Donnerstag, 28. März 1940 Gießener Anzeiger ichnurrbärtchen, ein dünner Mund. Das ganze sage. Ar bald einen langen Hals bekommen .. »00 halb der Krie dem V o r w a n dem ihre versucht, französische Fische Mahlzeiten zu fangen. Auf der Rendnertribüne der Kammer in Paris eht ein kleiner, sehr behender, sehr beweglicher iann. Seine 62 Jahre sieht ihm niemand an, das p. der Mitte glatt gescheitelte tiefschwarze Haar ügt keinen einzigen grauen Faden. Unter dicken iugenbrauen ein paar Augen von fast asiatisch rimalem, leicht schräg gestelltem Schnitt, die stän- ig in einer regsamen Intelligenz funkeln und stets eröffnet worden sei". Admiral Dudley-Pound erwiderte auf diese Frage mit militärischer Kürze folgendes: „Im ar k- tischen Ozean ist vor dem späten Frühling nichts zu machen. Die kurzen Tage sind sowohl wegen der U-Boote, als auch wegen der Schwierigkeit, Minen zu räumen, ungünstig. Unter diesen Umständen im Winter etwas zu unternehmen, noch dazu an einer so ausgedehnten und gleichzeitig so schlecht bekannten Küste mit ihrer dürftigen Sicherung durch weit auseinanderstehende Leuchtfeuer — fast 2000 Kilometer vom nächsten Flottenstützpunkt entfernt — wäre eine lächerliche Verrücktheit gewesen". Die französischen Zeitungsdirektoren wandten sich rreilter. bange ei Ion >ar ba5 Amsterdam, 27. März. (DNB.) Der englische Rundfunk hat seine Gebühren schlagartig um volle 50 v. H. erhöht. Diese enorme Steigerung hat in der englischen Oefsentlichkeit außerordentliches Aufsehen erregt und zu schweren Protesten geführt. Die Zeitung „Daily Sketch" macht sich zum Wortführer dieser Mißstimmung und enthüllt dabei, daß — wie es nicht anders zu erwarten war — auch im englischen Rundfunk eine wilde Vetternwirtschaft Platz gegriffen hat. Die britische Plutokratie hat nämlich seit Kriegsbeginn Tausende von Angehörigen der regierenden Familien, meist junge Männer, die nicht die leiseste Ahnung vom Rundfunk haben, in hochbezahlten Posten untergebracht! So wurden allein in der sog. „Heeresakteilung" des britischen Rundfunk 200 neue Mitarbeiter eingestellt, deren Gehälter nicht unter 60000 RM. liegen. Die ungeheuren Kosten für diese hochbezahlten Posten muß die englische Rundfunkhörerschaft ausbringen. hliehenk Rüder. und der f sinket die vie- gestistet iter nach )ort aus zutreten. Dauer. 15 Km> Freunds nstaltunz ann ke >ei eir daß bie bß\ \\6) eim Sendung nach dieser erstaunlichen Erklärung, deren Offenheit sie restlos verblüffte, an Winston Churchill. Dieser aber erklärte: „Einer so gewichtigen Aussage habe ich nichts hinzuzufügen." Auf französischer Seite erwiderte der Direktor der „Depeche de Toulouse": Ich begreife nicht, warum man dann unentwegt Versicherungen an Finnland gegeben hat, ihm rasch zu Hilfe kommen zu wollen." Daraufhin zuckte Churchill, wie in der „Depeche" berichtet wird, nur lächelnd d i e Achseln. Der Erste Seelord der britischen Flotte und der Erste Lord der Admiralität müssen es allerdings genau wissen, warum man den Finnen Hilfe versprach, obwohl England selbst jeden Hilfeversuch als eine „lächerliche Verrücktheit" ansah! Ein Eingeständnis mehr der verlogenen englischen Politik. Ein Beweis für die Tatsache, daß es sich niemals um eine Hilfe für Finnland handelte, sondern um nichts anderes als den Versuch, das finnische Volk für die englischen Kriegsaus- weitungsinterefse»n zu opfern, wie man bedenkenlos ein halbes Jahr vorher Polen in den Krieg gehetzt hatte! eingetreten fei, verweigerte er ’freitaa erW n9 an, lte. ’ boten jedoch iten dir gelang Amsterdam, 27. März. (DNB.) Von jeher haben es die regierenden Kreise in England verstanden, die Quellen ihres Reichtums sorgfältig zu tarnen und der Welt einzureden, daß das britische Parlament eine Volksvertretung und nicht eine Interessengemeinschaft von Geldverdienern und das britische Kabinett das Haupt eines freien demokratischen Landes und nicht eine Regierung der Aufsichtsräte darstelle. Insbesondere haben sich die einflußreichen Parlamentarier und die amtierenden Minister immer gescheut, ihre Finanzbet.eiligung an den britischen Rüstungsfirmen bekannt werden zu lassen, damit es dem englischen Volke nicht auffiel, aus welchen höchstpersönlichen Dividendengründen „amtliche" Politik in Großbritannien gemacht wird. Dennoch ist mit der Zeit diese enge Verflechtung, von der kaum ein einziger englischer Abgeordneter und Minister frei ist, bekannt geworden. „ , Die Wochenschrift „News Review hat m ihrer letzten Nummer aufs neue in diese höchst bemerkenswerten Zusammenhänge hineingeleuchtet und dabei einige wichtigen Aufschlüsse über die Aktionäre der bekanntesten