m. 24 Erstes Blaff 190. Jahrgang Montag, 29.Januar 1940 Lrschemt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche llniverfitätrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schrisileilung und Geschäftsstelle: Lchukstrahe 7 ______ Annahme von Anzeigen für die Mitiagsnummer bis 8ft,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. 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Wenn Großbritannien jetzt auf seiner Haltung bestehe, zeige sich, so sagten die Rumänen, daß nicht Deutschland, sondern England den Krieg in den Südasien Europas tragen wolle. Abschließend stellt der Berichterstatter fest: Die Engländer haben in Rumänien ein schlechtes Geschäft und eine schlechte Kapitalinvestition gemacht, nicht nur auf dem Oelgebiet, sondern vor allem auf propagandistischem Gebiet, auf dem England Millionen ausgegeben hat, um Sympathien für sich zu schaffen. Die Sympathien sind in diesen Tagen schnellen verdunstet als Benzin. Auch wirtschaftliche Neutralität Bulgarien sehe, so hat Kjosseiwanosf dem Journalisten erklärt, durchaus keinen Vorteil, den es aus einer Beteiligung am Kriege ziehen könne. Bulgarien fei in diesem Krieg nicht nur neutral geblieben, es denke auch nicht daran, seinen Nachbarn irgendwelche Schwierigkeiten zu machen. Der gemeinsame Wunsch der Balkanvölker sei, daß ihre Länder um jeden Preis von dem verheerenden Kriegsbrand verschont blieben. Die bulgarische Presse verfolgt mit wachsender Aufmerksamkeit die Erörterungen über die Konferenz des Balkanbundes. Die Abendzeitung „Mir" erinnert an die wichtigsten Bestimmungen des Balkanbundes und stellt fest, es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß der Balkanbund zu der Zeit, als er geschlossen worden sei, gegen eine friedliche Revision des zwischenstaatlichen Lebens gerichtet gewesen sei. Doch seither seien viele und unerwartete Geschehnisse eingetreten, durch die die zwischenstaatlichen Beziehungen von Grund auf verändert worden seien. Die unerbittliche Logik der Geschehnisse könne nicht durch geschriebene Bestimmungen und akademische Fesseln aufgehalten werden. Jeder, der sich dem wahren Gang der Geschehnisse nicht verschließe, müsse fragen, ob es für die politische und rechtliche Organisation des Balkanbundes nicht an der Zeit fei, die Erfordernisse der Gegenwart zu berücksichtigen. Neue Umstände erforderten auch neue M e - t h o d e n der Politik. Eine Umwertung der Begriffe, mit denen in der Vergangenheit gearbeitet worden sei, müsse erfolgen. Das Abendblatt „Slowo" sagt, daß sich den kleinen Staaten gegenwärtig vielleicht zum letzten Male die Gelegenheit biete, der Vernunft das Wort zu reden und ihre Neutralität zu wahren. Auf den Balkanbund angewandt erklärt die Zeitung: Alle Pläne, die ohne Bulgarien angeschnitten würden, wären gegen dasselbe und auch gegen den Balkan überhaupt gerichtet. Bukarest, 27. Jan. (DNB.) „Curentul" erwähnt aus Anlaß der Belgrader Tagung des Balkanbundes auch den wirtschaftlichen Konkurrenzkampf auf den neutralen Märkten Europas, den England gegen Deutschland als eine feiner Angriffslinien entfesseln will, und erklärt hierzu, die Lage der neutralen Staaten des Südostens sei nicht so, daß sie sich den Luxus erlauben könnten, diesen Konkurrenzkampf a u ihrem Rücken austragen zu lassen. Die landwirtschaftlichen Staaten des Südostens benötigen Jndu ftrieerzeugniffe und Rüstungsmaterial, beides liefere ihnen auch heute Deutschland, das seinerseits von diesen Staaten nur die Einhaltung der eingegangenen wirtschaftlichen Verpflichtungen fordert. Leon Blum habe im „Popu- laire" erklärt, daß es erstmalig in der Geschichte sei, daß im gegenwärtigen Kriege gerade jene Staaten, derentwillen der Krieg geführt werde, neutral seien. „Curentul" stellt fest, daß dieser Satz eine offene Aufforderung enthalte, der jedoch keiner der neutralen Staaten nachkommen werde. Die Belgrader Tagung des Balkanbundes werde erneut den unerschütterlichen Neutralitätswillen der Balkanstaaten bekräftigen. Keine allgemeine Beflaggung am 30. Januar Berlin, 26. Ian. (DJtB.) Der Reichsminister des Innern und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda geben bekannt: Die am Tag der nationalen Erhebung (30. Januar) übliche allgemeine Beflaggung unterbleibt in diesem Jahre. Die britische Grpreffungsmtrige gegen Rumänien. Oer eiserne Ring. Wir sind es gewohnt, daß sich die britischen Kabinettsmitglieder gegenseitig den Ball zuwerfen, daß also der andere ergänzt, was der eine gesagt hat. Die Ergänzung zu den ungeheuerlichen Zumutungen, die Herr Winston Churchill an die neutralen Mächte gestellt hat, ist von Großbritanniens Blockademinister Sir Ronald Croß geliefert worden, der ankündigte, daß um Deutschland und die von ihm wirtschaftlich „abhängigen" Länder e i n „eiserner Ring" geschmiedet werden würde. Was man bisher von dieser politischen Schmiedearbeit der britischen Staatsmänner gehört hat, ist nicht gerade imponierend. Die Herren in London haben im August 1939 vergebens in Moskau den Hammer geschwungen, haben trotz aller Überredungskünste und Kniffe die amerikanische Union nicht aus der Neutralität herauslocken können und sind auch anderwärts nicht erkennbar weitergekommen. Es lohnt ich schon, die Versuche der letzten Woche und Tage Reoue passieren zu lassen: Seit Herbst 1939 verhandelt die britische Regierung in London mit Vertretern der skandinavischen Länder, Belgiens, der Niederlande und der Schweiz über eine wirtschaftliche „Neutralität", wie sie den Westmächten genehm wäre. Erst jetzt wieder wird aus Dänemark gemeldet, daß die britischen Unterhändler einen unerträglichen Druck ausüben, um die Neutralen zu unneutrblen Handlungen gegen Deutschland anzustiften. Deutschland wird es sich nicht gefallen lassen, daß die neutralen Länder Großbritannien und Frankreich besser behandeln als das Reich. Praktisch gesprochen: Deutschland wird es nicht ruhig hinnehmen, daß in den neutralen Ländern — wie im Weltkrieg in den Niederlanden und der Schweiz — Gesellschaften gegründet werden, deren Aufgabe es ist, die Lieferung überseeischer Waren nach Deutschland zu verhindern. Bereits ein oberflächliches Studium der letzten Außenhandelszahlen zeigt, daß Deutschland seinen Lieferverpflichtungen gegenüber Die Politik Bulgariens hat als einziges Ziel die Aufrechterhaltung des Friedens.' Eine absolute Neutralität soll diesen Frieden sichern. Unterhaltung guter Beziehungen z u allen Nachbar st aaten. Eine gerechte und freundschaftliche Wiedergutmachung der politischen Irrtümer, die gegenüber Bulgarien in der jüngsten Vergangenheit begangen worden sind. Bukarest, 27. Januar. (Europapreß.) Wie aus Istanbul berichtet wird, hat der bulgarische Ministerpräsident Kjosseiwanoff dem Sonderberichterstatter der Zeitung „Tan" ein Interview über die Haltung Bulgariens gegeben, das sich in folgen« vier Punkten zusammenfassen läßt: findet die Schlutzsißung der Konferenz statt, der der übliche Presseempfang folgen soll. * Aus Kreisen der Balkan-Diplomatie erfährt der „Popolo di Roma", daß die abschließende Mitteilung über die Ergebnisse der Belgrader Konferenz vor allem der Grundsatz der unbedingten territorialen Unantastbarkeit der Balkanstaaten, den Willen zur Vervollständigung der guten Beziehungen z u den Nachbarstaaten und zum Ausland im allgemeinen sowie die Verlängerung des Balkanbundes um weitere sieben Jahre hervorheben werde. Oie Haltung Bulgariens. Zwischen zwei Konferenzen Von unserem boe.-Korrespondenien. Auch im Konvoi nicht sicher. Die Engländer haben sich, wenn auch schweren Herzens, entschlossen, einen Teil der für sie tätigen Handelsschiffe mit Geleitschutz zu versehen. Schiffe, die im Konvoi fahren, brauchen aber wesentlich mehr Zeit als die Einzelgänger. Heute ist der Brite jedoch schon soweit, Zeitverluste in Kauf zu nehmen, um wenigstens einen gewissen Prozentsatz seiner Rohstoffe und Lebensrnittel hereinzube- kornrnen. Allein ist er aber längst nicht mehr in der Lage, dieses Geschäft zu besorgen. Er ist in stärkstem Maße auf die Hilfe der Neutralen angewiesen, deren Schiffahrt sich auch bisher nicht gescheut hat, in englische Dienste zu treten. Die erzielten Geldgewinne bleiben jedoch in der Bilanz weit hinter den Verlusten zurück, die mit der Englandfahrt verbunden sind. Die ständigen Einbußen an Tonnage scheinen nun mancherorts die neutralen Reeder verprellt zu haben, so daß sich Churchill dieser Tage genötigt sah, in seiner bekannten Tonart auf die Neutralen einzureden, sich voll und ganz in den Dienst der englisch-französischen Sache zu stellen, vor allem aber vom englischen Geleitsystem Gebrauch zu machen, weil es einen hundertprozentigen Schutz gegen Deutschland biete. Der Mann vom Bau weiß natürlich, wie kräftig der gute Churchill wieder einmal geschwindelt hat, wer aber von der Schiffahrt in Kriegszeiten keine Ahnung hat, dazu lediglich die englische Meinung als die eigene gelten läßt, läuft selbstverständlich Gefahr, auf diese Lüge hereinzufallen. 'Dazu nur ein paar Worte zur Aufklärung, wie sie sich bereits im Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht finden: englische Geleitzüge sind durchaus kein wirksamer Schutz. Wie dieser Tage im Atlantik ein U-Boot gleich zwei Schiffe aus einem stark gesicherten Konvoi herausholte, so wird die deutsche Kriegsführung auch weiter namentlich den Neutralen vo'rexerzieren, daß die Inanspruchnahme des britischen Konvois eher noch gefährlicher ist als das Alleinfahren. Denn wer sich unter den Schutz britischer Waffen stellt, darf sich nicht wundern, wenn er im Handgemenge mit dem Engländer in verhängnisvolle Berührung mit den deutschen Waffen kommt. B u d a p e st, Januar 1940. In den vier Wochen zwischen der Begegnung des ßrafen Ciano mit Graf Csaky in Venedig im 6. Januar und der Belgrader Tagung । e 5 Balkanbundes vom 2. Februar beschäf- gt sich alle Welt damit, den politischen F a - ie n zwischen den zwei Konferenzen fortzuführen. Deutschlands ehrliche Absicht, mit den Staaten des wnauraums friedlichen Warenaustausch zu pflegen, ezweifelt hier niemand. Anderseits gibt es kaum emanben, der ernsthaft annehmen könnte, eine neue üdnung südöstlicher Gebietsfragen könne gegen die em Südosten in Freundschaft verbundenen Großmächte Italien und Deutschland erfolgen. Da nun iefe Selbstverständlichkeit mit der Konferenz von Zenedig augenfällig wurde, richten sich die Erwartungen der feindlichen Propaganda nunmehr auf lie Tagung von Belgrad. Ihr wird ein Programm untergeschoben, zu dem sich jedenfalls kein verant- portl'icher Staatsmann der vier beteiligten Staaten Jugoslawien, Griechenland. Rumänien und Türkei isher bekannt hat. Die Konferenz von Venedig bewies Italiens weit- ehendes Verständnis für die nationalen Probleme Ingarns. Auch wurde klargestellt, daß Ungarn insichtlich der Methoden und des Zeitpunktes für ie Durchsetzung feiner revisionistischen Ansprüche eine andere Auffassung hat, als Italien, das in der ingsten Vergangenheit häufig genug greifbare Zeilen feiner Friedenspolitik gab. Im Zusammenhang üt Venedig war außerdem viel davon die Rede, ie Sicherheit Ungarns an der Karpa- hengr enze mit Rußland zu garantieren urch das Versprechen einer gemeinsamen ungarisch- lalienischen Defensive gegenüber einer von dieser Zeile möglicherweise drohenden Gefahr. Dazu ist »stzustellen: Je weiter die Zeit fortschreitet, um so mehr tritt dieses Thema in der öffentlichen Ansprache des Südostens selbst zurück. Zur Beruhi- ung trug wesentlich bei die Erklärung des unga- ischen Gesandten in Moskau, daß die Verhand- jngen von Venedig in feiner Weise gegen die Sow- üunion gerichtet waren. So verbleibt als wirklich zeitwichtiges Thema, als bchlüssel zur Lage im Donauraum: bas u n g a = isch-rumänische Verhältnis. Wird nun ?r Balkanbund während seiner Belgrader Tagung i der Linie der Politik von Venedig einen wirk- chen Meilenstein setzen, so fragt man sich heute in Ingarn. Der Balkanbund hat einen weiten Weg jrütfgelegt feit der starr antirevisionistischen Ein- ellung feiner Gründungszeit, wo er als die Verlagerung der Kleinen Entente die Wiedererstarkung Bulgariens drosseln sollte. Die Kleine Entente be- !eht heute nicht mehr. Dem Balkanbund wurde einerseits der bulgarenfeindliche Charakter durch as bulgarisch-jugoslawische Freundschaftsabkommen rom 24. Januar' 1937 genommen. Die Möglichkeit, cus ihm gegen Ungarn eine Art Ersatz für die Heine Entente zu machen, ist durch die ungansch- iigoslawische Annäherung ebenso verhindert, wie :urd) den Einfluß Italiens. Nun steht der Balkanbund vor der Frage, ob er ch zum Werkzeug einer friedlichen Durchprüfung er angestrebten Berichtigungen im Balkan nervenden lassen und das Seine zur Lösung der Gegen- itzlichkeiten beitragen will, die zwischen gewissen Ritgliedstaaten einerseits, Ungarn und Bulgarien mderseits, bestehen. Sicher konnte eine wohlwollenDe I Haltung des Balkanbundes zur weiteren Befestigung lies Balkanfriedens erheblich beitragen. Eine uber- cii5 rege diplomatische Tätigkeit' zur Vorbereitung ler Konferenz läßt darauf schließen, daß man sich h allen Stockten der Wichtigkeit des Zeitpunktes Rom, 28. Januar. (DNB.) Der Bukarester Berichterstatter des „Messaggero" schreibt feinem Blatt. Seit drei Tagen habe sich eine Welle der Entrüstung im rumänischen Volk gegen England gebildet. Man erkläre in Bukarest, daß England an zwei Mittel denke, mit denen es Rumänien hoffe beugen zu können: Es wolle künstlich die Preise Hochtreiben, um dann mit Pfunden einen Aufkauf vorzunehmen. Wenn dies nicht genüge, denke England daran, die Wirtschaftsbeziehungen mit Rumänien abzubrechen Aber auf 'bieie Drohung habe Rumänien auf diplomatischem Wege klar geantwortet. Es habe London mitteilen lassen, daß es mit Deutschland nicht nur einen einfachen Handelsvertrag habe, sondern daß zwischen beiden Ländern eine wirkliche wir 1 s ch a s t - liche Zusammenarbeit bestehe. Deutschland sei Importeur von wichtigen rumänischen Rohstoffen und Rumänien gegenüber zugleich auch Exporteur von Jndustrieprodukten und Kriegsmaterial, die eine lebenswichtige Bedeutung für Rumänien haben England versuche jetzt, nachdem der diplomatische Druck mißglückt sei, a u f e i n e m ,,i n n e r e n Wege" Rumänien zu beeinflussen. Die rumänischen Petroleumgesellschaften, m denen englisches und französisches Kapital stecke, wollten sichren Maßnahmen des Oelkommissars nicht beugen Dieses Manöver sei aber zum Scheitern verurteilt da der rumänische Wirtschaftsmimster die auf die Konsequenzen ihrer Haltung aufmerksam machen werde. Jeder Versuch allerdings, auf dem Umweg über len Balkanbund die „B 1 ockpo 1 it lk" wieder em- ^uschmugqeln. also zugunsten der Westmachte em Kollektiv-Instrument für gelegentlichen mißbrauch- Ichen Einsatz des europäischen Sudostens zu schatten, ft zum Scheitern verurteilt. Um über ihre Haltung hin Mißverständnis aufkommen zu las en, haben lie Regierungen von Budapest und Sofia amtlich (-Härt, sie würden keine Sonderbeobachter nach Belgrad entsenden. Die Balkanbund-Konferenz hat clso keine Aussicht, sich zu einer Balkan- oder gar Jonauraum-Konferenz zu erweitern, was ihren Möglichkeiten auf lange Sicht sicherlich nicht abtrag- lch'ist. ßmeufer japanischer Protest in London Tokio, 28. Jan. (DNB.) Nach den bisherigen Mitteilungen über den Inhalt der englischen Antwortnote auf den Protest Tokios behandelt die Note lediglich