Freitag, 29. März M0 rkai itr ( unter Einsatz sehr be U itärische Bereitschaft auf bringen, und ein erhebliche ore e Ponzer reine ^tuynarieu inurti, Das ist auch gar nicht die Absicht der Plutokratien^ sich einen ähnlichen Dreh, indem sie von einem Verhindern deutscher Uebergriffe faseln. Die englischen Kriegsschiffe seien in den norwegischen Gewässern, um Minen unschädlich zu machen, U-Boote zu versenken, sowie deutsche Flugzeuge abzuschießen, die das norwegische Leben bedrohen. Am Ouai d'Orsay ist etwas zu spät bemerkt worden, daß es s o nicht geht, daß die offene Drohung, die Neutralität nicht mehr zu respektieren, für die Plutokratien nicht günstig ist. Deshalb wurde eine andere Formel gesucht, deshalb wurde aus der offenen Drohung eine nicht weniger dreiste Frechheit, denn die Absicht der Plutokratien wurde dahin gedeutet, sie wollten nicht die Neutralität verletzen, sondern — Poli - zei in neutralen Gewässern sein. Nun ist die Dreimeilenzone nicht eine juristische Erfindung; sie ist aus dem praktischen Bedürfnis heraus entstanden, die Neutralität, d. h. die Unverletzlichkeit für das neutrale Land selbst wirksam zu machen. Auf dem Lande ist die neutrale Grenze ohne weiteres durch die Staatsgrenze gegeben, auf dem Meere muß sie in den Küstengewässern so liegen, daß die Schiffahrt, die zu den Lebensrechten eines neutra- len Landes gehört, nicht behindert werden kann. Das ist der Sinn der Dreimeilenzone, so daß, wer diese Zone nicht respektieren will, nicht etwa nur einen Neutralitätsbruch begeht, sondern eine offe.ne Kriegshandlung gegen das neutrale Land. Druck und Verlag: vrühlscheUnivttstlArdruckereiL Lauge In dänischen Hoheitsgewäffern versentt Kopenhagen, 28. März. (DNB.) Die Tot* pedierung des deutschen Dampfers „Edmund Hugo Stinnes" durch ein englisches U-Boot in der Nacht zum 24. März vor der westjütischen Küste war jetzt Gegenstand »ines Seeverhörs, das in Lemoig abgehalten wurde. Der Erste Steuern mann der „Stinnes" erklärte, daß sie zwei See* Meilen vor der Küste erfolgt sei, daß hieße innerhalb dänischen Seeterritoriums. Nachdem die Erklärungen zu Protokoll genommen roorx den waren, wurden weitere Mitglieder der Besatzung vernommen, darunter der Rudergänger, bet Erste Maschinenmeister, ein Jungmann usw. Ihrs Aussagen stimmten mit denen des Ersten Steuer- mann überein. Es handelt sich also einwandfrei um ein neues Verbrechen wie im Fall „Cossack". Engländer rauben amerikanische post. vlsschärften Mitteln vor. Darüber hinaus bemüht man sich allerwarts, zum v l unter Einsatz sehr beträchtlicher Mittel, die __] den letzten Stand zu „ .... erheblicher Teil der öffentlichen Mittel und des flüfsigen Kapitals wird für solche >ecke abgezweigt; selbst unter Hintanstellung sittlicher Aufgaben, die auf der Dringlichkettsliste 'urde * Mich, rki. stviehmt ei)D* t 41,5 fe 3,5, FW 10 bis 6 ceint nur. M Pn- », bl (12! ■g) 1,09, t » kg) 1» vprh'M xnien) itt, aßt > ft »erichtf hm bei wb ierlaut St Preisen x 30 bis; .50 M Zwei britische Flugzeuge abgeschoffen. Neutrales Hoheitsgebiet abermals verletzt Berlin. 28.Mürz. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Bei erfolglosen Angriffen einzelner britischer Flugzeuge auf Vorpostenboote in der Deutschen Bucht wurde durch deutsche Jagdflugzeuge ein britisches Vristol-Vlenheim-Flugzeug ab- geschossen. Von den feindlichen Flugzeugen, die in der Rächt zum 28. März abermals unter Verletzung dänischen, holländischen, belgischen und luxemburgischen Hoheitsgebietes über die deutsche Grenze ein- und ausflogen, wurde einbritifches ne Dlaha, M Faidt n und d!< berate dex bunt 1 N* Zen miebfl ) das meist in großer Aufmachung die offiziöse Verlautbarung wieder, wonach keine autorisierte Erklärung im Sinne der Notiz des „Ternps" abgegeben worden sei, in der jedoch in ebenso unzweideutiger Weise gesagt wird, daß Frankreich und England entschlossen seien, die P o l i z e i g e w a l t in den neutralen Hoheitsgewassern $ Ne» SS ,1161-1-. , 1-K . 36-7. . 76-1« i» ; 101-15 :. 136-1.! t. 171-2« bringen! »f. Gießfi ___—- auS-o! lüche» MW gutem ückt. denn was sie wollen, was aus der brutalen Drohung klar hervorgeht, das ist, daß Deutschland die Kriegsschiffe und U-Boote der plutokratischen Piraten m der Neutralitätszone aufsucht und niederkämpst^ Dann aber wäre es Deutschland, das die — Neutra^ lität verletzt hätte! So lassen sich die schwedi« sch en Erze nicht abfangen. 58. „Ernste Verwicklungen im Norden." Rom, 29. März. (Europapreß.) Von der italienischen Presse wird die ernste Tragweite der von halbamtlicher Pariser Seite gemachten Erklärung hervorgehoben, daß die Westmächte sich infolge des Auftretens deutscher Schiffe in den norwegischen Hoheitsgewässern seit Beginn der Feindseligkeiten als berechtigt betrachten, die Neutralität dieser Gewässer nicht zu achten und darin einen eigenen Kontrolldienst einzuführen. Diese Mitteilung habe in diplomatischen und neutralen Kreisenl Roms tiefen Eindruck gemacht. Man befürchte, daß ihre praktische Durchführung zu ernsten 23er* Wicklungen führen könnte. „Unabsehbare Folgen." Belgrad, 29. März. (DNB. Funkspruch.) Dis englisch-französische Anmaßung, die Rolle eines „Polizisten der Meere" spielen zu wollen, findet auch in der jugoslawischen Oeffentlichkeit stärksteAbleh- nung. In politischen Kreisen Belgrads sowie von den Zeitungen wird betont, daß eine weitere planmäßige Verletzung der nordischen Neutralität durch die Westmächte unabsehbare Folgen haben! könne. Stärkung der Abwehr in Güdofieuropa Von unserem Boe.-Verichierstatier. ter Englands in der Türkei und allen Balkan- Hauptstädten nach London zu persönlicher Berichterstattung. Es handelt sich nach Meldungen aus London, um den Botschafter in Ankara und die Ge- andten in Bukarest, Sofia, Belgrad, Athen und Budapest. Gleichzeitig wird, wie amtlich mitgeteilt wird, auch der Botschafter in Rom auf Urlaub tn England weilen und dem Außenminister zur Berichterstattung zur Verfügung stehen. Befehlsempfang für Reynaud. Genf, 29. März. (Europapreß.) Die englische und die französische Presse bringen Meldungen von Vorbereitungen zu einer Zusammenkunft zwilchen Chamberlain und R e y n a u d. Die beiden Ministerpräsidenten sollen eine gemeinsame Prüfung der militärischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Lage vornehmen. In Paris und London rechne man mit der Zusammenkunft für die allernächste Zeit. Annahme von Anzeige« für dre Mittagsnummer bis8'/?Uhr des VormittagS Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.'Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffell AbschlüsseMengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Was die Plutokratien dazu veranlaßt, ein neutrales Land wie Norwegen mit einer brutalen Kriegshandlung zu bedrohen, ist die Erkenntnis, daß der Krieg gegen Deutschland bisher im ganzen Umfang ein politischer, militärischer und diplomatischer Mißerfolg gewesen ist. Der verbrecherische Anschlag der Plutokratien gegen Deutschland hatte eiygestandenermaßen zur Voraussetzung, das Großdeutsche Reich ebenso einkesseln zu können, wie das 1914/18 mit den Mittelmächten gelungen war. Die Plutokratien hatten auch damit gerechnet, wie das der Fall der „Athenia" beweist, durch Verbrechen dieser oder ähnlicher Art eine Welle der Empörung gegen Deutschland bei den Neutralen zu entfesseln. Auch das ist daneben gelungen, denn die Politik und Diplomatie des Großdeutschen Reiches werden von dem staatsmännischen Genie des Führers bestimmt. Ohne neues Kanonenfutter, ohne neue Kriegsschauplätze, ohne Länder, die sich auf irgendeine Weise in den Krieg hineinzerren lassen, geht es für die Plutokratien nicht weiter. Der Versuch, einen neuen Kriegsschauplatz im Norden zu schaffen, schlug fehl, endete mit einer Blamage für die plutokratischen Betrüger. Im Südosten erweist sich die politische Taktik Deutschlands ebenfalls als überlegen, so daß für die Plutokratien unmittelbar die Gefahr droht, die ganze Wucht und Schwere des Krieges auf sich selbst nehmen zu müssen. Nur politische Abenteurer und gewissenlose Raffkes können auf den Ausweg verfallen, durch eine offene Kriegsdrohung gegen ein neutrales Land eine Verschärfung des Konfliktes zu erzwingen. Entscheidend ist, daß Norwegen oder ein anderes neutrales Land gegen Deutschland noch nicht die Beschwerde erhoben hat, die Hoheitsgewässer oder die Hoheitsgrenze verletzt zu haben. Also kann völkerrechtlich em anderes Land nicht für sich fordern, in einem neutralen Gebiet als Polizei tätig zu fein, wo sich für diese Polizei keine Möglichkeit findet, so zu handeln. a u s z u ü b e n. Der „Jour" unterstreicht diese Ausführungen besonders und fügt hinzu, es fei überflüssig, die Wich^ tigkeit dieser Haltung hervorzuheben. Der „Excelsior wirst den Kommandanten der norwegischen Torpedoboote Unkenntnis der Regeln der Neutralität vor und versteigt sich dazu, zu schreiben, den Norwegern sei es freigestellt, die „deutschen Uebergriffe" zu dulden. Das nehme ihnen jedoch jedes Recht, sich über die „legitimen Verteidigungsmaßnahmen" zu beschweren, die die Engländer vor der norwegischen Küste ergreifen würden. Bezeichnend für die in ganz Skandinavien herrschende Unruhe über den Beschluß der Westmachte, die Neutralität Norwegens in Zukunft nicht mehr zu respektieren, ist die Ueberschrift der Stockholmer Abendzeitung „Allehanda". Sie lautet: „Norwegens Neutralität in größter Gefahr. — Die We st Mächte wollen Polizisten in norwegischen Hoheitsgewässern spiele n." Als besonders bemerkenswert wird m dem genannten Blatt die Tatsache hingestellt, daß der Pariser Rundfunk in seinem skandinavischen Sendeprogramm den Beschluß der Westmächte mitteilte, wobei der Sprecher ergänzend hinzufügte: , Dieser Beschluß bedeutet mit anderen Worten, daß Frankreich und England aufgehört haben, Norwegen als ein neutrales Land anzufehen." „Aftonbladet" berichtet aus London, daß vor- läufig noch nicht entschieden sei, wie man m Norwegen vorgehen wolle und welches juristische Mäntelchen man dem rechtswidrigen Eingreifen umhängen könne. Die Fragen ständen aber leretts auf der Tagesordnung des Obersten Kriegs- rate 5 der Westmächte, der in den nächsten Tagen abqehalten werde. Die Sitzung soll diesmal in England stattfinden. „Aftonbladet" stellt in seinem Leitartikel fest, daß es Aufgabe der schwedischen Regierung sein müsse, den Standpunkt Schwedens zu den Absichten der Regierungen Englands und Frankreichs möglichst schnell und klar zu umreißen. Offene Kriegshandlum. Times" und „T e m p s", also zwei unverdächtige Mundstücke der Plutokratien, verkünden zu gleicher Zeit die Absicht der Westmächte, die skandinavische Neutralität nicht nur erneut zu verletzen, sondern überhaupt b e i s eite 3 u sch je - b en Der „Temps" macht das so: Die Plutokratien sehen es als ihr Recht an, die Neutralität der norwegischen Gewässer nicht mehr zu respektieren, da diese Gewässer seit Beginn der Feindseligkeiten „systematischen Neutralitätsverletzungen durch deutsche Schisse" ausgesetzt seien. Die «Tunes. lotsten D „MaK rta®1’ 8-1« Englands Güdost-Oiplomaten nach London berufen. Amsterdam, 29. März. (Europapreß.) Ein fiteres' Zeichen dafür, daß die Westmachte ihre il.ifmerksamkeit zur Zeit in erster Linie auf Sud- ) :t e u r o p a und den Nahen O st e n , sowie die vüglichkeit einer Ausdehnung des Krieges dorthin !cnzentrieren, ist die von Lord Halifax veran- dtzte Berufung der diplomatij.cheN VSLtksß Stockholm, 29. März. (Europapreß.) Die Äom.nentare über das Verhältnis der 233 e ft- Mächte zu den Neutralen, wie sie bisher in der französischen Presse zu finden waren, sind durch die kurze Ankündigung des „Temps", daß die Neutra litätdernorwegischenHoh eit s- gemässer von den West Mächten nicht mehr respektiert lyerden würde, in ein neues Stadium getreten. Die Blätter geben dazu großer Aufmachung die offiziöse Derlaut- Englands Krieg und die Neutralen. Von Wulf Siewert. Der englische Krieg hat wieder die Neutralen nt die schwerste Gefahr gebracht. Cs ist in der Geschichte der englischen Seekriege immer dasseldo BW. England erklärt die Blockade, verhindert dlL Schiffahrt und ruiniert den neutralen Handel, ohns sich um Völkerrecht oder Proteste zu kümmern. Roch der Formel „Recht ist, was England nutzt. wird das Seerecht willkürlich so gebogen, wie es. für die Zwecke des Krieges Englands praktisch rsta Es hat Zeiten gegeben, in denen England sämtliche seefahrttreibenden Völkern zwang, ihre Schiffe nur über englische Häfen als Kontrollstationen gehen zu lassen, wenn sie untereinander Handel treiben wollten. Dabei mußten die Schiffe 25 v. H. des Wertes der Ladung an England bezahlen. Auch das war eine britische Methode, reich zu werden! Sm beruhte darauf, daß man eine Machtstellung nach Kräften mißbrauchte. In dem neuen englischen Krieg hat sich die Lags nun insofern geändert, als der moderne Seekrieg andere Formen angenommen hat. Nicht allein, daß England mit feiner völkerrechtswidrigen Fern- blockade den Hungerkrieg gegen deutsche Frauen und Kinder führt, die Neutralen, die Deutschlands Nachbarn sind, mitblackiert, es greift auch rücksichtslos zu verbrecherischen Mitteln, um seine Ziele durch- zusetzen. Die britische. Admiralität zwingt die neu* träte Schiffahrt in minengefährdete Gebiete und setzt damit das Leben der neutralen Seeleute in unverantwortlicher Weise aufs Spiel. England kümmert sich nicht um die schweren Verluste, die es dem Leben und Eigentum der kleinen Neutralen zufügt. Im Gegenteil, der „Altmark"-Fall und andere Taten dieser Tage zeigen, daß Eng*, land auch nicht die Hoheitsgewässer der neutralen Staaten respektiert. Zahlreiche zynische AeußerungeN beweisen, daß England auch in Zukunft die neutralen Gewässer nicht achten will und wird. Das Neue an der heutigen Lage ist aber, daß Deutschland jede Maßnahme der Engländer mit ' Budapest, Ende März 1940. überblickt man heute, nach einem halben Kriegs- jjf):, ein paar Monate rückwärts die außen- ro itischen Meinungendes Südostens, )ie vielfältig schillern wie seine Staatlichkeit, so ■rt sich der Eindruck, daß im Südosten zeitweise wdiös und geräuschvoll auf der Stelle g e - :ri t e n wurde. Erst recht springt dies Bild in die Inen, wenn man die Tagesäußerungen mißt an )cr Verlauf des tatsächlichen Weltgeschehens. Nicht slim glaubte da und dort die Presse, entscheidende ßrnine an kündig en zu müssen, an denen schließ- ftd — nichts Erschütterndes geschah; Krisenherde Mecken zu können, wo schlimmstenfalls englische im französische Nachrichten-Agenten sich unruhe- stiftnd betätigten. Journalistische Leitartikel malten mt krampfhaftem Pinselstrich übertriebene „Ge- fpf en" für den Südostfrieden, dessen man sich im« ne noch ungestört erfreut, an die Wand. Das alles jiffib manchmal in merkwürdigem Gegensatz zu der Httblütigkeit der Staatsmänner dieser Länder, wo bo:i die' „Pressefreiheit" längst zeitgemäßen Bin- hingen Platz gemacht hat. >iese nervöse Reizbarkeit der erfteo, Kriegsmonate istjjetzt, deutlich spürbar, einer allseitig ruh i ge - rm Beurteilung der außenpolitischen Lage gewichen. Zwar ist es nicht so, als ob man sich hier- juinnbe dauernd mit FHedenspalmen über die G nze zuwinke und eitel Harmonie herrsche. Aber iowischen haben sich die europäischen Fronten im- m klarer abgezeichnet, und es wurde im Südosten b tri ff en, daß die Donau- und Balkanstaaten sich m-ier als Vollzugsorgane der Geschichte in die erste Rche schieben, noch zu den Ansangsnutznießern des |engen Krieges gehören können. Erst daraus hat fii’ eine Art von außenpolitischer Kollegialität ent- niL,6eIt, nämlich eine Annäherung und Anpassung dl Methoden im Vertagen der außenpolitischen PAibleme, ein stillschweigendes Einverständnis im giü) u 1 b i g e n Zuwarten u md M a ß h a l t e n. Ihn auch die öffentliche Meinung erlebt den Rück- ftcii des großen Ringens jetzt elastischer und weniger Piraten maßen sich Polizistenrolle an. England und Frankreich kündigen Vergewaltigung der norwegischen Treutraütat an Neuyork, 29. März. (DNB. Funkspruch.) EiN amerikanisches Flugboot der Strecks Lissabon—Washington mußte am Donnerstag wegen starker Gegenwinde eine nicht vorgesehene Zwi* schenlandungaufden Bermudas vornehmen, um seinen Treibstoffvorrat zu ergänzen. Von der englischen Kontrolle wurde dabei ein großer Teil der für die Vereinigten Staaten bestimmten Post zurückbehalten. Der Protest des Flugzeugführers machte auf die britischen Piraten keinen Eindruck. 