tW. Jahrgang Nr. irr Montag. 29. Juli 1940 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis8'/,Uhr desVormittags Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbrerte, Wertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbrerte Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffelö Platzvorschrift lvorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte GtevenerTvaminenblcitter HennaiunBild DieDcholle Mouato-Äezug^vreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 OoneIllustrierte ,, 1.80 Zustellgebühr... » -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschlust 225t Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks M. Gietzener Anzeiger vriihlschi Univerfitätrdnickerei R. lange General-Anzeiger für Oberhessen * «ietzen^Schnlftratzer-y Oie Konsolidierung des Balkanraums. Der slowakische Staatspräsident beim Führer. Salzburg, 28.Juli. (DNB.) Der slowakische Staatspräsident Dr. T i s o traf heute morgen auf Einladung der Reichsregierung in Salzburg ein. Er würde im Auftrag ges Führers vom Reichs- minifter des Auswärtigen von Ribbentrop empfangen. Nach Abschreiten der Front der vor dem Bahnhof angetretenen Ehrenkompanie der Wehrmacht wurde der Staatspräsident vom Reichsaußenminister ins Hotel geleitet. Kurz vor dem Staatspräsidenten war der slowakische Minii^rprä- fitient Professor Dr. Tuka, in dessen BeWtuna sich Sana Mach befindet, zu einem kurzen Besuch in Salzburg eingetroffen. Sie wurden heute nachmittag in Gegenwart des Reichsministers des Aus« wärtigen von Ribbentrop vom Führer empfangen. Die Besprechungen, die im Zeichen der besonderen, zwischen Deutschland unb der Slowakei bestehenden engen Beziehungen gehalten waren, verliefen im Geiste der Herzlichkeit und des freundschaftlichen Einvernehmens. Staatspräsident Dr. Tiso, Ministerpräsident Dr. Tuka und Sana Mach, denen zu Ehren Reichsminister von Ribbentrop im kleinen Kreise im Hotel „Oesterreichischer Hof" einen Empfang gab, reisten heute abend um 18 Uhr mit dem Sönderzug von Salzburg ab. Der Reichs- außenminister geleitete sie zum Bahnhof und verabschiedete sich von den Staatsmännern der befreundeten Slowakei aufs herzlichste. Die bulgarischen Staatsmänner beim Führer. Salzburg, 27. Juli. (DNB.) Der Königlich- Bulgarische Ministerpräsident F i l o f f und der Königlich-Bulgarische Minister des Aeußern P o p o f f trafen Samstagoormittag auf Einladung der Reichsregierung in Salzburg ein. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop begrüßte die bulgarischen Staatsmänner auf dem Bahnhof. Nach Abschreiten der Front der vor dem Bahnhof angetretenen Ehrenkompanie geleitete der Reichsaußenminister die bulgarischen Gäste in das Hotel Oesterreichischer Hof. Die bulgarischen Staatsmänner verbrachten den Mittag beim Reichsaußenminister von Ribbentrop im Landhaus Fuschl. An die Besprechung schloß sich ein Empfang im kleinen Kreise an. Der Führer empfing heute nachmittag in Gegenwart des Reichsmintsters des Auswärtigen die bulgarischen Gäste. Die Besprechung, bei der der bulgarische Gesandte in Berlin, Dragenoff, und der deutschen Gesandte in Sofia, von Richthofen, zugegen waren, verlief in herzlichem Geiste der traditionellen Freundschaft, die zwischen Bulgarien und dem Reich seit der Waffenbrüderschaft des Weltkrieges unverändert besteht. Am Samstagabend traten die bulgarischen Staatsmänner die Heimreife an. Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, verabschiedete sich am Bahnhof in Salzburg auf das herzlichste von den Gästen, die-mit dem Sonderzug 19.30 Uhr abreisten. Jugoslawische Stimmen. Belgrad, 29.Juli. (DNB.) Die halbamtliche Belgrader Tageszeitung „Breme" schreibt, hegte sei jeder Einfluß Großbritanniens auf dem europäischen Festland beseitigt. Deutschland und Italien hätten in erster Linie wirtschaftliche Interessen in Südosteuropa und versuchten, durch eine harmonische Zusammenarbeit einen dauerhaften Frieden in diesem Teil zu erreichen. Die Salzburger Besprechungen hätten vor allem die Aufgabe, eine günstige Atmosphäre zu schaffen, in der die interessierten Staaten ihren Standpunkt und ihre Bestrebungen mitteilten und in der auch die Möglichkeit für Besprechungen zurLösungder noch offenen Fragen untersucht werde. Der Agramer „Hrvatski Dnevnik" bemerkt, daß der deutsche Wirtschaftsplan für Südosteuropa eine politische Bedeutung größten Ausmaßes darstelle. Der von deutscher Seite in Mitteleuropa geschaffene riesige Wirtschaftsraum übe auf die Länder des nahen europäischen Ostens und des Südostens eine ähnliche unüberwindliche Anziehungskraft aus wie ein riesiger Magnet. Dieser Kraft könne sich niemand widersetzen. Kein anderes europäisches Wirtschaftssystem könne daneben noch bestehen. Das Scho in Rumänien. Bukarest, 28. Juli. (DNB.) Die rumänischen Zeitungen befassen sich mit den Besuchen der rumänischen Staatsmänner in Berchtesgaden und Rom und stellen übereinstimmend fest, daß Deutschland die historische Aufgabe übernommen habe, eine Neuordnung Europas auf gerechten Grundlagen vorzunehmen. Der „Tirnpul" schreibt unter der Überschrift „Verdeutsche Friede", es geschehe zum ersten Male in der Geschichte, daß ein Sieger den Besiegten nicht einen Frieden der Rache, sondern einen Frieden der Zusammenarbeit anbiete. In den geopolitischen Plänen Deutschlands gelten keine Ressentiments, sondern nur die lebendigen materiellen und geistigen Kräfte der Völker. Aus diesem Grunde sehe das rumänische Volk diesem deutschen Frieden ohne Furcht entgegen. Die „Romania" erklärt, Rumänien sei bereit, seinen Teil zu einer ftiedlichen Lösung der schwebenden Fragen beizutragen. „Curentul" erklärt, daß die Südostftage heute nicht mehr gefühlsmäßig angesehen werden könne. Der Revisionismus sei kein Schlagwort mehr, und jene, die darin eine rächende Waffe erblickten, bewiesen nur, daß sie den Sinn der nationalen und sozialen Umwandlung in Europa nicht begriffen haben. Man werde den Interessierten Z e i t l a s s e n, ihre Probleme selber objektiv zu besprechen. Bis zur Beendigung dieser zweiseitigen Gespräche werde der bisherige Status quo voraussichtlich beibehalten werden. Die Grundlagen zu einer Verständigung fehlten nicht. Der Führer an König Viktor Emanuel Berlin, 29. Juli. (DNB.) Der Führer hat Sr. Majestät dem König von Italien und Kaiser von Aethiopien zur 40. Wiederkehr des Tages der Thronbesteigung folgendes Glückwunschtelegramm übermittelt: „Eure Majestät bitte ich, zur 40. Wiederkehr des Tages Ihrer Thronbesteigung meine und des deutschen Volkes herzliche Glückwünsche ent» gegennehmen zu wollen. Möge Eurer Majestät nach siegreicher Beendigung des unseren beiden Völkern aufgezwungenen Kampfes noch eine lange segensreiche Regierung beschieden sein." Neuordnung Europas. Die Reichsregierung hat in den letzten Tagen dis maßgeblichen Staatsmänner der Slowakei, Ungarns, Rumäniens und Bulgariens zu eingehenden Besprechungen empfangen. Diese Besprechungen sind zunächst einmal ein weiteres Kennzeichen für die tatsächliche Ausweitung der Position der Achsenmächte in Europa, deren südlicher Teilhaber ebenfalls die Minister aus Ungarn und Rumänien bei sich gesehen hat. Mitten im Kriege gegen England sind die Achsenmächte politisch, militärisch und wirtschaftlich stark genug, um die Neuordnung Europas schon jetzt vorzubereiten. In dieser Vorbereitung liegt die Bedeutung der Besprechungen mit den süd- osteuropäischen Ministern. Das neue Europa wird unter seiner neuen Führung jenes alte Europa für immer abzulösen haben, in dem die beiden Westmächte England und Frankreich nicht etwa nur durch die Pariser Vorortdiktate, sondern auch in der Folgezeit durch ganze Serien von Territorialverträgen, Zusammenschlüssen im Stil der Kleinen Entente und des Balkanbundes und Militärbündnissen ein System der ständigen Beunruhigung durch planmäßige Errichtung von Reibungsflächen aufrecht erholten hatten. Die Frage, warum diejenigen beiden Mächte, die auf Grund der Diktate- von 1919 über anderthalb Jahrzehnte lang in Europa eine uneingeschränkte Vorherrschaft führten, nicht jene zahlreichen Krisenherde in Europa beseitigten, die wie Flatterminen bald hier, bald dort losgingen, diese Frage beantwortet sich von selbst. Nicht zuletzt die deutschen Weißbücher mit ihrem sensationellen Enthüllungen über die Unfrie- denspolitik Englands und Frankreichs haben neben den praktischen Erfahrungen der vergangenen zwei Jahrzehnte mehr als genügend Beweise dafür gebracht, daß die Weftmäche nicht an der Beseitigung, sondern an der Vermehrung der Krisenherde in Europa das stärkste und eigensüchtigste Interesse hatten. Ihre Politik war die praktische Auswertung des alten römischen Satzes: Teile und herrsche! Das Frankreich von Versailles hat eine zwanzigjährige Uebermutspolitik, gipfelnd in der gewissenlosen Herausforderung an Deutschland, mit feinem völligen Zusammenbruch bezahlen müssen. Es hat feine Rolle als Vormacht in Europa ausgespielt. Das zeigt sich gerade in den Rückwirkungen jenes Zusammenbruches auf dem südöstlichen Raum, der einer Neuausrichtung seiner politischen und wirtschaftlichen Beziehungen besonders dringend bedarf. England seinerseits weiß selbst genau, daß es ein ähnliches Schicksal wie Frankreich zu erwarten hat. Sein-Einfluß in Südosteuropa ist heute genau so wie in Gesamt-Europa bereits völlig dahingeschwunden. In dieser Lage und in diesem Zeitpunkt setzt nun Jt>ie ordnende, aufbauende Europapolitik der Achsenmächte ein, die im Gegensatz zur destruktiven Einstellung der Westmächte ausgesprochen konstruktiv angelegt ist. Diese neue Europapolitik geht von dem entscheidenden Grundsatz aus, daß nach Ausschaltung der beiden bisherigen westlichen Störungsmächte die Südoststaaten nur dann endlich zu einem wirklichen Aufschwung kommen werden, wenn sie sich in freier Uebereinfunft zusammen find en und alle strittigen Fragen auf der Basis von Gerechtigkeit, Vernunft und Billigkeit regeln. Die Wünsche und Interessen der heute in Europa führenden und allein ausschlaggebenden Mächte sind dabei nicht von machtpolitischen, sondern ausschließlich von wirtschaftlichen Gesichtspunkten bestimmt. Unter ihrer Führung und ihrem Schutz wird ein Europa mit national klar gegliederter Wirtschaft erstehen. Damit wird einerseits die wirtschaftliche Unabhängigkeit unseres Erdteils auf ein Höchstmaß gesteigert werden, andererseits aber wird dieses neue Europa unter seiner neuen Führung der bestorganisierte, ruhigste und nützlichste Partner für den internationalen Austauschverkehr sein. Sie rumänischen Staatsmänner im Landhaus Fuschl. x. 7> V jU MM • 'M'-■ ■ LA Unser Bild zeigt (von links) Reichsaußenminister vonRibbentrop, Ministerpräsident G i g u r t u, Außenminister Manoilescu und den rumänischen Gesandten in Berlin, Romalo, auf der Terrasse des Landhauses Fuschl bei Salzburg. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die rutnanif chen Minister in Rom Rom, 27. Juli. (Europapreß.) Am Samstag kurz vor Mittag trafen der rumänische Ministerpräsident Gigurtu und der rumänische Außenminister Manoilescu in Rom ein. Bereits 20 Minuten nach der Ankunft fand die erste Besprechung mit Graf Ciano im Palazzo Chigi statt. Anschließend gab Graf Ciano den Gästen ein Mittagessen in der Billa Madama. Um 13 Uhr wurden die rumänischen Minister im Palazzo Venezia vom Duce empfangen. Die Dftnister haben noch am Samstag gegen 23 Uhr nach einem Abendessen in der rumänischen Gefandt- schast, an dem Graf Ciano und zahlreiche italienische und rumänische Persönlichkeiten teilnahmen, die Rückreise nach Bukarest an getreten. ♦ Im „Giornale d'Jtalia" schreibt Gayda, in Salzburg und Rom sei den rumänischen und den bulgarischen Staatsmännern ausgiebig Gelegenheit geboten worden, die Ansichten und Auffassungen ihrer Nationen über die offenen Fkagen darzulegen und in unmittelbarem Meinungsaustausch die Ansichten der Regierungen der beiden Staaten der Achse kennenzulernen. Der Hauptzweck der Aussprachen in Salzburg und Rom sei es gewesen, den Partnern Aufklärungen zu verschaffen. Es handle sich gegenwärtig nur darum, die Lösung gründ- egenderFragenvorzubereiten. Deutschland und Italien würden die Balkan- und Donaufragen nicht vom Gesichtspunkt ihrer Sonderinteressen, sondern im Zusammenhang mit dem allgemeinen System der Ordnung und des Friedens in diesem Gebiet Europas beurteilen. Deutschland und Italien wollten, daß die gewünschten Klärungen der verschiedenen Fragen vor allem durch direkte und willige Fühlungnahmen unter den interessierten Staaten in jener Atmosphäre erzielt würden, die durch die freundschaftlichen und selbstlosen Ratschläge der Regierungen von Berlin und Rom geschaffen worden sei. Das Verdienst Deutschlands und Italiens, daß die Balkanstaaten nicht in den europäischen Krieg hineingezogen wurden, sei um so bemerkenswerter, wenn man die Wühlarbeit und die schändlichen Pläne beider demokratischen Imperien in Betracht ziehe. Der Friede auf dem Balkan könne als gerettet gelten. Er müsse allerdings in allen Einzelheiten geklärt werden, um dauerhaft zu werden und dauerhaft zu bleiben. Diesem Ziele dienten die Begegnungen der Staatsmänner in Salzburg und Rom und in dieser Richtung lägen die Vereinbarungen des Außenministers G r a f C i a n o , die er bei seinem Besuch i n B e r- lin getroffen habe. Die offenherzige Sprache der Preffe der Balkanstaaten lasse den Schluß zu, daß dieses Werk der allgemeinen Klärungen von dem erwarteten Erfolg gekrönt werde. Dieses Werk sei nur ein Teil des großen Aufbauwerkes, das sich gegenwärtig in Europa vollziehe. Die Neuorientierung der Staaten in Europa ist in "vollem Gange." Die Reise der Minister der Balkanstaaten nach Salzburg und Rom, so schreibt „La- noro Fascista", beweist dies in klarster Weise. Europa organisiere sich, ohne daß irgend jemand England auch nur erwähne. Das politische Zentrum habe sich bereits verlegt, wie auch das wirtschaftliche wohl langsamer, aber um so sicherer, vom Westen abgleite. — „Gazzetta del Popolo" meint die gegenwärtigen Ereignisse hätten Rumänien entschieden nach der Achse hin orientiert. Abgesehen von dem Besuch der beiden Minister in Berlin und Rom zeigten die verschiedenen Maßnahmen der rumänischen Regierung gegen die englisch-französische Einmischung, daß die rumänische Politik endgültig eine neue Richtung eingeschlagen habe. Deutschland und Italien strebten eine Neuordnung auf dem Balkan nach dem Grundsatz der Gerechtigkeit und der Zusammenarbeit an. Die bereitwillige Mitwirkung Rumäniens könne daher nur mit Genugtuung ausgenommen werden. Zugleich könne man feststellen, daß der Einfluß Englands auf dem Balkan der Vergangenheit angehöre. — „Stampa" schreibt, die römischen Besprechungen würde von Deutschland und Italien sowie von allen jenen mit großer Befriedigung ausgenommen werden, die in Europa und der Welt eine rasche und friedlicheLösungderBalkanprobleme wünschten. Die Ereignisse dieser Tage zeigten klar, daß der englische Einfluß auf dem Balkan vollständig aufgehört habe. Es fei daher logisch, daß die Balkanmächte sich zur Lösung ihrer zahlreichen und verwickelten Probleme an Berlin und Rom wendeten als dem einzigen Weg, auf dem gerechte und dauerhafte Ergebnisse im neuen Geiste Europas erreicht werden könnten. Deutsches Ll-Boot versenkte 48000 Brt. Berlin, 28. