Samstag, 28. (Sonntag, 29. September 1940 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Ansetgen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nackläüe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstanel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/« mehr M Gießener Anzeiger von einzelnen Nummern .£32», General-Anzeiger für Oberhessen ^»iehen.^ch»lftratze 7-9 Der Dreimächtepakt von Berlin. iß/ ' K/, i • w ;x x • w : -■ u ** ♦ Im Anschluß an die Unterzeichnung des Deutsch-Jtalienisch-Japanischen Dreimächtepaktes tm Großen toaal Der Jceuen " Anwesenheit des Führers ein feierlicher Staatsakt statt, dem die Mitglieder der Königlich Jtallemschen und der Kaiserlich zahlreiche Reichsminister und Reichsleiter sowie Vertreter der Wehrmacht und der in- und ausländischen Presse beiwohnten Dcwon^^ Bild Links vom Führer sitzen der italienische Außenminister Graf Ciano und der Kaiserlich Japanische Botschafter m Berlin, Exzellenz Kuru, u G°n7 Ä- sieht man den Reich-Minister de- Auswärtigen n °n R ib b °ntrop beim Verlesen der Erklärung der Re.ch-reg.erung,- (Scherl-Bild erdienst-M.) Die Grundlagen für eine neue Weltordnung. Berlin, 27. Sept (DRV.Funkspruch.) heule nachmittag wurde im Großen Saal der Heuen Reichskanzlei zwischen Deutschland, Italien und Japan ein Dreimächtepakt unterzeichnet In Anwesenheit des Führers fand im Anschluß an die Unterzeichnung ein feierlicher Staatsakt statt, dem die RUtglieder der königl. italienischen und der kaisert japanischen Botschaften, zahlreiche Reichs- minisier und Reichsleiter, sowie Vertreter der Wehrmacht und der in- und ausländischen Presse beiwohnten. Die Unterzeichnung des Paktes nahm für die Reichsregierung der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, für die königt itaNenifche Regierung der königt italienische Wim- ster des Aeuheren Graf Ciano und für die kaisert japanische Regierung der kaisert japanische Botschafter in Berlin kurusu vor. Der Wortlaut des Vertrages. Der Dreimächtepakt hat folgenden Wortlaut: Die Regierungen von Deutschland, Italien und Japan sehen es als eine Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden an, daß jede Ration der Welt den ihr gebührenden Raum erhält Sie haben deshalb beschlossen, bei ihren Bestrebun- gen im grohostasiatischen Raum und in den europäischen Gebieten Seite an Seite 3U stehen und zusammenzuarbeiten, wobei es ihr vornehmstes Ziel i?, eine neue yrdnnng der Dinge zn schaffen und aufrechtzuerhalten, die geeignet ist, Gedeihen und Wohlfahrt der dortigen Völker zu fördern. Es ist ferner der Wunsch der drei Regierungen, die Zusammenarbeit a u f s o l ch e Rationen in anderen Teilen der Well auszudehnen, die geneigt sind, ihren Bemühungen eine ähnliche Richtung wie sie selbst zu geben, damit so ihre auf den Weltfrieden als Endziel gerichteten Bestrebungen verwirklicht werden können. Dementsprechend haben die Regierungen von Deutschland, Italien und Japan folgendes vereinbart: Artikel 1. . Japan anerkennt und respektiert die Führung Deutschlands und Italiens bei der Schaffung einer neuen Ordnung in Europa. Artikel 2. Deutschland und Italien anerkennen und respektieren die F ü h r u n g I a p a n s bei der Schaffung einer neuen Ordnung im großostasiatischen Raum. Artikel 3. Deutschland, Italien und Japan kommen überein, bei ihren Bemühungen auf der vorstehend angegebenen Grundlage zusammenzuarbeiten. Sie übernehmen ferner die Verpflichtung, sich mit allen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Bütteln gegenseitig zu unter st ätzen, falls einer der drei vertragschließenden Teile von einer Wacht angegriffen wird, die gegenwärtig nicht in den europäischen Krieg oder in den chinesisch-japanischen Konflikt verwickelt ist. Artikel 4. Um den gegenwärtigen Pakt zur Durchführung zu bringen, werden unverzüglich gemeinsame technische Kommissionen zusammentreten, deren Witglieder von den Regierungen Deutschlands, Italiens und Japans zu ernennen sind. Artikel 5. Deutschland, Italien und Japan erklären, daß die vorstehenden Abmachungen in keiner Weise den politischen Status berühren, der gegenwärtig zwischen jedem der drei vertragschließenden Teile und Sowjetrußland besteht. Artikel 6. Der gegenwärtige Pakt soll sofort mit der Unterzeichnung in Kraft treten und zehn Jahre, gerechnet vorn Tage seines Inkrafttretens an, in Geltung bleiben. Rechtzeitig vor dem Ablauf dieser Frist werden die hohen vertragschließenden Teile, falls einer von ihnen darum ersucht, in Verhandlungen über seine Erneuerung eintreten. Zur Urkund dessen haben die Unterzeichneten, von ihren Regierungen gehörig bevollmächtigt, diesen Pakt unterzeichnet und mit ihren Siegeln versehen. Ausgefertigt in dreifacher Urschrift in Berlin am 27. September 1940 — im 18. Jahr der faschistischen Aera — entsprechend dem 27. Tage des neunten Wonats des 15. Jahres Showa. Block der Ordnung. Als am 22. Juli 1940 ein neues Kabinett unter der Führurlg des Fürsten K o n o y e die politische Bühne Japans betrat, wurde dieser Vorgang nicht als Regierungswechsel hingenommen, wie er in diesem Lande unter einer ursprünglich westlich- parlamentarischen Formen nachgebildeten Verfassung nicht gerade selten gewesen war, sondern vom japanischen Volk als, der Entschluß zu einem grundlegenden Systemwechsel innen- wie außenpolitischer Art betrachtet. Vor nunmehr neun Jahren, im September 1931, hatte die japanische Kwantung-Armee die Besetzung der Mandschurei begonnen und mit der Errichtung des Kaiserreiches Mandschukuo im März 1934 den ersten Schritt zu einer Neuordnung im ostasiatischen Raum getan. T>em japanischen Volke konnte erst langsam klar werden, welch ungeheure Aufgabe es sich da gestellt Halle und daß es diese Aufgabe mit den überkommenen Regierungsformen nicht werde lösen können. Denn diese Aufgabe, deren Inangriffnahme nicht nur den Widerstand Chinas auslöste, sondern auch die heftigste Gegnerschaft der beiden westeuropäischen Großmächte und der Vereinigten Staaten fand und von Rußland damals zumindest mit Argwohn beobachtet wurde, forderte die äußerste Kraftentfaltung des japanischen Volkes, sollte sie zu dem gesteckten Ziel führen. Die parlamentarische Regie- rungsform, die sich nach hem Sturz der Feudalherrschaft des Shogunats im Sttl des uns aus der fränkischen Geschichte bekannten Hausmeiertums Mitte des vorigen Jahrhunderts immer mehr her- ausgebildet hatte und die mit der wachsenden Industrialisierung und Kommerzialisierung des einstmaligen Bauern- und Fischerlandes auch dem Großkapital, das sich in der Hand weniger Familien zusammenballte, maßgebenden Einfluß auf die Politik gestattet hatte, erwies sich zu einer Konzentration der Kräfte und zu einer zielbewußten Führung immer weniger geeignet, je mehr es sich heraus- stellte, daß der im Sommer 1937 aus einem lokalen Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke nördlich von Peking sich entwickelnde Krieg mit China zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung über den Führungsanspruch Japans im ostasiatischen Raum geworden war, die den Einsatz der vollen Kräfte des japanischen Volkes erfordern würde. Wenn anfangs die Wehrmacht der Schrittmacher dieses Führungsanspruchs war und bestimmenden nung des Dreimächtepaktes. Der Führer begrüßte die Vertreter der vertragschließenden Regierungen und nahm dann in der Mitte des Tisches Platz, zu feiner Rechten Außenminister Graf Ciano und der kaiserlich japanische Rotschafter Kurusu, zu seiner Linken Reichsaußenminister v. Ribbenttop. Dann nimmt Reichsaußenminister v. Ribbentrop das Wort. Nach Beendigung des Staatsaktes empfing der Führer in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärttgen v. Ribbentrop den königlich italienischen Minister des Aeußeren Graf Ciano und den kaiserlich japanischen Botschafter in Berlin Kurusu. Glückwünsche des Führers. Berlin, 27. September. (DNB.) Aus Anlaß der Unterzeichnung des Dreierpaktes zwischen Deutschland, Italien und Japan fand folgender Telegrammaustausch statt: Der Führer an Seine Majestät den König von Italien und Albanien, Kaiser von Aethiopien: „Eure Majestät bitte ich, in dieser Stunde, in der Italien, Deutsckstand und Japgn ihrer Verbundenheit durch den Abschluß des Dreimächtepaktes einen neuen weltumspannenden Ausdruck gegeben haben, meine herzlichsten Wünsche für das Wohlergehen Eurer Majestät und das Glück und Gedeihen des italienischen Volkes entgegenzunehmen. (gez.) Adolf Hitler. Der Führer an den Duce: „Duce! Soeben ist der Dreimächtepakt zwischen dem faschistischen Italien, dem nationalsozialistischen Deutschland und dem heldenmütigen Japan unterzeichnet worden. Der Pakt bringt die tiefe innere Verbundenheit unserer Länder und die Uebereinstim- mung ihrer Ziele erneut zum Ausdruck. In diesem historischen Augenblick gedenke ich, Duce, Ihrer in freundschaftlichster Gesinnung und aufrichtiger Ka- meradschast. (gez.) Adolf Hitler. * Der Führer an Seine Majestät den K a i s e r v o n Japan: „Die historische Bedeutung des soeben unterzeichneten Dreimächtepaktes zwischen Japan, Deutschland und Italien gibt mir Veranlassung, Eurer Majestät und des aanzen japanischen Volkes in aufrichtiger Verbundenheit zu gedenken. (Gez.) Adolf Hitler." Empfang im Kaiserhof. Berlin, 27. Sept. (DNB.) Aus Anlaß der Unterzeichnung des Dreimächtepaktes gab Reichsaußenminister v. Ribbentrop einen Empfang im Kaiserhof zu Ehren des italienischen und japanischen Außenministers. Auch der spanische Innenminister Serrano S u n e r und der spanische Botschafter nahmen daran teil. Von deutscher Seite waren u. a. Generalfeldmarschall Keitel, Reichsführer ff Himmler, Stabschef Lutze, Reichsminister Lammers, Staatsminister Meißner, Korpsführer Hühnlein, der Reichssportführer, die Staatssekretäre Weizsäcker, Bohle und Keppler und die deutschen Botschafter in Rom und Madrid von Mackeysen und von Stohrer zugegen. Oie Unterzeichner des Oreimächtepakts. Unser Bild zeigt die Unterzeichner des Dreimächtepakts, den japanischen Botschafter in Berttn, Exzellenz Kurusu (links), Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop (Mille) und (rechts) Italiens Außenminister GrafCiano. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ■ / *«*,, :s Der Akt der Unterzeichnung. Berlin, 27. Sept. (DNB.) Der große Empfangssaal in der neuen Reichskanzlei, in dem die Unterzeichnung des Dreimächtepaktes von Berlin und im Anschluß daran ein feierlicher Staatsakt in Anwesenheit des Führers vor sich ging, hatte des äußeren Schmuckes nicht bedurft. Der hohe lichte Raum mit den Hellen Farben und den großen Berg- friftallüftern war ein prächtiger Rahmen für das Ereignis weltpolitischer Bedeutung. An der Sttrn- front stand ein großer Tisch piit Schreibzeugen und einem Mikrophon, hinter einem großen Blattpflanzenarrangement verborgen, Scheinwerfer und die Aufnahmeapparaturen der Kamera- und Filmmänner. Kurz vor 13 Uhr treffen die Teilnehmer an dem feierlichen Staatsakt in der Reichskanzlei em. Die dipkomatifchsn Vertretungen der beteiligten Nationen, ferner Vertreter aus Staat, Partei und Wehrmacht, man sieht die Generalfeldmarschälle Keitel und Milch, Reichsminister Lammers, Staatsminister Dr. Meißner, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsführer ff Himmler, Reichspressechef Dr. Diettich, die Reichsleiter Bouhler und Bormann, die ©eneralgberften Fromm und Übet, den Präsidenten der Deutsch-Italienischen Gesellschaft, Reichssportführer v. Tschammer und Osten, und den Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Admiral a. D. Förster. Punkt 13 Uhr werden die Saaltüren geöffnet. Der Reichsminister des Auswärttgen v. Ribbentrop betritt mit dem königlich- italienischen Außenminister Graf Ciano und dem kaiserlich-japanischen Botschafter in Berlin K u - rufu den Empfangssaal, begleitet von Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker, dem italienischen Botschafter Dino Alfieri und dem deutschen Botschafter in Rom von Mackensen. Reichsminister von Ribbentrop nimmt an der Mitte des Tisches Platz, zu seiner Rechten Graf Ciano, zu seiner Linken Botschafter Kurusu. Der Reichsaußenminister begrüßt die Teilnehmer und erteilt dem Gesandten Schmidt das Wort zur Verlesung des Abkommens. Darauf wird der Text auch in italienischer und japanischer Sprache durch den Gesandten Ditetti und den Botschaftsrat Rase verlesen. Die Unterzeichnung nimmt für die Reichsregierung der Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbenttop, für die italienische Regierung der italienische Minister des Aeußeren Graf Ciano und für die japanische Regierung der japanische Botschafter in Berlin Kurusu vor. Wieder flammen die Scheinwerfer auf, surren die Aufnahmeapparate, um den bedeutsamen Augenblick für die Nachwelt festzuhalten. Nach der Unterzeichnung wurde das Eintreffen des Führers angefünhigt. Während sich die Teilnehmer von den Plätzen erhoben hatten und den Führer, der von feinem Adjutanten begleitet war, mit dem deutschen Gruß empfingen, meldete ihm Reichsminister v. Ribbenttop die Unterzeich- Einfluß schwere Zerstörungen erzielt. 3n anderen Rüstungswerken Mittel-Englands entstanden heftige Explosionen und anhaltende Großbrände, auch Hafen und Gaswerke von Southampton erlitten durch Bombentreffer schwere Beschädigungen. Bei Liverpool gelang es, eine Schleusenanlage und ein Handelsschiff zu treffen. Einzelne feindliche Kriegsfahrzeuge wurden an der Kanalküste durch gutliegende Salven der Marineartillerie vertrieben. Fernkampfbatterien der Kriegsmarine nahmen Dover unter Feuer. An der f ch o t < i f ch e n Küste wurde ein Geleitzug mit Bomben angegriffen. Zwei Schiffe erhielten Volltreffer und gerieten in Brand. 3m Laufe des Tages kam es zu verschiedenen für die deutsche Luftwaffe erfolgreichen Luftkämpfen. Nächtliche Vergeltungsangriffe richteten sich in erster Linie wieder gegen London. Ferner wurden die Hafenanlagen von Liverpool vnd Birkenhead mit Bomben schweren Kalibers belegt. 3n allen Fällen waren heftige Brände die Folge. 