyorker Polizeibehörden richten ihre besondere Aufmerksamkeit darauf, den. Absender dieses Telegramms zu ermitteln, um auf diesem Weg weitere Einzelheiten über den britischen Attentatsanschlag, an dessen Planung kein Zweifel mehr bestehen kann, zu erfahren.* Wie die „New York Times" aus London meldet, ist die Tochter des Londoner U8A.-Dotschafters Kennedy nach Lissabon geflogen, um von dort mit einem Klipper-Flugzeug heimzukehren. Bis vor zwei Tagen hatte sie die Absicht, an Bord des USA.-Dampfers „President Roosevelt", der die USA.-Bürger aus England abholen soll, nach den Vereinigten Staaten zu fahren. Aber nach der deuffchen Warnung vor brittschen Attentats- plänen scheint dem Botschafter Kennedy, der seine pluto krati sch en Freunde in London wohl zu genau kennt, um ihnen auch dieses Verbrechen zuzuttauen, die Sicherheit des Schiffes nicht groß genug, um ihm seine Tochter anzuvertrauen. der allen Lagen gewachsenen Frau wird sie morgen als Venus vor Paris stehen. Ihr Ruhm fliegt mit dem seinen über halb Europa, an allen Höfen spricht man von den Grübchen ihrer Knie wie von Dingen, über die es eine bestimmte Uebereinfunft gibt, ihr Körper wird zu einem Kanon der Schön- heltspflege, und bei alledem bleibt sie die große Dame.- Sie besitzt das Geheimnis der wahren Frau, sich einem ganz zu geben und allen übrigen ein Gegenstand des Respektes und der Verehrung zu sein. Mit ihm lebt fie, mit ihm stirbt fie. Denn als er fie mit erst 26 Jahren zur Witwe macht, ist es, als wäre fie nie gewesen. Wir erfahren weder, wie fie seitdem gelebt hat, noch wie sie gestorben ist. Was tut’s? Wissen wir doch, sie ist in das ewige Leben der Kunst eingegangen. suchen. Nebenbei würde es sich ja auch Herausstellen, ob die Gegenseite musikalisch ebenso fest im Sattel faß wie er. Also ging er kühn zu Mozart und zum Angriff über: „Dies Bildnis ist bezaubernd schön ..." flötete er mit seinem süßesten Schmelz in das undurchdringliche Dunkel hinein. Doch wie zum Hohn klang es aus dem „Zupfgeigenhansl" zurück: „Ade zur guten Nacht ...' Er sah noch das Aufblitzen einer Taschenlampe und in ihrem Schein die Umriffe einer jungen Dame, dann fiel ein Haustor ins Schloß. Einem abgewiesenen Freier gleich stand er noch eine Weile wie angewurzelt, mit einem Brummschädel obendrein, den ihm die unliebsame Bekanntschaft mit einem Laternenpfahl verursacht hatte. So endete also sein Abenteuer, so pfiffig es auch angelegt war, mit einer Niederlage. Fürs erste wenigstens versuchte er sich zu trösten, als er den 'Heimweg, diesmal von der anderen, ihm bisher unbefanntgebfiebenen Seite antrat. Immerhin hatte er jetzt einen Anhaltspunkt, wo und wie er seiner Heimgepfiffenen ein andermal wieder begegnen könne. Aber so viel Mühe er sich auch in den nächsten Tagen gab, es einem Pirol an zärtlichen ßieoes- weisen gleichzutun — niemand als höchstens ein Gassenjunge gab ihm spöttisch Antwort. Und bann war es, als habe die Unbekannte nur auf ihre Liebling sarie gewartet, daß sie sich erstmals wieder zu erkennen gab: „Reich' mir die Hand fürs Leben, komm' auf mein Schloß mit mir ...!" Gestern abend erst hatte er Mozarts „Don.Juan" in der Oper gesehen, und er war noch trunken von der Fülle göttlichen Wohllauts. Schlagfertig kam die Antwort aus dem „Vogelhändler", die sich mit den Worten der Briefchrlste! zwar hinhaltend, aber durchaus nicht hoffnungslos erteilte: „Doch nicht sogleich auf der Stell' ...!" Dann blitzte wiederum eine Taschenlampe auf, schwankte vorsichtig über den Fahrdamm und ließ ihr mildes Licht auf ein und derselben Stelle noch eine Weite leuchten, bis, von ihren Lippen angestimmt, der zweiseitige Psiff aus dem „Evangelimann" ertönte: „Wir haben uns gefunden ..." Aber damit hatte das Pfeift konzert zunächst ein Ende. Denn nun mußten sich beide ausschütten vor Lachen über den Svah, den sie sich geleistet, obwohl sie im gleichen Augenblick fühlten, daß fie dem Ernst des Lebens — wenn man Liebe aus den ersten „Psiff" fo nennen tonn — ins Auge blickten. i Musik ohne Worte. Don H. A. Berger. Nicht mehr als fünf Minuten brauchte er fftr bte Wegstrecke, die er, von der Haltestelle der Elektrischen an gerechnet, zu Fuß bis vor sein Haus au- rückzulegen hatte. Aber wenn man rechtschaffen müde und hungrig dazu ist, kommt einem selbst ein Katzensprung wie, eine endlose Wanderung vor. Zumal jetzt, da die abendlich verdunkelte Straße noch einmal seine volle, tagwache Aufmerksamkeit erforderte. Aber schließlich fand Hans Siewers ein Mittel, sich den Weg auf angenehme Weife zu verkürzen. Er pfiff — pfiff wie ein Junge vergnügt vor sich hin, was ihm von seinem reichen Schatz an Melodien gerade durch den Kops ging. Manchmal griff jemand blitzschnell die eben angefangene Melodie aus der Luft und pfiff sie seinerseits ein Stück Weges weiter, um wiederum das Ende dem Vordermann zu überlassen. An einem dieser kühlen Dorfrühlingsabende erklang es auf einmal zeitgemäß wie gefühlvoll von Hans Siewers' gespitzten Sippen: „Wie eiskalt ist dies Händchen ..." „Man nennt mich nur Mimi ...!" pfiff es, obzwar ein wenig zaghaft, von der anderen Strasien- eite zurück. Einen Augenblick oder vielmehr einen reubigen Herzschlag stutzte Hans Siewers: Wenn ein sehr musikempsindliches Ohr ihn nicht täuschte, lehorte der pftffige Mund einem weiblichen Wesen! Aber die nicht völlig gelösten Zweifel reizten,ihn, es. noch einmal mit seinem neckischen Spiel zu ver- er Partei teil, ferner die Saatssekretäre der hol- ändischen Ministerien und Vertreter des holländi- enerfolge nichts an der Tatsache änderten, daß die deutschen in dieses Land mehr mit zum Gruß er- Gruß erber Faust Ebener Hand als mit den Waffen in e r v o r - Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet zur und und Dor- wei- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Es wurden ausgezeichnet: General der Alleger G r a u e r t, Generalleutnant Loerzer wegen hervorragender Verdienste In der Führung der ihnen unterstellten Fliegerkorps auf dem westlichen Kriegsschauplatz und Hauptmann RIölders, der soeben seinen 20. Luftsieg errang, wegen persönlicher Tapferkeit N S chen öffentlichen Lebens. Der Reichskommissar betonte dabei, daß alle Was- Berlin, 29. Mai. (DNB.) Wegen h ragender Tapferkeit bei einer erfolgreich n melk Gast«! um r ijren. !i Sorbte I er elf. ölen b- Ilber nei öttentcff- der («« [jufroini enug, ® Berlin, 30. Mai. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vor- chlag des Oberbefehlshabers'des Heeres, das Ril- !erkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen an: General fier Infanterie Busch, Oberbefehlshaber einer Krmee, Generalleutnant Kirchner, Kommandant einer Panzerdivision, Generalmajor Rommel, Kommandant einer Panzerdivision, Oberst Wolff, Kommandeur eines Infanterie-Regiments, Oberst Leyser, Kommandeur eines Infanterie-Regiments, Oberstleutnant im Generalstab Ehrig, im Generalstab einer Infanterie-Division, Ober- -eidarzt Dr. Wisch Hufen, Major Jäger, Kommandeur eines Infanterie-Bataillons, Hauptmann Alvermann, Führer einer Schühenkom- I»anie, Oberleutnant Germer, Führer einer Pio- )le ft s USl :igt tf an, e \w* lant hv oofeDtif itet ti lefonba r dir!« Leg » mtatsö nehr t* Auf der Grundlage gegenseitiger Achtung Zreichsmmister Geyß-Znquart tritt sein Amt als Reichslommifsar in den Niederlanden an. u W .