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein U-Boot unter Führung von Kapitänleutnant Rollmann hat aus einem stark gesicherten englischen Geleitzug in kürzester Zeit fünf bewaffnete große Schiffe mit insgesamt 48 000 BRT. versenkt, darunter einen Hilfskreuzer von 18 000 BRT. Der Geleitzug wurde zersprengt. Das U-Boot hat außerdem ein bewaffnetes britisches Handelsschiff von 6000 BRT. torpediert. Wettere Versenkungen. Der Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Berlin, 28. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Trotz Fortdauer der schlechten Wetterlage gelang es der Luftwaffe, im Kanal und an der Ostküste Englands einen Hilfskreuzer von 7000 BRT., zwei Zerstörer und ein Handelsschiff von 5000 BRT. zu versenken. Ein weiterer Zerstörer und zwei Handelsschiffe wurden durch Bombentreffer so schwer beschädigt, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Ferner wurden die Hafenanlagen von Swansea und mehrere Flugplätze in Cornwall mit Bomben belegt. Bei den nächtlichen Einflügen britischer Flugzeuge in Norddeutschland wurden nur wenige Bomben abgeworfen. Sie richteten keinen Schaden an. Fünf britische Flugzeuge wurden über dem Kanal ab- geschossen, zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt. Ein mit dem roten Kreuz gekennzeichnetes unbewaffnetes Seenot-5lug$eug ist bei dem Versuch, eine über See abgestürzte Flugzeugbesahung zu retten, von den Engländern ab g e- schossen worden. Leber 65000 VRT. versenkt. Der Wehrmachtsbericht vom Samstag. V e r l i n, 27. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die deutschen Unterseeboote erzielten eine Reihe bedeutender Erfolge: Ein U-Boot versenkte sechs bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 33 700 VRT., ein weiteres 26 338 BRT. sowie den schon gemeldeten englischen Z erst ö r e r „W h i r l w i n d", ein drittes Boot schoß aus einem stark gesicherten Geleitzug den bewaffneten britischen Handelsdampfer „S a m b r e" (5260 VRT.) in den Grund und zersprengte den Geleitzug. Bei einem Vorstoß unserer Schnellboote gegen die englische Südküste sind, wie bereits bekanntgegeben, vier feindliche Handelsschiffe mit einem Gesamtinhalt von 32 000 BRT. versenkt, ein weiteres Handelsschiff von 2000 BRT. in Brand geschossen worden. Trotz weiterer Verschlechterung der Wetterlage klärte die Luftwaffe bis zu den Shetland-Inseln und über der gesamten Ostküsie von Schottland und England auf. Unsere Kampfflugzeuge griffen die Hafenanlagen von Lardiff, Aberthew und Hastings an. Zahlreiche Brände wurden beobachtet. Weitere Angriffe richteten sich gegen den Eisenbahnknotenpunkt Tunbridge Wells und die großen Erdöllager von Thameshaven. Britische Flugzeuge unternahmen in der Nacht zum 27. Juli Einflüge nach West- und Südwestdeutschland. Die wenigen abgeworfenen Bomben richteten keinen Schaden an. Ein britisches Flugzeug wurde im Luftkampf, eines durch Flak abgeschossen. Ein eigenes Flugzueg ging im Luftkampf über dem Kanal verloren, ein weiteres wird vermißt. „Kanalarbeiter" am Werk. Deutsche Stukas zersprengen britischen Geleitzug. Von Kriegsberichter Zrih Mittler. PK. (DNB.) Unter dem Zelt auf unserem Staf- fel-Liegeplatz haben wir es uns bequem gemacht. Skat spielen, Zeitung lesen, Briefe schreiben, das alles scheint bei jedem die Zeit auszufüllen, aber keiner ist recht bei der Sache. „Es liegt was an" — so orakelt mein Flugzeugführer, mit dem ich soeben einen prächtigen vkat dresche. Damit meint er auf gut deutsch, daß ein Angriff in der Luft liegt. Das Wetter ist ja auch wie geschaffen dazu. Gute Sicht, herrliche Wolken, mehr braucht ein Stukaverband nicht. Und es liegt auch was an. Mitten in den Grand hinein ertönt das Alarmsignal. Ein Geleit- zua von 21 Kähnen schwimmt im Kanal. Schwimmwesten, Kombinationen und Kopfhaube werden auf- gestülpt, der Angriffsplan vom Staffelkapitän entgegengenommen, und dann rollen unsere braven Ju 87 auch schon zum Start.. Wie ein Hornissenschwarm erheben sich die Maschinen vom Boden. Bald haben alle Ketten in Marschformation aufgeschlossen. Zwei Mann sind wir in jeder Maschine, Flugzeugführer und Fliegerschütze. Jungens von der Waterkant, die das Meer kennen und wissen, wie man ein Schiff angreift Höher und höher klettern wir. Auf dem Weg zur Küste wird der Jagdverband ausgenommen, der unseren Schutz gegen englische Säger übernimmt. Noch haben wir nicht die Küste bei Palais erreicht, da sehen wir auch schon unserAnariffs« z i e LSoeben passiert der Geleitzug die Höhe oes Hafens von Dover, etwa 4 bis 6 Kilometer von den Hafenanlagen entfernt Als letzte Staffel des Verbandes greifen wir an. Für wenige Augenblicke kann das Auge die englische Küste entlangschweifen, wo die Häfen Eastbourne, Asting, Dungenes, Litt- letown und unter uns Dover deutlich zu erkennen sind. Da, wo London liegen muß, ist nur ein großes graues Etwas zrr erkennen, die Peripherie der im Dunst liegenden Millionenstadt So schnell sind wir erschienen, daß die Flak erst anfängt zu bellen, als wir uns bereits im Absturz befinden. Zuerst fingen die schweren Flakgeschütze von Dover an, in deren Schußbereich wir gerade noch liegen, aber auch unter uns auf dem Wasser blitzt es auf. Kleine Frachter und Boote scheint man dort mit Abwehrkanonen und Zwillings-MGs ausgerüstet zu haben. Mit rasender Geschwindigkeit geht es den Zielen entgegen. Vor uns haben bereits die beiden Staffeln unserer Gruppe geworfen. Auf zwei Schiffen kann ich eben noch im Stur^flug Rauchwellen feststellen, dann hat auch mein Flugzeugführer geworfen und reißt die Maschine nur wenige hundert Meter über dem Meere wieder nach oben. Aber doch genügt dieser Moment des Abfangens, um seitwärts die Wirkung unserer Bomben zu erkennen. Einem 5000- IonnerJ)aben wir unsere ganze Ladung aufs Heck gesetzt. Während des Hochziehens behalte ich ihn für einige Sekunden noch in den Augen. Aus der großen Qualm- und Rauchwolke, die über dem Schiff lagert, blitzt es auf. Feuer. Der Kasten brennt. Nur wenige Minuten noch, und er wird absaufen. .Acht Schiffe haben wir insgesamt mit Volltreffern belegt, einen 5000-Tonner mittschiffs, einen weiteren am Heck, drei Kähne mit je etwa 4000 Tonnen am Heck und mittschiffs und einen mit etwa 3000 Tonnen auf dem Vorschiff getroffen. Die britische Handelsflotte schmilzt täglich zusammen. Stukas sind auf der Wacht und verdienen sich jeden Tag in hartem Einsatz ihren Ehrennamen als „Kanalarbeiter". Heimkehr der Fallschirmjäger ans dem hoheii Norden. - -x*. ,j<.' Deutsche Fallschirmjäger, die sich in Narvik tapfer geschlagen haben, verlassen nach der Beendigung der Kämpfe auf einem deutschen Transporter den Hafen von Narvik. — (PK.-Trapp-Atlantic-M.) Neue italienische Erfolge im Sudan. Der Flottenstützpunkt Alexandrien bombardiert. Der italienische Wehrmachtsbericht • vom Sonntag. Rom, 28. Juli. (DRV.) Der italienische Wehr- Machtsbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut: Der Flottenstützpunkt von Alexandrien ist bombardiert worden. In Rordafrika haben erfolgreich jenseits der Cyrenaika-Grenze gegen englische Panzerabteilungen durchgeführte Angriffe dem Feind schwere Verluste zugefügt. Es sind vier Panzerwagen erbeutet und weitere sechs schwer beschädigt worden. Außerdem wurden einige Gefangene gemacht, darunter der englische Abteilungskommandant. Unsere Luftgeschwader haben gestern lm östlichen Wittelmeer auf große Einheiten der englischen Flotte wiederholte und außerordentlich wirkungsvolle Bombenangriffe nusgeführt. In B u m b a d e, der Ausfallpforte des Blauen Rite, an der Grenze von Jtalienifch-Oftafrika, hat ein italienischer Eingeborenenverband eine starke feindliche Abteilung verfolgt und ihr schwere Verluste zugefügt. Die Einnahme von Ghezan. Emfallspforte in den Sudan. Rom, 28. Juli. (DNB.) Zu der im heutigen italienischen Wehrmachtsbericht bekanntgegebenen Aktion der italienischen Truppen ander Einfallspforte des Blauen Nils nach dem englisch-ägyptischen Sudan meldet ein Sonderberichterstatter der Stefani-Agentur aus Addis Abeba die Einnahme von Ghezan (am Zusammenfluß der beiden Flüsse Tumat und Surin), einem wichtigen Punkt, dessen sich die Engländer seinerzeit zum Schaden Abessiniens bemächtigt hatten. Ghezan stelle einen vorzüglichen Ausgangspunkt für weitere Aktionen Italiens dar und fei vom Feind mit einer starken Garnison hartnäckig verteidigt worden, auch die Höhen um den Ort herum seien durch Verteidigungsanlagen verstärkt worden. Nachdem die feindlichen Schützengräben mit automatischen Waffen und Handgranaten sturmreif gemacht worden seien, hätten die italienischen Kolonialtruppen im Sturmangriff die Engländer geworfen und sie noch eine weite Strecke auf der nach Roseires führenden Straße verfolgt. Als auf dem Fort von Ghezan die englische Fahne, die die britischen Soldaten auf ihrer Flucht miriu- nehmen vergessen hatten, eingezogen und an ihre Stelle die italienische Flagge gehißt wurde, brach bei der Bevölkerung heller Jubel aus. Sie veranstaltete zu Ehren des italienischen Kommandanten ein großartiges Reiterspiel. In wenigen Tagen, so erklärt die Agentur Stefani, haben die Italiener durch die Einnahme der wichtigen Knotenpunkte von Cassala, Galadat, Britisch-Moyale und Ghezan vier glänzende Siege an den Grenzen des Sudan und des Kenia errungen. Die Einnahme von Knrmnk im Sudan. Rom, 27. Juli. (Europapreß.) Zu der im italienischen Wehrmachtsbericht gemeldeten Einnahme von Kurmuk im Sudan durch die italienischen Kolonialtruppen berichten die Blätter ergänzende Einzelheiten. Danach erfolgte der Angriff beim Morgengrauen unter starker Vorbereitung durch Luft- ftreitkräfte. Die italienischen Flieger hätten durch wohlgezielte Bombenabwürfe das Fort von Kur- muk vollständia zerstört, während die Askaris und Dubais zum Angriff vorgingen. Die Engländer feien aus der Ortschaft hinausgeworfen worden und hätten die Flucht ergriffen. Ein Maschinengewehrnest, das dem Angreifer schwer zu schaffen machte, wurde durch einen Handstreich eingeborener Soldaten unter Führung eines italienischen Offiziers mit auf gepflanztem Seitengewehr gestürmt und unschädlich gemacht. Den italienischen Truppen fielen bedeutende Kriegsmaterialvorräte, darunter zahlreiche Maschinengewehre und Schnellfeuergewehre, in die Hände. Die Eingedorenen-Führer von Kurmuk erschienen sofort nach der Besetzung des Ortes bei dem Befehlshaber der italienischen Truppen und erklärten sich bereit, unter italienischer Flagge gegen die Engländer zu kämpfen. Die AuSlandspreffe beim Duce. Rom, 27. Juli. (Europapreß.) Der Duce empfing in den frühen Morgenstunden des Samstags im Park feiner Privatwohnung, der Villa Tor lo n ia , die römischen Vertreter der Auslandspresse, um gewissen von der englischen Lügenpropaganda und amerikanischen Sensationsblättern verbreiteten Märchen über seinen angeblich unbefriedigenden Gesundheitszustand den Bcäien zu entziehen. Mussolini, der, mit einer ärmellosen leichten Jacke bekleidet war, seine Hannoveraner Stute Thiene ritt, ließ sich am Eingang zur Reitbahn die ausländischen Pressevertreter durch den Volkskulturminister P a v o l i n i und den Generaldirektor der Auslandspreise, Gesandten Rocco, vorstellen, wobei er jeden einzelnen durch Kopfnicken oder eine Handbewegung begrüßte. Dann konnten sich die Pressevertreter durch persönlichen Augenschein von dem ausgezeichneten Gesundheitszustand des Duce überzeugen. Denn er führte ihnen etwa zwanzig Minuten lang ein anstrengendes Galopp- und Hindernisreiten vor, bei dem er die Hindernisse bis zu 1,55 Meter Höhe in glänzendster Form nahm. Bei der Verabschiedung richtete Mussolini an die anwesenden deutschen Schriftleiter in. deutscher Sprache mit ironischem Lächeln die Frage: „Nun, bin ich krank, schwach, müde?" Diese Frage löste allgemein Heiterkeit aus. Darauf zog sich der Duce in sein Arbeitszimmer zurück, und die ausländischen Pressevertreter verließen die Villa Torlonia in der Ueberzeugung, daß die körperliche Gesundheit und geistige Spannkraft Mussolinis, der am 29. Juli sein 57. Lebensjahr vollendet, nicht nur nichts zu wünschen übrig lassen, sondern frischer denn je sind. Oer italienische Wehrmachtsbericht vom Samstag. Rom, 27. Juli. (DJ1B.) Der Il-lienische wehr- machlsbericht hat folgenden Wortlaut: Der Flotten- siühpunkt von Malta ist im Lauf der Rächt heftig bombardiert worden. Außer dem bereits gestern in Rordafrika als abgeschossen gemeldeten Gloucester-Flugzeug ist ein zweites Flugzeug des gleichen Typs ebenfalls vernichtet worden. Von den anderen Fronten ist nichts Wesentliches zu berichten. Wachsende Spannung im britischen Kabinett. Oie Kriegsfinanzierung erregt Unzufriedenheit. Stockholm, 28. Juli. (Europapreß.) Die Nervosität in England und die Angst vor einer Invasion deutscher Truppen und der Landung von Fallschirmtruppen greift weiter um sich. „Afionbladet" gibt eine englische Verordnung wieder, wonach sämtliche Namenschilder von Städten, Dörfern und anderen Ortschaften sofort zu vernichten oder zu übermalen sind. Nicht nur allein Schilder von Eisenbahnstationen und die Derkehrsschilder an den großen Autostraßen, sondern auch die Anschläge an den Kirchentüren und die großen Verkaufsschklder der Hausmakler, soweit sich auf ihnen Ortsnamen befinden. — In England hat die Zeit des Cocktailtrinkens aufgehört. „Sunday Expreß" teilt mit, daß die Vorräte an italienischem und französischem Wermut aufgebraucht seien. THt großem Bedauern stellt das Blatt fest, daß umfangreiche Mengen von Bordeaux, Buraunder und Cognac in den Kanal- Häfen zum Versand nach England bereit lagen, als die französische Kapitulation erfolgte. Die Weine und Spirituosen seien nun Deutschland in die Hände gefallen. Bisher hatte man die Rationierungsmaßnahmen in Deutschland mit Hohn bedacht und von einer Lebensmittelknappheit im Reich gefaselt. Jetzt stehen in London die Frauen in endlosen Schlangen vor den Lebensmittelgeschäften, da jeder noch vor dem Inkrafttreten der hohen Umsatzsteuer seine Einkäufe tätigen will. Besonders die Artikel, die als Luxuswaren mit 