r MM > MLW ,. - fG -G -f .' •'. * M General-Anzeiger für Oberhessen ZchrMletlvng «nb SeschLftrsteNe: Gießen. ZchnMraße 7-9 empfing den französischen SlaatSches Main Ser (Er mit England in und als Garantie der Sicherheit Italiens die mächtigung zu verlangen. Griechenland wie ruhige Warnung hat nicht die Ad- R o m, 28. Ott. (DNB.) „Das Maß ist voll! , unter dieser Überschrift schreibt der- Direktor des halbamtlichen ,G i o r n a l e d'Italia . daß hte neuen Intrigen, die die griechische Regierung gegen die albanische Bevölkerung versucht habe, ferner die an den Grenzen provozierten Konflikte und Griechenlands nunmehr offene Mittäterschaft mit England eine Reaktion erforderten. Alles beweise, daß Italien ganz mit Recht jener angeblich einseitigen Garantie Großbritanniens mißtraut habe, die England Griechenland 1939 aufzwang Diese Garantie, die noch klarer die heimliche, aber stets vorhandene politische und militärische Zusammenarbeit zwischen England und Griechenland zutage treten ließ, sei einTeil des Systems derEinkreisung, das London nach dem Abschluß des teutfrfvHahem. sch^n Bündnisses zu verwirklichen versucht babe Sv- ivrt nach Italien« Krieaeeintritt fei das Wefen des stillschweigenden politischen und militärischen Bund- Die Bevölkerung von Florenz bereitete dem Führer bei seiner Ankunft um 11 Uhr und auf seiner Fahrt mit dem Duce durch die im Schmucke der deutschen und italienischen Fahnen pranaende Stadt unbeschreibliche Kundgebungen der Begeisterung und der Freude über diesen Besuch der Führer der beiden verbündeten Mächte in Florenz. Auf dem Bahnsteig hatten sich zum Empfang des Führers versammelt: der deutsche Botschafter in Rom, von Mackensen, der Präfekt, der Gauleiter, der Bürger, meister und der Korpskommandeur von Florenz. Der Führer und der Duce schritten auf dem Bahnsteig die Front der Ehrenkompanie ab Begleitet von dem Jubel der Bevölkerung fuhren der Führer und der Duce sodann im Kraftwagen durch die Straßen der Stadt zum Palazzo Vecchio, wo in Anwesenheit der beiden Außenminister von Ribben- trov und Graf Ciano die Besprechung begann. Gegen 13.45 Uhr begaben sich der Führer und der Duce mit den Herren ihrer Begleitung in den Palazzo Riccardi-Medici zu einem Imbiß, an dem außer den beiden Außenministern auch der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Keitel, teilnahm. Gegen 15 Uhr fuhren der Führer und der Duce mit ihrer Begleitung in den Palazzo Bitti, das Florentiner Konigsfchloß, in dem der Führer bereits während feines Besuches im Mai 1938 geweilt hatte In einem der Säle des wundervollen Schlosses, ein Juwel der italienischen Hochrenaissance, fand vor dem Führer und dem Duce sowie einem kleinen Kreis ein Konzert erlesener italienischer und deutscher Kammermusik statt, bei dem außer den bereits genannten deutschen und itaheni» scheu Persönlichkeiten auch der italienische Minister für Volksbildung Pavolini, zugegen war Rach der Rückkehr in den Palazzo Riccardi-M^ dici verbrachten der Führer und der Duce noch einige Zeit in den herrlichen Raumen dieses ge- katarische Aktion erinnern, die sie gegenüber der albanischen Ration durch terroristische Politik gegen die Bevölkerung Samuriens und die andauernden Versuche, jenseits ihrer Grenzen Unruhe zu stiften, anwandte. Auch in bezug auf diese Ereignisse war die italienische Regierung, wenn auch vergebens, gezwungen, die griechische Regierung auf die unausbleiblichen Folgen aufmerksam zu machen, die eine solche Politik gegenüber Italien haben wurde. Dies alles kann nicht länger van Italien geduldet werden. Die Zentralität Griechenlands ist immer mehr zn einem reinen Schein geworden. Die Verantwortung für diese Lage fällt vor allem auf Großbritannien zurück und ans seinen Vorsah. immer mehr Völker in den Krieg hineinzuziehen. Es ist vvn- mehr offenkundig, daß die Politik der griechischen Regierung darauf gerichtet war und ist, das griechische Gebiet in eine Baffe für kriegerische Aktionen gegen Italien umzuwandeln ober zumindestens seine Umwandlung zu ge- statten. Dies könnte nur zu einem bewaffneten Konflikt Zwischen Italien und Griechenland führen, einem Konflikt, den die italienische Regierung durchaus zu vermeiden beabsichtigt. Die italienische Regierung tft deshalb zu dem Entschluß gekommen, von der griech'schen Regie- runq als Garantie der Neutralität Griechenlands nisies der griechischen Regierung Erscheinung getreten. Am 10. Juni habe der Duce allen anderen Nachbarstaaten die erteilt mit den Worten: „Italien Inseln sowie griechische Schiffe und Agenten zur Verfügung gestellt und damit das Vorhandensein vorher getroffener Abkommen bewiesen. Im Glauben, durch die britische Macht im Rücken gestützt zu sein, habe Griechenland seine Unterdrückungsaktionen gegen die unter seiner Herrschaft verbliebene albanische Bevölkerung verschärft unb_ seine Intrigen gegen das unabhängige Albanien, für das Italien der Welt gegenüber die Verantwortung trage, erweitert. Die von Athen veranlaßten Ermordungen des albanischen Patrioten Daud Hoaaia und weiterer albanischer Persönlichkeiten bewiesen den offensiven Plan der griechischen Regierung oegen die innerhalb und außerhalb der albanischen Grenzen lebende Bevölkerung. Besonders schwerwiegend sei ober die Mithilfe der griechischen Regierung am Kriege Großbritanniens. „Es steht fest, daß sich nicht weniger als 30 englische Militärgruppen mit verschie- denen Missionen, und gewiß nicht als harmlose Touristen, an verschiedenen Stellen des griechischen Gebietes und der griechischen Inseln befinden. Es ist erwiesen, daß zahlreiche griechische Stützpunkte im Inneren und an der Küste, sowie insbesondere auf den Inseln Cherigo und Kreta den englischen Flotten- und ßuftftreitträften dauernd zutk Verfügung stehen, die sich ihrer bei ihren Angriffs- versuchen auf Italien und auf die italienische« Schiffahrtslinien bedienen. Es ist erwiesen, daß einem jüngst getroffenen Abkommen zufolge dis Zahl dieser England abgetretenen Stützpunkte sich auf 30 erhöhte. Es ist erwiesen, daß Griechenland dem gleichen Abkommen zufolge die Insel Kreta für eine vollkommene Besetzung att England abgetreten hat, daß bereits in Aegyp- ten ein vollkommen ausgestattetes Landungskorps bereitgestellt tft Es ist schließlich erwiesen, daß Griechenland den bekannten Intrigen und Ablenkungsplänen Englands entsprechend sich auf im Sektor von Koritza beginnende Offensivaktionen gegen das albanische Gebiet vorbereitet hat. Zu diesem Zweck hatte Griechenland seine Truppenansammlunge« in voller Kriegsausrüstung an der albanischen Westgrenze verstärkt und erst in den letzten Tagen guch die 3. Division aus Patras und die 4. Division aus Nauplia herangezogen." Bei diesen Tatsachen — so betont Giornale d'Ita. lia — handele es sich nicht um improvisierte Gerüchte der letzten Stunde, sondern um Tat« fachen, die im Verlaufe der letzten vier Kriegsmonate festgestellt wurden. Der Artikel der „Ti- m e s", die vor einigen Tagen ihrer Regierung die Besetzung der Luft- und Flottenstützpunkte Griechenlands im Aegaischen Meer anriet, brachte nur einen zum großen Teil schon verwirklichten Wunsch zum Ausdruck und hatte den Zweck, ein Alibi füfl die Priorität gewisser Aktionen zu schaffen. vrnck und Verlag: vrüblsche Untnerfltätsb ruderet H. Lange Florenz, 28.Oft (BRB.) Der Führer und der Duce haben am Montag — wie wir im größten Teil unserer Montag-Ausgabe bereits berichteten D Schnftltg. — eine mehrstündige Unterredung über die gegenwärtig aktuellen Fragen gehabt, die im Geiste des Bündnisses zwischen den beiden Ländern wie immer in herzlichster Form verlies und eine völlige Uebereinstimmung der Auffassungen ergab. An der Besprechung nahmen der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und der königlich Italienische Außenminister Gras Ciano teil. mit der eigenen Wehrmacht für die Dauer des derzeitigen Konflikts mit Großbritannien einige strategische Punkte auf griechischem Gebiet zu besehen. Die italienische Regierung fordert die griechische Regierung auf, sich einer solchen Besetzung nicht zu widersetzen und den freien Durchmarsch der für die Besetzung bestimmten Truppen nicht zu behindern. Diese Truppen kommen nicht als Feinde des griechischen Volkes, und die italienische Regierung hat in keiner Weise die Absicht, durch die zeitweise Besetzung einiger strategischer Punkte, die aus der Notwendigkeit der Lage hervorgeht und rein defensiven Charakter trägt, die Souveränität und UnabhängigkeitGriechenl.ands zu beeinträchtigen. Die italienische