Gietzener Anzeiger Montag, 29. April MV 190. Jahrgang Nr. ZOO Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Fumilienblätter I HermatimBild DieScholle Monats-B ezugsvreis: Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhr des Bormitlags Grundpreise für 1 mm Höbe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 °/c> mehr Ermäßigte Grundvreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. L^tanschEü^AnzeM MDruck und Verlag: fliAttAtfilT-^lttlAtil Ai* (hhAVhA^Att Zchriftleltung und Geschäftsstelle: Postscheckll686Frankf./M. drühlscheUniversttätsdruckerel«.Lange V/vIlvlUl*^inJVlQvl JUI V/Vvl^vJj V H Sietzen.Zchulstratze7-9 Weiter schneller deutscher Vormarsch in Norwegen. Der Wehrmachtsbmcht vom Sonntag. Berlin. 28. April. (DJtB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die deutschen Truppen in Norwegen kämpften auch 4m 27. April mit großem Erfolg. An allen Punkten, an denen sich der Feind unserem Vorgehen entgegenstellte, wurde er von unseren Truppen geworfen. Sie setzten ihren schnellen Vormarsch fort, hierbei unterstützte die Luftwaffe die heeresverbände durch fortgesetztes unmittelbares Eingreifen in den Lrdkampf und durch Angriffe gegen die rückwärtigen Verbindungen und Bewegungen des Feindes. Unter den am 27. April eingebrachten Gefangenen befinden sich wiederum Engländer, darunter ein Oberst, der Kommandeur der Leicesters. Die Befriedungsaktion schreitet in ganz Norwegen ständig fort. Nach der Einnahme von V 0 tz. im Raume östlich von Bergen, warfen die Reste der dort versprengten norwegischen Abteilungen die Waffen fort und flüchteten in die Berge. 3m Raume von Stavanger hat sich die Gefangenenzahl auf 241 Offiziere und 2921 Wann erhöht. Wit der umfangreichen Waffen- und Walerialbeule in diesem Raum Sogne-Fjord durch vier Bomben getroffen und durch die anschließende Explosion seiner Wunition schwer beschädigt und kampfunfähig gemacht. Bei einem erfolglosen Angriff auf den Flugplatz Aalsborg gelang es. ein britisches Flugzeug abzu- schießen. Durch rege Stoß- und Spähtrupptätigkeit i m TB e ff e n brachten wir dem Feinde Verluste bei und nahmen ihm 32 Gefangene ab. Norwegische Waffenvorräte sichergestellt. B e r l i n, 28. April. (DNB.) lieber den Abschluß der deutschen Befriedungsaktion im Raume von Stavanger werden weitere Einzelheiten bekannt: Die norwegischen Truppen, die im wesentlichen der III. norwegischen Division angehörten, hatten teilweise starke Stellungen besetzt und waren tiefgegliedert und aufgestellt. Die deutschen Truppen gingen gegen sie planmäßig, und jede Umgehungsmöglichkeit ausnutzend, vor. So gelang die Beseitigung des feindlichen Widerstandes mit verhältnismäßig schwachen deutschen Truppen, obwohl es an einzelnen Stellen zu kurzen heftigen Kämpfen kam. Die eigenen Verluste waren gering. 241 Offiziere und 2921 Unteroffiziere und Mannschaften wurden gefangen und entwaffnet. Die Beutezahlen zeigen, daß hier Waffenoorräte für eine weitere Mobilisierung der norwegischen Wehrmacht in diesem Landestsil recht- zeittg sichergestllt wurden. So wurden z. B. 10 000 Gewehre, 22 Geschütze sowie 267 Maschinengewehre erbeutet. Die Zahlen der in deutsche Hände gefallenen Munitionsvorräte aller Art sind besonders groß. Unter den ortsfesten Batterien, die sofort von der Marineartillerie übernommen wurden, befanden sich 15-cm- und 21-cm-Geschütze sowie Haubitzen und Flakgeschütze. Bei Evjemoene wurde ein Feldlazarett mit der gesamten Ausstattung übernommen. Unter den englischen Gefangenen, die am 27. April in Norwegen eingebracht wurden, sind hauptsächlich Angehörige der ßeicefters und Foresters vertreten. Der ebenfalls in deutsche Gefangenschaft geratene Kommandeur der Leicesters ist Colonel German. Bomben aus zwei britische Kreuzer und vier Transporter. sielen u.a. allein 22 Geschütze und 267 Wischinen- gervehre in unsere Hand. Außerdem wurden hier ortsfeste Batterien durch die Kriegsmarine übernommen. Die Briten fetzten die Beschießung von Narvik in der Nacht vom 26.4. auf den 27.4. fort. Die Luftwaffe bekämpfte britische Landungs- kruppen bei harstad und Andalsnes trotz hefüger Flakabwehr erfolgreich. Vor Narvik wurde ein britischer Kreuzer mit einer Bombe schwersten Kalibers mittschiffs getroffen. Vor Andalsnes erhielt ein britischer Flakkreuzer mehrere Treffer verschiedener Kaliber und wurde außer Gefecht gesetzt. 3m Kolde-Fjord wurden drei britische Transporldampfer mit einer Gesamttonnage von 12 000 Tonnen versenkt, weitere vier mit einer Gesamttonnage von 23 000 Tonnen schwer getroffen. Ein britisches Flugzeug wurde über der Nordsee abgeschossen, zwei feindliche Flugzeuge am Boden zerstört. Lin eigenes Flugzeug wird vermißt. 3m W e st e n keine besonderen Ereignisse. Der Wehrmachlsberichl vom Samstag. Berlin, 27. April. (DNB.) Aus militärischen Gründen hat das Oberkommando der Wehrmacht bis heute keinerlei Nachrichten über den Fusain- menst0ß deutscher Truppen in Norwegen vom 22. 4. an mit englischen Landungsabteilungen gebracht. Diese Zurückhaltung ist jetzt nicht mehr erforderlich. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt daher bekannt: Als es am 22. und 23. 4. unseren Truppen gelang, in Lillehammer und in Treffen überraschend einzubrechen, stießen sie zum erstenmal aus englische, von Andalsnes vorgeworfene Kräfte und zersprengten sie. Völlig überrascht flüchtete der Feind unter hinterlassen von Waffen und Gerät in Richtung Dornhans. Fast 200 Gefangene, darunter ein englischer Truppen- stab und Kommandeur, fielen in deutsche Hand, mit ihm eine große Anzahl politisch und militärisch Höchst bedeutungsvoller Operations- befehle und Dokumente. Weitere englische Gefangene wurden dort am 25. April eingebracht. Eine andere englische Landungsabteilung wurde bei Sleinkjer nördlich Drontheim angegriffen und nach kurzem Kampf geworfen, hier gelang es, zwei englische Offiziere und 80 Wann gefangen zu nehmen. Sie gehörten dem Royal Rgl. Kings Own Yorkshire Light 3nf. - Reg. und dem 4. Lincolnshire Reg. an. Die Anwesenheit deutscher Truppen in Norwegen war ihnen von der Führung oer- schwiegen worden. An beiden Stellen zeigte sich bald nach der Kampfberührung die U e b e r l e g e n- heit der deutschen Wehrmacht. Den Engländern gelang es nicht, unseren Vormarsch aufzuhalfen. Die überlegene Kampfführung der deutschen Truppen ermöglichte es, die feindlichen Stellungen mit geringen eigenen Verlusten in kurzer Zeit zu nehmen. K ... .. 3m raschen Vordringen nach Norden durchschritten am 26. 4. starke deutsche Kräfte T y n s e t und Röros und sind damit nach einem Marsch von 350 Kilometer von Oslo aus nur mehr 100 Kilo- mefer von Drontheim entfernt. Ostwärts Bergen wurde Voß von unseren Truppen nach Kampf mi Norwegern genommen. Das Artilleriefeuer englischer Seestreilkrafte auf den Hafen und die Verteidigungsanlagen in der Umgebung von Narvik hielt auch am 26. 4 an. Ein norwegisches Bataillon wurde nördlich Narvik durch den Gegenangriff unserer Gebirgsjäger a u f - gerieben und dabei 144 Gefangene gemacht Die Luftwaffe setzte ihre Angriffe zur mittelbaren und unmittelbaren Unterstützung des Heeres im norwegischen Kampfraum mit großem Erso^ forf. Dabei wurde ein britischer Kreuzer im Oer Einsatz unserer Lustwaffe am Sonntag Berlin, 28.April. (DNB.) Ueber den Einsatz der Luftwaffe am Sonntag trafen soeben ersteEr - folgsmelbungen ein: 3m Seegebiet vor der mittleren norwegischen Westküste erhielten zwei britische Kreuzer Volltreffer mittleren Kalibers. Einer dieser Kreuzer wurde von einer Bombe auf dem Heck, der zweite auf dem Bug getroffen. Weiter wurde ein Transporter so schwer getroffen, daß er in Brand geriet und sich auf Strand sehen mußte. Die Besatzung ging in die Boote. Ein weiterer Transporter erhielt einen Volltreffer mittleren Kalibers auf dem Bug, ein dritter unmittelbar neben die Bordwand. Ein vierter Transporter, der an einem Kai lag, wurde ebenfalls von einer Bombe mittleren Kalibers getroffen. Eine infame Lüge Berlin, 28. April. (DNB.) 3n dem sogenannten norwegischen Heeresbericht stelll ein Norweger die Behauptung auf, daß die Deutschen bei ihren Landungsversuchen n 0 r w e g i s ch e Fischerboote mit Zivilbevölkerung als Schutz benutzten, und daß ein norwegischer Fischer bei dieser Kriegführung getötet wurde. Diese infame Lüge charakterisiert sich schon dadurch, daß sie zu einem Zeitpunkt in die Welt gesetzt wurde, zu dem nicht die Deutschen, sondern d i e Engländer Landungsversuche unternahmen. Die deutschen Landungen liegen nun schon d re i Wochen zurück. Sie haben die deutschen Kriegsschiffe im offenen Kampf erzwungen, wobei die im deutschen Wehrmachtsbericht gemeldeten Verluste zweier Kreuzer eingetreten sind. Die Engländer haben dagegen schon bei ihrem ersten Eintreffen vor Narvik blind in die dort liegenden Schiffe und die Häuser im Hafen h i n e i n geschossen. Viele Norweger sind dabei verwundet oder ums Leben gekommen. Englische Flieger haben die Zivilbevölkerung der Stadt Oslo bombardiert. Die britische Kriegsmarine ist bekannt dafür, Fischerboote mit Zivilbevölkerung im Dienst ihrer Kriegführung zu verwenden. Wie sie im Kriegsgebiet um England schon seit Ausbruch des Krieges Zivilleute gerade auch anderer Nationen immer wieder in Lebensgefahr bringt, so ist ihr ohne weiteres zuzutrauen, daß sie diese feige Methode auch bei ihren Landungsoersuchen in Norwegen angewandt hat. Was Deutschland betrifft, so ist an der Meldung des norwegischen Heeresberichtes kein wahres Wort. Widerstand ist Wahnsinn! Knut Hamsun gegen die Hetzpolitik der ehem. norwegischen Regierung. Oslo, 28. April. (DNB.) Der bekannte nor- weaische Dichter Knut Hamsun geißelt in einer Zuschrift an die Zeitung „Nationen" den ganzen Wahnsinn des von der ehemaligen Regierung befohlenen Widerstandes gegen die deutschen Truppen. — Hamsun schreibt: „Sie wußte, daß wir nichts hatten, womit wir einem Feind entgegentreten konnten, aber sie gab Befehl zur Mobilisation und floh. Und nun verblutet norwegische Jugend für die „Regierung". — Allein in Kristiansand hätten die deutschen Truppen etwa 2000 Mann und 160 Offiziere sozusagen mit nackten Händen gefangennehmen können, zumal viele Norweger noch nicht einmal Gewehre gehabt hätten. Man müsse sich heute daran erinnern, daß es einst auch in Spanien eine sogenannte legale Regierung gab. Dann spricht sich Hamsun scharf gegen jede etwaige Wiederkehr der alten Regierung aus und schließt seine hier vielbeachtete Zuschrift mit den eindrucksvollen Worten: „Auf Bauernhöfen werden Väter und Söhne kommandiert, zu verbluten". Bei den Männern der Organisation Todt W k; * do Ä T & S/Vf X fAnffon hip Weftwallarbeiter. Don ihrem Leben und Arbeiten berichten diese beiden Wlbernbn92li?5toniti Links wachsen „Drachenzähne" heran. D.e Berschalung der Hacker, die als Tank- Bilder tm ^usschmii. ± acfüHt Rechts marschiert eine Arbeitergruppe der Organisation Todt sperren dienen, werden^mit B n ges11 t $ den Stahlhelm bereit, da mit feindlicher Beschießung nach hem _ PregEZentrale-M Parade der Dokumente. Dem Diplomatischen Korps und der Weltpresse sind eine Reihe von Dokumenten übergeben worden, die in ihrem scheinbar trockenen Telegrammstil überzeugend unter Beweis stellen: daß die Westmächte eine Landung auf der skandinavischen Halb- i nsel seit langen Monaten planten, um Deutschland in der Flanke zu packen. Die schwedische Regierung hat alle Zumutungen dieser Art abgewiesen; die norwegische Regierung ist dagegen zum Komplizen der plutokratischen Strategie geworden. Den eindrucksvollen allgemeinpolitischen Hintergrund dieser Pläne zeichnete Reichsaußenminister von Ribbentrop in wenigen kräftigen Strichen. Seit Monaten wurden in der deutschen Presse immer wieder Nachrichten verzeichnet, nach denen Engländer oder Franzosen in verantwortlicher politischer Stellung das Neutralitätsprinzip überhaupt bagatellisierten, für sich das Recht zu „technischen Neutralitätsverletzungen" forderten und alles taten, um neue Kriegsschauplätze — fern von den eigenen Grenzen und Küsten — zu finden. Nun versteht aber die Welt die Bedeutung dieser mehr allgemein gefaßten Formulierungen erst eigentlich, nachdem ihr die Dokumente einer seit langer Frist getriebenen Militär-, Wirtschafts- und Verkehrsspionage schwarz und weiß vorgelegt worden sind. Die englischen Konsuln in Norwegen waren selbstverständlich nicht beauftragt, einen Kriminalroman zu schreiben und Spannungseffekte zu erzeugen. Sie waren vielmehr angehalten, eine Vielzahl bestimmter, sehr in die Einzelheiten gehender Fragen klar und nüchtern zu beantworten. Aber man muß sich vergegenwärtigen, was hinter diesen Fragen der Londoner Admiralität und den Antworten der englischen Kapitän-Konsuln steckte. Denn die meisten Gewährsmänner der englischen Admiralität waren in Wahrheit Offiziere der englischen Kriegsmarine. Sie waren nur als Konsuln getarnt. In dem jetzt so viel genannten Narvik saß ein echter Berufskonsul. Er wurde abgesetzt und sollte durch einen britischen Seeoffizier ersetzt werden, dessen Eintreffen in Narvik am 8. oder 9. April erwartet wurde. Gleichzeitig wurde dem bisherigen Konsul erklärt, daß die Ernennung seines Nachfolgers keine Kritik bedeute. Aber die Admiralität habe eben Wert daraus gelegt, ihren Vertrauensmann in Narvik zu haben. Also: Norwegen war von einem engen Netz britischer Agenten überflutet, die sich für jede militärische Einzelheit, für die Leistungsfähigkeit der Häfen und Eisenbahnen, für die Benutzbarkeit von Straßen und heimlichen Landeplätzen interessierte. Die norwegischen Behörden aber arbeiteten auf das engste mit ihnen und dem französischen Marine-Attachö in Oslo zusammen. Dieser berichtet ganz unverfroren: Die norwegischen Militärs, denen die Frage nach der besten Verbindung mit Schweden unter dem Vorwande von Militärtransporten nach Finnland gestellt wurde, haben von einer Ausschiffung in Bergen in aller Form abgeraten und Drontheim und Narvik für eine solche Operation als geeignet empfohlen. Die norwegischen Militärs schätzen die Stundengeschwindigkeit ihrer Eisenbahntransporte für den Fall von Operationen auf 20km... Längsten ist 50 Meilen von Drontheim entfernt, liegt an der direkten Eisenbahnroute nach Schweden, ist ein idealer Platz für geheime Landungen. Diese Zusammenarbeit zwischen den norwegischen Lokalbehörden mit den französisch-englischen Agenten ist kein Wunder, denn der bisherige norwegische Außenminister Koht erklärte nach dem Protokoll der norwegischen Ministerkonferenz am 2. März, daß sich Norwegen begnügen müßte zu protestieren. Es müsse sich aber so einstellen, daß es nicht auf falscher Seite in den Krieg hineinkomme. Diesen gewissenlosen norwegischen Regierungsmännern war von Churchill in einem intimen Gespräch mit norwegischen Journalisten der Rücken gestärkt worden; Churchill erflärte ihnen, daß die britische Flotte kommen werde, wenn die norwegischen Fjorde in Gefahr kämen. Und so tarnen denn nun auch die Briten. Freilich erst nach einem kleinen, aber wichtigen Zwischenspiel. Inzwischen war nämlich die deutsche Flotte ausgelaufen. Angesichts dieses Tatbestands sollten die britischen Truppentransporte nicht in Gefahr kommen und wurden wieder zurückgeschickt, während die englische Flotte die deutschen Kriegsschiffe stellen wollte. Das gelang nun wieder vorbei. Und um seinenNamen zu retten, mußte sich England doch unter mißlichsten Umstanden zur Ausschiffung entschließen. Es disponierte auch danach. In mehr als einem Befehl werden die englischen Truppen angewiesen, ihre Sammelplätze im „Krankenhaus" und im „Park hart südlich der Kathedrale" des Ausschiffungshafens zu nehmen. Das Rote Kreuz und das Gotteshaus sollten zur Tarnung dienen. Der lückenlose Beweis ist erbracht, daß Norwegen — im Gegensatz zu Schweden — Mitwisser und Mithelfer des englischen Anschlags auf feine eigene Selbständigkeit und Neutralität gewesen ist. England hat sich auf dieses norwegische „Schmiere stehen" verlassen und ist doch — dank der deutschen Blitzaktion — hineingefallen. Dr. Ho. Beamte helfen bei der Frühjahrsbestellung. Im Rahmen des freiwilligen Einsatzes der Partei in der Landwirtschaft ruft der Vertreter des Reichsbeamtenführers, Reichsamtsleiter Tiebel, die gesamte Beamtenschaft auf, dem Bauern bei der Frühjahrsbestellung in tatkräftiger Hilfsbereitschaft beizustehen. Die Beamten und Beamtinnen werden, so heißt es in dem Aufruf, diesen Einsatz zweifellos genau so vorbildlich leisten, wie sie sich im vergangenen Jahre um die Einbringung der Ernte verdient gemacht haben, wo rund 488 600 Tagewerke mit 5,5 Millionen Stunden freiwilliger Hilfe in allen Gauen Großdeutschlands ein Zeugnis von der Arbeitsfreudigkeit der Beamtenschaft gaben. Meldungen einsatzbereiter B« amten unb Beamtinnen sind an den Hoheitsträger der Partei oder die Dienststellen des Reichsbundes iir deutschen Beamten zu richten. Carl Bosch f. (Scherl-Bildarchiv-M.) Im Atter von 65 Jahren starb in Heidelberg Geheimrat Professor Dr. Carl Bosch. Er ist bekannt geworden durch die Erfindung der Stickstoff- und der Benzinsynthese. Lange Jahre stand er an der Spitze des Aufsichtsrates der IG. Farbenindustrie AG. Für seine großen praktischen und wissenschaftlichen Leistungen wurden Bosch zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen zuteil. So war er u. a. Präsident der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung, Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Wehrwirtschaftsführer und Mitglied des Generalrates der deutschen Wirtschaft. Richterliche Lertragshilfe auch für Lieferverträge. Durch eine Verordnung des Reichsjustizministers wird die richtreliche Vertragshilfe auch für die Abwicklung von Lieferverträgen eingeführt. Ist die Durchführung eines Liefervertrages, den ein im Gebiet des Großdeutschen Reiches ansässiger Vollkaufmann abgeschlossen hat, durch die Kriegsauswirkungen zeitweilig unmöglich geworden oder so stark erschwert, daß dem Lieferer oder Besteller die Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Vertrag nicht zugemutet werden kann, so kann jeder der beiden Vertragsteile die Vertragshilfe des Richters zur Abwicklung des Vertrages in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist, daß der Wert des Vertragsgegenstandes die Eintausendmarkgrenze übersteigt. Der Richter kann zur Herbeiführung eines Ausgleiches den Liefervertrag aufheben oder ändern, insbesondere die Fälligkeit der Lieferung, er kann auch Bestimmungen darüber treffen, inwieweit Entschädigungen zu zahlen sind, eine Anzahlung zurückzuzahlen ist oder in welcher Weise sonst «in angemessener Ausgleich stattfinden soll. Weiterverwendung im Volks- und Mittelschuldienst. Die älteren Lehrer und Lehrerinnen im Volks- und Mittelschuldienst und die R u h e - ftandslehrer werden gern bereit sein, Lücken, die durch die Einberufung jüngerer Kräfte im Schul- betrieb entstanden sind, auszufüllen. Der Reichserziehungsminister hat daher angeordnet, daß Lehrer des Dolksschuldienstes und des Mittelschuldienstes, die das 65. Lebensjahr vollendet haben und noch dienstfähig sind, bis auf weiteres nicht in den Ruhe st and versetzt werden. Sie sind möglichst in vollem Umfange weiterzubeschäftigen. Lehrer, die nach Vollendung des 65 Lebensjahres nur beschränkt dienstfähig, aber nicht dienstunfähig sind, sollen ebenfalls bis auf weiteres in ihrem bisherigen Beamtenverhältnis belassen werden. Wenn erforderlich, können sie in ihren Pflichtstunden insoweit entlastet werden, daß sie noch mindestens zwölf Wochen st u n - den erteilen. In ihrer Besoldung