Gietzener Anzeiger Donnerstag, 29. Zebruar I9$O 190. Jahrgang lir.5| Erscheint täglich, anher Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Kmmlkenblätter HeimatimBild -DieScholle Monats-Bezugsvreis: SHt4gelingen .RM.1.95 ?bneIllustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt „ rM(A v^undv..,«,- Postscheck 11686 Frankf^M. vrühlsche UniverfitätröruckereiR. Lange Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?UhrdesPormittags Grundvreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstast'el l Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 % mehr Ermäßigte Grundvreise Baoeranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. General-Anzeiger für Oberhessen Eiehen, Lchvlstratze 7-y zusammenge schlossen, um den Führer geschart. die englische Presse, den Artikel geben lassen, wenn Feststellung der Wahrheit Lord Kemsley meinen sie an dieser meiner zweifelt. Dieser Artikel für Wenn wir seinen Namen im Herzen tragen, dann werden uns allen die Lasten des Krieges leichter und seine Sorgen erträglicher. Dann fassen wir an, Arbeiter, Bauer und Soldat, fester und härter als je zuvor. Die, die für das Reich fallen, sind nicht tot, sie schlafen nur. Und derweil wir kämpfen und arbeiten, warten sie. Sie haben ihr Teil getan; sie brachten für ihr Volk das größte Opfer, das ihres Lebens. Haben sie nicht ein Recht, von uns zu fordern, daß wir unsere Herzen täglich in beide Hände nehmen und gläubig gehorchen und dienen, auf daß das Reich bleibe und wachse und niemals vergehe! Schluß mit -er plutokratischen Welttyrannei! Neichsminifter Dr. Goebbels sprach in -er Stadt des Westfalischen Friedens. festen Gemeinschaft Das Wirtschaftsabkommen mit Norwegen. Der Abschluß des deutsch-norwegischen Wirtschaftsabkommens vom 23. Februar beweist, daß Deutschland entschlossen ist, mit den neutralen Nordländern in engen wirtschaftlichen Beziehungen zu bleiben und ihnen die wirtschaftlichen Leiden des von England heraufbeschworenen Krieges so erträglich wie möglich zu machen. Im Gegensatz zu Deutschland hat sich Großbritannien bisher noch nicht bequemt, Norwegen und anderen nordeuropäischen Ländern annehmbare Wirtschaftsvorschläge zu machen. Die Verhandlungen ziehen sich bereits länger als ein Vierteljahr hin. Deutschland war an der norwegischen Ausfuhr im Jahre 1938 zu 15 v. H., an der norwegischen Einfuhr mit mehr als 18 v. H. beteiligt. In der norwegischen Ausfuhr nahm Deutschland hinter Großbritannien den zweiten PI a tz, in der norwegischen Einfuhr vor Großbritannien den ersten Platz ein. Es würde aber von der außenwirtschaftlichen Lage Norwegens kein richtiges Bild geben, wenn man'allein die Warenbewegung ins Auge faßte. Norwegen hat regelmäßig einen sehr hohen Einfuhrüberschuß, nämlich im Jahre 1938 in Höhe von 402 Millionen Kronen und im Jahre 1939 sogar in Höhe von 553 Millionen Kronen. Es sind nicht die Erträge ausgeliehener Kapitalien, die dem seefahrenden skandinavischen Land einen Ausgleich in der Zahlungsbilanz ermöglichen; vielmehr sind es die Einnahmen aus lieber» seetransporten, die den Fehlbetrag im reinen Warenverkehr decken. Norwegen hatte Anfang Dezember 1939 eine Handelsflotte von 4,77 MilUonen Tonnen und stand damit unter den seefahrenden Ländern der Erde an dritter Stelle. Dabei muß man in Betracht ziehen, daß Norwegen eine Bevölkerung von noch nicht einmal 3 Millionen Menschen aufweist. Sieht man sich den Außenhandel der nordeuropäischen Länder seit der britischen Kriegserklärung an Deutschland an, so findet man bei den meisten dieser Länder eine ziemlich gleichartige Entwicklung. 23an August auf September 1939 hat sich die Einfuhr der meisten nordeuropäischen Länder beträchtlich vermindert, nämlich bis zu 50 v. H. Eine Ausnahme macht Mein Norwegen, dessen Einfuhr mit Kriegsauslbruch stark steigende Tendenz gewann, und im November 1939 den letzten Friedensmonat, August 1939, um nicht weniger als 65 v. H. übertraf. Erst der Dezember brachte einen Pressechef erklärte: „Vor einigen Tagen hat sich der englische Presselord Kemsley bemüßigt gefühlt, mich in der englischen Presse und im Rundfunk anzugreifen. Ich hatte noch wenige Wochen vor Kriegsausbruch, als er mich in Deutschland besuchte, mit ihm einen umfassenden Arükelaus- tausch zwischen Deutschland und England vereinbart, der beiden Völkern die gegenseitigen Anschauungen zum Zwecke besseren Verstehens vermitteln sollte. Ich sandte meinen autorisierten Artikel, der den Titel „Der Preis des Friedens" trug, am 17. August 1939 nach England. Lord Kemsley ist mir seinen Artikel schuldig geblieben. Stattdessen glaubte dieser ehrenwerte Lord seinen Mangel an Fairneß hinter heuchlerischen Verbrehungen verstecken zu können. Mit typisch englischer Dreistigkeit erklärt dieser ehrenwerte Lord seinen Hörern: „Mein Ziel war, den Frieden zu retten, ihre Politik (die Politik der Deutschen) ging auf Krieg. Und sie durften nicht zulassen, daß ihr Volk die Wahrheit erfährt." Wir fragen Lord Kemsley: Wenn es sein Ziel war, den Frieden zu retten, warum sandte er mir seinen Artikel nicht und warum druckten seine Zeitungen in England denn meinen Artikel nicht ab? Ich habe bereits über den Rundfunk der englischen Presse mitteilen lassen, sie möge sich von schen Staat, dessen Struktur bis ins Letzte durchgebildet ist. Die bestfunktionierende Organifaüons- maschinerie, die überhaupt nur denkbar ist, gibt dem Reich und dem Volk den inneren Zusammenhalt. Wir wissen alle genau, was man mit uns machen würde, wenn man uns noch einmal zu Boden zwänge. Es gibt bei uns keine Unklarheit mehr. Die deutsche Nation wird mit der plutokratischen Deittyrannei Schluß machen!" Dr. Goebbels behandelte dann die besonders wichtigen Aufgaben, die die nationalsozialistische Bewegung in der heutigen Zeit zu erfüllen hat, und die sie in bewundernswerter Weise neben ihrem großartigen Einsatz an der Front auch erfüllt: „95 v. H. aller Hitler-Jugendsührer stehen heute in der Wehrmacht. 400 Hitler-Jugendführer sind allein im Polenfeldzug gefallen. 68 v. H. der nationalsozialistischen SA.-Männer stehen in den Reihen der Wehrmacht, und zwar in direktem Einsatz. Von 38 Gruppenführern der aktiven SA.-Whrer stehen 32 im Felde. Von 16 Kriegsblinden aus dem Polenfeldzug liegen allein in einem Berliner Lazarett fünf SA.-Angehörige und 2 Angehörige der HI. Die ff ist in weitestem Umfange sowohl am Feld zu g in Polen beteiligt gewesen als auch beim Einsatz an der Westfront. 713 ihrer Kameraden sind im Polenfeldzug gefallen. Die Partei hat also auch auf diesem Gebiet ihre Pflicht getan und ist entschlossen, sie auch weiter zu tun. Es ist das so selbstverständlich, daß es gar keiner besonderen Betonung bedarf. Weiter schilderte Dr. Goebbels, wie das deutsche Volk in der Zeit des Wartens mit unbändigem Vertrauen ruhig und selbstsicher auf den Führer schaut/„Für uns alle in der Heimat wie an der Front aber gilt der Satz: in Bereitschaft sein ist alles." Der bisherige' Gang der Ereignisse habe uns durchaus recht gegeben: Die Voraussetzungen, unter denen mir diesen Krieg führen und gewinnen werden, sind die denkbar günstigsten. Ernährungsmäßig sind wir vollauf gesichert. Unsere Wirtschaft ist konsolidiert; sie versorgt uns alle mit den nötigsten Rohstoffen und Fertigprodukten. Unsere Rüstungsindustrie arbeitet auf Hochtouren, es ist fo, wie der Führer schon in seiner jüngsten Sportpalastrede seststellte: „Wir haben in den vergangenen fünf Ittonafen nicht geschlafen." Klar und unmißverständlich sprach Dr. Goebbels dann über die Stellung der neutralen Staa- t e n. Deutschland weise es weit von sich und denke nicht daran, von ihnen etwa nach dem Muster des Herrn Churchill zu verlangen, daß sie aktiv und mit militärischen Kräften auf der Seite Deutschlands in diesen Krieg eingreifen sollten. Aber es scheine doch notwendig, den Begriff der Neutralität in diesem Krieg in seiner edjten Bedeutung wiederherzustellen. Nicht einverstanden könnten wir uns mit einer Definition erklären, die nur von einer militärischen, nicht auch von einer politischen Neutralität wissen wolle. Ein in die Augen springender Gegensatz zwischen der Neutralität eines Staates und der Neutralität feiner öffentlichen Meinung dürfe nicht bestehen, und so genüge es keineswegs, daß etwa die Regierung eines neutralen Staates ihre neutrale Haltung in diesem Kriege bekanntmache, während die öffentliche Meinung Schimpf-Freiheit habe. Neutral sein heiße, sich in jeder Beziehung aus dem Konflikt herauszuhalten. „Fest fußend auf der Lehre des politischen Glaubensbekenntnisses eines Carl von Clausewitz, das im Nationalsozialismus späte Gestalt fand, stehen wir heute", so schloß Dr. Goebbels, „in einer Wiesbaden, 28. Februar. (DNB.) Am Mittwoch begann in Wiesbaden eine Kriegstagung der deutschen Presse, an der außer den Vertretern der Propagandakompanien auch die Hauptschriftleiter und Vertreter der Verlagsleitungen der deutschen Tageszeitungen aus allen Gauen teilnahmen. Die Tagung wurde eröffnet von Ministerialrat Fritzsche, der nach der Begrüßung jener deutschen Schriftleiter gedachte, die im bisherigen Verlauf des Krieges ihr Leben hingegeben haben für das Deutschland, dem sie ihre ganze Lebensarbeit gewidmet hatten, und an das sie glaubten, so wie wir Lebenden alle unerschütterlich glauben. Reichspreffeches Dr. Dietrich ergriff dann das Wort zu einer großangelegten Rede. Er gab am Beginn seiner Rede ein anschauliches Bild der Aufbauarbeit an der deutschen Presse in den Jahren nach der Machtergreifung, in denen parallel zu der deutschen militärischen Aufrüstung auch die seelische Rüstung der Nation durchgeführt wurde. Seit dem Herbst des vergangenen Jahres feien nun an die deutsche Presse die Aufgaben des Krieges herangetreten. In der Aufstellung der Propagandakompanien sei eine völlig neue Art der Kriegsberichterstattung geschaffen worden. Sodann gab Dr. Drietrich den Hauptschnftleitern der Heimatredaktionen in längeren Ausführungen die Parolen und Anregungen für ihre Kriegsaufgaben. In dem Jahr der Entscheidung, in das wir jetzt eingetreten seien, gelte es nun, alle Kräfte auf bas eine Ziel zu konzentrieren und das Schicksal zu meistern. Geschlossenheit und Wille seien die beiden Säulen, auf denen wir selbst unser Schicksal errichten könnten. Diese Geschlossenheit zu wahren und wenn möglich noch zu stärken, sei heute die erste große Aufgabe der deutschen Presse. Ihre zweite entscheidende Aufgabe sei es, die Waffe des Willens im Ringen der Völker mit ganzer Kraft zum Einsatz zu bringen. Der deutschen Presse sei heute im Kriege die große Aufgabe anvertraut, als die geistige Wehrmacht der Nation im deutschen Volk einen unüberwindlichen Wall der Seelen aufzurichten. Dr Dietrich betonte, daß der deutsche Zeitungs- leser heute in Wirklichkeit der bestunternchtete Zei- tungslefer der Welt sei. Wir seien darauf bedacht, durch eine gradlinige und vernünftige Nachrichten- politik unseren Lesern ein ständiges Bild und damit ein sicheres Urteil über das Leben und die Kraft des eigenen Volkes zu geben. Wir bemühten uns das deutsche Volk nicht durch falsche Nachrichten einzulullen, sondern ihm eine richtige Vorstellung vom wirklichen Wollen der anderen und ein ungeschminktes Bild von den Ereignissen m der Welt zu vermitteln. Dem Versuch der Willenszer- sttzung der deutschen Nation durch die gegnerische Alle Willenskräfte der Nation geeint. Neichspreffechef Dr. Dietrich über die Kriegsaufgaben der deutschen presse Presse, so erklärte Dr. Dietrich, begegnen wir mit dem unermüdlichen Auf zeigen der moralischen und physischen Macht unseres Volkes. Der Versuch, mit geballten Propagandaladungen unsere Nerven zu zertrümmern, prallt ab an dem Wall der Seelen, den wir in unserem Volk aufgerichtet haben. Denn vor und hinter der Rüstung aus Stahl und Beton steht die seelische Rüstung unseres Volkes: die schweren Geschütze der geistigen Offensive und die Panzerung gegen die lächerlichen Zersetzungsversuche des Gegners. Im Weltkrieg sei unser Volk unterlegen, weil es neben seiner militärischen Macht die propagandistische Strategie nicht