Regierung richtet an die grte- chische Regierung das Bedangen, daß sie sofort den militärischen Stellen die notwendigen Befehle erteilt, damit diese Besetzung in friedlicher Weife erfolgen kann. Im Falle die italienischen Truppen auf Wider- stand stoßen feilten, wird dieser Widerstand mit Waffengewalt gebrochen werden, und die griechische Regierung würde damit die Verantwortung für die daraus folgenden Konsequenzen tragen müßen. Annahme von Ametaew für die Mittagsnummer bis U'/, Uhr desVormittag» Snzetaen-PreNe r Anzeigenteil 7 Rvt te mm bei 22 mm Heilenbrette# $ enteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm tieitenbreite Ratbläsie: Wiederholung MalstalleiI Abschlüsse Mengenüallel B Plavvorfckrift < vorherige Vereinbarung) 25*/« mehr Men gegen die Verletzung der Neutralität Griechenlands England im Hintergrund der unaufrichtigen griechischen Haltung. Besprechungen des Führers mit dem Duce Völlige Liebereinsiimmung im Geiste des Bündnisses. lassen. Der Duce geleitete im Kraftwagen den Füh- rer, unter dem Beifall von Zehntausenden, die längs der Straßen Spalier standen, vom Palazzo Vecchio zum Florentiner Hauptbahnhof. Vor dem Bahnhof kam es nochmals zu einer überwältigenden 21b* schiedskundgebung. Vor der Abfahrt des Zuges unterhielten sich der Duce und der FÜh r e r nochmals einige Minuten in freundschaftlichstem Gespräch und verabschiedeten sich dann aufs herzlichste. Auch der Abschied der beiden Außenminister gestaltete sich nicht weniger herzlich und freundschaftlich. Unter den Klängen der deutschen Nationalhymnen setzte sich der Zug in Bewegung, während ter Führer dem Duce von seinem Wagen aus den letzten Abschiedsgruß zuwinkte. Jom Brenner nach Florenz. Am 18. Jahrestag des Marsches der faschistischen Legionen nach Rom, der eine italienische Weltenwende einleitete, ist der Führer mit dem Duce in Florenz zusammengetrosfen. Nach der Begegnung der beiden Männer auf dem Brenner, am 4. Oktober 1940, sind so viele epochemachende Eo- eignisse herangereift, daß diese Begegnung in der Stadt am Arno von größter Bedeutung sein wird. Die Geschichte schreitet jetzt in Stürmen vorwärts, und ihren Lauf bestimmen der Führer und der Duce. Nach dem Zusammentreffen am Brenner spektakelte der Unverstand in der angelsächsischen Hetz- und Iudenpresse, Deutschland sei festgefahren, Italien wolle sein Schicksal nicht mehr an das Adolf Hitlers hinten, und was der törichten Angftphant^ fien mehr waren. Irrsinnsworte, die sich auch nach der Reise des Führers im Westen wiederholten^ Mit kindischer Eintönigkeit lallt die englische Agitation dieses abgeschmackte Zeug. Sie weiß keine neue Wendung, nicht einmal eine leichte Abänderung auf ihre Walze zu bringen. In Wirklichkeit hat die Brenner-Begegnung die Flut der Ereignisse hervorgerufen, in denen das plutokratische England versinkt und eine neue und bessere europäische Welt aufsteigt. Der Brenner kündigte Englands Götzendämmerung an, Florenz wird sie de* siegeln. Denn in den vergangene drei Wochen haben bis Baumeister eines neuen Europa kräftig und einmütig an dessen Formgebung gearbeitet. Der Berliner Dreierpakt vom 27. September hatte bereits die Grundlagen des europäischen und asiatischen sowie des afrikanischen Ausbaues zwischen Deutschland, Italien und Japan festgelegt. Die Monroedoktrin für die gesamte östliche ,Hemispäre", für ein Gebiet, das die vielbeschriebene westliche Hemisphäre an Menschen, Gebietsgröße, alter und neuer Kultur turmhoch übertrifft, war ausgesprochen worden. Wer sich dagegen vergeht und sich in den Kampf zwischen den Vertretern dieser europäischasiatischen Monroedoktrin und dem zerfallenden England einmischt, wird genau so wie England von allen Partnern des Vertrages behandelt. Dieser Pakt war die Fortsetzung der deutsch-sowjetrussischen llebereinfommen vom August und September 1939, die zum Verdruß der damals noch ungeschwächten angelsächsischen Welt die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau wieder auf die Grundlage der Realpolitik zurückbrachten. Die Befriedung Europas und Asiens muß durch einen Bund ter mächtigsten Nationen erreicht werden und alle dem entgeaenstehenten Elemente müssen, wie das plutokratische England, als Vertreter eines schlechten und überwundenen Systems ausgeschaltet werden. Das war der Gedankenaang, der wohl zur Brenner- Beoeanung Veranlassung gab. Wieder einmal höhnte das sich in Bomben- främnfen windende England, nun sei es za Ende 1 mit Deutschland. Als der Führer zunächst den Vizepräsidenten des französischen Ministerrates Laval, dann den Caudillo des erneuerten Svanien und schließlich den Marschall Beta i n traf, ging die übliche Rätlelraterei und Berunntimpfung aufs neue los. Je mehr die neue Linie sich auf dem Festland schichllichen Bauwerkes aus ter großen Vergangenheit der Stadt Florenz. Unterdessen Halle sich auch in der Piazza della Signoria die Bevölkerung von Florenz oerfammeU, die stürmisch nach dem Führer und dem Duce verlangte, um ihnen begeisterte Huldigungen darzubringen. Als bann der Führer und der Duce, von Fanfaren der Herolde angekündigt, auf dem Balkon erschienen, brauste ihnen eine Welle ter Begeisterung und des unerschütterlichen Glaubens an den gemeinsamen Sieg entgegen. Die Heilrufe auf den Führer und den Duce, die sichtlich bewegt der Menge für die überwältigenden Freudenkundgebungen dankten, wollten kein Ende nehmen. Der Führer hat um 18 Uhr Florenz wieder verficht, andere Völker in ten Konflikt hineinzuziehen. Die Schweiz, Jugoslawien, Griechenland. Die Türkei und Aegypten mögen von diesen meinen Worten Kenntnis nehmen. Es hängt von ihnen, nur von ihnen ab, ob sie strikt befolgt werten ober nicht." Die ariechssche Regierung habe von ben Worten Mussolinis feine Kenntnis genommen und fei feit dem ersten Tag ter italienischen Kriegsführung weit von einer loyalen und vollkommenen Einhaltung ter Neutralität entfernt gewesen. Griechenland habe sofort ter britischen Marine und Luftwaffe für deren Kriegsope- rntionen Zufuhren. Eiapven, Dorbereitunaen und Spionage, das griechische Gebiet und die griechischen Rom, 28. Oft (DNB.) Der .italienische Gesandte in Athen, Grazzr, hat am Montag, Z Uhr vormittags, folgende Note der griechischen Regierung überreicht: „Die italienische Regierung hat wiederholt Jefe stellen müssen, wie die griechische Re g i e - rung im derzeitigen Konflikt eine Altung angenommen und beibehalten 1)at, die nicht nur b friedlichen und freundnachbarlichen ^Ziehungen zwischen zwei Nationen w l de rs p r ich t, sondern auch den präzisen Pflichten, die der griechischen Re- ft WA’- Erscheint räflltd), aufcet Sonntags und fteiertaaS Beilagen: Die Illustrierte (Siebener ftamihenblätteT Hemmt nnBild DieSckwlle Monats-Bezuasvreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 auch bei 'Jiichterfrhetnen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt FernivrechanfMiub 2251 Drahtanschrift:„Anzelger" Postscheck 11 6«ßSVranff. M ist, well v _ ,, .. die griechische Regierung duldete. Ml W« Xet- rilorialgeroäfier. ihre fiüflen und hre Säfen non der englischen Alatte /erlaufe ihrer Sriegsoperationen benutzt werden, .ferner Nachschub der britischen Lustslreitkralebegün. ktiate und die Organisation eines mililarifdien Mormätiou^ien^ im griechischen Archipel zum Schoden Italiens geslatlele. Die griechische RegierungI tftb^U^me^« ®" vollkommen auf dem Laujcno . -i «enftanb diplomatischer »on kiens waren. bie b'%nV'e*VhTer ßa®tung bätte be- bch doch der ernten F°Z"Zner Maßnahme zum wußte sein sollen J™Lrtntät sondern vielmehr » pA. chischen R e g i * 6. Wenn man durch bie albanischen Lanbstriche fahrt fallen einem unwillkürlich bie vielen Baustellen auf, auf denen weißbefeste Arbeiter Steine zerkleinern, asphaltieren ober Kies streuen. Man finbet kaum längere Straßenstrecken, ohne auf solche Spuren faschistischer Autbautätigkeit zu stoßen, die dringend nötig war Denn diejenigen Verkehrswege welche noch in dem Zustande verblieben sind, in dem sie Nch vor 1939 befunden haben, gleichen hügligen Schotterhaufen und eignen sich für den modernen Verkehr überhaupt nicht, lieber 800 Millionen Lire hat Italien bisher für das albanische Straßenweien ausgegeben, eine Ausgabe, bie sich in jeder Beziehung segensreich auswirken wird. Die neue ausgezeichnete 40! größeren Mer» erlangen Durazo de. reitet sich auf feine große Zukunft bereit, vor und schafft setzt schon bie Voraussetzung für bie Ver schisfung ber Erze. 250 000 Heklar werben enlsuwpst. Ueberhaupt ist bie Gegend um den größten