ändert sich dann nichts. Dienstfähige R u h est a n d s l e h r e r sind möglichst in vollem Umfange, und zwar als Beamte auf Widerruf, im öffentlichen Schul- „Jn einen schwierigen Krieg verwickelt." Sorgenvolle Betrachtungen der pariser preffe. Brüssel, 28. April. (Europapreß.) Die 9. Tagung des Obersten Kriegsrates hat am Samstag in London stattgefunden, um sich mit der sorgenvollen Lage im Norden zu befassen. Ministerpräsident Rey- naud und die übrigen französischen Teilnehmer an der Tagung sind bereits am Samstag um 20 Uhr im Flugzeug nach Paris zurückgekehrt. Der ,Lour" schreibt, es sei jetzt das erstemal seit Kriegsausbruch, daß der Oberste Rat in so kurzen Zeitabständen Sitzungen abhalte. Es gehe daraus hervor, daß die Entwicklung der Operationen in Norwegen dringende En tschei düngen notwendig mache. Das Oeuvre". sagt, die Ereignisse in Norwegen bewiesen, daß die Deutschen den Willen hätten, sich um jeden Preis zu behaupten, und daß sie im Norden von Oslo ihr Ausdehnungsmanöver wieder ausgenommen hätten. Ohne Zweifel hätten die Deutschen beträchtliche Verstärkungen erhalten. Der Militärkritiker des „Petit Parisien" spricht von „einem beträchtlichenVorteil" derDeut- schen gegenüber den Westmächten infolge ihrer besseren Vorbereitungen. Es handle sich nicht um eine Improvisation, sondern um die Verwirklichung eines neu berechneten Plans. Die Engländer und Norweger hätten eine Rückzugsbeweaung ausführen müssen. Unter diesen Umständen erscheine es nahezu sicher, daß das Manöver der Westmächte darin besteyen werde, im Norden von Tromsö rückwärts von Steinkjer eine Sperre zu errichten, nachdem der Feind Röros im Oesterdal habe erreichen können. Im westlichen Teil von Norwegen, zwischen Drontheim im Norden und dem Sogne- Fjord im Süden, hätten sich die Truppen der Westmächte vorsichtig zurückgezogen, um sich ihren Stützpunkten zu nähern, wo sie Verstärkungen finden würden. Die Westmächte seien in Norwegen in einen schwierigen Krieg verwickelt. Der „Jour" verweist auf die bedeutenden Bestände an modernen Kampfmitteln, mittlerer Artillerie und Flugzeuge, die den Deutschen in Norwegen zur Verfügung stünden, und mit denen sie einen Gewaltmarsch versuchen wollten, wie sie ihn in Polen schon durchgeführt hätten. Man müsse sich vor übertriebenem Pessimismus hüten, aber die Lage realistisch betrachten, wie dies die Engländer bereits getan hätten. Der Krieg in Norwegen werde lang und hart sein. Auch der Militärkritiker des „Journal", General Duval, schreibt, der rasche Vormarsch der Deutschen nach dem Norden beweise, daß die Deutschen über zahlreichere und mächtigere Kampfmittel verfügten als die Westmächte. Die Westmächte wären gerade eben gelandet und müßten sich in ihren Häfen erst einmal solide einrichten. Die Norweger aber, die in schweren Kämpfen stünden, ließen dringende Hilferufe laut werden. Auf diese Art würden allzuhäufig die eintreffenden Truppen in kleinen Abteilungen in den Kampf geworfen. Nichts sei aber gefährlicher für die Moral einer frischen Truppe, als auf diese Art allmählich mit anderen Truppen vermengt zu werden, die durch längere Kämpfe schon mehr oder weniger abgenutzt seien. dienst wieder zu verwenden. Ruh'estands- lehrer, deren Arbeitskraft erheblich gemindert ist, können nur als Angestellte beschäftigt werden. Oie BolSbüchereien im Kriege. Die deutschen Volksbüchereien haben im Kriege eine bedeutsame Aufgabe zu erfüllen. Sie sollen auch zu ihrem Teil aufklärend wirken und die innere Front zielbewußt stärken. Dazu ist eine zeitgerechte Erneuerung der Buchbestände der Volksbüchereien notwendig. Der Reichserziehungsminister unterstreicht in einem Erlaß diese Gesichtspunkte. Die Volksbüchereien haben heute, so erklärt er, die wichttge Aufgabe, neuerscheinenden Büchern, die über die Absichten unserer Gegner aufklaren, und die den Kriegsverlauf und die eigenen Kriegsmaßnahmen schildern, weite Verbreitung zu sichern. Sie müssen zudem in ausreichender Weise Schrifttum zurEntspannungundErholungfür Freizeit und Feierabend bereithalten, das infolge der Einschränkung mancher sonstiger Freizeitmöglichkeiten besonders, begehrt wird. Tatsächlich liegt, die Ausleihe der meisten Volksbüchereien erheblich über dem Durchschnitt der Vergleichsmonate des Vorjahres; vor allem ist die I u g e n d a u s l e i h e überall geradezu sprunghaft angesttegen. Der Mi- nister bittet, bei Sparmaßnahmen auf dem Gebiete des Volksbüchereiwesens diesem Gesichtspunkte Beachtung zu schenken. Arbeitsdienst und Ausgleichsdienst. NSG. Durch eine Vereinbarung des Reichsarbeitsführers mit dem Reichserziehungsminister haben sämtliche Abiturienten und Abiturientinnen mit Studiumsabsicht vor Beginn ihres Studiums den Reichsarbeitsdienst abzuleisten. Die Einberufungen in den Reichsarbeitsdienst erfolgten zum 1. April 1940. Für die arbeitsdienstv ollurttauglichen Abiturienten und Abiturientinnen wird, wie es bereits bis zum Sommersemester 1939 üblich war, ein Ausgleichsdienst durchgeführt. Es ergeht daher an sämtliche Abiturienten mit Studiumsabsicht, die arbeitsdienstvolluntauglich sind, der Aufruf, sich sofort bei der Reichsstudentenführung, Sozialpolitisches Amt, Abteilung Arbeits-, Wehr- und Ausgleichsdienst, Berlin W 35, Friedrich-Wilhelm- Straße 22, zur Einstellung in den studentischen Ausgleichsdienst zu melden unter Beifügung des Lebenslaufes, zwei Lichtbildern und eines beglaubigten Wehrpaßauszuges. Der Ausgleichsdienst der arbeitsuntauglichen Abiturientinnen wird wie bisher bei der NSV. im Rahmen des Hilfswerkes „Mutter und Kind" abgeleistet. Der Einsatz endet am 31. August. Meldungen zum Ausgleichsdienst der Abiturientinnen sind sofort zu richten an: Reichsstudentenführung, Sozialpolitisches Amt, Abteilung Betreuung und Förderung für Studentinnen, Berlin-Charlottenburg 2, Hardenbergstraße 34. Der Meldung sind beizufügen Freistellungsschein des Reichsarbeitsdienstes, Lebenslauf, Lichtbild, beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses und ehrenwörtliche Versicherung der arischen Abstammung. Kleine politische Nachrichten. Am Nationalfeiertag des deutschen Volkes, am 1. Mai, 11 Uhr findet wie alljährlich die Auszeichnung der im Leistungskampf der deutschen Betriebe von der Deutschen Arbeitsfront ermittelten Nationalsozialistischen Musterbetriebe statt. In diesem Jahr wird an Stelle des Führers der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, die Auszeichnung im Rahmen einer Tagung der Reichsarbeitskammer vornehmen, die unter Leitung des Reichsleiters Dr. Robert Ley bei Krupp in Essen stattfindet. * Der Führer hat dem ordentlichen Professor Geheimen Regierungsrat Dr. phil. Dr. agr. h. c. Franz Lehmann in Göttingen aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensiahres in Anerkennung seiner grundlegenden Arbeiten auf dem Gebiete der Tierphysiologie die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Eine Arbeitstagung der Landeshandwerks, meister und ihrer Geschäftsführer galt der einheitlichen Ausrichtung der Organisatton des Reichsstandes des deutschen Handwerks in den zum Teil neuartigen Aufgaben der Kriegswirtschaft. Das englische Außenministerium hat sich, entgegen der bisherigen Uebung entschlossen, für hie drei baltischen Staaten eigene englische Gesandte zu ernennen. Bisher war der Sitz des englischen Gesandten für die baltischen Staaten in Riga, während es in Kowno und Reval nur Geschäftsträger gab. * Ein Kommunique des japanischen Hauptquartiers teilt mit, daß die japanischen Stteitkräfte mit der Besetzung der Stadt Teschou einen großen Sieg errungen und die Offensive im Süden der Provinz Schansi abgeschlossen haben. Die 180 000 Mann starke chinesische Armee unter dem Befehl des Generals Wei Lihuang flüchtete nach allen Richtungen. Das ganze Tal des Flusses Aufbruch der Magnolien. Bon Franz Alfons Gayda. Noch stehen in der Kühle des nordischen Frühlings die Bäume schwarz im frischen Wind. Ein Flimmern — grünlich, rötlich, gelblich — ist über ihren Zweigen —, ja, sie brechen auf aus der Haft der Rinde in das Leben, in die Seligkeit der Lust, voll von blauem Himmel, voll von zaubrischem Werden, Bereiten, Erwarten, Verheißen. Die Sträucher erglänzen festlich grün, in jenem zärtlichem Grün, das nur einige wenige Wochen — lichte Jugend! — währt, das wir bann im ganzen Jahr nie wieder sehn. An Kinderfreude, an das Entzücken junger Mädchen, an alles Jung-Gute erinnert dies sinnbildliche Grün, das noch hoffen darf! Doch am Wasser strähnt der Wind das schon lange gelbe Haar der Weiden, wie schmale blonde Bräute stehn sie da, in Hingabe gewärtig der Erfüllung. Aber alles ist noch in der Frühe. Ernst, groß, schwer, dunkel herrschen die Bäume über das über- mütig-grünschäumende Element da unten zu ihren Füßen. Die Lust ist gläsern durchsichtig. Alle Dinge stehen mit scharfer Kontur, jedes für sich, im Raum. Ueberall ist Durchlaß, Distanz, Fremde, Kühle, Schweigen. Das Grün da unten ist schüchtern, es lacht inwendig sein Dasensglück, noch kommt die Sonne all der grünen Sehnsucht nur kühl zurückhaltend entgegen. Wann werden Blüten leuchten? Plötzlich weiße, kalte Lichter zwischen Baum und Strauch im abendlichen Dämmern dieses Apriltages. Auf schwarzen leeren Zweigen weiße Lichter. Große Lichttropfen. Zahllose Kerzen. Aber es ist ein seit- sames, nicht leuchtendes Licht, ein blasses Weiß, — ohne den grünen Grund und Hintergrund der Bätter an kahlen, schwarzen Zweigen wie am schmucklosen Altar im weiten Kirchenraum priesterliche Kerzen: so brechen die Magnolien auf, fremd unserem Lande, wie zauberhaft verwunschen aus blauem Himmelsüberfluß in die strenge Kühle des Nordens. Und doch auch wieder seltsam verwandt unserem Wesen: aus kargem Grunde, aus herbem Rahmen wird ihr Ueberschwang im Mai unser Herz ergreifen; wenn die Kelche aufgebrochen sind, wenn sie rot und violett die Freude entfalten, die auch in ihnen ist, und die sie nicht bewahren können, kommt der selige Tag. Noch ist nur Schwarz und Weiß da, noch stehen die hohen Kelche geschlossen, ordensritterlich, einsam und abseits all der drängenden grünen Fülle ringsum, stolz, vornehm, ge- schieden aus der wärmenden Gemeinschaft. Noch ist Raum zwischen allem, noch sind sie nicht zusammengekommen, die Farben, die Rhythmen, die Fülle in einem einzigen großen Herzensschlag der albernen Mutter Natur. Dann aber feiern auch die Spröden das Fest der Entbundenheit, bann steigen die Farben des Lebens, des pulsierenden Blutes in ihr verschlossen-weißes Antlitz — bann, wenn bie Kelche aufbrechen, wenn in ben geheimnisvollen Grund bes Kelches ber blaue Himmel lacht, bie golbnene Sonne glänzt: bann werben bie Magnolien erröten unb nicht mehr einsam sein, sie werben einstimmen in bie fröhliche Harmonie mit all bem braufenben grünen Uebermut ringsum. Llnendlichkeit der Traume. Bon Richard Gerlach Das Leben aeht vorbei, aber bie Träume bleiben. Jebe Nacht besuchen mich bie Dahingegangenen unb lächeln mir zu, wie sie es einst taten. Sie finb nicht stehen geblieben, sie sprechen, wie sie heute sprächen, jugenblich noch wie bamals, boch zugleich auch alterslos. Sie sprechen, was sie niemals gesprochen haben, so wie sie es heute empfimben hätten. Ich höre ihre Stimme aus Tausenben heraus, unb ich habe bie Gewißheit ihrer Gestalt, bie sich nun nicht mehr änbern kann. Sie haben bie Enge ihrer vorbestimmten Welt abgeschüttelt, unb ihr Blick sieht burch alle sirbische Daseinsangst hindurch. Ich las wieder in Eckermanns Gesprächen Goethes Bekenntnis: ,Lch habe in meinem Leben Zeiten gehabt, wo ich mit Tränen einschlief; aber in meinen Träumen kamen nun die lieblichsten Gestalten, mich zu trösten und zu beglücken, und ich stand am anderen Morgen wieder frisch und froh auf den Füßen." Den wohltättgen Träumen wollen wir den Zu- tritt in unsere Kammer nicht verwehren; denn sie sind es ja, die uns nach allen Anfechtungen und Beklemmungen unsere eigentliche Wirklichkeit zu- zückgeben, indem sie das längst vergessen Geglaubte foiksetzen. Freilich lassen sich auch die alten Quälgeister nicht abweisen und verscheuchen, von Zeit zu Zeit taucht ein bedrohlicher Schuhriegler der Kinderzeit wieder ebenso überlegen unb hohnredend auf, wie er vor dreißig Jahre mar. Plötzlich erinnern wir uns, daß dies Gespenst vor undenklichen Zeiten schon zur Hölle gefahren ist. Versuchen wir zu deuten, warum uns gerade in dieser Nacht einer zur Seite ging, den wir seit Jahren beinahe aus dem Bewußtsein verloren hatten, so können wir zwar die Erlebnisse des gestrigen Tages überdenken und vielleicht den winzigen Anlaß erfassen. Aber was wird durch solche Analyse der Oberfläche schon geklärt? Denn die Träume sind immer das Ergebnis eines ganzen Lebens. Sie lassen sich nicht von uns tren= nen und konnten von keinem anderen so geträumt werden. Wie aus der lichtlosen Tiefe des. Meeres seltsame Leuchtfische emporsteigen und eine Weile in ber Sonne bahintreiben, unerklärlich, warum es sie gerabe nach oben zog, so ist es auch mit unseren geheimsten Wunsch- unb Erinnerungsbildern. Was wir messen und erklären können, gilt nicht für sie. Im Unendlichen wohnen sie. Da ist uns keine geliebte Gestalt ganz entzogen. Sie warten nur auf ihre Stunde, uns zu besuchen, und dann drücken wir ihre Hand oder schließen sie in die Arme wie einst. Wenn es die Aufgabe der Metaphysik ist, die Wirklichkeit zu ergänzen, indem sie die durch Erfahrung begonnenen Verbindungen fortführt, so erweitert auch der Traum die erschaubare Welt. Er sieht, hört und fühlt, was nie geschehen ist. Wohl schwingt er sich aus dem Imaginären auf, doch seine Fittiche flögen nicht über die Sekunde hinaus, wenn das gelebte Leben ihm nicht die Kraft wunderbar einhauchte. „Junge Spatzen." Unser Stadttheater brachte mit der gestrigen Erstaufführung des Lustspiels ,Lunge Spatzen" von Erhard Siedel eine höchst vergnügliche Geschichte auf bie Bretter. Es gab von ber ersten bis zur letzten Szene herzlich zu lachen. Der Lustspieldichter bediente sich für sein Stück aber auch einer Reihe von Figuren, die an Bühnenwirksamkeit nichts zu wünschen übrig ließen und die außerdem in ein hübsches Verhältnis zueinander gebracht worden waren. Die alte und die junge Generation und außerdem zwei grundverschiedene Lebenskreise sind einander gegenubergestellt und haben manchen Strauß miteinander auszufechten Da sieht man zum Beispiel einen Grafen von ältestem Muster. Wan hört geradezu den Katt rasieln. Dor lauter p. K. 23 Kriegsberichter fielen im Kampf für Freiheit und Wahrheit. Die Mitteilung, daß in den bisherigen acht Kriegs- monaten 23 deutsche Kriegsberichter ihre Treue zu Führer und Reich und Volk mit bem Tode besiegelt hatnn, wird weithin im deutschen Vaterland einen lebendigen Widerhall finden. Denn inzwischen ist der „P K"- Bericht aus Zeitungen und Rundfunk jedem Leser unb Hörer eine vertraute Unterrichtung über bie Einzelheiten bes Kampfes ober bes täglichen Geschehens an unb hinter ber Front geworden, lieber bem gesprochenen unb geschriebenen Bericht ist nicht zu vergessen ber Bitt)-- unb« Filmbericht. Wenn in den Lichtspieltheatern in diesen Tagen solche Filme ober Wochenschauen abrollen, so weilt mancher Kameramann nicht mehr unter ben Lebenden. Der Begriff ber „Propagandakompanie" war eine unvermutete Ueberraschung für den großen Teil ber Leser, Runbfunkhorer unb Filmbesucher. Es ist schon gelegentlich mitgeteilt worden, daß in ben Propagandakompanien nicht Schreibtischmenschen versammelt sind. Die Propagandakom- panien stellen eine Sonberformation bar, die jeweils zu einzelnen Kampfhandlungen Wort- und Bildberichter abgibt, bie an dem Kampfe selbst erst einmal unmittelbar Anteil haben unb nach dem Kampf für die schnellste Uebermittlung des Kampferlebnisses sowohl an die Heimat wie an andere Teile der Front sorgen. Die intensivsten Leser, Hörer, Beurteiler, Kritiker der PK.-Berichte werden wohl die Soldaten selbst sein. Die Besatzungstruppen in Polen erhalten ein anschauliches Bild von ben Vorgängen am Westwall ober in Norwegen und umgekehrt. Wer für bie Front schreibt, muß aber wahrheitsgemäß unb wirklichkeits- e ch t schreiben. Die wahrhafte Schilberung ber Wirklichkeit darf dem Feind, der mithört und mitliest, keine Handhabe bieten. Aber der Soldat, der selbst ben Kampf kennt, will auch nicht das retouchierte Bild, sondern die tatsächliche Schilderung. Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich die Arbeit der Propagandakompanien. Es braucht nicht. langer Worte, um die Neubildung der Propagandakompanie darauf zurückzu- führen, daß die Kriegsberichterstattung im Weltkrieg weder die Front noch die Heimat voll befriedigt hat. Es sind oft winzige Nebensächlichkeiten, die viel ausmachen; und wer von der Etappe aus ben Krieg beschreibt, kann niemals ein richtiges Gefühl für diese „Nebensächlichkeiten" haben ... ganz zu schweigen von dem seelischen Erlebnis. Damit ist keine Verurteilung der Kriegsberichterstattung während des Weltkriegs in Bausch und Bogen ausgesprochen; niemand ahnte im August 1914 Dauer, Intensität unb nähere Umstände bes Krieges. In der Ueberraschung wurde also improvisiert unb — ba ein Problem bas andere jagte — blieb es schließlich bei ber Improvisation. Immerhin ist bezeichnend, daß damals vom Heer aus die Gründung ber Ufa, also der Filmbericht über den Krieg, angeregt würbe. Die deutschen Weltkriegsregierungen aber ließen bie Zügel schleifen und übersahen die Bedeutung der Berichterstattung in Wort, Schrift und Bild sowohl für bie Front wie für die Heimat. Das ist heute anders geworden und daraus ist die Einrichtung ber Propagandakompanien entstanden, die gerade eben wieder in Norwegen den Beweis erfolgreichen Einsatzes abgelegt haben. 6* Äin r Gießen Kilheln @enei am 1894 bi bem in ff iis-kd'l akabenu 1911 zu, beider Feld. 3' zürn Utr in versc -es Gro Nach: sehr de Jahre 1 manbcui hier wc koniman dem Lai wurde e Ulm na unter D schied-? nach ®l( reftrent und Ko seinem ' Jahre 1 ein Sch' für sein Heere ai Gener Krieg h in den und der darüber großer ' burtstao seiner g sere her schönen Volkse Ludwige fessor $ besonder im Gros - Gieß täts-AuI ziger Gr tersweg hofstraß L , Am l Jungmc 9.30 Uh Thinsho sei bereits ind en Händen der Japaner. Die chinesische Armee in Südschansi, die fünfzehn Divisionen gezählt habe, habe eine schwere Niederlage erlitten, sodaß sie voraussichtlich nicht wieder kampffähig gemacht werden kann. Die ungarische Regierung hat in Ergänzung des Beschlusses der Belgrader Donaukon- ferenz vom 17. 