33*/, Prozent Steuer belegt werden, werden lebhaft gefragt. In den Tabakläden ist das Gedränge nicht geringer, weil die Männer vor Jn- traftttreten der neuen Zigarettenverteuerung sich einen Vorrat an Rauchwaren hamstern. Die Sparaktion der Regierung, mit deren Hilfe ein Teil des riesigen Fehlbetrages im Staatshaushalt ausgeglichen werden soll, wird durch diese Kaufwut der Bevölkerung zu einem großen Teil zunichte gemacht, weil auch die breiten Massen immer mehr befürchten, daß man in kurzem sehr viele Artikel in England überhaupt nicht mehr wird kaufen können. Weitere Berichte aus London sprechen von einer neuen Spannung innerhalb der Regierung. Das von Schatzkanzler Sir Kingsley Wood verkündete K r i e g s b u ö g e t hat in den Kreisen der ärmeren Bevölkerung größte Entrüstung hervorgerufen. Die Finanzmaßnahmen der Regierung zur Deckung der Rüftungskosten belasten die kleinen Steuerzahler unverhältnismäßig schwerer als die großen Kapitalien. Die in der Regierung vertretenen Minister der Arbeiterpartei werden mit Protestzuschriften aus ihrer Wählerschaft überschwemmt. In den Zuschriften wird eine Abgabe von allen Kapitalvermögen zur Kriegsfinanzierung gefordert. Die Spannungen innerhalb der Regierung werden noch vermehrt durch die Besorgnisse, die von konservativen Kreisen hinsichtlich der L o h n v o l i t i k der Labourminister geäußert werden. Heftig kritisiert werden von, konservativer Seite besonders Arbeitsminister Ernest B e v i n und Beschaffungsminister Herbert Morrison. „Daily Mail" schreibt: Durch die jetzige Finanzierungspolitik werden wir in eine unabsehbare I n - f l a t i o n hineingezogen. Die Lebenshaltungskosten in England sind bisher um 30 v. H. gestiegen. Weitere Preissteigerungen sind unvermeidlich, wenn die anarchische Lohnpolitik ihren Fortgang nimmt. Niemand mißgönnt den Rüstungsarbeitern ihre Sondervergütungen. Aber die Vorteile, so meint das Blatt, welche die Arbeiter von den ständigen Lohnerhöhungen ableiteten, gingen auf Kosten eines zunächst unsichtbaren, aber ernsten Schadens für die nationalen Interessen des Landes. Die Lohnpolittk der Labourminister erhöhe nicht nur die Gestehungskosten des Kriegsmaterials, sondern auch di^ Exportindustrie würde zu Lohnerhöhungen gezwungen, um Mht ihre guten Arbeiter zu verlieren. Die britische Regierung hänge aber von diesen Export- inbuftrien ab um ausländische Devisen zu erlangen für die Beschaffung der Rohstoffe zur Munitionsherstellung. Der Verkauf von in England befind- liehen amerikanischen Wertpapieren sei nur schleppend Mglich, sofern man nicht große Kursverluste hinnehmen wolle. Nach den Rennpferden die Windhunde. Neuyork, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wäh- rend der Plan der Evakuieruna englischer Kinder nach Ueberfee — soweit es sich nicht um Pluto- kratensprößlinge handelt — anscheinend an unüberwindlichen Hindernissen scheitert, bestehen offensichtlich keinerlei Schwierigkeiten für die Verschiffung von 3 0 0 englischen Windhunden nach den Bermudasinseln. Die London Greyhound Racing Association hat diese „sehr dringliche" Evakuierung durchgesetzt und finanziert, „damit der beliebte Sport der Hunderennen sowie die Züchtung von Rennhunden durch die Kriegsereignisse nicht gefährdet wird". Es wird dem englischen Arbeiter, für dessen Kinder kein Schiffsraum mehr vorhanden ist, gewiß ein großer Trost sein, daß diese kostbaren Spielzeuge der Plutokraten ihre edle Rasse ungestört von Dem Krachen der Bomben werden fortpflanzen können. Eebenso begeistert werden die Eltern „gewöhnlicher" Kinder sicherlich darüber sein, daß trotz des immer knapper werdenden Schiffsraums 110 führende englische Modehäuser eine große Musterschau zusammengestellt haben, die in Begleitung zahlreicher Mannequins nach den Vereinigten Staaten gebracht und im ganzen Lande zur Schau gestellt werden soll, weil man davon eine Steigerung des Anfalls von Dollardevisen erwartet, was bei den bekannten britischen Währungsnöten durchaus verständlich ist. Oie Hot der ägyptischen Baumwollhändler. Rom, 27. Juli. (Europapreß.) Die ägyptischen Baumwollhändler haben einen Aufruf veröffentlicht, in dem auf die schwere Schädigung des ägyptischen Baumwollhandels durch die Engländer hin- gewiesen wird. In den Lagerhäusern faule die Baumwolle, von der Wohl und Wehe der ägyptischen Nation abhänge. Der kürzeste und wirtschaftlichste Weg für die Baumwollausfuhr nach Dftafien über Port Sudan sei von England unterbunden worden. Die Transporte müßten jetzt den Weg über Basra am Persischen Golf nehmen, was außerordentliche Verspätungen und eine starke Erhöhung der Transportkosten zur Folge habe. Die USA. an der Zeitenwende. Von unserem Or. Washington, im Juli. In der „großen Politik" der Vereinigten Staaten kann der ernsthafte Beobachter gegenwärtig Anzeichen bedeutungsvoller Ereignisse spüren. Das eine: Präsident Roosevelt rief einen nationalen Verteidigungsausschuß ins Leben, der eine Aufgabe ähnlich der des deutschen Vierjahresplans zu erfüllen hat. Damit hat sich Roosevelt bewußt von den New Deal-Beyörden, die einst zur Neuordnung der Wirtschaft der USA. geschaffen waren, losgesagt und sich traditionellen, ja konservativen Wirtschaftlern, wie Herrn Knudsen, Generaldirektor von General Motors, und Herrn S t e 11 i n i u s anvertraut, der einen gleichen Posten beim großen amerikanischen Stahltrust hat. Das andere: Präsident Roosevelt hat vor nicht langer Zeit eine Schwenkung seiner Wirtschaftspolitik vorgenommen, indem er Vorarbeiten zur Gründung eines panamerikanischen Export- Kartells anregte. Dabei handelt es sich bei dem Export-Kartell- Plan um ein gemeinsames Verkaufsbüro der 22 amerikanischen Republiken mit Einschluß von Kanada, die ihre Produktionsüberschüsse auf diese Weise' an Europa und die übrige Welt verkaufen wollen. Damit gibt Präsident Roosevelt und noch mehr sein engster Mitarbeiter Cordell H u l ( — wohl nicht ohne bestimmte Hintergedanken — die Meistbegünstigungspolitik und die Hoffnung auf eine baldige Wiederherstellung eines freiverkehren- den Welthandels auf. Der Plan, der sich die Prinzipien staatlich gelenkter Wirtschaft und darüber hinaus einer panamerikanischen Großraumwirt- schaft verschreiben möchte, verfolgt offenbar zwei Ziele: Einmal soll er für den Absatz von Warenüberschüssen sorgen, anderseits möchten USA. eine große kontinentale Wirtschaft treiben. Dem Plan werden aber wohl die harten Tatsachen praktische Hindernisse in den Weg stellen. Er ist auf absehbare Zeit schon deshalb nicht zu verwirklichen, ober wenigstens nicht ohne Aufopferung wichtigster Sektoren sowohl der nord- als auch der füdamerika- nifchen Wirtschaft, weil Nord- ebenso wie Südamerika landwirtschaftliche Ueberschuß- I ä n b e r sinb. Das geplante Kartell müßte natürlich gegen seine landwirtschaftlichen Ueberschüsse Jndustrieerzeugnisse eintauschen, vor allem auch deutsche. Den Vereinigten Staaten geht es aber heute schon darum, die sogenannte wirtschaflliche Derteidi- gung der wesllichen Halbkugel auch durch eine m i - Hck.-Korrespondenien. litäri sche zu ergänzen. Monatelange Verhandlungen um Stützpunkte und gemeinsame Flugplätze sind fehlgeschlagen. Uruguay, die kleine Republik, die sich immer als Zankapfel der beiden großen Nachbarn Brasilien und Argentinien vorkam, ist bereit, mit den Vereinigten Staaten auch „militärisch" zusammenzuarbeiten. Erfahrene Kenner Latein- Amerikas versichern immer wieder, daß Latein- Amerika ein tief eingewurzeltes Mißtrauen gegen den Yankee-Imperialismus fjabe und daß es südlich des Rio Grande, des nördlichen Grenzflusses Mexikos, keine Demokratien im angelsächsischen Sinne gebe. Die Vereinigten Staaten schauen auch auf den Fernen Osten und eine einflußreiche Senatsminderheit verschafft sich immer wieder Gehör, die auf die von dort den Vereinigten Staaten drohenden Verwicklungsmöglichkeiten verweist, die ungleich größer seien als die jenseits des Atlantik. Die amerikanische Flotte hält sich auch nach den Manöoern immer noch im Pazifik auf, eine Folge des Alpdrucks, das Ende des europäischen Krieges könnte im Fernen Osten Veränderungen auslösen, die den Amerikanern unerwünscht wären. Jnnerpolitisch gesehen, hat die Entwicklung des europäischen Krieges einsichtigen Amerikanern die- Augen darüber geöffnet, daß das Land mit demokratischen Phrasen, mit Träumen von internatio- naler Moral und ähnlichen müden Floskeln aus der Wilson-Aera es ja nicht einmal zu einem ausgesprochenen Nationalgefühl gebracht hat, daß man wehr denn je davon entfernt ist, eine Nation im modernen Sinne darzustellen. Vor wenigen Tagen stritten sich namhafte Publi- zisten am Radio um die Stärke des amerikanischen Heeres. Einer meinte, es zählte 75 000 Mann, ein anderer ergänzte, es feien doch^ 250 0 00 Mann Schließlich meinte ein dritter, die besagten 75 000 Mann sei der Teil, welcher im Sinne eines europäischen Krieges bewaffnet ist und wenn es fein wußte, nach Europa geschickt werden könnte. Die Meldungen der Wehrmacht laufen nur verhältnismäßig spärlich ein. Vor allem interessieren sich die jungen Leute für den Beruf des technischen Soldaten als Funker, Elektriker, Kraftfahrer und der. gleichen, weil sie dann eine Ausbildung erhalten, die sie später im Zivilberuf anwenden können. Eine Umfrage in der Neuyorker Abendzeitung „Daily Mirror" ergab neulich, daß sämtliche befragten jungen Leute aus diesen Gründen zur Armee gingen, nicht jedoch aus vaterländischen Erwägungen. Das Amerika, welches sich einbildete, durch Ozeane voy er- Beziehung zur Sicherung und zur Behauptung unsres völttschen Lebens. So haben wir Nationalsozialisten auch seit je die Kun st in den Dien st des Volkes geteilt. Sie war und ist für uns kein Zeitvertreib, andern eine unabdingbare Lebensnotwendigkeit. Unsere Soldaten, die von Sieg zu Sieg schreiten, beschützen das erste europäische Kulturland, das Land eines Beethoven und Wagner, eines Schiller und Goethe, eines Dürer und Grünewald. Die Kunst ist eine Daseinsäuße- rung unseres Voltes, sie gehört zu unserem nationalen Leben genau wie die Wirtschaft oder die Politik. Darum haben wir auch seit Beginn des Krieges den größten Wert darauf gelegt, das deutsche Kulturleben vollkommen ungestört in Gang zu halten. Bei uns sind im Gegensatz zu den feindlichen Plutokratien während des ganzen Krieges die Theater, Kinos, Schulen, Universitäten und eine große Anzahl der Museen offengehalten worden. Sie waren dazu berufen, die nationale Moral unseres Volkes zu kräftigen, zu heben und zu fördern. Ja, sie haben unseren Soldaten bis in die Bunker des Westwalls hinein eine Erinnerung an das Leben gebracht, das sie verteidigen und in das sie nach dem Siege wieder zurückkehren sollen. Wir Deutschen schen darin ein Zeichen unerhörter Starke und einer souveränen inneren Sicherhe 11. So hat auch das unsterbliche Preußen gehandelt, als es in der Zeit seiner schwersten nationalen Bedrängnis und Not neue Universitäten gründete. Und auch heute sind wir der festen Ueberzeugung, daß wir uns mit der Pflege der deutschen Kulturgüter im Kriege nicht in Gegensatz zum heroischen Leben unserer Soldaten stellen. Das wäre vielleicht so, wenn die deutsche Kunst auch hn Zeichen des Nationalsozialismus immer noch ein Vorrecht der sogenannten Kreise von Besitz und Bildung geblieben wäre. Das aber ist längst mcht inchr-der Fall Heute ist die Kunst im nationalsozialistischen Staat Besitztum des ganzen Volkes. ö Wenn wir also jetzt die Pforten der Großen Deutschen Kunstausstellung öffnen, dann werden in diese weiten Hallen die Mütter, Frauen, Geschwister und Kinder unserer Soldaten hineinströmen, ja, diese selbst die Verwundeten und Urlauber werden vor den Bildern und Plastiken stehen und auch in ihnen den Wandel der Zeit erkennen. Sie werden in ihnen nicht eine ästhetisierende Spielerei sehen, sondern em Ringen um die natürliche Gestaltung des Lebensausdruckes unseres Volkes auch auf diesem Gebiet. Die Abstellung zeigt einen repräsentativen Saal der Malerei, einen repräsentativen Saal der Plastiken, drei Säle sind dem Kriegsgeschehen gewidmet, ein weiterer Raum speziell dem Feldzug in Polen, eine Wand bringt Darstellunae aus dem Gebiet der deutschen Luftwaffe und eine Wand Landschaften aus Norwegen. Nicht alle Aussteller können in diesem Jahre unter uns weilen. Viele von ihnen treten mit der Waffe in der Hand für Führer und Volk ein, so wie sie im Frieden mit ihrer Kunst Führer und Volk dienen. D e r F ü h r e r s e l b st, der sonst diese Ausstellung zu eröffnen pflegte, kann heute nicht unter uns weilen. Die Kunstfeste, die sonst mit der Eröffnung dieser Ausstellung in München verbunden waren, sind in diesem Jahre verstummt. Hier gilt's jetzt nur der Kunst, einer echten lebensbejahenden deutschen Kunst, die auch im Kriege und trotz des Krieges ihre ewige Daseinsberechtigung behält. Im Anschluß an die Eröffnungsfeier unternahmen der Stellvertreter des Führers und Reichsmimster D? Goebbels an der Spitze der Ehrengäste einen ersten Rundgang durch die Ausstellung Zwischen Rudolf Heß und Dr. Goebbels sieht man Frau Professor T r o o st, ganz links Prof. Hans S ch weitz e r und ganz rechts den Vorsitzenden des Vorstandes des „Hauses der Deutschen Kunst August v o n F l n ck. (Scherl°Bilderdienst°M.) * Mit dem Abtransport der deutschen Zivilinternierten aus Dakar (Senegambien) durch Flugzeuge der Deutschen Lufthansa ist begonnen worden. Der erste Transport von etwa 35 Internierten ist in Sevilla eingetroffen. * Weitere deutsche verwundete Kriegsgefangene sind aus Montpellier mit Sanitätsflugzeugen in Mannheim eingetroffen und in das dortige Lazarett übergeführt worden. Em kleiner Rest-befindet sich noch in einem der Lazarette des unbesetzten Gebietes, wo er bis zu seiner Transportfähigkeit von einer Rot-Kreuz-Schwester betreut wird. * Der Generalsekretär des Völkerbundes, A v e n o l, der seinen Rücktritt erklärt hat, teilte der Princeton-Universität (USA.) mit, die Wirtschafte und Finanzabteilung des Völkerbundes werde nach Princeton übersiedeln; andere nichtpolitische Abteilungen würden möglicherweise nachfolgen. Die brasilianische Sönderabordnung zu den Jahrhundertfeiern Portugals ist, von Lissabon kommend, in Madrid eingetroffen um Generalissimus Franco ein Ehrenschwert des brasilianischen Heeres zu überreichen. * Japanische Marine-Landungstruppen besetzten die Städte Swan Swabue und Makung an der Küste der Kwantung-Provinz, 1Q0 Kilometer nordöstlich von Hongkong. Damit kommt die Zufuhr durch die östliche Kwantung-Provinz ins unbesetzte China unter ihre Kontrolle. Gleichzeitig wurden Luftangriffe auf die wichtigen Eisenbahnen in südöstlichen China unternommen. Sieghafte