beherrschte. Fast ohne Gegenwehr zu finden, konnte damals der Feind seine Zersetzung in das Herz des deutschen Volkes tragen. Durch zielbewußten Aufbau unseres geistigen und technischen Propagandaapparates haben wir unsere frühere Unterlegenheit restlos überwunden. Wir verfügen heule neben unserer militärischen Kraft auch über eine weltumspannende Organisation der geistigen Kriegsführung. Dr. Dietrich erinnerte daran, wie die deutsche Presse in den letzten Jahren dem Weltkampf der Lüge die Offensive der Wahrheit entgegengesetzt hat. Wir haben damit allerdings die alten perfiden Sünder Albions nicht bessern können, das Ausmaß der Lüge hat heute dort unter der Meisterschaft des Lügenlords Winston Churchill einen fast schon pathologischen Grad erreicht. Ich will Ihnen heute einen Kronzeugen für die englische Pressemoral vorführen Lord Arthur P o n s o n b y hat ihn in seinem Buch „Lügen in Kriegszeiten" schon vor Jahren wie folgt bargelegt: „Die Lüge", so schreibt Ponsonby, „ist eine anerkannte und außerordentlich nützliche Kriegswaffe" und er fügt hinzu: „Der Gebrauch der Lügenwaffe ist in einem Lande, wo keine Wehrpflicht besteht, notwendiger als in Ländern, wo Männer der Nation automatisch zum Militärdienst eingezogen werden. Die Verleumdung des Feindes", sagt er weiter, „gilt als eine vaterländische Pflicht. Wenn es sich um Nationen handelt, wo die Folgen von größter Bedeutung sind, wo das Schicksal von Ländern und Provinzen auf dem Spiele steht, wo das Leben und das Glück von Millionen davon berührt und die Zivilisation selbst bedroht wird, dann sind die rechtschaffensten Männer der ehrlichen Ueber- zeugung, daß keine Falschheit so gemein ist, zu der sie sich nicht rechtmäßig herablassen dürften. Sie müssen so handeln. Die Sache kann ohne Hilfe mit Lügen nicht bewerkstelligt werden." Und in Voraussicht auf den neuen Krieg, in dem wir stehen, schreibt Ponsonby: „In zukünftigen Kriegen haben wir ein neues und noch viel wirksameres Propagandawerkzeug zur Verfügung: Die Regierungskontrolle des Radio. Die Lügen können dann offiziell auf wissenschaftliche und autoritative Weise verbreitet werden." Ist das nicht ein in feiner brutalen Offenheit geradezu entwaffnender Moralkodex der englischen Lügenpolitik?! In diesem Zusammenhang enthüllte Dr. Dietrich einen außerordentlich bedeutsamen Vorgang aus der Zeit unmittelbar vor dem Kriege. Der Reichs- ich 14 Tage vor der britischen Kriegserklärung an Deutschland nach England sandte, ist vielleicht das überzeugendste Dokument für den deutschen Friedenswillen, das wir in Händen haben. Die Art, wie man ihn in England unterschlagen hat, ist ein Kabinettstück infamer englischer Lügenhaftigkeit. „Gegen diese Lügenhaftigkeit, gegen die typisch englischen Kampfmethoden, sind wir heute gewappnet", so rief der Reichspressechef aus. „Die deutsche Presse ist heute im Kampf der Geister der harte Stahl geworden, der der englischen Lügenhydra das Haupt zerschmettert!" Am Schluß seiner Ausführungen bekannte sich Dr. Dietrich zu der schöpferischen Kraft des journalistischen Schaffens. Diese schöpferische Arbeit zum Wohle des gesamten Volkes sei aber nicht eine Frage der Organisation, sondern eine solche der Persönlichkeit, die gerade in der Presse in einer großen Zeit wie der heutigen zu ihrer vollen Entfaltung gelange. „Nur wo Persönlichkeit ist, ist Leistung", so schloß der Reichspressechef. Das Feuer des Willens können auch in der Presse nur Persönlichkeiten empfinden und ausstrahlen. Das deutsche Dolf, den deutschen Menschen mit jener Kraft der Begeisterung und jenem Willen zum Siege zu erfüllen, der Berge verseht und Welten bewegt, das ist unsere schöne, unsere große und gewaltige Aufgabe!" fünfter, ,28- 9?br. (DNB.) Reich-mmist-r Dr. Goebbels traf am Mittwoch in Münster em, wo er von Gauleiter Reichsstatthalter Dr. Meyer und vorn Befehlshaber im Luftqau 6 Generalleutnant Schmidt, empfangen wurde'. Am Abend sprach der Minister in einer Kundgebung im größten Saale der Stadt. Reichsminister Dr. Goebbels ließ zu Beginn seiner Rede die Erinnerungen an eine Begebenheit aus der Zeit des harten Kampfes um die Macht wieder auferstehen. Als die geistigen Hauptwortführer des plutokratischen Krieges, den England und Frankreich gegen das Reich vorn Zaun gebrochen haben, hetzen die gleichen jüdischen und plutokratischen Volksaufwiegler von 1930 vorn Ausland aus gegen Deutschland. Dr. Goebbels zeigte bann, wie diese Kräfte der Zersetzung nur gedeihen und Erfolg haben konnten, wenn das deutsche Volk uneins war. Deshalb sei auch bas Bestreben der westlichen Plutokratien immer darauf hinaüsgelaufen, das deutsche Volk innerlich zu zerreißen und aufzuspalten, weil sie nur so Deutschland niederhalten konnten. Arn Beispiel des Dreißigjährigen Krieges führte Dr. Goebbels dann näher aus, wie viel deutsche Volkskraft durch falsche Führung und durch Uneinigkeit sinnlos vertan worden ist. Die machtpolitischen Folgen dieser völkischen Tragödie haben wir noch heute zu tragen, während die Bedeutung der Probleme, die damals zur Debatte standen, vollkommen verblaßt sind. Dieser Zeit der Zerrissenheit und des deutschen Niederganges stellte Dr. Goebbels dann das geschichtliche Wirken Friedrichs des Großen gegenüber, des ersten, der zuerst eine neue Staatsidee zu bilden begann. Eindringlich schilderte Dr. Goebbels, wie oft dieser einzigartige König scheinbar völlig aussichtslosen Situationen gegenüberstand, wie ihn aber selbst schwerste Niederlagen und erdrückendste Uebermacht des Gegners niemals zu Boden zwingen konnten. Dr. Goebbels zeigte bann, wie auch Bismarck gegen Hohn, Haß und Abscheu im eigenen Land unt) gegenüber schwierigsten außenpolitischen Konstellationen seine Entschlüsse habe durchsetzen müssen. Freilich sei sein Staat noch ein Staat der Fürsten gewesen, in seiner ganzen Struktur an die Zeit und ihre Gegebenheiten gebunden. Dec Führer a er. als der Vollender der neuen deutschen Reichsidee, vollstrecke heute ein geschichtliches Schicksal: „Sein Werk ist der deutsche Volks- und Sozialstaat. Er begründete das erste Volksreich der Deutschen. Es um- fchtießt über 80 Millionen Menschen gleicher Art, gleicher Sitte und gleicher Raste." Zum ersten Male in seiner Geschichte sei das deutsche Volk nun einig geworden, und in seiner Einheit liege auch seine Kraft. Die sterile pkutokra- tische Welt des Westens aber habe schon in dieser Einheit eine Herausforderung gesehen; deshalb habe sie das Reich überfallen, um es für ewige Zeiten auf das Niveau des Westfälischen ober boch wenigstens des 23ersailler Friedens zurückzubrängen. Das deutsche Volk wisse aus der Erfahrung, daß es von jeher Englands Methode fei, gegen ein System zu kämpfen, um Reich und Volk zu vernichten. „Das deutsche Volk ist sich also im Klaren darüber, daß es in dieser kriegerischen 2lu5einan= dersetzunq zwischen ihm und der westlichen Pluto- fratie auf Leben und Tod geht. Ein Ausweichen ist jetzt nicht mehr möglich!" Dabei unterschätzten wir unsere Gegner so wenig wie wir sie überschätzen: r< . „Wir kennen auf das genaueste unsere Hilfsmittel, aber auch die des Gegners, keinen Augenblick jedoch zögern wir, in die Rechnung für die kommenden Dinge auch jene unwägbaren Werte des Glaubens mit einzukalkulieren, die die deutsche Nation in den letzten sieben Jahren so stark und unüberwindlich ge- macht haben." Es lasse uns deshalb vollkommen gleichgültig, wenn unsere Gegner ihr Urteil über Deutschland aus den Ansichten jüdischer Emigranten aufbauten und aus einer völlig abwegigen Beurteilung d tatsächlichen Kräfteverhältnisse heraus die unsinnig, st-n Kriegsziel- auffteUten, die bis zur nolhgen Ausrottung des deutschen Volkes gingem Auf welch katastrophalen Illusionen die pluto- kratische Kriegsrechnung ausgebaut sii. ergebe sich beispielsweise aus dem kurz vor Kriegsausbruch von einem deutschfeindlichen Diplomaten IN Berlin gegebenen Bericht an seine Regierung, daß zu er warten sei, der Nationalsozialismus werde IN Deutschland innerhalb von fünf Tagen durch eme innere Revoluiion gestürzt werden, wenn der Krieg Si». Goebbels, „sei nicht mehr das V oI k von 1918 und auch nicht mehr das ° onl 932. das deutsche Volk hört heut- nur aus ein K°m mando. Einen November 1918 wird es II1 land niemals, niemals wieder geben Die Juden und Plutokraten sollen sich die Muhe sparen Di-Sicherheit des Reiches liege ,n den chanden einer Wehrmacht, di- die beste »nd i>urchg bild-tste militärische Organisation darst elle. d Geschichte jemals gekann habe: „Sie > -ntjchlw sen und in der Lage, auf Besehl des 6 > Maßnahmen zu treffen und durchzufuhren di- zur SsS - *g- toegung unb zusammen gefaßt im national) z Arbeitskräfte für die Landwirtschaft. Der Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium, Dr. Syruv, zeigt in der NS -Landpost die Wege auf zur Versorgung der Landwirtschaft mit Arbeitskräften. Von der Möglichkeit der Hereinnahme von Arbeitskräften aus dem Ausland, insbesondere von Italienern, Slowaken, Ungarn und Niederländern, wird in diesem Sabre in den durch die Devisenlage und die Abgabefähigkeit der in Betracht kommenden Auslandsstaaten gezogenen Grenzen Gebrauch gemacht werden. Die siegreiche Beendigung des polnischen Feldzuges hat darüber hinaus nicht nur eine große Anzahl für Landarbeit tauglicher Kriegsgefangener anfallen lassen, sondern auch die Möglichkeit eröffnet, aus der polnischen Bevölkerung der neuen Ostgebiete und des Generalgouvernements so viel landwirtschaftliche Arbeitskräfte zu entnehmen, wie zur Deckung des den Arbeitsämtern bisher gemeldeten Kräftebedarfs benhtigt werden. Die benötigten Kräfte müssen geworben werden. Es muß dabei von den Werbergruppen in den Abgabebezirken des Ostens Dorf für Dorf bearbeitet werden, eine mühsame Kleinarbeit bei der Strenge des polnischen Winters und den vielfach kaum passierbaren Wegen. Die Entlohnung der polnischen Arbeiter sei durch eine besondere Reichstarifordnung geregelt. Durch die Hereinnahme polnischer Landarbeiter solle eine ausreichende Versorgung der deutschen landwirtschaftlichen Betriebe für die Dauer des Krieges sichergestellt werden, aber auf lange Sicht könne das Problem des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes auf diesem Wege ebensowenig gelöst werden, wie durch den Einsatz ausländischer Landarbeiter. Auch während des Krieges wurden die Arbeitsämter deshalb zusammen mit dem Reichsnährstand bemüht sein müssen, den landwirtschaftlichen Betrieben einen Stamm von mit dem Betrieb und der Scholle verbundenen Landarbeitern zu erhalten und der Landarbeit ausrei- chenden Nachwuchs an jungen Kräften,deut- schen Blutes zu sichern. Alle Maßnahmen, msbe- onbere auch der Landdienst der HI., die diesem Ziele dienen, müßten weiter ausgebaut werden. Monsierles Vereilschastslazareit des DRK. * HM WH MM geringfügigen Rückgang. Uebrigens hat auch die Ausfuhr eine ständige Erhöhung erfahren: sie erreichte im Dezember 1939 einen Stand, der den vom August 1939 um mehr als 40 v. H. übertraf. Dies erklärt sich daraus, daß Norwegen als am weitesten nördlich gelegenes skandinavisches Land im lieber- feeoerkehr dem hauptsächlichen wirtschaftlichen Kriegsschauplatz, der Nordsee und dem Aermel- kanal, am fernsten liegt, und daß sich die norwegischen transatlantischen Transporte auf verhältnismäßig wenig gefährdeten Routen vollziehen. Die wichtigsten Ausfuhrartikel Norwegens sind Holz und Holzprodukte, Fische und Walöl/ Erze und Seefahrzeuae. Das deutsche Interesse richtet sich vornehmlich auf Erzeugnisse des Fischfangs sowie auf Erze. Das britische Interesse ist auf HolH- und Holzprodukte sowie aus Seefahrzeuge gerichtet. Das Angebot, das Deutschland Anfang September in Oslo durch feinen Sondergesandten Botschafter von H a s s e l l wegen Fortsetzung des bisherigen Warenaustausches auch im Kriege hatte machen lassen, konnte wegen der rücksichtslosen Ausweitung der Konterbandeliste durch die Londoner Regierung nicht verwirklicht werden. Es ist verständlich, daß sich für die norwegische Zahlungs, bilanz durch die schweren Behinderungen der Schifi- fcchrt ernste Gefahren ergeben. Allein innerhalb der ersten drei Kriegsmonate haben norwegische Ser- ficherunasgesellschaften für zerstörten oder bescha- folgten Schiffsraum einen Betrag von 70 Millionen Kronen bezahlen müssen. Das Londoner Schiff- fahrtsamt war eifrig bemüht, wenigstens einen größeren Teil der norwegischen Handelsflotte zu kaufen oder zu chartern und dadurch dem sich immer fühlbarer machenden Schiffsmangel der Alliierten abzuhelfen. In Norwegen trägt man wie in anderen neutralen Ländern schwere Bedenken, Vermögenswerte zu veräußern, die für die Versorgung des eigenen Landes unentbehrlich sind und die bei Beendigung des Krieges Gewähr dafür bieten, daß sich Norweaen erfolgreich an der Wiederaufbau- arbeit beteiligen kann. Dr. Gr. Oer Wehrmachtsbericht vom Mbwoch. Berlin, 2S.Febr. