Kampfe Mann gegen Mann konnte und kann ihr keine andere Waffe abnehmen. Wir wissen, daß diel Die Einkreisungsschlachl aus dem Höhepunkt Wf; OffDtefl ig Iw 1UI W ^b Nach der Waffenstreckung des belgischen Heeres. Mit erhöhter Kraft zur Vernichtung der Hauptschuldigen. — Die Schlacht in Flandern auf dem Höhepunkt. — Nördlich Valenciennes die Grenzbefestigungen durchbrochen. •Wer e M St Omen ~^Devr» W> ( hhurreud Oarrtth ßmfnaitg=>~ sx/otf< VmmeSxGMnßprf Der Beschluß des belgischen Königs findet in der italienischen Presse volles Verständnis. „Giornale d'Italia" bezeichnet den Entschluß des Königs Leopold als einen Akt hoher pdlitischer und menschlicher Klugheit Der König habe seinem Volk unnütze Blutopfer ersparen wollen. Er habe ferner einge- sehen daß die Westmächte weniger darauf bedacht waren, die Unabhängigkeit und die Zukunft Bel- aiens zu verteidigen, als vielmehr alle seine Hilfsmittel an Menschen, Waffen und Geld zu opfern, um ihre eigenen Kräfte zu schonen und ihr eigenes Gebiet und damit ihre Imperien zu verteidigen. Zweifellos fei der König zu seinem Entschluß auch durch das Verhallen der Engländer bestimmt worden, die nur allzu deutlich ihre Absicht verraten hätten, sich über das Me/r in Sicherheit su bringen^ Entgegen den Behauptungen nationalsozialistische Wehrmacht in besonderem Maße mit modernen und schweren Waffen ausgerüstet wurde, die zur Unterstützung der stürmenden Infanterie dienen. Aber den Sturmangriff selber können weder Geschützsalven noch Fliegerbomben noch Panzergranaten ersetzen. Was die Luftwaffe durch ihre vernichtenden. Bombardements gerade am 27. Mai vorbereitete, das mußte der stürmende Infanterist erst vollenden, und dabei ergaben sich dann wieder solche einzigartigen Leistungen wie die Erledigung einer ganzen feindlichen Artillerie-Gruppe im Nahkampf, wie die Vernichtung von neun feindlichen Panzern durch den Schützen Bringforth. Es ist wohl nicht zuletzt der furchterregende Eindruck des deutschen Infanterie- sturmes gewesen, der die feindlichen Truppen zum Rückzug und die belgischen zur Kapitulation zwang. Englische Angstmaßnahmen. Mailand, 28. Mai. (Europapreß.) Die Londoner Polizei hatlöOOweiblicheEmigran- ten verhaftet und in ein Konzentrationslager gebracht. Das Gebäude von Scolland Yard wurde mit einem Drahtverhau umgeben und in der Nähe wurden spanische Reiter bereitgestellt. Ebenso ist 'das Informationsministerium in ein halbes Fort verwandelt worden. Barrikaden und Drahtverhaue mit Wachtposten umgeben es nach allen Seiten^ .m to merr. N l h.-Tw UTRECHT. Erscheint täglich, außer ionntags und Feiertags eilagen: Die Illustrierte hird) Sondermeldung bekannlgegeben, die bel- §Ssche Armee unter Führung ihres Königs in S- ---Dfflf )MDRf(HT9^ y*cee\öoti Dnmentaqe 'TRpipnd» / tweau- merry * Größtes Aufsehen in Italien. Volles Verständnis für den Entschluß König Leopolds. - Weitgehende Folgen erwartet -S l> tötet. ♦ In einem Feldzug von genialer Einzigartigkeit inb nach dem Zusammenbruch der belgischen Mrmee Ke eingeschlossenen englischen und fran3ofi|a)en Gruppen in eine Lage gebracht worden, die ihnen mr noch zwei Möglichkeiten läßt: entweder wie Ke Belgier bedingungslos die Waffen zu strecken und damit schwerwiegendste Folgen für den englischen Krieg heraufzubeschwören oder aber mm- urisch vernichtet zu werden. Die Folgen m legrerem Fall dürften sich von denen des ersten Faues luum unterscheiden. Drk LKW.-Brricht °°M 28. Ml tzat die Ur- .Aamat AM IM' Beauvau __f f A. OpttriOTii ."reffet. An der Südfront wurden einzelne, mit Pan- em geführte feindliche Angriffe an der unteren £omme abgeroiefen. Dabei wurden 30 feinb- üche Panzer vernichtet, allein neun hiervon iiurch den Schützen Bringforth. Südlich Garignan wurden unsere Stellungen verbessert und harte feindliche Gegenangriffe abgewiesen. Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen gestern iisgesamt 91 Flugzeuge. Davon wurden im Luft- Inmpf 63, durch Flakartillerie 11 abgeschossen. Auf mein Flugplatz wurden 15 Flugzeuge am Boden ^rstört. 2.3 deutsche Flugzeuge werden vermißt. Auch im nördlichen Norwegen griff die Luftwaffe mit Erfolg an. 3n Vodü wurden em Sender zerstört, ein zweiter stark beschädigt, zwei Endliche Flugzeuge abgeschossen. Deutsche Schnellboote vernichteten, wie schon iurch Sondermeldung bekannlgegeben, vor der belachen Küste einen britischen 3erstörer imb ein feindliches U-Boot. 3n der Nacht ium 28.2Uai gelang es einem Schnellboot, auch isoch einen schwer beladenen feindlichen Transporter von 3000 Tonnen zu versenken. Die englische Luftwaffe setzte ihre planlosen Angriffe auf nichtmilitarifche Ziele in Nord- und West- »Lutschland fort Mehrere Zivilpersonen wurden ge- fidW - ier W ■ auf^ ! >n. » ME. :ein >n Boot ft 9t Don E S-I^ 6er 1* *2, elil- . {elf»' Montüdift'"— (hat ierlorir.’i über ist s 6p L jon nc: schön" ich W ’itxW währeci ir. M im 6p;i innato' erziel r^z'Tiorindwi t > n bk V-s- Mi- ’tN )r Iti Spill in V itgtbfi, Führerhauptquartier, 28. Mai. (DNB.) ter König der Belgier hat, um dem weiteren Blut- «irgießen und der völlig zwecklosen Zerstörung seines l«ndes Einhalt zu gebieten, feinen bereits von uns fanntgegebenen Entschluß, die Waffen zu strecken, entgegen dem Wunsch der Mehrheit s-ines Ministeriums gefaßt. Dieses Ministe- rum, das hauptverantwortlich ist für die über Bellen hereingebrochene Katastrophe, scheint auch jetzt x willt zu sein, seinen englisch-französischen Auftrag- c bern weitere Gefolgschaft zu leisten. Der Führer hat angeordnet, daß dem König der Algier und feiner Armee gegenüber jene Einstellig gewahrt wird, auf die tapfer kämpfende Sol- tifen Anspruch erheben können. Dck der König der Algier für sich persötilich keinen Wunsch geäußert fcit, wird ihm bis zur Festlegung seines endgültigen Vohnsihes zunächst ein belgisches Schloß zum Auf- nthalt angewiesen. Die Gesamtzahl der von der Kapitulation betroffenen belgischen Verbände dürfte cne halbe Million Mann umfassen. Die beulten Armeen werben nunmehr mit erhöhter Kraft d< Vernichtung der Hauptschuldigen anstreben. Der Wehrmachlsberichl vom Dienslaa. Führerhauptquartier, 28.Mai. (DNB.) '«iS Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: !Die große Schlacht in Flandern und Kn Artois hat ihren Höhepunkt erreicht. 3m «Harfen Angriff brachen unsere Truppen zum Teil rbitterten Widerstand und drängten die eingeschlos- UAndenwtten •• BRUSSEI: aff™”11 oemmorr ) Rom, 29. Mai. (Europapreß.) Die Nachricht von ber debingungslosen Wafsenstreckung bes belgischen Heeres hat in Italien ungeheures Aufsehen erregt. Besonders starken Einbruck machte bie Tatsache, baß König Leopolb persönlich bie Kapitulation seines Heeres angeboten, unb baß er sich durch biese mutige Tat von ben Westmächten gelost hat. Das Schicksal ber französischen unb britischen Streitkräfte die noch in bem norbfranzösischen „Sack" kämpfen, sieht man nunmehr als besiegelt an. Man rechnet nach ben letzten Nachrichten aus Lonbon unb Paris bereits mit ber unmittelbar bevorstehenden Waffenstreckung auch dieser Truppen, deren Lage in den Hauptstädten ber Westmachte als völlig hoffnungslos beurteilt werde. Der „Corriere della Sera" betont, mit ber Kapitulation ber belgischen Armee breche ber letzte Eckpfeiler ber Westmächte in Flanbern zusammen. Sowohl bas britische Expebitionskorps als auch bie französische Norbarmee unter General Blancharb gerieten in eine verzweifelte Lage. Schon rechne man mit ber Möglichkeit, baß sich auch bie englischen unb französischen Truppen im Narben e r - geben müßten, soweit sie s i ch n i ch t u b e r b a s Meer retten könnten. Diese Flucht aber würbe im Hinblick auf bie unaufhörlichen beutschen Fliegerangriffe auf bie Transportschiffe kein leichtes Unternehmen sein. Die Vergeltung. Neuer Lorbeer umkränzt bie Fahnen unsres Heeres. Unter ben schweren Angriffen ber beutschen Wehrmacht ist bie gesamte belgische Armee zusammengebrochen. Der im Verbanb bec Briten unb Franzosen an ber Spitze seiner Sol- baten kämpfenbe König ber Belgier hat bie Aus- sichtslosigkeit eines ferneren Wiberstanbes eingesehen. Er hat bas unenbliche Leib, bas bie Kettung an bie6 Plutokraten über fein Lanb gebracht hat, nicht noch burch bie völlige Auslöschung ber belgischen Volkskraft vermehren wollen, nachbem sich gezeigt hatte, baß bie Hoffnung auf eine erfolgreiche Hilfe burch bie Englänber unb Franzosen vergeblich war unb biese selbst mit ber belgischen Armee im Raume von Flanbern unb Norbfrank- reich eingekreist worben waren. Nachbem beutsche Tapferkeit bie belgischen Barrieren überrannt, bte Eckpfeiler ber Maasbefestigung genommen, bie stärksten Befestigungen ber Welt, Lüttich unb Namur, zum Einsturz gebracht hatte, nachbem bie Hauptstadt Brüssel in bie hanb ber Deutschen geraten unb ber größte Hafen, Antwerpen, genommen war, hatte sich bas belgische Heer tapfer kämpfenb in ben flanbrischen Winkel zurückgezogen. Dort stand es in aussichtsloser Lage. Sollte bas Heer, bie Verkörperung bes eigentlichen flämischen unb wallonischen Volkes, vernichtet, Flamlanb enbgülhg im sinnlosen Kampfe zerstampft werben? Es gab keine anbere Aussicht mehr, sich biesem Geschick du ent- ziehen, als bie völlige Kapitulation. In ber Nacht zum 28. Mai, achtzehn Tage nach bem Einmarsch ber Deutschen, hat ber König mit seinem Heer bedingungslos kapituliert. Rund eine halbe Million Belgier streckten bie Waffen, lieber ganz Belgien wehen jetzt beutsche Kriegsflaggen. «neu feinblichen Armeen auf immer engeren Kaum ifammen, in dem auch die Luftwaffe mit starken iräften vernichtend wirkte. Gegen bie belgische Ar- nee gewannen wir nach harten Kämpfen schnell loden und stehen zehn Kilometer vor Brügge mb vor Thourout. Thielt wurde durch- hritten und die dort befindlick)e starke feindliche rlilleriegruppe im Nahkampf gestürmt. 3n Er- knntnis dieser hoffnungslosen Lage hat, wie schon UM Dun e' V * iMjuyon Mit ber Kapitulation bes belgischen Heeres hat bas belgische Drama in biesem englischen Kriege seinen Höhepunkt unb bamit einen gewissen äußeren Abschluß gefunben. Dieses Drama, heraus- beschworen von Englanb, Frankreich unb ber geflüchteten früheren belgischen Regierung, märe ohne weiteres zu vermeiden gewesen. Schulb unb Vermeibbarkeit biefcr Schulb finb ausführlich in ben beutschen Memoranben vom lO.Mai festgehalten. Dort war ausbrücklich bie Begünstigung ber englisch-französischen Angriffspläne burch Belgien fest- gestellt, und es würbe betont, baß Wiberstanb m 11 allen Mitteln gebrochen werben würbe, wenn bie beutsche Wehrmacht nunmehr bas Land mit kriegerischen Mitteln in bie böswillig unb leichtfertig verlassene Bahn ber Neutralität zurückzwingen mußte. Was bieser Ausbruck „mit allen Mitteln' heißt haben nicht bie verantwortungslosen belgischen Politiker ber früheren Brüsseler Regierung, um so mehr aber bas Lanb unb bie belgische Armee zu spüren bekommen. Es ist nicht näher bekannt, wie ber belgische König innerlich über die verbrecherische Verstrickung seines Lanbes in bie englisch-französische Katastrophenpolitik dachte. Gleichviel, Belgien war tm Besitz einer verpflichteten beutschen Sicherung — und hat sich trotzbem mit allen seinen militärischen Kräften an ber Verschwörung der Westmächte gegen Deutschland deteiligt.Es hat alle Folgen dieser um verantwortlichen Handlungsweise tragen müssen. Was hätte die geflohene frühere Regierung, was hätte ber König wohl gesagt, wenn man ihnen angekündigt hätte, baß die belgische Wehrmacht zweieinhalb Wochen nach Beginn des deutschen Vormarsches bereits aufgehört haben würde, zu achen erkennen lassen, aus denen ber Zusammenbruch bes Feinbes im flanbrischen Kessel hervorging. Er sprach von bem scharfen Angriff burch ben unsere Truppen ben zum Teil erbitterten Wiberstanb ber eingeschlossenen feinblichen Armeen brachen. Ein solcher Angriff, ber auf bem Höhepunkt ber Schlacht letztlich über Sieg ober Nieberlage entscheibet, aber würbe zu allen Zeiten vom Fußvolk durchgeführt, So ist es auch in ber Flanbernschlacht 1940. Die beutsche Infanterie hat sich wieberum als bie Königin bes Schlack;tfelbes erwiesen, sie hat — nach unaeheüren Marschleistungen unb Strapazen — im todesmutigen Angriff bie Gegenwehr bes Feinbes zerbrochen, ste hat ben Nahkampf gesucht unb babei auch schwere Opfer gebracht. Diese Aufgabe ber enbgültigen Ueberroinbung bes feinblichen Wiberstanbes im i iij « * W litt. IQ i- tb *| bih i M finbe. „Für Frankreich' bedeutet bie belgische Kapitulation nicht mehr unb nicht weniger als ein Unglück. Die Lage für bie Westmächte ist so ernst wie sie nur sein kann. Die Initiative liegt nach wie vor in beutscher hanb." In Kopenhagen bezeichnet man bie Kapitulation als insofern bebeutungsvoll für ben Abschluß ber Kämpfe, als bamit bie gesamte Küsten- ftrcde von Calais bis Zeebrügge mit einem Schlag in beutschen Besitz gelangt. Das Schicksal ber eingekesselten Franzosen unb Englänber müsse als e'ntschieben angesehen werben. Alle Trümpfe seien in beutscher hanb. „Dover unb bie Kriegs- Häfen Chatham unb Sherneß liegen heute i m Feuerbereich ber beutschen Geschütze', erklärt „Politiken", „hier kommt kein hanbelsschiff mehr burch, kaum vielleicht ein größeres Kriegs- schiff. Der englische hanbel muß sich anbere Verkehrswege suchen, über Glasgow unb Liverpool gelenkt werben unb bort hat bie beutsche U-Boot- Waffe bessere Entfaltungsmöglichkeiten als anbers- wo. Das Kopenhagener „Ekftrablabet" weist befon- bers baraufhin, baß bie Ausschaltung ber belgischen Armee eine Konzentrierung aller beutschen Kräfte gegen bie Englänber unb Franzosen ermögliche, „sofern biese nicht ebenfalls ben einzig vernünf. Ligen Ausweg ber Kapitulation wählen sollten. Der römische Vertreter von „Berlingske Aftenavis'^ gibt feiner Ueberzeugung von einer „Beschleunigung bes Aktionsplanes, ben Italien zur Erreichung seiner Ziele gefaßt hat" Ausbruck. "arv j kp , UtiFl *< ’M mpfftw Al rfD fi vttnh •$etinz-- gA grjrg-' Gw/nmw ' y Tienen/Stttwien fetr.K!L2 1 «1 flhK ’S rkt oriefl. m ft ! bL «91 VMauMflä* CMltWlQ i eomn \ &hnne) feronftt T&ohsn • 1 W ODEM IN ~*0,,e >T7HHO \ 3 Beaumont \__Ä ^^Tbrüügf Vr »NT ««streckt. ' Gegen die umschlossenen Engländer und Franken geht der Kampf weiter. Nördlich Va- Isnciennes haben unsere Truppen in breiter ront die starken französischen Grenzbefestigungen durchbrochen und westlich Valenciennes j en Scheldekanal überschritten. Or- tides und Douai find genommen. An dem Er- : !*(g ist der Kommandeur eines 3nfanterie-Vatail- h.ns, Major Voehme, hervorragend beteiligt. Lud) von Westen her wurde an der ganzen Front ler Feind zurückgeworfen. La Vaffee, Mer- litte, hazebrouck und V o u r b u r g - V i l l e nd in deutfcher Hand. Die Luftwaffe belegte üie nach Zeebrügge, Nieuport, Ostende und Dün- irchen führenden Straßen und Eisenbahnlinien, die kiafenanlagen sowie die in den Häfen liegenden Schiffe mit Bomben. 