(90. Jahrgang Nr. (5( Erscheint täglich, anher Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giekener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte • 1.80 Lustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 116sk Frankf^M. Gietzener Anzeiger vrühlsche UniverMätrdnlckerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Gießen,^Lchxlftratzr 7-4 Freitag,28. Juni (940 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/?Uhr des Vormittags Grundvreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tepanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstafsell Abschlüsse Mengenstafielö Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 250/omehr Ermäßigte Grundvreise Baderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Gespaltene Seemacht. Erkundungsvorslöhe schwächerer feindlicher Seestreitkräfte an der nordfranzösischen Küste in der Nacht vom 24. zum scheu Italien und Frankreich abgeschlossene Waffen- xHuuen unu tyiunueiiy uugeju,iu||ene zi>u||eii= stillstandskonvention nicht nur der französischen Flotte, sondern auch der französischen Flottenstütz- bombardiert. . Feindliche Luftangriffe auf Massaua und Assab sind ohne jedes Ergebnis geblieben. Aktivität der italienischen Lustwaffe in Ostafrika. Stockholm, 28. Juni. (Europapreß.) In Nairobi, der Hauptstadt der britischen Kolonie Kenya ist am Donnerstagabend von englischer Seite e Noch bevor die eigentliche Auseinandersetzung Großdeutschlands mit England in militärischer Hin- sicht begonnen hat, sind durch die Waffenstillstands, verttäge Deutschlands und Italiens mit Frankreich die einschneidendsten Veränderungen der strategischen Lage für die englische Insel eingetreten, Veränderungen, die es erklärlich machen, wenn selbst Churchill am Dienstag im Unterhaus immer wieder hervorhob, die Lage fei „unsicher und dunkel". Die Gewitterwolken ziehen jetzt nach England, und der zerschmetternde Blitz wird folgen. Durch die Waffenstillstandsbedingungen steht der deutschen Wehrmacht nicht nur die ganze Nordhälfte Frankreichs geaen England zur Verfügung, also die Küste des Aermelkanals von Dünkirchen bis Brest, dem französischen Kriegshafen am Kanaleingang, sondern auch die ganze Strecke der französischen Atlantikküste von Brest bis Biarritz an der Grenze Spaniens. Schon vorher hatten wir durch die Besetzung Norwegens, Hollands und Bel- aiens den Weg unserer Flieger nach England erheblich abgekürzt und die Ostküste Englands prak- üsch blockiert. Der Welthafen London, über den rund 40 v. H. aller britischen Einfuhr in Friedenszeiten gingen, ist für die Versorgung Englands zum großen Teil ausgefallen. Die Entfernung von London nach Ostende beträgt z. B. nur 215, von Harwich, dem wichtigen Hafen nördlich Londons, bis Vlijsingen, diesem neuen Stützpunkt Deutschlands auf der niederländischen Insel Walcheren, nur 178 Kilometer. Von den Shetlands-Inseln bis zur Straße von Dover ist die ganze englische Ostküste, von Dover bis Kap Landsend die gesamte Südküste Englands jetzt dem Zugriff der deutschen Luftwaffe offen, und durch die Besetzung der französischen Küste am Atlantischen Ozean haben wir die Möglichkeit, auch die ganze Westküste Englands zu flankieren, also Cardiff, Newport, Swansea und Liverpool, alle jene Tore Englands nach der Neuen Welt. Sie liegen entweder am Bristolkanal oder an der Irischen See, und die Absperrung dieser für England wichtigsten Häfen vollendet, da der Weg durch den Nordkanal schwierig und klippenreich ist, den eisernen Blockadering um das ehemals die Meere beherrschende Jnselreich. Im M i t t e l m e e r ist England durch die zwi- punkte Toulon, Ajaccio auf Korsika, Bi- zerta, des Hauptkriegshafens an der tunesischen Küste, sowie Orans (Mers-el-Kebir) in Algerien gegenüber der spanischen Hafenstadt Cartagena mit einem Schlage verlustig gegangen. Durch den Fortfall der französischen Flotte und Stützpunkte im Mittelmeer ist die italienische Seemacht jetzt der britischen überlegen. Hinzu kommt noch, daß England im westlichen Mittelmeer nur noch Gibral- tar hat, das nun seine Schlüsselstellung gegenüber den überlegenen Kräften Italiens verloren sieht. Ebenso schlimm ist die Lage Albions im östlichen Mittelmeer. Italien mit Sizilien und der schwer befestigten Insel Pantelleria sperrt automatisch die beiden Mittelmeerteile von einander ab. Die Insel Malta war wegen ihrer durch die italienische Luftwaffe gefährdeten Lage schon 1935 im Abessi- menkrieg als Stützpunkt für die britische Flotte nur noch von zweifelhaftem Wert. Die Flucht der britischen Flotte nach Alexandria wurde während dieses Krieges wiederholt, aber auch Alexandria ist bereits von den Italienern bombardiert worden. Es dürfte den Briten dort ergehen wie in Scapa Flow, der angeblich sicheren Flottenbasis, die vor den deutschen Luftangriffen nicht standhielt. England hat ferner noch Haifa, den wichtigsten Hafen der palästinensischen Küste, den die Engländer das Singapur des Mittelmeeres nannten und wo die Oelleitung aus dem Irak endet. Aber Haifa und die dort befindlichen Teile der englischen Flotte liegen gleichfalls im Bereich der italienischen Luftwaffe. Eine direkte Verbindung der englischen Seestreitkräfte im östlichen Mittelmeer mit dem Stützpunkt Gibraltar und der Heimatflotte ist kaum noch möglich, es sei denn, daß ein Schiff den seit der Ausschaltung von Französisch-Djibuti und Fram zösisch-Somaliland ebenso gefährlichen Weg durch das Rote Meer und um das Kap der Guten Hoffnung nimmt. Damit ist die englische Seemacht praktisch in zwei Teile gespalten. Wie England auf seiner Mutterinsel von Deutschland blockiert wird, so ist es im Mittelmeer durch den Fortfall der französischen Sicherungen dem Angriff ler Italiener preisgegeben. Neuer Luftangriff auf Matta Die Flottenbasis Sollum bombardiert. R 0 m, 27. Juni. (DRV.) Der italienische Heeres- bericht vom Donnerstag lautet: Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unsere Vombersormationen haben in mehreren Wellen Matta angegriffen und gegen die -dortigen Marine- und Luftftottenzlele «ine heftige Zersiörungsaktion durchgeführt. Alle unsere Flugzeuge sind in ihre horste ; Zprückgekehrt. In Nordafrika find die Luftangriffe gegen Depots und Kraftwagenparks wiederholt worden. Alle Flugzeuge find zurückgekehrt. Einheiten unserer Marine haben die englische Flottenbasis Sollum mit beträchtlichem Ersolg Kommunique ausgegeben worden, in dem bestätigt wird, daß die italienische Luftwaffe eine zunehmende Aktivität an den Tag legt. Drei italienische Flugzeuge haben nach dem im englischen Rundfunk wiedergegebenen Kommunique im Laufe des Mittwochs den britischen Ort M 0 y a l e angegriffen. Im Laufe des Donerstags wurden zwei italienische Maschinen Ü b e r W a j i r gesichtet. Auch hier wurde eine Reihe Bomben abgeworfen. Der Wehrmachtsbmcht vom Donnerstag. Führerhauptquartier. 27. Juni. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Den Bestimmungen des Waffenstillstandsvertrages entsprechend rückten unsere Truppen bis zum D 0 r - dogne-Abschnitt 0 stwärts Bordeaux vor. 25.Juni wurden mühelos ahgewiesen. Ein U-Boot meldet die Versenkung von 3 5 0 0 0 Tonnen feindlichen Schiffsraumes. In der Rächt vom 26.Z27. Juni griffen deutsche Kampfflugzeuge erneut Hafenantagen sowie Werke der Flugzeugindustrie in England mit Bomben an. Ein eigenes Flugzeug kehrte nicht zurück. Britische Flugzeuge setzten ihre Bombenabwürfe in Westdeutschland auch in dieser Rächt fort, ohne militärischen Schaden anzurichten. Mehrere Zivilpersonen wurden getötet oder verletzt. Zwei britische Flugzeuge wurden durch Flak-Artillerie, ein weiteres durch Jäger abgeschossen. Beim Rhein-Uebergang am 15. Juni und bei den nachfolgenden Durchbruchskämpfen sowie bei der Erstürmung eines Vogesenpasses zeichnete sich der Major Schüler an der Spitze des von ihm befehligten Infanterie-Regiments durch persönlichen tapferen Einsatz aus. Vor 21 Zähren im Spiegelsaal zu Versailles. N In diesen Tagen des größten deutschen Waffensieges aller Zeiten wollen wir die Stunde der tiefsten Erniedrigung nicht vergessen, die Deutschland in den gleichen Räumen des Schlosses zu Versailles widerfuhr, vor denen jetzt deutsche Soldaten auf Wache stehen und von dessen Dach die ruhmreiche Reichskriegsflagge weht: Vor 21 Jahren, am 28. Juni 1919, wurde im Spiegelsaal zu Versailles das Schanddiktat unterzeichnet, das das Reich für immer knechten sollte. — Unser Bild berichtet von dem Augenblick der Unterzeichnung durch die deutsche Delegation. — (Scherl-Bildarchiv-M.) Die ersten deutschen Soldaten an der spanischen Grenze eingetroffen. Begeisterter Empfang durch die spanische Bevölkerung. I run, 27. Iuni. (DRV.) Der Sonderbericht- erstalter des DRV. meldet, daß heute morgen i/812 Uhr auf der „Internationalen Brücke" von B e h 0 v i a die ersten deutschen Soldaten eintrafen, und zwar ein Lastwagen mit 20 Soldaten einer Kompanie Kriegsberichterstatter. Mehrere deutsche Offiziere und Adjutanten passierten in Uniform die Internationale Brücke und begrüßten im Gebäude der spanischen Grenzkommandantur Kommandanten Ochotorena. Die Bevölkerung, die bereits seit gestern auf das Eintreffen der Deutschen wartete, bereitete den deutschen Soldaten auf der spanischen Seite einen erhebenden Empfang. Hochrufe auf Spanien und Deutschland, auf Franco und Hitler wechselten sich ab. Die deutschen Soldaten wurden von der begeisterten Menge umarmt. Aus Madrid traf der deutsche Botschafter von Stotz- rer und der Militärattache Oberst Bruns ein. Als Vertreter der Partei traf zum Empfang der Ortsgruppenleiter von San Sebastian. Beisel, ein. Der Lhes der deutschen Besahungs- armee von Basses pyrenees traf um 17 Uhr auf der Internationalen Brücke ein und wurde von dem deutschen Militärattache Oberst Bruns begrüßt. Von 18 Uhr an traf in hendaye b i e e r ff e m 0 - torifierfe Kolonne der deutschen Armee ein. Der General der 6. spanischen Division, Lope; Pinto, hat sich ebenfalls von 3run an die Grenze begeben. ♦ 3n hendaye ist die militärische Kontrolle auf den Landstraßen durch das französisch-baskische Gebiet durch Gendarmerieerseht worden, die den Grenz- und Patrouillendienst versieht. Man sieht fast keinen französischen Soldaten mehr. Die einzelnen militärischen Einheiten haben ihre Waffen in den vereinbarten Quartieren nieder- gelegt In 3run fällt auf. daß bereits zahlreiche Franzosen zur Rückkehr in die Heimat auf- brechen. Clermont-Ferrand vorläufig Sih der französischen Regierung. Madrid, 27. Juni. (Europapreß.) Die französische Regierung hat sich nach Berichten aus Bordeaux entschlossen, die südfranzösische Stadt Clermont-Ferrand zu ihrem künfttgen Sitz zu wählen. Der Präfekt des Departements Puy-de- Döme wurde angewiesen, zur vorläusigen Unterbringung der Ministerien und Behörden die größten Hotels in Clermont-Ferrand frei zu machen. * Clermont-Ferrand in der Auvergne, die Hauptstadt des Departements Puy-de-Döme, liegt auf einem Hügel in einer weiten von Gebirgszügen umgrenzten und vom Puy-de-Döme beherrschten Ebene. Es ist eine Stadt, deren Ursprung bereits auf die Gallier-Zeit zurückgeht. Hier rief im Jahre 1095 Papst Urban II. zum ersten Kreuzzug auf. Heute zählt die Stadt etwas über 100 000 Einwohner, sie hat lebhafte Industrie, vor allem in Konserven, Kautschuk und Automobilen. Als Knotenpunkt der Orleaner- und Lyoner Eisenbahn ist die Stadt wichtiges Verkehrszentrum. Seit 1854 besitzt sie eine Universität. Als Sitz eines Korps-Kommandos hat sie viele Kasernen und sonstige öffentliche Gebäude, weshalb vermutlich die Wahl der französischen Regierung auf Clermont-Ferrand gefallen ist. Frankreichs Vertreter in den Daffenstillstandskommisstonen. Bern, 27. Juni. (DNB.) Der französische Mi- nisterrat hat die Mitglieder der deutsch-französischen und der italienisch-französischen Waffenstillstandskommissionen bezeichnet. Der ersten Kommission gehören an: Armeegeneral Huntziger als Präsident, Admiral M i ch e l i e r für Fragen der Kriegsmarine, General M 0 u ch a r d für die Luftfahrt, Carles, Präfekt des Departements Nord, A r i s , Inspektor des Finanzwesens, P a r 0 d i, Generaldirektor für Arbeit und Handwerk, Berthe lot. Stellvertretender Generaldirektor der französischen Staatsbahnen, de Peyrecave, Industrieller und Prof. P 0 r t m a n n. Der zweiten Kommission gehören an: Admiral Duplat als Präsident, Gene- Adolf Hitler zerschlug Versailles. Wenn unsere Gedanken jetzt zu jenem 28. Juni 1919 zurückgehen, da das November-Deutschland seinen Namen unter das Diktat von Versailles setzte, dann werden wir uns sogleich der Tatsache bewußt, daß dieselbe Kriegshetzerclique, die uns diesen Schmachfrieden auferlegt hatte, uns ein neues, noch viel schlimmeres Versailles bescheren wollte. Wir wissen infolge der verschiedenen Auslassungen dieser „Staatsmänner", nicht zuletzt infolge der berüchtigten Karte Reynauds, genau Bescheid, wie dieses vom Haß geborene „neue" Europa aussehen sollte, das Deutschland in eine Unzahl Kleinstaaten zerlegen sollte, ganz zu schweigen von den Gebietsabtretungen an die wiederauferstehenden Mächte des Versailler Systems und den starken Einbußen Italiens. Wenn diese frevelhaften Pläne jetzt schon der Vergangenheit angehören, dann verdankt das deutsche Volk dies Adolf Hitler, der uns vor dem neuen Versailles bewahrt hat, nachdem das alte von ihm zertrümmert worden war. „Deutschland verzichtet", „Es wird Deutschland untersagt", „Deutschland liefert", das waren die Ausdrücke, die in den 440 Paragraphen dieses Diktats dauernd wiederkehrten, sinnfälliger Beweis dafür, daß dieses den Namen „Derttag" völlig zu Unrecht tragende Machwerk nie und nimmer der Welt den wahren Frieden bringen konnte, da es aufgebaut war auf Gewalt, Lüge und Betrug. Als der Führer seinen Kampf für das neue Deutschland aufnahm, als an jenem denkwürdigen 24. Februar 1920 im Hofbräuhausfestsaal das Programm der Partei von ihm verkündet wurde, da erkannte er mit aller- Klarheit, daß nun, nachdem seine Lehre schon in den Herzen vieler Tausender fest begründet lag, alles darauf ankäme, dem deutschen Volk das wahre Gesicht des Versailler Diktats zu offenbaren. Dies war um so notwendiger, als das Volk, von wenigen Männern abgesehen, sich damals über Versailles keine großen Gedanken machte. Der Begriff der „Wiedergutmachung", von den Parteien des Weimarer Systems immer von neuem verkündet, hatte die Herzen und Hirne vernebelt. Es tut gut, wenn wir gerade in dieser Zett uns die Aufzeichnungen ins Gedächtnis zurückrufen, die der Führer hierüber in feinem Werk „M ein Kampf" niedergelegt hat: „In dieser Zeit erhielt der Münchener Hofbräuhausfestsaal für uns Nationalsozialisten eine fast wechevolle Bedeutung. Jede Woche eine Versammlung, fast immer in diesem Raum, und jedesmal der Saal besser gefüllt und die Menschen