* f[N vM ,ohnA Drei verdiente Offiziere der Luftwaffe. Berlin, 29. Mai. (DRB.) Der Führer Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf fchlag des Generalfeldmarschalls Göring drei lerer» höchstbewährten Offizieren der Luftwaffe das ihiito Ülll! erbt toanci’ ?n £ ten,k fei ii lnövw ■ DlNj e Fe« ten. vkd n 'Qr > ötü I* oünfcht keine Veränderung in Wederlandisch-Jn- ien zu seinem Schaden, sei sie auch nur wirtschaft- eher Natur, indem etwa Rohstoffe (Del!) ihm orenthalten würden, um den steigenden Bedarf er Westmächte zu decken. Die Bereinigten Staaten chreiten, unter dem Eindruck der deutschen Waffen- virkung, zu gewaltiger Aufrüstung in der Flotte mb Luftmacht. Ist es nicht, als ob wir mit der Annäherung an England den Ozean rollen und grollen hörten? balzige Seeluft steigt unfern West-Kriegern in die nafe, der Geist schwingt um die Erde, der eng- sche Krieg zeigt zusehends sein ozeanisches, und as will sagen planetarisches Gesicht! Das Weltmeer trennt die Länder, doch es ver» mdet die Völker. Auf seinem breiten Rücken tauchen sie ihre Güter aus, denn das ist sein gottge- zollter Zweck: allen Völkern zu dienen. Es ist ein errenloses Gebiet, seiner Natur nach nicht in Betz zu nehmen, daher keiner Staatshoheit unter« jorfen. Aber es bietet dem Mächtigen Spielraum enug, den Schwächeren beiseitezuschieben, zu be- auben, zu erdrücken, lieber die Ozeane hinweg ann er schnell seine Kräfte verschieben: früher die Segelflotten und Fregatten, heute Schlachtschiffe, Kreuzer, U-Boote, Flugzeugträger, um einen poli- ischen Druck auf Staaten auszuüben, die von ungehinderter Seefahrt abhängen. Heber die Ozeane laufen die Verkehrswege friedlicher Schiffahrt, aber auch die Kraftlinien der Seemacht und — nicht zuletzt! — die Verbindungslinien des britischen Empire, dieses kunstvollen Gebildes, das ganz von der See getragen wird. Das Mutterland England, seit der Normannenzeit (1066) nicht feindlich betreten, seit Napoleon nicht ernstlich bedroht, bildet den Kern. Wird er zerschlagen, dann entweicht auch der Sinn dieses Weltreichs. Großes hat England geleistet, das sei nicht bestritten, in der Entscheierung der Erde, in der Ausbreitung christlich-germanischer Kultur. Aber es hat, von der Freiheit verführt, in der man sich nach allen Windrichtungen auf der wogenden Flut bewegen kann, vom Ozean einen unmoralischen Gebrauch gemacht. Es wurde Ojcan-j macht und vergaß, daß auf dem Kontinent Völker nicht minderen Lebensrechtes wohnen. Darum gingen alle feine europäischen Kriege und auch der 1914/18. Was wir damals versäumten, weil wir England nicht rechtzeitig erkannten, oder was wir vielleicht nicht vollbringen konnten, weil der Landgegner zu viele waren: den geraden Durchstoß zum Atlantik, das holen Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine in wuchtigen Schlägen jetzt nach. Wir errichten die ozeanische Front! stellten Truppenteilen Befehle rechtzeitig zuzuleiten. Außerdem hat er in hervorragendem Maße persönliche Tapferkeit bewiesen. — Oberfeldarzt Dr. Wisch Husen hat hervorragende organisatiorische Maßnahmen für den Einsatz in Holland getroffen und sich durch besonders tapferes Verhalten ausgezeichnet. — Major Jäger hat mit feinem Bataillon gegen stark überlegenen und in schwerst ausgebauter Stellung befindlichen Feind den lieber» gang über die Maas erzwungen und dadurch den Weg für zwei Divisionen geöffnet. Die schwierige Aufgabe konnte nur bei dem rücksichtlosen Einsatz seiner Person und durch seine hervorragende Gefechtsführung gelingen. Hauptmann 21 In ermann hat mit seiner Schützenkornpanie unter höchstem todesmutigen persönlichen Einsatz im fünftägigen Kampf eine schwierige Stellung gegen vielfache Uebermacht -gehalten. — Oberleutnant Germer, der bereits im Wehrmachtsbericht genannt wurde, hat mit seiner verstärkten Pionierkornpanie die bei Dilly gelegene Panzerfeste 505 gestürmt und außer Gefecht gesetzt. Er gab seinen Pionieren leuchtendes Beispiel durch seinen ebenfo todesmutigen wie unwichtigen und energischen Einsatz. Er führte feinen Auftrag mit überraschend geringen Verlusten durch und drang als Erster in das Werk ein. — Oberleutnant Schrader setzte sich mit seiner Kompanie durch Handstreich in den Besitz zweier wichtiger Brücken und hielt sie unter wütigem Einsatz und geschickter Gefechtsführung bis zum Eintreffen von Verstärkungen, trotzdem er selbst durch zwei Schüsse verwundet wurde. — Oberleutnant Schreiber drang iletfompanie, Oberleutnant Schrader. Führer einer Schühenkompanie, Oberleutnant Schreiber, Führer einer Schühenkompanie, Feldwebel Granting in einer Schühenkompanie, Unteroffizier Äalkhoff in einer Schühenkompanie. General der Infanterie Busch hat sich bereits im polnischen Feldzug durch persönliche Tapferkeit und lurch zielbewutzte und energische Führung feines Armeekorps ausgezeichnet. Als Oberbefehlshaber einer Armee hat er nicht nur die fehr schwierige Führungsaufgabe mustergültig gelöst, sondern auch ! urch persönlichen Einsatz das Gelingen der Angriffe feiner Armee entscheidend beeinflußt. — General- feutnant Kirchner hat mit feiner Panzerdivision c.n vorderster Stelle die schwer befestigte Maas- Stellung durchbrochen und sich bei der Verfolgung les Gegners besondere Verdienste erworben. Der Erfolg ist vor allem seinem mitreißenden persönlichen Einsatz in vorderster Linie zu danken. — Generalmajor Rommel hat ein Hauptoerdienst am Durchbruch durch die verlängerte Maginotlinie. An i er Spitze eines Panzerregimentes eilte er persönlich weit feiner Division voraus, zersprengte mit seiner Truppe zwei feindliche Divisionen, machte enne große Zahl Gefangener und erbeutete eine unübersehbare Menge an Kriegsgerät aller Art. Durch fein Beispiel hat der General entscheidenden Einfluß auf die Durchführung der großen Operatio- " en im Westen genommen. Oberst Wolff hat als Kommandeur eines Jn- nnterie-Regiments als erster die Schelde- und Lys» Stellung bezwungen. Auch nach einer schweren Verwundung hat er die Führung seines Regiments eibehalten und sich persönlich besonders eingesetzt. — Oberst Heyser hat mit seinem luftgelandeten Infanterieregiment stark überlegene Feindkräfte ge- . unben und ohne Verbindung seiner Division völ- | lüg selbständig gehandelt, wobei er sich durch per» I Snliche Tapferkeit besonders auszeichnete und trotz toeimaliger Verwundung die Führung feines Regimentes beibehielt. — Oberstleutnant i. G. Eh- ' i g hat sich bei der Vorbereitung für das Unternehmen gegen die „Festung Holland" besondere 23er» 23 ischhusen hat hervorragende organisatorische i iiaben entscheidend mit. Durch seine Initiative genug es, trotz größter Schwierigkeiten allen unter» durchgeführten, für den Kriegsverlauf entscheidenden Waffentat wurde mit sofortiger Wirkung beordert zum General der Flieger, der Generalleutnant Student, Kommandeur einer Fallschirmdivision. General Student wurde beim Einsatz gegen Holland schwer verwundet. Er wurde vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Oie Giun-e der Abrechnung kommt! Trotz wiederholter Warnung planmäßige Bombenangriffe auf friedliche deutsche Städte. Berlin, 29. Mai. (DNB.) Das planlose Ab werfen von Bomben britischerFlug- zeuge bei ihren nächtlichen Einflügen in deutsches Reichsgebiet nimmt trotz unserer wiederholten Warnungen seinen Fortgang. Diese unerhörten, jeder völkerrechtlichen Bestimmung ins Gesicht schlagenden Bombardierungen nichtmilitärischer Ziele werden von den Engländern in ihren Berichten sogar noch als hervorragende Taten ihrer „glorreichen" Royal Hit Force gepriesen. Um ihre klägliche Ohnmacht zu verschleiern, fälschten sie diese Piratenzüge in Siegesmeldungen um. Diese Schamlosigkeit wird nur von der Unfähigkeit der britischen Flieger übertroffen, die ihre Bomben wahllos auf friedliche Städte, Wohnviertel der Bevölkerung, Hotels, Schulens Apotheken und Krankenhäuser fallen lassen. Selbst die früheren Freunde Holland Und Belgien, werden hierbei nicht verschont. Ausländische Journalisten konnten bei ihren Reisen durch Holland und Belgien seststellen, daß die Bombenangriffe au, unverteidigte Städte und Dörfer Belgiens und der Niederlande die Gereiztheit dieser Völker gegen England wesentlich gesteigert haben. Bei uns Deutschen werden über jeden Toten, über jeden Verletzten und über jeden Schaden dieser nächtlichen Bombenwürfe genaue Listen geführt. England möge wissen, daß wir nichts vergessen — wenn die Stunde der Abrechnung kommt, wird jede Bombe vielfach vergolten werden. Dann wird England merken, daß die deutschen Flieger wohl in der Lage sind, das deutsche Blut zu rachen und die Ziele zu treffen, die ihnen Bekämpfung zugewiesen werden. Blutzoll gezahlt. Die niederländischen Soldaten haben sich im Kampf gut geschlagen, die Zivilbe- völkerung hat sich den kämpfenden Truppen gegenüber vorbildlich benommen. Es liegt nichts vor, was uns hindern könnte, einander mit Achtung zu begegnen. Wir Deutschen aber, die wir heute mit einem durch die Erkenntnis für die blutsgebundenen Werte eines Volkes geschulten Blick durch das Leben gehen, kommen nicht hierher, um ein Volkstum zu bedrängen, und um einem Lande die Freiheit zu nehmen. Wir wissen um die Freiheitskämpfe dieses Landes. Diesmal ist es aber darum gegangen, ob die Niederlande als Plattform für einen Angriff gegen den Glauben, die Freiheit und das Leben der deutschen Nation mißbraucht werden sollten. Die Deutschen wollen dieses Land und seine Leute weder imperia- listisch bedrängen noch ihm ihre politische lieber- Beugung aufbrdngen. Ihre Handlungen werden nur durch die Notwendigkeit geleitet sein, die sich aus der heutigen besonderen Lage ergeben und ich glaube, daß die „Niederländer ihren realen Sinn in diesen Tagen nicht verloren haben." Der Reichskommissar