Samstag. 29. /Sonntag, 30. Juni 1940 Gießener Anzeiger (90. Jahrgang Nr. (52 Erscheint täglich, anher Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giehener ^amilienblötter | HeimatimBild DieScholle Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhr des Vormittags Grundvreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mie Breite? Pf., Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffelü Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/o mehr Ermäßigte Grundvreise Bäoeranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte • 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift! „Anzeiger" Postscheck 11686 Franks ^M. vrühlsche UniverMtsdruckereiR. Qmge General-Anzeiger für Oberhessen .k6«.gs.eiero6.t-» SiebessarabischeFragegeW Rumänien tritt Bessarabien und die nördliche Bukowina an Rußland ab. 2H o 5 f a u, 28.6. (DRV.) Die TASS gibt am Freitag bekannt, daß am 26. Juni die Sowjetunion dem rumänischen Gesandten in Moskau, Davidescu, ein Ultimatum überreicht habe, in dem die Sowjetunion die jofortigeRückgllederqng bernürdlichenBukowinasowieVessara- irlens verlangt. Am 27. 3uni hat die rumänische Regierung dem Auhenkommissar Molotow eine Anl- ivort überreicht, in der es heißt, daß die rumänische Regierung bereit fei, über die fraglichen Gebiete zu verhandeln. Der Auhenkommissar fragte den yotfchafter Davidescu, ob Rumänien prinzipiell mit frer Abtretung der besagten Gebiete einverstanden lei, da die Rote der rumänischen Regierung diese Zusage nicht enthält. Der rumänische Botschafter erklärte, die rumänische Regierung sei mit den Vor- chlägen der Sowjetregierung einverstanden. Daraufhin richtete die Sowjetunion am 27. 3uni rine zweite Rote an Rumänien, in der es heiht, ixifo die Sowjetunion die Räumung der beugten Gebiete innerhalb von vier Lagen, angefangen am 28.3uni, 12 Uhr Ortszeit, und die sofortige Besetzung der Städte Akkerman, Czernowitz und Aischinew fordert. Die rumänische Regierung erklärte sich damit einverstanden, bat jedoch i»ie Sorvjetregierung, die Räumungsfrist zu verlängern. Sie erklärte sich sofort bereit, Vertreter ifir eine Kommission zu ernennen, die die Räu- nungs- und Abtretungsfragen bereinigen sott. Die Sowjetunion hat ihrerseits General Koslow und ben General Boldin zu Vertretern in Vieser Kommission ernannt. Die Verhandlungen sotten in Odessa geführt werden. Ab 28. 3uni, um 14 Uhr Ortszeit, haben sich die sowjetrussischen Truppen in Richtung der Städte Czernowitz, Kischinew und Ufterman in Bewegung gesetzt. * Daß die besfarabische Frage aus die jetzt erfolgte Weise gelöst worden ist, hat sich Rumänien zum iberwiegenden Teil selbst zuzuschreiben. Es hat im vergangenen Jahr ohne weiteres die englische Garantie", deren tatsächlichen Wert es hätte leimen müssen, gern angenommen. Das ist insofern vesentlich, als sich die englische Garantie für Ru- -nänien in ihrer Tendenz gegen Deutschland rich- :ete, während Rumänien von Deutschland nicht das geringste zu befürchten hatte. Im Verlauf des Krieges hat sich Rumänien dann zu einer klaren, eindeutigen Haltung gegenüber den großen europäischen Problemen nicht rechtzeitig entschließen können. Eine gewisse Klärung trat erst ein, als sich die Seutschen Waffen auf einem Kriegsschauplatz nach iem andern durchgesetzt hatten. Die nun erfolgende Schwenkung Rumäniens war jedoch nur noch eine Selbstverständlichkeit ' gegenüber vollzogenen Tat- ächen, nicht aber ein Ausdruck selbständiger poli- r.scher Dispositionen.. Die Folge des von Rumänien verfolgten schwankenden Kurses war eine Zuspitzung n der stets offen gebliebenen bessarabischen Frage. Sowjetrußland hat ja die willkürliche Zuweisung 3essarabiens '1919 an Rumänien durch die West- riächte niemals anerkannt, auch nicht in dem rus- 'sch-rumänischen Nichtangriffsvertrag. Als Molotow Anfang April in seiner Rede vor dem Obersten Sowjet die öffentliche Aufmerksamkeit auf die 3essarabien-Frage als auf ein strittiges Problem Unlenkte, glaubte Rumänien noch immer, auswei- ifrenb antworten zu können. So kam es schließlich Lazu, daß Sowjetrußland sich zu einer kurzfristigen Regelung dieser alten Streitfrage entschloß. ~ Der ganze Vorgang ist wiederum eine typische folge jener Politik, mit der England solche Staaten zu beglücken pflegt, die mehr oder weniger offen s ine Partei nehmen. Inzwischen hat Rumänien tenn auch offiziell die Bestätigung dafür bekommen, daß England nicht im Traume daran denkt, ms seiner an Rumänien gegebenen Garantie irgendwelche Konsequenzen zu ziehen; denn das halbamtliche englische Reuterbüro versichert eilig, »aß „jetzt Operationen gemäß der englischen Garan- le an Rumänien nicht in Frage kommen", daraus mag Rumänien die Folgerung ziehen, daß er von England gegebenenfalls genau so geopfert vorden märe,mie schon vor ihm andere Staaten. Cs hat also zweifellos gut daran getan, sich mit ter von Rußland geforderten Regelung einverstan- ten zu erklären. Bei Besfdrabien und der nördlichen Bukowina hindelt es sich um ein Gebiet von rund 45 700 Lvadratkilometer mit über drei Millionen Men- syen, das zwischen Pruch, Dnjestr, der unteren Jcnau und dem Schwarzen Meer liegt. Die Bevvl- k-rung ist. stark gemischt aus Rumänen, Russen, Bulgaren, Deutschen, Ukrainern, Tartaren und einer sehr hohen Zahl von Juden, die vor allem u den Städten stark überwiegen. Hauptstadt ist kischinew mit etwa 110 000 Einwohnern. Das Gebiet ist bekannt für seine außerordentliche Fruchtetest besonders an Getreide, Wein, Obst, Hirse mb nicht zuletzt an Sojabohne, mit denen bereits i » 000 Hektar bestellt sind. (6000 Waggons Bohnen in Jahr.) Der Name Bessarabien hat mit Arabien ^chts zu tun, er geht vielmehr zurück auf Bassarab wat Großen, der 1310 dort die „Tara Romaneasca", eilt rumänisches Reich gründete. . Bessarabien, im Altertum von Skythen bewohnt, m 3. Jahrhundert von Goten besetzt, seit 1367 zum Moldau-Fürstentum gehörig und mit ihm unter «bischer Herrschaft, kam nach fünf Befreiungs- '^egen im Frieden von Bukarest 1812 aus türkiser in russische Hand. 1814 bis 1842 erfolgte die TTiwanderung zahlreicher deutscher Kolonisten. Nach ■tom Krimkriege gehörte Bessarabien von 1856 bis zu Rumänien, dann wieder zu Rußland. Schon l-24 hat Rußland auf einer russisch-rumänischen Rmfereng in Wien vergeblich eine Volksabstimmung für Bessarabien gefordert, in dessen Städten wie im Großgrundbesitz und in einem beträchtlichen Teil der bäuerlichen Bevölkerung auch heute noch Russisch gesprochen wird. Neben zwei rumänischen und zwei jiddischen erschienen fünf russische Zeitungen, die aber gegen Ende 1938 verboten wurden. Da Rumänien die Sowjetunion nicht anerkannt hatte, bestand auch keinerlei Verkehr über den Grenzfluß Dnjestr, dessen sämtliche Brücken abgebrochen worden waren; erst vor zwei Jahren wurde eine einzige wiederhergestellt, über die dann eine Eisenbahnlinie führte. Die starke Annäherung Rumäniens an das frühere Polen war seinerzeit in erster Linie durch die besfarabische Frage begründet. Wohnhäuser, wurden Bomben geworfen, wobei mehrere Personen getötet oder verletzt wurden. Unsere Nachtjäger schossen drei feindliche Flugzeuge ab. Bei einem Angriffsversuch auf den Flugplatz Stavanger-Sola wurde ein britisches Flugzeug noch während des Anfluges über See abge- fcho-sen. Die Flak-Artillerie der Kriegsmarine schoß zwei feindliche Fleugzeuge ab. Insgesamt verlor der Gegner am 27.3uni 12 Flugzeuge in Luftkämpfen und 4durchFlak- Abschuß. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt. Kapitänleutnant Prien versenkte wieder 40100 BRT. - Rüstungswerke und Hafenanlagen in Süd- und Mittelengland erfolgreich mit Bomben belegt. - 16 Jeindflugzeuge vernichtet. Lebhafte Aktionen der italienischen Luftwaffe. Rom, 28. 3unl (DRB.) Der italienische Heeresbericht Rr. 17 laufet: Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Lebhafte und glänzende Aktionen der Luftwaffe in Rordafrika und 0 ft a f r i f a. Feindliche rückwärtige Verbindungen und motorisierte englische Abteilungen sind an der Lyre- naika-Grenze wirksam mit Bomben belegt worden, wobei beträchtlicher Schaden angerichtet wurde. 3n Luftkämpfen ist ein englisches Flugzeug über Asmara zur Landung gezwungen worden. Die unversehrt gebliebene Besatzung wurde gefangen genommen. Heber Asfab wurde ein Flugzeug ab- geschossen, zwei weitere wurden schwer beschädigt. Die Kanal- und Atlantikküste Frankreichs fest in deutschem Besitz. Die französischen Truppen in Nordafrika legen die Waffen nieder. Einstellung der Feindseligkeiten in Syrien. Der Wehmachtsbericht vom Mitag. Führerhauptquartier. 28. 3uni. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Wie im Waffenstillstandsoertrag vorgesehen, erreichten unsere im Lüstenstreifen vorgehenden Schnellen Abteilungen gestern abend südlich Bayonne die spanische Grenze. Damit ist die gesamte Kanal - und Atlantik-Küste Frankreichs in unserem sicheren Besitz. Kapitänleutnant Prien meldet die Versenkung von 40 100 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes. Kampfverbände der Luftwaffe griffen auch in der Rächt zum 28. Juni Rüstungswerke sowie Hafenanlagen in Süd- und Mittel- England erfolgreich mit Bomben an. Explosionen und ft arte Brände wurden teilweise noch lange nach den Angriffen beobachtet. Am 27. Juni flogen tagsüber an verschiedenen Stellen der niederländisch-belgischen Küste britische Flugzeuge ein. Sie wurden von unseren Jagdflugzeugen angegriffen, wobei an einer Stelle alle 6 eingeflogenen Flugzeuge abgeschos- s e n wurden. Zwei anderen Flugzeugen gelang es, im Schuhe tiefhängender, durchbrochener Wolkenfelder bis in die Gegend von Hannover vorzusiohen und Bomben abzuwerfen. Mehrere Tote und Verletzte, sowie einiger Sachschaden sind zu verzeichnen. Auch in der Rächt zum 28. 3uni flogen wiederum britische Flugzeuge nach West- und Rorddeutschland I ein. An verschiedenen Stellen, darunter auch auf | Rom, 29. 3uni. (DRB. Funkspruch.) 3n wohlunterrichteten italienischen Kreisen wird die Rach- richt bestätigt, daß der Oberkommandierende der französischen Streitkräfte in Rordafrika, General Rogues, in Ausführung des Befehls des Generalissimus Deyqand seinen französischen Truppen in Marokko, Tunis und Algeri en angeordnet habe, die Waffen niederzulegen. Ferner hat General Mittelhauser die Einstellung der Feindseligkeiten in Syrien angekündigt. General G o u r a n d , der ehemalige Gouverneur von Paris, der am Donnerstag auf dem Wege nach Französisch-Marokko Tanger passierte, soll nach Ansicht spanischer Kreise den Auftrag haben, die führenden französischen Beamten in Rordafrika, die mit dem von der französischen Regierung gerichtlich verfolgten ehemaligen General d e G a n 11 e in London in Verbindung gestanden. haben, abzusehen. Die französische Waffenstillstandskommission in Wiesbaden. Wiesbaden, 28. 3 uni. (Lpd.) Die Mitglieder der französischen Daffenstillstandskommission sind am Freitagabend um 20.30 Hhr auf dem Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim eingetroffen und haben sich sofort in Autos in i h r Standquartier „Hotel Rose" begeben. Vor dem holet, das die Reichskriegsflagge gehißt hat, ist ein Doppelposten aufgezogen. Keine Grenzübertritte nach Spanien mehr. Madrid, 29. Juni. (Europapreß.) In der spanischen Hauptstadt herrscht große Begeisterung über die Ankunft deutscher Truppen an der französisch-spanischen Grenze. Sämtliche Zeitungen widmen dem Ereignis große Berichte. Das Blatt „Jnformaciones" hatte seinen Direktor Viktor de la Serna an die Grenze entsandt. Die Zeitung „Madrid" schreibt, nun könnten sich die deutschen und spanischen Soldaten von Angesicht zu Angesicht sehen. Wie aus Jrun gemeldet wird, hat die panikartige Flucht gewisser Elemente von Frankreich nach Spanien infolge der von deutscher und spanischer Seite eingeführten strengen Grenzkontrolle in den Pyrenäen am Freitag fastvöllig aufgehört. Die deutsche Besetzung und die Grenzkommandos haben mit sofortiger Wirkung die Ausreise von Juden deutscher Herkunft aus Frankreich verboten. Kapitalverschiebung und Verschleppung von Werten dürfte hierzu der Anlaß gewesen jein. Typisch für diese Verschiebungen ist der Versuch eines Juden, der noch am Donnerstag 30 Kilogramm Gold von Portbou über die Grenze nach Spanien bringen wollte. Umbesetzungen in der Regierung petain. Rom, 28. Juni. (Europapreß.) Innerhalb der französischen Regierung sind, wie aus Bordeaux berichtet wird, einige Umbesetzungen vorgenommen worden. Der Staatsminister M a r q u e t f)at bas Innenministerium übernommen. Der bisherige Innenminister P o m a r e t erhielt das A r - beits Ministerium. Das Informations- Ministerium, das bisher von dem Minister für öffentliche Arbeiten, Frofsard, mitverwaltet wurde, übernahm der frühere Arbeitsminister F e v r i e r. Die in Bordeaux weilenden Senatoren und Abgeordneten hielten eine Sitzung ab, in der sie Berichte Lavals und Marquets über die dringlichsten Derwaltungs- und Wirtschaftsfragen anhörten. Die Regierung hat gegen französische Staatsangehörige, die ins Ausland geflüchtet sind und von dort aus Intrigen gegen Frankreich spinnen, ein Verfahren wegen Verschwörung gegen die Staatssicherheit eingeleitet. Verbündete unter sich. Berlin, 28. Juni. (DNB.) Nach Aussagen französischer Kriegsgefangener über die Kämpfe d e r bei St. Valery an der Kanalküste ein» ge schlossenen englisch-französischen Truppen verhinderten die Engländer mit allen Mitteln die Franzosen an der Einschiffung oder sie zwangen sie zum Wiederaussteigen, wobei ihre Aufforderung durch Drohungen mit der Handgranate bekräftigt wurde. Ein französischer Hauptmann bat einen englischen Kommandanten, er möge 30 Verwundete an Bord nehmen. Die Antwort war: „Erst kommen die Engländer, dann die Franzosen und zuletzt^ die Verwundeten." Die französischen Soldaten wurden wiederholt von den englischen Offizieren darauf aufmerksam gemacht, daß sie die Front zu halten hätten. So wollte man sie am Betreten der Häuser und an der Verpflegung durch die Ortseinwohner verhindern. Zwei Franzosen, die dieser Anordnung zuwiderhandelten, wurden von den Engländern mit Revolverschüssen niedergestreckt. In den Leuchtturm bei Boules les Roses hatten sich Franzosen geflüchtet, aber auf Aufforderung traten sie wieder ins Freie, unter ihnen auch eine Frau, die Mutter eines Kindes. Kaum zeigten sich jedoch die ersten Franzosen, da eröffneten die Engländer aus einer Schaluppe aus 200 Meter Entfernung das Feuer. Unter den Opfern dieses unmenschlichen Feuerüberfalls be and sich auch die Französin. - ---- Nach -em Sieg. Noch regiert Mars die Stunde! Und wenn auch Waffenruhe auf dem ganzen Kontinent herrscht, so bestimmt doch Mars bie Bedingungen, unter denen die Waffenruhe eingetreten ist und aufrechterhalten werden kann. Für die deutsche Wehrmacht, die in Frankreich den glorreichsten Sieg aller Zeiten errungen hat, gilt mehr denn je die Parole: Nach der Schlacht bindet den Helm fester! Die geroaltige Schlußphase des Krieges, der Endkamps gegen das plutokratische England, fordert täglich neue Opfer von unseren Soldaten und auch vom Volk in der Heimat. Deshalb waren auch die Konventionen, die um die letzte Wochenwende in Compiegne und Rom zwischen Deutschland und Italien einerseits und Frankreich andererseits abgeschlossen wurden, keine Friedensverträge, sondern Waffenstillstandsoerträge. Das heißt, oaß ihr Inhalt ausschließlich durch militärische Notwendigkeiten für die Weiterführung des Krieges bestimmt wird. Die große Schlußabrechnung mit Frankreich, in der das neue Europa geformt wird, steht noch bevor! Sie wird erst erfolgen, sobald auch die britische Plutokratenherrschaft niedergerungen ist. Es kann jedoch nicht ausbleiben, daß schon heute der Zusammenbruch der französischen Militärmacht und der französischen Zivilisationsidee die größten Wirkungen auf die übrige Staatenwelt des europäischen Festlandes ausübt. Plötzlich will es niemand gewesen sein, der bisher die Stange der pluto- krotischen Westmächte gehalten hat und der hinter der Nebelwand einer sogenannten „Neutralität" die wüsteste Kriegshetze gegen das nationalsozialistische Deutschland betrieb. Alle diese Elemente, deren dunkle Vergangenheit wir nicht vergessen werden, Oer Führer in Straßburg. Besuch der alten deutschen Reichsstadt und der Kampfstätten in den Bogesen. Führerhauplquartter, 29. 3uni. (DRB. Funkfpruch.) Am 3ahreslage der Unterzeichnung des Versailler Vertrages besuchte der Führer die alte deutsche Reichsstadt Straßburg. Auf dem elsässischen Ufer des Rheinüberganges von kehl nach Straßburg begrüßte der Oberbefehlshaber der Armee, die den Durchbruch durch die Maginok-Linie im Elsaß erzwang, General der Artillerie D o 11 m a n n den Führer. Rach einer Rundfahrt weilte der Führer längere Feit i m Straßburger Münster, diesem herrlichen deutschen Bauwerk, auf dem feit dem 19. 