deutsche Kunst. Oie vierte Große Deutsche Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst. Don unserem Sonderberichterstatter Adolf Rettich. Aquarelle und Zeichnungen, nur hier der Rahmen der gewählten Technik noch weitert ist durch die schöne Strenge des Holzschnit« les mit seinen besonderen Wirkungen. Und als Letz» tes müssen auch die interessanten großen Gobelins und Gobelinentwürfe erwähnt werden, wie auch die kleine Sonderschau prachtvoller Porzellane und zu ehrwürdiger Zukünftigkeit geschaffener Bronzeplaketten. Eine neue Große Deutsche Kunstausstellung, geschaffen und zusammengebracht in diesem gewaltigen Kriege, ragend auf der Höhe eines bewunderungswürdigen Gesamtniveaus, — eine überwältigende Schau der trotz Krieg und Schwierigkeiten lebenden, reich strömenden deutschen Kunst: das ist der beglückende, starke Eindruck, den man in diesen Tagen im Haus der Deutschen Kunst empfängt! Deutsche Dichter auf den Schlachtfeldern Frankreichs. Berlin, 26.Juli. (DNB.) Eindrucksvolle Tage liegen hinter den deutschen Dichtern, die den westlichen Kriegsschauplatz bereisen. Sie hatten zunächst Gelegenheit, die Maginotlinie in ihren stärk- sten Befestigungen unter sachkundiger Führung kennenzulernen, gleichzeitig die alten Reichs» lande mit ihren wichtigsten kulturhistorischen Stätten. Dann führte sie ihr Wea nach Verdun und Douaumont, wo der Kommandeur der deutschen Division, die dieses Fort genommen hatte, persönlich zu ihnen sprach. Das nächste Ziel waren die Schlachtfelder in der Champagne und an der Marne. Bei Chateau-Thierry trug ein Offizier des Oberkommandos des Heeres seine persönlichen Eindrücks Über die München, 27. Juli. (DNB.) In schlichtem, aber würdigem und weihevollem Rahmen eröffnete der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, in Gegenwart zahlreicher führender Per- önlichkeiten aus Partei, Wehrmacht und Staat, Kunst und Wissenschaft, die Große Deutsche Kunstausstellung 1940. Um 10.30 Uhr trifft der Stellvertreter des Führers vor dem Haus der Deutschen Kunst ein. Unter den Klängen des Präsentier Marsches schreitet er die Front der Ehrenkompanie ab und betritt dann, gefolgt von Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsstatthalter Reichsleiter General Ritter von E p p , das Ausstellungsgebäude, vor dessen Eingang der Staatskommissar für das Haus der Deutschen Kunst, Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner, und der Vorsitzende des Vorstandes, August von Finck, den Stellvertreter des Führers begrüßen. In der Ehrenhalle sieht man Reichsminister und Staatssekretäre, Reichsleiter und Gauleiter, die Generalität, die bayerische Landesregierung, den italienischen Generalkonsul Minister P i t t a l i s mit einer Abordnung des Münchener Fascio. Besonders stark vertreten ist die Künstlerschaft. Eine stattliche Zahl von Künstlern trägt den feldgrauen Rock, viele von ihnen sind geschmückt mit den Ehrenzeichen des Deutsche Kulturpfiege auch im Kriege. Oer Stellvertreter des Führers eröffnet die Große Deutsche Kunstausstellung 1940 Nun tritt der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, vor, um zu der Festversammlung zu sprechen. Der Feldzug gegen Frankreich, so führte er aus, ist mit dem großartigsten Sieg unserer Geschickte beendet worden. Vielfach kehren nun schon die kampferprobten Divisionen unserer Wehrmacht in ihre Heimatstandorte zurück. Noch bleibt ein Feind übrig: Das deutsche Volk wird auch ihm gegenüber seine nationale Existenz und seinen Lebensraum mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräften verteidigen. Niemand bei uns zweifelt am endgültigen Äeg. In dieser weltgeschichtlichen Situation soll nun die Große Deutsche Kun st aus- stellung eröffnet werden. Wie paßt beides zusammen? Es geht jetzt um unser nationales Schicksal im weitesten Sinne des Wortes. Alles anders erscheint uns dagegen nebensächlich und bedeutungslos. Die ganze Nation richtet ihre gespannten Blicke auf diö Fortsetzung des großen Deutschland aufge- gezwungenen kriegerischen Dramas, das über die Zukunft Europas entscheiden soll. Das Leben des deutschen Volkes ist ganz dem einzigen Gedanken des Krieges untergeordnet. Was soll nun da, so könnte man fragen, die Eröffnung einer Kunstausstellung? Die Kunst, so meint man vielfach, ist doch lediglich eine Verschönerung des Lebens. Sie mag deshalb für den Frieden nützlich und angenehm fein, für den Krieg aber, so wendet man vielleicht ein, hat sie kaum eine Existenzberechtigung. Wir Nationalsozialisten vertreten einen a n - deren Standpunkt. Der Nationalsozialismus als Idee und Weltanschauung erfaßt das Leben unseres Volkes in seiner Gesamtheit, und gerade tn dieser totalen Lebens- und Weltauffassung ist er ein System geworden, das' eben deshalb auf allen Gebieten von Erfolg zu Erfolg schreitet. Darauf ist auch das zurückzufuhren, was vielleicht heute im Ausland als das deutsche Wunder bezeichnet wird. Es bedeutet nichts anderes, als die vollkommene Ausschöpfung der deutschen V o l k s k r a f t nach jeder Richtung und in jeder anderen Ländern getrennt, ein Leben stetiger Prosperität zu führen, welches das Elend der Arbeitslosigkeit nicht sehen wollte und sich damit tröstete, auch sie hätten ja die demokratische Chance, eines Tages reich zu werden, das Amerika, welches es konstruktiv und organisatorisch weit gebracht hat (wenn man einmal in das ungeheure Gefüge der Riesenfabriken und Korporationen hineinschaut), technisch-organisatorisch mag es zu einer Avantgarde des 20. Jahrhunderts gehören: in der geistigen Haltung nährt es sich von moralischen Zweckerwägungen, die den Staat als kaum entbehrlichen Aufpasser betrachten, Religion - als Lebensversicherung für die Zeit nach dem Tod ansehen, falls sie nicht nur eine gesellschaftliche Angelegenheit oder ein Protektionsverband ist. , Nun wird diesen Leuten klar, daß es wirklich nicht Adolf Hitler ist, dem alles liebel in die Schuhe geschoben werden muß, daß der Krieg vielmehr Ausdruck einer sozialen Revolution gegen die Plutokratien ist. Lawrence Dennis schrieb Ende Juni in seiner Publikation „The Weekly Foreign Letter1: „Dieser Krieg ist eine Weltrevolution, in welcher soziale Ideen die Waffen sind. Solange die Demokratie die Wirtschaft schrumpfen läßt und totalitäre Staaten ein Sozialprogramm mit Vollbeschäftigung verwirklichen, solange kann man das Ueberspringen totalitärer Ideen in dieses Land durch noch so scharfe Hetzen gegen „Fünfte Kolonnen" nicht bekämpfen. Erste nationale Ausgabe für die Vereinigten Staaten ist daher eine Beseitigung der Arbeitslosigkeit und die Schaffung annehmbarer Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Während heute in Europa eine soziale Revolution für Sicherheit der Massen, geregelte Löhne, ärztliche Versorgung, Erholung und gesunde Wohnungen sorgt, versuchen heute noch herrschende Kreise Washingtons, eine nationale Verteidigung auf dem Wege über längere Arbeitszeit, geringere Reallöhne und höhere In- dustrieprofite zu schaffen. Roosevelt hat (so betont Lawrence Dennis) durch die Ernennung der Reaktionäre Knox und S t i ms o n sich weiterhin zum Traditionalismus und zur Reaktion in der Verfolgung feiner Verteidigungsziele bekannt. Auch der neueste' Schritt, südamerikanische Waren aufzukaufen, um sie vielleicht zu zerstören und Europa vorzuenthalten, wird Hitler und Mussolini nur lachen machen." Kleine politische Nachrichten. Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Hermann Esser vollendet am 29. Juli sein 4 0. Lebensjahr. Esser gehört als Parteigenosse Nr. 2 zu den ältesten Mitkämpfern des Führers. Als Staatssekretär für Fremdenverkehr, als Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes und als Leiter der Reichsaruppe Fremdenverkehr vereinigt Hermann Esser die Befugnisse, die für ihn als Leiter des deutschen Fremdenverkehrs wesentlich sind. * Einer Einladung der Reichsgruppe Industrie folgend, traf der Präsident der -italienischen Industrie- Organisation, Staatsminister Graf V o l p i di Misurata, in Berlin ein. Reichswirtschaftsminister Funk gab zu Ehren der italienischen Gäste einen Empfang. Die Besprechungen, die Graf Volpi mit dem Leiter der Reichsgruppe Industrie und anderen maßgebenden Persönlichkeiten der- deutschen Wirtschaft führt, erstrecken sich auf die Intensivierung der deutsch-italienischen Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet. * Am 25. Juli ist das im Rahmenabkommen vom 12. Juni d. I. vereinbarte d e wt f ch - t ü r k i s ch e Wirtschaftsabkommen in Ankara von deutschen und türkischen Regierungsvertretern unterzeichnet worden. ♦ Die aus Bessarabien und der Nordbukowina stammenden Juden werden von den rumänischen Behörden aufgefordert, innerhalb von fünf Tagen das Land zu verlassen. In Bukarest allein handelt es sich um etwa 600 Personen. Ferner haben die Behörden zahlreiche verdächtige Juden aus der südlichen bei Rumänien verbliebenen Bukowina in das Konzentrationslager von Miercurea Ciuculi in Siebenbürgen gebracht. München, IuN 1940. i I. Inmitten des gewaltigen Krieges um Freiheit und Leben der Nation ist in der Stille die neue Große । Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst in München geworden. Wie das deutsche Theaterleben, 4 wie der deutsche Film, so ist auch die deutsche bil- dende Kunst durch den Krieg nicht geschwächt und ' eingedämmt worden. Sie ist in voller Blüte geblieben, ja, fast scheint es, als hätten die Schwierigkeiten, die die Zeit auftürmte, ihr nur um so größeren Auftrieb gegeben. Als gegen Weihnachten 1939 der Führer den Auftrag gab, auch im Kriegssommer 1940 eine Große Deutsche Kunstausstellung abzuhalten, die vierte im neuen Heim der Kunst in München, da mag mancher gezweifelt haben, ob solch ein Vorhaben inmitten der Kriegszeit wohl möglich sei. Der Erfolg aber übertraf alle Erwartungen. Die fertige Ausstellung, schon quantitativ ebenbürtig ihren Vorläufern, umfaßt 1397 Werke von insgesamt 751 Künstlern. Wie der deutsche Künstler in diesen Kriegsmonaten seiner schöpferischen Arbeit nachging, legt ein herrliches Zeugnis ab von der unzerbrechlichen Kraft des deutschen Volkes. Kein zweites Volk Europas, wenn es schon eine so große Ausstellung zuwege brächte, vermöchte auch nur ein annähernd gleiches Bild künstlerischer Leistungskrast zu bieten. Ein erster Rundgang durch die Ausstellung, an deren Gelingen auch diesmal der Führer selbst so großen Anteil hat, steht im Zeichen der Klarheit und Uebersichtlichkeit. Großzügiger und einfacher, aufgelockerter und belebender ist wohl noch keine große Schau künstlerischer Arbeit geordnet worden. Es ist selbstverständlich, daß das Kriegs- geschehen in Malerei und Plastik vielfältige, oft hinreißende, bis ins Innerste packende Darstellungen gefunden hat. Keiner, der in diesen Werken den Krieg, zu Lande, zu Wasser und in der Luft dargestellt sieht, wird die Befruchtung des künstlerischen Könnens und der schöpferischen Idee durch den Krieg übersehen können. Hier sammeln sich die stärksten, weil zeitnächsten Eindrücke der Ausstellung überhaupt, und es bleibt als glückhaftes Gefühl zurück, daß der deutsche Künstler in der kämpferischen Seele des Soldaten so wunderbar zu lesen weiß. Was aber das Leben in der Heimat angeht, so fällt die vielfältige Darstellung des Bauern und seiner Familie, seiner Häuslichkeit und Heimstatt auf. Sein Werk: die Ernährung des Volkes, die Erhaltung der Nation. Und so gehen manche dieser Bilder ins Symbolhafte, über das rein Darstellerische emporreißend zur höheren Bedeutung. So sind „Früchte der Erde" oder.„Ernte" als Begriffe genommen und behandelt. Als Seitenstück hierzu die Landschaft, die schöne deutsche Landschaft in allen Gauen. Hier ist die Vielgestaltigkeit des deutschen Lebensraumes eingefangen. Ebenso in - vielen Porträt st udien. Und wiederum als - Sonderstück wird in so manchem Werk die Stim- ■ mung des deutschen Waldes lebendig. i Die Stadt darf nicht fehlen. Sie ist aufgezeigt i vor allem als Teil der umgebenden Landschaft, als > gewack^ues und bodenbedingtes Gebilde. Von beut- - schemWMbeitstempo sprechen die Bilder großer Bauwerke, wie etwa der neuen Reichskanzlei, vom l Bau eines neuen Kraftwerkes. Ein ganzer Saal ist Aus Transvaal werden schwere Sprengstoff- Attentate gemeldet. In den Städten Roodpoort und Heidelberg wurden ganze Straßenzüge zerstört. Wenige Stunden später flogen mehrere hundert Meter Eisenbahndamm in die Luft. Das Moskauer Militärblatt „Krasnaja" bringt eine Betrachtung über das zehnjährige Bestehen der Fallschirmausbildung in der Sowjetarmee. Als Spitzenleistungen werden aufgeführt die Absprünge der sowjetrussischen Heeresan- gehörigen Charachonow und Romanjuk und Patra- kow, die aus einer Höhe von 8100 Meter sprangen, davon 7960 Meter im freien Fall, die Absprünge der Majore Charachonow und Kaitanow aus 12 443 Meter bzw. 11 037 Meter und der nächtliche Fall- schirmabsprung, den Hauptmann Kostew am 24. Juli d. I. aus einer Hohe von 7750 Meter ausführte. Sie soll den Menschen Halt und Erbauung geben. Sie soll sie stärken in dieser Zeit erhöhter Sorgen und Nöte, aber auch stolzester Triumphe. In fester Zuversicht und unerschütterlichem Glauben grüßen wir den Führer. Wir wünschen ihm eine gesegnete Hand und unserem Volke den Endsieg, für den wir alle arbeiten und leben. Nach der Rede des Reichsministers Dr. Goebbels verkündet der Stellvertreter des Führers, Reichsminister R u d o l f H e ß : „Im Namen des Führers er offne ich die Große Deutsche Kunst- a u s st e l l u n g im Kriegsjahr 1940. Ich eröffne sie, indem ich den Führer grü ß e. Ich grüße ihn als den großen Förderer und Schützer der deutschen Kultur. Adolf Hitler Sieg-Heil!" Das Lied der Deutschen und das Horst-Wessel-Lied geben der weihevollen Feierstunde einen würdigen Ausklang. der Technik und Industrie gewidmet. Hier herrscht das Bild der gebändigten Elementargewalt, Feuer und Eisen in zweckvollem Kampf, das unheimlich Geballte großer Jndustriewerke, ihre fast furchterweckende Schönheit bei Nacht. Die Arbeit her Stille ist nicht zu vergessen. Sie kommt in manch stimmungsvollem Werk zum Recht; zwischendurch immer wieder die sanfte Erquickung eines Blumenstücks, eines beschaulichen und selbstgenüg- Krieges. Der Vorsitzende des Hauses der Deutschen Kunst, August von Finck, gedenkt in Ehrfurcht und tiefer Dankbarkeit des Führers Adolf Hitler, der als Schöpfer dieses Hauses der Deutschen Kunst von Jahr zu Jahr dem Werden der Großen Deutschen Kunstausstellungen und der Deutschen Architektur- und Kunsthandwerkausstellungen seine sorgende Aufmerksamkeit und Liebe zugewandt habe und dessen ausdrücklicher Wunsch unb Wille es gewesen sei, daß diese bedeutendste Veranstaltung unserer zeitgenössischen Kunst auch in der Krieg s- zeit durchgeführt werde. An diesem Wendepunkt unterer nationalen Geschichte, an dem das Reich in schicksalhaftem Kampf um seine Lebensrechte stehe, solle sie ein Zeugnis sein deutscher Schöpferkraft, solle sie der Welt Kunde geben vom deutschen Genius und von der Kultursendung unseres Reiches. samen Stil lebe ns. lieber den spezifisch deutschen Menschen zum Men- chen im allgemeinen führt das Aktbild, führt )ie Plastik. In der Malerei ist diesmal dem chönen Akt ein besonders breiter Raum gewidmet. Auch in den Werken der Plastik ist das oberste Gesetz der Kunst zu erkennen: Schönheit zu vermitteln und durch die Freude an ihr zur Dankbarkeit gegenüber dem Leben zu führen. Doch auch der dokumentarische Zweck des Menschenbildes ist nicht vergessen: Porträts der führenden Männer des Reichs und der Partei, bedeutender Gelehrter und Künstler finden sich in großer Zahl. Man muß noch bei einer Erinnerungsschau verweilen: dem kürzlich in Rom verstorbenen Maler Professor Friedrich Stahl sind zwei Säle gewidmet, die eine umfassende Schau seines Gesamtwertes bieten. Manche Werke mußten weither aus dem Ausland geholt werden, beispielsweise aus Holland, wo die Kriegsverhältnisse eine wochenlange Verzögerung des Hertransports bedingten. Alles, was von Oelgemälden und Plastiken gilt, das hat auch Geltung für die Abteilungen der Aquarelle und Zeichnungen, nur daß Konditorei und Cale Krämer ist wegen Betriebsferien bis 13. August geschlossen! 