Fragen des internationalen Rechtes bezüglich der „Ascmia Maru", ohne auf den wichtigsten Punkt des japanischen Protestes einzugehen, der in dem Uebergriff des britischen Kreuzers „vor den Toren Tokios" zu erblicken ist. Botschafter Craigie soll auch in einer Aussprache diesem für Japan wichtigsten Umstand nur ungenügend Rechnung getragen haben. Die japanische Regierung hat deshalb erneut nachdrücklich Protest erhoben gegen die Festnahme der 21 deutschen Reichsangehörigen an Bord des Dampfers „Afama Maru" und verlangt, daß die britische Regierung den Fall noch einmal von größeren Gesichtspunkten aus überprüfen möge. Dabei ist wiederum die Freilassung der Gefangenen gefordert worden. Die gewaltsam von der „Asama Maru" herunter- gehotten Deutschen wurden am Sonntag in Hong- Jnfolge der fortgesetzten großen Sabotageakte englischer Agenten im rumänischen Erdölgebiet hat sich die rumänische Regierung veranlaßt gesehen, einen Sonderkommissar für die g e - samte Erdölbewirtschaftung zu bestellen. Die Notwendigkeit eines behördlichen Schutzes des wertvollsten nationalen Eigentums in Rumänien geht allein schon aus der Tatsache hervor, daß der rumänische Erdölexport 62 v. H. der rumänischen Gesamtausfuhr beträgt. Darauf läßt England in seiner Presse verbreiten, die englische Regierung sehe die Lage als ernst an und müsse evtl, eine Veränderung der Haltung Englands gegenüber Rumänien ins Auge fassen. Auf deutsch: England droht Rumänien Erpressungsmanöver an nur deshalb, weil dieser Staat das selbstverständliche Recht für sich in Anspruch nimmt, sein National- eigentum und seine Wirtschaft sowie seine Handelsbeziehungen gegen staatlich unterhaltene, beamtete Verbrecher aus England zu schützen. Um dieses schmutzige Manöver nach außen hin abzudecken, verbreitet England gleichzeitig die im Wehrmachtsbericht ebenso sachlich wie eindrucksvoll widerlegte Behauptung von der Anwesenheit deutscher Truppen im russischen Sudost- galizien, d. h. an der russisch-rumänischen Grenze. Während also England selbst Rumänien durch Sabotageakte und Drohungen unter schärfsten Druck setzt und während es gleichzeitig gegen die sudruisi- chen Erdölgebiete im Kaukasus eine englisch-ftanzo- sische Armee auf türkischem Gebiet konzentriert, beschuldigt es wider besseres Wissen Deutschland einer Bedrohung der nordrumänischen Grenze. Die rumänische Regierung wird nach allen Erfahrungen dieser Monate wissen, was sie von beiden zu halten hat. Bukarest lehnt den britischen Druck ab. Sympathien schneller verdunstet alsBenzin Das Programm der Sallandund-Konserea». Belgrad, 28. Januar. (Europapreß.) Für die Tonserenz des Balkanbundes, ine am 2 ^ruar in Belgrad eröffnet werden oll, herrscht m oer vessmÄchkeit größtes Interesse Hir■ messen in Belgrad ein der griechische Mimstcrpra ident und Außenminister M e t a x a S und der tur iische Außenminister Garacogl u mit d-mOnen Expreß, der rumänische Außenminister G ° s ° n cu 'n einem Sonderzug aus Temesvar. N ch una der Formalitäten wird am tfreitag Die erpe Nng der Außenminister im Außenanit a gehal- '=.n werden. Die vier Außenminister werden ,n Sonderaudienzen und am Samstagmittag wah ch-inlich auch in Kollektioaudienz vom P rin 3 r eaenten empfangen werden. Ach Sams °g gibt her iugoflamW oOeqen ar-Markow lisch zu Ehren seiner Kollegen in Festessen, bei dem Trinkspruche ausgetauIcht werden. Am Sonntagabend werden die A b . "ter Griechenlands, Rumäniens und der Turke, wah cheinltch Belgrad verlassen. Am Sonntagnachmittag seinen neutralen Nachbarn ungleich bereitwilliger entsprochen hat als Großbritannien und Frankreich. Großbritannien schmiedet aber auch in Süd- osteuropa an einem eisernen Ning, der Deutschland von der Zufuhr aus fremden Ländern abschneiden soll. Es hat in den Donau- und Balkanländern alle Register gezogen, um Deutschland aus dem Geschäft zu verdrängen. Es hat versucht,Jugoslawien eine Anleihe aufzudrängen und hat in Rumänien das verfügbare Erdöl aufzukaufen versucht. Besonders eifrig haben die beiden westlichen Demokratien die Türkei umworben. Sie haben ihr eine Anleihe von fast 70 Millionen Pfund Sterling gewährt und m wirtschaftlichen Abmachungen zugesagt, daß sie — „bis zur Beendigung des Krieges" — große Posten von türkischen Gartenfrüchten (Rosinen, Feigen, Haselnüssen und Tabak) abnehmen werden. Natürlich wird für die Türkei der Zwang, ihren Produktionsüberschuß an Gartenfrüchten auszuführen, auch nach dem Kriege noch unvermindert fortdauern. Man spekuliert aber in London und Paris anscheinend darauf, daß dann Deutschland wieder in die Bresche springt, das in den Jahren 1937 und 1938 38,5 bzw. 44,1 v. H. der türkischen Ausfuhr aufnahm und auch in den ersten elf Monaten 1939 (also einschließlich von drei Kriegsmonaten) zu 40,3 v. H. an der türkischen Ausfuhr beteiligt war. Die Westmächte glaubten mit der Einbeziehung der Türkei in ihren Bündnisbereich ein erstes festes Glied eines Deutschland von Südosten umschließenden „eisernen Ringes" geschmiedet zu haben und müssen es jetzt erleben, daß sich ihr Schützling unverhohlen nach deutschen Lieferungen sehnt. Die südosteuropäischen Länder, an deren Außenhandel Deutschland zu 40 bis 60 v. H. beteiligt sind, werden bei Großbritannien und Frankreich nie auf das rechnen können, was ihnen wirklich frommt: auf eine wirklich umfassende und zuverlässige Belieferung mit Industrie- waren und Produktionsgütern auf der einen und auf eine stetige Abnahme agrarischer Produktions- Überschüsse ayf der anderen Seite. Da die Westmächte mit dem Schmieden des eisernen Ringes in Europa nicht recht weiterkommen, versuchen sie es auf entfernteren Schauplätzen Sie wollen den Anspruch der 21 selbständigen Staaten Nord- und Südamerikas auf eine Sicherungszone von 300 Seemellen nur anerkennen, wenn diese Länder versprechen, Deutschland wirtschaftlich schlechter zu behandeln als seine Gegner. Deutscher Handel in amerikanischen Gewässern soll verboten sein und die in amerikanischen Häfen liegenden deutschen Schiffe sollen als Gefangene gelten. Diese „Bedingungen" der Alliierten sprechen jedem Recht und jedem Gerechtigkeitsgefühl derartig Hohn, daß die amerikanischen Länder sich darauf nicht einlassen können. — Gleichzeitig versuchen Großbritannien und Frankreich auf einem Schau- platz, wo das besonders aussichtsos zu sein scheint, einen eisernen Ring zu schmieden: im Fernen Osten. Die japanische Regierung hat sich das Durchsuchen von Handelsschiffen auf das entschie- dienste verbeten. Sie hat angedroht, britische Waren auf britischen Schiffen zu beschlagnahmen, wenn Großbritannien Waren deutschen Ursprungs, die in japanisches Eigentum übergegangen sind, von japanischen Schiffen herunterholen sollte. Es hat sich auch die Verhaftung von 21 deutschen Zivilisten, die auf einem japanischen Dampfer nach Japan fuhren, nicht gefallen lassen, sondern Wiederauslieferung verlangt. Wir in Deutschland haben den Eindruck, daß die Schwierigkeiten, die sich beim Schmieden an eisernen Ringen entgegengestellt haben, die Sinne der Londoner Politiker etwas vernebelt haben und ihnen den klaren Blick für das genommen haben, was ehrliebende neutrale Völker sich bieten lassen können. Wir Deutschen werden fortsahren, die Schiffe, die unseren Hauptgegner England mit Kriegsmaterial, Rohstoffen und Nahrungsmitteln versorgen, aufs Korn zu nehmen und die Versorgung des hochgradig einfuhrabhängigen Jnselreichs auf der schiefen Bahn weiterzustoßen, auf die sie bereits vor Monaten geraten ist. England versteht nur die Sprache der Tatsachen. Wir sind fest davon durchdrungen, daß wir das Schmieden eiserner Ringe dort, wo sie uns unbequem werden könnten, verhindern können. Wir sind aber auch überzeugt, daß wir beffere Aussichten haben, die britische Versorgung zu stören, als die Briten unsere Versorgung. Wir werden den neutralen Ländern helfen, sich gegenüber unneutra- len Zumutungen der Westmächte zu behaupten, und sind überzeugt, daß wir damit den Neutralen einen großen Dienst erweisen, nämlich den, sie von dem Plagegeist zu befreien, der seit vielen Jahrhunderten ihr wirtschaftliches Dasein schädigt und bedroht. D. D. Gesunken. London, 28. Jan. (DNB.) Das englische Dorpostenschiff „M e r i s i a" ist in der Nähe der Insel Man an einem Felsen zerschellt, die 12 Mann starke Besatzung ist ertrunken. Das holländische Motortankschiff „M a m u r a" (8245 Brgt.) ist unweit der Downs auf eine Mine gelaufen. Durch die Explosion entstand erheblicher Schaden. In Vigo wurden von dem spanischen Frachtdampfer „Castillo de Monforte" schiffbrüchige Seeleute an Land gesetzt, die dem französischen Dampfer „Tourny" angehörten. Das französische 4000- Brgt.-Schiff war von Senegal nach Bordeaux unterwegs und wurde auf der Höhe der nordspanischen Küste versenkt. Von der 35 Mann starken Besatzung kamen 8 ums Leben. Die übrigen berichteten, daß außer ihrem Schiff auch der französische Frachter „Alsacien" torpediert worden sei. Die „Alsac n" fuhr mit der „Tourny" i n einem Geleitzug, der von der Senegal-Küste nach Frankreich fuhr. Das Schicksal der Besatzung ! der „Alsacien" ist unbekannt. Der schwedische Damp- j fer „Sylvi a" (2300 Brgt.) ist überfällig. Das Schiff hatte mit 20 Mann Besatzung am 9. Januar Hüll in Richtung Göteborg verlassen. Da auch alle Nachforschungen längs der norwegischen Küste ergebnislos blieben, nimmt man an, daß das Schiff untergegangen ist. Frankreichs Off ensiv-Gedanke. Im Jahr 1936 hak der französische General Duval eine Artikelserie veröffentlicht, in der er die militärischen Möglichkeite Frankreichs gegen Deutschland untersucht. Er sieht voraus, daß sich an der französischen Ost grenze (also an der deutschen Westgrenze) die Heere beider Staaten hinter stark befestigten Linien gegenüber lie• g e n werden. Unter ausdrücklicher Berufung darauf, daß das Offensiv-Problem gelöst werden müsse, um eine Entscheidung zu erzielen, erklärt er, daß „an irgendeiner anderen Stelle sich das Haupt-Operationstheater herausbilden muß" und daß dort „die Entscheidung zu Tage treten wird". Er prägt für diese Idee sogar ein Schlagwort, das leicht ins Ohr eingeht. Er sagt: „Dort wird d i e Schlacht von Europa geschlagen werden." Und welches „Haupt-Operationstheater" hat sich nun Duval ausgesucht? Sein Projekt ist: „Man muß gegen Deutschland durch die ungarische Ebene, durch Mähren, durch Schlesien und Bayern manÖDerieren. Dort werden wir uns unsere Militärbündnifse und die geographische Gestaltung Europas zunutze machen." Wohlgemerkt: das war 1936 geschrieben und die Idee Duvals war, von dem „unabhängigen Oesterreich", von dem Flugzeugmutterschiff der Tschechoslowakei und von Polen aus die Offensive gegen das Herz Deutschlands vorzutragen, um sich am Rhein zu entlasten. Wenn dieser Plan kein Offensiv-Plan ist, so gibt es über- Haupt keine Offensive. Es ist das Verdienst des Führers, daß die „österreichische", tschechoslowakische und polnische Krücke für diese Offensive zerbrochen wurde. Aber der Gedanke ist in der anderen Form lebendig geblieben, Deutschland über Skandinavien und vom Schwarzen Meer aus offensiv in die Zange zu nehmen. Ob 1936 oder unter geänderten Verhältnissen 1939/40: immer ist der nackte Offensiv-Gedanke Grundlage des französischen Kalküls. Dabei ist General Duval nicht ein unbekannter Herr Irgendwer. Er ist ein anerkannter französischer Militärschriftsteller, dessen letztes Buch über den Spanienkrieg mit einer Vorrede des ehemaligen französischen ^Generalissimus Weygand eingeleitet wurde. Teil der Lastwagen und Autobusse ist auf Holzkohlenvergaser umgestellt. Der in Finnland wesentliche Autobus-Ueberlandoerkehr hat daher kaum gelitten. Finnland ist mit 85 v. H. der wichtigen Stapelwaren und Lebensmittel Selb st versorger. Don der Armee wurden sämtliche Vorräte an Hill- senfrüchten beschlagnahmt. Andere Lebensmittel und Genußwaren sind im Preise leicht gestiegen, wie Tabak um etwa 20 v. H. Die Fleischpreise dagegen sind gesunken. Der finnische Heeresbericht. Helsinki, 28. Jan. (DNB.) Der 26. Januar verlies auf der karelischen Landenge — so teilt der finnische Heeresbericht mit — verhältnismäßig ruhig. Einige russische Batterien sollen durch finnische Artillerie 3 um Schweigen gebracht worden fein. Nordostwärts vom Ladoga^See, wo die Kämpfe schon seit einigen Tagen andauern, sollen die Finnen weitere Angriffsversuche abgewiesen haben. Die Seestreitkräfte melden, daß finnische Küstenbatterien die Tätigkeit der Landstreitkräfte unterstützt haben und daß ein ru ssisch e s Unterseeboot vor einigen Tagen in einem finnischen Minenfeld verni chte t worden sei. Sowjetische Flugangriffe richteten sich auf Jvalo, Savukoski,- Kuufamo und Daltimo in Nordfinnland. Drei russische Flugzeuge sollen abgeschossen worden sein. Gedenksendung zum 30.3anuarl933. Berlin, 28. Januar. (DNB.) Der Großdeutsche Rundfunk bringt am Dienstagabend von 20.30 bis 22 Uhr über alle Sender eine Gedenk- sendung zum 30. Januar 1933. Reichsminister Dr. Goebbels hatte die Absicht, in dieser Reichs- sendung selbst das Wort zu ergreifen. Es ist ihm das aber wegen Arbeitsüberlastung leider nicht möglich. Er hat dem deutschen Rundfunk deshalb aus feinen privaten Aufzeichnungen, die später einmal veröffentlicht werden sollen, die Churchill wird durchschaut. Stürmische Protestrufe englischer Arbeiter in einer Churchill-Versammlung. Berlin, 28. Jan. (DNB.) Lügenlord Chur- ch i l l hielt im Manchesterhaus eine Rede, die mehrfach durch Zwischenrufe und Protestkundgebungen der anwesenden Arbeiter gestört wurde, insbesondere, als Churchill ihnen erklärte, daß jetzt keine Zeit für Wohlleben sei — als ob der englische Arbeiter unter der Herrschaft der britischen Geldsackdemokratie in seinen Slums und Elendsquartieren überhaupt jemals ein Wohlleben gekannt habe. Churchill konnte sich auch nicht den Beifall der Zuhörer sichern, als er auf die 1300 000 Arbeitslose verwies, aber fast im gleichen Atemzug die gelernten und halbgelernten Arbeiter aufrief, die Arbeitsleistungen wesentlich zu verstärken. Als Churchill dazu überging, auch auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Erzeugung eine allgemeine Erhöhung des Arbeitseinsatzes zu fordern, wurde er erneut durch Zwischenrufe unterbrech) e n. Auch in seinen politischen Betrachtungen hatte der Lügenlord einen schlechten Tag. Nachdem er soeben versichert hatte, daß die „deutschen Schiffe von den Meeren vertrieben" worden seien, sprach er von schweren Opfern, die die britische Flotte unaufhörlich bringen müßte und ermahnte seine Zuhörer, nicht den Mut fallen zu lassen, wenn sie von täglichen Verlusten der Marine hörten. Derselbe Churchill, der noch vor wenigen Tagen als Agent-Provokateur der englischen Kriegspolitit unmißverständliche Drohungen gegen die neutralen Staaten ausstieß, versuchte die Welt über die wahren Absichten der englischen Kriegspolitik zu täuschen, indem er von der Bedrohung der Neutralen durch Deutschland sprach. Die Zwischenfälle während der Churchill-Rede haben in London peinliches Aufsehen erregt. lieber den Rundfunk ließ Churchill am Sonntag die beschwichtigende Erklärung verbreiten, „Wahrheit ist, daß viele Tausende von Männern und Frauen der Rede aufmerksam und ernst gestimmt zuhörten und von Zeit zu Zeit Beifall zeigten." Im gleichen Atemzug wird dann allerdings zugegeben, daß „ein Dutzend Agitatoren die Versammlung zu stören