3n Dünkirchen ist die hafen- irücke zerstört worden. Zwischen Ealais und Dover «hielt ein feindlicher Zerstörer einen schweren im uikgren^i!c Reynaubs unb ber Pariser unb Londoner Rundfunksender habe König Leopold niemanden verraten. In der „Tribuna" tritt Staatsrat Gualielmotti ebenfalls ben Anschulbigungen entgeaen, die Rey- naub gegen König Leopolb erhoben hat. Die Darstellung, baß bie belgische Waffenstreckung eine ber Ursachen bes Zusammenbruchs bes Wiberstanbs im Narben wäre, sei völlig falsch. Vielmehr sei bie belgische Kapitulation die e r ft e Folge bes siegreichen Kampfes, in dem bie Deutschen über eine Million Solbaten ber Westmachte in offenem Felde nach einer zwanzigtägigen gewaltigen Schlacht geschlagen hätten. Statt zu flüchten und sich unter die übrigen Opfer ber britischen Garantien zu mischen, sei König Leopolb a n ber Spitze seiner Truppe geblieben. Das belgische Volk werbe wohl seine Schlüsse aus bem Verhalten ber Westmächte ziehen, bie es, nachdem sie es geopfert hätten, nun auch noch be- leibigten. Jedenfalls werde bie belgische Kapitulation ernste militärische unb psychologische Folgen haben. Das Echo im Norden. Die ernstesten Prognosen für England. Stockholm, 28. Mai. (Europapreß.) Die Kapitulation Belgiens wirb von ber schwebischen Presse gls unermeßlicher beutscher Gewinn unb als Erhöhung ber Englanb brohenben Gefahr gewertet. „Der Weg zu ben Kanalhäfen ist offen unb bie Aktionsmöglichkeiten für bie eingekreisten französischen unb englischen Armeen finb weiter begrenzt worben", schreibt „Nya Dagligt Allehanba . Das Blatt erwähnt bie Bebrohung ber englischen Sübküfte burch roeittragenbe beutsche Artillerie unb ben Einsatz ber beutschen Luftwaffe, bie nunmehr bas Inselreich von Bergen im Norben unb von Calais im Süben anfliegen könne. „Darüberhin- aus ist bie beutsche Unterseebootflotte bereit zu einem Vernichtungskrieg zur See." Aus bem von Ministerpräsibent Reynaub gegen ben König ber Belgier angeschlagenen Ton schließt bas Blatt auf bie Verzweiflung, in der stch auch Frankreich be- tssÄß* /I IHi IIILI V/IVIlVIlVL 4^11 IVIHVt ess“« lufteugebü6r „ -^5 ■ " ▼ ” ” w Platzvorschrift «vorherige 6ncb bei Nichterscheinen M ■ 0 W Vereinbarung)25°/omeyr mn einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise vrühlfcheUniverfttStrdnlckereiLrange V/bUblUt II «ietzen,Schulstratze7-9 von 22 mm Breite 6 Bf. % \ *r. ..... ■ >;'^& : ■ • Oeutschlano warnt * eit geschah. . 2. Nach der Fallschirmlandung üb er fiel en mich Marokkaner, sie rissen mir meine Kam« bination und meinen Uniformrock vom Leibe und zerrissen meine Stiefelhose. Ich habe diese Kleidungsstücke nicht mehr wiedergesehen. Sie raubten mir meine Uhr, meinen Siegelring, meine Brieftasche, mein Portemonnaie mit etwa 50 RM. und alle Gegenstände, die ich sonst noch in den Taschen hatte. Sie schlugen dabei wüst mit Gewehrkolben und anderen Gegenständen auf mich ein, so daß ich blutüber st römt zusammenbrach. 3. Ich wurde hiernach zu einer Wiese geschleift, wo man An st alt en machte, mich zuer° schießen. Nur dem plötzlichen Eingreifen heraneilender französischer Gendarmen verdanke ich die Verhinderung dieses Vorhabens. 4. Obwohl ich durch die Kolbenschläge sehr be- nomen und durch den Blutverlust geschwächt war, wurden mir von den französischen Gendarmen Handfesseln angelegt. Sie brachten mich in einen Wald und erklärten mir auf meinen Protest wegen der Handfesseln, daß ich zufrieden und ihnen dankbar sein könnte, da ich ohne ihr Eingreifen längst tot wäre. Französischen Heerensongehörigen, die im Walde lagen, und die Fesselung eines Offiziers durch Ketten auch mißbilligten, wurde von den Gendarmen die Antwort zuteil, daß diese die ausdrückliche Anweisung von ihren oberen Dien st» st e l l e n hätten und nicht anders handeln könnten. 5. Während meines Aufenthaltes im Walde hörte ich von französischen Heeresangehörigen, daß b e • reits andere deutsche Flieger von den Marokkanern zu Tode gequält worden waren. 6. Am Abend wurde ich mit noch mehreren an- deren Gefangenen, und zwar: zwei Unteroffizieren von einem Panzerverband, drei Angehörigen meines Geschwaders und einem jungen Kavalleristen in einem Lastwagen in stundenlanger Fahrt herum- gefahren. Wie ich hörte, sollten wir zur Verneh- Deutsche Warnung vor britischen Attentaten Der amerikanische Dampfer „President Roosevelt" wird durch deutsche Streitkräfte unbehelligt bleiben. Zivilpersonen von französischem Flieger mit Maschinengewehr beschossen. Karl,ruhe, 29. Mal. (DNS.) Mm 27. Mal wurde in der Nähe von Bruchsal auf einer Anhöhe eine Zivilperson, die dort ganz allein stand und keinerlei feindliche Handlungen beging, von einem französischen Flieger mit Maschinengewehr beschossen. Es gelang ihr, sich unver- sehrt aus den rNaschinengewehrgarben zu retten. Ferner wurden im Kreise Lörrach durch französisches Artilleriefeuer sechs Zivilpersonen getötet und vier Zivilpersonen verletzt. Meldung über die Gefechtslage. Da auf Grund vorliegenden Berichts und zahlreicher anderer Meldungen die völkerrechstwidrige Behandlung deutscher Flieger durch die Franzosen hinlänglich bewiesen ist, hat der Generalfeldmarschall mit dem 28. Mai 1940 angeordnet, daß die bisher erlassenen großzügigen Bestimmungen über die Behandlung feindlicher Fliegergefangener derart eingeschränkt werden, daß alle Kriegsgefangenen der französischenLustwaffe grundsätzlich so zu behandeln sind wie die Franzosen die deutschen zu behandeln pflegen. Künftighin werden alle französischen Fliegergefangenen nach französischem Vorbild sofort bei Gefangennahme in Fesseln gelegt und unter Ausschaltung sämtlicher bisher ge; währter Erleichterungen unter Anlegung strengsten Maßstabes in den Gefangenenlagern besonders untergebracht. Der Oberbefehlshaber sah sich zu diesen strengen Maßnahmen gezwungen, da sich täglich die Berichte über die unmenschliche grausame Behandlung gefangener deutscher Flieger durch die Franzosen häufen. Der Generalfeldmarschall wird künftighin jedesmal, wenn ihm eine Ermordung deutscher Flieger gemeldet wird, für jeden ermordeten deutschen Flieger fünf französische gefangene Flieger erschießen lassen. Das gleiche gilt auch für den Fall, daß wiederum in Luftnot befindliche mit Fallschirmen abspringende deutsche Flieger b e - schaffen werden, jedoch mit dem Unterschied, daß in diesem Falle 5 0 feindliche Gefangene erschossen werden. Auf die gefangenen englischen Flieger finden die vorgenannten Maßnahmen keine Anwendung, da die Engländer bisher keine Veranlassung zu derartigen Maßnahmen gegeben haben. Unmenschliche Behandlung gefangener deutscher Flieger in Frankreich Schärfste deutsche Vergeltungsmaßnahmen angeordnet. klein geschlagen war; das wertvolle Porzellan war zertrümmert, die Bezüge der Ledermöbel zerschnitten, Gardinen von den Fenstern gerissen und alle Wertsachen f o r t g e - stchleppt. Wie Barbaren hatten die Engländer gehaust. Und angesichts dieser beispiellos brutalen Ausplünderung eines befreundeten und verbündeten Landes haben so skrupellose Demagogen, wie Churchill und Reynaud, noch den Mut, ihre politische und militärische Niederlage mit dem „Verrat" Bel- aiens zu bemänteln. Für die wütenden Verzweif- lungsausbrüche der Kriegsmacher in Paris und London kann man also nichts als tiefe Verachtung empfinden. Die Clique der Plutokraten sieht eine ihrer wichtigsten Positionen zusammengebröchen. Ihre Völker werden die Folgen in ungleich schwere- . rem Ausmaß zu tragen haben als Belgien. Der deutsche Soldat bindet nach dem Niederwerfen der belgischen Armee den Sturmhelm fester. Jetzt geht es an die Vernichtung der Hauptschuldigen, um die Vernichtung der englischen und französischen Armeen, die ihre Deckung durch Belgier und Holländer nun endgültig verloren haben. Stimmen aus der Schweiz. Genf, 29. Mai. (Europapreß.) Das Echo der belgischen Kapitulation ist in der schweizerischen Oeffentlichkeit ungeheuer groß. Niemand hatte mit einer so schnellen Wendung der Dinge gerechnet. Zu der durch die letzten Ereignisse gegebenen neuTn strategischen Lage schreibt „Die £ar (Zürich): „Die englischen Inseln liegen jetzt in der Front. Schon hat die deutsche Taktik bewiesen, daß sie die größten Hindernisse umgehen kann. Es wird also auch möglich sein, daß sie den Kanal bezwingen kann. Dies ist in London so äugen« fällig geworden, daß keine britischen Soldaten in Zukunft auf die Schlachtfelder des Festlandes geschickt werden dürsten; sie haben von nun an d i e Insel aegen Angriffe zur See und aus der Luft zu verteioigen. In diesem gewaltigen Ringen fallen einem verschiedene Dinge auf. Vor allem stellt man fest, daß auch heute England zur Verteidigung seiner Insel erst eine sehr kleine Landarmee vesitzt. Die Flotte aber könnte umgangen werden. In zweiter Linie ist festzustellen, daß auch Frankreich nicht die Armeen besitzt, die zur Verteidigung seines Imperiums und insbesondere zur Verteidigung der Hauptstadt notwendig sind." delskrieg" sei nun in deutsche Hände übergegangen. Kleine politische Nachrichten. Wie die englische Agentur „Exchange Telegraph" aus Rom meldet, hat die britische Botschaft allen in Italien weilenden britischen Untertanen den Rat erteilt, das Land auf schnellstem Weg zu,v erlassen. Der Führer hat auf Vorschlag des Reichswirt» schaftsministers Funk den Ministerialdirigenten im Reichswirtfchaftsministerium Konrad G o t t s ch i« zum Präsidenten des Reichsaufsichtsamtes für das Kreditwesen ernannt breiten Masse widersetzt sich, wie zahlreiche Aeuße- rungen erkennen lassen, jetzt noch stärker als blsher schon jeder aktiven Einmischung der USA. in den europäischen Krieg. Das Weiße Haus erhielt die Nachricht von der Kapitulation König Leopolds am Dienstag um 4.30 Uhr Ortszeit durch einen telephonischen Anruf des USA.-Botfchafters in Pa- ris, B u l l i t t. An den amerikanischen Börsen rief die Kapitulation Belgiens einen Kur srück- gang um mehrere Punkte hervor. Niger als 40 Prozent des gesamten englischenJmports aus. Gerade als Einfuhr« und Derteilungshafen für Lebensmittel spielt Lon« don eine für die Ernährungslage des englischen Dol« kes unersetzliche Rolle. Die Möglichkeit einer Um« legung der englischen Einfuhr auf die west- und nordenglischen Häfen wird als gefährlich und unzu« länglich bezeichnet. Man verfüge an den in Frage- kommenden Plätzen nicht über die erforderliche» Lager- und Kühlhäuser. Außerdem lägen sie im Bereich der deutschen Flieger. Der „verschärfte Han» gegenüber dem vermeintlichen britischen Abgott auftrat, spiegelte sich dann noch ein letztes Mal wider in dem Gesuch des belgischen Königs um Waffenstillstand. Dies in einem Augenblick, in dem es keine einzige praktische Voraussetzung mehr für einen Waffenstillstand, sondern nur noch Voraussetzungen für die bedingungslose Unterwerfung gab! \ So kam schließlich der Augenblick, in dem weite- s rer Widerstand der eingeschlossenen belgischen Armee i nur noch Selbstvernichtung gewesen wäre. Und in - diesem Augenblick, als der König allzu spät eine < Einsicht zeigte, die 18 Tage früher namenloses Elend hätte verhindern können, da bekam Belgien von seinen englischen und französischen Verbündeten den ; Fußtritt. Der französische Ministerpräsident Rey- ; naud hat in seiner Rundfunkansprache am gestrigen j Dienstag in unwürdigster Weise sich der peinlichen Aufgabe entledigt, dem französischen Volk die Ka- pitulatton der belgischen Armee bekanntzugeben. Ebenso wie Churchill im britischen Unterhaus konnte er seiner Enttäuschung über die Entwicklung der Kriegslage und seine Wut über den Zusammenbruch aller plutokratischen Hoffnungen nicht anders Ausdruck geben, als durch eine wüste Schimpfkanonade gegen den König Leopold, dessen Kapitulation er ohne Beispiel nannte, da sie gegen den Willen der belgischen Regierung und des belgischen Volkes und auch ohne Befragung der Verbündeten erfolgt sei. Herr Reynaud übersieht dabei geflissentlich, daß ein? „belgische Regierung" heute für keinen anständigen Menschen mehr existtert, denn dieses Häuflein geflüchteter Emigranten, die in London und Paris um ihre Sicherheit bangen, hat durch feine Flucht jedes Recht verwirkt, im Namen des belgischen Volkes zu sprechen. Wie das belgische Volk in Wahrheit denkt, das zeigt am bestell (ein loyales und anständiges Verhalten gegenüber den deutschen Soldaten. Die belgische Armee und ihr König repräsentieren das belgische Volk, dem in diesen Tagen tiefgehende Erkenntnisse aufgegangen sein dürsten. Und „ohne Beispiel" wagen politische Schaumschläger wie Churchill und Reynaud heute noch zu sagen! War denn nicht die schmähliche Flucht der Engländer und Franzosen aus Andalsn.es ein freilich beispiellos schimpflicher Verrat an ihren norwegischen Verbündeten? Und hatten die britischen Truppen nicht auch in Flandern wiederum alle Vorbereitungen getroffen, sich beizeiten in Sicherheit zu bringen, nur die ihnen völlig überraschend gekommene schnelle Besetzung der französischen Kanal- häfen und die Bomben der deutschen Luftwaffe haben es vereitelt, daß sie auch diesmal wieder ihre Verbündeten im Stich lassen konnten. Um „Hilfe" zu bringen waren die Engländer in Belgien eingerückt. Aber wie sah diese Hilfe in Wirklichkeit aus? Das haben die Belgier überall da vor Augen, wo ihre britischen Verbündeten Zeit hatten, ihren Rückzug vorzubereiten, während die belgische Armee sich zur Deckung dieser Flucht verbluten durste. Englands einziger Beitrag zur angeblichen Befreiung Belgiens war die brutale Zerstörung des Landes. Sie haben verheert und verwüstet, schlimmer als gemeine Banditen. Sie haben mit sich gehen heißen, was nicht niet« und nagel-, fest war. Belgiens Kunstschätze, wertvolle Bilder und kostbare Geräte und andere Wertsachen haben sie in ihren Koffern via England auf den Weg gebracht. Was sie nicht mitschleppen konnten, steckten sie in Brand. So steht fest, daß die bedeutende Universitätsbibliothek in Löwen aus reiner Frivolität von den Engländern durch Feuer vernichte worden ist. Ueberall haben sie Belgiens Kulturgüter in sinnloser Weise zerstört. Als ein hoher deutscher Offizier zum Beispiel in einem belgischen Schloß sein Stabsquatier beziehen wollte, wurde er von dem Besitzer, einem früheren belgischen Offizier, durch die Räume geführt und sah hier die entsetzlichen Zerstörungen, die englische Truppen kurz zuvor angerichtet hatten. Der deutsche Genexal konnte sich davon überzeugen, daß in dem Hause die gesamte Inneneinrichtung kurz und B erlin, 28. Mai. (DNB.) Der Oberst der Luftwaffe und Geschwaderkommodore L a ck n e r geriet vorübergehend in französische Gefangen- s ch a^t. Er gab darüber folgenden Bericht: 1. Das Flugzeug wurde in 4000 Meter in Gegend von Lens von Jagdflugzeugen in Brand geschossen, so daß Absprung notwendig wurde. Als der Fallschirm sich dem Boden näherte, wurde ich von etwa 1000 Meter ab bis zur Landung von allen Seiten mit Gewehrfeuer be- schossen. Die auf mich schießenden Truppen befanden sich nicht im Kampf, sondern in Ruhe, so daß mit Recht angenommen werden muß, daß dieses Schießen auf einen abspringenden deutschen Flieger und das nachträgliche unerhörte Auftreten dieser Truppen im Einverständnis mit den sie kommandierenden französischen Offizieren Größte Aufmerksamkeit in USA. Washington, 29. Mai. (Europapreß.) Die Kapitulation Belgiens wurde von der USA.