3417 D Kämpfe vor, die er an dem schweren 15. Juli 1918 und 22 Jahre später am 11. Juni 1940 an der gleichen Stelle gewonnen hat. Im weiteren Verlauf der Fahrt erfolgte ein Besuch im Hauptquartier des Oberbefehlshabers des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch. Der nächste Reisetag führte die Teilnehmer zu einer Panzerdivision, wo in eindrucksvollen Vorträgen vor dem Feind bewährter Kompanieführer der Durchbruch an der Somme und der Vorstoß auf Rouen zur Darstellung gelaugte. Dann berührten die Dichter die Schlachtfelder im Artois und in Flandern. Auf dem Kemmel wurden von einem Weltkriegsteilnehmer, der den Sturm 1918 mitgemacht hatte, und von einem Generalstabsoffizier des Armeekorps, das 1940 diesen Berg genommen hatte, Vorträge gehatten. In Brüssel vereinigte der Chef der Militärverwaltung von Belgien und Nordfrankreich, General von Falkenhausen, die deutschen Gäste mit flämischen Dichtern in Anwesenheit Alfred Rosenbergs. Der letzte Reisetag war dem Besuch der Maasbefesttgungen und des Forts Eben Emael gewidmet, wo der Ritterkreuzträger Feldwebel Portsteffen über den 10. und 11. Mai sprach. Zeichen deuteten darauf hin, daß man wenige Tage früher mit einem Uebergangsversuch gerechnet hatte. Allem Anschein nach war auch ein verstärkter Postendienst in den frühen Morgenstunden des 15. 6. eingerichtet. Gegen 5 Uhr goß es am Rhein noch in Strömen und als dann bis 8 oder 9 Uhr nichts erfolgte, verließen die vorgeschobenen französischen Posten ihre Stellungen und gingen schlafen. Eine Stunde später, genau um 10 Uhr, wurden sie allerdings aufs heftigste geweckt, denn genau auf die Sekunde erfolgte ein furchtbarer Feuerschlag auf die Bunker, die in unmittelbarer Nähe des elsässischen Ufers standen und die hier in wenigen Minuten angerichteten Verheerungen genügten, um die Bunker zu erheblichen Teilen außer Gefecht zu setzen. Nur wenige Minuten brüllte die Hölle, dann kamen aus den Büschen die Pioniere mit ihren Sturmbooten, Infanteristen sprangen mit allem Gerät in die Boote. Die Motoren wurden angelassen und die ungeheure Spannung der letzten 24 Stunden löste sich. 10.17 Uhr kam schon die erste Meldung, daß die Boote drüben angelangt seien. Nun eilten sie zurück mit neuen Kräften, neue Verstärkungen nach drüben zu bringen und 10.30 Uhr kam die Meldung, daß das jenseitige Rheinufer in deutscher Hand war. Das aber war nur erst der Anfang, denn die Hauptarbeit stand noch bevor. Der Rheinübergang war zwar gelungen, die ersten Befestigungen waren auch schon genommen, aber nun kam es darauf an, die eigentliche Maginot-Linie, die einige Kilometer vom Rheinufer entfernt war, mit stürmender Hand zu nehmen. Das war ein gewaltiges Wagnis, denn die vorgehendenn Truppen konnten nicht die Straßen benutzen, sondern mußten durch unwegsames, versumpftes.Gelände, das zudem noch stark minenverseucht war. Durch die Altwässer des Rheins waren hier überall Sümpfe entstanden, die durchwatet oder umgangen werden mußten. Am Rhein selbst mußten die Pioniere eine Brücke errichten, damit die schweren Waffen auf das andere Ufer gebracht werden konnten. Das war ebenfalls nicht einfach, denn bisher hatten deutsche Pioniere bei einer solchen starken Strömung, wie sie hier im Oberrhein herrschte, noch keine Brücke gebaut und es gab Leute, die einen solchen Brückenbau für unmöglich hielten. Was aber alles geschehen kann, wenn ein gewaltiger Wille hinter dem Werk steht, das zeigte sich hier. Auch wenn der Gegner ver- habt, uns stärkere Verluste zuzufügen. Ueberall wird vom rücksichtslosen Einsatz der deutschen Truppen berichtet, die den Gegner überwanden, obwohl dieser die Gegend genau kannte. Auch die letzten verzweifelten Versuche der Franzosen, Panzer in die Gebirgskämpfe hineinzuziehen, fruchteten nichts. Sie wurden nacheinander erledigt und noch heute liegen sie seitwärts der Paßstraßen. Immer wieder waren die Stoßtrupps in doppelseitiger Um« fassung tätig und bis zum 20. Juni früh 5 Uhr war es gelungen, bis an die Grenzen von St. Ar« nould vorzustoßen. Wenn bis dahin der französische Widerstand heftig und zäh genannt werden kann, so mehrten sich jetzt die Zeichen der beginnenden Auflösung. Die Gefangenenzahlen wuchsen in die Tausende. Das Material lag zu beiden Seiten der Straßen und immer mehr Geschütze waren zurückgelassen. Die Beute wurde immer größer. Ganze Artillerieabteilungen mit ihren Offizieren an der Spitze befanden sich auf dem Weg in die Gefangenschaft; es wird berichtet, daß der Gefangenenzug, der sich hier auf dem Weg nach Deutschland befand, eine Länge von 60 Kilometer gehabt habe. Die letzten Kämpfe in den Vogesen spielten sich noch um den H o h n e ck ab, der ebenfalls von zwei Seiten umfaßt wurde. Diese Besetzung war für uns von äußerster Wichtigkeit, weil derjenige, der den Hvhneck besitzt, den Oberrhein beherrscht. Wie groß die Auflösung der französischen Armeen inzwischen wurde, geht daraus hervor, daß der Kommandierende General des 8. französischen Armeekorps einen Parlamentär sandte mit der Bitte, über die Kapitulation zu verhandeln. Die deutschen Unterhändler bezeugten den französischen Soldaten, daß sie als Soldaten tapfer gekämpft hatten, aber auch der Eindruck dieser deutschen Offiziere geht dahin, daß die höhere französische Führung innerlich Nicht mehr an den Erfolg geglaubt hat. Wenige Tage später gelang es noch, in Le Bresse einen Armeeführer gefangen zu nch- men und damit fand dann diese Waffentat, die zu den schönsten deutschen Waffentaten des Krieges 1939/40 zählt, ihren Abschluß. Lieber den Rhein, durch die Vogesen! Auf den Spuren deutscher Siege. Von unserem K. B.-Sonderberichierstatier. Auf der Saßbacher Brücke, Juli 1940. Eine umsichtige Heeresverwaltung hat überall Schilder anbringen lassen, die zur Rheinbrücke Saß- bach führen. Diese Umsicht hat ihren guten Grund, denn die Rheinbrücke von Saßbach war nach dem Uebergang der deutschen Truppen über den Rhein in den ersten Tagen die einzige -Brücke, die zum badischen Ufer bestand. Auf dieser Brücke mußte aller Nachschub geführt werden und deshalb hatte sie gerade in den entscheidenden Kampftagen des Juni ihre besondere Bedeutung. Jetzt sieht das alles hier wieder friedlich und spannungslos aus. Auf dem elsässischen Ufer gibt die Feldküche Bohnen mit Speck aus, auf dem badischen Ufer interessiert sich die Zollverwaltung schon wieder für verzollbare Sachen. An dem entscheidungsvollen 15. Juni ging es hier allerdings anders zu und das Bild, das uns der Chef des Stabes des hier kämpfenden Armeekorps entwickelt, ist von einer lebendigen Dramatik, so daß wir gewissermaßen alles noch einmal miterleben. Dieser Rheinübergang bei Saßbach, von dem uns der bayrische General erzählt, ist ohne Beispiel in der Kriegsgeschichte. Wir wissen nicht, ob die Franzosen mit einem Rheinübergang gerechnet haben. Soviel ist jedenfalls sicher, daß sie alle, Maßnahmen getroffen haben, Um diesen Uebergang unmöglich zu machen. Daß die Dinge sich dann wider Erwarten anders entwickelten, konnten die Franzosen freilich nicht voraussehen. Man kann es vielleicht als das genaue Gegenteil von Kriegsglück bezeichnen, wenn kurze Zeit vor dem 15. Juni noch eine französische Division, die im Raume von Colmar gestanden hatte, abgezogen wurde, wohl weil man glaubte, sie anderswo nötiger zu haben. Das Werk eines Rheinüberganges hatte eine Voraussetzung, die Ueberraschung. Die Franzosen hatten zwar in den letzten Tagen vor dem 15. 6. einige Aufklärungsflieger über den Rhein geschickt, aber es ist kaum wahrscheinlich, daß sie bemerkt hatten, daß eine Menge Artillerie, die notwendigen Kampftruppen und die ebenso notwendigen Sturmboote der Pioniere in unmittelbare Nähe des Rheins gebracht wurden. Die deutschen Soldaten wären in schwerste Bedrängnis gekommen, wenn am Tage vor dem geplanten Uebergang das französische Feuer sich auf die deutsche Stellungen gerichtet hätte. Man muß zwar auf französischer Seite gemerkt haben, daß etwas in der Luft lag, verschiedene Ansuchte, die Arbeit der Pioniere zu stören, so wurde die Brücke trotz aller Gegenwirkungen in denkbar kürzester Frist gebaut. Um 10 Uhr morgens hatten die Kämpfe auf dem jensetigen Ufer begonnen. Sie dauerten an bis gegen Abend und dann war es trotz aller Befürchtungen gelungen, fünf bis sechs Kilometer voran zu kommen. Als die Franzosen sahen, was geschah, haben sie noch im letzten Augenblick alle Brücken und Uebergänge rücksichtslos gesprengt, und zwar mit soviel Sprengstoff, daß oft halbe Ortschaften mit in die Luft flogen. Aber alles dies hinderte uns nicht, voranzukommen durch die Rheinauen. Markolsheim und Artzenheim, um nur diese Orte zu nennen, waren zwar stark befestigt, aber sie wurden mit stürmender Hand genommen. Nach dem Uebergang über den Rhein, nach der Durchquerung unwegsamen Geländes, nach der Niederkämpfung der Maginot-Linie kam jetzt noch ein neues Hindernis, der Rhein-Rhone- Kanal, der an dieser Stelle fast parallel zum Rhein verläuft. Auch das wurde geschafft und wo sich in einzelnen Ortschaften noch Widerstand zeigte, da besorgten die Stukas das ihrige. Der dritte Kampftag brachte neue Fortschritte. An diesem 17. Juni wurde nachmittags die Kunde von dein französischen Waffenstillstandsersuchen bekannt. Bei den Franzosen war das Durcheinander schon so groß, daß ihnen diese Tatsache unbekannt blieb. Der Gegner war schon von seinen Verbindungen abgeschnitten. Er hatte sich zwar hart verteidigt und uns manchen Verlust zugefügt, aber er hatte seine Stellung am Rhein nicht halten können. Jetzt gab es für ihn nur noch ein Ziel, so schnell wie möglich in die Vogesen zu kommen, um dort erneut den Widerstand zu versuchen. Am Tage des französischen Waffenstillstandsersuchens gelang es noch, Colmar zu erreichen, das ohne Kampf besetzt wurde. Damit war auch die I l l - L i n i e in unseren Besitz gebracht. Die französische Hoffnung bestand jetzt nur noch darin, uns den Eingang in die Vogesen und den Uebergang über die Vogesen zu verwehren. Vorerst ging es wieder weiter, aber überall hatten die Franzosen noch Bunker versteckt, die wie wild schossen, aber uns am Vordringen nicht hindern konnten. Man hätte wohl meinen mögen, daß die Truppen, die für den Rheinübergang ousgewählt waren, Leute von der Wasserkante oder von der Ostsee gewesen wären und daß man für die Kämpfe in den Vogesen deutsche Gebirgstruppen eingesetzt hätte. Es geht aber nicht immer alles so, wie man es haben möchte und nicht Männer von der Wasserkante hatten den Rheinüberganq bewerkstelligt, sondern Männer aus Schlesien und aus der Mark und eben die gleichen Truppen haben sich auch in den Steilhängen der Vogesen,bewährt. Die Hauptwiderstandsnester der Franzosen waren der Col du Bonhomme und der Col de la Schlucht. Auf dem Wege nach dem Col de la Schlucht hatten bie’ Franzosen eine Straße teilweise weggesprengt. Aber unseren Vormarsch konnten sie doch nicht aufhalten. Den Truppen mußte zugemutet werden, in kürzester Zeit vom Rhein bis auf die Paßhöhen 1000 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Aber die Männer haben es glänzend geschafft. Die Kämpfe in den Vogesen waren deshalb so schwer, weil ja mit großen Truppenmassen in den engen Tchern nicht operiert werden konnte und weil e's immer darauf ankam, den Gegner zu umgehen, denn im Frontalangriff hätte er Gelegenheit geAus aller Wett. Unverminderte Hitzewelle in USA. Die nun schon zehn Tage andauernde Hitzewelle, die im Noedosten der Vereinigten Staaten Höchsttemperaturen von über 40 Grad Celsius brachte, dauert immer noch unvermindert an. Sie forderte am Sonntag allein in Groß-Neuyork weitere 13 Todesopfer. Die Anzahl der Todesfälle im ganzen Lande ist bereits auf 550 gestiegen. Die Stadt Neuyork bietet ein völlig ungewohntes Bild der Vereinsamung. Die erschöpfte Bevölkerung zieht sich in die öffentlichen Parks und an die Küste zurück, wo Millionen auf die nächtliche Abkühlung warten. Die Polizeibehörden beugten sich der „höheren Gewalt", indem sie das strenge Verbot des Nacht- ausenthalts in den Parks aufhoben. Haupllchrifllefter: Dr. Rtiebricf) Wilhelm Lange. Stellvertreter dM Hauptfchriftlefters: Heinrich Ludwig Neuner. Verantworllich für Politik, Feuilleton und Mlder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschetn (beurlaubt); L B.: Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Dmck und Verlag: Brühlfche Univerfitätsdruckerei R. Lange K. V. BerlagNeiter: Dr.- Jng. Erich Hamann: Anzeiaenleiter: Hane Beck. VerantworllichfürdenJnhaItderAmeigen:TheodorKümmel Pi.N^.S. JKautscfi und JluflageOKatiatzen vorrätig / DliöBelSlum Gießen, Kirchenplatz 11 3420 D Heute Montag Erstaufführung S&eWewßk ünJtoMfa. -Ä dffiUfo mit Fritz Kämpers Erika v. Thellmann Walter Janssen Käthe Haack Spielleitung Karl Ritter Unsere liebe Schwester und Tante Anne Fafi ist heute für immer von uns gegangen. Gießen (Kaiserallee 24). den 28. Juli 1940. 3418 D Täglich 4, 6, 8.15 3416A Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 31. Juli, nacbm. 