3n den Speicheranlagen von Liverpool entstand Großfeuer. Bei den militärischen Zielen von London, vor allem nördlich und südlich der Destindia-Docks, konnten zahlreiche Explosionen mit nachfolgenden Brün- den beobachtet werden. Zahlreiche kleinere Brandherde entstanden im übrigen Kerngebiet der britischen Hauptstadt. Der Feind, der bei Tage keine Angriffe unternahm, flog in der Rächt zum 27. September nur mit schwachen Kräften nach Holland, Belgien und Rordfrankreich und mit einzelnen Flugzeugen in das nordwestdeutsche Grenzgebiet ein. Planlos abgeworfene Bomben richteten nirgends militärischen Schaden an. Die britische Luftwaffe verlor gestern insgesamt 27 Flugzeuge, davon 24 im Luftkamps und 3 durch Flakartillerie. Sechs deutsche Flugzeuge kehrten nicht zurück. Lin U-Boot versenkte zwei bewaffnete feindliche Handelsschiffe von zusammen 8700 KRI. Die öesahung eines Kampfflugzeuges unter Führung des Hauptmannes Storp zeichnete sich bei den Angriffen auf Miltelengland durch wagemutigen Tiefangriff besonders aus. 3m Sturzfluq auf Southompfon. Neuyork, 28. Sept. ((Europaprefc.) Zu dem deutschenLuftangriff auf kriegswichtige Objekte in Southampton während der Nacht zum Freitag berichtet der amerikanische Funk, daß es sich hierbei um den bisher schwersten Angriff auf den englischen Kriegshafen gehandelt habe. In zwei großen Wellen wurde Die Hafenstadt angegriffen und im Sturzflug bombardiert. Große Jndustriewerke seien zerstört worden. Einem wütenden Sperrfeuer trotzend, seien die deutschen Flugzeuge auf ihre Angriffsziele gestoßen und hätten zahlreiche hochexplosive Bomben abgeworfen. Zahlreiche Tote wurden aus den zerstörten Industrie- werken geborgen. Hnnplfchriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hanptlchriftleiters: Emst Blumschetn. verantwortlich für Politik iteutlleton und Wider: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wtrtfchast und Sport: Emst «lumichein. Druck und Verlag: Lrühlsche Universttütsdruckerei R. Lange ft. G. Verlagsletter: Dr.Iaa. Erich Hamann: Snzeigenleiter: fcanS Beck. LerantwortKch WdestNM.He? 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Das, was von uns nie bestritten, Frankreich und England an Kulturleistungen ajif- zuweisen haben, war gewiß nicht das, was'von uns „Barbaren geschützt werden sollte. Denn das ist durch uns im Ansehen der Welt und in. der Wirkung auf die Zeitalter mehr gefördert worden als durch die Geburtsländer. Man braucht nur an Shakespeare zu erinnern oder an den Ruhm, der großen französischen Malern beispielsweise in Deutschland bereitet worden ist — beides bis zur Ungerechtigkeit gegen das unterschätzte Eigene. Nein, nein! Diese Kultur braucht nicht vor uns gerettet zu werden. Und — Pech für die Feinde! — die Schöpfer solcher Kultur haben oft genug aus genauester, bitterster Erkenntnis die eigenen Völker sehr kulturwidriger Eigenschaften anklagen müssen. Ob Voltaire die Franzosen em Zwischending zwischen Tiger und Affe nennt oder Swift seine lieben Engländer so über hat, daß er nicht einmal seine Der Dreimächtepakt im Echo der Weltpresse. Rom: Eine heilsame Warnung an alle Kriegshetzer. anschließen." Erster Widerhall in USA X °°n uns besitzt, wofern er ein vernünftiges und heilig- V°nt.l unseres qerzens. Wer man L(.n r-:- mjrf (gründe wissen wir überhaupt klagen kann, kann auch nicht jubeln, wer nicht Glück undWiTf" chmesi. meinen kann kann nicht lochen und wen nwmu s S Mritmeiler erzählt: „Ein alter Mann lebte die Verzweiflung niebermirit, der kann sich nicht -r° Mt feinem Sohn auf einem verlassenen Fort auf heben: wer nicht ftirbt, kann nicht aufersteyen, nicht Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! der Höhe eines Berges, und eines Tages begab es sich, daß er eins von seinen Pferden verlor. Da kamen die Nachbarn, um ihm zu diesem Ungemach ihr Beileid zu bezeigen, aber der Alte fragte sie: ,Woher wißt ihr denn, daß es ein Unglück ist? Einige Tage darauf kam das Pferd nach Hause und brachte ein ganzes Rudel wilder Pferde mit, und die Nachbarn erschienen wiederum und wollten ihm zu solchem Glücksfall ihre Glückwünsche darbrin- aen, der Alte aber versetzte: ,Woher wißt ihr denn, daß es ein Glückssall ist?' Seit so viele Pferde zur Verfügung standen, begann der Sohn des Alten eine Neigung zum Reiten zu fassen, und eines Tages brach er das Bem. Da erschienen die Nachbarn wieder und drückten ihr Beileid aus, und der Alte sprach zu ihnen: »Woher wißt ihr denn, daß es ein Unglück ist?' Im Jahre darauf gab es Krieg, aber der Sohn des Alten brauchte mit seinem Körperschaden nicht ins Feld zu ziehen." — Hier könnten wir Abendländer fortfuhren und dies Gluck von den Nachbarssöhnen, die für das Vaterland kämpfen dürfen, als ein Unglück beklagen lassen. Doch wie dem auch sei: der deutsche Weise jedenfalls geht über den chinesischen hinaus, indem er uns die Kraft zusprichtt selber jeden Augenblick des Lebens, den günstigen wie den ungünstigen, zum das „Stirb und werde!" erleben. Wenn Nietzsche 1 die Lust verkündet, die tiefer ist als Herzeleid und tiefe, tiefe Ewigkeit will, so vermag sie doch nur aus der Tiefe des Wehs und aus dem Vergehen in ihr ihre noch größere Tiefe zu finden. Im Goethricben Gedicht heißt es: „Ein jeder sucht im Arm fccö Freundes Ruh, da kann die, Brust in Klagen sich ergießen." Und es ist ein Maßstab für die Freundschaft, ob wir in ihr auch Klagen an- timmen dürfen und anhören können. Nur darf das Klagen kein Sichbeklagen und kein Anklagen des Lebens fein. Wer dem Leben Freund ist und in die Kunst des Lebens eingeweiht werden will, dem muß über dem eigenen Jubeln und Klagen ein Wissen schweben, daß Schmerz und Freude im Grunde Gnes sind. Wir bedürfen keiner DorherUgunaen, im Gegenteil: wir erleben und — des: >en das Abenteuer des Lebens am besten, roenn /r uns jeden Augenblick neu von ihm überraschen i ff en und, statt uns nach einzelnen Konstellationen zu richten, von vornherein nur die eine große Richtung auf das Leben innehaben und in Bereitschaft sind, alles, was uns zustößt, was auf uns zukommt oder auch auf uns zuschlägt, unwillkürlich zu empfangen oder zu parieren. Geschickt ist das, was uns geschickt wird wir aber sollen geschickt sein, ihm niemals aus dem Wege zu gehen. Denn unsere Kunst und unser Vorrecht besteht ja eben darin, den günstigen wie den ungünsttgen Augenblick wahrzunehmen und zum bestmöglichen zu machen. Mögen wir nicht wissen, was gut für uns ist — zum Bestmöglichen können wir alles erheben, auch was uns als das Bosest- mögliche zu treffen schien. Diese Lebenstapferkeit ist zugleich Lebensfrömmigkeit, wenn sie uns dazu bringt, im Glück nicht übermütig zu werden und im Unglück nicht zu verzagen. Alle Höhen versinken in Tiefen, und alle Tiefen steigen als Höhen auf. Wer oben stützt, mutz wissen, daß der Weg naturnotwendig wieder abwärts führt, aber es bleibt ein Weg, und nur wenn wir zittern und uns schwindelt, wird es ein Sturz. Und wer einen Tief- und Tiefstpunkt erreicht hat, kann getrost sein, daß ihn die Welle, die chn verschlang und duckte, im gleichen Maße wieder empor- trägt Erntezeiten sind schön, obwohl auf ihnen schon die Wehmut des Herbstes und des kommenden Mnters liegt, allein ebenso schön ist die Oede unserer Brachzeiten, wo unser Acker ruht und viel- , leicht schon das Korn in ihm schlummert und keimt. , Im Reichtum müssen wir uns unserer Armut be- : wutzt werden, und äußere Armut kann unermetz. bestmöglichen zu machen. „Glück oder Unglück — zwei Ausdrücke für die Arbeit Gottes an uns", läßt Ina Seidel m ihrem „Wunschkind" sprechen. Dieser Arbeit chlle zu halten, einzig darauf konnnt es am 23er sein Unglück für unverdient hält, der muß erst recht sein Glück als unverdient erkennen. Und was von bei- dem ist denn überhaupt gut, was schlecht für uns. Eher noch können wir es als eine Begünstigung uni> Auszeichnung betrachten, vom Leben hart, als von ihm weich angefaßt zu werden. Glück hat nur Wert und ist nur reines Glück, wenn wir es uns wenigstens nachttäglich verdienen, und Unglück können wir in Glück verwandeln. Mag das Schicksal aus der einen Hand schwarze, aus der anderen heitere Lose auf uns fallen lassen — es liegt an uns, aus den einen wie den anderen Gewinn zu ziehen. Hebbel hat von Schiller gesagt, immer habe das S^icksal geflucht und immer habe Schiller gesegnet. Mit dem allen ist nun keineswegs gefordert, daß wir niemals klagen sollen. Die Klage ist das große und heilige Venttl unseres Herzens. Wer nicht N e u y o r k, 27. September. (DNB.) Die Unterzeichnung des Berliner Paktes, den interessierte Neunorker Kreise noch vor wenigen Tagen durch das Ausftteuen falscher Gerüchte zu verhindern suchten, schlug in den Vereinigten Staaten wl e eine Bombe ein und löste in derjenigen USA.= Presse, die den Eintritt Amerikas in den Krieg wünschte, eine Mischung von Bestürzung und schlecht verhehlter Wut aus. Welch weltgeschichtliche Bedeutung die Neuyorker Presse dem Päkt beimißt, geht schon aus dem Umstand hervor, daß entgegen sonstiger Hebung der volle Text des Paktes von allen Blättern frontseitig gebracht wird. In den Berliner Meldungen der Associated Preß heißt es, nach Ansicht neutraler Beobachter solle der Ver- ttag in erster Linie sicherstellen, daß die USA. im Falle des Kriegseinttitts im Pazifik einer so großen Flotte gegenüberstehe, daß Amerika nicht imstande sei, England im Atlantik oder im Mittelmeer zu helfen. Die japanische Flotte sei die drittgrößte der Welt und fast so stark wie die deutsche und italienische Flotte zusammen. Wenn also die Vereinigten Staaten sich in den Krieg einmischen wollten, so wüßten sie auf zwei F-r o n te n k amp f e n und bereit «fein, den Kampf gegen 250 Millionen Deutsche, Italiener und Japaner aufzunehmen. Keiner der beim Unterzeichnungspakt Anwesenden, so schließt der Bericht, habe die Bedeutung des Paktes als Warnung an Amerika mißverstanden. Japan und USA Rom, 28. Sept. (Europapreß.) Die Gewährung einer A n l e i h e von 25 Millionen Dollar durch die Washingtoner Regierung an Marschall Tschiangkaischek, hat, wie die italienischen Blätter aus Tokio melden, in Japan lebhafte Entrüstung hervorgerufen. Der Außenminister habe sich noch nicht erklärt, aber die japanische Presse betrachte diese amerikanische Geste als eint Repressalie der USA. wegen des japanischen Vorgehens in Jndochina. Das Blatt „Mi- kayo" sehe voraus, daß die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern in einen gespannten Abschnitt eintteten würden. Schrottausführverbot der USA. Rom, 27. September. (Europapreß.) „Piccolo" erfährt aus Washington, Roosevelt habe ein Dekret erlassen, wonach ab 15. Oktober die Ausfuhr von Eisen- und Stahlschrott aus den USA. untersagt wird. Ausgenommen von dem Verbot wären Großbritannien und die Staaten Jbero-Amerikas. Roosevelt habe weiter das Gesetz unterzeichnet, das die Export- und Jmportbank ermächtigt, den südamerikanischen Ländern einen Kredit von 500 Millionen Dollar zu eröffnen, um ihre Wirtschaft in der gegenwärtigen Kriegskonjunktur zu erleichtern. Ferner habe die USA.-Regierung die Export- und Jmportbank ermächtigt, Tschiang- kaischek 25 Millionen Dollar zu leihen und für 30 Millionen Dollar chinesisches Wolfram z u k a u f e n. Macht. . Die „Tribun a" sagt, der Abschluß dieses Bündnisses sei die logische Folge des Unterscheidungs- Prozesses, den die Achfenpolitik betreibe, der Scheidung zwischen den Anhängern des alten plutokratt- schen Systems und den jungen Mächten. England, das sein würgendes Einkreisungssystem um die Achsenmächte habe schaffen wollen, liege nun allem und immer wieder geschlagen am Boden. Das Bündnis wolle verhüten, daß der Krieg noch gefährlichere Erweiterungen erfahren könne. Das Bündnis stelle eine Warnung bar an jene an verschiedenen Stellen der Welt vorhandenen Kreise und Strömungen, die noch England zu Hilfe kommen wollten. „L a v o r o F a s c i st a" stellt den Dreipakt unter den Gesichtspunkt des Kampfes der jungen autoritären Staaten gegen die falsche Demokratie und ihre Hegemonieansprüche, dem auch Japan im Saufe der Entwicklung beigetreten |ei, und schreibt: „Das Bündnis von heute sagt klar, daß in Europa und in Asien Mächte bestehen, die schon wahrhaft siegreich und s ch o n H e r r t h r e r Lebensräume sind. Sie betrachten weder mit Begehrlichkeit noch mit Drohungen die anderen Mächte in anderen Erdteilen, aber sie verlangen, daß diese Mächte die R e ch t e d e r anderen achten, wenigstens in dem Maße, wie sie s e l b st Achtung und Desinteressement für die Vorgänge tn der Neuen Welt verlangen " Die „Gazetta bei Popolo" schreibt, ^tzer England sollte sich niemand über dieses Bündnis beunruhigen, das man infolge der früheren Vereinbarungen der drei Staaten und der Verwandtschaft ihrer politischen Anschauungen sowie ihrer In* teressensolidarität leicht vorausfeh en konnte. Gewiß muß das Bündnis England zu denken geben. Seine Unüberlegtheit bet der Entfesselung des europäischen Krieges wird jetzt besttaft. Der Krieg gegen England erfaßt jetzt alle Erdteile, wo das britische Weltreich Interessen hat: Europa, Afrika, Asten und Ozeanien. Für die Vereinigten Staaten bedeutet das Bündnis keine Drohung. Niemand hat je Amerika bedroht. Die britische und jüdische Propaganda in der amerikanischen Presse sucht den Amerikanern klar zu machen, Deutschland und Italien bedrohten ihre Interessen. Das ist ganz falsch. Niemand in Deutschland und Italien hat Lebenstapferkeit. Von Hans Brandenburg Mit dem Worte Lebenskunst wird viel Mißbrauch getrieben. Manche glauben, es ließen sich darüber Rezepte abfassen und befolgen, und was sie lehren oder lernen, ist doch bestenfalls nur ein Trick, den sie cherausbekommen, eine bloße Technik, die vielleicht nützlich und brauchbar, aber von einer Kunst fo weit entfernt ist wie eine Maschine von einem Götterbild. Ja, der Titel eines Lebenskünstlers ist höchst fragwürdig geworden, denn man versteht darunter nur allzu "oft einen kalten und selbstischen Genüßling, der sich auf Kosten anderer gute