3uni wieder die Flagge des Reiches weht. Von Straßburg aus begab sich der Führer über S ch l e t t st o d t zu den Kampf st ätten in den V o g e f e n und besuchte anschließend die Rhein- niederung bei Breisach, wo der entscheidende Vorstoß über den Strom geführt wurde. Britische Flieger bombardieren holländische Stabte. Große Erbitterung über das Verhalten der ehemaligen Verbündeten. Amsterdam, 28.Juni. (DNB.) In der Nacht zum Donnerstag haben britische Flieger wieder in weitem Ausmaß holländische Städte und Ortschaften bombardiert, was leider viele Opfer an Toten und Verletzten unter der holländischen Zivilbevölkerung verursacht hat. So sind z. B. allein in Den Heller 43 Tote zu beklagen. Diese nächtlichen Bombardements haben in Holland große Erbitterung hervorgerufen. Die Bevölkerung fragt, mit welcher Begründung denn eigentlich die ehemaligen Bundesgenossen diese Angriffe auf die Zivilbevölkerung rechtfertigen wollen. Besondere Anerkennung findet die erfolgreiche Abwehr der deutschen Flak und der deutschen Jagdflieger. Der gestrige Erfolg der deutschen Jagdflieger, die einen Verband von sechs britischen Flugzeugen über holländischem Gebiet abgeschossen haben, hat große Befriedigung ausgelöft. Man ist der Auffassung, daß bei Tage' die britischen Bombenflieger gegen eine derartige Abwehr nichts ausrichten können. Englands Evakuiernngsforgen. Stockholm, 29. Juni. (Europapreß.) Die englischen Pläne zur Evakuierung gewisser Grafschaf- ten müssen wiederum geändert werden. Dies ist dis dritte Aenderuna seit Ausbruch des Krieges. Das englische Gesundheitsministerium gab bekannt: Man muß damit rechnen, daß auf Grund der militärischen Entwicklung größere Teile Englands von der Zivilbevölkerung geräumt werden müßten, a l s man bisher angenommen habe. Die Registrierung von Schulkindern für die Evakuierung soll wie bisher in allen evakuierten Distrikten fortgesetzt werden. Darüber hinaus denke man jedoch auch an die Fortbringung anderer Zivilisten. Nach dem im Februar dieses Jahres aufgestellten Plan scheint man davon auszugehen, daß in den besonders bedrohten Gebieten 560 000 Kinder fortgeschafft werden sollten. Etwa 240 000 Kinder find bereits für die Evakuierung registriert worden. Als Folge der militärischen Lage sind nun weitere Gebiete Englands in die Evakuierungsliste auf- genommen worden. Mit der Evakuierung- dieser Ge- biete soll unmittelbar begonnen werden. Die Regierung von Kanada hat ihre Einwilligung dazu gegeben, daß mehr als zehntausend Kinder noch Kanada geschickt werden. Es heißt auch, Stu- deuten der Universitäten London, Oxford und Manchester seien eingeladen worden, sich nach Kanada zu begeben, wo sie ihre Studien fortsetzen könnten. In London wird zu allen diesen Plänen Vorschlägen und Einladungen hinzugefügt, daß die Tonnagesrage nach wie vor ungeklärt sei, und daß es vorerst schwerfalle, mehr als achttausend Kmder monatlich nach Uebeche zu bejmtefc W $ I* IP W r « i Go haben unsere Feinde gelogen in breiter Front durchbrochen. „Daily Telegraph" vom 8.6. Die tiefe Verteidi- gun-gslinie Weygands sei die beste Methode, unu dieser Art des deutschen Vorstoßes standzuhalten. OKW.. 9.6. In Richtung auf die untere Seine: , wurden rückwärtige Verteidigungslinien des Feinde» durchbrochen und umfangreiche Versorgungseinrich- k Nierensteine Der Karlssprudel hat miraußerordentl. wohlgetan. Nach 14 tag. Trinkkur ging, bei mir fast schmerzlos Nierensteine ab. Ich werde das wohlschm. Wasser auch in Zukunft trinken. Hans Kalkoff, Pfarrer, Heiligenstadt/Eichsfeld, Ibergstr. 14. 1.10.36. 20 grolje Flaschen RM 12.60, 50 grolje Flaschen RM 25.—. Fracht hin und zurüdc trägt der Brunnen. Heilquelle Karlssprudel, Biskirchen A. Die veröffentlichten Befehle erstreckten sich über einen Zeitraum vom November vorigen Jahres bis zum April dieses Jahres und geben auch damit einen Beweis für die von langer Hand vorbereitete Ausführung der englisch-französischen militärischen Absichten. Eine Anzahl der Befehle befaßt sich eingehend mit Vorkehrungen der Aufnahme von Verbindungen zwischen den britischen und französischen Truppen einerseits und den belgischen Befehlsstellen anderseits. Vorkehrungen für die Aufnahme von T r e i b st o f f für die motorisierten französischen Verbände aus belgischen militärisch en und zivilen Beständen waren getroffen, Fahrpläne für die Ausladung französischer Truppen in Belgien ausgearbeitet. Den französischen Militärs bis zum Unterführer herab war das Studium der Vormarschwege in Belgien, das bis zum Anfang Februar durchgeführt fein mußte, anbefohlen. Sogar Stel- lungserkundungen französischer Of- Fünftes Weißbuch des Auswärtigen Amtes. Berlin, 28. Juni. (DNB.) 3n seiner Reihe von dokumentarischen Veröffentlichungen zur Kriegsschuldfrage gibt das Auswärtige Amt ein fünftes Weißbuch heraus, das unter dem Titel „Weitere Dokumente zur Kriegsausweitungspolitik der Westmächte- die General st absbesprechungen Englands und Frankreichs mit Belgien und den Niederlanden zum Gegenstand hat. Die in dem Weißbuch enthaltenen Dokumente, beliebig ausgewählt aus der Fülle des Materials, das der Vormarsch durch Belgien und die Niederlande den deutschen Truppen in die Hände fallen ließ, ergänzen die mit dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 9. Mai dieses Jahres bekanntgegebene Tatsache in besonderer Weise. Militärische Befehle französischen und belgischen Ursprunges und Zeugenaussagen belegen in vielen Beispielen, wie es die Absicht der Westmächte war, Belgien und die Niederlande als Aufmarschgebiet für den Vorstoß in das deutsche Industrierevier an der Ruhr zu benutzen, und daß die Pläne zu diesem Vorstoß, in dem auch luxemburgisches Gebiet einbezogen werden sollte, im Benehmen mit den Generalstäben Belgiens und der Niederlande bis ins einzelne vorbereitet waren. I* land wird sich alle Zähne an dieser Linie aus- i brechen. OKW., 15.6. Nach schweren Kämpfen haben un- i sere Truppen die Maginollinie südlich Saarbrücken: I: I lich Loewen gelegenen englisch-französischen Stellung sind Freitag gegen Abend die deutschen Truppen in Brüssel einmarschiert. „Temps" vom 14. 5. Die französisch-belgischen Streitkräfte haben sich auf einer als Auffangstellung schon zu Friedenszeiten vorgesehenen Wasserlinie festgelegt. OKW., 14.5. In Belgien wurde gestern auch der Turnhout-Kanal südostwärts der gleichnamigen Stadt überschritten und weiter südlich die große Gette erreicht. Nördlich Namur stoßen unsere Panzerkräfte dem auf die befestigte Dyle-Stellung zurückgehenden Feind mit Panzern nach. Reuter, 15. 5. Die Lage in Nordbelgien ist günstig. An der Maas halten die französischen Truppen Stand. Nach der Kapitulation Hollands hält der Gegenschlag der Alliierten gegen den deutschen Vormarsch mit ungeminderter Gewalt an. OKW., 15.5." In Belgien haben unsere dem weichenden Gegner scharf nachdrängenden Divisionen die Dyle-Stellung erreicht. Zwischen Namur und Gioet ist der Uebergang über die Maas in breiter Front erzwungen. Auf dem Westufer mit Panzer unternommene Gegenangriffe der Franzosen wurden abgeschlagen. Havas, 17.5, .In zuständigen britischen Kreisen Oie Neuordnung in Ostasien. Tokio, 29. Juni. (Europapreß.) Die Zeitung „Tokio Nishi Nishi" schreibt: Die deutsch-italienischen Siege hätten eine neue Ordnung geschaffen. Folglich müsse der Status quo als überholt betrachtet werden. Japan verfolge die gleichen Ziele wie Italien und Deutschland und teile die Ansicht dieser Staaten über die gerechte Verteilung der Rohstoffe und des Lebensraumes. Was den südwestlichen Pazifik betreffe, der geographisch zur Neuordnung Asiens gehöre, beabsichtige Japan, keine fremde Einmischung zu gestatten. Hand. Pariser Rundfunk, 3. 6. Das Wunder hat begonnen. Der Rückzug in Flandern entwickelt sich zum Sieg. OKW., 2.6. Die Luftwaffe bekämpfte am 1.6. Versuche von Resten des geschlagenen britischen Expeditionsheeres, auf die vor Dünkirchen liegenden Schiffe zu entkommen. Die Erfolge der Stuka-, Kampf-, Zerstörer- und Jagdgeschwader haben sich gegenüber den bereits bekanntgegebenen Zahlen wesentlich erhöht. Sender Paris, 5.6. Die Moral der Truppen ist ausgezeichnet. Die Festigkeit der Linie Weygand ist unbestritten. OKW., 5.6. Der Uebergang über die Somme zwischen der Mündung und Ham und. dem Oise- Aisne-Kanal wurde erzwungen und die dahinter im Aufbau. befindliche sogenannte Weygand-Linie an verschiedenen Stellen zu Fall gebracht. „Journal", 6.6. Die Franzosen sollen doch nicht vergessen, daß sie immer noch ihre Maginotlinie hätten, die stärker denn je sei. Man möge doch nur einmal einen Augenblick daran denken, wie die französische militärische Lage sein würde, wenn die Maginotlinie nicht mehr besteye, oder sie an einem Punkt nachgeben würde, aber beruhigt Euch,, sie ist intatt, sogar robust und unüberwindlich, Deutsch- Blockierten sind. Sie spielen sich noch immer als „Beherrscher der Meere" auf und machen sich keine Gedanken darüber, daß ihre Schlachtflotte bisher nur Blindekuh gespielt hat. Sie rühmen die Ueber- legenheit ihrer Piloten und Flugzeuge und denken nicht daran, daß die Royal Air Force nicht jedesmal Prügel bezogen hat, wenn sie sich zu einer Aktion gegen militärische Ziele ausrafste. Sie beschimpfen die Franzosen wegen ihrer mangelhaften Kriegführung, vergessen aber, daß sie selbst mit ihrem Expeditionskorps das Weite suchten, sobald die Lage brenzlich wurde. Sie versuchen, einen Gegensatz zwischen Marschall Pütain und dem französischen Volk zu konstruieren, um selber eine französische Marionetten-Regierung in London aufzuziehen, müssen aber feststellen, daß die Welt auf Diesen Schwindel nicht mehr hereinfällt. So wenig England seine politische Vereinsamung wahrhaben möchte, so wenig möchte es an eine militärische Isolierung glauben. Es träumt noch immer von siegreichen Offensiven in irgendwelchen Weltgegenden und an abgelegenen Küsten, wo der böse Deutsche nicht hinkommen kann. Aber auch diese Träume sind Schäume, denn die nach den Wafsenstillstandsverträgen vollkommen veränderte Kriegslage zwingt die Briten unerbittlich, entweder in Europa zu kämpfen oder gar nicht. Verschwindet die englische Flotte im östlichen Mittelmeer, die hier der gesamten Stoßkraft der italienischen Luft- und Seestreitkräfte ausgesetzt ist, aus diesem Raum, so ist auch die englische Herrschaft im Mittelmer gebrochen. Wobei noch hinzugefügt werden muß, daß die beiden Auswege durch die Meerenge von Gibraltar und durch den Suezkanal durchaus keine sichere Flucht garantieren, sondern gleichfalls im Bereich der italienischen Bomber liegen. Nickt anders ist die Lage der englischen Heimatflotte, Die nicht mehr zur Verhinderung des deutschen Angriffs erfolgreich eingesetzt weroen kann. Denn alle bisherigen Kämpfe zwischen der deutschen Luftwaffe und der englischen Flotte haben das Ergebnis gehabt, daß Albions stolze „grand fleet” schwer geschlagen das Feld räumen mußte. Nur die Engländer selber wissen noch nicht, daß der Tag des Gerichts über sie hereingebrochen ist. H. Evers. fiziere auf belgischem Gebiet hatten statt- gesunden. Einzelne Truppenteile der Westmächte befanden sich schon vor dem 10. Mai auf belgischem Gebiet. Der französischen Armee waren die Operationen bekannt, die der belgische Generalstab östlich der Maas vornehmen wollte. In einem belgischen Befehl werden umgekehrt Angaben über die Anwesenheit befreundeter Truppen gemacht, die sich nur auf die französische Armee beziehen können. Britischerseits waren Maßnahmen für die Zusammenarbeit mit der belgischen Polizei getroffen. Kartenskizzen des beabsichtigten englischen und französischen Vormarsches legen Zeugnis ab sowohl für die den Plänen zugrunde liegende Absicht des Vordringens nach Deutschland wie für die Tatsache des Einverständnisses des belgischen Generalstabes. Eine besondere Dokumentengruppe zeigt schließlich, wie der linke französische Flügel längs der Nordseeküste durch Belgien vorstoßen sollte, um die holländischen Orte Vlissingen, Breda und Tilburg zu erreichen. Abgerundet wird das hierdurch gegebene Bild durch das Memorandum des Oberbefehlshabers der niederländischen Wehrmacht für den niederländischen Gesandten in Brüssel, das nicht nur einen Beweis für die militärischen Verhandlungen zwischen Holland und Belgien liefert, sondern auch eindeutig zeigt, daß diese Verhandlungen eine ins einzelne gehende Zusammenarbeit mit den englischen und französischen General- stäben zur Grundlage hatten. In dem gleichen Memorandum wird bezeichnenderweise betont, daß die Verteidigung der Grebbelinie die Möglichkeit offen läßt, zu gegebener Zeit auf dieser Linie vorzugehen und zum Angriff zu schrßiten. Zusammenfassend stellt das deutsche Weißbuch fest: 1. Seit dem Ende des Weltkrieges sind die Generalstabsbesprechungen zwischen Belgien und Frankreich niemals abgebrochen. Dasselbe trifft zu für die Zusammenarbeit zwischen dem belgischen und englischen Generalstab. Dies war der deutschen Heeresleitung durch einwandfreie Belege längst bekannt. Die belgische Regierung hat es -schließlich auch nicht mehr vermieden, davon in der Öffentlichkeit unzweideutig zu sprechen. In der gleichen Weise sind von der niederländischen Regierung mit England und Frankreich eingehende militärische Abreden getroffen worden. 2. Das von den deutschen Truppen bei ihrem Vormarsch in Belgien erbeutete Material, von dem heute einige erste Dokumente veröffentlicht werden, zeigt unwiderlegbar, daß der englisch-französische Vormarsch gegen das Ruhrgebiet durch Bel- betrachtet man die militärische Lage voller Vertrauen. Eine gewisse Zahl deutscher Kampfwagen, dis jedoch nicht stark genug ist, und die wie „verlorene Kinder" operieren, konnte weit Vordringen. Der Gegenangriff der Alliierten gegen die rnotori- 'irrten deutschen Einheiten, die sich durch ihr gefährliches Vordringen in Gefahr gebracht haben, wird mit Kraft durchgeführt. Die deutschen Tanks werden bald keinen Brennstoff und keine Munitton mehr haben. OKW., 17.5. Französische Panzerkräfte, die sich westlich Dinant unseren Panzern entgegenwarfen, ind geschlagen. Verbände des Heeres und der Luftwaffe verfolgen überall den nach Westen zuvück- gehenden Feind. Havas, 23.5. Nach Ansicht französischer Militär- kreise entwickelt sich die Schlacht bei Cambrai unter außerordentlich günstigen Bedingungen für die Franzosen. OKW., 23.5. Auch gestern wurden Ausbruchsversuche feindlicher Panzerkräfte bei Eambrai im Zusammenwirken zwischen Heer und Luftwaffe unter schweren Verlusten für den Gegner abgewiesen. Im westlichen Artois sind deutsche Truppen aus dem Durchbruchskeil heraus im Vorgehen nach Norden in allgemeiner Richtung Calais. Reuter, 24.5. Die Schelde front hat sich inzwischen solide gefestigt. OKW., 24.5. In Flandern durchbrachen unsere Divisionen die befestigte Scheldestellung und stießen bis auf das Westufer der Lys vor. „Pettt Parisien", 27.5. Ueberall sind die deutschen Angriffe gescheitert. OKW., 27.5. In Flandern und im Artois haben unsere Truppen ihre Angriffe fortgesetzt und die eingeschlossenen feindlichen Truppen weiter zusammengedrängt. Besonders nördlich Menin gelang ein tiefer Einbruch in die feindliche Front bis dicht vor Ppern. Pariser Rundfunk, 23.5. Die Verteidigung von Calais ist trotz gegenteiliger Behauptung des Deutschen Rundfunks sichergestellt. OKW., 27. 