suchte". Also mindestens ein Teil der Zuhörer war durch die Ergüsse des Ersten Lords der Admiralität nicht ernst gestimmt und zeigte nicht von Zeit zu Zeit Beifall. Es handelte sich, so heißt es in der Rundfunkerklärung weiter, „um eine unbedeutende Unterbrechung". Schließlich wird dann versichert, daß „die Zurufe von ein paar Strolchen nicht den Perfall des britischen Weltreiches ankündigen". — Eine vergebliche Anstrengung von Radio London: denn so klug sind wir selbst, daß mir diesen Zwischenfall nicht als einen beginnenden ! Zusammenbruch, sondern lediglich als das nehmen, was er wirklich ist: ein Symptom für die in England ganz allmählich und vorläufig nur in sehr beschränktem Umfange dämmernde Einsicht überdie wahren Schuldigen dieses Krieges. der Die Heimkehr olhynien- und Galiziendeutschen. Reichssührer ff Himmler begrüßte den letzten über przemysl kommenden Treck. Deutfch-Przemysl, 28. Januar. (DNB.) Während die ersten Trupps der von jenseits der deutsch-russischen Jnteressengrenze in das Land ihrer Vorväter zurückgekehrten Volksdeutschen bereits im Großdeutschen Reich an ihren künftigen Siedlunasorten angenommen sind, steht nun das Ende dieser Umsiedlung der Volksdeutschen aus Galizien und Wolhynien unmittelbar bevor. Aus diesem Anlaß nahm der Reichssührer ff und Chef der deutschen Polizei Himmler als Reichskommissar zur Festigung des deutschen Volkstums Gelegenheit, den letzten aus Galizien eintreffenden Treck a uf der Grenzbrücke über den San persönlich zu begrüßen. Als diese Volksdeutschen aus dem etwa 700 Familien zählenden rein deutschen Dorf Bri- gidau, in das feit 1784 keine Polen einheiraten durften, und dann die mit der Bahn aus Lemberg kommenden Volksdeutschen den Reichsfiihrer ff erkannten, entboten sie ihm ihr erstes Heil Hitler auf deutschem Boden, immer und immer wieder schütteln sie ihm die Hand. Dabei wandern ihre Gedanken zum „großen Vater Hitle r", wie ihn die galizischen Deutschen nennen. „Gott sei dank, wir sind doheeml" rufen sieh in pfälzischem Dialekt die Fuhrmänner der mit prächtigem Pferdematerial bespannten und mit Hakenkreuzfähnchen geschmückten Planwagen zu. Nicht minder herzlich ist die Begrüßung der mit der Eisenbahn kommenden Volksdeutschen, die die Ausladerampe mit kräftigen Heil Hitler-Rufen betreten und damit der Heimat den erften Gruß entbieten. Der Reichssührer ff nahm dann im Kreise der Volksdeutschen das von der NSV. bereit- gestellte Mahl ein, nachdem er einen Gang durch das in der noch aus der österreichischen Zeit stammenden Pionierkaserne in Deutsch-Przemysl untergebrachte erste Lager für die Rückgeführten gemacht hatte. Bis jetzt haben rund 103 000 Volksdeutsche aus Galizien und Wolhynien per Achse und rund 35 000 mit Trecks die deutsch-russische Jnteressengrenze überschritten. Es werden nun noch ein Zug aus GaliZien und vier aus Wolhynien erwartet, so daß sich die Gesamt^M der rückgeführten Deutschen auf etwa 160 000 stellen dürfte. Oie wirtschaftliche Lage in Finnland Helsinki, 28. Jan. (DNB.) Der Krieg hat für Finnland eine scharfe Devisen- sowie Ein- und A u ss u hr ko n tr o l le mit sich gebracht. Für Privatwagen besteht Fahrverbot. Ein großer Lied und Hausmusik. Don Or. Zrih Siege. Beobachten wir einmal die Kleinsten bei ihren kindlichen Spielen: Mühelos werden einfachste, dem kindlichen Geist angemessene Liedchen von den Mitspielern übernommen, gedankenlos nachgeträllert. In den Kindergärten, dann in der Schule fließen dem Kinde so unendlich viele, reichhaltige mufiffl« lische Anregungen zu. So wird dem Kinde die Musik zu einem Lebenselement. Man kann ruhig sagen: Die Musik des Kindes ist das Reich der Klange. Don Harmonie umflossen, von Tönen eingesponnen wächst das Kind in musikalischer Veredelung der Seele seinen späteren Lebensaufgaben entgegen. Glücklich diejenigen Erzieher, die es verstehen, die Bedeutung der musikalischen Anregungen für die Seelenbildung zu erkennen und richtig einzuschätzen. Glücklich diejenigen Kinder, die für ihre von außen her empfangenen musikalischen Eindrücke auch im Hause, im engsten Familienkreise, eine liebevolle Pflegestätte finden. Denn es genügt nicht, die Musik des Kindes einem zufälligen Wachstum zu überlassen. Alles Werdende, alles Entstehende bedarf der Pflege. Ganz besonders die Musik, die als Baustoff der Seele einer sorgfältigen Einordnung in den gesamten Lebenskreis des Kindes bedarf. Nicht lehrhaft, nicht mit der pädagogischen Tendenz de- Erziehers zur Musik sondern auf der Grundlage der Erziehung durcy Musik. Es fehll keinesfalls an Anlässen, um das kindliche Sieb einzugliedern in die kindliche Lebensführung, um aus den Tönen eine Brücke zu formen, die von der Kindesseele zum Herzen der Familiengemeinschaft führt. Die einigende Kraft des Liedgesanges im Familienkreise ist eine Keimzelle jener großen Liedbewegungen, die über den Hausstand hinausgreifend Dolkskreise zusammenführt und zu einer Einheit zusammenschweißt. In diesem ersten zagen Annähern des Kindes an die Musik beruht aber der Ursprung jeglicher Hausmusikpflege. Diel schwerer ist es, das musikalische Interesse zuallererst einmal zu wecken, als das schon, vorhandene Interesse durch liebevolle Anleitung in jene Bahnen zu lenken, die einer systematischen Hausmusikpslege zugute kommen. Der Weg vom gelungenen zum gespielten Ton ist nicht allzu weit, wenn man es versteht, das Lied zur Grundlage aller musikalischen Betätigung zu machen und vom Gesang aus zu schwierigerer musikalischer Ausübung vorzudringen. Den gesungenen Ton selbst einmal erklingen zu hören, das Lied auf das Instrument zu übertragen, sollte eine reizvolle Aufgabe für alle Kinder werden, deren Liebe zur Musik in der rechten Weise erweckt und gepflegt ist. Es hängt lediglich von der Art der musikalischen Erziehung ab, ob der lieber- gang vom spielerisch angewandten Ton zum erlernten Ton schroff und abschreckend gestaltet wird, ober ob auch das Instrument — ebenso wie das Kinderlied — anfänglich dem Spieltrieb des Kindes dienstbar gemacht und in die spielerische Lebensauffassung des Kindes eingeschaltet wird. Hier können Musikerzieher, die ihre Aufgabe einseitig vom Verhältnis des „Lehrers" und „Schülers" aus an fassen, anstatt sich in die Rolle eines kindlichen Gespielen einzufühlen, bei der ersten, so entscheidenden Bekanntschaft mit der Kunst eher zerstören als aufbauen und sogar solchen Kindern die Musik verleiden, die ihrem Talent nach zu musikalischer Betätigung berufen wären. Umgekehrt aber kann eine geeignete Anweisung in der Jugend dem werdenden Menschen Schätze in die Seele einpflanzen und Keime legen zu segensreichen Früchten, deren Wohltat der Musikfreund fein ganzes Leben hindurch genießt. Der Winter ist die Zeit, in der ftohe Unterhaltung die langen Abendstunden kürzt. Zum Wesen des deutschen Hauses gehört der Zauber der selbstausgeübten Musik, die die Herzen zusammenführt und seelische Fäden webt. Wer seinen Kindern das köstliche Gut der Musik schenkt, bereitet ihnen lebenslängliche Freuden. Es braucht nicht gleich ein kostspieliges Instrument zu fein, wenn auch das Klavier in keinem deutschen Hause fehlen sollte. Auch Blasinstrumente eignen sich trefflich für den hausmusikalischen Gebrauch, vor allem sollte der Flöte größere Beachtung zuteil werden. Aber auch Lauten, Mandolinen, ja selbst die einfacksten Volksinstrumente, wie Mundharmonika, Ziehharmonika, sind die ersten Stufen der Entwicklung, auf denen oas Kind bei steigendem Interesse fortschreiten kann zu höherer Kunstbetätigung. Darum, Eltern und Erzieher: Gebt euren Kindern guten Musikunterricht! Achtet auf die musikalischen Aeußerungen eurer Kinver von der ftühesten Jugendzeit an unb lenkt ihr kindliches Singen in die entwicklungsfähigen Bahnen ernsthafterer musikalischer Ausübung! Senkt Frohsinn in die Herzen der Jungens und Mädels durch die Gottesgabe der tönenden Kunst! Nicht zu Künstlern sollt ihr sie erziehen, sondern zu Kunstfreunden, die aus eigenem Wissen und Erleben heraus in innige Beziehungen zum deutschen Musikleben treten! Der Jugend gehört die Zukunft, der musikbegeisterten Jugend abet die Zukunft der deutschen Musik! 1000 Worte Fliegersprache. Don Peter Omm. Wenn einmal Figuren, Fluagast-Neulinge, in einer Kiste (Flugzeug) sitzen und mitten durch eine Waschküche( Nebel) fliegen, dann denken sie vielleicht sogar ans Ab schmieren (ab rutschen, abstürzen). So schnell geht das aber nicht, auch bei einer Affenfahrt (überaus hohe Geschwindigkeit) kann man meist noch aussteigen (Verlassen des Flugzeuges mit Fallschirm) und selbst eine Damenlandung (Landung mit Ueberschlag des Flugzeuges, das dann also auf dem Rücken liegt) muß nicht immer bösartig verlausen. Die aufgeblasene Konkurrenz (die Ballonfahrer und L^tschiffer) hat es leichter, sie weiß nichts von Kavalierstart — wenn das Häschen, der unerfahrene Anfänger, die Maschine nach dem Abheben steil hochreißt — und nichts vom Alt-Herren-Start, wenn die Kiste nur langsam und schwerfällig vom Boden loskommt. Sie kennt aber auch nicht die herrlichen und die unangenehmen Gefühle des Fliegers, das Abhängen (lleberholen anderer Flugzeuge) und das Abmontieren (das Zerbrechen eines Flügels ober eines ganzen Flugzeugs) in der Luft. Ist es bockig (böiges Flugwetter), dann ist sogar ein Hinrotzen (Landung mit vollständigem Bruch) nicht ausgeschlossen und wer ein paarmal Bruch gemacht (das Flugzeug beschädigt hat), der darf seiner Kennzeichnung als Bruchpilot — was zu sein eigentlich nur ein Flugschüler sich leisten Dürfte — sicher sein! Daß eine Kiste nicht fährt, sondern fliegt, dürfte sich herumgesprochen haben, der Pasiagier ist der Flugast und Fahrt heißt nicht Fliegen, sondern Geschwindigkeit. Ein Hangpolierer (Flugschüler), dem man zuerst mal einen Drahtverhau anoertraut (ein altes drahtoerspanntes Modell), wird manchesmal abscheren, das heißt, bei schlechter Landung wird er zu heftig aufftoßen und dabei das Fahrgestell abscheren, das ist für ihn genau so peinlich wie Kleinholz: das Zerbrechen eines Teiles bei Bruchlandung in lauter kleine Stücke. Ist aus dem Schüler ein richtiger Pilot geworden, dem man eine gute Maschine anvertrauen kann, dann läßt man ihm die Züael locker, er versucht den Korkenzieher (im Gleitflug geflogene Steilspiralen), oder er macht Männchen, wobei die Maschine senkrecht aufsteigt, und nach Erreichung des höchsten Punktes vornüber kippt und senkrecht abwärts fliegt. Petroleum bohren gibt's nicht mehr, bas machen nur die Segelflieger, wenn sich deren Rumpfspitze in den Boden bohrt. Hat jemand Schnaps (Benzin) genug und ift sein« Maschine bis zum Halskragen voll (Treibstoff), bann geht er gern mal auf die Hüpflinie (Strecke) zwischen zwei weniger als 200 km entfernten Landeplätzen) oder er spielt Kaffeemühle — bas ist ein dauerndes Kur- von, das besonders im Luftkampf den Sieg entscheiden kann. Kommt es gelegentlich mal zum Salonbruch (einer leichten Beschädigung der Maschine), dann trösten sich die Piloten mit den Schreibtisch-' Klegern, jenen Leuten, die immer übers Fliegen schreiben, aber selber niemals fliegen, und die nicht einmal wissen, was ein „welkes Blatt" ift. Das ist sehr schwer und nur mit besonderen Kunstflug- Maschinen zu machen — die Krähe (Flugzeug) rutscht über den Flügel ab, fängt sich wieder, rutscht nach der anderen Seite ab, fängt sich abermals, bis sie schließlich kurz über dem Boden ist und bann erst normal weiterfliegt. Knüppel ist die Steuersäule, ein Blatt ist der Flügel ber Luftschraube, Trudeln ist etwas Unangenehmes, nämlich freiwilliges ober unfreiwilliges Kippen über den Flügel mit anschließendem Heruntergehen im Spiralflug — entweder ein Kunststück ober ein Unfall. Wenn ber Motor kotzt — was wohl nicht näher erläutert werben muß — ist man manchmal zum Abwerfen (abspringen) gezwungen. Dann wird sich's erwei- weisen, ob ber alte Start-Zuruf „Glück ab!" ein guter Wunsch gewesen ist. Zeitschriften. — Mozarts erste beutsche Oper, die „Zauberflöte", behanbeU in Delhagen & Klasinas Monatsheften ber Wiener Gelehrte Joseph Gregor. An Hand von ungemein reizvollen Szenenbildern von ihrer ersten Wiener Aufführung an bis auf den heutigen Tag. Ein zweiter farbig illustrierter Aufsatz des Heftes gilt einem romantischen Maler unserer Zeit, Erhard Amadeus-Dier, desien Schaffen Dr. Wolfgang Frechere von Goldegg schildert. Aus dem Gebiet ber Mebizin steuert Professor Dr. Hermann Davids einen wichtigen Beitrag über „Wahre und falsche Augendiagnose" bei. Don den Taten unserer U-Boote im Weltkrieg, plaudert Eugen Kalk- schmidt. Praktische Anweisungen, wie „der große Nahrungsschatz im Garten" durch verständigen Anbau von Obst und Gemüse vermehrt werden kann, gibt Otto Nebelthau. Außerordentlich gefällt der große Roman von Kurt Kluge „Die Zaubergeige". Daneben steht eine fröhliche Ehe- und Wintersportnovelle „Die Frau von St. Christoph" von Lise Gast. Außer ein- und mehrfarbigen Kunstbeilagen enthält das Heft Rundschauen über neue Bücher, TheatH und die großen Ereignisje der Aus aller Welt i Klonsdori yaus emgenejeri öeiutn ihud»«»- K°ln wohnhaft, in dem sich da- Unglück -rngn-t- b-fttzt ftlbs keinen Gasanschluß, doch führt die Tas Haupts Ionen Reichsmark vermindert. Im einzelnen stellen Ich die Bestände an Wechseln und Schecks sowie IQ 800 Mill. RM. weiter ermäßigt und damit den Stand vom Jahresschluß wieder um rund eine Milliarde Reichsmark unterschritten. Die fremden Gelder werden mit 1770 Mill. RM. ausgewiesen. Erhslung für Soldatenfrauen. Die Mütter erholung, wie sie vom Hilfswerk er an die Freiwilligen eine Ansprache, in der er sagte: Ihr habt euch freiwillig gemeldet zur vormilitärischen Ausbildung in einer SA.-Wehrmann- schaft. Sie alle spüren vielleicht schon jetzt, daß dieser Dienst keineswegs leicht ist. Aber diese Arbeit ist notwendig, genau so wie die frühere Arbeit der SA. notwendig war. Der Aufbau des Reiches und feine Vollendung können nur aus Kampf und Opfern kommen. Es ist gewiß nicht leicht, neben materiellen Opfern auch manchmal aus die Freizeit zu verzichten. Aber wir müssen das alles tun nicht nur für uns selbst, sondern für unsere Kinder und unsere Zukunft. Dieser letzte entscheidende Gang unseres Volkes ist nichts anderes als eine Auseinandersetzung eines alten Systems gegen ein neues, heute außenpolitisch genau so, wie wir es innenpolitisch vor wenigen Jahren erlebt haben. Blut gegen Gold, das ist die Parole des Führers, die es durchzusetzen gilt. Das Blut des deutschen Volkes und damit sein Wesen wird Sieger bleiben in diesem Kampf um unsere Zukunft. Kleine politische Rachrichten. In Prag fand auf dem Altstädter Ring der e r st e Appell der h*l aus dem gesamten Protektorat statt. Staatssekretär ---Gruppenführer K. H. Frank hielt eine Ansprache, in der er den harten und nicht zu zerbrechenden deutschen Willen zum Siege herausstellte. Den ewig uns bedrohenden Friedensheuchlern und Kriegshetzern der westlichen Demokratien werde diesmal — ein für allemal und für immer — der Nationalsozialismus die Waffen zerbrechen und aus der Hand schlagen. In Freital bei Dresden ereignete sich am Sonn- taa ein schweres Gasunglück, durch das vier Personen getötet wurden, während vier weitere nut chweren Dergiftungserscheinungen in das Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Das Grund stuck. Schwerverbrecher an. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 27. Januar 1940 ist der am 15. Dezember 1913 in Dirfchau geborene Georg Mauntz hm- aerichtet worden, den das Sondergericht in Danzig am 18. Dezember 1939 als Gewaltverbrecher we- aen versuchten Raubmordes zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilt hat. Mauntz hat nach Begehung zahlreicher Betrügereien einen Schwerkriegsbeschädigten, den er gleichfalls betrogen hatte und dessen Anzeige er fürchtete, hinterhältig mit einem schweren Holz niedergeschlagen, um ihn zu ermorden. Volksschädling zum Tode verurteilt. Das Sondergericht Köln verhängte über den 25jährigen ledigen Karl Georg Klonsdors aus Eharlottenburg, seit 1937 wegen Betrugs im Rückfall gemäß §4 der Dolks- 3er. . >er» üb(I "zu 939/40: •anh 4t ®b rfchch Oie SA im Kriege. Stabschef Luhe besichtigte eine Wehrmannschaft. L-ekbesÜbungen in die perdnllche Lebensführung. Sorgsame Gestaltung der Arbeit im Wechsel mit Ruhe und einer wirklich der Erholung dienenden Freizeit kann besttmmt das Leben verlängern und die Arbeitskraft erhalten. Man kann nachweisen, wie eine verständigere Gestaltung der Ernährung, Einschränkung eines übermäßigen Fleisch- und Fettgenusses — wie wir ihn in Deutschland in steigendem Maße festftellen mußten — Stoffwechselschädigungen hätte vermeiden können, und man sieht mit Bedauern, wie mancher Herztod der verhängnisvollen maßlosen Zunahme des Rauchens zugeschrieben werden muß. Das alles aber können wir uns nicht mehr lei st en, niemand schenkt dem deutschen Volke etwas, und es will auch nichts geschenkt haben. Will es fein Schicksal selbst gestalten, muß es die Forderungen der Gesund heitsfüh- rung erfüllen, die dem ganzen Volke, allen Berufsständen des Gesundheitswesens, allen Einrichtungen der Bewegung und des Staates, insbesondere denen die Träger der prakttschen Durchführung der Dolksaufartung sind, gestellt werden." Andere Verteilung der Arbeitszeit. Zur Vermeidung von Unzuttäglichketten durch andere Verteilung der Arbeitszeit hat der Reichsarbeitsminister bestimmt, daß Arbeitszeitverlängerungen, die über die in der Arbeitsschutz-Verordnung festgesetzte Zehnstundengrenze hinausgehen, auch dann genehmigungspflichtig sind, wenn sie durch Verkürzung der Arbeitszeit an anderen Werktagen ausgeglichen werden. Für die Genehmigung ist das Gewerbeaufsichtsamt zuständig. Die Vorschriften über den Mehrarbeitszuschlag für die über 10 Stunden am Tage hinausgehende Arbeitszeit finden auf Ueberschreitun- um tj!>. in 6t» b; 'rger.i m Mi itel un) in, mit dagegn Ls ■«rt«“5, ft VW ,d«r "e & US* 1 Reichsschatzwechseln auf 10 810 Mill. RM., an ombardforderungen auf 26 Mill. RM., an deckungs- fr.- phigen Wertpapieren auf 488 Mill. RM. und an A sonstigen Wertpapieren auf 391 Mill. RM. Der Mi: Deckungsbestand an Gold und Devisen be° V01' trägt 77 Mill. RM. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen betragen 182 Mill. RM., die- ' ubti. ---------- ... °st k Nt! h ötair «rth N* Lbi> I Der Trierer Doppelmord. Die Fahndungen nach dem zunächst flüchtigen 43jährigen Doppelmörder Renck, der das in Trier wohnhafte Fabrikantenehepaar Jakob Schmitz durch Pistolenschüsse getötet hatte, haben ergeben, daß R. Selbstmord verübt hat. Im Walde nahe des Estricher Hofs wurde seine Leiche aufgefunden-, er hatte sich an einem Baum erhängt. Die Pistole war nicht mehr in seinem Besitz. Der Mörder hatte nach der Tat eine Frau im Stadtteil Trier-Feyen ausgesucht und dieser seine Uhr und andere Wertsachen mit der Bitte übergeben, sie seiner Frau auszuhan- diqen. In einer Wirtschaft ttank er dann mehrere Glas Bier und schrieb zwei Postkarten, eine an seine Frau die andere an seine Dienststelle. Mit dem ge- tohlenen Rad fuhr er dann zum Estricher Hof. Die Kriminalpolizei stellte fest, daß es sich um das in der Fabrik des ermordeten Schmitz entwendete Fahrrad handelte. Die Pistole hatte Renck auf seiner Dienststelle widerrechtlich an sich genommen. Zuchthaus und Sicherungsverwahrung im Sah-Prozeh. Die Vierte Berliner Strafkammer verkündete am Samstag das Urteil gegen die berüchtigten Bankeinbrecher Gebrüder Saß. Wegen gemein) ch a f t- lichen schweren Diebstahls m drei Fallen und Devisenvergehens in zwei Fallen erhielten der 34jährige Franz Saß 13 Jahre Zuchthaus und der 33 Jahre alte Erich Saß 11 Jahre Zuchthaus. Beiden Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt. Ferner wurden sie zu einer Geldstrafe von je 11 500 RM. verurteilt. Dem Antrag des Staatsanwaltes entsprechend, ordnete das Gericht die Sicherungsverwahrung und die Polizeiaufsicht gegen die beiden l geht tr hen M ;en) odrl -es Km- piefl ent1 M Sa* Racine), steilM i FW" die nch Das ß kunstfluz' SM er, ruch mls, bi’ !nd W- . Steuer- Waubr. h fr?!?1 ist ii »i» erläutert Wloersrl ,'s erw?i' 'ab!^ Mittelpunkt Berlin ist. Nachdem bei Ausbruch des Polenkonfliktes vor- übergehend der gesamte Luftverkehr eingestellt worden war, konnte schon am 21. September wieder die Strecke Berlin—Danzig—Königsberg beflogen werden. Am 4. Oktober folgten die Linien von Berlin nach Kopenhagen, Stockholm, Rom und Bukarest, Bald darauf wurden auch die Balkanzentren Belgrad, Sofia und Saloniki in Ueberleitung zur Türkei fahnplanmäßig erfaßt. Mit der Befliegung der deutsch-sowjetischen Linie sind alle Verkehrswege von Berlin nach dem Norden, Osten und Süden Europas wieder in Betrieb. Es gibt kaum eine wirkungsvollere Demonstration der mißglückten westdemokratischen Einkreisungs- und Blockadeabsichten gegen Deutschland als diesen völlig frie» densmäßigen Luftverkehr Deutschlands mit seinen Nachbarn. In dieser Tatsache, die durch die übrigen Verkehrsmittel der Seewege, Eisenbahnen, Fern- straßen und Wasserwege im Frühjahr 1940 mehr und mehr verkehrsmäßig abgerundet werden wird, offenbaren sich die von den kriegerischen Auseinandersetzungen im Westen völlig unabhängigen und ungestörten handelswirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands mit den Ländern des nord-, ost- und südeuropäischen Kontinentes. Alle Voraussetzungen, die für eine schnelle Erledigung wirtschaftlicher Besprechungen und einen umfassenden Austausch der Güter zu Wasser und zu Lande erforderlich sind, haben in dieser Verkehrspolitik ihre Erfüllung erhalten. Flugmäßig sind deutscherseits die bewährtesten Typen eingesetzt worden. Wir finden die bekannte Ju 52 und die komfortablen, sehr schnellen Großflugzeuge Ju 90 und „Condor". Auch für die Bequemlichkeit der Reisenden ist auf den von Deutschland beflogenen Streifen aufs Beste gesorgt, nicht zuletzt insofern, als Stewardessen mit besonderen fremdsprachigen Kenntnissen ihren Dienst hn Fluggastraum versehen. Denn die östlichen Linien werden besonders zahlreich von Ausländern benutzt. So hat Deutschland wertvollste Friedensarbeit in einer Zeit geleistet, in der es in einer unerbittlichen Auseinandersetzung mit jenen plutokrattschen Mächten steht, die die Welt wieder in einen Krieg wie 1914 Hetzen wollten. Es ist der beste Beweis der Stärke und Kraft, wenn Deutschland zum Nor- den, Osten und Süden Europas Handelsbeziehungen im Friedensausmaß aufrechterhalten kann und gleichzeitig an den westlichen Fronten seines Reiches nicht nur als unbestrittener Sieger aus dem Kamps um die Luftherrschaft hervorgeht, sondern darüber hinaus den feindlichen Luftraum und seine Seewege kontrolliert. 15 Jahre Zuchthaus nebst Sicherungsverwahrung und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Die Untaten des als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher vom Gericht bezeichneten Angeklagten fallen wegen der Vielseitigkeit und des außerordentlichen Raffinements aus dem üblichen Rahmen. Schon vor feinem Kölner Aufenthalt mehrfach vorbestraft, erhielt er in Köln wegen Verbrechens wider § 175 eine anderthalbjährige Gefängnisstrafe, fand aber danach wieder Arbeit. Er verstand es, sich in einen angesehenen Verein einzuschleichen, eine Jugendabt^ilung zu gründen und die Schulrektoren hinters Licht zu führen. Er kassierte Beitragsgelder ein und verwendete sie größ- tenteil für sich. Das Schlimmste aber war die Art, wie er die unverdorbenen jungen Leute seinen Gelüsten dienstbar au machen suchte, was ihm aber in den meisten Fällen doch nicht gelang. Doch reichen die Untaten des Angeklagten aus, um ihn als ganz gemeinen Jugendverderber gefährlichster Art zu bezeichnen, dessen Auslöschung aus der Volksgemeinschaft notwendig erschien. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig, suchte nur seine Betrügereien zu beschönigen. Nach seinem Geisteszustand ist er gemäß des Gutachtens voll für seine Taten verantwortlich. Drei Kinder vor dem Verbrennungstod gerettet. Mehr als 220 Todesopfer eines Eisenbahnunglücks in Japan. In den frühen Morgenstunden des heutigen Montag entgleiste aus bisher noch nicht bekannter Ursache bei Osaka eine vollbesetzte Vorstadtbahn. Da sich der Zug infolge der hohen <3e- chwindigkeit überschlug, wurden 221 Fahrgäste, hauptsächlich Arbeiter, getötet. Jteun- undsiebzig Schwerverletzte konnten aus den Trümmern geborgen werden. Die Zahl der Leichtver- ehten dieser furchtbaren Eisenbahnkatastrophe ließ ich bisher noch nicht ermitteln. Klugzone Osteuropa. Nachdem in der letzten Zeit unter den schwierigsten winterlichen Wetteroerhältnissen eine Reche Probeflüge zwischen Berlin und Mos- k a u durchgeführt worden und zur vollsten Zuftie- denheit ausgelaufen sind, wird ab 22. Januar mit dem fahrplanmäßigen Luftdienst auf dieser weitesten und wichtigsten Strecke des osteuropäischen Raumes begonnen. Täglich wird eine große russische Pasiagiermaschine in Berlin und eine der modernsten deutschen in Moskau landen. Unterwegs werden von beiden Flugzeugen die wichtigen Handelszentren Danzig und Königsberg auf deutscher sowie Bialystok und Minsk auf russischer Seite angeflogen werden. Mit der Inbetriebnahme dieser Linie Ber- lm—Moskau besteht ein friedensmäßiger Luftverkehr in Mittel-, Nord-, Ost- und Südeuropa. Es ist wieder ein engmaschiges Luftnetz vorhanden, dessen Oie Zentralbehörden sollen nach Paris zurückkehren. Brüssel, 27. Januar. (Europapreß.) Ein Leitartikel — keineswegs die erste Pressestimme in dieser Richtung — in der Pariser rechtsstehenden Zeitung „äour" ist bezeichnend für die lebhafte Unzufriedenheit, die in Frankreich mit der bei Kriegsausbruch erfolgten überstürzten Entfernung der wichtigsten Verwaltungsbehörden aus Paris herrscht. In diesem Artikel wird ausgeführt, daß diese Zersplitterung der Behörden und ihrer Büros zu einem heillo sen Durcheinander geführt hat, und daß die Gefahr besteht, daß es zu einem vollständigen Stillst a n d der Staatsmaschinerie kommen wird. Der „3our" verlangt von der Regierung energische Maßnahmen, um diesen Zuständen ein Ende zu bereiten. Die einzige Lösung könne nach Lage der Dinge nur darin bestehen, daß die Räu- mungsrnaßnahmen rückgängig gemacht werden, und daß die Zenttalbehörden im Vertrauen auf den Luftschutz und die sonstigen Maßnahmen gegen Fliegerangriffe wieder nach Paris zurück- In Niederhosenbach bei Idar ° Oberstem brach nachts im Kamin des Gasthauses Reich Feuer aus, das auf den Dachstuhl des Gebäudes Übergriff. Ein Posten bemerkte als erster den Brand und konnte sofortige Hilfe veranlassen. So gelang es, zahlreiche bedrohte Nachbarhäuser zu schützen. Dank der Aufmerksamkeit des Postens konnten auch drei Kinder, die in einem Zimmer des Dachgeschosses das in Hellen Flammen stand, schliefen, gerettet werden. Zwei Pförtner durch Kohlengase vergiftet. In Koblenz fand man im Pförtnerhause eines Krankenhauses in den Morgenstunden in dem Schlafzimmer den 60jährigen Pförtner Gustav Bannhölzer und seinen Vertreter, den 59 Jahre alten Jakob Bonzelet, tot auf. Die Ermittlungen ergaben, daß aus einem mit Briketts gefüllten Ofen im Vorraum des Schlafzimmers Derbren - nungsgafe ausgeströmt waren, die den Vergiftungstod der beiden Männer herbeigeführt haben. Feuerwehrführer zu Tode gekommen. Bei Idar-Ob er st ein brach aus noch unbekannter Ursache in einer Schreinerei in Wolfersweiler ein Brand aus, der in den Holzvorräten reiche Nahrung sand. Trotz der sofort in Angriff genommenen Bekämpfungsmaßnahmen wurden Werkstatt und Holzlager ein Raub der Flammen. Bei den Bekämpfungsmaßnahmen wurde der örtliche Feuerwehrfeuer, Schmiedemeister Hugo Welsch, von den herabfallenden Steinen eines umstürzenden Kamins getroffen und so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit starb. Vier Menschenleben durch Gas getötet. Ser Reichszesundheitsftchrer Dr. Sontt fort>er I In einem Beitrag über „BolfsgefunMjert — Volks chi-kslll" der Zeitschrift „Die Eesundheits -üljrung", daß die Arbeitsfähigkeit des Deut- chen bis in ein weit höheres Alter hinein als dies heute der Fall >st, Werbe: „Es rft viel gesprochen worden vom Arbeit- linck des Vierzigjährigen und nicht ganz ZN Un -echt. Nicht als besondere Ergentumlrchkert des deut chen Volkes, nein im Gegenteil, °ls einheitlich^ Beobachtung bei allen Kulturvölkern ist zu sehen tafc trotz Verlängerung der Lebensdauer häuf g chon in den vierziger Jahren die^ ersten, »eitssähigkeit beeinträchtigenden .größeren oder Ne, reren Schäden sich zeigen. Dre arztl-h Kunst und hre Beobachtungen lassen aber die sichere F-ft itelluug zu, daß diese kleineren und größeren Scha -Sn UM ganz großen Teil vermeidbar g me- en wären. Prüft man die einzelnen Krankneiien, v sieht man, wie rheumatische Erkrankungen hatten vermieden werden können, wenn dem Z h verfall rechtzeitig entgegengetreten »oipen Man stellt fest, haß der Haltungsoerfall, der Ve l-ust der körperlichen Spannkraft h°"e verändert werden können durch planmäßigen Einba Heber 5000 Frauenhilfsdienstmädel an der Arbeit. Der Frauenhilfsd'enst für W oh l- sahrts- und Krankenpflege, der vor etwa anderthalb Jahren ins Leben gerufen wurde, hat die Aufgabe, die Fachkräfte im Gefundheits- dienst und in der Wohlfahrtspflege durch reine fiilfsarbeiten zu entlasten. Wie die Sachbearbeiterin für den Frauenhilfsdienst in der Reichsfrauenfuh- tung, Affesforin Siewers, im „Nationalsozialistischen Volksdienst" berichtet, standen zum letzten Er- sassungstermin, dem 1. Oktober 1939, bereits rund 5300 Frauenhilfsdienstmädel in der Arbeit. Davon war die NSV. in 1756 Fällen Träger der Arbeit. Dem Einsatz nach entfielen etwa 35 v. H. der Mä- kl auf die Kinderpflege, während 65 v. H. in den verschiedenen Gebieten der Wohlfahrtspflege tätig waren. Im Vordergrund der Arbeit im Sektor Wohlfahrtspflege steht die Gemeindestation und die Hilfsstelle „Mutter und Kind". Beiräte für Fachschulen. Der Reichserziehungsminister hat angeordnet, daß an allen staatlichen Fachschulen und Berufsfach- chulen Beiräte berufen werden, um eine möglichst cnae Verbindung der Schulen des beruflichen Aus- brDungswesens mit der Wirtschaft zu sichern. Die Aufgabe der Beiräte ist die ständige 23 er a - iung des Schulleiters, bamit bie Schule hrer Aufgabe gerecht wird, junge v^ra”5 .Milden, mit denen die beteiligten Wlrtfchaftskrelse bie geforderten Leistungen erfüllen können. Als Bei- räte sollen berufen werden der Bürgermeister des Schulorts, zwei bis vier Berufsangehorige der Wirtschaftsgruppen, deren Aufgabe die Schule bietf, je ein Sachbearbeiter fjir Berufsausbildung der zuständigen Industrie- und Handelskammer sowie Hand-werkskammer, für die Fachschulen em Vertreter der Wirtschaftskammer; je ein un Benehmen mit dem Kreisleiter der NSDAP, und auf Dor- Ichlaa der Gauarbeitskammer zubestettender Beirat (in Lehrer der Schule und schließlich der Führer ber Studentenschaft, wenn eine solche an der Schule besteht. Bei hauswirtschastlichen Schulen werben statt ber Berufsangehörigen der Wirtschaftsgruppen >wei hauswirtschastlich erfahrene Hausfrauen im Benehmen mit dem Kreis^iter der EDAP. berufen. Die Berufung der Beiräte erfolgt auf sechs Zahre. Arbeiisknick des Vierzigjährigen? jmigen an Scheidemünzen 403 Mill. RM. Die sonfti- rn Aktiva sind auf 1577 Mill. RM. zurückgegangen. er Umlauf an Reichsbanknoten hat sich auf f5er den entfcheidungsvollen Januar 1933 nteder- «legten Abschnitte zur Verfügung gestellt. Der eutfche Rundfunk hat für die Verlesung dieser dschnitte, die innerhalb der Reichssendung gegen 1 Uhr «folgen wird, den Staats schauspieler Rittmeister Karl Ludwig Diehl gewonnen. Der musikalische Teil der Sendung wird ausgeführt von rm Musikkorps der SA.