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In Gegend Perl dicht ostwärts der Mosel wurde heute nacht der Angriff eines stärkeren mit Artillerieunlerstühung vorgehenden feindlichen Stoßtrupps erfolgreich abgewiesen. Die deutsche Luftwaffe unternahm in der Nacht vom 26. zum 27.Februar ausgedehnte Vorstöße in den französischen Luftraum, wobei auch Paris von mehreren Flugzeugen längere Feit überflogen wurde. Die am 27.2. über der Nordsee und den britischen Inseln und in beschränktem Umfang gegen Frankreich durchgeführte Erkundung der Luftwaffe stieß an verschiedenen Stellen auf starke feindliche Ab- .wehr. Zwei deutsche Flugzeuge sind vom Flug gegen England nicht zurückgekehrt. Lin englisches Aufklärungsflugzeug vom Muster Vrisiol-Vlenheim wurde abgeschossen. Englisches Flugzeug bei Amsterdam. A m st e r d a m, 28. Febr. (DNB.) In der Nacht zum Mittwoch verletzten englische Flie- g e r erneut die holländische Neutralität. Von der Luftabwehr, die bei Amsterdam stationiert ist, wurden sie dabei unter Feuer genommen. Eine Granate, die nicht explodierte, fiel auf ein Haus und richtete Sachschaden an. Russischer Durchbruch auf der karelischen Landenge. Moskau, 28. Februar. (DNB.) Nach dem Heeresbericht des Generalstabes im Militärbezirk Leningrad vom 27. Februar durch brachen d i e Sowjettruppen auf der karelischen Landenge die befestigte finnische Zone und eroberten 13 Festungswerke, darunter neun betonierte Artilleriestellungen. An den anderen Abschnitten der Front fanden keine wichtigen Ereignisse statt. Die Sowjetluftwaffe bombardierte militärische Ziele der Finnen. Sechs finnische Flugzeuge seien bei Luftkämpfen abgeschossen worden. In L o d s ch, der ersten Aufnahmestelle für die ins Reich heimgetehrten Wolhyniendeutschen, steht heute ein Wunderwerk deutscher Technik, das erste motorisierte Bereitschafts-Lazarett des Deutschen Roten Kreuzes. Blitzsaubere, ange» nehm durchwärmte und Helle Baracken, 32 an der Zahl mit 400 Krankenbetten, rollten in kurzer Zeit aus dem Altreich heran. Die dazu benutzten Zugmaschinen mit 16 Anhängern beförderten aber nicht nur die medizinischen Einrichtungen für alle klinischen Disziplinen und eine reich ausgestattete Apotheke, sondern auch alles was erforderlich ist für die Küche, den Wäscherei-, Desinfektions- und Sterilisierbetrieb sowie für die Selbstversorgung mit elektrischem Kraft- und Heizstrom, mit Kalt- und Heißwasser. Durch Verwendung von Leicht- metall ist bei den Baracken eine Gewichtsersparnis von 75 o. H. und auch bei den Betten, Tischen, Stühlen ufro. bis zu 50 v. H. gegenüber beu bisherigen Mobellen erzielt worden. So wurde es möglich, von den bisher für transportable Lazarette verwendeten Zelten zu den weit zweckmäßigeren festen Baracken überzugehen, die auch einen festen, immer sauber zu haltenden Fußboden haben. In die Baracken, deren Wände aus Leichtmetallplatten zusammengesetzt sind und deren Fenster aus Plexiglas bestehen, bringt auch bei strengster Kälte keine Zugluft ein. Der Aufbau einer solchen Baracke kann von sieben Mann in anderthalb Stunden bewerkstelligt werden, weil alle Platten und Teile genormt sind und sich sofort ohne Verschraubung ineinander fügen. Daraus erklärt es sich auch, daß'jede Zugmaschine vier zusammengelegte Barak- ken befördert, je zwei auf jedem der beiden Anhänger. Ein genial erdachtes Zusammenklappfystern der genormten Varackenteile und der gleichfalls aus Leichtmetall konstruierten Möbel und Betten bewirkt, daß das große Lazarett beim Transport nur ein Minimum von Raum in Anspruch nimmt. Dieses Lazarett, das in feinem spezialärztlichen Personal und seinen klinischen Einrichtungen mit dem bestausgestatteten neuzeitlichen Krankenhaus wetteifern kann, steht im Bedarfsfälle sofort an dem Ort zur Verfügung, wo es gebraucht wird. Sein Einsatz kann auch bei Naturkatastrophen und Unglücksfällen großen Ausmaßes in Friedenszeiten unendlichen Segen stiften. Das Deutsche Rote Kreuz, dessen tätigfeit ja auch diesen Bereich umfaßt, hat sich mit dem motorisierten Bereitschaftslazarett ein ausgezeichnetes Werkzeug für sein verdienstvolles Wirken geschaffen. Oer Wehrmacht-Tarnscheinwerfer für Kraftfahrzeuge. Kraftfahrzeuge müssen spätestens am 1. Oktober 1940 mit dem Wehrmacht-Tarnscheinwerfer ausgerüstet sein. Ausgenommen sind Kraftfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 6 Kilometer je Stunde, ferner selbstfahrende Arbeits- maschinen mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 20 Kilometer je Stunde, elektrisch ange- tr lebe ne Kraftfahrzeuge und Krankenfahrstühle. Der Reichsverkehrsminister hat bestimmt, daß die Ausrüstung sich zunächst nur auf diejenigen Kraftsahr- ............... I—HIIIMIIIWI ■■RIM II— zeuge zu erstrecken hat, die weiter benutzt werden dürfen. Der Wehrmachts-Tarnscheinwerfer ist zusatz- lich anzubringen. Die Derdunkelungsverordnung bleibt hinsichtlich der übrigen Beleuchtungsvorrichtungen unberührt. Durch die Schaltvorschrift soll verhütet werden, daß der Wehrmacht-Tarnscheln- roerfer ohne Begrenzungslampen gebrannt wird. Die Verpflichtung zum Führen von Schlußlichtern, Bremslichtern und beleuchteten Kennzeichnen bleibt unberührt. Oer Hauptfeldwebel. Die Bezeichnung „Hauptfeldwebel" ist in der Deut» ichen Wehrmacht noch verhältnismäßig jung. Sie wurde erst im Jahre 1939 einaeführt und hat den Zweck, den Träger dieser wichtigen Dienststellung besonders aus den übrigen Unteroffizieren heraus- zuheben. Der Hauptfeldwebel ist an die Stelle des einstigen „etatsmäßigen Feldwebels" der alten Armee und des „Oberfeldwebels" des deutschen Heeres der Nachkriegszeit getreten. Die Schwadronen und Batterien unseres Heeres benennen ihren Hauptfeldwebel „Hauptwachtmeister". Für das Ersatzheer sind neue Bestimmungen für die Besetzung der Hauptfeldwebelstellen ergangen, wobei em besonders strenger Maßstab angelegt wird. Persönliche Geeignetheit ist die erste Voraussetzung neben einer mindestens einjährigen Unteroffizierdienstzeit. Aus diesem Grunde wird auch trotz des besonderen Einsatzes auf die im Frieden vorgesehene (Eignungsprüfung nicht verzichtet, da ohne ausreichende Vorkenntnisse der Hauptfeldwebel seinem Kompanieführer nicht die erforderliche Stütze sei' kann. Keine Geschmacklosigkeiten gegenüber Hinterbliebenen. Dos Verbot der Werbung durch unverlangte Zusendung von Waren gilt selbstverständlich auch für Firmen, die sich mit dem Vertrieb von meist wenig geschmackvollen Toten- gedenkartikeln wie Trostsprüchen, Trostbüchern, gerahmten Todesanzeigen, Bildern usw. befassen. Die Werbung dieser Firmen hat in letzter Zeit häufig Anstoß erregt. Gerade in Zeiten des Krieges muß eine derartige Werbung Unwillen erregen, zumal wenn sie an Hinterbliebene von im Kriege gefallenen deutschen Männern wendet. Der Werberat hat allen in Betracht kommenden Unternehmen die persönliche Werbung jeder Art bei Hinterbliebenen, mündlich oder schriftlich, für die Dauer eines Monats nach Veröffentlichung der Todesanzeige oder nach sonstiger öffentlicher Bekanntmachung des Todesfalls untersagt. Darüber hinaus wird erwartet, daß auch in der späteren Werbung taktlose und aufdringliche Worte des Trostes und Mitgefühls vermieden werden. Oie Luftfahrt im Echulplau. Dem Erlaß des Reichs er zichungsministers, der die Behandlung der Luftfahrtfragen in den Schulen und Hochschulen neu regelt, liegt der Gedanke zugrunde, daß die Lustfahrtlehre nicht als Fach, sondern als Prinzip das gesamte Erziehungswesen durchdringt. So ist z. B. der Flugmodellbau als handwerkliche Grundschulung in den Werkunterricht oder in den Zeichenunterricht, die Flugphysik, d. h. die Strömungslehre und die Lehre von den Flugeigenschaften, in die allgemeine Naturlehre oder den P h y s i f u n t e r- richt eingegliedert. Auf der Oberstufe der Oberschulen wird die Fluglehre vertieft durch flugwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften und durch handwerkliche Weiterausbildung in den Lustfahrtlehrgängen der gewerblichen Berufsschulen. Wichtig ist, daß bei diesen Einrichtungen immer wieder der Weg zu einer Sei bst auslese auf dem Weae der Freiwilligkeit gegeben ist. Besonders einsatzbereite und fliegerisch interessierte vierzehn- dis achtzehnjährige Schüler haben als Angehörige der Flieger-HI. bei der örtlichen Dienststelle des NSFK. Gelegenheit zur Ausbildung im Segelflug. Den Studierenden der Hochschulen ober Fachschulen stehen die Luftfahrtabteilungen der Hoch- schUlinstt-tute für Leibesübungen zur Verfügung ober die flugtechnischen Fachgruppen oder Arbeitsgemeinschaften an den Technischen Hochschulen und Fachschulen. Einheitliche Ausbildung für den Amtsanwalt. Reichsjustizminister Dr. Gürtner hat einen weiteren Schritt zur Vereinheitlichung der deutschen * Justiz vollzogen durch den Erlaß einer reichsein- Das Haus des Generals. Don Rudolf Adnan Dietrich. Es war ein kalter Winter, und es sind jetzt gerade fünfundzwanzig Jahre her. Das Ersatzbataillon des Grenadier-Regiments, dem ich angehörte, lag! hinter Posen in den Baracken beim Kalischer Tor. j Einige waren bereits abtransportiert nach Polen hinein, und wir übrigen erwarteten täglich den Befehl nach der Westfront. Aber es verzögerte sich doch immer noch um eine Woche, bis wir bann mitten durchs deutsche Land, in die Gegend von Mezieres- Charleville gelangten. Ja, cs war schon Vorfrühling geworden, und wie zum Abschied blühten Hänge und Hügel des zauberhaften Lahn-, des romantischen Moseltales, als mir an die Westfront fuhren. Damals in Posen aber war es noch tiefster Winter gewesen, und bei den Märschen durch die Gegend dampfte vor jedes Mund das Weiß seines Atems, während der Himmel grau voller Schneewolken hing und die Warthe träg und voll Eisschollen ober an den Uferrändern zugefroren war. Wenn wir in das Wäldchen von Kobylepole ober in die Gegend von Schwersenz marschierten, sahen wir trotz Frost und Schneegestöbern die merkwürdig ernste Feierlichkeit mancher Morgenstunde und mancher Nach- mittagsdämmerung mit den offenen Blicken für alles Neue und dem wachen Gehör, das sich schon für spätere Gefahren zu üben begann. Es war ein ganz 'anderes Land, als wir es da- heim gewohnt waren. Wohl war in der Stadt und auf den Höfen die Spur der deutschen Kulturarbeit unverkennbar und die Chausseen zeigten gleichfalls die jahrzehntelange Mühe für diesen Teil Deutschlands. Doch im Bilde des Ganzen war schon die Ferne aufgetan, deren Bann zumal im Winter hier fast körperlich fühlbar wurde. Wenn in dieser Schneewüfte bann das Gemäuer eines Gutes ober eines Bauernhofes, am Rande einer leichten Hüge- lung der Raupenleib eines anderen zu einer Geländeübung ausziehenden Bataillons sichtbar wurde, oder auch nur die schwarzen Striche einiger Krähen sich am Rande eines vereisten Tümpels vom Weiß des Untergrundes abhoben, so hatte man oft das Gefühl, als drehe sich wie auf einer riesigen Scheibe vom Morgen bis gegen Abend die gefrorene Unendlichkeit um den, Der sie — den harten Boden mit den Stieseln ständig tretend — zu dieser Bewegung bringe. Wir wußten noch nicht — was mir später an der Front lernten — daß wirklich eine derartige Bewegung alles Umhers von der gleichmäßigen in einen Willen gefaßten Kraft ausgeht, die ein Regiment oder gar ein Armeekorps verursacht, indem es, diesem Willen Auswirkung gebend, die Geschichte der