sagte, es sei sein Wille, das niederländische Recht möglichst in Kraft zu belassen, zur Ausübung der Verwaltung die niederländischen Behörden heranzuziehen und die Unparteilichkeit der Rechtsprechung zu wahren. Voraussetzung dafür sei die verständnisvolle Haltung des . niederländischen Volkes. Er werde darum besorgt sein, daß das niederländische Volk nicht in ungünstigere Lebensbedingungen verfällt als es die gegebene Schicksalsgemeinschaft und der Dernichtungswille unserer Feinde nötig machen. Es gehe darum, eine neues Europa zu bauen, dem als Leitstern die Grundsätze vorangestellt sind, nationale Ehre und ge- Imeinfame Arbeit! „Wir wissen, daß der letzte Sinn des Handelns unseres Führers dauernder Friede und sittliche Ordnung für alle sind, die guten Willens find." an der Spitze feiner Kompanie als Erster in eine große, stark verteidigte holländische Stadt ein und hielt trotz schwerster Feindeinwirkungen mehrerer Tage hindurch seine Stellung. — Feldwebel Grau- ting hatte mit seinem Zuge einen wichtigen Brückenkopf erobert und ihn im zähen und kühnen Vorstoß erweitert. Alle gegen ihn geführten Angriffe des Gegners wurden von ihm und seinen Männern abgewiesen. — Unteroffizier Kalkhof überquerte mit feiner Gruppe in einem Floßfack trotz stärksten feindlichen Abwehrfeuers die Maas und erledigte durch seine persönliche Initiative mit feiner Gruppe in kühnem Zupacken 16 Bunker Stützpunkte des Gegners. vor dem Feinde sowie kühnem und besonders er-T folgreichem Einsatz seiner Jagdgruppe. ♦ General der Flieger G r a u e r t wurde 1889 zu Berlin als Sohn eines Majors geboren. Er trat 1909 als Fähnrich beim Fuhartillerieregiment 2 ein und rückte mit feinem Regiment ins Feld. Als I Beobachter tat er Dienst bei verschiedenen Flieger- abteilungen, 1917 erhielt er das Ritterkreuz zum Hohenzollernorden. Januar 1918 wurde er Führer der Fliegerabteilung 17. Nach dem Kriege wurde er in die Reichswehr übernommen. Im Juli 1934 zum Oberst befördert, trat er im März 1935 in die neu gegründete Luftwaffe ein. Im Juli 1937 wurde er zum höheren Fliegerausbildungskommandeur 2, anschließend zum Kommandeur einer Fliegerdivision ernannt. Im Oktober 1939 wurde er General der Flieger und Befehlshaber eines Fliegerkorps. Generalleutnant Loerzer wurde 1891 als Sohn eines Lehrers in Fichtenau, Kreis Niederbarnim, geboren. 1911 trat er als Fahnenjunker in das Infanterieregiment 112 ein. Nach Kommandos bei Militärfliegerschulen wurde er im Oktober 1914 zur Fliegerersatzabteilung 25 versetzt. Jtn April 1916 wurde er bei einem Luftkampf über Verdun verwundet. Seit Januar 1917 war er Führer der Jagdstaffel 26, anschließend Kommandeur des Jagdgeschwaders 3, wo er im Oktober 1918 außer der Reihe zum Hauptmann befördert und mit dem Pour le m6rite ausgezeichnet wurde. Insgesamt hat er 44 Gegner abgeschossen. Im Jahre 1933 wurde er Präsident des Deutschen Luftsportverban- des und 1935 als Oberst in die Luftwaffe übernom» | men. Im März 1937 wurde er Kommodore eines! Jagdgeschwaders, im April 1938 Inspekteur der Jagdflieger, im Jaiiuar 1939 Kommandeur einer Fliegerdivision und im Oktober 1939 Kommandierender General eines Fliegerkorps. Nach Generalfeldmarschall Göring ist er der erste Offizier der Fliegertruppe, der neben dem Pour le mSrite das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz trägt. Hauptmann Werner Mölders wurde 1913 zu Gelsenkirchen als Sohn eines Studienrates, der als Reserveoffizier im Weltkriege gefallen ist, geboren. Er trat 1931 in das Infanterieregiment 2 ein. 1934 wurde er Leutnant. 1935 trat er zur Luftwaffe über, 1938 war er Angehöriger der Legion (Eonbor in Spanien, wo er in kurzer Zeit 14 Gegner ab schoß. Er war der erfolgreichste Jagdflieger der Legion, ausgezeichnet mit dem Spanienkreuz in Gold mit Brillanten sowie mit der Medalla de la Campana und der Medalla Militär. Wegen hervorragender Leistungen als Jagdflieger erfolgte seine Beförderung zum Hauptmann außer der Reihe. Im März 1939 wurde er Kommandeur einer Jagdgruppe. Generalleutnant Student zum General der Flieger befördert. Englischer Ltnierhändler unerwünscht. Deutliche Absage aus Moskau. Moskau, 30. Mai. (DNB.) Taß verbreitet folgende amtliche Verlautbarung: In Beantwortung des Vorschlages der englischen Regierung, Herrn Cripps als speziellen und außerordent- lichen Bevollmächtigten b er englischen Regierung nach Moskau zu schicken, hat ber Volkskommissar bes Auswärtigen Molotow ben Botschafter Maifky beauftragt, ber englischen Regierung zur Kenntnis zu bringen, daß die Re- gierung der Sowjetunion weder Herrn Cripps! als besonderen und außerordentlichen Bevollmächtigten empfangen kann, noch irgendeinen anderen. Wenn die englische Regierung wirklich Handelsbesprechungen führen will und sich nicht einfach auf Besprechungen über einen nicht vorhandenen Umschwung in den Beziehungen zwischen England und der Sowjetunion beschränken will, so könnte sie dies über ihren Botschafter in Moskau, Herrn S e e d s, tun, dzw. über eine andere Persönlichkeit auf dem Posten des Botschafters in Mos- kau in dem Falle, daß Herr Seeds durch eine andere Persönlichkeit ersetzt werden soll. Herrn Cripps, der auf dem Wege nach Moskau in Athen eingetroffen war, bleibt somit nichts anderes übrig, als unverrichteter Dinge zu seinen Auftraggebern zurückzukehrer^ y \ rriitv > iQnairt an. £ ustvr W । 8nw» , Betau*' ch »* « völkeruna wird gebeten, sofern es möglich ist, diie Dienstleistung des Friseurs am Anfang der Woche in Anspruch zu nehmen. Das würde einmal int Interesse des Kunden selbst liegen, der schneller bedient wird, als auch im Interesse einer planvolleren Verteilung der Arbeiten hn Friseurbetrieb. Ins« besondere in den Betrieben würde sich eine solche Rücksichtnahme entlastend auswirken, die infolge Einberufung des Meisters durch die Ehefrau mei- tergeführt werden und die oftmals dem Andramz am Samstag nicht gewachsen sind. Durch ein wenkz Rücksichtnahme kann hier allen Beteiligten gehol' sen werden. Vorsicht beim Sammeln von Maipilzen. Im Mai und Juni erscheint an grasigen Walt- und Wegrändern, auf Wiesen und ähnlichen Plätze" der eßbare Maipilz. Sein Hut wird kaum breiter als 10 cm. Alle Teile des Pilzes, der Hut, die ®Iä :• ter auf der Hutunterfeite und der Stiel sind weiß' lich bis rahmgelblich. Auffallend ist der Geruch nach Mehl. Man hüte sich jedoch vor Verwechslung des Maivilzes mit Rißpilzen, insbesondere mit dein lebensgefährlichen, ziegelroten Rißpilz. Der siege-* rote Rißpilz, der wieoerholt schon Menschen utf-s Leben brachte, wächst ebenfalls im Frühsommir auf grasigen Plätzen. Er bleibt meist Heiner ogs der Maipilz, kommt aber ebenfalls mit weißliche ober geldlicher Färbung aus dem Boden, ganz ähnlich wie der Maipilz, und wird später, insb> sondere beim Liegen des Pilzes, mehr oder wenigs Aus der Stadt Gießen. Sommerliches Freibad in Sicht. Nur noch kurze Zeit ist zum Beginn der Sommer- fchwimmzeit. Dann soll das, was die Winterszeit versagte, doppelt und dreifach nachgeholt werden. Dies« kurze Zeit gilt es zu nutzen, wenn sich der Schwimmer leistungsmäßig voranbringen will. — Daß das sportliche Schwimmen — dazu gehört auch das Wasserspringen und das Wasserballspiel — eine Kunst ist, vermag selbst der Laie zu beurteilen. Wer glaubt, schon ein guter Schwimmer zu sein, wenn er sich eine halbe Stunde oder länger schwimmend über Wasser hält, ist völlig am Ende seines Könnens, wenn er sich einmal mit einem geübten Kraulschwimmer im Wettstreit zu messen wagt. Gegen einen durchaebildeten Sportschwimmer vermögen auch körperliche Kraft und stärkster kämpferischer Einsatz nichts auszurichten, wenn man eben nicht sportlich schwimmen gelernt hat. Es ist falsch zu glauben, daß man zum Sport- schwimmer geboren sein muß. Normalerweise kann jeder Mensch männlichen und weiblichen Geschlechts das sportliche Schwimmen erlernen. Nur muß er früh genug damit arrfanaen. Die Entwicklung des Schwimmsports hat geraoe in den letzten Jahren die Erkenntnis reifen lassen, daß das Schwimmen ein Sport der Jugend ist. Was dem Menschen in vorgeschrittenem Alter meist Mühe macht, ist für ihn in jugendlichem Alter, ja sogar schon im Kindesalter, bei richtiger Anleitung ein leichtes Unterfangen. Denn in jungen/ Jahren, wenn der Körper nocy leicht, die Muskeln weich und die Glieder besonders gelenkig find, kann sich jeder mit den Geheimnissen der Schwimmkunst vertraut machen. Darum kann der deutsche Schwimmsport seine Stellung in der Welt nur behaupten, wenn er bei der Jugend beginnt, intensive Lehr arbeit