-Gruppe Berlin-Branden- arg und mehreren SA.-Chören unter Leitung von A.-Oberführer F uh sei. Oer Wehrmachtsbericht vom Sonntag Berlin, 28. Jan. (BJIB.) Das Oberkommando ter Wehrmacht gibt bekannt: keine besonderen Ereignisse. Oer Neichsbankansw-is. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Nach dem Ausweis ter Deutschen Reichsbank vom 23. Januar 1940 hat Natter übernehmen. Auch mit der Verpflegung hat sich alles gut eingefvielt, nachdem zu den Lebens- ickittelkarten, die jede Frau mitbringt, eine Erholungsbeigabe beigefteuert werden kann. Gegenwärtig werden in über 100 Heimen rund 5000 IDlütter in einer Kur erfaßt. Sie bleiben jeweils 4 Wochen, so daß eine Jahresleistung von 50 000 Hs 60 000 Müttern in Bettacht kommt. 15 Grad Wärme in Dalmatien. In einigen Gegenden Jugoslawiens ist Tau- weiter eingetreten, bas teilweise zu lieber* schwemmungen führte. Aus der Donau und ihren Nebenflüssen beginnt das Eis zu belften und gleichzeitig das Wasser zu steigen. In Dalmatien herrschen Temperaturen bis zu 15 Grad Wärme. Auf einer Eisscholle in Lebensgefahr. Ein aufregender Vorfall spielte sich a n der Nahemündung rei ruf« i sein. 1933. Deutsche nd von Gedenk- ister Reich-' ist ihn ►er nicht des-alt j n gen, ►llen, da i N wesen!.: fich die Anlage der Bank in Wechseln und Schecks, ' Lombards und Wertpapieren weiter auf 11716 Mil- ' W H — .. - • - - " W ii r- tar Die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink fuhr in die wiedergewonnenen deutschen Gebiete. Ihr Besuch galt zunächst den Lagern der Wolhynien- und Galiziendeutschen bei Lodsch. Das Deutsche Frauenwerk hat hier insbesondere das Kochen für die Heimgekehrten übernommen. Daneben wird in rund 30 Nähstuben die notwendige Ergänzung von Wäsche und Kleidung der Rückwanderer besorgt. Von Lodsch begibt sich Frau Scholz- Klink am Montag nach Posen, um dort zu den Kreisvertrauensfrauen des Warthe - Gaues zu sprechen. Marschall de Bono, Generalinspekteur der Truppen in Uebersee, ist in Begleitung des Lust- marschalls B a l b o , im Flugzeug aus Libyen kommend, in Rhodos eingetroffen.. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder- Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Pro- vinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. VerantrvorÜich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit l ist Preisliste Jk, 5_ Dfim Mig. Berlin, 28. Jan. (DNB.) Stabschef Lutze besichtigte in Begleitung des SA.-Oberaruppenführers von Jagow, der zur Zeit Wehrmachtsurlaub hat, überraschend eine SA.-Wehrmannfchaft bei ihrem Dienst auf dem Uebungsgelänbe des Sturmbannes I der SA.-Standarte „Feldherrnhalle" in Berlin-Güterfelde. Die Wehrmannschaften waren gerade im Gelände gruppenweise bei der Ausbildung. In Ordnungsübungen zeigten die Männer, daß sie schon soldatische Disziplin haben. Andere verrieten bereits große Erfahrungen im lieben mit Kompaß und Karten. Auch am Zielgerät konnte sich der Stabschef von der erfolgreichen Arbeit der Wehrmannschast überzeugen. Es ift ein Beweis für die gründliche Arbeit der <521. überhaupt, daß sie auch heute noch über genügend Ausbilder verfügt, obwohl weit über die Hälfte ihrer Männer im Felde steht. Sie wird darum die große Aufgabe der vormilitärischen Wehrerziehung auch während des Krieges lösen. Der Stabschef war mit den Leistungen der Wehrmannschast zufrieden. Nach der Besichtigung hielt MLSÄSP r---L4M.DK einheit mit Unterschlagung die Todesstrafe, gedrungen. ^Mutter und Kind" der NSV. schon im Frieden organisiert worden ist, ift auch in Kriegszeiten nötig, «nfritt p6 größere Verantw ortun g der Müt- öfiitta ier in der Familie und häufig auch die ver- mehrte Arbeit der alleinstehenden i; Soldatenfrau verlangt erst recht nach einem Lusgleich durch Erholung. Frauen der gefallenen Kämpfer werden, wenn sie Kinder haben oder noch ein Kind erwarten, in die Heime geholt, vo man alles tut, um ihnen chr schweres Los zu trleichtern. Nachdem nun schon seit mehr als drei Nonaten auch' im Kriege Mütter verschickt wer- hen — in besonders großer Zahl jetzt auch junge, füllende Mütter mit ihren Säuglingen — stehen ausreichende Kräfte zur Verfügung, Frauen der RS.-Frauenfchaft und Studentinnen, Haushatchelfe- rinnen und Abiturientinnen, die die Verttetung der Lim den Kußball-Reichsbundpokal. Ostmark und Niederrhein siegreich. In den beiden rückständigen Zwischenrundenspielen um den Fußball-Reichsbundpokal gab es die erwarteten Siege der gastgebenden Mannschaften. Im Düsseldorfer Rheinstadion siegte Niederrhein vor 20 000 Besuchern mit 4:2 über West - falen, nachdem die Gäste bei der Pause 1:0 geführt hatten; in Wien kam Ostmark vor 10 000 Zuschauern zu einem hohen 6:1- (4:1) Sieg über den Pokalverteidiger Schlesien. Ostmark und Niederrhein bestreiten nun zusammen mit Bayern und Sachsen die Vorschlußrunde. Oie ersten Entscheidungen in der Lustgaukriegsmeisterschast. Fußball. Am Samstag standen sich in Fritzlar vor etwa 1000 Zuschauern die Fußballmannschaften zweier Luftwaffensportvereine im Kampf um die Luftgaukriegsmeisterschaft gegenüber. Nachdem vor vierzehn Tagen in Gießen sich beide Mannschaften nach hartem Kampf unentschieden 3:3 trennten, konnten diesmal die Gießener das Spiel mit 4:1 (1:1) eindeutig zu ihren Gunsten entscheiden. Gießen spielte in der Aufstellung: Rothe; Schuppert, Röder; Sokolowski, Nocher, Hettel; Meuschke, Patalon, Köppers, Klippel, Rose. Nachdem bereits in der 4. Minute Köppers, infolge eines Mißverständnisses der gegnerischen Verteidigung zum Führungstor für Gießen einschoß, fiel in der 15. Minute der Ausgleich durch einen prächtigen Alleingang des Mittelstürmers der Gastgeber, der drei Gegner umspielte und dann unhaltbar einsandte. Im weiteren Verlaufe der ersten Halbzeit spielten beide Mannschaften äußerst defensiv, so daß in den ersten 45 Minuten keine weiteren Tore fielen. Die zweite Halbzeit zeigte bis zur 65. Minute eine wahre Belagerung des Gießener Tores, aber Rothe, unterstützt von dem in bestechender Form spielenden Röder, meisterte mit viel Glück und Geschick die gefährlichsten Bälle. Als sich dann Gießen aus der Umklammerung befreite und Köppers im Alleingang zum zweiten Tor einsandte, war das Schicksal oer Gastgeber besiegelt. Nocher und Patalon stellten den Endstand her. Gießen zeigte ein flüssiges Zusammenspiel, sehr aktiv wirkte das Schlußdreieck, sowie Köppers und Klippel im Sturm. In dieser Aufstellung hat die Mann- schast die besten Aussichten, die weiteren Spiele in der Luftgau-Kriegsmeisterschaft 1939/40 mit Erfolg zu bestehen. Handball. Nach dem Fußballspiel spielten die Handballmannschaften um die Luftgaumeisterschaft. Nachdem der erste Kampf in Gießen unentschieden 2:2 endete, konnten diesmal seine Gegner erfolgreich Revanche nehmen und den Kampf mit 11:2 (7:0) gewinnen. Gießen verlor auf Grund einer Entscheidung des Schiedsrichters bereits in den ersten Minuten einen Mann durch Herausstellung und achtmal zischte es bei Neuhausen im Tor, ehe der Ehrentrefer erzielt werden konnte. Gießen ist mit dieser Niederlage aus dem weiteren Wettbewerb im Handball ausgeschieden. Aos dem Reiche des Wintersports. Helmut Lantichner Ostmark-Gchimeister 1940. Die Ostmark-Schimeisterschaft wurde am Sonntag im Rahmen der Internationalen Wintersportkämpfe in Villach entschieden. Helmut L a n t s ch n e r vom Schi-Club Innsbruck sicherte sich den Titel in der nordischen Kombination, während Gregor Höll (Mallnitz) den Spezialsprunglauf mit Sprüngen von 66,5 und 67,5 Meter gewann und damit in diesem Wettbewerb zu Meisterehren kam. Höll war außerdem Bester in der ungewöhnlichen Kombination Spezial-Langlauf/Spezial-Sprunglauf, was ihm den Ehrenpreisdes Führers einbrachte. Zu einem Triumph für Tirol gestaltete sich der 16-Kilometer-Langlauf der Ostmark-Schimeisterschaften bei den Internationalen Wintersportkämpfen in Villach. Vinzenz D e m e tz (SC. Innsbruck) siegte in 1:03:29,4 Stunden vor seinem Vereinskameraden Gottfried Baur (1:03:34,3) und Rudolf Wöß von der Zollwache Paznaun. Als bester Ausländer kam der Jugoslawe Franz Smolej auf den achten Platz. Eishockey im Oiympio-Giadiou. Im Olympia-Eisstadion in Garmisch-Partenkirchen gab es am Samstagnachmittag im Rahmen der Wintersportwoche einen Eishockey-Freundschafts- tampf zwischen dem SC. Rießersee und Rot-Weiß Berlin, den Rießersee sicher mit 5:1 (1:0, 2:1, 2:0) gewann. Im Kunstlaufen sah man die Geschwister Pausin (Wien) sowie die bekannten ungarischen und tschechischen Meisterläufer. EV. Füssen und NSTG. Troppau standen sich am Samstagabend im Olympia-Eisstadion in Garmisch- Partenkirchen in einem zur deutschen Meisterschaft der Gruppe B zählenden Eishockeykampf gegenüber und trennten sich unentschieden 1:1 (0:0, 1:0, 0:1). Um die bayerische Schimeisterschast. Weltmeister Gustl Berauer (ff Riesengebirge) gewann am Sonntag in Garmisch-Partenkirchen die bayerische Schimeisterschaft in der nordischen Kombination. Er sicherte sich den Titel durch einen am Samstag errungenen Sieg im Langlauf und den 6 Platz im Sprunglauf mit Sprüngen von 36 und 52 Meter. Wimmer (Sonthofen) und Gefr. Simon (München) belegten die nächsten Plätze. Sieger im Spezial-Sprunglauf wurde Weiler (Oberstdorf) mit Sprüngen von 42 und 56 Meter vor Marr (Oberhof) und Hechenberger (München). Rü&eling heisischer Oauerlaufmeister Hessen ermittelte seinen Dauerlaufmeister in diesem Jahr in Kassel auf einer 30-Kilometer-Strecke. Sie war auf einer 15-km-Schleife im Habichtswald abgesteckt, deren Schwierigkeiten in den rund 300-Meter-Steigungen gegeben waren. Sieger wurde Fritz R ü b e l i n g (CT. Hessen-Pre-ßen Kassel) in 2:40:11 Std. mit fast 14 Minuten Dor- fprurng vor dem Gefreiten Oberweyer (Wehrmacht). Der Langlaufmeister von Hessen, Knüttel (Gersseld), Gedenket der hungernden Vögel! mußte sich in 2:54:31 Std. in der Gesamtwertung mit dem 4. Platz begnügen. Verbunden mit der Meisterschaft war ein Wertungsspringen auf der Ziegenkofpfchanze, bei dem sich wieder der Millinger Bäringhausen mit den weitesten Sprüngen von dreimal 26 Meter auszeichnete. 12 MIHelm-SuM-zigmen im Dienste des KnegMmlerhWwerl« Die nächste Reichsstraßensammlung wird am 3. und 4. Februar von SA., ff, NSKK. und NSFK. durchgeführt. Den Männern dieser Formationen steht wieder e i n M i l l i o- nenheer von kleinen Helfern, diesmal in Gestalt von 12 verschiedenen Figuren aus den Werken des großen deutschen Humoristen Wilhelm Busch, zur Verfügung. Um das Bild Wilhelm Buschs herum zeigen wir hier die kleinen originellen Abzeichen, die nach Entwürfen der Majolika-Manufaktur Karlsruhe von 10 Betrieben in Baden, in der Steiermark, in der Eifel und an der Nordseeküste hergestellt wurden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) I s ÄMT; ‘K: Ä - Der Inhalt ihres Lebens war, Leben und Sterben für Ehre, Freiheit, Vaterland. 463D Kurz nacheinander starben in den ersten Kriegsmonaten unsere Bundesbrüder und Alte Herren, deren Ableben wir betrauern; Df. Karl Völcker, aktiv 88, Apothekenbesitzer, Traben-Trarbach Dr. Jakob Dexheimer, aktiv 89, Tierarzt, Gladenbach Karl Becker, aktiv 35/36, Bad-Nauheim, Gebirgsjäger-Unteroffizier gefallen vor Lemberg Dr. Karl Löffler, aktiv 06, Arbeitsführer, Gera Dr. Bernhard Siebeis, aktiv 23, prakt. Arzt, Dillenburg, Bürgermeister der Stadt Dillenburg in der Zeit der nationalsoz. Erhebung, in Ausübung seines Berufes tödlich verunglückt Dr. Heinrich Bausch, aktiv 99, Stadtoberveterinärrat, Schlachthofdirektor, Darmstadt. Der AH.'Verband der ehern. Burschenschaft Frankonia zu Gießen. Die AH.-schaft u. die Kameradschaft »Ulrich von Hutten« zu Gießen. Fischer (Adolf), Leutnant der Luftwaffe. Kassenstunden: 8—13 Uhr. Commerz- und Privatbank Aktiengesellschaft Filiale Gießen 458P Dresdner Bank, Filiale Gießen Deutsche Bank, Zweigstelle Gießen WM sofort gesucht. Täglich 1 Stunde fieileisroefläL Handels- und Gewerbebank e.G.m.b.H. Gießen Volksbank Gießen e.G.m.b.H. Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Na- men und Anschrift des Bewerbers tragen! MMMMMMllU Ab Dienstag, den 30. Januar 1940, bleiben unsere Kassen bis auf weiteres nachmittags geschlossen Hilfst arbeiter mit Führerschein IV gesucht. 4goD WllMMS. [Stellengesuche! IGjähr. Schülerin sucht Beschäftigung während t- er Ferien. Schr. Angeb. u. 470 D kno. Gieß. Ans, Suche p.fofort od.spät.selbständiges Mädel das evtl.auch kochen tann,mGe- schäftshaush. (kein Laden). Wasche auß. Haus, bei Großvutz Hüte vorhanden. Reisekosten werd, vergütet Stern Hedwis Müllev Lffenbach a.M., Rohritr.38. (oao Gut erhaltene Ihre Vermählung zeigen an Zgnaz Falls Oberleutnant und Batterie-Führer in einer Äeob.-Abt. Xiebmuf Falls, geb. Digener Gießen —————7—, den 23. Ianuar 1940 Kloster Arnsburg 0293 Ski zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 0296 an d. G. A. 1 Paar guterhaltene hohe tan-M (Russenstiefel) Led. ob. Gummi Größe 38-39, für Berufszwecke zu kaufen gesucht. Näheres in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. dc in Me VN.V ö POlD > 1 \» da- fe Ä IS b Lm bl IS h l/N fei, die Ölungen 6m, Höri ßtr der Damm hrt der der fenb? In )! lob cn Wch sm «v mdi ll ihnen ptm au «mn ein jlrchnee. PMk fliehen Rifen e>n ig Eine"1" U f e8i iften X »perflart jrloienj; ! raume ||nne nm W di" । Len ihr« W auch Ille in 3 t liinPf1 !«Pal r rj heiterer |!*r/unb 3 | k.ühe L lein' p isanns L Wen Di. Hm 3m E p roie eil | Wchmc |. rieben hi Montag, 29. Zanuar 1940 Ur. 24 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) Aus der Stadt Gießen, feierliche Immatrikulation an unserer Llniverfität Krähenscbwärme. _ _ ...... . . . ... __h?a«^, pimir ftnrhlpiftuna als Ziel 3U betrachten. In die Führers. Lebhaft begrüßt betrat Die Vorteile des Vollkornbrotes Pvlvvumer ÖUUDC V. " -V Ttfebem es einen Fahrstuhl gab und sie gewiß nicht nchr die Jüngste war. Unter dem dunklen Filzhut I — . 01 ... _______ hornnr suviMjni qi, zinoruiiuiiacit 0- a— Wie war ]ie vr,.'. z ~ :ßI bedeutet. T MKTWZ.L'L gSB’ÄxaKS * H), ir gut e hol! Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin dH' einem Acker, an Flußufern oder zwischen den Msen eines Güterbahnhofs. Und ebenso gemeinen suchen sie in der Dämmerung ihre Schlafbäume in einem nahen Waldrand auf. krieges, die Repräsentanten akademischer Einsatzbereitschaft und Opferfreudigkeit, so wird auch der Student in diesem Kriege als Nationalsozialist seine Pflicht tun. Daß dabei auf euch als die zukünftigen geistigen Führer die Augen des Volkes besonders gerichtet find, ist eine Selbstverständlichkeit. Eure Haltung, eure Einsatzbereitschaft, euer Pflichtbewußtsein hat daher Vorbild zu sein für alle. Im Zeitalter des Nationalsozialismus ist das akademische Studium nicht dazu da, egoistische Bestrebungen des einzelnen zu ermöglichen, wir haben es vielmehr ausschließlich als Dienst am Volt anzusehen. Deswegen ist auch hier die Anstrebung einer Hochleistung als Ziel zu betrachten. In diesem Sinne eröffne ich die feierliche Immatrikulation des 1. Trimesters 1940 und nehme Sie in die nationalsozialistische Gemeinschaft unserer alten Ludoviciana deutschen Niederganges gewesen, sogen zu können, wenn sie etwas ablehnte oder verurteilte: Möglich, daß das die neue Zeit ist. Ich bin von der alten Schule. Ich stamme aus einer Offiziersfamilie. Damit schien ihr alles gesagt, was Größe und Begrenztheit ihres Charakters und ihrer Wesensart, ihres Denkens und Fühlens ausmachte; und wahr- cheinlich war damit auch alles gesagt. Nach der Verlesung der Verpflichtungsiormel durch Bürodirektor Kehler, Handschlag zwischen dem Rektor und den Studierenden, der Ueber- reichung der Jmmatrikulationsurkunde gelten die Studierenden als in die akademische Gemeinschaft unserer Universität ausgenommen. Mit dem Gruß an den Führer und nut den Liedern der Nation fand die Feier ihren Abschluß. in diesem Augenblick sowieso eine Unterbrechung erfahren, denn der Feldwebel von einst trat ein. ♦ Wahrhaftig, er war es noch! Der Bart war derselbe und die Augen. Die Haltung und sicherlich auch die Stimme. Er verbeugte sich stramm, die Hacken knackten und sagte: „Johann Zacharias. Das: Zur Stelle! oder zum Rapport! verschweigt er, dachte Frau Carlotti. Sie lächelte. Warum lächele ich heute vormittag immerfort? Es ist doch alles andere als angenehm, weswegen ich hierherkomme! _ „ „Sie sind mir empfohlen worden, Herr Zacharias , aate sie und wies auf den roten Plüschsessel, der da vor dem Tisch mit der Häkeldecke stand. „Sie ollen diskret und verläßlich sein. Das ist es, was ich von Ihnen erwarte. Hier haben Sie meine Karte. Ich bin Frau Henriette Carlotti. Es handelt * Herr Zacharias, an diese Art Unterredungen längst gewöhnt, sagte herzlich: ,Zch bin sozusagen Ihr Beichtvater, Frau Carlotti. Was Sie mir jetzt sagen, erfährt keine Menschenseele weiter. Sprechen Sie ich also ruhig aus." „Natürlich", sagte Frau Carlotti. Ihre großen, grauen Augen sahen den Feldwebel a. D. gelassen an. Einen Zuspruch, eine Ermunterung benötigte ie nicht und lehnte sie ab. Er schwieg dann auch sofort; sagte nur noch: „Um was handelt es sich? Um Ihren Gatten? „Unsinn. Um meinen Sohn Ludwig. Er hat das Antiquitätengeschäft Ludwig Carlotti in der Nettel- mannstraße. Sie werden es kennen. Seit diese alten Sachen, die wir früher auf den Boden stellten, um sie los zu sein, wieder in die Zimmer geholt werden, hat er gut zu tun." . „Ah, gewiß. Der bekannte Innenarchitekt Ludwig Carlotti. Gewiß, das Geschäft ist mir vertraut." „Vertraut? Wieso?" ,Zst mir bekannt", verbesserte sich Herr Zacharias. „Also um Ihren Herrn Sohn handelt es sich. Ist er verheiratet?" . „Ja. Eine sozusagen glückliche Ehe. Es schien wenigstens so. Ludwig behandelte seine Frau nut Zuvorkommenheit. Ich fand manchmal, er sei geradezu ein Waschlappen. Heute weiß ich, daß er ein schlechtes Gewissen hatte und deshalb zu allem Ja und Amen sagte. Männer sind nämlich feige, müssen Sie wissen. Sie kämpfen nie etwas durch; sie sind nicht für reinliche Scheidungen, sondern sie lassen alles laufen, wie es läuft. ,Es wird schon gut gehen. Aber meistens geht es dann durchaus nicht gut, und dann stehen sie da mit einem dicken Kopf. Mein Sohn Ludwig hat sich da ein Mädchen angelacht. Wahrscheinlich anfangs ganz harmlos. Aber Manner sind auch beschränkt, wissen Sie. Sie hat ihn umgarnt. Ich möchte behaupten, sie hat ihn verführt, denn mein Sohn Ludwig ist kein Adonis und Frauen gegenüber eigentlich eher ungewandt als geschickt." Sie machte eine Atempause, aber ehe der De- tektiv den Mund öffnen konnte, fuhr sie schon fort: Jetzt ist da so etwas daraus geworden, was mag nicht anders als ein festes Verhältnis bezeickMü ren, tragenden Rindern und Kühen find Futter- beutel mit doppelter Umhüllung vorzubinden, deren Zwischenraum mit harnbefeuchtetem Heu, Gras oder Moos auszufüllen tft. Einschleppen flüssiger Kampfstoffe ist durch Streuen von Chlorkalk auf den Boden vor Stallungen vorzubeugen. Tierquälerei bei Einkäufen. Es ist bekannt, wie lange sich der Einkauf van Lebensmitteln usw. hinziehen kann. Trotzdem unterlassen es manche Käuferinnen nicht, chre an Haus- und Zimmerwärme gewöhnten Hunde mitzunehmen und sie in der großen Kälte warten und frieren zu lassen. Die Folge dieses unvernünftigen Verhaltens, das an sich schon eine Tierquälerei dar- stellt, sind bei den Hunden oft Nierenerkrankungen und sonstige Leiden. Nach den Bestimmungen des Reich-Tierschutzgesetzes sind derartige Vernachläfsi- gungen der Tiere in Haltung, Pflege, Unterbringung und bei der Beförderung verboten und mit Strafe bedroht. Das letztere gilt auch für die Behandlung aller anderen Hunde in Haus und Hof. gelck igeb.uti S.€i Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Or. Kranz in Offiziers-Uniform, angetan mit der Amtskette des Rektors, den Saal und hielt sodann eine eindringliche Ansprache an die Studierenden, der folgendes entnommen sei: „In einer schicksalsschweren Zeit begehen wir heute die feierliche Immatrikulation an unserer alten Alma mater Ludoviciana. 333 Jahre ist unsere Universität im westlichen Europa eines der Zentren kulturellen Schaffens und Wirkens gewesen. Mehr als elf Generationenfolgen im Leben der Menschen sind durch diese ehrwürdige Bildungsstätte gegangen. Bedeutende Männer sind aus dieser akademischen Gemeinschaft hervorgegangen. Forscher und Gelehrte von Weltruf haben auf unseren Lehrkanzeln gewirkt. Eine große Zeit hatte im vorigen Semester die Schließung unserer akademischen Pforten notwendig gemacht. Üm so froher und dankbarer begrüßen wir den Entschluß unserer Führung, nunmehr — trotz Kriegszeiten — den Lehrbetrieb wieder aufzunehmen. In dieser Wiedereröffnung unserer Universität sehen wir das ruhige und siegesgewisse Kraftbewußtsein unserer nationalsozialistischen Regierung, ferner erkennen wir darin die ungebrochene Dynamik deutschen Kulturwillens, denn eine Nation, die trotz unerhörter Anstrengungen und Leistungen auf militärischem, wirtschaftlichem und politischem Gebiet mit einer solch ruhigen Selbstsicherheit auch die geistige Führung zu halten vermag, muß schlechterdings eine unbesiegbare sein und bleiben. Es wäre müßig, in der augenblicklichen Kriegszeit über die Lage Großdeutschlands und über seine Feinde zu sprechen. Wir alle wissen, daß es sich darum handelt, dem neuerstandenen Reich aller Deutschen den Platz an der Sonne zu sichern, der ihm auf Grund seiner geschichtlichen Leistungen gebührt. Wir alle wissen, daß die Gegenseite ein arbeitsames, mit hohen Erbwerten ausgestattetes Volk zu vernichten sucht, dem fast alle europäischen Völker ihre Entwicklung und ihre Bedeutung verdanken. Lassen Sie mich unsere Gedanken hinlenken zu den Besten unseres Volkes, lassen Sie mich denen unseren Gruß entbieten, die heute im Ehrenkleid des Soldaten an der Front stehen und lassen Sie mich vor allem von den Pflichten reden, die wir übernommen haben, wenn wir im Schutze unserer Feldgrauen in der Heimat auch auf geistigem Gebiet den Sieg an unsere Fahnen zu heften uns Schuh der Tiere vor chemischen Kampsstoffen lieben blieb ... Vornotizen. Tageskalender für Montag. leinlw vonW M/ M elohMs ben M t-lat!,» benMg ierhallet- i nN liche jnitt 2 M -d unö st" !rW trieben? siche^ wie D . n t*: cheine st, eMiä Ann mMt- sein wollte NSG. Manche Hausfrau wird sich schon gemacht haben, warum eigentlich so viel von den Werten des Vollkornbrotes gesprochen wird und welches Brot das beste ist. Tatsächlich ist es so, daß das Vollkornbrot für den menschlichen Körper am gesündesten und wertvollsten ist. Es sind nämlich alle die Stoffe, die im Roggen enthalten sind, auch im Vollkornbrot mitoerarbeitet. Außer der Stärke, die den größten Teil des eigentlichen Mehles darstellt, kommen uns im Vollkornbrot auch die Eiweißstoffe, Salze und Ergänzungsstoffe des Kornes zugute. Und gerade diese sind zur Gesunderhaltung so sehr wichtig. Man hat festgestellt, daß durch den Genuß eines vollwertigen kleiehaltigen Brotes dem menschlichen Körper in ausreichendem Maße der sehr wertvolle Ergänzungsstoff Vitamin B zu geführt wird. Das Vollkornbrot ist uns eine Quelle lebensnotwendiger Stoffe. ... ,. . Es wird nun die Frage auftauchen, wofür dieser wichtige Ergänzungsstoff (Vitamin B) eigentlich gut sein soll. Haben wir ihn überhaupt so nötig? Dazu ist zu sagen, daß dieser Ergänzungsstoff unentbchr- lich ist für den gesamten menschlichen Stoffwechsel (Atmung, Tätigkeit der Zellen) und daß er den Ansatz und die Ausnutzung der Nahrungsstoffe im Körper anregt und das Wachstum fördert. Außerdem ist er einflußreich bei verschiedenen Magen- Gloria-Palast, Seltersweg: „Mutterliebe". — Lhtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kongo-Expreß". Haushälterisch mit Brennstoffen umgehen. Der NS.-Gaudienst teilt mit: Durch Schneefälle IO die anhaltende Kälte ist die Zufuhr von Brennofen zeitweise erschwert. Infolgedessen muß mit iei vorhandenen Vorräten haushälterisch umgegan- jei werden. Nur diejenigen Volksgenossen, die über hinerlei Vorräte mehr verfügen, dürfen Kennstoffe erhalten. Es' wird daher von jedem V-lksgenossen, der noch einen kleinen Bestand im RiCIer hat, erwartet, daß er diesen Verhältnissen Sichnung trägt. Die Kohlenhändler sind verpflichtet, Kstellungen von solchen Volksgenossen, die noch ü!-r Bestände verfügen, abzulehnen. Dies gilt ins- bcvndere auch für die Zentralheizungsbesitzer. leiden, wahrscheinlich auch bei gichtigen Erkrankun- qen (Purinstofswechsel) und bei mancherlei nervösen Störungen. Manche unklaren Krankheitsbilder können durch Mangel an diesem Ergänzungsstoff erklärt werden, so z. B. entzündliche Krankheiten des Nervensystems während der Schwangerschaft, bei mancher Zuckerkrankheit u. a. m. Unser Körper arbeitet sehr unwirtschaftlich, wenn dieser besagte Stoff fehlt. Außer diesen Gründen haben wir auch noch andere Vorteile durch das Vollkornbrot. Wir müssen dafür sorgen, daß den Kindern das gesunde Gebiß erhalten wird. Dies geschieht durch die kräftige mechanische Bewegung und Reibung beim Kauen des Vollkornbrotes und durch die gute Einspeichelung. Wir mch- sen weiter dafür sorgen, daß eine geregelte Verdauung zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen kann (durch stärkere Darmbewegung nach Genuß von Vollkornbrot), und außerdem wird das Wirtschaftsgeld länger reichen. Im Roggen sind nämlich die gleichen Nährwerte billiger als im Weizen und im groben Brot billiger als im feinen. Im Vollkornbrot find mehr wertvolle Nährstoffe, und daher ist sein Sättigungswert auch größer. Es ist also in aller Interesse, zur Hebung der Gesundheit und Durchführung einer sparsamen Wirtschaftsführung, daß noch mehr als bisher Vollkornbrot verbraucht wird. sogenannte gute Zimmer der Wohnung darstellen mochte. Frau Carlotti sah sich nicht viel um Sie ließ sich in den roten Plüschsessel sinken, letzt spurte sie doch ihre Beine und wartete. An der gegenüberliegenden Wand, ihr Blick konnte nicht ausweichen, hing unter Glas das Bild eines Kompaniefeldwebels in der Friedensunisorm der Kaiserjahre. Oh, sie kannte sich als Oftlziers- tochter aus. Das dicke Buch vor der Brust steckte vorschriftsmäßig un der Stelle des zweiten und dritten geöffneten Uniformknopfes. Frau Carlotti reckte sich ein bißchen, die Uniform besser zu erkennen, denn das Glas spiegelte Garde natürlich, 4. Garderegiment zu Fuß. Parademarsch: Denkste denn, du Berliner Pflanze, denkste denn ich liebe dich weil ich mit dir tanze. Sie schmunzelte. Onkel Beter war Adjutant beim Bataillon gewesen damals wie lange war das her, damals, als Papa >u den Maikäfern kam als Oberstleutnant. Ja. roie lange mar das her? 1913 letztes Friedens,-.^ Sie war 33 gewesen ober 34. Natürlich, 34 mürbe fie ™ hem Jahr. 1900, mit 20 Jahren hatte sie den Privatdozenten Leonhard Carlotti geheiratet Sehr gegen den Willen der Eltern, die ihr Onkel Peter zugedacht hatten, den Bataillonsadiutanten mit bn großen Aussichten, denn er war ein von Windegger und der alte Baron Windegger stand bei Ma;esta in Aber fie hatte chon immer ihren Kopf für sich gehabt Si° heiratete den Dr. phil. Leonhard Das Firmenschild war so groß, daß man es nicht Nl-rsehen konnte. Es nahm fast die ganze Flache te linken feststehenden Flügels der Wohnungstur piL Die Dame im schwarzen modischen Stoffmantel, -esten Schnitt und der Silberfuchsbesatz etwas über 6)eu Preis auslagten, war die beiden Treppen von k Potsdamer Straße herauf zu Fuß gestiegen Carlotti. . Sie hatte es niemals bereut. Peter Windegger fiel vor Lüttich. Das war gleich am Ansang Der Vater starb 1917 in den Karpathen an emer Ruhr^ Leonhard kam wieder aus dem großerKrieg. C sah seine beiden Jungen aufwachsen, die sie ihm nohnrPH hatte den Ludwig und den Gerhart. Er Lr Mer"al^sie Als er »ugkid) mü ö-r Prosesiur hen Lehrstuhl bekam, war er ein alter UJtann. HU früh für sie Aber sie fand sich darein. Die Jungens waren da! Sie lebte mit ihnen tue Sorgen und Note. Sie blieb jung mit den beiden. Aber als Leonhard dann 1929 starb, als die Jungen erwachsen und nerforgt waren, war ihr Leben mit knapp 50 Jahren erledigt. Sie iah gut aus, sicherlich hätte sie noch einmal Dekaten tonnen; aber sie dachte nicht daran. Das laa nun schon wieder zehn Jahre zurück, cheute war sie 59 Jahre, und die Erschütterungen '"Wie^war^stdenn auf diesen Lebensabriß getonv ich um folgendes: Sie machte eine Paust. Der Gedanke kam ihr, ob es vielleicht angebracht sei, ihren Mädchennamen zu nennen. Der ehemalige Feldwebel mußte den Oberslleutnant späteren Oberst von Angerstein kennen Vielleicht war das dem Mann ein Ansporn, und er arbeitete verläßlicher? Aber sie unterlieg die Namensnennung und schob den Gedanken weg. Was der Herr Zacharias herausfinden sollte, war einfach Er würde Erfolg haben. Besser, er erfuhr von dieser nicht ganz sauberen Wäsche gar nicht so genau, wem er sie wusch. Denn Frau Carlotti, bei aller Selbstsicherheit und Willensklarheit, schämte sich ein bißchen. Sie war diefen Weg zu dem Detektiv allein und ohne Mitwisser gegangen. Ludwig, ihr ältester Sohn, durfte selbstverständlich nichts davon wissen. Ihn zu überlisten galt es ja gerade. Seine Frau Julia hätte womöglich zu ihm gehalten, wurde sie erfahren haben, was die Schwiegermutter vorhatte. Julia liebte Ludwig; und wenn Frauen lieben, handeln sie sogar gegen ihre Interessen. Nein Julia hatte sie nichts sagen dürfen, obgleich Julia natürlich von dieser Jwanka wußte und darunter litt. Aber womöglich verteidigte sie in irgendeinem Winkel ihres Herzens Ludwigs Untreue. Sie waren lange genug verheiratet, er wurde zu ihr zurückfinden, dachte vielleicht Julia. Da war sie anders, die verwitwete Frau Henriette Carlotti. Bei ihr hieß es, wer nicht zu mir steht, ist gegen mich. Zwischenlösungen lehnte sie ab Sie war in Münster im Kloster ausgewachsen und erzogen worden. Ihr Glauben hatte ihr immer sehr viel bedeutet. Vielleicht kam es daher, daß |ie so gerade, vielleicht sogar etwas hart und intolerant lwar. Ähr Stolz war es in den trüben Zeiten des ’üifte, Ueberwachungen. . wnnh Bei dem Wort Ueberwachungen mußte lemanD Ritt dem Einholekorb oder mit dem Sparers ock ^en das Schild gestoßen haben. Das w und les c in Ueberwachungen waren von de ^ Ema lle -gestoßen. Die Dame las anfangs stuchttg und irlaunt: Überraschungen. Ihre Stirn furchte! sich lllÄerraschungen? Natürlich; wenn man zu . üttettiD ging mit dem Plan wie sie rhn vorhatte, k:rbe das im weiteren Verlauf wohl Ueber- |to।