Tage macht, einen wenn auch glänzenden und blendenden Schmarotzer. Man möchte mit solch zweifelhaftem Ehrennamen wahrlich einen Goethe, auf den er mit Vorliebe angewandt wird, gern verschont sehen chn, der jederzeit auch dem Leid die unbewehrte Brust aussetzte, der nur im Würdigsten beschäftigt, der ein ewig Schenkender und darum em Entsagender war und dem Menschsein Kämpfersein bedeutete. licher innerer Reichtum sein. Schmerz ist die Kelter für unseren besten Wein. Jedesmal, wenn uns ein Wunsch für immer versagt wird, werden wir von einem Wahn geheilt. Ein Ziel, das wir mit aller Kraft nicht erreichen können, lag auch nicht auf unserem wahren Wege; wenn wir es aber nur auf Umwegen erreichen, so bieten diese vielleicht unsere köstlichsten Begegnungen und Aussichten. Eine Kette vorübergehender Fehlschläge kann die Voraussetzung unseres größten Treffers bilden, jeder Erfolg führt über Mißerfolge, und wer zum Siege berufen ist, gewinnt den stärksten Ansporn aus der Niederlage, die ihn alle seine verbliebenen Streitkräfte überwältigend und entscheidend zusammenraffen lehrt. Gegrüßt und gesegnet also sei jeder Augenblick, der günstige, der ungünstige, weil jeder der bestmögliche sein kann, in jedem die Möglichkeit zu wecken ist, daß er zu unserem Besten dient. Das Leben ist ein ewiges Aufundab, und nur als solches zu lieben und zu meistern. Den ewigen Webstuhl haben wir nicht gemacht, aber wir können lernen, zu weben oder doch mitzuweben. Das Leben läßt wahllos die Fäden schießen, die dunklen und die lichten. Mr können Pfuscher sein und sie verwirren und zerreißen. Wir können aber auch den Einschlag hineingeben mit unserer Seele, unserem Charakter, unserer Persönlichkeit, daß das Gewebe, das mit uns und durch uns entsteht, ein Meisterstück wird. Ein Meisterstück? Nun ja: ein Stückchen — em kleineres, ein größeres — von der Gottheit lebendigem Kleid. Rom, 27'Sept. (Europapreß.) Zum Drelerpakt von Berkin schreibt Gayda im „Glornale d ' Itali a", dem Sprachrohr des Aubenministe- riums, der Pakt sei ein wahrer und eigentlicher Bündnisvertrag, politisch und militärisch, und auf derselben Grundlage abgeschlossen, wie der „Stahlpakt" von Berlin im Mai 1930. Er gehe von der einmütigen Bejahung des Rechtes jedes -Volkes in der Welt, den ihm gebührenden Platz einzunehmen, aus. Es sei das Recht auf die von den Plutokraten den gefunden Arbeiternationen bestrittenen L e - bensräume. Hierin liege der tiefe geschichtliche Sinn des Krieges der Achse in Europa und der des japanischen Krieges in Asien. Die drei Mächte definierten dieses Recht auch vor der Geschichte in ihren verschiedenen Bereichen. Nachdem die geschichtlichen und politischen Positionen sestgelegt find, sichern sich die drei Mächte auch die gegenseitige Solidarität der Verteidigung zu. Das unmittelbare und sichtbare Ergebnis des Paktes sei die endgültige Isolierung Englands und seines Imperiums. Jede Einmischung neuer Kräfte auf dieser Seite geaen die Achsenmächte würde unmittelbar die japanische Gegenpartei an der Seite Italiens und Deutschlands finden. Gayda unterstreicht die Bedeutung des heroischen japanischen Heeres, seiner großen und aktiven Luftwaffe und seiner Kriegsflotte, die die drittgrößte in der Welt ist, betont aber gleichzeitig, daß dieser so gewappnete Verttag niemanden bedrohe. Er ermahne lediglich jene wenigen Unbesonnenen, die sich ih Plänen einer Eittmischung zugunsten Englands wiegen. Es bleibt der Welt nichts anderes übrig, als den unwiderstehlichen und Mächtigen Marsch der neuen Geschichte anzuerken- nen. England bleibt nichts anderes übrig, als den Untergang seines Weltreiches anzuerkennen. Alle Möglichkeiten neuer Versuche und Allianzen sei nun der Weg verlegt. England habe nun zu wählen zwischen der bedingungslosen Uebergabe und der nicht wieder gutzumachenden Zerstörung von allem, was noch übrigbleiben kann von seinem nattonalen Leben und seiner schon auf dem Abstieg befindlichen Der Gründer von Bethel. Der eigentliche Begründer der berühmten Krankenanstalten von Bethel, die vor einigen Tagen das Ziel ruchloser britischer Bombenangriffe gewesen sind, stammt aus unserer nächsten Nähe. Es ist der Bielefelder Pfarrer Friedrich Simon, der in dem Pfarrhaus zu Rodheim an der Hor- loffals das siebente Kind des damaligen Pfarrers und späteren Superintendenten von Oberhessen, Dr. Friedrich Simon, geboren wurde. Erst mehrere Jahre nach der Gründung übernahm Friedrich von Bodelschwingh die Anstalt, die schon damals mtt etwa 150 Kranken belegt war. Friedrich Simon starb 1912 zu Bielefeld. In einem Aufsatz über das Rodheimer Pfarrhaus, den wir demnächst in unserer Beilage „H e i m a t i m B i l d" veröffentlichen werden, wird auch des Begründers der Bethelfchen Anstalten, von denen fo viel Segen ausgefttahtt ist, gedacht werden. Familie mehr erblicken will, ja sogar die Spiegel verhängt, um nicht sein eigenes englisches Gesicht zu sehen, das mag gleich gelten! „Kultur" muß in jenem absurden Satz der Feinde offenbar etwas anderes heißen — vielleicht Gold, vielleicht Dividenden, vielleicht Ausbeutung und Aussaugung des Arbeiterstandes oder der kleinen Nationen; jedenfalls etwas, wogegen! man sich den Zorn eines ehrlichen kulturschöpferischen „Barbaren" einigermaßen vorstellen kann. Aber die läppische Verleumdung Deutschlands soll uns nicht nur erheitern und nur Satire reizen! Sie soll uns auch zum zufälligen Ausgangspunkt für wichtigste Ueberiegungen dienen. Wie die Wirtschaft, wird nicht minder Kunst, Kultur, geistiges Leben der kommenden Zeit in Europa ganz stark von Deutschland bestimmt werden. Ohne Vorschriften und Gesetze natürlich! Rein vorbildhaft, durch die Europa führende Kraft und Macht des deutschen Volkes wird das Schaffen feiner ^Schöpferischen für die lebendigen Geister aller eropärschen Völker maßgeblich sein. Verantwortungsvolle Aufgabe für die Natton im Gedanken an die aufhorchende Menschheit — wie die Aufgabe des einzelnen Künstlers verantwortlich ist durch das Bewußtsein, seine Nation achtet auf das, was er schafft! Die nationalsozialistische Erziehung des Volkes hat der Kultur und der Kunst eine neue, viel wichtigere Stellung angewiesen und bereitet, als sie sie früher hatten, und hat beiden menschheitlichen Aeu- ßerungsarten damit neue, höhere und ernstere Ausgaben gewiesen, greifbare Ziele ihnen gesteckt, die bisher am meisten fehlten. Im alten Deutschland, wie natürlich überall sonstwo, war der Schaffende, der Kulturträger, nicht nur verführt, sondern fast dazu gezwungen, durchaus nur Individuum zu sein. Die Kunftgemeinde, die sehr kleine Gemeinde für echte Kunst und Kultur, die Gemeinde der verstehend Aufnehmenden, bestand ja auch keineswegs aus einer Volksg^neinfchaft, sondern aus verstreuten, einzelnen Individuen, die sich, ihre Freuden und ihre Schmerzen in der Kunst ausgedrückt sehen wollten und als entwurzelte Einzelne Wir wollen das Wort Lebenskunst gleichwohl nicht preisgeben, sondern es wieder mit seinem wahren, unenfftellten Inhalt erfüllen. Zu diesem Zwecke muß man ihm ein anderes Wort, das Wort Lebenstapferkeit, voraussetzen. Es gibt keine wahre Lebenskunst ohne Lebenstapferkeit. Nur wenn wir uns das vor Augen halten, werden wir die weisen Männer, die uns zur echten Lebenskunst verhelfen möchten, richtig verstehen. Einer der Weisesten, em deutscher Physiker und Philosoph des achtzehnten Jahrhunderts, Georg Christoph Lichtenberg, sagt in seinem berühmten Aphorismen: „Jeden Augenblick des Lebens, er falle aus welcher Hand des Schicksals er wolle, den günstigen wie den ungünsttgen, zum bestmöglichen zu machen, darin besteht die Kunst des Lebens und das eigentliche Vorrecht eines vernünftigen Wesens. Dieser Ausspruch verlangt kein bestimmtes äußeres Verhalten von uns, aber er setzt eine innere Umkehr voraus. Er legt uns keine Pflicht auf — er verleiht uns nur ein Recht ober offenbart uns vielmehr nur ein Recht, das eigentliche Vorrecht, das je daran gedacht, gegen die Vereinigten Staaten in den Krieg zu ziehen. In den Kreisen, in denen itian gern von der Einmischung in die Kriegsangelegenheiten Europas spricht, kann das in Berlin unterzeichnete Bündnis als eine heilsame Warnung gegen diese Kriegshetzer betrachtet werden. Die Achse Berlin—Rom wird zur Achse Berlin- Nom—Tokio. Dieser Achse werden sich alle jungen Erneuerungskräfte für eine bessere Zukunft das vornehme l067D 2 Familien - Caf& in Gießen Widerstand der USA -Farmer gegen die Wehrpflicht. Neuyork, 27. Sept. (Europapreß.) Don einem erheblichen Widerstand gegen die Durchführung des Wehrpflichtgesetzes in den verschiedensten Staaten der Union berichtet der „New Pork Daily Mirror": In Texas habe sich eine Vereinigung von Farmern gebildet, die in zahlreichen Zusammenkünften nicht nur schärffte Kritik an Präsident Roosevelt und dem Kongreß übten, sondern offen dazu auf=e forderten, den Aushebungsversuchen Wider- st a n d entgegenzusetzen. Die Organisation sei nach dem Eingreifen des Justizdepartements jetzt aufgelöst worden, jedoch werde ähnliches aus zahlreichen anderen Staaten berichtet, vor allem aus North- Carolina, Montana, Oklahoma, Georgia. Virginia, Utah und Arizona. Oie Japaner bereits an der Grenze Tonkins und Chinas. Schanghai, 26. September. (DNB.) Die japanischen Ttuppen, die am Mittwochmorgen in der Nähe von Haiphong an Land gingen, rückten, wie das Hauptquartier der japanischen Siidchmaarmee bekanntgibt, in Lan gson ein, dem Endpunkt der von Hanoi zur chinesischen Grenze und darüber hinaus nach Mnnanfu führenden Eisenbahnlinie. Vorher war in Langson eine Verständigung über das Vorgehen zwischen französischen untUjapa- nischen Offizieren erreicht worden. Neue ia^- niiche Minister. T o k i o, 27. Sept. (DNB.) Die Regierung Konoye gibt die Ernennung von Kiyoshi Akita, des früheren Präsidenten des Unterhauses, zum Kolonialminister, von Gotaro Ogawa, der ftüher Kultusminister war, zuyr Eisenbahnminister und von Yasuo Kanomitsu, eines früheren Kolo- nialministers, zum Wohlfahrtsminister bekannt. Was fast man in Spanien? Madrid, 27. Sept (Europapreß.) Der neue Deutsch-Jtalienisch-Japanische Dreimächtepakt wird in Madrid begrüßt als ein diplomatischer Sieg der Achse, dem man eine nicht minder große Bedeutung wie dem Deutsch-Russischen Nichtangriffspakt beimißt. „Arriba" meint, die japanische Entscheidung durste nicht ohne Auswirkung bleiben. Die Engländer spielten va banque mit ihren Hoffnungen, und Englands Verbündete müßten das gleiche Abenteuer mitmachen. ,L1BC" fpricht von einer entscheidenden Entwicklung der internationalen Politik. Der neue Vertrag stehe in seiner Bedeutung art der Seite des Deutsch-Nussi- : schen Nichtangriffspaktes. Während dieser wichtige ; Voraussetzungen für die Kriegführung Deutschlands • in Europa schuf und den Zweifrontenkrieg verhin- i derte, zwinge das Dreimächteabkommen gewisse Demokratien zur Aufmerksamkeit nicht nur in Richtung : Europa, sondern auch in Richtung Pazifik. Deutsch- t land habe wieder einmal einen neuen und brillanten diplomatischen Sieg errungen. ________ was naturgemäß am ehesten bei den wesentlich individuellen Künstlern fanden. Der Staat tat damals nicht viel Verständnisvolles für die Kunst, er kümmerte sich mehr zufällig um sie, dachte nicht daran, das Volk mit seinen besten Künstlern in Beziehung zu setzen, indem er den Wert der Kultur und Kunst, die Liebe zu ihnen lehrte und zum verstehenden Genuß so hoher Güter erzog. Das Publikum, das es für die Kunst gab — statt des Volkes! — und das gegenüber der eben erwähnten Kunstgemeinde häufig recht oberflächlich war, interessierte sich zumeist für seine Unterhaltung und hatte dafür seine bedeutungslosen, viel Geld verdienenden Lieblinge. Goethes Wort im „Faust": „Wir kochen breite Bettelsuppen — da habt ihr ein groß Publikum" war erschreckend wahr. Außerdem war das deutsche Volk in zahllose Parteien und Weltanschauungs-Spielarten zerrissen, von denen keine die geistige und sittliche Einstellung der anderen teilte. Don dem, was der einen Richtung künstlerische, kulturelle, weltanschauliche Erfüllung bedeutete, rückte die andere ab, weil ihr Glaube, wie es auf der Welt sein müsse — was ja in jedem Kunstwerk vernehmbar mitklingt und -schwingt! — vielleicht eine entgegengesetzte Lösung forderte. Daß die Parteien und Gruppen, ohne zu einer Einigung zu kommen, mit ihrem Programm immer weiter nebeneinander bestehen konnten, das hatte seinen Grund darin, daß sie ewig unkontrollierbar nur versprachen, vertrösteten, verhießen und aus Zukunftshoffnungen hindeuteten, wo sich füglich nichts beweisen läßt und alles Sache des Glaubens ist. Somit hatte der Kunst- und Kulturschaffende keinerlei äußere Richtschnur, keinerlei Nachprüfung seines Werkes, als die höchst üble und trügerische der Gängigkeit seiner Arbeiten. Vor keiner allgemeingültigen Welt- und Sittenanschauung des ganzen Volkes mußte, was er schuf, bestehen und sich bewähren. Es blieb ihm nichts übrig, als tfur nach seinem inneren Gesetz zu schaffen. Das soll »und will der Künstler freilich auch weiter tun! Wir wissen aber heute, daß die Einzelpersönlichkeit das, was sie von der Gesamteinstellung des Volkes an innerer Orientierung gewinnen muß, für sich allein gar nicht schaffen kann, daß sie, wenn die Grundlage einer einheitlichen Volksseele in der Gegenwart fehlt, diese Grundlage von einer fremden, vielleicht vergangenen (die Romantiker!) oder erträumten (die Idealisten!) oder vorgeahnten (die Reformerischen!) empfängt. Der Eklektizismus'fchwacher Zeitalter ist nicht so sehr ein Auswählen passender fremder Stile, als ein Sichanschließen an eine fremde Dolksanschauung in Ermangelung einer gleichzeitigen eigenen. Nun hat die alte deutsche Zerrissenheit aufgehört. Die Grundlage für eine große, dem ganzen Volt gemeinsame und allen verständliche Kunst, eine alle an sich ziehende Kunst, ist gegeben und damit eine Neuorientierung des ganzen europäischen Geisteslebens möglich gemacht. Ein Blick auf die große mittelalterliche deutsche Baukunst