zu betreiben. Darin liegt beispielsweise auch das ganze „Geheimnis" des japanischen Männer- und des dänischen Frauenschwimmsports. Darum muß es gerade heute, wo die sport- erfahrene und sportgestählte Mannschaft unter den Waffen steht, für den deutschen Schwimmsport das Haupterfordernis fein, sich mit der jüngsten Gene- ration zu beschäftigen und den Grundstein für ihre spatere schwimmerische Leistungsfähigkeit zu legen. Dabei darf, wenn sich die Schulungsarbeit erfolgreich auswirken soll, der sportliche Wettkampf vorerst nicht im Vordergründe stehen. Immer wieder macht man die Beobachtungen, daß die technisch besten Schwimmer auch die schnellsten sind. Die neuzeitliche, erfolgbringenbe Schwimmweise erlernt man aber nicht im Wettkampf, so wertvoll dieser als Prüfttein für Leistungsfortschritt und Kampfkraft des einzelnen ist, sondern, nur in systematischer aufbauender llebungsarbeit. Tageskalender für Donnerstag. In der bis auf den letzten Platz besetzten Neuen Aula unserer Universität sprach gestern der bekannte Weltreifende Dr. Colin Roß über das Thema „Die Welt zwischen Atlantik und Pazifik". Der Redner sprach von Amerika. Er schilderte Amerika als jenen Teil unserer Erde, dem größte Zukunftsbedeutung beizumessen sei und dessen Haltung auch alle Beachtung verdiene, wenn es um die Neuordnung von Europa gehe. In seinen Darlegungen im einzelnen sprach Colin Roß über hie Doppeldeutigkeit dieses Kontinents. Nord- und Südamerika seien zwei Welten, die praktisch durch den Panama-Kanal voneinander getrennt seien. Panama ei nicht etwa eine Brücke, wie etwa Suez, sondern vielmehr eine Barriere, über die Hinwegzukommen auch keiner der ältesten indianischen Kulturen gelungen fei. r v Ein weit verbreiteter Irrtum fei es, Nordamerika als angelsächsisch zu betrachten. Das englische Element sei nicht das absolut beherrschende, ausschlaggebende. Vielmehr seien alle Völker der Erde beteiligt. Sehr stark sei der französische Block. Von erstrangiger politischer Bedeutung für uns Deutsche ei die Tatsache, daß 20 v. H. aller Amerikaner reutschen Ursprungs seien. Die in den Vereinigten Staaten vertretenen Völker leisteten den Angli- fierungsbeftrebungen erheblichen Widerstand. Südamerika sei jedenfalls mehr lateinisch, als Nordamerika angelsächsisch. In Südamerika dominiert das indianische Element. Es fei ein großer Irrtum zu glauben, daß der Indianer aussterbe. Vielmehr befinde er sich in einer aufsteigenden Entwicklung, wenngleich darin noch keine Gefahr für die Herrschaft des weißen Menschen zu sehen fei. In seinen weiteren Darlegungen beschäftiate sich der Redner mit der völkischen Zusammensetzung der kleinen Staaten in Mittelamerika und wies vor allem auch auf die Bedeutung hin, die dem Neger zukomme, der im südlichen Teil der Vereinigten Staaten 12 Millionen Menschen zähle, ohne jedoch in der Re- mengen zu beschaffen, sondern zusätzlich größte Mengen Hausteedrogen, die für die Wehrmacht und Volk benötigt werden. Ebenso gilt es, Massen unserer C-Vitaminreichen Wildfrucht Hagebutte einzubringen. Die Kräuter werden von den IM.- und den BDM.-Gruppen gesammelt. Die Trocknung erfolat entweder auf den Schulhausböden, oder zu Hau auf dem gereinigten Dachboden. Später werden sie auf einer bestimmten Sammelstelle abgegeben und gehen dann der Weiterverarbeitung entgegen. In diesen Tagen werden zunächst Jungmädel des Obergaues Hesien--Nassau mit ihren Körben und Säcken in die Wälder und Wiesen gehen, um mit der Sammlung der Teekräuter und Heilpflanzen zu beginnen. Derhattungsmaßnahmen für polnische Arbeitskräfte. NSG. Arbeiter und Arbeiterinnen polnischen Volkstums, die zum zivilen Arbeitseinsatz in Hessen eingesetzt sind oder noch eingesetzt werden, unterliegen verschiedenen Beschränkungen, die der Reichs-- statthalter in Hessen in einer Polizeiverordnung vom 10. Mai veröffentlicht hat. Ihnen ist das Verlassen der zugewiesenen Unterkünfte in der Zeit vom 1. April bis 30. September von 21 bis 5 Uhr und in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März von 20 bis 6 Uhr untersagt. Die Ortspolizeibehörde kann, falls der Arbeitseinsatz andere Zeiten bedingt, diese von Fall zu Fall fest- setzen. Die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist nur mit Genehmigung der Ortspolizeibehörde zulässig. Untersagt ist der Besuch deutscher Veranstaltungen kultureller, kirchlicher und geselliger Art. Ausgenommen von Gaststätten, die von der Ortspolizeibehörde während bestimmter Zeiten zum Verweilen polnischer Arbeiter und Arbeiterinnen freigegeben worden sind, ist der Besuch von Gaststätten verboten. Anderseits ist deutschen Volksgenossen der Besuch von polnischen Arbeitern und Arbeiterinnen zugewiesenen Gaststätten während der von der Ortspolizeibehörde festgßjetzten Zeiten verboten. gierung vertreten zu sein. Dann kam der Vortragende auf die Anmaßung zu sprechen, die darin bestehe, daß sich die Vereinigten Staaten von Amerika den Namen „Amerika" zugelegt haben und damit von vornherein einer imperialistischen Grundidee Ausdruck gegeben haben. Es sei allerdings nicht zu erwarten, daß es Wirklichkeit werden könnte, die Vereinigten Staaten reichten vom Nordpol bis Feuerland. Wohl aber könne es, sein, daß USA. vom Nordpol bis Panama reiche. Bestrebungen der Lenkung aller Staaten in Nord- und Südamerika in einer Richtung seien wohl im Gange und die alljährliche Panamerikanische Konferenz bedeute den Versuch, gemeinsame Politik in einer Richtung zu machen. \ In der Folge beschäftigte sich der Redner mit der immer problematischer werdenden englischen Zuckerkrankheit Seit 10 Jahr, leide ich an Zuckerkrankheit. Nachdem ich Ihren Karlssprudel regelmäßig getrunken habe, zeigte die ärztl. U ntersuch, ca.1/« %• Ich trinke dieses Wässer weiter. Hans Busch, Buchdr.-Besitzer, Arnsberg (WesH.), Jägerstr. 30.9.36. 20 gro/je Flaschen RM 12.60, 50 groffe Flaschen RM 25—. Fracht hin und zurück trägt der Brunnen. Heilquelle Karlssprudel, Bltkirdien A. kennen sind; c) letztes Schulzeugnis (genügt beglaubigte Abschrift); d) etwaige berufliche Zeugnisse (genügt beglaubigte Abschrift); e) ausführliches Gutachten über die politische Tätigkeit; f) ausführliches Gutachten des RAD. und der Wehrmacht, so« weit vorhanden; g) zwei Lichtbilder; h) Einver« ftänbniserflärung des Vaters oder sonstigen Gr» ziehungsberechtigten; i) behördlicher Vermögens- und Einkommensnachweis des Vaters oder des sonstigen Unterhaltsvftichttgen; k) Erklärung des Vaters bzw. des sonstigen Unterhaltspflichtigen, ob er in der Lage ist, zu der Ausbildung Zuschüsse, z. B. Uebernahme der Kleidung, zu leisten, In das Langemarck-Studium kann jeder deutsch, Volksgenosse ausgenommen werden, der die angeführten Bedingungen erfüllt und zwischen 17 und 24 Jahre alt ist. Für die Dauer des Krieges werden nur 17- bis 19jährige Bewerber aufgenommen. Aeltere Bewerber werden nach Abschluß des Krieges besonders erfaßt. Das Langemarck-Studium eröffnet tüchtigen und fähigen jungen Volksgenossen den Weg zur Hochschule. Jungarbeiter, Jungbauern meldet Euch bis zum 5. Juni beim Lehrgang Heidelbera des Lange« marck-Studiums der Reichsstudentenführung, Mar« stallhof 5. Neben Honig ist Wachs ein Haupterzeugnis der Bienenzucht. Während aber Honig im Haushalt 1 verbraucht wird, geht das Wachs an die Industrie, 1 die es für die verschiedensten Dinge benötigt. Insbesondere in der heutigen Zeit ist der Bedarf an Bienenwachs in der Industrie außerordentlich groß und deshalb war es notwendig, neue Bestimmungen für den Verkehr mit Bienenwachs zu schaffen. Auf Grund einer Verordnung der Reichsstelle „Chemie" unterliegt mit rückwirkender Kraft vom 5. April d. I. ab alles bei den Imkern anfallende Bienenwachs einschließlich der Abfälle und der sog. Trester der Beschlagnahme. Es muß an die von der Reichsstelle „Chemie" zugelassenen Aufkäufer abgeliefert werden. Diejenigen Mengen, die der Imker zur Aufrechterhaltung feines Betriebes benötigt, kann er aber ohne weitere Genehmigung verbrauchen. Damit ist jeder Jmkereibetrieb sicher- gestellt, und darüber hinaus ist auch noch dafür gesorgt, daß der Bienenzüchter seinen Betrieb entsprechend der Notwendigkeit der Vermehrung der Bienenvölker in Deutschland um mindestens ein Volk je Stand erweitern kann. Zur Weiterführung des Jmkereibetriebes sind vor allem Mittelwände in einer Menge anzusehen, die der Zahl der vorhandenen besetzten Bienenkäste» entsprechen, ferner alle Scheibenhonigwaben, 400 Gramm Reinwachs je Kastenvolk und Jahr zur Herstellung von Mittelwänden für Bauerneuerung und Koniginnenzucht, | arum sie nicht schreiben ««ft iHß । au machen, es schuldet worden men Der, berührt. Bücherttsch. 