'eRMf. "sä. TeG 3- Ech *)nen ! 3U Di;, ln9 N sr°d infe;, Her De, 8n Sch mer icyen. Hie Sorge um die Aufrechterhaltung des allge- rninen Lebensstandards und der Kaufkraft gesellt t daher zu den Wirtschaftsproblemen, die der fr egszustand, besonders die Ausdehnung und Ver- Itirfung des Blockadekrieges unmittelbar aufwirft. Lmn bisher die Wirtschaft des Südostens vor Uferen Erschütterungen bewahrt blieb, so ist das vr ganzen genommen der Stabilität des landwirt- chnftlichen Sektors dieser Agrarländer zu danken, issen günftige Entwicklung in erster Linie vom S^oßkunden Deutschland ermöglicht wird. Bibers liegen die Dinge bei der Rohstoffbeschaffung ü- die Industrien des Südostens, besonders soweit fie sich über See vollziehen muß. Die.Englän- icr halten die Ladungen, die über Gibral- la und den Suezkanal kommen, in Ko n tro ll - K f e n zurück^ und auch die englischen Kontrall- lillen in Malta und anderen Ost-Mittelmeer-Hasen oi'chen sich in den Levanteverkehr ein. Da alle Sidoststaaten, bis auf Ungarn, praktisch Mittel- n aeranrainer sind, findet der italienische Iiider st and gegen die englischen Ko n- rwllv erfahren im Grunde auch dort Zu- ihnmung, wo die politischen Sympachien nicht •inner in die gleiche Richtung weisen. Ungarn, das ii seine Uebersee-Einsuhr auf Tnest angewiesen st klagt darüber, daß das englische Konsulat in feft nur langsam und nach und nach Waren :n )i. Deutschland benachbarten Länder durchlaht. An- i| Irlich, um eine größere Aufhäufung von Vorräten n diesen Ländern zu verhüten. So haben sechs Monate Krieg im Sudosten eine fülle von nüchternen Erfahrungen anaehauft, die siitab von ausschweifenden politischen Balkan-Kon- vuktionen zu sachlicherer Stellungnahme gegenüber ten Belangen eines ,Lebensraumes" beitragen. 9'. Jahrgang Nr. 7^ Srcheinl täglich, außer Srmtags und Feiertags I elag en: Die Illustrierte ( üßener Familienblätter .natimBild DieScholle §»^95 Olne Illustrierte „ 1.80 grtellgebübr... ,, -.25 kuö bei Nichterscheinen pur einzelnen Nummern jristlge höherer Gewalt Ll'-nsvrechanschluß 2251 Dv'btanschrift: „Anzeigers Pl"tscheckll686Frankf^M. eil Zeitig. keineswegs geriet das innerpolitische Leben der tzLoststaaten darüber in Unternehmungslosigkeit. H.angsläufig wurden ihm sogar ähnliche Aufgaben .eUt, und zwar erstreckt sick die politische Rührig- fe in allen Staaten vornehmlich auf zwei Ziele: U Festigung der inneren Front und die A rstärkung der Landesverteidigung. ®aabe der fortschreitende Sicherungsgrad in diesen drLen Bezirken trägt bemerkenswerterweise roesent- li dazu bei, die Gleichgewichtslage zwischen ki Südoststaaten zu stützen. Ob in der längsten slZierungsumbildung in Bulgarien Reformstim- mingen des neugewählten Parlaments Aufnahme (olden, ob in Jugoslawien der völkische Ausgleich zrischen Kroaten und Serben das Staatsleben dehn rscht, oder das autoritäre Regime in Rumänien udo Griechenland die Untermauerung mit nationalen Eucheitsorganisationen betreibt — all diese erhöhte Blriebsamkeit läßt sich auf einen Nenner bringen: Ujfrichtung eines S chu tz - und Trutzbünd- njifes zwischen Regierung und Volk g.gen äußere Gefahren. Gegen widerstre- bcibe Elemente im Innern geht die Statsgewalt mit Flugzeuge durch unsere Flak brennend abge- s ch o s s e u. Ein Teil der Besatzung wurde gefangengenommen. Engländer über Holland abgeschossen. Berlin. 28. März. (DNB.) Wie durch die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht wiederholt amtlich bekanntgegeben worden ist, find die Einflüge britischer Flugzeuge nach Nordwestdeulschland in unzähligen Fällen über Holland erfolgt. Der holländische Regierungspressedienst gibt nun am heutigen Donnerstag bekannt. daß ein britisches Flugzeug bei Morgengrauen wiederum Holland in westlich er Richtung überflog. Das Flugzeug wurde durch ein niederländisches Jagdflugzeug über p e rn i 5, dem Oelhafen von Rotterdam, ab gesoffen. Vier Besahungsmitglieder. eines davon leicht verwundet, wurden interniert; das fünfte Be- fahungsmitglied war aus dem Flugzeug abgesprungen und fand hierbei den Tod. Dieser Fall ist ein weiterer Beweis, wie die „Beschützer kleiner Staaten“ durch die Art ihrer Kriegführung versuchen, auch in der Luft — ebenso wie zu Wasser — dieselben Staaten zu vergewaltigen. Oer Engländer schoß zuerst. Die holländischen Blätter bringen Einzelheiten zum Abschuß des englischen Flugzeuges in der Nahe von Rotterdam, bei dem es sich um em neues englisches Bombenflugzeug vom Typ Armstrong-Whit- worth-Withley, oder Han-dley-Page-Harrow gehandelt habe. Wie der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" berichtet, haben Augenzeugen gesehen, daß der englische Bomber, als er von zwei holländischen Jagdflugzeugen eingeschlossen gewesen sei, zu fliehen oersuchtunddas Feuer eröffnethabe, worauf die holländischen Jäger das Feuer beant- 1 wartet hätten. Das englische Flugzeug sei dann nach • kurzer Zeit abgestürzt. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhejsen " einer scharfen Gegenmaßnahme beantwortet. Denn dieser Krieg, so sagte der Führer, wird auf Gegenseitigkeit geführt. So war es auch mit der Bewaffnung der Handelsschiffe, die Churchill durchgeführt hat. Deutschland war von Anfang bereit, den Handelskrieg nach der Prisenordnung zu führen, wie sie im Londoner U-Boot-Protokoll niedergelegt worden ist. Unsere U-Boote haben bewiesen, wie ritterlich ein Krieg geführt «erden kann, wenn beide Par- teien das Seerecht achten. Dann aber griff England zur Bewaffnung der Handelsschiffe, die nirgends völkerrechtlich berücksichtigt oder gestattet ist, und brachte damit eine unerhörte Verschärfung des Seekrieges. Denn das Londoner U-Boot-Protokoll bezog sich nur auf friedliche Handelsschiffe und hatte zur Voraussetzung, daß die Handelsschiffe unbewaffnet sind. Es ist daher lächerlich und verlogen, Deutschland Vertragsbruch vorzuwerfen. Es ist vielmehr England, das durch seine Bewaffnung der Handelsschiffe dem U-Boot-Protokoll die Grundlage entzogen ist. Ebenso haltlos sind die Vorwürfe gegen die deutsche Seekriegfüyrung in bezug auf die Gewässer um England. Dieser Krieg hat neue Formen und damit auch neue Verhältnisse geschaffen. Das Seegebiet um England ist Kriegsgebiet. In ihm ist mit dauerndem Aufenthalt feindlicher Seestreitkräfte zu rechnen. Wer sich in dieses militärische Operationsgebiet begibt, setzt sein eigenes Schiff, seine Ladung und sein Leben bewußt aufs Spiel. Das bezieht sich genau so auf die neutralen, wie auf die feindlichen Schiffe. Niemand bedauert die schweren Verluste der Neutralen mehr als Deutschland. Aber man kann unmöglich von der deutschen Seekriea- führung Rücksichten auf Neutrale verlangen, während man sich gleichzeitig den rücksichtslosen Maßnahmen Englands beugt. Deutschland hat genau so viel Rechte wie die andere kriegführende Partei. Dor einigen Tagen hat eine neutrale Zeitung die Verhältnisse in der Nordsee und in den englischen Küstengewässern mit dem Landkrieg verglichen und gesagt, daß ein neutrales Fahrzeug, das sich durch das Niemandsland zwischen der Maginot-Linie und dem Westwall bewege, selbstverständlich damit rechnen müsse, in beiderseitiges Feuer zu geraten. Dieser Vergleich ist durchaus richtig. Ganz ähnlich liegen hie Verhältnisse in den Gewässern um England. Auch sie sind Kriegszone, und auch in ihnen muß das neutrale Fahrzeug damit rechnen, in Kriegs- Handlungen hineingezogen und unter Umständen versenkt zu werden. Wie England über diese Frage denkt, zeigt ein Absatz aus dem Buch von Winston Churchill „Die Weltkrise 1914/18", in dem es heißt: „Nehmen wir an, die Ereignisse hätten sich auf dem Lande statt auf dem Wasser zugetragen; nehmen wir an, eine größere Anzahl von Amerikanern oder anderen Neutralen hätte den unter Geschützfeuer stehenden deutschen Truppen Proviant und Munition zugeschoben; nehmen wir an, daß die Transportkolonnen besttmmte Straßen passieren mußten; wer hätte einen Augenblick gezögert, sie im Trommelfeuer zu vernichten und von der Erdoberfläche zu tilgen? Warum sollte es gesetzmäßig sein, einen Neuttalen oder Nichtkämpfer am Lande mit Feuerwaffen umzubringen, wenn er sich in den Weg stellte, und eine abscheuliche Grausamkeit, dieselbe Person auf dem Meere durch Torpedos zu töten? Wo bliebe die Logik, wenn man einen Unterschied zwischen diesen beiden Verfahren machen wollte?" Wir haben diesen Worten Churchills nichts hinzuzufügen. Sie zeigen in der Tat klar, wie die Dinge liegen und wie England in diesem Punkt denkt. Die Regierung Roosevelt hat aus der Lage die einzig mögliche Folgerung gezogen und den amerikanischen Schiffen' das Einlaufen in die Krieaszone verboten. Dadurch sind klare und übersichtliche Verhältnisse geschaffen worden. Man kann den übrigen Neutralen nur empfehlen, das amerikanische Beispiel nachzuahmen, denn sie werden nur dadurch große und schmerzliche Verluste vermeiden können. Englischer 1000-Tonnen-Dampfer im Atlantik gesunken. Rom, 28. März. (DNB.) Erst jetzt wird bekannt, daß der englische Dampfer „Rossington Court" (6922 Brt.) am 13. März im Atlantischen Ozean gesunken ist, angeblich nach einem „Zusammenstoß". Die „Agenzia Stefani" meldet hierzu, 36 Mann seiner Besatzung seien in einem Hafen in Mittelengland gelandet worden. Karl Theodor Welcker. Von Professor £. Bergstraßen Der Pfarrer Philipp Christoph Welcker, der S!gen Ende des 18. Jahrhunderts die Gemeinde ber-Ofleiden und sechs Filialen versah, hatte 13 Kinder; zwei seiner Sühne sind berühmt geworden; der ältere Friedrich Gottlieb, als Philologe, der jüngere Carl Theodor als Jurist und fast mehr noch als Vorkämpfer deutscher Einheit und Freiheit. Karl Theodor Welcker wurde geboren am 29. März 1790, noch im ersten Jahre der großen französischen Revolution, die dieses Deutschen Leben bestimmen sollte. Die frühesten Jugenderin- nerunaen beziehen sich auf Einquartierungen: aus dem Franzosenkriea rückkehrende Preußen, dann Franzosen, die vielfach Oberhessen durchzogen, wieder Preußen. War schon der Vater ein Gegner der Rheinbundpolitik, so war es der Sohn noch mehr. Ihm verband sich damit die Idee persönlicher Verpflichtung des einzelnen. Als Student in "G i e h e n wurde er 1809 der eigentliche Neugründer der Verbindung Franconia, im Jahre 1809, als Oesterreich gegen Napoleon kämpfte. Diese Verbindung ist die Keimzelle der Burschenschaft, sie ist voll patriotischen Geistes. Nur Kränklichkeit hielt den jungen Mann 1813 davon zurück, in das Corps freiwilliger Jäger einzutteten. Er war damals schon Privatdozent in Gießen und hatte schon seine erste bedeutende Schrift veröffentlicht: „Die letzten Gründe von Recht, Staat und Strafe", eine rechtsphilosophische Untersuchung also. Sie ist in zweierlei Hinsicht wichtig; einmal, indem er hier schon die Grundlage für seine Lebenseinstellung gewinnt. Die Schrift legt den Begriff des objektiven Rechtes fest, das aus den allgemeinen sittlichen Ueberzeu- gungen erwächst und jeden, Herrscher wie Reaierten in gleicher Weise bindet; damit ist die Mooelung des Rechtes nach dem Nutzen ausgeschlossen, auch die nach der Nützlichkeit für den Staat; denn das wäre ja wieder ein subjektives Merkmal. Von diesem Standpunkte aus bekämpft er die Universalmonarchie auf das heftigste, weil sie zum Despotismus führe. Das Buch ist 1811 erschienen; in die rechtsphilosophische Deduktion ist die politische Tendenz eingewickett: Kampf gegen die napoleonische Weltherrschaft! Kein Wunder, daß es in Frankreich als eine „verderbliche Ideologie" verboten wurde. Und eben hierin liegt die Mite« Bedeutung der Französischer Zerstörer vernichtet. Der französische Zerstörer „La R a i ll eu se" (1378 Tonnen) ist, als er am Samstag auslaufen wollte, von einer Explosion zerrissen worden und sofort gesunken. Erst jetzt hat man von dem bisher streng verheimlichten Verlust erfahren. — (Scherl-Bilderoienst-M.) Die spanische Krast zur Neutralität. Don unserem RB.-Äerichierstatier. Englands Krieg ist Judas Krieg! Am 18. Dezember 1938 schrieb der Jude Der- narb Lecache: „Es ist unsere Sache, die moralische und kulturelle Blockade Deutschlands zu organisieren und diese Kation zu vierteilen. Es ist unsere Sache, endlich einen Krieg ohne Gnade zu erwirken!" Neun Monate später, am 2. September 1939, dankt Chamberlain dem Leiter der „Jüdischen Agentur", Chaim Weizmann, in einem Brief: „Ich freue mich, festzustellen, daß in dieser Zeit äußersten Kotstandes, wenn die Dinge, die uns teuer find, auf dem Spiele stehen, Großbritannien sich auf die von ganzem Herzen gegebene Mitarbeit der Jüdischen Agentur verlassen kann." ♦ Englands verjudete und judenhörige Plutokraten haben die jüdische Sache zu ihrer eigenen | gemacht. Dieser jüdisch-britischen Verschwörung | gilt unser Freiheitskampf! Madrid, Ende März 1940. Die entscheidende außenpolitische Frage, die heute in' Madrid gestellt wird, ist diejenige nach der spanischen Neutralität. Wird es dem jungen spanischen Staat gelingen, sich außerhalb jedes Konflikts zu halten? Solange natürlich die kriegerischen Ereignisse sich auf die bisher im Kriege befindlichen Staaten beschränken, ist eine Gefährdung der spanischen Neutralität unwahrscheinlich. Aber das Bemühen der W e st m ä ch t e geht ja gerade auf eine Ausdehnung des Konflikts. Sollte auf diese Weise das Mittelmeer in Brand geraten, dann wäre für die Wahrung der spanischen Neutralität der größte Aufwand notwendig. Aus diesem Grunde erfolgt heute in Spanien eine Musterung der zur Verfügung stehenden Kräfte, und die Ergebnisse dieser Musterung müssen als durchaus positiv an- gesprochen werden. Gewöhnlich wird von Spanien gesagt, es könne sich heute an keinerlei militärische Unternehmungen beteiligen, weil der Bürgerkrieg das Land geschwächt habe. Dies mag ftimmen, wenn man als eine solche militärische Aktion einen Offensivkrieg ansieht. Dies dürste aber nicht mehr den Tatsachen entsprechen, wenn ein Verteidigungskrieg in Frage käme. Tatsache ist, daß der spanische Staat nach dem Bürgerkrieg eine viel größere Militärmacht als vor dem Bürgerkriege Die militärische Machtstellung Spaniens vor dem Bürgerkriege ist zur Genüge bekannt. Die Verhältnisse innerhalb der Armee entsprachen nicht ihrer Tradition. Sie mar durch militärfeindlich gesinnte Politiker systematisch geschwächt worden. Die Politik des damaligen spanischen Staates entsprach ja auch den Machtmitteln, die ihm zur Verfügung bzw. nicht zur Verfügung standen. Die militärische Machtstellung Spaniens ist durch den Bürgerkrieg von Grund auf gewandelt worden. Zwei Millionen spanischer Männer haben Feuer gesehen und sind stündlich bereit, zur Verteidigung des eigenen Landes zu den Waffen zu greifen. Durch sie ist ein W e h r w i l l e ins ganze Land getragen, wie es ihn feit dem 2. Mai 1802, als Napoleon vom spanischen Volke verjagt wurde, nicht mehr gegeben hat. Viele von den feuererprobten jungen