albanischen Hafen ein Zentrum italienischer und sklpe- tarifcher Aktivität, denn um Durazzo herum dehnen ^n,Tu Äm.prt. ' üm i »r» eines”Konzerts, bas sie gemeinsam in Brü Arbeitsfreude! yA, ,>Buch und Schwert." Ausstellung »Lahves^hau des deutschen Schrifttums". LPD. Wiesbaden, 27. Oft Als Auftakt der Herbstveranstaltungen des Reichspropagandamts für das deutsche Schrifttum wurde am Sonntag im. Paulinenschlößchen zu Wiesbaden vor einem großen Kreis geladener Gäste die Buchaus st ellung -„Jahresschau des deutschen Schrifttums" durch den Kulturreferenten des Reichspropagandaamts, Ernst R e h b o cf (Frankfurt am Main), eröffnet. Im Namen der Kreisleitung und der Wiesbadener Stadtverwaltung begrüßte Stadtrat Pfeil die zahlreichen Gäste und versicherte, daß Kreisleitung und Stadtverwaltung nach besten .Kräften bestrebt bleiben, die schon erreichten schönen Erfolge auf dem Wege des deutschen Buches der Allgemeinheit näher zu bringen und noch mehr zu steigern. Dank und Anerkennung zollte er dem Letter der Stadtbücherei Dr. Kahle für den zweckmäßigen und übersichtlichen Aufbau und die stllvolle Ausgestaltung der Ausstellung. Die Festansprache hielt der Obmann der Gruppe Schriftsteller im Gau HessemNassau, Konsul Butz (Frankfurt a. M.) Die geistvolle und formschöne Rede war eine eindrucksvolle Würdigung des hohen Werts des deutschen Buches im allgemeinen und der in der Ausstellung „Jahresschau des deutschen Schrifttums" aezeigten Werke im besonderen. Das Kennwort der Ausstellung: „Buch und Schwert" unterstreicht ebenfalls, daß heute die Waffen des Geistes sich mit denen des Armes verbunden haben zur Erreichung des großen Zieles: das Leben des deutschen Volkes und die Zukunft seiner Jugend zu sichern. Die Ausstellung verdient das große Interesse, das sie schon bei der Eröffnung fand, auch für die kommenden Tage in vollstem Maße, denn sie vermittelt einen überzeugenden Querschnitt des geistigen Gesamtschaffens und die Achtung vor der großen kulturellen Leistung', die im Kriege nicht geringer geworden ist, sondern sich so hoffnungsvoll entwickelt hat wie nie zuvor. Wechsel in der deutschen Militär-Verwaltung Frankreich. Berlin, 27. Oft (DNB> Am 25. Oktober schied der bisherige Chef der Militär-Verwaltung Frankreich, General der Infanterie Streccius, aus seinem Amt, um neue Aufgaben au übernehmen. General der Infanterie von Stulp nagel übernahm am gleichen Tage das Amt des Chefs der Militär-Verwaltung Frankreich. Zuschlag zum Wochengeld ist zulässig. Die Differenzzahlung zwischen Wochengeld und Wochenlohn unterliegt an sich den Vorschriften über den allgemeinen Lohnstop, denn es handelt sich hier um eine Geldzuwendung des Unternehmers an das Gefolgschaftsmitglied, die sich auf das bestehende Arbeitsverhältnis gründet Der Reichsarboitsminister hat jedoch die Reichstreuhänder der Arbeit ange« wiesen, einem Antrag des Unternehmers, die Gewährung derartiger Leistungen zuzulassen, chre Zustimmung nicht zu versagen. Unglücksfall oder Verbrechen? LPD. Marburg, 28. Okt. Ein 54 Jahre alter Insasse des Lagers Münchmühle bei Allen* dorf (Kreis Marburg) wurde mit einem schweren Schädelbruch in der Nähe des Lagers aufgefunden. In bewußtlosem Zustande wurde er in die Chirurgische Klinik nach Marburg gebracht, wo er feinen Verletzungen erlag. Die Ermittlungen, ob es sich um einen Unglücksfall oder um ein Verbrechen handelt, sind im Gange. stltstoffe sammeln und durch dle Schullugend abliefern: auch eine kriegswichtige teistung der fieimat! ■—in. w । ।■■ i. ■ i i, Die Hinterbliebenen. Giefien (Hillebrandstrafie 12), den 29, Oktober 1940. 03632 Gießen, den 29. Oktober 1940. 4862 D Verschiedenes Dienstag Rodheim an der Bieber, im Oktober 1940. 4858 D Zum Deutschen Spartag 1940*^ Die Beerdigung findet Mittwoch, 30. Oktober, nachm 3% Uhr statt 4361 D nr194041 eilte i5t det“l\ kauft. 03687 t .' COMMERZBANK Aktiengesellschaft, Filiale Gießen DEUTSCHE BANK Zweigstelle Gießen DRESDNER BANK Filiale Gießen VOLKSBANK GIESSEN e. G. m. b. 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Auf Einladung des Intendanten Hans Walter Klein leitet die Inszenierung Dr. Paul Beckers, Oberspielleiter der Oper Remscheid-Solingen. Dr. Beckers ist Spielleiter und Musiker; nachdem er zunächst als Regieassistent an der Münchener Staatsopcr tätig gewesen war, ging er an das Landestheater Oldenburg und wurde dann Oberspielleiter am Städttheater in Ulm. Seit 1939 wirkt er in gleicher Eigenschaft an der Oper in Remscheid-Solingen. — Die musikalische Leitung hat Otto Söllner. Bühnenbild Karl Löffler. Er mir» 2 ~ .. r- * . Cl' t und Volksbildung hat unter dem 4. Oktober 1940 dem Dr. med. vet. Albert Demnitz , Leiter der Behring-Werke, Marburg (Lahn), einen Lehrauftrag in der Veterinärmedizinischen Fakultät der Ludwigs-Universität zu Gießen für das Lehrgebiet „Tierseuchen-Therapie" erteilt. Ehrung kinderreicher Familien. Bei der Feier zu Ehren kinderreicher Familien am Sonntagnachmittag in der Aula der Universität — über deren Verlauf mir gestern bereits berichteten — mürben die nachgenannten Eltern mit dem Ehrenbuch für die deutsche kinderreiche Familie aus- Bauern auf sein Feld, sein Weekend zu nennen, das große Wochenende des Jahres. Wenn ich ein Bauer märe, könnte ich vielleicht nicht dem Verlangen widerstehen, mich an einem solchen milden -Herbsttag beim Sonnenuntergang ganz einzuwühlen in die Ackererde, um darin den Winterschlaf zu halten und mich erst am großen Montagmorgen vom Gesang der Vögel wieder erwecken zu lassen zu neuem Leben. Een mit Hella Henzky, Lisel Schröter-Beckers, Gustav Bley, Fritz Böhlig, Gustav Brunn, Christoph Reu-, land, Bernhard Schmitz, Max Schneider-Oest, Hans ^Seitz. 7. Dienstag-Miete. Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete durch die RS.^Gemeinschaft .Lraft durch Freude" für die Insassen verschiedener Gießener Lazarette einen Vortrag, den der Maler Wolf W i s s e n b a ch aus Frankfurt a. M. im Auftrage des Landes-, fremdenverkehrsverbandes Rhein-Main über das Thema „Natur- und Vogelschutzgebiete" hielt. An- Hand zahlreicher Schwarzmeiß-Bilder und farbiger Aufnahmen sprach der Vortragende zunächst über das Gebiet des Alt-Rheins bei Worms, sodann über den Vogelschutzbezirk bei Frankfurt-Bergen. Die interessanten Darlegungen in Gemeinschaft mit den schönen Bildern bereiteten den aufmerksamen Zuhörern eine gute und zugleich lehrreiche Unterhaltung. — Am Sonntagvormittag erfreute die Kreis- kapelle der NSDAP, unter Leitung des Kapellmeisters Schleuse die verwundeten Kameraden mit einem abwechslungsreichen Jnstrurnentalkonzert, das flotte Militärmärsche, Konzertstücke und Lied- kompositionen brachte. Die Soldaten und die übrigen Lazarettinsassen waren über die schöne musikalische Vormittagsgestaltung sehr erfreut ihren Dank und ihre Anerkennung brachte Feldwebel Stumpf der Kreiskapelle und ihreyr Leiter m treffenden Worten zum Ausdruck. — In einem anderen Lazarett bereitete der Gesangverein „Heiterkeit" Gießen unter/Leitung seines Ehrenchormeisters Wilhelm Schüttler den Verwundeten ein feines Erleben mit einem Gesangskonzert, das durch einige Soli bereichert wurde. Der Sängerchor brachte Lieder von Franz Schubert, Silcher, Kamm, Jsen- mann, Zöllner und Angerer zu Gehör, wahrend der Tenorist Karl F?ußer Lieder von Robert Stolz und Robert Schumann zur Bereicherung der Vorragsfolge beisteuerte. Die Soli begleitete Ehrenchormeister Schüttler am Klavier. Den sehr erfreuten Zuhörern war dieses Männergesangs- . konzert ein# vortreffliche Sonntagsfreude. Feldwebel Schäfer sprach den Sängern und ihrem Leiter den herzlichen Dank der Zuhörer aus. Bei allen Veranstaltungen war starker Beifall die äußere Bekundung der Freude und Dankbarkeit der Hörer über den willkommenen Kunstgenuß. Vertreter der Kreisleitung, KdF. und NSKOV. wohnten den Veranstaltungen bei und betonten damit die Verbundenheit ihrer Dienststellen mit den verwundeten Soldaten. * Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete im Rahmen der Wehrmachtsbetreuung durch die NSG. ,Kraft durch Freude" weiter zwei Konzerte vor Soldaten, bei denen unter dem Motto ,.Klm- , gende Rhythmen" die Kapelle K l a u s aus Mainz, ferner Anni Brunner (Sopran), Frankfurt a. M.. , Otto Nothacker (Tenor), Frankfurt a. M., Ro- ; bert Bohn (Saxophon), Mainz, und das Streich- • quartett der Kapelle Klaus den dankbaren Zu- : Hörern ein sehr abwechslungsreiches Konzertpro- i gramm in feiner Weise darboten. Die Zuhörer be- ; kündeten ihren Dank für die gute Unterhaltung I durch lebhaften Beifall. Giehen-Wieseck. Am Sonntag wurde Heinrich Werner III. von hier zu Grabe getragen. Dekan Sattler würdigte in seiner Grabrede das Wesen und Wirken des Verstorbenen, der lange Jahre im Gemeinderat und als Feldgeschworener in unserer Gemeinde gewirkt hat. Für die Sängervereinigunq legte Alfred Oß- wald einen Kranz nieder. Kameradschaftsfuhrer Beil von der Kameradschaft ehemaliger 116er widmete dem verstorbenen Kameraden, der über vier Jahrzehnte der Kameradschaft angehört und als Soldat und Frontkämpfer des Weltkrieges stets seine Pflicht erfüllt hat, einen ehrenvollen Nachruf. Die Kriegerkameradschaft Wieseck ehrte ihr Mitglied durch einen Nachruf von Ludwig Weller V. und erwies ihm darauf den letzten militärischen Gruß durch eine Ehrensalve. Dornolize«. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 18.30 bis 21 Uhr „Der Barbier von Sevilla". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Leben lang". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Barbier von Sevilla". chenbrücken; Wilhelm Hartweg, Schuhmachermeister in Friedberg; Dr. Friedrich Nicolai, Studienrat in Friedberg; Heinrich Schäfer, Reallehrer in Friedberg; Karl Weber, Kesselschmied in Friedberg; Oskar Welsch, Elektromonteur in Friedberg; Adolf Schäfer, Landwirt in Ossenheim; Franz Schon. Schuldiener in Heldenbergen; Wilhelm Wörner, Sck)losser in Klein-Karben; Tobias Beith, Schmied in Ober-Wöllstadt. Gute Llnterhaltungsstunden für unsere Verwundeten. Mißbrauchte Wohltätigkeit. Beim alten Heim, einem Berliner Arzt, der ebenso wegen seiner Wohltätigkeit wie wegen f^ner Derbheit bekannt war, ließ sich einmal ein reicher Geizhals einen gebrochenen Arm heilen, und als ihm Heim dann die Rechnung schickte, erschien er höchst aufgeregt bei dem Arzt und erklärte, er brauche für seinen gebrochenen Arm keinen Pfennig zu zahlen, Heim habe ja ausdrücklich angefunbigt: Arme werden umsonst geheilt." Der alte Heim war zunächst völlig verblüfft, faßte sich aber schnell: „Ach richtig! Daran habe ich ja gar nicht gedacht. Nun machen Sie aber schleunigst mit dem umsonst ge- heilten Arm die Tür von draußen zul" Wem man »aufs Dach flieg'. Die sinnbildlichen Handlungen des alten deutschen Rechtes, die sich noch in unserem Sprachgebrauch erhalten haben, sind sehr zahlreich, und viele in ihrem Ursprung uns heute unverständlichen Redensarten sind daraus zu erklären. Zum Beispiel wurde das „aus Dach steigen" in1 einzelnen Fällen tatsächlich ausgeführt. So heißt es in den Blankenburgischen Statuten von 1594: „Ist ein Mann so weibisch, daß er sich von feinem eigenen Weibe raufen, schlagen und schelten läßt, der soll mit Gefängnis bestraft und ihm hierüber das Dach auf fernem Hause abgehoben werden." Die Redensart „etwas bemänteln" ist von der Bestimmung herzuleiten, die die nachträgliche Anerkennung der vor der Ehe erzeugten Kinder festsetzte. Die Kinder mußten nämlich während der Trauungsfeier unter den zur Festtracht der Frau gehörenden Mantel genommen werden und hießen daher Mantelkinder. „Diel Aufhebens machen" beruht auf der alten Sitte, nach der man vor dem Zweikampf die Waffen mit großer Feierlichkeit aufhob. „Fersengeld geben" ist wohl aus der alten gesetzlichen Bestimmung zu erklären, daß der, der seinen Genossen im Kampf verließ und dem Feind die Fersen zeigte, eine Strafe, bei den Alemannen zum Beispiel 100 Schillinge, zu zahlen hatte, .jemandem em Schnippchen schlagen" bedeutet ursprünglich den mit Daumen und Mittelfinger gegen einen anderen ausgeführten Schnalzer, eine Handbewegung, die von alters her ein Zeichen der Nichtachtung war. Die Sitte, dem Gast Wasser zu reichen, war im Mittelalter geläufig, wurde aber in der streng ständischen Gliederung des deutschen Volkslebens recht gering gewertet. Wer also nicht einmal diesen Dienfrfür einen anderen verrichten durfte, „reichte chm nicht das Wasser." C. K. M-WnW M Stuft W Stenöe k. b. A.-Sportamt. Jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr „Schwimmen", Volksbad, für Männer und Frauen. 4857D Mittwochs von 20.30 bis 21.30 Uhr, Goetheschule, „Körperschule und Spieles für Männer und Frauen. Don der Universität Gießen. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: w r . Der ordentliche Professor für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde an der Universität Gießen, Dr. Alfred Brüggemann» ist von der Kaiserl. Leopold. Carolin. Deutschen Akademie der Naturforscher in Halle, in Anerkennung seiner hervorragenden Forschungen auf zahlreichen Gebieten Der Oto-, Rhino- und Laryngologie zu ihrem Mitglied ernannt worden. _ . , Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung ißt den Braten." Wenn der Hase nun verspeist wird, so liegt er im Pfeffer. Auch an dieses Schicksal knüpft eine Redensart an: „Da liegt der Hase im Pfeffer." lieber die Bedeutung dieser Wendung ist man sich indes noch nicht ganz einig. So wird behauptet, es werde damit auf ein Gericht, den sogenannten Hasenpfeffer angespielt, in dem sich zuweilen mehr Zutaten befänden als Hasenfletsch. Nach einer anderen Leseart besagt dieser Ausspruch, der Hase liegt bereits im Pfeffer, und es lohne sich nicht mehr, viele Worte darüber zu machen. Auch in einer anderen geläufigen Redewendung wird der Hase erwähnt, und zwar wird er darin ein Unglücksbote genannt. „Wenn der Hase läuft über den Weg — so ist Unglück schon auf dem Steg." Doch traut man dem Hasen auch gute Botschaften zu, und als Osterhase ist er ja jedermann willkommen. Bei unseren Vorfahren war der Hase sehr geschätzt, er galt als ein treuer Begleiter der Halda, der Frau Holle. Wenn sie im Svätsahr und in den ersten Wintertagen über das Land streifte, dann liefen zwei Hasen voraus und leuchteten ihr, und zwei andere folgten ihr, getreulich die Schleppe tragend. Bekanntlich sehen manche Völker auch im Mond, in dem wir einen Mann mit einem Holz- bunfrei entdecken wollen, einen Hasen, und bald soll Meister Lampe zur Strafe, bald auch zur Belohnung dort hinauf versetzt worden fein. So finden sich ’ lguter Widersprüche in seiner Charakterzeich- nung, und selbst wenn er als Braten aufgetraaen wird, orakeln die Feinschmecker noch, ob sein Genuß heilsam oder abträglich'ist. So haben die römischen Aerzte im Altertum allen Ernstes behauptet, 'daß der Genuß von Hasenfleisch melancholisch mache. Da sie anderseits aber feststellten, daß Hasenbraten die Eigenschaft habe, jene, Die ihn verzehren mit besonderer Schönheit zu begaben, so entschieden sich viele römischen Feinschmecker, die Melancholie m Kauf zu nehmen und mit dem Wohlgeschmack Die Aussicht auf besondere Schönheit zu verbinden ... Ortszeit für den 30. Oktober. Sonnenaufgang 8.18 Uhr, Sonnenuntergang 17.59 Uhr. — Mondaufgang 7.12 Uhr. Monduntergang 18 01 Uhr. Neumond 0.03 Uhr. Mond m Erdnahe. ein genußreiches Hervorziehen der Rüben und ein Abklopfen der Erde, das wie ein Stteicheln anmutet. Wo es nur angeht, setzt man sich nieder zur Arbeit, am besten auf einen weichen Haufen' von grünen Blättern, und banrt schneidet man die Rübe zu- • recht spaltet den Strunk mit den Wurzeln vom Krautkopf und nimmt die äußersten losen Blätter weg. Ach, es ist hier so wohlig — wie zu Hause am Herd. Das weite Gelände wird an den müden Herbsttagen zur traulichen Stube. Da und dort rauchen die brennenden Haufen von trockenem Kartoffelkraut und verbreiten über die ganze Landschaft hin einen häuslichen Geruch. Man wird tn die Glut unter der Asche- Kartoffeln zum Braten hineinlegen und wohl auch einige Aepfel. Und nie hat man soviel Lust gehabt zu fingen und einander zuzurusen von Feld zu Feld. In diesen Herbste tagen scheint in der ganzen Natur eine allgemeine Verbrüderung vor sich zu gehen; jedes Geschöpf und jedes Ding gibt es auf, abgesondert zu fein und schließt sich zusammen mit dem all. Was hat der Baum im Frühjahr und Sommer getan? Er hat geblüht und gegrünt, und ist in den Himmel gewachsen. Jetzt aber besinnt er sich seiner Zugehörigkeit zur Erde. Er macht sich der Färbung des Bodens ähnlich, und wenn man ihm Die Fruchte noch nicht abgenommen hat, fo läßt er fie nieDer= fallen, und auch Das Laub geht diesen Weg zur Erde, in Der Die Wurzeln festhalten. Die schrägen Strahlen Der tiefen Sonne umweben alles mit Gold und schlagen leuchtende Stege über schattige Vertiefungen. An ihn-p gleiten vom Himmel herab die silbrigen Fäden des Altweibersommers und versuchen, alles aneinander zu binden, alles zu verspinnen. Sie schmiegen sich um die arbeitenden Finger, als wollten sie sie sachte zur Ruhe bringen und vor