Welt verändert und damit das Bild der Welt. Wo aber war die Zentrale dieses Willens, den wir damals noch nicht an der Seele, am Mut und an unserem Leibe erfahren, doch schon zu ahnen anfingen auf solchen Ausmärschen in die Leere? Es gab das „Große Hauptquartier", es gab die Namen der Generäle, eines Hindenburg, eines Ludendorff ... Das waren Punkte, in Denen dieser Wille zusammengefaßt sein mochte, aber die bedeuteten für den Grenadier, für Mannschaften und Kompanieführer fast legendäre Begriffe — in der Heimat waren sie schon volkstümlich geworden, hier hatte sich manches Bild von ihnen gebildet, das sie zu Heroengestalten machte mit jener farbigen Romantik, die das Volk gern um seine Großen legt. Aber der Grenadier, der seinen täglichen Dienst hatte, fand wenig Zeit, sich Bilder zu machen, wo nur eins all sein Sein bestimmte: der Befehl. So trug jener alle Kräfte bannende Wille eine eiserne Maske, er wurde abstrakt wie das summarische Antlitz des Krieges selbst. Einmal kamen wir zu späterer Stunde als üblich von einem Marsch auf eine Straße zurück, die wir schon öfter passiert hatten. Südöstlich der Straße Schwersenz—Gowarzewo sah man weit drüben ein Landgut — man hatte es schon öfter auf Märschen gesehen. Das Vorwerk hieß Scewe und es war kein Wald dabei. Aber an diesem Abend sprachen einige Offiziere, die während der Marschpäuse beisammenstanden, über das Gut. Da fiel ein Name: Luden- dorff. Man wußte erst nicht, was er hier sollte. Aber dann wußten alle, was ihnen bisher unbekannt gewesen: dieses Gut da drüben, dieses Gemäuer, es war (und es ging mit den aufsteiaenden Wintersternen eine eigenartige Stimmung Durch alle) dos Geburtshaus des Generals. Man hatte nun einhalbes Jahr in der Gegend zugebracht, man erwartete den Befehl zum Abtransport an die Front. Und eines Abends erfuhr man, daß hier, in unmittelbarer Nähe der Mann geboren mar, dessen Nome Feier ein Aufsatz gewidmet, den viele farbige Wiedergaben nach kostbaren seltenen deutschen Frühdrucken begleiten. Ein „verlorenes Paradies" schildern (Erinnerungen und Ausnahmen eines norwegischen Arztes, der unter den Eskimos an der grönländischen Ostküste gelebt hat. Die Darstellung „Ewige Frau" unternimmt es, mit unseren Augen auf große Frauen zurückzublicken, die an Zeitenwenden gleich der unseren bis in die Gegenwart Dann fielen Kommandoworte, man trat wieder ins Glied, schulterte das Gewehr, und der Trupp setzte sich auf der gläsernen Straße in Bewegung, während hinten die grauen Konturen des alten Landgutes in Nichts verwehten. — Nun trug man ein Erlebnis mit sich, und die Sternbilder des Winterhimmels standen als Zeugen ewiger Gesetze und Willenskraft über allem, und im Ahnen des Schicksals seiner Zeit zog das Bataillon die Chaussee heimwärts. Kriminalkommissar Eyck. Ein Ufa-Film im Lichtspielhaus. Zeitschriften — In der März-Ausgobe von „W e st e r manns Nolle eines ehrsamen Bürgers stets im Hintergrund bleibt, bis er schließlich doch entlarvt und unschädlich gemacht wird: seine Handlanger dagegen ireien in den internationalen Hotels und Erholungsplätzen _ v .. . . in vornehmer Lebensführung auf, alles nur zu dem Monatsheften" wird der Erfindung des Ty- Zweck, reiche Hotelgäste, die ihnen ins Garn gehen, pendrucks durch Johannes Gutenberg, zur 500-Iahr- nach Strich und Faden auszuplündern, wobei auch -* -*■ C***<*1*A der Mord nicht gescheut wird. Auf diese Verbrecherclique stößt der Berliner Kriminalkommissar Eyck hineinwirkende Leistungen vollbracht haben. — Männer, die nach England fliegen ... so heißt ein spannender Bildbericht in der neuen „Sire ne", der zeigt, was wir vom Kampfgeist unserer Flieger und dem hohen technischen Wert unserer Flugzeuge erwarten dürfen. Ein anderer Artikel beschreibt, wie man Kranke behelfsmäßig transportiert. „Ausgerechnet in den Keller?" fragt ein weiterer Bildbericht. Er bekämpft den Zweifel einiger Volkse genossen, die immer noch fürchten, der Keller biete weniger Schutz als etwa ine Wohnung oder die Seit gestern läuft im Lichtspielhaus der Film lob gedacht. Der Spielleiter Milo Harb ich kann „Kriminalkommissar Eyck". Es ist eine vielfach: mit Stolz auf diesen ersten Film unter seiner Re- komplizierte Kriminalgeschichte, in die die erstei gieführung blicken. Idee und Drehbuch stammen große Liebe des Berliner Kriminalkommissars stark von Christian Hallig und Walter Maisch, verwoben ist. Kernstück der Handlung ist der Kamps | Ein interessanter Ufa-Kulturfilm und eine vleider Polizei gegen eine internationale Verbrecher- fettige Wochenschau umrahmen in schöner Weise bande, deren Chef und Hauptdrahtzieher in der den Hauptfilm. Ernst Blumschein. während eines Winterurlaubs in einem internationalen Hotel in den Bergen, wo ihn die Liebe auf den ersten Blick zu einer schönen Frau packt. Die eines Der Hauptmitglieder der Verbrecherbande ist, wovon er aber nicht die leiseste Ahnung hat. Und da gerate in dieser Zeit ein Raubmord in dem Hotel passiert, ist Der kapitale Kriminalfall sofort vorhanden, aus dem sich in starker Steigerung für Eyck Der schwere Konflikt zwischen Pflicht und Liebe ergibt. Hier tritt neben dem spannenden Ablauf des Kriminellen vor allem das rein Menschliche, Die erste große und gläubige Liebe eines in dieser Hinsicht ganz idealistisch denkenden Menschen stark und oackend mit in den Vordergrund. Dadurch offenbart die Handlung einen Gehalt, der den Film vor- 1 teilhaft aus dem Rahmen der üblichen Kriminalfilme heraushebt. Die Darsteller werden ihren Ausgaben in guter Weise gerecht. Die Rolle des Kriminalkommissars Eyck wird von Paul Klinger fein und überlegen gestaltet. Seine Gegenspielerin, Die Sängerin Barbara Sydow, hat in Anneliese Uhlig eine ausgezeichnete Vertreterin. Den „Kriminalschriftsteller" (Sorgas gibt Hansjoachim Büttner mit all Dem Verbrecherraffinement, Das für diese Darstellung Voraussetzung eines vollen künstlerischen Erfolges ist. Den Kriminalkommissar Brandner spielt Herbert Wilk vortrefflich, seine Frau Inge wird von Aenne Bruck echt fraulich Dargestellt. Der Verbrecher-Chef van Flirt fintet durch Alexander E n - g e l eine glückliche Verkörperung. Sympathisch ist Der Kriminaldirektor Hauber von Herbert Hübner. Der kleineren Rollen sei mit einem Gesamt- >” letzter ÜEllen des uvillen er- iiebene ment wen- ommenben jeder Art ich, für die chung her tlicher Bell gt. Dar- der fpäte- Wotte des ien. in :n. rch un. ren M d mit äm Toten» Trostbü. t u|n). be. Mtz. °^NUng Ulrich. Ml°i ^"schein. ?!, wird. Achtern, etl bleibt deut, Unk9- Sie chllt ben ^Mung ‘ J)eraus. * be5 Wen Ar. ®Qi>ronen ^hauvt- Crsaj,. 8-I.Vn 1 ein be- ■ Persön- 1JS neben 'Istzeit, ^sonderen ne Cig. ^ne aus- !?„ Uinem W setz an. Hers, der -en Schulen ledanie zu- Fach, son- Lrziehun^s- Modellbau riung in unterricht, iw und die ie allge- [itunter- der Ober- flugwissen- iUTd) Hand- ustsahrtiehr- Wichtig ist, wick>er der dem Weae rers einsatz- hn- bis acht- ehörige der des Nes Hugo Bermühler Verlages» ®erlitt* Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführlich'' bebilderte Werbeblatt freunde 'er Natur sind Freunde guter Bucher niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiniiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiiiiiiniiiHniiiiiiiiiic MW für den Haushalt wey. Erkrankung meines jetzigen Mädchens, sofort gesucht. 1014D Frauen der OAF. spenden für das WHW. * Grünberg, 28. Febr. Wie in den vergangenen Jahren, so rief auch in diesem Jahre die Orts- frauenwalterin alle Frauen und Mädchen der Deutschen Arbeitsfront auf, sich am Winterhilfswerk 1 939/40 vorbildlich zu beteiligen. Ueber Erwarten groß war das Ergebnis. Es wurden 105,35 RM. von den Hausgehilfinnen, Büroangestellten und den Frauen der Geschäftsinhaber gespendet. Dieser Betrag wurde unserem geliebten Führer zur Verfügung gestellt. Darauf erhielt die Ortsfrauenwalterin am 15.1.1940 aus der Kanzlei des Führers folgendes Schreiben: „Sehr geehrte Frau Röhm! Ich bestätige den Eingang Ihres Schreibens vom 17. 12. 1939, sowie der gleichzeitig beigefügten Geldspende, die dem Führer von den Frauen und Mädchen der „DAF." zur Verfügung gestellt wurde. Ueber die da mit zum Ausdruck gebrachte Opferbereitschaft hat sich der Führer sehr gefreut, und er läßt allen an der Spende Beteiligten seinen aufrichtigsten Dank aussprechen. Der Betrag wurde zu Gunsten hilfsbedürftiger Volksgenossen verwendet." Auch die Deutsche Arbeitsfront dankt allen Spenderinnen aufs herzlichste und Fräulein Mariechen Haas für das Einsammeln des Geldes. Landkreis Gießen. Seit Sonntag, den 25. Februar 1940, abends 8 Uhr, wird der Eonöroitt Otto MM Mtz geboren am 10. Mai 1909 in Lang-Göns MNW. Spieß ist 1,75 Meter groß, kräftig, hat schwarzes Haar, braune Augen, er war bekleidet mit brauner Hose, braunen Halbschuhen, Strickweste (Marke Bleyle), Mantel (rotbraun mit Karos) un,d grauem * Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Ortsvolizeibehörde Lang-Göns. Lang-Göns, den 28.Februar 1940. Die Ortsvolizeibehörde. Tüchtige, jüngere Kraft ’ für Büro und Buchhaltung, evtl, halbe Tage, gesucht. Genaue Angebote an Postfach 282 Gießen erbeten. 1015V des HI.-Landdienstes kennen, er muß wissen, daß der Weg des Hitler-Jungen aus der Stadt zum Land nur über den Gruppeneinsatz des HJ.-Land- dienstes führt. Jedem roilügen, gesunden Hitler-Jungen aus Stadt und Kleinstadt steht der Landdienst der HI. und damit alle landwirtschaftlichen Berufe offen. Die Landarbeitslehre als Grundlage jedes Land- und Bauernberufes kann im Landdienst der HI. vollendet werden. Nach der Landdienstzeit (mindestens ein Jahr) schließt sich die Lehre im Bauernhof an. In Gemeinschaft mit den Dienststellen des Nährstandes werden den fähigen Landdienstlern vorbildliche Ausbildungsstellen zugewiesen. Das Landdienstjahr ist kein verlorenes Jahr, sondern in jedem Fall ein Gewinn. Am 15. April beziehen die Landdienstler ihre Heime und beginnen damit ein neues arbeitsreiches Landdienstjahr. Stadtjunge, wenn du auf dem Land deine Zukunft siehst, dann komm zu uns! Der Land- dienst führt dich zurück zum Quell aller Kräfte und allen Lebens, zum deutschen Boden. Kein Vater und keine Mutter wird ihrem Jungen verwehren, auf gesunde und einsatzbereite Stadtjugend für die Aufgaben des Bauernberufes reif zu machen. Wenn uns die Wehrmacht des Führers den Ost- raum zurückerobert hat, ist es unsere Pflicht, diesen alten deutschen Boden mit wertvollen Menschen zu besiedeln und für alle Zeiten deutsch zu erhalten. Die Besten aus den Reihen des HJ.- Landdienstes werden einst berufen sein, als Siedler im Osten Grenzwacht zu halten. Deshalb sieht der Landdienst gerade im Kriegsjahr nicht auf die Vielzahl seiner Mannschaft, sondern auf deren Auslese. Durch eine Vereinbarung mit dem Reichsnährstand ist sichergestellt, daß den Jungen des Landdienstes eine umfassende berufserzieherische und weltanschauliche Ausrichtung zuteil wird. Einerseits durch eine vorbildliche Führerschaft anderseits durch Schulungsmaßnahmen des Reichsnährstandes sollen sich während der Landdienstzeit diejenigen Jungen herausbilden, die dem Land als wertvoller Zuwachs erhalten bleiben. Ein Abkommen mit der ff besagt, daß selbst nach dem Ausscheiden aus dem HJ.