2 Uhr, in der Kapelle des Alten Friedhofes statt Marie Aliendörfer, geb. Faß Lqllo Born, geb. Faß. Heute Montag Erstaufführung Öchtspielhaus Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GießenerAnzeiger syev Leghornhennen noch teilweise fleißig am Legen, das Stück RM. 5- gibt ab. laaaeD Geflügelhos -Kwause Treis an der Lumda. Messel zu verkaufen Gärtnerei Dönges, Marburg.Str.67 Carla Rust • Grethe Weiser Sepp Rist - Gustav Waldau Ein Lustspiel mit viel Herz u. Humor Regle: Ferdinand Dörfler Hamburg — Berlin— München und das herrliche Salzkammergut geben den Hintergrund zu diesem heiteren volkstümlichen Film Neueste Tobis-Wochenschau Solides Fräulein für Verkauf und Büfett sofort gesucht. 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Spielzeiten: Nachm. 4.00: Hauptfilm 5.35: Wochenschau 6.15: Hauptfilm 8.15: Beginn der letzten Vorstellung. So. 3, 5.30 8.15 murr Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Montag, 29. Juli (940 dem ersten Vortrag SA. im Waldstreifendienst unterwegs NLG. Wer eine Landschaft betreut, die von natürlicher Schönheit erfüllt ist und einen ungewöhnlichen Reichtum an kulturellen Schätzen besitzt, der kennt seine Verpflichtungen auch im Kriege. So baute der Landesfremdenverkehrsverband Rhein-Main im Rahmen der von der N S.-G emsinfchaft „Kraft durchFreude" durchgeführten Wehrmachtsbetreuung im zeitigen Frühjahr einen Vortragsdienst auf, der für die in seinem Gebiet befindlichen mobilen Truppen bestimmt war. Mit Lichtbildgerät und großen Bilderserien waren neun Redner unterwegs und hielten vor den verschiedensten Einheiten nach Dienstschluß ihre Vorträge. Selbstverständlich waren es interessante Schilderungen einer Landschaft und ihrer Menschen, ihrer Sehenswürdigkeiten und Wirtschaftsweise. Als am 10. Mai die Truppen aus dem Rhein-MaimGebiet nach Westen zogen, wurde die inzwischen bewährte 'Organisation auf die Lazarette umgestellt. Auch diese Art öe Halm schwebten. Diese Eintagsfliegen sind höher, leichter, sie haben einen Hochsommertag gewählt, um vor mir zu tanzen. Sogar mein Hund ist aufmerksam geworden, das blassere Licht macht ihm wohl Unbehagen. Er kriecht auf dem Bauch ein wenig näher, wie er es zu tun pflegt, wenn ihm etwas Unheimliches begegnet. Im nächsten Augenblick aber sind Herr und Hund nicht mehr bei dem Eintagsgewimmel, nicht bei Betrachtung von Lichteinfall und Schmälerung. Der Jäger hat die Flinte an die Backe gerissen, wirft die Schulter zurück und — auf der Schneise schlägt ein Bleßhahn wild mit den Flügeln. Hab ich dich, alter Bursche, war's dir langweilig geworden mit deinem Wecken und Warnen? Wolltest einmal sehen, wo der Heger geblieben ist, der dir den Entenkampf verdirbt? Der Hund schwimmt dunkel davon. Jetzt hat er den Bleßhahn und kommt schnaufend, in ungeheurer Wichtigkeit und im Bewußtsein seiner Dienste, vom ,See zurück. Die Sonne glänzt in der Wasserschleppe hinter ihm. Und sie glitzert in den springenden Tropfen, als der Wackere die Beute vor mir nieder - legt und sich schüttelt, alles Wasser über seinen armen Herrn schüttelt. • . Stabsarzt, wenn er daß Ihr auch später Erfolgreiche Vortragsreihe des Landesfremdenverkehrsverbandes Gedanken in der Nacht. Don Karl Heinz Waggerl. Schlafen kann ich nicht. Alle Fenster sind offen, vielerlei Geräusche bringen herein, die Stimmen der nächtigen Welt, und die Luft ist ftisch und bewegt, als läge man frei unter dem Himmel. Das Wasser rauscht unten im Tal, verebbend und wieder anschwellend im sachten Wind. Einmal schlägt ein Hund an, etwas raschelt im Apfelbaum und fällt ins Gras, und manches ist gar nicht auszumachen, ein ungewisser Klang, vielleicht ein Ruf von ganz weit her. . Eine Weile später stehe ich auf, schlüpfe tn den Mantel und setze mich unten vor die Tür, ohne reckten Grund, nur so, vielleicht bringt mir die Kmste den Schlaf. Da lehne ich am harten Holz und schaue in das bewegte Gewölk am Himmel, ich bin nicht heiter und nicht traurig, nur ganz allein, und vor mir steht die Nacht, die dunkel gefiederte. Und wieder einmal geschieht es, daß ich mich allmählich aus mir selber löse. Ich fühle, erkenne mich gleichsam als ein Ding unter andern Dingen und bin mir zugleich unbeschreiblich fremd. Nie werde ich ausdrücken können, wie seltsam und beklemmend diese Empfindung ist, sie geht auch immer schnell vorüber. Aber genau erinnere ich mich der Stunde, in der mir das zum ersten Mal zustieß. Ich war im Bubenalter, saß in der Schulbank und die Kinder um mich, und alles war wie sonst. Und mit einem Male wurde mir bewußt, daß ich gewissermaßen doppelt vorhanden war. Ich hörte, wie ich laut aufschrie, ich sah mich selber Hals über Kopf dem Lehrer in die Arme rennen, und dann war es vorüber. Etwas löste sich in mir und verrieselte sacht. Wie unbegreiflich ist das alles, denke ich, wie gebrechlich das Triebwerk des Lebens hinter deiner Stirn, immerfort in Gefahr, von den ungeheuren Kräften überflutet zu werden, die im gewaltigen Ganzen wirken. Und vollends dein Herz, erfüllt vom Spiel der Empfindungen, eine andere Welt als die aus Geist und Stoff, aber gleich wunderbar in ihrer geheimen Ordnung und nicht weniger weiträumig. In der bittersten Not, im Grausen der Feldschlacht überkamen dich Augenblicke einer Verzückung, die nicht mehr irdisch war. Und em ande- fand man bei den Verwundeten und Kranken größte Aufnahmebereitschaft für diese Unterhaltung. „Sie haben bei meinen Verwundeten", sagte ein Oberfeldarzt, „in schönster Weise das Bewußtsein vertieft, daß sie für unsere unvergleichliche deutsche Heimat ihr Leben eingesetzt haben", und ähnlich äußerte sich ein weitgereister LO-Kilometer-Marsch der Wehrmannlcbasten. Die Wehrmannschaften des Standorts Gießen unternahmen gestern mit ihren Ausbildern, den Kameraden der SA., einen Marsch über eine Strecke von 20 Kilometer. Der Marsch führte zunächst nach Rödgen, von dort nach Trohe und Alten-Buseck. Anschließend wurde der Höhenzug des Hangelsteins am Daubringer Paß überquert. Auf dem Saubringer Paß wurde der Marsch für kurze Zeit unterbrochen und die Wehrmannschaften von ihren Ausbildern im Entfernungsschätzen, in der Geländebeobachtung und bei der Tarnung im Gelände überprüft. Dann wurde der Marsch nach Daubringen fortgesetzt und von dort aus nach Gießen zurück angetreten. An der Wellersburg fand sich Brigadeführer Schwarz ein, um die Meldung der Wehrmannschaften entgegenzunehmen. Nach dem Wiedereintreffen in Gießen führte der Marsch um Werner- und Horst-Wessel- Wall und schließlich über den Seltersweg durch die Sonnenstraße zum Standartenhof. Brigadeführer Schwarz, der zur Zeit auf Urlaub in Gießen weilt, hielt hier eine kurze Ansprache an die Wehrmannschaften, in der er insbesondere auf die hohe Bedeutung der vormilitärischen Erziehung hinwies. HHenieinW M W öurOeuöe Im Monat August bieten wir siebentägigen Ferienaufenthalt jeweils von Samstag zu Samstag in den Kreisen Büdingen und Schotten. 3344D Teilnehmerpreis 22,— RM. (ohne Fahrt). Erster Aufenthalt in der Zeit vom 3.8. bis 10.8. 1940. Anmeldungen bis spätestens Mittwochs in unserer Verkaufsstelle, Seltersweg 60. „$ür ein besseres Europa." Die neue Filmwochenfchau. Die neue Reihe der Bilddokumente unserer Zeit bringt diesmal einleitend Bilder von den italienischen Kriegsschauplätzen, vom Einsatz der italienischen Truppen in den Alpen, aber auch von dem Kampf unter den schwierigen Bedingungen in Afrika. Einige ausgezeichnete Aufnahmen zeigen den Brennpunkt des Interesses im Mittelmeer, Gibraltar. Auch Hongkong, Englands wunder Punkt im Fernen Osten, wird uns vor Augen geführt. — Die deutsche nimmermüde ^nitiatiue läßt sich in eindringlichen Aufnahmen vorn Wiederaufbau im besetzten Gebiet erkennen. Einige Bildszenen lassen noch einmal das Elend der Flüchtlinge ahnen, das die Staatsmänner der Plutokratien über das französische Volk heraufbeschworen haben. Eine überaus freudige Note tragen aber jene Bilder, die die Rückkehr der Volksgenossen von der Saar in ihre Heimatstädte schildern, wo sie mit Militärmusik empfangen wurden und mit überglücklichen Gesichtern wieder die ihnen vertrauten Straßen gingen, von denen unsere ruhmreiche Wehrmacht die Schrecknisse des modernen Krieges fern- gehalten hat. Den Höhepunkt in dieser neuesten Bilderreihe stellt aber die Wiedergabe des Einzugs unserer Soldaten in Berlin dar. In den Bildern lebt alle jene Begeisterung und Freude, die ganz Deutschland seinen siegreichen Soldaten entgegenbringt. Der Jubel der Berliner Bevölkerung findet in 'allen, die diese Bilder der' Wochenschau sehen, ein lebhaftes Echo und weckt den Wunsch, auch bald den Soldaten in den uns vertrauten Straßen zujubeln zu können. ; Die Wochenschau stellt «jeder eine Bereicherung . des Filmprogramms unserer Lichtspielhäuser dar, . ohne die man sich heute eine Filmvorstellung über- ( Haupt nicht mehr denken könnte. N. i * **Ausgezeichnetundbefördert. Maior , vonLachemair.der Kommandeur einer Kampf- : gruppe im Westen, wurde mit dem Eisernen Kreuz l. Klasse ausgezeichnet und gleichzeitig zum Oberst- , leutnant befördert. — Dem Hauptmann Johannes : Nebeling (Musiklehrer, Thomastraße 37) wurde » für Tapferkeit vor dem Feind die Spange zum Eiserres Mal sangst du fröhlich mit den Freunden, oder du lagst bei der geliebten Frau, und plötzlich fiel dir das Herz in einen Abgrund schwarzer Traurigkeit. Nichts ist gewiß, und wo das Wissen anfängt, steht der Tod. Wunder der Verschwendung Don Hans Friedrich Blunck. Der See hat abfallende Ufer. Nur im Norden, wo von weither ein wenig Wasser zu ihm niedersickert, bildet er eine von Binsen und Ret bestandene Bucht. Das ist der rechte Ort für die Wildenten, und sicherlich wäre manches junge Gelege dann hochgekommen, wenn sich nicht die Blehhühner alle Gewässer erkämpften und die Erpel vertrieben. Gs ist ein Elend, daß man sich mit dem Schwarzgesi^ der herumschlagen muß und mit den Schüssen auch noch die bunten Enten beunruhigt, die man doch gerade schützen möchte. Eine Schneise im Schilf. Vielleicht haben sie die Fischer geschlagen, vielleicht hat das Ouellwasier Eisen geführt? Für mich ist's jedenfalls, gerade der rechte Platz, und wenn mich nicht einer der Schwarzröcke gesehen hatte, als ich bergab stieg, könnte ich unbemerkt auf das von der (Seemitte Heimkehr ende Gevögel warten. Aber ein verwünschter Hahn warnt und quäkt unaufhörlich vor der Rohrkante. Und die Hühner weiterhin nehmen es auf, und sogar die wenigen Enten im Schilf schnattern und fragen erregt nach dem Grund der Un- rU9hm .ich muß warten. Behutsam lege ich die Flinte auf die Knie. .. Eine Seejungfer schwirrt hm und her bis sie auf dem Zielkorn den rechten Platz gefunden hat. Fast eifersüchtig bin ich; diese neue Flinte ist mein Stolz, Freunde haben sie mir geschenkt, und ich gehe so behutsam mit ihr um, daß ich selbst den Libellen mißtraue. Aber diese wird ihr nichts tun; es ist ein wundergrünes Ding, em Weibchen also, und wartet vielleicht auf den dunkelblauen Ehe- herrn, der zu ihr gehört. Die Sonne blitzt aus chrem Leib die Flügel glänzen blatzbraunlch ft- tragen ein Schillern, daß man die Augen nicht abwenden ■ kann Aber noch ehe der Eheherr nahekommt, will . die Teufelsnadel da sitzen wo meine grüne See- , jungfer sitzt. Daß Verwandt- einander nicht leiden Die SA. der Standarte 116, die mit der Ausbildung der Wehrmannschaften in jüngster Zeit ein umfangreiches Arbeitsgebiet übertragen erhalten hat und in dieser Arbeit bereits sehr erhebliche Erfolge verzeichnen konnte, hat in den Besichtigungen der vergangenen Wochen, in den Appellen, bei den Hebungen uni) Märschen zeigen können, welche wertvolle Arbeit sie im Dienste der Wehrertüchtigung leistet. Diese Ausgabe stand in den vergangenen Wochen im Vordergrund. Die Wehrmannschaften treten seit wenigen Wochen auch äußerlich in schöner Geschlossenheit auf und sind, nach ihrer nunmehrigen Uniformierung, ein neues Element im Bild unserer Stadt. Neben diesen Aufgaben, die so im Dienst der Wehrertüchtigung geleistet wird, wird aber manche andere Aufgabe weitergepflegt, die nicht weniger wichtig ist. Eine dieser Aufgaben ist der Waldbrand- Streifendienst. Seit Monaten sind Sonntag für Sonntag Kameraden im braunen Ehrenkleid unterwegs, in den heimischen Wäldern, in den ausgedehnten Forsten zwischen Gießen und Annerod, im Schisfenberger Wald und im Bergwerkswald. Sie opfern die Stunden ihrer Freizeit, um einen Dienst zu tun, der, wohl nicht schwer, aber doch von großer Wichtigkeit ist. Wenn auch in unserer Volksgemeinschaft eine allgemeine Disziplin immer mehr erkennbar wird, wenn dank der intensiven Schulungsarbeit der Partei und ihrer Gliederungen, der einzelnen immer mehr im Sinne der Volksgemeinschaft denkt und handelt, so muß doch befürchtet werden, daß es immer noch einzelne Menschen gibt, denen es schwer fällt, sich einzuordnen und sich so zu verhalten, wie es im höheren Interesse nun einmal notwendig ist. Immer wieder werden einzelne Volksgenossen dabei ertappt, die als leidenschaftliche Raucher sich, so wenig im Zaume haben und es nicht unterlassen können, auch im Walde zu rauchen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Wenn auch nicht gerade im Augenblick, so ist doch in Sommerszeiten das Rauchen im Walde eine Gefahr für das wertvolle Volksgut, den deutschen Wald. Aus diesem Grunde setzt die SA.- Standarte aus den verschiedensten Stürmen Sonntag für Sonntag ihre Männer ein, um einen Aufsichtsdienst zu leisten, der im angedeuteten Sinne der Volksgemeinschaft dient. An jedem Sonntagmorgen melden sich bei verschiedenen Förstern der hiesigen Forstämter die Kameraden im Dienstanzug der SA., nehmen die Armbinden in Empfang, die sie äußerlich ausweisen, außerdem erhält aber je- roirbt. Mit dem Spaziergang der Waldstreife aber ist für die Beteiligten immer auch das schöne Gefühl einer Pflichterfüllung der Allgemeinheit gegenüber verbunden. N. sagte: „Ich lege Wert darauf, noch wißt, in welcher Gegend Ihr als Verwundete gelegen habt". Der klarste Beweis für die beifällige Aufnahme dieser Vorträge war es, daß jedes Lazarett (wie vorher jeder Truppenteil) nach dem ersten Vortrag alle anderen Vorträge ebenfalls belegte und nach dem Wechsel des Zuhörerkreises den gleichen Vortrag oft zweimal ausbat. Unermüdlich reiften die Redner des Landes fremd en Verkehrs verband Rhein- Main nach allen Richtungen zu den Lazaretten und augenblicklich kann der Verband auf die hohe Zahl von 265 Vorträgen blicken, durch die er den Kameraden in Bereitschaft oder im Lazarett interessante Stunden bereitet hat. Mehr als einmal konnten die Redner hören, daß eine solche Unterhaltung, die Kulturgeschichte, Volkskunde, Wanderung und viel Humor brachte, den nachhaltigsten und lebendigsten Eindruck hinterlassen Hal. Aus der Wunschkonzertspende des NS.