Mund und Augen legen sie sich manchmal, als wollten sie die Lippen zu langem Schweigen schließen und die Augen zum Schlaf. Das Vieh, das auf den Acker mitgenommen ist, Kühe Ziegen, Schafe, das rupft da und dort Grünes das in diesem Jahr nicht mehr gemäht werden wird. Es ist mit solcher Inbrunst an dieser Arbeit, als wüßte es, daß bald jenes endlose Dasein im geschlossenen Stall beginnen wird, bei trockenem futter aus Heu und Stroh, das nur manchmal durch eine saftige Rüde versüßt werden wird. Man ist versucht, diese letzten Ausfluge des Aus der Stadt Gießen. Meister Lampe. „Menschen, Hunde, Wölfe, Lüchse, Katzen, Marder, Wiesel, Füchse, Adler, Uhu, Raben, Krähen, Jeder Habicht, den wir sehen, Elstern auch nicht zu vergessen, Alles, alles will chn fressen." So hat ein Dichter das schwere Los der Hasen einmal besungen, von denen jetzt wieder so mancher sein Leben lassen muß. Nicht jeder Jägersmann hat in seinem Revier gleich Hirsche und Rehe, aber Hasen gibt es allerorten. Ein wenig leid tut uns der langohrige Geselle, Der uns von frühester Kinderzeit an als Osterhase oer traut ist, und von dem wir auch später nie etwas Böses hören. Nur seine Furchtsamkeit ist sprichwörtlich geworden, und wenn jemand die Flucht ergreift, ohne daß die Bedrohung allzu ernsthaft gewesen ist, dann heißt es spöttisch, er habe „bas Hasenpanier" ergriffen". Aber von dieser Furchtsamkeit, ist beim Hasen in Wirklichkeit nichts zu bemerken, ja, die Jäger wissen uns immer wieder Beispiele dafür zu bringen, daß Meister Lampe nicht weniger Mut und Entschlossenheit beweist als irgendein anderes Tier in Feld und Wald. Die Häsin verteidigt ihre Jungen mit äußerster Entschlossenheit, und wenn zwei Hasen sich um die Gunst eines Hasenmädchens streiten, bann sind sie recht streitbare Nebenbuhler. Daß Der Hase dem Jäger nicht gerade vor die Flinte läuft, sondern sich beizeiten aus dem Staube macht, das kann man ihm nicht Übelnehmen, Denn was sollte er denn anderes tun. Dann hat man den Meister Lampe zu einem Sinnbild der Geschwindigkeit gemacht. So sagt man von einem eiligen Menschen, er habe feine Schuhe wohl mit Hafenfett geschmiert, da er fo rasch laufen könne. Aber auch wer es weniger eilig hat, kann sich mit einer Redewendung entschuldigen, in der des Hasen Geschwindigkeit verspottet wird. „Die Arbeit ist fein Hase", sagt der Faulpelz, „die läuft nicht fort". Und wer nun bas Lob der Fleißigen singt, kann noch eine andere Hafenantwort zu hören bekommen: „Der. eine fängt den Hasen, der andere gäbe 2500,— RM. vor. Im Bauvoranschlag, der von Burabaumeister Mohr erstattet und erläutert wurde, ist u. a. ein neuer Estrich im Buchner-Stübchen vorgesehen; ferner soll der Wilhelms-Balkon am Nassauer Bau ausgebeffert werden. Erneuerungsarbeiten sind weiter vorgesehen am Zwinger und an der Ober- burg. Hierfür, sowie für Unterhaltungsarbeiten und kleinere Reparaturen sind 1500 RM. eingesetzt. Burabaumeister Mohr sprach in diesem Zusammenhang auch über die notwendigen Umbaupläne, die infolge des Krieges bisher zurückgestellt werden muhten. Der Referent legte u. a. an Hand eigener Entwürfe einen Umbauvorschlag vor, der eine glückliche Neuordnung von Ausschank, Küche und Gastzimmer (dieses mit prachtvollem Ausblick auf Gießen) ergeben würde. Die frühere große Halle vor dem Treppenaufgang neben Der jetzigen Küche soll freigelegt werden. Die Wohnung des Wirtes würde bann einen Ausbau nach dem Dorfe Gleiberg hin erfahren. Die vorgelegten Baupläne wurden in einer regen Aussprache erörtert und sollen in der nächsten Versammlung, im Mai kommenden Jahres, erneut überprüft werden. Was die Werbung für den Gleiberg betrifft, so äußerten alle Mitglieder die Ansicht, daß in Wort und Schrift immer wieder für Die alte Burg als ein charakteristisches Wahrzeichen frerHei- mattandschast eindringlich geworben werden müsse. Wenn anstatt der 320 Mitglieder, die gegenwärtig dem Verein angehören, 1000 und mehr mit einem Jahresbeitrag von 3 RM. sich in den Dienst der guten Sache stellten, würde es ein Leichtes sein. gezeichnet: ' ..... Heinrich Clarius, Direktor der Universitätsbibliothek in Gießen; Gustav Rahn, Leitungsaufseher in Hungen; Wilhelm Michel, kaufmännischer Angestellter in Friedberg; Karl Seip, Arbeiter in Dortelweil; Heinrich Krug, Maurerpolier in Ober-Erlenbach; Wilhelm Schäfer, Schreiner in Dortelweil; Caroline Oberlies, Witwe des Kaufmanns Anton Oberlies in Gießen; Ottilie Seim, Witwe des Pfarrers Heinrich Äim in Gießen; Henny Zimmer, Witwe des Derwaltungsoberassistenten Karl Zimmer in Gießen; Anna Stein, Witwe des Maurers Wilhelm Stein in Hattenrod; Hermann Diehl, Zimmermann in Holzheim; Konrad Nach, Eiseridreher in Dortelweil; Heinrich Altensen, Gastwirt in Gießen; Kurt Beigang, Major in Gießen; Rudolf Bachmann, Arbeiter in Gießen; Dr. August Brüning, Universitätsprofessor in Gießen; Heinrich Dietz, Reichsbahnsekretär in Gießen; Dr. Hellmuth Deist, Oberstabsarzt und Dozent in Gießen; Karl Franzke, Polizeihauptwachtmeister in Gießen; Hermann Schirmer, kaufmännischer Angestellter in Gießen; Dr. Karl Hummel, Universitätsprofessor in Gie- ßen^ Heinrich Pfaff, städtischer Arbeiter in Gießen; Theodor Rohrbach, Arbeiter in Gießen; Wilhelm Philipp Damm, Kasernenarbeiter in Beuern; Ludwig Dirlam, Hilfsschrankenwärter in Rödgen; Heinrich Bellof XII., Landwirt in Rödgen; Karl Agel, Schlosser in Holzheim; Wilhelm Jäger, Schreiner- meister in Holzheim; Wilhelm Kropp, Zollsekretär in Lich; Willi Emmerich, Reichsbahn-Betriebswart in Dortelweil; Otto Langlitz, Reichsbahn-Betriebs- wart in Dortelweil; Karl Reibling, Schreiner m Dortelweil; Hermann Knodt, Pfarrer in Bad-Nau- heim; Adam Winkler, Lehrer in Bad-Nauheim; Johannes Grix, Reichsbahn-Betriebsarbeiter in Bru- Dor den ersten Frösten. Don Robert Michel. Wenn man im Herbst über Land geht, fallt es auf, daß die Stecker und Wiesen belebter sind als je im Jahr. Selbst zur Zeit der GStreiderrcke sieht man nicht (o viele Menschen und Tiere im Gel°vde wie in den Wochen vor den ersten Frosten. Es ist, als gälte es, Abschied zu nehmen für bte lange Dauer des Winters. Nie vorher war der Bauer feinem Boden so innig verschwistert wie in den Herbsttagen Im Frühjahr und im Sommer, da Ast sein Tagewerk auf dem Felde eher den Eindruck hervor, als stünde er auf Feindlichem, dem er den Segen ab ringen muß. Dieses Säen im Früh- mH ir herrschen Gebärde, dieses hitzige Mähen in der Sonnenglut, dieses Zusammenrafsen her aefälUen Aehren und Garben und ihr Aus- sthELta ^u'spiehen der Ga^en au hie langen Gabeln und das Hochheben aus ore Leiterwagen; und ähnlich das Einbringen des H . auch da/Ackern der Stoppelfelder und das Egg , »tue hnt einen Zug von Unversöhnlichkeit. Die Ä meist in aufrechter Haltung ver- Mtet, und das notwendige Niederbucken zur Erde wird der Bauer fonberbar zartl-ch A^°'ner Erde, nicht rote ^ftst z sch man wird auch einem vergnüglichen Ausflug. Wagen “Ähiw f^"A7°L—"und auf wird wohl -Uitp tuts v {ex,#« heimbrmqen. ä»’sä zum Imbiß unter emen fen lassen; und M) ban^^Uber Sam?f mieber in aufrechter fpater gingI im Sputberbst indessen scheint U istÄn MUich-- Wühlen nach den Kartoffeln, Der Gleiberg-Verein hielt dieser Tage auf der Burg Gleiberg feine Iahreshauptver- f a m m l u n g ab, der eine Vorstandssitzung vorausging. Der erste Vorsitzende des Vereins, Landrat Dr. Lotz (Gießen) wies in feiner Begrüßungsansprache daraus hin, daß der Gleiberg-Verein Vorsorge getroffen habe, die alte Burg als ein Wahrzeichen unserer engeren Heimat unter allen Umständen zu erhalten, zumal der Gedanke der Heimatpflege gerade durch den Krieg eine neue Be- lebüng erfahre. Die Versammlung gedachte in diesem Zusammenhang auch aller Soldaten aus dem Gleiberger Land, frie jetzt im Kampfe für Großdeutschlands Freiheit und Zukunft stehen. Dem Tätigkeitsbericht des ersten Vorsitzenden war zu entnehmen, daß die Dereinstätig- feit im abgelaufenen Vereinsjahr, den Zeitumständen entsprechend, verhältnismäßig gering war. Das früher bereits in Angriff genommene Problem eines Ausbaues des Feldweges von Gießen nach Gleiberg über die Hardt harrt noch immer seiner Lösung. Der Mitgliederstand ist derselbe geblieben wie im Vorjahre. Wenn die durch den Tod alter Mitglieder entstehenden Lücken nicht im gleichen Verhältnis durch den Zugang neuer Mitglieder geschlossen werden, ist die Gefahr eines Rückganges im Mitgliederbestände nicht von der Hand zu weifen. Aus dem von Lehrer Praß (Krofdorf) erstatteten Kassenbericht geht u. a. folgendes hervor. Die Einnahmen