Offizieren, mit heiß verdienten Ehrenzeichen an der Brust, besuchen jetzt die Kriegsschulen und lassen sich fertig ausbilden. Bald wird der spanische Staat für alle Waffengattungen ein Offizierkorps besitzen, das nicht nur geschult, sondern auch kampferprobt ist. Das gleiche gilt von den Waffen in der spanischen Armee. Jedermann weiß, wie auf den Schlachtfeldern des spanischen Bürgerkriegs die modernsten Waffen der europäischen und amerikanischen Großmächte erprobt wurden. Die Großmächte haben sich die dabei gesammelten Erfahrungen zunutze gemacht. Aber auch Spanien hat sie sich zunutze gemacht. Heute wird es keine Armee auf der Erde geben, die besser in allen Waffentypen fremder Staaten Bescheid weiß, als gerade die spanische. Dieses Wissen bietet heute die selbstverständliche Voraussetzung für die Entschlüsse der eigenen Rüstungsindustrie. Heute befindet sich die spanische Wehrkraft in der Phase ihrer entscheidenden Wende. Es werden jetzt die grundlegenden Maßnahmen getroffen, um zu Lande, zu Wasser und in der Luft die Mittel zu erstellen, die nicht nur zur Verteidigung des Landes, sondern auch zurErfüllungderimperialen Idee des jungen Staates notwendig sind. Daß dabei das Heer den heute schon bestehenden stärksten Aktivposten abgibt, ist aus der spanischen Tradition und nach den infanteristischen Ereignissen des Bürgerkrieges selbstverständlich. Daß außerdem die Luftwaffe zu den stärksten und den am schnellsten verwirklichbaren Hoffnungen berechtigt, ist bei der Natur dieser Waffe und bei der hier zu deren Aufbau vom Caudillo eingesetzten Persönlichkeit des bekannten Generals P a g u e ebenfalls selbstverständlich. Daß schließlich die Marine trotz der Schwierigkeiten, die ihrem Aufbau naturgemäß entgegen» stehen, ebenfalls, und zwar mit besonderen Zielsetzungen, gefördert wird, ist bei der Persönlichkeit des Caudillo, des Francisco Franco Baha- monde, der aus Ferrol in Galicien einer Soldatenfamilie entstammt, zu erwarten. Französisches Maulheldentum „Völlige Besetzung und Zergliederung Deutschlands". Genf, 28. März. (DNB.) Die zahlreichen Veröffentlichungen französischer, englischer und jüdischer Maulstrategen, die unverblümt eine völligeVernich t u ng und Zerstückelung Deutschlands und gleichzeitig eine über das Schicksal neutraler Staaten kaltlächelnd hinweggehende Kriegsausweitung fordern, sind um ein neues Stück bereichert worden. In einem „Von der Reichsgrenze" datierten Artikel des y o n Republicaine" schreibt der französische Publist Jean Bardanne u. a.: Um diesen Krieg zu beenden, müsse Deutschland besiegt werden, und um Deutschland zu besiegen, müsse man es besetzen. Dieser Krieg müsse mit der totalen Besetzung Deutschlands beendet werden. „Wenn dies Volk erst einmal, um etwas zu essen und seinen Hunger zu stillen, vor unseren Feldküchen wird Schlange stehen und unter der Bewachung französischer und englischer Bajonette vorbeimarschieren müsse, an diesem Tag wird es zu verstehen beginnen ... und an diesem Tag wird der Deutsche fügsam und gehorsam sein (!!). Zwar würde dies nicht für lange Zeit so bleiben, meint der Artitelschreiber, „aber wenn wir es richtig zu machen verstehen, wenn wir das pangermanistische Monstrum zu zergliedern wissen, dann wird es trotzdem für einige Generationen anhalten. Die Franzosen und Briten werden dann ein lobenswertes Werk vollbracht haben. Zum Schluß des unter der Uebsrschrift „Der Schrift. Der Jurist Welcker ist nie Jurist allein, er ist immer, und schon hier deutlich genug, auch Politiker. Er deutet seine Absicht im Schlußsatz an, in dem er betont, daß er „in dem entschiedenen Kampf, worin in unseren Tagen das Schlechtere mit dem Besseren begriffen ist", Stellung nehmen will. Im Jahre 1814 kommt zu dieser negativen Grenzziehung die positive Ergänzung. In einer Rede über „Deutschlands Freiheit" verlangt er ein möglichst enges Bundesverhältnis der deutschen Staaten, da ihm die Reduktion der Souveränität derselben, die volle Einheit, die er als ideale Lösung erkennt und an sich wünscht, nicht möglich erscheint. Das Programm des deutschen Einheitsstaates ist aber damit aufgestellt. Die Neuordnung der deutschen Verhältnisse im Deutschen Bunde entsprach weder den Bedürfnissen des deutschen Volkes, noch den Wünschen seiner Vorkämpfer; sie zogen daraus nur die Lehre, daß die Fürsten, nachdem sie durch die Kraft und die Hingabe ihrer Völker ihre Selbständigkeit erhalten hatten, nun den Dank vergaßen. Mobilmachung der Bevölkerung mußte also die Aufgabe sein, wenn man das Ziel der Einheit erreichen wollte. Erst wenn die bisherigen Untertanen sich ihres Rechtes und ihrer Selbständigkeit bewußt wurden, wenn sie die Möglichkeit der Mitbestimmung bekamen und so Einfluß gewannen, auf die Fürsten drücken konnten, bann erst konnte ber Weg frei werben. So entsteht bie liberale Bewegung ber Zeit nach ben Freiheitskriegen mit bem doppelten Ziel, Welcker hat in den ganzen Jahren zwischen 1815 und 1848 in ihr eine führende Stelle gehabt; teils als Landtagsabgeordneter in Baden, teils durch feine schriftstellerisch-wissenschaftliche Arbeit. Ihre größte Leistung nach der publizistischen Seite ist das Staatslexikon, das er als Professor in Freiburg zusammen mit seinem Kollegen von Rotteck herausgab; ein vielbändiges gelehrtes Werk, aber durch große Verbreitung, dadurch, daß es in die Hand derer kam, die denselben polittschen Weg gingen, für die damalige Zeit von ungeheurer Wirrung; denn noch waren die breiten Massen von der Politik nicht ergriffen; noch handelte es sich bei den Führenden wenigstens um eine kleinere, obere Schicht. Sie bekam mit diesem Werk das Handwerkszeug in die Hand. Die gedankliche Grundlage war dieselbe, die Welcker in seiner ersten Schrift niebergelegt hatte. Die dicken Bände sind gewissermaßen in allen Einzelheiten ber Nachweis von ber Notwendigkeit des objektiven Rechtem» Als Abgeordneter vergaß Welcker nie das letzte Ziel; wiederholte Anträge auf Reform des Deutschen Bundes bringen immer wieder neue und weitwirkende Kritik an den bestehenden Zuständen. Dabei ist er nicht radikal; er will langsame Um» und Weiterbildung. Der politische Kampf hat ber wissenschaftlichen Arbeit nicht geschabet, im Gegenteil; aus der Praxis der Politik, aus dem Leben erwuchsen dem feurigen Manne immer neue Anregungen. Und Zeit sie zu verarbeiten gab es auch genug, denn lange Jahre hindurch war er wegen seiner politischen Tätigkeit verfolgt und des Amtes verlustig. 1848 schien die Zeit reif geworden: die Revolution m Frankreich schlug auf Deutschland über. Die badische Regierung besann sich in ihrer Not und Schwache darauf, daß dieser ehrliche und uneigen, nützige Mann nützlich fein könne und machte ihn zum Bundestagsgesandten in Frankfurt, wo auch das Parlament zusammenttat, das bas Werk ber Einigung schaffen sollte. Lange Monate hinburch war Welcker in der Nationalversammlung ein Gegner der stärksten Partei, der sogenannten Klein- deutschen, bie bie Einheit unter preußischer Führung wollten, womit bas Ausscheiben Oesterreichs zwangsläufig verbunden war; erst spät rang er sich dazu durch, daß unter ben gegebenen Verhältnissen nur eine kleinbeutsche Lösung möglich sei. Es war ihm ein schmerzlicher Verzicht, aber bie Selbstlosigkeit, mit ber er immer dem Ganzen dienen wollte, zwang ihn dazu, ihn auszusprechen. Und diese Ueberroinbung wirb nicht geringer burch den Aus. gang, das Scheitern dieses Einheitsversuches. Denn die charakterliche Leistung bleibt. Den anderen Weg, der darin bestanden hätte, revolutionär zunächst einmal das ganze bestehende System ber einzelstaatlichen Regierungen zu zerstören — biefen Weg konnte Welcker seiner Natur nach nicht gehen- wir sehen wohl heute, baß er eine Möglichkeit bot' ob sie hätte zur Wirklichkeit werben können ist hinterher nicht zu entscheiben. Der Historiker lehnt bie nachträgliche Weisheit ab. Mit ber Tätigkeit in ben Jahren ber Revolutton ift Weickers eigentliche Wirksamkeit abgeschlossen benn auch was er in ben letzten beiden Jahrzehnt len seines Lebens noch schrieb, bringt nichts neues weder sachlich, noch für seine Entwicklung. Und das Bismarcksche Reich hat er nicht mehr erlebt So gehört er geschichtlich zu ber großen Zahl Deutscher, bie aus der napoleonischen Zeit bas Ureste Ziel ßas erkannt hatten, bis ihx feejfca toten. Friede ohne Sieg würde für die Westtnächte schlimmer sein als eine Niederlage ..(d. h. also, die Kriegshetzer wollen einen Sieg ohne Frieden! D. Schrrftltg.) erschienenen Artikels heißt es dann: Es bliebe also bann nur eine Lösung, bie alle Länder wünschen müßten, und zwar bie Neutralen mehr noch (!) als die Westmächte: bie Niederlage Deutsch, lanbs. Dafür aber, baß diese Niederlage schnell verwirklicht werde, und damit auch bie ganze Well nicht zu sehr unter ben Härten des Krieges leide, müsse man helfen, baß „gewisse Völker" endlich verstünden, baß bie „Stunbe ber Erpressungen" vorbei sei, andere Völker müßten über die schweren Folgen nackzudenken verstehen, die ihre Feigheit haben könnte (!). Churchills Schule. So kommen die englischen „Luftsiege" zustande. Amsterdam, 28. März. (DNB.) Die „Daily Mail" veröffentlicht einen sensationellen Bericht über den Selbstmord eines der bekannten eng- liehen Geschwaderführer der Luftflotte. Geschwa- bersührer Richard Graham B l o m s i e l b wurde vor kurzem vor das Kriegsgericht gestellt unter der Anklage, das englische Luftfahrtministerium schwer- wiegend dadurch irregeleitet zu haben, daß er falsche Meldungen über seine angebliche (Erfolge bei Angriffsflügen gegen die Deutsche Bucht gegeben habe. Blomsield wurde aus dem Ruhestand bei Kriegsausbruch zur aktiven Truppe zurückberufen und stand im Alter von 50 Jahren. Er war Träger hoher Tapferkeitsorden. Kurz vor der Urteilsverkündung des Kriegsgerichtes vergiftete sich Blomfield in seiner Zelle. In diesem Zusammenhang teilt die „Daily Mail" mit, daß schon mehrfach britische Kriegsgerichte englische Flieger hätten' bestrafen müssen, die sich für Kriegstaten hätten auszeich- nen lassen, bie sie nicht vollbracht hätten. So wird aus London berichtet, daß bas Kriegsgericht ben englischen Fliegeroffizier D. C. P. Wood »tx* abschiebet habe, weil er einen von ihm geführten Vorstoß vorzeitig abgebrochen habe unb dafür mit einem Bericht über Kampfhandlungen unb Erfolgen zu Hause gelandet sei, die frei von ihm erfunden gewesen seien. 177 Brandbomben in London gestohlen. A m st e r i> a m, 28. März. (Europapreß.) Die englische Polizei fahndet nach mehreren Männern, bie 17 7 Brandbomben aus einem Dienstge- bäube ber Londoner Luftschutzverwaltung gestoy - l e n haben. Die Bomben, die zu Uebungszwecken bestimmt waren, sind mit Zündern versehen, unb können, wenn sie böswillig verwendet werben, großen Schaden anrichten. Scotland Yard vermutet, daß die Täter in den Reihen der IRA. zu suchen sind. x es zu verwirklichen, bie aber, zu früh gekommen, ihrer Hoffnungen Erfüllung nicht sahen. Sie schie- neu umsonst gekämpft unb gelitten zu haben. Doch bie Geschichte lehrt, baß kein ebles Streben je ganz vergebens ist, unb daß Samenkörner der Idee, einmal ausgestreut, auch einmal aufgehen. Die glück« liche Generation, die die Reichseinheit besitzt, soll derer nicht vergessen, die sie vorbereiteten. Unb sie soll sich darüber immer wieder Rechenschaft geben, baß feine staatliche Organisation besteht, wenn sie nicht getragen ist von der tätigen opferbereiten, freiwilligen, innerlich freien Mitarbeit der Bevol« ferung; und dafür ist ein Charakter von der harten Eigenwilligkeit Weickers, ein Mann, der nie Be- denken trägt, äußeres Lebensglück feinen Anschau- ungen zu opfern, heute noch Vorbild unb Vorkämpfer, wie zu ben Zeiten feines Lebens. Sucberfifd). “ J? * ? 1M n Männer wollten Krieg! Von Kurt M a ß m a n n. (Wilhelm Limvert-Verlag, Berlin. Kart. 1,— RM., gebb. 1,80 RM.) — (387) — Die Kriegshetzer und Plutokraten Englands, bie m verbrecherischer und profitgieriger Weise den ftrieg gegen bas friebliebenbe Großdeutschlanb er- Harten, werben in biefern Buche in treffender Weise gekennzeichnet. Dem frisch geschriebenen Buche, das ?e.m c’ne vielseitige Betrachtung der ffrupel* Ofen Machenschaften ber englisch-französischen Geld- ' »Herrschaft unb ihrer jüdischen Hintermänner er« moQ «' man weite Verbreitung wünschen. — Kann England den Krieg qemin» Schauff. (Brunnen-Verlag Willi Bischoff. Kart. 0,60 RM.) — (382) — In überzeugender Form hat ber Verfasser alle Historismen, machtpolitischen unb wirtschaftspolitischen Fak- toten zusammengestellt unb beleuchtet, Die gegen x u £rFömmIid)C Anschauung und Theorie beweisen, baß England trotz seines großen Kräftebestandes an Menschen unb Material nicht unbesiegbar ist Eng- and wird, wie treffend gesagt wirb, „bas Opfer ferner alten Männer werden", bie sich über bas nationalsozialistische Deutschland und die übrigen Faktoren gründlich geirrt haben. England wird erfen« neu, daß es in diesem Kriege für das Jnselreich um aues geht; denn es hat frivol einen Krieg vom ftiwi $n 'n 50 5ab den. Jhrj! ' erichh di i i eilt ’ bestre itten au-- ] t hält« Kriegs? ®DDlh gefüf) nb dafür unb in ihmi n n. ipapreßs ' ■ren Mänu nem tw* hing 5 lelnmjsW versehen, ■ t werben, k )arb verm ä Jö i* rüh gekons ihen. Äe V ju Haden Streben je f r der den. r h-it b-W. eiieten.U® henichaN F eneht..^ i opierb^ beü der x von n, der seinen R rbild *' > Lebens- , '•**> krt. ' lieifot: Keine besonderen Ereignisse. Da pfeift und heult es plötzlich, kracht und schmet- ü°rt, vor uns am Waldrand blitzt es aus, Erde «ritzt auf, Qualm lagert sich breit hin —" „Fran- wsischer Feuer üb erfüll", ruft unser Führer aus dem 'üngang des Sanitätsstollens. Wir benutzen die !urze Pause bis zur nächsten Lage und verziehen uns ebenfalls dorchin. „Hab ich nur drauf gewartet", sagt der Gefreite in aller Ruhe, „hie haben «on rechts und links unseren Motor gehört und wollen uns ärgern." Lage auf Lage kommt heran, mehr rechts, mehr links, mehr auf das Feld, ein wenig in den Wald hinein, der Weg nach vorn ist ans vorläufig verlegt. Da fetzt unser Vergeltungs- seuer ein. Sausend ziehen die Granaten über uns weg, deutlich kommen die Einschläge herüber. Es wird immer dunkler, und plötzlich ist Ruhe. Nach einigen Minuten kommt aus der Stellung vor uns fäin Melder — nun können wir los. Es gilt, allerlei Umwege zu machen, um Minen, iie hier in der Gegend liegen, zu vermeiden. Wir gelangen nach 20 Minuten in die Bereitschafts- nterfunft. Ein ziemlich ramponiertes Haus, in «offen Keller sich die Männer eingerichtet haben. .Heber uns, im Dach, hat tagsüber der Artillerie- Beobachter feinen Ausguck. Jetzt fitzt alles ftiedlich vereint beim Licht einiger Kerzenftümpfe zusammen. Wie auf Verabredung krachen plötzlich draußen Handgranaten, ein paar Gewehrschüsse dahinter, iin Feldwebel saust mit einem Sprung in den Keller, packt seinen Stahlhelm, ruft schon wieder, hinaus rennend: „Feindlicher Spähtrupp am Draht!" Alles greift nach seinen Waffen, nach den Stahlhelmen, drängt zur Kellertür hinaus in die stockdunkle Nacht. Rechts, links ballern Handgranaten, peitschen Gewehrschüsse, ein paar Sekunden ssuhe, zu sehen ist nichts; da wieder links von uns, Handgranate, ein paar schnell aufeinander folgende Pistolenschüsse. Unstte Posten passen gut auf, jeder Versuch des Feindes, an den Draht heranzukommen, wird sofort vereitelt. „Ein bißchen unruhige Gegend", meint der Kompanieführer, als wir wie- kr im Keller sind und versuchen wollen, etwas iu schlafen. Aber es wird nicht viel draus, immer wieder flackert draußen das Feuer auf, oft nur 40 l'.der 50 Meter von uns entfernt. Ständig kommen Meldungen, erst mit dem Morgengrauen gibt es ütwas Ruhe. . Als es etwas heller wird, gehen wir auf Die Beobachtungsstelle. Ein weiter Rundblick bietet sich uns, und die augenblickliche Ruhe ermöglicht es !»em Beobachtungsoffizier, uns den Verlauf der Stellungen, der Anmarschwege und die Lage der kindlichen Batteriestellungen zu erklären. Da heult es wieder heran, ganz gegen den gewohnten „Fahr- Mn". Mehr als 20 Schutz gehen hinter uns in das neie Feld, über das wir heute Nacht kamen. Prompt setzt das deutsche Vergeltu.igsseuer ein, von :iem Beobachter neben uns geleitet und torriaiert. Wir vergessen über dem Schauen ganz unsere Lage, wir denken nicht daran über dem fesselnden Schauspiel, wie die durch den Fernsprecher gegebenen Korrekturen, ganz kurze nüchterne Zahlen, die Lage }ter aufsteigenden Rauch- und Feuersäulen verändern, wie in kürzester Frist die Einschläge im be- ivhlenen Ziel sitzen. Kaum ist der letzte Schutz des ungeforderten Dergeltungsfeuers über uns weg getauscht, kaum weht Drüben die Rauchsäule langsam rjur Seite, gerade wollen wir uns weiter umschauen, toa kracht es mit einem pn geh euren Schlag über uns in die Giebelwand, Steinbrocken prasseln herunter, Ziegelbrocken fliegen umher, Holzsplitter. Wir Ducken uns unwillkürlich tief herunter, ein Mann bekommt einen Ziegel an den Stahlhelm und kollert durch den ganzen Dachboden. Der Leutnant -uft: „Feuerüberfall!", springt mit einem Satz zu dem Gestürzten, fragt schnell: „Alles heil? Der schüttelt sich: jawohl!", saust hinter Dem Leutnant her, die Treppe hinunter. Richtung Keller. H °k, i öriebc r- banr I «aflefc. j ^alem I Tjageh; «riefel? r endlich-. »gen’ j* ^werm ,> Pesl-Epidemie in Oberägypten. 