jungen zutage fördern. Der Mann hatte ganz Iteilt, das gleich warnend an feine Tur zu schoben, Sr Mund bog sich ein bißchen; in den Win eln Ipt-anqen Falten auf. Aber dann wurde ihr^ Gesicht --der ernst. Sie drückte auf den Klingelknopb I Ein junges bläßliches Mädchen, dem man die I Büroarbeit anfah, öffnete ihr. .. ..Mein Name ist Carlotti , sagte die Dame „ich lichte Sjerrn Zacharias sprechen Allem und oloru hqo bin für zchn Uhr angemeldet." Ihr Stimme hir klangvoll; mehr dem Alt °stg°nahert als dem Upran. Sie sprach bestimmt, w,e lemand der eb ; jatoDnt ist, Anordnungen zu geben, die wide bemühen. Wenn heute in aller Welt der deutsche Mensch wieder feldstbewußt sein Haupt erhebt und sich mit Stolz zu seinem grohdeutschen Volke bekennen kann, so ist dies einzig und allein ein Verdienst des Führers und seiner nationalsozialistischen 3bee. Zum erstenmal in der Geschichte unseres Volkes sind die deutschen Stämme enb gültig geeint. Unsere mißgünstigen und gehässigen Gegner stehen vor der geballten Kraft des deutsch-germanischen Menschentums mit seinen Erb- und Schöpferwerten. Es ist uns nicht bange um den Ausgang des jetzigen Ringens. , , _ Mancherlei Umgestaltung hat das studentische Leben an unserer Universität erfahren. Wohl haben sich die Ausdrucksformen studentischen Lebens geändert, aber der Geist auf unseren Hochschulen ist der gleiche geblieben. Waren unsere Kameraden von Langemarck und Dixmuiden, unsere Kommilitonen in unzähligen Schlachten und Gefechten des Welt- NSG. Gegen feindliche Fliegerbomben müssen auch unsere Haustiere vor der Einwirkung chemischer Kampfstoffe oder Giftgase — wie der Volksmund meist sagt — geschützt werden. Dem vorbeugenden Schutz ist hierbei größte Bedeutung beizumessen. Denn dieser ist weitaus leichter durchführbar, als später notwendig werdende Entgsiftung. Deshalb Stallungen und Schuppen möglichst gas- sicher Herrichten. Sämtliche Oeffnungen (Fenster, Türen, Lustschächte, Luken) in ähnlicher Weise wie bei starkem Frost üblich abdichten, mit Brettern zunageln, mit Stallmist oder Lehmbrei zuschmieren. Türen und Fensterauslaaen mit stoffumwickelten, mannesarmstarken, fest geflochtenen Strohseilen benageln, die bei drohender Luftgefahr mit Chlorkalkbrühe durchseuchtet werden. Stalltüren mit mehreren Schichten Papier oder Pappe bekleben, vor, während und unmittelbar nach Luftangriffen Ställe geschlossen halten, um den aus dem faulen- ben Harn sich entwickelnden Ammoniak als wirksamen Helfer gegen Kampfstoffe zu erhalten. Behelfsmäßigen Atemschutz gewähren Säcke oder Tücher, die mit Soda- oder doppelkohlensaurer Natronlösung getränkt sind. Die Tücher müssen über Maul- und Nasenöffnung gezogen und zugebunden werden. Wertvollen Tie- ii«*i i Itr**: 1 #11*1 'Kl iino % I je ■>j (he sie ausbrechen sammeln sie sich, indem sie die ^»iiiäösten Bäume ihres Futterplatzes besetzen. Sie ■ ioden in dem kahlen Geäst reglos und wie erstarrt, :C- [eiterne, große Früchte, die nur der Winter kennt. »- So verstärken sie über dem weißen Untergrund der ikiil'osen Schneefläche das gegensätzliche Schwarz r* • [bei Bäume und Sträucher. Sobald sich aber die i Beine am Horizont senkt und ein rötlicher Schim- me: den grauen Himmel überfliegt, breiten die M Kühen ihre Flügel und rudern mit weit ausholen- frer Schlägen ihrem Nachtquartier zu. Mag sich der Md auch ihnen entgegenstemmen und ihre schwarze Sal Ulke zu zerstreuen versuchen, sie halten ihre Bahn an! kämpfen sich durch, so schwer es ihnen auch V nMchmal wird. Lange ziehen sie lautlos dahin, ehe I eip heiserer Schrei ertönt und da und dort wieder- 1)0'2 wird. Sie fliegen rasch und in lockerer Gruppe. <| Er gibt keinen Vordermann, keine Reihen, keine h* und Nachhut. Jeder Vogel fliegt, wie es ihm bc ebt, Überholt und läßt sich Überholen. Dennoch ; M fein Vogel den andern und das Tempo des Zcwarms ist verblüffend. Die untergehende Sonne im Rücken jagen fie dahin, als seien sie auf der I Die Nacht soll sie nicht unterwegs über- rat)en. Im fernen, eisigen Nebel zerfließt ihr Flug- bil wie ein Wölkchen schwarzen Rauchs. | Ranchmal, wenn der Hunger sie weiter und weiter llarieben hat, haben sie einen langen Weg. Dennoch ||K sie in der Frühdämmerung wieder die ersten ||wt die vom Walde kommend, sich menschlichen Sdlungen nähern. Wer gewohnt ist, zeitig auszu- sicca, hört die rauhen Ruse des lautlos über die Dcher der Stadt segelnden Geschwaders, wie er in de Dämmerstunden des Vorfrühlings das Flöten- X fazert der Amseln vernahm. | >b der Schwarm noch vollzählig ist wie am Amd? In diesen harten Tagen des Frostes lauert bt: Tod auf die Krähen in vielerlei Gestalt. Da fie südlich find, auf den Siedern die Saat fressen und -WllGles andere vernichten, was ihnen erreichbar ist, nitieieli , Gumr 18-39/ü .wecke < gesucht I in dü ,nz. j "Ä Mllen an den Schläfen graue Locken hervor Sie blieb aufatmend vor dem Schild stehen. Cs U::r aus Emaille, die Schrift leuchtete schwarz auf !o«ß. Johann Zacharias stand da. Darunter, g - -irrt gewissermaßen: Detektei. Und dann wi der litoas kleiner in den Buchstaben: Ermittlungen, Aus- flut ihnen der Jäger nicht nur mit der Flinte, federn auch mit Gift nach. Gestern sah ich die -—r! Huren eines Todeskampses einer vergifteten Krähe Mlen<| !i in Sd)nee. Wie muß fie sich flatternd und kreisend J! f hbeguält haben, ehe fie mit ausgebreiteten Schwin- ....... P. B. »l- L L nmcht chii-„ tm. Leb°n fchw°r. W mulCniUm , ^ften Trimester- 1940 zur feierlichen Jmmatrikula- ' Trt.n Ä Ls f,ctau5= tion. 325 Studierende nahmen daran teil. Zahlreiche strapazen- Studenten erschienen in der feldqrauen Uniform, |üt?e5 strs'sen sie andere in der blauen Uniform der 'Luftwaffe, einige Beter, um neue gutterplage zu fudjen. Seiner der ,n t,er schwarzen Uniform der Tankwaffe. Auch eine und SrMchwarzen Loge, sondert sich von ^stattliche Anzahl Studentinnen war anwesend. Vor [eiwrn Schwarm ab. Sie halten gemeinsame Tafel ^er Fahne des Dritten Reiches stand eine Büste des .„I ötiipm ’/l rfPT (in itlittJiifprn nhor imnAnn Kam Unser neuer Vornan. Nachdem wir in der Samstag-Ausgabe unseres Blattes den Abdruck des Romans „Der rechte Mann für Birkenhof" zu Ende geführt haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Nummer des Gießener Anzeigers mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen nicht geringeren Erfolg in allen Leserschichten versprechen dürfen, zudem wir dabei die Bekanntschaft mit einem Autor erneuern, der schon mehrfach in unseren Spalten zu Worte kam. „Ein Mann, der nicht genannt fein wollte-, von Frank F. Braun, ist ein Kriminalroman von ganz ungewöhnlicher Spannung, der uns vom ersten bis zum letzten Kapitel gefangennimmt. Frank F. Braun hat schon, wie viele unserer Leser sich mit Vergnügen erinnern werden, bei seinen früher hier erschienenen Romanen „Das Halsband", „Schattender Vergangenheit", „Geheimnis der Heide" und „Unbekannte Fracht" bewiesen, daß er fesselnd, dramatisch und spannend zu schreiben versteht. Wir sind gewiß, daß auch dieser neue Roman des beliebten Autors, der soeben erft in einer führenden Berliner Zeitung erschienen ist, allen unseren Lesern und Leserinnen in Stadt und Land eine höchst unterhaltsame, von Fortsetzung zu Fortsetzung mit freudiger Erwartung begrüßte Lektüre bieten wird. Verleihung -es Treudienst-Ehrenzeichens. Der Führer hat dem Dermessungsobevinspektor Karl Steuernagel und dem Vermessungsinspektor Wilhelm G o n t r u m für mehr als 40jäh- rige treue Dienstzeit das goldene Treudienst-Ehrenzeichen, dem Vermessungsrat Wilhelm Dieter für mehr als 25jährige treue Dienstzeit das silberne Treudienst-Ehrenzeichen verliehen. Die mit dieser Auszeichnung geehrten Beamten sind beim Vermessungsamt Gießen-Land tätig. Schulfeiern am 30. Januar. Das Reichsministertum für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung gibt bekannt: Am 30. Januar, dem Tage der nationalen Erhebung, fällt der Schulunterricht nicht aus. In Schulfeiern, die gegebenenfalls auch im Klafsenverdand ab geh alten wer- den können, wird auf die Bedeutung des Tages hingewiesen werden. Wie wir auf Anfrage beim Kreisschulamt Gießen hören, gilt die vorstehende ministerielle Anordnung nur für diejenigen Schulen, in denen gegenwärtig der Schulunterricht im Gange ist. Betriebsjugendappell bei Bänninger in Gießen. Zu einem Betriebsfugerrdappell versammelte sich die Jugend der Firma Bänninger in der mit den Fahnen des Reiches geschmückten Kantine. Eine be- forrdere Note erhielt der Appell durch die Anwesenheit des Bannführers Kramer (Offenbach). Nach einem gemeinsam gesungenen Lied und einem Vorspruch, vorgetragen von einem Jugendlichen, eröffnete der Betriebsjugendwalter den Appell. Er konnte als Gäste «die Vertreter der Firma, den Kreisjugend- walter und den Bannführer begrüßen. Nach einer Ansprache des Vertreters der Firma Dr. B u d e n f i ck sprach Bannführer Kramer zu der angetretenen Jugend. Er ging einleitend auf die Vorgeschichte des uns aufgezwungenen Krieges ein, stellte die Kräfte heraus, die einstmals in Deutschland ihr Unwesen trieben mrd dann in London und Paris nichts anderes taten, als zum Kriege gegen Deutschland zu Hetzen. Bannführer Kramer zeigte dann an Hand von Beispielen der Jugend, wie auch sie chre Pflicht tun kann und muß in und außerhalb ihres Berufes, genau wie der Soldat seine Pflicht bis zum letzten tut auf dem Platz, auf den er gestellt wird. So muß Front und Heimat ein feftgeschweihter Block sein. Alle müssen auf den Führer sehen, der uns in dem uns aufgezwungenen Kriege zum Siege führen wird. Nach Dankesworten an den Bannführer schloß der Betrieb sjugendwalter den Appell Mit dem Gruß an den Führer und mit dem gemeinsam gesungenen Lied der Jugend. kann. Er fährt zu dem Mädchen hin, sobald er Zeit findet und sich von uns unbeobachtet glaubt. Ich bin fest überzeugt, er unterhält sie und schleppt das Geld aus dem Haus." ,Jst denn genug da. gnädige Frau?" „Was, genug da?" Sie verstand seinen Zwischenruf nicht ganz, denn chre Gedanken waren schon weiter. „Eben Geld." „Wahrscheinlich. Hungern tut deswegen natürlich keiner. Aber bedenken Sie doch, was sich daraus entwickeln kann!" Ihre Backen röteten sich. Wahrscheinlich sah sie ein Zukunftsbild, das ihr höchst ärgerlich war. „Viel mehr kann sich nun eigentlich nicht noch daraus entwickeln", sagte Herr Johann Zacharias kenntnisreich in gerade dieser Materie. die Dame einen Beruf?" ,^Ja. Sie ist Künstlerin." „Welcher Art? Vermutlich Tänzerin?" „Wie kommen Sie auf Tänzerin?" „Die Möglichkeit, eine Tänzerin kennenzulernen, beispielsweise in einem Ballhaus, ist für Herren, wie ich Ihren Sohn einschätze, eher einmal gegeben." „Nein, Tänzerin ist sie nicht. Sie ist beim Theater und beim Film." „Den Namen, bitte." „Schreiben Sie ihn sich auf. Iwanka Gospik. Haben Sie? Gut. Wohnt in Wilmersdorf. Sie werden es herausfinden. Suchen Sie zu erfahren, wer sie ist, wo sie herkommt, der Name klingt nicht deutsch, wie oft mein Sohn zu ihr kommt, ob sie auf eine Trennung der Ehe hinarbeitet, ob sie gefährlich ist, ob sie ihn liebt, ob man sie mit Geld von ihm wegbekommen kann, — kurz, berichten Sie mir, was Sie in Erfahrung bringen können. Ich habe mir sagen lassen, so etwas besorgen Sie ausgezeichnet." Herr Zacharias verneigte sich im Sitzen. „Sie dürfen sich vollkommen auf mich verlassen", sagte er. „Kann ich Sie anrufen, wenn etwas vorliegt? Kann ich Ihnen, ohne Absender versteht sich, ins Haus schreiben?" „Schreiben Sie. Rufen Sie an. Wie Sie wollen. Nur achten Sie darauf, daß Sie wirklich mit m i r sprechen. Frau Henriette Carlotti. Meine Schwiegertochter — wir wohnen im selben Haus übereinander — heißt Julia mit Vornamen. Das kann man eigentlich nicht verwechseln. Wenn Sie schreiben, vermerken Sie recht deutlich, Nettelmann- straße 10, erster Stock." „Weiß jemand in Ihrer Familie; von dem Auftrag, den Sie mir gaben?." Vereinstagungen in Gießen. Turner in froher Kameradschaft. Bei guter Beteiligung fanden sich am Samstagabend die Altersturner, Turner und Turnerinnen des Turnvereins 18 4 6 Gieß en zu kameradschaftlicher Gemeinschaft im Hotel Kobel ein, um auch in der Gegenwart den Zusammenhalt zu pflegen, der im Interesse der Leibesübungen heute mehr denn je notwendig ist. Vereinsführer Wiegand hieß alle Teilnehmer willkommen, begrüßte die Altersturner und vor allem die Turner, die im Ehrenkleid des Soldaten teilnehmen konnten. Er wies darauf hin, daß sich die Turner in der Heimat jederzeit herzlich den Turnern an der Front verbunden fühlten und alles getan werde, um diese Verbindung zu pflegen und zu erhalten. Die Feldpostbriefe, die dem Verein zugehen, werden jeweils den Dereinsmitgliedern zur Kenntnis gegeben und so ein lebendiger Austausch herbeigeführt. Der Verein halte es dabei für eine Ehrensache, alle Wünsche, die aus dem Felde auf ihn zukommen, zu erfüllen. Den Turnern werde auch regelmäßig über das turnerische Leben in der Heimat berichtet werden. Darüber hinaus verspreche der Verein den Feldgrauen, daß alle Aufmerksamkeit auch weiterhin der Jugend und ihrer körperlichen Ertüchtigung zugewandt werde. Im Laufe des Abends wurden zahlreiche Feldpostkarten geschrieben, denn aus den Reihen des Vereins stehen 63 Kameraden unter den Fahnen. Nachdem Kamerad Franz Sauer ein Wort des Generalfeldmarschalls Hindenburg verlesen hatte, nachdem er in Gedan-kenverbindung damit an die Reden Johann Gottlieb Fichtes an die deutsche Nation erinnert und auf Fichtes enge geistige Verbindung mit Friedrich Ludwig Jahn hingewiesen hatte, las er alle die seit Weihnachten eingegangenen Feldpostkarten und -briefe vor. Aus allen Briefen und Karten sprach die tiefe Freude der Turnkameraden an der Front, die zu Weihnachten mit einem Geschenkpäckchen bedacht worden waren. In immer wieder anderer Form betonten sie ihre Verbundenheit mit dem Verein und schrieben manches Wort eines felsenfesten Glaubens an den deutschen Sieg und baldigen Frieden. Nachdem der Vereinsführer noch darauf hinge- wiesen hatte, daß demnächst die Turner unserer engeren Heimat (Gießen, Wieseck, Klein-Linden und Heuchelheim) sich in größerem Kreise treffen werden, erzählte Turnkamerad G l a g o w in vielen Einzelheiten von eigenen Erlebnissen während des Weltkrieges und trug damit zur Unterhaltung bei. Bei manchem gemeinsam gesungenen Lied, bei Musik einer Ziehharmonika und bei geselliger Unterhaltung blieb man noch geraume Zeit beisammen. Jahreshauptversammlung des Oberhessischen Gebirgsvereins. Der Zwetgverein Gießen des OberheMchen Gebirgsvereins hielt am gestrigen Sonntag im Hotel Hopfeld feine diesiährige Jahreshauptversammlung ab. Der Veretnsführer, PostiNspe'ktor a. D. Lucas, konnte hierzu zahlreiche Mitglieder begrüßen. Er gedachte des im letzten Jahre verstorbenen Wanderfreundes, Postinspektor Johannes Schad, zu dessen Ehren sich die Versammelten von chren Plätzen erhoben. Hieraus