und die ihr getreulich dienende Bildhauerei und Malerei wird deutlich machen, was ich meine. Das Geschlecht der deutschen Dome in ihrem gewaltigen Stilweg vom frühesten Romanischen bis zur spätesten Gotik beruht aus der allen gemeinsamen Umwandlungsform des Christentums in der deutschen Seele, dem deutschen Wesen und Charakter, welche durch die vorwissenschaftlichen Jahrhunderte die volksgültige war und allem zugrunde lag, was überhaupt geschaffen und ausgenommen werden konnte. Wenn ich einmal überzeichnen darf: nicht Crwin von Steinbach hat das Straßburger Münster geschaffen, sondern das deutsche Volk, das vorher den Naumburger und den Speyerer Dom und nachher das Ulmer Münster und den Regensburger Dom schuf — ein Baumeister von weit mehr als Menschenkraft und Menschenmaß! So kann es, so soll es wieder werden! Mit den ewigen Grundsteinen des Nationalsozialismus ist für den Nauaufbau Europas alles gegeben, worauf sich eine große neue Kultur und Kunst hinstellen läßt, uns Heutigen noch näher als die der Dome und ihres Zeitalters. Diese Grundsteine sind rein aus dem Fels besten deutschen Wesens gebrochen worden. Ich möchte sie für die Kunst so bezeichnen: pflicht- und verantwortungsbewußte, freudige Diesseitigkeit, die höchste Erfüllung schaut; Jn-den-Mittelpunkt- Stellen der nicht vielen grundhaften Tatsachen des Daseins, als da sind Leben für Volk und Kinder, Arbeiten und Schaffen von menschheitlichen Werten, Wehrhaftsein gegen jeden Fein, Opferbereitschaft und Eintreten für den Nächsten, für den Volksgenossen. Für die Form wird dies Gesetz sein: ehrliches, gerades, unverkünsteltes Wort, feste, klare Gestaltung, Bedeutung im Innern, nicht in der Außenseite, Abweisung alles Angekränkelten, Gezierten und damit Unechten. Wenn jeder Künstler — jeder Dichter vor allem — sich bewußt die Aufgabe stellt, so zum Besten des Ganzen zu schaffen und in dem von Deutschland geführten künftigen Europa für seine Arbeit auf seine Art vorbildlich zu sein in all dem, was vom Menschen selbst abhängt — dann wird Deutschland als Ganzes es auch in dem anderen sein, was nicht vom Schaffenden abhängt, sondern Geschenk des Schicksals und Gabe des großen Zeitalters ist. Oie Bilanz von Dakar. Klare Aniwort an de Gaulle. - Schwere Verluste der britischen Kr'eo-'st^tte. Genf, 27. September. (Europapreß.) Die „Tribüne de Lausanne" zieht eine Bilanz aus dem mißlungenen „Staatsstreich von Dakar", wie das Blatt den britischen Angriff nennt. Es schreibt u. a.: Das Unternehmen de Gaulles endete mit einer Schwächung der englischen Flotte, die ohne Zweifel bemerkenswert ist. Eine ganze Reihe von Kriegsschiffen mußte in dem Augenblick, da die britische Marine einer ungeheuren Aufgabe gegenübersteht, ins Trockendock gehen. Bei dem englischen Angriff auf Dakar handelte es sich nicht wie bei Mers el Kebir darum, Einheiten der französischen Kriegsflotte kampfunfähig zu machen, sondern wirklich darum, die größten der französischen Kolonien von Aequatorial-Afrrka u n • ter das Regime d e Gaulles zu bringen. Dies würde allerdings von einem ins Auge springenden großen Interesse für England gewesen sein. De Gaulle scheint besonders schlecht über seine Parteianhänger informiert gewesen zu sein. Er hat sich vorgestellt, daß die Regierung für einen Staatsstreich reif sei und daß die Behörden sich ohne Widetstand anschließen würden. Die Ereignisse haben gezeigt, wie er sich getäuscht hat. Vor der kategorischen Weigerung mitzumachen, zog sich de Gaulle zurück, um die Briten noch einen Versuch auf ihre starke Art machen zu lassen. Sie erhielten eine klare Antwort. Nachdem das Abenteuer einmal beendet ist, sollte man die Bilanz ziehen. Das erste Bombardement von Dakar hatten den Tod von 60 französischen Matrosen und 250 Zivilisten sowie zahlreiche.Verletzte zur Folge. Der zweite Angriff soll nicht weniger mörderisch gewesen sein. Dann wurden zwei französische Unterseeboote versenkt und eine gewisse Anzahl Flugzeuge abgeschossen. Dafür ist aber das Schlachtschiff „Richelieu" nicht ernsthaft getroffen worden. Die englischen,Verluste sind fühlbar größer gewesen. Das Schlachtschiff „Resolution" hat einen Torpedotreffer erhalten und den Kampfplatz, ohne einen Schuß abgeben zu können, verlassen müssen. Das zweite der englischen Schlachtschiffe, die „Barham", hat durch eine Granate großen Kalibers von der „Richelieu" und durch eine Flugzeugbombe so schwere Beschädi- Sen erlitten, daß es gezwungen war, sich' augen- ich aus dem Kampf zurückzuziehen. Weiter wurde ein 10 000<-Tonnen-Äreuzer vom Typ „Ken t" gleichfalls schwer getrosten. Aber das ist nicht alles. Die französische Luftwaffe hat eine schreckliche Vergeltung an Gibraltar durchgeführt. Mehr als 70 Bomben sollen schwere Schäden am Arsenal und in der Festung verursacht haben. Ein viertes Schiff, ein Schlachtkreuzer von 32 000 Sonnen, eines der schnellsten Schisse der englischen Flotte, wurde stark mitgenommen. In Zeiten verstärkter Nachfrage wird Altbewährtes immer zuerst knapp, denn jedermann greift danach» So auch nach Erdal! Damil! möglichst alle Wünsche erfüllt werden können, gibt es jetzt auch Erdal - Nachfüllpackungen. Man setzt sie einfach in die leere Erdal- Blechdose ein und hat cLa altbewährte^rdfll WffX Haifa erneut bombardiert. Der italienische Wehrmachtsbericht. Rom. 27. 5epf. JDJIB.) Der italienische Wehr- Machtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: In Nordafrika Spähtrupptätigkeit. Feindliche Luftangriffe auf unsere Truppen und auf Sotlum haben einen Verwundeten zur Folge gehabt. Es bestätigt sich, daß das Flugzeug, das im gestrigen Wehrmachtsbericht als wahrscheinlich ab- geschossen gemeldet wurde, abgestürzt ist. Unsere Luftwaffe hat das Petroleumzen- trum von Haifa bombardiert und die Oelbehälter am Ausgang der Oelleitung, die militärischen Depots des Hafens, Lagerschuppen und Eisenbahn- und Hafenanlagen und besonders den U-Voothafen getroffen. Trotz der feindlichen starken Abwehr find alle unsere Flugzeuge zurückgekehrt. t Mittwoch vormittag verschied sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, wohlversehen mit den hL Sterbesakramenten, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Magdalene Adam geb. Hain im 84. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Franz Adam und Familie . Emil Adam und Familie Fritz Zöller und Familie Marie Adam Otto Adam und Familie. Gießen (Tn T.öbers Hof 3), Hanau, Chicago (111.), 28 September 1940. Die Beerdigung hat auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille stattgefunden. ______________________________________________________________________________4342 D Q E Donnerstagnacht verschied sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere gute, treusorgende Mutter und Großmutter, unsere liebe Schwiegermutter und Schwester Frau Elise Wagner, geb. Neeb im Alter von 69 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Hühnergarth Familie Ludwig Mohr Familie Karl Wagner Familie Friedrich Pitz. Oppenrod, den 27. September 1940. Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. September, um 13.45 Uhr statt. 032671 'N In Wiebelskirchen verschied nach schwerer Krankheit mein lieber Mann, mein guter Schwager ♦ Jakob Schley Reichsbahn- Werkstätten-Vorsteher a. D. In tiefem Schmerz: Minna Schley, geb. Rusag Lina Rusag. Wiebelskirchen (Saar), Gießen, Bleich Straße 33 September 1940. Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstatte Kurt Kling vorm. Heger Nacht ßandafiistenmelsL Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung Brennholzverkauf im Licher ächloszgarken. Wonlag, den 30. d. 2H., werden im Schloßgarten zu Lich öffentlich verkauft: Zirka 200 rm Scheit-, Knüppel- und Stockholz aller hdlzarten, außerdem einige Ahorn-, Akazien-, Eschen-, Feldahorn-, Hainbuchen- und Lindenstämme und -Stammabschnitte 2. bis 6. Klasse, Akazien-Nutzscheit usw 4206D Zusammenkunft 10 Uhr vormittags am oberen Schloßgarteneingang. Elche zwischen Meer und Memel von Martin Kakle» Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers auf 56 Kunstdrucktafeln. □n Leinen gebunden RM. 3,60. Bestellungen nehmen alle Buchhandlung . und der Verlag entgegen. Hugo Bermühler Verlag Derltn-Lichterselde ■ Im Haushalt gibt es viele Reinigungsarbeiten,wo Waschpulver und Seife gut zu entbehren sind, wenn man ATA zu Hilfe nimmt — auch beim Reinigen stark be- schmutzter Hände, Hausfrau, begreife: ? 5ATA spart Seife! Bekanntmachung, Betr.: Fettverbilligung. Ausgabe der Reichsverbilligungscheine für die Monate Oktober bis Dezember 1940. Ausgabezeiten. Die nachstehend aufgeführten Ausgabetermine sind unbedingt einzuhalten. Reichsver- billigungsfcheme, die an den genannten Tagen nicht abgeholt werden, können später nur noch Mittwoch- vormittags in Empfang genommen werden. An Kinder werden Reichsoerbilligungsscheine nicht ausgehändigt. Jede Aenderung des Einkommens und des Personenstandes ist der betreffenden Ausgabestelle umgehend zu melden. Die Unterlassung dieser Meldung und der unberechtigte Bezug von Reichsoerbilli- gungsscheinen kann strafrechtliche Verfolgung nach jich ziehen. 1. Reichsverbilligungsschein I. a) für Kleinrentner und b) für Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und Empfänger von Familienunterhalt: Gartenstrahe 2, Zimmer 16 A—H Dienstag, 1. Oktober. 15 bis 17 Uhr, J—R Mittwoch. 2. Oktober. 15 bis 17 Uhr. S—Z Donnerstag, 3. Oktober, 15 bis 17 Uhr; c) für Sozialrentner: Lonnstraße 2, am Schalter A—Z Mittwoch, 2. Oktober. 8 bis 12 und 15 bis 17 Uhr; d) für Unterstützungsempfänger der Allgemeinen Fürsorge: ~ Lonystraße 2, am Schalter A—Z Dienstag, 1. Oktober, 8 bis 12 und 15 bis 17 Uhr; e) für Volksgenossen, die nicht in Betreuung des Sozialamts stehen: Gartenstraße 2, Zimmer 16 A—H Dienstag, 1. Oktober, 8 bis 12 Uhr, J—R Mittwoch, 2. Oktober, 8 bis 12 Uhr. S—Z Donnerstag, 3. Oktober, 8 bis 12 Uhr. 2. Reichsverbilligungsscheine II. Gartenstraße 2, Zimmer 16 A—Z Freitag, 4. Oktober, 8 bis 12 Uhr. Gießen, den 28. September 1940. 4356D Der Oberbürgermeister. Sozialamt. Bekanntmachung. Die Dochenmärkte beginnen von Dienstag, den 1. Oktober 1940, ab vormittags um 8 Uhr und enden um 14 Uhr. 4330C Gießen, den 28. September 1940. Der Oberbürgermeister. I.V.r Nicolaus. ‘ßefcanntmadumg., DienächsteKurzschnftvEung(Geschäftsstenographenprüfung) sind et am Sonntag, dem 17. November d.J. statt. Es werden folgende Prüfungen durchgeführt: a) Anfängerprüfung in Kurzschrift (120 Silben) b) Kurzschristprüfung (früher Geschästssteno- graphenprüfung, 150 und mehr Silben). Die Anmeldungen haben in der Zeit vom 30. September bis 5. Oktober auf dem vorgeschriebenen und in unserer Dienststelle Gießen, Lonystraße 7, erhältlichen Vordruck zu erfolgen Hier sind auch Merkblätter, die über die gestellten Anforde rungen und die Prüfung Aufschluß geben, erhältlich. Industrie- und Handelskammer zu Gießen. 4364 D + „BnidileiMe hört zu!“ 4» Sie su «tr in die Sprechstunde kommen, lassen Sie sich öCuOT von mir .-gratis" die Broschüre mit ärztlichen Gutachten und Txmkschreiben Geheilter, vom Kind bis zum Greis, „Die Wahrheit über das Danzeisens-Svstem", und den Vreis senden! Xotirtnittl geehrter Herr BackhausI Für die Lieferung LesDanzeisenschen Hl»* vrvchheüpalents sage ich Ihnen meinen besten Dank. Es sitzt wie anqegoffee und HLlt bat Hodcnbrnch vollkommen und gut zurück. Ohne Schmerzen und ganz bequem trag« ich eS Zag und Nacht. Man merkt es absolut nicht, daß man ein Band an hat. Für diese Werte ist der Preis als minimal zn bezeichnen. Ich kann eS daHer jedem Leidensgenossen aufs wärmste empfehlen. Falls Sie mal nach Pirmasens kommen sollten, bitte ich Sie herzlichst, mich zu besuchen. VirnuesenS (Landauer Str. 26k 14. Marz 1936. August Fritz, Metzgermeister. Herr« Wilhelm BackdouS, NeustLdt/Weinstrabe. Infolge eines LeistenbrncheS bezog ich, auf freundliche Empfehlung hin, von Ihnen einen Danzeifen-Apparat, welcher mir in jeder Beziehung „gute Dienste" geleistet hat. Ich trug den Äirot stetS Tag und Nacht, stets die wohltätige Wirkung verspürend, unb nach viermonntiger Anwendung konnte ich zu meiner grasten Freude feststellen, daß mein Leistendruch vollständig verheilt und vernarbt war. Bei meinem hohen Alter, „heute 81 Jahre", doch gewiß vieles besagt! Freudigen Herzens kann ich daher das Danzeisen-Bruch.Heilshstcm „ohne Operation" allen Bruchleideuden nur aufs allerwärmste empfehlen. Ihnen Anerkennung und Dank! Nenstadt/Weiustratze (Richarv-Wagner-Str. 61), 18. Juni 1938. Fritz Graf. „Kostenlos" zu sprechen bin ich für jeden Bruchleidenden, der vorher die Broschüre gelesen hat: Mannheim, 30. 9., Hessischer Hof, 8—13 Uhr; Heidelberg, 1.10., Bayrischer Hof, 8—12 U6r; Darmstadt, 5.10., Hotel Knauf (Bleichstr.), 8—12 Uhr; Frankfurt a. M., 7.10., Hotel Hansa-Royal, 8—12 Uhr, und 8. 10., 8—12 Uhr? Friedberg, 9. 10., Deutsches Haus, 8—12 Uhr; Gießen, 9. 10., Hotel Hindenburg, 15—18 Uhr; Dillenburg, 10. 10., Hotel Hirsch, 10—14 Uhr; Limburg, 11. 10., Hotel Nassauer Hof, 9—12 Uhr; Wiesbaden, 14. 10., Taunus-Hotel, 8—12 Uhr; Mainz-Kastel, 15. 10., Hotel zum Anker, 8—12 Uhr: Hofheim b. Worms, 16. 10., Bahnhofrestaurant Dürr, 8.30—12 Uhr. 4334v Wilhelm Backhaus, Neustadt/Weinftrahe, Friebrichstratze 7. Heilanstalt für HÄMORRHOIDALKRANKE Wiesbaden. Auch während des Krieges geöffnet. Zur Behandlung kommen: Innere und äußere Hämorrhoiden, Afterfisteln, Afterfissuren MastdarmvorfaU, Afterekzem. aeooV Prospekt durch das Sekretariat, Wiesbaden 15, Taunusstraße 5. Biele auch ganz alte, v. mir überholt, nähen mied.neuwertig. [08272 Karl Schaul, KavlansgasselO (v. ausw. Ober- teil mitbringen). Einlagen Leibbinden Gummi- strümpfe 2977 A J. Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Folgende Sparbücher der Bezirkssparkasse Gießen sind abhanden gekommen: 4339D Sparbuch Nr. 22 558, lautend auf den Namen Franz Funk, Gießen, Sparbuch Nr 25 654, lautend auf den Namen Fritz Meister jun., Gießen, Sparbuch Nr. 32 046, lautend auf den Namen Karl Kraft, Gießen, Sparbuch Nr. 48 358 lautend auf den Namen Frieda Sattler, Gießen-Wieseck, Sparbuch Nr. 54 323, lautend auf den Namen Anton Löhr, Gießen, Aw.