16 Tote in einer Woche. Nachdem schon in den Vorwochen mehrfach Pestfälle in Oberägypten aufgetreten sind, weist die Woche vom 12. bis zum 19. März ein Anschwellen der Pest-Epidemie auf. Es werden 30 Pesterkrankungen gemeldet, die in 16 Fällen zum Tod führten. Wertvolle antike Gemälde gefunden. Ein Faschist hat eine ganze Sammlung antiker! Gemälde erworben, um sie dem Duce zum Geschenk! zu machen. Sie besteht aus unzähligen Bruch-1 stücken, die schon seit Jahren bekannt waren, aber sich weit verstreut in den Händen vieler einzelner privater Liebhaber befanden. Die. Besitzer hatten feine Ahnung von der Bedeutung dieser Bruchstücke, die erst von dem geschulten Auge eines so bedeutenden Archäologen und Kunsthistorikers wie Giulio Emanuele Rizzo erkannt wurde. Mit unendlicher Mühe fügte Rizzo die Fragmente zusammen, und es ergaben sich nicht weniger als sieben Bilder, Darunter zwei von wahrhaft überraschender Ausdruckskraft, glänzendem Stil und blendender Tech-^ nik, so daß sie bei Dem Wenigen, Das wir bisher von antiker Malerei kennen, kaum ihresgleichen finden. Die auf Keramik gemalten Bilder gehören in Die zweite Periode Des hellenistischen Zeitalters. Sie find also etwa 300 Jahre älter als die pompe- janischen Wandgemälde und mehr als 400 Jahre älter als die griechisch-römischen Bilder aus Aegypten. Diese antiken Kostbarkeiten, die durch Das Eingreifen des Senators F e D e I e stör dem Verkauf ins Ausland gerettet wurden, sind vom Duce dem VEoMlMtzMW Neapel worden- _ -Li % Kr E> | einen Berechtigungsschein kaufen kann. Der Einzel- I Händler muß auf der Rückseite des Berechtigungs- scheines Menge und Sorte verzeichnen und feine von Anfang an die gleichen charakteristischen Merk- Aehnttch ^ist Die Regelung beim Einkauf von male trägt. In zwei Typen vereinigen sich die Ki n de r mi l ch n äh r m i t te l n. Man kann die charakteristischen Eigenarten der Briten: Der unge- ^ne Milchkarte über X Liter Milch beim Crnäh- schlachte rohe, raubsüchtige und brutale John Bull xungsamt abgeben und bekommt Dafür einen Be - und die heuchlerische Gouvernante mit dem ftom- rechtigungs schein über entsprechende Men- men Augenaufschlag. Schon in frühesten Zeiten qen Kind^rmilchnährmittel. Und zwar gibt es für haben Engländer selbst sich mit diesen wesentlich- ^ne vierwöchige Zuteilungsperiode 6 Dosen Alete- sten Charakterzügen ihres Volkes befaßt. Die Stu- Milch oder 5 große Dosen Pelargon oder 5 Dosen Deuten Der Anglistik haben aus Der britischen Lite- Edelweißmilch oder 5 Dosen Ultractin oder zehn ratur reiches Material Darüber zusammengetragen. Dosen Edelweiß-Buttermilch oder 15 Dosen Ra- Die Studenten der Romanistik haben sich mit der mogen Diese Nährmittel können nur aus Apotheken Zusammenstellung französischer Urteile über Den un& Drogerien bezogen werben, die Den Verkauf Charakter Des britischen Volkes befaßt, wäf)retiD ebenfaa5 auf Der Rückseite Des Berechtigungsschel- Die StuDenten Der Germanistik aus Der Deutschen nes verzeichnen. Literatur solches Material zusammengestellt haben. ben Brotkarten für Kinder unter 6 Jahren Auf allen Gebieten Des völkischen Lebens in Eng- q|bt e5 bann noch Die vier mit einem liegenden land wirkt sich diese Geisteshaltung aus, am deut- ^uz (X) bezeichneten Abschnitte über je 125 g Kin- lichsten in der britischen Außenpolitik. Die <5tuDen= tjernäbBmitteI. Diese Mengen können weiter beten Der Geschichte haben in dieser Richtung ein= »0 g e n werden wie bisher. gehende Forschungsarbeit geleistet und besonders gine Bekanntmachung über das Inkrafttreten in Der Literatur über die britische Kolonialpolitik in ben nächsten Tagen veröffentlicht werden, außerordentlich aufschlußreiches Material gefunden, dieser Regelung in Stadt und Kreis Gießen wird Daß sich England immer wieder, wenn es ihm paßt, über die Rechte anderer Völker und Das Völkerrecht VorfÜhkUNg nCUCF KaMpsMlttel brutal hinwegsetzt, Dafür haben die Studenten der hdtn rial zusamm enge stellt. Auch heute setzt England wie- Rechtswissenschaft eine ungeheure Fülle von Mate- Rom, 28. März. (DNB.) Der Duce hat am der einmal Die heuchlerische Maske Des Weltbe- Mittwoch in Begleitung des Staatssekretärs im freiers auf. Dabei gibt es bei ihm selbst genug Ord- Kriegsministerium, General Soddu, in Civita- nung zu schaffen, wie ein Blick in Die sozialen und vecchia interessanten Versuchen mit schweren Bomben gesundheitlichen Verhältnisse Englands zeigt. Diefe unb Brandbomben, sowie Vorführungen der neuen zu untersuchen, haben sich die Studenten Der Wirt- Flammenwerfer beigewohnt. schafts- und Sozialwifsenschaften und Der Medizin zur Aufgabe gemacht. Aus aller Welt. v.serer plutokratischen Feinde, wie sie im Rahmen ■ Kriegspropagandaeinscches bereits feit einigen Monaten läuft. In diesem Rahmen wiederum bleibt ' ds Erforschung der sozialen Zustände in England ; uriD im Weltreich Das zentrale Thema. An Der Lösung dieser Probleme werben Die meisten Wifsen- fMO'ftsgebiete beteiligt. In Der „Bewegung" wirD i rüber mitgeteilt, daß die Aufgabe des Kriegs- li tungskampfes nicht darauf hinausläuft, alles auf- z suchen, was nur irgendwie propagandistisch gegen (hglanD ausgewertet werden kann. Die Aufgabe besteht Darin,- in ernster wissenschaftlicher For° s:,ungsarbeit Die Erkenntnisse zu mehren und zu i rtiefen, Die Wahrheit zu enchüllen. Wenn dabei, wie es sich in Den letzten Monaten foon gezeigt hat, täglich immer neues Material iner die englische Heuchelei, englische Dertrags- 1 üche, englische Raubsucht und englische Gewalt- fcten zutage tritt, so ist Der Grund darin zu suchen, jiß es eben eine Ueberfülle von Material über Der- r tige Vorgänge gibt, weil Die englische Geschichte ' Wungskampfes liegen jetzt Ausfuhrungsbesttm- m-jngen vor. Der Kriegsleistungskamps wirD in Der Tarchführung von Dem bisherigen studentischen K iegspropagandaeinsatz getragen. In Die abschließende Bewertung werden jedoch alle besonderen stdenttschen Leistungen einbezogen, beispielsweise Dr studentische Wissenschaftseinsatz im Osten. Nach Aiegsende werden die Ergebnisse des Kriegs- r Furtwängler in Oslo. Generalmusikdirektor Staatsrat Wilhelm Furt- ^11 V(r| VvlVvl flvll wängler, der am nächsten Montag in der Osloer 1 Philharmonie ein Konzert dirigieren wirD, traf am Von Sonderberichterstatter Staadt. Donnerstagnachmittag im Flugzeug hier ein. Er wurde auf dem Flugplatz von einem Vertreter des Der Haustür. Es heult wieder heran. Der geht in Rutschen Gesandten und Dem Vorstand Der Phil- Die Nähe — flach auf Den BoDen — tief, tief her- Harmonie empfangen. unter! Ramm, 10 Meter vor uns auf Die Straße, Sle Goethe-Wedaille für Professor Gotschttcht. die Splitter prasseln in Die HauswanD, alles heil. ßeiter be5 staatlichen türfi- der und wieder scheint Das ganze Haus zu fchwan- "ehen. fen. Wir warten. „Alexander von Humboldt vom Stapel gelaufen. Mit einem Schlaa: Ruhe, ganz unheirnlicb. Wir 28. März ist auf Der Rickmers-Werft in We- warten immer noch auf Die nächsten Einschläge. strrnünDe Der vorn Reichsministerium für Ernährung Nichts. Ganz still ist es. Da hält es Den Mann unb Landwirtschaft in Auftrag gegebene Reichs- nicht mehr, er muß wissen, was mit Der Leitung forschungsdampfer „Alexander von Humboldt" vom los ift Mit Isolierband und Zange kriecht er hin- Stapel gelaufen. Der neue Reichsforschungsdampfer aus, Der Leitung nach, Die sich über den Boden jst ein Erfatzbau für den bisherigen Reichsforschungs- des von Den Granaten zerrissenen Feldes fd)Iängelt. bampfer „Poseidon", der ausgedient hat. Da hört sie auf, nein doch nicht, sie ist nur einiae Gewaltverbrecher hingerichtet. Meter verschüttet, aber noch intakt. Noch eine solche Mai 1894 in Ain- hnanto Imme- Lch-n^hoi! -r sie 3ufammen. la« ^emb™ bock mit Trommel hat es auch getroffen. Em kum- I^wer verregr. m°rlich z°rknitt°r.°- Gebiw° °u-A°Wl°ch N«gt . ^7^Marz st der am >1«^ ™ einige Schntte weit weg, Die Leitung ist zerrissen. Die Enden ineinander verschlungen. Schnell wird geflickt. Dort hänat auch ein anderes Kabel zerrissen über Den Aesten eines abgebrochenen Obstbaumes. Auch das wird in Ordnung gebracht, fertig, zurück, in den Keller. Dann sitzen wir alle bei einer ein«n Strafanftaltsbeamten überfallen unb zu toten nannt, Ab schütz, Einschlag, Korrektur, unb mitten --riu-yr, , -Trankreick. im Ziel sitzt bas Feuer, Da laufen ein paar Franz- 3 cSmi teloerluffe männer weg. Deutlich sehen nur sie auseinander- (ötotjc teoensminero m, e. stieben. Dann sitzen die Einschläge Schlag auf Schlag Arn Dienstag ereigneten sich m Frankreich in der im Ziel, in Der erkannten Geschützstellung. langen Reihe großer Schadenfeuer zwei Brande von Dieses Geschütz wurde nicht mehr weggeschafft, es katastrophalem Ausmaß. So brannten in La Grive war erledigt. Langsam kommt die Dunkelheit, wir (nahe von Bourgom) die Getteidesilos eine:^Land- bereiten uns zum Rückweg vor. Ohne Zwischenfall wirtschaftsgenossenfchaft ab, mobei 80 000 Doppelerreichen wir unseren Wagen, und als wir abends Zentner Getreide im Werte von 20 Millionen Fran- auf Der großen Straße zu unserem StanDquartter ken ein Raub Der Flammen wurden In Den ins- zuruckrollen, da sagen wir uns: „So ist das also, gesamt 27 Silos befanden sich MM Doppelzentner Geringe örtliche Artillerietättgkeit!" Getreide, die Dem Staatlichen Getreideamt gehörten, U ® ________L_ während Der Rest Privateigentum Der Genossenschaft , _ . , . war. Die Brandursache ist noch nicht geklärt, es Soziale Maßnahmen bei behoronch steht nur fest, Daß Das Feuer in Der dritten Etage einen Ausgang genommen hat. Gleichzeitig brannte angeoroneten ^ttiregungen. ;n St. Etienne ein großes Lager von Lebensmittel- Der Ueb er gang von Der Friedens- zur Kriegs- Vorräten ab, Die einer Lebensmittelkonfumgefellfchaft wirtschaft mit ihrem besonders großen Bedarf an gehörten. Die Vorratsspeicher lagen ganz in der Arbeitskräften erfordert manchmal Die Stillegung Nähe Des Hauptbahnhofes von St. Etienne. Ge- von Betrieben, Die nicht kriegswichtige Güter er- 1 v v mx m zeugen und auch nicht entsprechend umgestellt werden können Gefolgschaftsmitglieder, Die aus diesen Betrieben ausscheiden müssen, werden, wie eine । Verordnung Des Reichsarbeitsministers bestimmt, mit dem Eintritt in ein neues Beschäftigungsoer- ; hältnis wie Personen behanbett. Die auf unbegrenzte Zeit Dienstverpflichtet find. Wenn auch Das alte Arbeitsverhältnis erlischt, so wird Doch Die Zeit Der bisherigen Betriebszugehörigkeit im neuen Betrieb angerechnet. Daneben ist für Die Regelung von Ansprüchen auf Pensionsunterstützungskassen und ähnlichen Einrichtungen Vorsorge getroffen. Endlich können Trennungszuschläge und Sand er Unterstützungen .vom Arbeitsamt Dem Gefolgschaftsmitglied im neuen Beschäftigungsverhältnis im gleichen Umfang wie einem neuen Dienstverpflichteten ge- „Du hast nur eine Dose Burnus bekommen?" „Wieso? Och habe nur eine verlangt. Och bin alte Durnusfreundin und weiß, daß ich mit einer Dose für meine Wäsche auskomme." „Bitte 3 Dosen Burnus." „Bedaure, ich kann Ohnen nur eine Dose geben. Burnus ist ja so ausgiebig, da reicht eine Dose für zehn Eimer Wasser. Hätte ich den Damen vor Ihnen 3 Dosen verkaufen wollen, könnten Sie jetzt gar keine mehr haben." „Siehst Du, auf diese Weise haben wir beide unser Burnus bekommen und sind schon mit der Wäsche fertig. Burnus ist eben auch heute genau so wirksam und ausgiebig wie stets." Der SchmufzISser mit der Doppelwirkung löst den Schmutz schon beim Einweichen aus der Wäsche heraus und macht gleichzeitig das Wasser weicht Ein Wink für Hausfrauen, bk B-nmS schon immer verwendet habe«: Bitten Sie Ihren Händler, bei dem Sie früher stets Burnus kauften, daß et 6k ta Rahmen seiner Zuteilung auch in Znkunst möglichst regelmätzig mit BurnuS bedient. Bastion ins Weltall. 9er weibliche Arbeitsdienst erwartet 100000 Mdchen. ’bon unserem K.