5. Wie bereits durch Sondermitteilung bekanntaegeben, fiel Calais, das hinter der Front umschlossen war, nach hartem Kampf in unsere Ü LW M i ,W! gien und Holland hindurch schon seit dem September 1939 bis ins letzte zwischen den Generalstäben der Feindmächte vorbereitet war, daß aber nicht nur die Generalstäbe, sondern sogar die kämpfende Truppe bereits in allen Einzelheiten mit diesen Befehlen vertraut gemacht worden war. Abschließend bringt das Weißbuch einen unlängst in Norwegen in deutsche Hand gefallenen britischen militärischen Befehl, der die im Zusammenhang mit dem britischen Vorgehen in Norwegen wiederholt vorgebrachten Behauptungen, es habe sich hierbei nur um eine Gegenaktion gegen deutsche Vorhaben gehandelt, Behaup- Oie Kriegsausweiiungspläne der Westmächte dokumentarisch festgestellt. Belgien und Holland als Aufmarschgebiet für den Vorstoß in das Nuhrrevier. entpuppen sich nun allzu geschwind als wahre Biedermänner, ja als uralte Parteigänger Adolf Hitlers. Aber es sind natürlich auch überall echte Erneuerungskräfte vorhanden, die jetzt zu einer besseren nationalen und sozialen Ordnung drängen. Ein Beispiel für die beginnende Einsicht bietet der schweizerische Bundespräsident Pilet-Golaz, -der in einer Rundfunkbotschaft erklärte: „Der gewaltige Ausbau eines neuen Europa, der dem Friedensschluß folgen wird, wird auf allen Gebieten große Anstrengungen notwendig machen ... Der große Zeitpunkt der Wiedergeburt ist gekommen. Jeder muß den alten Menschen ablegen. Es gilt die Folgerung: nicht schwatzen, sondern handeln; nicht genießen, sondern erzeugen; nicht fordern, sondern gebe n." Auch in dem besiegten Frankreich, das dank , seiner reaktionären Gesinnung den Wechsel der Zei- ten am schmerzlichsten spüren muß, sängt man an, । nach den Ursachen des Zusammenbruchs jener alten, ; verdorbenen Welt zu suchen. Die Masse des französischen Volkes und der französischen Politiker steht i freilich den neuen Ideen noch völlig verständnislos i gegenüber, sie ist geneigt, den deutschen Sieg wie , eine unverschuldete Naturkatastrophe zu betrachten, ; deren Schäden man nur fortzuräumen brauche, um später das alte Leben von neuern zu beginnen. Einer der wenigen, die etwas tiefer blicken, ist Marschall Pötain. Er, den Frankreich im letzten Augenblick als Schutzschild für seine verbrecherische Politik geholt hat, sprach in einer Art Rechenschaftslegung von den „tiefen Illusionen, die sich Frankreich und seine Alliierten von ihrer wirklichen militärischen Kraft und von der Wirksamkeit der wirtschaftlichen Waffe, der Blockade usw., gemacht haben", und er fügte hinzu: „Weder heute noch gestern gewinnt man einen Krieg nur mit Gold und Rohstoffen. Der Sieg hängt von den Effektiven, von dem Material und der Art ihres Einsatzes ab." Wie sehr aber der greise Marschall, der augenblicklich der Ministerpräsident Frankreichs ist, andererseits noch in den Gedankengängen des dahingegangenen Zeitalters wurzelt, zeigt feine Bemerkung, daß die französische Armee nur durch die angeblich erdrückende zahlenmäßige Ueberlegenheit der Deutschen zum Rückzug gezwungen worden sei. Hier irrt P 61 a in ! Ganz abgesehen davon, das Deutschland im Polenfeldzug sowie ^u Beginn der Westoffensive den Feindmächten an Volkszahl und bewaffnetem Aufgebot weit unterlegen war, hat auch der Verlauf der Schlachten die höhere Kampfmoral und die bessere Kampftak- tik jedes deutschen Soldaten eindeutig erwiesen. Gewiß, der Franzose hat sich zäh verteidigt, aber wo findet man bei ihm solche heroischen Taten wie beispielsweise die Gefangennahme ganzer Regimenter durch einen einzigen Spähttupp oder die Erstürmung riesiger Festungswerke durch wenige beherzte Männer? Nein, solchen Leistungen hat der französische und englische Soldat nichts entgegenzusetzen. Er kann es auch nicht, weil er statt von dem heiligen Glauben an seine revolutionäre Sendung von Der fatalistischen Frage beherrscht wird: Warum das eigentlich alles? Während in Frankreich immerhin einige Stimmen der Vernunft hörbar werden, verharrt England noch immer in feiner verstaubten Jllusions- welt. Die Heuchelei ist zu einem derartig festen Bestandteil des englischen Wesens geworden, daß die Briten trotz ihrer panischen Aengste nicht den Abgrund zu erkennen vermögen, an dem sie stehen. Sie rühmen sich noch immer der vielen „Verbündeten", die sie haben, und meinen damit jene Fiauren ohne Volk und Land, die gegenwärtig in London ihr Gnadenbrot essen. Daß diese gescheiterten Existenzen wie Sikorski, Koht, Kleffens, Biesterfeld, Jasper und de Gaulle von ihrer ehemaligen Heimat verflucht werden, kommt den biederen Briten nicht in den Sinn. Sie sprechen von sich noch immer als von den Vorkämpfern der freien Welt und wissen gar nicht, daß sie mutterseelenallein auf ihrer Insel den Revelutionsheeren des neuen Europa gegenüberstehen. Sie sprechen in altgewohnter Ueberheblichkeit von der „Blockade des ganzen Kontinents" und ahnen nicht, daß sie selbst die tungen und Vorräte erbeutet. Londoner Rundfunk, 10.6. Ein hervorragenden Franzose habe erklärt, daß, wenn Hitler jemals dem Versuch machen sollte, Paris zu nehmen, jedes Haus und jeder Stein verteidigt werden würde. Lieben würden die Pariser ihre an Kunstschätzen so reiche Stadt in Schutt und Asche legen und völlig vernichten, als sie dem Eindringling überlassen. Dis Franzosen würden sich jedenfalls nicht ergeben.. Leichen von deutschen Soldaten würden bald im großen Haufen die Straßen von Paris bedecken. OKW., 14.6. Der völlige Zusammenbruch den ganzen französischen Front zwischen dem Aermel- kanal und der Maginotlinie bei Montmedy hat di« ursprüngliche Absicht der französischen Führung, di« Hauptstadt Frankreichs zu verteidigen, zunichte gemacht. Paris ist infolgedessen zur offenen Stadt erklärt worden. Soeben findet der Einmarsch de« siegreichen deutschen Truppen in Paris statt. Sender Straßburg, 12.6. Während die deutsch« Armee unerhörte Verluste erleidet, bleibt die fran- zösische Armee intakt. OKW., 18. 6. Der militärische Zusammenbrutz Frankreichs schreitet unter dem Druck unserer raslo losen Verfolgung rasch vorwärts. Allein am geftri? gen Tage sind weit über 100 000 Gefangene eingc1 bracht worden. Die Beute umfaßt die gesamte Au^> ftattung zahlreicher französischer Divisionen uns Festungen. Der doppelte Wahrheitsbeweis Die deutschen Gegenüberstellungen von Lügen:- Meldungen der Feindmächte einerseits und amtliche« deutschen Meldungen andererseits dürste in de:: ganzen Welt ein mindestens ebenso großes Aussehio erregt haben wie die verschiedenen Deutschen Wem bücher mit ihren sensationellen Enthüllungen. Gegenüberstellungen erbringen einen doppelte Wahrheitsbeweis; erstens wird dadurch der gesamt deutsche Nachrichtendienst für die ganze Welt — wir Deutschen selbst brauchen einen solchen Nacy weis nicht — als vollinhaltlich richtig erwiesenem- zweitens werden gleichzeittg Die feindlichen Lügern- melbungen famt und sonders noch einmal als solG bloßgestellt. Diese neue Blamage haben die FernO- mächte wiederum ganz allein sich selbst zuzuschre den. Ihre Informationsquellen über Deutsch! am) bestanden so gut wie ausschließlich in den hak' erfüllten lügnerischen Behauptungen jüdischer um) nichtjüdischer Emigranten. Hierher gehören otcr allem die lächerlichen Lügen über die innere Bev' fassung des deutschen Volkes. Die einfachste Uebev' legung hätte unseren Gegnern sagen müssen, ooj) eine Bewegung, die innerhalb weniger Jahre bi* spielsweise Arbeitslosigkeit und Hunger beseitigt den Staat wieder souverän und wehrfrei macht unv ihn von den Versailler Fesseln befreit, selbstoev' stündlich den denkbar stärksten Rückhalt im ganze: Volk haben muß, ja von ihm geradezu getragen wird. . 1 Diese Gegenüberstellungeü. die nebenbei auch oe» 5. Westlicher Kriegsschauplatz. Pariser Rundfunk, 10.5.40. Der Vormarsch der deutschen Truppen ist vor den belgischen Abwehrstellungen zum Stehen gebracht worden. OKW., 11.5. Das deutsche Westheer hat nach Ueberschreiten -der holländischen, belgischen und luxemburgischen Grenze die feindlichen Grenztruppen in Holland und Belgien überall geworfen und ist trotz Zerstörung von zahlreichen Brücken und Sperren allerorts in rasch fortschreitendem Angriff. Sender Daventry, 12.5. Der holländische Ob erb e- ehlshaber General Winkelmann hat erklärt, daß )er deutsche Einfall in Holland bis jetzt gescheitert ei, daß das deutsche Oberkommando sich in feiner Einschätzung der Kampfkraft der holländischen Armee sehr verrechnet habe. OKW., 14.5. Der Oberbefehlshaber der holländischen Truppen hat unter dem Eindruck der Kapitulation von Rotterdam sowie der bevorstehenden Einnahme von Uttecht und Den Haag für die gesamte holländische Armee die Niederlegung der Waffen befohlen. Damit ist am 5. Tage des gegen Deutschland provozierten Kampfes der holländische Staat zur Kapitulatton gezwungen worden. Londoner und Pariser Rundfunk, 12.5. Der Einsatz von Fallschirmtruppen ist von Deutschland vorbereitet gewesen. Er hat sich jedoch als ein vollkommener Mißerfolg erwiesen. Der Führer in seinem Dank an die in Holland kämpfenden Soldaten am 15.5.: Nur durch Euere vorbildliche Zusammenarbeit, durch die ebenso entschlossene Führung wie die Tapferkeit der Soldaten, besonders aber durch den heroischen Einsatz der todesmutigen Fallschirm- und Luftlandetruppen ist dieser Erfolg möglich geworden. Ich spreche Euch im Namen des deutschen Volkes den Dank und meine Bewunderung aus. Havas, 14.5. Oberstleutnant Tasnier hat erklärt: Ich gebe mein Ehrenwort, daß ich soeben eine ganze Stunde mit Generalleutnant Denis zusammen war, der mir erklärt hat, Brüssel sei keineswegs bedroht. Alle vorgeschriebenen Bewegungen gehen mit methodischer Ordnung vor sich, und wir müssen der Zukunft mit Vertrauen entgegensehen. OKW., 17. 5. Nach dem Zusammenbruch der süd- I s tungen, die gewiß auch gegenüber den in dem neuen Weißbuch mit Bezug auf Belgien und die Nieder, lande veröffentlichten Dokumente von gegnerischer Seite vorgebracht werden, in geradezu fenfatio. neller Weise Lügen straft. Dieser vom 6. April aus dem englischen Kriegsministerium datierte Befehl für ein auf Narvik angefetztes britisches Expedi- ttonskorps spricht in seinem zweiten Absatz klar aus, daß das schwedische Erzgebiet das Ziel dieses englischen Unternehmens darstellte. Es heißt dort, daß zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt der Vormarsch englischer Truppen nach Schweden vorgetrieben werden sollte, um die Erzfelder von Gällioare zu besetzen. Don der Anwesenheit deut- scher Truppen aber und von einem etwaigen Auftrag an das englische Expeditionskorps, diese deutschen Truppen aus Norwegen zu vertreiben, findet: sich in dem Befehl kein Wort. Die Behauptung,, daß es sich bei der englischen Expedition nach Skandinavien um eine Gegenaktion gehandelt habe, er« fährt mit der Veröffentlichung dieses Dokumentes im Weißbuch khre schlagende und endgültige Erledigung. Von Beginn des von ihnen erklärten Krieges an gingen die Westmächte darauf aus, kleinere Staaten der Durchführung ihrer plutokratischen Ziele dienstbar zu machen. Opfer dieser Politik sollten zuerst Skandinavien, dann Holland, Belgien und Luxemburg werden, wie sich aus den dokumentarischen Veröffentlichungen des Auswärtigen Amtes abermals unwiderlegbar ergibt Geller iefeeant- ai Zogen. ßinit® 1Q40 18Q0 DERALLIANZ VERSICHERUNGS GESELLSCHAFTEN im^fahre 4Q3Q 1 HM 2 ©aorbrü" efe Serif'? Öethck: ldzuhM miere &'■ des M Jungsein-' 3m Rahmen des neuen Rüstungsprogramms der USA. ist auf der Werst von Brooklyn mit dem Bau des 45000 - Tonnen - Schlachtschiffes „Iowa" begonnen worden. Es soll innerhalb von drei Jahren fertiggestellt werden. Das Schlachtschiff wird auf Deck eine besonders starke Panzerung erhalten. Wichtige Aenderungen in -er Lebensmittelversorgung. Eine Buttersonderzulage. — Quark markenfrei. — Erhöhung der Brotration für Jugendliche. erordw irensiei. n.Wyit 1 ’-iu *• Biffa'fdiei << L'q aü Wie erst jetzt bekannt wird, ist ein großer Teil der belgischen Fischerflotte durch die Westmächte geraubt worden. Im Mai hatte sich ckuf Befehl eines französischen Marineoffiziers die gesamte Fischerflotte von H.eyst nach einem französischen Hafen begeben müssen. Bisher ist noch nicht bekannt, was aus den rund 100 Schiffen geworden ist. Drei wurden für Truppentransporte herange- Oie Wahl des republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Rom, 29.Juni. (Europapreß.) Das Tagesereignis in USA, so berichtet der italienische Rundfunk am Freitag aus Washington, sei die schon von uns gemeldete Wahl Wil kies zum Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei. Der Kandidat der Republikaner sei ein scharfer Kritiker von Roosevelts New Deal. Das Programm des Kandidaten fei immer die Fernhaltung der Vereinigten Staaten von europäischen Konflikten mit einzelnen europäischen Staaten oder europäischen Staatengruppen gewesen. Der Wahlerfolg Wilkies eröffne neue und große Möglichkeiten, besonders weil er kein Berufspolitiker sei. Reynaud im Kraftwagen verunglückt. Rom. 29. Juni. (DRB. Funkspruch.) „Stefani" meldet aus Genf, daß der ehemalige französische Ministerpräsident R e y n a u d während einer Autofahrt nach Saint-Maxime das Opfer eines schweren Autounfalles geworden fei. Der Wagen überschlug sich, und Reynaud wurde schwer am Kopf verletzt. Kleine politische Nachrichten. Wie der Nachrichtendienst Kairo meldet, sind die wichtigsten Posten des neuen ägyptischen Kabinetts wie folgt besetzt worden: Ministerpräsident und Außenminister: Ha s s a n Sabry Pascha; Inneres: Mahmud Fahmy al-Nok- raschi Pascha; Landesverteidigung: Salib Sami Bey. das Schwert, dein Adel, deutsches Mädel, ist die Arbeit. , ♦ Die nationalsozialistische Jugendbewegung stellte seit je die Mädel in die Gemeinschaft des Volkes hinein. Jede Arbeit in dieser Gemeinschaft ist für sie die Erfüllung einer Pflicht gegenüber dem ganzen Volke. So gibt es heute kaum mehr ein Mädel, das abseits des Arbeitslebens steht. In allen Berufen setzen sich die weiblichen Arbeitskräfte ein. Sie stehen in Stadt und Land, in Fabriken und Kontoren, in Geschäften und Werkstätten, sie sitzen an den Fahrkartenschaltern der Reichsbahn wie in den Telephonzellen der Postämter. Darüber hinaus setzen sich die berufstätigen Mädel tatkräftig im ehrenamtlichen Hilfsdienst ein. Allein die Tatsache, daß 80 000 Mädel während des Krieges an Gesundheitsdienftkursen des BDM. teilgenommen haben, beweist, wie gern und freudig sie sich überall dort zur Verfügung stellen, wo sie gebraucht werden. Das Deutsche Rote Kreuz und der Reichsluftschutzbund, die NSV., der Reichsnährstand und alle Gliederungen der Partei rechnen mit der Hilfe der Mädel bei den vielfachen neuen Anforderungen, die der Krieg stellt. Sie wurden bisher nicht enttäuscht und werden sich auch in Zukunft auf das berufstätige Mädel verlassen können. Berlin, 28. Juni. (DNB.) Die Versorgungslage auf dem Ernährungsgebiet hängt in erster Linie von der Erzeugungskraft der deutschen Landwirtschaft ab. Vorratshaltung und Einfuhr dienen als wichtige Ergänzung der Ernte und Erzeugung. Der im voraus nicht genau zu bestimmende Ausfall der Ernte bzw. der Veredelungserzeugung bringt natürlicherweise gewisse Veränderungen der Versorgungslage mit sich. Deutschlands Butterversorgung entwickelte sich außerordentlich günstig. Dies ist vor allem eine Folge der getroffenen Maßnahmen auf dem Gebiet der Milchwirtschaft und der hierdurch ausgelösten Milcherzeugungsschlacht unserer Landwirtschaft. Die in den Kühlhäusern befindlichen Buttervorräte haben . einen bisher nie vorhandenen Höchststand erreicht. Obgleich grundsätzlich an der auf lange Zeiträume ab gestellten Dersorgungspolitik festgehalten werden muß, macht es diese besonders günstige Lage auf dem Buttergebiet möglich, zunächst in dem Versorgungsabschnitt vom 1. bis 28. Juli zusätzlich zu den bisherigen Fettrationen eine Sonderzulage von 125 GrammButter je Kopf aller Versorgungsberechtiqten auszugeben. Wenn nicht besonders ungünstige Witterungsverhältnisse die Weidenutzung beeinträchtigen, darf schon jetzt auch für-die nächste Zuteilungsperiode mit einer ebensolchen Sonderzuteilung an Butter gerechnet werden. Die günstige Entwicklung auf dem Milchgebiet erlaubt auch für die Zeit der Milchschwemme den Quark ohne Kartenpflicht abzugeben. Die Einzelheiten der Durchführung der Sonderzuteilung von Butter werden von den Ernährungsämtern örtlich bekanntgegeben. Ebenso günstig hat sich die K a r t o s f e l Versorgung gestaltet. Nachdem die Schwierigkeiten des Transportes von Kartoffeln während des har- i, jeM- lürot. hen so ! ) völlig erlaiien. * .cht < ! )en bü - | s bck-kn । lenbrutp dein inedy l)i;; W‘, , auiw ■ nen E innw' ML. . । dle drA eibt die P nanu* unler^ >in M t SN« MoB ** । von % )iirsteL Ä Ä E v folgter Grundausbildung eine nochmalige Beurlaubung erfolgen, soweit Die truppendienstlichen Verhältnisse es zulassen. Auch der reine Sonntagsurlaub im Ersatzheer wird auf 50 Kilometer im Nahverkehr erweitert. Er kann nach den Bestimmungen Verheirateten zweimal, Unverheirateten einmal im Monat gewährt werden. Jeder wird dafür Verständnis haben, daß selbstverständlich die Ausbildungsbelange den Vorrang haben und daß es sich deshalb bei diesen Bestimmungen nur um Kannvor- schristen handeln kann. Kem M'del darf untätig bleiben. Berlin, 28. Juni. (DNB.) Zum Werk der berufstätigen Mädchen wendet sich die BDM.