4. an die Donaustaaten eine Note gerichtet, in der sie Vorschläge unterbreitet, die geeignet sind für eine gemeinsame Kontrolle ber Donau st recke vom Eisernen Tor bei Boldowa bis Turn Severin für die Dauer des jetzigen Krieges. Der Reichsarbeitsminister weist darauf hin, daß im- Hinblick auf die Kriegsverhältnisse die Amtsbauer der derzeitigen Beisitzer der Arbeitsgerichtsbehörden bis auf weiteres verlängert ist. Schulden kann er kaum mehr javsen. Neben ihm steht seine adelsstolze unb ewig schockierte Gattin. Sie dichtet sogar! Der ebenfalls sehr vornehme Diener, Herr Thymian, bricht vor lauter Vornehmheit fast das Kreuz und nur die alte Dame des edlen Hauses fällt angenehm aus dem Rahmen. Diesem Kleeblatt steht ein anderes gegenüber. Vier junge Menschen sind es, bie durch Zufall und Laune in das gräfliche Schloß geraten unb neues Leben bringen. Es ist die hübsche Bibliothekarin, die mit Hilfe einer mutmaßlich sehr wertvollen Bibliothek ben heruntergekommenen Finanzen ber gräflichen Familie aufhelfen soll, ihr folgt bas Fabrikantentöchterlein Bibi, das sich als der sicherste Faktor in der Rechnung erweisen soll, weil hinter ihr bas Bankkonto ihres Vaters steht; dann noch ein unternehmungslustiger Berliner Agent, ber mit bem Munb- werk auch für einen Berliner ungewöhnlich gut zu Fuß ist unb mit seinem Optimismus den Laden schmeißt — und schließlich gehört noch ber jüngste Graf zum Kleeblatt, der besser in den Streifen der Jungen, als in ben seiner Verwandtschaft paßt. Zum Schluß geht alles gut aus, bie gräfliche Familie wirb von Onkel Tobias, Bibis Vater, saniert und endlich stehen vier glücklich Verlobte auf der Bühne. Nur die Rechnung von Onkel Tobi geht nicht ganz auf! Er hofft, der Schwiegervater des jungen Grafen zu werden; seine Tochter ist aber im Trubel ber Ereignisse an ben Berliner geraten ... Die Aufführung bes Lustspiels (Regie: Harry G r ü n e f e) geschah unter glücklicher Hand. Man hielt sich von Uebertreibungen fern, zu denen das Stück leicht hätte verführen können. Die locker eingefügten Gesangsszenen brachten eine hübsche Note in das Ganze. Der Musik hierzu (Henri I v e rsen) und ben geschickt gereimten Texten (Werner Bo h - land) mangelte es nicht an Originalität. Die musikalische Untermalung am Flügel hatten mit guter Einfühlung und reifer Technik Frau Elfriede Fischer unb Richarb Boeck übernommen. In ber Darstellung warfen sich die zahlreichen Beteiligten geschickt die Bälle zu und fanden sich zu einer schonen Gesamtleistung. In den Hauptrollen sah man Ingeborg Riehl, Eva Eckert, Marie Karden, Ruth Eiben, Siegfried Lowitz, Christoph Reuland, Walter Erler, Karl Volck unb Bernhard Schmitz. Die Zuschauer fühlten sich lebhaft angesprochen und ließen es am Beifall, selbst auf offener Szene, nicht fehlen. ILLNgyngb Der 1 folgende In di über N Einzug ter und tefhpera so unge auf ihre daß die nicht üb Der c haushal statten, bisher t einzustel brauä gende Interesse nen De, Mit 16. Fort Erni noch ein nicht he -,So - M, D schäft le »Dani lammen °en fan seinen; h 6r st' f n 9t0 feste Ar yekremp köpfe!" cN «ttftra te'iie IWntt "Sag« tiflentlid ^°m x ?QS ( SS °nnen herab h if.'.'uQbe blätter; 0et>, 'Aiü ?Qbei h '98 uni Aus der Stadt Gießen SJi.-^POTt Vereine im ASÄL. halten ZahresriiWau I läums dargebracht wurden. Ferner teilte er mit, | daß der Verein zur Metallspende 25 Kilogramm (Nachdruck verboten!) 16. Fortsetzung sicherlich ihm unweiteren Metall beitragen konnte. Der Obmann für Handball und Leichtathletik R. burtstag wird -der große Bekanntenkreis seiner gerne gedenken. Auch wir bringen sere herzlichen Glückwünsche für einen schönen Lebensabend dar. Vornotizen. Tageskalender für Montag. Mflüim schaffen, Lena? Nomon von Martina Sckartchelm Krau sch gab anschließend einen Bericht über die Tätigkeit in diesen beiden Abteilungen. Den Kassen« bericht erstattete der bewährte Rechner Georg Dreher, der dieses Amt schon seit 21 Jahren innehat. Die Rechnung wies einen Ueberschuß aus. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Der Voranschlag für das Jahr 1940 wurde in der vom Rechner vorgelegten Form bestätigt. Der Dereinsführer sagte dem Rechner für seine langjährige treue Kassenführung herzlichen Dank. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden die neuen Einheitssatzungen des NSRL. verlesen und angenommen. Eine Namensänderung sieht der Verein nicht vor. Vereinsführer Karl Müller wurde auch für die Zukunft als Vereinsführer vorgeschlagen. Die Versammlung fand mit einem kameradschaftlichen Beisammensein ihren Abschluß. DfB.-Reichsbahn Gießen. Der VfB.-Reichsbahn hatte seine Mitglieder im „Schipkapaß" zu seiner Generalversammlung eingeladen. Der Geschäftsführer des Vereins, Luh, hieß Mitglieder und Gäste willkommen. In seiner Ansprache wies er darauf hin, daß der Sportbetrieb innerhalb des Vereins trotz des Krieges weitergeführt werden konnte. Die meisten aktiven Fußballspieler und Leichtathleten tragen den feldgrauen Rock. Mit Beginn des Jahres 1940 zählte der Verein 1060 Mitglieder und dürfte damit die größte Volkstümliche Vorträge und Vorlesungen der Ludwigs-Universität: 20.15 Uhr Abendvorlesung Professor Vollrath über „Krieg und Frieden unter besonderer Berücksichtigung innerbritischer Zustände", im Großen Physikalischen Hörsaal, Stephanstraße 34. — Gießener Konzertverein: 20 Uhr in der Universitäts-Aula (Eingang nur Goethestraße) „Das Leipziger Gewandhaus-Quartett". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Stern von Rio". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die goldene Maske". DOM.-Untergau 116 Gießen. . Am Mittwoch, 1. Mai, treten sämtliche Gießener Jungmädelgruppen, außer den Neuaufnahmen, um 9.30 Uhr am Ludwigsplatz an. Heizung einstellen! Der Reichskohlenkommissar Paul Walter erläßt folgenden Aufruf: In diesem Jahre hat die warme Jahreszeit nahezu über Nacht mit sommerlichen Temperaturen ihren Einzug gehalten. Nach dem langen und harten Winter und den im Durchschnitt recht kühlen Frühlings teMperaturen sind die höheren Wärmegrade noch so ungewohnt und werden deshalb mit Mißtrauen auf ihre Beständigkeit zur Kenntnis genommen, so daß die hieraus sich ergebenden Folgerungen leider nicht überall gezogen werden. Der größte Teil der Hausbrandverbraucher, wie Haushaltungen, Behörden, Anstalten, Büros, (9aft= hätten, Theater, Vergnügungsstätten usw., sah sich bisher nicht veranlaßt, die Beheizung der Raume elnzustellen. Dabei ist der sparsame Ver- brauch unserer Brennstoffe ein brin» qendes Gebot. Die Heimat muß sich schon tm Znteresse der kämpfenden Truppe nach den gegebenen Verhältnissen jederzeit ausrichten. Jede Tonne rennen um die Mille Mialia einleitete, gestaltete sich zu einem großen Erfolg für die deutsche Automobilindustrie. Diesmal erfochten nicht unsere großen Rennungeheuer mit ihren starken Motoren den Sieg. In Brescia war es eine schnittige Sportwagen- Limousine in Stromlinienform mit dem Sportwagen- meister von Han st ein und dem Nachwuchsfahrer Walter Bäumer am Steuer. Mit über 14 Minuten Vorsprung gewann dieser Wagen das über 1485 Kilometer führende Rennen in 8:54:46 Stunden mit einem Stundenmittel von 163,723 Kilometer gegen den von Farina-Mabelli gefahrenen 2,5-Liter-Alfa- Romeo sowie Röse-Brudes (BMW.). Fußball-Ergebnisse der Bezirksklasse. Die Spiele der Fußball-Bezirksklasse Gießen am gestrigen Sonntag brachten folgende Ergebnisse: Naunheim — VfB. Gießen .... 5:1 1900 Gießen — Watzenborn-Steinberg 0:2 FV. Wetzlar — SV. Wetzlar . . , - 4:2 Oer „Klub" gewinnt Tschannner-Pokal. Dem 1. FC. Nürnberg gelang es also, sich als erste deutsche Vereinsmannschaft zum zweiten Male in die Siegerliste des großen Fußballwettbewerbes um den Tfchammerpokal einzutragen. An der gleichen Stelle, wo er 1935 die wertvolle Trophäe mit einem 2:0- Sieg über Schalke 04 errang, wurde am Sonntag vor 50 000 Zuschauern der SV. Waldhof mit dem gleichen Ergebnis geschlagen. Der „Klub" war die härtere und kampfkräftigere Mannschaft in diesem schönen und überaus schnellen Endspiel und hat den durch zwei Treffer von Eiberger in der zweiten Halbzeit herausgespielten Sieg verdient. Dem SV. Waldhof muß aber bestätigt werden, daß er höchst ehrenvoll unterlag. Großer Erfolg der deutschen Wagen in Brescia. Der erste Große Preis von Brescia, der einen neuen Abschnitt in Italiens großen Sportwagen- Amtsgericht Gießen. Gegen den A. Sch. in R. wurde wegen Sachbeschädigung verhandelt. Der Angeklagte war beschuldigt, am 20. September v. I. 8 bis 10 Apfelbäume eines anderen geschüttelt zu haben, wodurch ein Schaden von 40 bis 50 RM. entstand. Der Angeklagte bestritt, die ihm zur Last gelegte Tat. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Er begründete den Antrag damit, daß der Angeklagte nicht nur den Eigentümer, sondern auch die Volksgemeinschaft schwer geschädigt habe. Der Verteidiger beantragte Freisprechung mangels Beweises. Der Angeklagte wurde mangels ausreichenden Beweises frei gesprochen. Strafkammer Gießen. Der I. H. in B., zur Zeit in Untersuchungshaft, war beschuldigt, in den Jahren 1938 bis 1940 in B. und W. mit Personen unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen, oder sie zu deren Duldung verleitet zu haben. Der Sachverständige hält den Angeklagten für vermindert zurechnungsfähig. Dem Antrag des Anklaaevertreters entsprechend wurde er zu einer ©efamtgefäng- n i s ft r a f e von einem Jahr verurteilt und seine Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt angeordnet. Erni wird schnippisch. „Diese Menge müssen Sie noch eine Weile für sich behalten. Ich kann Ihnen nicht helfen — das ganze Haus ist-ausgewogen. „So — alles ausgewogen? Der Fremde »ogert. „NUn, vielleicht darf ich Ihnen einstweilen Gesellschaft leisten, Fräulein Erni?" „Dann Mülsen Sie mit in den Gemüsegarten kommen. Was Ihnen vielleicht ja auch nichts schaden kann, so ein Städter, wie Sie sind — >n dem feinen Jäckel!" ,Zch, Städter? Das werde ich Ihnen setgen. Er stellt das Köfferchen in das offene Fenster der großen Stube, zieht die Jacke aus. Braune feste Arme wie aus Bronze kommen aus den auf- gekrempelten Hemdärmeln zum Vorschein. „Nun, vorwärts — mitten hinein in die Kraut ^Erni ist mit der Begleitung nicht unzufrieden. Sie strahlt. Das ist einer, dieser Fluchtig denkt sie an Fred Schneider und schüttelt den K p. Und während sie mit ihm über die Straße geht, schwenkt sie unternehmungslustig ihren Korb „Sagen könnten Sie mir immerhin, wer Sie eigentlich sind!" u duft schlägt ihnen entgegen Blumenkohl und W fing stehen prall gerundet in den Zeilen. O aliedr qes Mohrenkraut wuchert. Dicke Salat köpfe fonnen sich. Von den gekreuzten Bohnenstangen herab hängen die langen Schoten. Alles selber gemacht", sagt Erm öraßartlg. Fabelhaft, bis auf die zerfressenen Blumenkohl- blätter ist alles tipp-topp! Sind wohl viel R P« gewesen, wie?" „ ÄÄn Äuf die schmale W-mt »ab™ÄÄ Augen über d°- braune Gchchl des Fremden. Blondes Haar und h . Nicht übel. Da kann Fred Schneider nicht mit. wie ji-Cig unb Nacht, die beiden! gen — hinüber aufs Schloß zu den Pleffens, die Sie ja auch zu kennen scheinen." Erni besinnt sich. „Eigentlich kornisch, daß Sie so genau über uns Bescheid wissen. Sie kennen wohl Lena sehr gut? Was wollen Sie eigentlich von ihr?" „Was ich von ihr will?" Jetzt sieht nun Erni in Augen, die voll Erwartung sind, voll brennender Sehnsucht. Wie ein Blitz fällt die Erkenntnis in sie. Sie will auffahren, aber sie fällt ernüchtert auf die Bank zurück. „Ach so", schluckt sie. Ihre Worte klingen sonderbar trocken. „Sie sind also — Sie sind Gottfried — Tante Lenas Bräutigam." „Ja, ich bin Gottfried Bonhoff." Er sieht auf die muntere Erni Gräfe hinab. Sie ist auf einmal gar nicht mehr munter. Er streckt ihr wie zu einer abermaligen Begrüßung die Hand entgegen, aber Erni sieht sie nicht. Kann dieser Gottfried in ihr lesen? Was weiß er davon, daß sich Erni den künftigen Mann Tante Lenas ganz anders vorgestellt hat? Im Alter zwischen Vater und Hermann, mit einem dicken, blonden Schnurrbart und einem sonnenverbrannten Strohhut auf dem Kopf? Keine Spur von dieser Jünglingsgestalt neben ihr! Der Mann an ihrer Seite ist ebenso wortlos wie sie. Lena, denkt er jetzt wohl — monatelang habe ich mich nach ihr gesehnt, und nun bin ich ihr auf einmal so nahe. Nur kurze Zeit währt es noch, dann sehe ich sie. Er hat die kleine Erni Gräfe neben sich ganz vergessen. „Sie ist eine wunderbare Frau , sagt er plötzlich wie zu einem fernen Zuhörer, „eine, um die man durchs ganze Land fahren könnte, um sie zu suchen. Ihre Briefe sind monatelang mein einziger Trost gewesen." Erni sieht Gottfried Bonhoff von der Seite an Wie lieb muß er Tante Lena haben! Sie seufzt leise Fred Schneider? Was und wer ist Fred Schneider? Ein Nichts, an das sie kaum denken wird. Was ist mit ihr — hat sie sich vielleicht verliebt? ™ • Ich sah Lena nur ein einziges Mal , hort Erm Gottfried neben sich sprechen, „als mein Bruder, mit dem sie damals verlobt war, verunglückte. Sie war sehr traurig, aber ihr Haar leuchtete, ich i habe das nie vergessen können. Ich habe Hena nie= ; mals lachen hören — aber ich weiß, daß sie es Generalmajor a. O. §ntz 65 Jahre alt. Am morgigen Dienstag, 30. April kann her in Gießen im Ruhestand lebende ©enera maior VuauS Wtth°lm Fritz feinen 65. Geburtstag begeh^n^' an?30Cräm'if|O1M6rlVtammt “U5 wo er E 30. April 1875 geboren wurde. Nach dem Be- fuch der Realschule in Butzbach und des Gymafiums 7 Gießen trat er in das Heer ein, in dem er nTn 1894 bis 1936, also 42 Jahre lang, als Offizier dem Vaterlande diente. Im Jahre 1894 wurde er nnPrl^t n-an\ buann ^rourbe er "ach Hanau L h imJ^re 1904 zum Oberleutnant befeuert wurde. Er wurde sodann zur Kriegs- akademie m Berlin kommandiert und im Jahre 1911 zum Hauptmann und Kompanie-Chef in Bitsch befördert. Bei Kriegsausbruch rückte er sofort ins Feld. Im Jahre 1917 erhielt er feine Beförderung 3iun Maior; fein Dienst führte ihn u.a. aus dem Felde m das besetzte Gebiet und durch die Heimat in verschiedene Stellungen der Eisenbahnabteilunq des Großen Generalstabs. Nach dem Kriege wurde er in die damalige Reichswehr des 100 000-Mann-Heeres übernommen. Im Jahre 1923 kam er als Oberstleutnant und Kommandeur des I. Batl. Jnf.-Regts. 15 nach Gießen Hier war er bis zum Herbst 1928 als Bataillons- kommandeur zugleich Standortältester und außerdem Landeskommandant in Hessen. Im Herbst 1928 . wurde er als Oberst und Kommandant der Festung Ulm nach Ulm versetzt, von wo er im Jahre 1930 unter Verleihung des Charakters als Generalmajor schied. Generalmajor Fritz übersiedelte bann wieder nach Gießen, wo er von 1930 bis 1936 als Fürsorgereferent in der damaligen Reichswehr in Gießen und Koblenz (Wehrersatzinspektton) tätig war. Bei seinem Ausscheiden aus dem Wehrmachtsdienst im Jahre 1936 erhielt er als besondere Auszeichnung ein Schreiben des Führers, in dem ihm der Dank für feine 42jährige ununterbrochene Dienstzeit im Heere ausgesprochen wurde. Generalmajor a. D. Fritz, ein in Frieden und Krieg hochverdienter Offizier, erfreut sich nicht nur in den Kreisen der alten Soldaten unserer Stadt und der ihm früher unterstellten Einheit, sondern darüber hinaus auch in weiten Bevölkerungskreisen großer Wertschätzung. An seinem morgigen 65. Ge- kann, so gut wie Sie, Fräulein Erni, so jung und so mitreißend." Erni errötet. Ihr Herz schlägt höher, weil er ihren Namen nennt, obschon er an Tante Leim denkt. „Ja", sagt sie aufrichtig, „wenn sie in eine Stube tritt, wird es gleich viel heller. Die Menschen werden auch sanfter, und alles ordnet sich wie von selbst, wenn sie da ist." v w „ „Mein Hof", erzählt nun Gottfried Bonhoff, „liegt weit ab von allen Menschen. Niemand ist da, mit dem ich richtig sprechen könnte. Niemand, der mein Haus pflegt. Man ist sehr allein in so einem Haus, dem die Frau fehlt. Lena wird der gute ©eist sein. Unter ihren Händen wird alles schön werden." Nun ist es eine Weile still zwischen ihnen. Nur die Hummeln hört man über die Beete ziehen, und aus den Mesen klingt schon das ebenmäßige Zirpen der Heimchen auf. „Fräulein Erni" sagt Gottfried schließlich, urtb seine Stimme klingt sehr warm. „Sie müssen die erste fein, die uns oben in Ostpreußen besucht." Erni nickt. Aber vor ihren Augen liegt ein Schleier. _ _ „Sehen Sie die helle Gestalt dort am Waldrand? Das ist Lena!" sagt sie dann schwerfälliger, als ihr sonst die Worte von den Lippen gehen. Sie zeigt nach dem Hutberg. . Da ist Gottfried Bonhoff schon über den Zaun gesprungen. Hat er Erni noch einmal angesehen? Hat er noch ein Wort zum Abschied gesagt? Nein, nichts! Erni nimmt den Korb über den Arm und geht ins Haus, ohne sich noch einmal nach dem Hutberg umzusehen. Einen Berg im Sturm nehmen, was macht das Gottfried Bonhoff aus? Das Helle Kleid schimmert näher, die Umrisse der Gestalt werden Aarer. Lena Oetteking geht ahnungslos den grünen $ er gram entlang. Hasel- und Brombeersttäucher verbergen sie zuweilen. Aber schließlich sieht auch sie den Mann, der ihr entgegenstürmt. Und bann stehen sie voreinander. Beide sind wortlos. Beide erfüllt ein Ahnen, daß nun etwas Neues in ihr Leben bringen will. Sie wissen nicht, ob es etwas Gutes, ob es etwas Schweres ist. (Fortsetzung folgt) Männerturnverein Gießen. Auch der Männerturnverein hielt am Samstag im Hotel Köhler seine Mitgliederversammlung ab. Dereinsführer Müller hieß die Kameraden willkommen. Er erstattete sodann einen umfassenden Geschäftsbericht. Er schilderte die Beteiligung und die siberaus erfreulichen Erfolge, die die Turner und Turnerinnen im vergangenen Jahre bei Öen verschiedenen Veranstaltungen erzielen konnten. Die Männerturner und Turnerinnen sicherten sich zahlreiche leichtathletische Kreismeifterschaften, schnitten beim Abendsportfest des NSRL. sehr gut ab und waren heim Gaualterstreffen mit bestem Erfolg vertreten. Der Bahnstaffeltag in Bad-Nauheim, das Weidig-Bergfest und das Reichsbundskreisfest in Grünberg wurde mit stattlichen Abordnungen besucht und allenthalben kehrten die Mtver siegreich heim. Besonders wurde der Erfolg der Basketballmannschaft erwähnt, die im Heuchelheimer Turnier hinter der Meistermannschaft von Kreuznach den zweiten Platz belegen konnte. Im weiteren Verlauf gedachte man des im vergangenen Jahre verstör- denen Mitglieds und Mitbegründers des Vereins, Adalbert Bindern a ld, zu dessen Gedenken man sich von den Plätzen erhob. Ausführlich berichtete Turnkamerad Müller über den Stand der Arbeiten auf dem Turn- und Spielplatz am Heegstrauchweg. Der Bericht schloß mit dem Appell an alle Mitarbeiter, sich auch weiterhin für die Sache der deutschen Leibesübungen einzusetzen. Herzlichen Dank sagte der Kreisfüyrer für die vielen Glückwünsche, die ihm aus Anlaß seines 50jährigen Tumerjudi- der jetzt im Hausbrand eingesparten Kohle entlastet den Verkehr und dient der Bevorratung für den kommenden Winter. Aus diesem Grunde rufe ich alle Hausbrandverbraucher auf, die Heizung sofort e i n g u ft e 11 e n. Immatrikulation an unserer Universität Zu Beginn des 3weiten Trimesters der Universität Gießen fand am Samstagmittag im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts in schlichter Form die Jmmattiknlation her Studenten und Studentinnen statt, hie sich neu zum Studium an unserer Universität eintragen ließen. Se. Magnifizenz her Rektor, Professor Dr. H. W. Kranz, hielt an die Studenten und Studentinnen eine kurze Ansprache. Er erinnerte an die nunmehr 333jährige Geschichte her Universität, die reich an Höhepunkten, aber auch an Niedergängen gewesen sei. Immer wieder habe sich dabei her germanische Mensch zu erheben versucht, immer aber sei ihm der große Erfolg versagt geblieben, weil her nordische Mensch, als der Einzelgänger, nicht in einer Volksgemeinschaft vereinigt werden konnte, wie sie uns erst feit der Machtübernahme durch den Führer beschieden worden sei. Der Führer habe damit einen unvorstellbaren Aufstieg eingeleitet. In seinen weiteren Darlegungen sprach der Rektor über die jüngste Entwicklung, über die Feindschaft, die der Aufstieg Deutschlands unter dem Führer in England auslöste und betonte, daß der gegenwärtige Krieg ein Krieg der härtesten Entscheidung, em Krieg um Sein oder Nichtsein sei. Unseren Feldgrauen sei in dieser Auseinandersetzung bereits Sieg um Sieg beschieden gewesen. Für diejenigen, die noch in der Heimat seien, bedeuteten der Einsatz und das Opfer unserer Soldaten die Verpflichtung zur äußersten Leistung. Wer noch zu Hause sei, müsse bereit sein, ein Vielfaches dessen zu leisten, was sonst im allgemeinen von einem Menschen erwartet werde. Das