-Reichs- kriegerbundes wurden große Beträge für alle die Zwillinge zur Verfügung gestellt, deren Geburt im Rahmen der Wunschkonzerte des Deutschlandsenders den Vätern im Felde durch den Aether verkündet wurde. Viele hundert Soldatenfrauen in allen Gauen Grohdeutschlands haben in den letzten Wochen unb Monaten den Besuch von Kreiskrieger- füljrern und Kameradschaftsführern erhalten, die ihnen im Auftrage des NS.-Reichskriegerbundes Sparkassenbücher als Grundstock für die Erziehung ihrer Zwillingskinder überreichten. Für diesen Zweck wurden zunächst 2OOOORM. aus der Wunschkonzertspende des NS.-RKB. für die Zwillingsspende zur Verfügung gestellt, weitere 50 000 RM. tarnen dann noch hinzu. Auch der Kreiskrieger- führer Regierungs-Oberveterinärrat Dr. M o n - narb konnte dieser Tage von der Reichskrieaer- führung eine solche Spende zur Heb ergäbe in Gießen in Empfang nehmen. Am Samstagnachmittag wurde an Frau Dorothee Schaffner, Fröbelstraße 2, die Spende durch^den Propagandaobmann Polizeimeister Diesel und den Geschäftsführer (Siebe mit einer kurzen Ansprache feierlich übergeben. Der Vater der Zwillinge (zweier kräfttger Jungen) Oberingenieur Schaffner vom Elektrizitätswerk Gießen steht zur Zeit als Unteroffizier in Norwegen. Frau Schaffner nahm die beiden Sparkassenbücher mit dem eingezeichneten Wert von je 50 RM. mit herzlicher Freude entgegen.. Besonders groß war ihre Freude über das sichtbare Zeichen der kameradschaftlichen Verbundenheit des NS.- Reichskriegerbundes mit den Kameraden an der Front. Aus der Stadt Gießen. Schöne Stunden im Botanischen Garten. Im Auftrag der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" fand gestern vormittag unter Leitung von Inspektor Nessel für eine stattliche Zahl von Besuchern eine Führung durch den Botanischen Garten statt, die jedem Teilnehmer nachhaltige Eindrücke vermittelte. Im Jahre 1609 wurde unser Botanischer Garten durch Schenkung eines Gartenstückes hinter dem Schloß begründet. Aus räumlichen Gründen mußte die forstbotanische Abteilung zunächst am Schiffenberg untergebracht werden, bis nach mehreren Geländeerwerbungen im Laufe von drei Jahrhunderten, unter verdienstvoller Aufbauarbeit verschiedener Professoren, der Botanische Garten in seiner heutigen Anlage mit etwa 15 000 Pflanzen zustande tarn. Daraus erklärt sich auch die Gliederung: die Baum- und Sträucherabteilung am Alten Schloß und den äußeren Rand entlang, etwas willkürlich und ohne Zusammenhang der einzelnen Baumfamilien angelegt; die Pflanzen- und Blumenabteilung, systematisch gegliedert in Nutz- und Zierpflanzen, Heilpflanzen, Giftpflanzen, Wasserpflanzen und in den Gewächshäusern die tropischen Pflanzen, Sträucher und Bäume; das Alpinum mit allen Alpenpflanzen vom Edelweiß bis zur Latschenkiefer. Inspektor Nessel gab Erläuterungen über Namen und Herkunft der wichtigsten Pflanzen, über ihre Eigenarten und über ihre praktische Verwertbarkeit. Den Zuhörern wurde in großen Zügen ein anschauliches Bild gegeben sowohl von der Mannigfaltigkeit unserer heimischen Pflanzenwelt mit besonderem Hinweis auf die wichtigsten Nahrungsmittel- und Gespinstpflanzen, wie auch der subtropischen und tropischen Gewächse, von denen beispielsweise die Reis- pflanze, der Kakaobaum und der Kaffeebaum ganz besondere Aufmerksamkeit hervorriefen. Den Dank aller Teilnehmer an den Vortragenden brachte ein Beauftragter der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zum Ausdruck. Bornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Bal pare". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der rettende Engel". Soldatenzwillingskinder erhalten Sparkassenbücher. weils einer der beiden Kameraden, die sich auf Waldstreife begeben, einen Ausweis, in dem feine Berechtigungen Umrissen sind. Schließlich werden vom Förster auch einige Formulare ausgegeben, auf denen diejenigen notiert werden, die gegen die selbstverständlichste Sorgfaltspflicht verstoßen. Die Männer der Waldstreife sind durch ihre Ausweise ohne weiteres berechtigt, Name und Wohnung derjenigen festzustellen, die im Wald rauchend oder unvorsichtig mit Feuer umgehend angetroffen werden. Von zuständiger Stelle wird dann auf Grund der Anzeige die Strafanzeige erstattet. Die Kameraden von der Waldstreife dürfen es nicht bei bloßen Verwarnungen belassen, denn nach den Erfahrungen, die man im Anfang dabei gemacht hatte, erschienen freundliche Warnungen als durchaus unzweckmäßig. Wer im Walde rauchend angetroffen wird, hat also Anzeige zu gewärtigen. Der Waldstreifendienst wird von der SA. während des ganzen Sonntags, also während der Zeiten des lebhaftesten Spazier- gängerverkehrs durchgeführt. Der Dienst auf Waldstreife wird von den Kameraden der SA. nicht ungern getan. In den Sturrn- und Truppabenden melden sich die meisten freiwillig hierzu. Der Dienst ist nicht schwer und führt zu längeren Spaziergängen in unsere schönen Wälder, zu Spaziergängen, die vielleicht nicht unternommen würden, wenn hier nicht gleichzeitig eine Pflicht erfüllt würde. Besonders schön ist es am frühen Morgen im Walde. Auf allen Gräsern blitzt der Tau, der über Nacht gefallen ist. Das Licht der Sonne fällt schräg in den Wald und wenn gar noch leichte Morgennebel in den Bäumen liegen, dann ergibt sich für das wache Auge manches schöne Bild, das wie eine Freude mit in den Alltag hinübergenommen wird. Wie viele Kameraden der SA. haben auf diesen Waldstreifen das Wild gesehen, das auf Lichtungen und an Wegrändern äst, so mancher hat den herrlichen Flug des Bussards in der Morgensonne gesehen, und so manche Waldstreife ist vom Eichelhäher mit Gekrächze begleitet worden, denn der Vogel fühlt sich verpflichtet, alles andere tierische Leben durch seinen Schrei aufmerksam zu machen, daß Menschen im Revier sind. Der gemeinsame geruhige Weg, den die Kameraden zu zweien unternehmen, hat die Kameradschaft gefördert, und in manchem Gespräch hat man sich näher tennengelernt. So mancher SA.- Kamerad hat vielleicht auch ein neues und stärkeres Gefühl für die Natur gewonnen, die ja auf solchen stundenlangen Wegen lebhaft anspricht und für sich dem für der g r zugeführt. Dillkreis. (Nachdruck verboten.) 12 Fortsetzung. es ge- 1 e a L d d fr LPD. Wetzlar, 28. Juli. Ein in Brandoberndor zu Besuch weilender zwölfjähriger Junge aus Fran? furt a. M. fah einem Manne beim Reinigen sein Pistole zu. Dabei löste sich ein Schuß. Die Kugel durchschlug den Mund des Jungen und verletzte diesen schwer. Er wurde dem Wetzlarer Krankenhaus cheiden. Trotz dieser Benachteiligung hielten die Gäste das Spiel offen und machten gefährliche Durchbrüche. Die Verteidigung der Gießener war zu weit aufgerückt, Hochstein bekam eine Vorlage, und schon war der Ausgleich erreicht. Kurz darauf übereinander und tut das so geschickt, daß recht erfreulich anzusehen ist. Hellwig tut ihr den Gefallen und sieht hin. „Sie werden es mir ja erzählen", meint er duldig. „Also, wissen Sie, ich verändere mich, nein, ich habe mich schon verändert. Und deshalb bin ich hier. Haben Sie eine Zigarette?" ,/Jch rauche nur Zigarren", sagt Wilhelm Hellwig und verbindet damit so etwas wie eine Sehens« anschauung. „Müssen Sie sich abgewöhnen. Zigarette ist wirkungsvoller, und den Schlips müssen Sie auch anders binden. So, sehen Sie mal an, ist es schon anders." Während sie verdächtig nahe an ihm herumzupft und er still hält, redet sie weiter. „Also, was ich sagen wollte^ geräubert. Ich kam gestern, Faust, Tore zu schießen, aber jedesmal wurde ein Mann angeschossen. Eisenacher von der Landmann-- schast hatte sich am Knie verletzt und mußte aus- 12. Es ist schon ein ander Ding, die Beine unter den eigenen Schreibtisch zu stecken. Der große Chan empfindet das jeden Morgen, und mit ihm empfindet es der Dackel Pumps, der jetzt nicht mehr einsam in der Wohnung zu bleiben braucht, sondern der mitgeht und in der Ecke schläft. Manchmal werfen Herr und Hund einander verständnisinnige Blicke zu, die etwa so viel wie: Es ist wunderschön so, besagen, und die das große Geheimnis der beiden sind. Wilhelm Hellwig merkt nichts davon. Er sitzt stolz auf seiner Seite — die beiden Schreibtische stehen, wie das sein muß, einander gegenüber — und denkt daran, wie es sein wird, wenn an diesem Schreibtisch einmal eine gewisse Tilde Rohloff sitzen wird. bißchen mit einer gewissen Tilde Rohloff spazierengehen. Durch einen Wald, von dem man unklare Vorstellungen hat, oder über eine Wiese. Man könnte ihr, wenn sie jetzt da wäre, beispielsweise einen Brief diktieren, der auch unwichtig sein könnte. Rur, damit man ihr zusieht. Es war dumm, das Mädchen allein fahren zu lassen. Warum ist er. eigentlich nicht mitgefahren? So zu zweit ist alles viel leichter, und vielleicht braucht man Holzmann nicht einmal. Ob man ihn nicht einfach davon überzeugt, daß man nachfahren muh? Hellwig findet, daß er das heute noch könnte. Vielleicht ruft Tilde heute noch an, wo er allein ist, und sobald sie anruft, wird er ihr sagen, daß er hinkäme. Er wird seinen kleinen Wagen nehmen und den Fahrer einfach wegschicken. Der kann am Freitagnachmittag oder am Samstagfrüh kommen und sie abholen. Zwei Tage auf der Zielsuche, eine wundervolle Sache. In diese sehr hübschen Ueberlegungen hinein platzt Agnes Sprenger. „Sieh an, Herr Hellwig", lacht sie und sieht sich neugierig um, „muß doch mal sehen, wo und wie Sie eigentlich hausen." „Nehmen Sie Platz, Fräulein Sprenger." Hellwig findet, daß der Besuch eine ganz nette Abwechslung bedeutet, trotz einer gewissen Tilde. „Suchen Sie etwa meinen Teilhaber? Der ist gerade nicht hier." Agnes Sprenger übergeht das. „Sie fragen mich ja gar nicht, wieso ich jetzt Zeit habe." Sie setzt sich hin, schlägt die Beine Gästen machten sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Die Platzherren konnten durch drei Tore den Sieg sicherstellen. Die Gäste gaben sich aber noch nicht geschlagen und holten auch ein Tor auf. Italienisches Pferd Sieger im „Braunen Band^. Auch im Kriegsjahr 1940 wurde in München das „Braune Band von Deutschland" in gewohnter Werse als Höhepunkt her großen Rennwoche gelaufen, bei deren Durchführung dem Ernst der Zeit Rechnung getragen wurde. Das Rennen endete mit dem Siege des italienischen Dreijährigen Bellini unter Jockey P. Gub ellini vor Tatjana, Wildling und Son- nenorden. ihrer besseren Technik das Spiel klar mit 3:0 sich entscheiden. Oie Entscheidung in Watzenborn-Steinberg. schieferbergbau Preußens ausbildet, fand dieser Tage im Beisein des staatlichen Kommissars des Oberbergamts Bonn und des Schulvorstandes die Abschlußprüfung des 49. Lehrganges statt. Don den zu^ Beginn des Krieges der Klaffe angehörenden 20 Schülern stehen 12 zur Zeit unter den Waffen; die übrigen haben sämtlich die Abschlußprüfung bestanden, und zwar mit dem Prädikat „Gut" die Schuler Heinrich Göbel aus Wölfersheim, Jofef Heimann aus Tringenftein, Wilhelm Hofmann aus Heckholzhausen, Ludwig Kaufmann aus Bad Ems sowie Heinrich Wittmann aus Weckes he im bei Friedberg. Die Note „Befriedigend bestanden" erhielten die Schüler Walter Ebener aus Altenseelbach (Kreis Siegen), Ottmar Reeh aus Nanzenbach und Valentin Weidemann aus Rommers (Rhön). Zur schweren Bluttat bei Schwickershausen. Die Aufittegsspiele zur Bereichsklasse aehören Vergangenheit an. Verlor der Meister des Kreises Gießen im Vorspiel am vergangenen Sonntag in Langenselbold, so blieb er im gestrigen Rückspiel mit 1:0 mehr als verdient Sieger. Bei einem Punkteverhältnis von 2:2 steigt Langenselbold, der Meister des Kreises Hanau, mit dem besseren Torverhältnis zur höchsten Klasse, der Bereichs klasse, auf. Zum zweitenmal blieb den „Teutonen" der Endsieg ver- LPD. Frankfurt a. M., 27. Juli. Zu schweren Ueberfall auf eine 23jährige Büroangestellte aus Frankfurt a. M. in der Feldgemarkung Schwickershausen wird noch mitgeteilt, daß bereits imIuni dieses Jahres in der Gemarkung F r i e d- b e r g in O b e r h e s s en in der Nähe des Forst- Hauses Winter st ein eine Frau überfallen und durch eine Anzahl Messerstiche verletzt wurde. Auch in diesem Falle war von dem Täter ein Sittlichkeitsverbrechen beabsichtigt. Blindlings stach er gelang dem gleichen Spieler dasselbe Manöver. Dies war den Gießenern zu viel. Sie bestürmten das Gästetor, aber es wurde nicht geschossen. Die letzten Minuten gehörten der Stadtelf, aber zu Erfolgen reichte es nicht mehr. VfV.-R. 1. Jugend — 1900 1. Jugend 0:3. > Dor diesem Spiel standen sich die ersten Jugend- mannschaften der Lokalrivalen 1900 und VfBvR. gegenüber. Die Blau-Weißen konnten auf Grund 'Öie fdjorio Melusine Roman bon Hans Richter SJl.