-Sparbuch Nr. 28878, lautend auf den Namen Rudolf Berk, Gießen. Die Inhaber der genannten Sparbücher werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche an diese binnen drei Monaten vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an bei uns geltend zu machen, andernfalls die Kraftloserklärung erfolgen wird. Gießen, den 26. September 1940. Der Vorsitzende des Derwaltungsrats der Bezirkssparkasse Gießen. < Ritter. Geschmackvoll Oleee 8 *e^n«lcf'e'' Cgeneohaften der guten Vornehm Familien-Drucksache Persönlich Bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Aue» führungearten schnell und zu müßigen Preiset» Brühl'sche Druckerei, SchulstraBe 7. Anruf 2251 In 0 ff a f r i F a hdl eine unserer Luffformdfionen *n Zelfldger in den Wdldungen des Monte Amadi westlich von G d t l d b d t bombdrdiert und zersprengt. Line dnder Aormution hdt Truppendbtei- lungen dn den Usern des Flusses Atbnrd (Sudan) zersprengt. Feindliche Linslüge duf hurgeisa, Berberd, Gig- gigd, Agorddt und Gurd haben insgesdmt zwei Tote und leichte Mdteridlschäden zur Folge gehdbk 3n Metemmo gab es 6 Tote und 23 Verwundete sdst ausschließlich unter den Eingeborenen. Zwei feind- tiche Flugzeuge wurden von unserer Flak brennend abgeschossen. Die Neuordnung in Norwegen Oslo, 27. Sept. (Europapreß.) Am Donnerstagabend sprach in Oslo auf einer großen Kundgebung von „Nafjonal Samlin g", der ein» Men politischen Organisation Norwegens nach der Auflösung der alten Parteien, ihr Führer Vidkun Quisling. Er wies auf die ungeheure Bedeutung bin, die die Maßnahmen des Reichskommissars Terboven für die Zukunft Norwegens haben könnten. Nun sei das Land von dem Joch des internationalen Finanzkapitals befreit worden und habe die Möglichkeit, einer der wichtigsten Eck- pfeiler des großgermanischen Völkergebildes zu werden. Die Verantwortung dafür liege heute bei „Nasjonal Sämling", die einen neuen Staat auf der Grundlage von Ordnung, Gerechtigkeit und Frieden auf bauen wolle. Der 25. September 1940 werde als der Todestag des alten politischen Systems und als Beginn einer neuen Epoche in die Geschichte Norwegens eingehen. Das neue Norwegen werde im Einklang mit den Gedanken -der Zeit und im Rahmen der Neuordnung auf gebaut werden, die sich heute über gang Europa erstrecke. Norwegen habe sich mit dem größten germanischen Brudervolk ausgeglichen und werde nun seinen Platz im neuen Europa einnehmen. In der Vergangenheit habe England eine Tyrannei über die Meere ebenso wie über den europäischen Erdteil ausgeübt. Deutschland sei der Kampf von England in der gleichen Art aufgezwungen worden, wie Norwegens Neutralität mehrfach durch britische Willkür verletzt worden fei. So sei England zum Hemmschuh für die germanische Entwicklung geworden. Tapfere Truppenführer mit dem Nitterkreuz ausgezeichnet. Berlin. 28. September. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, das Ritterkreuz verliehen an: Oberleutnant B eck- Vroichsitter. Oberfeldwebel P o n g r a h. Oberfeldwebel Hindelang, Feldwebel Jürgens. Unteroffizier Hein. Oberleutnant Beck-Broichsitter hat in Belgien bei Etalle, nach dem Maasübergang bei Sedan vor Chermery und vor Stenne insgesamt sechs Panzerspähwagen und 83 feindliche Panzertankwagen, darunter schwere 32 - Tonnen ° Panzerkampfwagen, vernichtet. Oberfeldwebel Pongratz griff nach dem Uebergang' über den Albert-Kanal mit feinem Zug einen stark besetzten überhöhten Waldrand an und rollte ihn vollständig auf, wodurch das Batail- lon den einzigen Brückenkopf im ganzen Angriffs» streifen fest in die Hand bekam. Nach dem Uebergang über die Schelde rollte er eine starke befestigte feindliche Feldstellung auf. Oberfeldwebel Hindelang trug verschiedentlich im Kamps gegen Panzer zur Entscheidung bei. Auf der höhe von (Tonnage wurden durch den Zug Hindelang 44 französische Panzer abgeschossen und der Vorstoß in die rechte Flanke der Division verhindert. Auch bei ©tonne brachte Hindelang »seine drei Geschütze in rasender Fahrt in dem unter Feuer liegenden Dorf in Stellung und hielt sie gegen den Angriff schwerer 32-Tonnen-Panzer, wobei 10 leichte und 3 schwere Panzerkampfwagen abgeschossen wurden. Auch bei der Abwehr der Gegenangriffe französischer Panzer auf die höhe 338 hatte der Zug Hindelang entscheidenden Anteil. Feldwebel Jürgens setzte sich nach dem lieber« Sofia, September 1940. Der Mann, der zum ersten Mal eine Fliegerbombe auf einen Feind warf, ist ein Bulgare. Er heißt Radul Milkoff, ein Oberst, und ist auch heute noch, seinen 57 Jahren zum Trotz, der Welt der Flieger verschrieben. Im Auftrag der bulgarischen Armee wurde er 1912 in Berlin zum Piloten ausgebildet. Am 22. September 1912 flog er in Johannisthal die vorgeschriebenen 5 Achter in einer höhe von 20 bis 30 Meter sogar zweimal. Dabei hatte er insgesamt 3 Stunden Uebungsflüge hinter sich. Am 10. Oktober brach der Balkankrieg gegen die Türkei aus. Milkoff verließ sofort Deutschland und traf am 14. Oktober mit seinem Mechaniker K a r o l e f f und 3 neuen Albatrosmaschinen mit je 100 PS. im bulgarischen Hauptquartier zu Stara Zagora ein. Ohne die Ankunft der deutschen Mechaniker abzuwarten, montierte Milkoff die Maschinen selbst und flog sie auf einer kleinen Wiese ein. hierauf schaffte er sie nach Swilengrad, dem früheren Mustafa Pascha, wo sich die Front vor der türkischen Festung Adrianopel befand. Die ^bulgarischen Fliegerkameraden, die von der französischen Schule kamen, waren erstaunt, was Milkoff mit der deutschen Maschine auf einer Wiese von 50 mal 150 Metern leistete. Die bulgarische Armee besaß damals die größte Fliegertruppe der Balkanstaaten, nämlich 3 Albatros (100 PS., Motor Argus), 3 französische Blsriot (70 und 50 PS., Motor Gnome) sowie 3 sehr alte Maschinen gleichen Typs: 1 französische Voisin (70 PS., Motor Renault), 1 französische Sommer (70 PS., Renault), 1 englische Bristol (50 PS., Gnome) und 1 Newport (50 PS.), also insgesamt 13 eigene Maschinen und dazu 4 russische Flieger auf 4 „Farman" russischer Konstruktion samt ihrem Bodenpersonal. Später gesellte sich der damals sehr bekannte russische Fliegerpionier K o st i n mit feiner Maschine hinzu, hatte aber Pech, beim ersten Feind- flug in Adrianopel landen zu müssen, wobei er gefangengenommen wurde: ferner kamen ein Italiener, ein Schweizer und ein Engländer. Die Türken verfügten über nur 2 deutsche Harlanmaschinen. Das Fliegerkorps der bulgarischen Armee war aang über die Schelde an die Spitze einer nach schwerer Verwundung des Kompaniechefs führerlos gewordenen Kompanie, verhinderte die feindliche Flankierung und erzwang den Durchbruch. — Unteroffizier Hein sprengte im Häuserkampf beim Angriff auf St. Evre mit Axt und Handgranaten die Türen auf und nahm 132 sich bis zum letzten Augenblick wehrende Franzosen gefangen. Nach der Einnahme des Dorfes erhielt das Bataillon schweres Flankenfeuer. Unteroffizier Hein gelang es, in die Flanke der feindlichen MG.-Stellungen vorzudringen und sie mit feiner Maschinenpistole und, als deren Munition verschossen war, mit seinem Gewehr unter Feuer zu nehmen mit dem Erfolg, daß die Franzosen fluchtartig die Stellung verließen und dem Bataillon die Fortsetzung des Angriffes ermöglicht wurde. in drei Gruppen gegliedert. Die 1. Gruppe wurde unter dem Kommando Milkyffs gegen Adrianopel eingesetzt, die 2. Gruppe machte die Umgehung dieser Festung mit und stand bald a n der Tschad a l t s cha - Linie von Konstantinopel, während hie 3. Gruppe den Blitzkrieg gegen Gallipoli mitmachte und bald am Golf von Saros ihre Zelte aufschlug. Am 16. Oktober 1912 erhielt Milkoff, damals noch Leutnant, von der II. Armee den Auftrag, die Stellungen des Feindes in und um Adrianopel zu erkunden. „Wir starteten um 9 Uhr früh", so erzählte er uns dieser Tage in einem Sofioter Kaffeehaus. Vor sich hatte er zwei vergilbte Bilder liegen, auf denen der ae- brechliche Doppeldecker und die Einzelheiten dieser primitiven Konstruktion deutlich zu sehen waren. „Mtzin Beobachter Taraktschieff hatte zwei kleine russische Bomben, „Gelgar" genannt, mitgenommen, und wir gedachten sie gegebenenfalls dem Feind in den Nacken zu werfen. Damals sind wir allerdings dazu nicht gekommen. Wir flogen in einer höhe von 800 Meter über der Stadt, wie ein unbegreifliches Wunder von Soldaten und Bevölkerung bestaunt, die noch niemals einen solchen knatternden Vogel gesehen hatten. Wir sahen, wie in der Nähe des Bahnhofs zwei Kanonen von türkischen Soldaten transportiert wurden und gingen daher tiefer, bis wir deutlich die spitzen Minarette der Moscheen sehen konnten, Menschen standen au den Straßen, und wir drohten ihnen mit den Fäu ften. Am Stadtrande ruhten zwei Regimenter au den Wiesen, und wir beeilten uns, Bericht zu erstatten. Erst aus den späteren Erzählungen der Einwohner nach dem Fall der Festung erfuhren wir, daß man uns mit Pistolen und Maschinengewehren beschossen hatte, deren Knall von dem Lärm unserer Maschinen erstickt war." „Unsere Bomben warfen wir erst über der Festung ab, als sie von unseren Truppen ganz eingeschlossen war. Am 29. November starteten wir wieder zum Feindflug, um zu sehen, was in der Festung los war. Wir stiegen vor den Augen des französischen und russischen Militärattaches und zahlreicher Journalisten hoch, die dem Experiment größtes Mißtrauen entgegenbrachten. Aber Sie ehen, ich lebe ja heute noch. Ich flog mit einigen Flugzeugen im Geleit und kam sehr schnell über Adrianopel. Die Besatzung richtete ihre Kanonen auf uns, die Gendarmen feuerten ihre Revolver ab und man hat auch mit Maschinengewehren auf uns geschossen. Auf einem hohen Minarett bemerkten mir einen Hodscha, der mit ausgebreiteten Armen zu Allah und seinem Propheten betete. Der Mann scheint Angst gehabt zu haben. Nachdem wir einige Kurven beschrieben hatten, ging ich tiefer und sah mir den Bahnhof von der Nähe an. Hinter meinem Sitz hatte ich einen Korb mit zwei mit primitiven Mitteln verfertigten Bomben. Um sie zu greifen, mußte ich mich nach hinten beugen, wo der Korb vor dem Platz des Beobachters stand. Diese Bewegung brachte die Maschine etwas aus dem Gleichgewicht, doch gelang es Mir, eine 8-Kilo» Bombe auf den Bahnhof zu werfen. Kurz darauf folgte die zweite Bombe. Der Schaden war gering, weil sie in einen Wald fielen, aber die demoralisierende Wirkung groß." Als die beiden Balkankriege vorüber waren, widmete sich Milkoff weiter dem Flugwesen, das damals einen schnellen Aufschwung nahm. 1915 begab er sich mit einer Einkaufskommission nach Deutschland, wo er den Chefpiloten Alfred Fried- r i ch kennen lernte, der den ersten Rekordflug Berlin-Paris 1912 absolviert hatte. In Döfaeritz machte er unter dessen Leitung die Prüfung als Flug- Bcc Optiker Lieferant- auch Ihrer Krankenkasse merfter. Zu dieser Zeit trat Bulgarien an der Seite Deutschlands in den Weltkrieg ein, und Milkoff wurde im Berliner Cas6 Vaterland (das damals einen anderen Namen trug) von Bekannten und Unbekannten herzlich als Waffenbruder gefeiert Als Chef der L Fliegergruppe der II. Armee kämpfte er dann an der Strumafront und wurde bald darauf Major und Kommandant der bulgarischen Flieger. Für seine Tapferkeit erhielt er das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse. Noch heute ist Milkoff für die Entwicklung des bulgarischen Flugwesens tätig, in den nächsten Tagen wird er eine Zeitschrift „Naschata Awiacja" (Unsere Fliegerei) herausgeben. Stolz darauf, seine ersten Waffenerfolge auf einer deutschen Maschine errungen zu haben, ist er ein aufrichtiger Freund des neuer Deutschland. Kleine politische Nachrichten. Am Sonntag wird die neue Spielzeit der Jugendfilm stunden durch den Reichsjugendfüh» rer Axmann eröffnet. Im Rahmen dieser festlichen Vorstellung spricht Reichsminister Dr. G o e fabel s zur Jugend. Die Veranstaltung im Berliner Ufa-Palast am Zoo beginnt um 10.30 Uhr, ebenso bie liebertra-gung. * Am Freitagvormittag traf der italienische Staatsminister Farinacci in München ein. Im Auftrag von Reichsminister Dr. Goebbels gab zu seinen Chren der Staatssekretär für Fremdenverkehr Essel im Hotel Dierjahreszeiten einen Empfang. Der Wann, der die erste Fliegerbombe warf. Feinhflug 1912 über her türkischen Festung Adrianopel. Von unserem R.H.-Korrespondenten oot allen Dingen unsere Wehrmacht Der Güterverkehr, den die Deutsche stellen größte Anforderungen an den Reichsbahn im grofibeudeben Kaum Güterwagenpurk. Alles kommt daher xu bewältigen hat. ist gewaltig an- darauf an. leben vochan» gestiegen. Diersahresplan. denen Güterwagen bis Küftungßbettiebe. verlor- $um leiten auszunutzen. gung der Bevölkerung und Beachten Sie viele 10 wichtigen Regeln für Den Verfrachter 1 auf Men lag kommt es an! Hits der Deutschen Leichsbahn und Du HM Dir selbst t Dine ausschneiden, traft eben und tarnte wieder lesen» 3. pünktlicheAn- u. Abfuhr der Güter. HIU der Be- und Entladung sogleich nach Wagenbereitstellung beginnen. S. Güterwagen beim Be- und €nt- laden nicht beschädigen. Lademaße inne- halten. Güter ordnungsmäßig und betriebssicher verladen 4L §ür Güterwagen gibt es jetft keine Sonntagsruhe Daher Güter, wenn möglich, auch Sonntags verladen. Kür eingegangene Güter besteht die Pflicht jur Entladung an Sonntagen fl • Güterwagen schnellstens be-und entladen Küdcgnbc der wagen möglichst vor Ablaus £>er fabefriften; Überschreitung der Ladefrist hat Ausfall wertvollen Laderaums zur Solge. 2, wagen rechtzeitig und nur für den tatsächlichen Bedarf bestellen Angebotene Ersatzwagen.verwenden, selbst wenn kleine Unbeqtflfthlichkeiten damit verbunden sind 6# Durch zweckmäßige Ladegeräte und ßilfsmittel das Be- und Entladen erleichtern *3. Auslastung der wagen bis zum Ladegewicht und nach Möglichkeit jetzt im innerdeutschen Verkehr bis 1000 kg über die am wagen angeschriebene Tragfähigkeit. Kaumedpamto durch geschicktes Stapeln der Güter, ganz besonders durch sachgemäßes und überlegtes verladen sperriger Güter. 