englischen Rüstungskonzerne gegeben. Englands leistungsfähigste Rüstungsfirma ist Vickers Limited. Einer der Hauptaktionäre dieser Rüstungsfirma ist der frühere Berliner Botschafter Viscount d'Abernon. Neben chm besitzen große Beträge Vickersaktien der „Goldminenkomg" Jack Barnato Joel, der konservative Abgeordnete Lionel Nathan de Rothschild, der Abgeordnete Cyril Tom Culverwell, der australische Bankier Generalmajor Sir John Humphrey Davidson, der gleichfalls in der englischen Politik eine Rolle spielt und der Schiffahrtsunternehmer Major John Lawrence Benthall. r. .. Die zweite große englische Rustungsflrma ist die Birmangham SMall Arms Company. Direktor der Firma ist der mit Chamberlain eng verbundene Abgeordnete Sir Patrick H a n n o n. Chamberlain selbst ist Großaktionär dieser Rüstungsfirma. Er läßt aber neuerdings schamhaft seinen riesigen Aktienbesitz durch seinen Bruder Arthur Chamberlain verwalten, von dem es in den Büchern der Firma heißt, daß er seine Aktien „zusammen mit zwei anderen besitze". Gerade dieser ■en durch >ßen, hon 38$ ,u.Drog- Blute des französischen Poilu Dividenden werden. Vetternwirtschaft im britischen Rundfunk. Konzernbesitzer und Finanzier. Plutokrat und Kriegshetzer. basis eine „nationale Konzentration" von der äußerten Rechten bis zu den Kommunisten einschließlich vor. Seine persönliche Eitelkeit traut es sich ohne weiteres zu, daß er das fertig bringt. Es hat nicht dazu gelangt. Er mußte sich in London telefonisch Rückenstärkung holen, als er nur eine einzige Stimme Mehrheit für seins rein parteipolitische Dutzendregierung in der Kammer verbuchen konnte. Aber er hatte sich schon in früheren Jahren durch seine Freunde allzu oft,als „Frankreichs kommender Mann" ausrufen lassen, als daß er nach dieser peinlichen Enttäuschung in der Kammer auf den so lange erstrebten Sitz des Ministerpräsidenten hätte verzichten können. Stimmungsmache Reynauds Brüssel, 27. März. (DNB.) Unter Zuhilfenahme des französischen Rundfunks stellte sich der Treuhänder des englisch-französisch-jüdischen Finanzkapitals, Paul Reynaud, am Dienstagabend zum erstenmal der Oefsentlichkeit als neuer Ministerpräsident Frankreichs vor. Es war dem zweiten französischen Ministerpräsidenten dieses Krieges offensichtlich nicht ganz wohl bei diesem Unterfangen, denn er fühlte sich veranlaßt, diese Vorstellung mit dem Versprechen einzuleiten, daß die bisher nicht vorhandene Einstimmigkeit i'm Kabinett noch kommen werde — nach dem ,;ein"«ftintmigen Sieg eine immerhin gewagte Zu- fieinriii vffiieledl gefeilt« Reck }«• e tret« eiluiz unb W >r werden ^rperlichen r auch die ie fR >iaen h * er freM b in W en. Es bf unb ein! gung ij® Kel soll? des welches absprechende Urteil der Tätigkeit des verflossenen Kabinetts Daladier, dem Reynaud selbst als Kriegstreiber und Finanzdiktator angehörte! Man ist wirklich erstaunt, daß ein Mann, dem sonst plutokratische Geschäftigkeit bezeugt wird, so plump .......... für seine englischen ""Milt A «8 .Nt tar(et| tonnt« lUii, innerhalb der britischen Hocharistokratie ist der Trust „Imperial Chemical Industries". In den Aktienbesitz teilen sich Lionel Nathan de Rothschild, Lord Reading, Sir Felix Brunner und Mrs. Angela Mond. Teile der Aktien hat bezeichnenderweise von diesem jüdischen- vierblättrigen Kleeblatt der Herr Ministerpräsident Chamberlain „erhalten", der noch im Jahre 1938 5414 auf seinen Namen lautende Aktien des Trusts innehatte! Sein Sohn Francis ist im übrigen ein hochbezahlter Angestellter des Trusts! Ein großer Teil all dieser Namen englischer und jüdischer Herkunft sind dem deutschen Volke wohl bekannt: es sind dieselben Namen, die auf der Liste der Kriegshetzer stehen! Jener Kriegshetzer, die sich im Parlament oder in der britischen Regierung in den letzten Jahren nicht genug tun konn- ten, den Krieg gegen Deutschland zu predigen! — Nur zu dem einen Zweck, damit ihreRüstungs- aktien einen noch höheren Gewinn als bisher ab werfen! Damit sie noch reicher werden können, als sie es schon sind! Damit aus is ganze Haus von ganz rechts dis ganz links n scharf beobachtenden Blick behalten. Im schma- m Gesicht eine kräftige Nase, ein kokettes kleines .......... ~~ 1 ~ Ge- .Eine lächerliche Verrücktheit/ Englische Eingeständnisse über die „Hilfe für Finnland" -°-bK »s Rüstungskonzern zeigt eine große Anzahl von No- minells, d. h. von Aktienbesitzern, die ihren Namen nicht nennen wollen. Bei dem Konzern Armstrong-Whitworth ist größter Aktionär Kenneth Oswalc Peppiatt, der im Nebenberuf Hauptkassierer der Bank von England ist, und dessen Name auf allen englischen Banknoten zu finden