andächtiger! Ausgehend von der „Schuld am Krieg", um die sich damals kein Mensch kümmerte, über die Friedensverträge hinweg, wurde fast alles behandelt, was irgendwie agitatorisch zweckmäßig oder rat Paris 0 t (Landheer), General O d i t (Luftstreitkräfte), M 0 u ch e t (Präfekt des Departements Seealpen), M 0 n t a r n e l, Finanzinspektor, G e - ten, Staatsrat, Gouret, Direktor des Hafens von Marseille, und Garnier, Botschaftsrat. Neubesetzungen leitender französischer posten in Lebersee. Rom, 28. Juni. (Europapreß.) Der französische Ministerrat, der in Bordeaux tagte, hat beschlossen, ein Generalkommissarit für den nationalen Wiederaufbau zu errichten, zu dessen Leiter General Doumenc berufen wurde. Der Ministerrat nahm ferner einige Umbesetzungen in den leitenden Stellungen der französischen K 0 - Ionien vor. Zum Generalgouverneur von Jndochina wurde Vizeadmiral D e c a u x ernannt. Ferner wurden G a st 0 n und Joseph mit außerordentlichen Missionen für die Koordinierung der Verteidigung der französischen Belange in Jndochina, Neu-Kaledonien und Ozeanien betraut. Zum Generalgouverneur von Madagaskar wurde C a y l a bestellt. Der bisherige Generalgouverneur D e b 0 i s s 0 n wurde für Französisch- Afrika berufen. Diesem Kommissär werden Fran- zösisch-Aequatorialafrika, Französisch-Westafrika und die Mandatsgebiete Kamerun und Togo unterstellt. Aus Stockholm wird bekannt, daß die französischen Generalgouverneure in Jndochina und Madagaskar abgesetzt worden sind, weil sie den Anweisungen der Regierung nicht Folge lei st en wollten. Außerdem wurden die französischen Kriegsschiffe, die sich auf hoher See befinden, auf drahtlosem Wege aufgefordert, französische Häfen angulaufen, um so die Ausrechteryaltung der französischen Souveränität in Uebersee sicherzustellen. In London ist man hierüber erbost, weil die Hoffnung, die französische Kriegsflotte in englische Hände zu bekommen, dadurch illusorisch wird. In den nun an die französischen Kriegsschiffe ergangenen Befehlen erblickt man in Stockholm einen Beweis dafür, daß die Regierung Petain aus den ehrverletzenden Angriffen der englischen Regierung die Folgen zu ziehen gewillt ist. Zn London nur noch durch einen Geschäftsträger vertreten. Genf, 27. Juni. (DNB.) Der französische Außenminister B a u d 0 i n bezeichnete in einer Ansprache vor der Presse seine Tätigkeit unter den gegen- wärttgen Umständen als „sehr delikat". Baudoin erklärte, Churchills H a l t u n g — der in seiner zynischen Unverfrorenheit dem geschlagenen Frankreich „Verrat" der englischen Sache vorgeworfen hatte — habe in Frankreich ein Gefühl schmerzlichen Erstaunens hervorgerufen. Diese englische Haltung sei noch unterstrichen worden durch die Abberufung des britischen Botschafters. Der französische Botschafter in London sei daraufhin zurückgetreten. Frankreich erwäge, ihn unverzüglich zu ersetzen, wenn es auch durch einen Geschäftsträger vertreten bleibe. tge eine g Wahrheit em- Der Führer ehrt die Helden von Narvik. Am Hauptverbandplatz Kür hervorragenden Einsatz im Westen mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Verteidiger unversehrt in unsere Hand fiel. Der Besitz dieser Brücke war von ausschlaggebender Bedeutung für die Gesamtoperationen in Holland. Oberleutnant Walther, der bei der Durchführung seines verwegenen Handstreiches verwundet wurde, und vorübergehend in Gefangenschaft geriet, hat den Stoßtrupp eines Baulehrbataillons vorbildlich geführt und. sich durch sein selbständiges, richtiges Handeln und seine persönliche Unerschrockenheit die höchste Anerkennung erworben. Oberleutnant Oeckel war bei dem Sturm aufdie Maginotlinie der Führer des wichtigsten Stoßtrupps, der die beherrschenden Bunker zu nehmen hatte. Oeckel stürmte an der Spitze seiner Männer und brachte hintereinander vier Bunker in seine Hand. Damit schlug er d i e entscheidende Bresche in das starke feindliche Stellungssystem. Beim Kampf um den ersten Bunker erhielt er im Nahkampf einen Pistolenschuß in die rechte Hand. Verwundet kämpfte er weiter. Während des Kampfes um den vierten Bunker erhielt er einen Kopfschuß. Er ist ein Offizier von höchster soldatischer Kämpfertugend. Oberleutnant Li n gn er stand am 10. Mai 1940 mit zahlenmäßig geringen Einheiten allein in einer denkbar schwierigen Lage im Nücken des vielfach überlegenen Feindes. Durch feinen selbständigen, kühnen Entschluß, den starken Gegner sofort rücksichtslos anzugreifen, ermöglichte er die Heranführung von Verstärkungen und den Erfolg eines Unternehmens, dessen Ausgang für das Gelingen der gesamten Operationen wesentlich war. Leutnant P r 0 ch a z k a hat sich schon im Polenfeldzug und bei den schweren Kämpfen nördlich Bouchain durch hervorragende Tapferkeit ausgezeichnet. Sein beispielgebender Schneid, seine Zähigkeit und sein zielsicheres Handeln in einem kritischen Augenblick haben trotz starker feindlicher Gegenwehr zu dem hervorragenden Erfolg des Oise-Uebergan- ges bei L'Isle Adam geführt. In rücksichtslosem Draufgehen riß er, obwohl durch Oberarmschuß verwundet, seine Kompanie ungeachtet des starken Flankenfeuers über die Oise vor und erkämpfte sich mit großer Tapferkeit einen Brückenkopf, den er trotz heftiger feindlicher Gegenwirkung hielt, bis er vom Regiment erweitert werden konnte. Hierdurch wurde der Gegner zum Aufgeben der Oife- stellung gezwungen. Leutnant Semmer, Kompaniechef in einem Infanterieregiment, setzte am 9. Juni mit seinem Kompanietrupp in schwierigstem Floßsackübergang über den Ardennenkanal, stürmte trotz erbittertem französischen Widerstand im Frühnebel über den Damm des anderen Ufers und drang in rücksichtslosem Durchstoß 1500 Meter tief bis zu einer beherrschenden Höhe vor. Das ungewöhnlich tapfere, geistesgegenwärtige und kluge Handeln des Leutnants Semmer, der 2 Offiziere und 200 Mann gefangen nahm, entschied in einem kritischen Augenblick den Kampf. (General Dollmann General der Artillerie Friedrich Dollmann wurde 1882 in Würzburg geboren. Er besuchte das Gymnasium in Würzburg und München und trat nach Erlangung des Reifezeugnisses 1899 als Fahnenjunker in das /l. Bayerische Feldartillerie-Regiment ein. 1901 wurde er im 7. Bayerischen Feldartillerie. Regiment Leutnant. Von 1909 bis 1912 war er zur Kriegsakademie kommandiert. In den Weltkrieg, an dem er im Westen mit Auszeichnung teilnahm, tat er Dienst als Adjutant der 1. Bayerischen Feld- artitteriebrigabe, später als Abteilungsfuhrer und zweiter Generalstabsoffizier der 6. Bayerischen In- fanteriedivision. Die Jahre nach dem Zusammenbruch brachten Verwendung in verschiedenen Generalstabsstellungen des Reichsheeres. 1930 wurde Dollmann Chef des Stabes einer Division. 1931 führte er ein Artillerieregiment, 1933 wurde er Inspekteur der Artillerie. 1936 General der Artillerie und Kommandierender General eines Armeekorps. Nach Ausbruch des Krieges erhielt er das Kommando über die Armee, der jetzt unter feiner vorbildlichen Führung die Durchbrechung der französischen Oberrheinbefestigungen gelang. Unveränderte Haltung der Türket Istanbul, 27. Juni. (Europapreß.) Am Mittwoch ist endlich die seit langem erwartete außenpolitische Erklärung der türkischen Regierung erfolgt. Wie zu erwarten war, ändert die Türkei ihren bisherigen Standpunkt nicht. Sie beruft sich dabei auf das am 19. Oktober des vergangenen Jahres abgeschlossene Zusatzprotokoll. Dieses Protokoll sieht bekanntlich vor, daß die Türkei ihrer Verpflichtungen gegen die andere Vertragspartei ledig ist, wenn die Erfüllung des Vertrages einen Konflikt mit der Sowjetunion Hervorrufen konnte. Der türkische Ministerpräsident hat nun auf eine Anfrage in der großen Nationalversammlung solgendes mitgeteilt: Die Regierung der türkischen Republik hat mit Aufmerksamkeit öie neue Lage geprüft, die durch den Eintritt Italiens in den Krieg entstanden ist. Sie beschloß, das Protokoll 2 des Vertrages von Ankara zur Grundlage ihrer Handlung zu machen, und hat den Partnern davon vertragsgemäß Mitteilung gemacht. Die Türkei bleibt weiterhin ein nichtkriegführender Staa t." Die Türkei fühle sich nicht gezwungen, in den Krieg einzutreten, solange sie nicht selbst angegrif- f e n werde. Die militärischen Vorbereitungen der Türkei seien gegen niemand gerichtet, sondern dienten allein der Aufrechterhaltüng des Friedens. Umbildung der rumänischen Regierung Bukarest, 28. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Das rumänische Kabinett ist umgebildet worden. Ihren Rücktritt erklärten Außenminister G i g u r t i, Staatssekretär Kurdarianud, Staatssekretär beim Ministerpräsidium Protochla, Außenhan- delsminister Christu, Kultusminister Eiobanu und der Unterstaatssekretär für den Kultus ©ibi- c e a n u. Neuemannt wurden: Senatspräsident A r - g e t0 i a n u zum Außenminister, Kammerpräsident Vaida-Doevod zum Staatssekretär beim Ministerpräsidenten, Inculetz und Ni stör zu Staatssekretären. Wirtschaftsminister Can ei- c 0 v übernimmt oas Auhenhandelsminksterium, Giurescu geht vom Propagandamincheriuni, würbe vom Kultusminister Sidorovioi zum Prv* paganbaminiftex ernannt _ ____________ —M lieber Name und Truppenteil gibt das Soldbuch Auskunft. Der Kamerad kann nicht antworten, nur feine Augen sprechen von Fieber und großen Schmerzen. Dann schließt sich hinter ihm die Tür des Operationszimmers. Hier ist alles wie in einer Klinik in Deutschland. Es riecht nach Aether und Karbol in dem peinlich sauberen und kühlen Raum. Gedämpft fallen die Worte der Aerzte. Sanitäter reichen die sterilen Instrumente. Mit sicherer Hand führt der Arzt das helfende Messer. Der Schütze stöhnt manchmal leise aus. Tapfer trägt er seine Schmerzen. Ein neuer Verband wird angelegt. Dann ist es überstanden. Eine schmerzstillende Spritze noch, und der Verwundete wird wieder auf die Bahre gelegt. Der Wundzettel wird ihm umgehängt. Ein roter Streifen auf der linken Seite bedeutet „Transportfähig". Die Krankenträger bringen ihn wieder ins Auto. Die Aerzte an den beiden Operationstischen arbeiten nun schon Stunden. Im Operationszimmer flirren die Fenster. Die Wände zittern. Ein Feuerüberfall liegt auf der Vormarschstraße. Draußen gehen sie jetzt in Deckung. Aerzte und Sanitäter fahren in ihrer Arbeit fort, als hörten sie nichts vom Donnern der Einschläge. Sie haben keine Zeit für den Deckungsgraben. Sie denken nicht an sich. Ihre Arbeit gilt den Kameraden, gilt Menschenleben. H. G. Rahm. AorwegensZudustrie im Ausstieg O s l 0 , 28. Juni. Von einer Reise durch das südöstlich des Oslofjords gelegene große Industriegebiet Ooftfold berichtet ein Mitarbeiter von „Tidens" Tegn". Die Lage dürfe im allgemeinen als recht zufriedenstellend bezeichnet werden. Besonders die Arbeitslosigkeit befindet sich im fortgesetzten Schwinden. Der Landeshauptmann der Provinz Oosifold führt dies auf die Bemühungen der deutschen Behörden zurück, „die alles getan haben, was sie vermochten, um die industrielle Produktion zu beleben". Die Werften hätten Auf- trage bekommen, die Zellulose-Industrie könne mit neuen Absatzmärkten und Absatzmöglichkeiten rechnen. In den Wäldern der Provinz habe eine große Zahl von Menschen durch die großen Holzbeftellun- gen der letzten Zeit Beschäftigung gefunden. Die Finanzen der Städte seien in Ordnung. Der Bürgermeister von Frederiksstad äußerte: „Die mechanischen Werkstätten und Fabriken beschäftigen heute wie früher 1100 Mann, und auch die übrigen Industriezweige arbeiten im alten Umfang. Die Baumwollwebereien sind voll beschäftigt und haben Auf- träge für mehrere Monate. Die ganze Heimindustrie ist neu belebt. In den Sägewerken hat man alle Hände voll zu tun mit der Beschaffung von Baumaterial für das ganze Land. Auch die Zellulose- Fabrikation arbeitet in dem gewohnten Umfang." Berlin, 27. Juni. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat folgenden Offizieren der Gruppe Narvik das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen: Oberst W indisch, Oberstleutnant Sorto, Major Stautner, Major von Schleebrü.gge, Hauvtmann Schönbeck, Leutnant Rohr. Oberst W indisch hat die Nord gruppe im Raum Narvik unter ständigem persönlichen Einsatz so hervorragend geführt, daß die vom Feind mit stärksten Kräften immer wiederholten Durchbruchsversuche abgeschlagen wurden. Das von ihm geführte ost märkische Gebirgsjägerregiment bildete den Kern der Verteidigung. Oberst Windisch ist es zu danken, daß das Regiment allen Unbilden des Wetters getrotzt hat, daß es in ungebrochener Kraft standhielt und Sieger blieb über einen in jeder Hinsicht stärkeren Gegner. Oberstleutnant Sorko bildete mit seiner Gruppe von Steintjer an bis zum Abschluß der Operationen bei Helemoboten die Spitze der Division. Seiner unermüdlichen Tatkraft und Umsicht ist es zu danken, daß die Spitzengruppe auf dem über 700 Kilometer langen Vormarschweg nicht nur außergewöhnliche Geländeschwierigkeiten überwand, sondern auch in zähen Gefechten den Widerstand bester englischer und norwegischer Bataillone brach. Das Erscheinen der Gruppe Sorko bei Helemoboten hat dazu bei- aetragen, den vor Narvik kämpfenden Feind zum Abzug zu zwingen. Major Stautner setzte als Bataillonskommandeur im schweren Feind feuer nach eingehenden persönlichen Erkundungen den erfolgreichen Angriff der Kompanie Schönbeck an. Das Zurückwerfen des Feindes war für die ganze Kampfgruppe von entscheidender Bedeutung. Die Fortsetzung der Feind- Der republikanische prasidenischafiskandidat. Das Wahlprogramm der Republikanischen Partei. Philadelphia, 27. Juni. (DNB.) Nach dreitägigen Beratungen, die fast ausschließlich der Formulierung des außenpolitischen Teiles gewidmet waren, wurde das offizielle Wahlprogramm der Republikanischen Partei veröffentlicht und anschließend ohne Aussprache angenommen. Das Gebot der Stunde sei, die Landesverteidigung so stark zu machen, daß keine Macht jemals amerikanischen Boden betreten könne. Die Republikanische Partei wende sich entschieden gegen d i e Einbeziehung der USA. in fremde Kriege, zumal Amerika heute noch unter den Nachwirkungen des Weltkrieges leide. Die gegenwärtige Regierung habe bereits 54 Milliarden Dollar ausgegeben und müsse zugeben, daß d i e R ü - stungsbereitschaft der USA. völlig mangelhaft sei. Die Republikanische Partei verlange den Ausbau der Landesverteidigung derart, daß die Vereinigten Staaten im Stande seien, die Monroe-Doktrin aufrechtzuerhalten. Damit das amerikanische Regierungssystem nicht gestürzt werde, verlangt die Republikanische Partei abschließend einen Zusatz zur Verfassung, wonach keinem Präsidenten mehr als zwei Amtstermine zugebilligt werden dürften. Nach mehreren Wahlgängen wurde soeben Generaldirektor Wendel! Willkie mit 594 von 1000 Stimmen zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten gewählt. ideengemäß notwendig war. Besonders den Friedensverträgen selbst wurde größte Aufmerksamkeit geschenkt. Was hat die junge Bewegung damals den großen Menschenmassen immer und immer prophezeit, und wie ist fast alles davon bis jetzt eingetroffen! Heute kann man über die Dinge leicht reden oder schreiben. Damals aber bedeutete eine öffentliche Massenversammlung, in der sich nicht bürgerliche Spießer, sondern verhetzte Proletarier befanden, mit dem Thema „Der Friedensvertrag von Versailles" einen Angriff gegen die Republik und ein Zeichen reaktionärer, wenn nicht monarchistischer Gesinnung. Ich habe über dieses Thema damals in Versammlungen von zweitausend Menschen gesprochen, in denen mich oft die Blicke von dreitausendsechshundert feindlichen Augen trafen. Und drei Stunden später hatte ich vor mir eine wogende Masse von heiligster Empörung und maßlosestem Grimm. Wieder war aus den Herzen und Hirnen einer nach Tausenden zählenden Menge eine große Lüge herausgerissen und dafür eine an griffe verschob sich um Tage, so daß Major Stautner sein Bataillon inzwischen so vorzüglich zur Verteidigung einsetzen konnte, daß der Feind keine größeren Angriffe westlich Elvenes mehr wagte, wo immer Feinolandungen zu erwarten waren. Major v. S ch l e e b r ü g g e hat mit seiner Kompanie von Hundalen aus gegen die schwedische Grenze ein dort stehendes norwegisches Bataillon angegriffen und dieses völlig a u f g e r i e b e n. Erst dadurch kam die ganze E r z d a h n bis zur schwedischen Grenze in deutsche Hand. Bei allen späteren Abwehrkämpfen hat er sich an den Brennpunkten der Gefahr durch hervorragende Tapferkeit und tatkräftige Führung der ihm unterstellten Einheiten ausgezeichnet. Hauptmann Schönbeck hat nur mit seiner Kompanie bei Uyland Dalstetten in schwierigstem Gelände einen weit überlegenen Feind angegriffen. Er hat dabei das norwegische erste Bataillon Ins.