-Presse in größter Aufmachung befanntgegeben. Sie hat in der Bevölkerung wie eine Bombe eingeschlagen. Als erste Auswirkung wird festgestellt, daß die Propaganda der West möchte durch diese Entwicklung in der militärischen Kriegführung vollständig zerstört sei. Die (Stimmung der mung zu einer höheren Kommandostelle. Bei dieser Fahrt waren die zum TeU schwer verwundeten Flieger (u. a. ein Unteroffizier, der einen schweren Bauchschuß hatte und auf dieser Fahrt in meinen Armen gestorben ist) nicht ein- mal verbunden. Dafür hatte man mich mit Ketten an den jungen Kavalleristen a n ge s ch l o s s e n. 7. lieber die Behandlung in den französischen Lazaretten, in denen geradezu ein erstaunlicher Schmutz herrschte, kann nicht geklagt werden. gez. Lackner, Oberst und Geschwaderkommodore. bestehen, und zwar im Wege der bedingungslosen Kapitulation? Sie hätten einen solchen Propheten wohl für einen Narren erklärt; denn hinter Belgien, nicht wahr, stand ja doch das große, für die Freiheit der Völker kämpfende England, desien Truppen — ebenfalls zweieinhalb Wochen nach dem 10. Mai — auf den belgischen Verbündeten genau so pfeifen wie auf Polen, Finnen, Norweger und Holländer und die keinen anderen Wunsch haben, als sich aus der tödlichen deutschen Umklammerung noch in letzter Stunde über den Kanal zu retten. Die völlige Verkennung der wirklichen Lage, wie sie ih dem belgischen Hürigkeitsverhältnis Britische Agenten Hetzen in Amerika. ■Berlin, 28. Mai. (DNB.) Die Reichsregierung hat zuverlässige Meldungen, daß eine beträchtliche Anzahl britischer Geheimagenten des Secret/Intelligence Service in Mexiko, vor allem in der Nähe des Panama-Kanals einge=, troffen ist. Die Aufgabe dieser Agenten besteht darin, Zwischenfälle zu inszenieren, Sabotageakte zu verüben, die dann Deutschland in die Schuhe geschoben werden sollen. Die verzweifelte englische Regierung glaubt offenbar, durch diese Mittel das amerikanische Volk in eine Angst- und Haß-Psychose gegen Deutschland hineinmanöv- rieren zu können. Das Schlagwort von der „F ü n f- t e n Kolonne", das seit aeraumer Zeit von der englischen Propaganda in Amerika benutzt wird, soll im amerikanischen Volk die Aufregung und Angst erzeugen, die die englischen Kriegshetzer für ihre Machenschaften benötigen. Ein typischer Vorfall wird aus dem Rio-Texas in der Nähe der mexikanischen Grenze gemeldet, wo am 22. Mai angeblich drei „Nazi-Agenten" mit dem Hakenkreuz gekennzeichnete Propagandaliteratur verteilt und die amerikanische Flagge beschimpft haben sollen. Der Zwischenfall wurde von einer gewissen amerikanischen Presie zu einer üblen Hetze gegen Deutschland ausgeschlachtet. Feststellungen der amerikanischen Nachrichtenagentur International News Service ergaben die völlige Haltlosigkeit dieser Behauptungen, es bleibt von dem ganzen aufgebauschten Vorfall lediglich ein Anhänger einer religiös-fanatischen Sekte „Propheten von Jehova" übrig, der auf Grund seiner pazifistischen Einstellung der amerikanischen Flagge den Gruß verweigert hat. Solche Vorfälle werden täglich von der britischen Propaganda benutzt, um die Beziehungen zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Volke zu vergiften. Dem gleichen Zweck dienen auch die von britischen Korrespondenten amerikanischer Zeitungen in Mexiko fabrizierten Meldungen über den angeblichen ,Lustrom als Touristen verkappter Gestapo-Agenten" nach Mexiko. Diese Propaganda wurde in Mexiko als derartig aufdringlich empfunden, daß Präsident C a r i> e n a s es für notwendig erachtete, der immer mehr steigenden Beunruhigung seines Volkes durch die Erklärung entgegenzutreten, daß von einer „Fünften Kolonne" keine Rede sein könnte. Trotz dieser Haltuna klarblickender Staatsmänner wird man in ganz Amerika weiterhin damit rechnen müssen, daß die britische Propa- Iganba kein Mistel und kein Verbrechen scheuen wird, um ihr Ziel, die Erzeugung einer antideutschen Kriegsstimmung hn amerikanischen Volk, zu erreichen. Berlin, 28. Mai. (DNB.) Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat durch ihre Botschaften den Regierungen der kriegführenden Länder amtlich mitgeteilt, daß der amerikanische Dampfer „President Roosevelt" am 24. von Neuyork nach Galway in Irland abgefahren ei, um amerikanische Staatsbürger aus Europa abzuholen. Die amerikanische Regierung gab der Erwartung Ausdruck, daß das unbewaffnete Schiff, das nicht im Konvoi fährt, nachts erleuchtet und als amerikanisches Schiff be» anders gekennzeichnet sei, von Maßnahmen der Streitkräfte der kriegführenden Mächte nicht behelligt werde. Die Reichsreaierung hat der amerikanischen Botschaft in Berlin darauf folgendes mitgeteilt: Schiffe, die die Fahrten in der von der amerikanischen Regierung bekanntgegebenen Weise durchfüyren, sind entsprechend den Grundsätzen der deutschen Kriegführung keinerlelGefähr- düng durch deutsche Streitkräfte ausge- etzt. Im Hinblick darauf, daß dieses amerikanische Schiff Kriegszonen durchfahren wird, di? sonst von amerikanischen Schiffen gemieden werden, hat die deutsche Regierung ihre Streitkräfte von der beabsichtigten Fahrt des Dampfers unterrichtet und strikte Befehle erteilt, daß derselbe ohne jede Behinderung seine Fahrt durchführen kann. Im übrigen befinden sich auf der von dem Damp- er auf der Hin- und Rückreise eingeschlagenen Route keine deutschen Streitkräfte. Irgend eine Gefährdung des amerikanischen Schisses von deutscher Seite ist daher ausgeschlossen. Die Reichsregierung hat aber darüber hinaus die amerikanische Botschaft aus Nachrichte nhin- gewiesen, die bereits in der Presse Eingang gesunden haben und die sich mit gewissen, der Reichsregierung zugegangenen Informationen decken, wonach von den Regierungen der im Kriege mit Deutschland befindlichen Länder ein Anschlag auf den „President Roosevelt" geplant und vorbereit et wird. Angesichts der Tatsache, daß die Feinde Deutschlands aus durchsichtigen Motiven bereits zweimal versucht haben, durch Anschläge auf Dampfer mit amerikanischen Passagieren und Zuschiebung der Schuld hieran auf Deutschland, die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu stören, hat die Reichsregierung die Vereinigten Staaten auf diese Nachrichten aufmerksam gemacht. Sie hat dabei der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die amerikanische Regierung, die selbst ja das größte Interesse an der Erhaltung des Lebens ihrer Staatsbürger hat, daher auch ihrerseits zur Vermeidung einer Störung der deutsch-amerikanischen Beziehungen alles tun wiro, um durch entsrpechende Maßnahmen solche verbrecherischen Pläne der Gegner Deutschlands zu vereiteln. Die Saat des Hasses, der Lüge und der Der» leumdung, welche die plutokratischen Kriegshetzer mit Vorbedacht in die Seelen ihrer Völker gesenkt haben, beginnt furchtbar aufzugehen. Weder der Durchschnittsfranzose noch der Durchschnittsengländer reist gerne, und wenn er schon ins, Ausland kommt, so besitzt er nicht die Fähigkeit, aus seiner eigenen engen Gedankenwelt cherauszutreten und die geschauten Dinge und Menschen in ihrem Wesen zu erfassen. Jahrelang, ununterbrochen ist nun auf das ahnungslose englische und französische Volk das Trommelfeuer der Hetzpropaganda niedergegangen, ein Trommelfeuer, das sich während der letzten Kriegsmonate zu einem wahren Furioso von Verleumdungen gesteigert hat. Der be- schränkte Verstand dieser Völker, der noch verdunkelt wurde durch planmäßig gezüchtete Haßgefühle, sah in dem Deutschen nur noch den Unmenschen, den Barbaren, den Satan. Sa kam, was kommen mußte und was die jüdischen Drahtzieher hinter den Kulissen durch ihre allerletzte Greuelkampagne noch verstärkt provoziert haben: es tarnen d i e wirklichen Greuel, begangen durch französische Soldaten und Zivilisten. Deutsche Fallschirmjäger werden gelyncht, deutsche gefangene Flieger ermordet, deutsche Rote-Kreuz-Lazarette angegriffen, deutsche offene Städte bombardiert. Täglich, ftünb- lich wächst die Reihe dieser Greueltaten, die einen immer scheußlicheren Charakter annehmen. Und schon muß man sich fragen, ob die französische Grausamkeit, die im Blutbad der Bartholomäusnacht und in den grauenhaften Exzessen der französischen Revolution ihre Triumphe feierte, diese Tradition nun erneuern will, ob sie uns Deutschen etwa ein zweites Bromberg bereiten will. Möchten die Pariser Kriegsverbrecher das polnische „Beispiel" wiederholen? Dann sollen sie aber auch an die Konsequenzen denken, die daraus für Polen entstanden find' und die für Frankreich nickt anders aussehen würden. Das deutsche Strafgericht ist unerbittlich, es kommt und trifft jeden, der, seine nationale Würde und die Regeln eines anständigen Kampfes vergessend, auf die Stufe des Verbrechertums herabsinkt. * H. Ev. Unmittelbar hinter den deutschen Frontlinien in Belgien wird an Hand einer Karte dem Generaloberst von Reichenau Meldung über die Gefechtslage erstattet. — (PK.-Kipper-Scherl-M.) Operationsbasis gegen Deutschland. Deutsche Luftwaffe drosselt Londons Handelsverkehr. Kopenhagen, 27. Mai. (Europapreß.) Die ersten planmäßigen deutschen Flieger-Angriffe auf süd- und südostenglische Flughäfen wer« den in der dänischen Presse als eigentlicher Auftakt zum entscheidenden Kampf gegen England angesehen. — „Politiken" schreibt: Für die deutschen Armeen existieren heute keine Entfernungen mehr. 2Benn die ganze Kanalküste in deutscher Hand ist, hat man eine Operationsbasis gegen England geschaffen, die heute viel bedeutungsvoller ist als je zuvor. Jeder Handelsverkehr über die Themse nach London läßt sich von hier aus drosseln, und dieser Verkehr macht nicht we« Von den harten Kämpfen an der Maas ochsende Beklemmung in Paris und London <1 er gleichen Blattes berichtet, die bclai streckung habe in allen Kreisen, befono* Volke, tiefste Entmutigun tärker als er Aus den Straßen der französischen Aiederlage erklärt, haß Die e keine Erhöhung Hur 34 KilometertrennenEngland § DW n Manne» bl» In die letzten Daten monl trilleren Straßen entlang gerast, er ist mit Motor und Panzer, mit Geschütz und Maschinengewehr die großen Verbindungslinien aus Asphalt und Beton entlanggerast. So wie ein Waldbrand non Baum zu Baum springt, so wie seine Flamme zu- erst gierig züngelt und dann au lodern ansangt und den brennenden Turm hinaufsteigt, so hat der deut- sche Vormarsch die großen strategischen Straßen Nordfrankreichs bis zum Kanal erobert. (Er hat zer- Ichmettert, was ihm im Wege stand. Er hat zer- treten, was sein Tempo hemmen wollte. Er hat zermürbt und entnervt, was Ihm an Männern der feindlichen Armeen gegenüberstand. Dafür find die Straßen Nordfrankrcichs der Beweis. So sehen diese Straßen aus: Lange, schnurgerade verlautende Verkehrswege, in Richtung Norden, durchschneiden ein Land, da» sich zum Meer herabsenkt, dessen Hügel In Wellenform an Höhe verlieren, dessen Ebenen dem Stürmer keinen Schutz bieten. In Straßengräben und Querwegen, in Dorfeingängen, hinter Mauervorsprüngen, auf seit- lich herausgeschabenen Fortwerken liegt dit A e r. lchlagene 9. Armee Frankreichs. Dort stehen Hundert« von ausgebrannten Panzerwagen aller Kaliber. Ihr Stahl ist rauchgeschwärzt, ihr Panzer von deutschen Granaten durch- brachen. Dort stehen die Skelette der motorisierten Streitkräfte des Feindes, Raupenschlepper und Ge- ländewagen, Truppentransporter und Trainsahr-! Aeuge Wie totgetretenes Gewürm hat sie unser Bormarsch beiseite geschoben. Unsere Panzerkorp» haben sie bei ihrer Flucht eingeholt. Wa. liegen blieb an Männern und Maschinen, war verloren. Und im Straßenrand vom südlichsten Maasllbergang ms zur Kanalküste bei Abbeville liegen wie von der Wucht eines Wirbelsturmes in alle Winde zerstreut Ausrü st ungen und Habseligketteneiner ganzen Armee, Munitionsstavel, MG.-Gurten zu hohen Hausen ausgetürmt, Feldtornister und Offizierskisten und Feldpostbriefe au» Lyon und Le Havre. In verlassenen Feldküchen steht da» Essen angerichtet, in gestürmten Dörfern liegen auf eiligst zusommengerllckten Tischen die Karten eine» sranzäsischen Stabes. Im Staub der Vormarsch- straße wirbeln durcheinander Soldbücher und Bataillonslisten, Rückzugsbefehle und verloren« Photos aus der Briestajche eines Partfer Kaufmanns, Befehl nötlu, hier gibt e» kein Warten. Da» Mate, riiil Ist gut. Die Motoren sind schwer genug, um ihre Last zu ziehen. Die Manner am Lenk,ad dl» Infanteristen im Straßengraben, die Kradmelder, die Panzer säg« rkolonwm, die zmücksiut enden Mu- nitiouvstalseln sind alle au» einem Guß, sie siud geübt und trainiert, sie sind kriegoersahieu, haben siarke Muskeln und starke Nerven, sie haben Den Drang nach vorwärts. Es wäre nliht nötig, In Schwarz-Weiß zu malen, aber neben diesem Gemälde des unaufhaltsamen Vormarsch»« steht das ülendsbild der zu rück- ft r o in e n d e n FI ü d> H l n fl e au» allen 1 eilen be« sranzäsischen Norden». lelinahmslose Gesichter, humpelnde Füße, guletsiiiende Gesährte, abgeklap- perle Rosse, Frauen mit dem Zugstrlck UM den Bäuch, Kranke und Alte, aus Kinderwagen oder Milchkur »'n verladen. Mittler, die ihre Kleinsten um die Bru t gebunden haben, mwermlnstige Mün- ner, die in her Elle deo Ausbruche» noch die Habgier packte, oaeminnle bessere Damen, die aus dem Riege hl ole Flucht noch Ihren Silberfuchs retten wollten, die barsuß marschieren, die ihre ^täckiü- schuhe in her Hand tragen. Welch masslose.' Uleud, irlllH'll »1>| l> ' '’h'i 1 <111e111eiti ivel- djer unbeschreiblicher Gegensatz zwischen diesen All. gen her grauen Not und her Divisionen unserer iegreich vormnifchlei enden Armee. E» hlelhl nur wenig Feit, dem Führer zu danken, daß er Deutschland den Krieg tm eigenen Lande zu führen erspart hat. Die törichten allen Männer der westlichen Demokratien, hie diesen Krieg aus dem Gewissen haben, sollten hier mitlauseu Stunde um Stund», geängstigt vom Schall her Stukadetonativnen In Der Ferne, verlassen, getrennt von Frau und Kind, arm, elend und krank! Aus den Straßen Nordsraiik. reich« osseubart sich die Schuld dieser Männer. Aus diesen Straßen naht aber auch her Vollstrecker de» strasenden Gericht», her deutsche Soldat, rrowehi. PK. Der Morgen des 2(1. Mal dämmert matt Über unterem Fliegerhorst Im Weiten herauf. Das Feldtelephon läutet. Im Augenblick ist man hell wach. Endlich. „Angriff auf Truppenansainmlnngen und Flaksteltungen", lautet der Befehl. Im Raum von Flandern Ist durch die Einkesselung des Feindes nunmehr seine konzentrierte Feuerkraft besin- ander. Die letzten Feiudflüae haben ergeben, das, liier aus jedem Meter fast ein Geschütz liehen muß. Jedes einzelne von ihnen hält zahllose Geschosse zu unserem Abschuß bereit. Und sie schießen gut, die Belgier und Franzosen. Bel einer derartigen Massierung der Batterien kann e» gar nicht anders sein. Aber wir werden ihnen einen bitteren Sonntag bereiten! Die Maschinen sind bi, auf äußerst zulässigen Grenze mit Bomben aller Kaliber beladen. .. _ , , _ , Unter UN« rauchen die Schlote des westdeutschen Industriegebiete». Die Maas ist erreicht, der Albert- Kanal. Wären nicht die gesprengten Brücken, hier und da die Trümmer zerschoßener Gebäude, man wallte es nicht glauben, daß hier vor kurzem erst Innloe die Holländer für England geblutet haben. Allenthalben sind die Bauern aus den Feldern, die Menschen in den Städten gehen Im Schutze der deutschen Massen durch diesen Sonntagmorgen. Dies« Interessante Aufnahme der Straße von Calais wurde mit einer Insrarotvlatte ausgenommen. Im Vordergnind sieht man die französische Kanalküste, jenseits des Wasser» die englische Insel. Der Aermelkanal ist an seiner schmälsten Stelle nur 84 Kilometer breit. (Scherl-Bilderdienst-M.) können. „ .... Recht» und llnf» her Straße haben sich Die Abteilungen In hie W ölber UND l n h I e Ho bl- rn e g e gefI ü ch t e I. Dort hat sie unse r e V u s t- mässe erreicht. Die Bombenspur läuft gerade weg» rechtwinklig vom 'Uormarschwea ab. Heber die Felder verstreut rauchsiHwarze Motorteile, verlai|ene Flakgeschütze mit schußbereitem Verschluß Dort Hegt mancher Stahlhelm aus eilig zusammenge- schartem Gralchügel. Eo gibt keine Feit, ein Kreuz au zimmern und «In Avschied»wort zu sprechen Der Feind war in» kaufen geraten Uebei diese h aßen । ollen setzt hie h «Ulf >>> • " Divisionen, drei, vier Kolonnen nebenelnnnhei ! marschieren nach Norden. Jeder will nach vorn Kradmelder überholen Geländewagen hei Stäbe, rollen aus Den Wiesen seitlich her großen Straßen vorbei. Achim? fallen, zwei Leutnant« fchleppen schwer« Bohlen für den Wagen Ihre» General», hei nach vorn must. Keuchend spi-ingen |le von Wiesen- Viereck zu Wiesenviereck, überbrücken mit den Eichen- brettern die Abzugsgräben, gehen mit der, Drahtschere dem hemmenden Heckenzaun zu Leib«. Bor-^ «klärt», nach Norden! Am Lenkrad her schweren Lastkolonnen sitzen Me Fahrer unh sehen nur da» Schlußlicht ihre« Vmder- I manne«. Eine Kette könnte nicht besser an da« Band Ihrer Kolonnen anühließen Wa» hier rollt, läßt sich nicht aushalten. Alle« geht im Staub und Benzingestank unter. Die Fahrzeuge sind nur um Zentimeter voneinander getrennt. Die Raupenschlepper der Langrohrbatterien geraten ostmal« so | nabe an hie In SchützenrelHe vorgebende Infanterie, haß man nach vorn rennen möchte, um den Lärm Iber Motoren mit einem warnenden Rui zu übertönen: Mehr recht», mehr link«! Aber hier ist kein Unsere Lustaufmrhme zeigt die Geaend nördlich von ö a l e n c t e n n t «. jauf Der «anpuraB« erkennt man Kolonnen de > f l i e h e n d e n F e I n b« - .recht» einen Einschlag einer deutschen Bomb». — (PK.