ist. Er zeichnet als Besitzer eines Aktienpaketes, das nominell nicht weniger als rund 2V2 Millionen Pfund, d. h. 25 Millionen wert ist. Es ist selbstverständlich, daß dieser Hauptkassierer der Bank von England nicht ein Vermögen von 25 Millionen Mark besitzt, sondern daß er mit seinem Namen eine ganze Anzahl von englischen Ministern und Abgeordneten, die die wirklichen Aktienbesitzer sind, vor der Oefsentlichkeit deckt. Eine besondere Pikanterie ist die Tatsache, daß der zweite Hauptaktionär dieses Rüstungskonzerns kein anderer ist als der fromme Dekan der Kathedrale von Durham, Referend Cyril Argentine Alington! Bei der Firma Bristol Arenoarns ist Major John Jakob Astor, Unterhausmitglied und Chairman der „Times", Hauptaktionär. Neben ihm sind maßgeblich der Herzog von Sefton und der Baron Manton, die beide eine wichtige Rolle in der britischen Politik spielen, vertreten. Baldwins Limited, ein weiterer britischer Rüstungskonzern, führt sogar den Namen des früheren Englischen Ministerpräsidenten, der auch heute noch zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Hauptaktionär des Konzerns ist. Die übrigen Aktien gehören dem Walliser Bergwerksindustriellen Sir David Richard Llewellyn, dessen Gruben die berüchtigsten in ganz Wales sind, weil sie in geradezu unvorstellbarer Weise allen sozialen Mindestanforderungen Hohn sprechen, sowie der Maharadscha aus Kaschmir, Sir Hari Singh. Die Rüstungsfirma Guest Seen and Nett- les 0 ls befindet sich überwiegend in den Händen der Familie Berry. Die Hauptvertreter dieser Familie sind die beiden Zeitungsmagnaten Lord Camose und Lord Kemsley, die mit ihren Zeitungskonzernen weitestgehend die öffentliche Meinung in England beeinflussen. Gleichfalls an dieser Rü- stungsfirma ist Lady Rhonda beteiligt, die die politische Wochenschrift „Time and Tide" besitzt. Eine ganz besondere Domäne des Judentums Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bisZ'/rUhrdesVormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstaffelV Platzvorfchrift (vorherige Vereinbarung) 25 0/0 mehr Ermäßigte Grundpreise Baderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. 2). 4 bent fceM. immen» in Fiih. )■ Mi! eit. iter, zu uch die 'de von i) einige standen, e Blau» Die Vorschußlorbeeren, die er sich um den Kopf winden möchte, riechen zu sehr nach Churchills Küche. Reynaud sprach davon, daß die „Wasserfälle von Regierungen" aufhören müßten, die die französische 'Demokratie in so schlechtes Licht gesetzt hätten, und versicherte, die Einstimmigkeit würde noch kommen. Die Einstimmigkeit? Meinte Reynaud damit, daß er mit nur einer Stimme Mehrheit das Vertrauensvotum erhielt, daß sich aber diese parlamentarische Mehrheit sofort in eine Minderheit verwandelt hätte, wenn die kommunistischen Abgeordneten nicht verhindert worden wären, ihrer Meinung parlamentarischen Ausdruck zu geben? Wer garantiert Monsieur Reynaud, daß sich die einzige Mehrheitsstimme nicht auf die andere Seite der Barrikade schlagen könnte, daß damit der neue Ministerpräsident nicht endgültig in der Versenkung verschwände? Ach, dieser Reynaud schwätzt nur, weil er weiß und fühlt, daß die Mehrheit der Franzosen von seiner Politik, England die Kastanien aus dem Feuer zu holen, nicht gerade begeistert ist. Das ist des Pudels Kern. Reynaud spricht drum herum und erzählt die alte Lüge, Frankreich sei angegriffen worden, Frankreich habe „ein Eindringen" des Feindes — herausgefordert. Das stimmt. Frankreich hat uns den Krieg erklärt, ohne daß seine Grenzen und seine Ma cht irgendwie bedroht waren. Aber wenn Reynaud meint, wir hätten als Bedrohte, als von Frankreichs Heeresmacht Angegriffene die Aufgabe gehabt, nun unsererseits sofort in Frankreich einzufallen, dann verwechselt er nicht nur Angreifer und Angegriffene, sondern macht auch den Fehler, so zu tun, als sei uns das Gesetz des Handelns vorgeschrieben, während wir in Wirklichkeit, und nach Aussage sogar der jüdischen Blüten des Pariser Blätterwaldes, das Gesetz des Handelns selbst besage, indem er bemerkte, dies sei wohl jetzt bekannt (!) Er traf dann die bemerkenswerte, richtige Feststellung, F r a n k r e i ch sei — angeblich im Gegensatz zu früheren Fällen — diesmal weder überrascht, noch überfallen worden. Es hat sich in der Tat inzwischen herumgesprochen, daß Frankreich, nachdem seine Kriegshetzer und unter ihnen Herr Reynaud an prominenter Stelle, schon seit langem auf den Krieg hingearbeitet hatten, diesen von sich aus erklärte. Auch die Folgen dieser französischen Kriegserklärung gab Reynaud richtig an, indem er erklärte, Frankreich werde „hart kämpfen, hart