- Rgt. 12 aufgerieben, über 200 Gefangene gemacht und dadurch weitere Feindangriffe tagelang verzögert. Leutnant Rohr war Angehöriger eines aus ausgesuchten Soldaten bestehenden Schi zu ges, der immer an Brennpunkten eingesetzt wurde. Rohr hat noch als Oberfeldwebel wichtige Höhen tagelang gegen zehnfache Uebermacht gehalten. Wiederholt völlig umzingelt, schlug er sich immer wieder mit schweren Verlusten für den Feind zu seinem Bataillon durch. Am Suanfjord und bei Bavaget, fast völlig aufgerieben, bediente er vor der Front mit feinen Meldern solange schwere Waffen, bis geringe Verstärkungen zugeführt wurden. Mit diesen machte er sofort erfolgreiche Gegenstöße und hielt dadurch den Feind vor seinem Abschnitt tagelang auf. gepflanzt worden!" Wenige Jahre nach der Machtübernahme war das Diktat von Versailles nur noch ein Fetzen Papier. Schritt für Schritt war der Führer seinen Weg gegangen und hatte für sein Volk das Recht geholt, das ihm die anderen nicht geben wollten. Und Adolf Hitler konnte das Diktat von Versailles nur deshalb als für Deutschland nicht mehr gültig erklären, weil er wußte, daß hinter dieser seiner Forderung das ganze deutsche Volk stand, in eiserner Entschlossenheit bereit, dafür einzutreten bis zum Letzten. Wie wenig kannten die Schöpfer von Versailles das neue Deutschland, daß sie den Versuch unternahmen, gegen dieses junge Reich mit den gleichen Mitteln wie vor einem Vierteljahrhundert zu Felde zu ziehen. Sie hofften auf eine innere Revolution und mußten es zu chrem Schrecken erleben, daß dieses Deutschland, dem sie so leichtfertig den Krieg erklärt hatten, das nach innen und außen stärkste Volk der Welt war und in einem einzigartigen Siegeszug alle seine Feinde bis auf England niederrang. Der letzte Ausgang dieses Ringens kann nicht mehr zweifelhaft fein. Versailles wird dann nur noch eine geschichtliche Erinnerung sein. (P. K.) Noch brennen die Trümmer des Ortes. Die Franzosen hatten das Dorf zu einem Widerstandsnest erster Ordnung ausgevaut. Aber auch die tückischsten Befestigungen und der Mut der Verzweiflung haben den Poilus nichts geholfen; gegen die Waffen unserer Panzer und Pioniere, gegen das Draufgängertum unserer Infanterie waren -sie am Ende doch machtlos. Die Front ist schon wieder auf dem Marsch. Das einzige größere Haus, das vom Artilleriefeuer hier verschont blieb, steht nun unter dem Zeichen des Roten Kreuzes. In langer Reihe warten Munitionsfahrzeuge, Feldküchen und Trainkolonnen, bis die schmale von Granattrichtern aufgerissene Straße wieder frei wird. Der Posten der Feldpolizei am Dorfeingang hat sie abgestoppt. Denn von vorn kommt eben eine Kolonne angebraust, die keinen Aufschub gebrauchen kann: S a n i t ä t s a u t 0 s , die weiße Flagge mit dem Roten Kreuz flattert stramm im Fahrwind. Ernste Blicke streifen die Milchglasfenster, hinter denen so mancher Kamerad mit seinen Schmerzen liegt. Wo eben noch Witze gerissen wurden und der Flachs von Fahrzeug zu Fahrzeug blühte, ist es auf einmal still geworden. Die Sanitätskraftwagen biegen von der Straße ab in einen Park hinein. Richtungsweiser zeigen zum Hauptverbandsplatz. Noch keine zwei Stunden sind vergangen, seit die Sanitätskompanie eingerückt ist. Ein eilig zusammengestelltes Arbeitskommando schüttet Granattrichter auf dem Anfahrtweg zu, kehrt mit Schau- fein und Besen Glasscherben und Schutt in den Zimmern zusammen. In langer Reihe werden Eimer voll entkeimten Wassers angeschleppt. Die Sanitätssoldaten haben die Uniform heute ausgezogen. In Hemdsärmeln wird mit Hochdruck gearbeitet. Jeder kennt feinen Handgriff. Die Chirugifche Sta- t i 0 n muß als erste fertig sein. Zwei Operationstische und das nötige Gerät sind im Handumdrehen aufgebaut. Ein Scheinwerfer und ein Spiegel, an einer langen Schnur sinnvoll über den Tischen auf« gehängt, ersetzen hier draußen das optische Zubehör des Operationssaales. Auf einer großen Kiste an der Tür liegen die Listen der Aufnahmen aus. Die beiden Krankenträger des ersten Sanitätswagens setzen die Bahre behutsam ab. Mit blutverschmiertem Waffenrock liegt ein Infanterist auf der Zeltbahn. Er kommt als schwerer Fall zuerst an die Reihe. Berlin, 27. 3unL (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres an folgende Offiziere das Ritterkreuz zum Eisernen kreuz verliehen: Generaloberst Ritter von £ e e b, Generaloberst von Wihleben, General der Artillerie D 0 U m a n n, General der Panzer- lruppen von Vitinghoff gen. von Scfjeel, Generalleutnant Fahrenbacher, Generalleutnant koch-Erpach, Oberleutnant Walter, Oberleutnant Oeckel, Oberleutnant Lingner, Leutnant prochazka, Leutnant Semmer. * Generaloberst Ritter von Leeb hat während des Polenfeldzuges durch geschickte Gliederung der Kräfte seiner Heeresgruppe und durch die Wahl zweckmäßiger Kampfverfahren das Halten des Westwalles gegenüber einem weit überlegenen Feinde gewährleistet, dadurch den Rücken des im Osten operierenden Feldheeres gedeckt und die schnelle, siegreiche Beendigung des Feldzuges in Polen ermöglicht. In den folgenden Monaten hat Generaloberst von Leeb den Feind völlig vom deutschen Boden verdrängt, durch rege Gefechtstätigkeit und tiefe Vorstöße in das feindliche Vorfeld hinein starke feindliche Kräfte vor der Front feiner Heeresgruppe gebunden und damit wesentliche Voraussetzungen für das Gelingen der Angriffsoperation des Westheeres ge° chaffen. Die von Generaloberst von Leeb auf das orgfältigfte vorbereiteten und tatkräftig durchge- ührten Angriffe feiner Heeresgruppe führten im Zusammenwirken mit dem konzentrischen Vordringen einer ihm unterstellten Armee und einer Panzergruppe zur E in fefjelung und Berni ch t u n g sehr starker Teile des französischen Heeres im lothringisch-elsässischen Raum und damit zur Entscheidung des Westfeldzuges. Generaloberst von Witzleben, Oberbefehlshaber einer Armee, hat durch feine überlegene und zupackende Führung dazu beigetragen, daß die französische oberste Heeresleitung sich während des Polenfeldzuges zu keinem Angriff gegen den West- wall aufraffte. Als der Franzose im September 1939 nach anfänglicher Vorwärtsbewegung gegen den Westwall sich bald daraus wieder zurückzog, erkannte Generaloberst von Witzleben sehr früh- zeittg diese Absicht, stieß sofort tatkräftig auf der gesamten Front nach, warfden Gegner über d i e Grenze und weit über seine Anfangsstellung zurück und bemächtigte sich neben anderen auch der wichtigen Spicherer Höhen. Seinem kämpferischen Geist ist es mit zu verdanken, daß der deutsche Soldat das Vorfeld im offensiv geführten Kleinkrieg beherrschte und dadurch das Ueberlegen» heitsaeftihl gewann, das für den Erfolg der späteren Angriffe der Armee entscheidend war. Eine einzigartige Leistung der Führung des Generaloberst von Witzleben ist der D u r ch b r u ch durch die eigentliche Maginotlinie. Dieser wurde in besonders schwierigen Kämpfen, durch die Initiative und den Siegeswillen des Generalobersten erzielt. Der sich daraus ergebende Einbruch hat sich operativ in der raschen Niederringung des französischen Ostheeres ausgewirkt und die schnelle Wiedergewinnung Lothringens erreicht. General der Artillerie Dollmann, Oberbefehlshaber einer Armee, befehligte feit Beginn des Krieges die Oberrheinfront. Eine in der Kriegsgeschichte bemerkenswerte Leistung ist die Durchbrechung der durch den Rhein gedeckten französischen Befestigungslinien. Sie gelang, obgleich die Armee General Dollmanns bisher nur auf Verteidigung eingestellt war. Der Führungskunst und dem mitreißenden Elan des Generals Dollmann ist es zu verdanken, daß diese fast unlösbar erscheinende Aufgabe gelöst und altes deutsches Land wieder zurückerobert wurde. Der rasche Vorstoß der Armee im Unterelsaß hat wesentlich zur Vernichtung der französischen Ostarmee und damit zur endgültigen Niederwerfung Frankreichs beigetragen. General der Panzertruppen v. Vietinghoff gen. v. Scheel ermöglichte es mit der geschickten und überaus schnellen Führung seines Armeekorps, daß rechtzeitig ein zusammenhängender, großer Brückenkopf südlich des Ardennenkanals geschaffen und gehalten werden konnte. Während der Kämpfe ist General v. Viettnghoff ohne Schonung feiner Person von einem Verband zum anderen geeilt, um seine Unterführer mit den nach der Kampflage erforderlichen Weisungen zu versehen und ihr Zusammenwirken sowohl untereinander als auch mit den Panzerdivisionen sicher- zusiellen. Durch bestimmte Befehle an die unterstellten Divisionen und an die Korpsartillerie erreichte der General die Erweiterung des Brückenkopfes noch am Nachmittag des ersten Schlachttages, so daß nach Fertigstellung der schweren Brücken der Einsatz von mehreren Panzer- und motorisierten Divisionen zum operativ entscheidenden Durchbruch durch die von Natur starke und durch Ausbau noch verstärkte Aisnestellung ermöglicht wurde. Generalleutnant Fahrenbacher hat als Kommandeur einer Infanteriedivision während der Kämpfe vom 9. bis 12. Juni den Feind, wo er sich stellte geworfen und im ungestümen Vorwärtsdrängen den Nachbarverbänden das Vorwärtskommen erleichtert. Mit besonderer Energie und Initiative führte er in der Nacht vom 13. zum 14. Juni einen Hand st reich über d i e Marne mit dem Erfolg durch, daß der Abzug des Gegners frühzeitig erkannt und der sofortige Nachstoß der Armee aus- gelost wurde. Dem schneidigen persönlichen Zupacken des Generalleutnants Koch-Erpach war es zu verdanken, daß es einem Infanterieregiment feiner Division am 12. Juni gelang, auf dem Oftufer der Oife einen Brückenkopf zu bilden, aus dem heraus der entscheidende Einbruch in die stark aus- gebaute Oise-Stellung noch am gleichen Abend erfolgreich durchgeführt werden konnte. Generalleutnant Koch ließ, nachdem der erste Uebergangsoer» such nicht gelang, persönlich ein Pak an einem Gehöft in Stellung bringen und den gegenüberliegenden besetzten Bunker bis zur Niederkämpfung beschießen. Dieser Angriff über die Oise traf vernichtend den Eckpfeiler der Pariser Schutz- st e l l u n g und trug so zum schnellen Fall der französischen Hauptstadt bei. Der Entschlossenheit des Oberleutnants Walther und seiner Tapferkeit war es zu verdanken, daß am 11. Mai eine wichtige Eisenbahn- brücke in Holland trotz der .Wachsamkeit ihrer * MAISÖL nr X fe* r ij < rixiT?3W| DWM?' D 9® tkM«. /r-', «*/. •*•■••/» ' 'T -z So haben unsere Keinde gelogen Deutsche Lautsprecherwagen in Paris ner Äo» Das ist ein Kerl Jtienil..... vuiiuuuuuj uj uv wi ~ i der an mehreren Stellen überschritten. .xlxgt. fr 1 Etlicher polnischer Heeresbericht, 18. 9.1939. Der är6trtilr Wiche Widerstand ist nicht schwächer geworden. Mjg'.fr a! Moral des polnischen Volkes und der Regierung 'M l : M sich und wird bis zum Ende unangetastet iati* Pt^n. Durch während des polenfeldzuges. zu durchbrechen. Kameradschastsdienst Wehrmacht — Partei. j Soldd^ Sorten, f nb j# mbie fr -tnilz) Expreß", 5. 9. 39. Es ist den französischen l, an mindestens 12 Punkten die >ß Mch voM )n nes me%: erwarte: Wiedersehen in Straßburg. ... (PK.) Wieviel deutsche Lieder singen von Straßburg, wieviel deutsche Schriften und Bücher loben die Stadt, wieviel deutsche Soldaten haben in Straßburg gedient! Auch der Ordonnanzoffizier in unserem Stäbe, ein Oberleutnant. Wir fahren langsam in Straßburg ein und immer wieder sagt der Oberleutnant: „Hier kenne i ch jede E cke!" Sein erster Weg geht zur Kaserne. Er reißt die Tür des alten Kasernengebäudes - auf und eilt, jedesmal zwei bis drei Schritt nehmend, die Treppe empor. „D a s war unsere Stube! Und da unten auf dem Kasern en Hof habe ich meinen Rekrutenschweiß vergossen." Ein paar Straßen entfernt steht das Haus, in dem die Frau des Oberleutnants, eine Straßburgerin, gewohnt hat. Die Stadt ist fast ausge starben. Wo die Häuser beschädigt worden sind, haben dies die Franzosen durch umfangreiche Brückensprengungen an der Jll oder durch die Sprengung des Elektrizitätswerkes vollbracht. Sie haben sich damit vor einem Angriff über den Rhein schützen wollen und dann ist nachher die Stadt von rückwärts genommen worden. — Wir gehen langsam durchdasMünster. Hoch droben auf der Spitze des Turmes weht die Hakenkreuzfahne. Wir denken an das Wort, das Goethe dem sterbenden'Baumeister Erwin von Steinbach in den Mund gelegt hat: „Vollendet das Begonnene in den Wolken..." 