-Reichsreserentin Dr. Jutta Rüdiger mit folgendem Aufruf an alle deutschen Mädel: In der Zeit des größten Schicksalskampfes unseres Reiches Darf keiner untätig bleiben, ohne fein Anrecht Darauf zu verwirken, Angehöriger des deutschen Volkes zu sein. Der deutsche Mann greift zur Waffe, um unser Reich zu schützen, du aber, deutsches Mädel, gehst in Die Munitionsfabrik, um unseren Kameraden die Waffen zu reichen, greifst zum Pfluge, um die Ernährung unseres Volkes sicherzustellen. Ueberall, wo Arbeit wartet, packst du zu. Im Kriege adelt den Mann ten Winters und nach Abschluß der Feldbestellung behoben worden sind, ist der Kartoffelmarkt nicht nur ausgeglichen, sondern es sind zur Zeit erhebliche Mengen von Kartoffeln für andere Zwecke frei geworden. In wenigen Tagen setzt nun Die deutsche Frühkartoffelernte ein, deren Ergebnis nicht nur infolge einer erheblichen Ausweitung der Anbaufläche, sondern auch besonders wegen des guten Standes der Felder — beides gilt übrigens auch für die Spätkartoffeln — ein sehr gutes Ergebnis verspricht. Diese Lage der Kartoffelversorgung erlaubt nunmehr auch eine schon vor längerer Zeit beschlossene Maßnahme auf dem Gebiet der Brotversor- g u n g durchzuführen. Die Erfahrungen Des ersten Kriegswirtschaftsjahres haben ergeben, daß die Brotration der Jugendlichen von 10 bis 20 Jahren etwas knapp ist. Ab 29. Juli wird daher die wöchentliche Brotration der Jugendlichen um 2 00 Gramm erhöht. Da jedoch nach wie vor oberstes Gesetz einer gerechten Versorgung eine unbedingte Sparsamkeit auf allen Gebieten bleiben muß, muß dieser Mehrverbrauch einen Ausgleich bei den übrigen Versorgungsberechtigten finden. Die Brotration der Normalverbraucher einschließlich der Schwer-, Schwerst-, Lang- und Nachtarbeiter wird deshalb vom 29. Juli ab um die geringe Menge von 150 Gramm wöchentlich gekürzt. Dabei bleibt der Kopfverb'rauch an Brot und Mehl immer noch nicht unerheblich über dem Friedensstand. Die Brotration der Kinder bis zu 10 Jahren bleibt unverändert. Diese Neuregelung der Brotrationen ermöglicht nicht nur die Erhöhung Der Brotrationen für die Jugendlichen, sondern sie führt auch zur Ersparnis von Brotgetreide, die der Sicherung der Brotversorgung im übernächsten Winter und Wirtschaftsjahr 1941/42 Dient butschen Zeitungsleser beweisen, wie richtig und gut e ständig unterrichtet wird, sind aber auch eine xJhloerdiente Lehre für jene notorischen Durnm- kpse und Besserwisser, die sich selbst nach sechs -ihren nationalsozialistischer Leistungen noch ein- tz deten, sie könnten sich durch das Abhören aus- lndischer — und noch dazu feindlicher! — Sender Mer informieren. Gerade der Vergleich zwischen bin feindlichen Lügen- und den deutschen Wahrheits- nichrichten erweist es ja besonders, wie richtig das .Tbrbot des Abhörens ausländischer Sender ist. Der Tnzelne hat meistens keinerlei Möglichkeit, feind- (ige Meldungen auf ihren Sachgehalt nachzuprüfen. Hute erscheinen die in den deutschen Gegenüber- tillungen als Beispiele angeführten feindlichen tgenmelbungen als unglaublich dumm. Und das hd gerade Die MelDungen, die jene kleine Gruppe ptn kurzsichtigen Schwarzhörern gierig als „authen- jjche Informationen" in sich aufnahmen oder gar prbreiteten. Diese Narren sind nicht weniger blasiert als die Westmächte selbst. Rundfunkverbrecher. Berlin, 28. Juni. (DNB.) In Der letzten Zeit nutzten sich wieder mehrere deutsche Gerichte mit Aindfunkoerbrechern befassen, die durch ihr Verhüten Die Widerstandskraft des deutschen Volkes g! ährdet hatten. Das Sondergericht Königs- b- r g verurteilte den Schweinefütterer Andreas ftttfe aus Kirschappen zu 4 Jahren Zuchthaus, wil er in Der ersten Kriegszeit fortlaufend deutsche Endungen ausländischer Sender ab gehört und die tKi diesen verbreiteten Hetznachrichten teilweise weitegegeben hatte. Von dem Sondergericht Magde - b.rg wurde Otto Schulze aus Buchholz zu fünf Ihren Zuchthaus verurteilt. Schulze hat minde- sins zehnmal ausländische Sender abgehört und mt Den Dabei aufgenommenen feirchlichen Hetzmel- dngen eine defaitistische Stimmung zu verbreiten vrsucht. Das Sondergericht Innsbruck veröl'eilte den Leonhard Hoelzler zu fünf Jahren Lichthaus, weil er in feinem Hause in Obernberg er abgehört hatte, wobei peinlich darauf ge- stcn wurde, daß kein „Unberufener" Zutritt oder Jhntnis von diesem Treiben erhielt. Auch die Mit- icer mußten schwere Strafen auf sich nehmen. Von Dm Sondergericht Magdeburg wurde Otto Vißrodt aus Aschersleben zu fünf Jahren Zucht- hus wegen fortgesetzten Abhörens ausländischer Hnder und Verbreitung der dabei aufgenommenen Htznachnchten verurteilt. Waßrodt hatte auch an= bce, im gleichen Betrieb beschäftigte Arbeitskame- wen zum Mithören angestiftet, und der Betriebs- lrer hatte dieses Treiben geduldet. Sie erhielten jtoere Gefängnisstrafen. Das Sondergericht Giarbrürfen verurteilte Johann Keßler aus Hcherberg zu vier Jahren Zuchthaus. Keßler hatte (ege Zeit regelmäßig die Hetzmeldungen des Eraßdurger Senders abgehört und diese Lügen-- «chrichten einem anderen Mieter seines Hauses «itererzählt. lli'laubserleichterung für das Erfahheer Das Oberkommando des Heeres hat für das Erstheer einige Erleichterungen der Kriegsurlaubs- icelung verfügt. Verheiratete Soldaten des Erfatz- leres, die in Der GrunDausbildung stehen, können bcrach in Der Ausbildungszeit zweimal, Unverhei- taete einmal im Nahverkehr bis zu 50 Kilometer ihr Samstag/Sonntag beurlaubt werden. Hierbei hin Die Uelaubsquote jeweils 15 bis 20 v. H. der Wärke betragen. Soldaten, die infolge Der Ent- jmungsbegrenzung ihren Heimatort nicht erreichen !ö-, nen, sollen vor dem Abrücken ins Feld einmal Erlaubt werden. Darüber hinaus kann nach er- Der Hilfsausschuß für politische Gefangene teilt mit, daß im Mai insgesamt rund 4000 Belgier als politische Gefangene von Den Franzosen verschleppt worden sind! Die meisten von ihnen, soweit sie nicht erschossen wurden, sind über Paris und Orleans nach Bordeaux gebracht worden. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des HauptschriftleiterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschetn; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche UniveyitätSdruckerei R. Lange K. G. Berlagsletier: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleüer: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. dm nt;, »eÄte stgneG Apültz «e &iL v Har : > !. Es Ich 1 Zchlll! Schüc iseldei ix )eit Dtu;. >aigrn b diese btt iben, k^aupfe; nach Sit lt habe, t umeniB: Erledig Kriege; f ere Em Zicle Hf >ßten f mb Cur:- nentarifo Imtes elf I. UMvJieint Fachgeschäft für 3074 A Matratzen 3044 D afe-Restaurant,, Rheingold‘ Die oemütlicDe Gaststätte. Wigslraße 6 76?D DER VORSTAND Gießen e. G.m. b. 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Gleichzeitig geben wir unseren Mitgliedern bekannt, daß auch für das neue Geschäftsjahr auf den rückvergütungspflichtigen Umsatz eine Rückvergütung in Höhe von 3% beschlossen wurde. Verbrauchergenoiienfciiaft Wir kaufen gebrauchte mößl.neawertiße Kraltwagen zum Taxwert und erbitten Ihr Angebot 9Del,Wa Ru» 2847'48. Kautsch • Sessel Wir suchen für eine unserer Angestellten schön möbliert. Zimer m. fl. Wasser, in nur gutem Hause, per so- Ifort od. später. I Parfümerie I Doll, Marktstr. 28. l3059DTel.3795 17 Uhr. Impflokal: Turnhalle der Schillerfchule, Schiller straße. 2. Kinder, deren Familienname mit M bis Z am Impfung: Mittwoch, 3. Juli 1940, von 15 61h 16 Uhr. Nachschau: Mittwoch, 10. Juli 1940, von 16 bin 17 Uhr. Jmpflokal: Turnhalle der Schillerfchule, Schüler straße. Noch nicht erstgeimpfte Kleinkinder aus den (Bef burtsjahren 1938 und früheren Jahren, die dni Impftermin vom 19. d. M. versäumt haben, können ausnahmsweise noch zu den obigen Terminen S91’ bracht werden. Die Eltern und Pflegebefohlenen der obenbezeich rieten Kinder werden aufgefordert, die Kinder pünll' lich zu obigen Impfterminen zu bringen, andernfaD demnächst Strafanzeige erfolgen muß. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Kinder uir) ihre Kleider sich in sauberem Zustand befinden müssen, ferner daß kranke Kinder und solche am Häusern, in denen zur Zeit ansteckende Krankheiten bestehen, zur Impfung nicht zugelassen werden kov« nen. In Fällen letzterer Art ist ärztliche Beschem' gung dem Staatlichen Gesundheitsamt helmstraße 59, alsbald oorzulegen. 294ifo Gießen, den 20. Juni 1940. Der Oberbürgermeister. 9. 23.: Nicolaus, Beigeordneter. Gut erhaltener Hemp zu vertäuten. Hövmer Liebigstr. 64 p. Schöne 6Üe.-loli«.|«,. m. Bad, Balkon 102274 a. d. G.2l. Bekanntmachung. Die städt. Leihbücherei bleibt vom 1. bis 21.3^ d. I. wegen Verlegung nach Lonystraße 4 geschlosst Während dieser Zeit findet eine Bücherausgabe M» -rücknahme nicht statt. Gießen, den 29. Juni 1940. ^07^ Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ritter. Heute Samstan, den 29. Juni 1940, 20.15 Uhr, im Stadttheater Gießen Stoßen Sun ter Jlbend unter Mitwirkung von Paul Paulsen, Ansage und Heiteres Charlotte Schutze, die bek. Soubrette v. Deutschen Theater Wiesbaden Die 5 Sorgenbrecher mit ihren lustigen Gesängen 2 Bleckwenns, die Meister auf dem Fahrrad Ernst Formhals, Akkordionsolist 3 Llanos, Akrobaten Das Ballett Wilius Senzer u. a. Karten im Vorverkauf in unser. Kartenverkaufsst. Gießen, Seltersw.60 zur Reinigung des Gesichts und der Hände benutzen. Dr. Gaudlitz-Mandelkleie hat nicht nur dieselbe Reinigungskraft wie Seife, sie ist auch von alters her ein bewährtes Schönheitsmittel! Sie ist sauerstoffhaltig und macht Ihr Gesicht ger Äug. Klein. - Dienst., 2. 7., 20.30 Bibel- u. Gebetsstunde. tadelfreie, fast neuwertige hervorragende tonschöne Markenklaviere wie: 1 aoesD Berdux.Grotiani Steinweg, Ibach Bland, Ritmttller Trautwein n. a. 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(ohne Ln h nicht r Ges* benifat kleie W einige itowh«« lesSito- säuerst- hr Gesiäi It» freil IHbeolilK Heuwetter kommt, überall auf den Höhen klingen die Dengelhämmer. Einer fängt an, ein Zweiter und ein Dritter schlägt kunstvoll dazwischen, und zuletzt wird ein Gesang daraus, eine schöne und starke Musik über dem schwirrenden Chor der Grillen. Das erste, was dem Mäher gebührt, ist ein Platz an der Muspfanne. David weiß, daß ihm diese Ehre nicht zukommt. Sein Werkzeug ist noch der Rechen, er sorgt für den Wasserkrug und bringt den Jausenkäse auf das Feld, wenn die Leute im Zaunschatten rasten. Aber diesmal hat die Köchin auch für ihn einen Löffel auf den Tisch aelegt. den. In Polen ergab der Aufmarsch der Deutschen schon den Ansatz zur doppelten Umfassung, die dann über weite Räume hinweg den Polen jeden Rückzug verlegte und sie in verschiede, nen Einzelschlachten einkreiste. Im W e st e n wurde erst durch den Durchbruch durch die feind- liche Front eine Umfassung möglich gemacht. Sie entstand aus dem Stoß bis an die Küste. In beiden Fällen schuf die richtige Verwertung der neuen Kampfmittel, aber auch die Beherrschung der Nach. richtenmittel die Möglichkeit, alle Schwierigkeiten zu überwinden und eine außerordentliche Schnellig« feit des Vyrgehens. Selten war in Vernichtungsschlachten auch den großen Feldherren vollkommenes Gelingen wieder- holt beschieden — dem heutigen deutschen Heer widerfuhr dies bei seinen beiden bisherigen großen Operationen. Schon darin lag ein Ausnahmeglück. Aber die Maischlacht in Flandern und im Artois wurde an sich ein Sonderfall. Nie zuvor ging ein Millionenheer in einheitlicher Niederlage zugrunde^ N- 'am Eh Wv ik t, Lelpii; Wie geistig und politisch rückständig die englischen Kriegshetzer sind, ergibt sich aus einer Bemerkung der „Times" über die von Napoleon eingeleitete Kontinentalsperre gegen England im Vergleich mit dem Hinauswurf aus Europa nach dem Waffenstillstand Frankreichs vom 24. Juni 1940. Die „Times" meinen Nämlich, daß, nachdem Napoleon die Besetzung aller Küsten gegenüber England erzwungen hatte, nicht ein siegreicher Einbruch in England das Ergebnis gewesen wäre, sondern — Trafalgar. Es könnte den Engländern gefallen, daß sich alles das in der Geschichte wiederholt, was ihr Nutzen und ihr Vorteil ist. Die Kontinentalsperre Napoleons war von Beginn an e i n M e s s e r ohne Klinge, denn England war nicht auf den Außenhandel angewiesen, war vor allem nicht gezwungen, seine industriellen Rohstoffe und seine Lebensmittel in der Hauptsache aus Uebersee einführen zu müssen. Aushungern konnte die Kontinentalsperre Napoleons England bestimmt nicht, denn zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in England noch Körnerbau, war es auch nicht so übervölkert wie das heute der Fall ist. Außerdem war hie Kontinentalsperre lückenlos nur an der französischen Küste organisiert, während aus dem übrigen Europa sowie aus Uebersee Waren aller Art teils offen, teils auf dem Schmuggelwege nach England gelangen konnten. Im übrigen hat der Seesieg Nelsons bei Trafalgar zwar die französische Flotte vernichtet, der englischen Flotte nach Lage der Sache damals und später die Herrschaft gebracht, aber der Zusammenbruch Napoleons ist nicht ein Ergebnis der englischen Verteidigung gegen die Kontinentalsperre, sondern Napoleons Niederlage begann in Rußland, um über Leipzig bei Belle Alliance zu enden. Jedenfalls war aber auch die stark durchlöcherte Kontinentalsperre Napoleons gegen England so wirksam, daß England bei der Entscheidung gegen Napoleon zu Lande so gut wie gar nicht eingreifen konnte. Es ist auch nur ein schwacher Trost, den die Plutokraten sich selber spenden, wenn sie glauben, die Kontinentalsperre, die am 9. April 1940 mit der Besetzung Dänemarks und Norwegens eingeleitet wurde, die im Mai und Juni 1940 ihre Fortsetzung über Holland, Belgien und Frankreich fand, um nach dem Eintritt Italiens in den Krieg gegen England s. Ml hij N hin|| ’°lh auch das Mittelmeer für England abzusperren, sei nur eine Neuauflage des napoleonischen Versuchs. England ist heute auf den Außenhandel angewiesen, wobei zu beachten ist, daß, wenn der Außenhandel mit Europa ausscheidet, ein Ersatz schon wegen des Mangels an Schiffsraum nicht ohne weiteres in anderen Erdteilen zu finden ist. Die Sperrkette im Mittelmeer behindert auch den Verkehr mit dem Nahen Osten sowie mit den wichtigsten Dominions und Kolonien Englands. Der Weg um das Kap der guten Hoffnung ist nicht nur sehr lang, er kann sogar empfindlich gestört und unterbrochen werden. Weiter kommt hinzu, daß der Außenhandel' Englands mit Südamerika mit dem Wettbewerb der USA. und Japans zu rechnen hatte. Churchill läßt zwar noch immer Nachweise über den englischen Außenhandel veröffentlichen, mit unwahrscheinlich hohen Ziffern in der Gesamteinfuhr und -ausfuhr, allein diesen Ziffern fehlt jede Beweiskraft. Gerade der Außenhandel mit Europa sollte für England nach der Kriegserklärung gegen Deutschland der wirtschaftliche und finanzielle Rückhalt sein, um den Krieg gegen Deutschland siegreich beenden zu können. Mit allen Ländern Europas hat England deshalb versucht, neue Verträge oder Abkommen abzufchlie- ßen, deren Zweck es war, Deutschland jeden Rückgriff auf die wirtschaftlichen Kraftquellen Europas unmöglich zu machen. Heute steht sich England von allen diesen Kraftquellen ohne jede Ausnahme abgeschlossen. Wo noch eine Lücke ist, da wird der eiserne Ring sich über kurz oder lang ganz fest schließen. Was aber die deutsche Gegenblockade in wirtschaftlicher Hinsicht nicht erreichen sollte, das wird bestimmt eine Waffe vollenden, über die Napoleon noch nicht verfügen-konnte: die Luftwaffe. England ist heute keine Insel mehr, wie noch zur Zeit des Korsen. Das ist der große Unterschied. brauchen!" Oh, David darf sich eine Sense aussuchen, einen eigenen Wetzstein bekommt er in den Kumpf, und jetzt ist er so gut wie jeder andere Knecht, das werdet ihr gleich sehen! Natürlich kann David schon lange mähen, daran fehlt es nicht, aber es ist zweierlei, ob man nur einen Korb Grünfutter einbringt, -der ob man eine frische Wiese vor sich hat, unabsehbar im Zwielicht des Morgens, eine rauschende Gräserflut, von Wucherblumen und Schierling weiß uber- schäumt. David kommt neben die Magd zu stehen, die ein fülliges Frauenzimmer ist, eine Bärin im Vergleich zu ihm. Sie hat ihre Röcke aufgesteckt und lacht ihm gutmütig zu. „So, mein Bürschchen", sagt sie, „jetzt zeig, daß du deine Hosen verdienst!' Anfangs geht es David prächtig von der Hand, er hält Schritt in der Reihe und. überholt sogar den Pfarrer ein wenig, der freilich im Nachteil ist, weil er nichts im Magen hat. Er muß nachher erst die Messe lesen. Das Gras ist noch taufeucht und frisch, es drückt sich von selbst in die Umarmung der Sense, seufzend fällt es zusammen. Bei einem richtigen Mäher ist die Gasse vier Schritte breit und wie aus- aekehrt, nebenher läuft eine schnurgerade Zelle Heu. Er versteht es, die Schneide zu schonen und den Maulwurfhaufen auszuweichen, den Ameisen, die im Feld ihre Erdhügel aufbauen. Breitbeinig, mit schwingenden Knien, setzt er Schritt vor Schritt Dann stellt er die Sense auf, er säubert das Blatt mit einem Büschel Gras und schärft den singenden Stahl und gönnt sich einen Augenblick Rast im frischen Wind. Aber die Sonne steigt hoher, sie lastet schwer im Nacken und macht das Gras sperrig, jetzt wird die Arbeit sauer bis zur Jausenzeit. David ist todmüde, das Blut steigt ihm schwarz in die Augen, aber er hält aus, gelassen setzt er sich unter die Stauden wie es die anderen tun, und nur ferne Hande schiebt er in die Taschen, damit man die Blasen nicht sehen kann Nein, er will nichts essen. Am liebsten mochte er schlafen, oder nur so liegen, platt auf der Erde, nur lange so liegen. Von weither hort er die Leute schwatzen und lachen, der Himmel dröhnt von lauter MtbZl ), von IS ' । 