arbeiten und bitter leiden müssen". Im übrigen war seine Rede ein wirres Mosaik von Gemeinplätzen, die in ihrer kümmerlichen Dürftigkeit selbst von Daladier kaum hätten unterboten werden können, und die sich auf Aeußerungen stützten wie: „Es muß jetzt regiert werden!" „Das Ziel bleibt dasselbe: den Feind zu besiegen!" „Die Stunde, in der wir leben, ist entscheidend" (!) — usw. Reynaud machte sich sodann, getreu dem Vorbild seines Vorgängers, zum Dolmetsch übelster Hetzpropaganda, indem er angesichts der ständig zunehmenden Kriegsausweitungstendenzen der Westmächte im Norden und neuerdings auf dem Balkan dem Reich dunkle Pläne im Südosten unterschob. Zum Schluß feuerte Reynaud das französische Volk zu gesteigerter Leistung an. ,Heute ist das, was normal ist, ungenügend!", sagte er. Aber „halten wir den Kopf hoch!" — das sagte Reynaud zum Schluß auch. Wir werden erlreben, wie seine zahlenmäßig nicht nachweisbaren Anhänger KOHL-eR ■55 'fit gs". Hattest du geschwiegen... „Da seht", sagt Shakespeares Falstaff in den „Lustigen Weibern von Windsor", „da seht, welch ein Hanswurst aus dem Verstände werden kann, wenn er auf verbotenen Wegen schleicht." Paul Re ynaud, der Nachfolger Daladiers, hat seinen plutokratischen Verstand zum Hanswurst degradiert, als er eine sehr ungereimte Rundfunkrede an das französische Volk hielt, um ihm die Notwendigkeit seiner Regierung und seines Systems zu offenbaren. Das heißt, er beschränkte sich lediglich auf rhetorische Floskeln, auf Selbstverständlichkeiten wie: „Der Krieg ist eine Frage der Stärke!" oder: „Es handelt sich jetzt darum, zu regieren!", ober: „Unsere Entscheidungen werden reife sein, unsere Handlungen rasche!^ Ob sie reif sind, das muß erst die Zukunft zeigen, und Reynauds bisherige Wirksamkeit spricht nicht gerade dafür. Ob die Handlungen wirklich rasch erfolgen, das hängt doch von Faktoren ab, die stärker sind als dieser kleine Großsprecher. Aber welches Zeugnis stellt die Selbstgefälligkeit und Prahlsucht des neugebackenen Ministerpräsidenten Reynaud den vorangegangenen Kabinetten aus. Englands Kriegsgewinnler als Kriegshetzer Die Interessengemeinschaft der plniokraiischen Geldmacher. M. Jahrgang ltr.75 örscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Veilag en: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter ÄeimatimBild DieScholle Nonats-Bezugsvreis: M4 Beilagen.RM.1.95 )hneIllustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 uch bei Nichterscheinen lon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt I ernfvrechanfchluß 2251 )rahtanfchrift: „Anzeiger" > oMche ck 11686 Franks ^M. Amsterdam, 28. März. (DNB.) Vor kurzem besuchten einige französische Zeitungsdirektoren anläßlich eine Informationsreise nach England den Ersten Lord der Amiralität Winston Churchill. Bei dcm Empfang war auch der Erste Seelord Admiral Dudley-Pound anwesend, an den die bezeichnende Frage gerichtet wurde, „wes- ~ ‘ g gegen Rußland nicht unter d der Rettung Finnlands vrühlfche Univer sttatsdnlckerei B. Lange General-Anzeiger für Oberhest en «ietzen?Schulstr-tz«7-y [uf die Frage, warum Frankreich in den Krieg I sthr die Aus-I sicht trägt meist den Ausdruck eines leichten Spot- i 1ö, der dem Inhaber allzu gern seine geistige * leberlegenheit über das Gros der Abgeordneten p scheinigt. Die Kammer ist wieder einmal entzückt. Denn befer Mann, der als Finanzminister Daladiers u cksichtslos in die politischen Erwerbungen der nken einbrach und als Beauftragter des französi- iien und des englischen Großkapitals verschrieen L handhabt das Florett der disputierenden Rede nit solcher Eleganz, daß die Deputierten darüber ii echt französischer Manier den sachlichen Inhalt d r Rede schier überhören. Nicht umsonst teilt sich befer kleine, elegant angezogene Mann mit Flan- bm in den Ruhm, der beste Redner der Kammer 8- fein. Das ist Paul Reynaud, Frankreichs gegen- ßdrtiger Ministerpräsident. Wohlhabend geworden !; st an als viel gesuchter Advokat in Prozessen, in be namhafte Politiker verwickelt waren, schwer dich geworden schließlich, seitdem er Besitzer eines goßen Warenhauskonzerns in — Mexiko wurde. L ermal ist er bis jetzt Minister gewesen, für [ nanzen, für Kolonien, für Justiz, in diesem hoch- drnokratischen Lande findet ja kein Mensch etwas drdei, daß jemand nacheinander die Regierungs- kk'sorts durchprobiert, ohne auch nur eine fachliche tljnung von den Dingen zu haben. Für Reynaud gilt diese Ahnungslosigkeit freilich aif einem Gebiet nicht: er steckt mit allen zehn Kgigern in den großen Transaktionen der Pariser urb ber ßonboner Hochfinanz, unb er ist auch nicht umsonst