betrugen 2770,96 RM., die Ausgaben 1100,78 RM.; es ergibt sich somit ein bemerkenswerter Ueberschuß von 1670,18 RM., der der Baurücklage zustatten kommen und nach Beendigung des Krieges für Umbauarbeiten in den sr—-:—. „ ., „ - ra;.. Wirtschaftsräumen verwendet werden soll. Auf die schone tausendjährige Burg nut allen Gebau- Grund Der Kassenprüfung wurde Entlastung erteilt, den in einem vorzüglichen Baustande zu erhalten. Oer Hahn und die perlen. Die Schauspielerin Elena R. in San Sebastian hat einen Hahn „Clark", der auch auf der Bühne „als Schauspieler" tätig ist, daneben aber eine ganz besondere Vorliebe für Perlen an den Tag legt. Eines Tages fand die Schauspielerin im Ankleidezimmer des Theaters einen Ohrring mit einer koste , baren Perle nicht wieder, den fie kurz vorher ab« -gelegt hatte. Verdacht konnte gegen niemand erhoben werden, weil in der Zeit, in der die Perle verschwunden war, kein Mensch in das Zimmer gekommen war. Das einzige Lebewesen, das sich darin aufhielt, war „Clark", der in den Räumen kommen und gehen konnte, wie er wollte. Man konnte zu« nächst nicht glauben, daß der Hahn fich.hie Perle einoerleibt haben sollte, aber um alle Möglichkeiten ,w ergründen, wurde „Clark" einer Untersuchung mit T-Strahlen unterworfen, und dabei entdeckte man tatsächlich die kostbare Perle in dem Schlund des Tieres. Noch größer aber wurde die lieber« roschung, als die L-Strahlen das Vorhandensein von fünf Knöpfen mit Perlen enthüllten, tue Der Hahn in anderen Ankleidezimmern gesunden und verschluckt hatte. Um das für seine Herrin wertvolle Tier nicht zu töten, führte man eine Operation an ihm aus, durch die man die Perlen wiedererlangte. Der Hahn erholte sich schr schnell, und als er zum erstenmal auf der Bühne wieder erschien, wurde er mit lebhaftem Beifall begrüßt. C. K. Giehen-Klein'Linden. Die Werk-Frauengruppe unD die Iugendgruppe der Filiale Gießen'-^Klein-Lind-en der Zigarren- faürik Berens hatte am letzten Sonntag die Der» wundsten eines Gießener Reservelazaretts zu einem frohen Nachmittag eingeladen. Im geschmückten Burgsälchen fanden sich Gäste und Gastgeber zu gemeinsamer Kaffeetafel zusammen. Frauen und Mädchen hatten Kuchen in so großen Mengen ge- stiftet, daß auch noch die nicht transportfähigen Der. wundeten in den Lazaretten bewirtet werden tonnten. Den musikalischen Teil bestritten die Gefolg- schaftsmitglieder Frl. Erna S t e i n m ü l l e r und Frl. Klärchen Pfaff, die mit dem verwundeten Unteroffizier F i s ch e r mit guten Dorträgen auf der Ziehharmonika aufwarteten und die auch die vielen gemeinsam gesungenen Volks- und Soldatenlieder begleiteten. Die Führerin der Werk-Frauengruppe, Frl. Spengler (Lützellinden) hatte zum Eingang herzliche Begrüßungs- und Dankesworte gesprochen, während Ortswalter Neuser von der NSG. „Kraft durch Freude" über den Sinn und die Arbeit der Werkfrauengruppe sprach. Mit der Feldscher-HZ. im Gelände. Am Sonntagvormittag fand im Wiesecker Wald eine Geländeübung der Gießener Feld» s ch e r e i n h e i t statt, die den Ig. Gelegenheit geben sollte, das im theorettschen Unterricht Gelernte pvakttsch anzuwenden. Folgender Gedanke lag der Uebung zugrunde: Auf der Straße Wieseck— Alten-Buseck sind Truppentransporte von Fliegern angegriffen und versprengt worden. Eine Sanitäis- adteilung, die im Walde an der Straße nach Lollar in Bereitschaft liegt, soll trotz feindlichen Artilleriefeuers die Verletzten bergen und an einen Derwundetensammelplatz bringen. Nach Bekanntgabe dieses Uebungsgedankens und der sich daraus ergebenden Aufgaben wurden aus einem Tell der Feldschergefolgschaft vier Trägergruppen geblldet, die selbständig im Gelände vorgehen mußten. Kameraden des HJ.-Streifendienstes hatten die Rolle des „von Fliegern angegriffenen Truppentransportes" übernommen und waren mit Karten versehen, die jeweils die Art der Verletzung angaben. Sie mußten entsprechend ihrer Verwundung von den Feldschern versorgt und zum Sammelplatz gebracht werden. So richtete eine Gruppe einen Verwundetensammelptatz ein, eine andere, mit Tragen und Verbandmaterial ausgerüstet, durchsuchte den Waldrand nach Perletzten, leistete erste 5)ilfe und transportierte sie zur Sammelstelle. Auf dieselbe Weise betätigten sich zwei weitere Gruppen außerhalb des Waldgebietes. Nach Ankunft aller Trägerttupps auf der Sammelstelle hielt zum Abschluß der Leiter der Hebung, Ausbilder E. He ißler vom DRK., eine kurze Kritik, in der er sich sehr zufrieden über die Leistungen äußerte, ober auch auf die gemachten Fehler hinwies. Der K.-Bannarzt des Bannes 116, HJ.-Truppenarzt Dr. N o h l. der ebenfalls anwesend war, gab der Hoffnung Ausdruck, daß noch öfters solche Geländeübungen stattfinden würden, um den Ausbildungsstand der Feldschergefolgschaft ständig zu verbessern. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 29. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, % kg 4, 5 kg 40, Wirsing, % kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 6, gelbe Rüben 7, rote Rüben 6, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 8 bis 10, Unterkohlrabi 5, Grünkohl 6, Rosenkohl 15 bis 18, Tomaten 16, Zwiebeln 12, Meerrettich 30, Schwarzwurzeln 15, Rhabarber 10, Kürbis 7, Feldsalat (Vio) 8, Aepfel, % kg 15 bis 30, Birnen 15 bis 30, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 3 bis 5, Sellerie 5 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Rpf. * ** Ein Siebzigjähriger. Am heuttgen Dienstag, 29. Oktober, kann der Rentenempfänger und Invalide Herr Karl Urbach, Ebelstraße 22, in Frische und Gesundheit seinen 7 0. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist seit Jahrzehnten ein treuer Bezieher des „Gießener Anzeigers". Wir gratulieren herzlich! Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 28. Oft. Der heutige Schweine- markt zeigte einen Auftrieb von 171 Ferkeln. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 20 bis 25 RM., 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 RM. pro Stück. Bei flottem Handel wurde der Markt geräumt. S.Ji.-'fpOTt Oie KnegSmeisterschasten des Bezirks 8 Trotz vieler Schwierigkeiten ist es gelungen, im Bezirk 8 vier Gruppen zu bllden, die die Kriegsmeister 1940/1941 ermitteln sollen. Wohl sind Oie Opfer, die von den einzelnen Vereinen verlangt werden, groß, jedoch hat auch hier der Wille den Weg gebahnt. Einige Vereine, die sonst immer dabei waren, konnten nicht melden, demgegenüber haben andere den Spielbettieb wieder aufnehmen können. Der Fußball wird also wieder rollen und damtt seine Aufgabe erfüllen, die während des Krieges darin besteht, die Leibesertüchtigung planmäßig fortzuführen. Die Spiele um die Kriegserinnerungsplakette waren ein Prüfstein für die Vereine und erlauben einen Ueberblick über die Spielstarke. Unter diesem Gesichtspunkt sind auch teUroelfe die Klassen gebildet worden. Es werden zwei I. Klassen und zwei II. Klassen spielen, wobei zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes die Gruppe Dill nur zwei Vereine der früheren Bezirkskiaste aufweist. Die I. Klasse Gießen wird gebildet vom Luftwaffen-Sportverein, 1900 und VfB -Reichsbahn Gießen. Hierzu kommen noch Wetzlar 05, Burgsolms, Sportfreunde Wetzlar und Naunheim. Watzenborn-Steinberg bildet die 8. Mannschaft. Die II. Klasse Gießen setzt sich zusammen aus Rodheim, Heuchelheim, Daub ringen, Steinbach, Lollar und Hungen. Eine Betrachtung der Spielstärke der einzelnen Vereine kann nur unter dem Vorbehalt erfolgen, daß es den einzelnen Vereinen möglich ist, auch weiterhin mit den zur Zeit zur Verfügung stehen- den Spielern anzutreten. Die L Klasse Gießen hat dabei mit dem Luftwaffen-Sportverein einen ernsten Bewerber um den Meister dieser Klasse erhalten. Die bis jetzt von dieser Mannschaft ausgetragenen Spiele haben die Spielstarke zur Genüge unter Beweis gestellt. Aber auch Watzenborn-Stein- berg wirh seinen Titel als Kriegsmeister 1939/40 zu verteidigen wissen. Die anderen Vereine erscheinen spielerisch gesehen ziemlich gleich stark, sodaß hier bei jedem Spiel die Tagesform entscheiden sollte. Trotzdem darf auch hier nicht vergessen werden, daß der Meister auf dem Felde erkämpft sein will. Ueberraschungen sind daher niemals ausgeschlossen. Noch ausgeglichener erscheint die Spielstärke der II. Klasse Gießen. Gerade der Sieg der Daubringer auf eigenem Gelände über Steinbach beweist Die Verwundbarkeit dieser Mannschaft. Irgendwelche Voraussagen sind daher ausgeschlossen. Mannschafiskampf im Ztasenkrastsport. mermerfen 30,28 m, 31 P. insgesamt 