legte der DereinsfÜhrer den Jahresbericht vor. Im abgelaufenen Jahre kormte das aufae- stellte Wanderprogramm fast restlos durchgesührt werden. Infolge des Krieges ist nur die Wanderung im September ausgefallen. Die dreizehn durchgeführten Wanderungen waren durchweg gut befuckst. An den Wanderungen nahmen 304 Personen teil. Im April fand auf der Badenburg ein Treffen mit Marburger Wanderfreunden vom Zweigverein, im Juni ein solches in Gladenbach mit den Freunden vom Marburger Wanderverein 07 statt. Die Sternwanderung zum Frauenberg bei Marburg wird allen in guter Erinnerung bleiben, auch die Beteiligung an der Hauptversammlung in Homberg an der Ohm im Juli brachte schöne Erlebnisse. Die Wanderungen führten in die engere und weitere Heimat und brachten den Teilnehmern manch schönes Stück Heimaterde nahe. Neben den Wanderungen brachten auch die Monatsoersammlungen, die gleichfalls gut besucht waren, wertvolle Anregungen. Sechzehn Wanderfreunden konnte das silberne und einem, Fritz Geldmacher, das goldene Wanderabzeichen überreicht werden. Die Mitgliederzahl hat sich nicht verändert, eine Anzahl Mitglieder steht unter den Fahnen. Auch der Kassenbericht ergab günstige Verhältnisse. Wanderfreund Steinhäuser als Rechnungsprüfer sprach der Vereinsführung Dank und Anerkennung aus. Der Vereinsfuhrer dankte allen seinen Mitarbeitern. Wie der Vereinsführer mitteilte, wird dem Kriegs-WHW. ein namhafter Betrag zugeführt. Anschließend wurden weitere Vereinsangelegenheiten behandelt. Sodann gab der Vereinsführer dem Abscheu über das fluchwürdige Verbrechen des englischen Geheimdienstes gegen den Führer in München Ausdruck. Mit innerster Bewegung gedenken Deutschlands Wanderer des Führers in Treue, und sind voll tiefster Dankbarkeit gegen die Vorsehung, die ihn in seinen Schutz genommen hat. Mit dem Sieg Heil auf den Führer wurde der geschäftliche Teil beschlossen. In froher Runde saßen die Wanderfreunde dann nach einige Zeit beisammen. Bon den Fünfzigern -1890/1940. Am Samstag kamen im „Burghof" die 50er des Jahrgangs 1890/1940 zu einer ersten Besprechung zusammen. Man war sich darüber einig, daß man auch im Krieg die alte Gießener Tradition fortsetzen müsse, die die in Gießen geborenen und die in Gießen wohnenden Fünfziger zu einer Kameradschaft vereinigt. Im Laufe der vielen Jahre, durch die diese Fünfzigervereinigungen schon bestehen, haben sie sich als erfreulicher Mittelpunkt echter Heimat- und Freundschaftspflege erwiesen. Die frohen Feste gesunder Lebensfreude, die im Rahmen der Fünfzigerfeiern seither abrollten, werden allerdings in diesem Jahre eine kriegsbedingte Einschränkung erfahren, aber deshalb sollen doch die diesjährigen Fünfziger eine heimatverbundene Kriegskameradschaft aufgiehen, an der insbesondere auch die zu den Waffen einberufenen Kameraden ihre Freude haben sollen. Wer aus Familienbeziehungen weiß, welche Werte für die Gießener mit den Fünfzigervereinigungen verbunden sind, wird diesen Grundsatz nur begrüßen. Die Einladung an die auswärts wohnenden Gießener des Jahrgangs 1890/1940 sollen demnächst hinausgehen. Die diesjährigen Fünfziger hoffen, daß sie ebenso starken Anklang finden wie in vergangenen Jahrzehnten. Gerade die lange von der Heimat abwesenden Gießener haben die Fünfzigerfeier schon immer zum Anlaß genommen, ihr geliebtes Gießen einmal wiederzusehen. Immer sind sie von weither gekommen, ja sogar schon über den Ozean haben sie sich eingefunden, um im Kreise der Jugendfreunde erinnerungsreiche frohe Stunden zu verleben. H, R. Verkehr nicht mehr gewachsen mar, ist durch b-h Verlängerung der Wilhelmstraße vom Aulweg bi, zum Ohlenbergweg und von hier ab durch di, Schaffung eines • neuen Bahnüberganges an bet Gelnhaufener Strecke eine neue übersichtliche Um« leitungsstraße mit Zufahrt nach dem Schiffenberget Weg entstanden. Landkreis Gießen. + Grünberg, 28. Jan. Dieser Tage verstarb der älteste Mann unserer Stadt, Rech nungsrat Ludwig Schmidt, im Alter von neunzi« Jahren. Er stammte aus Bad Kösen (Thüringens und kam im Jahre 1903 als Postmeister an bas hiesige Postamt, das er bis zu seiner Ruhestands- Versetzung im Jahre 1915 verwaltete. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Tendenz fest. Frankfurt a. M., 27. Januar. Aus dem Pub- likum setzten sich auch zum Wochenende kleine An- lagefäufe fort; daneben wollte man auch Anschaf, tun gen von Großanlegern beobachtet haben. Die Börse verkehrte daher am Aktienmarkt in un« vermindert fester Haltung und brachte zu den ersten Kursen bei verhältnismäßig regen Umsätzen durch schnittliche Befestigungen von 0,50 bis 1 v. H. Darüber hinaus stiegen Scheideanstalt bei voller Zu- teilung um 2,50 v. H. auf 242,50. Im Vordergrundes Interesses standen erneut JG.-Farben mit 175,25 (174,50) sowie Montanaktien: Verein. Stahl 106,90 (106,75), Mannesmann 116,40 (115,50), Deutsche Erdöl 151,50 (151), Buderus 101 (100,75), Ilse Genuß 164,75 (164). Im übrigen kamen vorerst mir noch Daimler Motoren mit 129 (128) und Eßlinger Maschinen mit 116 (115,50) zur Notiz. Weiter vernachlässigt schienen Elektropapiere, wenngleich auch hier etwas höhere Kurse genannt wurden. Am Rentenmarkt konzentrierte sich die Nach frage weiterhin auf Pfandbriefe, Reichsschatzamvet«: sangen, Industrie - Obligationen und Steuergutscheine II, in letzteren war die Nachfrage fedoch stiller als am Vortag. Serie I ruhig und wenig verändert 5prozentige Industrie-Anleihen ließen teilweise etwas nach. Liqui-Pfandbriefe und Stadt« anleihen wenig verändert. Reichsaltbesitzanleib, 0,40 v. H. fester mit 140,75, aber ReichSvahn-DA. 0,65 v. H. gedrückt auf 126,50. Im Verlaufe war die Entwicklung bei absolut fester Grundstimmung etwas uneinheitlich, da einige Mattstellungen des Berufshandels erfolgten. Die Kurse wurden aber nur ganz vereinzelt und nut geringfügig davon berührt. Das Geschäft ließ aller- dings merklich nach. Deutsche Erdöl 152 nach 151,50, Verein. Stahl 106,75 nach 106,90, JG.-Farben schwankten zwischen 175 bis 175,25. Von später notierten Werten Harpener 166 (164,50), dagegen Demag 146,50 (147,50), Rheinstahl 139,50 (140). Der Freiv er kehr war ruhig bei fester Grund- stimmung. Tagesgeld unv. 1,75 v. H. ** Ein Achtzigjähriger. Am morgigen Dienstag kann der Privatier und frühere (Saftnrirt Robert Meufer, Wernerwall 1, in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Dem alten Herrn unseren herzlichen Glückwunsch. ** 75 Jahre alt. Arn heutigen Montag wird der Bierbrauer i. R. Heinrich Weber, Riegel- Pfad 90 wohnhaft, in bester geistiger und körperlicher Frische 75 Jahre alt. Dem alten Herrn, einem langjährigen, treuen Leser des Gießener Anzeigers, gilt auch urtfer herzlicher Glückwunsch. „Niemand bis jetzt. Meinem Sohn Gerhart werde ich gelegentlich, wenn ich Ihr Material habe, Mitteilung machen und ihn zu Rate ziehen. Im Augenblick weiß er noch nichts." ,Jhr Herr Sohn Gerhart wohnt auch bei Ihnen im Haufe?" „Nein. Er wohnt zwar manchmal ein paar Tage ober auch Wochen bei mir, aber im allgemeinen ist er nicht in Berlin. Er ist Ingenieur und baut an den Reichsautobahnen." „Aber wenn er in Berlin ist, wohnt er bei Ihnen?" „Ich sagte es ja eben. Er hat bei mir noch sein Junggesellenzimmer. Es ist eine Fünf-Zimmer- Wohnung, die ich habe. Sein Zimmer ist immer bereit, auch wenn er überaschend kommt." „Sie sagten, Sie wohnen im selben Haus wie Ihr Sohn Ludwig?" „Ja. Können Sie das mcht fassen? Ludwig ist mit Julia verheiratet und wohnt im Erdgeschoß. Ich wohne im ersten Stock. Klar? Adresse Nettelmann- straße 10. Im Vorderhaus ist der Laden, im Hinterhaus, »Gartenhaus^ sagt der Berliner, sind die Wohnungen. Verstanden?" Sie sah ihn mitleidig an. . ,Zetzt ist alles ganz klar. Danke vielmals", sagte Herr Zacharias. Er schob ihr einen weißen bedruckten Bogen hin. „Möchten Sie hier bitte unterschreiben. Ihren Namen und die Adresse. Nein, nicht für mich", er wehrte ihren Blick ab, „ich habe alles behalten. Aber es muß sein, eine Formsache." Er reichte ihr den Füllfederhalter. „Also dann", sagte Frau Carlotti, und sie unterschrieb nochmals mit ihrem Namen und der Adresse. Dann stand sie auf. Herr Johann Zacharias öffnete ihr die Tür und stand stramm, als erkenne er die Tochter seines Obersten in ihr. Dann ließ er den Fahrstuhl aus dem vierten Stock kommen und fuhr sie hinunter. Als er allein wieder hinauffuhr, rieb er sich die Hände, obgleich es ein ausgesprochen warmer Tag zu werden versprach. Fräulein Iwanka Gospik wohnte in einem der hübschen Neubauten in der Nähe des Kurfiirsten- damms. Das Haus enthielt zur Hauptsache kleine Wohnungen, sehr kleine sogar. Iwanka Gospik wohnte im Erdgeschoß. Die beiden Parterrewohnungen hatten zusammen nur 5 Zimmer und 2 Küchen. Iwanka Gospik bewohnte ihre beiden Zimmer allein. Morgens kam ein junges Mädchen, kaufte einiges in den Geschäften ein, besorgte die Zimmer und kochte das Mittagessen. Nachdem das Geschirr ge- 1 säubert und die Küche wieder aufgeräumt war, blieb Iwanka Gospik allein. Zum Nachmittagskaffee kam dann meist Otto- *♦ Schließung der verlängerten L i e- bigstraße zwischen Aul- und Erdkauterweg. Dieser Straßenzug, der Eigentum der anliegenden Jnduftriefirmen ist und bisher als Privatstrahe diente, ist seit kurzer Zeit durch eine Einfriedigung im Zuge des Aulwergs geschlossen. Dadurch ist das hinter dieser Einfriedigung liegende Jndustriegelände ein in sich geschlossenes Grundstück geworden, dem nunmehr weitere Ausbaumöglichkeiten gegeben sind. An Stelle des weggefallenen Straßenzugs, der dem dort eingetretenen starken Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) $. $t in G. Die Frage, wer die Treppe zu beleuchten hat, ist im allgemeinen im Mietvertrag ober in der Hausordnung geregelt. Ist dies nicht der Fall, fo ist zu sagen, daß grundsätzlich der Der. Mieter nicht verpflichtet ist, für die Treppenbeleuchtung zu sorgen, es sei denn, daß ein anderweitiger Ortsgebrauch besteht. Ein solcher Ortsgebrauch dürfte für Gießen nicht anzunehmen fein, so daß der Mieter die zu seiner Wohnung gehörende Treppe zu beleuchten hätte, und zwar üblicherweise bis um 9 Uhr im Winter, im Sommer bis um 10 Uhr abends. Verletzt der Mieter die ihm obliegende Pflicht, so kann er sich unter Umständen schadensersatzpflichtig machen, jedoch kann außerdem der Vermieter haftbar fein, wenn er es unterläßt, darüber zu wachen, daß der Mieter seiner Pflicht nachkommt. Da der Mieter an sich zur Beleuchtung verpflichtet ist, kann er mit einem angemessenen Betrag zu den Kosten der Beleuchtung herangezogen werden. Erich Hegg, brachte viel zu viel Kuchen mit, kochte mit ihr zusammen den Kaffee und dann redeten sie. Otto-Erich Hegg von Liebe, Iwanka Gospik von ihren Nöten, von ihren Aussichten und von der Kunst im allgemeinon. Dabei verstanden sie sich ganz gut. Er war Schauspieler. Keine Größe am Bühnenhimmel, kein strahlender Stern, aber brauchbar und verwendungsfähig für jeden Direktor. Er war gut angezogen. Sein Vater, ein pensionierter Stadtrat, konnte ihm dann und wann etwas zu- stecken. Otto-Erich war verliebt Iwanka fand ihn nett. Daß er sie ganz offenbar liebte, störte sie nicht. Sie kannte mit ihren zwanzig Jahren und der etwas slawischen eigenartigen Schönheit ihres Gesichts die Männer eigentlich nur in dem erheiternden Zustand leichter Verwirrung. Sie war schlank, neigte aber zur Rundlichkeit. In zehn Jahren würde sie es schwer haben, die Verfettung zu vermeiden. Im Augenblick war das noch ein betonender Reiz ihrer Körperlichkeit. Sie stammte aus Ragusa, bas heute Dubrownik heißt, hatte blaue Haare wie eine Mexikanerin, ein blasses, breites, aber hübsches Gesicht mit etwas zu starken Lippen, schönen weißen Zähnen und tiefen, dunklen Augen. Otto-Erich Hegg hatte ein Gedicht auf ihre Augen gemacht und sie nicht geradezu neuartig mit dem Meer zur Nachtzeit verglichen. Aber eine Damenzeit- schrift hatte die Verse ttotzdem gebracht. Für das Honorar hatte sich Otto-Erich Hegg eine tiefblaue Krawatte gekauft von der Farbe der befundenen Augen. Er selber war blonblich und das volle Haar wich ihm weit aus der Stirn zurück, was dem Gesicht etwas Kühnes gab. Er hatte graublaue Augen und wenn er lachte, sah er aus wie ein Primaner, obgleich er nun schon an die dreißig ging. An diesem Mittwoch war Otto-Erich Hegg nach der Probe, die nur bis zwölf gedauert hatte, nach Hause gefahren. Er hatte es vom Theater nicht allzu weit bis zur Kurfürstenstraße, unten beim Eben-Hotel, und er kam bei Frau Herder gerade zum Mittagessen zurecht. Frau Herder war eine rundliche Frau in den vierziger Jahren. Ihr Mann hatte den Beruf eines Lokomotivführers und war infolgedessen viel unterwegs. Dafür kam er manchmal überraschend nach Hause und sie rechnete eigentlich immer mit einem dritten Esser, wenn sie das Mittagsmahl richtete. Ihre Tochter Friedel war die eine Person, sie selber .die zweite und die dritte entweder der Mann oder der Untermieter; denn wenn Otto-Erich Hegg es I irgendwie eirrrichten konnte, aß er gern bei Frau Herder, die ihm dafür nicht zuviel anrechnete, dafür sorgte Friedl die Tochter, die in den Schauspieler verliebt war. Das hatte sich nicht als eine Liebe auf den ersten Blick damals beim Einzug Heggs ergeben, fonbern aus dem netten kameradschaftlichen Neben- und Beieinander hatte sich bei ihr eine stille Siebe entwickelt, von der Hegg kaum etwas, Mutter Herder aber um so mehr bemerkte. Friedel Herder war Kassiererin. Sie hatte einen guten Posten und verdiente so ordentlich, daß sie jeden Monat eine runde Summe zur Sparkasse bringen konnte. Frau Herder fand das überflüssig. Sie war mehr dafür, zu verbrauchen, was man in die Hände bekam. Wer konnte wissen, was morgen sein mürbe. Sie hatte den Krieg und die Inflation miterlebt. Seitdem sparte sie nicht mehr. „Ich bin vielfache Millionärin gewesen, Friedel", pflegte sie zu sagen. „Mir hat's gereicht." Aber Friedel wußte, daß andere Zeiten gekommen waren und daß es besser war, fein Geld zusammenzuhalten für den Zeitpunkt, wo man es brauchen würde. „Mein Verlobter soll einmal kein armes Mädchen heiraten müssen." „Dein Verlobter! Haste denn einen in Aussicht?" Fnedel Herder war ansehnlich. Mit 25 Jahren ist man auch noch nicht alt. Sie lachte ihre Mutter an, daß die Zähne blitzten. „An jedem Finger einen, wenn ich wollte!" rief sie. Frau Herder sttahlte. Sie war stolz auf chre Tochter. „Schöne Zähne haste", sagte sie froh. „Trotzdem du doch bloß sone halbe Portion warst, son Kriegskind, das nichts in die Knochen gekriegt hat. Bist überhaupt ein hübsches Mädchen geworden. Ich glaube schon, daß dir die Kerle nachlaufen. War bei mir früher auch so. Wir haben foroas, weißte, A habe als junges Mädchen auch immer mächtige Schangsen gehabt. Lach nid)! Ich hieß am Hermann« 1 platz ybie schöne Annemaries In allen Ehren, versteht sich! Ich hätte den einen Bolle heiraten können, 1 der hatte damals fein Milchgeschäft, wo heute das ! Restaurant von Schmittlein ist. Aber ich wollte nicht. I Ich liebte deinen Vater. Er war nicht immer so I knarrig wie heutzutage. Nee, das barffte nicht denken. Er war schneidig. Wie er vom Militär kam, ich sage dir..." Sie mußte ihre Rede unterbrechen. Die Wohnungsklingel hatte angeschlagen. Friedel lief zur Tür und öffnete. „Ach, Herr Hegg", sagte sie heiter, „Sie fallen uns gerade ins Mittagessen." „Das tut mir leid, ich wollte nicht stören." I (Fortsetzung folgt)