gelte in besonderem Maße auch für den deutschen Studenten. Der deutsche Student müsse gerade jetzt eine Haltung beweisen, die der aroßen Zeit entspreche. Mit herzlichen Worten nahm sodann der Rektor die jungen Studierenden in die Gemeinschaft unserer Alma mater Ludoviciana auf. Die Studenten und Studenttnnen verpflichteten sich ihm — nachdem die Eidesformel von Bürodirektor Keßler verlesen war — durch Handschlag. Mit der Aushändigung der Jmmatrikulationsur- kunden fand die Feier ihren Abschluß. Morgenveranstaltung für die Kriegsmarine. Die Heldentaten unserer Kriegsmarine hatten namentlich bei der Jugend lebhaftes Interesse für eine Morgenveranstaltung hervorgerufen, die am gestrigen Sonntag in Verbindung mit der Marinekameradschaft Gießen durchgeführt wurde. Mit der Jugend waren dazu auch zahlreiche Erwachsene erschienen, so daß der Gloria-Palast bis auf den letzten Platz besetzt war. Der Führer her Marine-Kameradschaft Gießen, Kamerad Heinrich Lich, verband mit seinen Begrüßungsmorten den Dank an die Partei und besonders an Kreisleiter Backhaus für die Unterstützung der Bestrebungen der Marine im Binnenlande. . M r Den Filmvorsichrungen ging eine Ansprache des Korvettenkapitäns Chorus voraus, der auf hie Bedeutung unserer Kriegsmarine hinwies. Er zeichnete ihre Aufgaben auf, wenn es gilt, unter vollstem Einsatz den Heeresteilen den Weg über weite Meeresstrecken zu bahnen. Er schilderte die Entwicklung der Kriegsmarine seit den Zeiten der Wikinger, über die Kurbrandenburgische Fregatte, die preußische Flotte und die Marine des Norddeutschen Bundes zu her Kriegsmarine, die 1916 der englischen Flotte den Nimbus der Unbesiegbarkeit nahm. Unser Führer Adolf Hiller habe auch der Kriegsmarine besondere Beachtung geschenkt, und nach diesem Kriege werde her deutschen Marine eine ungeahnte Zukunft bevorstehen. Der Redner schilderte dann die Eigenart und Schönheit des Dienstes auf dem Schift, der dem jungen Menschen die Möglichkeit biete, Fähigkeiten in die Tat umzusetzen und der daher eine vielseitige Ausbildung erfordere. Das Knegs- schiff sei das Vorbild, das eine auf Gedeih und Ver- t derb miteinander verbundene Gemeinschaft unter [ her Führung eines verantwortungsbewußten Kom- . Mandanten fei. Auf dem Schiffe fange her Kampf ; nicht erst dann an, wenn geschossen werde, denn die Naturgewallen seien unberechenbar. Hier müsse der Mann absolut seinen Platz ausfüllen. Durch diese Gemeinschaft aber werde die Seeaeltung errungen. Ein Volk, das wie unseres Weltgeltung habe, müsse auch Seegeltung besitzen. Darauf werde Deutschland nach diesem Kriege bedacht sein, und dazu brauche es eine starke und tapfere Jugend, die die See verstehe. In einer Wochenschau wurde dann der Jugend der Einsatz her Kriegsmarine vor Augen geführt. Mit Vorposten, U-Booten und Zerstörern über die stürmische See war der Vormarsch nach Skandinavien zu verfolgen. Dabei waren auch Aufnahmen von der Zusammenarbeit mit Fliegern und dem Heer zu sehen. Ein Tonftlm „Unter her Kriegsfl agge^ zeigte die Ausbildung auf unseren stählernen Riesen zur See. Der Tonfilm „Stander vor" vermittelte einen Einblick in den zahlreichen Bestand unserer Kriegsflotte, die exakte Manöver ausführte. Den Abschluß bildete ein Tonfilm vom Stapellauf des Schlachtschiffes „Tirpitz" und von der Auszeichnung des Admirals Dr. h. c. Raeder durch die Beförderung zum Großadmiral durch den Erbauer der neuen, starken deutschen Kriegsmarine, den Führer. Die Marine-HI. gab der Veranstaltung mit einem Schargefang und mit frohen Weisen auf dem „Schifferklavier" eine schöne Umrahmung. Nach dem üblichen Abschluß wurde das „Engelland-Lied" gesungen. Eine Hitze", sagt sie übertrieben laut, denn es I ist' ihr aus einmal sehr heiß geworden Der Fremde ist schon beim Bohnenpflucken, schnell geht es ihm von der Hand. Er häuft sie in den Henkelkorb. „Heiß", fagt er wegwersend „jetzt? Die Sonne ist doch schon tm Untergehen und Herbst haben wir auch. Heiß ist, wenn d,e Suft flimmert über dem Roggen,eid, über den Puppen, oder wenn man die Garben auf den Wagen gabelt. „Hui — sind Sie denn Bauer?' „Wofür hatten Sie mich denn gehalten? „Zuerst natürlich Student oder so — die sind auch immer Hans-Dampf in "lll" Gassen A^r wenn man Sie' genauer anguckt, dann sind tote natürlich zu alt dazu. „Ach so, Sie haben mich also richtig angegudt. Erni' hreht ihm den Rücken zu und pflückt Boh- nGr®ie alt sehe ich denn aus? Wohl wie vierzig? "Wollen Sie denn nicht gleich achtzig sagen? Erni setzt sich auf die Bank. »Jetzt geht mir em Licht auf. Sie sind natürlich ein Bekannter von Jutta? Warten Sie mal: bas ist doch das Fräulein von Plessen-Roda, die Braut Ihres Bruders! „Wollen Sie nicht gleich eine Familiengeschichte von uns schreiben? Sie werden mir ordentlich unheimlich. Wer sind Sie denn eigentlich-' Der Fremde lacht erst, dann wird er ernster. Er setzt sich neben Erni auf die Bank. „Fraulem Erni sagen Sie mir bitte, ist Lena Oetteking noch bei Ihnen?" Seine Stimme hat sich auf einmal ^emHieht ihn aufmerksam an. „Ach so, zu Tante Lena wollen Sie? Natürlich ist sie bei uns. Sind Sie einer aus dem Weserland? Ein Bekannter -in- schlechte Beobachterin Ein Bekann- ter? Würde ein Bekannter aufzucken, wenn er härt dak Lena hier ist? Würde in fernen Augen einjoldjes Erwarten glimmen? Nur em Bekann- ‘"sie ist da - hier bei Ihnen ..." Wie erlöst ift" feine Stimm«. „Gott sei Dank - aber wo ist ,k 3* "tagte ?M Ihnen doch schon, ft°. ist genau wie die anderen ausgeflogen - sxazierengegan- Gemeinschaft Gießens sein. Anschließend erstatteten die Obmänner der einzelnen Sportabteil-ungen ihren Jahresbericht. Für die Fußballer berichtete Kamerad Erb und gab einen interessanten Heberblick über die geleistete Arbeit. Die Fußballabteilung, die im Jahre 1939 den dritten Tabellenplatz in der Bezirksklasse einnahm, konnte bei dem Turnier in Frohnhausen Sieger werden. Die Rundenspiele sahen die Mannschaft an führender Stelle. In der Kriegsmeisterschaftsrunde der Bezirksklasse behauptet die erste Mannschaft, die sich in erster Linie aus Nachwuchsspielern zusammensetzt, den zweiten Tabellenplatz. Eine zweite Mannschaft nimmt ebenfalls an den Spielen um die Kriegsmeisterschaft teil. Die Leichtathleten konnten im vergangenen Jahre ebenfalls schöne Siege erringen. Im Handball mußte der Spielbetrieb eingestellt werden, doch die Basketballmannschaft hat sich bei dem letzten Turnier erfolgreich durchgesetzt und wurde Turniersieger. Die Schützen schnitten beim Schießen in Siegen hervorragend ab. Die Kegelakiteiluna hält regelmäßig ihre Abende ab, beim WHW.-Kegeln konnte ein namhafter Betrag ans Winterhilfswerk abgeführt werden. Der Kassierer des Vereins, Brühl, erstattete den Bericht über die Kassengeschäfte. Die Vermögensverhältnisse des Vereins sind in Ordnung. Der Verein hat seine im Wettkampf errungenen Pokale und Plaketten zur Metallspende abgeführt. Nach dem Bericht der Obmänner dankte Kamerad Luh für die geleistete Arbeit, die als vorbildlich anzusehen sei. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt, der Haushaltsvoranschlag für das neue Geschäftsjahr in allen Teilen genehmigt. Die neue Einheitssatzung wurde verlesen und einstimmig angenommen. Als Vereinsführer wurde Baurat Behren vorgeschlagen. Gießener Radfahrer-Vereinigung. Am Samstag fand im „Burghof" die Jahreshauptversammlung der Gießener Radfahrer-Vereinigung statt. Vereinsführer Hauck widmete den Gefallenen ein ehrendes Gedenken. Anschließend gab er den tAschäftsbericht. Von den Radfahrern die sich erfolgreich für die Vereinigung im Rennsport eingesetzt haben, wurden Hermann Becker von den Aktiven und Bachmann, Hock, Kraft und Ernst Preis vom Nachwuchs lobend genannt. E. Kraft und E. L. Preiß kamen bei den Kreisrennen zu Siegerehren. In hervorragender Weife hat sich Hermann Becker bei verschiedenen Rennen durchgesetzt. Infolge des Fehlens von Ausbildern fielen die Hebungen im Saalsport aus. Lediglich die Mannschaft Stommel/Baum verteidigte erfolgreich ihren Meistertitel im Zweier-Radball. Es konnten einige schöne Wanderfahrten durchgeführt werden. Im kommenden Jahr sollen mehrere Wanderfahrten angesetzt werden. An größeren Sportveranstaltungen wurde das Gießener Bahnradrennen, das Straßenrennen und zum ersten Male ein Rundstreckenrennen ausgetragen. Am Straßenrennen um den Großen Straßenpreis von Gießen am 25. 6. beteiligte sich eine große Anzahl von Amateuren aus dem Reich. Dieses Rennen fand große Beachtung. Den größten Erfolg hatte das zum ersten Male durchgeführte Rundstreckenrennen innerhalb der Stadt M verzeichnen. Für die erstklassige Organisation und Durchführung wurde der Vereinigung allgemein Lob und Anerkennung ausgesprochen. In Zukunft sollen an Stelle des Bahnradrennens zwei Rundstreckenfahrten (am 16. Juni und 15. September) durchgeführt werden. Die Teilnehmer an den Wettkämpfen der Rennfahrer und des Saalsportes beim Bundesfest des NSLR, in Grünberg brachten schöne Preise heim. Der Bericht schloß mit der Feststellung, daß auch dieses arbeits- und erfolgreiche Sportjahr sich würdig den Vorgängern anschließe. Der Dank dafür gebührt neben den Mitarbeitern des Vereinsführers, besonders den alten Kameraden, die treu zur Fahne gestanden haben. Für die Metallspende hat die Radfahrervereinigung eine große Anzahl von Ehrenpreisen, Bechern, Plaketten u.a. Siegestrophäen geopfert. Außerdem haben auch die Kameraden selbst ihre Siegespreise hergegeben. Dem Kassenwart Müller wurde Entlastung erteilt. Die Kassenverhältnisse sind in Ordnung. Die neuen Satzungen des Reichsbundes wurden angenommen. Radfahrer-Verein 1900, Wieseck. Dieser Tage hielt der RV. 1900 seine Hauptversammlung ab. Der stellvertretende Vereinsführer Fritz Kling begrüßte die Mitglieder. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vereinsführer des im vergangenen Jahre verstorbenen verdienstvollen Oberfahrwartes O. Schnabel. Sodann folgten die Berichte des Vereinsführers und- feiner Mitarbeiter. Leider mußte der rege Sportbetrieb, der hauptsächlich von den Jungmitgliedern eifrig gepflegt wurde, eine Unterbrechung erleiden. Ein abschließender Kassenbericht konnte nicht gegeben werden, da Kassenwart Jung zum Heeresdienst eingezogen ist. Als Kassenprüfer wurden Rob. Römer und O. Wacker bestimmt, die in der nächsten Versammlung Bericht erstatten werden. Dem übrigen Vorstand wurde Entlastung erteilt. Im Mitelpunkt der Tagesordnung stand die Einführung der neuen Einheitssatzungen des NSRL., die einstimmig Annahme fanden. Die Versammlung machte hierauf von dem Vorschlagsrecht Gebrauch und bestellte als 1. Vereinsführer den seitherigen, zur Zeit abwesenden Vereinsführer Adolf Schäfer, mit dem Zusatz, daß dem 2. Vereinsführer Fritz Kling die derzeitige Führung obliegen soll. Dieser Vorschlag wird über das zuständige Bereichsamt an die Führung des NSRL. zur Bestätigung weitergeleitet. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. cf ß o [ l a r, 26. April. Im hiesigen Lichtspielhaus wurde für die S ch u l e n von Lollar und Umgebung durch die Kreislichtbild st elle der Film der Propagandaleitung der NSDAP. „Deutsches Land in Afrika" gezeigt. Der Film, der von der Deutschen Filmexpedition ausgenommen wurde, gibt ein eindrucksvolles Bild von der Schönheit und dem Reichtum der deutschen Kolonien und von dem, was deutscher Fleiß und deutsche Arbeit dort geleistet haben, und er widerlegt schlagend die Behauptung unserer Feinde von der Unfähigkeit der Deutschen zur Kolonisation. In jedem, der diesen Film sieht, wird er das heiße Verlangen erwecken, daß dieses „Deutsche Land in Afrika" bald wieder unser werde. Dem Hauptfilm ging ein Bildbericht über die Feier vom Führer-Geburtstag voraus. + Grünberg, 28. April. Am Samstagabend fand in der Wirtschaft Schmitz die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt. Zunächst wurde das Andenken, der im letzten Jahre verstorbenen Feuerwehrmänner Jakob Von-Eiff, Carl Schmidt und Karl Böß geehrt. Hauptbrandmeister Haas begrüßte dann den Ortsgruppenleiter Schütz, ferner Kreisfeuerwehrführer Bouffier (Gießen), Bürgermeister König, sowie Vertreter der Wehr von Lauter. Aus dem Jahresbericht find zu erwähnen der Besuch des Landesfeuerwehrtages in Neu-Isenburg, die Abhaltung von insgesamt 14 Hebungen, die Bekämpfung mehrerer kleiner Brände, die ohne Alarm gelöscht werden konnten, ferner ein Alarm, der zu einem Brande nach Stangenrod rief. Als Ersatz für einberufene Kameraden wird HI. im Löschdienst ausgebildet. Beschafft wurde ein Schaumlöfchgerät, das Geld wurde zum Teil der Vereinskafse entnommen, 5Ünt Teil von hiesigen Betrieben gespendet. Der Kassenbericht ergab bei einer Einnahme von 761,71 RM. und einer Ausgabe von 663,94 RM. einen Heber- schuß von 97,77 RM.; der Stand des Vermögens beziffert sich auf 188,97 RM. Bürgermeister K ö« n i g sprach dann über das neue Feuerlöschgesetz. Die Kameraden Ludwig Bausch, Karl I ö ck e l I. und Heinrich Listmann erhielten für 25jährige Zugehörigkeit zur Wehr durch den Bürgermeister das Ehrenzeichen II. Klasse. Kreisfeuerwehrführer Bouffier sprach hierauf über die neuen Dienst-, ränge, die neue Buchführung und die Beitragsfrage. Ferner berührte er die vormilitärische Ausbildung. Die Feuerwehr ist grundsätzlich befreit, dagegen ist die Teilnahme am Schießdienst, Karten-- lesen und Geländedienst, nicht aber am Fußexerzieren erwünscht. Ortsgruppenleiter Schütz sprach sodann weltanschaulich zur Feuerwehr und dankte für den Einsatz der Wehr für das Winterhilfswerk und für die Beteiligung an der Metallspende. Hauptbrandmeister Haas schloß hieraus die Versammlung mit dem Gruß an den Führer. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 29. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 141 Ferkel und Läufer aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 32 bis 36 RM., 8 bis 10 Wochen alte Tiere kosteten 36 bis 45 RM. Der Handel verlief schleppend. Es verhlieb geringer Ueberftanb. Zeitschriften. — Männer, d ie zum zweiten Mal ins • Feld gezogen sind, zeigt „d i e n e u e l i n i e", (Verlag Otto Beyer, Leipzig), in ihrem Mai-Heft. Es sind Soldaten der Jahrgänge "1890 dis 1900, deren Gesichter uns hier ansehen, — das junge aus dem Weltkrieg und das heutige dieses Krieges. Dieser menschlichen Seite des Krieges ist die technische gegenübergestellt, ein systematischer Heberblick über alle Geschütze, die heute das deutsche Heer verwendet. — Zum 300. Todestag von Rubens zeigt das Heft den großen Maler von einer neuen Seite. — Ein Preisausschreiben für Front und Heimat lädt die Leser zu einer Reise ins Land der Phantasie ein und setzt für die richtigen Lösungen schöne Buchpreise aus. Hier und in einem Beitrag über Würzburg sowie in der Fortsetzung der Serie über das schöne Hotel kommt der Frühling zu Worte. — Der Modeteil bringt eine Fülle neuer Frühjahrskleider und -Mäntel. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Besonders danken wir Herrn Dekan Sattler für die trostreichen Worte am Grabe, sowie dem Kriegerverein und dem Turnverein für die ihm erwiesene Ehre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Weller. Gießen-Wieseck, den 28. April 1940. ____________________________________________2148 D 2157 D Kpiegerkameradschan 1874 Gießen Am Samstag, 27. April 1940, verschied plötzlich unser lang- jähriges Mitglied Kamerad Robert Gärtner Schneidermeister, Ludwigstraße Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 30. April, nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Die Führerschaft. Bekanntmachung. Ah Montag nochmals 4 Lier. Auf die gültige Reichseierkarte werden auf den Abschnitt d in der Zeit vorn 29. 4. bis 5. 5. 1940 4 Eier ausgegeben.. Damit erhöht sich die Zahl der in diesem Versorgüngsabschnitt verteilten Eier auf 11 je Kops. 2153D Gewinnauszug 1. Klasse 3. Deutsche Reichslotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind drei gleich hohe Gewiunc gefallen» und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer __________in den drei Abteilungen I, II und III 2. Ziehungstag 27. April 1940 In der Vormittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 10000 RM. 105381 3 Gewinne zu 5000 RM. 241257 6 Gewinne zu 3000 NM 253405 287415 15 Gewinne zu 2000 RM. 36607 83930 102044 175027 187616 33 Gewinne zu 1000 RM. 73198 111532 140607 214229 237921 261647 280079 283063 291915 317614 340709 In der Nachmittagsziehung wurden gezogen 6 Gewinne zu 5000 RM. 37216 312938 9 Gewinne zu 4000 RM. 222516 272667 318001 9 Gewinne zu 3000 RM. 206717 231254 322706 15 Gewinne zu 2000 RM. 239164 244609 261131 308466 389449 21 Gewinne zu 1000 RM. 78296 176144 198725 208702 214642 325586 394897 Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! I Mietgesuche | Hübsch M Zimmer zu miet, gesucht. Schrift!. Angeb. unter 01597 an den Gieß. Anz. Gutmöbl. Zimmer mit Frühstück, Bahnhofsnähe, 8 Tageweise geg. gute Bezahlung gesucht. Schr. Ang. unt. 01599 a.d.G.A. 