'XV 4 Wir überholen eine Kolonne. Das letzte Fahrzeug ist die Feldküche. Da steht bei brausendem Fahrtwind der Otto oben und rührt mit seiner Riesenkelle im Pott herum. In den Kurven halt er sich an seinem hölzernen Schwengel fest. Aus der Geraden wird weiter gerührt. Otto macht das Essen für die Kameraden. Das geht nun auch schon seit Tagen so. Immer, wenn ein Halt ist, dann machen. v G. K in G. Sie können auch wegen des von Ihnen angegebenen Betrages Klage gegen die zuständige Stelle erheben. , _ ri. 3. D. in G. In Ihrem Falle greift die Bestimmung des § 571 Abs. 1 des BGB. Platz. Danach tritt der neue Eigentümer an Stelle des Vermieters in die sich aus dem Mietverhältnis ergebenden Rechte und Verpflichtungen ein. Der neue Eigentümer hat also den zwischen Ihnen und dem früheren Eigentümer bestehenden Mietvertrag gegen sich gelten zu lassen Durch den Verkauf wird dieser Mietvertrag nicht |t|N ’S felbft zu tragen, wenn er verpflichtet ist, für die Beleuchtung des Treppenhauses selbst zu sorgen. Liegt die Beleuchtung des Treppenhauses den einzelnen Mietern ob, so müssen diese für die Kosten der Verdunklung des zu ihrer Wohnung gehörenden Teils des Treppenhauses aufkommen. f jiegelrötlich. Sein Hut reißt vom Rande her rissig (in. Daher der Name. Im Gegensatz zum angenehmen Mehlduft des Maipilzes hat er einen viel rrengeren Geruch, der gerade für den ziegelroten srißpilz charakteristisch ist. Im Gegensatz zu den % süßlichen Blättchen des Maipilzes werden die Blätter auf der Hutunterseite des Rißpilzes bald □ehr oder weniger bräunlich, ähnlich rote beim Engerling (Champignon). Vor derartigen gefähr- idjeii Verwechslungen muß ebenfalls gewarnt, roer- len. Der Champignon hat einen angenehmen Duft rbeit cs I den & irtsbii: der Ü» Men. 3- W Jucht L n mit erforderlich. Aber auch die Gewbörsen und Hand- täschchen der Frauen bedürfen zeitroetltg einer Generalreinigung, um die angesammelten Staub- und Schmutzteilchen zu entfernen. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 30. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Yi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, deutsche Eier 10 Rpf., Kartoffeln, 50 kg 4 RM., gelbe Ruben, das Bund 55 Rpf., Spinat, % kg 13, Spargel 31 bis 64, Erbsen 25 bis 30, Zwiebeln 14 bis 17, Meerrettich 65, Rhabarber 12 bis 15, Aepfel 45, Salat, das Stück 15 bis 20, Salatgurken 60 bis 80 Oberkohlrabi 15 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 bis 20, Radieschen, das Bund 10 bis 15 Rpf. Aus der engeren Heimat. Siebenjähriger Junge im Taunus verirrt. Stilleben und Portrats. Joachim verstand nichts von Bildern aber er betrachtete eines nach dem anderen. Manche gefielen ihm, die meisten nid)t. f . Endlich mochte eine Stunde vergangen sein, da hörte er wie die Haustür geöffnet wurde. Das Mädchen kam zurück. Ach, hier find Sie", lächelte sie, als sie ihn zwischen den Bildern stehend fand. „Ich habe mit Ihrer Frau Mutter gesprochen Es ist alles m Ordnung. Sie hofft, daß Sie bald ganz trocken fmb3cf) danke Ihnen." Er gab ihr die Hand und schüttelte die ihre. „Ich habe mir auch Tee gekocht. „Das war schön von Ihnen " „Und ich habe mir Ihre Bilder angesehen. Sie sind sehr fleißig. Es ist wohl schwer, mit solchen Dingen Geld zu verdienen?" "Leben ^Sie ... von dieser Arbeit?" '^a man tut so allerlei." Ein fluchtiges Lächeln'glitt über ihr Gesicht. „Modezeichnen und Holzschnitte und mal ein Plakat entwerfen ... man bekommt so seine Aufträge. Außerdem gebe ich den Kindern in der Schule von Dorup Unterricht im Zeichnen und Handarbeiten und Schnitzen. Ein Bild zu verkaufen, ist allerdings schwer. Man ist noch jung und unbekannt ... vielleicht kann man auch nicht viel. Wenn die Kunsthandlung in der Stadt, in der Dänischen Straße, wo man ausstellen darf, mal eins verkauft hat, so sind das die Marksteine im Leben." Sie drehte sich um. „Kommen Sie und setzen Sie sich. Das Herumstehen macht Sie doch müde. Sie werden auch hungrig sein. „ „Ich würde Ihnen gern ein Bild abkllufen , sagte Joachim ein wenig hilflos. Dieses Mädchen, das schmal und schlank war, das ein Kleid trug, das beim Waschen eingegangen war, t so daß man die braungebrannten Waden sehen konnte, dieses Mädchen, das eine kühle und fachend einen charakteristischen Schleier bzw. Ring am Stiel, die sowohl dem Rißpilz, als auch dem Mai- ülz fehlen. Vergiftungen durch den Rißpilz äußern sch durch Schweißausbruch, Uebelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Schüttelfrost usw. Wie bei feder 23er« listung ist sofort für gründliche Entleerung von Nagen und Darm zu sorgen, auch den Arzt sofort •4i Rate zu ziehen. Berichte über Pilzvergiftungen irbittet die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde, Darmftabt In jedem Zweifelsfalle wende man sich ior dem Genuß der Pilze an die nächste Pilzbe« -atunosstelle. Fruchtsast von Frühlingsfrüchten. g** n. W- n ch aus w Äeruftv straft n*- na m >r M rtf! * * ffinii'1? ■ N8;, eiB/k eint,'S die * AM! m, -i',: 1, » It u>!' iflten S« PK. Wieder seid ihr Mütter und Bräute enttäuscht in euer Zimmer gegangen, der Briefträger brachte keinen Feldpostbrief. Wieder habt ihr gebangt und gesagt: weshalb schreibt denn unser Soldat nicht? So geht es nun in der letzten Woche Tag für Tag, und keiner findet sich, der euch eine beruhigende Antwort gibt. So will ich euch erzählen, wo ich eure Jungen überall antraf, und ihr werdet verstehen, daß jetzt keine Zeit 3 u m Briefeschreiben ist, und ihr werdet gern noch viele Tage warten, wenn ihr wißt, daß jede freie Minute dem Schlaf und der Ruhe gehört. Eure Söhne erjagen den Sieg. Tag und Nacht heften sie sich an die Fersen des Feindes, brechen jeden Widerstand, verfolgen in rasendem Tempo den fliehenden Gegner. Da traf ich unterwegs, als die Kolonne stockte, für einen Augenblick den tfnfc. Er faß auf dem Fahrersitz seines Lastwagens, den Kopf in die Hände gestützt und schlief. Ich habe ihn nicht geweckt. Die Kameraden erzählten mir, wie sie nun schon Tag und Nacht mit wenigen Unterbrechungen über die Straßen rollen. Wie der Fritz unermüdlich „am Krengel" sitzt und sie immer tiefer hinein in Feindesland fährt. Da wird lebe Minute zum Schlaf genützt. Man hat es in biesem Kriege gelernt, auf Anhieb zu schlafen, aber auch sofort hellwach zu fein, wenn es gefordert wirb. Fritz hätte vielleicht jetzt eine Karte an euch zu schreiben, aber Schlaf ist wichtiger. Es geht boch vorwärts. Bei einem Flußübergang, für den Pioniere eine Pontonfähre gebaut hatten, lachte mich Herbert an. Schweiß näßte bie braune Stirn, bie Aermel waren hochgerollt. Herbert schuftete. Er sorgte bafür, baß es kein Halt gab beim Uebergang auf seiner Brücke. Hast bu schon mal geschrieben? Keine Zeit, Mensch! Es geht boch vor- schäft Frankfurt a. M.; Iura Kassel - Bettenhausen — SV. Walbhof - Mannheim; TSV. Süssen—Reichsbahn München. Um die deutsche Hockeymeisterschaft. Der Mittelrheinmister THC. Stadion Rotweiß Köln hat auf bie weitere Teilnahme an den Spielen um die Deutsche Hockeymeisterschaft verzichtet. Da- burch entfällt bas für den kommenden Sonntag vorgesehene Frankfurter Dorschluhrundentreffen, und der Titelverteidiger, Tv.57 Sachsenhausen, steht bereits im Endspiel, das für den 9. Juni nach Berlin anberaumt ist. Hier trifft der Südwestmüster mit dem Sieger aus dem einzigen Vorschlußrundenkampf des kommenden Sonntags, entweder Berliner SV. 92 oder Uhlenhorster HC., zusammen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) £. V. TL Sie brauchen an sich als Eigentümer der fraglichen Mauer die Einwirkungen durch den Nac^ barn nicht zu dulden. Allerdings können Sie auch die Benutzung dann nicht untersagen, wenn Sie den Nachbarn nur benachteiligen wollen. k. in G. Die Kosten der Verdunklungsmaßnahmen sind nach der 8. Durchführungsverordnung zum Luft- schutzqesetz vom 23. Mai 1939 von dem Eigentümer oder von dem zu tragen, der die tatsächliche Gewalt über die Sache innehat. Der Hauseigentümer hat die Kosten der Verdunkelung des Treppenhauses liche Stimme hatte, aber bernsteingelbe Augen, die an einen Sonimertag erinnerten, machte ihn plötzlich unfrei und verlegen. . E , „Warum wollen Sie ein Bild kaufen? fragte sie zurück. „Sie meinen doch nicht etwa ... well ich Sie aus dem Wasser gezogen habe?" Nun lachte sie auf, es war ein herzlicher Ton in dem Lachen und das beklemmende Gefühl in Joachims Brust Seine Spur von Hauck. Boman von Sharlotte Kaufmann. 