8. Nicht mehr Güter zu gleicher Zet» beziehen, als rechtzeitig entladen werden können. 9« Entladung sogleich beim Eingang der Versandanzeige des Absenders oder bei der Voravisierung durch die Güter- abferttgung ootberelien. Zuhrwerke und Ladeperlonal schon im voraus für die Seit der bevorstehenden Entladung frei» halten. IO- Srachtbriefe und sonstige Begleitpapiere sorgfältig ausfüllen zur Vermeidung von Anläufen. Ein einziger verlorener lag für einen Güterwagen bedeutet im Kreislauf des Gefamwerkehrs viele verlorene läge, die nie wieder einzuholen sind. Bei dem einen fehlt dann der leere wagen zum Verladen der Rohstoffe, bei dem anderen flockt die Fertigung, weil die Rohstoffe nicht rechtzeitig eingegangen sind. Alles must daher daran gesetzt werden dast unmittelbar nach der Bereitstellung der wagen mit dem Be- oder Entladen begonnen werden kann, wenn heute wertvoller Wagenraum ungenutzt auch nur einen lag herumsteht, so werden alle am Güterverkehr Beteiligten und damit das Volksganze empfindlich geschädigt. Bei jedem einzelnen Wagen kommt es heute auf jeden lag an. Auch die Sonntage dürfen für Güterwagen keinen ungenutzten Stillstand bringen. §üt eingegangene Güter besteht für den Empfänger die psiicht zur Entladung am Sonntag. Treffen Sie im eigenen wie im Jnteteffe der Allgemeinheit Vereinbarungen mit der Güterabfertigung, um Sonntags wichtige Güter auch zu v er laden.' Rechtzeitige Beladung und pünktliche Rückgabe der wagen ist Vorbedingung für Pünktlichkeit und Ordnung im Eisenbahnbetrieb. Die Anschluß- gleisbenutzer als Träger des wafsenverkehrs müssen besonders darauf achten, dast die zurückzugebenden Wagen an den vbergabestellen rechtzeitig zu den vorgesehenen Bedienungszeiten bereitstehen. ? 1 Und hier bei unserer neuen Stoffau dürfte Ihnen der Entschluß nicht schwer fallen. Erstens ist eine große Stoffiille vorhanden, zweitens sind alle Richtungen der Stoffmode vertreten und drittens werden nur dankbare Qualitäten geboten .... und zwar jetzt in unserer schönen HERBST-ERÖFFNUNG Wer sie sieht, wird uns recht geben: Wer Schönes lieht, wähl! hier die neuen Stoffe! Stoffspezialhaus Bernard & Sohn Gießen, Plockstraße 14—16 4346 A Statt Karten ZHre Verlobung geben bekannt Gse Heßler Eugen Grünig Stemstraße 63 Fröbelstraße 31 Gießen, den 28. September 1940 03257 Ihre Vermählung zeigen an Reinhard (Sortiert, Soldat Else Gornert, geb. Wenderoth Lauter, z.Z. 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Ihre Kenntnis schützt vor Gefahren. schildförmigen Staubblättern. Die urnenförmigett weiblichen Blüten stehen einzeln auf kurzen Stiel- chen und werden ebenfalls schon im Herbst angelegt. Aus der befruchteten Samenanlage entwickelt sich der olivenbraune, erbsengroße, nackte Same, der im unteren Teil von einem becherartig erscheinenden, fleischigen, korallenrot leuchtenden, süßen Sa- Don Dozent Or. Kar» Heidt, Botanisches Institut, Gießen. (Fortsetzung aus Nr. 218 und Schluß.) Neben den beschriebenen Nachtschattengewächsen wären aus der Familie der Doldengewächse die Hundspetersilie oder Gleiße (Aethusa cynapium) zu nennen, die uns im Garten an Zäunen und Gebüschen umgibt, und der Gefleckte Schierling (Conium maculatum), den wir an Rainen und Schutthalden ebenso treffen wie an Wegrändern und am Waldrand. Wie sich aus den häufigen Anfragen bei Führungen ergibt, ist bei den Hausfrauen die Hunds- •/ Hundspetersilie oder Gleiße. vetersilie ihrer „täuschenden Ähnlichkeit" mit Der echten Petersilie wegen besonders gefürchtet. Sie unterscheidet sich jedoch von der Gartenpetersilie eindeutig durch mehrere Merkmale. Sie hat eine dünne spindelförmige Wurzel, wird bis etwa 60 cm hoch und ist oben gabelig verzkveigt. Ihre Blätter sind auf der Unterseite stark glänzend (Gleiße — Glänzende), die der Petersilie dagegen matt. Im blühen- X* 7 ; Z /r***^* 'Ä; V NM ", * £ M <-- 5 3/.,„ Gefleckter Schierling. den Zustande wird sie leicht an den weißen (bei der Petersilie gelblich-grünen) Kronblättern und an den drei verlängerten, einseitig herabhängenden Hüllchen- blättern erkannt. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist schließlich darin zu sehen, daß die Hundspeter- ilie nie gekräuselte Blätter aufweist, wodurch die meist verwendete krausblättrige Form der Gartenpetersilie ausgezeichnet ist. Darüber hinaus gibt die Hundspetersilie, besonders beim Zerreiben mit den Fingern, einen unangenehmen, die Petersilie dagegen tets den charakteristischen würzigen Geruch ab. Vergiftungen auch mit tödlichem Ausgang sind bei Men- chen und Tieren öfter beobachtet worden. Als Gift- toff enthält sie Coniin. * Von Sokrates' Tod ist uns die Giftwirkung des Gefleckten Schierlings bekannt, der ein tattliches Doldengewächs von 1 bis 2 m Höhe dar- tellt. Dieser Schierling wurde im Altertum häufig zum Giftmord, als Tötungsmittel für Verbrecher und mit Opium gemischt, als zum Teil staatlich abgegebenes Gift benutzt. Die Pflanze ist oben stark verästelt, kahl, der Stengel bläulich-grün bereift, und im unteren Teil unregelmäßig rotbraun gefleckt. Ihre Blüten sind weiß und stehen in flachen 10—20strahligen Dolden. Stengel und Blätter besitzen, besonders im Hochsommer und nach Zerreiben einen von Coniin herrührenden, widerlichen Mäusegeruch, ein untrügliches Unterscheidungsmerkmal von ähnlichen Doldenblütlern, Zweig der Eibe mit Früchten. ga&X - * MM 111 ir lljiiiiii"lli z. B. dem auch oft rotbraun gefleckten Knolligen Kälberkropf. Alle Teile der Pflanze sind giftig und enthalten das Alkaloid Coniin. Vergiftungserscheinungen setzen bei großen Dosen schon nach wenigen Minuten ein und äußern sich zunächst durch Brennen im Mund, Kratzen im Hals, Zungenlähmung, Puptl- lenerweiterung (Sehstörungen) und schließlich als Hauptsymptome aufsteigende Lähmung, gleichzeitiges Kalt- und Gefühlloswerden, Schluck- und Sprachlähmung, schließlich Tod an Atemlähmung. Eine untergeordnete Rolle spielt wegen seiner selteneren Verbreitung der Wasserschierling (Cicuta virosa), den man an seinen nur wenig geteilten Blättern und seinem gekammerten Wurzelstock erkennt. * Von den Giftpflanzen aus der Familie der Liliengewächse wollen wir nur die H e r b st z e i t l o s e Garten-Wolfsmilch. — (Aufn. [4]: Dr. Heidt.) '■ X (Colchicum autumnale) nennen, die eben mit ihren bleichen und fahlen Blüten unsere feuchten Wiesen überzieht. Friedrich Rückert hat uns ihren Namen gedeutet: „Welch eine Pflanze trägt im Frühling ihren Samen, Da ihre Blüten erst hervor im Herbste kamen? Die Zeitlos' ist hierin der Blumen Widerspiel, Daß sie am Anfang ist, wo jene sind am Ziel." Als eine der lockendsten, verführerischsten, aber auch gefährlichsten Giftpflanzen wird sie besonders unserer blumenliebenden Kinderwelt zum Verhängnis. Für so giftig hielten die Alten das Kraut, daß sie es Chemeron, d. h. das an einem Tage den Tod herbeiführende, nannten. Alle Teile der Pflanze sind giftig und enthalten als einziges Alkaloid das kristallisierende Colchicin, das in der modernen Zellforschung und Pflanzenzüchtung eine bedeutende Rolle spielt. In größter M<ä»;e (0,4 bis 1,3 v.H.) finden wir es in den Samen, etwas weniger in den Knollen und Blüten, am wenigsten in den Blättern. Vergiftungserscheinungen äußern sich in unangenehmem Kratzen und Brennen in Mund und Rachen, in Koliken, Kreislaufstörungen und allmählich zunehmender aufsteigender Rückenmarksläh- mung, schließlich Tod durch Atemlähmung, der schon nach sieben Stunden eintreten kann. * Unter den giftigen Bäumen wäre im Rahmen unserer Betrachtung vornehmlich die Eibe (Taxus baccata) zu nennen. Sie ist ein Nadelbaum, der früher in Deutschland erheblich weiter verbreitet war, als heute, wie aus dem gelegentlichem Vorkommen von fossilem Eibenholz in Mooren und aus vielen Ortsnamen aus heute eibenfreien Gegenden hervorgeht, in denen uns der Stamm Eib, Jb, Ueb, Iw u. dgl. entgegentritt. Ihres langsamen Wuchses wegen ist sie aus dem heutigen Kulturwald verschwunden, nur vereinzelt treffen wir noch in Deutschland größere Bestände wie den bei Dermbach in der Rhön. Mit strauchartigem, buschförmigem Wuchs wird sie bei uns in Park- und Gartenanlagen, auch auf Friedhöfen und in Hecken gepflanzt. An etwas hängenden. Zweigen stehen die 2 bis 3 Zentimeter langen und 2 Millimeter breiten Nadeln, die denen der Edeltanne etwas ähneln, jedoch weicher und spitz sind und auf der Unterseite keine weißen Wachsstreifen aufweisen. Die Eibe ist zweihäusig, d. h. männliche und weiblich Blüten stehen auf zwei verschiedene Exemplare verteilt. Ihre männlichen Blüten werden schon im Herbst in den Achseln der jüngsten Blätter angelegt; sie bilden gelbe kugelige Köpfchen mit 6 bis 15 menmantel umschlossen ist. Die Giftigkeit der den Todesgöttern geweihten Eibe war schon im Altertum bekannt. Die jungen Triebe, Blätter und Samen sind giftig, sie enthalten das Alkaloid Taxin. Der beerenartige rote Samenmantel dagegen ist ungiftig und läßt sich zu Gelee verarbeiten. Verhältnismäßig häufig sind meist tödlich verlaufende Vergiftungen bei Haustieren, insbesondere Pferden, die, an Taxushecken oder -sträuchern angebunden, Gelegenheit zum Fressen der giftigen Zweige hatten. Sadebaum (Juniperus Sabina) und Goldregen (Cytisus Laburnum) sollen als giftige Bäume noch beiläufig genannt werden. Pflanzen, die bei bloßer Berührung vielen Menschen gefährlich werden können, sind die wegen ihrer Reichblütigkeit und langen Blühdauer als Zimmerpflanze geschätzte G i f t p r i m e l (Primula obconica) und der in Deutschland leider stellenweise in Gärten und Parkanlagen, sogar in Hecken und als Wandbekleidung angepflanzte und zum Teil chon verwilderte G i f t s u m a ch (Rhus toxicoden- dron). Die Giftprimel ist eine Staude mit gesttelten, am Rande lappig gezähnten oder fast ganzrandigen herzförmigen Blättern. Die rot oder blaßlila gefärbten Blüten mit kennzeichnendem becherförmigem Kelch, stehen in langgestielten reichblühenden Dol- den. Alle grünen Teile der Pflanze tragen Dvüsen- haare, die ein gelblichgrünes Sekret enthalten Dieses giftige Sekret gelangt nur durch unmittelbare oder mittelbare Berührung aber nicht durch Verwehen von Drüsenhaaren ober gar „Ausdünstung" der Primeln, wie man gelegentlich hört, auf die menschliche Haut, wo es ohne Gewebszerstörung KrümenTx91'* unter Bläschen- und Knötchenbildung starke Ent« zündungen bewirkt, die von heftigem Jucken begleitet sind. Die Empfindlichkeit gegen das Primelgift, wie auch gegen das des Giftsumachs, ist sehr verschieden, besonders gefährdet sind blonde, hellhäutige Menschen. Unsere deutschen Schlüsselblumen und andere Primelarten sind völlig ungefährliche Der Giftsumach ist ein niedriger Strauch mit sehr ästigem Stamm, aufsteigenüen Zweigen und großen, langgestielten, dreizähligen Blättern. Alle Teile der Pflanze führen einen weißen, an der Luft schnell dunkel werdenden Milchsaft, der Toxicodendrol enthält, das noch in stärksten Verdünnungen auf der Haut Entzündungen mit Bläschen ausschlag hervorruft. Da die Milchröhren an den Stengeln und Blättern mit den feinen ihnen aufsitzenden Haaren in Verbindung stehen, genügt schon das Berühren zur Verursachung einer sehr schmerzhaften und tiefgehenden Hautentzündung, die mit Juckreiz, starken Schwellungen und sogar ^Fieber einhergehen kanm, Zu gefährlichen Giftpflanzen werden unsere einheimischen Wolfsmilcharten (Gartenwolfsmilch, Zypressenwolfsmilch, Kreuzblättrige Wolfsmilch, Teufelswolfsmilch und Sonnenwendige Wolfsmilch), wenn ihr Milchsaft beim Verspritzen ins Auge gelangt. Im Garten oder Acker als Unkraut fast stets anzutreffen ist die G a r t e n w o l f s m i l ch (Euphor< bia Peplus). Meist ist sie nur 15 bis 30 cm hoch, mit niederliegendem oder aufrechtem Stengel, gestielten Blättern und doldenartig verzweigten dunkelgrünen Aestchen. Die sonderbar gebauten Blütenstände stehen in kleinen grünen Bechern (Cyathien), an deren Rand bei manchen Arten rundlich eiförmige, bei anderen halbmondförmige Honigdrüsen zu fihben sind. Aus der Mitte des Cyathiums ragt einseitig herabhängend der dreiteilige Fruchtknoten. Alle Teile der Pflanze enthalten einen scharfen, weißen, unter Druck stehenden und deshalb beim Abreißen oder Ab- schneiden der Pflanze sofort austretenden Milchsaft, der von Giftstoffen Euphorbinsäure und Euphorbon enthält. In einem der letzten Hefte der „Klinischen toäijeimdetaan Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 34. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er war mit Dietmuthe fertig gewesen. Wie eine überstandene Krankheit war seine unselige Leidenschaft von ihm abgefall^n. Heute war er sich klar unb deutlich dessen bewußt geworden — an einem Tage rätselhaften und gewaltsamen Geschehens, das auch ihsi beinahe in das Dunkel hinabgerissen hätte, in das nun jäh und unvermittelt Dietmuthes glanzvolles Leben gestürzt war. Wie der fremde Eindringling in die Wohnung gekommen war, weiß er sich nicht zu erklären. Allen erscheint dieser von ihm Geschilderte als seine Erfindung — der ,^roße Unbekannte", der bei so vielen Verbrechen auftaucht ... Wenn der Morgen kommt, werden alle Zeitungen mit dick gedruckten Ueberschriften die Ermordung der gefeierten Sängerin verkünden, und ein Sturm von Erregung unb Abscheu wird losbrechen. Aus den Berichten wird zu entnehmen sein, daß ein berliner Zahnarzt der abscheulichen Bluttat dringend verdächtig erscheint. „Dieser Doktor B. ..." so wird da erzählt werden — „soll die schöne Künstlerin umschwärmt und seine eigene Frau vernachlässigt haben. Er wurde in der Wohnung der Ermordeten — am Ort der Tat — verhaftet." Sich schlaflos auf dem primitiven Lager wälzend, sieht Bergholz solche und ähnliche Zeilen auf hun- derttausenden Blättern gedruckt. Morgen lesen es alle. Erna liest es und ihre Angehörigen. Nach dem ersten Erschrecken wird sich ein neugieriges Gruseln und bestimmt auch ein vorschnelles Urteilen und Verurteilen hervorwagen, aber auch Genugtuung. Soweit ist es nun mit ihm also gekommen! . Dieser fürchterliche Mensch! ... Ein Glück nur, daß sich seine bedauernswerte Frau noch vor ihm in Sicherheit gebracht hat", wird es in dem Familienkreise heißen. Wie werden andere Menschen es aufnehmen? Vielleicht fühlen seine Patienten einen kalten Schauder beim Lesen der Zeitungsberichte? Ist es möglich, daß das Ungeheuerliche geglaubt wird, daß man ihm diese Wahnsinnstat zutraut? ... So sieht nun das Ende seines Abenteuers aus, das ihm viele dunkle Stunden, viel Verzagtheit und dumpfe Reue gebracht hat. Er hatte den Halt verloren — eine Zeitlang. Und jetzt, wo er im Begriff war, ihn wieder neu zu gewinnen, da kommt diese urchtbare Katastrophe! ... Nach und nach klingt die Erregung wieder ab, die sich nochmals seiner bemächtigt hat. Ruhigere Gedanken kommen. Halb wieder im Einschlafen ent- tehen in seiner Vorstellung zum soundsovielten Male die Augenblicke kurz vor dem Mordanschlag auf Dietmuthe — entstehen jetzt, im halbschlafartigen Zustande, mit größerer Deutlichkeit als beim willensmäßigen Zurückrufen. Er sieht die Frau aufschrecken, hört ihren Aufschrei ... und da fällt ihm der Name ein, den sie gerufen hat ... „Klaus?... Du? ... Was willst du?" rief sie ... Wie sich Berghylz so der Worte, die gefallen waren, wiedererinnert, wie er die Gestalten und die Gesichter der beiden Menschen mit aller Deutlichkeit vor sich sieht, weiß er im gleichen Augenblick auch, wo er diesem Mann, der heute etwa wie ein Chauffeur aussah, schon einmal begegnete — da hatte er wie ein Vagabund ausgesehen. Nach der Tristan-Aufführung am 10. November war es gewesen, als er sich vor dem Bühneneingang der Oper herumdrückte, um Dietmuthe Röhl noch einmal zu sehen. Sie war gekommen, war an der Seite Heidenreichs zu dem wartenden Auto geschritten und da stand plötzlich, wie aus dem Dunkel herausgetaucht, ein sehr heruntergekommen aus- fehender Mann vor ihr und erschreckte sie. So unheimlich war ihr die Erscheinung gewesen, daß sie noch ein paar Wochen später, als sie in zahnärztlicher Behandlung bei chm war, mit unverkennbarer Furcht davon sprach. Und diesen Mann, der — wie er sagte, gekommen war, um mit ihr abzurechnen, hatte sie mit „Klaus' angerufen. Klaus? ... Hat er heute diesen Namen nicht schon einmal gehört? Nein, nicht gehört, aber gelesen... Bergholz setzte sich auf. Plötzlich erhellt sich chm ein schmaler Ausschnitt in dem Dunkel verworrenen Geschehens. Klaus ... Klaus Tjaden ... So lautete ja der Name auf dem merkwürdigen Brief in der Tasche der Lebensmüden ... „Unb in ihrem Merkbuch ist Dietmuthe Röhls Name und Wohnung eingeschrieben", murmelt er vor sich hin. Er sitzt unb grübelt. Die Dunkelheit um ihn ist burchschnitten von einem geraben Lichtstreif. Durch einen Ausschnitt inmitten der Tür kann vom Gang aus in den Raum hineingesehen werden, in dem er sich befindet. Er starrt nach diesem Lichtkeil, während im schnellen Wechsel die Erinnerungsbilder des vergangenen Tages an ihm vorbeiziehen. Da war das Ereignis des Nachmittags, das wie abgeschattet und ausgewechselt wurde von dem anderen, das ihm folgte — auch voll Gefahr für ihn, wie das erste. Er schüttelt den Kopf. „Wieso?" fragt er leise unb setzt hinzu, was er heute schon einmal ,sagte: 7,Man muß die Gefahr verneinen." Aber ein dunkler Zusammenhang zwischen den betben Ereignissen besteht, bas fühlt er mit Bestimmtheit. Er ist mit hineingezogen auf rätselhafte Weise. Zwar spielt er babei nur eine Nebenrolle, aber er hat eigentlich schon genug dabei abbekommen. Nun, es wird sich klären. Und dann? ... Dann wird alles überstanden sein. Wie er das denkt, kommt ihm — trotz seiner fragwürdigen Lage — etwas von dem neuen starken Gefühl des Zuftiedenseins mit sich wieder, das der heutige Tag ihm geschenkt hat. Und dann überschwemmt Müdigkeit alle Unruhe, er legt sich wieder hin und schläft fest ein. Aus der zarten Helligkeit des frühen Morgens tauchen Wiesen, Felder, Wald und Hügel. Auf einer Landstraße, die zwei Reihen blühender Obstbäume säumen, wandert ein Mann. Weit vor ihm, wo eben noch bas Dämmergrau der weichenden Nacht wob, streckt sich aus jetzt weißlichem Dunst ein Kirchturm empor. Häuser einer Ortschaft werden sichtbar. Der Mann verlangsamt seine Schritte und überlegt, ob er weiter auf den Ort zugehen oder eine andere Richtung einschlagen soll. Er entschließt sich zu dem letzteren, biegt in einen schmalen getretenen Weg ein, der halblinks erst durch feuchte Wiese, bann an einem Rapsfeld unb einem Kartoffelacker vorbei zum Walde hinführt. Ein paar äsende Rehö heben die Köpfe bei seinem Nahen, strecken sichernd die Hälse, während die Lauscher spielen. Dann werfen sie sich herum und flüchten in das Dunkel einer} dichten Schonung. An dem dicht stehenden jungen Stangenholz entlang geht der Mann, bis wieder der Wald sich weitet, dessen hohe Kiefernstämme jetzt von der ausgehenden Sonne rot angestrahlt werden. Eine Drossel singt laut und schmelzend. Andere Vogelstimmen erklingen leise noch und vereinzelt, und von drüben, jenseits der Felder her, läutet der Kuckuck. Klaus Tjaden schlägt wieder die nordwestliche Richtung ein, von der er abgebogen war. Wie besinnungslos, betäubt vom Schreck unb Entsetzen, nur dem einen Triebe folgend, der alle anderen Willensimpulse ausgeschaltet hat, war et gestern abend fortgeeilt. In dem Augenblick, als er den von seiner Faust getroffenen Mann nach ein paar taumelnden Schritten wie eine Holzpuppe umfallen sah, krachten hinter ihm die beiden Schüsse — so nah, daß et es wie einen Schlag gegen Schläfe unb Ohr fühlte, fefunbenlang wie taub war unb wie gelähmt regungslos staub, währenb hinter ihm die Tür zu- geschlossen wurde und Schritte sich rasch entfernten. Dann fiel die Frau, die vor ihm zurückgewichen war, vornüber zu Boden; unter ihrem Gesicht floß Blut hervor. Da hatte es ihn wie ein Wirbel erfaßt. „Fort!" schrie es in ihm. „Wenn sie dich hiet antreffen, giltst du als der Mörder!" Seine tastende Hand fand die Tür hinter sich verschlossen. Da war er mit ein paar langen Schritten an der am Boden Liegenden vorbei in den Vorraum und zur Wohnungstür hinaus, war dis Treppe hinabgelaufen. Am Haustor hätte er beinahe eine eben eintretende Dame überrannt, er erkannte, als sie ihm aus wich, ihr Gesicht. — Die Springer war es ... Wie ein Peitschenhieb, der einem durchgehenden Pferde versetzt wird, war das für ihn. Bei Pahls angelangt, kam er unbemerkt in feine Kammer. Der Alte war im Stall, die Frau wahrscheinlich einen Einkauf besorgen. (Fortsetzung folgt.). Strafkammer Gießen Der PH. Fr. R. und sein Sohn in Burggrafen- Aus der engeren Heimat Keine Kartoffelfeuer anzünden! Einbrecher am Werk steht, gehören die Vereine unseres heimischen Bezirks an. In jedem Wettbewerb müssen mindestens 10 Rpf. Amtsgericht Gießen Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe Spitzenreiter hat den Rückkampf in Hungen noch zu bestreiten, ebenfalls ist die Klippe in Kleingefährlich. Wer treibende oder hängengebliebene Ballone sichtet, oder auf der Erde liegende Ballone oder Drachen auffindet, warne andere vor den bestehenden Gefahren. Man benachrichtige augenblicklich die nächste Polizeistation, Kommandostelle der Wehrmacht und das nächste Elektrizitätswerk. Propagandamarsch durch die Stadt. zwei Teilnehmer eines Vereins an den Start gehen, die mit der erzielten Leistung nach der 1000 Punkttabelle gewertet werden. Ein Teilnehmer darf sich an zwei Konkurrenzen und der Staffel beteiligen. Festgestellt werden die besten Mannschaften des Bezirks, des Bereichs und die Deutschen Kriegs-Vereinsmeister 1940. Die Kriegs • Vereinsmeisterschaft füt die Frauen besteht in der Klasse C, der die von zwei Monaten verurteilt. Die Strafe wurde ermäßigt, da nach den ärztlichen Gutachten dem Angeklagten den Schutz des § 51II StrGB. (vermindert zurechnungsfähig) zugebilligt wurde. Die E. H. in Gießen hatte einen Strafbefehl über 20 RM. wegen Uebertretung des Reichslust- Ein oberhessischer Heimatforscher gestorben. Denn enden Sie auch ^um £inm achen Am Sonntag wird der große Lustspielerfolg j „Hochzeitsreise ohne Mann" wiederholt. Die Vor- , stellung findet als Fremdenvorstellung am Rachmit- 1 tag statt. Spielleitung: Hans Albert Schewe. Büh- ' nenbild: Karl Löffner. Außer Miete. Am Sonntagabend wird die Operette „Paganini" 1 wiederholt. Musikalische Leitung: Arthur Apelt. Spielleitung: Harry Grüneke. Bühnenbild: Karl Löffler. Tanzleitung: Irmgard Trömel. Chöre: Arthur Apelt. Außer Miete. Dienstag, 1. Oktober: „Johannisfeuer", Schauspiel von Sudermann. 3. Dienstag-Miete. Mittwoch, 2. Oktober: „Goldregen", Lustspiel- Operette von Rößner. 3. Mittwoch-Miete. Donnerstag, 3. Oktober: „Paganini", Operette von Lehär. Geschlossene Vorstellung für KdF. 16er-Ring, 1. Vorstellung. Freitag, 4. Oktober: „Paganini", Operette von Lehär. 3. Freitag-Miete. Sonntag, 6. Oktober: Zum Erntedankfest: 1. Morgenveranstaltung: Bauernschwänke von Hans Sachs. Außer Miete. Abends: Erstaufführung: „Die Macht des Schicksals", Oper von Verdi. Musikalische Leitung: Otto Söllner. Spielleitung: Intendant Hans Walter Klein. Außer Miete. Ortszeit für den 29. September. Sonnenaufgang 7.23 Uhr, Sonnenuntergang 19.08 Uhr. — Mondaufgang 4.26 Uhr, Monduntergang 17.51 Uhr. Ortszeit für den 30. September. Sonnenaufgang 7.24 Uhr, Sonnenuntergang 19.05 Uhr. — Mondaufgang 5.48 Uhr, Monduntergang 1821 Uhr. Achtung — Lebensgefahr' Jedermann wird gewarnt, losgerissene Fesselballone (Sperrballone usw.) und größere Drachen zu bergen! Bei noch in der Luft treibenden Ballonen oder Drachen, deren Seil nachschleppt, ist besondere Vorsicht geboten. Dieses Seil kann elektrische Aufladungen haben oder mit Starkstrom- Freileitungen in Berührung sein. Deshalb besteht beim Berühren des Seiles Lebensgefahr. An hängengebliebene oder liegende Ballone trete man nicht nahe heran. Es besteht Explosions- und Feuersgefahr! Aus den genannten Gründen ist das Berühren auch des am Boden liegenden Seiles lebens- Volkspflege verliehen: den Polizei-Hauptwachtmei- Heuchelheim — Klein-Linden. ftern Otto Paul Gröper Heinrich Würtz W Nach der Ruhepause geht es am Sonntag mit Ergenzmger, Otto Scholl, Wilhelm Lauber, Karl oIIen Mannschaften weiter um die Kriegserinne- Schutz, dem Polizelwachtmelster Otto Haas, den rimgsplakette. Heuchelheim erwartet zum Rückspiel ^^chEmelstern d. Res. August Baumann, Wilhelm Klein-Linden. Dieser Kampf gewinnt besondere Be- - l Ruckstuhll .. deutung für die Platzherren, denn sie müssen siegen, Die Gießener W o ch e n m a r k t e begm- ^enn sie den Anschluß an die Spitzengruppe nicht nen vom kommenden Dienstag ab wieder um 8 Uhr. verlieren wollen. Roch ist alles drin, denn der schutzaesetzes erhallen. Sie war beschuldigt, am 4. Juli gegen 24 Uhr ihr Schlafzimmer nicht verdunkelt zu haben, so daß der Lichtschein aus zwei Fenstern nach außen drang. Gegen den Strafbefehl legte die Angeklagte Einspruch ein. Die Geldstrafe wurde auf 10 RM. ermäßigt mit Rücksicht.darauf, daß nur bezüglich eines Fensters die Nichtverdunkelung nachgewiesen wurde. Aus der Stadt Gießen. Es herbstelt. Das Herz ist ein wenig schwer, weil der Herbst schon Einkehr hält. In der Sonne tanzen die Mücken. Der regennasse Sommer ist Ursache für die starke Vermehrung der stechlustigen, winzigen Blutsauger, die oft in zusammengeballten Schwärmen wie auf Kommando sich heben und senken. Ost schnellen sie vor, die Massen leichtbeschwingter Organismen, dann wieder steigen und schweben sie unter schier rastloser Flügelbewegung. Durch den Busch ziehen Rotkehlchen, wispernd und eifrig zum Boden äugend nach kleinen oder großen Happen für den ständig hungrigen Magen. Nicht alle Vögel, die wir wandern sehen, sind Zugvögel. Diele streichen nur futtersuchend umher. Zu den ewig Unruhigen, die bald hier, bald dort auftauchen, gehören die vielartigen Meisenvögel und die Distelfinken. Auch nordische gefiederte Gäste können uns die nächsten Wochen schon bescheren, vor allem die zwar hübsch anzusehenden, aber gefräßigen Seidenschwänze, die über die Früchte unserer Wildsträucher herfallen, als seinen sie nur für sie gewachsen. Pflanzen gehen ebenfalls auf Reisen, manche mit eigenen Mitteln, andere als blinde Passagiere. Infolge der Schleuderbewegung der Samenhülle fallen die Storchschnabelsamen nicht in unmittelbarer Umgebung der Mutterpflanze nieder. Leichte, gefiederte Samen packt der Wind, wirbelt sie in die Höhe und ttägt sie in weite, weite Ferne. Es fliegen die Federkrönchen der Weidenröschen, die letzten Feder-. bällchen des Löwenzahns, der Pusteblume der Kinder. Selbst Tiere und Menschen werden zu Fahrzeugen für die Pfianzenreisenden. Die widerborstigen Samen der Klette, die haarbewaffneten Früchte der „Pracherläuse" hängen oft in Mengen an unseren Kleidern. Es kostet schon eilt wenig Geduld, die Mitwanderer aus dem Stoff herauszuzupfen. Auf den Feldern arbeiten Männer und Frauen, Burschen und Mädchen eifrig an der Kartoffel- und Rübenernte. Jeder ist sich des Ernstes und der Notwendigkeit der Arbeit bewußt. Rasch fügt sich Knolle zu Knolle, um den Weg zu finden in Keller und Miete als unentbehrliche Zukost für Mensch und Tier. Vielleicht wird der Rauch brennenden Kartoffelkrautes nicht mehr so oft wie sollst über die Felder ziehen, denn nunmehr besteht die Möglichkeit, aus den verdorrten Stengeln Zellulose zu gewinnen und sie der deutschen Wirtschaft dienstbar zu machen, in gleicher Weise wie den aus Stämmen gewonnenen Zellstoff. Jeder Zentner Kartoffelkraut bedeutet also eine Ersparnis am deutschen Volksgut, dem Wall». Die letzten Sommerblumen verblühen. Schwer stehen im Garten die derben Sonnenblumen mit ihren großen, reifenden Fruchtplatten, an deren ölhaltigen Samen spitze Vogelschnäbelchen sich versuchen, wenn die sorgende Hand des Schrebergärtners nicht Vorsichtsmaßregeln getroffen hat. Auf Lichtungen verschwindet das letzte Rot des Heidekrautes, und der Adlerfarn bräunt sich sterbend. Bleibt uns die Sonne auch treu mit Licht und spärlicher Wärme — „Nachsommer ist kein erfülltes Versprechen, Nachsommer ist ein Geschenk". Dr. E. S. Dornotizen. Tageskalender für Samstag: Gloria-Palast (Seltersweg): „Königswalzer". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der ewige Quell". Tageskalender für Sonntag: Uebernahme von Angehörigen der HI. in die Gliederungen der Partei, 15.45 Uhr Antreten zum Propagandamarsch. — Stadtheater: Fremdenvorstellung 15 bis 17.15 Uhr „Hochzeitsreise ohne Mann"; 19 bis 22 Uhr „Paganini". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Königswalzer"; 11 Uhr Wochenschau-Sondervorstellung. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der ewige Quell". Stadttheater Gießen. oder den Tätern einige Geldbeträge und eine Schreibmaschine in die Hände fielen. Heimgesucht wurden ein Friseurgeschäft, zwei Cafös und eine Getreidehandlung. In dem Friseurgeschät wurden 10 RM., in einem Cafe 50 RM. Wechselgeld aus der Ladenkasse entwendet, in einem anderen Cafä verlief der Diebeszug erfolglos, in einer Getreide- Handlung wurde die Schreibmaschine gestohlen. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch im Gange. 250 Stück Lieh schwarzgeschlachtet. LPD. Marburg, 27. Sept. Die Marburger Strafkammer beschäftigte sich in einer umfangreichen Sitzung mit einer Anklage wegen Schwarzschlachtereien usw. gegen vier Einwohner des Kreises Ziegenhain. Insgesamt wurden von 1935 bis 1939 schätzungsweise 250 Stück Vieh schwarzgeschlach- nisstrafe non einem Monat zu einer Geldstrafe von 150 RM. Die Angeklagten waren beschuldigt, tn einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft den Pfandmeister E. einer strafbaren Handlung bezich- ttat zu haben, indem sie behaupteten, der Pfand- meister habe eine Pfändung von Mllchgeld vorgenommen, was einem Diebstahl gleichkomme. Gegen das Urteil legten sie Berufung ein. Ph. Fr. R. war zum Verhandlungstermin trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen, weshalb seine Berufung verworfen wurde. Hinsichtlich des Sohnes wurde dss angefochtene Urteil dahin abgeändert, daß der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 50 RM. verurteilt wurde. tet. Beim Abwiegen des Viehes wurden auch gefälschte Gewichtssteine benutzt. Der Geschäftsbesitzer wurde zudreiJahrenGefängnis, 1200 RM? Geldstrafe und 50300 RM. Wertersatz, der Gehilfe zu zweiJahren Gefängnis und 150 RM. Geld, strafe und der Beschauer zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis und 100 RM. Geldstrafe verurteilt. Der letzte Angeklagte fiel unter die Amnestie. Die Straftaten erfolgten vor Kriegsbeginn. Monatsblätter für Augenheilkunde" wird von einem Falle berichtet, bei dem einem Gartenbesitzer beim Mähen mit der Handsichel der Milchsaft der ©arten- Wolfsmilch ins Auge spritzte. Dies hatte neben Lichtscheu und Tränentröpfeln starke Reizung der Bindehaut und Trübung der Hornhaut zur Folge, bei der Epitheldefekte bis in tiefere Schichten reichten. In fachärztlicher Behandlung trat völlige Heilung binnen 14 Tagen ein. Das einziae Lebewesen, das anscheinend den Giften der Wolfsmilch zu widerstehen vermag, dürfte die Raupe des Wolfsmilchschwärmers fein. Der ®. ®. in Reinharbshain hatte wegen Käme- Lmb°n. noch zu umschiffen wobei immer nod) einige robenbiebstahls einen Strafbesehi über fünf Mo° Punkt-, abgehen können D,e Platzherren gelten zur nate Gefängnis erhalten. Er war beschulbigt. am .als einer der größten Anwärter, die ®ann= 16. März einem Arbeitskameraden aus dessenRock« hat wiederholt bewiesen, was m ^.hr steckt, tasche - der Rock hing im Aufenthaltsraum - und Mf eigenem Platz hat s,e noch kein Spiel ver- dte Geldbörse mit 4,30 RM. Inhalt entwendet zu [ore": ,®us diesem Grunde müssen die Gaste, ine haben. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ”erf*ar» anireten alles daran etzen, wenn eine ein. Im Ermittelungsverfahren hatte der Angeklagte I Niederlage vermieden werden soll. die Tat zugegeben. Nachdem er den Strafbefehl! Großen-Linden — Hungen. erhalten batte, bestritt er die Tat, so auch in der Hungen fährt nach Großen-Linden und wird dort Hauptveryandlung. Er wurde aber überführt. Der zu beweisen haben, daß der hohe Vorspielsieg kein Zufall war. Die Gastgeber sind zwar dem Gegner nicht gewachsen, jedoch geben sie, vor allem au heimischem Gelände, alles her, um günstig abzuschneiden. Wir trauen den Gästen etwas mehr zu und rechnen mit einem knappen Siege, zumal die Mannschaft große Aussichten hat, die Plakette zu erringen, denn sie hat fast alle schweren Spiele daheim. Am morgigen Sonntag um 15.45 Uhr beginnt vom Gebäude der SA.-Standarte 116, Senckenberg- LuV und der sowie^der '^ I r=b«“ mar'en- megen Jaitoer anf^igung" Lurch durch folgende S°röß7n: Hitlerwall, Schottstraße, Urteil des Amtsgerichts Friedberg. bestraft worden Sm» «k wigsplatz, Kaiserallee zur Curtmannstraße. Dort findet nach dem Aufmarsch der Formationen die Uebernahme von Angehörigen der HI. in bie Gliederungen der Partei statt. Kreisleiter Backhaus, SA.-Brigadeführer Schwarz und Bannführer Taesler werden dabei Ansprachen halten. Mit einem Vorbeimarsch in der unteren Kaiser- allee wird die Kundgebung chreu Abschluß finden. B ü d i n g e n, 27. Sept. Ein Sohn der Stadt (Siebener fton$ert«Jting 1940/41. Büdingen, der frühere Provinzialkonseroator von ••üSrt.M'S KffMS JSS äs SZWMßDWLZW Heimische Gesangvereine Verhaftung einer Zechprellerin. velm GüUielstUNgöfMgLN. LPD. Alsfeld, 27. Sept. In einem hiesigen Am morgigen Sonntag findet das Gauleiftungs- Gasthaus übernachtete ein junges Mädchen, das es singen des Hessischen Sängerbundes, Sängergau sich bei Essen und Trinken gut sein ließ und dann Oberhessen, in Bad-Nauheim statt. Daran werden ruhig schlafen ging, ohne die Mittel zum Bezahlen als Vertreter der Gesangvereine d;s Kreises Gießen der Zeche zu besitzen. Am anderen Morgen gab es der Gesangverein „Arion", Klein-Linden unter einen großen Kladderadatsch, als es ans Bezahlen Leitung von Konrad Nicolai und die Sänger- gehen fotlte. Die Z e chprellerin, die einige Vereinigung „Cäcilia" 1838 Lich unter Leitung von Wochen vorher wegen einer gleichen Gastrolle in Ernst Jlge teilnehmen. Ferner sind Gesangvereine Frllda bereits mit deiy Gericht Bekanntschaft ge- aus Friedberg, Butzbach, Vilbel, Bad-Nauheim und macht hatte, wurde in das hiesige Amtsgerichtsge- Wetzlar an der großen Veranstaltung beteiligt. fängms eingeliefert. Vereine unseres Bezirkes zugeteilt wurden, aus den Wettbewerben 100 Meter, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen und 4X100-m-Staffel. ** Kriegsauszeichnung. Der Leutnant Am kommenden Sonntag werden die Vereine des Eberhard K ö t t g e n aus Gießen, bei einem motori- Bezirks 8 versuchen, eine möglichst hohe Punktzahl fierten Truppenteil, hatte am ersten Tage seines Ein- zu erreichen. Auf dem Universitätssportplatz nehmen satzes in Frankreich für Tapferkeit vor dem Feinde die nachstehenden Vereine an der Veranstaltung teil: das Eiserne Kreuz II. Klasse erhalten. Nunmehr DfB.-Reichsbahn Gießen (mit einer Männer- und wurde er für eine weitere hervorragende Waffentat einer Frauen-Mannschaft; Mtv. Gießen ebenfalls bei den Kämpfen in Frankreich nachträglich noch mit mit einer Männer- und einer Frauen-Mannschaft; dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Turnverein Heuchelheim; VfL. Lollar und voraus- ** D i e Polizei-Dienstauszeichnung sichtlich noch die Sportgemeinde Großen-Buseck und in Gold der Stufe 1 für 25jährige treue Dienste in die Sportgemeinde Steinbach. der Polizei erhielten der Kriminalfekretär Heinrich Hedrich (Bad-Nauheim), die Polizei-Hauptwacht- (yUpDÜll meister Richard Pl-tsch, Paul Groper Karl Klinkler um die Kriegserinnerungsplatette. (Gießen), Ernst Widczifk (Friedberg), Hans Schulz (Friedberg). Die Polizei-Dienstauszeichnung der! H>at$enborn-Sieinberg ©arbentetd). Stufe 3 für achtjährige treue Dienste in der Polizei Arn morgigen Sonntag ist die komplette Mann- erhielt der Polizei-Hauptwachtmeifter Karl Schütz schäft der Sportgemeinde Garbenteich Gast der (Gießen). Als besondere Anerkennung für die ge- „Teutonen" an der Neumühle. Die Vereinsmann- leisteten Dienste bei der Umsiedlung der Wolhynien- schäft der Garbenteicher ist weit stärker als die Deutschen wurde folgenden Beamten und Polizei- kombinierte Elf der „Teutonen" vom vergangenen Reservisten vom Führer die Medaille für deutsche Sonntag. Steinbach — Grüningen. Die Steinbacher erwarten die stark zurückgefallenen Gäste aus Grüningen. Da diese bereite im Vorspiel den kürzeren zogen, dürften die Aussichten der Gäste gleich Null sein. Für Steinbach gilt es, das Torverhältnis so zu verbessern, daß sie bei nochmaligem Punktverlust doch noch Sieger werden können. * VfV.-Relchsbahn L — VfL. 1860 Marburg L Nach langer Zeit stellen sich wieder einmal Marburger Gäste auf dem Waldsportplatz vor. Diesmal ist es eine Marburger Vereinsmannschaft, der Verein für Leibesübungen 1860. Früher war der VfB. 05 Marburg einer der besten Vereine im Lahnkreis. Die Marburger konnten im Gegensatz zu Gießen wiederholt in der Gauliga spielen, bis im Jahre 1937 der Abstieg erfolgte. Die Mannen um Heinz Fischer spielen einen technisch guten Fußball und sind auch jetzt nach ein ernst zu nehmender Gegner. Die Grünweißen, die im letzten Spiel beachtliches Können zeigten, werden ttotzdem auf der Hut fein müssen, wenn ein beachtliches Ergebnis erzielt werden soll. Der Start der Handballmeisterschastsspiele. Am kommenden Sonntag beginnt in allen Klassen — mit Ausnahme der Jugend — der Einsatz Der Mannschaften um die Meisterschaft des Spieljahres 1940/41. Eine große Anzahl von Mannschaften wird kämpfen, um zunächst in der Vorrunde ihren Mann zu stellen. Am ersten Spieltag stehen sich gegenüber: Bereichsklasse: Kirch-Göns — Dornholzhausen Hörnsheim — Garbenheim Hochelheim — Lützellinden. I. Klasse: Grüningen — Holzheim ■ Krofdorf — Wetzlar. II. Klasse: Atzbach — Nauborn Großen-Linden — Garbenheim II Garbenteich — Klein-Linden Beuern — Lich. Dornholzhausen hat, nach seinem letzten Abschneix den gegen Hörnsheim zu urteilen, Aussichten, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Offen ist der Ausgang des Treffens in Hörnsheim. Beide Mannschaften wissen, worum es geht, und werden sich deshalb restlos einfetzen. Wenn auch Hochelheim dem Papier nach in der Lage fein sollte, den Gästen eine Niederlage beizubringen, so darf man das Können der jungen Einheit keineswegs unterschätzen. Sie hat jedenfalls oft genug bewiesen, daß sie auch vor dem stärksten Gegner nicht kapituliert. Der Lokalkampf in Grüningen wird diesmal im Zeichen der Gastgeber stehen, wenn man ihr Ab- schneiden gerade in den letzten Spielen berücksichtigt. Krofdorf wird es nicht schwer haben, die neu zusammengestellte Elf des Tv. Wetzlar sicher niederzuhalten. Immerhin ist eine gewisse Vorsicht am Platze. Auch Atzbach wird Nauborn keine Siegeschance lassen. Wenn auch Garbenheim mit seiner zweiten Garnitur in Großen-Linden antritt, so darf man den Platzbesitzern keineswegs ohne weiteres Siegeschancen einräumen. Denn das Können wird sicherlich ziemlich verteilt sein. Die Klein-Lindener müssen sich strecken, wenn sie ein achtbares Ergebnis gegen Garbenteich erzielen wollen. Die Mannschaft hat immerhin ansprechendes Können an den Tag gelegt und wird sicherlich auch diesmal nicht versagen. Zu einem spannenden, aber auch harten Spiel wird es in Beuern kommen. Beide Gegner sind gut, so daß das Ergebnis sicherlich nur knapp ausfallen wird. Es sei darauf hingewiesen, daß auf ab geernteten * Wetzla , 27. September. Hier wurden in den Kartoffelfeldern keine Kartoffelfeuer angezündet I [e^ten Nächten in verschiedenen Geschäften schwere werden dürfen. Das Kartoffelkraut ist ein wertvoller lEinbruchsdieb stähle verübt, bei denen dem Rohstoff, der zum Verbrennen viel zu schade ist. Außerdem werden die meisten Kartoffelfeuer abends nicht gelöscht, so daß die Asche weiterglimmt und dadurch in den Nachtstunden das Feuer leicht wieder entstammt. Brennende Kartoffelfeuer aber teilen Wegweiser für feindliche Flieger und da- mit eine Gefahr für Land und Stadt bar. . ~ ,. _ < Wettangeln am Karpfenteich. ^nntag deutsche Veremsmerster. - Die Mitglieder von fünf Angelfportvereinen wer« schastSküMpfe IN der Leichtathletik, den am 20. Oktober in einem Wettangeln die Die deutsche Vereinsmeisterschaft ist eine Cinrich- Karpfenausbeute des Schwanenteiches an der Schla- tung des Fachamtes Leichtathletik, die seit mehreren geter-Anlage, die nach dem ersten Ausfischen vor Jahren besteht. Ihr Sinn und Zweck ist, neben der einigen Jahren mittlerweile fangreif geworden ist, persönlichen Einzelleistung die Gesamtleistung einer für den Verbrauch gewinnen. Hoffentlich wird es bei teilnehmenden Gemeinschaft in den Vordergrund dieser Gelegenheit wieder so zahlreiche und im Ge- zu stellen. Dabei ist in der Klasseneinteilung auf wicht fo respektable Karpfen geben, wie bei dem das Stärkeveichältnis der Vereine weitgehend Rück- ersten Ausfischen des Teiches. sicht genommen worden. Infolge des Krieges wurde w , ______auch die deutsche Vereinsmeisterschast den veränder- Gteßener Wochenmarklprelfe. ten Verhältnissen angepaßt. Es gibt während des * Gießen, 28. Sept. Auf dem heutigen Wochen- Krieges nur noch zwei Klassen, die Kriegsklasse I markt kosteten: Markenbutter, kg 1,80 RM., I und die Kriegsklasse II. Der Kriegsklasse II, die aus Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische den Wettbewerben 200 Meter, 1500 Meter, Weit- Eier 11, Kartoffeln, XA kg 4, 5 kg 40, Wirsing, Vi kg sprung, Kugelstoßen und einer 4X100-m-Staffel be= 7, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 7, rote1" " Rüben 8, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 16 bis 20, (gelb) 20, Unterkohlrabi 7, Erbsen 22, Tomaten 16, Zwiebeln 12, Schwarzwurzeln 30, Rhabarber 10, Kürbis 7, Feldsalat (V10) 10, Aepfel Vs kg 15 bis 25, Falläpfel 4 bis 6, Birnen 15 bis 25, Zwetschen 13 bis 14, Mirabellen 30, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund miMw Cihovin-Fabrik G.m.b.KFrankfurt M. CUrovln-