-Äerichterstatier. Genf, im März 1940. Eines der jüngsten Weltwunder, im Herzen Europas gelegen, harrt in diesem Jahr vergeblich der Besucher, die sonst aus allen Richtungen der Windrose zu ihm eilten. Die sieben Weltwunder waren der Stolz antiken Geistes und Schaffens. Hochoben, in schwindelnder Höhe, mal verborgen in den Wolken, mal schier unerreichbar im Himmelsblau über den majestätischen Alpen, ragt ein neues Weltwunder, einer Bastion gleich, in den Kosmos, der Menschheit kühnster Schritt ins endlose All: Das hypermoderne internationale For- schungs-Jnstitut für Meteorologie und Strahlenforschung in der Schweiz. In 3500 Meter Höhe gelegen, auf einem bislang schwer erreichbaren Gipfel der Jungfrau, inmitten der größten Gletscherströme der Alpen, im ewigen Eis und jungfräulichen Schnee, auf der Wasserscheide Zwischen Nord und Süd, zwischen der Nordsee und dem Mittelmeer, hat das höchstgelegene Höhen- obseroatorium Europas, als erste Aufgabe, dem unendlichen Kosmos das große und tiefe Geheimnis der Höhenstrahlen zu entreißen. Als bei den Bauanfängen von der „Sphinx", einem Felskegel der Jungfrau, Sprengschüsse ins Tiefland donnerten, ging durch einen Teil der Weltpresse das sensationelle, aber nichtsdestoweniger falsche und tendenziöse Gerücht von Befestigungsarbeiten im Jungfrau-Massiv. Man gab vor, um eine riesige schweizerische Zentralfestung, um eine Fliegerabwehrstellung größten Ausmaßes auf der Jungfrau, um die größten Mu- nitions- und Waffenlager der Welt in dem unterhöhlten Massiv zu wissen. Ja und nein! Die Schüsse galten zwar einem Festungswerk, aber einer Festung der Wissenschaft. Nur ein Jahr hat man zu den Arbeiten gebraucht, und vor kurzem konnte der Sphinx-Pavillon eingeweiht und der Wissenschaft zum Segen der Menschheit in Obhut gegeben werden. Wenn die Bauardeiten auch kaum ein Jahr in Anspruch genommen haben, waren sie dennoch mit manchmal unüberwindlich scheinenden Schwierigkeiten materieller, technischer wie finanzieller Art verbunden. Unter Lebensgefahr arbeiteten Ingenieure und Arbeiter an diesem höchsten Bau Europas. Nur die Jungfraubahn, die kühnste Bergbahn der Schweiz, die bis in eine Höhe von 3300 Meter steigt, ermöglichte den Transport der Baumaterialien. Was die gut bezahlten Tunnelarbeiter der Bergbahnen an Tageslohn verdienen, erhielten dieselben Arbeiter am Sphinx-Pavillon für die Arbeit einer Stunde. Aber allen Schwierigkeiten zum Trotz steht heute der Bau; von weitem anzusehen wie eine trutzige Raubritterburg, auf dem schön geschwungenen Silbersattel des Jungfraujochs. Schon die Fahrt zum Höhenobservatorium aus den grünen Tälern des Berner Oberlandes mit den schmucken Dörfern, den bodenständigen Bauernhäusern, den weltweit bekannten Wintersportplätzen Wengen, Mürren und Grindelwald, vorbei an der mörderischen Nordwand des Eiger, durch Nebel, Wolken und dunkelkalte Felstunnel, und die lichte und strahlende Höhe des Jungfraujochs ist ein Erlebnis. Eine neue Welt tut sich hier auf; eine der großartigsten Landschaften der Erde verliert sich nach allen Himmelsrichtungen in eine schier unendliche Ferne. In ihr stehen in weitem Rund die Walliser und die Berner Alpen, die blauen Kämme des Jura, der Vogesen und des Schwarzwaldes. Sie scheinen das weite Himmelsgewölbe, in das der Sphinxkegel mit dem neuen Höhenobservatorium aufsteigt, zu stützen. Aber es geht noch weiter hinan. Nach einem Gang durch einen 200 Meter langen Felstunnel steht der Wanderer vor dem grandiosen Strom des Aletschgletschers. Ein Wunder folgt dem anderen. Wunder der Natur und solche, geschaffen von Menschenhand, folgen in einander immer wieder übertreffender Großartigkeit. Ein Lift durch das Urgestein der Sphinx, eine Glanzleistung moderner Technik, führt — in nur 75 Sekunden nochmals 110 Meter steigend — auf die Höhe von 3570 Meter, wo das Forschungsinstitut steht. Dieses selbst ist ein ernster und sachlicher Bau, in der Art der Alpenhütten aufgeführt, dem Landschaftsbild möglichst angepaßt. Eine große Freiterrasse bietet ungeahnte und bisher nicht gekannte Möglichkeiten der Forschungstätigkeit. Höchstempfindliche Apparate registrieren Wind, Regen, Schnee, Temperatur, Feuchtigkeitsgrad der Luft. Wertvolle astronomische Instrumente zur Messung der geheimnisvollen Höhenstrahlen stehen den Wissenschaftlern der ganzen Welt zur Verfügung. Dank der Nähe der Station der Jungfraubahn konnten die zum Teil schwer transportierbaren Apparate in diese Höhe gebracht werden. Obwohl die große Welt weit drunten im Tiefland liegt, fehlt die Verbindung mit ihr, dank mehreren Fernsprechanschlüssen, nicht, auch elektrische Koch- und Heizapparate und all die hundert Dinge des täglichen Lebens, den ganzen Komfort der Zivilisation, sucht man hier in der Region des ewigen Eises nicht vergeblich. Und dennoch, das ganze Wunder der Hochburg mit all ihrem Drum und Dran dient einzig und allein der wissenschaftlichen Forschung. Die wissenschaftliche Bedeutung der internationalen Forschungs-Station liegt in ihrer einzigartigen Lage, mit der vor allem die Physiker für die Erforschung der kosmischen Strahlung rechnen. Der Ursprung der kosmischen Strahlung ist vorläufig noch unbekannt. Sie bringt uns Kunde von gewaltigen Energie-Umsetzungen im Weltall, Und gerade für die Dauerregistrierung dieser geheimnisvollen Strahlen ist die Station auf der Sphinx mit ihrem weiten Horizont ausgezeichnet. Bis jetzt weiß man von diesen Strahlen nur, daß sie sich aus zwei Komponenten zusammensetzen: die eine besteht aus sehr schnellen Elektronen, Kraftpartikeln, welche die fast unfaßbaren Energien von 100 bis 100 000 Millionen Volt besitzen. Von der Erforschung des ganzen Fragenkomplexes um die kosmische Strahlung, die schwierigste Experimente bedingt, verspricht man sich eine weitere Aufklärung des Feinbaues der Moleküle und der 'Atome, also eine weitere Erkenntnis des „Stoffes" überhaupt. Um diese Strahlung möglichst in ihrer ursprünglichen Form fassen zu können, muß der Physiker mit Apparaturen, die viele Tonnen wiegen können, möglichst weit hinauf, möglichst weit an den Kosmos heran. Darum die Bastion ins All! Die zweite Komponente der kosmischen Strahlung stellt eine ebenfalls auf unserem Planeten unbekannte Strahlungsart dar. Sie ist durchdringender als Röntgenstrahlen, und auch von ihrer Untersuchung verspricht man sich sensationelle Ergebnisse. Diese Strahlenforschung ist aber nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Arbeitsgebiet des Instituts. Frei von der Dunstschicht des Tieflandes, haben hier die Astronomen die Möglichkeit, daß Licht mittelstarker und schwacher Sterne zu prüfen. Untersuchungen der Ozon schicht, ihre Verteilung in der lW M UW, MW I y> f/J-)z<' < • » 'V *■’? - **' ' »>♦ r;js. v- Am Freitag finden in den Lagern des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend die Entlassungen der Arbeitsmaiden statt, die seit Oktober vergangenen Jahres ihre Arbeitsdienstpflicht ableisteten. In den ersten Apriltagen werden dann insgesamt 100 000 deutsche Mädel neu in 6ie Reihen des Arbeitsdienstes eintreten, um — ähnlich wie die männliche Jugend — die große Schule der Nation durchzumachen, in der sie zu tüchtigen Gliedern der Großdeutschen Volksgemeinschaft herangebildet werden. — Auf unserem Bild rechts sieht man, wie nach der Erfüllung der Aufnahmeformalitäten die schlicht-schmucke Dienstkleidung angepaßt wird. Das Bild links zeigt eine Gruppe Arbeitsmaiden beim ersten Ausmarsch zur Landarbeit. — (Scherl-M.) Erdatmosphäre, Fragen des Höhenklimas und der Dämmerungsfarben sind nur einige wenige Probleme, an deren Lösung die Astronomen hier oben arbeiten werden. Die Aviatik hat an den Messungen der Luftströmungen größtes Interesse. Endlos sind die Aufgaben, die der Höhenstation gestellt sind. Wissenschaft im Dienst der Menschheit, theoretische Arbeiten und praktische Sorge für die Bergsteiger und Schiläufer, die es vor Unwettern zu warnen gilt. Erdennah und mit dem Blick ins unendliche All, das ist das moderne Forschungsinstitut auf dem Gipfel der Sphinx. Zeitschriften. — Für die Sommerkleidung. Zeitgemäße und dabei besonders hübsche Modelle bringt „Beyers Modeführer Frühjahr/Sommer 1940, Band 1, Damenkleidung. Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis 1,50 RM. — In einer überaus reichhaltigen Auswahl von etwa 230 Modellen wurde besonderer Wert auf praktische leicht zu arbeitende, sportlich knappe Kleider gelegt. Zum Umarbeiten älterer Garderobe oder zur Verwendung kleinerer Stoffreste werden viele Vorschläge für Kleider aus zweierlei Stoff gemacht. Auch Mäntel, Kostüme und modische Kleinigkeiten werden gezeigt. Bei einer Anzahl der meist farbig roiebergegebenen Modelle ist die Menge der erforderlrichen Punkte für den Stoffeinkauf angegeben. Ein Schnittbogen liegt bei. — „Aus A l t mach Neu!" Unter dem Titel erschien soben die erste Ausgabe der zeitgemäßen Serie von Beyers Schnittbogen-Heften, Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis 0,50 RM. Das Heft bringt eine reichhaltige Zusamenstellung von praktischen Aenderungsvorschlägen, wie aus Herren- ober Damenmänteln Kleider, Kindermäntel, Blusen oder Röcke entstehen, rvas^sich aus Herrenkleidung, Stricksachen und Strümpfen noch Herstellen läßt, und wie Sga^KPIEGSWINTER M iMMsWLWLV b HILFSWERK. kleinste Reste und Flicken für die ganze Familie Hausschuhe ergeben. Zur Erleichterung sind kleine Schnittübersichten beigefügt. Der Schnittmuster- bogen enthält Schnitte zu sämtlichen Aenderungsvorschlägen. Jranffurfer Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. März. (Vorbericht.) Der Hauptmarkt für Großvieh und Nebenmarkt für Kälber und Schweine nahm einen lebhaften Verlauf. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen Zugeteilt: Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 25 bis 45,50, Kälber 25 bis 65, Hämmel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 49,50 bis 55,50 RM. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., Derlagsleiter: Dr. Erich Hamann, alle in Gießen. Ohne Gewähr Nachdruck verboten 21. Ziehungstag 26. März 1940 Großen-Linden, im März 1940. 01141 22. Ziehungstag 27. März 1940 In der Vormtt1ag5ziehung wurden gezogen Nachdruck verboten Ohne Gewähr 22. Ziehungstag 27. März 1940 In der Nachmittagsziehung wurden gezogen 1572 V Ordentliche Qualität in der WFPRF DRUCKSACHEN VV Cn C Brühl, Gießen !S7Sv für einige Stun- ormitt. Gießen gesucht 1673D 23. Ziehungstag 28. März 1940 In der Vormiltagsziehung wurden gezogen 224834 231907 147 Gewinne zu 1000 RM 12586 23269 45520 51537 63180 64800 67806 68765 86000 86912 90188 96692 106806 143788 146356 15559! Geschmackvoll 1575Ä Stadttheater 173234 30673 316712 174298 174912 228926 300236 339346 389782 16194 63979 19163 306285 83229 202180 56552 265874 325715 187484 60818 363182 179512 223215 301246 363248 147344 198226 258183 330672 361074 187845 252993 314318 375170 195193 257281 320417 379591 164124 217832 263095 337031 376808 204228 259191 324550 390980 210765 270540 334136 182436 236274 308363 343579 157025 220516 292630 346526 197964 237724 322100 345116 219629 106367 269849 48745 95353 157793 220574 294583 359475 161961 200216 259386 336578 374454 17733 74922 42725 27348 1635 155945 220333 277297 339284 184675 237488 313496 344658 Verbandkästen und Zubehör Vornehm Persönlich Brühl'sche 126767 95568 189803 60852 283663 £. 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MMnMWN »Tieren nad> der Naturschutzverordnung vom 18. Marz 1936 (RBBI. I Seite 181) ergänzenden Bestimmungen, aus» luhrllch erläutert von Professor Dr. W. o. L. Prof, der Rechte und Referent un Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Re.chsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen fttitro VernM'er Berlog. Berün-Cimrprf. unter Mitwirkung eines Musikkorps der Luftwaffe und einiger Solisten vom Stadttheater Eintrittspreise : 1.00, 1.50, 1.75 und 2.00 RM. Karten im Vorverkauf in der Kartenverkaufsstelle NSG. „Kraft durch Freude", Seltersweg 60 Oieee 9 weeentliehen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache nietet ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- Bekanntmachung. Sehr.: Die Vermietung der städtischen Tennisplätze in der Spielzeit 1940. Die städtischen Tennisplätze am Schützenhaus werden für die Spielzeit 1940 neu vermietet. Die Anmeldungen sind unter Angabe der gewünschten Tage und Zeiten schriftlich bis zum 8. April 1940 an das Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 28, I.Obergefchoß, einzureichen. Bei rechtzeitiger Anmeldung können die vorjährigen Spieler bei der Zuteilung der Plätze tunlichst wieder berücksichtigt werden. 1571C Gießen, den 27. März 1940. Der Oberbürgermeister. I. A.: gez.: Gr a v er t. 20 bis 23 Uhr 2 5. Freitag -Miete Der Freischütz Romantische Oper von C. M. v. Weber. Preise RM. 1.20 bis 4.10. [1616d Die Deutsche Arbeitsfront Sau heffen*naffau Krelswaltung iDetterau Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme, sowie für die Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Germer beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen Herrn Wilhelm Weinandt I. sprechen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Christine Weinandt Wwe. 3 Gewinne zu 40000 RM. 262414 3 Gewinne zu 20000 RM. 137790 3 Gewinne zu 5000 RM. 185796 12 Gewinne zu 4000 RM. 5589 34823 78181 173214 24 Gewinne zu 3000 RM. 63542 126541 132908 251366 308154 Giehener Baumschule und Staudengärtnerei Gberb. Schwarz Am Kugelberg 2 Fernruf 4082. Walltorstr. 18 fordere ich hierdurch auf, etwaige Ansprüche an den Genannten innerhalb einer Woche behufs Berück- lichtrgung bei der Nachlaßregulierung, ebenso innerhalb gleicher irrest etwaige Schuldbeiträge bei mir anzumelden bzw. an mich abzuführen. Gießen, den 28. Marz 1940. | L.Althoff , Walltorstraße 16 Nachlaßpfleger. I Drogerie Bornemann Bahnhofstraße 17 Rnf 2135 ____________________________1579A 6 Gewinne zu 10000 RM. 9 Gewinne zu 5000 RM. 9 Gewinne zu 4000 RM. 24 Gewinne zu 3000 RM. 250230 256651 276354 342852 42 Gewinne zu 2000 RM. 146609 152732 171055 193115 309421 369817 Aufforderung. Im Nachlasse der Georg Noll Witwe, Louise geb. Erb, Gießen, Dammstrabe 45, fordere ich alle diejenigen auf, die an den Nachlaß noch einen Anspruch haben, oder die an den Nachlaß noch etwas verschulden oder noch etwas im Besitz haben, dies innerhalb acht Tagen zwecks Berücksichtigung bet der Schlußverteilung bei mir anzumelden oder zu bezahlen bzw abzuüefern. Gießen, den 28. März 1940. Haarwuchs durch das nicht fettende Köhlmeiers Natnrhaaröl (Pflanzenauszug). Schuppen ^nstfo^Haai-äusfall hört auf, fettes Haar wird duftig, trockenes geschmeidig. Erfolg garantiert. Originalflasche RM. 2.20, Doppelfl. RM. 3.90. Nur zu haben: Löwendrogerie W. Kilbinger Nacht., Seltersweg 69. 625d, 45 Gewinne zu 2000 RM. 32525 37262 52473 92561 105145 114598 150274 186666 190993 232108 241060 304450 318774 339575 388009 96 Gewinne zu 1000 RM. 5469 27919 36789 42059 62453 70012 74179 83077 89520 91470 143928 151012 170312 183354 187166 199790 218642 236586 243616 247042 259512 259605 262795 294344 324462 332683 334123 345649 377813 396463 397901 398622 In der Nachmittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 10000 RM. 12921 3 Gewinne zu 5000 RM. 385019 3 Gewinne zu 3000 RM. 132502 36 Gewinne zu 2000 RM. 13578 44036 62097 83680 89792 9640- 112650 188637 223516 283758 309096 333730 99 Gewinne zu 1000 RM. 10560 15836 20880 44621 45155 76071 86900 87742 98254 103461 113899 120924 153660 155901 158260 205723 224679 256916 259103 262830 270061 278002 283171 286395 292415 309836 331568 331896 351690 360457 390858 392059 394980 Gewinnauszug 5. Klasse 2. Deutsche Neichslotterie Auf jede gezogene Nummer find drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen I, II und III 42 Gewinne zu 2000 RM. 12002 20927 27260 102309 168992 186777 188175 207126 246960 263631 371287 383561 26. März 1940 Offenbach/Main z. Z. im Felde leeres Zimmer zum Unterstellen von Möbeln für sofort gesucht. Schriftliche Angebote u. 01145 an den Gießener "Anzeiger erbet. [ Vermietungen | Einfach möbliert. Mansard.- Zimmer zu vermiet. [OU5o Oammstr. 16 v. [Stellenangeböte| Stelle laufend ßöituer- und MMeM für sofort ein sowie einige WnmMen und 1577V Gmensrnuen Gleü. Banmschnl. Landschafts- und Staudengärtnerei Eberhard Schwarz Am Kugelberg 2 Fernruf 4082. zuverlässige Wlotltning pichsrau für einige ©tun- KarlGeismar den am Vormitt. Gießen heu? HWeke Kaiserallee 10. Verschiedenes! Schneiderin ins Haas gesucht. Schriftliche Angebote u. 01140 an den Gieß. Anzeiger. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den BleßenerAnzeiger Dissertationen bei Brühl, Gießen | Mietgesuche Doppel-Zimmer oder Wohn- und Schlafzimmer von berufstätig. Ehepaar gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 01143 an d. Gietz.Anz. erbet. 