-Landdienst kein Abschluß der Betreuungsarbeit erfolgt. Beide Organisationen übernehmen in Gemeinschaft mit dem Reichsnährstand die weitere , Betreuung der früheren Landdienstler, um diese ihrer leistungsmäßigen Entwicklung nach bevorzugt in der Landwirtschaft, insbesondere aber als Siedler im Osten anzusetzen. Auch im Gau Hessen-Nassau werden in diesem Jahre 250 ausgesuchte Jungen in etwa 20 Gruppen in die Erziehungsmaßnahme des Landdienstes ausgenommen. In vorbildlichen Bauernstellen und Lanüdienstheimen in O b e r h e s s e n, Odenwald, Wetterau, Rheinhessen und Lahnkveis sollen außer diesen 250 Landdienstlern auch 100 Landdienstmädel untergebracht werden. Wenn auch die Zielsetzung des weiblichen Landdienstes nicht so klar und eindeutig den Siedler- und Neubauern- gedanken herausstellt, so ist der Mädellanddienst doch eine ideale Vorstuse für jede land- und haus- wirtschaftliche Tätigkeit und für die pflegerischen und sozialen Berufe. Die Werbung für den Mädellanddienst ist bereits abgeschlossen, in den nächsten Tagen finden die ersten Ausmusterungen und Gesundheitsappelle der Anwärterinnen statt. Die Werbung für den Jungen- landdienst hat jetzt in größtem Ausmaße eingesetzt. Hitler-Jugend, Arbeitsamt und Schule arbeiten hier Harü) in Hand. Jeder Junge muß die Ziele # Mainzlar, 26. Febr. Der hiesige Gesangverein hielt am Samstagabend seine Generalversammlung ab. Im Auftrage des verhinderten Vereinsführers erstattete Sangesbruder L e m p den Bericht über das verflossene Vereinsjahr. Die Rechnungsablage des Rechners Wilhelm S 0 m m e c zeigte einen guten Stand der Vereinskasse. Dem Rechner wurde einstimmig Entlastung erteilt. Der seitherige Vorstand bleibt weiter im Amt. Von der Wiederaufnahme der Singstunden soll vorläufig noch abgesehen werden. Kreis Friedberg. ch Butzbach, 27. Febr. Unter Leitung des Auf» sichtsratsvorsitzenden, Bezirksbauernführer Schneider (Ostheim), hielt die Bezirksgenossenschaft für Viehverwertung ihre ordentliche Hauptversammlung ab. Der Geschäftsbericht zeigte eine günstige Entwicklung der Genossenschaft im letzten Jahre. Bürgermeister Ruth (Pohl-Göns) berichtete über die Revisionen der Geschäftsführung und konnte feststellen, daß sie jederzeit in Ordnung gewesen sei. Bankvorstand Schnell von der Vereinsbank gab eine Übersicht über die Jahresbilanz, die mit 32 532,— RM. in Aktiva und 28 607,— RM. in Passiva abschließt, so daß ein Reingewinn von rund 3925,— RM. verbleibt. Er wird auf die neue Rechnung vorgetragen. Der Umsatz belief sich auf rund 787 636— RM. gegenüber 469 899,— RM. im Jahre 1938. In dem 10jährigen Bestehen der Genossenschaft betrug der Umsatz rund 4 369 846,— RM. Die Zahl der Mitglieder ist im Berichtsjahr von 1202 auf 1217 gestiegen. Die Bilanz wurde genehmigt und Entlastung erteilt. Die satzungsmäßig ausscheidenden Mitglieder Heinrich Bopp (Griedel) vom Vorstand und vom Auflichtsrat: Jakob Schneider II., Jakob H e i n z und Willi Ruth wurden einstimmig wiedergewählt. NSG. Ohne ein gesundes und leistungsfähiges Bauerntum kann kein Volk auf die Dauer bestehen. Das haben klar und eindeutig die ersten hinter uns liegenden Krieasmonate bewiesen. Während in den anderen vom Kriege betroffenen Staaten Einschränkungen, Lebensmittelknappheit und Preissteigerungen an der Tagesordnung sind, ist die Ernährung des deutschen Volkes auf lange Jahre sichergestellt. Nur die zielstrebige, planmäßige Arbeit des deutschen Landvolkes hat diese gewaltige Aufgabe der Ernährungssicherung meistern können. Der Nationalsozialismus hat nicht umsonst die Gesundung und Erhaltung des Bauernstandes als der wesentlichen Grundlage völkischen Lebens gefordert und nach der Machtübernahme praktisch durchgesetzt. Die Organisation des Reichsnährstandes, die Schaffung des Reichserbhofgesetzes sind Marksteine auf dem Weg zu einem ewigen, deutschen Bauerntum, ohne das eine ewiges Deutschland undenkbar wäre. Allein Idee und Organisation verfehlen ihren Zweck, wenn nicht wertvolle Menschen ihre Träger und Mannschaft sind. Die Landflucht hat dem Lande nach und nach zahlreiche Kräfte geraubt; der Nachwuchsmangel nimmt dem Bauerntum die Fähigkeit/seine völkischen und wirtschaftlichen Aufgaben restlos zu verwirklichen. So wie Staat und Partei bemüht sind, Landvolk und Landjugend auf dem Lande zu halten, ergibt sich die Notwendigkeit, städtische Jugend zum Land zurückzuführen. Auch im Krieasjahr 1940 wird der Gruppeneinsatz des HJ.-Landdienstes weiter bemüht sein, oder WeM für einige Stunden täglich von hiesig. Geschäftsbetrieb gesucht. Näheres in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. tioooD Freitag, den 1. März 1940, 20 Uhr aus technischen Gründen vorläufig ZUM LETZTEN MALE Karl III. und Anna von Oesterreich das erfolgreiche Lustspiel Unser Lustschuhraum. NSG. Viel zu wenig noch beachtet, unzureichend erkannt als sicherster Aufenthaltsort bei Fliegerangriffen, ist unser Luftschutzraum! Alsbald hier Aenderung zu schaffen, im Keller jedes Hausgrundstückes einen geeigneten Raum luftschutzmäßig herzurichten, ist ein Gebot der Selbsterhaltung. Es ist einfach, dieser Forderung im ureigensten Interesse nachzukommen. Nur guter Wille gehört dazu! Was ist beim behelfsmäßigen Herrichten eines Luftschutz- raumes zu beachten? Mahr bei gutem Lohn gesucht. Io7i4 Otto Huhn Rittergasse. Junge loiäiiger- Gewandtes MW« in die Lehre gesucht. Einstellung durch das Arbeitsamt. 0709 gkilkerei Bett Neustadt 45. Tüchtiges Mädchen gesucht 983D (BaflhausEamm Horst-Wessel- Wall 7. Opel-Aulomobile Gießen I Frau Götz, Marb. Str. 1451 Friedrichstr. 14. | Stellenangebote} Keine Ursprungszeugnisse, icnbern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder uitdBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Vermählungsanzeigen bei Brühl. Schuletr.7 | Mietgesuche~| Berusst. Fräuleinsucht zurnl.3. gitfUiimr Nähe Kreuzplatz. Angebote an o?og L. Guiermuth, Kreuzplatz 5. | Verkäufe Schöner, reinrassiger, schokoladenbrauner ämöflHei zu verkaufen. Schr. Ang. , unt. 1013V a.d.G.A. | Verschiedenes | Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den ßießener Anzeiger Tucht. Verkäuferin für sofort oder später gesucht. Modehaus Josef Unverzagt Gießen, Kreuzplatz 13 1008A kleine Würselchen geschnittenen Speck. Zuletzt kommt eine Kartoffelmasse aus 1 Kilo roh geriebenen Kartoffeln, Salz, etwas Mehl und backt bei guter Hitze im Backofen. Auflauf von Kohlrüben: IV4 Kilo Kohlrüben, 250 Gramm Fleisch (sehr gut schmeckt Hammelfleisch) 4 Brötchen, 40 Gramm Mehl, Zwiebel oder Lauch, Stoßbrot, Salz. Die Rüben werden in Scheiben gedämpft. Das Fleisch wird durchgedreht, mit eingeweichten Brötchen, Zwiebel, Salz vermengt. Man schichtet Rüben und Fleischmasse lagenweise in eine gefettete Auflaufform, übergießt alles mit einer Petersilien- oder Kräutertunke und läßt im Backofen schön goldbraun überbacken. Kohlrüben-Puffer: Man stellt einen dickflüssigen Teig aus halb roh geriebenen Kartoffeln und halb Kohlrüben, die fast gargekocht, dann gerieben und ausgedrückt sind, her. Den Rübensaft nimmt man zu Suppe; das Stärkemehl vom Kartoffelwasser zum Teig. Ei ist nicht nötig, verfeinert aber den Geschmack. Etwas frisches Kartoffelmehl wird nebst Salz an den Teig gemischt und dieser löffelweise in der Pfanne von beiden Seiten braun gebraten. Der Siedlertopf: 1 Kohlrübe, 1 Sellerieknolle, 200 Gramm Möhren, V2 Kilo Weißkohl, Zwiebel, 1 Kilo Kartoffel, Salz, 30 Gramm Fett, Petersilie. Die Gemüse und Kartoffeln werden in Streifen geschnitten, in Fett angedünstet, Wasser aufgefüllt und gargekocht. Mit Salz und Petersilie abschmecken. Kohlrübensalat: Die Kohlrüben werden in große Stücke geschnitten und weich gedämpft. Roch warm übergießt man sie mit einer Salattunke aus Essig oder Zitronensaft, Oel, Salz und läßt sie einige Zeit zum Durchziehen stehen. Senfbraten: Das Ochsenfleisch wird gut geklopft, dick mit Senf eingeschmiert und 2 bis 3 Tage in einen irdenen Topf gelegt. Dann wird es wie Schmorbraten zubereitet. SEN N MALE >,ich lt Rössner ktion. vamstagnach« ion. ichkeit der Helm Lange, sitätsdruckeret rid) Hamann, i !te über die konnte festgewesen sei. instumk gab 13- die mit - RM. in tn von rund ’ neue Rech- ch auf rund - M. im hen der Ge- 4 369 846,— Berichtsjahr ilanz wurde ie schungs- irich Bopp Austichtsrat: 3 und Willi ihlt. hten zwischen dem Biirger- nen Mietver- ffen ist. en Vermieter inten nur auf sein. — Die nen Sie noch & je S-SiX .9 b-ig!. ' dkl, -ur Setfii" 'ru-kge° nh ,id) nb er läßt len aufrich, ^kfsbedürf- ?pen° ^°r>echen ,^8ange. lf.nLen ä ÄS ,nners» NtW5' Mige Er. > seine verhinder, d« Benin nsiahr. Die Sommer 'kasse. Dem etteilt. Der Ü Don der [ vorläufig 1006g. Ur. 51 Zweites ötar dtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gb erst essen) Aus dem Reiche der Krau PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS werden. Die großfrüchtigen Maronen oder Eßkastanien werden meist aus Italien eingeführt, die kleinfrüchtigen aber gedeihen prächtig an der Bergstraße, in Böhmen und Tirol. Biel zu wenig bekannt sind die Derwendungs- arten von Lauch oder Porree, ja auch von Meerrettich oder Kren. Dieser, ursprünglich ein Kind des russischen Ostens, hat im märkischen Spreewald, in den Gegenden um Bamberg, Rastatt und Offenburg seine Heimat gefunden. Er erfährt dort eine erfolgreiche Gartenkultur, wenn er auch in feuchten Gründen, an Ackerrändern und Flußböschungen wild wächst. Und der Lauch, dieses kräftige Wintergemüse, wird gern als Zweitfrucht auf zeitig abgeernteten Beeten in unseren Gärten angepflanzt. Er muß, um besser bekömmlich zu sein, abgebrüht werden. Man sieht also, daß unser Nebensätzlein allerlei in sich birgt und dem Hauptsatz kein Hemmnis bedeutet. Er beschneidet ihm nur die in alten Friedenszeiten allzu üppig wuchernden Ranken und verträgt sich jetzt vortrefflich mit ihm. nien versprechen ihnen sättigende Mahlzeiten. Sie erinnern sich, daß man aus Porree ebenso wie aus roten Rüben ein wohlschmeckendes Gemüse und aus Meerrettich nicht nur Soße herstellen kann, daß Grünkohl und Schwarzwur- z e I n zum festen Bestand unserer Wintergemüse gehören und verbinden somit in geschickter Weise unseren Haupt- und Nebensatz. Die teilweise ausländischen Gemüse und Salate haben schon in klimatisch günstigen Gegenden unseres Vaterlandes Heimatrecht erworben. Die unter dein Namen Fenchelpflanze eingebürgerte italienische Distelpflanze Finocci erlebt bei uns die Anfänge ihres jungen Daseins im Treibhaus und wird später in Freiland ausgesetzt, bedarf aber zur Aufzucht liebevoller Pflege. Sie ist von zartem Wohlgeschmack, wird aber, wegen ihres leise anhaftenden Anisgeschmackes sowohl Liebhaber als auch Gegner finden. Ebenso wird es der Chicoree ergehen, deren leichte Bitterlichkeit nicht jedermanns Geschmack ist. Beide Gemüse dürfen nicht gekocht sondern müssen unbedingt gedünstet MwerNchkett. gebundener Trieb. Mütterlichkeit ift J°rPcrlK$ menschliche Haltung der wettvollen Frau ihrer* Mit" weit gegenuber^Neben der mütterlichen Frau steht der ritterliche Mann in gleicher Bereitschaft Jum Schutz und zum Helfen da^ Und es ist 0 t der Fall daß die mütterliche Frau nie ein Kind hatte gknau so wie ia heute der ritterliche Mann kein' Ritter mehr rm üblichen Sinne ift. Und in dieser Tatsache hegt der Sinn, den kinderlose Frauen ihrem Leb?n geben können, mütterlich zu sein über einen engen famrliar begrenzten Kreis hinaus H Begnadet ist die Frau, der die Mütterlichkeit an- Lbaren ist die sich zum Schützen und Behüten ge- schaffen fühlt. Sie geht ihren Weg leicht und mit sicherer Selbstverständlichkeit. Schwerer 'hat es die Frau die sich mütterliche Haltung durch Erkennt- ms des Guten und Notwendigen erst anerziehen muß. Vielleicht wird sie nie so überzeugend wirken, und nicht immer wird sie das Rechte in ihrem Tun zu treffen wissen, wird vielleicht manchmal verständnislos daneben greifen und mißverstanden werden. Aber doch wird sie den richtigen Weg gehen, wenn sie sich bemüht, stets zu bedenken: Mütterlichkeit heißt nicht bevormunden — Mütterlichkeit erwartet keinen Dank — Mütterlichkeit will nicht öffentlich anerkannt werden — Mütterlichkeit drängt sich nicht auf — Mütterlichkeit erfreut sich am opfern — Mütterlichkeit ist vielleicht empfindsam aber nie empfindlich. Eva Leiter. Soll ich mein Kind auf die Schule vorbereiten? Dieter soll Ostern in die Schule kommen. Während er sich selbst davon noch keine richtige Vorstellung machen kann, ist die Aufregung bei der Mutter, Großmutter und den guten Tanten desto ^rößer^ „Wie weit kannst du denn schon rechnen, „Vorläufig kann er noch gar nichts", fällt die Mutter ein wenig zaghaft ein, weil die Gesichter der übrigen Mütter bei dieser Antwort gar zu entsetzt aussehen. Und nun entsteht eine eifrige Debatte. Soll man denn überhaupt sein. Kind auf die Schule vorbereiten? Die Frage ist nicht so einfach beantwortet. Natürlich soll man sein Kind auf den Schulbesuch vorbereiten. Aber das sieht zunächst einmal ganz anders aus, als sich das die meisten