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S)lei^5m«lifter taXÄiArf UAr .im9 9™6en WlS n3.Iei m Anwesenheit des Divio- länMch-n PZs« foIg^nbe'sSng zü?p°M!,chen Ä"ēđ£bS: Gn un& inländischen Presse1 u^?abe Sie eingeladen, heute hierherzukommen tii CbQr/ine Reihe von poli- Zugänglich zu machen, -rr Ansicht der Relchsregieruna für die Welt- offentllchkeit, insbesondere für die Regierungen der ^^babe ^.nbh-r,f DOn alJer9röfeter Bedeutung sind. M.habe, zu diesen Dokumenten im Namen der Reichsregierung folgendes auszuführen: 21m 3. September haben die Machthaber in England und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg erklärt. Sie hatten hierzu keinerleiver- nunstigen Grund. Das deutsche Volk und Führer haben seit dem Januar 1933 ständig ihren Willen bekundet, mit dem englischen und dem französischen Volk in Frieden und Freundschaft leben zu wollen. Das deutsche Volk aber ^hm unter solchen Umständen in heiliger Entschlossenheit den ihm angesagten Krieg auf. Der vton der englisch-französischen Machthaber, das deutsche Volk aufzulösen, das deutsche Volk politisch zu entrechten und wirtschaftlich zu vernichten, wird von der geeinten Kraft der deutschen Nation abgewehrt und deshalb zuschanden werden. Nachdem nun von vornherein ein direkter Angriff auf den deutschen Westwall als aussichtslos erkannt war, und der von den englischen und französischen Machthabern gegen Deutschland vorgetriebene polnische Verbündete versagte, suchte man verzweifelt nach neuen Möglichkeiten, um Deutschland beizukommen. So wurde von der politischen und militärischen Leitung der Westmächte die Ausweitung des Krieges zum tragenden Gedanken ihrer Kriegspolitik erhoben. England und Frankreich versuchen deshalb, feit Beginn des Krieges mit allen Mitteln durch ein hereinziehen neutraler Staaten eine Verlagerung des Kriegsschauplatzes herbeizuführen. Besonders die kleineren europäischen Länder scheinen den englischen Machthabern hierfür die geeigneten Objekte zu fein, ihre Völker aber die willkommenen Hilfstruppen, um nach englischem alten Brauch das eigene Blut schonen zu können. Zur propagandistischen Untermauerung dieser Politik der Krieg^ausweitung begannen die englischen und französischen Staatsmänner eine systematische Kampagne gegen das Neutralitätsprinzip an sich und gegen jedes Bestreben eines neutralen Staates, diese seine Neutralität zu wahren und sich cus dem Kriege herauszuhalten. Am 21. Januar 1940 hat Herr Churchill mit seiner berüchtigten Rede gegen die Nutralität und seiner Aufforderung an die Neutralen, sich dem englisch-französischen Krieg gegen Deutschland anzuschließen, hierzu den Auftakt gegeben. Seither hat in keiner Rede eines englischen oder französischen Politikers die Forderung an die Neutralen gefehlt, sich an dem Kamps gegen Deutschland zu beteiligen. Nur einige Beispiele: Herr Chamberlain erteilte am 31. Januar einen scharfen Tadel an die Neutralen wegen ihrer „unbeteiligten Gleichgültigkeit". Am 24. Februar stellt Herr Chamberlain nach der flagranten englischen Neutralitätsverletzung und dem Uebersall auf das deutsche Schiff „Altmark" in norwegischen Hoheitsgewässern fest, daß dies nur eine „technische" Neutralitätsverletzung sei. Am 27. Februar erklärt Herr Churchill, er sei es müde, über die Rechte der Neutralen nachzudenken. Am 20. März sagt der englische Kriegsminister Stanley, die Engländer seien willige und fähige Schüler der Lehre, daß die Mißachtung der Rechte der Neutralen vorteilhaft sei. Am 30. März verkündet Herr Churchill, es wäre nicht gerecht, wenn die Westmächte im Kampf um Leben und Tod an legalen Abmachungen festhielten. Am 5. April stellt Lord de la Warr fest, weder Deutschland noch die Neutralen dürften sich darauf verlassen, daß England sich die Hände auf den Rücken binden lassen werden, indem es das Recht nach den Buchstaben befolge. Am 6 April 1940 erklärte der englische Arbeitsminister, weder Deutschland noch die Neutralen könnten damit rechnen, daß die Westmächte sich an den Buchstaben des Völkerrechts halten würden. Am 10. April 194'» warnt Lord Halifax die Neutralen, nicht zu spät um Hilfe zu bitten, weil dies für sie gefährlich fei. Herr Reynaud erklärt am 11. April drohend an die Neutralen, daß sie allen Anlaß hätten, jetzt ihre Lage zu überdenken. Während bisher diese Aeußerungen der englischen und französischen Staatsmänner entweder eine versteckte Aufforderung oder eine versteckte Drohung an die Neutralen darstellten, läßt Herr Duft Cooper am 12. April die Maske vollends fallen und erklärt mit brutaler Offenheit: „Nachdem mir den Neutralen klargemacht haben daß ihre eigene Freiheit und Unabhängigkeit auf dem Spiele steht, müssen wir ihnen offen sagen, was *mr fordern, und welche Rolle jeder von ihnen in dem Bündnis zu spielen hat, das der Vernichtung Deutschlands dient. Wenn einer ober der andere dieser Staaten Zeichen des Zögerns zeigt, müssen wir so vorgeh n, daß ein derartiges Zögern sofort überwunden wird. Für ihr Ziel einer Ausweitung des Krieges sahen England und Frankreich im finnlsch -rus fischen Konflikt die erste willkommene Gelegenheit. Am 12. März hat Herr D al a dl er und am 19. März Herr Chamberlain öffentlich versichert, daß sie entschlossen gewesen seien, mit mil tärischen Kräften in den Konflikt emzugreifen unter Benutzung des Gebietes der siordifchen Staa ten als Operationsbafis, daß sie aber ihre Aktion abhängig machen würden von der Zustimmung; ber skandinavischen Staaten ^m Durchmarsch ihrer Truppen. Diese öffentliche Erklärung der beiden Regierungschefs von England und Frankreich eine glatte Unwahrheit. Die Reichsregierung kennt den Venchl! des finnischen Gesandten in Pans vom 12. Mar; an seine Regierung. 3n diesem Bericht meldet BW N MM ■ 'M Ein Blick in den großen Empfangssaal der Neuen Reichskanzlei, wo der Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop das neue deutsche Weißbuch über die englisch-französischen Kriegsausweitungspläne in Norwegen bekannt gab. — (Scherl-Bilderdienst-M.) der Gesandte, Herr Daladier und Herr Churchill hätten ihm die bestimmte Versicherung gegeben, daß auf einen sofortigen finnischen Appell die bereitgestellten englischen und französischen Truppen aus ihren Höfen ausfahren würden, um in Norwegen zu landen. An Norwegen und Schweden würde lediglich in einer Note der Durchmarsch notifiziert werden, ohne daß die Regierungen der beiden Länder dazu um Erlaubnis gefragt würden. Die diplomatischen Beziehungen Englands und Frankreichs zur Sowjetunion würden sofort abgebrochen werden. Herr Churchill war, wie sich aus dem Bericht ergibt, am 11. März abends im Flugzeug eigens nach Paris gekommen, um zu versuchen, auf diese Weise noch im letzten Augenblick den russisch-finnischen Friedensschluß zu verhindern. Ein weiterer schlagender Beweis, in welchem Ausmaße bereits damals England und Frankreich ihre Intervention im Norden vorbereitet haben, ergibt sich aus einer großen Anzahl von Dokumenten, die den deutschen Truppen bei ihrer Aktion in Norwegen in die Hände gefallen sind und von denen eine kleine Auswahl heute der Oeffentlichkeit überreicht wird. So geben die in Narvik gefundenen Dokumente einen umfassenden Einblick in die Tätigkeit des englischen Secret Service in Norwegen, der entlang der gesamten norwegischen Küste sowie auch in Oslo und an anderen Städten Jnnernorwegens die Erkundung und Vorbereitung für die Landung des britischen und französischen Expeditionskorps und die Besetzung Norwegens vorzunehmen hatte. Es zeigt sich hier schon, daß die Engländer mit einer erstaunlichen Systematik alle Einzelheiten der Landung und des Aufmarsches durch ihre Spionageorgoni- satton des Secret Service im Geheimen erkun - d e n ließen, obwohl, worauf ich später noch zurück- kommen werde, die damalige norwegische Regierung mit den Engländern bereits seit langem im Geheimen sympathisierte. Daß die Absichten der britischen und der französischen Regierung bei der geplanten Entsendung ihres Expeditionskorps über die Hilfe für Finnland gegen Rußland noch weit hinausgingen, zeigt ein Bericht des französischen Marineattaches in Oslo vom 8.2., der erklärt, daß alle seine für die Landung notwendigen Erkundigungen den lokalen norwegischen Stellen gegenüber unter dem Vorwand von Transporten nach Finnland im Geheimen betrieben würden. Während aber diese englischen Vorbereitungen zur Ausweitung des Kriegsschauplatzes gegen Deutschland im Norden in aller Heimlichkeit getroffen wurden, hat Herr Churchill durch eine Reihe unvorsichtiger Aeußerungen, die der deutschen Regierung aber zur Kenntnis kamen, die wahren Absichten und Ziele enthüllt. Unter den heute der Oeffentlichkeit übergebenen Dokumenten befindet sich deshalb auch ein Bericht des norwegischen Gesandten in London an seine Regierung über eine Pressekonferenz, die Herr Churchill am 2. 2. in London mit den Presseattaches der neutralen Nationen abhielt. In der Niederschrift darüber wird zunächst berichtet, Herr Churchill tobte gegen Norwegen und Schweden, denn das schwedische Erz dürfe nicht mehr nach Deutschland kommen, um dann offen zu bekennen, daß es das große Ziel sei, die skandinavischen Staaten in den Krieg hineinzuziehen und daß die beste Art, dies zu erreichen, darin bestünde, daß sich die skandinavischen Staaten an Finnlands Seite schlügen. Ich muß dazu nun auf Grund des umfassenden Materials, das der deutschen Reichsregierung schon damals vorlag, und das durch ebenso wichtige'Funde nunmehr eine Ergänzung erfahren hat, folgende Erklärung abgeben: 1. Aus allen der deutschen Reichsregierung zur Kenntnis gekommenen Mitteilungen und Akten geht eindeutig hervor, daß die schwedische Regie- rung ihre Neutralitätserklärung in tiefstem Ernst auffaßte und in keinem Augenblick etwas tat oder geschehen ließ, was dem widersprochen hätte. 2. Die deutsche Reichsregierung muh fest- stellen, und sie wird es nunmehr durch die Veröffentlichungen der Akten beweisen, dah die frühere norwegische Regierung bereit war, nicht nur eine solche Aktion der Kriegsausweitung zu dulden, sondern, wenn notwendig, an ihr aktiv teilzunehmen, bzw. sie zu unterstützen. Aus allen besonders von unseren Truppen nunmehr in Norwegen gefundenen papieren geht einwandfrei hervor, daß die britische Spionagetätigkeit in Norwegen nicht nur mit weitester Duldung der lokalen und zentralen Behörden vor sich ging, sondern dah darüber hinaus viele norwegische Stellen und insbesondere die norwegische Marine in weitestem Umfange dieser briti- schen Tätigkeit Vorschub leisteten. Ein Beweis dafür, daß sich die norwegische Regierung schon früher mit dem Gedanken trug, auf der Seite Englands und Frankreichs, wenn notwendig, in den Krieg einzutreten, liegt auch in jener Niederschrift vor, in der über eine Regierungskonferenz beim damaligen norwegischen Ministerpräsidenten Nygaardsoold am 2. 3. berichtet wird. In wahrhaft zynischer Weise hat dort der Minister K o h t erklärt, daß, wenn England das Ansinnen auf eine Beihilfe Norwegens gegen Rußland, d. h. aber in linier Bild zeigt den Reichsminister des Auswärtigen, der bei dem Empfang in der Neuen LS.« 6.X. •*— »«'•••• Reichs- o, be- Wirklichkeit zur Kriegsausweitung stellen würde, dann müffe Norwegen so „nein" sagen, daß es in der Lage wäre, das Nein ohne weiteres in ein „3 a" zu verwandeln. Und Herr Koht gibt dafür dann die charakteristische Begründung, daß, wenn Norwegen es nicht vermeiden könne, in den Konflikt hineingezogen zu werden, die norwegische Regierung sich dann von vornherein jedenfalls so einstellen müsse, daß Norwegen nicht auf der falschen Seite in den Krieg trete. Nachdem den Westmächten durch den Friedensschluß in Finnland die erwünschte Gelegenheit für eine Einmischung im Norden zunächst genommen war, haben sie sofort versucht, neue Mittel und Wege zu finden, ihr Ziel der Ausweitung des Krieges zu erreichen. Die fortlaufenden Bemühungen Englands und Frankreichs, den S üb o ft en Europas in Aufruhr zu bringen, die dauernden Anstrengungen der Sabotage des englischen Secret Service in den verschiedenen Gebieten des Balkans, die Mobilisierung der Armee Weygand usw. liegen auf dieser Linie. Um ihre eigenen Absichten moralisch zu motivieren, versuchten die Machthaber Englands und Frankreichs, nach dem ihnen so ungelegen gekommenen russisch-finnischen Friedensschluß, immer deutlicher, Deutschland der angeblichen Verletzung norwegischer Hoheitsgewässer zu bezichtigen. Unter den zahllosen hierfür bestellten Presseartikeln ist charakteristisch die Meldung des „Temps" vom 27. März — also einer Zeit, da sich die Vorbereitungen der Westmächte zur Besetzung Norwegens bereits vor dem Abschluß befanden, in der dieser von einer angeblichen systematischen Verletzung der Hoheitsgewässer durch Deutschland spricht, und nun behauptet, daß sich die Alliierten deshalb als berechtigt betrachten, auch ihrerseits die Neutralität dieser Gewässer nicht mehr zu respektieren. In der gleichen Richtung liegt auch eine Meldung von Havas vom selben Tage, in der davon gesprochen wird, daß die Passivität den eiaentlichen Sinn der Neutralität fälsche und daß die Aktion der Alliierten sich darauf beschränke, das beeinträchtigte Gleichgewicht wiederherzustellen. Wie diese Aktionen der Herstellung des Gleichgewichtes aber verstanden sein wollten, darüber erhielt die Reichsregierung Kenntnis durch ein Gespräch, das der Ministerpräsident Reynaud wenige Tage später — am 30. März — mit einem ausländischen Diplomaten in Paris hatte. Der Inhalt dieser von dem französischen Ministerpräsidenten abgegebenen unvorsichtigen Erklärung war die Versicherung, daß die Gefahrenmomente für den Westen — besonders aber für den Süden — nicht mehr bestünden, da in den nächsten Tagen entscheidende und wichtige Ereignisse i m N o r d e n Europas von den Alliierten getätigt würden. Diese Erklärungen ließen es der deutschen Reichsregierung ratsam erscheinen, nunmehr unverzüglich ihre bereits eingeleiteten Maßnahmen abzuschließen und für alle Fälle eine erhöhte Bereitschaft so sicherzustellen, daß in jedem Augenblick eingegrif- fen werden konnte. Die Einsicht in die unmittelbar drohende Gefahr wurde verstärkt, als die Reichsregierung einige Tage vor dem 8. Kenntnis erhielt von der Absicht der englischen und der französischen Regierung, an diesem Tage die Hoheit der skandinavischen Gewässer als nicht mehr bestehend zu erklären und anschließend sofort mit bestimmten Aktionen zu beginnen. Der Führer gab daraufhin den Befehl zum Auslaufen der deutschen Flotte, um im Falle der Verwirklichung dieser der Reichsregierung mitgeteilten Absichten sofort eingreifen zu können. Die nun für den 8. April tatsächlich angekündigte britische Minenlegung in den norwegischen Hoheitsgewässern wurde von der englischen Regierung tags vorher begründet mit der Absicht des Sperrens der norwegischen Hoheitsgewässer für die deutsche handelsschiffahrt. 3n Wahrheit aber sollten die Minen, die vor den norwegischen Häfen gelegt wurden, der Sicherung des englischen Expeditionskorps dienen, das um diese Zeit bereits in der Nordsee schwamm. Am 8. April waren die britischen Truppen, die zur Besetzung von Stavanger, Bergen, Drontheim und Narvik angeseht werden sollten, bereits eingeladen und aus den Häfen ausgelaufen. In diesem Augenblick erhielt im Laufe des 8. April die britische Admiralität Kenntnis von dem Auftreten der deutschen Seestreitkräfte in der Nordsee. Sie bezog dieses Austteten auf ihre beabsichtigte Landung, schickte daraufhin sofort die Transportschiffe zurück bzw. versuchte, sie zurückzudirigieren und bemühte sich augenscheinlich, in Gefechtsfühlung mit der deutschen Flotte zu kommen. Trotzdem gelang es nicht mehr, alle Transportfchiffe wieder in die Häfen zurückzubekommen, eine Anzahl dieser Transportschiffe wurde von deutschen Bombenflugzeugen noch gefaßt und vernichtet. Die deutsche Gegenaktton, die am 9. April morgens zur Durchführung kam, ist deshalb gerade noch im richtigen Augenblick gekommen, um das englisch-französische Landungsmcmöver an der norwegischen Küste zu verhindern bzw. zum Scheitern zu bringen. Als nun die verantwortlichen Staatsmänner Englands und Frankreichs erkannten, daß ihre Pläne der Besetzung Skandinaviens gescheitert waren, stellten sich die Herren Chamberlain, Churchill, Halifax und Reynaud mit ihrem bekannten Pathos vor die Oeffentlichkeit und erhoben schwerste Anklagen gegen das deutsche Vorgehen mit der kategorischen Versicherung, daß sie selbst niemals die Absicht gehabt hätten, außer der Minenlegung irgend etwas auf skandinavischem Hoheitsgebiet zu unternehmen. Wörtlich erklärte zu diesem Zweck der englische Premierminister im Unterhaus: „Die deutsche Regierung versichert, daß der Einmarsch in Norwegen eine Gegenmaßnahme gegen die Aktton der Alliierten in den norwegischen Gewässern sei. Diese Erklärung wird natürlich niemanden täuschen. In keinem Augenblick haben die Alliierten eine Besetzung skandinavischen Hoheitsgebietes ins Auge gefaßt, solange es nicht durch Deutschland angegriffen würde. Gegenteilige Behauptungen Deutschlands sind reine Erfindungen und haben keine tatsächliche Begründung." Im Namen der deutschen Regierung, vor allem aber im Namen von Wahrheit und Recht, will ich Ihnen nunmehr, meine Herren, jene Dokumente unterbreiten, aus denen hervorgeht, daß es sich bei diesen Versicherungen der englisch-französischen Machthaber nur um Lügen und Fälschungen handelt. Während Ihnen, meine Herren, in den letzten Tagen durch die Kriegsberichte unserer Gegner von den großen siegreichen Kämpfen der Alliierten und Verbündeten im Raume von Hamar unb Elve rum berichtet wurde, haben sich tatsächlich in diesem Gebiet Kämpfe abgespielt. Auch Engländer nahmen an ihnen teil. In diesen Kämpfen haben nun die deutschen Truppen alle feindlichen Stellungen durchbrochen, die ihnen gc$en« überstehenden englischen und norwegischen Verbände zurückgeworfen und in wilde Flucht getrieben. Im Zusammenstoß mit den englischen Verbänden haben di« deutschen Truppen im Gebiet von Lillehammer den dort kommandierenden britischen Briaadestab sowie Teile des 8. Bataillons der Sherwood Foresters von der 148. englischen Infanteriebrigade gefangengenommen. Bei dem Briaadestab und bei Gefangenen, die in erfolgreichen Kämpfen nördlich von Drontheim eingebracht worden waren, fanden sich unter eine Fülle anderer Dokumente auch der gesamte Operatlonsplan für die englische Besetzung Norwegens. Ebenso wurden die verschiedenen daraus abgeleiteten Befehle der Brigade und der Nachgeordneten Truppenteile erbeutet. Diese militärischen Befehle, deren erste Folge heute der Weltöffentlichkeit übergeben wird, bc- weisen, daß die englische Landung in Norwegen feit langem in allen Einzelheiten operativ vorbereitet war und daß der Befehl zum Landen für die ersten Teile des Expeditionskorps am 6. und 7.4. gegeben wurde. Unter diesen Befehlen befindet sich auch der Operationsbefehl des 8. Bataillons der Shenvaod Foresters vom 7.4., der beweist, daß sich dieses Bataillon bereits an diesem läge aus dem englischen Kreuzer „Glasgow" auf der Fahrt nach Norwegen befand, um in Stavanger zu landen. Ferner geht daraus hervor, daß andere Teile dieser Truppe sofort nach der Lan- düng beauftragt waren, sich des Flughafens Sola zu bemächtigen. Als man im Laufe des 8. vom Auslaufen der deutschen Flotte Kennt- ms erhielt, wurde dieses Bataillon wieder zurückgebracht und ausgeladen. Ich habe nicht die Absicht, Ihnen, meine Herren, im einzelnen den Inhalt dieser Dokumente hier zu erläutern. Sie sprechen für sich selbst. Sie finden ihre Ergänzung durch eine große Anzahl von Tagebüchern englischer Offiziere und Soldaten sowie durch die unterdes vorliegenden Aussagen der britischen Gefangenen. Die deutsche Reichsregierung wird in einer nun beginnenden Folge von Veröffentlichungen den dokumentarischen Nachweis erbringen, daß 1. England und Frankreich seit langer Zeit die Besetzung Norwegens vorbereitet hatten, und daß 2. der norwegischen Regierung diese Tatsache bekannt war und daß 3. zum Unterschied von Schweden die norwegische Regierung sich mit dieser Tatsache ab« gefunden hatte, bzw. bereit war, so wie sie es ja bann auch tat, an der Seite Englands und Frankreichs in den Krieg einzutreten, daß 4. nur durch das Dazwischentreten Deutschlands in einer Zeitspanne von wenigen Stunden der britische Versuch scheiterte und daß endlich 5. die nachher abgegebenen Erklärungen der englischen und französischen Machthaber Lügen find. notwendig, da keine Ueberwachung möglich fern ttJtjb. c) Ein Block mit Decknamen wird dem Komrnando- stab gesondert ausgehändigt, d) Die Telegramman- schrift für die Truppenabteilung ist folgende: ©trat* force für 548, Convert für 547, Outlook für 512. Diese Anschriften werden der Postbehörde mitgeteilt werden, sobald die Truppe gelandet ist. Alle Telegramme aus dem Vereinigten Königreich werden an die Truppenabteilungen über das Kriegsmimsterium gesandt, bis weitere Anweisung ergeht. 16. Beziehungen zwischen britischen Truppen und örtlichen Militärbehörden. Höflichkeitsbesuche smd den örtlichen Militärbefehlshabern entsprechend ihrem Rang zu machen. Deckblatt Nr. 1. Allgemeines setze hinzu am Ende von Absatz 1: „Falls die Truppen bei 547 sich zurückziehen müssen, haben sie nach 548 zu gehen. Der bei 547 befehligende Offizier hat unverzüglich an Ort und Stelle festzu* stellen, wieviel Schiffsraum dort verfügbar gemacht werden kann, um diese Bewegung auszuführen. Dies ist frühzeitig an das Krregsministerium zu melden. Das Kriegsministerium wird für Geleitschiffe Sorge tragen." Generalstab (P) 4. April 1940. Zusammensetzung von Stratford DieDolumente für die bnüsthevKnegsvorbereitungen imAorden 547 •512 Ums *A*v!m*Z*m . Ml W. M. AL »o Gx-aJttut. ecA <*»*. Operationsbefehl Ar. 1 für die 148.Äs.-Vrigade An Konsul Cumming, britisches Konsulat, Tromsä 20 920. Die Admiralität an den britischen Konsul in Narvik 20 065. Bestimmungsort: 548 Auszug aus dem Tagebuch eines Offiziers der 5. Kompanie des 4. Bataillons der »Leicester". Sperationsbefehl für das 8. Bataillon The Sherwood Foresters. Ziffertelegramm im Klariert aus dem Kontrollbuch des britischen Konsuls in Aarvil Gpionageaufträge für Narvik, Tromsö und Umgebung. (Üebersehung aus dem Englischen.) t« etrt. 6V te S.