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) ..Ziehen Sie das einstweilen an"; sagte sie, „und hängen Sie dann Ihre nassen Sachen draußen über den Strick, der gleich neben dem Kuchenfenster zwischen zwei Pfosten gespannt ist Sie können sich auch Tee kochen. Ich fahre inzwischen nach Stein. Wen darf ich in Ihrem Namen anrufen? .. Joachim lachte. „Sie sind sehr liebenswürdig und besorgt. Fahren Sie mit dem Boot »Wassili nach Stein?" „Nein, mit dem Fahrrad. / , . „Ein Rad haben Sie auch. Sie sind außerordent- lich selbständig, sehe ich. Meine Telephonnummer ist 44 841. Es wird sich meine Mutter melden. Sagen Sie bitte, daß ich mich sehr wohl suhle. Sie nickte und ging. __ Joachim aber hüllte sich in den flauschigen Mor. aenrotf und hängte seine nassen Kinder vor das -aus in die Sonne. Der Wind verfing sich darin und ließ Aermel und Hosenbeine rote Fahnenzungen "°W°r"'°s nicht als habe er in der Weite dieser Landschaft hier draußen nun auch den letzten Rest der bitteren Enttäuschung vergessen? Jetzt freute er sich darauf, nachmittags Jngeborg zu sehen Er ging zurück ins Haus, setzte sich aus den breiten Diwan, nahm ein Buch aus dem Regal un blätterte darin. Er befand sichhterm einem fremden Haus, allein, und sämtliche Türen waren offen. War dieses Mädchen so leichtsinnig, daß sie einem ihr gänzlich unbekannten Mann ihr Haus überließ, oder war sie so sicher? Er legte das Buch weg, stand auf und gmg m die Küche. Er sand einen (Spiritusapparat und kochte sich Tee. Allmählich wurde ihm warmer Er sah die Blumen vor dem Fenster und die Kakteen. Er sah über das weite Land. Weit und breit war kein zweites Haus zu sehen. Ganz allem ^Es wurde^ihm langweilig, und er öffneteöu W zum Atelier. Er ging hinüber m den Hellen Raum und stand nun dicht am Meer. Durch das breite, m Felder geteilte Fenster leuchtete die See tiefblau und gewaltig, alles beherrschend. Kaum daß man, 8-r< Ki Ä ex Pulver). Sauberkeit verhütet Krankheiten. Der Mensch ist ständig von unsichtbaren Krankheitserregern umgeben, die teils in den unzähligen, »re Luft besonders bei trockener Witterung erfüllenden Staubteilchen enthalten find, teils von Fliegen uni) anderen Infekten übertragen werden. Rein« lichkeit ist deshalb die Hauptsache bei der Bekärnp- , sung der Bakterien. Im Haushalt ist das öftere «Abstauben von Möbeln, Bildern und Spiegeln so- aoie das Aufwischen des Fußbodens von besonderer Wichtigkeit. Auch in Büros, Geschäfts- und Fabrik- säumen, Gaststätten und anderen Räumlichkeiten, 5n denen Menschen zusammenkommen, ist das Aus- legen und Wischen oberstes Gebot der Gesundheits- ! Pflege. Aber man muh auch auf andere Quellen i Hinweisen, die als Bakteriensammler leicht Gefahren ■ heraufbeschwören. nämlich Taschentuch und Geldbörse, wie auch Papier- und Metallgeld. Wie leicht kann die Mutter, die ihrem Kind mit ihrem Taschentuch das Näschen putzt, ungewollt eine Erkrankung verursachen, die durch das irgendwie infizierte Taschentuch übertragen wurde. Nicht emp- pfehlenswert ist es ferner, beim Zählen von Geldscheinen oder beim Blättern in einem Buch die Finger im Munde anzufeuchten, oder Briesmarken und Briefe zum Aufkleben bzw. Verschließen mit der Zunge zu benetzen. Weil der Staub, m dem sich unzählige, nur mit dem Mikroskop sichtbare windige Krankheitserreger befinden, sich in allen, besonders von Menschenhand benutzten Taschen aller Art ein« nisten, ist eine zeitweilige gründliche Säuberung der einzelnen Taschen und Täschchen der Garderobe namentlich der Westen- und Hosentaschen, unbedingt Für den großen Bedarf an Ersrischungsgeträn- :cn in heißen Tagen helfen uns die ersten, sauren Süchte des Frühlings. Rhabarber- und Stachel- teerfaft erfrischen durch ihren herben Geschmack. Vessnders Saft von „Grünen Stachelbeeren" ist -Mich und viel zu wenig bekannt. Die Früchte önnen hierzu größer wie zu Kompott sein, find iber noch völlig hart zu pflücken. Durch das Aus- pflürfen erreichen wir doppelte Ernten. Die am Ztock bleibenden Beeren werden um so größer. Wir lindern das Abfallen zu reichen Behangs dabei. Rhabarber oder grüne Stachelbeeren durch die ettfreie Fleischhackmaschine drehen, mit Wasser be- jecft weich kochen (1 Minute genügt), auf Saftbeutel geben. Je Liter Saft 400 Gramm Zucker läutern, ^aft damit gut durchkochen, schäumen und in Flachen füllen. Mit Wattestopfen schließen, unter Druck 20 Minuten bei 75 Grad sterilisieren. Erkaltet § stehend, dunkel und kühl'aufheben. Wer das Ge- Tränt sehr süß liebt, inuß vor dem Mischen (zwei Drittel Selters auf ein Drittel Saft) noch zuckern. Vielfach ist es aber gerade der herbe, wenig süße Geschmack, der diese beiden Frühlingssafte bei Herren so beliebt macht. Nach Geschmack rot oder □ränge mit Küchenfarbe färben. Grüne Grütze. Rückstand des Saftbeutels zu Grütze verwenden: Stachelbeer« oder Rhabarbergrütze wird durch Zuckern des Fruchtbreies und Auffüllen mit Wasser gewonnen. Die dickliche Masse wird zum Kochen gebracht, auf 1 Liter Masse 150 Gramm Grießmehl oder Kartoffelmehl oder Kar- ioffelfago glatt dazu gerührt und gargekocht. In ousgespülte Form zum Erstarren geben, mit kalter D^.nilletunke reichen (Danillepudding- oder Soße- wollen die Kameraden was essen oder trinken. Tag und Nacht ist die Feldküche unter Feuer. Otto hat wirkttch k eine Seit au m Br «eseschre t b en. Staubig und mit vom Fahrtenwmd geröteten Augen begegne ich -ans. Er ist Meldefahrer^ Bon einer Fixigkeit, von seinem Schneid hangt manchmal das Schicksal einer Truppe ab Er muß seinen Weg allein durch Feindesland finden, er muß sich überall mit seinem flinken Motorrad hlndurchwin- den. Bei diesem Vormarsch gibt es keinen Acht- stundenschlaf, gibt es einfach kein Mudesem. Und wenn — dann wird eben d u r ch g e h a l t e n. Es geht ja um mehr als das bißchen Schlaf. Es geht um den Sieg! Am Rande der Straße ruht eine Infanterie-Kompanie. Die Gewehre sind zu am- menqesetzt, daneben liegen ausgerichtet die Stahlhelme. Im Grase ringsum liegen die Landser und schlafen. Sie sind marschiert seit den frühen Morgenstunden. Jetzt, am Mittag, ist eine Stunde Ruhe. Da ist aber keiner, der vielleicht Briese schreibt. Ruhen, wenn Ruhe befohlen ist. Aede aufgespei- cherte Kraft wird für die Kampfbereitschaft der Truppe gebraucht. Diese Männer haben in vielen Gefechten den Feind aus den Stellungen geworfen, haben rücksichtslos ihr Leben gewagt, sind überall, wo sie angesetzt wurden, Sieger gewesen. Und dennoch gibt es für sie keine längere Ruhe. Nur kurze Rast. Sie jagen den Feind vor sich her. So sind sie alle Tag für Tag, Nacht für Nacht unterwegs. Kilometer auf Kilometer wird in harten Kämpfen dem Feind abgerungen. Ohne Aufenthalt wird er von den deutschen Truppen getrieben. Und euer Sohn i st a u ch d a- bei. Er ist gemeint, wenn man anerkennend und bewundernd vom deutschen Soldaten spricht, aber er ist es auch, der einmal in der Geschichte genannt ist, wenn man von deutschem Heldentum spricht. Und nun ihr Mütter und Bräute verzagt nicht, wenn ihr keine Nachricht von euren Angehörigen bekommt, ihr wißt, sie stehen im Kampf um den Sieg, sie denken'täglich an euch, wie fie ja aud) täglich für euch wachen und kämpfen. Sie haben einfach keine Zeit zum Schreiben — sie jagen den Feind! Frank Gotz. Qenbe 2 Gruppe 1: Union Oberschöneweide—VfL. Stettin; Vorw. Ras. Gleiwitz—Rapid Wien; Gruppe 2: 1. SV. Jena-VfL. Osnabrück; Dresdner SC.