-Smolarczyt-Scherl'M^ .... 27. Mai. (P.K.) Wir sind seit dem 3. September durch viele Straßen gezogen. Wir sind marschiert von Bromberg bi» Breß-Litowfk, wir haben die Knüppeldämme Weißrußlands gesehen und die Schlaglöcher Kongreßpolen» verspürt. Wir int) nach Belgien hineingchogen über den gelb- glühenden Sandstaub der Elß-nborner Heide. Wir ino an Trichtern entlangzektettert, die die Detonationen der Stukabomben aus Asphalt und Beton herausrissen. Wir haben Tot« längs dieser Straßen gesehen, eilig aufgeschüttete Gräber krepiertes Vieh mit aufgedunsenen Bäuchen, erschossene Heckenschützen. Wir sahen Stätten, in denen die Ber- Wüstung zu Hause war und Straßen, die unseren Vormarsch hemmen sollten. Wir räumten Stein- sperren und Betonklötze, feder Kilometer Marsch brachte ein Stück Lebens- und Kriegserfahrung Aber was nun unsere Augen sehen auf Den alten Schlachtfeldern Nordfrankre cks, bei Givet, bei Cambral, bei Arras und Rethel, das hat in den Kriegen der letzten Jahrzehnte keinen Vergleich. Die Straßen Nordsrankreichs sind aber Beweis, daß dem französischen Heer von der deutschen Führung eine KrIegsart aufgezwungen wurde, In seinen Bewegungsfarmen Jo b 11 Ö • schnell und neuartig, daß man förmlich an jedem Kilometerstein zu spüren vermeint, wie hier eine neue Welt über die „Trümmer alter Vor- stellungen" zermalmend hinweggeaangen st. Ich stand gestern mit einem Unteroffizier au» dem alten Kriege an einer Straßenkreuzung. Zwei Kolonnen mußten vor einer Brücke ihre Fahrt stoppen, und so blieb Zelt, einen Augenblick über den gemächlich fließenden Kanal zu flauen, an dessen Kais die schweren Lastkätzne zu Hunderten verankert liegen. Wir sprachen über diele: neue Art von Krieg, der in Frankreich "giert. „1918 sag e mein Nebenmann, „stand hier kein Haus, existierte kein Keller. 1918 gab es keine Straßen, es gab nur einen Weg, den Sprung von Tochter zu Trichter, und heute ..." das heute lag vor uns Cambrat mit Schornsteinen und Kirchttlrmen, städtischen Bauten aus prächtigem grauwettzen Sandstein, rings um die Stadt Selber, auf denen das Korn heranreift, vieltürmige Schlösser, flehe Met in Rotbuchen unfc Kastanienlaub. Wo waren hier blt Zeichen des Krieges?. Der Krieg ist die Backbord voraus kommt Löwen in Sicht. Deutlich zeichnen sich in dieser Stadt die Spuren de» Slurm|chritte» der deutschen Kolonnen. Wie miher» dagegen liegt B r Ü s s e l, die Hauvtstcidi der Belgier unter un», die sich sost kompslo» ergeben hat. Bel G e ii t - A ii d e n a r o e erreichen mir den Fluß L' Eocaut. Da sehen wir brennende Dörfer und Wälder. E» riecht nach Pulver. Da, dl» «rite Bomb« geht mit den besten Wünschen von Itinf Fliegern begleitet nach unten. Wir fliegen direkt auf bla Flakßellimg zu, ble uns dauernd ihre Salven ent- dickt hum* — Mi nächst« Bomb« ' li |l|f genau Im Ziel. Hinter uns kommen neue Gruppen. Kouipsrnaschiue auf Kaini'lniaschlne jagt Über bla Stellungen de» Feinde». Alle lassen Bomben reg- neu. Wild lodern unter un» die Brände in den Frontstellungen des Feindes. Truppenansammliiugen. Kolonnen von Lastautos. Deutlich sieht man, wie alle. In Deckung zu gelangen sucht. Wir stöbern sie alle auf. Wieder allen Bomben. Straßeneingänge tülden nach un- crem Uebersllegen einen einzigen Trümmerhaufen. C v u r a i-- B P e r n zeigt die weitere 'Flugstrecke. Hier muß Batterie nn Batterie stehen. In regellosen Stellungen müssen sie sich zusammengesunden ■u u 111 * 1111 e h * in ß hervorge- rufen. Bor der belgischen Botschaft in London sei cs zu einem großen Men|cheuaiislauf gekommen. Die Tore der Botschaft seien jedoch verfchlossen gewesen und das Gebäude habe unter Polizeischutz gestanden. Am Dienstagmittag war das englische Kabinett in der Downingstreet Nr. 10 zu einer Sitzung zusammengetreten. Au der außerordentlichen Kabinettssitzung nahmen die Minister Attlee, Eden, Sinclair, Alexander, Anderson, Ealdercvts (ber ehemalige Sir Thomas Jskip) und Dust-Coo- per teil. Weiter waren Admiral Sir Dudle») Pound und der neuernannte Ches des Reichsgene- ralftabo, General Sir John Dill, anwesend Bor der Kabincttssitzuna sanden Besvrechungen zw schen Churchill und Außenminister Lord Halifax sowie dem ehemaligen Ministerpäsidenten Chamberlain statt. In der Downingstreet und im Regierungsviertel war eine vielhundertköpfige Menge erschienen, die der An- und Abfahrt der Minister mtt e i H fl c in Schweigen folgte. Die italienischen Blätter neben eine Auslassung des Londoner „Daily Expreß" wieder, die e n be- zeichnendes Licht aus die Mentalität der Engländer wirft. Die Besetzung Belgiens durch die Deutfchen Treuppen, meint das englische Blatt, gebe den Westmächten e i n e n T r o st, nämltch den, daß d e r belgische Gold- und Devisenbestand in Höhe von 870 Millionen Pfund nach England gebracht worden sei. Außerdem könnten (id) die Westmächte der in Nordamerika angeleflten belgiichen Kapitalien im Betrage von 200 Millionen Rom, 29. Mai. (Europapreß.) Di« Londoner und Pariser Berichterstatter der römischen Preße schildern die ntederschinetternde Wirkung, welche die Nachricht von der Kapitulation Belgiens in dortigen politischen und militärischen Kreisen sowie unter t>r“ englischen und srairmsischen Bevölkerung hervorge- rufen hat. In den Pariser Meldungen kat der Stift he« französifchen Zensors wahre Orgien geseiert. Immerhin heißt es in einem Bericht des Pariser Vertreters des „Giornale d'Italia", die Rundsunk- ansprache Reynauds habe in der Bevölkerung eine Stimmung der Angst und der B c st ü r - zung erzeugt. Der Londoner Korrespondent des ' ' * Blattes berichtet, die belgische Massen- ' ~ ' her» aber t m Soeben wurde der Ueb.rgang erzwungen, und schon ficheri «In, Pokstellung am eroberten Ilf den Bormarsch; denn der Angriff auf den aefchlagenen Feind geht weiter. (PK.-Kipper-Preffe-Bild-Zentrale-M.) Mit deutschen Vombem über Nanderns Hölle Pfund bemäckkiflen. Diese Summe (die einem nicht mit den Weltmächten verbündeten Lande Qybörb würde zur Verteidigung der „gemeinsamen Sache verwendet werden. Wie sehr man in London be- reit» über die Finanzierung her steigenden Kriegs- kosten nachdenken muß, geht que dem Plan hervor, einmal ein« n tue Kriegsanleihe auvAU- schreiben, über deren Höhe die wildesten Geriichte umgehen, unh zum anderen ein« Erhöhung der Leben «mittel preise vorzunehmen. Da» Schatzamt vertritt die Ansicht, daß die lausenden Steuereinnahmen und die bisherigen Anleihen nicht m e h r genügen, um den Krieg zu sliion- zieren und will sich daher der der Regierung zuge- villtgten diktatorifchen Vollmachten vedienen, um tiurd) die Ausschreibung der neuen Kriegsanleihe das private Eigentum bevauzuzie'hen. Schon jetzt wir E ।Höhung dei Lebensmiitelprei. .. der Löhne und Gehälter mit f ch bringen würde. Ofsensichiltch versucht man durch eine folrf)«* (Er- hähuna d i e Einfuhr der nach hem Fortfall he« hoiiänoFHm, bflgltoin unb dänischen WrtschastG* flebleteo Immer teurer werbenden Lebeiismlttel- ! ran Sporte zu drosseln, um auch dadurch Olelb zu sparen, bas in die Kriegführung gesteckt werden könnt« Das Stockholmer „Dagens Ruheter schreibt am Dienstag, daß man in England wenig von dem Krieg In Frankreich wisse. Die Informationen, die In London auvgegeben würden, feien so diirstig, daß man keinen Einblick In die tatsächlichen Verhältnisse bekommen könnte. Es scheine saß so, al» ob der englischen Oessentlichkeit vor dem Kriege In §rankreich eine Elarhtiie vorgeschoben worden sei. le militärischen Mitarbeiter der englischen Blätter, die bisher lange Betrachtungen veröffentlichten, dürften keine Kommentare mehr oerfasfen. England sei näher nn die Kriegszone gerückt worden unb der psychologische Esfekt auf die Bevölkerung bleibe nicht aus. Borsicl)tsmaßnahmen, die noch vor einem Monat als überflüsstg und läckerlid) bezeichnet worden wären, würden jetzt mit Befriedigung von der Bevölkerung ausgenommen und befolgt. Am bezeichnendsten hierfür fei die Tatsache, daß man endlich zu her Einsicht gelangt sei, es müsse alles jetzt in größter Schnelligkeit vor sich gehen. SStfe Gas-Badeofen uni Kleiderschränke schreibgewandte w wenig Kupfer mm < «<■ AtUpier, lucmy BütoDilfe teÄ Stühle Tische 01913 01920 Nachdruck verboten Ohne Gewähr 119180 123197 101900 110848 144026 144222 1399 A Achtung! Achtung! Außerdem wurden 510 Gewinne zu je 150 RM 6570 Gewinne zu je 90 RM gezogen. 2589D Irau E. KäS. kaufen Sie bei Pulheim bei Köln. 2587Ö 170549 197521 231826 259076 267891 304428 305845 338926 341247 356318 362013 175206 202292 232127 111121 136865 180047 205479 236382 248968 281601 307813 323560 356811 378960 111181 136956 180408 210019 238981 254111 282404 307862 326917 358990 386431 113060 147384 175730 210443 235292 276994 316040 342013 367805 114486 162184 177139 210857 241307 287401 323163 347693 373628 114051 146213 187656 217068 240358 256843 288328 314000 340756 361062 118009 162558 178129 221922 252119 289360 331336 348099 39432? 120325 162192 190153 219921 241660 267113 289197 318064 342645 365305 166685 188826 229127 252540 289873 333648 354884 125537 177910 194438 222678 246415 271589 302521 319521 349726 369837 176689 297252 112445 143806 183232 211678 240246 254917 283303 308727 340300 360562 398516 163751 181523 228082 252335 289704 332192 350802 124204 169999 190799 221882 241795 269221 299199 318842 345221 367287 130228 179585 202454 228825 248350 272777 306053 319547 355142 377863 168776 189857 231121 257602 293509 333699 355349 und 321317 337728 136953 158963 3848 29538 153218 72004 103376 218501 BÜRO-EINfUCMTUNGEM Gießen, Bahnhofstraße. 767D 6 Gewinne zu 10000 RM. 3 Gewinne zu 5000 RM. 3 Gewinne zu 3000 RM. 21 Gewinne zu 2000 RM. 195692 331449 333043 21 Gewinne zu 1000 RM. 319347 329056 392575 __ f. 3mal wöchentlich vormitt.sucht Probst Knodt, Hindenburg- wall 13 parterre. Vorstellung zw. 9 u. 12 Uhr. 2585Ö Als wir im fiorft aus den Maschinen klettern, freudig umringt und umsorgt von den Bodenmannschaften. zählen wir 15 Flaktreffer und Splitter größeren Kalibers. Aber das macht unserer Kampfmaschine nichts aus. Schon eilen die Monteure mir sind anscheinend Glassplitter über das Gesicht gewischt. Dann nimmt der Abwehrkampf des Feindes wieder meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Immer erneut sprühen die Feuergarben der MG.s um uns, und das Krachen will kein Ende nehmen. Doch auch da kommen wir heraus Eine richtige Waberlohe lassen wir zurück. Wir sehen, wie die deutsche Artillerie jetzt in den Kampf eingreift. Wie Scheinwerfer blitzt es aus den Mündungen der Rohre auf, schlägt drüben ein. Aus einer versteckten Waldstellung des Feindes jagen uns die letzten gutgezielten Feuerstöße des Feindes noch einmal ■ nach. Einige MG.-Garben unsererseits. Dann nur noch das Summen der Motoren. Eewinnauszug 2. Klasse 3. Deutsche Reichslotterle machen. Da die Zuckerrübe neben Zucker für den menschlichen Verzehr noch Futtermittel in Form von Schnitzeln für die Schweinemast liefern muß, kann dem Haushalt nicht Zucker in jeder beliebigen Menge zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Zucker muh daher sparsam um gegangen werd,en. Zum Süßen von Speisen, vor allem von Kaffee und Tee, kann der Zucker durch Süßstoff ersetzt werden. Vor allen Dingen muß im Haushalt während des ganzen Jahres Zucker für die Einmachzeit gespart werden. Beim Einmachen selbst ist darauf zu achten, dah Tagen in Hellen Flammen. Unsere Maschine erhält Treffer. Wir andern Kurs und Geschwindigkeit. Plötzlich hallt es wider wie ein feiner, scharfer Peitschenknall. Instinktiv drücke ich mich an die Bordwand zurück. Irgend etwas brennt mir auf der linken Gesichtshälfte. Der Heckschütze hebt für Sekunden sein Gesicht aus der Kanzel zu mir. Dann höre ich ihn durch dos Bord- Georg-Philivv- Gail-Straßel6l Oampfdrufchgenoff enschast in der Nähe Kölns sucht tüchtigen Maschinisten mit Gehilfen für die Drusch- Periode 1940 gegen gute Bezahlung. Angebote an Landwirtsch. Bezugs- und Absatzgenossenschaft Der größte deutsche Heldensriedhof in deutscher Hand. | Vermietungen"! Sonn.freunöl.müL Zimmer in gutem Hause an soliden Herrn zu vermieten. Alicenstraße3Vl Danksagung. Allen denen, die dem Entschlafenen Heinrich Kröck VII. die letzte Ehre erwiesen, für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Weisel dankt Familie Otto Kröck II. Heuchelheim, den 28. Mai 1940. [ Mietgesuche~| Suche für meine Tochters Studentin i.l.Semester) zum 1. 6. nettes möULSlminet in gutem Haus. Angebote an Prof.Bieling, Marburg/Lahn, Wilhelm -Roser- Straße 4. 01002 Außerdem wurden 519 Gewinne zu je 150 RM und 6522 Gewinne zu je 90 RM gezogen. Weites Simmet zu vermiet, omo fiinWati 15. fieinrich fiochftätter möglichst Methoden angewandt werden, bei denen wenig Zucker benötigt wird. Die Hausfrau soll erst dann einmachen, wenn die Märkte reichlich mit den einzumachenden Erzeugnissen beschickt sind. Die Zuteilungen an Mehl und' Brot sind so reichlich, daß die Bevölkerung die ihnen zu- stehende Ration oft nicht aufbraucht. Die nicht benötigten Brot- und Mehlmarken dürfen nicht dem Bäcker, sondern sind der NSV. zu übergeben. Es soll nicht mehr Brot eingekauft werden als tatsächlich verbraucht wird, damit nichts umkommt. Etwaige Brotreste sind im Haushalt zu verwerten, aber nicht an Tiere zu verfüttern. Bei dem Brotverzehr ist dem Roggenvollkornbrot der Vorzug zu geben. Einmal können wir den Bedarf an Roggen im Inland decken, zum anderen ist das Vollkornbrot wesentlich gesünder als anderes Brot. Man begegnet oft der Frage, ob und inwieweit eine Vorratswirtschaft im Haushalt erwünscht ist und wann eine solche Vorratshaltung als Hamstern gewertet wird. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß es volkswirtschaftlich e r - wünscht ist, wenn die Hausfrau in Zeiten, in denen nicht bewirtschaftete Lebensmittel reichlich auf den Markt gelangen, sich Vorräte beschafft. Hierfür müssen jedoch im Haushalt entsprechende Vorratseinrichtungen vorhanden sein, damit nichts verdirbt. Jede Hausfrau muß michelfen im „Kampf dem Verderb". Wer sich aber auf unrechtmäßige Weise unter Umgehung der Rationierungsvorschriften Lebensmittel beschafft, oder in Zeiten des Warenmangels mehr kauft als zur laufenden Bedarfsdeckung unbedingt nötig ist, versündigt sich an der Volksgemeinschaft und hilft dem Feind. Das Reichsernährungsministerium wird von Zeit zu Zeit Richtlinien über die richtige Verwertung der Nahrungsmittel im Kriege herausgeben. Wir sind gewiß, daß unsere Hausfrauen sich ihrer Pflicht gegenüber der Nation bewußt und auch bereit sind, in bewährter Selbstdisziplin gewiße Oper auf sich zu nehmen. So wird es auch gelingen, den Aushungerungswillen Englands zu brechen! Billig - Billig la Kopfsalat Stück 20 Pfennig morgen auf dem Wochenmarkt Brandplatz. In der Nachmittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 5000 RM. 316827 6 Gewinne zu 4000 RM. 128339 184442 9 Gewinne zu 3000 RM. 105015 172675 180266 9 Gewinne zu 2000 RM. 20759 42799 145853 21 Gewinne zu 1000 RM. 174 7044 134534 321473 330589 338004 389644 69 Gewinne zu 500 RM. 1766 77407 78498 78522 82191 90619 111617 112908 138876 144998 158779 172371 202656 215064 224223 232279 232832 268894 271024 305128 311165 Alleinstehender Herr, in den 60er Jahren, sucht für seinen Haushalt auf dem Lande eine altere wmtetin Schrift!. Angeb. unter 01908 an den Gieß. Anz. RÄtag-Bewillig mittelst Auto- u. Bahnmöbelwagen von Frledberg/H. nach Gießen p. sof. von Nidda nach Gießen per 6.6. von Bad Homburg nach Gießen p.sof. von Bendorl/Rh. nach Gießen p.8.6. von Gießen nach Marbnrg/L. p. sof. von Gießen nach Lennep per sofort 'bietet an Stiickrath & Bender, Spedition - Möbeltransport Telephon 3519 u. 2738. GsasD 1. Ziehungstag 28. Mai 1940 In der Dormittagsziehung wurden gezogen 90 Gewinne zu 500 RM. 6219 14224 22267 28178 30283 33363 59289 62711 63836 75633 78224 87290 100960 108483 124646 136131 167569 175441 180037 189962 213756 220370 237680 257145 260553 295534 300163 320456 356367 386604 276 Gewinne zu 200 RM. 9874 10206 11244 12746 17427 20830 28236 35197 46426 50921 52639 55427 55867 70073 75242 76425 77682 78615 82620 90824 94904 96122 10U08 wert. Die Kanzel hat einen Treffer erhalten, und! Rudolf Hartmann. P. K. „Wanderer, verweile in Andacht und künde zu Hause, wie wir als Männer gefallen in Treue der Heimat!" So liest der Pilger, der die Gräber der Gefallenen des Weltkrieges besucht, auf dem wohl schönsten Denkmal, das einen der zahllosen deutschen Soldatenfriedhöfe ziert, es steht t n Montdidier. Der größte deutsche Heldenfnedhof der einstigen Westfront hat seinen Namen nach der ferme maison blanche, die an der Straße von Arrasnach Souchez aufgebaut ist. Auf diesem Friedhof ruhen 3 2 0 0 0 deutsche Soldaten, die aus den Schlachtfeldern des Artois nach dem Kriege hier zusammengetragen worden sind. Die einen waren bei Ribecourt dabei und fielen im Feuer feindlicher Tanks, die anderen verbluteten im Kampf mit den Kanadiern auf der Vimyhöhe. Die einen am Hang der Lorettohöhe, die anderen unten am Bach von Souchez. Die einen waren kaum achtzehn Lenze alt, als sie die feindliche Kugel traf, die anderen hinterließen Frau und Kind. Manch einer, dessen Vater unter einem der schweren Kreuze ruht, marschiert nun hier durch die rauchenden Trümmer der nördlichen Vorstädte von Arras nach Norden an der Vimyhöhe vorbei als Soldat des Reiches, das das Vermächtnis der Gefallenen des Weltkrieges als Verpflichtung auffaßt, mindestens ebenso tapfer und treu zu sein, wie die hier auf fremder Erde fielen. Seit der Eroberung von Arras und der Erstürmung der Höhen von Loretto und Vimy durch Panzer und Schützen ist auch der Friedhof „maison blanche“ in deutscher Hand. Jede Mutter, die ihren Sohn hier ruhen weiß, und jeder Soldat, der das Grab seines Vaters hier sucht, kann beruhigt sein: der gröfelß deutsche Heldenfriedhof ist unversehrt in deutsche Hand gefallen. Auf den Aeckern um den Friedhof sieht man die Spuren der vorm/arschierten Panzer, tiefe Furchen, die die schweren Gleisketten in den Acker geschnitten haben. Gefallene Franzosen und Engländer und auch frische Gräber deutscher Kameraden, die nun neben denen ruhen, die eine Generationen vor ihnen das gleiche Opfer für den Bestand ihres Volkes bringen mußten. Die schattenspendenden Kronen von Akazien geben dem „maison blanche“ den Charakter eines Heldenhains. Jedes Grab trägt Blumenschmuck, wenn auch die Erde durch die Kreise schimmert, den Pflanzen nur spärliche Nahrung spendet. Die Wege sind ebenso gepflegt wie die Rasenflächen. Der Volksbund für deutsche Kriegsgräberfürsorge hat unter den schwie- Als England im September v. I. die Hungerblockade gegen Deutschland eröffnete, antwortete die Regierung sofort mit der Einführung der Lebensmittelkarten. Die Rationierung der Lebensmittel hat den Zweck, die Ernährungsgrundlage für das deutsche Volk im eigenen Lebensraum icherzuftellen. Bei der Festsetzung der Rationen konnte auf die örtlichen Ernährungsgewohnhelten und die Sonderwünsche von 82 Millionen Verbrauchern natürlich keine Rücksicht genommen werden. Die -Zuteilung der Lebensmittel mußte sich vielmehr nach dem Grundsatz einer g e - unb en Ernährung richten. Es ist allgemein anerkannt, daß die jedem einzelnen zustehenden Lebensmittelmengen für eine gesunde Ernährung ausreichend sind. Wenn in der heutigen Zeit weniger Fett zur Verfügung steht als in der Vorkriegszeit, so erhält doch jeder Volksgenosse ent« prechend der von ihm zu leistenden körperlichen Arbeit soviel Fett, wie er braucht, um gesund und leistungsfähig zu fein. Auf die K in - der ist hierbei besonders Rücksicht genommen. Da Fett und Kohlehydrate als Kraftspender für den Körper sich in gewissem Grade vertreten und austauschen lassen, wird dieser Ausgleich durch den Mehrverbrauch der nicht bewirtschafteten Kartoffeln und die reichlich zugeteilten Brot-, Mehl- und Zuckermengen leicht herbeigeführt werden können. Es kommt jetzt im Kriege mehr denn je auf die Kochkunst der einzelnen Hausfrau an, die zur Verfügung stehenden Lebensmittel zu schmackhaften Gerichten zufammenzustellen und richtig zu zu be re i te n. Da vom volksgesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Standpunkt aste Nahrungsmittel so gut wie möglich ausgenützt werden müssen, muß bei der Zubereitung auf die Erhaltung der Nähr- und Schutz st affe in den Nahrungsmitteln geachtet werden. Gerade bei Kartoffeln, Gemüsen und Obst ist die richtige Vor- und Zubereitung besonders wichtig. Es ist erwünscht, die Kartoffeln als Pellkartoffeln zu kochen. Nur bei den Pellkartoffeln ist eine volle Ausnutzung der in den Kartoffeln vorhandenen Vitamine gewährleistet. Soweit jedoch Kartoffeln geschält werden, sind sie möglichst dünn zu schälen, damit nicht wertvolle Lebensrnittel in die Mülleimer wandern. Das Gemüse muß sorgfältig und fparsam geputzt werden. -Auch die A b - fälle (wie Gemüsestrünke, Schalen usw.) können noch für eine Gemüsesuppe ausgekocht und auf diese Weise verwertet werden. Es empfiehlt sich ferner, Gemüse in roher Form als Frischkost zu verwerten. Wenn Gemüse gekocht wird, so ist es schonend zu kochen, damit die Nähr- und Schutz- ftoffe erhalten bleiben. Bei der Konservierung von Gemüse für den Winter ist zur Zeit die Einsilierung und die Trocknung gegenüber anderen Konservierungsarten zu bevorzugen. Im Kriege ist im Haushalt nur vollausgewachsenes Gemüse zu verwenden. Der Verbrauch von jungem Gemüse verringert die allgemeine Versorgung mit Gemüsen. Fernerhin ist es notwendig, die wild wachsenden Gemüse, Kräuter, Pilze, Tees usw. für den Verbrauch im Haushalt nutzbar zu Dank der Wehrmacht für den Kriegseinsah des Handwerks. Im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin gab Reichshandwerksmeifter Schramm Vertretern der drei Wehrmachtteile einen Ueberblick über den Einsatz des Handwerks in der Kriegswirtschaft. Er erwähnte besonders die Durchführung großer Aufträge durch Lieferungsaenossenschaften, den Einsatz im Bauwesen durch Arbeitseinsatzgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften, sowie die planmäßige Ausfuhrförderung, mit der trotz des Krieges eine Steigerung der handwerklichen Ausfuhr erreicht wurde. Der Reichshandwerksmeister verwies auch auf die Vorarbeit, die das Handwerk durch die Ausbildung einsatzfähiger Fachkräfte für den Aufbau der technisierten Wehrmacht geleistet hat. Der Cehf der Heeresrüstung sagte in einer herzlich gehaltenen Ansprache, die Wehrmacht wolle mit diesem Besuch beim Reichsstand des deutschen Handwerks ihren Dank für die hingebungsvolle Arbeit des Handwerks und feiner Organisation abftatten. Verstärkte Kartoffelablieferung. Das ungünstige Herbstwetter und der lange und strenge Winter hatten zur Folge, daß eine Fülle von Arbeiten in unserer Landwirtschaft unerledigt bleiben mußten, die sich jetzt im Frühjahr auf wenige Wochen zusammendrängten. Die Feldarbeiten haben sich daher im April und Mai ganz unvorstellbar stark angehäuft. Dank restlosen Einsatzes ist die Sommerzeit nun aber überall im Boden und auch die Hackfruchtbestellung nähert sich ihrem Ende. Nunmehr gilt es, wie die „NS.-Landpost" betont, vor allem den Speisekartoffelversand in stärkerem Umfange wieder aufzunehmen. Bei Mangel an Ar- beits- und Gefpannkräften hat der Ortsbauernführer sofort nachbarliche Hilfe zu erwirken oder Einsatz der Partei und Wehrmacht beim Kreis- bauernführer zu beantragen. Die in den Betrieben vorhandenen Kartoffeln reichen aus, um unseren Bedarf in den Städten zu decken. Es kommt jetzt nur darauf an, eine beschleunigte Verladung der Kartoffeln in Gang zu bringen. Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Untversitätsdmckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzetgenlerter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. 316883 336400 342 Gewinne zu 200 RM. 4323 4684 7300 9548 10075 27143 31008 31726 40476 43978 44180 50812 52386 53158 53358 65656 67322 77104 77233 79922 80227 83950 84220 89162 90644 95403 J03787 104066. 106894 108685 109029 1 Jimmer mit Küche gesucht. Schriftl. Angeb. u. 01917 an d. Gieß. Anz. Neue Tapeten von rigften Verhältnissen alles getan, um die Ruhestätten der Gefallenen des Weltkrieges dem Opfer der Toten entsprechend würdig auszugeftalten. Die schon verwitterten schwarzen Holzkreuze werden eines Tages durch andere ersetzt werden. Während wir auf dem „maison blanche“ in den unübersehbar weiten Reihen schwarzer Kreuze stehen, marschieren auf der Straße schwere deutsch? Panzer nach Norden, dem zurückweichenden Feind nach. Das Rauchen der Motoren und das Surren der Gleisketten erinnert uns daran, daß u m u n s Krieg ist. Ein Krieg, der genau so schwer ist wie der, durch den diese Gefallenen hindurch mußten, ehe sie zur Ruhe kamen. „Krieg ist nun einmal Krieg, wer's nicht glaubt, der stirbt daran", sagt Hans Zöberlein in feinem „Glauben an Deutschland". Wir haben in den letzten Tagen seit dem Beginn der Zermürbungsschlacht in Nordfrankreich erfahren, was Krieg ist. Wir haben auch die furchtbare Wirkung unserer Waffen auf den Feind erlebt. Wir können mit der Gewißheit aus dem Meer von schwarzen Kreuzen scheiden, daß diesmal kein Opfer umsonst und keine Anstrengung vergeblich sein wird. Diesmal geht der Kampf zu unseren Gunsten aus. Gerhard Starke. haben. Wie Wasserstrahlen so dicht umsprühen uns die Garben des MG.s. lieber uns, neben uns, unter uns, immer dichter trepieren die schweren Granaten der feindlichen Flak. Schon hört man es durch den Motorenlärm der eigenen Maschine und durch die festanliegende Fliegerhaube ganz dumpf, aber erschreckend deutlich. — „Bum" — „Bum" — „Bum". Egal, wir müssen hinein. Jede Bombe wird sorgfältig und gut gezielt. Sie treffen alle. Poperinghe, Bailleul, Armentiöres, Npern. Noch einmal wird dieses Feuerviereck abgeflogen. Wir haben immer noch Bomben! Und steuerbord voraus brennt Dünkirchen! Oeltanks stehen feit und Steh-Leitern am Lager Möbel-Sommerlad Gießen, Bahnhofstraße 65 2541 D Keine Ursprungszeugnisse, lonbetn nur Zeugnis- abschristen dem B^ werbungsfchretben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen mkfsen zur Ver- Meldung von Verlusten auf der Rückfeite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen 1 Tücht., selbständ. arbeitende Hnlin für Buchhaltung «.Korrespondenz von grötz. handwerklichem Betrieb gesucht. Schriftl. Angeb. unter 2586 D an denGzeßenerAn- zeiger erbeten. Für sofort oder später zuverläss. llleiMiäicheii mit Kochkenntn. oder tüchtige Aufwartung bei gutem Lohn gesucht. ' 2584V Frau Prof. M.Hirt,ließen, Löberstraße 23. Zur Aushilfe für halbe Tage junge Frau oöerWen gesucht. 01916 Frankfurter Straße 25 HL Verkäufe 2 Eiche- Schlafzimmer 2 Eiche- Speisezimmer 2 Küchen ! zu verkauf. 01912 •frctnr. Schmidt, Möbelschreinerei Langsdorf Oberhessen. Aus jede gezogene Nummer sind drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen I, 11 und III Mrungsmiiiel wollen richtig verwertet werden. Don Ministerialdirigent Dr. Claußen, Deichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Das große Spezialhaus KÖHLER ist nicht nur Ihr Berater in allen Kleider-u.Punktfragen. KOHLER sorgt auch für die laufende Pflege Ihrer Zivil- und Uniform-Bekleidungsstücke : Aendern, Flicken, Modernisieren. Nur das Bringen und Abholen müssen Sie in der Kriegszeit selbst besorgen. Eigene Maßschneiderei für Anzüge und Uniformen in höchster Vollendung £48A Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert 1 BrUhl'sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 |Verschiedenes| Vogel t braun, schwarz, langerSchwanz) entflogen Bitte Nachr.nack Bismarckitr.38l Nachlässe vonz«, 20 v. 6. erhallen Sie bei wiederholten Aus. nahmen einer Ametg» j Vereine 50er 1888-1938 Donnerstagabd. b.Alterskamerad Hch.Dechert.E« Beachten Sie auch immer-? Kreuzplatz 9 und 10 Sammelruf 3153 w4a Drogen - Chemikalien Parfümerien Hygienische Artikel Photo - Photoarbeiten Projektion Schmalfilm-Kino Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GießenerAnzolger | Kaufgesuche | Hlein.Hund mögt. Dackel, zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 01914 an denGieß.Anzeig. Wir kaufen gebrauchte möfil.neuwertiße Nngt» zum Taxwert und erbitten Ihr Angebot DpelWn Ruf 2847/48. GebraochleK SGhreibmasc zu kaufen geh Schriftl. An unter 01919 den Gieß. $ ein- line jcbt geb. an Inz. Empfehlungen Klaviere werden 66OD fachgemäß gestimmt und repariert G. Ebert Klaviermacher Bleiehstraße 17 Fernruf 2403 Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stelltsich • Kr die Beschaffenheit Mittwoch, 29. Mai MD Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheflen) Nr. 125 Zweites Blatt l, UU9 HtUC IC II . . Mein Mann darf gang: 14.21 Uhr. Mond in Erdferne. Die mußten. - der Plastik und Malerei, der dekorativen Kunst - mnd Kleinkunst und umfaßt^, auch die Schätze der LL aus Calais Stadt LU machen. CHLORODON — Gloria-Palast, Seltersweg: es nicht wissen". Deutsche Kunstpflege in Feindesland. Hausmusik gehalten hat. Ehe-Musik! Wieviel Aehnliches haben die zwei Begriffe! Ist doch die eine wie die andere eine Vermittlung des geistigen Lebens zum sinnlichen. Und gilt nicht von einer guten Ehe dasselbe wie von einer guten Kantate? „Ma« fang das Lied zu hoch nicht an, daß man's zu Ende singen kann!" Obgleich auf diese Weise bei der Eroberung von Calais kein Blut geflossen war, wies Eduard III. später einen Teil der Einwohner aus der Stadt aus und siedelte an ihrer Stelle englische Bürger in Calais an. Er und seine Nachfolger bemühten Wehrkraft. Eine Armee weltanschaulicher Soldaten wird in den Wehrmannschaften für den Führer geschaffen! Eine weitere Vertiefung der nationalsozialistischen Erziehungsarbeit unseres Volkes wird durchgeführt! Eine Verstärkung der Wehrkraft der Nation wird erreicht! Dazu marschieren die Wehrmannfchaften unter der Führung der SA. Dazu stehen Wehrmann und SA.