148 Meter hoch ragt der Turm aus dem rötlich schimmernden Bauwerk der so seltenen Backsteingotik empor. Die wertvollen Plastiken, Bilder und sonstigen Kunstwerte waren in Sicherheit gebracht worden. Verschiedene Stellen des Münsters waren sorgfältig durch Betongüsse oder Sandsackoerschalungen geschützt. Es hätte eines solchen Schutzes vor den deutschen Truppen nicht bedurft. Niemals wäre von uns das Münster beschossen worden. Wir erleben d i e alten Straßburger Stadtbilder, das Kammerzellsche Haus^ die Bogeskirche mit dem Grabmal des Marschalls von Sachsen, den Rohan-Palast, den Rabenhof, das Stadthaus, das mittelalterliche Viertel von „Klein- Frankreich" mit den Brücken über die Jll, die Orangerie, von wo aus französische Geschütze vor zwei Wochen ein planloses Streufeuer über den Rhein schossen. Am Straßburger Opernhaus kleben noch Plakate vom vorigen Jahr, die eine Neuinszenierung der Oper „Tannhäuser" ankündigen. Mir stehen auf dem Gutenberg-Platz und denken an Die bahnbrechende Erfindung Gutenbergs vor 500 Jahren. Immer und überall stoßen wir in dieser Stadt auf Erinnerungen, die rein deutscher Art sind und unser Volk mit Stolz erfüllen. Die Franzosen haben sich vipl Mühe gegeben, den deutschen Charakter StraßbArgs zu verwischen. Aber was will das schon heißen, wenn man die Straßen und Plätze umtauft. Es gibt auch eine Marschall-Pötain-Straße, ein Caf6 „de la Paix“. Wie gern würde wohl der Franzose im Friedenscafs sitzen. Es ist eine große Stunde, da am Straßburger Münster die Hakenkreuzfahnen wehen. Es sind die Freiheitsfahnen für eine urdeutsche Stadt. Hermann Opper. 'n töiitii ht« JWhtr. negini(.. artillch ! war h Belttriec, tetlnch len M Mr ur? schen i chliW', en ‘0 wch >n. IM] be er fr Artilleki! meekvw las flor. iner oct. r frch le genck -lang vo riebe?, i bis ir Bei alc en $reni' mit feiiu: mierigfier W' jungen, yLinien 31 P'.IB OKW., 5. 9. 39. Im Westen bisher keine Kampfhandlungen. „Excelsior". Eines ist sicher. Unsere Truppen hoben in Deutschland Fuß gefaßt. DKW., 8. 9. 39. Das deutsche Hoheitsgebiet wurde ouch gestern nicht angegriffen. Rundfunk Lyon, 14. 9. 39. Der französische Dor- forsch bei Saarbrücken hat bereits ein bedeutendes Ausmaß angenommen. DKW., 13. 9. 39. Der südostwärts von Saarbrücken gelegene Virnberg wurde im Gegenangriff durch unsere Vorposten wieder genommen. „Daily Sketch", 17. 9. 39. Nazis ziehen sich auf Der ganzen Front zurück. Naziartillerie deckt den Rückzug an der Westfront. OKW., 17. 9. 39. Im Westen erlitt der Feind bei einigen Stoßtruppunternehmungen bei Saarbrücken erhebliche Verluste. 4. Norwegen-Feldzug. Reynaud, 10. 4. 40. Die strategische Lage der Aliierten ist durch den deutschen Vorstoß nach Skandinavien wesentlich besser geworden. Hitler habe genau so geblufft, wie Napoleon in Spanien. DKW., 9. 4. 40. Alle militärisch wichtigen Stützpunkte Norwegens befinden sich fest in deutscher Hand. Narvik, Drontheim, Bergen, Stavanger, Christiansand und Oslo wurden von starken deutschen Kräften besetzt. Londoner Rundfunk, 16.4.40. Wie leer und unsinnig erscheint heute die plumpe Prahlerei Ribbentrops, Deutschland wolle dafür sorgen, daß kein Engländer oder Franzose sich während des Krieges in Norwegen halten könne. OKW., 2.5.40. Die Operationen in Norwegen sind in Verfolgungskämpfe übergegangen. Die Briten räumen überstürzt und in Auflösung das Gebiet um Andalsnes. Unübersehbare englische Vorräte sind bei Dombaas in die Hände unserer Truppen gefallen. Vereinbarung des Oberkommandos der Wehrmacht mit dem Stellvertreter des Führers ist Ende 1939 ein Kameradschaftsdienst Wehrmacht— Partei eingerichtet worden, der den militärischen Vorgesetzten die Möglichkeit geben soll, sich zut Mithilfe bei der Betreuung ihrer Untergebenen unmittelbar an die Dienststellen der Partei zu wenden, wo es gilt, schwierige persönliche Angelegenheiten ihrer Untergebenen zu regeln, die diese aus eigener Kraft nicht meistern können und für deren Behebung auch die Mittel der militärischen Fürsorge nicht ausreichen. Dabei ist festgelegt, daß der Kameradschaftsdienst allen Wehrmachtanaehörigen zugute kommen soll, ohne Rücksicht darauf, ob sie Mitglieder der Partei ober ihrer Gliederungen sind. '5er btg Wh »net k tapfa. 1 8*. Trotz Krieg mehr (Ehestandsdarlehen. Nach dem Bericht des Statistischen Reichsamts hat die Auszahlung von Ehestandsdarlehen nach ihrem Rückgang während der ersten Kriegsmonate im ersten Vierteljahr 1940 wieder beträchtlich zugenommen. Im Deutschen Reich ohne die eingegliederten Ostgebiete wurden in den Monaten Januar bis März 78 200 Darlehen ausgezählt gegenüber 71 000 in der gleichen Zeit des Vor- ahres. Die Zahl der Erlasse von Darlehensbeträgen ft von 81 820 im letzten Viertel 1939 infolge der tarken Geburtenzunahme auf fast 94 000 im ersten Viertel 1940 gestiegen. Die Gesamtzahl aller Ehestandsdarlehen seit Einführung des Gesetzes hat jetzt lWZ., 11. 9. 39. Die Vernichtungsschlacht im vechselbogen zeitigt im Raume zwischen Radom ■rä der Lysa Gora die ersten Ergebnisse: Mehr 11: vier polnische Divisionen streckten dort die Waf- k — Die um Kutno eingeschlossenen polnischen »aite versuchen verzweifelt, aber erfolglos, nach 6:b?n durchzubrechen. Etlicher polnischer Heeresbericht, 13.9. 39. Lodz |hrd) polnische Truppen wieder erobert worden. 13.9.39. Der Führer besucht die Stadt «st Der deutsche Angriff bei Kutno schreitet vor, eingeschlossenen polnischen Armeen geraten in Mhmende Bedrängnis. !)r.Das, 13.9. 39. An keiner Stelle ist es aelungen, p olnische Widerstandslinie am Bug, an Der mitt» ;«er Weichsel oder am San zu durchbrechen. bLW., 13. 9. 39. Die deutschen Truppen stoßen östlich dem San bei Rawa Ruska und Toma- W» über die Straße Lemberg—Lublin hinaus ^' Nördlich Sandomierz wird bei Annapol die PK. Eben ist die Staffel vom Feindflug zurück gekehrt. Drei Moräne und eine Bloch wurden im Raume R. abgeschossen, gerade, als sie sich auf einen deutschen Fernaufklärer stürzen wollten. Wir sitzen im Flugzeugführerzelt am Ende des Flugplatzes, aber eine frohe Stimmung über die eben siegreich bestandenen Luftkämpfe will nicht recht auf kommen: Seit zwei Tagen vermissen wir den Kommandeur unserer Jagdgruppe, M a - j 0 r D r. M. Die Gruppe war vorgestern nachmittag gestartet, es war zu verschiedenen Luft- fämpfen gekommen, und als die Staffeln zurück- tamen, fehlte bie Maschine des Kommandeurs. Man hatte ihn zuletzt gesehen, wie er sich gegen fünf Moräne wehrte, dann aber mit seinen Angreifern in eine Wolke verschwand, ehe ihm die Kameraden beispringen konnten. Es war eine traurige Heimkehr. Und jetzt sitzen wir Tag für Tag zwischen den Feindflügen beisammen und warten, warten auf irgendeine Meldung, eine Nachricht über den Verbleib des Kommandeurs, lieber jede Meldung unserer Erdtruppen, über jede Beobachtung anderer Flieger werden Mutmaßungen angestellt, aber es bleibt immer nur ein Warten. Breit liegt die Nachmittagssonne über unserem Flughafen, das Bodenpersonal arbeitet an den Maschinen. Da kommt einer mit dem Fahrrad am Rande des Rollfeldes entlanggefahren. Der Uniform nach ist er Infanterist. Er kommt genau auf unser Zelt zu, springt vom Rad und steht vor uns: der Kommandeur! Zuerst stehen uns die Mäuler offen vor Staunen, wir können es gar nicht fassen. Aber dann hebt eine freudige Begrüßung an, auf den Schultern wird der Kommandeur zum Befehlszelt getragen, unsere Fragen überstürzen sich. Der Major ist der alte geblieben. Lächelnd wehrt er unsere ungestümen Fragen ab; wir sehen jetzt erft, daß er verwundet ist — er verlangt etwas zu Trinken und setzt sich dann mitten unter uns. Nun erzählt er. „Jungens", beginnt er, „bas war eine tolle Sache. Bis zu bem Luftkampf wart ihr ja alle dabei. Jeder von euch hat ja geschossen, daß es eine wahre Pracht war. Ich sah bann unter mir ,wei Moräne. Die linke schoß ich ab, und während ich ihren Absturz beobachten wollte, erhielt ich selbst Beschuß von hinten. Beim Abdrücken klemmte das Seitenruder, und im Spiegel sah ich, daß ein Kanonentreffer mir die rechte Landeklappe zerfetzt hatte, ferner die Verbindung zwischen Querruder und 'Landeklappe fehlte und die Tragflächen an mehreren Stellen Einschüsse aufwiesen. Außerdem verspürte ich starken Benzingeruch. Um dem rasenden Feuer der hinter mir hängenden Moräne zu entgehen, traf ich entsprechende Maßnahmen und eines R-1 Ä n tageiar:! Wiedch-r nieder ik| einem H wage!, le1 Fron! i-I bis fleriiwl »sen modelt babut [auf erhielt im gleichen Augenblick einen Feuerstoß schräg seitlich von hinten in den Rumpf. Die Schüsse gingen durch das rechte Kabinenfenster in das Jn- ftrumentenbrett und durch bas vorbere Kabinenfenster hinaus. Ein weiterer Kanonentreffer krepierte unter mir neben bem Sitz und riß bie Bord- wanb auf, Da anscheinend mehrere Maschinen meinen stark beschädigten Vogel angriffen, ließ ich mich auf keinen Luftkampf mehr ein, sondern drückte nach unten weg. Da ließen die von mir ab." „Inzwischen liefen Oel und Benzin in die Kabine. Um nicht jetzt noch brennend abzustürzen, warf ich bie Kabine ab und schnallte mich los. Der Motor setzte aus — er hatte wahrscheinlich mehrere Treffer erhalten. Ich schaltete bie Zündung aus, schloß den Brandhahn und machte auf einem Saatfeld neben einer Eisenbahnlinie eine Bauchlandung. An mir selbst stellte ich jetzt einige Verwundungen fest, die ich während des Kampfes gar nicht gespürt hatte. Im rechten Knie und in beiden Händen fyatte ich einige Splitter stecken, die mich aber nicht wesentlich behinderten. Ein letzter Blick noch auf meine brave Messerschmitt, bann verbrannte ich sie. Sie sollte bem Feind nicht in die Hände fallen, denn ich befand mich ja nun etwa 60 Kilometer hinter der feindlichen Front. In einem Bahnwärterhäuschen fand ich eine Karte, auf der ich meinen genauen Standort feststellen konnte. Etwas entfernt fuhren auf einer Landstraße lange Kolonnen französischer Truppen. Abseits der Straßen und Wege marschierte ich durch Wald und Wiesen zum nächsten Dorf und fragte dort kurzerhand einen Zivilisten — der mich für einen Engländer hielt — ob in H. und Ch. Truppen lägen. Er bejahte, und ich wußte, daß ich diese Gegend zu umgehen hatte. Dann setzte ich meinen Fußmarsch fort. Nur zum Wassertrinken schlich ich nach an Ortschaften heran, jeden Augenblick gewärtig, einen Schuß aus bem Hinterhalt zu bekommen ober von Bauern als Deutscher erkannt und erschlagen zu werden. Mehr als einmal fuhren in allernächster Nähe französische Kradfahrer vorbei ober ritten französische Solbaten vor mir querfelbein über bie Wiesen." „Allmählich kam ich näher zur Front. Artillerie schoß herüber, deutsche Artillerie! Die Kameraden hatten sich ein französisches MG.-Nest aufs Korn genommen, das ich von meinem Standpunkt aus gut einsehen konnte. Dann kam für mich ein schweres Stück Weg. Das Gelände war auf Kilometer- breite völlig frei und offen, so daß ich es höchstens kriechenderweise hätte überwinden können. Da kam es plötzlich über dem weiten Gelände zu einem Luftkampf, in den die Erd truppen mit MGs und Gewehren eingriffen. Ich nahm die Gelegenheit wahr und konnte mich sprungweise Vorarbeiten." In der französischen Hauptstadt, wo der Alltag fast unverändert wieder seinen Gang geht, sind zahlreiche Lautsprecherwagen der Wehrmacht eingesetzt, die neben den Bekanntmachungen der deutschen Militärbehörden auf den Boulevards auch Musik erklingen lassen und ebenso jeweils am Mittag der Bevölkerung den deutschen Wehrmachtbericht in französischer Sprache übermitteln. (PK.-Kropf-Pressebildzentrale-M.) .OTß., 17.9.1939. Die polnische Regierung und ' ü'olnische Heerführung, voran Marschall Rydz- ' ly, fliehen nach Rumänien. Brest-Litowsk ist ^aiiutscher Hand. Lublin wird genommen. Sowjetische Truppen marschieren von der Düna bis t Mn Snjeftr in Ostpolen ein. ..Ylvas, 18. 9. 39. Eine polnische Offensive hat in * ” Vegend von Grodek, westlich Lemberg, Erfolg l kü't. 12 000 Deutsche sind gefangen genommen 100 Tanks erobert worden. - Tsmps", 18. 9. 39. Die nach Osten vorstoßenden Wfijen Truppen haben keinen sichtbaren Fort- • w gemacht. Die polnischen Truppen kämpfen ' "h immer mit Erbitterung und halten ihre Stel- 1 itgm. 1ÄB., 18. 9. 39. Die Schlacht im Weichselbogen lybienbet. Die eingeschlossenen polnischen Armeen ’Jtilieren. 170 000 Gefangene ergeben sich an der em *1 faßen;- fterilen ! E ichrnal!<• Ein iberflaf SÄ'" «te gjllö1 r I e|Ä[J-iuuuv kyc|uiiycnc tvycucn |iv*/ "" "*•* iti'l: r131 Dee Gesamtzahl der Gefangenen im Weich- IhK %!‘| p^n beläuft sich auf 300 000. 'französische „Cnilastunasoffensive,, ! während des poienfeldzuqes. Chamberlain-Rede. Ich habe jetzt zehnmal mehr Vertrauen in den endgültigen Sieg der Alliierten als bei Beginn des Krieges. Churchill-Rede, 20.4.40. Zu den Ueberlebenden der britischen Zerstörer „Hardy" und „Ellipse": Ihr seid bie Vorhut ber Armeen, die wir im Laufe bes Sommers einsetzen werben, um Norwegen von ber ekelerregenden Verschmutzung burch bie Nazityrannei zu reinigen. OKW., 2.5.40. In rastloser Verfolgung ber in wilber Flucht zurückgehenben Engländer haben bie deutschen Truppen Andalsnes erreicht und um 15 Uhr dort bie beutsche Reichskriegsflagge gehißt. Lonboner Rundfunk, 29. 4. 40. Es wirb ben deut- fchen Truppen niemals gelingen, bie Verbinbung zwischen Drontheim unb Oslo herzuftellen. OKW., 30. 4. 40. Die Lanbverbinbung zwischen Oslo und Drontheim ist an ber Bahn südwestlich Stören zustanbegekommen. Pariser Runbfunk, 1.5.40. Die Uebermacht der Alliierten erwies sich insbesondere in Norwegen. Zu Wasser, zu Lanbe unb in ber Luft sind sie bie Stärkeren. Aus OKW. vom 1. bis 5. 40. Fluchtartiger Rück-, zug ber Englänber aus Anbalsnes. Beutezahlen: 49 Gefchytze, 60 Granatwerfer, 355 Maschinengewehre, 5300 Gewehre, 4% Millionen Schuß Jnfcmterie- munition. Die letzten Reste bes Widerstandes in Süd- unb Mittelnorwegen würben nunmehr beseitigt. Londoner Rundfunk, 30. 5. 40. Die Einnahme Narviks ist von ungeheuerem strategischen Wert für bie Alliierten. Von hier aus ist bie Wiedereroberung Norwegens möglich. Es ist damit auch gelungen, den Deutschen bie Erzzufuhr zu sperren. OKW., 10. 6. 40. Durch das Helbentum beutscher Truppen würben bie alliierten Laub-, See- unb ßuftftreitFräfte gezwungen, bie Gebiete von Narvik unb Harstab zu räumen. Die Kapitulationsverhand- lungen sind im Gange. „Die schlimmste,Strecke kam noch. Durch die Strapazen ziemlich erschöpft und auch durch den Blutverlust etwas geschwächt, hatte ich kaum noch Kraft, die jetzt vor mir auftauchenden Sümpfe zu durchqueren. Mehr als einmal sank ich bis zur Hüfte ein. Dann kam ich endlich zum Fluß, den ich nach ber Karte schon lange erwartete. Meine Uniformstücke band ich zusammen, hielt sie über ben Kopf und schwamm nackt hinüber. Wenn ich. nicht genau gewußt hätte, daß ich bald auf deutsche Truppen treffen würde^ hätte ich wohl kaum noch die Kraft aehabt, weiterzukommen. Ein ziemlich verwahrloster, völlig versumpfter Kanallauf querte meinen Weg. Zwischen hohen Schlingpflanzen wand ich mich hindurch und verlor dabei mein Uniform- bündelt. Stiefel, kurze Hose und Pullover konnte ich gerade noch erwischen, die Brieftasche mit den Ausweisen schwamm auf dem Brackwasser munter davon. Ich habe sie dann gerade noch einholen können." „Nur mühsam konnte ich am anderen Ufer den steilen Hang erklettern. Ich stand vor einem Dornengestrüpp, das mir zuerst unüberwindlich erschien. Mit bloßen Händen bahnte ich mir den Weg — das Gestrüpp war gut 50 Meter tief — und dann 1 sah ich endlich unsere Truppen. Vor mir winkten Infanteristen. Ich war drüben. Die Kameraden gaben mir aus ihren Feldflaschen und Brotbeuteln, verbanden mich notdürftig und brachten mich mit einem Munitionswagen weiter nach hinten. Mit meiner kurzen Hose unb bem Pullover sah /ich aus wie ein Zivilist, würbe kurzerhand in einm feldgrauen Jnfanterierock gesteckt und binnunhier. Eigentlich sollte ich ins Lazarett, aber ich wollte doch erst zu euch, Jyngens. Ihr habt doch sicher auf mich gewartet!