147 Gewinne zu 1000 RM. 6719 11437 48815 71007 73656 107367 110091 119214 121915 129434 131732 134298 135674 ............... ' 198147 249127 329842 356953 Aus jede gezogene Nummer find drei gleich hohe Gewinn« gesallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen I, II und III fir.74 Swettes Statt Freitag,29. Mürz MO Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhesien) zur Aufführung gelangen. hören. ne. die wiederum Herr Ober- die Schirmherrschaft überdeutet, denn der Kessel war ein Attribut der Hexe. Daß im Rätoromanischen und Russischen, wie auch in einigen skandinavischen Sprachen der Schmetterling zuweilen als „Großmutter" bezeichnet wird, läßt erkennen, daß er auch als Ahnenseele angesehen wurde. Immer sind es vor allen Dingen die Nachtfalter, an die sich aller Aberglaube knüpft. Besonders der dunkle braungelbe Totenkopf mit seinem auffallenden, an einen Totenschädel gemahnenden weißen Fleck auf dem Halsschild, der in Augenblicken der Gefahr ein lautes Pfeifen ausstoßen kann, erschien den Menschen von jeher als unheimlicher Bote des Todes, der darum auch Totenvogel oder Sterbevogel heißt. Doch wird den Schmetterlingen auch eine gute Vorbedeutung zugesprochen, zumal den Die Gießener Bevölkerung wird sicherlich auch in diesem Jahre ihr besonderes Interesse und ihre allzeitige Anteilnahme an der Gießener Kunstwoche 1940, die den Werken ewiger deutscher Kunst gewidmet ist, bekunden. führung besser bewiesen, als Demosthenes es vermocht hätte, nämlich so: „Wenn wir 'feine Sommerzeit hätten und alle Leute um neun zu Bett gingen, dann könnte ja keiner mehr die Abendnachrichten ersten Hellen Frühlingstagfaltern. Setzt sich einem der erste Helle Frühlingsschmetterling auf den Rock, so soll das Segen bringen. In manchen Ländern trachtet der Jüngling, den ersten Frühlingsfalter, beh er sieht, zu fangen, weil er dann das ganze Jahr über Glück bei den Mädchen hat. Außer in der Liebe bezieht sich die gute Vorbedeutung der Frühlingsschmetterlinge vornehmlich auf Geld, und zwar bedeutet ein gelber Falter Gold, ein weißer Silber. Wenn man das ganze Jahr über Geld haben will, so muß man beim Anblick des ersten Schmetterlings seine Geldbörse schütteln. Für uns aufgeklärte Menschen der Neuzeit ist all dieser Aberglaube natürlich längst verklungen. Aber beim Anblick der Falter, die uns am 30. und 31. März in allen Straßen begegnen werden, unsere Geldbörse tänzerische Uebersetzung der Fabel von Pygmalion fand allerdings nicht die einhellig bejahende Ausnahme, wie die vorhergegangenen Tanzdarbietungen. Insgesamt aber siel es nicht schwer, dem Romantischen Ballett Anerkennung zu zollen. Der herzliche Beifall war em Ausdruck der Dankbarkeit für diesen Abend der Schönheit und der Grazie. Einige Solodarbietungen auf der Violine (Marie von Stubenrauch) wurden ebenfalls mit viel Beifall ausgenommen, so daß sich die Virtuosin zu Zugaben entschließen mußte. H. L. Neuner. In Verbindung mit der Morgenfeier wird auch eine Ausstellung des Oberhessischen Kun st Vereins eröffnet, die im Foyer des Stadttheaters hergerichtet wird. In einer umfassenden Ueberschau werden die Werke der besten Meister deutschen Geistes in vorzüglichen Reproduktionen gezeigt werden. Die Führung durch diese Ausstellung übernimmt Stadtbaudirektor G r a v e r t. Arn Montag, 1. April, wird durch den Gießener Konzertverein ein Orchesterkonzert im Stadttheater veranstaltet. Das Städtische Orchester konzertiert unter der Leitung von Universitäts-Musikdirektor Professor Dr. Ternesväry. Solist des Abends ist Heinz Schröder, Frankfurt, (Klavier). Für Dienstag, 2. April, ist keine besondere Veranstaltung vorgesehen. Der Mittwoch (3. April) bringt als Festaufführung des Stadttheaters das Trauerspiel von Lessing „Emilia G a l o t t i". Die nächste Veranstaltung im Rahmen dieser ereignisreichen Woche findet dann am Freitag, 5. April, in Form einer Feierstunde statt. Diese Feierstunde, die in der Neuen Aula der Universität abgehalten wird, bringt zunächst musikalische Darbietungen des Städtischen Orchesters unter der Leitung von Kapellmeister Paul Walter Dann wird Oberregierungsrat Hein Schlecht, Reichshauptstellenleiter RPL., stellvertretender Leiter der Abteilung Schrifttum des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, über das Thema „Die Pflege der Dichtung als Kulturaufgabe" sprechen. Hierauf folgt ein Vortrag des Literaturhistorikers Dr. Reinhard Buchwald über das Thema „Schiller und die Gegenwart". Der Samstag, 6. April, bringt einen „Festlichen Abend" im Saale des Gesellschaftsvereins. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird der Dichter Karl Heinrich Waggerl aus einigen seiner heiteren Werke lesen. Vielen Gießenern dürfte ber Dichter noch von seinem vorjährigen Besuch aus Anlaß der Goethe-Woche in bester Erinnerung sein. Zur Verschönerung des Abends wird außerdem die Tanzgruppe des Stadttheaters beitragen. Zum Ausklang der Kunstwoche wird am Sonntag, 7. April, im Stadttheater eine Morgenfeier statt- finden, die von dem Bann Wetterau 116 der Hitler- Jugend durchgeführt wird und unter dem Thema steht: „Dichtung und Jugend". Karl Heinrich Waggerl wird aus seinen Werken lesen. Die Morgenfeier wird durch das Orchester der Hitler-Jugend musikalisch umrahmt werden. Kreisleiter Backhaus wird mit einer Ansprache die Gießener Kunstwoche beschließen. „Kornblumenblau" im Lichtspielhaus. Obwohl die Schlagermelodie „Kornblumenblau" den Zenith ihrer Popularität überschritten hat, hielten die Filmschaffenden der Terra die Melodie doch für würdig, sie in eine breit angelegte Handlung einzuspannen und einen heiteren Film daraus zu machen, der jetzt im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gezeigt wird. Die Handlung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Entstehungsgeschichte des Schlagerliedes zu erzählen und dabei in hübscher Kleinmalerei eine, Kleinstadt am Rhein und ihre Menschen zu schildern: Menschen mit allen ihren Vorzügen und Schwächen und mit ihren Vorurteilen gegen einen jungen Komponisten, dem neben „schweren" Sachen auch das volkstümlich gewordene Lied einfiel, das dem Film den Namen gibt. Wie dies geschieht und wie es zur Geburt dieses Liedes kommt, das läßt man sich viel besser in Filmbildern erzählen, als es hier mit dem Wort geschehen könnte. Axel M o n j e schildert den zwischen heiterer Lebensfreude und ernstem Schaffen hin und her bewegten jungen Komponisten sehr sympathisch. Leny Marenbach ist seine empfindsame Partnerin, die in ihrer fraulichen Freundlichkeit besonders gut gefällt. Den Vater des Komponisten mimt der rheinische Komponist Ludwig Schmitz (der inzwischen durch die Szenen mit Jupp Hussels sehr bekannt geworden ist), und regt oft zu herzlicher Heiterkeit an. Außerdem begegnet man Cläre Schlichting im Film, und schließlich hat Paul Kemp eine sehr dankbare Rolle, die er auf seine Art ungemein reich und lebendig gestaltet. Noch viele andere gute Darsteller bietet der Film auf. Unter ihnen begegnet man auch in einer allerdings kleinen Rolle dem früheren Gießener Ludwig L i n f m a n n , der, wenn auch nicht in der Maske, so doch sofort an seiner Art zu sprechen erkannt werden wird. Die Spielleitung für diesen von unbeschwertem Humor erfüllten Film hatte Hermann Pfeiffer. Im Beiprogramm läuft ein interessanter Film von den bisherigen italienischen Siedlungsbesttebgn- ßß® « Rmtzajrikk ö. L.Neimen erst in die Schule und dann ins Leben, und die Mutter — die Mutter wartet. Ich hätte wohl derlei Allerweltszeug daherreden können. Ich habe es nicht getan. „Heute mittag ist er wieder da", sagte ich, mir fiel nichts Gescheiteres ein. „Heute mittag, ja", sagt Antje und lacht mich an, „heute mittag ist er wieder da." Einmal kommt so ein Junge immer wieder. Sommerzeit. Es gibt zwei Arten von Sommerzeiten. Die eine hat August Zarnack schon 1819 in seinem Tannenbaumlied (du grünst nicht nur zur Sommerzeit) erwähnt und besungen. Sie ist nicht zu verwechseln mit jener anderen, die zuerst während des Weltkrieges und eben jetzt zum zweiten Male bei uns eingeführt wurde. Damals kam ein findiger Kopf darauf, daß im Sommer eine Stunde früher auf- stehen so und so viele Tonnen Kohle spart. Denn der Frühaufsteher (und Zubettgeher) kann sich wohl morgens als auch abends ohne Mithilfe des Städtischen Elektrizitätswerkes rasieren. Das allein ist jedoch noch nicht die Sommerzeit. Früh aufstehen können wir auch, ohne die Normalzeit zu zertrümmern. Hingegen aber: wir tun es nicht. Dies nun hat der Mann, der die neue Zeit erfunden hat, gewußt. Er hat Herrn Zwiesecke und Herrn Schulze'Hl gekannt, und er hat sie sich plastisch vorgestellt, wie sie sagten: „Wat? Um neun Uhr in die Falle? Bin ik'n Säugling?" Solchen Protesten ist der Erfinder zuvorgekommen. Er hat seinen Trick hervorgeholt, er hat die Zeitgenossen mit dem Holzhammer vor den Kopf geschlagen, er hat die Uhr DorgefteUtr und niemanden ist es eingefallen, über das übliche Maß hinaus zu fluchen, wenn früh „um sechs" der Wecker rasselt. Der Erfinder der Sommerzeit ist einer der besten Kenner der menschlichen Seele gewesen. Die neue Zeit ist jedoch nicht nur dazu da, Kohlen zu sparen. Sie spart auch Nerven. Der Schlaf vor und nach Mitternacht ist, wie bekannt, der gesundeste. Aber die Stunden vor Mitternacht schlagen jeden Rekord. Sie sind der Gipfel der Wohl- Bekömmlichkeit, und eine Stunde vor Mitternacht mehr schlafen, das ist so gut wie sechs Wochen Liegekur in den Höhenlagen des Thüringer Waldes. Ueber die Notwendigkeit, früh zu Bett zu gehen, kann es also Meinungsverschiedenheiten nicht mehr geben. Wer aber geneigt sein sollte, in der Attacke auf seine Taschenuhr einen Eingriff in die persönliche Freiheit zu sehen, der wende sich an Karlchen Mutz in Berlin-Steglitz. Er hat in seinem Aufsatz über die Sommerzeit die Notwendigkeit ihrer Eingehört werden wird. Ein abwechslungsreicher und künstlerisch wertvoller Veranstaltungsplan ist für die Gießener Kunstwoche aufgestellt worden, für Bürgermeister Ritter nommen hat. Die Gießener Woche für Kunst und Literatur wird durch eine Morgenfeier im Stadttheater eröffnet. Das Städtische Orchester wird die Feier mit der „Leonoren-Ouvertüre" einleiten. Anschließend spricht der Oberbürgermeister zur Gießener Woche für Kunst und Literatur. Sodann wird Goethes Schauspiel in einem Akt „Die Geschwister" Als im vorigen Jahr aus Anlaß der 25-Jahr-Feier des Goethe-Bundes zum erstenmal eine Gießener Kunstwoche unter Beteiligung der Gießener Kulturinstitute mit einem Erfolg durchgeführt werden konnte, der weit über die Grenzen der Stadt hinaus wirkte, da gab der Oberbürgermeister der Stadt Gießen die Anregung, alljährlich in unserer Stadt zum Ausklang des Vortragswinters eine solche Kulturkundgebung durchzuführen. Zugleich stand auch Thema und Geleitwort für die Kunftwoche des Jahres 1940 fest: „Von ewiger deutscher Kunst." Damit war dem Veranstalter eine schöne und große Aufgabe gesetzt. Es aalt, aus dem unergründlichen Schatz deutschen Kulturgutes die unvergänglichen Werke unserer großen Meister aufzuzeichnen, sei es nun aus unserer deutschen Musik mit Beethoven, Haydn, Schubert, Mozart, Händel, Wagner, sei es aus unserer deutschen Dichtung mit Walther von der Vogelweide, Goethe, Schiller, Lessing, Storm, Raabe, sei es aus unserer Malerei und bildenden Kunst, seien es die schaffenden Kräfte der Gegenwart oder der Vergangenheit. Ein reicher, unversiegbarer Born des deutschen Kulturschaffens tut sich vor uns auf, aus dem wir schöpfen können. In einer umfassenden und großen Schau sollte die Kunstwoche die bedeutendsten deutschen Kulturschöpfungen aus Vergangenheit und Gegenwart vermitteln. Mitten in diese Vorbereitungen brach der uns von England aufgezwungene Krieg herein. Die aus diesem Schicksalskampf unseres Volkes sich ergebenden Erschwerungen und Hemmnisse ließen nicht alle Pläne zur vollen Durchführung kommen. Waren aber schon im Frieden die festlichen Tage der Kunst ein stolzes und freudiges Bekenntnis zu unserem deutschen Kulturgut, so ist die Gießener Kunstwoche im Knegsjahr 1940 ein unerschütterliches Gelöbnis zur Kultur unserer Nation geworden. In diesen Tagen des Kampfes und der Abwehr gegen den Vernichtungswillen Englands hat vielleicht die Gießener Kunftwoche ihre höchste Erfüllung und Berechtigung gefunden. Wenn wir daher heute die Bürgerschaft unfern Stadt zur Teilnahme an den kulturellen und künstlerischen Veranstaltungen der Kunstwoche auf- rufen, dann wissen wir auch, daß unser Ruf allseits Gießener Woche für Kunst und Literatur 1940 ,$on ewiger deutscher Kunst." Don Dr. Otto Henning. fein Lunge geht zur Schule. X'on Hans 3. Toll. Heftern morgen war es, da traf ich Antje. Diese rrje und ich waren einmal Nachbarskinder, und ii: haben eine Menge Erinnerungen an eine Zeit, Bi Der Risse und Flecke in unseren Kleidern bekun- iet n, daß wir für eine tumultuarische Ungebun- ÄaEfjeit des Lebens viel übrig hatten. Das ist lange |?r und heute gibt es längst einen kleinen Peter tttl eine kleine Antje, die zur großen Antje Mutter fq: n. Die Jahre haben es eilig. ^«a, ich treffe Antje, wir gehen ein paar Schritte Einander, sprechen über dies und das, und ja, laile, es ginge ihr gut, ja, alles gesund und froh i Hause. Und die Kinder, frage ich, der Peter und izüleine Antje? Oh, sie sind laut und lebendig und ; aleen Risse und Flecke in den Kleidern. „Und ■ eicer", sagt Antje noch, „Peter habe ich heute na gen zum erstenmal in die Schule gebracht." 2 ie Antje hat ihren Peterle zum erstenmal in die Sdule gebracht! Sie lächelt, als sie es leise sagt. Lll Mütter lächeln wohl, die ihren Jungen zum ,erst°nmal in die Schule brachten, ein bißchen stolz, sein bißchen weh. 1 „Tr wollte nicht, daß ich auf ihn wartete. Ich liiite fortgehen, kaum, daß ich bis ans Klaffen- jiir-ner mitgehen sollte. Er sei nun groß, sagte er, mnb ich solle ja nicht warten, er könne allein M Hause finden. Oh, es wäre ihm sehr peinlich • amefen, wäre ich geblieben. Da bin ich dann angegangen. Er ist ja nun groß, der Peter." Nir gehen eine Weile still weiter, und ich weiß liritf-s Rechtes zu sagen. Was soll man auch sagen? ein erster Schulgang ist nun einmal ein Abschied. Sie sechs Jahre, die sich tza selbstbewußt oder auch ein wenig ängstlich zum erstenmal auf eine Schulbar? setzen — die wissen nichts davon, daß hinter drTür, die der Lehrer zumachte, die Mütter stehen ttii warten, hier oder zu Hause. „Ja", sagt Antje weiter, „siehst du, so ist das — H habe schon einen großen Jungen, den ich nicht Mr an der Hand zu halten brauche." linb nun könnte ich viel sagen. Ich könnte havon Archen, daß man diesen kleinen Abschied als Sym- il nehmen könnte, nicht wahr? Er ist der erste, le:* viele werden noch folgen. So ein Junge will ft) seinen Weg allein finden, und die Mutter soll Df: warten. Aber die Mutter wartet. So ein v'ige stößt sich einmal an der Nase, und dann geht 8 Dieber zur Mutter — auch das wäre sinnbildlich A Nehmen, wie? Da laufen die Jungen davon. Aus der Stadt Gießen. Schmetterlinge. -ie letzte Reichsstraßensammlung des Kriegs- M. verkündet den Frühling. Sie steht im Zeichen ' >er Schmetterlinge, die uns zusammen mit Blumen nn? Vögeln Boten des Lenzes sind, die allerzarte- und geheimnisvollsten. Mit den Kindern Floras Haien sie die leuchtenden bunten Farben gemeinsam, faf: erscheinen sie selber als blumenhafte Wesen, abir noch schwereloser, noch unirdischer, frei und geb ft im Licht schwebend. Ein paar Tautropfen und ern wenig Blütenhonig genügen ihnen zur Sätti- gur g, ja viele nehmen während ihres kurzen Falter- bdfins gar keine Nahrung zu sich. Dieses Gewicht- los der Schmetterlinge hat die Anschauung von den „(fntagsfaltern" ausgelöst, denen nur wenige Stunde: oder Tage zu ihrem Leben in Faltergestalt be- jdy-ben wären. Aber diese zarten Geschöpfe sind jä!?r als sie scheinen. Ein paar Wochen beträgt, sein sie nicht Feinden oder anderen äußeren Ein- »i-fungen zum Opfer fallen, die Daseinsspanne auch b-e: kurzlebigsten unter ihnen. Andere überdauern föcir den kalten Winter bei uns. >er erste hochgelbe Zitronenfalter, der erste rot- .Miune kleine Fuchs, die wir durch den Frühlings- ^Mnenschein gaukeln sehen, sind nicht erst von die- lch Frühling in ihr Dasein gerufen, sie waren auch itn vergangenen Sommer in ihrer jetzigen Gestalt schm da, und sie haben die Wintermonate mit zu- (ar men^flappten Flügeln in Wäldern', auf Dach- brten oder sonst einem Unterschlupf in todesähn- (jd?m Schlaf verbracht, bis die wiedererstarkende Sinne dieses Jahres sie zu neuem Leben wachküßte. Di bunten Heere der Falter freilich, die in den ei( ntlichen Sommermonaten unsere Fluren reich U ben, sind zum größten Teil neue Geschöpfe, vor tigern erst aus dem dunklen Gefängnis der Puppe $»ri Licht und zur Freiheit erlöst. Aber welch ge- hesmisvoll reiches Leben und welch vielfachen Ge- ftdroanbel haben diese Wesen schon durchlaufen, 'm! sie als Schmetterlinge im Sommerwind schweben. ' »ie Verwandlung der Schmetterlinge vom Ei zur Rupe, von der Raupe zur Puppe und endlich zum F ter hat sie zu allen Zeiten und bei allen Völkern ju Symbolen der Unsterblichkeit, zu eigentlichen S Untieren gemacht. Die griechische Darstellung der P che, der unsterblichen Seele, als ein Mädchen mit ss"metterlingsflügeln ist uns wohloertraut, aber sct n im 5. vorchristlichen Jahrhundert finden wir Ke Schmetterling auf Sarkophagen und Gemmen dl: Sinnbild der Unsterblichkeit dargestellt. Nach ar r germanischer Anschauung verläßt die Seele als metterling den Schlafenden. ~Is Seelentier begegnen wir dem Falter im V: ksglauben des ganzen Mittelalters bis in die Allzeit hinein. Besonders die Nachtfalter, die um ßr*t und Lampe schwirren, galten als „Seelen aus bei Fegfeuer", die ihre Verwandten und Freunde beochen. Weiße Schmetterlinge wurden als Seelen un/hulbig verstorbener Kinder angesehen, aber auch JjjB Seelen der Ungeborenen. Der Glaube, daß über Dem von einer Hexe getöteten Kinde ein weißer S metterling als seine Seele schwebe, hat in einem enprozeß des Jahres 1680 eine wichtige Rolle gelvielt. i überhaupt wurden die Schmetterlinge vielfach i mi Hexen und Zauberern in Beziehung gebracht. . Gcion unser deutscher Name Schmetterling, der mit alten Bezeichnung Schmetten für Sahne ver- , TD.irbt ist, weist auf diesen Zusammenhang hin, ■ 3cm bekanntlich galt bas Milch- und Sahnestehlen ! 