0, non 16 '*'■ chiile, । ■ au- b?" ■ iren, W; i haben, I lern** ütengj? utiblik Du» ty bitu • et- bit :NjCl> leunnif!;. tnbmK lötitom? tbe -M linm Iv David im Heu. Von Karl Heinz Waggerl. | 2s gilt jetzt an andere Dinge zu denken, der 1 Fahling ist mit Macht und Glanz gekommen. Überall im Tal sind die Höfe weiß umkränzt von ?|, bl henden Bäumen, die Felder färben sich, schon Kl tauscht der Wind im jungen Gras. Es scheint kleine II ö.itenblättchen aus dem gläsernen Himmel, die |»}ft ist voll von saftigen Gerüchen und vom unge- |pi nen Geläut der Bienen. Nachts ziehen die Bur- | ihm Arm in Arm durch das Dorf und fingen, und 11 uDere antworten ihnen von weither aus den (9e= |l leiten. I Um diese Zeit werden auch die Alten im Armen- | saus wieder lebendig, sie versuchen noch einmal die I kuschen Knochen und schwärmen aus. Kartoffeln I nn Rüben müssen gesetzt werden, in den Gärten | D.idjert schon das Unkraut bei so einer SRärme, jo ■ liiaem prächtigen Wachswetter in diesem Jahr. Es I ü überall Not an Leuten, sogar die Bauern kom- | wm in das Dorf und fragen herum, helft uns einen I lato en Tag! Da stehen dann die alten Kerle neben- ■ timnber in den Furchen, ausgetrocknet und krumm | v seltsame hochrückige Tiere. Sie bringen ja nicht : oom Fleck, aber sie machen ihre Arbeit gut, wie Uvssrüher ihre Art war. i Umständlich drehen sie jede Kartoffel in der zittern- Ip Hand und betten sie forgfältig ein. Für sie ist III '9 nichts Geringes mehr, so eine Knolle in der K»fr*e, die dann keimt und wächst und wieder Knol- ■r bringt, zehnfache Ernte. Man muß selber alt sein ein mühseliges Leben hinter sich haben, ehe man Besteht, was das heißt: Frucht! B Manchmal geraten sie plötzlich aneinander, die ■®nne heizt ihnen ihre kahlen Schädel, und dann N -)1: es unversehens Streit auf dem Acker. B Du Krautscheuche", sagt der eine, „du willst mir ■3 «iren geben? Ich habe schon bei den Kaiserlichen |p ient", sagt er, „da warst du noch grün und i|pim in deinen Windeln!" | - ber für den anderen ist das gar nichts, er pfeift l'h die Kaiserlichen und auf alles miteinander... B 'mm nur her, du!" schreit er. „Ist das dein Hm- ■rp, oder dein Gesicht, was ich da sehe?" I ^ie stehen sich schwankend gegenüber und schwm- Mki die Arme, und ihr Schnurrbärte zittern vor «Pin. Es ginge nicht ohne Blut und Totschlag ab, m die Knie noch standhielten. Aber eine Weile B'fcier tauen sie wieder friedlich ihren Tabak im Mnlosen Mund. ♦ in .'^dessen aber dreht sich der Turmhahn dem Ost- Ill entgegen. Die Schwalben fliegen hoch, und der Mp'er schreit nicht mehr, der verrufene Regenvogel. angesetzte rechte Flügel der Italiener eintrifft. Selbst die Teilschlacht ergibt daher keine Vernichtung. Dagegen gelingt sie, als nach dem Siege des linken Flügels in der Schlacht in der Enderta Teile des Siegers nach rückwärts gegen die feindliche Mitte umschwenken und diese nun in der zweiten Schlacht in Temdien tatsächlich eingekreist und erledigt wird. Im ost asiatischen Konflikt suchen die Japaner dauernd solche Ergebnisse zu erzielen, im allergrößten Maße in der Schlacht von Hsüt- schau im Frühjahr 1938, bei der sie die an der Lunghai-Bahn versammelten Chinesen durch gleichzeitigen Angriff von Norden und Süden in breitester Front mit dem Schwerpunkt im Westen von ihren rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden und einzukreisen suchen. Wie bei vielen anderen ihrer Unternehmungen scheitert der Plan an der im Verhältnis zu den Räumen allzu geringen Stärke und daran, daß die Chinesen ihre Hauptkräfte wieder rechtzeitig zurückziehen. Im Kampfe gegen die Einkreisung erzielte das deutsche Heer im polnischen Feldzug und ' jetzt im Westen Vernichtungsschlachten. Sie gründeten sich auf die Führungskunst und den Willen, den Gegner in kürzester Frist entscheidend zu schlagen. In annähernd derselben Zeit war beide Male dieses Ziel erreicht; in Flandern in noch größerem Maße und in geschlossenerer Form als in dem über weitere Räume sich erstreckenden polnischen Feld- Hug. Und doch waren die Grundlagen, auf denen iese Siege aufgebaut wurden, im einzelnen verschie- oom Menschen ab! Man griff sich an den Kopf, wo nun alles rundum ging! — und behielt gerade noch so viel Geistesgegenwart, um sich schnell ein Bittet in den Zoo zu kaufen. Das tat auch ich. Ein junger Mann aus der Menge, mit eingehängter Braut und aufgesetztem Strohhut (beides sichtlich neu angeschafft), suchte sich heroorzutun, indem er seinen Hut immer wieder zwischen die Stäbe hielt und vor dem Griff des Affen schnell wieder zurück- zog. Die Braut und die Umstehenden lachten herzlich, während der Affe die Lippen zu einem Schnattern vorwölbte und fo still-böse dasaß, daß die Hand mit dem Strohhut sich endlich ganz nahe an ihn heranwagte. Mit einem Ruck riß der Affe plötzlich den Stroh- Hut an sich: die Menge applaudierte, der Kopf ohne Hut wurde purpurrot und lächelte säuerlich. Und wirklich, jetzt sah man, daß der Affe sich doch konzentrieren konnte! Nicht auf den Strohhut — den würdigte er keines Blickes und hielt ihn bloß fest in den Händen, — nein, sondern auf den zornroten Kopf des jungen Mannes mit eingehängter Braut! Mit raffiniertem Genuß und intelligentem Blick fixierte er diesen Kopf und begann nun langsam, ohne das Auge vom Bräutigam zu wenden, Streifen um Streifen oom Strohhut (einer sogenannten Kreissäge) abzu- reißen. Sie sahen sich starr an, das Gitter zwischen ihnen: der Affe war frei, denn er machte mit dem Strohhut, was er wollte; der Mensch war aefangen, denn er war von seinem Strohhut abgesperrt, konnte wegen der Ehre und festeingehängten Braut nicht fliehen, und wurde ausgelacht wie nur ein Schimpanse im Käfig! Ritsch! — das schwarze Band ging in Fetzen. Ratsch! — das Schweißleder ward krachend herausgerissen. Dann wurden die Füße in den Hutboden gestemmt, die Hände packten die Seitenwand und — krach! — zerfiel der Hut in feine Bestandteile. Und während dieser ganzen fieberhaften Arbeit hatte der Affe nicht einen einzigen Blick auf sie geworfen, sondern nur Wonne aus der Wut seines Gegners getrunken und sich keinen Haß-Strahl aus dem Menschenauge entgehen lassen. Dann sammette er das Unglückshäufchen mit einem Griff zusammen und reichte es dem Manne gleichmütig aus den Gitterstäben heraus. Und dieser wies die Reste nicht von sich, sondern ergriff sie bebend, um sich beim Wärter zu beschweren. Er zog mit eingehängter Braut ab. Der Affe aber war wieder ein zerstreuter Affee geworden, suchte bereits aufmerksam feinen Ellbogen ab und machte sich jetzt mit einem Sprung auf die alte Tour — — über Leiters Stange, Treppe und Trapez, wobei er den Schweif seines baumelnden Bruders kunstvoll als Seilstrippe mitbenutzte. Licht und Glanz, es riecht nach Schweiß, nach Heu und scharfem Käse. Morgen! härt er die Leute sagen und seufzt. Aufbreiten und wenden, was meint der Pfarrer, wird das Wetter halten? „Du, David, du verstehst dich ja aufs Wasserriechen!" „Ach, laß ihn, Theres!" sagt der Knecht. „Er hat dich ja doch ausgemäht, gib es nur zu!" Nun, das ist zwar zuviel gesagt, vielleicht tut es der Knecht auch gar nicht David zuliebe, wenn er so übertreibt, aber Agnes kommt doch mit dem Krug zu ihm, — „trink einmal, David, es ist kalter Kaffee!" Hände und Glieder schmerzen nicht mehr, wenn Agnes so sagt. Nachmittags ist die Arbeit leichter, man geht zu Paaren nebeneinander her und wendet das knisternde Heu, dabei läßt sich gut über allerlei reden, wenn man über den Anfang hinaus ist. Sermchiungsschlachten. Don Oberst Rudolf Ritter v. Xylander. Die Vernichtung eines Heeres bedeutet nicht, daß i ne. sämtlichen Angehörigen tvtyeschlagen werden, mbern daß ihre Kampfkraft für ihr Vaterland pllig ausfällt. Werden Heere jeder Möglichkeit zu i mpftn ober zu leben beraubt, so tritt dieser Zu- nnb ein. Die Gefangennahme bildet den sichersten . Schluß einer solchen Unternehmung; aber auch die s.jbrängung von allen Versorgungsmöglichkeiten er das Hineindrängen in das Gebiet eines dritten (laates, der ein Weiterkämpfen der ungebetenen jäfte mit feinen Machtmitteln verhindert, können , diesem Ergebnis führen. Zu allen Zeiten sehen wir Feldherren bestrebt, fcem Gegner ein solches Schicksal zu bereiten, wenn Gesamtlage es irgendwie gestattet. Beschränken Lr uns hierbei nur auf die Zeit seit dem Auftreten n";er Heere um die Wende zum 19. Jahrhundert, inben wir, wie N a p o l e o n I. den ersten Feld- ag, den er mit der Großen Armee 1805 gegen (e'fterr ei d) führt, schon im Aufmarsch fo ansetzt, tjj beim Vorgehen über den Rhein fein durch die f ranziehung des Korps Bernadotte aus Hannover urftärfter Flügel die vermutliche feindliche Auffüllung zwischen Schwarzwald und Iller umgeht. 2-r österreichische General Mack duldet pafsiv, daß js Netz sich über seiner rechten Flanke und hinter j-nem Rücken zusammenzieht, und wird von der fischen seiner Armee und deren Heimat angelang- ti französischen bei Ulm zur Kapitulation c zwungen. Auch für den Krieg gegen Pr e u- n im folgenden Jahre entsteht aus dem Vor- tnrfd) des Kaisers zwischen Franken- und Thürin- t: Wald bei Jena und Auerstäbt eine Dop- ^schlacht gegen die preußische Armee; schon hat ft der Franzose zwischen das preußische Heer tb Berlin geschoben. Die rasche Verfolgung bis c die Ostfeeküste schneidet die Trümmer der geflogenen Preußen von der Verbindung mit dem ich feindfreien Heimatgebiet ab und vollendet die ! rnichtung, welche die Schlacht eingeleitet hat. Einen Schritt weiter in der Anlage der Operativ- ,ri sind die Verbündeten gegenüber Napoleon f im Herbstfeldzug 1813 gegangen. Ihr ?cn sieht ein Zusammenwirken der in der Mark fhenden Armee, der schlesischen Armee und der t uptarmee in einer Weise vor, daß sie sich auf im Schlachtfeld zur Vernichtung des Kaisers t r e f - j n sollen. Trotz manchen Zögerns und Mißver- |::jens gelingt bei Leipzig der Plan beinahe, r nn auch nicht vollständig, oa die ungenügende 8 sperrung im Westen dem Kaiser die Möglichkeit ( t, die Reste seines schwer geschlagenen Heeres sch Frankreich zu retten. So wurde damals nicht v I erfüllt, was General von Moltke in den an 24. Juni 1869 ausgegebenen „Verordnungen für b. höheren Truppenführer" niederschrieb: „Wenn d Operationen derart geleitet werden, daß von v'schiedenen Seiten aus ein letzter kurzer Marsch geichzeitig gegen Front und Flanke fr» Gegners führt, bann hat die Strategie das | bete geleistet, was sie zu erreichen vermag, und I Avhe Resultate müssen die Folge sein." -Dem Chef des Generalstabes des preußischen l fitres war die vorhergegangene Erfahrung von ! König gr ätz bei der Formung dieses Satzes । gnenrocirtig. Hätte bei der Armeeführung damals | dieselbe Verständnis dafür bestanden, wie eine Ver- V nSltungsschlacht anzulegen fei, so wäre der Sieg I bi» 3. Juli 1866 vollkommen gewesen. General von f ÜDltfe selbst konnte wenig mehr als ein Jahr I (p: ter nach der Ausgabe der Druckschrift beweisen, | biß er nicht nur in der Theorie die Führungskunst I biierrschte. B e i Sedan brachte er die vollkom- I m:ne Vernichtungsschlacht auf diese Weise zustande, i j Tp deutsche Führerausbildung legte fortan größten ; Ü’rt auf das Streben, die dem Feind zugefügten Erläge vernichtend zu gestalten. Als Graf Lch l i e f f e n nach feinem Ausscheiden aus der 5?* oßereö* n Stellung des für diese Ausbildung maßgebenden Chefs des Generalstabes seine Lehrschrift „C a n - n a e" geschrieben hatte, wurde sie sogar fälschlicherweise manchmal dahin gedeutet, als betrachte der General die Einkreisung als das einzige Mittel zum Siege und als habe er ein allgemeingültiges Rezept dafür geben wollen. Dies lag ihm fern. Nur der stete Drang nach dem Höchfterreichbaren sollte Gemeingut für den Führernachwuchs werden. Im Weltkrieg trug diese Erziehung Früchte; b e i Tannenberg wußten Hindenburg und Ludendorff unter schwierigsten Verhältnissen fie bis zur Vollendung auszuwerten. Aus dem ursprünglich beabsichtigten umfassenden Angriff gegen den linken russischen Flügel, der diesen bereits* von seinen Verbindungen abschneiden sollte, erhob sich das Drama der Schlacht bis zum Höhepunkt, bis Zur Erzielung der völligen Einkreisung der russischen Armee. Aehnliches strebten die Generale allezeit auch später an. Jedoch zeigten sich selbst ihnen gegenüber bald die solchem Wollen entgegenstehenden Einschränkungen. In der Schlacht an d e-n Masurischen Seen konnte der Umfassungsflügel nicht so stark gemacht werden, daß dem sich' der Gefahr entziehenden Gegner die Rettung unmöglich wurde. In der W i n t e r s ch l a ch t in Masuren war es das schlimme Wetter, welches das Dorwärtskommen des einkreisenden Nordflügels verzögerte, so daß auch hier der Russe den Kopf aus der Schlinge zu ziehen vermochte. In der Schlacht bei Lodz zeigte sich auch die Tatsache, daß große Erfolge nur durch Wagen erreicht werden können und daß in solcher Kühnheit eine Gefahr liegt, die man auf sich nehmen muß. Der ostwärts der Stadt zur Einkreisung vorstoßende linke deutsche Flügel sah sich selbst von neuen, von Warschau kommenden, Streitkräften angegriffen. Statt den Feind einzukreisen, mußten die Deutschen sich nun selber durchschlagen. Als im Frühjahr 1915 der Sieg von Gorlice- Tarnow unerwartete Folgen annahm, so daß die Russen Polen zu räumen begannen, waren es wiederum Hindenburg und Ludendorff, die durch den Stoß in die tiefe rechte Flanke und den Rücken des Feindes über Wilna die ganze ungeheure Front zum Einsturz bringen wollten. Hier trat die Abhängigkeit solcher Entschlüsse von den Stärkeverhältnissen, aber auch von den Eisenbahnen und anderen Nachschubwegen deutlich hervor. Der linke deutsche Flügel fonjite nicht stark genug gemacht werden, die ihm zugedachte Aufgabe zu lösen. Bei der aus verschiedenen Richtungen angesetzten Operation gegen Serbien im Herbst 1915 verhinderte der Mangel an vollständiger Einheitlichkeit in der Führung der verbündeten Truppen die scheinbar naheliegende Einkreisung und Vernichtung des Gegners. Es kam im Weltkrieg zu keiner Vernichtungsschlacht mehr. Der große Erfolg von K a r f r e i t konnte sich zu einer solchen nicht auswirken, weil die Umfassung im Anfang fehlte und später nicht mehr zustande kam. Bei den gegenüber Moltkes-Zeit veränderten Heeresverhältnissen, den ungeheurey Fronten und Riesenheeren, hatte es sich herausgestettt, daß jener im Jahre 1869 ausgesprochene Satz im einzelnen abzuwandeln war, im großen aber seine Richtigkeit voll behielt. Zu höchster Auswirkung wäre er möglicherweise gelangt, wenn der Plan des Generalfeldmarschalls Graf Schlieffen für den Westfeldzug van ihm selbst ausgeführt worden wäre. In den Kriegen nach dem Weltkrieg findet man das Streben nach der Vernichtungsschlacht bei der italienischen Führung i m a b e s s i n i s ch e n F e l d - z u g. Als Marschall Badoglio nach Fertigstellung der rückwärtigen Verbindungen mit dem aufmarschierten Heere zum Angriff übergeht, liegt seiner Operation der Gedanke einer einheitlichen großen, in 350 Kilometer Breite mit doppelter Umfassung zu schlagenden Schlacht zugrunde. Tatsächlich kommt es aber zu E i n z e 1 s ch l a ch t e n, und selbst bei jener im Westen, der Schlacht in Schire, weicht der Abessinier aus, ehe der zur Umgehung Der konzentrierte Affe. Von Sigismund von I^adecki. Jedes Tier ist ein Symbol. Ochs, Esel, Schaf und Kamel bildep das strahlende Diergestirn der Dummheit, in welchem der Ochs die dumpfe, der Esel die störrische, das Schaf die folgsame und das Kamel die hochtrabende Dummheit verkörpert. Das Schwein ist die Unsauberkeit selbst. Die Taube ist die Unschuld. Die Schlange ist die Sünde. Hund und Katze sind Mann und Weib, das sieht jeder. Die Giraffe ist die typische alte Jungfer. Das