-Mann 'Seite an Seite, kameradschaftlich und geschlossen, treu und dienstfreudig, zu jedem Einsatz bereit. Ein weiteres Zeugnis für die eifrige Pflege, die die Deutschen während des Krieges den fremden Kunstwerken angedeihen ließen, war die Sammlung und katalogmäßige Aufnahme der belgischen Kunstwerke, die 1917 begonnen wurde. Diese Sammlung erstreckte sich auf die Denkmäler der weltlichen und kirchlichen Baukunst ebenso wie auf die Werke Sonnenaufgang: 5.11 Uhr, Sonnenuntergang: 21.34. — Mondaufgang: 2.25 Uhr, Mondunter- Großvater Hilst wieder mit. Der alte Vater Michel hat vor einigen Tagen einen Gang getan. Es war plötzlich über ihn ge- kommen. Mit feinen achtzig Jahren ist man sonst nicht mehr so plötzlich, aber es hat ihn nicht gehalten. Er bürstete sich fein schlohweißes Haar vor dem Spiegel zurecht und dann ging er zur Fabrik. Am Tor machten sie schon ziemliches Hallo um den alten Michel, der aber ließ sich nicht beirren, bis er im Büro stand und sich dort eine Weile aufhielt. Danach kam er stolzer durch das Tor, als er hineingegangen war. Und das hatte denn auch feit neu Grund. Gewiß, ein Feuerkopf war er alldieweil gewesen, der alte Michel. Die achtzig Jahre hatten ihn noch nicht zusammengehauen. Aber das war doch eine Sache, die ihm scheinbar erst die Erfüllung feines Lebens gegeben hatte. Denn fo strahlte er in den kommenden Tagen. Die ganze Geschichte aber schien ihm selbstverständlich und nicht des großen Getues Bet engftehenden Zähnen ist ein Zahnstocher aus Holz oder Federkiel ein wertvoller Helfer der Zahnbürste. Allgemein war von den Franzosen im Weltkrieg behauptet worden, die Deutschen hätten in St. Quentin die kostbaren Pastelle von La Tour, dem französischen Meister des 18. Jahrhunderts, gestohlen. Am 29. November 1918 aber mußte der „Radical" gestehen: „Die berühmten La Tours find in Maubeuge intakt wieder aufgefunden worden. „Und in demselben Sinne erklärte das Blatt weiterhin: „Eine große Anzahl gestohlener Kunstwerke sind in Brüssel gefunden worden: Die Kreuzaufrichtung von Rubens, Bildwerke von Car- peaux, Werke von Corot und Delacroix." Es liegt auf der Hand, daß der Ausdruck „gestohlen" in diesem Zusammenhang eine grobe Unwahrheit bedeutete, daß die Deutschen die Kunstwerke nach .Brüssel oder an andere Orte hinter der Front brachten, um sie zu schützen. Hätten sie die Absicht gehabt, sie zu „stehlen", so hätten sie wahrhaftig wäh- renb des Krieges genug Zeit und Gelegenheit ge« habt, sie nach Deutschland zu schaffen! Diefen Sachverhalt stellte denn auch die „Bataille" in einem Aufsatz vom 9. November 1918 ganz klar fest: „In St. Quentien fände» die Deutschen selbstverständlich die „La Tour." Während der ganzen Kriegs- zest hat uns eine gewijjs Prelle in Frankreich in Gießener Sonzeriverein. Der Gießener Konzertverein macht nochmals darauf aufmerksam, daß das Soliftenkonzert der Cellistin Ilse Bern atz und des Pianisten Georg Kuhlmann am morgigen Donnerstag stattfindet. Besonders sei noch darauf hingewiesen, daß das Programm neben Werken für Cello und Klavier auch Solostücke für Klavier wie die Sonate op. 81a „Lebewohl" von Beethoven und Werke von Smetana enthält. Notizen für den 30. Mai. Bibliotheken und Sammlungen. Ein großer Stab der tüchtigsten deutschen Kunsthistoriker, Museumsleiter, Architekten und Photographen widmete sich dieser wahren Kultur auf gäbe, der sich Belgien bis dahin entzogen hatte. C.K« Deutsche Arbeitsfront, NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20 Uhr in der Neuen Aula der Uni- uerfitäU Vortrag von Dr. Colin Roß über „Die Welt zwischen Atlantik und Pazifik, das neue Asien". und sie behielten dieses Faustpfand noch weit über die Beendigung des Hundertjährigen Krieges hinaus, bis zum Jahre 1558, wo Franz von Guife die Stadt wiedereroberte. C. K. Aus -er Stadt Gießen. Ehe-Musik. Wenn man gerade erst geheiratet hat, dann hängt einem der Himmel voller Geigen, jeder Tag ist ein neues Lied, bis vielleicht doch der erste Mißton in jiie Harmonie der Seelen fällt — dann schweigen alle Flöten, und wer roeijV welche garstige Melodie einsetzen mag. Ein böses Wort gibt das andere, und zchon ist die schönste Katzenmusik beisammen. Wohl dem, der da von einer gütigen Fee die Zauberflöte mitbekommen hat: eine liebliche Weife Iaht er ertönen, und Haß felbst und bittere Feindschaft löst sich auf in lächelnden Tanz. Es braucht iber nicht gerade eine Flöte zu fein. Je nach Ge- chmack, Kunst und Geldbeutel wird man mit einem Jlügel, einer Laute, einer Violine oder, das kann sich der bescheidenste Virtuose leisten, einer Mundharmonika vorliednehmen; und in unserem Jahrhundert bleibt der schöne Ausweg des Sprechappa- -ates, eines der am leichtesten erlernbaren Instrumente aller Zeiten und Völker. „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an", Das Leben, auch in der Ehe und in der Familie, mag bringen, was es will: unsere Aufgabe muß fein, alles zu erfüllen mit der lebendigen Melodie unseres Wesens. Dann werden wir einmal mit Goethe sagen dürfen: „Spät erklingt, was früh erklang, Glück und Unglück wird Gesang!" Tageskalender für Mittwoch. von Deutschland besetzten Gebiete Belgiens und Nordfrankreichs sind zum großen Teil Stätten reicher Kunstfchätze. Für die deutschen Sieger ist es eine selbstverständliche Ehrenpflicht, diese Schätze nach Möglichkeit vor den zerstörenden Wirkungen des Krieges zu schützen und ihnen jede nur denkbare Pflege angedeihen zu lassen. Nach diesem Grundsatz hat Deutschland auch im Weltkrieg gehandelt und sich darin auch durch das Geschrei unserer Feinde über den deutschen „Vandalismus" niemals irremachen lassen. Wenn unsere Feinde heute wieder versuchen, die Deutschen als kulturlose Barbaren hinzustellen, gegen die sie die Zivilisation verteidigen müßten, so ist es lohnend, einmal daran zu erinnern, welche Vorwürfe in dieser Hinsicht im Weltkrieg gegen uns erhoben wurden, von denen keiner der gewisfenhasten Prüfung nachträglich standhielt, und wie sogar die Gegner die Haltlosigkeit ihrer Behauptungen später zugeben Der äußere Anlaß zum Ausbruch des Krieges war der Erbfolgestreit nach dem Aussterben der Kapetinger, nach dem Eduard III. von England und Philipp von Valois als nächste Blutsverwandte Ansprüche auf die französische Krone erhoben. Obgleich ganz Frankreich sich für Philipp von Valois, den glänzendsten Vertreter der französischen Ritterschaft, erklärte, nahm Eduard III. im Jahre 1337 Titel und Wappen des Königs von Frankreich an und fiel zum erstenmal 1340, zum zweitenmal 1346 mit Heeresmacht m Frankreich ein. Der Einfall bezeichnet den eigentlichen Beginn der englischen Kontinentalpolitik. Am Anfang dieser Periode steht die Schlacht von Crecy, einer der Wendepunkte in der Kriegsgeschichte, indem hier zum erstenmal ein hauptsächlich aus Fußvolk bestehendes, einheitlich geordnetes und geführtes Heer über ein an Zahl weit überlegenes Ritterheer mit seiner individuellen, die Anschauungen der Feudalzeit spiegelnden Kampfesweise siegte. Als die Blüte der französischen Ritterschaft bei Crecy hingemäht lag, wandte Eduard III. id) gegen Calais. Am 3. September 1346 schloß er die Stadt zu Wasser und zu Lande ein und errichtete rings um sie eine zweite vollständige totaot aus Holz, die bequeme Quartiere für feine Truppen sowohl für den Winter wie für Öen toommer apparat, hingewiesen, der überdies schier unentbehrlich für den Tanz ist. Und in welcher jungen Ehe regt sich nicht kann und wann der Wunsch, sich den schmeichelnden Takten hinzugeben, dem Zauber der rhythmisch gelösten Töne? Ein Heim ohne Musik ist ein Haus ohne Seele. Kinder, die ohne Musik aufwachsen, verkümmern in einem der wesentlichsten Gefühlswerte. Ein witziger Musikus, bei dem es recht schlampig in der Wirtschaft zuging, sagte einmal, so lange er noch em reines A im Haufe habe, fei es nicht gefehlt. Und wenn das auch durchaus nicht in jedem Haushalt fo schlimm zu fein braucht, es hat in gewissem Smn seine Richtigkeit: „Denn der schönsten Gottesgaben eine ist die Mufika; der ist der Satan sehr feind, damit man viel Anfechtung und böse Gedanken vertreibt." Also sprach Martin Luther, der auf gute SA-Mann und Wehrmann Don SA -Obergruppenführer Beckerle. Oie „Bürger von Calais". Den äußerlich tragischsten, innerlich großartigsten Augenblick seiner Geschichte, der sich tief in das Bewußtsein der Menschen eingeprägt und in Kunst und Richtung vielfachen Niederschlag gefunden hat, den bekanntesten in der schönen Skulptur von Rodin, „Die Bürger von Calais", erlebte Calais Mitte des 14. Jahrhunderts, zu Beginn des „H u n d e r t j ä h r i g e n K r i e g e s" zwischen England und Frankreich. Durch seine Lage an der engsten Stelle des Aermelkanals ist die Bedeutung der Stadt und des Hafens für die Beziehungen zwischen beiden Ländern von vornherein gegeben Jahrhundertelang hatte Calais, das zum erstenmal 1180 in einer Urkunde Gerhards von Geldern, Grafen von Boulogne, erwähnt wird und das 1228 befestigt wurde, aus dieser Lage seinen Vorteil gezogen. Es war der wichtigste Hafen, durch den englische Kohle und englische Wolle auf dcis Festland kam, Mitglied der Hanfe und em stattlicher Ort, der in drei Stadtteile, die Kirchspiele St. Peter, Notre-Dame und St. Nikolai, Zerfiel. Als aber Feindschaft die beiden Völker in einer Welle iahr- hunderterlanger Kämpfe zerriß, war Calais natürlicherweise der erste und wichtigste Kampspreis. Furchtbar muß die Verzweiflung der Bewohner von Calais gewesen sein, als sie von den Mauern und Türmen ihrer Stadt aus das ganze stolze Heer, dessen Ankunft sie mit solcher Freude begrüßt hatten, mit allen feinen flatternden Fahnen und Bannern wieder in der Ferne verschwinden sahen. Es blieb ihnen nun, nachdem alle Vorräte aufgezehrt waren, nicht anderes mehr übrig, als sich auf Gnade und Ungnade zu ergeben. König Eduard verlangte, daß sechs der vornehmsten Burger, Im bloßen Hemd, barfuß, den Strick um den Hals, zu ihm ins Lager herauskämen und ihm die Schlüssel der Stadt brächten. Diese sechs sollten dem Tode geweiht sein, dafür die übrigen Einwohner frei ausgehen. Der Gouverneur der Festung, Johann von Vienne, ließ die Bürger auf dem Marktplatz zufammen- kommen und gab ihnen hier die Bedingungen des englischen Königs bekannt. Nach dem ersten lahmenden Schrecken erhob sich Eustach von St. Pierre, der reichste und angesehenste Bürger der Stadt, und erbot sich als erster, in der verlangten Weise in das englische Laaer zu gehen. Seinem Beispiel folgte Johann d'Aire, darauf die beiden Prüder Jakob und Peter Wisant, und endlich ein fünfter und sechster Bürger. Eine große Volksmenge begleitete am 3. August 1347 die sechs Opfer bis an das Stadttor, die englischen Schranken wurden für sie geöffnet, und die sechs vor den König geführt. Eduard befahl ihre Hinrichtung und hätte diefen Vorsatz zweifellos ausgeführt, ibenn nicht die Königin, die erst vor kurzem über den Kanal gekommen war, ihm zu Füßen gefallen wäre und ihn um Gnade für die tapferen Männer gebeten hätte. So behielten sie ihr Leben. So oft ich in diesen Wochen und Monaten eine unserer Wehrmannschaften marschieren sehe, muß ich immer zurückdenken an die Kampszeit. Und ich glaube, daß es so jedem alten SA.-Mann geht. Wie diese Männer hier, so sind wir auch marschiert in Öen ersten Jahren unseres Bestehens, als wir noch keinen einheitlichen Dienstanzug hatten, und bann später roieöer während des SA.-Verbotes. Der eine mit langen Hosen und Halbschuhen, der andere im Arbeitsanzug und Langschäftern, der mit Mantel und Hut und jener mit Windjacke und Mütze, der eine kaum der Schule entwachsen, und der andere im reifen Mannesalter. Ein stolzes Bild unserer Gemeinschaft, indem man schon rein äußerlich auf den Beruf dieser Arbeiter, Bauern und Studenten, dieser Handwerker, Beamten und Angestellten schließen konnte! Ein aufrüttelnder Hinweis auf die machtvolle Idee, die einen solchen Zusammenschluß zustande brachte! Die Hoffnung, daß hier endlich einmal Kräfte frei gemacht waren, die gegen Zersetzung und Klasienhaß, gegen Uneinigkeit und Bürgergeist angesetzt werden konnten! Der Glaube an die deutsche Zukunft im Zeichen dieser Männer und im Zeichen der nationalsozialistischen Weltanschauung ihres Führers, Adolf Hitler! Eine Truppe besten deutschen Soldatentums entstand damals, eine Armee politischer Kämpfer, wie ie die Welt noch nie gesehen hatte. Aus dem Nichts heraus geschaffen, ohne finanzielle Mittel, einer Welt von Feinden zum Trotz. Treue, Glaube und Kameradschaft waren ihr Baustein, Blut, Schweiß ihr Märtel, Opfer und Tod ihre Bewährung. Und so mußte ihr Kampf zum Sieg führen, und ihr Weg zu jenem Marsch vom 30. Januar 1933 durch das Brandenburger Tor! Ihre Sturmfahne wurde zur deutschen Nationalflagge, das Lied eines ihrer Sturmführer singt heute das ganze deutsche Volk. Ihr Geist ist als SA.-Geist unsterblich geworden, ihr Kämpfertum bleibt verkörpert in der Gestalt des unbekannten SA.°Mannes; beides ist in die deutsche Geschichte ein gegangen. Nun soll eine stolze Tradition der SA., die in den Jahren seitdem genährt und gepflegt ijnd ausgebaut worden ist, auf einem anderen Gebiet erneut besagt Ä. T. A.Hoffrnann. Und felbst unter den verliebtesten, gebildetsten, ja sogar geschwätzigsten Eheleuten kann einmal die Sprache aufhören — aber, wenn da nicht die Musik anfängt, dann beginnt die Langeweile, der gefährlichste Feind jeder Gemeinschaft. Das Duett der Liebe verstummt, und, des j Musizierens ungeübt, werden Mann und Frau bald verlernen, das schwierigste Instrument der Welt, ! die Ehe, wohlgefällig zu spielen. Singen soll selbstverständlich nur, wem Gesang gegeben, sonst ist die Wirkung gegenteilig. Böse i Menschen haben keine Lieder, aber auch nicht I überall, wo man singt, wird man sich ruhig nieder- ! jeken. Drum prüfe, wer sich ewig bindet, auch hier, - --£-1-- Ein Mann, der nicht gründet werden. Wie damals unsere Bewegung, so steht heute das ganze deutsche Volk im Kampf. Im Kampf für seine Zukunft, im Kampf für den Nationalsozialismus, im Kampf für den Führer! Die SA. marschiert dabei mit in vorderster Front. Der größte Teil ihrer Führer und Männer ist zu den Fahnen geeilt und kämpft in der feldgrauen Uniform der Wehrmacht. Die übrigen aber haben die vormilitärische Wehrerziehung während des Krieges durchzuführen, eine Aufgabe, wie sie bedeutender und angesichts der Verhältnisse schwieriger kaum gedacht werden kann, bie aber der SA. auch wie auf den Leib geschrieben ist. Es kommt ja dabei nicht nur auf die Uebermittlung der technischen Kenntnisse an, die ihr in langjähriger Dienstzeit so ureigen geworden sind, sondern vor allem wert. Denn das war so ganz einfach gewesen für ihn. Es gehörte sich fo, wie er wohl meinte. Irgendwie hatte er gehört, daß die Fabrik für ihre Rüstungsaufträge auch Arbeit in kleinere Betriebe vergab. Das ging ihm nicht zweimal durch den Kopf. Da stand der Entschluß felsenfest. DaS war eine Chance für ihn. Da konnte auch er noch seine Pflicht tun an seiner Werkbank, die er sich seit seinem Ruhestand angeschafft hatte. Die Fabrik aber gab nach einigem Gerede dem alten Michel leichte Dreherarbeiten. Gestern hat Großvater seine ersten Arbeiten ab* geliefert. Es war wie ein Fest im Hause. Die blanken Metallteile hat er wie Kinder besehen. 