4: eine Hauptbetätigung der Hexen. Das englische ! Trt bütterfly für den Schmetterling drückt diese Zii'chauung noch viel deutlicher aus. Doch auch im Nutschen begegnen wir zahlreichen Namen, die auf desselben Ursprung zurückgehen. So heißt der Eametterling auch Milchdieb, Milchtrud, Molken- eb-r, Molketewer, Schmantlecker, Boterwif, Boter- "y\ und ähnlich. Im Münsterland wird der Zitto- lessalter auch Hex genannt, in Mecklenburg finden Di neben anderen auch die Namen Kätelflicttr und ßcielböter, was ebenfalls auf den Hexenglauben „Romantisches Ballett" im Gtadttheaier. Das Rornanttsche Ballett Peters-Pawlinin, das gestern abend in einer Veranstaltung der NS.- Gerneinschaft „Kraft durch Freude" vor ausverkauftem Haus im Stadttheater zwei Stunden mit bewegter Grazie und beseelter Schönheit ausfüllte, bereitete eine vorbehaltlose Freude. In einer reichhaltigen Folge der Darbietungen wurde die Phantasie der Besucher lebhaft angesprochen. Es wurde aber auch unaufdringlich an den mehr ober weniger großen Reichtum eigenen Gefühls jedes einzelnen appelliert, denn die Kunst eines Balletts kann sich naturgemäß nicht so klar und eindeutig äußern, wie es z. B. im Solotanz und von der tänzerischen Einzelpersönlichkeit her möglich ist. Die Kunst des Balletts verlangt — das wurde gestern bewiesen — die allgemeinere Form des Tanzes überhaupt, innerhalb der sich die Ausdruckskraft der einzelnen Tänzerin bewegen muß. Das wiederum bringt es mit sich, daß vom Betrachter eine innige geistige und seelische Hingegebenheit verlangt wird. Diese Bereitschaft und Hingegebenheit forderten besonders die ersten Darbietungen heraus, die sich ganz im Charakter des „Tanzes an sich", im Stil des klassischen Tanzes, teilweise auch im Bereich des Allegorischen bewegten und dabei außerdem stark an die Intentionen von der Musik her (Beethoven, Chopin, Brahms) gebunden waren. So mußte man also versuchen, den Gehalt der Tänze nicht nur vom Auge, sondern auch vom Ohr her der eigenen Gefühlswelt zu erschließen. Das Ballett ließ es dazu nicht an Adel der Bewegung und an wohlerwogener Geste fehlen: es bot genug an fast olympisch anmutenber weiblicher Schönheit und männlicher Kraft, wie auch an einer gemessen ausgebrückten Sinn en f re-ude. Hinzu kam außerbem sorgfältig ausgebildetes tänzerisches Können. Sinnfälliger als bas einleitenbe Adagio, ber bionysifche Reigen und die TanMzze „Ueoers Feld" waren bie Darbietungen bes zweiten Teiles der Dorttagsfolge. Die tänzerische Stimmungsmalerei ,^)erbstblätter" sprach rasch und lebhaft an und löste ein heiter-melancholisches Entzücken aus, während die in einigen Zügen fast derbe Tanzgroteske „Die Hose" mit rückhaltloser Heiterkeit quittiert wurde. Die zum Abschluß wiedergegebene zu zücken und sie recht heftig zu schütteln, um möglichst viel herausfallen zu lassen, wollen wir ja nicht vergessen. Um die gute Vorbedeutung brauchen mir uns keine Sorgen zu machen! C. K. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Der Freischütz". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Opernball". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kornblumenblau". Hitler-Jugend Bann 116. Aus technischen Gründen müssen die Sportstunden der 14- bis 15jährigen wie folgt umgelegt werden: Dienstags alle Gefolgschaften außer der Motor-Gefolgschaft, Freitags Motor-Gefolgschaft. An beiden Tagen um 18 Uhr Schüler und um 20 Uhr Berufstätige. Don der Universität Gießen. Der Inhaber des Lehrstuhls für Anatomie und Direktor des Anatomischen Universitäts-Instituts, Gießen, Prof. Dr. E l z e, folgt mit Beginn des neuen Universitätstrimesters Anfang April einem Ruf an die Universität Würzburg, wo er den Lehrstuhl der Anatomie und die Leitung des dortigen Anatomischen Instituts übernehmen wird. Professor Dr. Elze war seit 1. November 1936 in seinem Amt in Gießen tätig. Ein Abend der Rückgeführten. Die Rückgeführten von der Saar hielten im „Burghof" ihre übliche Zusammenkunft ab. Der Kreisbeauftragte, Pg. Brand, konnte dabei darauf Hinweisen, daß nun in jeder Gießener Ortsgruppe und einem Teil der Ortsgruppen im Kreise Gießen Landsleute als Ortsbeauftragte bestimmt sind, an die sich die Rückgeführten mit ihren Anliegen wenden können. Wie der Kreisbeauftragte weiter bekanntgeben konnte, hat der Gau Saarpfalz der NSDAP, für alle Neugeborenen eine Stiftung errichtet, aus der für jedes Kind ein Sparbuch mit einem namhaften Betrag angelegt wird. Bei den Ortsbeauftragten können sich auch solche Mütter melden, die bereits in ihrer Heimatgemeinde für das Mütterehrenkreuz eingereicht wurden, oder die einen berechtigten Anspruch darauf haben. Der Vorsitzende des Gießener Saaroereins, der hier die Vorarbeiten für die Abstimmung an der Saar leitete, Polizeihauptwachtmeister Thum, benutzte die Gelegenheit, um den Landsleuten die Grüße und Wünsche der hier ansässigen Volksgenossen von der Saar zu überbringen. Er wünschte ihnen alles Gute und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß der Führer alles zum Besten gestalten wird. Irland, die grüne Insel. Der Goethe-Bund, Kaufmännische Verein und die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, in Arbeits- gemein'schaft mit der NSG. „Kraft durch Freude", veranstalteten am gestrigen Donnerstag einen Vortrag des Reiiseschriftstellers Joachim G ersten- berg über „Irland". Der Vortragende vermittelte einen interessanten Einblick in die Geschichte und die landschaftliche Beschaffenheit dieser Insel und ihrer Bewohner. Dabei ging er von der im Dezember 1937 erfolgten Anerkennung der unabhängigen Republik durch die Engländer aus. Der Vortragende wies darauf hin, wie mit dieser Anerkennung der acht Jahrhunderte währende Freiheitskampf der Iren ein Ende nehmen sollte, der mit großer Erbitterung auf beiden Seiten geführt wurde und ungeheure Opfer an Blut gefordert hat. Die Iren sind jetzt im Begriff, die letzten Fesseln der englischen Herrschaft abzustreifen und die Freiheit ihrer Jnfel, einschließlich Ulsters, zu erringen. Der Vortragende führte die erste historische Erwähnung Irlands auf 2000 Jahre vor der Zeitrechnung zurück. Die von Mittelasien über Spanien eingewanderten Jberier waren die ersten Einwohner, denen sich erst 900 bis 800 vor der Zeitenwende die Kelten zugesellten. Diese beiden Stämme bildeten die irische Rasse. Die Engländer hatten nie bas Land betreten, sondern ein Papst, der einzige Berge von Melallgegensiänden Haufen sich In den Sammelstellen. Schon wenige Stunden nach dem Beginn der Sammelaktion für die Metallspende des deutschen Volkes häuften sich in den Sammelstellen — auch in Gießen — die Berge der verschiedensten Metallgegen- stände. Mancher hat sich hier wohl von Gegenständen getrennt, die ihm bisher teuer waren, aber jeder gibt gern für dieses Opfer der Nation, *das Geburtstagsgeschenk des Führers. — (Scherl-M.) Aus der engeren Heimat wünsch. Landkreis Gießen. Tv. Heuchelheim—Spgmb. Grohen-Bufeck 3:7 (2:3). Dieser Tage kam es aus dem Platz des Tv. Heuchelheim zu einem interessanten Tressen, das die Gäste aus Großen-Buseck 7:3 für sich entscheiden konnten. Der Halbzeitstand schien' nicht ganz sicher und Heuchelheim mutzte sich nach der Pause dem besseren Stehvermögen der Gäste aus Großen-Buseck beugen und eine Niederlage hinnvhmen. Diamantene Hochzett * Annerod, 29. März. Am heutigen Freitag können der Weißbindermeister Karl Schäfer I. und Frau Margarete, geb. Dörr, in aller Frischs das Fest der diamantenen Hochzeit feiern. Das Jubelpaar ist 83 bzw. 84 Jahre alt. Den Ju- bilaren bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche dar. § Laubach, 29. März. Am heutigen Freitag feiern der Schuhmacher Karl K r e i ck e r II. und Ehefrau Karoline, geb. Scharf, in körperlicher und geistiger Rüstigkeit das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit. Die.beiden Ehegatten stehen im 89. und 90. Lebensjahre. Unseren herzlichen Glück- dessen Ausfüllung chr eine Beute in hohe von 500 RM. in die Hände fiel. Jetzt wurde chr der Boden in Frankfurt zu heiß und sie kehrte nach Wetzlar zurück, wo sie sich, ihrer alten Spezialität folgend, wiederum für anderer Leute Scheckbücher interessierte. Mit einem gefälschten Ausweis, der sie als angebliche Beauftragte der Wetzlarer Kreisfparkaffe legitimierte, begab sie sich zu mehreren Firmen und versuchte deren Scheckbücher zu erlangen. Das glückte ihr jedoch nicht, so daß sie schließlich bei einer anderen Firma einen neuen Trick anwandte und damit auch Erfolg hatte. Mit dem Scheckbuch dieser Firma ging sie davon und füllte unterwegs im Publikumsraum der Post einen Scheck über 865 RM. aus, den sie dann bei der Kre'issparkasfe in Wetzlar zur Einlösung vorzeigte. Inzwischen war aber die Kasse von einer der besuchten Firmen über das rätselhafte Erscheinen der angeblichen Kassenbeauftragten benachrichtigt worden, wodurch man der Schwindlerin auf die Spur kam. Einige Polizeibeamte bezogen im Kassenraum Wartestellung, und ihnen gelang es- denn auch, die etwa 26 Jahre alte gerissene Schwindlerin in Empfang zu nehmen. Die raffinierte Person wurde verhaftet und dürfte nun einem dicken Ende entgegensetzen. Schweinemarkt in GrünÜerg. + Grün berg, 28. März. Der Schweine- markt hatte einen Auftrieb von 50 Ferkeln und Läuferschweinen. Folgende Preise wurden erzielt: 6 Wochen alte Ferkel kein Austrieb, 6 bis 8 Wochen alte 38 bis 40 RM., 8 bis 13 Wochen alte 42 bis 54 RM., Läufer 62 bis 68 RM. pro Stück. Marktverlauf: flotter handel, ausverkauft. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. März. Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber andere a) 60 bis 65 (am 20. 3. 62 bis 65), b) 55 bis 59 (54 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 28 bis 40 (26 bis 40). hämmel a2) 51 (51), b2) 48 (48 bis 49), c) 42 bis 44 (38 bis 44). Schafe a) 44 (42 bis 44), b) 38 bis 40 (38 bis 39), c) 20 bis 32 (25 bis 32). Schweine a) 55,50 (55,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 55,50 (55,50), c) 54,50 (54,50), d) 51,50 (51,.50), e) 49,50 (49,50), Sauen gl) 55,50 (55,50). Marktverlauf: Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt. * Lollar, 29. März. Am morgigen Samstag, 30. März, kann der Schleifer i. R. Heinrich Gaul in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 0. Geburtstag feiern. Der Jubilar war nahezu fünfzig Jahre lang im hiesigen Eisenwerk tätig. Im, Weltkrieg kämpfte er in Rußland mit. Wir beglückwünschen den alten Herrn herzlich zum Geburtstag. # Mainzlar, 28. März. Dieser Tage wurde der ä l t e st e Einwohner unseres Ortes, der Landwirt Ludwig Schwalb, der im Alter von 92 Jahren stand, unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen. Der Dahingeschiedene hatte sich bis in die letzten Tage aller geistigen und körperlichen Frische erfreut. * Dau bringen, 29. März. Am heutigen Freitag begeht Frau Katharine Walther Wwe., geb. Muly, ihren 7 0. Geburtstag. Der Jubilarin unsere herzlichen Glückwünsche. Eine Gcheckschwindlerin festqenornmen LPD. Wetzlar, 28 .März. Eine gerissene S ch e ck s ch w i n d l e r i n ist der Wetzlarer Polizei ins Garn gegangen. Die Schwindlerin, die sich schon einmal auf diesem Gebiet zum Nachteil einer Wetzlarer Familie betätigte und dafür eine einjährige Gefängnisstrafe erhalten hatte, beging nach der Strafverbüßung mehrere Diebstähle in Wetzlar, bis sie schließlich Anfang dieses Jahres nach Frankfurt übersiedelte. Dort stahl sie einer bekannten Frau wiederum ein Scheckformular, durch Fünfmal abwechseln. Die mit einer Reihe von Drüsen ausgestattete Fußsohle neigt stärker als andere Körperteile zur Erhitzung und ist darum für Bäder besonders dankbar. Das Reinigunasfußbad besteht in einer etwa 15 Minuten währenden Einwirkung einer Seifenlauge. Man vermeide heiße Fußbäder, sie machen die haut spröde und erweitern die Blutgefäße. Diesem Bad setzt man etwas Borax, Soda oder auch einen Fichtennadelextrakt zu. Auch Sauerstoffbäder haben eine anregende und lindernde Wirkung. Das Trocknen btr Füße soll sehr sorgfältig vorgenommen werden, besonders sind die empfindlichen Stellen zwischen den Zehen zu beachten. Wenn hier die haut nicht völlig getrocknet wird, entstehen wunde Stellen mit lästigem Brennen und Jucken. Einpudern verhindert das Wundlaufen. Zeigt sich trotz aller Vorsicht eine offene Stelle, lege man feingezupfte Watte, mit Wundpuder bestreut, zwischen die Zehen. Bei der Nagelpflege ist zu beachten, daß die Ecken nicht zu tief herausgeschnitten oder besser: mit der Nagelzange abgeknipst werden, sonst wächst der Nagelrand leicht ein. Ueberstehende Nagelkuppen werden gerade abgeschnitten, aber so, daß sie den Zeh noch etwas überragen; die , Ecken werden stumpf gefeilt. Zum Einwachsen neigende Nägel hebe man durch Unterschieben eines feingedrehten fadendicken Watteröllchens. Nach dem Bade folgt eine leichte Massage der Füße. Massiert wird in rings um den Knöchel lausender, alsdann aufwärts steigender Richtung. Die Zehen werden zunächst einzeln, dann im ganzen mit der Hand kräftig hin und her bewegt, die Fußsohle wird von den Zehen zur Ferse hin gestrichen. Sobald es die Witterung erlaubt und die Möglichkeit dazu vorhanden ist, laufe man täglich einige Minuten durch feuchtes Gras, das kräftigt die Füße außerordentlich. E. S.