Mütter vorstellen. Vorbereiten heißt nämlich nicht, seinem Jungen ober Mädel Lesen, Schreiben oder Rechnen bei bring en, denn das sind die Dinge, die er in der Schule viel besser lernt. Uebrigens würden ja die Mütter ihr Kind aus eine veraltete Weise unterrichten und dem Jungen damit das Lernen unnötig erschweren. Welche Mutter müßte nicht z. B. beim Schularbeitenmachen plötzlich lernen, daß es nicht, wie in früheren Zeiten, „8 weniger 6", sondern ,,8 weg 2" heißt oder ähnliches mehr. Noch gefährlicher aber ist, wenn das Kind, das durch solche Kenntnisse, die der Schulkamerad nicht hat, leicht überheblich wird und nicht mehr in der Schule aufpaßt, weil ihm das ganze zu langweilig ist. Er weiß das ja schon alles, was der Lehrer sagt. Damit muß Dieter naturgemäß alle Lust und Freude an dieser ersten Schulzeit verlieren — ein Fehler, der gar nicht wieder gutzumachen ist. Wie soll man aber nun sein Kind auf die Schulzeit vorbereiten, besonders dann, wenn es aufgeweckt und ernvfänglich für alles „Lernen" ist? An Vorbereitungsarbeit für die Mutter bleibt genug zu tun, vor allem dann, wenn sie mit Liebe und LI Verlegung durchgefuhrt wird. Weitaus wich- tiger als irgendeine wissenschaftliche Kenntnisvermittlung, für die ja die Schule der ideale Mittler ist, ist alle praktische Vorbereitung, d. h. ein Vertrautmachen mit den Dingen, mit denen sich der Lehrer bei 40 oder 50 Schulkindern nicht befassen kann. Die Mutter weiß ganz genau, daß Dieter bereits am ersten Schultage seinen Mantel und Atütze irgendwo aushängen muß, daß er sich in der Turnstunde selbständig an- und ausziehen muß. Ihn so zu erziehen, daß er diesen kleinen Dingen des Alltags nun nicht hilflos gegenübersteht, ist Arbeit der Mutter. In Zukunft wird aber Dieter auch in seinen Heften und Büchern Ordnung halten müssen. Sollte man ihm das nicht erleichtern, indem man ihn dieses letzte Vierteljahr vor dem ersten Schulbesuch schon langsam dazu erzieht? Und dann muß die Mutter auch besondere Sorgfalt daraus verwenden, daß er dem Gemeinschaftsleben mit andern Kindern nicht hilflos gegenübersteht sondern daß er liebevoll, hilfsbereit und kameradschaftlich denken lernt. , , Für die Schulzeit vorbereiten heißt aber auch, das Kind seelisch für die kommende Zeit mit seiE Freuden und Pflichten wecken. Der gewünschte Erfolg stellt sich aber besttmmt nicht ein, wenn Die Mutter den Ausspruch „Warte nur, wenn du erst in der Schule bist ..." zum geflügelten Schreckens- Wort macht. Die kleine Seele des Kindes für feine Aufgabe bereit zu machen, heißt ja nicht, es a « fchrecken, sondern im Gegenteil, ihm die ganze Freude und das Glück, lernen zu dürfen, zu übermitteln. „Ban nehme"- was es M Der in den Kochbüchern aus der Wende des vorigen Jahrhunderts mit großer Selbstv s lichkeit am Beginn der Kochrezepte stehende und sprichwörtlich gewordene Satz „man ne^rne ) Laufe der Zeit in Mißkredit geraten Jetzt ha der Krieg den kurzen, aber inhaltsreichen, ausJ5ubiett und Prädikat bestehenden Hauptsatz gezwungen sich den bedingenden Nebensatz anzuhang> „ , , . gibt", der ihn unerbittlich, wie ein Trabant beglei tet und ihn umkreist, wie der Mond. die Erde Die beiden unzertrennlichen Satzlem veran chsen unsere Hausfrauen zu neuem Kombinieren r schem Handeln, aufmerksamem Beobachten. Dl F 9 und Schnellen, die Klugen und Tüchtigenl uber^ brücken mit dem Nebensatz die durch d verursachte schwächere Gemulebehe erung der G schäfte und Märkte. Sie greifen MM. W kannten Finocci. der ihnen M'tttuhhngshattem Grün entgegenleuchtet, zum C h)i c , Eskariol. Dis glänzenden, braunen Kafta- STRICKBLUSEN AUS NEUEM UND AEFEM 7) Die heute skizzierten S t r i ck b l u s e n für verschiedene Zwecke sind teils aus alten (aufgezogenen und gewaschenen) Wollsachen und teils aus neuem Material hergestellt. So ist die Abendbluse (Fig. rechts) aus punktefreiem Silbergarn lose gestrickt, — sie ergibt mit ihren gezogenen Effekten an Aerrneln und am Halse zu einem langen, schwarzen Seidenrock mit breiter, violetter Georgetteschärpe einen eleganten Abendanzug. Der langärmelige S p 0 r t p u l l 0 v e r (links oben) ist aus weißen, hell - und dunkelblauen Wollresten geschickt so zusammengestellt, daß sich links und rechts eingearbeitete Taschen ergeben. Schulterteil: weiß, Aermel und schmale Querstreifen: rot, Brustteil: dunkelblau und das untere Blusenteil hellblau. Aus grünen, braunen und sandfarbenen Resten ist die Strickbluse (links unten) verfertigt, und zwar so, daß Aermel und Passenteil braun, Manschetten und Bündchen wie die mittleren Streifen sandfarben und die Seitenteile grün (am wenigsten vorhanden!) sind. Auch hier sind zwei Brusttaschen eingearbeitet, kleine Metallknöpfe schließen die Bluse. H. Rezepte. Lungeneintops: Mit IV2 Liter Wasser, Zwiebel, 100 Gramm Graupen, Suppengemüse, 20 Gramm klein geschnittenen Speck zum Kochen bringen, 250 bis 375 Gramm Lunge hinzugeben, halb weich kochen, herausnehmen, zeitgemäßes Gemüse in Stücke geschnitten hinzugeben, ebenso 500 Gramm Kartoffelstücke, alles weich kochen, mit Salz und klein gehackter Petersilie abschmecken, die Lunge durch die Maschine drehen oder in Stücke geschnitten darin anrichten. M e h l b e u t e l: 500 Gramm Mehl, 20 Gramm Hefe, etwas entrahmte Frischmilch, Salz, 40 Gramm Zucker, etwas Fett, abgeriebene Zitronenschale, einige Rosinen. Man stellt einen festen Hefeteig her und läßt ihn gehen. Dann formt man einen Kloß, legt ihn auf ein bemehltes Tuch, das in einen Topf mit lauwarmem Wasser hineingehängt und über dem Deckel mit den Zipfeln zusammengebunden wird. Man bringt das Wasser langsam zum Kochen und läßt den Kloß darin garen. Herausgestürzt bestreut man ihn mit Zucker und reicht Fruchttunke oder Kompott dazu. Sellerieauflauf: 1 Sellerieknolle, 1 Kilo Kartoffeln, 30 Gramm Mehl, 20 Gramm Fett, 1/2 Liter Milch, etwas Stoßbrot. Die Sellerieknolle wird sehr sauber gewaschen und aargedämpft, geschält und in Stifte geschnitten. Aus Fett, Mehl und Gemüsebrühe macht man eine helle Tunke, in die man den Sellerie gibt und abschmeckt. Die Kartoffeln kocht man in der Milch zu festem Brei und füllt ihn zuerst in die gefettete und ausgestreute Form, darauf die Selleriestiftchen, dann obenauf Brei, bestreut mit Stoßbrot und backt bei guter Hitze goldgelb. Sauerkrautspeise mit Kochwurst: 500 Gramm Sauerkraut, 1 Zwiebel, 1 in Scheiben geschnittener Apfel werden halbgar gedämpft und abwechselnd mit Scheiben von Kochwurst in eine gefettete Auflaufform gefüllt, darüber gibt man in Donnerstag, 29. Hebruar 1940 Die Zmkerin. Wenn man von Frauenberufen in der Landwirtschaft spricht, bann sollte man den der Imkerin nicht vergessen. Sie ist keine Erscheinung der neuesten Zeit, sondern hat ihre Bewährung im Weltkrieg gefunden, als der Imker im Felde stand und seine Bienen von der Frau betreut werden mußten. Damals sind Tausende von Bienenständen durch den imkerlichen Einsatz der Frau vor dem Untergang bewahrt worden. Nach dem Kriege setzte dann auch der Zugang junger Mädchen zur Bienenzucht ein, und wer Gelegenheit gehabt hat, einen Blick in unsere „Staatlich anerkannten Lehr- und Versuchsanstalten für Bienenzucht" und in die vielen sonstigen imkerlichen Lehrbetriebe zu tun, der konnte die recht bemerkenswerte Feststellung machen, daß die Zahl der jungen Mädchen, die die Bienenzucht als Beruf oder Nebenberuf erlernen, in den letzten Jahren ständig gestiegen ist. Das hat seine guten Gründe, die einmal in der Verbundenheit dieses Berufs mit der Natur, in dem steten Umgang mit einem der interessantesten Insekten und zum anderen darin liegen, daß tüchtige Imkerinnen immer gesucht sind. Sie finden in Großbetrieben lohnende Beschäftigung oder können sich selbst einen Bienenstand einrichten, den sie auch bann noch betreuen können, wenn sie einmal heiraten. Das ist bas Schöne an bem Beruf ber Imkerin, baß bas einmal Gelernte später immer roieber mit Nutzen für ben eigenen Haushalt verwertet werben kann, gleichgültig ob bas junge Mäbchen auf bem Lanbe wohnt, nach einer Kleinober Mittelstabt verzieht ober sich in ber Groß- ftabt nieberläßt, benn auch bie beutfchen Grvß- ftäbte, sogar Berlin, verfügen über recht bebeutenbe Bienenzuchtbetriebe. Hinzu kommt noch, baß gerabe bie Frau eine ganz befonbere Eignung für die Bienenzucht mitbringt. Vor allem sollte das junge Mädchen auf dem Lande in nähere Beziehung zur Bienenzucht treten. Früher hat es wohl kaum einen Bauernhof gegeben, auf dem nicht ein Bienenstand vorhanden war; heute fehlen Bienen auf vielen Bauernhöfen, und doch sind sie ein unbedingt notwendiges Zubehör zu jeder bäuerlichen Wirtschaft. Man braucht nur an die Ertragssteigerung der Obstbäume durch den Bienenbeflug der Blüten zu denken ober baran, baß wir vor einer gewaltigen Steigerung bes Oelfaaten- anbaues stehen, ber eine vermehrte Bereitstellung von Bienenvölkern notroenbig macht, weil Raps unb Rübsen nur bann bie im Interesse unserer Fettversorgung bringenb notroenbigen Höchsterträge bringen, wenn bie Bienen bie Bestäubung ber Blüten vornehmen. Die Ausbildung der Imkerin kann zwar auf jedem größeren Bienenstand erfolgen, der unter der Leitung eines tüchtigen Imkers steht, zweckmäßig ist es aber immer, wenn das junge Mädchen eine „Staatlich anerkannte Lehr- und Versuchs-Anstalt für Bienenzucht" besucht. Die Lehrgänge beginnen meistens am 1. April, enden am 30. September und schließen mit einer Prüfung ab. Nach einer praktischen Betätigung auf einem größeren Bienenstand kann dann auch die Gehilfenprüfung und später die Meisterprüfung abgelegt werden. Das Klicken und Stopfen von Stoffen und Strickwaren. Da wir in Kriegszetten gezwungen sind, Kleidungsstücke auch in gestopftem Zustand zu tragen, so wollen mir uns bemühen, diese Stopfstellen möglichst unsichtbar zu machen, Damit uns niemand für liederlich halten kann. Wenn wir stopfen müssen, besorgen wir uns Garn in gleicher Stärke und Farbe des Gegenstandes. Nun gibt es dies in den meisten Fällen nicht ohne weiteres; wir helfen uns, indem wir aus einem Flicken des Stoffes Fäden herausziehen. Dies geht jedoch nur, wenn wir von bem Gegenstand noch Flicken haben. Ist dies alles nicht möglich, so muß Stopfwolle besorgt werden. Auf gar keinen Fall soll man mit einem zu dünnen, zu dicken ober andersfarbigen Faden stopfen. Bei Strickwaren pflegen meist die Ellbogen durchzugehen. Da lohnt es sich mit einiger Mühe, die Löcher zu strickstopfen, also mit Hilfe von passenden Stricknadeln das Gewebe nachzuarbeiten. Wenn man dies ordentlich macht, ist die Stopfstelle nicht zu finden. Bei Löchern unter dem Arm, sofern sie kleiner sind, werden wir uns bieu Arbeit nicht zu machen brauchen. Bei Häkelarbeiten wird man ebenfalls das Loch neu einhäkeln, statt gewöhnlich zuzustopfen. Stoffe dagegen werden geflickt, sofern die Löcher zum Stopfen zu groß sind. Dabei müssen wir Darauf achten, daß Der Flicken, Den wir auflegen, genau in das Muster paßt. Dann werden die Ränder des Flickens reichlich umgelegt, alles schön fabengerabe und quadratisch. Möglichst nie schräge Seiten beim Flicken machen! Dann heften wir Flicken und Stoff hohl aneinander und nähen von links die Heftnaht mit ber Maschine durch. Vorher nachsehen, ob der Flicken nicht beult. So bekommt man ein sauberes Stück eingesetzt, das, nachher feucht aus geplättet, nicht zu sehen ist. Der zerrissene Stoff wirb darunter weggeschnitten bis auf die Nahtzugabe. Kleinere Flicken werben ebenso, aber nur mit der Hand ein gearbeitet. Man muß immer sehen, daß man den Flicken einsetzen kann, also alten Stoff wegschneiden und Nähte ausbügeln. Mit aufgesetztem Flicken, der noch ringsherum aufgesteppt ist, kann man kein „geflicktes Stück" verbergen. Kleinere Löcher, sowie dünne Stellen werben möglichst mit Fäden des Stosses gewöhnlich durchgestopft, wobei man sich bemühen soll, der Webart des Stoffes nahezu kommen; auch Muster- fäben nachziehen, wo sie hingehören. Kleine und dünne Stellen kann man auch mit gleichem oder ähnlichem Stoff unterlegen und dann fein durchstopfen. Hauswäsche, Wäschestoffe, Unterhosen und ähnliches stopft man einfäbig fein in beiden