$_ C Verband: Infanterie - Brigade-Stabsquartier (Stabsquartier der Truppenteile) 4. Lincolns 1/4 K. O. Y. L. I. 1 Zug 55. Feldpionier - Kompanie Brigade-Nachrichtenabteilung. 49. Divifions • Nachrichtenabteilung (abzüglich Abkommandierungen) 148. Infanterie • Brigade • Stabs • quartier 1/5 Leicesters. 8 Foresters. 55. Feld-Pionier-Kompanie (abzüglich erster Zug) ab kommandierte Nachrichtentruppe. Hallams abkommandierte Nachrichten-Abtlg. Abkommandierungen. U fo Lew* Sonnabend, 6. April, Cockfield Fell Station, Sonntag, 7. April, 10 Uhr Rosyth, weiter aus SMS Devonfhire sollen nach Stavanger gehen. Montag, 8. April, 11 Uhr „alle Truppen im Laufschritt landen". Mittagessen im Dock. Fröhliche Stimmung. Abfahrt des Schiffes 13.30 Uhr marschierten 8 Meilen hügelaufwärts nach Lager 3 jenseits Dufermline. Dienstag, 9. April, Leichter Tag, Fußwaschen im Strom. Mittwoch, 10. April. Noch ein leichter Tag, etwas Sport. Donnerstag, 11. April. Leichter Morgen, Sold- auszahlung am Nachmittag. Besuch von Dunfermline gestattet. Freitag, 12. April. Morgens Straßenmarsch. Nachmittags: „Reisen am Abend wieder ab." — Sofort widerrufen. „Rührt Euch." — Abends Befehl zum Marschieren. Samstag, 13. April: 8.10 Uhr Marsch aus dem Lager nach Rosnyth Dock, weiter auf Leichter, werter auf Dampfer „Orion". Unordnung wegen Vorräten. An Bord (nach 4 Versuchen heranzu- kommen) gegen 17 Uhr Luxus. (Ueberfetzung aus dem Englischen.) 7. 4.1940. Geheim! Buchnummer Ausf. Nr. 1. Die Absicht der Stratford Truppe ist, bei 512, 547 und 548 zu landen und diese Häfen zu besetzen, um sie dem deutschen Zugriff zu entziehen. Es wird angenommen, daß unsere Hilfeleistung durch die Einwohner freudig ausgenommen werden wird, aber die Entscheidung, ob gelandet werden soll oder nicht, obliegt der kgl. Marine. 2. Die Absicht von 547 ist, nach Weisung der kgl. Marine zu landen und folgende Oertlichkeiten in Verteidigungszustand zu setzen: a) Hafen und Quais, b) Flugplatz bei Sola, c) Seeflugstation P/2 Meilen nördlich Sola. 3. Mögliches Feindverhalten. Im ersten Augenblick ist hauptsächlich durch feindliche Luftstreitkräfte Widerstand zu erwarten: dieser kann während der Landung erfolgen. In einem solchen Falle wird die Landung durch die kgl. Marine gedeckt. Sobald die Truppen ausgeschifft sind, sind sie für ihren eigenen Luftschutz verantwortlich. Es kommt daraus an, einerlei ob der Feind tätig ist oder nicht, die Truppen von den Quais zu ihren Bataillonssammelplätzen zu führen und so schnell wie möglich abzurücken. Es ist ferner möglich, daß, obwohl eine Landung unsererseits im Hafen ausgeführt werden kann, der Feind unserer Besetzung des Flugplatzes zuvor- kommt. In diesem Fall ist sofort zur Einnahme des Flugplatzes zu schreiten. 4. Für die Ausschiffung sind Sonderbesehle ergangen. 5. Sammelplätze. a) Foresters-Krankenhaus, b) Brigadestab-Park hart südlich der Kathedrale. Das Bataillon rückt vom Quai zugweise ab. Der Bataillonsftab richtet sich zunächst im Krankenhaus ein. Leutnant R. Brandley wird als Verbindungsoffizier bestimmt und hat der Brigade zu melden, sobald der Bataillonsstab sich eingerichtet hat. 6. Flugplatz und Seeflugstation. 8. Foresters hält sich bereit, sofort nach Sola abzurücken, ohne auf Flu^euge und Gerät zu warten. 7. Marschfolge ab Sammelplatz: „d" Kompanie als Vorhut, „c" Kompanie Bataillonsftab, 1. 3ugt 2. Zug, dazu 3 Lmg Bren und die Fahrer der MG- Fahrzeuge, 5. Zug, 6. Zug, „a“ Kompanie, „b" Kompanie. 8. a) Der Flugplatz ist durch die Vorhut-Kompanie zu besetzen, b) Die „c"-Kompanie richtet einen Beobachtungsposten an der Seeflugstation V/2 Meilen nördlich Sola ein. c) Endgültige Anweisungen für die Sicherung des Flughafens von Sola und die Seeflugstation nördlich von Sola werden gegeben, sobald diese beiden Punkte in Besitz genommen sind. Das 1/5 Bataillon Leicester stebt zur Verfügung der Truppenabteilung und besetzt den Hafen von Stavanger. 10. Luftschutz. Unmittelbar nach Inbesitznahme des Flughafens und der Seeflugstation sind leichte Maschinengewehre zum Luftschutz so schnell wie möglich einzusetzen. Folgender Befehl ist zu beachten: Gegen kein Flugzeug das Feuer zu eröffnen, außer wenn feindliche Abzeichen erkennbar sind, daS Flugzeug Feindseligkeiten ausübt. 11. Bei jedem Zusammentreffen mit den Landes- einwohnern ist größte Vorsicht und Zurückhaltung zu beobachten. Von Gewalt in der Form tödlichen Waffengebrauchs ist nur im Fall äußerster Notwendigkeit Gebrauch zu machen. 12. Verwaltungsbestimmungen., a) Quartiermeister Lt. Halam wird als Gepäckoffizier bestimmt. Dieser Offizier ist auch für das Gepäck des Brigadeftabes verantwortlich. Lt. Blackburn wird als Gehilfe des Gepäckoffiziers bestimmt. Der 3. Zug steht ihm zur Verfügung. Alles Gepäck und Gerät ist an einen von dem Gepäckoffizier auszuwählenden Sammel- platz zu bringen, b) Der Bataillonsarzt hat sich mit dem Sanitätsoffizier des Leicester Regis, in Verbindung zu setzen, um mit den zivilen Sanitätsbehörden Vereinbarungen zu treffen. Er begibt sich dann zur Truppe nach Sola, c) Munition: Jeder Gewehrträger hat 50 Schuß Munitton mit sich zu führen. Maschinengewehre: Jedes mit 750 Patronen in Ladestreifen zu 25, die auf die Leute der MG.- Gruppen zu verteilen sind, d) Verpflegung: eine Portion für den Brotbeutel wird durch die Marine vor der Ausschiffung ausgegeben. Die heute ausgegebene eine eiserne Portion ist auf Befehl des Kommandeurs zu öffnen. Feldflaschen sind vor Verlassen des Schiffes zu füllen, e) Anzug: Feldmarschmäßig, Lederweste, Stahlhelm, Mantel gerollt. f) Kleidersäcke: Diese sind mit Namen, Zug und Kompanie jedes Mannes zu versehen, durch die Kompanie zu sammeln und nach Anweisung der Marine zu verpacken, g) Schanzzeug: Alles planmäßige Schanzzeug und die besonders ausgegebenen Sandsäcke sind mit der ersten verfügbaren Transpori- möglichkeii nachzusenden. Der Quartiermeister wird hierfür besonders verantwortlich gemacht. Zwei Melder mit Fahrrad zu jeder Kompanie. An Bord H.M.S. „Glasgow" gez. Unterschrift Adjutant Geheim! 6. April 1940 Ausfertigung Nr. 1 bindung zwischen dem örtlichen Militärkommandanten und den örtlichen Zivilbehörden herrustellen. Durch den britischen Konsul oder Vizekonsul eines jeden Hafens erfolgt Bereitstellung von Dolmetschern je nach Bedarf. 5. Transport und Unterbringung. Es werden weder Transportmittel noch Zelte mitgenommen. Eine der ersten Aufgaben des Befehlshabers an dem Ausladeort besteht darin, die nötigen Transportmittel zur Beförderung des Gepäcks für allgemeine Zwecke bereitzustellen sowie für die Unterbringung seiner Mannschaften zu sorgen. 6. Nachschub. Nachschub aus dem Vereinigten Königreich erfolgt durch normale Handelsschiffe, die wöchentlich oder innerhalb 10 Tagen vom Vereinigten Königreich nach 548 abgehen, und von dort aus durch örtliche Schiffe. Möglicherweise wird eine größere britische Streitmacht von 512 aus operieren. In diesem Fall ist diese Truppe für den Nachschub Stratford verantwortlich. Die Truppen werden so zum großen Teil auf Ankauf an Ort und Stelle angewiesen. Aus diesem Grunde werden zwei Offiziere der Nachschubtruppe, ein Zahlmeister und ein Unter-Offizier des Zeugwesens jeden Truppenteil begleiten. Besondere Instruktionen für die Nachschuboffiziere werden gesondert ausgegeben. a) Nachschub. Nachschub für 1 Tag geht mit der Truppe mit. Weiterer Nachschub für 10 Tage wird nach 512 verschifft und von diesem Hafen an 547 und 548, je nach Bedarf, verteilt. Zusatz. Betreffend Nr. 6. Ende des ersten Ab - atzes: nach „Stratford" ist folgender Satz hinzuzufügen: „Das erste Versorgungsschiff trifft etwa innerhalb von 14 Tagen nach Ankunft der Truppen ein." e) Munition. Folgende Munition wird pro Bataillon von der Truppenabteilung mitgeführt: Handwaffenmunition Mk VII 178425 Leuchtspur 2000, Antitankgewehr (1/2 Nate) 2640 Schuß, 3-Zoll- Granatwerfer 195 H. E./117 Rauch, 2-Zoll-Granat- toerfer 864 Rauch, 0,38 Revolver 894, Handgranaten 180, Leuchtkugeln 3§4, leuchtend 48 rot, 48 grün. Explosivstoffe. Ein besonderer Satz an Explosivstoffen ist vorgesehen und wird mitgenommen (wie in Anhang „d"). Die Infanterie wird sich mit Gewehr- und Revolvermunition in den Patronentaschen ein* schiffen. Andere Typen von Munition werden nicht unverpackt mitgeführt. 12. Karten. Diese werden dem Stab an Bord vor der Einschiffung durch die Kartenabteilung vom Kriegsministerium ausgehändigt. Außer Blättern 1:1000000*harten sind zu Beginn des Feldzuges nur Photokopien von 534 und 535 1:100000 (an einigen Stellen 1:200000) verfügbar. Diese Karten sind sehr alt und meistens aus der Zeit vor 1900; sie haben kein Gitternetz und meistens mich keine Höhenschichtlinien. 13. Nachrichtenverbindung, (a) Innerhalb der Truppenabteilung. Ein Jnfanterie-Brigadennachrichten- zug ist bereitgestellt, um die drei Orte zu verbinden. Funk und das zivile Telegraphensystem sind auszunutzen. Besondere Antennen sind für die Funkgeräte des Nachrichtenzuges bereitgejtellt, um die notwendige Reichweite zu erzielen. , 14. Tarnung, Abwehr, Aufklärung, (a) Ein Nachrichtenoffizier und Schlüsselpersonal sind in jedem Hafen eingesetzt. Briefe sind durch die Offiziere der Truppe zu zensieren. Zensurmarken und Schlüsselmarken werden vor der Einschiffung ausgegeben. Einzelheiten über die Handhabung der Zensur und die Abfassung der Briefe finden sich im Handbuch für Military Intelligence, Anhang 2. b) Die Postanschrift für alle Angehörigen der Truppenabteilung ist: Nummer, Dienstgrad und Name, Schwadron, Batterie oder Kompanie usw., Truppenteil oder Stab, Feldpost, c) Die Ueberwachung aller Pressevertreter liegt in den Händen des leitenden Truppenführers in jedem Hafen, der nach den Anweisungen des Befehlshabers handelt. 15. Tarnungsbestimmungen, Nachrichtendienst. a) Die Bezeichnung von Oertlichkeiten mit Deckzahlen nach dem bereits angegebenen Code hört nach der Einschiffung auf. b) Oertliche Telefone werden benutzt werden müssen. Aeußerste Vorsicht ist hierbei Ziff. 1—3: Gleicher Wortlaut wie Befehl der 8. Sherwood Foresters vom 7. April 1940. 4. Sammelplätze. Ohne Rücksicht auf die Reihenfolge, in der die Truppen landen, haben die Kommandeure ihre Bataillone wie folgt zu versammeln: Brigadestab und 55. Feldpionier-Kompanie parkt hart südlich der Kathedrale. 8. Foresters: Krankenhaus. 5. Leicesters: Gaswerk. Die Züge rücken vom Quai ab, sobald sie vollzählig sind. Sobald die Ba- taillonsstäbe sich an Land eingerichtet haben, ist ein Verbindungsoffizier zum Brigadestab zu senden. 5. Flughafen und Seeflugstation. 8. Foresters halten sich bereit, sofort nach Sola abzurücken, ohne auf Fahrzeug ober Gepäck zu warten. Es ist von entscheidender Wichtigkeit, daß der Flughafen am gleichen Tage in Besitz genommen wird, an dem die Landung stattfindet. Eine schwache Nachhut kann auf dem Bataillonssammelplatz zurückgelassen werden, um alles das zu bewachen, was der Mann nicht auf dem Marsch bei sich tragen kann. Dieses Gerät wird nach Sola nachgeführt werden, sobald Transportmittel beschafft sind. Beim Eintreffen in Sola muß wenigstens eine Kompanie so eingesetzt werden, daß sie den Flughafen unter Feuer nehmen kann. Bei der See- fhigftation wird es wahrscheinlich genügen, eine ständige Beobachtung einzurichten, vorausgesetzt, daß die Wege gut sind und eine Reserve zur Hand ist. 6. Hafenwache. 1./5. Leicesters. Ohne Erkundung an Ort und Stelle ist die Zahl der für örtliche Verteidigung notwendigen Kräfte nicht zu schätzen. Es ist beabsichtigt, diese so schwach wie möglich zu halten und den Rest des Bataillons als Reserve des Truppenführers zur Verfügung zu halten. 7. Luftschutz. Obgleich Skizzen über die feindlichen Flugzeuge vorhanden sind, gehört Erfahrung dazu, um Freund und Feind in der Luft zu unterscheiden. Der folgende Befehl gilt für die gesamte Truppenabteilung : Gegen Flugzeuge ist nur banij Feuer zu eröffnen, wenn feindliche Kennzeichen sichtbar sind oder das Flugzeug feindselige Handlungen unternimmt. 8. Verwaltung, a) Verpflegung ist in Kästen zu je 12 Portionen an Land zu bringen und auf den Bataillonssammelplätzen mederzulegen. b) Gepäckkommandos sind einzuteilen, um an den Quais Gepäck auszuladen unb zu sammeln, c) Hauptmann Wilson hat Fahrzeuge gegen Ermietung beizutrdiben. Hauptmann Tandy hat Verpflegung einzukaufen und ein Verpflegungslager einzurichten. Der leitende Sanitätsoffizier hat sich mit den zivilen Sanitätsbehörden in Verbindung zu setzen, d) Hauptmann Larsen steht zunächst Hauptmann Tandy und Hauptmann Wilson zur Verfügung. Weitere Dolmetscher werden sobald als möglich beschafft werden, e) Der Hauptmann beim Brigadestab hat die Einquartierung zu erkunden. Barnard Castle. gez. Unterschrift Brigademajor, 148 n m Jnfanterie-Brig. Auszug aus dem sog. „Stratford-plan". Erster Nachschub. 1. Allgemeines. Dieser Plan dient der Entsendung kleiner Infanterie-, Pionier- und zugeteilter Truppen nach 512, 547, 548. 2. Geheimhaltung. Die schärfsten Vorsichtsmaßnahmen sind zu ergreifen, um die Geheimhaltung der Operationen, die zur Durchführung des Planes notwendig sind, sicherzustellen. Zu diesem Zweck wird auf den Plan nie anders als mit seinem Code- namen hingewiesen, und dis zur Durchführung der Verladung wird der Bestimmungsort der Strert- kräjte niemanden mitgeteilt. 3. Stärke und Ausrüstung. Eine genaue Kriegs- gliederung und Stärke für die Trupp en teilung ist unter S. D. 1 (b) No. XXX 52 vom 2. Februar 1940 ausgegeben worden. Eine Abschrift ist im Angang A beigefügt. Ein besonderer Satz von G. 1098 Ausrüstung ist an die Einheiten ausgegeben worden. 4. Beziehungen zu den Ortsbehörden. Die Truppenabteilung ist in bezug auf Transport, Versorgung, Unterbringung, Lazarett und Ambulanzwesen vollständig auf die Ortsbehörden angewiesen. Es ist daher von wesentlicher Bedeutung, die engste Ver- 2In den britischen Konsularbeamten in Narvik, wiederholt für Marineattachä, Oslo von Direktor Marine-Nachrichtenabteilung. Bitte berichten Sie telegraphisch über die Möglichkeiten des Hafens von Narvik einschließlich folgender Einzelheiten: a) Länge der Kais, b) Tiefe des Wassers an ihrer Seite, c) Höhe der Kais über dem Hochwasser, d) Anzahl der Kranen und anderen Möglichkeiten für Entladung von Schiffen, e) Zahl und Ausdehnung etwaiger Transit-Schuppen, f) Zahl von Eisen- bahnanschlüssen zu den Kais in der unmittelbaren Nachbarschaft des Hafens, g) gibt es Untiefen in der unmittelbaren Nachbarschaft des Hafens, h) Maße der Flugplätze Skatorra und Bardufoß, i) führen irgendwelche Straßen zu diesen Flugplätzen? Bitte Untersuchungen mit größter Diskretion durchzittüh- ren und ihre Drahtberichte an MarineattachL Oslo wiederholen. Können Sie mir die folgenden Informationen für die Flugplätze Skatorra und Bardufoß geben: Ungefähre Maße, führen irgendwelche Straßen zu ihnen, sind beide Flugplätze für Landflugzeuge benutzbar, Entfernung von Tromsö und Narvik. Bitte behandeln Sie Angelegenheit als äußerst vertraulich. Gibbs. T. O. O. 1724/31/12/39. ♦ Don Tromsö an den britischen Konsul. Narvik 44 173. Ihre Nr. 1724 vom 31. Dezember Skattoeyra ist eine norwegische Marine-Wasserflugzeugstation, gelegen auf Tromsö-Inseln, etwa 4 Meilen nördlich vom Zentrum der Stadt durch Straße zu erreichen. Es besteht kein Landungsplatz für Landflugzeuge, und die Flughallen sind noch nicht serttggestelld Wsüerflugzsuge liegey eitet ebenfalls mit die volle Zufriedenheit erweckt hat, und Sie sollen ausgenommen bei weiterhin Die Obliegenheiten der Schiffskontrolle in t. o. r. 0930/74 t o. o. 1925/ Bon Admiralität. N. C. L. Roseberry ist zum Britischen Konsul für Narvik ernannt worden. Er verläßt das Bereinigte Königreich auf dem Luftwege am 8. April. N. Roseberry ist aus besonderem Anlaß zum Konsul in Narvik ernannt worden. Seine Ernennung bedeutet keine Kritik an der Art und Weise, wie Sie bisher Ihre Tätigkeit ausgeübt haben, An Admiralität London, 23 471. Admiralität 2 Wasserkraftstationen für Stadtversorgung I NYGAÄRDS»<5tation 8 Meilen Ostnordost. 10 000 Pferdestärken II HAAKVIDAL 3 Meilen südlich 3000 PS, ferner Erzgesellschaft Reserve-Diesel-An- lage 10 000 PS, alles 50 Perioden unb’220 Bolt. Die norwegische Eisenbahn arbeitet ebenfalls mit der NYGÄÄRDS • Station, ausgenommen bei Trockenheit, wo sie den Strom von der Portus« Narvik wahrnehmen. Station in Schweden bezieht. 16/4/10. Spionageaustrag der britischen Admiralität an den britischen Konsul in Aarvik. (Uebersetzung aus dem Englischen.) Der britische Militär-Attachö-Gehilfe in Stockholm an den britischen Konsul in Narvik. Stockholm, den 14. Februar 1940. Lieber Konsul Kapitän! Hiermit möchte ich zunächst Maxton, meinen Hilfsarbeiter für vertrauliche Angelegenheiten, bei Ihnen einführen, den ich Ihrer Gnade empfehle. Er bringt einen Fragebogen mit, der in den langen Winterabenden für Spaß und Gaudium sorgen wird. Die Befehle der Admiralität gehen dahin, daß diese Sache, dalli, dalli, ohne Rücksicht auf Kosten zu erledigen ist. Ich schlage daher vor, daß Sie einen von Ihren klugen jungen Leuten mit einem Päckchen nach Tromsö schicken und daß er dort auf Antwort wartet und Sie Ihnen zurückbringt. Dann werden Sie, sagen wir, Smith, mit Ihrer und der Tromsöer Antwort zu mir herunterschicken, er muß aber den Brief unter seinem Hemd tragen, denn die Tatsache, daß er einen Brief bei sich führt, darf nicht bekannt werden. In der Zwischenzeit werden Sie einen schwedischen Einreisevelmierk für Smith besorgen, und zwar Hin- und Rückreise, und wenn das irgendwelche Schwierigkeiten macht, lassen Sie es bitte mich telegraphisch wissen. Als Grund für den Sichtvermerk ist natürlich Erholung anzugeben. Er muß mindestens für vier Tage gültig sein, da die Reise zwei Tage beansprucht. Ich beauftrage Maxton, 3nfor= mationen zu Punkt 11 unterwegs zu beschaffen. Ich glaube wohl, in Oslo wird man die Antwort auf Punkt 13 haben, aber alles, was Sie zur Bestätigung beitragen können, Tann nützlich sein. Wie Sie die Antworten für die anderen Fragen beschaffen, werden Sie selbst am besten wissen. Aber lassen Sie sich dabei nicht erschießen, wenn Sie es vermeiden können. Mit den besten Grüßen für Sie alle, Maxton wird Ihnen alles Neue erzählen. Ihr John Poland. Kann ich meine Lineale znruckbekammen? Sie werden hier dringend benötigt » Der Direktor der Marine-Nachrichtenabteilung an den leitenden Schiffskontrollbeamten in Narvik. 31. Januar 1940. Die Antworten auf die Fragen in dem beigefügten Fragebogen werden baldmöglichst erbeten. Es wäre zweckmäßig, wenn Teile von Informationen unter Bezugnahme auf die.Entsprechende Nummern vorgelegt würden, sobald sie beschosst sind. — Ich betone, daß das Bemühen, die Aus- fünfte zu erhalten, in keiner Weise ihre Stellung kompromittieren oder örtlichen Verdacht erwecken darf. — Vieles von dem, was sich auf Die Hajen- angelegenheiten bezieht, was besonders dringend benötigt wird, kann zweifellos wahrend der gewöhn lichen Arbeit beschafft werden. Geoffrey Cooke. Für den Direktor Der Marine-Nachrichten-Abteilung. Benötigte Auskünfte über Narvik. 1. Können neue und genaue Stadt- und Hafenpläne an Ort und Stelle erworben werden. P 2. Dor zwei Jahren mar benäM worden dafi ein umfangreicher Ausbau des Hafens für die nabe Zukunft zu erwarten fei. Nachrichten darüber, über6aupt dieser Ausbau fodge- schritten ist, werden benötigt zusammen mit alle verfügbaren Einzelheiten betr. Plane für -ö 3. Wieviel Einwohner hat Narvit zur Zeit? 4. Einzelangaben über d,e Auslademoglichkeit unO Anlagen und die gegenwärtig« oder geplante Le Nutzung des Marinestützpunktes in Ramsund werden besonders benötigt. 