-H. englische Papst, gab 1169 dem englischen König das Recht auf Irland. Damit begann eine Kette von Grausamkeiten, Vertragsbrüchen und Herrschgelüsten der Engländer, für die der Vortragende Aussprüche und Niederschriften anführte. Unter Cromwell, einem der grausamsten englischen Wüteriche, mußten in kurzer Zeit 600 000 Iren Hungers sterben und Tausende wurden nach Amerika verkauft. Aber niemals haben die Iren ihren Existenzkampf aufgegeben. Dann gab der Redner eine Schilderung der Charaktereigenschaften der Iren, die eine Reihe von Dichtern, Feldyerren, Musikern und Politikern hervorgebracht haben, und streifte auch die Frage nach der Rolle, die die Iren in diesem Kriege spielen werden. Er verwies auf die Erklärung der strikten Neutralität durch den Ministerpräsidenten de Valero und auf die Einstellung der Iren während des Weltkrieges, in dem sie sich aus dem Kampfe heraushielten und Ostern 1917 sogar einen Aufstand wagten. An Hand von zahlreichen farbigen Aufnahmen schilderte der Vortragende dann das romantische Irland mit seinen Seen und Flüssen und der reichen Flora, die der „Grünen Insel" ihre versponnene Traumverlorenheit geben. Er zeigte u. a. das Kreuz des heiligen Patrick, des Nationalheiligen, Aufnahmen aus der Hauptstadt Dublin, herrliche Landschaftsbilder von den Seen von Killarney und der Fischerinsel Aran mit einigen Typen dieser Fischer und dem Fischer-Dichter Pat Müllen, bei dem Gerstenberg als Gast geweilt hatte. Abschließend brachte der Vortragende einige Mauerinschristen und Spruchbänder der IRA. zur Kenntnis, um die Charakterzüge der Iren verständlich zu machen. Daran anknüpfend wies er daraus hin, daß haß gegen England noch keine Zuneigung zu unserem Volke bedeutet, da jedes Volk seinen eigenen Kampf kämpft, so daß eine nüchterne Beobachtung all der Vorgänge unbedingte Notwendigkeit ist. Der Redner fand starken Beifall. Gegen die Waldbrandgefahr. Große Werte deutschen Volksvermögens werden alljährlich durch Waldbrände vernichtet. Die Ursache ist, wie der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei in einem Erlaß an alle Polizeibehörden seststellt, in den meisten Fällen sträflicher Leichtsinn und Nichtbeachtung gesetzlicher Bestimmungen. Um dem entgegenzuwirken, werden in dem Erlaß die zur Verhütung und Bekämpfung von Waldbränden ergangenen Bestimmungen den amtlichen Stellen erneut in Erinnerung gebracht mit dem hinzu- fügen, daß auf die Einhaltung der Vorschriften größter Nachdruck zu legen ist. Mit Gefängnis bss zu drei Monaten und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen wird nach dem Strafgesetzbuch bestraft, wer Wald-, Heideoder Moorftächen durch verbotenes Rauchen oder Anzünden von Feuer, durch ungenügende Beaufsichtigung angezündeten Feuers, durch Fortwerfen brennender oder glimmender Gegenstände, oder in sonstiger Weise in Brandgefahr bringt. Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Persönlichkeit nicht sofort feftgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterlichen Befehl vorläufig festzunehmen. Bei Wald-, Moor- und Heidebränden sind neben den Feuerwehren alle geeigneten Personen unaufgefordert zur Hilfeleistung verpflichtet, und sie haben solche Brände der Forst- oder Polizeibehörde zu melden. Zugtiere schonend behandeln. Infolge des Bedarfs an Pferden für heereszwecke sind die besten Pferde eingezogen und für die Wirtschaft in Stadt und Land nur die schwächeren und weniger tauglichen zurückgeblieben. Nun müssen diese die schweren Arbeiten im Verkehr, sowie in der Land- und Forstwirtschaft verrichten, die sonst ihren starken Artgenossen vorbehalten waren, hierbei ist vielfach festzustellen, daß sie in einer Weise ausgenutzt werden, die weit über das zulässige Maß hinausgeht und als Tierquälerei, Mißhandlung und Zuwiderhandlung gegen das Reichs-Tierschutzgesetz anzusehen ist. Wenn zu dieser Ueberanstrengung noch unzulängliche Fütterung und unzureichende Ruhezeit hinzukommen, so lassen die Leistungen solcher Tiere sehr bald nach, so daß sie immer weniger ihren Zweck bei der Arbeit erfüllen können. Es ist deshalb ein Gebot der Zeit, nachdrücklich darauf hinzuweisen, daß die Zugtiere schonend zu behandeln und durch gute Fütterung und sorgfältige G. A.-Gport. Hallensportfest der Fachämter Turne« und Leichtathletik. Die Bezirksführung im NSRL., Bezirk 8 Gießen, ist bestrebt, während des Krieges den Sportbetrieb in den einzelnen Fachämtern nicht nur aufrechtzu« erhalten, sondern darüber hinaus noch weiter vor- anzuführen. Die Durchführung einer solchen Aus« gäbe ist natürlich nur dann möglich, wenn in gemeintam er Arbeit hieran auch die Vereine tatkräftig rnitwirken. Die Bezirksführung mit ihren Fachämtern wird den Weg hierzu vorbereiten, und da die Initiative ergreifen, wo dies den Vereinen nicht möglich ist. Sie will Geleaenheit zu sportlicher Betätigung geben. Aus diesen Erwägungen heraus ist auch das für den 31. März in der Halle des VfB-Reichsbahn Gießen, nachmittags, in Aussicht genommene hallensportfest in Vorbereitung genommen worden. Es ist kein hallensportfest im üblichen Sinne. Nicht zu sehr steht diesmal der Wettkampf im Vordergrund; lediglich einige leichtathletische Wettkämpfe werden ausgetragen. Beherrscht wird das Programm dieser Veranstaltung von Werbevorführungen. Kindergruppen, Gymnastikriegen Geräteturner usw. treten an und werden ein anschauliches Bild von der Arbeit im NSRL. vermitteln. Besonders für die Eltern wird dieser Nachmittag manche Freude bringen, denn im Programm finden wir die Kindergruppe wiederholt angekündigt. Anregend und aufschlußreich wird diese Veranstaltung für die fein, die beabsichtigten, ihr Kind früher oder spater der Leibesübung zuzuführen. So soll den Vereinen durch diese Veranstattung Gelegenheit gegeben werden, sich neuen Ansporn, neue Anregungen zu holen, und vor allem die Ueberzeugung gewinnen, daß die Leibesübung im NSRL. gerade in Kriegszeiten ihre Bewährungsprobe bestehen wird. Die Einkünfte aus der hallenveranstaltung werden dem Kriegs-WHW. zugeführt. In. Pflege bei Kräften zu erhalten sind und nicht überlastet oder überanstrengt werden. Wer hiergegen berstößt, schädigt das Gesamtwohl des deutschen Volkes und hat auch gesetzliche Bestrafung zu er- warten. Die Vorschriften zur Schonung der Pferde gelten auch gegenüber allen anderen Zugtieren. Nach §2 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, ein Tier in Haltung, Pflege oder Unterbringung zu ver- nachlässigen; auch ist es verboten, ein Tier unnötig zu Arbeitsleistungen zu verwenden, die offensichtlich seine Kräfte Übersteigen, oder die ihm erhebliche Schmerzen bereiten oder denen es infolge seines Zustandes nicht gewachsen ist. Fußpflege — eine pflicht. Da sich sowohl bei schulärztlichen Untersuchungen als bei Musterungen ergeben hatten, daß Fußleiden in Deutschland so häufig sind, daß sie zu einer Gefahr für die Volksgesundheit zu werden drohten, wurde vor etwa zwei Jahren Die Prüf- und Forschungsstelle für Leisten- und Schuhbau gegründet, deren Ergebnisse der Bekämpfung des weitverbrei- tcten Uebels dienen sollen. Als Ursachen der mannigfachen Fußbeschwerden, unter denen auch sehr viele Frauen schon in jüngeren Jahren zu leiden haben, kommen außer allgemeiner konstitutioneller Schwäche besonders das Straßenpflaster und — der Stöckelabsatz in Frage. Nun zeigt sich ja erfreulicherweise, daß der letztere am Straßenschuh mehr und mehr verschwindet und einem flachen oder mäßig hohen Absatz gewichen ist. Also ein 'Anfang zur Gesundung unserer Füße ist gemacht. Er muß aber, vor allem auch von den Hausfrauen, die ja heute viel unterwegs Jein müssen, durch eine sachgemäße regelmäßige Fußpflege unterstützt werden. Als vorzügliches Vorbeugungsmittel gegen Fuß- befchwerden wie Brennen, Stechen, Schwellungen u. ä. erweist sich folgende Wasserbehandlung: dreimal wöchentlich Wechselfußbäder nehmen, Zwanzig Sekunden das heiße, drei Sekunden das kalte Bad. (Nachdruck verboten!) 19. Fortsetzung. Jawohl, Sir! Genau an dem Tage ist er ange- Ihnen spater dc kommen, bevor Mister Parker seinen Urlaub an- die Angelegenhe trat'" Spikes Ohren glühten vor Feuer ,.ilnd über- wohl nur um ei Haupt hab' ich mir gleich gedacht, als Mister Par- „Gewiß, Sir!' ter den Brief jo flamm heimlich in der Schublade | sagen. verschwinden ließ, daß da was nicht stimme ... Verstehen Sie?" „Genug!" Watsons schmaler Mund preßte sich zu einem haardünnen Strich zusammen, und eine einzige kurze Handbewegung fegte Spike aus dem Zimmer hinaus. _ , „Ein ekelhafter Lümmel!" lispelte Fraulein Skel- ton ratlosen und unglücklichen Gesichts. Watson deutete mit spitzem Finger auf die Schreibtischlade: „Entweder handelt' es sich um einen Irrtum dieses Burschen — oder um ein Der- sehen meines Neffen ..." Er entfann sich in diesem Augenblick, daß die Naumann sche Erbschastsange- legenheit und eben dieser Brief eine Rolle in seinem letzten Gespräch mit Parker gespielt hatten. „Bitte, Fräulein Skelton, sehen Sie mal in der Schublade SOM Molke UbcrRcnmc Roman von horst Mnolh. nach!" Fräulein Skelton erhob sich und wanderte um den Schreibtisch herum. „Weil es doch Herrn Par- fers Schreibtisch ist —!" sagte sie, um ihren sonder- baren Platz an der Rückseite zu entschuldigen. Watson nickte ungeduldig.' Die Schublade war unverschlossen. Es lagen einige Briefentwürfe darin, aber nicht der Brief, von dem Spike gesprochen hatte. Fräulein Skelton sah Watson fragend an. Sein Alter erlaubte ihr, ihn sogar voll anzusehen. „Soll ich den Brief nun noch einmal schreiben, Sir?" Watson zog ein blütenzartes Taschentuch aus der inneren Brusttasche seines Gehrocks und betupfte sich die Nase. „Ich verstehe gar nickt", murmelte er unsicher, „wie dieser Junge, dieser Spike, zu dieser merkwürdigen Behauptung gekommen ist, der erwartete Brief sei bereits angekommen ..." Fräulein Skelton reckte sich empor; in ihren Augen blitzten rachsüchtige Funken. „Spike lügt wie gedruckt!" sagte sie schrill. „Mit dem Bengel wird es noch einmal ein ganz schlimmes Ende nehmen ... Ein Galgengesicht, Sir!" Watson winkte ab; Fräulein Skeltons Ausführungen schienen ihn nicht sonderlich zu interessieren. „Was den Brief betrifft", sagte er und beantwortete damit eine zurückliegende Frage, „so werde ich Ihnen später darüber Anweisungen geben, sobald die Angelegenheit sich geklart hat. Es kann sich wohl nur um ein Mißverständnis handeln ..." ~ " — l" beeilte sich Fräulein Skelton zu Watson hob die Brille ein wenig an und betrachtete Spike wie von riesiger höhe herab, als sähe er ihn zum erstenmal. Und in seinem Gesichtsausdruck war neben der Verwunderung, daß dieser Knabe ihn anzusprechen wagte, höchstens noch ein befremdliches Erstaunen über die scheußliche Haarfarbe des Sprechers. „Jawoll, Sir!" fuhr Spike, den Zweifel an tyr Wahrhaftigkeit seiner Behauptungen stets kränkten, eifrig und in der blumenreichen Sprache des östlichen London fort. „Und wenn Sie mir den Kopp abbeifeen — aber fo'n Brief is gekommen, genau einen Tag, bevor Mister Parker feinen Urlaub angetreten hat! Und er hat ihn selber in ’ne Schublade vom Schreibtisch 'reingelegt und verwahrt ... Ich weiß das nämlich, weil ich sonst immer die Briefmarken von die Ausländsbriefe kriea'; und von diesem hat mir Mister Parker die Briefmarken nid) gegeben, sondern er hat gesagt, der Brief wäre schon bei den Akten — obwohl er ihn doch in die Schublade gesteckt hatte ... Und von Naumann stand paarmal was drin — dafür lass' ich mir den Daumen abhacken! Und auf ’m Umschlag war ’n Wappen mit’m Adlertopp draus, der wo so ’ne auf- gerollte Zunge aus’m Rachen ’rausftredte ..Spike veranschaulichte sogar diese heraldische Adlerzunge, indem er seine eigene herausstreckte und sie mit einer - schwungvollen Bewegung des Zeigefingers verlängernd aufrollte. In Watsons gelbem Gesicht glommen plötzlich auf den Backenknochen zwei rötliche Flecken auf. Seine Augen waren hinter den blitzenden Brillen- gläsern unsichtbar. „Und dieser Brief aus Deutschland, in dem der Name Naumann erwähnt war, soll also einen Tag vor--" Watson drehte sich um und verliefe das Zimmer in kerzengerader Haltung. In seinem Büro angekommen, griff er sofort nach dem Fernsprechbuch und suchte Sid Simpsons Londoner Nummer. Drüben meldete sich Simpsons Butler und fragte, als e*r den Namen Watson hörte, ob er seinen Herrn an den Apparat rufen solle. „Ist Mister Simpson denn in London?" erkundigte sich Watson-erstaunt. „Gewiß, Sir! Um diese Zeit pflegt Mister Simpson nie zu verreisen, da London jetzt am ruhigsten ist." Watson zögerte eine Sekunde lang. „Ja", sagte er ein wenig nervös, „dann fragen Sie, bitte, Mister Simpson, wo und wie ich meinen Neffen, Herrn Allan Parker, am schnellsten erreichen könne. Er befindet sich doch, wenn ich mick nicht irre, auf einer der schottischen Besitzungen Jyres Herrn .. „Das ist möglich, obwohl mir davon nichts bekannt ist. Soviel ich weiß, hatte Mister Parker an dem Abend, an dem er zum letzten Male hier vorsprach, die Absicht, nach dem Kontinent zu reisen." Watson hatte für einen Augenblick das Gefühl, die Wände des Zimmers schöben sich, als bestünden sie aus Gummi, auseinander und wieder zusammen. Und er krümmte sich, als werde in seinem Innern mit einem plötzlichen schmerzhaften Ruck eine Schnur straffgezogen ... „ Bitte, rufen Sie Mister Simpson an den Apparat!" sagte er matt. Er hörte das Geräusch von Schritten und wenige Sekunden später Sid Simpsons schleppendes „hallo?" „Ich habe nur eine Frage an Sie, Mister Simp- son: Können Sie mir zufällig sagen, wo sich Allan befindet?" Er preßte den Hörer ans Ohr. „Tut mir leid, Sir, ich habe leider keine Ahnung! Aber mein Butler erinnerte sick soeben, daß Allan etwas von Deutschland gesagt yat." Watson vergaß Dank und Gruß; er hängte den Hörer mit einer hölzernen, steifen Bewegung ein und ging hölzern und steif in das Arbeitszimmer seines Bruders Nathanael hinüber. Es war wirklich erstaunlich wie sehr sich die Herren ähnelten, und sie unterstrichen diese Aehn- I lichkeit noch durch ihre völlig gleichartige Kleidung: dunkle, hochgeschlossene Gehrockanzüge und jene I breiten Plastronkrawatten, die so um die Jahrhundertwende herum mal der Gipfel männlicher Vornehmheit waren. Nathanael Watson sprang beim Anblick seiner Bruders auf und eilte ihm mit vorgestreckten Händen entgegen. „Du siehst spitz aus, Alter! Was ist mit dir los?" forschte er besorgt. „Eine sehr merkwürdige Geschichte, Nat!" sagte der ältere der beiden Herren und liefe sich mit einem leisen Aechzen in einen Sessel fallen. Nathanael hörte sehr aufmerksam zu, als Jeremias Watson ihm die Tatsachen in ihrer Reihenfolge, von Allans Urlaubsgesuch an über Spikes Bericht hinweg und bis zu dem Telephongespräch mit Sid Simpson, aufzählte. „Merkwürdig —?", sagte Nathanael Watson ab*' wägend, als er alles gehört hatte. „Merkwürdig ist bis jetzt nur die Aussage dieses Spike. Alles andere könnten Zufälligkeiten sein, die eben nur durch die Aussage dieses Jungen den Charakter der Zufälligkeit verlieren ... Lassen wir also den Bengel doch noch einmal Herkommen, wie?" „Lieber nicht, Nat! Ich möchte es vermeiden, daß man vielleicht in den Büros — —" „Ah, ich verstehe — ich verstehe! Natürlich, da» wäre recht peinlich." „Und außerdem glaube ich, daß Spikes Aussagt stimmt! Beide Herren nahmen fast gleichzeitig ihre Brillen ab und begannen, mit erstaunlich gleichartigen Bewegungen die Gläser zu putzen. „Also, was machen wir nun?" fragte der Aeltett mit einer hoffnungslosen Geste. Der Jüngere sah blind zu ihm hinüber. „Ich kann, offen gestanden, von dem Aktenstück Nau- mannsche Erben über all die Zwischenglieder hin bis zu deinem Telephonat mit Herrn Simpson und Allan auf der anderen Seite keine vernünftige Der- bindungslinie ziehen, Alter. Allan ist sicher ein leichtsinniger Bursche; aber wenn hier irgendein« Verbindung zwischen diesen Dingen und ihm bt* stünde, das wäre —" Er vollendete den Satz nid)t „Jch bin unsicher", murmelte der andere nervös. „Entschuldige, lieber Junge! Ich hätte diese ®e* schichte für mich behalten sollen..." „Unsinn ,Alter! Mach dir doch darüber keine danken! Und, zum Donnerwetter von zwei Leuten wird doch einer einen gescheiten Einfall haben?" (Fortsetzung folgt.)