^ Und ob wir auf unseren Kommandeur gewartet haben! Ein wahres Freudenfest haben wir mit unserem verwundeten Major gefeiert, bis ber Sani- tätswaaen kam unb ihn mitnahm. „Ich komme bald wieder , rief er uns im Abfahren noch zu, „der Onkel Doktor soll mir nur die paar Splitterchen rausnehmen"-----Das ist ein Kerl! Hans Herbert Hirsch. Berlin, 27. 3unl (DNB.) Dem deutschen Volke es in den letzten Monaten erspart worden, alle b vielen Lügenmeldungen unserer Zeinde zu hören. Jetzt aber ist der Zeitpunkt ge- lcmmen, die damals von feindlichen Staatsmännern und Zeitungen gemachten Aeuherungen unb Voraussagen unter die Lupe zu nehmen und sie in Lichte der inzwischen eingetrete- ,rn Tatsachen zu studieren. Ls ergibt sich liraue: 1. wie richtig es war, diese auf reine Agitation dtfgebaufen Lügenmeldungen nicht im einzelnen iviiierzuverbreiten; >. die verbrecherische Frivolität, mit der diese Ligner und falschen Propheten den Ernst ihrer eignen Lage zu verschleiern suchten; ;. die Tatsache, daß diejenigen Völker, die auf eite derartige verlogene und unsachliche Unterrichte g angewiesen waren, das Opfer von Verbrechern ub) politischen Scharlatanen wurden. 1. Chamberlain - petain. Lhamberlain-Rebe, 4.4.40. Es war zu erwarte:, baß ber Feind bie anfängliche Ueberlegenheit ounützen mürbe, um zu versuchen, Frankreich zu Mrwältigen, ehe wir bie Mängel ausgeglichen fcHen. Das ist nicht geschehen. Hitler hat ben Omni- ils verpaßt. Rebe bes französischen Ministerpräsidenten Mar-- fdall Pötain, 17.6.40, 13.30 Uhr. Schweren Her- mis sage ich Euch Franzosen, baß ber Kampf auf- feen muß. — Ich fjabe mich an den Gegner um di! Bekanntgabe Der Waffenstillstcmdsbebingungen gesandt. 2. Polenfeldzug. Deuvre", 2.9.39. Die große Offensive des Führer hat bis jetzt in keiner Weise die polnische Hont angetastet, das ist eine große Enttäuschung füi bie Nazis. Im deutschen Generalstab herrscht feeits große Uneinigkeit über bie Führung ber militärischen Operationen. An der Front fielen 1000 d.Üche Tanks in bie Hände der Polen. >KW., 2.9.39. Die deutschen Truppen nehmen W, ben Jablunka-Paß und Wielun. Im Korridor md bie Weichsel sübwestlich Graudenz erreicht. Die im nördlichen Korridor befindlichen polnischen Hee- rereilß sind ab geschnitten. Neue Erfolge ber deut- schn Luftwaffe treffen die polnische Fliegertruppe in ihrem Bestand auf das Schwerste. Daily Expreß", 2. 9.39. Polnischer Sieg: Polen feiitte gestern abend seinen ersten Sieg. Um 10.45 U! wurde von amtlicher Stelle in Warschau be- fantgegeben, daß bie polnische Armee sich einen 2p nach Ostpreußen gebahnt habe unb nun auf de tschein Boben kämpfe. !KW., 2.9.39. Das oberschlesische JndustrieAebiet öiD von ben Polen überstürzt kampflos geräumt. Ai Sierdaz gehen bie beutschen Truppen über bie Urthe unb nehmen bie stark befestigte polnische Suferlinie. Erstmalig erreichen beutsche Truppen an! dem Landwege durch den Korridor Oststreußen. : abio Paris, 4. 9.1939. Polnische Flieger sind in Mstung auf Berlin bis Frankfurt a. d. O. vorge- bmgen. U Amtlicher polnischer Heeresbericht 5.9.39. Katto- Di| wirb von Polen gehalten. Bei Rybnik erfoly- rti.>e Gegenstöße ber Polen. Polnische Kavallerie grif in Posen im Abschnitt Lissa—Rawitsch ben r ib an, trieb ihn über bie beutsche Grenze, verst te ihn stürmisch. Auf allen Fronten sind die pol- nL$en Truppen zum Gegenangriff übergegangen. Di Polen schlagen sich wie bie Löwen. LKW., 5. 9. 39. Das oberschlesische Jndustrie- fl'ct wirb von beutschen Truppen besetzt. Die Rhpfe spielen sich weit von ber beutschen Reichs- gre ze entfernt ab. Die polnischen Flieger treten -nit Ausnahme einzelner Jäger bei Lodz — nicht melr in Erscheinung. ' ,£imes", 11.9. 39. Der polnische Soldat zeiat sich Io artnäckig in der Verteidigung wie kämpferisch in Angriff. Die deutschen Schwierigkeiten dürfen iit unterschätzt werden. Wenn die Polen den deut- chn Vormarsch ein paar Tage anhalten können, ■en wird es einen Stellungskrieg wie in Spanien pn. Jll B, sind beteiligt. * • eo h>k \V$ ! :ooi»? > 1 3036 D Erkrath (Hindenburgstraße 20), Gießen, Stuttgart, den 26. Juni 1940. 3027 D Ml GLORIA Ehre und treues Gedenken dem guten Kameraden! Mi H| Darmstadt, den 28. Juni 1940. 3030 D ue 0Ü5Q) Sie ruhe in Frieden. Herren-Kleidung Hattenrod, den 27. Juni 1940. Die Beerdigung findet Samstag, den 29. Juni, nachm. 1% Uhr statt. 3033 D Uniformen für Heer und Luftwaffe int (Stellenangebote fr Zimmer 1. 30280 Gieß. Anz. erbet. Neuenweg 9. 1. Juli 15—17 Uhr, 2. Juli 15—17 Uhr, gute alte Wetterauer A—H Montag, I—R Dienstag, Für Führer und Volk, für Ehre, Freiheit, Vaterland fiel am 10. Juni in Frankreich der letzte Fechtwart der Franken m ’h Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei 1 wir Führer und Gefolgschaft der hessischen Eichbehörden. I! S- lk in i ti;. In stolzer und tiefer Trauer: Frau Emmi Fehn, geb. Pack Karl-Helmut Fehn Familie Carl Fehn Familie Wwe. Karl Pack. 6eschäftsdrucksacheb Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten 6eschäftskarten bei Brühl. Schulstr. 7 In Treue zum Führer gab sein Leben für Volk und Vaterland der Eichgehilfe des Haupteichamts Gießen Schütze Heinrich Fehling. Die Tochter des Reichsverwesers von Horthy, die Gemahlin des Grafen Julius Karoly, ist in Budapest gestorben. Die ungarischen Zeitungen drücken der Familie des Reichsverwesers die Teilnahme des ganzen ungarischen Volkes aus. * In Stockholm trafen 18deutscheWirtschaft- I er und Industrielle ein, um Verhandlungen mit Vertretern der schwedischen Papierindustrie aufzunehmen. Der schwedische Zellulose-Verem und der Verband der deutschen Papierproduzenten Mansardenwohnung 3 kleine Zimmer, Küche u. Speise- kqmmera. ruhige Leute zu verm. Schrift!. Angeb. unt. 02257 an d. Gieß. Arn. erbet. Personen erfolgt im Wirtschaftsumt, Vorzulegen ist der Personalausweis. Gießen, den 27. Juni 1940. Der Oberbürgermeister. Wirtschaftsamt. Fertig und nach Maß aus unserem Hause, gibt die beste Gewähr für Qualität, gediegene Form und erstklassige Verarbeitung Ernst Köhlen Bettenhausen Teleion383LiL. Ar AUA beseitigt -ORFA- , UidUc FlasÄe 1.74. extra stark 2.40 Unschädlich! Sich. Wirkung. Drog. Elges, Seltersweg 68a 8026V Löw.-Drog. Eilbinger, Seltersweg 69 Drogerie Winterholf, Kreuzplatz 10. Effekten Aenderungen und Reparaturen II Wll °i,us In tiefem Schmerz: Heinrich Kutscher III. und Familie nebst Angehörigen. zahl hat 1700 erreicht. Reichsminister Rust hat den Ehrenoorsitz der Gesellschaft übernommen. 22 Bi!- derqeschichten, 880 Handschriften, eine Fülle von Briefen, wertvolle Manuskripte, über 700 Zeich. nungen, kostbare Skizzenbücher, 212 der wertvoll, ften Gemälde und zahlreiche Erinnerungsstücke Den. wahrt das Busch-Archiv. Ein Kriegszufall. An der Spitze einer norwegischen Gruppe, die sich ergeben hatte, übergab ein norwegischer Offizier- dem deutschen Offizier seinen Degen. Der- deutsche Offizier, im Zivilberuf Waffenfabrikav, aus Solingen, brauchte die schöne Waffe bes. Norwegers nicht erst genauer zu untersuchen, um festzustellen, daß dieser Degen, der das Zeichen, seiner Firma trug, aus seinem eigenen $e. trieb stammte. Geräumige Umi-Mi. mit Bad nebst Einrichtung und 2 Balkonen im Südviertel per 1. Oktober evtl, früher zu verm. Schrift!. 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Koch- kennisse nicht unbedingt erforderlich, evtl, auch für x/l- oder ^/4-Tage. Vorzustellen zw. 12 u. 14 Uhr bei Michel Bleichstraße 13. ! öfci t I lilr^ K Bekanntmachung. Betr.: Fettverbilligung. Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine für die Monate Juli bis September 1940. Ausgabezeilen. Die nachstehend aufgeführten Ausgabetermine sind unbedingt einzuhalten. Reichsverbilligungsscheine, die an den genannten Tagen nicht abgeholt werden, können später nur noch Mittwoch- vormittags in Empfang genommen werden. An Kinder werden Reichsoerbilligungsscheine nicht ausgehändigt. Jede Aenderung des Einkommens und des Personenstandes ist der betreffenden Ausgabestelle umgehend zu melden. Die Unterlassung dieser Meldung und der unberechtigte Bezug von Reichsverbilli- gungsscheinen kann strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen. 1. Reichsverbilligungsfchein L a) für Kleinrentner und b) für Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und Empfänger von Familienunterhalt, Gartenstraße 2, Zimmer 16: Siegesfahnen über Deutschland. Die siegreichen Operationen unserer Kriegs marine im Nordmeer — Die Schlacht von Elsaß- Lothringen — Straßburg, Colmar, Metz, Verdun — Hauptquartier des Führers — Die Tapfersten der Tapferen - Der Führer u. Duce in München Der Tag von Compiegne. Der Krieg im Westen ist siegreich beendet. Eintrittspreise: 3037A Erwachsene 40 PL, Wehrmacht und Kinder 20 Pt Du warst so jung und starbst so früh, wer dich gekannt, vergißt dich nie. Am 27. Juni starb plötzlich und unerwartet in der Klinik zu Gießen im Alter von 17 Jahren unsere herzensgute, brave Tochter und Schwester Paula. Wie Reuter aus London meldet, ist der Exkönig Zogu von Albanien mit seiner Gattin Geraldme und drei von seinen Schwestern in der englischen Hauptstadt eingetroffen. * „Göteborgs Morgenposten" meldet aus Madrid, daß der französische Bankier Rothschild Anfang dieser Woche im Flugzeug nach den USA. geflohen ist. Sein Sekretär habe ein großes Aktienpaket mit sich geführt, das jetzt in Reuyork deponiert werden solle. ____________________ Samstag, 29. Juni, 2.45 nachm. AuMlUDy! Sonntag, 30. Juni, 11.00 vorm. [ PQLPST Giessen J==- Am lO.Juni 1940 starb den Fliegertod an der französischen Kanal- küste nach kurzer glücklicher Ehe, 11 Tage nach der Geburt seines ersten Kindes, das er nicht mehr sehen durfte, mein innigstgeliebter Mann, mein lieber, guter Pappi,unser Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Dipl. Fechtlehrer William Fehn Leutnant und Beobachter in einer Fliegerstaffel, ff-Untersturmführer im Alter von 33 Jahren. Er lebte und fiel für Führer und Großdeutschland. eineinhalb Millionen überschritten. Annähernd die gleiche Zahl haben die Darlehenserlasse für lebendgeborene Kinder mit mehr als 1,4 Millionen erreicht. Kleine politische Nachrichten. Im Rahmen der vom Ministerrat für die Reichsverteidigung angeordneten „Aktion für die gei - stiae Betreuung der Jugend im Kriege spricht am Montag, dem 1. Juli, 8 Uhr, der Hauptmann in einem Fallschirmjäger-Regiment Z i e r ach, Träger des Ritterkreuzes, über sämtliche Reichssen- bcr Für die werktätigen Jugendlichen finden Betriebappelle, für die Schulen Morgenfeiern statt. Ein interfraktioneller Ausschuß aus 251 von 446 Mitgliedern des japanischen Reichstages überreichte Botschafter Ott eine für den Führer bestimmte Glückwunschadresse, in der „die tiefe Bewunderung für die großen Erfolge des Dritten Reiches unter seinem Führer Adolf Hitler" ausgesprochen wird. In der Adresse heißt es weiter, der Ausschuß strebe die Vertiefung der Beziehungen mit Deutschland und Italien an. Hauptfchriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bet haupti'christleiters: Ernst Blumschoin. VerantworUich für PoliM, Feuilleton und Bllder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt (Siegen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Bruhlsche UntversitätLdruckerei R. Lange ft. Berlagsleilcr: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigendster: Hans Bx-I. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.k Bekanntmachung. Neue Preise für Schweine und Kälber. Durch eine am 29. Juni 1940 in Kraft tretende Anordnung der Hv. der deutschen Viehwirtschaft vom 25.6.40 wird der §84 Abs. 2 der Anordnung Nr. 1 vom 23.12.1939 geändert. Hiernach erfahren die hier angegebenen Grundpreise für Schweine je 50 kg Lebendgewicht vom 1.1. bis 24. 5. (wie bisher) einen Abschlag von 0,50 RM., vom 29. 6. bis 16. 8.1940 (bisher 13. 7.—30.8. 40) einen Zuschlag von 3,— RM., vom 17.8.—21.9.1940 (bisher 31. 8. bis 5.10.1940) einen Zuschlag von 2,— RM., die Kälberpreise werden mit Wirkung vom 1. Juli 1940 ab dahin geändert, daß die für Kälber der Schlachtwertklasse a festgesetzten Preise aufgehoben werden. Die bisher für Kälber der Schlachtwertklasse b festgesetzten Preise gelten gemeinsam für Kälber der Klasse a wie auch der Klasse b. 30350 Werin für iarloiap zum Anlernen inTaucrstellung . gesucht. [3032D I.WeinertK.G. Gesunden*^ Haarwuchs durch das nicht fettende Köhlmeiers Natnrhaaröl (Pflanzenauszug). Schuppen ä Haarausfall hört auf, fettes Haar wird duftig, trockenes geschmeidig. Erfolg garantiert. Originalflasche RM. 2.20, Doppelfl. RM. 3.90. Nur zu haben: Löwendrogerie W. 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Juni hielt die Wilhelm-Busch-Gesellschaft im Festsaal des Alten Rathauses zu Hannover ihre Jahrestagung ab. Oberbürgermeister Dr. Haltenhoff wies darauf hin, daß zum Jubiläum der Gesellschaft wertvolle Stiftungen erfolgt seien. Die Mitglieder- Speisekarte r und neue Italien! y liefertjed.QuM- jjM tum ab Lagen 1 v ii Gießen, Wetz- 1 steinstraße 6 otc. f ausdemWochm- : 1 markt lorri« ™ S—Z Mittwoch, 3. Juli 15—17 Uhr, c) für Sozialrentner, Lonystraße 2, am Schalter: A—Z Dienstag, .2. Juli, 8—12 und 15—17 Uhr; d) für Unterstützungsempfänger der Allgemeinen Fürsorge, Lonystraße 2, am Schalter: A—Z Montag, 1. Juli, 8—12 und 15—17 Uhr; e) für Volksgenossen, die nicht in Betreuung des Sozialamts stehen, Gartenstrahe 2, Zimmer 16: A—H Montag, 1. Juli 8—12 Uhr, I—R Dienstag, 2. Juli 8—12 Uhr, S—Z Mittwoch, 2. Juli 8—12 Uhr. 2. Reichsverbilligungsscheine II. Gartenstraße 2, Zimmer 16: A—Z Donnerstag, 4. Juli 8—12 Uhr. Gießen, den 27. Juni 1940. 