5. Einzelheiten werden benötigt über Die genauen Reparatur- und anderen Möglichkeiten der Luossa- Vara-Kerunaoadra — a./b. — (1. k. a. bs. Werft). 6. Angaben werden benötigt über Kohlenversorgung: a) Anzahl und Lage Der Lager, b) gegenwärtige oder normale Vorräte, c) größte Lagerfähigkeit. 7. Angaben werden benötigt betr. Treibstoffvorräte: a) Art Des Treibstoffes, b) Anzahl und Lage Der Tanks, c) gegenwärtige oDer normale Vorräte, d) größte Lagerfähigkeit. 8. Welche Nachrichtenmittel (Telephon, Telegraph usw.) sind verfügbar? 9. Mit Bezug auf die Verteidigung von Narvik: a) Können Sie bestätigen, daß fünf Geschütze oberhalb Ramsunds ausgestellt sind in der Nähe Der Einfahrt zu dem Lofoten-Fjord, und können Sie Die genauen Stellungen angeben? b) können Sie Einzelangaben machen betr. Kaliber, Schußweite unD Bestreichungswinkel Der Geschütze? c) können Sie bestätigen, daß die Verteidigung von Narvik in einer mobilen Batterie von vier Flakgeschützen besteht, Bofors-Typ, und Einzelheiten hierüber an- geben. ^.f. 18 305.. 10. Können Sie bestätigen, daß Narvik durch ein Küstenverteidigungsschiff mit 20-cm-Geschützen im Westfjord verteidigt werden wird ^ber verteidigt wird? Angaben werden benötigt bezüglich Beschaffenheit der Küste unter Dem Gesichtspunkt von Lan dungsmöglichkeiten und Streifpatrouillen usw. — 11. Würden Sie bestätigen, daß die Eisenbahn zwischen Narvik und Riksgränsen leicht sabotiert werden kann, bejahendenfalls werden Einzelangaben über die Stellen, an denen die Eisenbahn verwundbar ist, benötigt. u 12. Welche Hofenfahrzeuge sind ar Ort und Stelle zu beschaffen, vor allem Leichter, Schleppkähne und Schlepper? . „ . 13. Zusatz: Können Sie bestätigen, daß em Minen- depot auf dem Festland bei Kirkenes besteht und daß Minenleger in der Nähe auf Den Befehl warten, ein Minenfeld anzulegen? Auszüge aus den papieren des französischen Mrineaftachse in Oslo. Auszug aus der Beantwortung eines Fragebogens. (Uebersetzung aus dem Französischen.) Aufzeichnung für den Herrn Kapitän z. S., Chef Der F/M. t. 5. Gegenstand: EinsenDung von Informationen über Norwegen. Bezugnahme: Der Dortige Fragebogen Nr 1/40 Vtm 29. Januar 1940. Die Dortigen Telegramme Nr. 1058 vom 26. Ion. 1940. 9 Nr. 1187 vom 31. Jan. 1940. Meine Notiz Nr. 44/n vom 30. Jan. 1940. Ich habe Die Ehre, Den Empfang Ihres Fragebogens Nr. 1/40 vom 29. Jan. zu bestätigen. Es ist .nicht möglich, alle für eine Antwort erforderlichen Informationen an Ort und Stelle in Oslo zu sammeln, ich werde zu diesem Zweck sofort eine be- schleuniate Reise nach Drontheim und Narvik (sur etwa 8 bis 10 Tage) unternehmen In Erwartung der allgemeinen Aufzeichnung, Die ich "ach Nuckkehr von meiner Reise machen werde, lasse ich Ihnen die folgenden besonderen Informationen zugeyen. Route nach SchweDen ... Die norwegischen Militärs, Denen Die Frage unter dem Vorwand von Militärtransport nach Finnland gestellt wurde, haben trotz Der Vorteile, Die der Hafen von Bergen für eine schnelle Ausschiffung bietet, in aller Form davon abgeraten, im Hinblick auf Die lange Eisenbahnfahrt und die Schwierigkeiten, Die hieraus entstehen roürDen. Nur Die Häfen des Fjords von Drontheim und der Hafen von Narvik feien ihrer Ansicht nach für eine solche Operation geeignet ... Die norwegischen Militärs schätzen Die Stunden- geschwinDigkeit ihrer Eisenbahntransporte für den Fall von Operationen auf 20 Kilometer ... Die Karten von Norwegen, Die durch Das Dortige Telegramm Nr. 1107 vom 31. Januar 1940 angefordert wurden, wurden im lokalen Buchhandel vor dem Eintreffen Ihres Fragebogens beschafft. — Diese Einkäufe, Die bei verschiedenen Verkäufern vorgenommen wurden, haben in keiner Weise Den geringsten DerDacht oder Kommentar Hervorrufen können ... Landungsmöglichkeiien im Dronkheim-FjorD und in den Jlsvikbuglen. Verschiffungsmöglichkeiten längs Des Drontheim- Fjords. 1. der eigentliche Hafen von Drontheim. 2. Häfen längs des Fjords. Längsten ist 50 Meilen von Drontheim entfernt- und liegt an der direkten Eisenbahnroute nach Schweden. Es hat einen ausgezeichneten Tiefwasserkai. Idealer Platz für geheime Landungen. Wird oft benutzt als Hafen zur Ausladung von Holzmasse. 13. Februar 1940. Schiffsbüro des britischen Konsulates Fjord Gaten 25, Drontheim. Frage a) Länge und Tiefe Der Kais .. In Jlsvik- biigten ... Die vorgenannten sechs Schiffsdämme und Kais in Jlsvikbugten sind gut geeignet für Die Ausschiffung von Mannschaften und sind gut geschützt vor allem außer nordöstlichen Winden, bet denen große Schiffe dort Schwierigkeiten haben konnten. F. f. 19005 3n Oslo aufgefunhene Dokumente des norwegischen Außenministeriums. (Uebersetzung aus dem Norwegischen.) Das Außenministerium Oslo, den 17. Februar 1940 Streng vertraulich! Zusammenarbeit zwischen Finnland und England Norwegens Stellung Herr Staatsminister! Ich beehre mich mitzuteilen, daß die Gesandtschaft in Stockholm in einem vertraulichen Bericht vom 16. d. M. folgendes mitgeteilt hat: „Ich habe aus zweiter Hand von Oberst Bratt in Erfahrung ge- bracht, daß man erwartet, daß morgen ein Abkommen zwischen England und Finnland getroffen wird. Es wird angenommen, daß die englische Voraussetzung davon ausgeht, gleichzeitig Truppen in Sergen, Trondheim und Narvik zu landen. Man glaubt, daß Churchill unter Berücksichtigung der Eissituation im Oeresund und der Schwierigkeiten, die ein größerer Teil Der deutschen Flotte haben wird, die Durchfahrt ins Werk zu setzen, diese Aktion so schnell wie möglich durchführen will." Für den Außenminister gez. O. Tostrup. Das Außenministerium Oslo, Den 17. Februar 1940 Streng vertraulich! Der Krieg Finnland—Sowjetunion Schwedens Stellung Herr Staatsminister! Ich habe die Ehre mitzuteilen, daß die Gesandtschaft in Stockholm in einem vertraulichen Bericht vom 16. d. M. folgendes mitgeteilt hat: „Nach einem Ausspruch, der heute nachmittag von einer Stelle innerhalb des schwedischen Außenministeriums gefallen ist, soll nichts eigentlich Neues in dem Verhältnis eingetroffen fein, das bereits feit einiger Zeit geherrscht hat, nämlich, daß Finnland darauf hinweist, daß es notwendig ist, militärische Hilfe zu bekommen, und daß man von schwedischer Seite versuchen will, die freiwillige Hilfe zu vergrößern, aber an der Neutralität festzuhalten." Für den Außenminister gez. O. Tostrup. Protokoll der norwegischenRegierungs- konferenz am 2. März um 18 Uhr. Der Außenminister teilte mit, daß der englische Gesandte heute um 15 Uhr hatte wissen lassen, daß die Alliierten Truppen zur Hilfe für Finnland fern Den wollen und Daß in Diesem Falle Der Durchmarsch durch Norwegen und Schweden geschehen müsse. Diese Ankündigung war eine vorläufige. Hs sollte eine formelle Ankündigung mit der Anfrage wegen des Durchmarsches später gegeben werden, nachdem von hier aus eine vorläufige Antwort erteilt worden war. Der Außenminister hatte geantwortet, daß diese Sache auf jeden Fall und nachdem sie innerhalb der Regierung geprüft und auch vom Auswärtigen Ausschuß behanoelt worden sei, dem Storting vor- gelegt werden mußte, denn ohne dessen Zustimmung könnten Truppen remDer Mächte nicht Das LanD passieren. Auch der ranzösische GesanDte hatte Den Außenminister aufge ucht unD gab Die Unterstützung seiner Regierung für Das Ersuchen Englands kund. Der Außenminister hatte mit Dem schwcDischen Minister Des Aeußeren konferiert, und der Staatssekretär Bull soll nun heute abend nach Stockholm reifen, um an Ort und Stelle den Standpunkt der schwedischen Regierung kennenzulernen und über die Form für die Antwort auf die Anfrage der englischen Regierung zu verhandeln. Der Außenminister brachte einen Entwurf für die Antwort an England vor. Die Antwort weist auf die neutrale Stellung der norwegischen Regierung hin und hält an dieser fest. Die norwegische Regierung will sich nicht freiwillig in Den euro- päischen Krieg hineinziehen unD Das Land zum Kriegsschauplatz für Die Truppen Der Großmächte machen lassen. Der Staatssekretär war mit Dieser Antwort einverstanden. T o r p ebenfalls, wenn aber Die englischen und französischen Truppen denn- noch kämen, sollen wir uns da mit Protest begnügen oder Vorkehrungen treffen, um den Durchmarsch zu verhindern. Koht meinte, daß wir uns begnügen müßten zu protestieren. Wir sollen uns nicht so einstellen, daß wir auf falscher Seite in Den Krieg hineinkommen, wenn wir.es nicht vermeiden können, hineingezogen zu werden. Stoe- st a d meinte, daß wir denselben Weg wie Schweden einschlagen müßten. Koht war Damit einver- l'tanDen, aber nach Dem, was vorliege, sei Die schwe- dische Regierung bestimmt Dagegen. Cie: Wir müssen Darauf aufmerksam sein, Daß auch hinterher noch etwas kommt. Wenn nun Eng- lanD keine Hilfe nach FinnlanD schickt, weil sich SchweDen und Norwegen dem Durchmarsch entgegengestellt haben, was dann? Kann es nicht politisches Spiel sein, um die Verantwortung für Finnlands Niederlage auf Norwegen und Schweden zu schieben? Bull sollte nicht mit einem fertigen Stand- punkt abreifen. Wir müssen eine endgültige Stellungnahme zu der Sache am Montag treffen. Koht: Einverstanden. Wenn Schweden mitgeht, können wir Dem nicht entgehen. Hindahl: Der Staatsminister hat es so auf* gefaxt, Daß, wenn Bull reifen soll, er Den Stand- punkt Der norwegischen Regierung mitnehmen möge, aber natürlich, um ihn mit Der schwedischen Regierung zu überprüfen. Es gehen Friedensgerüchte um, und sicherlich ist etwas an diesen Gerüchten, sie haben in Den letzten Tagen festere Formen erhalten. Das, was hier vorliegt, kann ein diplomatischer Zug fein, um zu erhindern, Daß in Finnland Frieden wird, — ein Versuch, die Front Der Alliierten auszuweiten. Lassen wir uns darauf ein, so sind wir im Krieg sowohl mit Rußland als auch mit Deutschland. Ich meine, wir müssen nein antworten, wenn Schweden sich entschließt, ja zu sagen. Es sind gespannte Verhältnisse in SchweDen, und es läßt sich denken, daß SchweDen nun ja sagt. Aber wir müssen Die Sache erneut prüfen, wenn Bull am Montag zurückkommt. Dann müssen wir Die Sack)e auch mit Dem Storting durchgehen. Dorp teilte mit, daß auf der Versammlung Der Internationalen Leon Blum gesagt hätte, Daß Truppen in Frankreich bereitständen und nach Finnland reisen wollten, nachdem von Dort Darum aebeten wäre, und daß eine Million norwegischer Kronen auf getauft worden sei, um hier die Versorgung sicherzustellen. Blum sprach aus, daß Dies Der Standpunkt des Senates sei. Wir müssen uns Den Ausweg offenhalten, Ja zu antworten am Montag, selbst wenn wir jetzt Nein antworten, wenn Schweden Ja sagt. Eine so wichtige Angelegenheit sollte mit Dem Zentralausschuß durchgeaangen werden, ehe wir zum Auswärtigen Ausschuß gehen. Koht: Wir müssen unseren Standpunkt Schweden mitteilen, uns aber Die Möglichkeit offen lassen. Den Schweden zu folgen, wenn sie ja sagen. Man sagt, daß die französische Regierung geteilter Ansicht ist, — falls Die nordischen Regierungen nein antworten. Bezüglich Der Friedensgerüchte weiß ich, daß in Der finnischen Regierung zwei Richtungen vorhanden sind. Das ist eine Fraktion, die Der Ansicht ist, Daß Finnland einen Frieden auf Der Grundlage Der russischen Forderungen schließen sollte. Eine nordische Friedensaktion wird vermutlich In Rußland gut ausgenommen werden, nicht aber ein deutscher Vorstoß in Dieser Richtung. Auf Anfrage von Wold teilte Koht mit, daß Der Grund Dafür, daß Schweden Finnland nein antwortete, Der war, daß Schweden nicht in Den Krieg Der Großmächte hineingezogen werden wollte. ßjungberg meinte, wir sollten Die Lage lieber zu düster als zu hell ansehen. Satzt Schweden ja, so müssen mir dasselbe sagen. Die politische Lage in Italien ist gespannt, sie haben uns Darauf vorbereitet, daß wir nicht fest Damit rechnen können, von Dort Kriegslieferungen zu bekommen. Cie: Wir müssen nicht Gefahr laufen, Daß auch die schwedische Regierung gegebenenfalls auf Den t Standpunkt Der norwegischen Regierung verweisen und sagen kann, Da können mir auch nicht. Hje 1 mtveit. Der Staatssekretär reist mit Dem Standpunkt der norwegischen Regierung, Der mit Der schweDischen Regierung behandelt werden soll. Wir müssen Den Standpunkt einnehmen, gemeinsames Vorgehen und uns die Möglichkeit offen halten, am Montag endgültig Stellung zu nehmen. Im übrigen ganz einverstanden mit Den Staatsmiyistern. Wold: Wir müssen unsere eigene Entscheidung treffen, aber endgültig erst, nachdem wir mit Schweden verhandelt haben. Der Staatsminister betonte, daß unser Standpunkt bei den morgigen Verhandlungen in Stockholm klar zum Ausdruck kommen mühte. Der Staatsminister teilte die Angelegenheit telephonisch an den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses mit. Die Regierung hielt es für absolut notwendig, den Auswärtigen Ausschuß sofort über Die Lage zu unterrichten. Hambro antwortete, Daß er er« mögen wolle, Den Ausschuß für Morgen einzuberufen. Referat, ausgenommen von Staatsrat hjelmivett. Persönlich möchte ich hinzufügen, Daß Der Beschluß, nein auf Die britische Anfrage zu antworten, einstimmig war. Die Voraussetzung war jedoch, daß die Frage erneut geprüft werden sollte, falls Schweden wider Erwarten Ja anroorten sollte. Ich mochte ferner erwähnen, daß einige Regierungsmitglieder von aktivistischer Denkweise recht infiziert waren: „Wir sollten militärisch teilnehmen, um Finnland zu helfen und damit Norwegen zu retten". Ich habe auf das Bestimmteste erklärt, diese Auffassung nicht teilen zu können, und mich so ausgedrückt, daß das Land, solange ich Staats- minifter bin, nicht freiwillig in den Krieg gehen würde. PS. Sonntag, 3. 3. Staatssekretär Bull hat aus Stockholm mitgeteilt, daß Schweden schon Samstagabend Nein geantwortet habe. gez. N. (NygaardsvolD). Norwegischer Bericht über Churchiil- auf Pressefrühstück in London. Oslo, den 15. Februar 1940. 2 Anlagen! Streng vertraulich! Die Neutralität Der nordischen Lander. Aussprüche des britischen Marineminister-. Herr Staatsminister! Ich habe die Ehre, als Anlage Abschrift eines streng vertraulichen Schreibens der Gesandtschaft in London vom 5. d. M. (Nr. 372) mit 1 Stück der damit eingesandten Anlage zur Kenntnisnahme zu übermitteln. Für den Außenminister gez. O. Tostrup. Anlage 1 Kgl. Norwegische Gesandtschaft. London, 5. Februar 1940. Nr. 372. 1 Anlage. Streng vertraulich. Berichte vom Pressemitarbeiter der Gesandtschaft: Churchill. An das Außenministerium. In der Anlage übersende ich Abschriften eines Briefes des Herrn Martinsen vom 2. Februar an mich. Herr Martinsen hatte mir vorher erzählt, daß er zusammen mit anderen Presselcuten zum Lunch eingeladen war, um Churchill zu treffen. Wir waren uns darüber einig, daß er sehr vorsichtig auftreten müßte, und das hat er sicherlich auch getan, gez. Erik Colban. Anlage 2. Geheim! Anlage. Von M. S. Martinsen 2. 2. 1940. An Herrn Minister Colban. Es waren Presseleute aus allen nordischen Ländern bei dem Frühstück zugegen, das Mrs. Philipmore heute für Mr. Churchill gab und bei dem er sich Luft machte und anfänglich über die Art und Weise bitter war, in der seine Rede mit Ratschlägen an die Neutralen ausgenommen worden war. — Er schloß mit dem Vorschlag, daß Norwegen und Schweden klar machen sollten, Finnland zu helfen, aber durch ihre Gesandten in London bitten ließen, Hilfe nach einem Plan zu bekommen, der geheim vorgelegt würde, und Gegenstand der Nachprüfung bliebe. Er erlaubte mir die Zufuhren zu erwähnen, denn ich hatte (während der halben Stunde, die wir auf Churchill warteten) mit seinem Amtsvorgänger (in der letzten Arbeiterregierung) Mr. Alexander hierüber gesprochen, der im Unterhaus und in Konferenzen in der Admiralität versprochen hatte, aufzupassen, daß wir Zufuhren bekämen. Er wußte um die Kleinlichkeit im Ministry of economic warfare und alle Schwierigkeiten, über die ersich beinahe lustig machte. — Wir sollten deshalb keine Angst haben, sagte Alexander. — Churchill war im Laufe des Gesprächs sehr bitter über die Aufnahme, die seine berühmte Rede bei den Neutralen gefunden hatte. — Aber er verstand unsere Reserviertheit und auch, daß wir nicht bereit sind. — Ich erklärte ihm, daß wir nicht weiter sind als England in den Tagen von München, da lachte er b'tter. — Er raste die ganze Zeit gegen Norwegen und Schweden, besonders Schweden (wohingegen er Dänemark bereits „abgeschrieben hätte". Es wäre nicht ratsam, Dänemark zu verteidigen, von dem er offen sagte, „es würde früher oder später von Deutschland genommen werden".) Das schwedische Erz sollte nicht nach Deutschland gebracht werden, und er behauptete, daß es von Narvik innerhalb der Dreimeilengrenze ginge, und deshalb fand er häßliche Worte gegen Norwegen, er nannte schließlich die drei Schiffe, von denen er meinte, daß sie innerhalb der Dreimeilenzone torpediert worden wären. Da mußte ich erneut widersprechen und erzählen, daß der norwegische Außenminister im Storting nachgewiesen hatte, daß die drei Schiffe nicht torpediert worden waren, und daß zwei außerhalb der Dreimeilenzone gesunken sind. — Er hatte nichts über den Bericht des norwegischen Außenministers gehört. (Ich habe dem Daily Hercüd eine kurze Mitteilung darüber eingesandt, da dieses Blatt seinerzeit danach fragte. Man druckt es aber jetzt kaum, da man darauf aus war, daß die drei Schiffe innerhalb unserer Hoheitsgewässer torpediert wurden. —) Churchill wollte das Oel aus Rumänien aufgehalten haben, gab aber zu, daß das sehr schwierig wäre. — Dann wütete er weiter gegen das schwedische Erz, räumte aber ein, daß am Tage, nachdem das Erz angehalten wurde, „Stockholm bombardiert würde", wie er mit zynischer Schläue sagte. Und nachdem er etwas gegessen und vor sich hingeträumt hatte, stimmte er mit mir überein, daß nordische Staatsmänner Grund dazu haben, sich zweimal zu bedenken, ehe sie Land und Volk ins Unglück stürzen. Er einigte sich mit Mr. Alexander dahin, daß die beste Art, uns in den Krieg hineinzuziehen — was das große Ziel wäre — sei, daß wir uns auf Finnlands Seite schlügen. Er sah die Hilfe für Finnland als das wichtigste von allem an, die Alliierten aber könnten nur indirekt auftreten. Eine andere Sache wäre es, wenn die norwegischen Fjorde in Gefahr kämen. Da versprach er, daß die britische Flotte kommen sollte. Aber Truppen könnte England nicht schicken, da die Deutschen schwierig abzuwürgen wären, und er prophezeite immer wieder, daß der Krieg länger dauern werde, als er sich dies zu Beginn gedacht hätte. Je mehr man auf seine Worte hörte, die oft von Unkenntnis und Mangel an'unmittelbarer Unterrichtung geprägt waren, bekam man den Eindruck, daß die von Norwegen und Schweden geführte Politik die richtige ist. Mag sein, daß es Ungelegenheiten wegen des schwedischenErzes geben wird. DieSchwe- den sagen, daß man seine Bedeutung übertreibe, und daß die Deutschen in den umliegenden Ländern auch Erzgruben haben und sich ohne das schwedische Erz behelfen können. Churchill meinte, die Schweden sollten zu den Deutschen sagen, daß man leider die Zufuhren aufhalten müsse, aber daran sei die finnische Sache schuld, der Norden müßte alles selbst haben, und viele Bergleute seien mobilisiert. Man schaffe es vorläufig nicht, etwas zu senden. Er verlangte von uns das Versprechen, daß kein Erzschiff von Narvik innerhalb der Territorialgrenzen fahren dürfe. Und durch unseren Gesandten in London sollten wir unsere