—Tod. Eimsbüttel-Hamburg; Gruppe 4: Kickers Offenbach—SV. Mannheim-Waldhof; 1. FC, Nürnberg—Stuttgarter K Favoriten sind Union Oberschöneweide, Rapid Wien, Dresner SC. und 1. FC. Nürnberg. Die Spiele in Halle (Jena—Osnabrück) und Frankfurt (Kickers Offenbach—Waldhof) find als offen anzusehen. . Nach Erledigung der drei Ausscheidungsspiele am kommenden Sonntag, 2. Juni, wird bereits ad)t Tage später die Vorrunde zur Deutschen Hano- wenn man vor den Scheiben stand, etwas von dem gelben Sand des Strandes sah. Wenn man hinten an der Zimmerwand lehnte und hinausblickte, dann konnte man meinen, man stände auf einem Schift und wäre weit weg von Land und (Erbe. Es roch nach Terpentin und Farbe. Diele Pinsel lagen da und Paletten. Leinwand, Pappe, Silber unb Skizzen. Sie lagen in Fächern unter bem Tisch, ber sich am Fenster entlangzog, unb hingen zu bei- ben Seiten ber Türe an ber Wanb. Lanbschaften, — R. Montgomery : (3 Hb äuge. Die Geschichte eines Berg 1 öwen. Mit 40 Zeichnungen Don.,ß. D. Gram. Franckh'sche Verlagshand- hing, Stuttgart. In Seinen geb. 4,80 RM. Einsam unb unerfahren wächst Gelbauge, ber Puma, heran, lernt die Gefahren dieser unbarmherzigen Welt zu überroinben, wirb zum König der Berge unb ©alber, dem alle Geschöpfe der Wildnis sich beugen müssen. Montgomery beweist, daß er bie Ursprünglichkeit ber nordamerikanischen Landschaft kennt unb Hebt. Seine Schilderungen.ihrer herben Schönheit, der Lebensgewohrcheiten, Kämpfe und Schicksale ihrer Bewohner, der vielgestaltigen Tierwelt verraten eine vortreffliche Beobachtungsgabe. h. IX. in G. Für bie fraglichen Reparaturen wäre der Hauseigentümer verantwortlich äu machen, es fei denn, daß sie von --ft"'*-1 ""k™ wären, was nach Ihren Angaben aber nicht der Fall fein dürfte. Um Ihrem Verlangen den nötigen Nachdruck zu verleihen, fei Ihnen empfohlen, die Gesundheitspolizei aufmerksam zu machen. Diese wird bann bem Eigentümer bie nötigen Auflagen LPD. Frankfurt a. M., 29. Mai. Seit Sonntag wirb ber siebenjährige Schüler Karl Gräb- ner aus Frankfurt a. M. vermißt. Der Knabe hatte mit seiner älteren schulentlassenen Schwester eine Taunustour zum Felbberg gemacht. Um bie Mittagszeit hatten sich bie beiben jungen Menschen zum Schlafen hingelegt. Als aber bie Schwester aufroachte, war ber Junge verschwunben. Er irrt nun vermutlich hn Tanus umher unb finbet sich nicht zurecht. Der Junge hat eine feinem Alter entsprechend Figur unb stellt beim Gehen einen Fuß nach innen. Er trug taubenblaue Bluse, bie an einer kurzen, grauen Hose befestigt ist. Außerbem trägt er braune Halbschuhe. Falls ber Junge ange« troffen wirb, bittet man, ihn der nächsten Polizei- bienftftelle zuzuführen ober biefe zu benachrichtigen. Dillkreis. Lpd. Dillenburg, 29. Mai. Im Kreisort Ballersbach würbe ein zweijähriges Mabchen an einem unbeschrankten Bahnübergang am Eingang des Ortes von einem Zug erfaßt und auf der Stelle getötet. s. fr«*.. ö(h 'KL- lusjib W: Tins? m w, w H:- btuft ie tty 17 £ aoirtnir igeitB bis m ballmeisterschaft nach folgenbem Spielplan abge- wickelt: Tv. Neufahrwasser ober VfB. Königsberg—Rb. Stettin ober ATV. Berlin; LSD. Reinecke Brieg ober Sportfr. Leipzig— MAC. Wien; Polizei Magbeburg—NSTG. Aussig; Polizei Hamburg—Tura Grövelingen; Polizei Recklinghausen—SV. ßmtfort; Alemannia Aachen — SA. Kampfspielgemein- Jranffurfer Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Mai. Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Kälber andere a) 62 bis 65 (gegen 61 bis 65 «m 16. Mai), b) 54 bis 59 (55 bis 59), c) 42 bis 50 (42 bis 50), dj 22 bis 40 (25 bis 40). Hämmel a2) 50 bis 51 (—), c) 32 bis 44 (-*), d) 18 (-)- Schafe a) 42 bis 44 (44), b) 39 bis 40 (37 bis 39), c) 20 bis 32 (25 bis 30). Schweine a) 56 (55,50), bl) 56 (55,50), b2) 56 (55,50), c) 55 (54,50), d) 52 (51,50), e) 50 (49,50), Sauen gl) 56 (55,50). Marktverlauf: Kaller, Schafe und Schweine zugeteilt. — (3rof3marn für Fleisch und Fettwaren. Es kosteten je 50 Kilo m RM.: Ochsenfleisch I 82, Bullenfleisch I 79 Kuhfleisch I 79, II 67, III 56, Kalbfleisch I 92 bis 97, II 80, Hammelfleisch I 88 bis 100, II 80 bis 87, Schweinefleisch I 75. Fettwaren. Speck aus hiesiger Schlachtung, roh unter 7 cm, 72, Flemen 76 RM. je 50 Kilo. Geschäftsgang: Lebhaft. G. A.-6>pori. Endrundenspiele im Fußball und Handball. Die großen Ereignisse, die in den letzten Wochen an der Tagesordnung waren, fehlen diesmal im Wochenend - (Sportprogramm. Im Vordergrund der Ereignisse stehen die Endrundenspiele im Fußball, Handball und Hockey. Im Fußball sind sechs Gruppen-Endrundenspiele angesetzt, und zwar fol- im m Her. r aus :< bei ein W ’inben t." irigeM igel««; wirb |i3 verlor sich. ,Nein, nicht deshalb", erroiterte er. „Das Bild neben der Tür hat mir gefallen. Das aufziehei.^e Gewitter über dem Kornfeld." Joachim log hier ein wenig. Er wußte gar nicht mehr, wie das Bild da nebenan wirklich ausgesehen hatte,' und er wußte auch gar nicht, ob es ein gutes Bild war. Es war nur das einzige von den vielen, die er sah, an das er sich im Augenblick deutlich erinnerte: Ein Kornfeld mit viel Mohnblumen darin. Schwarze Wolken darüber und tieffhegenDe Schwalben. Ein Motiv, taufend- uni) aber tausendmal schon gemalt. Möglich, daß das Bild da nebenan breiter und flächiger gemalt war, als man es sonst sah. Vielleicht war das Kornfeld auch gelber als sonst ein gemaltes Feld mit Aehren. In der kurzen Erinnerung schien es Joachim auch, als wären die Schwärme von Schwalben lebendiger und der Mohn brennender, als er es sonst gesehen hatte. . . . f Aber es war doch ein Bill), wie es tausendmal schon gemalt und empfunden worden war. Sibylle lachte jetzt nicht mehr. „Das meinen Sie so", sagte sie leise und wie zu sich selbst. „Aber das Bild ist nicht zu verkaufen." „Weshalb nicht?" . „Ach, ich möchte es behalten. Es erinnert mich an einen Tag, der nie wieder kommt. Uebrigens habe ich das Bild gar nicht gemalt, sondern mein Mann." „Ihr .. .?" „Mein Mann." , . . . „Ach", machte Joachim, „Sie sind verheiratet. Das habe ich ganzxibepsehen. Derzeiden Sie. Dann stecke ich wohl eben im Schlafrock Ihres Mannes. „Sie haben recht." „Er wird Augen machen, wenn er mich bann sieht." . , t f , „Er wird Sie kaum bann sehen. Ich glaube nicht, daß er gerade heute zurückkommt. Er . er ist seit drei Jahren nicht mehr zurückgekommen. „Er ... ist verreist?" ,^ch weiß nicht roo er ift" Dorup lag nicht aiy Meer, sondern zwischen Wiesen und Aeckem eine gute Stünde hinter Stein, tief drinnen im ebenen Land. Es bestand aus strohaedeckten Bauernhausern, aus Fachwerk und rotem Backstein gebaut. Es war eine Kirche da und eine Schule. Der Lehrer dieser Schule hieß Karsten Huith. . Karsten Huith stammte aus einem noch kleineren Oct, als Dorup einer war, irgendwo drinnen in Der Lüneburger Heide. Er war neununzroanzig Jahre alt, groß, von einer etwas eckigen Schlankheit und dunkelblond. Die Kinder hatten ihn gern Die Bauern aus Dörup und der Umgebung auch. Nur Bettina Krug hegte einen Groll auf ihn. Und das hatte feinen Grund. Bettina Krug war Witwe. Sie hatte eine kleine, strohgedeckte Kate mit einem winzigen ßabBi, m dem es alles zu kaufen gab, was man eben in Sörup zu kaufen pflegte. Diesen Laden und dieses Haus hatte sie von ihrem Mann geerbt, dem Tag- löhner Krug, der an einem sonnentrunkenen Morgen mit einem Pferdegespann verunglückt war. Und seitdem verkaufte sie lächelnd und beflissen Seife, Kaftee, Schürzen und Bonbons für die Kinder. Nebenbei versorgte sie den Haushatt des Lehrers Karsten Huith. _ v . Das Wohnhaus des Lehrers stand im Garten gleich hinter ihrem Laden. Sie konnte ruhig den ganzen Morgen über dort werken und wirtschaften. Sie hörte das Gebimmel der Ladenglocke bis in jeden Winkel des Lehrerhauses hinein. Sie schaffte viel in diesem Haus. Alles blitzte und blinkte vor Sauberkeit. Keine Lehrersfrau konnte es besser halten, sagte man im Dorfe. Die Bettina wußte das wohl. Sie war auch stolz darauf, daß man dies sagte. Ader daß der Lehrer Huith selbst nichts davon merkte, das verdroß sie doch, und deshalb hatte sie einen Groll auf ihn. Auch, daß er immer „Frau Krua" AU ihr sagte, konnte sie nicht leiden. Alles im Dorf nannte sie „Bettina . Sie sprachen diesen Namen zwar fremd und häßlich aus, mit der Betonung auf der ersten Silbe und einem harten und zischenden Doppelkonsonanten. Ader sie hörte doch lieber das häßlich ausgesprochene .Bettina" als „Frau Krug". Sie wollte nicht gern daran erinnert sein, daß sie Wttwe war. Aber der Lehrer schien das allzu gut zu wissen und nie zu vergessen. (Fortsetzung folgt-). üchlü nedr enjcti roar, b? [fiebent- Mik hatte! bes n. Kck' igsberi Welk 'ichtiz V. Städt. Schlachthof, Gießen. Schulstraße 7 260kl) Gießen (Seltersweg 38), den 30. Mai 1940. 01928 Gießen (Hammstraße 15), den 30. Mal 1940. 2604 D | Kaufgesuche | | Empfehlungen] Gießen-Wieseck, den 28. Mai 1940. 