3029D Der Oberbürgermeister. — Sozialamt Bekanntmachung. Die Ausgabe der Zusahfeifenkarle für Kinder bis zu 2 und von 2 bis 8 Jahren erfolgt von INontag, den 1. Juli, bis Donnerstag, den 4. Juli, in den zuständigen Geschäftsstellen des Wirtschaftsamtes, Liebigftraße 16. Die Ausgabe der Zufahseifenkarten für Aerzte und in der Kranken- und Säuglingspflege tätige ■R I K’ Keine Ursprungszeugnisse, wnbern nur Zeugnis abfchristen dem Be werbungsichre tben beb legen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müffen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückieite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Frau oder Mädchen für [02254 täglich 3 Stund, zum Pullen sofort gesucht. Eissalon Mäusburg 3. | Verkäufe | WM sehr gut erhalten zu verkauf. [0224s im Taunus und im Elsaß sah. Da war das flücken in heißer Sonnenglut gewiß keine ange- chme Aufgabe. Plötzlich sehe ich den dicken Strauß Walderd- :eren vor mir — diese kleinere Schwester unse- ir Gartenerdbeere —, den uns Odenwälder Kin- r in schmutzigen Fäustchen entgegenreichten, als tir gerade so durstig waren. Wie waren sie süß! hb manche fröhliche Erdbeerbowle — freilich, nach jii Sitte meiner Heimat, nur mit „Aeppelwei" und l.lbeler Wasser — steht mir vor Augen. Nun ist der Korb voll, wie werden die leuchten- Ijm Früchte uns heute abend mit süßer Milch shmecken und, in Gläser eingeweckt, werden sie ins noch im kalten Winter erquicken und in uns die krinnerung an frefye Junitage wachhalten^ Tageskalender für Freitag. Volkstümlicher Dortrag der Ludwigs-Universität: 2.30 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Lud- lligstraße 34, Professor Dr. Frölich über ,Lur Üiechtsgeschichte der untergegangenen Ortschaften, bsonbers in Hessen und den Nachbargebieten" (mit Lchtbildern). — Gloria-Palast, Seltersweg: ,Zau- |kr Liebe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ; „Sommer, Sonne, Erika". Von der Universität Gießen. Dem außerordentlichen Professor und Rektor unsrer Universität Dr. med. H. W. Kranz wurde ir.ter Ernennung zum ordentlichen Professor in der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen der Lhrstuhl für Erb- und Rassenforschung übertragen, br Zahnarzt Dr. Karl Schott in Gießen ist bell, ftragt worden, in der Medizinischen Fakultät der lliiversität Gießen das Fach der Zahnheilkunde in Erlösungen und Hebungen zu vertreten.__________ Oer Mond und die Blumen. Don Josef Robert Harrer. Die ernsten Gelehrten, die den Erscheinungen 6e: Erde und des Himmels nachspüren, haben für sles genaue Erklärungen gefunden, die wir auch wiffenschafliche Wahrheit in der Schule lernen, dshalb müssen wir auch unsere merkwürdige Gerichte vom Mond ganz leise erzählen, damit die zehrten Herren nicht zuhören können; sie wür- uns ja mitleidig belächeln oder gar tadeln, Dinn sie unsere Geschichte vernähmen, die in lenem Buche ausgezeichnet ist. Zs war vor vielen tausend Jahren, als der Mond jenes einsamen Wanderns müde wurde, «ängst »Viren seine Bewohner ausgestorben, die Flusse o:ren vertrocknet und kein freundliches Grün deckte •iit weiten Gefilde. Mit Wehmut dachte der Mond j?r er Zeit, da auch in seinen Gärten die herrlichen Blumen blühten und die Bäume im lauen Winde Maischten. Nachdenklich sah der Mond vor sich hm; ferne 3' de fielen auf unsere Erde, die als große, matt- ich mmernde Scheibe langsam Über den dunklen Himmel zog. . Setzt ist auf der Erde Frühling, dachte der Mond. Segt blühen auf der Erde die Lilien und die. Rosen. 8c>, wenn ich nur wieder einmal Blumen sehen ■on nte 1 ., Diese sehnsüchtigen Gedanken machten ihn sehr trcnrig, und nur ungern schlich er seinen vorge- friebenen Weg am Himmel dahin. Um nächsten Morgen aber sprachen die Menschen w erer Erde zueinander: Habt ihr heute nacht den Mond gesehen? er a. ein so armseliges Gesicht gemacht, als ob er ii.nte. Und nur ganz langsam schwamm er uver e:. Himmel!" , x -hr dürft nicht vergessen, daß damals der Mond iccht für Nacht immer das gleich große Sllber- l^cht der Erde zeigte. wieder wurde es Nacht. Und des Mondes Sehn- rc»t nach den Blumen der Erhe war noch großer Horden, weil er den ganzen Tag lang, statt zu Hofen, nur an die Blumen gedacht hatte. ich muß der Erde rasch einen Besuch nJ“<9en' i(te er zu sich, wenn auch morgen die geftrenge 'lnne schimpfen und mich besttasen roirö! er zog eine große Kappe über sein leuchtendes ^icht und stieg auf die Erde hinab. Weithin war Alle Kräfte im Einsatz für den Endsieg! Oer Gauleiter spricht vor 4000 Rüstungsarbeitern in Frankfurt. NSG. Zu wiederholten Malen nahm Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger in den vergangenen Wochen Gelegenheit, um auf Betriebsappellen in eindrucksvollen Reden eine Deutung des großen geschichtlichen Geschehens unserer Tage zu geben. Im Rahmen dieser Veranstaltungen sprach er am gestrigen Donnerstagmittag in der Gauhauptstadt Frankfurt vor mehr als 4000 Rüstungsarbeitern und Arbeiterinnen. Der Gauleiter behandette eingangs seiner Rede die Folgerungen, die das deutsche Volk aus dem Sieg über Frankreich zu ziehen habe. Jetzt heißt es, den Helm fester binden, um gegen den wirklichen Kriegshetzer, gegen England, anzutreten. Mit Zuversicht kann Deutschland dieser Auseinandersetzung entgegensehen. Dazu berechtige es die vom Führer geleistete gründliche Vorarbeit ebenso wie die während des bisherigen Kriegsverlaufes errungenen unvergleichlichen Siege. Den Plutokraten Englands und Frankreichs, deren geistige Führung der ewige Jude innehat, war der sozialistische Ausbau des Reiches Grund genug, den Krieg zu entfesseln. Die Plutokraten der Westmächte, die gewohnt waren, den Schweiß ihrer Völker in Gold umzumünzen, sahen sich durch das Aufkommen dieser jungen, neuen Idee des Nationalsozialismus aezwungen, ihr Schmarotzertum zu verteidigen. Eindringlich behandelte der Gauleiter das sozialistische Wollen des Nationalsozialismus, das in den ersten Jahren bereits praktische Erfolge erringen konnte, die in der Welt unerreicht dastehen, das aber nach Beendigung des Krieges mit anderen Möglichkeiten zu noch ungeahnteren Erfolgen schreiten wird. Im einzelnen zeigte der Gauleiter dann die sicheren Fundamente unseres Reiches auf. Er erläuterte die Arbeit der Partei, verwies auf den Aufbau unserer Wehrmacht und behandelte nicht zuletzt Gesinnung und Leistung des deutschen Arbeiters, die in ihrer Tätigkeit in den Waffenschmieden des Reiches besonderen Ausdruck fände. Nach besonderer Behandlung des Waffenstillstandes mit Frankreich, der den siegreichen Abschluß des tapferen und opfermutigen Einsatzes unserer Wehrmacht brachte, ging der Redner auf die Notwendigkeiten ein, die der jetzt bevorstehende Kampfabschnitt unserem Volk stellt. Die Forderung heißt hier für Heimat: Jede Hand muß Mitarbeiten, um dem Führer weiter die Voraussetzungen für das Endziel des kommenden Ringens zu schaffen, für den Sieg über England! Eine Selbstverständlichkeit ist weiter die Beachtung einer anständigen Gesinnung und die Befolgung der Gesetze, die für die Aufrechterhaltung der Volksgemeinschaft notwendig sind. Der Gauleiter behandelte diese in besonders eindringlicher Form als die moralische Rüstung der Heimat. Mit dieser Rüstung der Waffen und des Geistes gewappnet, so schloß er seine Rede, sehe das deutsche Volk der Entscheidung ruhig und zuversichtlich entgegen. Es wisse, daß der Führer mit Hilfe des Opfers, des Mutes und der Treue des deutschen Volkes die Zukunft der Nation für kommende Generationen erstreiten werde. Die unsichtbaren Helfer. Arbeiter und Angestellte der Wehrmacht wirken mit für Deutschlands Größe. Mit der Aufrichtung der deutschen Wehrmacht sind diese Arbeitsgebiete erwachsen, die vielen Volksgenossen Arbeit und Brot gebracht haben, insbesondere manchen alten Soldaten und Kämpfern der Bewegung, die nicht mehr für den aktiven Wchr- dienst in Frage kommen. Diese Volksgenossen, die heute als Arbeiter oder Angestellte zur Wehrmacht gehören, haben mit Bewunderung einen Aufbau erlebt, wie ihn kein Land der Erde in einer solch kurzen Zeit nachweisen kann. Die auch von ihnen in unermüdlicher Pflichterfüllung geleistete Arbeit hat zu dem großartigen Aufbau unserer neuen Wehrmacht beigetragen. Der Dienst in der Wehrmacht als Angestellter oder Arbeiter erftreeft sich auf Gebiete fast aller Berufe. Verwendung formen nur tüchtige und zuverlässige Menschen finden. Es ist da z. B. der Waffenmeistergehilfe, der — neben dem Waffenunteroffizier — für den Waffenmeister des Regiments oder Bataillons die ordnungsmäßige Behandlung der Waffen mit zu überwachen und die an den Waffen erforderlichen Jn- standfetzungsarbeiten präzise auszuführen hat. Er freut sich mit dem übrigen Waffenpersonal, wenn sein Truppenteil bei einer Waffenbesichtigung ein Lob erntet. Bei den Schneidern, Schuhmachern und Sattlern der Truppe verhält es sich ebenso. Sie leisten in stiller Pflichterfüllung vor allem jetzt im Kriege täglich eine unschätzbare Arbeit, die dazu beiträgt, daß die Truppe ständig mit gutem Schich- merf, Lederzeug und guter Bekleidung ausgestattet ist. Ihnen ist es mit in erster Linie zuzuschreiben, wenn man von einer Truppe sagen kann: „Sie ist in Ordnung." Der Kammerarbeiter ist der Gehilfe des Beblei- dungsunteroffiziers auf der Bekleidungskammer. Ihm obliegt die ordnungsgemäße, übersichtliche und saubere Aufstapelung der Bekleidung. Er hat außerdem dafür Sorge zu tragen, daß die Bekleidung gegen Ungezieferschaden gelagert ist. Einem Laien werden Töne der Bewunderung entlockt, wenn er sieht, mit welcher Genauigkeit und Sauberkeit Stiefel, Bekleidungsstücke und'die übrigen Ausrüstungsgegenstände in Reih und Glied gelagert sind. Ein guter Kammerarbeiter ist imstande, zu jeder Zett den zahlenmäßigen Bestand der Bekleidungsstücke anzugeben. Er ist mit der Lagerung der Stücke so vertraut, daß er sie selbst im Dunkeln finden kann. So wie diese Arbeitskameraden haben auch die Tischler, Schreiner, Schlosser usw. bei den Heeres- standortverwaltungen und Zeugämtern ihre Aufgabe. Auch sie tragen mit dazu bei, daß die für die Ausstattung erforderlichen Geräte verwendungsfähig und * für die Belieferung der Truppenunterkünfte bereitstehen. Zu erwähnen sind dann noch die vielen Hilfskräfte aller Art, wie Lazarett- und Veterinärgehilfen, Schießstand- und Platzaufseher, Hausmeister, Boten, Pförtner und Kasernenwärter, ferner die vielen technischen Angestellten bei den Bauämtern und Rüstungsdienststellen, sowie die zahlreichen Fern- sprech.vermittler, Leitungsprüfer usw. Sie alle haben wichtige Ausgaben, die vielleicht unscheinbar sind und dennoch in der Gesamtorganisation der Wehrmacht mit treuer Hingabe erfüllt werden müssen. Nicht zu vergessen sind die Kopfarbeiter bei den Kommandostäben, Truppenteilen und Dienststellen, die im Geschäftszimmerdien'st und bei den Zahlmeistereien Verwendung finden. Sie tun größtenteils Dienst an Stelle von Soldaten und sind ihren Vorgesetzten wertvolle Stützen. Bei der Vielseitigkeit ihrer Tätigkeit kann man kaum aufzählen, welcher Art ihre Arbeit im einzelnen ist und welche Verantwortung sie teilweise tragen. Alle diese Arbeitskräfte, von denen wohl nur selten gesprochen wird, haben sich beim Aufbau der neuen Wehrmacht lobenswerte Verdienste erworben. Sie sind in dieser Zeit unersetzliche Kameraden der Soldaten geworden und leben mit ihnen in bestem Einvernehmen. Dieses gute Einvernehmen zwischen den Zioilhilfskräften und den Soldaten ist heute, wo die Wehrmacht für Deutschland kämpft, fester denn je. Arbeiter und Angestellte der Wehrmacht sind Kameraden der Soldaten. An ihrer Stelle und in ihrem Wirkungsbereich, so unsichtbar er auch der Öffentlichkeit oft sein mag, schaffen sie mit für Deutschlands Größe und für die Unüberwindlichkeit feiner Waffen. es plötzlich finster geworden; erschreckt zogen sich die Menschen in ihre Behausungen zurück und fürchteten das Ende der Welt. Denn immer hatte bisher Nacht für Nacht die volle Mondscheibe vom Himmel geleuchtet. Der Mond aber ging durch die Gärten der Erde und atmete beglückt den süßen Duft der Blumen und lauschte dem Rauschen der Bäume. Vor einem großen Strauch roter Rosen neigte er sich nieder und küßte die Rosen auf ihre Köpfchen. Dabei verschob sich aber die Kapuze, die er sorgsam um sein Gesicht gehüllt hatte, und ein kleiner Lichtstrahl traf die roten Rosen. Sofort wurden sie silberweiß und blieben es fortan für immer. Seit dieser Nacht gibt es auf Erden weiße Rosen, die man vorher noch nie auf der ganzen Welt gesehen hatte. Der Mond aber erschrak und besann sich. Eilends suchte er wieder den Himmel auf. Dann nahm er die dunkle Kappe vom Haupt und leuchtete wieder vom Himmel wie jede Nacht vorher. Erleichtert atmeten die Menschen auf, wahrend der Mond lächelnd und froh seinen Weg weiterzog. Denn noch spürte er den Dust der Blumen... Die Sonne, die auf die Ordnung der Sterne, des Mondes und der Erde aufpassen muß, erfuhr durch ein geschwätziges Sternlein von dem Ausflug des Mondes auf die Erde. Sie wurde sehr böse und ließ dem Mond sagen: , . , . Zur Strafe darfst du nur mehr einmal im Monat der Erde dein ganzes Gesicht zeigen. In den anderen Nächten wirst du immer kleiner werden, du wirft ganz verschwinden und dann langsam wieder größer werden, bis du wieder dein volles Gesicht hast. Dieses Spiel wird sich Monat um Monat wiederholen!" m. . f Seit dieser Zeit gibt es Neumond, erstes Viertel, Vollmond und letztes Viertel. Der Mond war zwar über dieses Strafe nicht sehr erfreut, weil fein gleichmäßiges^Leben gestört roar aber er dachte wieder der Blumen und nahm sich 'vor, recht oft die Erde zu besuchen. Schlau, wie er war, wählte er sich immer die Nacht dazu aus weil er wußte, daß die Sonne um diese Zeit schlief Ader die Sonne kannte schon ihren Nacht- chwärmer Mond, und außerdem schwatzten gar manche Sternlein, was sich in den Nächten zutrug. Ich werde den Mond schon erwischen, dachte die Sonne Und sie zog bisweilen ein finsteres Tuch vor das Gesicht und schlich sich auf die Erde. Aber da sie ihren nächtlichen Schlaf unter keinen Umstanden opfern wollte, tat sie das am Tage — und da war ja nie der Mond auf der Erde. So konnte die Sonne nie den Mond üdörraschen. Dafür aber jagte sie den Menschen große Furcht ein, weil es auf der Erde stockfinster wurde, so oft die in das Tuch gehüllte Sonne vom Himmel stieg. Der Mond, der davon erfuhr, lachte sich in sein Fäustchen und besuchte seinerseits nur bei Nacht die Erde mit ihren Blumen und Bäumen. Und so geht das Wanderspiel von Mond und Sonne bis auf unsere Zeit. Bald gewöhnten sich auch die Menschen daran und nannten dieses Spiel Mondes- und Sonnenfinsternis. Wie wir schon zu Beginn sagten, haben die gelehrten Herren dafür wissenschaftliche Erklärungen gefunden. Wir aber wissen es besser! Wir wissen, warum Mond und Sonne bisweilen finster werden. Wir wollen nächstens, wenn wieder einmal eine Mondesfinsternis ist, den Mond suchen. Er ist am ehesten in einem großen Park zu finden, wo schöne Rosen duften. Dort wollen wir den Mond fragen, ob wir recht haben ober die Gelehrten. 