2) amt fand er sie für gut. Seinem Enkel Fritz aber schrieb er ins Feld, daß er nun auch wieder gebraucht werde und daß er zu der Entscheidung mit Hand anlegen dürfe. Unter den Brief aber fetzte er feinen! Namen, als fei es ein Dokument. Tom. Das Ehrenbuch für Kinderreiche. Ueber die Beantragung des Ehrenbuches dey Deutschen Familie bestehen noch immer Unklar* heilen. Voraussetzung für bie Verleihung des Ehrenbuches ist die Mitgliedschaft im Reichsbunb Deutsche: Familie. Alle Mitglieder finö verpflichtet, das Ehrenbuch zu beantragen. Mitglieder, die das Ehrenbuch nicht beantragen, müssen aus dem Reichsbund der Kinderreichen ausscheiden, da angenommen werden muß, daß sie selbst Bedenken gegen ihre Ehrenbuchwürdigkeit haben. Die Ehrenbuchanträge sind beim zuständigen Abschnittswart unter Anlage von je zwei Lichtbildern der Eltern, der Abschriften der letzten Schulzeugnisse sämtlicher Kinder und der polizeilichen Führungszeugnisse der Eltern auf den Vordrucken des Reichsbundes der Kinderreichen einzureichen. Auskunft über Aufnahme irt den Reichsbund Deutsche Familie erteilt die Geschäftsstelle des Landesverbandes Hessen-Nassau des Reichsbundes Deutsche Familie, Frankfurt a. M., Goetheplatz 11. Alle singen mit ; Wo man singt, da laß Dich ruhig nieder, Böse Menschen haben keine Lieder. Am Montagabend horte man fröhliche Weisen! am Schwanenteich erklingen. Die Jugendgruppe des Deutschen Frauenwerkes veranstaltete einett ken Befestigungswerke, sondern begnügte sich damit, die Bewohner auszuhungern. Monatelang hielten sie tapfer stand, in der Hoffnung auf Entsatz. Nach zehn Monaten endlich näherte König Philipp sich der Stadt mit einem zweiten gro- zen Ritterheer von rund 80 000 Mann, aber in Erinnerung an die Schlacht von Cröcy und ange- ichts der sehr viel günstigeren strategischen Lage der Engländer wagte er es nicht, auch dieses Heer zu opfern, sondern versuchte, in Unterhandlungen mit Eduard einzutreten. Als aber der englische König auf keinerlei Anerbietungen einging, zog Philipp mit seinem Heer wieder ab. auf die Erziehung zur wehrgeistigen Festigkeit und zur nationalsozialistisch-soldatischen Haltung. Wer könnte für die Durchführung einer solchen Forderung der Landesverteidigung berufener, berechtigter und verpflichteter fein als die SA.? Berufen durch die Art ihrer Organisation und die Ergebnisse ihrer Ausbildungsarbeit, berechtigt auf Grund ihrer Tradition, verpflichtet durch die Gründung durch den Führer, der sie als die Armee seiner politischen Soldaten geschaffen hat. Und so kann es nur jemand, der das Wesen der SA. nicht kennt, in Erstaunen fetzen, daß ihre Ar- beit in kurzen Monaten schon so reiche Früchte trägt. Deshalb kann nur der überrascht fein von dem Erfolg, der heute schon erzielt wurde, der sie bisher nicht verstanden hat. Daher zweifelt nur jener an dem (Enöerfolg ihres Auftrages, der mit ihr noch nie in Berührung kam. Wir selbst aber sind froh und glücklich über unsere Wehrmannschaften. Wir find stolz darauf, daß sie zu uns gehöre«. Nicht nur rein äußerlich, sondern teilweise heute schon auch ihrem Geist und ihrer, Einstellung nach. Wie gut ist es doch, daß sie freiwillig gekommen sind, daß sie kein Zwang zu uns geführt hat. So stellen auch sie eine Auslese dar. So müssen auch sie sich durchringen zu den unaufhörlichen kleinen Opfern, die wir fo gut kennen und die Tag für Tag ständig erneut ein llcberroinben persönlicher Schwäche und eigener Wünsche erforderlich machen. Wie schwer fällt doch Ausbildungsdienst nach der vermehrten Tagesarbeit an den knappen Abendstunden, die die anderen zur wohlverdienten Ruhe und Erholung aus- nutzen! Wieviel bedeutet doch der Uebungs- marsch und der Geländedienst an den kurzen Sonntagen, den die Freunde und Bekannten ihrer Familie und ihren Vergnügungen widmen! In den eigenen Kleidern und Schuhen, ohne Vergütung für finanzielle Auslagen! Eine neue Möglichkeit zur Bewährung ist ge« kommen. Auch die Gestalt des freiwilligen Wehrmannes beginnt zu einem Begriff zu werden. Manchen hielten während der letzten Jahre falsche, aber nicht unedle Erwägungen davon ab, zu uns zu kommen. In Verkennung unserer Bestimmung .glaubte er, doch nie ganz zu uns gehören zu fön« nen, weil er die Gefahren und Opfer der Kampfzeit nicht mit uns geteilt hat. Nun aber stellt er sich zur Verfügung, weil er in diesem Kriege auch seinen Teil beitragen möchte zur Stärkung unserer allen Tönen vorgejammert, daß diese kostbarett Pastelle zerstört ober gestohlen seien. Nichts b a< von i st wahr. Die Werke finb in Maubeuae roieberaefunben worben, wohin bie Deutschen fto- übergeführt hatten. Das „Granb Journal du Bau* levarb Poissonisre" schrieb barüber, bie Absicht, bie Meisterwerke fortzuschleppen, wäre klar, bemt sie hätten ja schon eine Ausstellung zusamnienge* stellt. Nichts ist ungerechter als solches Urteil. Hatten ie bas gewollt, so hätten bie Deutschen die La! Tour ebenso gut tief in das Innere ihres Landes abbefördern können. Stattdessen haben sie einfl Ausstellung veranstaltet, um sie ihren Kunstfreund den zugänglich zu machen." Ebenso mußte am 11. Oktober 1918 das „Echo de Paris" feftftellen, daß die Hauptwerke der Museen von Dalenciennes, Lille und Cambrai wieder aufgefunden feien, und der „Petit Parifien" vom 5. Dezember 1918 erklärte, daß alle Museen in Brüssel intakt und unbeschädigt seien. Der Konservator des Museums von Dalenciennes gab am 20. Dezember im „Journal de Döbats" einen Bericht über das Schickfckt der dortigen Kunstwerke, in dem er offen anerkannte, daß die Deutschen die Kunstwerke pfleglich gehütet, sie nach Möglichkeit in Sicherheit gebracht und sich nie an ihnen vergriffen hätten. Daß wertvolle Kunstwerke vorübergehend aus einem gefähr* beten Bereich entfernt unb in einem anderen un* tergebradjt werden mußten, verstand sich von selbst, die Franzosen haben diese Schutzmaßregel soweit möglich in ihrem Frontbereich auch getroffen, bas nannten sie bann „bie Kunstwerke retten" — mit Recht. Das Gleiche auf Seiten ber Deutschen würbe aber währenb bes ganzen Krieges unverfroren als Diebstahl bezeichnet! Der „Pays" vom 5. Dezember 1918 schätzte ben Wert ber zurückgegebenen Kunstwerke auf 2 Milliarden. Für 2 Milliarden Kunstwerke in Belgien und Nordfrankreich also haben die Deutschen nicht zerstört oder geraubt sondern geschützt. 1 ob er den rechten findet. „Ein Mann, der nicht Musik hat in ihm selbst", sagt Shakespeare, „den nicht die Eintracht süßer Töne rührt, taugt zum Verrat, zu Räuberei und Tücken — trau keinem solchen!" Das mag ein wenig übertrieben fein, aber 1 jedenfalls ist es leicht, dem geringsten Verdacht in j , dieser Hinsicht vorzpbeugen. Und nie soll der Mann ? vergessen, daß die Musik der „Schlüssel zum weib- ! Ilchen Herzen" ist. Wenn dann wirklich die Frau, ! Wie es Vorkommen soll, durchaus die erste Geige ! Spielen will, dann tut ein vernünftiger Ehegatte ' immer noch am besten daran, sie auf dem Klavier ^u begleiten. ! Wie oft hört man zur Entschuldigung sagen: „Wir ! -sind nicht musikalisch." Und in wie wenigen Fällen , ist es wirklich wahr. Denn immer wieder wird das Unvermögen, selbst leidliche Musik zu machen, mit Unmusikalität verwechselt. Keinem Menschen fiele es ' ein, zu sagen, er fei unpoetifd), weil er keine Ge- ! dichte schreiben, ober gar, er gebe nichts auf ein qutes Essen weil er nicht kochen kann. Noch einmal : sei hier au bas Hilfsmittel ber Neuzeit, ben Musik- 'MÄ ÖÄ Äjf’Ä * deinem «MfaU. aug°°äne. war. Rücksicht auf die einschlägige Vorstrafe eine Gesang-1 Aus der engeren Heimat Kind aus dem fahrenden Zug gefallen. dem SJL-'fpoit 2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Die gestohlenen Autoresten. 6 Jahre Zuchthaus für den Haupttäter. Lpd. Frankfurt a. M., 28. Mai. In Frankfurt und feiner weiteren Umgebung wurden seinerzeit zahlreiche A utoreifendi eb stäh l e von einer Diebesgesellschaft begangen, die inzwischen ab- geurteilt worden ist. In gemieteten Autos fuhr man nach Pfungstadt, Bensheim, Darmstadt, Ludwigshafen, Hanau, Fulda, Mainz, Koblenz usw. und montierte nachts von in Nebenstraßen stehenden Autos die Ersatzreifen ab. Der Wert der erbeuteten Gegenstände ging in die Zehntausende. Die Mehrzahl der Reifen wurde von dem in Frankfurt ansässigen Josef Müller in Schwarzwaldorten abgesetzt. Müller hatte sich deswegen zweimal vor der Strafkammer in Frankfurt zu verantworten und wurde beide Male wegen gewerbsmäßiger Hehlerei verurteilt. Im ersten Fall erhielt er 3% Jahre, im zweiten Fall 2 Jahre Zuchthaus. , Gegen beide Urteile legte der Angeklagte Revision ein. Die Revision in dem Prozeß, der zur Der- urteilung von 2 Jahren Zuchthaus geführt hatte, wurde als unbegründet verworfen, dagegen berichtigte das Reichsgericht den Schuldspruch des anderen Urteils dahin, daß Müller nicht wegen Hehlerei in 19 Fällen, sondern wegen Diebstahls in 30 Fällen zu verurteilen sei. Das Urteil wurde im Strafausspruch aufgehoben und die Sache zu erneuter Straffestsetzung an die Strafkammer Frankfurt zurückverwiesen. Diese erkannte nunmehr unter Einbeziehung der Strafe von 2 Jahren Zuchthaus auf eine Gesamtstrafe von 6 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Der W. M. aus Bad-Nauheim war beschuldigt, im Januar in Bad-Nauheim an einem anderen Manne unzüchtige Handlungen vorgenommen und Keine Spur von Hauck Roman von Lharlotte Kaufmann. bad) gebürtig. Wir beglückwünschen den alten Herrn herzlich zum 75. Geburtstag. ** Vom Umbau am Selterstor. Mit vielen Arbeitskräften wird gegenwärtig an der Urn- qestaltung des Selterstores gearbeitet. Die zweite Straßeninsel ist nunmehr fertiggestellt und mit Vlatten belegt. Die Arbeiten an den Fahrbahnen sind im Gange. Das Straßenstück des Horst-Wessel- Walls zwischen Selterstor und Bahnhofstraße wird jetzt geebnet und neu gepflastert. Auf der rechten Straßenseite sind auf dem ganzen Abschnitt Lmden- bäume angepflanzt worden. Ein schöner alter Baum an der Ecke Horst-Wessel-Wall/Dahnhofstrahe wurde mit einem Sockel von Stein umgeben und wird so erhalten. Mit der Abhebung des Mutterbodens! m den Gärten auf der rechten Seite des Horst-Wessel- Walls ist begonnen worden. Dort soll nach dem Bauplan der zweite Parkplatz entstehen. Straße und zukünftiger Parkplatz werden durch Strahen- zuführungen verbunden, im übrigen aber durch eine bereits gepflanzte Hecke getrennt sein. Das neue Bild das das Selterstor und die unmittehbar anliegenden Straßen in Zukunft bieten werden, zeichnet sich bereits in seinen Linien ab. (Strafkammer Gießen. Er sah, wie sich ihre Knie durch den dünnen Stoff des Sommerkleides bohrten. Ihre rechte Hand hielt das Steuer. Sie war braun gebrannt, und nun sah er, daß sie keine (Strümpfe trug. Ihre Füße steckten barfuß in Sandalen. „Dann wohnen Sie aber verdammt einsam", meinte er und sah hinüber zu den weißen Dünen von Stein, die wie eine breite Borte das Meer begleiten. „Sehr einsam." „Das mag wohl stimmen." Sie fuhr langsam und vorsichtig, aber Joachim bezweifelte, daß sie das Segelboot bis ans Land bringen würden. Es war ihm jedoch jetzt gleichgültig. Er hatte die Arme vor der Brust gekreuzt, weil er fror. „Praktisch, so ein Kahn mit Motor", lobte er bann, um etwas zu sagen. „Ja, ,Wassili' ist ein guter Freund", stimmte sie zu. „Heißt der Kahn ,Wassili'?" „Das tut er. Er ist ein so treuer, alter Diener. Der Motor heißt ,Barinja'. Die launische Herrin." Sie machte ein ernstes Gesicht, .während sie dies sagte, aber ihre Augen blitzten schalkhaft. In diesem Augenblick war sie sehr hübsch, aber Joachim sah das nicht. Langsam knatterte der Motor durch das Wasser. Wenn man über den Rand des Kahnes hinunterblickte, dann war das Meer schwarz und hatte Linien wie Marmor. Hob man aber den Blick, bann war alles ringsherum blau, tiefblau wie ber Sommerhimmel. Eine Möwe flog über ihnen. Sie schwebte auf unb nieber in weiten Bogen, ohne Flügelschlag. Allmählich kam bas Ufer näher. „Sie halten zu weit nach links", sagte Joachim unb blickte geradeaus. „Wenn wir nach Stein wollen, bann .. „Ich will nicht nach Stein", ermiberte bas Mäd- chen. „Wohin bann?" „Ich bente, wir halten bort auf bie Dünen zu. Da steht mein Haus. Sie können sich ba ein wenig aufwärmen unb warten, bis Ihr Anzug trocken ist." „Ich will Sie nicht belästigen unb Ihnen Arbeit machen ...", wehrte Joachim ab. „Ich gehe ebensogut in Stein an Lanb." Sie lächelte, „Und bann laufen Sie mit Ihren „Das geht schon", sagte sie, unb bann knatterte der Kahn „Wassili" langsam und vorsichtig in Richtung Stein zurück. „Warum haben Sie kein Motorboot aeschickfr"" fragte Joachim, während er frierend auf Der Bank saß. „Es sieht nicht so aus, als ob wir mssine Jacht bis an Lanb bringen würden. Der Kahn ist ziemlich klein." „In Stein gibt's keine Motorboote", erwiderte sie freundlich. „Da sind nur ein paar Fischerewer. Unb nach Teek wollte ich nicht mehr zurückfahren. Das hätte zu lange gedauert. Zudem ist der Zollkutter, der dort liegt, heute unterwegs. Und ob sonst ein Motorboot in Teek hinter der Mole liegt, bezweifle ich. Uebrigens heiße ich Sibylle Hauck/ Joachim verbeugte sich. „Seit", murmelte er. Er war sehr dankbar, baß sie gekommen war, um ihm zu helfen, unb er betrachtete sie. Sie schien nicht mehr so jung zu sein, wie zum Beispiel Jnge- borg Petersen, sicher schon sechsundzwanzig. Ihr Haar war dunkel unb glatt. Das Kleid, das sie trug, kurz und eng. Es sah aus, als wäre es beim Waschen eingegangen. Ob sie hübsch war, wußte er nicht. Ihre Stimme schien ihm höflich und ein wenig kühl. Aber ihre Augen waren schön. Gelbbraun. Sie sahen aus wie Bernstein. „Es ist furchtbar nett von Ihnen, daß Sie sich die Mühe gemacht haben, mich zu retten", sagte er. Sie antwortete: „Es kommt manchmal vor, daß Segelboote hier draußen umkippen. Die Herren können ja nicht rasch genug übers Meer rasen, unb manchmal wird das Wetter plötzlich schlecht. Sie sind nicht ber erste, den ich an Lanb gezogen habe." „Sie wohnen wohl in Stein?" „Noch ein wenig weiter draußen." „Noch wetter draußen? Da sind doch nur noch Dünen." „Und mein Haus", erwiderte sie. ,^5hr Haus?" ^3at in dem ich rvohns^ Reichssportlehrer Tegethoff gina sehr systematisch vor. Er gab an den bisherigen Abenden mündliche theoretische Einführungen in die verschiedenen Schwimmarten unb ließ jeweils in klaren Vorführungen bie Praxis folgen. Selbstverstänblich waren damit auch viele Hinweise-verbunden, wie sich bie Materie, vom Pädagogischen her, an bie ßemenben heranbringen läßt. Auch mancher wertvolle Hinweis für ben Wettkampfbetrieb würbe gegeben. Währenb ber Uebungsstunden bot sich im Volks- bab bas Bilb einer schönen Lehr- unb Lerngemeinschaft. In mancher Gemeinschaftsübung würben bie charakteristischen Schwimmbewegungen auf dem Lande durchaeführt. Dann wurde im Wasser geübt. Der erste Abend (am Montag) war insbesondere dem Brustschwimmen vorbehalten, ber zweite Abenb bem Kraulschwimmen. Der Kursus geht mit bem heutigen Mittwoch zu Enbe. Reichssportlehrer Tegethoff gab seiner Freube darüber LPD. Marburg, 28. Mai. Auf der Bahnfahrt nach Marburg hatte ein Einwohner aus Hvlzhausen sein sechs Jahre altes Söhnchen einen Augenblick allein im Abteil gelassen. Als er zuruck - kehrte, war