Pferd, das ge- knechtetste Tier, ist der Stolz: wie erhaben läßt so ein alter Droschkengaul, regentriefend an der Ecke, seine Unterlippe hängen! Und nur der Affe hat in diesem Register seine Sonderstellung, denn das fühlen wir gleich, daß mit dem Worte „Nachahmung" das Symbolische seines Wesens noch lange nicht umschrieben ist. Ja, wir ahnen mit Scham und Gelächter, daß die Schöpfung sich hier in einer genialen Satire auf den Menschen versucht hat! Der Affe ist ein peinlicher Verwandter, den man nicht gerne herzeigt und doch nie los wird. Der Affe gibt uns keine Ruhe, er bringt Unfrieden in die Religionssysteme und biologischen Glaubensbekenntnisse, er entfesselt schauerliche Affenprozesse, er knackt behaglich seine Nüsse auf und führt die Wissenschaft jahrzehntelang mit ein paar javanischen Backenzähnen aufs Glatteis. Jahrzehntelang hatte man uns gepredigt, daß der Mensch vom Affen stamme, dann wurde ein gemeinsamer Urahne konstruiert, der bereits in den Filmen größere Rollen zu spielen bekam, als plötzlich ein Anthropologe auf einem Kongreß aufstand und kurzerhand erklärte, das alles sei nicht wahr, und der Mensch stamme nicht vom Affen, sondern der Affe stamme er , -KiiE ' ,en,< Es w' >>-E unb R , ■ «ffl it ,61 Aus -er Stadt Gießen. (Sommerferien. Das Wort „Ferien" gehört zu den Lieblings- wörtern unserer Kinder. Selbst die Kleinen, die erst wenige Wochen zur Schule gehen, sprechen seit Tagen davon, daß jetzt die großen Ferien kommen. Sommerferien ist ein Wort mit Inhalt, der Inbegriff von Freiheits Erholung und Lebensfreude. Und nun ist es soweit. Die Ranzen und Schulmappen haben für einige Wochen Ruhe. Sie bleiben an ihrem Platze liegen. Die große Pause ift gekommen, die Tage der Erholung fangen an. 3n diesem Fahre des großen Weltgeschehens wurde ja wohl das Wort Ferien öfters vergessen, die Erwachsenen denken kaum noch daran. Unsere Fugend aber vergißt es nicht. Sie hat ja auch manches geleistet in den letzten Schulwochen. Reben der Schularbeit sammelte sie eifrig Altmaterial, brachte Knochen mit in die Schule, Korke, Stanniol u. v. a. An manchen Nachmittagen ging es hinaus, um Kamillen, Lindenblüten und andere Heil- pflanzen zu suchen. Das können die Kinder .freilich nun auch in den Ferien. Aber zunächst wollen sie einmal ausruhen, sie wollen eine richtige Freizeit haben. Und die soll ihnen auch werden. Die Erwachsenen sagen bei ihrem Urlaub: Jetzt vor allem richtig ausschlafen! Aber die Kinder sind meistens Frühaufsteher, auch in den Ferien. Das ist gut so, denn der Morgen des Sommers ist am schönsten. Fhn können sie jetzt voll und ganz genießen. Wie oft haben sie in den letzten Wochen mit Sehnsucht nach den weißen Wölkchen am Himmel geschaut! Wer doch da mit hinausfliegen könnte in die weite Welt! Aber die Schule war unerbittlich. Tag für Tag, Stunde für Stunde mußte gearbeitet werden. Nun sind die Kinder Herr über ihre Zeit. Sie können all' das genießen, was chnen der Alltag nur zeitweise gab. Der eine kann Sport treiben, soviel er will, ein anderer wieder eine Leseratte, kann sich mit dem Buch in den Schatten der Anlagen, des Gartens oder des Waldes setzen, ein dritter kann wandern oder seine Bekannten auf dem Lande besuchen und dort bei der Feldarbeit tüchtig zugreifen. All das sind Ferienfreuden. Kommt einmal Regenwetter oder sonst ein Hindernis, dann werden die Kinder noch lange nicht mißmutig. Die sogenannten stillen Tage lenken den Blick auf die schönen Bücher, oder auf eine kleine Handarbeit. Und wie wir nach einem arbeitsreichen Tage am Abend zufrieden zurückblicken können, so werden auch unsere Buben und Mädchen nach dem Ferienschluß beglückt festftellen, daß sie sich erholt und gekräftigt haben in den schönen Tagen der Sommerferien. Mit neuem Mut und neuer Kraft werden sie ihre Schulaufgaben vornehmen. Die Erinnerung an die Sommerferien aber wird noch lanae Zeit ihr Leben erhellen. H. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Deutsche Arbeitsfront, NS.-Gemeinschaft „Straft durch Freude": 20.15 Uhr im Stadttheater „Großer Bunter Abend". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Lauter Liebe"; 14.45 Uhr Wochenschau-Sondervorstellung „Siegesfahnen über Deutschland". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Sommer, Sonne, Erika". Tageskalender für Sonntag. NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Wieseck: 14 und 15.30 Uhr im Saale Braun Ueberreichunq der Mütter-Ehrenkreuze dritter Stufe. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Lauter Liebe"; 11 Uhr Wochenschau- Sondervorstellung „Siegesfahnen über Deutschland". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Sommer, Sonne, Erika". — Deutsche Stenografenschaft: 9 Uhr in der Oeffentlichen Handelsschule, Werner- wall 11, GaUverbands-Leistungsschreiben. Notizen für den 29.3unl Sonnenaufgang: 5.06 Uhr, Sonnenuntergang: 21.51 Uhr; Mondaufgang: 1.36 Uhr, Monduntergang: 16 16 Uhr. Notizen für den 30. Juni. Sonnenaufgang: 5.06 Uhr, Sonnenuntergang: 21.50 Uhr; Mondaufgang: 2.01 Uhr, Monduntergang: 16.01 Uhr. Großes Wohnungsbauprogramm in Gießen. Am Donnerstag haben wir über einen Erlaß des Reichsarbeitsministers zur Durchführung von Wohnungsbauplänen in den Städten nach dem Kriege berichtet Wir haben uns daraufhin bei der maßgebenden Stelle der Stadt Gießen nach den hiesigen Wohnungsbauvorhaben erkundigt und dabei sehr interessante Feststellungen über ein großzügiges Wohnungsbauprogramm in Gießen gemacht. Die Gemeinnützige Wohnungsbau G.m.b.H. als beauftragte Organisation des Oberbürgermeisters in den Angelegenheiten des Wohnungsbaues der Stadt Gießen hat ein Wohnungsbauprogramm vorbereitet und zum Teil noch kurz vor dem Ausbruch des Krieges in Angriff genommen, das sich auf die Schaffung von insgesamt über 300 Mittel- und Kleinwohnungen beläuft. Dieses große Bauvorhaben erweitert die im Fahre 1936 begonnene und bisher mit insgesamt 461 errichteten Wohnungen — davon 360 im Schwarzlachgebiet, 78 am Leimenkauter- und Läufertsröderweg und 23 im Zuge der Altstadtsanierung I am Kirchenplatz/Lindenplatz — bereits sehr fruchtbare Arbeit der Gemeinnützigen Wohnungsbau G.m.b.H. um ein weiteres bedeutsames Stück. Mit dem jetzigen Wohnungsbauprogramm von über 300 Wohnungen dürfte der nach wie vor großen Nachfrage nach Mittel- und Kleinwohnungen in weitreichendem Maße entsprochen werden. Die künftige große Wohnungsbauarbeit erstreckt sich zunächst aus die Errichtung von 21 großen Doppelhäusern mit insgesamt 252 Wohnungen im Schwarzlachgebiet. Davon sind 8 Doppelhäuser mit zusammen 96 Wohnungen bereits im Juni vorigen Fahres in Angriff genommen worden, die Arbeiten mußten aber bald nach Kriegsausbruch eingestellt werden. Sobald die Möglichkeiten zur Wiederaufnahme der Wohnungsbau- tätigkeit gegeben sind — vielleicht noch im Herbst, auf alle Fälle aber unmittelbar nach dem Kriege — werden nicht nur die Bauarbeiten an diesen 8 Häusern wieder in Gang kommen, sondern auch der Bau der übrigen 13 Doppelhäuser wird sofort beginnen, so daß also das gesamte Projekt mit 21 Doppelhäusern und 252 Wohnungen in einem Zuge zur Durchführung gelangt. Bei diesem Bauvorhaben handelt es sich um die Schaffuna von 4-Raum- Wohnungen, entsprechend den Wünschen der Reichsregierung für den aus Reichsmitteln geförderten Bau von Mittel- -und Kleinwohnungen. Die Wohnungen werden teils als 3-ZimmerMohnungen mit eingerichtetem Bad und Küche, teils als 2-Zimmer- Wohnungen mit eingerichtetem Bad und Küche, ferner einem ausgebauten Zimmer im Dachgeschoß geschaffen. Gegenüber den seitherigen Wohnungsbauprojekten werden die jetzt zu schaffenden Wohnräume etwas größer sein; der Unterschied gegen früher besteht darin, daß nach den bisherigen Bestimmungen über den Bau von Volkswohnungen nicht größer gebaut werden durste und dafür auch eine entsprechende Begrenzung in der Miethöhe vorgeschrieben war. Jetzt ist es nach den neuen Bestimmungen aber möglich geworden, einen größeren Flächeninhalt für die einzelne 4-Raum-Wohnung vorzusehen, ohne allerdings dadurch die Miethöhe untragbar werden zu lassen. Die Projektierung der neuen Wohnhausbauten ist vollständig fertig, die Finanzierung ist in allen Teilen abgeschlossen und. genehmigt, das erforderliche Baumaterial ist gesichert, so daß dem Baubeginn unmittelbar nach dem Kriegsende, vielleicht auch schon vorher, nichts im Wege steht. Wenn die Bauarbeiten noch in diesem Herbst in Angriff genommen werden können, wird mit der bezugsfertigen Bereitstellung der neuen Wohnungen im Sommer des nächsten Jahres zu rechnen sein. Die neuen Häuser im Schwarzlachgebiet werden sich in ihrer architektonischen Gestaltung an die bisher dort gebauten Häuser anschließen, sie werden aber künftig Vorgärten erhalten, damit das Straßenbild noch mehr als bisher gewinnt. Die Bebauung wird in der Richtung nach dem Bahndamm zu erfolgen, jedoch eine ganze Strecke von diesem entfernt bleiben, damit dort für andere Aufgaben noch Gelände verfügbar ist. Das gesamte Baugelände befindet sich im Besitz der Stadt. Neben diesem großen Bauprojekt wird ejn am Eichgärtenweg bereits errichtetes Kleinrentner-Wohnhaus mit insgesamt acht Wohnungen bis zum Herbst bezugsfertig werden. Darüber hinaus ift ein weiteres Wohnhausbauprojekt an der Fröbelstraße fertig ausgearbeitet, bei dem es sich um die Schaffung von 20 Wohnungen, je drei Zimmer mit Küche und Bad, in zwei großen Doppelhäusern handelt. Die Finanzierung dieses Bauvorhabens ist ebenfalls sichergeftellt, das Bauland ist im Besitz der Stadt, so daß auch hier sofort nach Kriegsende mit dem Bau begonnen werden kann. Schließlich ist noch ein Bauprojekt an der Mar. burger Straße/Schwarzlachweg aus$e arbeitet, bei dem es sich um die Errichtung vg, mindestens drei Doppelhäusern mit 36 Wohnunger, je 3 bzw. 4 Zimmer mit Küche und eingerichteten, Bad, handelt. Dieses Bauprojekt wird erst zu einen späteren Zeitpunkt in Angriff genommen werden. B. Die Betreuung der Wehrdienstdeschädigien. NSG. Die Erfahrungen aus dem Weltkrieg mit der Betreuung der Soldaten und deren Angehörigen gaben der Führung Veranlassung, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um in Zukunft nach Möglichkeit Mängel und Härten zu vermeiden. So find im vergangenen Jahre in großzügiger Weise mehrere Gesetze auf dem Gebiete der Versorgung und Fürsorge geschaffen worden, die den sozialen .Auswirkungen des Krieges weitgehend Rechnung 'tragen sollen. Vorbildlich wurde in erster Linie die Frage des Unterhalts für die Familien der Soldaten geregelt. Im Weltkriege hatten die Angehörigen außer der Sorge um das Schicksal des im Felde stehenden Vaters, Mannes oder Sohnes oft noch bittere wirtschaftliche Kämpfe zu bestehen. Für den kämpfenden Soldaten war dieser Zustand außerordentlich bedrückend, und es steht außer Zweifel, daß dadurch in manchen Fällen die restlose Einsatzfreudigkeit beeinträchtigt wurde. In der Erkenntnis dieser die Schlagfertigkeit der Truppe hemmenden Mängel hat der Führer dafür gesorgt, daß dem Soldaten die Sorge um die Existenz feiner Familie abgenommen wurde. Naturgemäß bringt der Krieg auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiete einschneidende Aenderungen, die sich nicht vermeiden lassen. Dagegen konnte in allen Fällen die Frage des Unterhalts glücklich gelöst werden. So selbstverständlich heute die ausgezeichnete Versorgung der kämpfenoen Soldaten auf allen Gebieten ist, so großzügig wird auch die Betreuung der Verletzten, Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen durchgeführt. Im Vordergrund der gesetzlichen Betreuung der Wehrdienstbeschädigten steht nicht die Versorgung als solche, sondern die Fürsorge. Letztere soll allerdings nicht die Aufgabe haben, bereits vorhandene Notlagen zu beseitigen, sondern vorbeugend zu wirken, um soziale Notstände von vornherein nicht aufkommen zu lassen. Die Hilfe wird daher rechtzeitig einsetzen. Mit dem Augenblick, da der Soldat aus der kämpfenden Formation ausscheidet, beginnt die praktische Umforgung. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß der verwundete Soldat schon in den Lazaretten von der Partei, ihren Gliederungen und angeschloffenen Verbänden besonders betreut wird. Die Versorgung der Kriegsbeschädigten oder Hinterbliebenen ist Aufgabe der Wehrmacht. Plan, mäßig wird nach den Bestimmungen der Gesetz« versucht, den Wehrdienstbeschädigten, soweit sie noch arbeitsverwendungsfähig sind, einen geeigneten Arbeitsplatz zu sichern. Darüber hinaus haben bi, Fürsorge- und Versorgungsdienststellen der Wehrmacht den Auftrag, die Unterbringung dauernd zu verfolgen und den Wehrdienstbeschädigten behilfliq zu fein, die Folgen der Beschädigung möglichst zu überwinden. Mit der Verordnung des Chefs des Oberkoiw mandos der Wehrmacht vom 12. Juli 1939 ist bi- Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Mithilfe bei der Betreuung der Wehrdienstbefchr. digten und der Hinterbliebenen der neuen Wehr, macht der Nationalsozialifttfchen Kriegsopferversor. gung übertragen worden. Mit dem Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis wird demnach der Soldat des neuen Einsatzes, wie bisher der Soldat des Welt« krieges, in die Rechen der Mitglieder der für sie von der Partei geschaffenen Organisation einzufügen sein, um dort für sein ferneres Leben in jeder Hinsicht kameradschaftlich beraten und umsorgt zu werden. Das gleiche gilt für die Witweir, Kriegereltern und Kriegerwaisen. Die Hinterbliebe, nenbetreuerinnen stehen als Schwestern des gleiche,, Schicksals mit Rat und Tat den Angehörigen zur Seite und helfen Hindernisse aus dem Leben der Betroffenen räumen. Die Amtswalter und Helferinnen der Nationalfozialistifchen Kriegsopferversorgung sind angewiesen, bei Bekanntwerden irgendeine» Falles unverzüglich helfend einzugreifen. DieAufgaben-esBetrie-sjugendwalters Gchulungstagung der DAF. in Gießen. Der Kreisjugendwalter der DAF. Steinl hatte für den gestrigen Freitag nachmittag die Betriebs- jugendwalter des engeren Bezirks um Gießen im Fahnensaal der DAF. versammelt, um in grundsätzlichen Zügen die Aufgaben des Betriebsjugend- walters zu umreißen. Er sprach davon, daß in der Gegenwart die Betreuung der Jugendlichen besonders wichtig fei, denn auch die Jugend habe daran mitzuarbeiten, den Endsieg sichern zu helfen. Besonders in der Kriegszeit fei der Jugend die innere Verpflichtung zu immer besserer Leistung aufgegeben. In seinen weiteren Darlegungen sprach Pg. Steinl über die Zusammenarbeit von Hitler- Jugend und Jugendwaltung der DAF. Der Be- triebsjugendwalter oder die Betriebsjugendwalterin müsse unbedingt der HI. bzw. dem BDM. angehören. Der Betriebsjugendwart gehöre zu den engsten Mitarbeitern des Betriebsobmannes und des Betriebsführers und er müsse sich in allen Dingen, die die Jugend des Betriebs angehe, einschalten. Wöchentlich seien Appelle abzuhalten, bei denen die Jugendlichen des Betriebs vereinigt werden. Die im Betrieb Neueintretenden seien jeweils in einem kurzen feierlichen Appell in die Betriebsgemein- fchaft aufzunehmen. Eine große Aufgabe erwachse dem Bettüebsjugendwalter in der beruflichen und sozialen Überwachung. lieber die Art der sozialen: Betreuung ergebe sich aus dem Jugendschutzgesetz, jeglicher Aufschluß. Die erhöhten Anforderungen,, die heute an die Jugendlichen gestellt werden, forderten auch eine sorgfältige Urlaubsgeftaftung, die den Jugendlichen tatsächlich zur Erholung diene" müsse. Durch die Einführung des Betriebssports- solle die Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Der Betriebsjugendwalter habe ferner darauf zu sehen,. In den Gießener Familienblättern beginnen wir am heutigen Samstag mit dem Abdruck von Robert Hohlbaum: Stein. Der sudetendeutsche Dichter, ein Meister des modernen geschichtlichen Romans, dessen Drama „Lombardische Nacht" im Gießener Stadttheater vor einigen Wochen großes Interesse gefunden hat, gestattet hier packend und kraftvoll das leidenschaftliche Ringen einer starken Führerpersönlichkeit um die Durchsetzung seiner großen Ideen in bewegter Zeitenwende. Keine Spur von Hauil. Roman von Charlotte Kaufmann. 29. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „3m Krautweg, aha", wiederholte Fromme!, ,-und weiter?" Huith zog verlegen die Schulter hoch. „Ja, sonst nichts weiter ... ich dachte mir ...ich dachte mir, daß Sie vielleicht im Krautweg weiter nachforschen. Krautweg Nummer 78. Es war ein Haus mit einem Garten und einer eisernen Gartentür." Fromme! sah mit bohrenden Augen auf seinen Gast, „und Sie meinen, daß dieser nächtliche Besucher im Cafe Corso ... möglicherweise ... unter Umständen ... der Maler Hauck gewesen sein könnte?" „Es besteht die Möglichkeit. Eine Aehnlichkeit war ganz zweifellos vorhanden." Huith schielte nach der Schwarzwälder Uhr, die über dem Sofa hing. Halb neun Uhr. „Krautweg 78", wiederholte Frommel. „Den Mann werden wir uns mal anfehen. Essen Sie noch ein Brötchen, Herr Lehrer. Hier. Sie sinh ganz frisch. Das wäre ja eine fabelhafte Sache, wenn Sie die richtige Fährte gefunden hätten. Eine grandiose Sache. Gar nicht auszudenken der Erfolg." Huith wurde verlegen. Sein Gewissen schlug. Da machte sich nun dieser Fromme! Hoffnungen auf etwas, was doch ebenso leicht nur eine Halluzination Gewesen sein konnte. Er gab sich einen Anlauf, um trommel zu erzählen, daß der Mann in der Nacht allerdings zehn Jahre älter ausgesehen habe als Hauck, daß er auch unter der Straßenlaterne, ganz zum Schluß, gar nicht mehr dem Maler ähnelte.., daß die Möglichkeit eines Irrtums viel näher lag als die Möglichkeit, den Gesuchten tatsächlich gefunden zu haben. Aber im letzten Auaenblick scheute er davor zurück, feine Zweifel zu sagen. Denn mit all diesen Zweifeln hätte er ja wirklich nicht in aller Frühe nach Gulden herüberführen und dem Sekretär Fromme! fein Frühstück wegzuessen brauchen. .Krautweg 78", wiederholte Fromme!, „ich werde es nicht vergessen." Es kam der eiskalte Winterwind. Vom Osten her blies er, von Sibirien schien er zu kommen. Er pfiff übers Land. Hohl, schrill, mißtönig. Die Menschen froren. Sie versteckten sich hinter Gebirgen von Mänteln und Kleidern, und wenn sie beisammen waren, redeten sie darüber, daß der Frost und der kalte Ostwind dieses Jahr schlimmer seien als je zuvor. Der kalte Wind drang auch in die Häuser der Esmarchstraße, in das Haus des Konsuss Petersen. „Ilse, sehen Sie doch die Heizung nach", sagte der Konsul, „ich glaube, wir legen noch etwas darauf", und bann schlurfte er händereibend durch die Räume, kuschelte sich in einen mit Kissen ausgefüllten Polsterstuhl und jammerte. „Diese Kälte. Meine liebe Jngeborg, was sagst du zu dieser Kälte? Meine Nase wird den ganzen Tag nicht mehr warm. Den ganzen Tag nicht." „Trinke Glühwein", riet Jngeborg und lief hinunter in die Garage, um nachzusehen, ob der kleine Kcttalytofen im Wagen auch in Ordnung sei. „Der Glühwein hilft nichts", sagte Konsul Petersen, als sie zurückkam. „Gar nichts. Er macht nur den Kopf nebelig und den Magen heiß. Aber die Nase friert weiter. Wo steckst du nur immer? Frierst du denn nicht?" „Gar nicht", erwiderte Jngeborg und drehte die Nummernscheibe des Telephons. ,Hallo, Evamaria, bist du da? Höre mal, Evamaria, hast du Luft, ein bißchen mit mir hinauszufahren? Hast du Zeit? Kalt? Ach wo. Das ist doch nicht kalt. Ich habe einen Ofen im Wagen. Neues Modell. Funktioniert großartig. Ziehe deinen dicken Mantel an und einen Pullover darunter. Wo ich hin will? Ach, ein bißchen hinaus. Ich will ein bißchen mit dir reden, weißt du. Ich hole dich ab. Gleich jetzt. Wiedersehen." „Du kannst doch bei der Kälte nicht hinausfahren. Das Wasser im Kühler friert dir ein", brummte Konsul Petersen und hauchte in die hohle Hand, um sie auf die kalte Nafe zu preffen. „Trinke noch einen Glühwein", sagte Jngeborg und hängte den Hörer ein. „Nimm das Heizkissen und gehe zu Bett. Dann wird dir schon warm werden." „Wo willst du denn hinfahren?" „Ein bißchen um die Stadt." „Hast du auch das Gefrierschutzmittel in den Tank gegossen?" „Oh, du kannst mich nervös machen mit deiner Sorge. Als ob ich im Winter noch nicht mit dem Auto gefahren wäre." e „Na ja. Na ja." Konsul Petersen duckte sich in seinen Kissenberg.--- Evamaria war angezogen, als fahre sie zu einer Nordpolexpedition. „Ich hoffe, daß du nicht weiter fährst als bis zum nächsten Caf6", sagte sie. „Ich fahre nach Stein. Los, schiebe dich auf deinen Platz." „Nach Stein?" Evamaria stieß sich den Kopf am Wagendach vor Staunen. „Was willst du denn in Stein?" „Werde ich dir sagen, wenn du verstaut bist." „Na, schön." Die Türen schlugen zu. Der Motor brummte. Der Wind pfiff über den Wagen hinweg. Evamaria schob die Hände in die Taschen. „Und was willst du nun da draußen, meine Liebe? Zu dieser Jahreszeit in Stein. Krähen füttern?" „Oh, weiß der Himmel, man könnte Wildenten schießen. Es soll eine Menge dort draußen geben." „Du bist in einer kampflustigen Stimmung heute", stellt die Studentin fest. „Was fehlt dir?" „Was soll mir fehlen?" ,wimmer noch den Kummer um den Mann? Ich dachte, du hättest das in den Weihnachsferien allmählich vergessen. Früher hast du dir doch gar nichts aus ihm gemacht." Jngeborg krauste den Mund und sah durch das Viereck der Frostschutzscheibe. „Früher", sagte sie, „jetzt ist es aber anders. Na, lassen wir es. Vielleicht ift es nicht ausgeschlossen, daß der ehrenwerte und stolze Mister Keit in nächster Zeit doch wieder liebenswürdiger zu mir wird." „Hast du einen Liebestrunk für ihn?" Evamaria lachte. „Ach, ick denke, daß feine abwegige Passion bald zu Ende sein wird." „Seine Leidenschaft? Wer fft das nun?" „Ich sagte dir doch schon ... Frau Keit erzählte es mir ... die Malerin, mit der er in den Bergen war." „Es soll mich freuen für dich, wenn er sie vergißt. Aber weshalb glaubst du es?" „Nun, die Frau ist doch verheiratet. Eines Tages muß es ja aufhören." „Und du würdest ihm großmütig den kleinen Um" weg verzeihen?" „Das würde ich. Vermutlich." Evamaria nahm das Taschentuch aus dem Man«- M und hustete. „Man soll sich nicht soviel Gedanken um Männer machen, das ist meine Ansicht", sagte sie. „Wenn ihm eine andere besser gefällt, nun, dann laß ihn; 's gibt ja genug Männer. Du hast mir aber immer noch nicht gejagt, was du in Stein willst, ausgerechnet in Stein." „Ich will mich malen lassen", erwiderte Inge« borg, indes ein Schwarm Krähen aus dem Himmel kam und in die kugeligen Bäume der Landstraße fiel. Evamaria lachte auf. Laut und herzlich und an* haltend. „Ach ... ach, du bist eben doch ein Kind, liebe Jngeborg. Malen willst du dich lassen? Von der kleinen Malerin, von deiner Rivalin. Ach, und deswegen holst du mich aus meinem warmen Zim* mer." „Allein ist es zu langweilig", verteidigte fi4 Jngeborg. Die Straße mündete in Teek. Jngeborg kurbelte das Wagenfenster herunter. „Hallo!" rief sie einem vorübergehenden Mann zu. „Wie komme ich hier am besten nach Stein?" Die Studentin duckte sich zusammen vor der Schärfe des Windes, der durch die Oeffnung griff- „Mit dem Wagen?" „Natürlich mit dem Wagen." „Tja, da müssen Sie außen herumfahren. Ueber Sörup." „Ueber Sörup?" „Ja, da hinüber." Er deutete nach Osten. „Ein Umweg." „Na ja. Mit dem Auto. Für gewöhnlich geht man von Teek nach Stein am Strand entlang. Ader mit dem Wagen geht das nicht. „Sänke." Sie drehte das Fenster wieder hoch. „Mörderische Kälte", sagte Evamaria, „zum Fürchten —" Sie fuhren nach Sörup und von Sörup nach Stein. In Stein hielt sie wieder. „Wo wohnt hier Frau Hauck?" fragten sie. „Die Kunstmalerin Hauck." „Draußen am Strand", sagten die Leute und deuteten das Meer entlang. „Dort, wo der viel- weihe Sand ift Bei den Dünen." \ (Fortsetzung folgt) scheinungssorm eines wissenschaftlichen Spezial- Sortiments, sondern eines allgemein-modernen Sortiments dar. Immerhin bleibt die Pflene der wissenschaftlichen Literatur und der Beziehungen zur Universität sowie zu ihren Instituten und Kliniken eine wichtiae und für Gießens älteste Buchhandlung eine verpflichtende Tradition. Segelflugmodelle über den Wiesen am Gcblageterteich. Gestern abend sammelte sich an der Wiese am Schlageterteich eine stattliche Zuschauermenge, die mit großem Interesse dem Treiben der Modellbaugruppe der Flieger-Hitler-Äugend folgte. Die Jungen, die in vielen Stunden mühseliger und sorgfältiger Arbeit elegante Segelflugmodelle hergestellt und diese auch mit Gummimotoren ausgerüstet hatten, ließen nun ihre leichten „Vögel" fliegen und hatten ihre helle Freude daran, wie sich die Modelle mit eigener Kraft des einfachen und sinnreichen Motors in die Luft erhaben und in ruhigem, stetigen Flug eine beachtliche Strecke zurücklegten und dabei auch viel Höhe gewannen. Immer wieder wurden die kleinen Flugzeuge an den Startplatz gebracht, und wenn auch nicht jeder Flug zu einer Rekordleistung wurde, so zeigte sich doch, daß die Modelle ausgezeichnet gebaut sind. Erst bei einbrechender Dunkelheit räumten die angehenden Flieger das Feld. Die Zuschauer schieden mit dem Bewußtsein, daß die Jugend, die sich hier zu gemeinsamem Wirken fand, ihre Zeit in glücklicher und wertvoller Weise verbringt. Gauverbands-Lestungssck reiben der Stenografen in Sieben. Der Gauverband der Deutschen Stenografenschaft hat die Durchführung eines Gauverbands-Leistungsschreibens beschlossen. Dieses Leistungsschreiben ftn- det am morgigen Sonntag, 30. Juni, in Gießen in den Räumen der Öffentlichen Handelslehranstalt statt. An dem Wettbewerb werden sich insbesondere die Kurzschriftler aus den Ortsvereinen der Stadt- und Landbezirke Gießen, Grünberg und Wetzlar beteiligen. Geschrieben wird in den Geschwindiakeits- ftufen von 60 Silben an aufwärts. In jeder Abtei- lunq werden zwei Geschwindigkeiten angesagt, so daß sich jeder Teilnehmer für die Übertragung der höheren oder niedrigeren Ansage entscheiden kann. Ein Schön, und Richtigschreiben ist nur in den Ab- teilungen 60, 80, 100 und 120 Silben vorgesehen. Gießener Wochenmarkkpreise. * G i e ß e n, 29. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, x/i kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, alte, Va kg 0,5, 5 kg 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM., neue, Vi" kg 17 Rpf., Wirsing, grün, 18, Weißkraut 25, Gelberüben, das Bund 15 bis 20, Roterüben, % kg 15 bis 20, Spinat 15, Römischkohl 15 bis 20, Bohnen, grün, 35 bis 60, Erbsen 37, Mischgemüse 15, Tomaten 34 bis 65, Zwiebeln 17, Rhabarber 10, Pfirsiche 35, Himbeeren 50 bis 55, Kirschen 40 bis 42, Stachelbeeren 22 bis 25, Johannisbeeren 30, Erdbeeren 50 bis 55. Blumenkohl, das Stück 20 bis 70, Salat 5 bis 15, Salatgurken 30 bis 60, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf. Strafkammer Gießen. Der A. W. in Hochweisel war durch Urteil des Amtsgerichts Butzbach zu Geldstrafen von zusammen 30,— RM. und zum Ersatz des Schadens in Höhe von 80,— RM. verurteilt worden. Er hatte vom 4. bis 8. Dezember v. I. trotz Verbots eine Schafherde im Riederweiseler Gemeindewald lagern lassen, wobei die Schafherde zirka 50 Fichten schälte. Gegen das Urteil legte der Angeklagte Berufung ein. In der gestrigen Hauptverhandlung war er trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde die Berufung verworfen. Der W. M. in Frankfurt a. M. war durch Urteil des Amtsgerichts Gießen vom 3. Mai zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt worden. Er sollte, nach der Anklage, im Juni v. I. ein Damenfahrrad, das ihm zur Reparatur übergeben worden war, für 15,— RM. verkauft haben. Gegen das Urteil legte der Angeklagte Berufung ein. Der Anklagevertreter beantragte, die Berufung zu verwerfen. Der Angeklagte wurde mangels ausreichenden Schuldbeweises freigesprochen. Aus der engeren Heimat. Ein mutiger jugendlicher Lebensretter. * Lollar, 29. Juni. Gestern nachmittag geriet ein 7jähriger Junge von hier zu nahe an das Ufer der hochstehenden Lumda, die zur Zeit wegen der Bewässerung der Wiesen ab gestaut ist und über ihre Ufer tritt. Der Junge rutschte ab und fiel ins Wasser. Einige Zeit konnte sich der daß sich die Jugendlichen in jedem Falle des Alkohol- und Nikotingenusses enthalten. Nachdem der Kreisjugendwalter noch Aufschluß über die Dauer des Urlaubs der Jugendlichen und über die Möglichkeiten einer Urlaubsverschickung gegeben hatte, behandelte die Gausachbearbeiterin der DAF. Pgn. Har big einiae Fragen der Betreuung der weiblichen Jugendlichen. Sie forderte insbesondere auf, die hauswirtschaftliche Ertüchtigung der berufstätigen Mädchen im Auge zu be- hallen, vor allem hauswirtschaftliche Arbeitsgemeinschaften einzurichten und für eine rege Beteiligung daran zu sorgen. Im Hinblick auf die gesundheitliche Betteuung forderte die Gausachbearbeiterin weiter auf, alles zu tun, um den Gesundheitszustand der Jugendlichen untadelig zu erhalten. Wichtig sei auch die Ausbildung im Gesundheitsdienst. Die Ruhepausen müßten pünktlich eingehalten und sollten möglichst nicht am Arbeitsplatz verbracht werden. Die Gausachbearbeiterin schloß mit dem Appell an die Betriebsjugendwalterinnen, sich stets dessen bewußt zu sein, daß sie innerhalb der Betriebsgemeinschaft Vorbild sein müssen. Nach diesen beiden grundlegenden Referaten wurden aus dem Kreis der Betriebsjugendwalterinnen und Betriebsjugendwalter noch manche Fragen gestellt, die in befriedigendem Sinne beantwortet werden konnten. Im Anschluß an die Schulungstagung wurde eine Sitzung der Ortsjugendwalter abgehalten, die die Teilnehmer mit ihren Aufgaben fiir die nächste Zukunft vertraut machte. An alle Schulen und Betriebsführer. Wie alljährlich, findet auch dieses Jahr das Bannsportfest statt, bei dem sich die besten Sportler des Bannes 116 treffen. Die Schulleiter und Betriebsführer werden gebeten, die in Bad-Nauheim teilnehmenden Führer und Jg. vom Unterricht bzw. von der Arbeit zu befreien, da die Wettkämpfe bereits Samstag beginnen. Die Jungen werden sich dementsprechend mit ihren Schulleitern und Betriebsführer in Verbindung setzen. Backhaus, Kreisleiter. BOM- u.IM.-Untergau 116 Gießen Letr. llnkergaumeisterschaflen am 29./30. in Bad- Nauheim. Die Wettkämpfe der Mannschaften beginnen am Samstag um 15 Uhr. Die Mannschaften aus Gießen und Umgebung fahren dazu ab Gießen um 12.32 Uhr. Die Wettkämpfe am Sonntag beginnen um 9 Uhr. Wir fahren ab Gießen um 8 Uhr. Bitte rechtzeitig zu beiden Zügen am Bahnhof fein. Wer am Sonntag und am Samstag teilnimmt (aus den Einberufungen zu ersehen), erhält in Bad-Nauheim Quartier und muß sich dafür vorsehen. Oer Kartoffelkäfer wieder im Anflug. Die Außenstelle Gießen des Kartoffelkäfer-Abwehrdienstes, die für das Jahr 1940 den gesamten Bezirk der ehemaligen Provinz Oberhesien zu betreuen hat, ist, wenn auch bisher in aller Sttlle, stets rege tätig gewesen, um deitt Kartoffelkäfer, wo er sich immer zeigt, rasch und energisch entgegenzu- treten. In diesen Tagen erreichte die Dienststelle die Meldung, daß der Kartoffelkäfer auch im Stadtbezirk Gießen, und zwar in der Nähe des Umspannwerkes an der Krofdorfer Straße, an getroffen wurde. Es wurden 1 Käfer, 12 Eigelege und etwa 60 Sarnen aufgefunden. Schulkinder, die auf der Suche nach dem Kartoffelkäfer waren, hatten das Vorkommen des Schädlings entdeckt. Selbstverständlich wurden sofortige Gegenmaßnahmen getroffen und das gefährdete Gebiet mit Kalkarsen gespritzt. Die Tatsache des Auftretens des Kartoffelkäfers in unserer nächsten Nähe läßt erneut die große Gefahr erkennen, die vom Kartoffelkäfer droht. Es ist daher notwendig, daß sich nicht nur die Landwirtschaft sehr sorgfältig um die Ueberwachung der Kartoffeläcker bemüht, vielmehr muß auch die Stadtbevölkerung, soweit sie in eigenen Gärten Kartoffeln oder Tomaten zieht, alle Wachsamkeit aufbieten, damit dem Kartoffelkäfer bei seinem Erscheinen sofort der Kampf angesagt werden kann. Geschichtliche Stunde von Compiögne im Film. Die bisherigen Wochenschauen von den Kriegsschauplätzen im Norden und Westen waren bisher stets von einer Eindrucksgewalt, von der wohl jedermann der Auffassung war, daß sie nicht zu überbieten sei. Angesichts der neuen Frontwochenschau erkennt man diese Auffassung als einen Irrtum. 