0er Abschied. Von Heinz Rusch. ,^Jn zwölf Minuten geht mein Zug." Der Junge in Feldgrau sagt es leise und etwas beklommen, sonst aber ist er ganz ruhig. Das Mädchen nickt stumm und sieht ihn groß an. Er hat ein paar Tage Urlaub gehabt, sie haben sich hin und wieder getroffen in dieser Zett, und nun sitzen sie beide in der kleinen Bahnhofswirtschaft und zählen die Minuten, die sie noch zusammen sind. Auch andere Soldaten sitzen hier und trinken sich den Abschied vom Herzen, der so gewiß und unvermeidlich ist wie das leise Knacken der Uhr in diesem Raum. „Wirst du mir auch oft schreiben", fragt das Mädchen. Hans Berger lächelt. Natürlich wird er schreiben, er ist etwas ratlos in diesem Augenblick, ach, sie weiß es ja selbst, daß er schreiben wird, so oft er kann. Und er streicht ihr über das Haar und versucht sie mtt vielen Worten zu trösten, die plötzlich aus chm hervorquellen wie ein einziges Geständnis. Er sieht ein paar Tränen in ihren Augenwinkeln und wischt sie wie im Scherz fort. „Ja, der Rauch ..." sagt er und drückt mit Daumen und Zeigefinger die Zigarette aüs. Und dann lachen sie auf einmal, trinfen sich zu und lachen wieder. Aber auch das geht vorüber, es wird wieder still zwischen ihnen, sie sehen sich ratlos an Gauamtsleiter Ringshausen 60 Lahre alt. Am 28. Juni 1940 vollendet der Gauamtsleiter des Amtes für Erzieher und Gauwalter des NS.- Lehrerbundes, Friedrich Ringshausen, das 60. Lebensjahr. Er ist zugleich Ministerialrat und Leiter der Abteilung VII der Hessischen Landesregierung. Friedrich Ringshausen gehört zu den ersten Nationalsozialisten des Gaues in Hessen. Sein politischer Einsatz als Gauamtsleiter und Redner der Partei haben ihn gleichermaßen bekannt werden lassen, wie seine Arbeit am Volkstums- und Heimatgedanken. Zusammenarbeit zwischen HL und RGB. Die Sozialabteilung der Gebietsführung der Hitler-Jugend hatte die Kreissachbearbeiter für Jugendhilfe der NSV. zu einer Arbeitstagung in der Gauschule S^ers eingeladen. Die Tagung wurde durch Kreisleiter G ö r n e r eröffnet Der Kreisleiter wies auf die Bedeutung der fürsorglichen Erziehungsarbeit während des Krieges hin und gedachte in knappen, ehrenden Worten des gefallenen Vorkämpfers der Sozialarbeit im Gau Hessen-Nassau, Wilhelm Haug. Nach einer Einführung in die Kriegsausgaben der sozialen Jugendarbeit durch den K-Sozialab- teilungsleiter Ryschowski sprach die Referentin der Reichsjugendsührung Traute Rothe über praktische Fragen der Sozialarbeit. Die Obergauführerin Hede B a n i ck i und der K-Gebietsführer Dr. Gauhl nahmen dann in grundsätzlichen Ausführungen zur Erziehungsarbeit der Hitler-Jugend Stellung. Der Nachmittag war den Arbeitsberichten der Kreissachbarbeiter und der allgemeinen Aussprache vorbehalten. Die Arbeitstagung hat dazu beigetragen, die Zusammenarbeit zwischen NSV.- Jugendhilfe und Hitler-Jugend noch enger zu gestalten, denn gerade heute gilt es, durch offensive Erziehungsarbeit und fürsorgliche Maßnahmen am einzelnen Jugendlichen unsere Jugend vor allen Gefahren zu schützen und auf sie im Sinne der an der Front stehenden väterlichen Erzieher einzuwirken. , Zucker kann auf Marmeladekarte bezogen werden. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat mit der am 1. Juli beginnenden neuen Zuteilungsperiode eine weitere Verbesserung des Zuckerbezuges angeordnet, um denjenigen Verbrauchern, die Obst einkochen wollen, das Einkochen zu erleichtern. Zu diesem Zwecke wurde die bisherige Reichskarte für Zucker und Marmelade in eine Neichskarte für Zucker und in eine Reichskarte für Marmelade (wahlweise Zucker) aufgeteilt. Die Reichskarte für Zucker wird, wie bisher, für eine Zuteilungsperiode (vier Wochen), die Reichskarte für Marmelade dagegen wird erstmalig für vier Zuteilungsperioden (viermal vier Wochen), also bis einschließlich 20.10.1940, ausgegeben. Die Marmeladerationen können nur in den auf den Bestellscheinen und den Kartenabschnitten auf- gedruckten Zeiträumen bezogen werden. Dagegen steht es dem Verbraucher frei, den Zucker, den er unter Verzicht auf Marmelade im Umtauschwege erwerben will (450 Gramm in vier Wochen) in Teilmengen, je nach Bedarf, zu beziehen. Soweit dem Verbraucher Obst aus eigener Ernte zur Verfügung steht, wird er sich bei dem Bezug von Zucker von dem Älusfall seiner eigenen Obsternte leiten lassen, d.h. nur soviel Marmeladerattonen in Zucker umtauschen, als er zum Einkochen unbedingt gebraucht. Darüber hinaus kann er auch, sofern der Stand der eigenen Obsternte dies notwendig erscheinen läßt, die ganze Menge Zucker auf einmal umtauschen. Diejenigen Verbraucher, die kein eigenes Obst ernten und auf den Zukauf angewiesen sind, werden gut daran tun, Marmeladerationen in Zucker nur im Rahmen der jeweils bestehenden Einkaufsmöglichketten von Obst umzutauschen. Tlolizen für den 28. Juni. Sonnenaufgang: 5.05 Uhr, Sonnenuntergang: 21.51 Uhr; Monduntergang: 14.14 Uhr, Mond auf- gang: v. 29. 1.36 Uhr. An einem anderen Tisch sitzt ein junger Soldat mit seiner Mutter; sie sprechen nicht viel, sie halten ihre Hände auf der kahlen Tischplatte umfaßt und in ihren Augen ist ein wundervolles Vertrauen, wie wenn ein Kind feine Mutter ansieht: lauter gute Wünsche sammeln sich in diesem Blick, das Leben wird plötzlich leichter und einfacher, wenn man die beiden beobachtet, wie es das Mädchen und Hans Berger jetzt tun. Aber plötzlich steigt in ihnen etwas Bitteres auf und sie denken an die Heimlichkeit ihrer Liebe, an die Verbote feiner Mutter, an all den beschwerlichen Verdruß, den auch diese Stunde nicht von ihnen nimmt. Wenn alles gut geht und ich komme gesund zurück, denkt Hans Berger, wer weiß bann, ob er das Mädchen wirk-. lich noch besitzt? Er kann sich nickt erklären, was seine Mutter gegen das Mädchen hat, das er liebt. Und er erschrickt vor dem Verdacht, daß seine Mutter vielleicht versuchen wird, sie auseinanderzubringen, während er an der Front steht. Weiß Gott, aus welchen Beweggründen! Er versteht sie nicht, alle die Worte, mit denen die Mutter ihm jahrelang von dieser „unvernünftigen Liebe" ab geraten hat, er weiß nur, daß es ein Gesetz im Menschen gibt, gegen das er nicht anbringen kann. Aber nun ist es plötzlich so weit, baß sie aufbrechen müssen, stumm und hasttg, während der Zeiger der großen Uhr über ihnen knackend weiterspringt. Und dann ist auf einmal der Abschied da. Hans Berger steht am Fenster des Abteils, sein Herz krampst sich zusammen, er stammelt ein paar Worte, die klein und bedeutungslos durch die Bahnhofshalle flattern, er möchte noch etwas Gutes sagen, etwas Unvergeßliches, Tröstliches — kein Wort kommt mehr über seine Lippen, es ist zuviel Bitterkeit in ihm, fast schon Verzweiflung. Erst als der Zug fährt, ruft er noch einmal laut den Namen des Mädchens, und sie winken beide, aber es ist wie der matte Flügelschlag eines Vogels, der durch die qualmende Luft schwebt. Dann erst sieht Hans Berger auf einmal eine kleine, vertraute Gestalt neben dem Mädchen stehen, er träumt nicht, es ist seine Mutter, die sich noch einmal aufgemacht hat, und er kann noch sehen, wie sie ihren Arm um die Schulter des Mädchens legt, als wäre das ganz natürlich, wie sie beide, die Zurückbleibenden, zu einer Gestalt zu verschmelzen scheinen, die ihm zuwinkt aus der mild erleuchteten Halle ... Dann wendet sich Hans Berger lächelnd um, wie ein Erretteter, in das Dunkel des Abteils, in den grauen Kreis feiner Kameraden. SJ.Jporf Leuchtgasgefahr bei Fliegerangriffen um Wandervorschläge für den Sonntag Oie Frischmilch im Sommer. (Nachdruck verboten!) 28 Fortsetzung. Bereits am ersten Spieltag wird es spannende Kämpfe geben. Der Tv. Katzenfurt muß nach Dornholzhausen und Hochelheim empfängt zu Hause den Tv. Garbenheim. — In einem noch zur Kriegsmeisterschaft gehörigen Spiel hat Katzenfurt seinen Gegner ganz überlegen abfertigen können. Ob das auch diesmal möglich sein wird, möchten wir bezweifeln, zumal in Dornholzhausen sehr schlecht zu gewinnen ist. Die Hochelheimer Begegnung geht über den Rahmen eines gewöhnlichen Spieles hinaus. Hier stoßen gleich zu Beginn zwei der ernsthaftesten Anwärter aufeinander. Wer gewinnen wird, kann nicht vorausgesehen werden. Auf jeden Fall werden beide Einheiten in stärkster Aufstellung zur Stelle sein. Die nichtbeteiligten Mannschaften werden in einer Trostrunde zusammengefaßt, deren Spiele am 7. 7. beginnen. Das Kriegshilfswerk für das Deutsche Kote Kreuz. Der Führer sagte: „Ich rufe das deutsche Volk auf, durch Spenden für das Kriegshilfswerk sich der Opfer der Soldaten würdig zu erweisen." Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Juni. Es kosteten: Ochsen 26 bis 46,50 RM., Bullen 30 bis 44,50, Kühe 16 bis 44,50, Färsen 28 bis 45,50, Kälber 30 bis 65, Lämmer und Hümmel 30 bis 50, Schafe 20 bis 44, Schweine 50 bis 56.,— Marktverlauf: Alles zugeteilt. Das Interesse, das allenthalben den Spielen den Lahnpokal der Handballer entgegengebracht wurde, dürfte sich mit dem Beginn der Endspiele noch erhöhen. Fünf Mannschaften stehen sich hier gegenüber, die ohne Ausnahme über ein gediegenes Können verfügen und die wohl in der Lage sind, den stolzen Titel nur an die Einheit zu vergeben, die über das größte Können verfügt. Deutschland-Rumänien om44.3u(i. Für den nach Frankfurt a. M. vergebenen Fußballländerkamps zwischen Deutschland und Rumänien wurde jetzt auch der Termin festgelegt. Das dritte Ländertreffen der beiden Nationen findet am 14. Juli statt. Die beiden vorausgegangenen Spiele wurden von Deutschland jeweils sicher gewonnen, 1935 in Erfurt 4:2, 1938 in Bukarest 4:1. Endspiele um den Lahnpokal im Handball. Keine Spur von Hauck Roman von Lharlotte Kaufmann. der der Mrlchtopf oder die Milchflasche sicht. Man kann die gleiche Verdunstungswirkung erreichen, wenn man die Flasche oder den zugedeckten Mich- topf in eine 2 bis 3 Zentimeter hohe Schüssel mit Wasser stellt und ein vorher angefeuchtetes Tuch darüber deckt, das bis in das Wasser reichen muß, damit das aufsteigende Wasser verdunsten kann. Wichtig für die Haltbarkeit der Milch ist auch, Laß für sie sowohl zum Einkauf als auch zum Kochen und Aufbewahren ausschließlick dafür be« stimmte Gefäße — Töpfe, Krüge, Flaschen — ge» braucht werden. Größte Reinlichkeit ist selbstver« stündlich. Alle Gefäße, die von Milch entleert wer« den, sind sofort mit frischem, kaltem Wasser auszuspülen. Zum eigentlichen Auswaschen benutze man heißes Sodawasser und spüle die Gefäße nochmals mit heißem, klarem Wasser aus. Man trockne sie nicht mit Tüchern aus, die leicht Fasern zurücklasen, sondern stelle die Gefäße mit der Oeffnung chräg nach unten auf. Benutzt man Emailletöpfe ür die Milch, so achte man darauf, daß sie keine abgestoßenen Stellen und Risse haben. Alle Gefäße sollen so geformt sein, daß sie sich leicht reinigen lassen. Beachtet man diese Vorsichtsmaßregeln, so wird man nicht über Gerinnen und Sauerwerden der Milch an heißen Tagen zu klagen haben. Neuzeitliche Müllabfuhr in Alsfeld. cZ Alsfeld, 27. Juni. Einem schon längere Zeit empfundenen Bedürfnis entsprechend, wird ab 1. Juli die M ü l l b e s e i t i g u n g durch die Stadt neuzeitlich umgestaltet. Die seitherige Müllabfuhr mit offenem Wagen wird beseitigt. An dessen Stelle tritt .ein Trommelmüllabfuhrwagen mit Traktorem zug mit kippbarer Trommel und auf jeder Wagen- seite zwei staubfreien Einfüllvorrichtungen für Ringeimer. Die zugehörigen Mülleimer werden gegen Erstattung der Selbstkosten von der Stadtverwaltung an die Grundstückseigentümer bzw. Haushaltungen abgegeben. Damit ist die staubfreie Müllbeseitigung gesichert. Im Interesse der öffentlichen Gesundheitsfürsorge und der Schädlingsbekämpfung wird voraussichtlich demnächst durch Ortssatzung die allgemeine Verpflichtung der Grundstückseigentümer eingeführt werden, sich zur Beseitigung der Hausmülls ausschließlich der städtischen Müllabfuhr zu bedienen. Landkreis Gießen. s. Lang-Göns, 27. Juni. Für Tapferkeit vor dem Feinde wurde als erster Lang-Gönser Soldat Karl Häuser, der Unteroffizier in einem Inf.- Rgt. ist, mit dem Eisernen Kreuz 2. K l a s s e ausgezeichnet. Karl Häuser ist der Schwiegersohn von Wagnermeister O. May. Unterdessen schlenderte Huith durch die graue Stadt und wartete darauf, daß der nächste Dampfer ging. Das dauerte bis neun Uhr. Schlechte Verbindung, dachte er grimmig. Unglaublich schlechte Verbindung im Winter nach draußen. Die Straßenlaternen erloschen nach und nach. Er stand eine Weile auf der Fischerbrücke, da dort einiges Leben herrschte. Ein Kutter dümpelte im Wasser und lud Fische aus. Es war bitterkalt. Huith fröstelte. Er ging über den Wall. Ein betrunkener Seemann torkelte ihm entgegen aus einer Kellerwirtschaft, wich aus, taumelte weiter. Huith kam zu Dr. Mjöllns Rechtsanwaltsbüro. Das weihe Emailleschild am Haus leuchtete ihm entgegen, als er die Straße überquerte. Rechtsanwalt Dr. Mjölln ... Huith beschloß, innerhalb einer Sekunde hinaufzugehen und seine nächtliche Begegnung zu erzählen. Sie interessierten sich ja sonst auch für alles. Der Sekretär Fromme! wenigstens, der die ganze Küste Mann für Mann ausgefragt hatte, wollte auch die nebensächlichsten Dinge Horen. Das Treppenhaus war blaß beleuchtet. Durch ein milchiges Fenster sah die winterliche Morgendämmerung. Dor der Tür des Büros hantierte eine Frau mit Eimer und Scheuerlappen. „Was wollen Sie? Den Rechtsanwalt sprechen? Da sind sie aber reichlich früh daran." „Ja ... das dachte ich mir schon." Huith wurde verlegen. „Ich wollte ja eigentlich auch nur sehen, wann das Kontor aufgemacht wird. Wann Sprechzeit ist." „Um neun Uhr kommen die Angestellten, erklärte die Frau. „Ach, um neun Uhr. Nicht schon um acht? Das ist Pech. Um neun fährt mein Schiff, und das nächste «rht dann wieder erst um zwölf Uhr . . Na, danke schön. Er drehte sich um. „Sie können ja mal in der Privatwohnung von dem Herrn Rechtsanwalt fragen", meinte die Putzwappen wenden wir uns rechts und gehen bis zur Dillbrücke. Hier beginnt die blaue bl-Markierung, die uns zunächst eine breite Straße nach links aufwärts weist, die später in einen Feldweg übergeht. Nach etwa einer Viertelstunde zweigt nach rechts ein Heckenweg ab, der uns über ein Tälchen und bald darauf in den Wald bringt. In langsamen Windungen steigen wir hoch bis zur Schönen Aussicht, wo sich ein hübscher Blick in das Dilltal und auf Greifenstein erschließt. Der Weitermarsch führt über blumenreiche Halden mit entzückenden Blicken auf die Westerwälder Berge, auf verschiedene Dörfer und später auf das tief unter uns liegende Neuhaus. Nachdem wir einen Laubwald durchschritten haben, erreichen wir das im Amdorfbachtal liegende Uckersdorf, von wo wir, auf der Landstraße weitergehend, nach dem malerisch über dem Tale liegenden Neuhaus mtt Wirtschaftsbetrieb , gelangen. Von der Säulenhalle dieses ehemalig fürstlichen Jagdschlosses bietet sich eine prächtige Aussicht. Kurz hinter dem Anwesen nimmt uns der Wald auf; weiße D zeigen uns jetzt den Weg (bei einer Weggabelung hatten wir uns rechts). Am Fuße des Hangelsberges her gehen wir weiter, bei einigen Lichtungen hübsche Blicke, so u. a. auf Niederscheld und die turmbekrönte Eschenburg, genießend. Beim Feldbacher Hof mit seiner Kirchenruine verlassen wir den Wald und erreichen alsbald, am Waldfriedhof vorbei, unser Endziel Dillenburg. Dauer der Wanderung 4 Stunden. „Um die Kippe?" „Um die Hörn herum, jawohl." „Danke. Dann rasch zahlen. Er stürzte den Tee herunter, fühlte, wie der Magen warm wurde. Der gelbe Wagen der Straßenbahn schlingerte in den Gleisen, rumpelte durch die Straßen und Plätze. Mittlerweile war es ganz hell geworden. Ein grauer, trüber Tag. Gulden. Stoschstraße. Mein Gott, ist das weit, wenn man es eilig hatte. Am Elisabethplatz mußte er aussteigen. „Die nächste Querstraße", erklärte der Schaffner, „das ist es". „Danke." Huith fror schon wieder. Und hier die Stoschstraße. Gott sei Dank. Nummer sieben! Fischgeruch kam ihm entgegen. Eine Tafel über dem Haus klärte ihn auf. „Stümpel und Boysen, Fischräucherei." Im vierten Stock wohnte Fromme!. Grell tönte die Klingel durchs Treppenhaus. Eine Frau öffnete. „Ich möchte Herrn Fromme! sprechen." „Herrn Fromme!? Ja ... in welcher Angelegenheit, bitte ... ?" Mißtrauisch wurde er gemustert. „In einer Sache ... in einer Sache, die ... es handelt sich um einen Fall von Dr. Mjölln.