91% P. — Leichtgewicht Klotz. Steinstoßen 6,67. m, 46 P.; Gewichtwerfen 13,70 m, 47 P.; Hammerwerfen 33,43 m, 41% P., insgesamt 134% P. — Mittelgewicht: Uffz. Nies. Steinstoßen 7,08 m, 51 P.; Gewichtwerfen 12,03 m, 30 P.; Hammerwerfen 28,30 m, 24% P., insgesamt 105% P. — Schwergewicht: Dr. Luh. Steinstoßen 9,51 m, 81% P.; Gewichtwerfen 14,82 m, 58 P.; Hammerwerfen 37,31 m, 54% P., insgesamt 194 P. Insgesamt: Steinstoßen 205% P., Gewichtwerfen 168% P.» Hammerwerfen 151% P., zusammen 525% P. Außer Konkurrenz: Noeller. Steinstoßen 6,65 m, 46 Punkte; Gewichtwerfen 11,95 m, 29 P.; Hammer- werfen 28,22 m, 24 P., insgesamt 99 P. Rückschau der Gießener padvlergilde. Die Paddlergilde Gießen hielt am Samstagabend im „Bayrischen Hof" ihre ordenlliche Mitgliederversammlung ab, wobei der inzwischen von der Bereichsführung bestellte Gemeinschaftsführer Dr. E. Schwarzmaier einen umfassenden Rechenschaftsbericht über die Zeit vom 1. April 1939 bis zum 1. Oktober 1940 ablegte. Die beiden zurückliegenden Jahre standen im Zeichen zahlreicher größerer Regattaoeranstaltungen. So wurden 1939 eine Bezirks - Kurzstreckenregatta, eine Bereichs - Kurz • stteckenregatta und die Bereichs-Staffelmeisterschast in Gießen zur Durchführung gebracht; auch unter den besonderen Verhältnissen Des Kriegssommers 1940 wurden die Bereichs-Kurzstrecken-Regatta und Die Bereichs-Staffelmeisterschaft in Gießen ausgetragen. Hierzu gefeilte sich am Sammettag für das Kriegswinterhilfswerk Die 2. Gießener-Kanu-Stadt- meisterschast mit Der 1. Schwanenteichstafette. Allen diesen Veranstaltungen war ein guter Erfolg be- schieden, der sich auch in Der Gemeinschaft felbft ausgewirkt hat. Die Mttgliederzahl hat sich seit Dem 1. April 1939 von 58 auf 100 erhöht, wobei vor allem ein starker Zustrom der Jugend zu verzeichnen ist. An Den Einrichtungen Der Gemeinschaft finD im Laufe des Jahres verschiedene Derbesterun- gen durchgeführt worden. Die Bootshallen erhielten einen neuen Anstrich, und Die große Landepritsche wurde einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Desgleichen wurden Die durch Das Hochwasser verursachten Schäden rasch ausgebestert Der Kassenwart Karl Rohn konnte über eine gesunde Kassenlage berichten und erntete für seine aufopfernde Tätigkeit den besonderen Dank der Versammlung. Im Anschluß an die Tätigkeitsberichte der Mitarbeiter und deren Enllastung ernannte Der Gemeinschaftsführer seinen neuen Mitarbeiterstab und gab Der Versammlung Die Richtlinien für Die Weiterarbett im bevorstehenden Winterhalbjahr. Dem geschäftlichen Tell Der Mitgliederversammlung folgte ein gemütliches Beisammensein. Der Gemeinscyastsführer brachte hierbei eine große Anzahl von Lichtbildern zur Vorführung, die die 23er» anftaltungen des verflossenen Sportforumers noch einmal in Erinnerung riefen und lebhaften Beifall fanden. Der im Felde stehenden Kameraden wurde durch Kartengrüße gedacht. Iugendfußbatt der Gp.-Vg. 4900. 1900 l.Igd. —Tv.Grohen-Buseck L 3gb. 6:1 (2:0). Die Blau-Weißen konnten am Sonntag gegen die Iugendmannschaft des Tv. Grvßen-Buseck einen hohen Sieg erringen. Der Gegner begann das Sviel mit schnellen Angriffen, die aber an Der Vertethi- gung Der Gießener scheiterten. Die Blau-Weißen famen Dann mehr auf und konnten bei wiederholten Angriffen 2 Tore erzielen, an Denen sich bi» zur Halbzeit nichts anberte. Nach Halbzett hatten die Blau-Weißen das Spiel jederzeit in der Hand. Sie gestatteten es überlegen und konnten zunächst 2 weitere Tore schießen. Bei einem überraschenden Angriff kam der Gegner zum Ehrentor. Die 1900er zogen jetzt vor das Tor des Gegners, und schon war das 5. Tor fällig. Der Mittelläufer Der Blau- Weißen schoß schließlich das 6. Tor und stellte damtt das Endergebnis her. Die I. Sportdienstgruppe der Stzfeloereinigung 1900 empfing Die gleiche der „Teutonia* Watzen- born-Stelnberg und mußte sich mit 3:2 Toren dem Gegner beugen. ,FE. Teutonia- Watzenborn-Steinberg Jugendabkellung Zum weiteren Spiel um Die Bannmeisterschaft standen fidi am Sonntagvormittag in Watzenborn» Steinberg Die Iugendmannschaften des F. C. „Teutonia" Watzenborn - Steinberg und diejenige des VfB.-N Gießen gegenüber. Nach überlegenem Spiel siegten die Einheimischen mit 4:0. Bereits bei Halbzeit lagen die Gäste mit 3:0 im Hintertreffen. Die Schülermannschaft des F. C. .Teutonia* Watzenborn-Steinberg trug ihr drittes Spiel aus. Gegner war die 1. Schülerelf der Spieloereinigung 1900 Gießen. Die „Teutonen" siegten, zumal das Spiel in Gießen stattfand, nnt 3:2 Toren. Der Handballsonntag. IKarburg 88 besiegt VsB.-Reichsbahn Gießen 601:525% Punkte. Am gestrigen Sonntag sand dieser Wettkampf auf Dem Waldsportplatz statt. Es wurde im Steinstoßen, Gewichtwerfen und Hammerwerfen gekämpft. Der deutsche Federgewichtsmeister Herrmann (Marburg) war Der beste Mann Des Tages und erzielte mit 222% Punkten fast seinen deutschen Rekord. Auch Gary (Marburg) und Dr. Luh (Gießen) er- zielten mit 197% bzw. 194 Punkten im Schwergewicht sehr gute Leistungen. Dr. Luh ist im Gewichtwerfen und Hammerwerfen noch sehr oerbeffe» rungsfähig. Er brachte im Steinstoßen Die beste Tagesleistung mit 9,51 Meter. Die übrigen Kämpfer brachten zum Teil gute Einzelleistungen. Marburg kämpfte vom Federgewicht bis Schwergewicht mit Herrmann, Mootz, Konrad und Gary. Gießen: Götz, Klotz, Uffz. Nies und Dr. Luh. Noeller startete außer Konkurrenz. Die Ergebnisse: Marburg: Federgewicht: Herrmann. Steinstoßen 8,05 m, 63 Punkte; Gewichtwerfen 16,58 m, 76 P. Hammerwerfen 46,03 m, 83,5 P., insgesamt 222% P. — Leichtgewicht: Mootz. Steinstoßen 5,4s m, 31 P.; Gewichtwerfen 9,73 m, 7 P.; Hammerwerfen 0, 0 P., insgesamt 38 P. — Mittelgewicht: Hauptfeldwebel Konrad. Steinstoßen 8,39 m, 67 P.; Gewichtwerfen 13,43 m, 44% P.; Hammerwerfen 30,44 m, 31 P., insgesamt 143 P. — Schwergewicht: Gary. Steinstoßen 8,38 m, 67 P.; Gewichtwerfen 15,97 m, 70 P.; Hammerwerfen 39,20 m, 60% P., insgesamt 197% P. Insgesamt: Steinstoßen 228 P., Gewichtwerfen 197% P., Hammerwerfen 175 P., zusammen 601 Punkte. Gießen: Federgewicht: Götz. Steinstoßen 5,14 m, 27 Punkte: Gewichtwerfen 12,36 m, 33% P.; Ham- Unter Berücksichtigung Der Spiele des letzten Sonntags ergibt sich für die Bereichsklasse folgender Zwischenstand: 1. To. Hochelheim 8:2 2. To. Dornholzhausen 8:2 3. To. Garbenheim 6:4 4. Tv. Katzensurt 5:5 5. To. Hörnsheim 5:5 6. To. Kirch-Göns 6:6 . 7. Lützellinden 2:8 8. Mtv. Gießen 0:8. Die Reihenfolge ist unter Zugrundelegung des Torergebnisses ermittelt. Ergebnisse. Tv. Garbenheim — Tv. LützeUnden'11:7 (5:4) Mtv. Gießen — Tv. Hochelheim 5:9 (2:4) To. Katzensurt — To. Dornholzhausen 8:9 (3:5) Tv. Kirch-Göns — Tv. Hörnsheim 9:7 (8:2). Die junge Mannschaft des To. Lützellinden war Garbenheim vollkommen ebenbürtig und nur im Sturm etwas zu unentschlossen. Hätte man genauer und vor allen Dingen schneller geschoßen, hätte das Spiel vielleicht eine Ueoerraschung erbringen können. Der Mtv. ist anscheinend nicht mit dem nötigen Ernst bei der Sache. Denn auch diesmal konnte die spielstarke Einheit, die er zur Stelle hatte, zu keiner einheitlichen Leistung kommen. Demgegenüber war Hochelheim auch diesmal wieder auf Der Hohe und konnte zwei wertvolle Punkte mit nach Hause nehmen. Katzensurt leistete Den Gästen starken Widerstand und hätte um ein Haar noch gewonnen. Seine Mannschaft war jedenfalls auch diesmal wieder in Ordnung und setzte dem Sieger schwer zu. Hätte Hörnsheim nicht in der ersten Halbzeit versagt, wäre das Ergebnis sicherttch anders ausgegangen. So aber hatten die Gastgeber einen Derartigen Vorsprung herausgearbeitet, daß er auch bei allem Einsatz nicht mehr eingeholt werden konnte. 1. und 2. Klasse. Tv. Gröningen — Tuspo W.-Niedergirmes 14:4 To. Wetzlar — To. Krofdorf 12:8 (8:5) Tv. Lang-Gons — To. Atzbach 12:8 (6:6) Tv. Garbenteich — Tv. Lich 12:9 (9:6). In Grüningen gab es ein ausgezeichnetes Spiel, an dem beide Mannschaften gleichen Anteil hatten. Der Sieg der Platzbesitzer war verdient. Das gleiche kst von dem Wetzlarer Spiel zu berichten. Auch hier gab es beiterseits gute Leistungen. Hart und erbittert wurde in Lang-Gons gekämpft. Dadurch aber litt das Spiel nach außen hin sehr stark und hinterließ nicht den besten Eindruck. Garbenteich und Lich lieferten sich, im Gegensatz zu den früheren Kämpfen, einen interessanten Kamps, Der beiderseits gute Leistungen zeigte. Der knappe Sieg der Platzbesitzer ist nicht ganz unverdient. Jugendklasse. Mtv. Gießen II — To. Orüntngen 3:22 (1:8) Mtv. Gießen I — Tv. Heuchelheim 11:7 (6:1) . To. Garbenteich — W.