das Kind verschwunden. Beim Absuchen der Strecke fand der Vater das Kind mit schweren Kopfverletzungen auf, die seine sofortige Ueber- führung in die Marbutger Klinik erforderlich machten. Der Junae hatte sich wahrscheinlich an ber Türe zu schaffen gemacht und war aus c: ... fahrenden Zug gefallen. nassen Hosen eine Stunde lang bis nach Teek, warten dort eine weitere halbe Stunde lang auf den nächsten Dampfer, sitzen dort siebzig Minuten in ber Kajüte, weil es an Deck zu kalt ist, unb bann gehen sie triefnaß burch die Stadt nach Hause." „Oh, ich glaube, daß ich inzwischen trocken würde. Durch bie Stabt würbe ich zum minbeften nicht mehr triefnaß gehen müssen." Auch er lächelte. „Außerdem ist in Stein ber Stranb sehr schlecht", fuhr sie fort, ohne seinen Einwurf zu beachten. „Alles grober Kies unb Steine. Wir könnten Ihr Boot ba nicht an Lanb ziehen, ohne baß es Schrammen bekäme. Bei mir drüben ist alles Sanb." „Das allerbings hat etwas für sich", gab Joachim zu. „Ich hätte nur Wert barauf gelegt, möglichst halb nach Hause zu kommen. Meine Angehörigen wissen nicht, wo ich so lange stecke." „Das ist eine Kleinigkeit", bemerkte Sibylle. „Ich werbe nach Stein fahren unb von dort aus telephonieren. Sie brauchen mir nur zu sagen wohin." „Telephonieren ist eine gute Idee, allerdings. An so etwas habe ich gar nicht gedacht." Joachim nickte bestätigend. Das Land war nun nahe gekommen. Man konnte schon das Dach eines Hauses erkennen, das mitten zwischen den Dünen zu stehen schien, kaum zweihundert Meter hinter dem Strand. „Wohnen Sie dort?" „Ja, ein wenig klein das Haus, nicht wahr?" Es, war eine Bauernkate, niedrig und mit Stroh gedeckt. Sie stand umgeben von spärlichem Strand- gras. Joachim betrachtete sie. Das Manövrieren mit dem angehängten Boot wurde schwierig, als sie in seichtes Wasser kamen. Langsam schnurrte der Motor „Barinja". Jetzt stand er still. „Ich denke, wir müssen nun ins Wasser", sagte Sibylle, und gleichzeitig zog sie ihre Sandalen aus, schürzte das Kleid unter dem Gürtel hoch, daß es ihr dis knapp zu den Knien ging, und schon stand sie zwischen ben eilig an ben Stranb taufenben Wellen. Joachim war ohnebies naß. Er sprang ihr nach, unb gemeinsam zogen sie bas gekenterte Segelboot, so gut es ging, auf ben Stranb. Da lag es nun wie ein an Lanb gespülter toter Fisch, unb kleine spielerische Wellen leckten daran. Abend. Oie Vertretung des Luftschutzwarts. Gegenüber Zweifeln, die hinsichtlich der Vertretung des Luftschutzwarts in der Oesfentlichkeit auf» getaucht find, stellt „Die Sirene" klar, daß nach einem Erlaß des Reichsluftfahrtministeriums der Luftschutzwart für die Zeit seiner Abwesenheit eine Person mit seiner Vertretung zu beauftragen hat. Der Vertreter des Luftschutzwarts soll nicht eine besonders für diesen Zweck ausgebildete Selbstschutzkraft sein, vielmehr ist aus den vorhandenen ausgebildeten Selbstschutzkräften eine geeignete Persönlichkeit als Vertreter oder Vertreterin zu bestimmen. Der Vertreter hat im Behinderungsfall des Luftschutzwartes für die Durchführung der diesem obliegenden Aufgaben zu sorgen. Zweckmäßigerweise wird dazu eine Selbstschutzkraft ausgewählt, bie im allgemeinen ständig im Hause ist. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf bem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Diehver- steigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 41,5 bis 45,5, Bullen 39,5 bis 49,5, Kühe 14 bis 46,5, Färsen 35 bis 44,5, Kälber 35 bis 63, Schafe, Hammel 48 Rpf. je Vs kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,10, bl (134,5 bis 149,5 kg) 1,10, b2 120 bis 134 kg) 1,10, c (90 bis 119,5 kg) 1,08, d (80 bis 89,5 kg) 1,02, e—f (60 bis 79,5 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,10, i (Altschneider) 1,10, g2 (andere Sauen) 1,02, h (Eber) 1,02 RM. Marktverlauf: Auftrieb gut, alles zu geteilt. ** Ein Fünfundsiebzigjähriger. Am kommenden Freitag, 31. Mai, kann unser Mitbürger Karl Heinrich Haas, Frankfurter Straße, seinen 75. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist der Begründer des Kalkwerkes Großen-Linden, das im Jahre 1898 den Betrieb aufnahm und von ihm bis 1917 geführt wurde. Der Jubilar ist aus Stein- Ausdruck, baß er in Gießen für diesen Lehrgang eine so stattliche Anzahl von Kursusteilnehmern an- getroffen habe. Dankbar mürbigte er bie rege Ar. beit bes Bezirksfachwartes im Schwimmen, Franz Sauer unb bas Wirken bes Gießener Schwimm. Vereins. Für bie Gießener Schwimmer unb ins. befonbere für ben Nachwuchs ist es ein Vorteil, baß gegenwärtig einige Magdeburger Schwimmer in Gießen weilen, regen Anteil an den Uebungsstun- ben nehmen unb ihr Können in ben Dienst ber schwimmerischen Ausbildung stellen. Handball im Bezirk Gießen. Zwischen den verantwortlichen Bezirkssachwarten ber Bezirke Gießen unb Friebberg schweben im Augenblick Verhanblungen über bie Austragung eines Freunbschaftsspieles zwischen ben beiberfei» Ligen Auswahleinheiten. Es handelt sich dabei um den Rückkampf, der fällig geworden ist. Das Vor- spiel konnten unsere Männer f. Z. hoch gewinnen. Die Lahnpokalspiele gehen weiter. Noch zwei Sonntage und bie Staffelsieger werben überall fest, stehen, wenn nicht Entscheidungsspiele notwenbig finb. Diesmal stoßen aufeinanber Tv. Lützellinben — Tv. Hörnsheim Tv. Grüninaen — Tv. Holzheim To. Garbenheim — Tv. Atzbach Tv. Münchholzhausen — Tv. Dutenhofen Mtv. Gießen — Tv. Launsdach Tv. Katzenfurt — Tv. Dornholzhausen Hörnsheim ist nicht stark genug, um bie äugen- blicklich in großer Fahrt befinblichen Platzbesitzer schagen zu können. Ein ehrenvolles Ergebnis ist aber schon ein Erfolg. — Mit 13:9 hat Grüningen bas Vorspiel verloren. Ein knappes Ergebnis, bas sich vielleicht noch reoibieren läßt. — Garbenheim wirb Atzbach ebensowenig zu Worte kommen lassen, wie im Vorspiel, bas mit 11:5 gewonnen würbe. Auch Dutenhofen weiß, worum es geht. Es hat seinen Vorspielsieg von 11:4, ber feiner Zett sehr überraschenb kam, zu oerteibigen. — Der Mtv. Gießen sollte an sich leichtes Spiel Haden, nachdem er erst am Sonntag wieder so gut gefallen konnte. Immerhin: Ein Spiel ist erst mit dem Schlußpfiff entschieden! — In Katzenfurt steigt das noch rückständige Spiel aus der Pflichtrunde um die Knegs- Meisterschaft. Kurze Sportnotizen. Zur Großdeutschen Alpenfahrt vom 28. bis 30. Juni mit Start unb Ziel in München werden nach den neueren Dispositionen 20 unserer besten Radsportler zugelassen. Der frühere Weltmeister Rütt erhielt zwei ehrenvolle Aufträge. Er wird vom 17. bis 23. Juni in Frankfurt a. M. einen Radsportlehrgang für die HI. und vom 25. Juni bis 4. Juli in München bas letzte Training unserer Mannschaft für den Rad- länbertampf Deutschland — Italien leiten. nisftrafe von neun Monaten. Der Angeklagte wurde zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Der W. K. aus Löcknitz war durch Urteil des Amtsgerichts Nidda vom 5. April 1940 wegen Bettelns und Landstreicherei zu einer Haftstrafe von sechs Wochen verurteilt und seine Unterbringung in einem Arbeitshaus angeordnet worden. Gegen das Urteil legte der Angeklagte Berufung ein, und zwar wegen der Unterbringung in einem Arbeitshaus. Der Anklagevertreter beantragte, die Berufung zu verwerfen. Der Angeklagte sei 32mal, darunter 25mal wegen Bettelns vorbestraft. Die Unterbringung in einem Arbeitshaus biete die einzige Möglichkeit, ben Angeklagten auf eine andere Bahn zu bringen. Die Berufung des Angeklagten wurde antragsgemäß verworfen. Der F. F. aus Bautzen war durch Urteil des Amtsgerichts Friedberg vom 23. April wegen Bettelns und Landstreicherei zu einer Haftstrafe von echs Wochen verurteilt, seine Unterbringung m einem Arbeitshaus ist ebenfalls angeordnet worden. Gegen das Urteil legte er Berufung ein, und zwar ebenfalls wegen der Unterbringung in einem Arbeitshaus. Der Anklagevertreter beantragte, bie Berufung zu verwerfen. Der Angeklagte fei wiederholt wegen Bettelns bestraft worden. Nur die Unterbringung in einem Arbeitshaus könne ben Angeklagten auf eine andere Bahn bringen. Das Urteil des Amtsgerichts Friedberg wurde insoweit aufgehoben, als darin die Unterbringung des Ange- I floaten in einem Arbeitshaus angeordnet war. Sibylle öffnete die Tür des niedrigen strohgedeck- ten Hauses. Sie klinkte nur auf, das Haus war nicht verschlossen. „Kommen Sie herein", sagte sie. . ,Lch mache Ihnen soviel Arbeit", entschuldigte sich Joachim von neuem, während er über die Schwelle trat. „Ich habe Zeit", sagte Sibylle. Ein kleiner Vorraum tat sich auf, von bem aus eine Treppe nach oben führte. Ein Kleiberstänber war an ber Wanb, unb vor einem schmalen Fenster ftanb ein Blumentopf. Mehr als zwei Menschen konnten hier nicht stehen. „Kommen Sie herein", sagte bas Mäbchen noch einmal unb öffnete bie einzige Tür, bie zu sehen war. Joachim kam in ein Zimmer, viereckig, niebrig, mit einem großen breiten Fenster. Das Sims hinter bem cremefarbigen Vorhang war voll von Blu- men unb Kakteen. Nebenan ging eine schmale Tür in bie Küche. Sie stand offen, uno man konnte einen kleinen Herd erkennen. Es war eine Vitrine im Zimmer, in der ein paar Vasen, ein Götzenbild aus Holz unb zwei balinesische Teufelsmasken zu sehen waren. Eine Couch, Regale mit Büchern und vor bem Tisch brei niedrige, mit Samt bezogene Hocker vervollständigten die Einrichtung. „Hier kann es einem wohl gefallen", lobte Joachim anerkennend und sah zu dem Fenster hinüber, durch das man einen weiten Blick ins Land hinein hatte über grüne Marschwiesen und Sieder. Da gewahrte er geradeaus noch eine Tür, die in den anschließenden Raum führte. Sie war einen Spalt weit geöffnet, wie die Küchentür, unb er konnte einen Raum erkennen, ber ein noch größeres Fenster haben mußte, benn es war sehr hell ba brüben. Er erkannte Silber unb Skizzen. Nun merkte er auch, baß es nach Farben roch. „Malen Sie?" fragte er unb roanbte sich um. „Ja", ermiberte sie, „ich habe Malen gelernt Unb nun werbe ich Ihnen etwas zum Anziehen bringen." Sie ging. Er hörte, wie sie braußen bie Treppe hinauflief, unb bann kam sie zurück mit einem weiten unb langen Morgenrock aus Flausch, ber so aussah, als gehörte er einem Manne, (Fortsetzung folgt} Singabenb. Um auch in ernster Zeit Ausgleich unb 1 Freude zu finden, wird dieses öffentliche Singen veranstaltet. Jedermann ist dazu herzlich willkommen. Es gilt nicht erst ein langweiliges Einstudieren und kunstvolles Singen, sondern an Ort und Stelle werden die Lieder geübt, und unsere schönen Volkslieder erklingen schon nach einigem ^lieben fröhlich in den Abend. Alles hat Freude am Lernen; das sah man so recht, denn, wenn erst auch zögernd mitgesungen wurde, gar bald war diese Scheu überwunden und voll Frohsinn sang jedes mit. Wir möchten nur wünschen, daß noch viel mehr Menschen sich diese köslliche Erholung unb ben frohen Genuß verschaffen, benn Freube gibt Arbeitskraft. Am fommenben Montag, 3. Ium, fmbet das Singen wieder statt, und zwar Ecke Leihgesterner Weg/Fichtestraße, in der Nähe ber Gummifabrik. Frauen unb Mäbel kommt alle unb singt mit! Gfs. Schlageterfeier und Verpflichtung. Die Kameradschaft „Admiral Scheer" im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund an unserer Universität vereinigte am gestrigen Dienstagabend ihre Angehörigen, einige Gäste und Alte Herren zu einer schlichten Feier. Kameradschaftsführer T r a n s ch e l hieß die Gäste und Kameraden willkommen und sprach kurz über den Sinn der Feierstunde. Ein Führer-Wort leitete über zu einer eindringlichen Erinnerung an den Weg des Kampfers für Deutschland, an Albert Leo Schlag et er , der gegen alle Schmach, die dem deutschen Volke nach dem Weltkrieg von England unb Frankreich angetan wurde, sich mit aller Kraft aufbäumte, in aller damaligen Hoffnungslosigkeit den Glauben an Deutschland in sich aufrechterhielt und so der kämpfenden Jugend ein Vorbild wurde. SeinTod in der Golzheimer Heide durch die Brutalität ber Franzosen sei eine Erinnerung und Verpflichtung für alle Deutschen, das Vaterland über alles zu stellen. 2m Anschluß an das Gedenken Albert Leo Schlageters wurde zur Verpflichtung einiger Kameraden geschritten. Nachdem die Gesetze des deutschen Studenten verlesen worden waren, die ein Bekenntnis zu Führer, Volk unb Vaterland darstellen, und nachdem die Derpflichtungsformel durch den Kameradschaftsführer gesprochen war, wurden die neuen Kameraden durch Handschlag verpflichtet und in die Kameradschaft „Admiral Scheer" ausgenommen. Die Feier schloß mit bem Gruß an den Führer. Kameradschaftliches Beisammensein beschloß den chens hielt. Die Zucht des Angora-Kamnche^, dessen Wolle von größtem Wert ist, soll nach Kräften gefördert werden. Ein Angora-Kaninchen kann bei fachgemäßer Haltung bis zu 400 Gramm Wolle im Jahre liefern. In ber Landesfachgruppe Hessen- Nassau finb über 5600 Kaninchenzüchter in annähernd 300 Vereinen zusammengeschlossen. Der Landesfachgruppenvorsitzende dankte vor allem dem Landesbauemsührer und der Landesbauernschaft Hessen-Nassau für die tatkräftige Förderung der Kleintierzucht. Im vergangenen Jahre konnten ungefähr 50 Lehr- unb Werbeschauen in den verschiedensten Teilen der Landesfachgruppe durchgeführt werden. Schlaftabletten in Kindeshänden. Lpd. Gelnhausen, 28. Mai. Dem hiesigen Jakob- Sprenger-Krankenhaus wurde das dreijährige Töchterchen der Familie Horn in Wächtersbach zugeführt. Das Kind hatte int elterlichen Hofe eine unverständlicherweise fortgeworfene Dosis Schlaftabletten gefunden und einige davon genommen. Bald darauf war es ohnmächtig zusammengebrochen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Mm. (Vorbericht.) Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine nahm bei ausreichender Beschickung einen regen Verlauf. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zu- geteilt: Kälber 25 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 51, Schafe 25 bis 44, Schweine 50 bis 56 RM. Aeichssportlehrer Tegethoff in Gießen. Lehrwarleausbilbung Im Volksbad. Der Gießener Schwimmverein hat in diesen Tagen ben Reichssportlehrer Tegethoff zu Gast. Aus biefem Grunbe fanben an brei Aben- ben biefer Woche Schwimmabenbe statt, bie einer sorgfältigen Ausbilbung, insbefonberc ber Schwimm- Lehrwarte unb Lehrwartinnen gewidmet waren. Eine erfreulich stattliche Anzahl von Schwimmern unb Schwimmerinnen nahm baran teil. Der Gießener Schwimmverein war stark vertreten, bie Wehrmacht hatte aus verschiebenen Formationen Schwimmlehrwarte entfanbt, bie Hitler-Jugenb, wie auch ber BDM. nahmen mit mehreren Angehörigen teil, bie Turnvereine hatten ebenfalls Mitglieder entfanbt, bie bann jeweils in ihrem Kreis bafür sorgen sollen, bas Schwimmen auf eine breitere Basis zu bringen. Landkreis Gießen. z S t e i n d a ch, 29. Mai. Am kommenden Freitag, 31. Mai, kann Frau Marie Krämer, geb. Haas, in körperlicher und geistiger Frische ihren 7 0. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen die Jubilarin herzlich. Tagung der heffen-nassauischen Kaninchenzüchter. LPD. Darmstadt, 28. Mai. An Stelle der in diesem Jahre aus Zweckmäßigkeitsgründen ausgefallenen großen Landestagung fand am Sonntag in Darmstadt eine Dienstbesprechuna der Landesfachgruppe der hessischen und hessen-nassauischen Kaninchenzüchter im Reichsverband der Deutschen Kleintierzüchter statt. Den Vorsitz führte iLandesfachgruppenleiter Georg Krauß (Darmstadt), der einen Lichtbildervortrag über Die Bedeutung, die Pflege und Haltung bes Angora-Kanin-