Ansprüche wegen der Zufuhren vorlegen, er würde dann dafür sorgen, daß wir nicht zu kurz kämen. Er glaubte, daß Norwegens Souveränität von England garantiert wäre (was ich auch berichtigen mußte), und er erklärte, daß er sich nicht darin fiüden könnte, wenn sich jemand an unserer Küste festsetzte. Und zynisch sagte er, daß man im Stillen ab und zu wünschen könnte, die nordischen Länder gingen auf der anderen Seite mit, so daß man die strategischen Punkte, die man brauche, auswählen könnte und sonst nichts weiter. Das war häßlich gesprochen, und es blieb eine Weile eisiges Schweigen. Darauf versicherte er erneut, daß er die Schwierigkeiten der Neutralen verstände, und erklärte, warum die Allierten siegen müßten, daß die Deutschen in der Kaiserzeit viel stärker gewesen wären, daß sich die Unsicherheit in Deutschland verbreite, aber daß es Zeit brauche. Und er schilderte meisterhaft die Grausamkeiten der Deutschen zur See, meinte, es wären ausgesprochene Schwächezeichen, und hoffte, daß die Amerikaner bestimmt mit dabei sein wollten, den Frieden zu garantieren und bei der Losung ökonomischer Probleme mitzuhelfen, wenn der Krieg vorbei sei. — Aber Norwegen und Schweden sollten sich über die Linie besprechen, die sie im Falle eines Krieges zu befolgen gedächten, und was sie zur Unterstützung brauchten und erwarteten. Und das sollten sie durch ihre Gesandten in London vorbringen, je eher, desto besser, sagte er. Dies letztere unterstrich er mehrmals. Ihr ergebener gez. M. Martinsen. Die Well unter dem Eindruck der deutschen Enthüllungen. AachhattigesEcho in Dänemark. Kopenhagen 28. April. (Europapreß.) Mann ür Mann lauschte Dänemark den Worten des ^eichsa.lßenministers v. Ribbentrop. In allen Gast- tätten der Hauptstadt war die Uebertragung der Rebe zu hören. Mit gespannter Aufmerksamkeit olgten die Besucher den Worten. Aeußerste Verblüffung war auf allen Gesichtern bei den Berichten über die norwegischen Dokumentenfunde, die jedem Zuhörer klarmachen mußten, welcher Verrat von den Westmächten gegen die Freiheit des Nordens geplant war. „Die größte diplomatische Sensation des Krieges" — „Eine Bombe schwersten Kalibers" — „Vernichtende politische Enthüllung des egoistischen Spiels der Westmächte" — so lauten die Schlagzeilen der Kopenyvgener Blätter. „Bei den schicksalhaften Anklagen gegen England, als von der früheren norwegischen Regierung und dem rüheren norwegischen Außenminister Koht die Rede war, muhte man sich daran erinnern, daß noch nicht drei Wochen verstrichen sind, seit der erste deutsche Soldat norwegischen Boden betrat", chreibt „Politiken". „Es bedurfte eigentlich des deutschen Weißbuches nicht, um uns zu zeigen, daß es die Haltung und die Handlungen der Westmächte waren, die die Ereignisse in Skandinavien in Bewegung brachten", betont das Blatt. ,;3n diesem Krieg, der eine Walstatt suchte, hatte sich in gewissen Kreisen der Westmächte die Auffassung befestigt, daß die skandinavischen Länder sich als Operationsbasis gegen Deutschland eigneten, weshalb man in Druck und in Reden die Betrachtungen geltend machte, es fei kein Grund, die neutralen Länder nicht zu einer Stellungnahme für oder wider zu zwingen." Churchills Reden ließen darauf schlie- ;en, daß er diese Auffassung geteilt habe. Sei er es doch gewesen, der die Verantwortung für die beiden ernsthaften Verletzungen der norwegischen Neutralität trage: die Cossack-Affäre und die Minenlegung vor der norwegischen Küste, die alles weitere ür Dänemark und Norwegen mit sich gebracht hätten. Nur habe man in London nicht mit der Schnelligkeit und Kühnheit gerechnet, mit der Deutschland diese Anschläge beantwortet habe. GroßeSesriedigung in Schweden S t o ck h o l m, 29. April. (Europapreß.) In schwedischen Kreisen ist man von der Feststellung des Reichsaußenministers von Ribbentrop über die Neutralität Sch w e d e n s äußerst befriedigt. Schweden habe damit eine neue Versicherung der riedlichen Absichten der Reichsregierung erhalten, die sicher auch im Lande mit größter Befriedigung ausgenommen werde. Die von der Reichsregierung der Oeffentlichkeit übergebenen Dokumente würden in Schweden bestimmt mit Aufmerksamkeit studiert werden. Die Feststellung Ribbentrops, daß Norwegen schon vor der Verletzung der Neutralität durch England und vor dem Einmarsch Deutschlands bereit war, sich auf die Seite der Westmächte zu stellen, habe in schwedischen Regierungskreisen Ueberraschung ausgelöst. Die Bekanntgabe der Einzelheiten über die Landungsabsichten und Kriegsausweitungsbestrebungen Englands stellen eine Sensation dar, die alles in den Schatten stellt. „Dagens Nyheter" schreibt, daß die deutsche Regierung seit Ausbruch des Krieges weit mehr Energie gezeigt habe als die Westmächte. Mit Zufriedenheit nimmt das Blatt auf die Feststellung Bezug, daß Schweden von sich aus alles getan habe, um eine strikte Neutralitätspolitik zu befolgen. „Stockholms Tidningen" stellt fest, daß sich der deut- che Außenminister an hervorragender Stelle mit der Neutralität Schwedens befaßt habe, was in Schweden begrüßt werden müßte. „Socialdemokraten" betont, mit welchen freundschaftlichen Gefühlen man in Schweden die Erklärung Ribbentrops ausgenommen habe. „Was Ribbentrop über die schwedische Neutralitätspolitik gesagt hat, ist vollkommen richtig", chreibt das Blatt. Größtes Zntereffem Moskau. Moskau, 28. April. (DNB.) Besonderes Interesse finden in Moskau naturgemäß die vom Reichs- außenmimster aufgedeckten Zusammenhänge zwischen der sogenannten „F i n nla n d h i lf e" und den britischen Angriffsplänen gegen Deutschland. Man hatte sich auch in Moskau vor allem seit Ausbruch des Konflikts mit Finnland, mehr als zu oft von der systematischen Spionage- und Wühlarbeit des britischen Secret Service in Skandinavien überzeugt. Nunmehr haben jedoch die vom Reichsaußenminister vorgebrachten neuen Beweise für die britische Kriegsausweitungspolitik im Norden die wahren Absichten vollends dokummentarisch belegt, die England unter der Tarnkappe der Humanität verbarg und mit dem Aushängeschild der Finnlandhilfe versah: Skandinavien und insbesondere Norwegen zum Waffenplatz und Aufmarschfeld gegen Deutschland zu machen. Die Veröffentlichung des deutschen Weißbuches über die britischen Kriegsausweitungspläne und die in ihm enthaltenen Schriftstücke haben der von der britischen Propaganda immer wieder vorgeschickten Phrase vom sogenannten Schutz der kleinen Staaten endgültig den Todesstoß versetzt. Was der Reichsaußenminister über die zweideutigeRolle Norwegens in diesem britischen Intrigenspiel gesagt hat, wird in Moskau mit dem in der Sowjetpresse wiederholt gemachten Hinweis unterstrichen, daß Norwegen seine in der Welt anerkannte Stellung als neutrales Land mißbrauchte und damit eine gefährliche Spekulation trieb, die es schließlich zum willenlosen Werkzeug bes1 englisch-französischen Kriegsblockes machte. Großes Aussehen in USA. N e u y o r C, 29. April. (Europapreß.) Die Erklärung des Reichsaußenministers v. Ribbentrop und das vierte deutsche Weißbuch beherrschen am Sonntag das Gesicht der nordamerikanischen Presse. Unter riesenhaften Ueberschriften über sämtliche Spalten wie „Die Deutschen beweisen, daß die Westmächte als erste die Invasion planten", „Ribbentrop enthüllt Geheimnisse" gibt die gesamte nordamerikanische Presse den vollen Wortlaut der Rede des Reichsaußenministers wieder und zitiert ausführlich das deutsche Weißbuch. Die Form der Aufmachung läßt das ungeheure Interesse erkennen, das den deutschen Enthüllungen in den USA. entgegengebracht wird. Aus Kongreßkreisen liegen bis jetzt nur Erklärungen des republikanischen Abgeordneten Hamilton Fish und des Abgeordneten von Neuyork, Bloom, vor, die beide in die Feststellung einmünden, daß die Vereinigten Staaten mehr denn je auf ihre Neutralität bedacht sein müssen. Die amerikanische Presse hat schon seit mehreren Monaten immer wieder Aeußerungen englischer Staatsmänner und Zeitungen wieder- gegeben, die von der Notwendigkeit einer militärischen „Hilfeleistung" zuerst für Finnland und spater für die angeblich bedrohten skandinavischen Länder sprachen. Diese der Weltöffentlichkeit übergebenen Dokumente liefern den einwandfreien Beweis dafür, daß diese Aeußerungen die propagandistische Vorbereitung für die Durchführung eines bereits in allen Einzelheiten ausgearbeiteten Planes waren. Oer Eindruck in Holland. A m ft e r d a m , 28. April. (Europapreß.) Die Erklärung des Reichsaußenministers von Ribbentrop wurde in Holland von Zehntausenden von Rundfunkhörern mitgehört. Politisch interessierte Kreise halten in Amsterdam mit abschließenden Aeußerungen noch zurück. Immerhin kann als erster Eindruck ein Gefühl der Beruhigung fest- aestellt werden, da Ribbentrop sich so scharf dagegen wandte, daß die Westmächte bereits seit Jahresbeginn den Grundsatz der Neutralität bekämpft und zu entwerten versucht haben. Unter den Dokumenten, auf die der Reichsminister des Aeußeren in feiner Rede anspielte, haben besonders die auf die Verladung der englischen Truppen vor dem 9. April bezüglichen ihren Eindruck nicht verfehlt, weil sie die Glaubwürdigkeit der englischen und französt- schen Regierungserklärungen auf das ernsteste m Frage stellen. Besonderes Interesse finden die Umstände, unter denen diese Dokumente erbeutet wurden. Die Gefangennahme eines britischen Brigade- stabes bringt endlich die lange ausstehende Erklärung für die hinhaltende, unbefriedigende und aus- weichende Stellungnahme der englischen Wchrmacht- berichte aus Norwegen. Der Widerhall in Italien. Oie Heuchelei der plutokratien am Pranger. Rom, 29. April. (Europapreß.) Der Nachweis der unwahrhaftigen Haltung Chamberlains und Reynauds, den Reichsaußenminister von Ribben- tropp vor dem Diplomatischen Korps erbracht hat, ist auch vom italienischen Rundfunk übertragen worden. Wohl hatte man in Italien den Erklärungen der Staatsmänner der Westmächte vor den parlamentarischen Körperschaften dieser beiden Staaten nicht den geringsten Glauben geschenkt und ihre Entrüstung über die entschlossenen Maßnahmen der deutschen Reichsregierung in Dänemark und Norwegen als Ausflucht empfunden. Trotzdem aber hat in der italienischen Oeffentlichkeit der von der deut- chen Reichsregierung gelieferte unwiderlegbare do- 'umentarifche Nachweis dieser Unwahrhaftigkeit der ährenden Staatsmänner großer Nationen vor den Üplomatischen Vertretern der Staaten der ganzen Welt den tiefsten Eindruck erweckt. Chamberlain, Reynaud und Halifax, so äußert man sich in politischen Kreisen Roms, sind vor der Welt als gemeine Lügner gebrandmarkt worden. 'Ihr Lügengewebe, das einen verhüllenden Schleier über die eigenen schändlichen Pläne im No wen Europas, auf den Gegner aber die unzählige Male selbst begangene Mißachtung der Souveränität und Unabhängigkeit friedlicher.Völker abwälzen sollte, ist von Ribbentrop mit einem energischen Griff zerrissen worden. Man weist in Roms politischen Kreisen weiter darauf hin, daß unter diesen Umständen d i e Haltung Italiens die internationale öffentliche Meinung nicht in Erstaunen setzen werde. Diese Haltung fei bestimmt durch die Probleme, die in bezug auf die Stellung und die Sicherheit Italiens aufgeworfen würden. Aus diesem Grunde verbleibe, wie dies der Vorsitzende der Kammer der Fascio und Korporationen, Dino Gr and i, am Samstag betont habe, Italien nicht am Rande des Konflikts, durch den Europa gegenwärtig durcheinandergeworfen würde, und der fchick- falhaft dazu bestimmt 'erscheine, sich zu verallgemeinern. „Voce d'Jtalia" bezeichnet die Enthüllung des Reichsaußenministers von Ribbentrop als entscheidend für die Beurteilung der kriegerischen Ereignisse in Norwegen. Ueberraschend seien diese Enthüllungen allerdings nicht gewesen: denn sie hatten lediglich durch umfangreiches Beweismaterial das bestätigt, was man bereits gewußt und vor allem geahnt habe, nämlich, daß die Westmächte unter souveräner Verachtung der Rechte der Neutralen sich zum Ueberfall auf Skandinavien anschickten, unter der üblichen Behauptung, sie hätten heilige Pflichten zur Rettung der Menschheit zu erfüllen. In Wirklichkeit hätten sie die kleinen Länder einschüchtern wollen, die sich nicht freiwillig dazu bereitfänden, ihre Haut und ihr Geld für die Westmächte zu Markte zu tragen. Das Blatt nennt Deutschlands Vorgehen durchaus gerechtfertigt; denn wenn Großbritannien die norwegische Neutralität verletzen könne, um seine Kriegspläne zu fördern, sei es einleuchtend, daß Deutschland mit der gleichen Waffe antworten müsse, um sich zu verteidigen. Alles erscheine heute klar: Die Westmächte hätten in Norwegen nicht nur ein neues Mittel gesucht, um die Blockade gegen Deutschland zu schließen, sonder auch ein Landungsgebiet, um gegen Deutschland eine neue Kampffront aufzustellen und den Konflikt zu erweitern. Frankreich und England seien mehr denn je darauf bedacht, sich neutraler Länder und Menschen zu bemächtigen, um sie in den Konflikt hineinzutreiben und soweit wie möglich ihre eigenen Menschen und Gebiete zu schonen. Diese Versuche dauerten fort. Man müsse daher über d i e Länder Südeuropas und des Balkans wachen, wo die Westmächte ihre Umtriebe ebenfalls mit dem gewaltigen Geschrei über angebliche Angriffsdrohungen Deutschlands und Italiens zu begründen versuchten, um dann mit der klassischen Rettungsmission Englands und Frankreichs aufwarten zu können. Dieses Ziel fei aber zu offenkundig. Regierungen und Völker feien gewarnt. Die „Stampa" schreibt, die Dokumente bewiesen nicht nur das Vorhandensein eines englischen Planes zur Invasion in Norwegen, sondern auch das Einverständnis der ehemaligen norwegischen Regierung. Diese Regierung habe sich daher nicht nur des Hochverrats gegenüber ihrem Volk, sondern auch der Vorbereitung eines wahren und eigentlichen Angriffs gegen Deutschland schuldig gemacht. Es sei zu erwarten, daß die Veröffentlichung dieser Dokumente eine besonders starke Wirkung auf die neutralen Staa- t c n haben werde. „I l Regime Fascista" schreibt: „Mit den deutschen Dokumenten wird unwiderruflich der Beweis erbracht, daß die Westmächte seit langem beschlossen hatten, Skandinavien zu besetzen, und daß sie diese Operation mit umfassenden Besprechungen und einem ausgedehnten Spionagenetz vorbereitet hatten. Die Mitschuld der Regierung von Oslo bei der geplanten Truppenlandung der Westmächte sei erwiesen. Deutschland sei dieser Landung um wenige Stunden zuvorgekommen. Das wahre Gesicht der jüdischen Plutokratien werde damit enthüllt. Während ihre unverschämte Propaganda immer noch behaupte, daß die Westmächte für ein neues, freies Europa und die Unabhängigkeit der kleinen Staaten kämpften, hätten sie heimlich unter dem Einfluß verdächtiger Geldinteressen jene kleinen Staaten in Fesseln legen wollen, die Fe schon durch die internationale Hochfinanz beherrschten. Wie die ersten Engländer in Norwegen gefangen wurden. DNB. In Norwegen.....28. April (P. K.). In einem mit bewunderungswertem Tempo durchgeführten Vormarsch haben die deutschen Truppen das Gebiet nördlich Oslo zwischen dem Nands- fjord und dem Mjoefa-See sowie zu beiden Seiten dieser großen Gewässer bis zur schwedischen Grenze und weit westwärts in Besitz genommen. — Durch eigene schwere Waffen und durch Artillerie und Panzer verstärkte Infanterie-Einheiten trieben und treiben den Gegner verfolgend vor sich her. An einzelnen Stellen mußte feindlicher Widerstand gebrochen werden, während die Begegnung mit norwegischen Streifabteilungen eine schon alltägliche Begleiterscheinung des Vormarsches ist. Obwohl die Stadt Ha mar unversehrt in deutsche Hände fiel, mußte das auf der anderen Seite des Sees gelegene Gjoevik mit Nachdruck genommen werden. Weiter nördlich kam es dann bei Asmarka erneut zu einem Gefecht, und als die Truppen schließlich vor Lillehammer eintrafen, wohin vor allem deutsche Feldhaubitzen und Panzerkampfwagen dem Gegner seinen Weg beschleunigt.haben, stellten sich ihnen zum ersten Male auch Engländer entgegen. Das Auftauchen der olivgrünen Uniformen steigerte den Angriffsschwung der Infanterie und Panzerschützen noch mehr. Infolge von stärkeren und besetzten Sperren vor Lillehammer stellte sich das Spitzenbataillon, unterstützt von Panzern, zum Angriff. — Einen kühnen Vorstoß unternehmend, gelang es einem Oberleutnant und 10 Mann, in die eigentliche Stadt einzudringen. Plötzlich sah sich dieser Stoßtrupp einem Haufen fremdartig uniformierter Menschen gegenüber. Den flachen Stahlhelm ins Auge fassend und seinen Leuten laut zurufend: „Engländer vor uns" war für den Oberleutnant, zu'ammcn mit dem blitzschnellen Gedanken, sie möglichst gefangen zu nehmen, eins. Ueberrascht folgte der Gegner und ließ sich entwaffnen. In Lillehammer, zwischen dem schönen Gud- brandsdal und dem Mjoessa-See endete also das erste Hilfsunternehmen der Briten für Norwegen mit der Zurücklassung eines Haufen? entmutigter Gefangener, und im Straßengraben des Weges nach Tretten liegen mit zerbrochenen Achsen die Kraftfahrzeuge des" Expeditionskorps. Die gefangenen Engländer — darunter mehrere Offiziere, machten einen völlig deprimierten Eindruck. Die Mannschaften sind meistens armselige junge Kerle aus der englischen Provinz, Handwerker und Arbeiter vor allem. Bei dem Schritt der Gefangenenwache horchten sie erschreckt auf und fuhren ängstlich zusammen, wenn einmal aus Kontrollgründen besonders des nachts die Tür geöffnet wurde. Auf die erstaunten Fragen der deutschen Soldaten, weshalb sie so ängstlich und verschüchtert seien, kam zögernd die bange fragende Antwort, ob sie nicht erschossen würden. Ihren eigenen, völlig unwissenden Soldaten haben die Kriegshetzer in London die gleiche gemeine Lügenmär erzählt, wie den Polen, den Norwegern, den farbigen Hilfsvölkern: „Wen die Deutschen fangen, dem drehen sie den Hals um." — Wie jedem wehr- und waffenlosen gefangenen Soldaten wurde selbstverständlich nach ritterlichem Kriegsrecht auch diesen gefangenen Briten von den deutschen Truppen eine anständige Behandlung zuteil. Allmählich legte sich dann auch ihre Nervosität und zwischen zwei Bissen eines kräftigen Schlages aus einer deutschen Feldküche antwortete auf die Frage eines Feldgrauen, wie es ihm schmecke, ein junger Schuster aus Lester behaglich kauend: „Allright, very well! For me the war is out,, (Sehr gut, für mich ist der Krieg zu ende!) Seine Kameraden bestätigten diese Meinung mit lebhafter Zustimmung. Was das britische „Hilfskorps" für Norwegen im übrigen fast mit den deutschen Feldgrauen versöhnte, waren einige nicht unerhebliche Vorräte an leckeren Lebensrnitteln, die den Truppen in die Hände fielen, und die nun in dem Küchenzettel der Gulaschkanone Verwendung finden. — In Lillehammer wies die norwegische Polizei ein großes Depot mit Konserven, Butter, Biskuits, Tee, Zucker usw. nach, und fast in jedem Wagen der Engländer fanden sich ebensolche gefüllte Kisten, Kästen und Kanister vor. — Dazu gab es reichliche Beute an Waffen und Munition, Gerät und Ausrüstungsgegenständen: Granatwerfer, Panzergewehre, Karabiner, Maschinengewehre, Geschirre, Decken, Mäntel und vieles andere mehr. Der Mühe enthoben, den-eigenen Nachschub in Anspruch nehmen zu müssen, haben sich die Kompanien dieser deutschen Vormarschtruppen, die dem Engländer begegneten, auf 8—14 Tage restlos eingedeckt. So kam der.Tommy in Norwegens winterliche Berge, sah erstaunt und erschreckt zwischen den dunklen Tannen Stahlhelme auftauchen — und lief dann davon, wenn er nicht gefangen wurde. Aekheben» Schmidt.