-Steinderg 0:21 (0:10) To. Hausen — Tv. Wieseck 7:5 (3:4) Tv. Holzheim — Tv. Lang-Göns 7:8 (3:5) 1900 Gießen — Großen-Buseck 5:3 (3:2). Frauenwerbespiel in Mendorf (Lahn). To. Hochelheim — Tv. Lang-Göns 6:2. Einen schönen Kamps lieferten sich beide Mannschaften. Aus dem Spielgeschehen war deullich zu entnehmen, daß die Mädels schon etwas gelernt haben und daß sie mit Den besten Aussichten in die Zukunft gehen. 3OOOÄilometer£ie6e Roman von Olty Boeheim > 13. Fortsetzung. (NachDruck verboten.) Die Sonne sank schon hinter den Tannenwäldern, und Die Kirchturmglocke von Rättwik läutete den Abend ein, als das kleine Boot anlangte. „Man wollte schon eine Rettungskolonne ausrüsten, um Vera Derries zu suchen", lachte Arne. „Hier sind Deine Sachen, nun kannst Du zum Dinner Toilette machen." Dera ging auf feinen Scherz ein, obwohl Die Unsicherheit ihr das Herz verbrannte. „Was gibt es zum Dinner?" ,2h, ich habe ein glänzendes Menü zusammen- gestellt. Fleischbrühe mit Mark, Gäkiseleber mit Trüffeln, dazu eine Flasche Chablis. Dann kalten Rehrücken mit Cumberlandsoße, und schließlich Eisbombe mit Sekt." Er kramte mit geradezu jungenhaftem Eifer eine Kiste aus dem Boot. „Ich hoffe, gnädige Frau werden sich zu dem festlichen Mahl entsprechend kleiden." Vera lächelte etwas gezwungen, nahm Den Handkoffer, während Arne Die mitgebrachten Büchsen öffnete. Dann breitete er eine weiße Decke auf den Tisch und zündete Kerzen an. „Darf ich bitten", rief er in den kleinen Raum, in dem Vera sich umkleidete. Sie kam lächelnD heraus. Ihren schmalen, mädchenhaften Körper umschloß ein schneeweißes Kleid, aus Dem sich Der schlanke Hals wie Der Stiel einer blassen Blume hob. Das tiefschwarze Haar schimmerte bläulich im Kerzenlicht. Der Mann stanb wie verzaubert. „Darf ich bitten?" sagte er und schob ihr einen Stuhl hin. Sie setzte sich zögernd. „Für einen einfachen Fischer hast du im Zu- sammenstellen von Dinners eine erstaunliche Rou- tine", sagte sie und sah ihn mit ihren großen, leidenschaftlichen Augen fragend an. „Danke für das Kompliment. Dein Glas, bitte!" „Und eigentlich auch erstaunlich viel Geld", fuhr sie anzüglich fort. Der Mann sah sie erstaunt an Er schien einen Augenblick nachzudenken. „Vielleicht habe ich irgendwo eingebrochen", sagte er lächelnd. Dera wurde blaß. Sie nippte an ihrem Wein, und ihre Hände zitterten. »Könntest du so etwas hm?" fragte sie mit verhaltenem Atem. „Für dich, Vera, könnte ich stehlen und morden", sagte Arne leichthin und hob sein Glas. Dera legte die Gabel mit einem Ruck nieder. „Sag mir bitte, warum lebst Du in dieser Hütte?" Arne erhob sich: ,Z-tzt kommt die Gänseleberpastete — wir wollen beim Essen keine menschlichen Probleme erörtern." „Also es ist ein Problem —?" „Gewiß. Sogar ein sehr ernstes. Ich werde Dir alles erklären, vielleicht schon sehr bald." „Wenn ich aber nicht mehr warten kann?" „Das täte mir leid, Vera. Für mich hängt alles davon ab, daß du vorläufig nicht fragft —" ,Das kann ich mir denken!" sagte Dera plötzlich bitter. „Nein, bas kannst du Dir nicht denken, Denn sonst würdest Du nicht fragen." Er sah sie an. „Es ist seltsam, Vera, als Du noch meine alten Hosen anhattest und Das Bauernhemd, Da warst Du ein ganz anderer Mensch. Und nun in diesem großen Abendkleid hast du etwas von Der großen Welt draußen mitgebracht. Meine kleine Waldftau ist eine Dame geworden. Fast fremd!" „Du quälst mich", sagte Dera. „Du quälst mich furchtbar." „Also gut, nimm an, ich wäre ein Gescheiterter. Ja, Vera, ich bin gescheitert. Ich bin an einer Frau gescheitert, wenn Du es absolut wissen willst. Ich habe so Schweres erlebt, daß ich Den Glauben an Die Frauen vollkommen verloren habe unD mit ihni Den Glauben an Die Menschheit. Vielleicht klingt es theatralisch, wenn ich sage, Daß ich mich in Die Einsamkeit geflüchtet habe wie ein Tier. Dann kamst du, unD was ich niemals für möglich gehalten hätte: mein Herz, Das ich für tot unD taub hielt, lebte wieder auf. Ich liebe dich, Vera." „Ich liebe Dich auch, Arne", sagte Vera unter Tränen. Der Mann schloß sie in feine Arme. Ihre nasse Wange lag an seinem Gesicht. „Ich liebe dich, wer Du auch immer sein magst." „Das ist Das schönste Geschenk für mich, Vera. Du liebst mich. Glaub mir, Vera, Die meisten Menschen lieben zuerst Die Dinge, Die ein Mensch mitbringt. Die Umgebung, Das Heim, das Geld. Ich möchte nicht wissen, wieviel weniger Frauen ihr Jawort geben würden, wenn Der Mann statt in einer gesicherten Position, mit Auto unD Villa, ein kleiner Habenichts wäre. Die Äußerlichkeiten verdrängen Die wirklichen Werte; Das Geld greift in die tiefsten menschlichen Beziehungen ein. Ja, ich bin davon überzeugt. Daß der Teufel es erfunden hat. Es bringt einen falschen Akkord in Die göttliche Symphonie. Es macht Den Menschen, böse. Die Armen, weil sie es nicht haben und von Der Sehnsucht nach Wohlstand aufgezehrt werden, die Reichen weil es sich wie ein Panzer um ihr Gefühl legt, ein Panzer, an Dem der Liebesstrahl Der Menschen sich bricht. Well sie nicht mehr Daran glauben, Daß Das Gefühl ihnen gilt, was ja auch meistens nicht Der Fall ist. Vielleicht besteht mein ganzes Geheimnis Darin — Vera — daß ich diese vose Macht zwischen uns ausschalten will." ,^ch habe Geld nie gefürchtet und nie glühend begehrt", sagte Sera; „und Doch hatte ich stets Das Gefühl, nie um meiner selbst rmllen geliebt zu werden. Man muß im Leben für alles bezahlen, Arne. Das Schicksal kennt keinen Rabatt. Das bißchen Berühmtheit, Das man sich schwer erkämpft, quittiert man mit Einsamkeit." Sie stützte Den Kopf in Die Hönde und sagte mit einem plötzlichen Ausbruch: »Ich habe so grenzenlose Angst vor Enttäuschung, Arne! Ich bin zu müde Dazu. Ich habe nicht mehr die Nerven Daxu. (3hge mir, daß Du mich nie ent- täuschen wirst. ,^)ch glaube, ich kann es Dir versprechen, Vera." „Dann will ich versuchen, es zu glauben", sagte die Frau und strich mit unendlicher Zartheit über fein Haar. 9. Kapitel. Als Anni und Peter nach einiger Mühe Onkel Franz wieder auffanden, war Der noch keineswegs aus feinem Schlaf erwacht. Peter bastelte am Motor herum, blies Die Düse aus, reinigte Die Kerzen, sah Den Akku nach und seufzte tief. »Ich fürchte, Anni, Der Akku ist zu Ende. Schau, die Winker! Wie lahme Vogel, Die nicht mehr die Kraft haben, Die Flügel zu heben. Backe, backe, und die Kontrollampe erlischt auch!" „Wir müssen Den Akku auf füllen lasten", sagte Anni beklommen. Peter pfiff Durch Die Zähne: „Wenn es Damit geschafft ist, haben wir Glück. Aber ich fürchte, er ist entzwei; sonst hätte er sich Durch Die Lichtmaschine bei Der Fernfahrt automatisch aufgelaDen. Womöglich müssen wir einen neuen Akku kaufen." „Und Der kostet?" fragte Anni erschrocken. „Mehr als wir in Der Tasche haben auf jeden Fall. Fürs erste müssen wir sehen. Daß ein mitleidiges Herz uns bis zur nächsten Reparaturwerk^ stätte abschleppt." So wurde Onkel Franz an Den nächsten vorbeikommenden Wagen angefeilt. Peter schaltete Den ersten Gang ein und lauschte tief in Onkel Franzens erstorbenes Herz hinein, aber es schlug nicht mehr. Die Reparaturwerkstätte lag neben einer einsamen Handelsbude auf offener Strecke. Onkel Franz wurde von Dem Mechaniker in Obhut genommen und kopfschüttelnd betrachtet. Er rief sämtliche Gesellen und sogar Den Kaufmann aus Der Handelsbude herbei, um Dieses Monstrum genügend bestaunen zu lassen. Nein, am Akku läge es nicht, aber — er runzelte Die Stirn wie ein Arzt, Der sich zu einer schwierigen Operation entschließt und einen fraulichen Ausgang befürchtet, man müßte ihn einmal auseinanDernehmen. Benommen standen Peter und Anni Daneben. Der Mann kroch in Den Motor, hämmerte, schüttelte wieder Den Kopf. Ein Stift grinste über fein verschmiertes Iungengesicht, nahm Dann Die bekümmerte Miene seines Meisters an und schüttelte ebenfalls attklug Den Kopf »Ohne Onkel Franz sind wir vollkommen aufgeschmissen", sagte Anni, Die sich wie eine Schiffbrüchige in Der endlosen fremden Landschaft vor» kam. Deren einzig belebter Punkt auf Meilen hinaus Die kleine Handelsbude war. „Ich fürchte, wir sind auch mit Onkel Franz aufgeschmissen", erwiderte Peter, und fein luftiges Gesicht war zum erstenmal von Nachdenklichkeit umschattet. 2lber plötzlich sprang er auf. ,Lch hab's, ich melde ein Gespräch nach Stockholm an und fchil» bere Ohlsen meine Lage. Er wird rin Einsehen haben." Anni setzte sich auf ein umgestülptes Faß und starrte in Den blauen Himmel, unter Dem ein riesiger Raubvogel kreiste. (Fortsetzung folgt)