ber Vertrauensmann ber großen ßmanzjuben, bie ihm wieberum burch ben Mischen solonialminifter Manbel betreuen lassen. Aus ber iürnosphäre bieser internationalen Finanzwelt hingt Paul Reynaub als bestimmenbe Eigenschas- ten vor allem bie absolute Bebenkenlosigkeit unb bi Gier nach persönlichem Einfluß unb persönlicher Macht mit. j Seiner politischen Vergangenheit nach kommt er Dm ber französischen Rechten her. Er ist kein Chau- oiiiift, aber um so mehr kalter Rechner, getrieben fniüd) von dem traditionellen Größenwahn ber po- lit scheu Advokaten in Frankreich: es war Paul K-Vnaud, ber vor zwei Jahren ernstlich verlangte, Frankreich müsse in Europa allgegenwärtig sein. Es ist bas derselbe Reynaud, ber 1923 einen Zwangs- i DcJftrerfer gegen bie deutsche Industrie forderte und Keßen Fehlen in der Reparationskommission aus- Kricklich bedauerte; er hielt Poincarö für den best- gengneten Mann. Reynaud gehörte auch zu den du tendsten Verfechtern der Ruhrbesetzung. Als er | 1950 endlich nach langem Streben Finanzminister cenorben war, stellte sich brei Monate später, im Ümi, heraus, baß bie unter „lausenbe Ausgaben" Drbud)ten 7 Milliarben Franks in Wirklichkeit für ji Wungsbauten verwandt worden waren. ! Daß er feine politischen Ansichten jederzeit nach ben Tagesbedarf zu ändern vermag, hat ihm in der Summer ben Spitznamen bes Chamäleons eingetragen. Beispiel dafür war, daß er trotz jener eben krnähnten Ausbrüche von Deutschenhaß bann in tiuer Kammerrebe vom 24.'Dezember 1923 plötzlich für Verftänbigung mit Deutschlanb eintrat, selbst- verstänblich so, daß Frankreich, England und ihre Holgsftaaten aus ber einen und Deutschland allein «ur der gnberen Seite fein sollte. Im März 1938 eb^r fabulierte derselbe Reynaub bann wieber be- e|tert von der Rohstoffarmut Deutschlanbs, oberen bem „ungeheuren Uebergewicht Frankreichs urd) feine ausgebildeten Reserven und durch ein iiäegsmaterial im Wert von 372 Milliarden"; in er gleichen Rebe verlangte er auch klipp unb klar, ag sich Frankreich diesem neuen Deutschland in ei Weg stellen müsse. Die Mittel dazu entsprechen ber Weite seines Ge- vi sens. Wie er mit ben Engländern durch dick und ihn ging, so schwebt ihm als ideale Regierungs- stimmen und Reynaud und Chamberlain hoffnungslos in die Defensive geraten sind. Das ist entscheidend. W i r bestimmen den Ort und die Zeit des kriegerischen Geschehens. Wir zwingen die Gegner, nach unseren Wünschen zu tanzen. Daß sich der deutsche Stoß in erster Linie gegen England richtet, müßte doch wohl jetzt sogar Reynaud klar geworden sein. Aber wenn der Herzog fällt, muß der Mantel nach! Wenn Albion zerbirst, wird sein kleiner Handlanger Reynaud samt dem Dominion Frankreich natürlich mit in den Abgrund gerissen. E. S. Oer Wehrmachtsbericht vom Mittwoch. Berlin, 27.März. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen gelang es bei einem Stoßtrupp- unternehmen im Grenzgebiet südlich Pirmasens mehrere Gefangene zu machen. Der Feind erlitt außerdem Verluste an Toten und Verwundeten. nördlich Weißenburg wurde ein feindlicher Stoßtrupp unter Verlusten a b - gewiesen. Trotz starker feindlicher Jagd- und Flakabwehr erzielten die zur Aufklärung über Frankreich eingesetzten deutschen Flugzeuge wichtige Lrkundungsergebnisse. In der Nacht vom 25. auf 26. TNärz flogen mehrere feindliche Flugzeuge in Nord- und Westdeutschland ein. hierbei wurde erneut in mehreren Fällen dänisches, niederländisches, belgisches und Luxemburgisches Hoheitsgebiet bei Ein- und Ausflügen verletzt. Im Laufe des 26. Wärz versuchten feindliche Flugzeuge mehrfach die deutsch-französische Grenze zu überfliegen. Deutsche Jagdflugzeuge vertrieben den Gegner und schossen ohne eigene Verluste ein britisches Hurricane- und ein französisches Moräne-Flugzeug ab. „England und Frankreich isoliert." Jeden Tag eine neue Illusion verloren. Mailand, 28. März. (DRV. Funkspruch.) lieber die italienisch-ungarischen Besprechungen in Rom und ihre Rückwirkungen schreibt die Turiner „Ga^etta del Popolo", in London und Paris seien die Anzeichen von Nervosität unverkennbar. Irgend etwas sei nicht in Ordnung: jeden Tag gehe eine neue Illusion für d i e We st Mächte verloren. England und Frankreich glaubten, die diplomatischen Lorbeeren des Weltkrieges wieder zum Grünen zu bringen und sich wie damals an die Spitze einer Koalition von Völkern zu stellen, um Deutschland diesmal endgültig niederzuwerfen. Aber niemand nehme die ausdrückliche oder still- schweigende Einladung an, und niemand lasse sich durch Drohungen einschüchtern. Sieben Monate seien vergangen, aber England und Frankreich blieben