-'fpoTi Spannende Wballka'mpfe des Sonntags sagt. Das Spiel war äußerst spannend und begann mit flotten Angriffen der Platzmannschaft. Stets lag sie im Angriff, leider aber war der einheimische Sturm wieder mit allzuvielem Schußpech gesegnet, sonst wären die entscheidenden Tore schon in der ersten Spielhälfte gefallen. Harnisch trifft den Pfosten, Heil schießt aus kürzester Entfernung über das Tor, zwei weitere Bälle ganz knapp vorbei, Schmitt köpft um Zentimeter über die Latte, dann kommt er in ganz aussichtsreicher Stellung nicht zu dem von ihm gewohnten Schuß, Ziegler knallt einen Ball an den Pfosten und Haas auf Rechtsaußen setzt allem die Krone auf, als er im Strafraum mit dem Ball am Fuß am linken Verteidiger vorbeigeht, den Tormann umläuft, kurz vor dem leeren Tor steht, und den Ball an die Querlatte schießt. Auch die 2. Halbzeit sah die Platzmannschaft ständig im Angriff, die Gäste dagegen verteidigen massiv, spielten auf Zeit und verlegten sich nur auf gelegentliche Durchbrüche. Mitte der zweiten Halbzeit gelang Schmitt, dem unermüdlichen Motor im Sturm der „Teutonen" der erste Treffer dieses Spieles, der aber auch der einzige bleiben sollte. Alle weiteren Versuche scheiterten an der immer mehr verstärkten Gästehintermannschast. Während Langenselbold wieder mit der gleichen Elf vom vergangenen Sonntag, also mit seinen 5 ganz ausgezeichneten Gastspielern antrat, bestritten die „Teutonen" das von Schiedsrichter P o st geleitete Treffen mit folgender Elf: R. Burger; K. Sch-mandt, Fett; Martini, Hirz, K. Buß; Haas, Ziegler, Schmitt, Heil, Harnisch. Rodheim — Heuchelheim 5:3 (2:2). Einen interessanten Kampf sah man in Rodheim. Die Gäste waren in der ersten Spielhälfte besser und konnten die Führung an sich reißen. Kurz darauf hieß es sogar 2:0. Das war den Rodheimern zuviel, und noch vor der Pause hatten sie ausgeglichen. Nach dem Wechsel waren die Platzherren besser; bei den So gegen neun treten die Wagenführer ein und erstatten Bericht. Dabei müssen auch die Wagenwäscher, deren Beine in ungeheuren Gummistiefeln stecken, zugegen sein, und es wird alles besprochen. „Hat Fräulein Rohloff schon angerufen?" fragt Hellwig. Holzmann meint, das sei doch nicht möglich, sie wolle doch erst am Donnerstag — aber Hellwig übergeht es. „Hätte doch sein können." Wenn die halbe Stunde, die Wagenrapport genannt wird und die ebensogut ausfallen könnte, überstanden ist, werden die beiden Teilhaber vertraulicher. „Ich sage Ihnen, das wird", brüstet sich Hellwig. „Sehen Sie, die Thurn und Taxis, das waren doch aud) Fuhrunternehmer." „Sie patten das Postregal", betont Holzmann. „Wieso Regal? Ach so, richtig. Na ja, jetzt sind sie Fürsten." „Fürsten wollen wir ja gerade nicht werden", meint der große Chan. „Nee, aber ’n Bankkonto sammeln, Betrieb ver- arößern. Haben Sie schon mit den Autoleuten gesprochen wegen Sommernachtstraum?" „Geht doch alles in Ordnung. Der Wagen wird am Donnerstag geliefert." „Sagen die." Hellwig hat andere Erfahrungen gemacht, hinterher muß man fein, Holzmann, immerzu muß man hinterher sein. Daß man Wagen kriegt, daß man Kundschaft kriegt, daß die Leute zufrieden sind!" „Ja", Jagte der große Chan. ,^tf) würde die nächste Wochenendfahrt ganz gern mit Fräulein Rohloff besprechen", denkt Hellwig laut, denn jetzt, wo Tilde nicht da ist, scheint ihm alles viel einfacher. „Na also, fahren Sie doch hin", ermuntert ihn Holzmann. ,Hch weiß doch nicht, wo sie ist." „Dann warten Sie", sagt Holzmann ungerührt. Und weil er etwas unternehmen will, fährt er fort: „Ich gehe jetzt einmal in die Werkstatt und sehe nach dem Sommernachtstraum." Hellwig ist froh, daß der Teilhaber draußen ist. Später wird das ja anders werden. Aber vorläufig möchte man ruhig dasitzen und seinen Gedanken nachhängen. Man möchte in diesen Gedanken M Dillenburg, 28. Juli. An der Bergschule in Dillenburg, die sowohl Bruchmeister und Bettieds- führer für die Betriebe der Industrie der Steine und Erden wie auch Betriebsführer oder Obersteiger sowie untere technische Werksbeamte (Gruben- und Tagessteiger) für die im rechtsrheinischen Teil des Oberbergamtsbezirks Bonn gelegenen Bergwerke sowie für den gesamten Erz-, Braunkohlen- und Dach- Aus dem Reich. Weltkriegsverwundete spenden 1,5 Millionen Mark. Die kriegsverletzten Frontsoldaten der NS.« Kriegsopferversorgung haben von ihrer Frontzulage, die sie als Ehrensold erhalten, einen Betrag von 1540 000 RM. zusammengetragen und den Wehrmachtskameraden als Anerkennung für ihre fanatische Leistung und afe Dank dafür zur Verfügung gestellt, daß sie als Soldaten des Fuh- ter5 das vollenden, was sie als Frontsoldaten des Weltkrieges begonnen haben. Die Spende wurde dem Kriegshiffswerk des Deutschen Roten Kreuzes zugeführt. Der Reichskriegsopferführer Ober- lindober hat seinen Kameraden Dank und Anerkennung für diese Spende ausgesprochen. Der Sieg des Führers und der deutschen Waffen werde dieser SperNe verwundeter Frontsoldaten des Weltkrieges die Weihe geben. Drei Millionen NM. Neichsmittel für landwirtschaftlichen Wegebau. Die Steigerung unserer landwirtschaftlichen Produktton innerhalb der Kriegserzeugungsschlacht erfordert ein immer besseres Netz landwirtschaftlicher Transportwege. Vorhandene Wirtschaftswege müssen leistungsfähiger gestattet, neue Wirtschaftswege in den noch nicht genügend erschlossenen Gegenden geschaffen werden. Von 1933 bis 1936 wurden 16553 Kilometer neue Wirtschaftswege geschaffen oder verbessert. Auch für die Kriegserzeugungs- schlacht spiell der landwirtschaftliche Wegebau eine große Rolle. Deshalb sind aus dem Reichsstock für Arbeitseinsatz, der der wert schaff enden Arbeitslosenfürsorge dient, der Deutschen Rentenbankkreditanstalt besondere Mittel in Höhe von drei Millionen RM. zur Verfügung gestellt worden: Sie werden dar- lehnsweise zwecks Förderung des landwirtschaftlichen Wegebaues zu besonders günstigen Bedingungen vergeben. Als Darlehnsnehmer kommen Gemeinden und Gemeindeverbände, Wasser- und Bodenver- bände, sonstige Körperschaften und Anstatten des öffentlichen Rechts und Gemeinschaften von Um- legunasbeteiligten in Betracht. Wegen der volks- wrrtschafllichen Bedeutung der Maßnahme beträgt der Zinssatz nur IV2 v. H. Die Lauf zett ist rund 24 Jahre. Die Darlehen werden bei den bezirklichen Kreditinstituten auf Vordrucken beantragt. Freizeitregelung für Jugendliche im Einzelhandel. Durch einen Erlaß des Reichsarbeitsministers ist die Freizeit der Jugendlichen im Einzelhandel n u geregelt worden. Die bisher vom Jugendschutzgesetz zugelassenen Ausnahmen setzten voraus, daß Jugendliche mit Mehrarbeit beschäftigt werden. Das ist aber im Einzelhandel meist nicht der Fall, schon im Hinblick auf die verkürzten Geschäftszeiten. Für die Einzelhand-elsbetriebe kommt es auch nicht auf längere Arbeitszeiten an, als vielmehr darauf, daß während der Geschäftszeiten die den Betrieben verbliebenen Arbeitskräfte auch tatsächlich anwesend sind. Es wird deshalb bestimmt, daß für die Jugendlichen über 16 Jahre nur noch alle zwei Wochen ein „ freier Nachmittag ab 14 Uhr zu gewähren ist. Leben smittelaeschäfte mit höchstens drei Gefolgschaftsmitgliedern sind von der Verpflichtung befreit. Die Betriebssührer müssen aber die notwendige Freizett zu Einkäufen und zur Erledigung persönlicher Angelegenheiten geben. Jugendlichen unter 16 Jahren ist wie bisher wöchentlich ein freier Nachmittag oder abwechselnd ein freier Dor- oder Nachmittag zu gewähren. Sonderverhältnissen können die Gewerbeaufsichtsämter Rechnung trägem Er steht auf und macht Anstalten, sein Zett zusammenzuschlagen. „Wollen Sie denn auch schon fort?" fragt Tilde. „Wahrscheinlich." ,Hch dachte. Sie ..." „Ich habe was vor heute." ,Zch habe auch was vor", erwidert sie trotzig. „Also schönen Dank für das Frühstück, und wenn wir uns das nächste Mal treffen, besorge ich das Frühstück und koche die Eier." „3n Lüchow macht das der Koch. Ich glaube fogar, die haben einen Küchenchef", brummt er. „Viel Spaß in Lüchow." Als Tilde wieder von ihrem Zett zurückkommt und nach ihm sehen will, schwimmt sein Boot schon weit draußen. Der Mann sitzt nach vorn gebeugt drin und treibt es mit langen Schlägen auf Gus- sow zu. Mit sehr kräftigen, sehr zünftigen Schlägen. Er ist doch ein Flegel, denkt Tilde. Ohne auf Wiedersehen zu sagen — ein ganz großer Flegel. Und den Groschen hat sie ihm auch nicht zurück- gegeben. GtadtGießen - LandGießenl: 2 (1:0) Die Landmannschaft hat das Spiel knapp für sich entscheiden können! Schuld an der Niederlage der Stadtelf ist vor allem die Stürmerreihe, die vollkommen versagte. Beide Hintermannschaften waren gut. Die Gäste waren viel eifriger und errangen einen verdienten Sieg. Vor dem Spiel begrüßte der Staffelleiter Zitzer die Spieler und wies darauf hin, daß das Spiel als Werbespiel aufzufassen sei. Im Anschluß daran gratulierte er dem Spielführer der Sportgemeinschaft Großen-Buseck zur errungenen Kriegsmeisterschaft der Kreisklasse und überreichte ihm eine Urkunde. Die Gäste hatten Anstoß und schon mußte die Verteidigung der Stadtelf eingreifen. Das Spiel wurde in scharfem Tempo geführt. Die Mannschaften waren sich ziemlich gleichwertig, bis sich die reifere Spielweise der Stadtelf bemerkbar mochte. Man beobachtete wunderbare Kombinattonszüge, aber der Torschutz ließ auf sich warten. Nachtigall auf Linksaußen ließ Torchancen aus. Die Stadtelf hatte nunmehr klare Vorteile, die Gäste mußten stark verteidigen. Erst in der 21. Minute wurde die Stadtelf für ihre schöne Spielweise belohnt. Eh- mann flankte zu Nachtigall, der den Ball zum ersten und damit einzigen Tore einschoß. Die Gäste hatten eine klare Torchance, als die Verteidigung den Ball verpaßte, aber Hochstein schoß frei vor dem Tore stehend darüber. Wer geglaubt hatte, die Gießener würden nach der Pause besser, wurde sehr enttäuscht. Die Mannschaft brachte Angriff auf Angriff vor das Tor der Gäste, aber hier versuchten die Stürmer zu kreiseln, was ihnen aber nicht gelang. Was in der Folge an Torgelegenheiten verfaßt wurde, ist kaum zu beschreiben. Jeder der Sturmer versuchte auf eigene ein bißchen später — kann doch mal Vorkommen —, wir hatten eben eine Panne und blieben liegen." „Wer ist wir?" „Ein guter Bekannter und ich. Ist ja Nebensache. Hauptsache ist, der Alte macht Krach, ich sag ihm die Meinung. Er sagt: „Nächstes Mal, Fräulein Sprenger." Ich sag: Ich kann ja auch gleich gehen. Na, so gibt ein Wort das andere, und nun bin ich hier." „Wir Haden keinen Posten zu besetzen, Fräulein Sprenger." Wilhelm Hellwig bedauert bas beinah. Natürlich, die Sprenger ist nicht Tilde, und Tilde ist nicht die Sprenger, aber mit Agnes Sprenger kann man anders reden, so, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Das farm man mit Tilde nicht, und das ist es gerade. „Weiß ich, weiß ich, kommt auch gar nichj in Frage. Sie haben ja die kleine Rohloff, nettes Mädel, nicht? Sagen Sie mal, paßt die eigentlich so für Ihren Betrieb?" So eine Krabbe, denkt Hellwig. Natürlich ist sie neidisch, denkt er weiter und findet innerlich, daß er doch eine ganz gute Partie darstellt, auch wenn er seinen Schlips noch nicht richtig binden kann. „Sie haben schon etwas in Aussicht, Fräulein Sprenger?" fragt er laut. ,Hn Aussicht! Ich bin sofort eingefprungen. Fabelhafte Sache, Skriptgirl bei Kolossalfilm! Mein Bekannter hat da eine wichtige Stellung." „Was heißt Skriptgirl?" will Hellwig wissen. „Sehr wichttger Posten. Man ist bei allen Aufnahmen dabei, man schreibt alles auf, die Kleider, «die getragen worden sind, die Requistten. Mein Bekannter hat die Leitung. Wir haben gerade Motive für Außenaufnahmen gesucht. Kostümfilm, Hellwig! Spielt an einem See in Ostpreußen. Warum denn gerade in Ostpreußen? sag ich. Haben wir doch in der Mark genau so. Also wir fahren 'rauf, mieten ein Motorboot, gehört einem Industriellen, der es in den nächsten Wochen nicht braucht, finden alles, wie es sein muß, einsamer Platz. Sie halten es für Ostpreußen, wenn Sie es im Film sehen, auf mein Wort, Hellwig. Und eine Unter fünf t, wo wir alles beisammen haben, Regiestab, Schauspieler. In einem Schloß." „Und wo liegt die ganze Herrlichkeit?" (Fortsetzung folgt) auf sein Opfer ein, als dieses sich zur Wehr setzte. In beiden Fällen deutet der Tatverlauf darauf hin, daß es sich hier mit Wahrscheinlichkeit um den gleichen Täter handelt. Außerdem ist die Personalbeschreibung des Täters, die von den beiden Ueber- fallenen abgegeben wurde, überein st immend. Bemerkt sei, daß die im Juni überfallene Frau den Täter ein Stück Weges barfuß gehen sah und daß wenige Tage nach der Tat in Schwickertshausen am 20. Juli 1940 in der Nähe von Kirberg, Rrns Limburg, auf dem Wege von Heringen zum Kal- tenholzhausener Wald ebenfalls ein Mann, auf den die Beschreibung der beiden Ueberfallenen zutrifft, barfuß gehend gesehen wurde. Da anzunehmen ist, daß der ruchlose Sexualverbrecher ein Landstreicher ist, der sich noch im Hinteren Taunus bzw. im Kreise Limburg aufhält, wird um rege Mitfahndung der Bevölkerung gebeten. Beschreibung des Täters: Etwa 30 bis 35 Jahre alt, ca. 1,65 bis 1,75 Meter groß, voll- schlank, dunkles Haar. Der Täter trug einen graugrünen Leinenkittel; evtl, trägt er jetzt einen blauen Arbeiteranzug. Er war ohne Kopfbedeckung. Nach seinem Aussehen gehört er dem Arbeiterstande an. Wer hat in der letzten Zett einen barfuß gehenden Mann beobachtet? Welcher Landwirt oder Gewerbe- treibertbe hat einen Mann wie oben beschrieben, in der letzten Zett vorübergehend beschäftigt? Angaben hierüber nimmt jede Polizei- oder Gendarmeriestation entgegen. neu Kreuz I. Klasse verliehen. — Der Oberarzt unserer Gießener Frauenklinik, Dr. Artur W i e ß m a n n, bisher Feldunterarzt, wurde zum Assistenzarzt der Wehrmacht befördert. — Das Eiserne Kreuz II. Klasse erhielt der Sanitätsunteroffizier Alfred I ä g e r, der gegenwärtig verwundet in einem Reservelazarett liegt. ** Wegfall der Bezugschein- und Kleiderkartenregister. Bisher mußten die von der Reichskleiderkarte abgetrennten Teilabschnitte und die entwerteten Bezugscheine vom Einzelhandelskaufmann erfaßt und in Listen aufgenom- men werden. Diese Vorschrift wurde nunmehr vom Reichsbeauftragten für Kleidung und verwandte Gebiete aufgehoben. Damit ist dem Textileinzelhandel eine gewisse Erleichterung seiner Verwaltungsarbeit geschaffen worden, die durch die Fortentwicklung des Punktsystems möglich wurde. ** „Kamerad Humor". Zum zweitenmal innerhalb weniger Wochen schickt der Landesfrem- denverkehrsverband Rhein-Main ein heiteres Faltblatt „Kamerad Humor" an Truppe und Lazarett. Die erste Ausgabe fand soviel Beifall, daß man eine zweite Folge herausbrachte und die Auflage auf 50 000 Stück erhöhte. Das Blatt bringt auf feinen 16 Setten wiederum Proben rhein-mainischer Gedichte und Anekdoten und ist mit witzigen Zeichnungen geschmückt. Rotizen für den 30. Juli Sonnenaufgang 5.16 Uhr, Sonenuntergang 20.56 Uhr. — Mondaufgang 1.10 Uhr, Monduntergang 16.57 Uhr. Notizen für den 31. Juli Sonnenaufgang 5.17 Uhr, Sonnenuntergang 20.54 Uhr. — Mondaufgang 1.54 Uhr, Monduntergang 17.53 Uhr. Mond in Nordwende. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. * Dau bringen, 28. Juli. Der Gesangverein „Sängerlust" gab dieser Tage in einem Gießener Lazarett ein Gesangskonzert. Die Verwundeten und das Pflegepersonal nahmen die Darbietungen des Chores mit großer Freude auf. Dem Konzert wohnten auch Vertreter der Partei und der DAF. bei. * Rödgen, 28. Juli. Der Unteroffizier Fritz S ch m i d t von hier, der bei den schweren Kämpfen in Frankreich verwundet wurde, erhielt für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz II. Klasse. Kreis Bübingen. K Schotten, 27. Juli. Das Fest dergoldenan Hochzeit begingen heute unsere Mitbürger Karl Becker und Frau Elise, geb. Boos. Becker ist von Beruf Friseur und Heilkundiger. Bis heute noch ist er aktiver Sänger des Männerchors, der ihn zu seinem Ehrenmitglied ernannt hat. Viele Ehrungen wurden dem Jubelpaare zuteil. —In der Vogelsbergstraße hat die Stadt die vorbeifließende Nidda geradlinig legen lassen, und damit ein breites Stück Gelände an der Straße gewonnen, das für die Rennen „Rund um Schotten" ausgenutzt werden, kann. — In der hiesigen Försterschule finden gegenwärtig laufend Ausbildungskurse für Waldarbeiter, für Lehrlinge und Lehrmeister statt, die durch sachkundiges Personal im Waldbau und in der Holzernte geschult werden. — Unter Leitung des Kreishandwerksmeisters K o s s a tz fand hier eine Besprechung mit den Handwerkern der Stadt und Umgegend statt, in der der kommende Einsatz des Handwerks besprochen wurde. Ebenso wurde auch in einer Tagung der Bauernführer eine Reihe von Fragen, besonders die Frage der Steigerung der Milchproduktion erörtert. Kreis Wehlar. warne et)® S 'To