3n den neuesten Filmbildern, die wir heute Samstagmorgen im Lichtspielhaus zu sehen bekamen, verdichten sich die Ereignisse, die im Filmbild wieder- gegeben sind, zu einer solchen Intensität, daß es schwer fällt, allem sofort gerecht zu werden. ^Zunächst fordert der Kampf deutscher schwerer Seestreitkräfte gegen den englischen Flugzeugträger „Glorious", gegen den Oeltanker „Oilpioneer" und den Truppentransporter „Drama" größte Aufmerksamkeit heraus. Dann lösen Bilder vom Sturm der deutschen Truppen auf die Maginotlinie, vom Rhein her, die Bilder von See und Marine ab. Sichtlich: die Kameramänner standen hinter Minen- und Flammenwerfern im Augenblick des heftigsten Einsatzes! Und dann steigt man im Geiste mit den Infanteristen in den zerstörten Befestigungen der Maginotlinie herum. Wie ein Traum muß es allen Frontkämpfern des Weltkrieges erscheinen, daß man nun im Filmbild die stolze Stunde des Einzuges der deutschen Truppen in Verdun und den Vorbeimarsch unter dem französischen Siegesdenkmal des Weltkriegs sehen kann. Weitere Bilder von Paris vervollstän- digen den Eindruck von der Vollständigkeit des deutschen Sieges über Frankreich. Doch nicht genug damit, die neue Wochenschau bringt nun auch die Bilder von der neuen historischen Begegnung des Führers mit dem Duce in München zum Zweck der Besprechungen über den Waftensttllstand mit Frankreich. Den Höhepunkt bilden die in vielen Einzelheiten fest gehaltenen Ereignisse im Wald von Compiegne. Man sieht, wie die deutsche Kriegsflagge über oas anmaßende Siegesdenkmal der Franzosen fällt, sieht den Führer vor dem Stein, in dem Frankreichs Haß seine Verewigung gefunden hat, sieht den Führer beim Abschreiten oer Front der Ehrenkompanie und schließlich die französische Delegation mit General Huntziger an der Spitze. Mit den Filmbildern von der Unterschrift des Waffenstillstandsvertrags wird das ganze deutsche Volk zu unmittelbaren Zeugen der für Europa und die ganae Welt so bedeutungsvollen Stunde gemacht. Wehende Fahnen, das Lied der Glocken deutscher Dome und das Niederländische Dankgebet beschließen den Film in einer heroischen Symbolik. H. L. Neuner. Jeher hastet mit im Lustschutz des Mchauses. lieber die Beteiligung von Hauseigentümer und Mietern bei den Lustschutzmaßnahmen im Mietshaus sind verschiedentlich Unklarheiten und Unstimmigkeiten entstanden. Aus einer Darstellung der Rechtslage, die Dr. Starke in der „Sirene" gibt, seien hier die wichtigsten Grundbestimmungen für die Mithaftung jedes Volksgenossen angeführt, wobei zu beachten ist, daß ein Verstoß nicht nur schweren Schaden verursachen, sondern auch durch Strafen geahndet werden kann. Für die Entrümpelung ist derjenige ver- antworllich, dem die Verfügungsberechtigung über den zu entrümpelnden Raum zusteht, der Mieter also bei dem von ihm gemieteten Bodenverschlag, der Hauseigentümer für den Trockenboden und andere der allgemeinen Benutzung offenstehende Räume. Wer für die Entrümpelung verantwortlich ist, trägt auch die Kosten dafür. Für die Ausrüstung der Lustschutzgemeinschaft mit Selbst- schutzgerät ist der Hauseigentümer verantwortlich und Kostenträger, sofern sich nicht aus allgemeinen mietrechtlichen Vorschriften etwas anderes ergibt. Es ist der Wunsch des Gesetzgebers, daß möglichst wenig Geräte neu angeschafft werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es erwünscht, wenn sich alle Hausbewohner an der Bereitstellung des Selbstschutzgerätes durch Hingabe oder Anfertigung von Gerät, oder durch Geldbettäge freiwillig beteiligen. Einen Rechtsanspruch auf solche Beteiligung hat der Hauseigentümer allerdings nicht. Für die Beschaffung der persönlichen Ausrüstung der Selbstschutzkräfte sind diese selbst verantwortlich. Sie haben auch die Kosten hierfür zu tragen. Naturgemäß bestehen keine Bedenken, wenn die übrigen Hausbewohner sich an der Beschaffung beteiligen. Für die Verdunkelung ist der Eigentümer oder an seiner Stelle derjenige verantwortlich, der die tatsächliche Gewalt über die zu verdunkelnde Sache innehat. Deshalb sind die Mieter für die Verdunkelung ihrer Wohnung, aber ebenso, was oft vergessen wird, auch für die Verdunkelung der von ihnen mitgemieteten Räume, z. B. der Boden- und Kellerverschläge, verantwortlich. Der Hauseigentümer trägt die Verantwortung für die Verdunkelung der nicht vermieteten Räume, z.B. Treppenhaus, Waschküche, Heizkeller. Wo ein Hausmeister vorhanden ist, wird im allgemeinen diesen die 23er- antmortuna an Stelle des Hauseigentümers treffen. Während oer Abwesenheit des Haushaltungsvorstandes wird seine Ehefrau, und wenn auch diese nicht zu Hause ist, der älteste Sohn oder die Hausangestellte die Verantwortung für die Verdunkelung der Wohnung tragen, eben jeder, der im Zeitpuntt der Verdunkelung Inhaber der tatsächlichen Gewalt ist. Beim Lu f t s ch utz rau m b au ist u. a. zu beachten, daß in bestehenden Gebäuden behelfsmäßige Luftschutzräume zu errichten sind. Verantwortlich dafür ist der Eigentümer, Erbbauberechtigte oder Nießbraucher. Alle durch den Luftschutzraum zu schützenden Personen haben zu feiner Errichtung beizutragen, entweder durch Bereitstellung geeigneter Räume, durch eigene Arbeitsleistung, Bereitstellen von Baustoffen usw., oder durch Geldbeträge. Das Bereitstellen geeigneter Räume muß sich auch erstrecken auf die Stellung von Ersatzraum an solche Mieter, die durch Hingabe ihres Kellers Anrecht auf neuen Kellerraum im Wege der Neuverteilung haben. Durch eigene Arbeitsleistung müssen nicht nur die Mieter selbst an der Herrichtung mitwirken, sondern alle zu schützenden Personen, auch die übrigen Hausbewohner, Familienmitglieder, Untermieter, Hausangestellte usw. Kommt eine Einigung nicht zustande, so entscheidet der örtliche Polizeiverwalter. 150 Jahre Universitäts-Buchhandlung Howerer. Am 1. Juli 1940 kann die Universitäts-Buchhandlung Kurt Holderer, vormals Frees, auf ihr 150jähriges Bestehen zurückblicken. Gründer der Firma war der Buchhändler Georg Friedrich Heyer, dessen Namen in Buchhändlerkreisen wett über Hessen hinaus ein Begriff war. Aus seiner Schule sind zahlreiche Verleger hervorgegangen. Interessant ist die Tatsache, daß auch die Inhaber der beiden anderen alten Gießener Universitäts- Buchhandlungen, Ferber und Ricker, Lehrlinge Heyers waren und bei ihm die grundlegenden Fach- tenntnisse erwarben. Im Gegensatz zu den Unioersitätsbuchhandlungen Ferber und Ricker, die noch heute unter dem gleichen Namen bestehen, haben die späteren Inhaber der Heyerschen Universitäts-Buchhandlung den Namen des Gründers nicht beibehalten. Don Mitte des vorigen Jahrhunderts führte die Firma den Titel „Fehsenfelds Universitäts-Buchhandlung" und von 1900 ab bis nach dem Weltkrieg den Titel „August Frees, Universitäts-Buchhandlung". Der jetzige Inhaber Kurt Holderer übernahm die Firma im Herbst 1932. Er richtete, der Tradition der Firma entsprechend, in der Folge sein Hauptaugenmerk zwar auch- auf die wissenschaftliche Literatur, es erwies sich aber doch auch der Ausbau der anderen Abteilungen als eine Notwendigkeit. Die Abteilungen „Politisches Schrifttum", „Jugendschristen", „Schöne Literatur" und die Leihbücherei wurden planmäßig erweitert. Im Jahre 1936 wurde eine Verlegung der Geschäftsräume in die ehemaligen „Astoria-Licht- spiele" notwendig. Durch einen großzügigen Um- und Ausbau entstand eine große und übersichtliche Buchhandlung. In der Gegenwart stellt, als Folge der neueren Entwicklung, die Buchhandlung nicht mehr die Er- Waffer halten, doch bald verließen ihn die Kräfte und er ging unter. Durch Zuruf einer Frau, die den Vorfall beobachtet hatte, war der 17jährige Wern er Herzberger sofort zur Stelle geeilt, kurz entschlossen ins Wasier gesprungen und rettete so den Jungen vor dem sicheren Tod des Ertrinkens. Beherzte Leute nahmen sich gleich des Jungen an und leisteten Hilfe, die sofort Erfolg hatte. Landkreis Gießen. s. ßang-Oöns,29.Juni. Am morgigen Sonntag, 30. Juni, feiert Anton Müller 32., Breitegasse, in bester körperlicher und geistiger Frische seinen 7 0. Geburtstag. Der Jubilar ist einer unsrer angesehensten und geschätztesten Mitbürger. Sein Interesse galt von jeher dem Gesamtwohl der TAG Haushalten mit TIP» HUDELN I zu Supp«” N6hr»tofi«l I enthält*'®' Gemeinde Lang-Göns. Davon zeugt u. a., daß et lange Jahrzehnte Gemeinderatsmitglied war. Außerdem hat er viele Jahre hindurch den Gesangverein „Germania", dessen Ehrenvorsitzender er zur Zeit ist, geführt. Er gehört auch zu den Feldgeschworenen und ist Mitglied des Kirchenvorstandes. Bemerkenswert ist weiterhin, daß Herr Müller schon seit einem Jahr glücklicher Urgroßvater ist. Wir wünschen unserm Mitbürger Anton Müller 32. noch einen langen und von Glück gesegneten Lebensabend. )—( Ruppertsburg, 28.Juni. Jetzt wurde auch in unserem Dorfe ein NSV. -Kindergarten eröffnet, der sich eines außerordentlich starken Besuchs erfreut. Er steht unter der Leitung der Frl. (Emma Ruppel und Frl. Marie Port von hier. G. A.-Epott. Universitäts-Eportwettkärnpfe. Arn morgigen Sonntag werden auf dem Universitäts-Sportplatz die Sportwettkämpfe unserer Studenten ausgetragen, wie sie alljährlich im Zusammenhang mit der Jahresfeier der Universität abgehalten werden. Das Wettkampfprogramm sieht einen Kameradschaft-Mannschaftskampf (Sechskampf für 1. bis 3. Semester) vor, bei dem folgende Hebungen zu bestreiten sind: 3000-Meter- Lauf, Schießen, 100-Meter-Lauf, Keulenweitwurf, Weitsprung und Kugelstoßen. Ferner sind Einzelwettkämpfe vorgesehen, und zwar in den Disziplinen 100-Meter-, 200-Meter-, 400-Meter- und 1500-Meter- Lauf, ferner Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, Dreisprung, Diskuswerfen, Speerwerfen und eine 4X100Meter-Staffel der Kameradschaften. Nach den bisher eingegangenen Meldungen sind schöne Kämpfe zu erwarten. Termine für die Entscheidungsspiele um den Lahnpokal. Nachdem nunmehr mit Hochelheirm Dornholzhausen, Garbenheim, Katzenfurt und Mtv. Gießen die Staffelsieger der Lahnpokal-Runde des Fachamts Handball feststehen, hat die Bezirksspielleitung zunächst die Vorrunde der Entscheidungsspiele angesetzt. Ob der Sieger bereits nach einer einfachen Runde ermittelt werden wird, ober ob später doch noch Rückspiele zum Austrag kommen, steht einstweilen noch nicht fest. Vorerst werden spielen: 30. 6. 40: Dornholzhausen — Katzenfurt; Hochelheim — Garbenheim. 7.7.: Katzenfurt — Mtv. Gießen, Dornholzhausen gegen Hochelheim. 14.7: Mtv. Gießen — Dornholzhausen; Garbenheim — Katzenfurt. 21.7: Hochelheim — Mtv. Gießen; Garbenheim gegen Dornholzhausen. 28.7.: Mtv. Gießen — Garbenheim; Katzenfurt gegen Hochelheim. Wirtschaft. Börsenstimmung im Verlaufe fest. Frankfurt a. M., 27. Juni. Die rückläufige Tendenz der verflossenen Woche hat zunächst noch angehalten, wenn auch die Kz;rsabschwächung«n kaum noch größeres Ausmaß annahmen. Es handelte sich dabei wiederum um Abgaben der Kundschaft, die verschiedene Begründungen fanden, vornehmlich aus dem Verlangen nach Verflüssigung der Finanzlage zu erklären sind. Die Aufnahmeneigung besserte sich dann aber zusehends. Die schweren Papiere, wie Montanaktien, verschiedene Maschinenwerte, zogen in deren Verlauf um bis zu 4 v. H. an und glichen damit die vorangegangenen Kursverluste zum Teil wieder aus. Die Farbenaktie, die anfangs noch stärker gedrückt lag, profitierte von den Ausführungen der HD. und konnten den Dividendenabschlag wieder voll ersetzen. Bei Bauwerten kam es zunächst noch zu größeren Abgaben, so daß Zement Heidelberg sogar vorübergehend mit Minuszeichen an der Maklertafel erschienen und 5 v. H. niedriger genannt wurden. Auch Berger und Holzmann nennenswert abge- schwächt. Die Bekanntgabe der Wohnungsbaupläne nach Friedensschluß brachte hier eine Belebung. Elektrizitätsaktien, die von der Abwärtsbewegung verhältnismäßig wenig berührt worden waren, konnten im Wochenverlauf ebenfalls bis zu 2 v. H., Lahmeyer bis fast 4 v. H. gewinnen. Der Rentenmarkt hat fein stilles Aussehen bewahrt. In Jndustrieobligationen ist das Angebot kleiner geworden, bei Reichsanleihen ergaben sich leichte Erholungen, während die Pfandbriefnachfrage unvermindert anhielt. Stadtanleihen ohne Kursveränderungen. Das Geschäft in Reichsschatzanweisungen ist ziemlich ausgeglichen. Schwarss-Wß^s " fl ' Alleinhersteller: PJos.Möbs^x Seifenfabriken. Giessen löst über Nacht den Sch mutz aus derWäsche und macht hartes Wässer CÜZ£MAUt: oecdunnt Kunstseidenstoffe 2. Wahl zur Hälfte der normalen Punkte FOTO- Gießen (Aulweg 100), Gemünden (Westerwald), den 29. Juni 1940. 02275 Gießen im Alter von 27 Jahren. 2354 V 02263 Gießen (Walltorstr. 67), Gaudernbach, den 29. Juni 1940. 3039 D 192A 496 A He,em ab Lager ober Werk Eugen Dürr H Eo., Gießen 3062 V 3055 A vesonüers MmacMafte Salate. A282C/40I Kinderbildersind eine Freude für jeden Soldaten I Dzu Dßzefit&ucib zxMckt JKnm IOtttentoa die Citrovin-Fabrik G.m.b.H. Frankfurts Einführungs-Schrift 81 kostenfrei - Vorführung nach Vereinbarung Bezirksstelle Wetzlar, Nauborner Str. 148, Tel. 2344 Leihgestern, Großen-Linden, den 28. Juni 1940. Wer Dich gekannt, wird unsern Schmerz ermessen. Am 8. Juni starb in einem Feldlazarett für Führer und Vaterland unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Plockstraße 14-16 3073 A Polizei jeden Bettler kenne und durch Vermittlung des Bettlerkönigs alle gefährlichen Elemente dieser Gilde sofort unschädlich machen könne. Tatsächlich aber erhielten die polizeilichen Protektoren des Bettlerkönigs aus dessen Korrupttonsfonds regelmäßig beträchtliche Zuwendungen. König Carol von Rumänien hat persönlich die Aktion gegen die auf Terror und Korruptton gegründete Bettler-Organisation befahlen, und der Bukarester Polizeipräsident Tcü/Zrwc Organisation Stiegler, Hausser & Co., Stuttgart In tiefer Trauer: Georg Laux I. Katharine Laux, geb. Rippert Georg Laux, z. Z. im Felde Richard Laux Familie Wilhelm Laux IV. Familie Heinrich Menges VIII. In tiefem Schmerz: Klara Fuchs, geb. Wengenroht Familie Wilhelm Fuchs Familie Wilhelm Wengenroht und alle Angehörigen. Aus aller Wett. Kilian Kott gefallen. Wie die „D.A.Z." meldet, ist Kilian Koll, der Sohn des Schriftstellers Walter Bloem, den schweren Verlegungen erlegen, die er als Offizier der Luftwaffe bei einem Luftkampf erlitt. Der Zweiundvierzigjährige, Frontkämpfer auch des Weltkrieges, ist in den letzten Jahren mit seinen Dichtungen stark in den Vordergrund getreten. Von ihm stammen der Band Kriegsgeschichten „Urlaub auf Ehrenwort" und das Drehbuch zu dem gleichnamigen Film. Sein Roman „D i e u n s i ch t b a r e F a h n e', im vorigen Jahr erschienen, behandelte das Wirken und Kämpfen der Reichswehr für ein freies und großes Deutschland. Der Gießener Anzeiger hat erst vor wenigen Wochen eine Schilderung des deutschen Kampffliegers aus der Feder Kilian Kolls gebracht. 75 Jahre Wilhelm Köhler Verlag. In den letzten Tagen dieses Monats blickt der Wilhelm Köhler Verlag in Minden (Westf.) auf ein 75jähriges Bestehen zurück. Der Verlag .darf für sich das Verdienst in Anspruch nehmen, durch seinen Flotten-Kalender das Derständnts für den Seegedanken, die Kenntnis von allem, was mit Kriegs- und Handelsmarine zusammenhängt, die Begeisterung für Seefahrt und Flotte in die weitesten Kreise des deutschen Volkes getragen zu haben. Ebenso wie der Flottengedanke wird auch der koloniale Behauptungswille Deutschlands durch den 1908 gegründeten Köhlerschen Kolonial-Kalender ver- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und die Hilfsbereitschaft der Krankenschwester, sagen wir auf diesem Wege unsern herzlichsten Dank. Familie Joh. Schmitt nebst allen Angehörigen. Rödgen, den 29. Juni 1940. 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Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine hat im Einvernehmen mit dem Reichserziehungsminister bestimmt, daß die bisherige Kriegsmarinesammlung beim Museum für Meereskunde in Berlin, dem Oberkommando der Kriegsmarine unterstellt wird und die Bezeichnung erhält „Museum der Kriegsmarine". Die organisatorische Bindung zum Institut für Meereskunde wird dabei gelöst. Das Museum der Kriegsmarine wird die Haupt- traditions- und Erinnerungsstätte der Kriegsmarine sein. Ihr sind die hierfür geeigneten Gegenstände in erster Linie zuzuführen. Die Errichtung von Zweigstellen des Museums der Kriegsmarine bleibt vorbehalten. mit dem Hammer auf eine INine. Vier junge Leute wurden durch die Explasion einer Mine getötet, die beim Strandbad Damare, 14 km von Rakskow auf der dänischen Insel Lolland, angetrieben war. Das Unglück, bei dem durch Splitter auch eine Frau schwer und ein Mann leicht verletzt wurden, ist allein auf den groben Leichtsinn der Getöteten zurückzuführen, die ohne Rück- Am 9. Juni fiel bei den Kämpfen an der Aisne in treuer Pflichterfüllung für Führer und Vaterland im blühenden Alter von 25 Jahren mein lieber Mann, unser lieber hoffnungsvoller Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Karl Wagner Feldwebel, aktiv in einem Infanterie-Regiment. In tiefem Schmerz: Alma Wagner, geb. Neuser Familie Heinrich Wagner. WANZEN und jedes Ungeziefer vertilgt Kammerjager Schomber Gießen . Schiffenberger Weg 33 und Neuenweg 25 [02268 Krelsfachschaftswalter der Fachgr. Desinfektoren und Kammerjäger. Moderne Plissees / StoffknöDfe Knrbelarbeiten, Knopflöcher Plissieranstalt Häuser Ludwigstraße 8. 02277 TA in der Streusiebflasche macht im Nu die Hände rein! " MVAAAA3V^ die Elektro - Ständerbohrmaschine von J. B. Häuser. Und so arbeiten sie alle, diese Elektro-Werkzeuge. Sei es die Kleinsäge, die Schleifmaschine oder sonst ein anderes Arbeitsgerät. Eins, zwei, drei ist das Werk geschafft und fröhlich geht’s an die nächste Arbeit. 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