allein. Jetzt könne man auch sagen, sie seien isoliert. Kein Volk wolle für sie kämpfen. Dies sei der Grund für die Nervosität in den westlichen Hauptstädten. Für die englisch-französischen Pläne sei die italienisch-ungarische Zusammenkunft durchaus negativ verlaufen, denn die Westmächte seien auf der Suche nach Verwicklungen. Ohne solche Verwicklungen sei es ihnen unmöglich, die wirtschaftliche Blockade gegen Deutschland wirksam durchzuführen. Vom Lande aus könne die Belieferung Deutschlands nur dann verhindert werden, wenn man die an das Reich angrenzenden Staaten in den Krieg treiben würde. Der Schlag sei im Norden gescheitert, im Südosten noch nicht, weil man dort noch mit dem Trugbild der Armee des Generals W e y g a n d manövriere und weil die Westmächte hofften, die türkische Karte ausspielen zu können. Aber die Balkan-Völker verstünden die gegen den Krieg gerichtete Politik immer mehr zu schätzen. Die Nervosität in London und Paris sei wohl zu verstehen, noch verständlicher aber sei es. daß die nicht direkt in den Krieg verwickelten Völker sich weigerten, sich für-den höheren Ruhm des englischfranzösischen Imperialismus hinrichten zu lassen. Ein Schmetterling erwacht aus -em Winterschlaf Don Friedrich Schnack. Zwischen den Fugen einer verwitterten Feld- mauer am Ende des Dorfes, wo die Wildnis mit Heckenrosen, wilden Pflaumenbäumen und dem Gezücht der Dornen beginnt, hatte sich die zähe Wurzel des Stachelbeerstrauches eingezwängt und ihren runden Busch angesiedelt. Im Frühjahr, wenn der Wind noch kalt durch die Dorfgassen wehte und auf den Hängen am Wald die gelben Staubtroddeln der Haselstauden unwirsch ausbeutelte, war es bei der grauen Mauer, dem Lieblingsplatz der Eidechsen im Sommer, schon recht behaglich. Beinahe den ganzen Tag lag die Sonne auf ihr, die Steine erwärmten sich, und die krumme Wurzel knarrte und krachte insgeheim vor Lebenslust. Das Gras in den Ritzen war noch faul und flau: doch zu Füßen der Mauer hatten die Veilchen ihre blauen Traumblicke aufgetan. Unter der Sonne war auch ein Stachelbeerblut munter geworden, es war in das Holz aeftiegen und feuerte im Geäst so wild, daß die Knospen neugierig ihre Augen aufschlugen: Leben lugte zartgolden, die kleinen Blüten öffneten die Herzen, bald loderte der ganze Busch. In diesen Busch auf der Mauer hatte sich der O-Falter, der Vetter von Tagpfauenauge und Fuchs, verliebt. Den Winter hatte er im Dorf verbracht. Dort stand eine Bauernkirche mit hohem Schieferdach und offenen, vom Wetter eingeschlagenen Bodenfenstern. War es nicht das Kirchendach gewesen, das ihm Unterschlupf bot, so war es eine der luftigen Scheunen hinter den Bauernhäusern gewesen. Sie waren das Winterasyl der Fledermäuse, die an warmen Juliabenden den Schulgarten durchhuschten. Nun hingen sie stocksteifgefroren am Gebälk. Als der Falter erwachte, schliefen sie noch, und das war gut: sie hätten ihn sonst geschnappt, wie er schwerfälligen Fluges an ihnen vorübertaumelte. Die Sonnenwärme hatte ihre starren Abendseelen noch nicht aufgetaut. Aber der C-Falter, aus einem feineren Stoff gebildet als diese dunklen Gesellen, spürte den Wellenschlag des Lichtes aus dem Lustmeer der Welt. Er entschlüpfte seinem Bau uvd Rußlands Voischaster in Paris abberufen Neynauds „Aktion" gegen Sorvjetrußland. Moskau, 27. März. (DNB.) Der französische Geschäftsträger in Moskau, Payart, hat dem Volkskommissar für die auswärtigen Angelegenheiten Molotow erklärt, daß die französische Regierung den russischen Botschafter in Paris, Suritz, njcht mehr als persona grata ansehe. Als Begründung dieser recht unüblichen diplomatischen Aktion wird ein Telegramm angeführt, das Botschafter Suritz anläßlich der Beendigung des russisch-finnischen Konfliktes an S t a - l i n sandte. Dieses Telegramm, das im offenen Wortlaut der französischen Post zur Beförderung übergeben worden war, enthielt einen Passus, in dem es hieß, daß „dank der Roten Armee die Pläne der englischen-ftanzösischen Kriegstreiber, die sich bemühten, den Krieg im Nordosten Europas anzufachen, wiederum gescheitert sind". Dieser Passus wird von der ftanzösischen Regierung, wie Herr Payart Herrn Molotow mitteilte, als inkorrekt und als Einmischung in innerfranzösische Angelegenheiten angesehen. Der französische Zensor hat denn auch die Weiterleitung des Telegramms verhindert, und das französische Telegraphenamt hat den un- gewöhnlichen Weg der Uebermittlung durch den ftanzösischen Geschäftsträger in Moskau gewählt. Der stellvertretende Volkskommissar des Aeußern, Loszowski, hat am Dienstag dem französischen Geschäftsträger in Moskau die Antwort der