^ Angst überkam ihn, daß hier gar nicht der richttge Fromme! wohnte, sondern irgendein anderer ... einer, der möglicherweise Angestellter der Howald-Werke oder der Fischräucherei oder weiß Gott welcher Firma war. „Augenblick", sagte die Frau, und schloß die Tür. Huith stand fünf Minuten, sog den Fischgeruch ein und starrte durch das Fenster des Stiegenhauses in den Hof hinunter, auf dem Bücklings- kisten aufgestapelt waren. Endlich kam Fromme!. „Mein Gott, Sie sind es? Ich kenne Sie doch!" „Huith ist mein Name. Ich bin der Lehrer von Dörup." „Ach, natürlich, selbstverständlich. Ich war doch bei Ihnen in der Sache Hauck. Kommen Sie herein. Kommen Sie herein. Sie sind ein bißchen srüh daran. Nehmen Sie es nicht übel, daß ich Sie warten ließ. Aber so frühmorgens ... man ist natür- Durchzug schaffen, dann Gasherd und Anschluß- Hähne prüfen! Wird alles in Ordnung befunden und macht sich trotzdem noch Gasgeruch bemerkbar, so muß sofort das Gaswerk verständigt werden. In der Zeit, bevor eine Nachprüfung durch die Fac^ leute des Gaswerks erfolgt, kann man selbst durch Bestreichen der Zuleitung mit Seifenlösung feststellen, ob etwa hier die Schadensstelle zu suchen ist. Wo das Gas ausströmt, bilden sich Blasen. Gasgeruch kann aber auch eintreten, wenn die Luftzufuhr zu den Brennern nicht richtig reguliert ist; auch hier hilft am besten der Fachmann. Es ist wohl selbstverständlich, daß man redes offene Licht, Streichhölzer und dergl. vermeidet. Ist schon jemand durch ausströmendes Gas betäubt worden, so heißt es rasch handeln. Frische Luft und ärztliche Hilfe sind unbedingt erforderlich. Da Gas leichter als Lust ist, steigt es nach oben. Es besteht daher die Pflicht, alle Hausbewohner, die in den oberen Stockwerken wohnen, von der Gefahr zu verständigen. Es ist nur eine geringe Mühe, nachdem man nach dem Fliegeralarm und der Entwarnung aus dem Lustschutzraum in die Wohnung zurückgekehrt ist, sich davon zu überzeugen, ob alles in Ordnung ist. Niemand versäume es, denn Leben und Gesundheit können davon ab- Wenn die Tage warm sind, verzichtet manche Hausfrau auf den Einkauf der entrahmten Frischmilch, weil sie, so behauptet sie, leicht sauer wird. In solchem Falle hat sie aber nicht der Milch, sondern sich selbst die Schuld daran zuzuschreiben, well sie dieses wichtige, aber auch etwas empfindliche Nahrungsmittel nicht richtig behandelt hat. Die Hausfrau muß bedenken, daß die Milch, ehe sie zu ihr gelangt, schon einen weiten Weg von der Molkerei bis zum Verteiler durchgemacht hat, der bei warmer Temperatur eine raschere Vermehrung der in der Milch enthaltenen Keime begünstigt. Wenn auch die entrahmte Frischmilch grundsätzlich schon in der Molkerei erhitzt worden ist, so ist es doch nötig, sie im Haushalt sofort noch einmal aufzukochen, falls nicht geeignete Kühlvorrichtungen — Eisschrank, Kühltruhe — vorhanden sind. Es empfiehlt sich auch, die Milch schon in den kühlen Morgenstunden beim Verteiler abzuholen, um sie für den Tag haltbar zu machen. Am besten ist es natürlich, sie sofort nach dem Einkauf abzukochen, wobei es genügt, sie bis kurz vor das Kochen zu bringen; ein direktes Aufkochen oder gar längeres Kochen ist unbedingt zu vermeiden. Keinesfalls darf die Milch erst lange an warmer Stelle oder gar in direktem Licht stehen. Auch ist sie, was ihre Nachbarschast angeht, sehr empfindlich; sie nimmt alle fremden und scharfen Gerüche — Zwiebel, Fisch, Käse usw. — an. Das Gefäß, in dem Milch, sei sie ungekocht oder gekocht, aufbewahrt wird, soll darum stets zugedeckt sein. Hat man die Frischmilch bis zum Kochen erhitzt, dann muß sie rasch und genügend abgekühlt werden, um haltbar zu bleiben. Das geschieht am schnellsten, indem man den Milchtopf in eine Schüssel mit kaltem Wasser stellt und die Milch umrührt; das Wasser muß öfter erneuert werden. Ist die Milch falt geworden, wird sie an einen kühlen, schattigen Platz gestellt, am besten unmittelbar auf die Steinplatten der Speisekammer. Kleinere Mengen von Milch lassen sich auch sehr gut in den bekannten Thermosflaschen kühl hatten. Auch eine Kühlglocke ist ein guter Apparat zum Frischhalten der Milch. Sie besteht aus einem Drahtgestell mit einem darüber gespannten Frottiertuch, das mit seinen unteren Rändern in eine wassergefüllte Schale eintaucht, in stau, „wenn Sie es so eilig haben. Vielleicht ist er schon auf." „Ach danke. Das hat wohl wenig Zweck." Er tappte über die Stiege. „Er wohnt am Dreiecksplatz Nr. 7, zweiter Stock", rief sie ihm nach. Huith trat wieder auf die graue Sttaße, auf der immer mehr Leben zu sehen war. Fuhrwerke rasselten jetzt über das grobe Pflaster, und der große Getreidespeicher am Hafen mit dem langen Saugrohr hatte nun auch sein breites Tor aufgetan. Dreiecksplatz. Es konnte nichts schaden, wenn er da einmal hinaufbummelte. Die Zeit mußte er so oder so verbringen. Sobald er den Hafen hinter sich ließ, versickerte das geschäftsmäßige Morgentreiben. Es wurde wieder still und leer um ihn. Am Dreiecksplatz, Haus Nummer 7. Ein großes Haus mit verschlossener Tür und elekttischem Türöffner. Ausgerichtet wie Soldaten standen die Glockenknöpfe auf einer Messingtafel. „Dr. Thomas Mjölln", stand deutlich in der zweiten Reihe zu lesen. Huith wagte nicht zu läuten. Es war jetzt halb acht Uhr. Indes kam ihm ein neuer Gedanke, und feine Augen suchten nach einer Wirtschaft. Ein kleines Milchmädchen gab ihm kichernd Auskunft. „Gleich in der nächsten Straße. Hundert Meter weit." Er lieh sich dort eine Tasse Tee geben und ein Butterbrot, obwohl er schon gefrühstückt hatte. Aber es fror ihn erbärmlich. Er verlangte das Adreßbuch. Lange suchte er nach einem Namen ... „Fromme!" ... Fromme! Hans, Fromme! Kari, Fromme! Rudolf, Fromme! Theodor, Angestellter. Das konnte er sein. Stosch- straße 8. „Fräulein, wo ist die Stoschstraße?" „Äoschstraße? Ist in Gulden drüben." „In Gulden. Teufel, wie kommt man am raschesten nach Gulden?" „Mit der Fähre." „Ach, doch nicht zu Fuß, Fräulein. Ich brauche ja allein eine halbe Stunde, bis ich am Hafen drunten bin." „Dann mit der Bahn. Mit der Straßenbahn. I Um die Kippe." Oie 2. Klaffe im Kampf um die punkte. Großen-Buseck I — Hungen L Wieder muß die Hungener Elf auswärts spielen, diesmal sogar beim Tabellenführer. Wie stark die Platzherren zur Zeit sind, haben sie erst am Sonntag bewiesen; die Elf ist in ihrem Siegeszug nicht aufzuhatten. Da auch das Vorspiel gewonnen werden konnte, werden die Gäste um eine Niederlage nicht herumkommen VfB.-Reichsbahn II — Gröningen I. Auf dem Waldsportplatz empfangen die Grün- weihen die Gäste aus Grüningen. Die Grüninger haben in den letzten Spielen überzeugen können, sogar Hungen mußte die Formverbesserung anerkennen. Die Grünweißen haben ebenfalls ihren ersten Sieg erringen können, ein Zeichen, daß die Elsi alles daransetzt, in der Tabelle vorwärts zu kommen. Da der große Platz den Gästen schwer zu schaffen machen wird, dürfte es sehr leicht möglich fein, daß die Grünweißen knapp die Oberhand behalten werden. Klein-Linden I — Heuchelheim I. Dor einer schweren Aufgabe stehen die Gäste aui Heuchelheim, die in Klein-Linden erwartet werden. Die Platzherren sind zwar in den letzten Spielen etwas abgefallen, jedoch auf eigenem Platz sehr gefährlich. Wenn die Gäste es fertig bringen, auch in der zweiten Spielhälfte durchzuhalten, sollte em spannender Kampf in Aussicht stehen, dessen Ans« gang ungewiß ist. Steinbach I — Garbenkeich I. Wieder einmal ein Lokalspiel! Im Vorspiel konnten die Steinbacher mit starker Mannschaft dem Gegner beide Punkte abnehmen. Jedoch hat sich inzwischen vieles geändert. Die Gäste sind stärker ge« worden und haben sich den zweiten Tabellenpllltz erkämpft, der ihnen auch vorerst nicht zu nehmen ist. Man rechnet mit einem sicheren Siege der Gäste. Gießen — Kinzenbach— Grube Morgenstern — Dicke Eiche — Bubenrod — Gr. Rothenberg — Obermühle — Bieber. Vorn Neustadter Tor, dem Anfang unserer Wanderung, folgen wir schwarzen Dreiecken, die uns zunächst die Rvdheirner Straße entlang, später an der Heuchelheimer Mühle vorüber nach dem hochgelegenen Kinzenbach führen. Vom Ausgang des Ortes leitet uns das Zeichen aufwärts zum Wald, vor dessen Eingang sich ein schöner Rückblick bietet. Durch schöne Waldung geht unser Weg an der Grube Morgenstern vorbei nach dem lieblichen Schwalbenbachtal. Etwa in der Mitte des Tales weifen uns ein Schild und weiße Sttiche hinauf zur Dicken Eiche. Der mächtige, nahezu 1000jährige Baum, der unter Naturschutz steht und alljährlich noch fröhlich grünt, ist im Innern ausbetomert, mit Stützen verankert und fo vor dem Verfall bewahrt. Hier treffen wir die von Wetzlar kommende gelbe Strichmarkierung, die jetzt unser Wegzeichen bildet. Nach Ueberschreiten des Schwarzbachs, eines wilden Bächleins, kommen wir nach Hof Bubenrod, der früher eine gern besuchte Gaststätte hatte, steigen abwärts und wieder hoch zum Gr.-Rothenberg, wo sich ein prächtiger Blick auf Königsberg und den Dünsberg erschließt. Das Zeichen leitet uns in das Biebertal, das wir bei der Obermühle erreichen und dem Tale abwärts gehend nach unserem Endziel Bieber gelangen. Wanüerz"it 4V2 Stunden. Grünberg — Cauter — Laubach — Fnedrichshüile — Alfa-Nidda. Diese lohnende Wanderung durch einen der schönsten Teile unseres heimatlichen Gebirges ist folgende: Wir benutzen von Grünberg aus zunächst die aussichtsreiche Straße über Lauter nach Laubach, dessen Park und Schloß wir besichtigen. Von hier folgen wir blauen Andreaskreuzen in südlicher Richtung. Auf einer Höhe hinter Laubach erschließt sich ein prachtvoller Rundblick auf den gesamten Vogelsberg; bei flarer Luft sind auch Gleiberg, Dünsberg und Stoppelberg gut erkennbar. Auf unserem Weitermarsch bieten sich prächtige Ausblicke aus das hochgelegene Ruppertsburg und das idyllisch liegende Friedrichshütte, das wir durchqueren und später, nach Durchschreiten eines Waldes, auf die im Grunde liegenden Dörfer Einartshausen und Gonterskirchen. Besonders reizvoll ist die Aussicht auf das der Wartburg ähnlich Hochliegende Stornfels, auf das sich immer wieder unsere Blicke auf unserem Wege lenken. Teils durch Wald, teils über Feld, gelangen wir über Ulfa nach dem freundlich im Tal fiegenoen Nidda, von dem wir heimfahren. Wanderzeit 4V2 Stunden. Herborn — Schöne Aussicht — Uckersdorf — Neuhaus — Dillenburg. Wir fahren nach dem freundlichen Städtchen Herborn, das noch manche Schönheiten aus längst verklungenen Zeiten aufzuweisen hat. Bei dem altertümlichen Rathaus mit feinen vielen Geschlechter- Eine Gefahr, die auch indirekt durch Fliegerangriffe eintreten kann und an die kaum gedacht wird, ist das Undichtwerden der Leuchtgasleitungen. Es ist selbstverständlich, daß der Haupthahn der Gasleitung in jedem Haus bei Fliegeralarm sofort geschlossen wird, aber damit ist keineswegs alle Ge- ahr gebannt. Allein die Erschütterung einer ent- ernt einschlagenden Bombe kann zur Undichtigkeit der Gasleitung führen. Ja, selbst wenn die Gasleitung gar keinen Schaden genommen hat, können Gefahren auftreten, die heimtückisch und lautlos durch das Haus schleichen. Nehmen wir nur das vorzeitige Deffnen des Gashahns in einer Wohnung, bevor der Haupthahn geöffnet wurde. Weil kein Gas ausströmt, wird es vielleicht versäumt, den Hahn wieder sorgfältig zu schließen, und schon ist das Unglück geschehen. Jeder achte deshalb darauf, ob nach einem Fliegerangrift — insbesondere, wenn in der Nähe der Wohnung Bomben gefallen sind — noch alles in Ordnung ist. Ist erst einmal Gas ausgeströmt, dann« kann der kleinste Funke, ja das Anschlägen der elekttischen Klingel genügen, um eine Explosion auszulösen. Gegen Leuchtgas nützt auch die Gasmaske nichts, aber Ruhe und Besonnenheit sind auch hier die besten Helfer. Macht sich Gasgeruch bemerkbar, fo — ist es erstes Gebot: Fenster auf und möglichst j hangen. ' - lich nicht auf Besuch vorbereitet." Er drängte^Huith ins Wohnzimmer. „Maria, noch eine Tasse", rief er durch den Gang. ,Hch bin eben dabei zu früh tücken. Sie trinten doch eine Tasse Kaffee mit? Huith hatte nichts dagegen, sich ein drittes Mal etwas Warmes einzuverleiben. „Wie kommen Sie nur fo früh schon in btt Stadt?" erkundigte sich Fromme! eifrig und stolz darüber, daß jemand in der Sache Hauck zu ihm persönlich kam. Zu ihm und nicht etwa zu Dr. Mjölln. „Ich bin noch seit gestern hier. Ich wollte ml! dem Neun-Uhr-Dampfer wieder nach Hause fahren, wenn ich ihn noch erwische." „Aber natürlich, weshalb sollten Sie ihn nicht erwischen? Ich muß auch um neun Uhr im Kontor sein, also ... was führt Sie zu mir? Sie können sich denken, daß ich neugierig bin." „Ja, also ... die Sache ist so."- Huith roufctt nicht recht, wie er beginnen sollte ... „Ich W da gestern nacht in einem Cafe in der Stadt. Im Cafe Corso." „Im Corso, aha." „Kennen Sie das?" , „Natürlich, natürlich. Am Markt. Kennt jeder Mensch.in der Stadt." „Ja, und da entdeckte ich einen Mann, der ... der' dem Kunstmaler Detlef Hauck zum Verwechseln' ähnlich sah." . „Dem verschollenen Maler? Was Sie nW sagen." Fromme! vergaß, seinen Bissen hinunter» zuschlucken. „Was Sie nicht sagen", wiederholte er- „Und Sie haben sich nicht geirrt?" „Was heißt geirrt." Huith bekam eine Falte über der Nasenwurzel. „Ich sagte nicht, ich sah t,eiu Kunstmaler selbst. Ich sah lediglich einen Mari^, der dem Maler sehr ähnlich war. AußerordentlW ähnlich ..." „Hm. Natürlich. Natürlich. Erzählen Sie geltet „Ich ging ihm nach, als er das ,Corso< vernetz- „Sehr gut." . „Durch die halbe Stadt um Mitternacht. Er schstm mich nicht zu kennen. Schließlich sah ich ihn in tim Haus im Krautweg verschwinden. Er besaß eine > Schlüssel für das Gartentor dort." (Fortsetzung folgt.) ,