2598 D 0 wn 10-11 Ubr von 11-12 Uhr Unser hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Enkel und Neffe, mein lieber Bräutigam ist am 29. Mai 1940, kurz vor Vollendung seines 65. Lebensjahres nach längerem Leiden verstorben. Die Trauerfeier findet am Montag, dem 3. Juni, um 14.45 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt Schwarzer Herd Flügeltüren, Türen, Fenster und Läden zu verkaufen. Horst-Wessel- Wall 1 I, 01925 Nr 101-150 Nr. 151-200 2602A Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marg. Krausch, geb. Jung. Schuhreparaturen in bekannt schneller u. guter Ausführung nimmt noch an: F.A.Schmidt. Orthop.Schuhmacher Roßbach Ub. Wetzlar. Annahme: Samstagvorm. von 8—11 Uhr bei Herrn Bock, Liebrgstratze 93. Weit. Annahmestelle in der Neustadt gebe ich auf Wunsch schriftlich bekannt.Lös?» Achtung! Schlachtpserde und Schlachtsohlen werden ständig zu Höchstpreisen angekauft. Bei Notschlachtungen schnelle u. reelle Bedienung. Für unser chemisches Lahor»- torinm suchen wir zum möglichst sofortigen Eintritt Jnnge gewandle llilfskrait für alle vorkommenden einschlägigen Arbeiten. Schrift!. Angebote unter Beifügung von Zeugnisabschriften und Angabe von Gehaltsansprüchen erbeten an Mannesmannröhren-Werke Abt. Berg Verwaltung Gießen, Gutenbergstrafce 6 2600 D Schreihsekretär und Damenschohe Gröhe 40/41, zu verkaufen omo Wartweg 37 v. Die Beerdigung findet Freitag, den 31. Mai, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Gießener otraße 62, aus statt. Todes-Anzeige. Mein guter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Herr Gustav Krausch Am 28. Mai entschlief sanft nach längerem Leiden unsere Hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante ElisabetheVölzel, geb. Kling im 78. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Philipp Rosignol Familie Karl Völzel. Freibankverkauf am 31. Mai 1940: von 8-9 Ubr Nr. 1- 50 von 9-10 Uhr Nr. 51-100 Servierfräulein auch Anfängerin Beiköchin unilHansntäilclieo stellt ein 2601D Hotel Prinz Carl - Gießen fiel, 24 Jahre alt, am 14. Mai 1940 in treuer soldatischer Pflichterfüllung für sein Vaterland. ' Wilhelm Huppert und Frau Harald und Inge Berti Büttner. 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Beine Ursprungszeugnisse, ! andern nur Zeugnisabschriften dem Be werbungsichre iben beilegen! — Lichtbllder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Ver. Meldung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des' Bewerbers tragen I SH f. dauernd, sowie WMWn f.Modewerkstätte gesucht. Schriftl. Angeb. u. 01932 an d. Gieh. Anz. macht die Kinder gesund, kräftig, widerstandsfähig und ist auch tum Vorteil Bekanntmachungen. Nochmals zwei Eier. Auf den vom 6. Mai bis 2. Juni gültigen Bestellschein der Reichseierkarte werden nochmals zwei Eier für jeden Versorgungsberechtigten ausgegeben, und zwar auf Abschnitt d in der Zeit vom 30. Mai bis 2. Juni 1940. Es wird sich dabei vorwiegend um dänische und holländische Ware handeln. Futtermittel für Pferde. Zum 1. Juni 1940 wird der Abschnitt Nr. 7 des Futtermittelscheines für Pferde aufgerufen. Es kommen für den Monat Juni je Pferd bis zu 210 kg Pferdefutter zur Verteilung. 25950 Garagen zum 1. Juli zu vermiet. Horst- Wessel-Wall 11 Mietgesuche NäheRes.-Laz.I, Schubertstrahe gut möbliertes Wohn- und Schlafzimmer wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Es kann auch Brucheinklemmung entstehen. Fragen Sie Ihren Arzt. Hat Ihnen dieser ein Bruchband empfohlen, dann kommen Sie zu mir. Sie werden überrascht sein, wie leicht und bequem sich Ihr Bruch zurückhalten läßt, ohne starren Eisenbügel, und wie viele Leidensgenossen sich mit Hilfe meiner Spezialausführungen sogar geheilt haben. — U.a. schreibt Herr Franz Siegesmund, Glasermeister und Landwirt aus Friedrichshain, am 25. Jan. 1939: „Nachdem ich Ihre Spezial- Bandage 2 Jahre getragen habe, war mein gänseeigroßer Leistenbruch verschwunden, ich trage seit einem Jahr kein Band mehr und kann mit mit 1 Bett (evtl, nur 1 Zimmer) in Haus m. flieh. Wasser v. Webr- machtsbeamt.für 4 Woch. gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 01922 an d. Giehen. Anzeig. Mädchen oder Frau stundenweise od. halbtags gesucht SlvleMdie Str. 24. 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In Leinen gebunden NM. 3.90 Der Verfasser, der als Ornithologe und Tierphotograph bekannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen-deutschen Nordseeinseln an der Eidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die herrlichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, Seeschwalben, Rot- schenke!«, Austernfischern ui a. mitgebracht. Er erzählt im Textteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im Zelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild sesth alten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt Nohschlachterei Schilling Giehen, Wetzsteingasse 8 Telefon 2186 Vermittler erhalten hohe Provision! M9«d Gewinnauszug 2. Klasse 3. Deutsche Relchslotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Nus jede gezogene Nummer find drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen I, II und III 2. Ziehungstag 29. Mai 1940 In der Vormittagsziehung wurden gezogen 114700 13490 126211 130757 36175 81034 109796 105866 64101 67216 74865. 78431 82136 85523 88684 226438 80879 125341 154004 205120 238798 267946 284433 304568 318083 337697 353218 380049 107000 128112 169390 211598 252318 270290 290284 309457 319595 339370 368182 388941 112214 131600 186183 221196 255492 275630 294058 311413 323868 347790 368655 393110 117671 143644 187837 225125 265303 275988 298712 313411 325129 349832 372218 107253 129215 179481 212848 255097 274384 291162 309978 321636 341509 368398 392176 192604 135395 106198 125915 156368 207778 250508 268443 287487 306874 318373 339192 356890 381855 120966 143859 188755 237206 266288 278164 299551 313969 325700 350750 372976 104591 124432 153028 193896 238531 367874 280718 303553 314783 330979 352009 373738 356708 371554 394078 ____ 345 Gewinne zu 200 RM. 3368 5524 12688 22242 22591 30297 30506 33714 35252 35603 36244 36369 40500 50431 3 Gewinne zu 100000 RM. 40737 3 Gewinne zu 25000 RM. 102200 ' ------- 140247 205283 6 Gewinne zu 5000 RM. 3 Gewinne zu 4000 RM. 9 Gewinne zu 3000 RM. 9 Gewinne zu 2000 RM. 24 Gewinne zu 1000 RM. 141396 244053 252800 398902 „ ____ 72 Gewinne zu 500 RM. 6190 10604 32237 39865 48699 75277 89099 98019 106857 107369 176438 179135 185862 198669 206531 216182 224684 248772 254150 282342 288248 Außerdem wurden 540 Gewinne zu je 150 RM und 6486 Gewinne zu je 90 RM gezogen. In der Nachmittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 50000 RM. 306994 6 Gewinne zu 4000 RM. 191119 354831 9 Gewinne zu 3000 RM. 47399 86724 182582 6 Gewinne zu 2000 NM. 248346 268098 24 Gewinne zu 1000 RM. 86 64919 190595 200058 200992 221796 237970 368605 69 Gewinne zu 500 RM. 39393 55818 58747 61940 63858 230408 232192 239346 257736 264479 264779 272127 290208 300547 303130 311205 330569 338610 346003 355778 357546 364609 393495 237 Gewinne zu 200 RM. 1361 7228 26419 30393 36863 45199 60435 60463 60535 64133 73944 83898 87127 90861 96969 110120 111098 111734 111974 112609 116564 118521 124299 126126 127088 139501 139558 148095 157894 160619 164806 168875 171414 172761 173781 180660 186055 187197 200413 203709 209445 210231 211398 217903 226634 233136 246237 247567 253377 261161 263952 267777 271786 271992 273108 277862 283761 290539 295466 301279 307741 314285 316028 324641 324837 326446 341264 343241 347116 347277 358268 358280 367058 369415 374170 376159 383867 391874 394832 Außerdem wurden 531 Gewinne zu je 150 RM und 6615 Gewinne zu je 90 RM gezogen. Die Ziehung der 3. Klasse der 3. Deutschen Reichs- Lotterie finde; W 21. und Z2. Juyj 1940 fttztt. Woche viele Wenig machen ji BANK BUC ABWICKLUNG DEIN GELD TRÄGT ZINSEN jede gesparte Sieg. Und da bietet mir a Vorzüge. Wil Mark ist heute keine Riesensummen, die id n Bank-Spar-Konto einzahlen nal ein Viel. Und ein Beitrag zum : Die Bank berät mich gut und i sonst eine Reihe wertvolle» Du sie Dir nicht auch durch nk-Spar-Kontos sichern? lieber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Dermühler Verlages, Berlin. Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführliche bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" Erstaufführung Heute Donnerstag Achtung! Achtung! Heute Donnerstag. Es tanzt das Wiener Staatsopernballett — es spielen die Wiener Philharmoniker unter Leitung von Generalmusik- dir. H. Knappertsbusch u. die Berliner Philharmoniker unter Leitung von A. Melichar. Ein Film, der durch seine unsterblichen Melodien jeden musikalischen Menschen verzaubert und durch die zarte Heiterkeit seiner Handlung, die Grazie der Liebesepisode des jungen Mozart, jeden begeistert. 259iA Ein Spiel der Liebe und des schönen Rausches.' Neueste Ufa-Tonwoche: Die große Entscheidungsschlacht im Westen! — JUGENDLICHE HABEN ZUTRITT — den 30. Mai, 3 Uhr nachm., letzte Wiederholung: Wochenschau-Sonder-Vorstellung Die große Entscheidungsschlacht im Westen! Ein Mozart-Film — Ein Tobis-Spitzenfilm mit HANNES STELZER — HELI FINKENZELLER Christi Mardayn — Annie Rosar — H.v. Hagen Senta Foltin — Axel v. Ambesser — Max Gülstorff Kurt Meisel — Gustav Waldau. SPIELLEITUNG: LEOPOLD HAINISCH PALAST j&v. M. ...z/T *