sowjetrussischen Regierung zu den Vorstellungen übermittelt, die besagt, daß die Sowjetunion die Gründe nicht einsehen könne, daß die französische Regierung den Sowjetbotschafter Suritz nicht mehr als persona grata anzusehen vermag, weil er ein Telegramm nach Moskau aufgegeben habe, in welchem die französische Regierung überhaupt nicht erwähnt wurde. Da jedoch die französische Regierung gegenüber dem Botschafter Suritz die formelle Vertrauensfrage erhoben habe, sei der Botschafter der Sowjetunion in Frankreich feines Amtes enthoben. Reue Opfer des Seekrieges. Französischer Zerstörer gesunken. Rom, 27. März. (DNB.) Agenzia Stefani meldet aus Tanger: Man erfährt erst jetzt einen neuen schweren Verlust der französischen Kriegs- marine. Der Zerstörer „La Railleuse" ist, als er Samstag, 15.30 Uhr, auslaufen wollte, von einer furchtbaren Explosion zerrissen worden und sofort gesunken. Die Zahl der Toten, Verletzten und Vermißten beläuft sich auf etwa hundert. Die Behörden hatten versucht, das Ereignis zu verheimlichen, so daß die Blätter erst am Mittwoch die Explosion eines Schleppers erwähnen. Der Zerstörer „La Railleuse", der zwischen 1926/27 gebaut wurde, ist der erste einer Klasse, der weitere 13 Einheiten angehören. Wasserverdrängung: 1378 Tonnen. Geschwindigkeit: 34 Knoten. Bewaffnung: Vier 13-em-Geschütze, zwei 3,7 Flak und sechs 55-cw-Torpedorohre. Französisches Torpedoboot aufgelaufen Brüssel, 27. März. (DNB.) Wie der „Peuple" meldet, ist ein französisches Torpedoboot am Dienstag gegen 22.30 Uhr im Kanal von Zuyd- cote in unmittelbarer Nähe der belgischen Grenze aufgelaufen. Von Dünkirchen wurden Schlepper zur Hilfeleistung ausgesandt. Englische Verlustliste. Amsterdam, 27. März. (DNB.) Wie Reuter zugeben muß, ist der britische O.eltanker „D a g h e st a n" (5742 BRT.) in der Nordsee d e r - senkt worden. 16 Besatzungsmitglieder landeten am Dienstagabend an der Nordostküste von Schottland. Der 5500 BRT. große britische Dampfer „B a r r h i l l", der nach einem ß u f t a n gr i f f auf Strand gesetzt werden mußte und in Brand geraten mar, ist auseinandergebrochen, während die Feuerwehr noch tätig war. Reuter sieht sich genötigt, den Verlust des britischen Dampfers „C a st l e m o or " (6574 BRT.) zu^ugeben. Das Schiff ist solange überfällia, daß es als verloren gelten muß. Die Mannschaft bestand aus 62 Mann. Verluste der anderen. Das holländische Küstenmotorschiff „Sa- b a" (397 BRT.) ist seit einer Woche überfällig. Man befürchtet, daß das Schiff gesunken ist. Der italienische Dampfer t a l o B a l b o" (5114 BRT.) ist Mittwoch früh vor der Südostküste Englands mit einem dänischen Dampfer zusammengestoßen. Der italienische Dampfer mürbe hierbei schwer beschädigt. Nach einem Bericht des Londoner Korrespondenten von „Astenposten" ist das norwegische Schiff „Co meta" (3794 BRT.), gebaut 1921, der Bergener Dvmpfschiffahrtsgesellschast gehörend, in der Nordsee aus noch nicht bekannter Ursache untergegangen. Die Besatzung nebst einigen Passagieren, insgesamt 37 Personen, seien gerettet. Die „Mauretania" weiter auf der Flucht. A m ft e r b a m, 27. März. (DNB.) Der Ozeandampfer „M a u r e t a n i a" ist, wie der Londoner Nachrichtendienst berichtet, nach dem Passieren des Panamakanals weiter nach Australien abgedampft. Um die Flucht des Dampfers zu bemänteln, gibt man bekanntlich an, daß er dort als Truppentransportschiff in Dienst gestellt werden soll. England spürt den Krieg. Amsterdam, 27. März. (DNB.) Wie die holländische Zeitschrift „Vet-en-Vleeschhandel" berichtet, hat England, um Devisen zu sparen, die Einfuhr von holländischem Speck und Schweinefleisch stark herabgesetzt. In der vergangenen Woche seien nur noch 6500 Schweine nach England ausgeführt worden, gegen 13 000 im Wochendurchschnitt des Vorjahres. Das „Handelsblad" stellt hierzu fest, daß England wegen Mangel an Devisen die Butter- und Speckeinfuhr aus Holland und Dänemark ständig herabsetze. Amerikanische Schiffe für England. Washington, 27. März. (DNB.) Nach einer Meldung der Associated Preß hat die Bundesschifffahrtsbehörde den Verkauf von acht ameri- kanischenFrachtdampfern^nenglische Reedereien gutgeheißen. Es handelt sich um Schiffe von 5000 bis 6000 Brt. Englischer Ltebersall auf russischen Dampfer. Nach Hongkong emgeschleppt. — Rußland Protestiert. A m st e r d a m, 27. März. (DNB.) Wie Reuter meldet, wurde der sowjetrussische Dampfer „W ladimir Mayakowsky" von einem englischen Kriegsschiff angehalten und zwecks Durchsuchung von Bannware in den Hafen von Hongkong gezwungen. Der Dampfer, der nach Wladiwostok unterwegs ist, hat in dem