Fadenrichtungen oder maschinell mit dem feinen Maschinenstopfgarn. Letzteres kann man auch mit feineren Kleiderstoffen machen, doch muß man dazu schon etwas Hebung im Maschinenstopfen haben. Will man in irgendeinem Kleid ein kleines Stops- fleckchen an sichtbarer Stelle verbergen, so stickt man ein rundes Pünktchen in passendem Stickgarn oder ein Blümchen Darüber, sofern es zum Kleid paßt. Diese Not-Tugend empfiehlt sich recht gut bei strickseidenen Unterrötfen, Die leicht kleine Löcher bekommen und Durch diese „Bestickung" niedlich werden und dann nocl) viel länger halten. Man muß sich nur zu helfen wissen, M.tL Unveränderte Lebensmittelrationen. Aus der Stadt Gießen. Sparsam wirtschaften - bester leben! Wenn man mit einer praktischen und tüchtigen Hausfrau spricht, kann man immer nur hören: „Knappheit kenne ich nicht. Wir haben nicht nur genug, sondern auch gut zu essen. Man muß nur einteilen können." Diesen Worten werden viele fähige deutsche Frauen zustimmen. Wer sparsam und sorgsam wirtschaftet, kann sich mehr Nahrungsmittel erhalten. Nur geringe Mühen und ein wenig Ueberlegung sind nötig, um die Lebensmittelvorräte zu vermehren. Sparen hat sich schon immer bewährt, und das sparsame Umgehen mit Eßwaren macht sich im Kriege für den einzelnen, wie auch für die Volksgemeinschaft besonders bezahlt, ist es doch ein Beitrag zur Ernährungssicherung auf weite Sicht. Denn viele Wenig, die in Millionen Haushalten durch die Achtsamkeit der Frauen vor Verlust gerettet werden, machen ein Viel, ein bedeutendes Plus in der Ernährung unseres Volkes. Es bedarf nur offener Augen und der Anwendung einiger vor Verderb schützender Handgriffe und kleiner Kniffe, die schließlich mehr noch als der Gesamtheit dem einzelnen Haushalt dienen. Bei der Morgenmahlzeit beginnt die wirtschaftliche Kunst der Hausfrau. Brot und dünner Kaffee sind weder billig, noch genügend sättigend und keinesfalls lebensmittelsparend. Wie viel mehr Erfolg erzielt eine kräfttge Morgensuppe! Die zahlreichen, der Oeffentlichkeit gegebenen Anleitungen, gute und beliebte Gerichte mit wenig Fett und Fleisch zum Mittag herzustellen, haben schon vielen Hausfrauen geholfen. Weniger weit verbreitet ist die Erfahrungstatsache, daß zum Abend eine warme Kost billiger und meist nährstoffreicher und damit sparsamer ist als viele Butterbrote; auch sie verdient praktische Anwendung. Sehr wichtig ist vor allem die Zubereitung der Speisen, bei der die Hausfrau durch kleine Kniffe die Verminderung des ursprünglichen Nährwertes vermeiden kann, so beim Waschen und Putzen und beim Kochen der Lebensmittel. Zum richtigen Kochen gehört auch die wohlbedachte Einteilung. Es ist eine einfache Regel, nie mehr Brotscheiben abzuschneiden, als unbedingt gebraucht werden. Manches Stück Brot wird so gespart. Das Schulftühstück ist auch ein besonderes Kapitel der Lebensmittelverluste. Selbstverständlich müssen die Kinder über den Wert des Brotes aufgeklärt werden. Aber die Mutter kann schon der Unsitte des Fortwerfens von Brot vorbeugen, indem sie ihren Kindern nicht zuviel mitgibt, möglichst wenig Wurstbrote, die am leichtesten betroffnen und am ehesten in den Papierkorb wandern. Bleibt einmal etwas übrig von der warmen Mahlzeit oder an Brot, so brauchen diese Nahrungsgüter noch lange nicht verloren zu gehen. Zu Salaten, Suppen, Klößen und zu den verschiedensten schmackhaften Gerichten lassen sich Reste verwerten. Auch die Aufbewahrung der Nahrungsmittel im Keller oder im Speiseschrank erfordert die Sorgfalt der Hausfrau. Der Frost ist — außer Schmutz und Staub, außer Fliegen und anderen Insekten, Feuchtigkeit, schlechter Luft und Lichteinwirkungen — jetzt der gefährlichste Feind unserer Nahrungsgüter. Dor ihm muß geschützt werden. Laufend muß die Hausfrau untersuchen, ob keine Mauerlöcher oder Risse den Frost hereinlassen können. Der Frost kann schwere Verluste zufügen, denn durch Kälte süß gewordene Kartoffeln sind ungenießbar, und auch erfrorene Aepfel, die weich und geschmacklos werden, können nur noch schwer verwendet werden. Achtsamkeit verlangt auch die Uebergangszeit vom Frost zum Tauwetter. Wir müssen versuchen, die Lebensmittel diesen schädlichen Klimaeinwirkungen zu entziehen. Wer die Nahrungsmittel vor Schädlingen bewahrt, wer dem Verderb einen verstärkten Kampf an sagt, der spart für den eigenen Magen und für die Ernährung des ganzen Volkes. I. K. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n , 29. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Yi kg 1,60 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Wirsing, Vi kg 13 bis 15, Weißkraut 10 bis 11, Rotkraut 13 bis 15, gelbe Rüben 12, Spinat 40, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 60, Aepfel 10 bis 35, Nüsse 52, Sellerie, das Stück 5 bis 20 Rpf. ___________ Verteilung von Kunsthonig, Konserven, Die dem Verbraucher für die Zeit vom 11. März bis 7. April 1940 auf Karten zustehenden Lebensmittelmengen bleiben gegenüber den Rationen der Zuteilungsperiode vom 12. Februar bis 10. März grundsätzlich unverändert. Gewisse Veränderungen ergeben sich jedoch: 1. für die Butter- und Margarinerationen bei gleichblerbender Gesamtfettzuteilung 2. durch eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Kunsthonig an alle Versorgungsberechtigte, 3. durch die Möglichkeit an Stelle von 250 Gramm Nährmittel: Konserven, Trockenpflaumen oder Kondensmilch zu beziehen. Der Aeltbezug. Die Versorgungsberechtigten erhalten die Möglichkeit, an Stelle eines Teiles ihrer Margarineration die gleiche Menge Butter und an Stelle eines Teiles ihrer Butterration die gleiche Menge Margarine nach ihrer Wahl zu beziehen. Die Ge- samtfetttationen bleiben jedoch unverändert, lieber die näheren Einzelheiten werden die Verbraucher durch ein Merkblatt unterrichtet, das jedem Hcms- halt zusammen mit den Lebensmittelkarten ausgehändigt wird. Die Verteilung von Kunsthonig. In der Zeit vom 11. März bis 7. April 1940 erfolgt eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Kunsthonig an alle Versorgungsberechtigten. Der Kunsthonig wird auf die Abschnitte Fl 1 der Reichsfleischkarte für Normal-Verbraucher und der Reichsfleischkarte für Kinder bis zu sechs Jahren abgegeben. Zur Erleichterung des Warenbezuges tragen diese Abschnitte den Aufdruck: „125 g Kunsthonig, Sonderzuteilung". Durch diese Sonderzuteilung wird die über die Reichsfettkarte für Kinder vorzunehmende laufende Verteilung von ebenfalls 125 Gramm Kunsthonig je Kind nicht berührt. Jedes Kind bis zu 14 Jahren erhält also in der Zeit vom 11. 3. bis 7. 4.1940: 250 Gramm Kunsthonig, und zwar je zur Hälfte auf feine Fleisch- und Fettkarte. . Konserven, Trockenpflaumen und Kondensmilch. Den Versorgungsberechtigten wird die Möglichkeit gegeben, anstelle von 250 Gramm Nährmitteln nach ihrer Wahl entweder eine 1/i=2)ofe Obst- oder Gemüsekonserven, oder 250 Gramm Trockenpflaumen (Backpflaumen) oder eine große Dose bzw. 2 kleine Dosen Kondensmilch zu beziehen. Die Ausgabe dieser Waren kann nur im Rahmen der vorhandenen Vorräte erfolgen. Es besteht also weder ein Anspruch auf Lieferung einer bestimmten Ware (Kon- Trockenpftaumen und Kondens-Milch. serven, Trockenpflaumen oder Kondensmilch), noch überhaupt auf den Bezug einer dieser Waren anstelle von Nährmitteln. Nährmittel können jedoch in jedem Falle bezogen werden. Werden Konserven, Trockenpflaumen oder Kondensmilch abgegeben, so haben die Verteiler die Abschnitte N 2 und N 3 zusammenhängend abzutrennen. Werden jedoch Nährmittel abgegeben, so haben die Verteiler die Abschnitte N 1 und N 2 zusammenhängend abzutrennen. Einzelne Abschnitte NI, N2 oder N3 sind ungültig. Es gilt also stets nur der Abschnitt N 2 in Verbindung entweder mit dem Abschnitt N1 oder mit dem Abschnitt N 3. Rejchseierkarke und Reichskarke für Marmelade und Zucker. Die Reichskarte für Marmelade, Zucker und Eier ist aus Zweckmäßigkeitsgründen in zwei Karten aufgeteilt worden, nämlich in eine Reichseierkarte und in eine Reichskarte für Marmelade und Zucker. Selbstversorger in Eiern erhalten die Reichseierkarte nicht. Durch ein besonderes Merkblatt werden die Selbstversorger über die sie berührenden Fragen aufgeklärt. Als Selbstversorger gelten Personen, die Hühner oder Enten zum Zweck der Eigenversorgung mit Eiern oder gewerbsmäßig halten, wobei die Zahl der gehaltenen Hühner oder Enten gleichgültig ist. Die Reichseierkarte wird auch nicht für die Zeit ausgehändigt, in der die gehaltener; Hühner oder Enten nicht legen. Die Gültigkeit der Reichseierkarte erstreckt sich auf sechs Zuteilungsperioden. Werden Versorgungsberechtigte während der Laufzeit der Reichseierkarte Selbst- oerforger in Eiern, so haben sie die Karte ihren Ernährungsämtern zurückzugeben. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Abgabe kartenpflichttger Waren ohne Karten verboten und strafbar ist. Ebenso ist es nicht zulässig, unausgenutzte Kartenabschnitte dem Einzelhändler zu überlassen, ohne darauf Ware zu beziehen. Die Bestellscheine sind in der Woche vom 4. bis 9. März 1940 bei den Verteilern abzugeben. Bei der Reichseierkarte, die sechs Bestellscheine enthält, von denen je einer für eine Zuteilungsperiode bestimmt ist, ist nur der Bestellschein 1 abzugeben. Es liegt im eigenen Interesse der Verbraucher, wenn sie die Bestellscheine möglichst frühzeitig von ihren Verteilern ab trenn en lassen, da diese hierauf ihre Waren beziehen. Schulungsabend der Ortsgruppe Gießen-Mitte. Die Ortsgruppe Gießen-Mitte hielt am Mittwoch im „Burghof" einen Schulungsabend ab. Propagandaleiter Kern konnte hierzu eine sehr große Anzahl Politischer Leiter, Walter und Warte begrüßen. Kreispropagandaleiter Rahner sprach über die tieferen Gründe dieses Krieges. In anschaulicher Weise ging er auf die großen Probleme ein, die unsere Zeit zu lösen hat, und erläuterte, wie sich daraus für uns Deutsche der Kampf um die deutsche Seele herauskristallisierte. Der Jude hatte schon Hunderte von Jahren vor unserer Zeit erkannt — und seine maßgeblichen Männer haben es ausgesprochen —, daß die Rassenfrage der Schlüssel zur Weltgeschichte ist. Der Jude schuf nicht nur die Rassengesetze für sein Volk, sondern er war auch immer wieder der Antreiber bet den vielen Waffengängen, zu denen das deutsche Volk antreten mußte. Der Weltkrieg war das sprechendste Beispiel dafür. Militärisch war das deutsche Volk nicht niederzuringen, und nur durch die Einflüsse von außen her entstand damals die Gruppe der Verräter, die schuld daran waren, daß die Heimat versagte. Die Juden schrieben selbst, daß sie 3 Millionen Helfer im Lande hatten. Diesmal ist es aber anders. Kreispr opagandctteiter Rahner hob dann hervor, wie noch kein Volk grausamere Methoden im Kampfe erfunden hat, als Juda und in dessen Schlepptau die Engländer, die sich mit ihrer Abstammung von Juda brüsten. An Hand von Zahlen schilderte der Redner die Folgen der englischen Blockade im Wettkriege, so daß die Juden ihre Absicht, Deutschland um jeden Preis zu vernichten, damals bald wahrgemacht hätten. In einer Zeit, in der dem deutschen Menschen jede Aussicht auf eine bessere Zukunft versagt und er kaum noch in der Lage war, auf ein neues Deutschland zu hoffen, als die Arbeitslosig'keit den Menschen zermürbt hatte, kam der Führer im letzten Augenblick zur Macht, um das deutsche Volk von dem Abgrund, in den seine Feinde es hineinzutreiben versuchten, zurückzureißen. In wenigen Jahren wurde mit Umsicht und Weitblick aüfgebaut. Es kam, was kommen mußte: der Krieg. Chamberlain hatte ihn, als er nach München kam, nur aufhalten wollen. Aber der Führer hatte vorgesorgt. Ueber- raschend kam das Abkommen mit Sowjet-Rußland. Beide Völker hatten eingesehen, daß ein Kampf gegeneinander nur ihr Verbluten zum Nutzen Englands bedeuten würde. Der Führer hat in der Wehrmacht ein Machtinstrument geschaffen, das jeden Anschlag auf das Reich zusammenschlagen wird. Das deutsche Volk muß sich klar darüber sein, daß in diesem Kriege rücksichtslos und Ohne Gnade gekämpft werden muß; denn es muß eine Entscheidung herbeigeführt werden. Es darf nicht sein, daß unsere Kinder in 20 Jahren wieder von dem englischen Jnselvolk überfallen werden. Der Führer hat es ausgesprochen, daß, wenn unsere Feinde uns angreifen wollen, nicht Deutschland, aber Juda in Europa vernichtet werden wird. Abschließend rief Kreispropagandaleiter Rahner die Mitarbeiter der Ortsgruppe Mitte zu restlosem Einsatz für unser Volk aus. Er stellte die Keinen Sorgen der Heimat den großen Opfern jener Män« ner gegenüber, die an der Front Tag für Tag bereit finö, ihr Blut für unser Volk zu opfern, und forderte die Volksgenossen in der Heimat aus, jetzt durch die Tat zu beweisen, daß sie Nattonalsozia- listen, daß sie die Aktivisten der Bewegung sind. Er hob hervor, daß wir stolz darauf fein dürfen, einer Generation anzugehören, die den größten Deutschen, den Führer, zu den Ihrigen rechnet, und ihm wollen wir Glauben mit Glauben und Vertrauen mit Vertrauen vergelten. Anhaltender Beifall dankte dem Redner. Ortsgruppenleiter und Kreisgeschäftsführer Hans Weber gab der Begeisterung der Zuhörer Aus- druck und schloß dann den Abend mit dem Treugruß an den Führer. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Populärwissenschaftliche Vorttäge der Universität: 20.15 Uhr im Großen Hörsaal des Chemischen Instituts Professor Vogelsang über „Die Wirkung der großen Kriege auf die deutsche Frömmigkeit". 20.15 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts Professor Süß über „Der Dichter Vergil . — Gloria-Palast (Seltersweg): „Weltrekord im Seitensprung". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Kriminal-Kommissar Eyck". M-WnW M M W Steuöe Sporfamf Detterau. ftbJ.-Sporf! Für Frauen: Donnerstags, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerfchule. Für Männer und Frauen: 995D Hallensport (insbesondere Hallenspiele): Donnerstags, 18 bis 19 Uhr, Goetheschule. Zehn Regeln für den Einkauf. Die Reichsfrauenführerin, Frau Scholtz-Klink, hat folgende zehn Regeln für das Verhalten der Volksgenossen beim Einkauf auf gestellt, die überall beherzigt werden sollen: Die eintaufende Hausfrau soll: 1. nicht aufbegehren, wenn im Augenblick im Laden das Gewünschte nicht vorhanden ist, 2. nicht mehr haben wollen als andere bekommen, 3. keine Anbiederungsversuche gegenüber dem Kaufmann machen, 4. kein Wettrennen von Laden zu Laden unternehmen, um das zu erhaschen, was man auch in Friedenszeiten nie gekauft und gebraucht hat, 5. nicht in den allerletzten Verkaufs-stunden einkaufen, 6. Rücksicht auf die berufstätige Frau und chre knapp bemessene Einkaufszeit nehmen, 7. mehr Verständnis für Ladenschluß- und Ladenzwischenschlußzeiten haben. Vorn Kaufmann wird erwartet: 1. daß er bis zur letzten Minute liebenswürdig bleibt, und 2. seine persönlichen Sympathien und Antipathien nicht allzu deutlich zum Ausdruck bringt. Alte Soldaten sammeln für das Kriegs-WOD. Zu der fünften Reichsstraßensammlung am 2. März hat der Reichskriegsopferführer die gesamte Organisation der NSKOV. dem Reichsbeauftragten für das WHW. zur Verfügung gestellt. Mehr noch als in den vergangenen Jahren muß in diesem Kriegsjahr alles daran gesetzt werden, um dieser Reichsstrahensammlung zu dem denkbar größten Erfolg zu verhelfen. Wie im vergangenen Jahr, wird ganz besonders auch in diesem Jahre jeder Kamerad und jede Kameraden frau durch persönlichen Einsatz bei der Sammelaktion mithelfen, um sie wiederum zu einem großen Erfolge zu gestalten. Die Volksgenossen werden gebeten, von den alten Soldaten statt eins mindestens zwei Abzeichen zu kaufen und so zum guten Gelingen der Sammlung beizutragen. Darüber hinaus werden fremde ober alte Münzen jeder Art, also auch alte Kupfer-, Nickel- oder Aluminiummünzen usw., gern von den Sammlern zuzüglich in Empfang genommen. * * * Er hat nichts damit zu tun. Zu dem Bericht über die Verurteilung eines Sittlichkeitsverbrechers W. N., der vor einigen Tagen von der Gießener Strafkammer eine längere Freiheitsstrafe erhielt, bittet uns Herr Wilhelm Nau, Gießey, Marburger Straße 22, mttzuteilen, daß er mit dieser Sache nicht das geringste zu tun hat. Copyright by Deutscher Verlag, Berlin 27. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Mit leiser, aber nicht zu überhörender Stimme sagte sie den Satz, der wie ein Messerstich ins Herz fein mußte: „Mein Vater sagte: wenn du jemals deine Großmutter kennenlernen solltest, mein Kind, erwarte nichts von ihr als Abneigung. Sie ist kein schlechter Mensch, aber sie hat vom Leben nichts gesehen. Siehst du, sagte er und hielt meine Hand, deshalb konnte ich nie mit ihr sprechen. Von deiner Mutter nicht und nicht von dir." Es war eine Weile still. Frau Henriette Carlotti saß wie eine Statue. Ihre Hände preßten sich im Schoße so fest gegeneinander, daß das Blut daraus wich. Sie waren schneeweiß. „Als wenn Sie die Sätze auswendig gelernt hätten!" „Sie haben sich mir eingeprägt. Ich erkannte meinen Vater dahinter. Ich hatte ihn viele Jahre gehaßt, um meiner Mutter willen. Jetzt verstand ich ihn. Er war schwach. Er vermochte es nicht, sich gegen Sie aufzulehnen. Sie waren der starke, große Wille in der Familie. Dagegen kam er nicht einmal in feinen Gedanken auf." „Er war verheiratet, mein Kind. Sie sehen das falsch. Er hatte Rücksicht zu nehmen auf seine Frau." Jwanka nickte. „Julia ist ihr Name", sagte sie. „Er hat mir von ihr erzählt. Er liebte sie. Sie soll eine gute, weiche Frau sein. Ihr könnte ich alles sagen, Jwanka, sagte er zu mir, aber ich darf es nicht. Nicht nur ich, auch sie hätte dann die Hölle auf Erden." „Und da richtete er Ihnen die Wohnung ein, da beschenkte er Sie und bestahl seine Frau?" Frau Henriette Carlotti empörte sich: Dieses Mädchen war unerzogen und frech. Sie wagte Worte zu sagen, die ihr nicht zukamen. Man mußte sie ducken! Jwankas Augen wurden kleiner. Was will sie von mir? dachte sie. Ich habe sie nicht tennenlernen wollen. Vater hat mich gewarnt. Sie soll wieder gehen. Ich will sie nicht. Ihr Schweigen ermutigte die alte Frau. „Und Sie sagten Danke schön und nahmen, nicht wahr? Dabei fanden Sie, daß das alles so in der Ordnung fei!" Jwankas Augen schossen Blitze, aber ihre Stimme kam beherrscht. Sie war auch im Leben eine gute Schauspielerin. „O nein", sagte sie, „in Ordnung war das damit nicht. Das versicherte mir Vater viele Male. Er wußte, daß er damit nur einen Bruchteil der Schuld gutzumachen versuchte. Aber er tröstete mich. Er wies auf ihr beträchtliches Alter hin, und daß mit ihrem Tode alles anders und besser werden würde." „Sie lügen! Er war mein Sohn! Er trachtete mir nicht nach dem Leben!" „Nein, ganz gewiß nicht", sagte Jwanka kühl. Ihre Worte, sie waren die Wahrheit, hatten die von ihr gewünschte Wirkung gehabt. Frau Carlotti stand auf. „Sie wollen gehen?" „Nach dem, was Sie mir gesagt haben." „Auf Ihren ausdrücklichen Wunsch", stellte Jwanka fest. „Ich wäre niemals zu Ihnen gekommen und hätte Ihnen nie ein Wort gesagt." „Das ist richtig." Frau Henriette Carlotti blieb stehen. So konnte sie ja wohl hier nicht weglaufen. „Ich war gekommen. Ihnen meine Hilfe anzu- bieten." „Danke, ich brauche keine Hilfe." „Das soll man niemals sagen, Fräulein Jwanka." „Fräulein Gospik, wenn ich Sie bitten darf." „Sie find stolz, mein Fräulein." „Hoffentlich, gnädige Frau." „Gehen mir also als Feinde auseinander?" Frau Henriette sah ihre Mission, die sie sich selber gestellt hatte, völlig gescheitert. An Handelsschule und Stenographie war fein Gedanke mehr. „Muß das wirklich sein?" „Wir gehen wohl nicht als Feinde auseinander, sondern als Fremde." „Hm." Frau Henriette zögerte noch. Ich kam, um Ihnen die Hand zu bieten. Sie sind meine Enkelin. Es muß Blut von mir in Ihren Adern sein. Verstehen Sie nicht, daß das eine Nötigung ist und eine Bindung schafft, die wir nicht hinwegdisputieren können?" „Wenn Sie noch länger sprechen wollen, gnädige Frau, setzen Sie sich bitte noch einmal." „Seien Sie nicht so schnippisch, Kind. Sie sind ein Kind! Muß ich als alte Frau mich rechtfertigen? Sie machen mir Vorwürfe ..." „Mit keinem Wort. Ich würde mir das nie erlauben." „Doch streiten Sie es nicht ab. Es gibt schweigend gemachte Vorwürfe. Ihre ganze Existenz ist ein Vorwurf gegen die Art, wie ich meine Söhne erzogen habe. Wollen Sie mir glauben, daß ich von dem Leben Ihrer Mutter keine Ahnung hatte? Ich erfuhr vor Jahren, zwanzig sind es ja wohl her, daß Ludwig sich in Dalmatien in ein Mädchen verliebt habe. Ich ließ ihn sofort nach Hause kommen." „Warum?" „Das verstehen Sie nicht. Es ging nicht gegen Ihre Mutter. Die fahnte ich ja gar nicht. Ich hatte auf meinen neunzehnjährigen Sohn aufzupassen." „Er sollte nach Ihren Wünschen groß werden, sich nach Ihren Wünschen entwickeln und die Frau heiraten, die Sie ihm aussuchten, nicht wahr? Sie wollten nicht nur die Mutter fein, sondern auch Schicksal und Vorsehung spielen." „Wie reden Sie denn, Kind?" „War es nicht so?" „Gewiß, aber so kann man es nicht ausdrücken. Ein junger Mensch braucht Rat und Hilfe." „Er wandte sich niemals an Sie um diesen Rat und diese Hilfe." Sie sah das zerstörte Gesicht der alten Frau. Irgend etwas in diesen hilflos gewordenen Zügen rührte sie. Meine Großmutter! dachte sie. Ich fitze ihr gegenüber, und nicht ich war es, die zu ihr kam. Vielleicht, ja sicherlich war es sehr schwer für sie, zu mir zu kommen. Man muß das anerkennen. Sie sagte, sie sei gekommen, mir ihre Hilfe anzubieten. Ich glaube, sie braucht mehr meine Hilfe. Und das ist gut. Ihre Hilfe hätte ich abgelehnt; die meine soll ihr werden. Jwanka stellte sich um. Es gelang. Die innere Haltung wurde eine andere; da ergab sich alles von selbst. Frau Carlotti erhob sich zum zweitenmal. Sie hatte Mühe dabei. Ihre Knie versagten. „Bitte, bleiben Sie noch sitzen." „Warum, es hat ja alles keinen Zweck. Wir reden wie aus zwei verschiedenen Welten." Jwanka drückte sie in den Sessel zurück. „Bitte, noch eine kleine Weile." „Warum?" Das kam müde. „Weil Sie — meine Großmama sind." Das Wort stand da. Sie horchten beide dem Klang nach. Frau Henriettes Kiefer mahlten, es war, als spreche sie ohne Laut das Wort nach. „Und weil wir beide einen schweren Verlust gemeinsam zu tragen haben", fuhr Jwanka fort. „Ich habe meinen Vater geliebt, ich lernte ihn allmählich lieben, um ganz ehrlich zu sein; so sehr viel Zeit hatten mir ja nicht für einander. Im Anfang war Abneigung, manchmal, wenn ich an meine Mutter dachte, sogar Haß. Aber das ''s wandelte sich alles in Verstehen und sogar Liede, als ich erkannte, was für ein armer Mensch er war. Er konnte nicht aus sich heraus; er war verschüchtert, wenn das Wort paßt, in der Seele verängstigt. Vom Dasein", fügte sie rasch hinzu. Sie sagte nicht noch einmal die Wahrheit; jetzt war nicht der leiseste Wunsch mehr da, der alten Frau Carlotti weh zu tun. „Er liebte seine Mutter, er liebte seine Frau, | und er liebte mich. An diesem Zwiespalt zerbrach er innerlich." I Sie machte eine Pause. Frau Henriette zog ein Taschentuch und fing ein paar Tränen noch in den Augenwinkeln ab. „Jwanka, wie alt bist du?" „Zwanzig, Großmama, Warum?" Frau Henriette schwieg. Sie sagte nicht: Weil du mit zwanzig begriffen hast, was ich mit sechzig noch nicht erfaßte. Das brachte sie doch nicht über das Herz. Aber dieses geschmähte Herz, es konnte doch nicht aus Stein fein. Ludwig Carlotti mußte sich geirrt haben und vielen falschen Deutungen unterlegen fein. Frau Henriette sagte: „Jwanka, darf ich dich einmal umarmen?" Sie sagte es ganz leise und verschüchtert. Ihr Blick kam ängstlich bittend zu dem schönen großen Mädchen heraus, bas da vor ihr stand. Jwanka nickte. Ihr war die Kehle zugeschnürt. Ich bin wohl neben der Gospik auch eine Carlotti, durchfuhr es sie. Dies da ist meine Art, hart und weich, biegsam, aber Stahl. Man muß uns zu nehmen misten. 11 Sie sah die alte Frau an. Sie hat Vaters Augen, U dachte sie, und feinen immer etwas traurigen Mund, der mich so oft rührte. Aber sie soll nicht mehr traurig sein. Ich will jedenfalls nicht der Anlaß sein. ‘ Es war im Grunde gar keine Absicht dabei. Sie )| ließ sich auf die Knie nieder. So war sie Gesicht an Gesicht mit Henriette Carlotti. (Fortsetzung folgt.)