mexikanischen Hafen Manzanillo eine Ladung Kupfer an Bord genommen. Hierzu verlautet, die russische Regierung habe gegen diesen Piratenakt protestiert, die Freilassung des Schiffes verlangt und sich das Recht Vorbehalten, Schadenersatzansprüche zu stellen. Der Dampfer „Wladimir Mayakowsky" ist bereits das zweite russische Schiff, das im Stillen Ozean von den Briten gekapert wurde. Der erste Dampfer war die „Selenga", die am 13. Jan"?.r bei Formosa auf dem Wege nach Wladiwostok von einem englischen Kriegsschiff aufgebracht wurde. Aufruf Or. Leys. „Wo Schaffende sammeln, geben alle Schaffenden." B e r I i n , 27. März. (DNB.) Reichsorganisations. leiter Dr. Ley hat zur kommenden Reichsstraßen- sammlung einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt: Die Deutsche Arbeitsfront führt am 30. und 31. März 1940 die letzte Reichsstraßensammlung für das erste Kriegs-Winterhilfswerk 1939/40 durch. Jeder schaffende Deutsche in der Heimat wird dem Ruf zum Einsatz für dieses große soziale Hilfswerk mit starkem und freudigem Pflichtbewußtsein folgen. Männer und graue nber Deutschen Arbeitsfront! W o Schaffende sammeln, geben alle Schaffenden! Sie werden durch bas Ergebnis der letzten Sammlung für das erste Kriegs-Winter- Hilfswerk 1939/40 erneut der unbeugsamen Zuver- sicht der Nation auf den sicheren Sieg Ausdruck geben! v Die „Altmark" in der Heimat Berlin, 27. März. (DNB.) Das bekannte Regierungsschiff „Altrnar k", das am 17. Fe- bruar der versuchten Kaperung im Jössingfjord durch britische Seestreitkräfte entging, ist am Mittwochnachmittag wohlbehalten in einen deutschen Hafen eingelaufen. Regierungsumbildung in Finnland. Helsinki, 27. März. (Europapreß.) Die Besetzung der wichtigsten Posten in dem neuen f i n • Nischen Kabinett, mit dessen Bildung wieder- um Premierminister R y t i beauftragt wurde, nachdem er am'Mittwochnachmittag beim Zusammentritt des finnischen Parlaments mit seinem ganzen Nivea für fleißige Hände « Hausarbeit hinterläßt leicht häßliche Spuren, ober Nivea mochfs wieder gut. Schnell sind die Hände wieder glatt und geschmeidig und von frischem, gepflegtem Dosen und Tuben > 22-90 Pf. —-?uz e ri > h altlnThTrr-r--- ^2-—*---—g^ngutverwandU^^|£y Kabinett demissioniert hatte, ist jetzt bekanntgegeben worden. Das Kabinett setzt sich in den wichtigsten Aemtern wie folgt zusammen: Ministerpräsident: Ryti; Außenminister: Witting; Justizminister: Lehtonen; Innenminister: Baron von Born; Wohl- fahrtsminister: Tanner: Verteidigungsminister: Go- neralmajor Walden; Finanzmimster:r Pekkala. Englische „Humanität" in Indien. Schüsse gegen indische Arbeiter. Bangkok, 27. März. (DNB.) Die Engländer haben am Mittwoch die Leidensgeschichte Indiens um ein weiteres Kapitel vergrößert. Als Tausende indischer Straßenarbeiter als Protest gegen die Ausbeutung durch die brittsche Verwaltung einen Demonstrationszug durch die Straßen von Kalkutta veranstalteten, ging die britische Polizei plötzlich zum Angrift über und versuchte, den Zug zu sprengen. Wie amtliche englische Stellen zugeben, hat die Polizei mehrere Salven aus die wehrlosen Streif k enden abgefeuert. Diele Flauen und Kinder, dvr den Zug begleiteten, wurden von den Kugeln ge- troffen. Die Zahl der Toten und Verletzten steht noch' nicht fest. Es kam zu schweren Zusammenstößen, wie sie Kalkutta seit zehn Jahren nicht mehr erlebte. Die britischen Polizisten sollen 18 Anführer der Streikbewegung verhaftet haben. Wie hierzu bekannt wird, haben über 15 000 Straßenarbeiter die Arbeit niedergelegt. Wie kürzlich beim Streik der Textilarbeiter und Textilarbei- terinnen, heben die Leiter dieser Streikbewegung hervor, daß die Arbeiter mit dem kümmerlichen Lohn, den ihnen die englische Stadtverwaltung zahlt, kaum ihren Hunger stillen können. Sie fordern deshalb in Gestalt einer 25prozentigen Lohnerhöhung einen geringen Anteil an dem Reichtum, den Indien abwirft. Haupftchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., Derlagsleiter: Dr. Erich Hamann, alle in Gießen. flatterte mitten hinein in den Zwölf-Uhr-Mittags- glanz. Die Kirchenglocke klang, er hörte sie nicht. Betäubende Lichtempfindungen durchrieselten ihn. Vor Wonne wollte er fast vergehen. Am liebsten hätte er sich dex mütterlichen Sonne in das feurige Herz gestürzt. Ihre Strahlen durchdrangen seinen Leib und seine Flügel, sowie sie in der Bauem- kirche die Glasfenster glühend durchstossen. Doch im seligen Aufschwung riß ihn Schwäche nach unten. Er verspürte Hunger. Die Erde mußte ihn füllen. Unruhig suchend durch schlenderte er die Dorfgasse, schlug einen Haken und ging hinter einem zerbrochenen Zaun auf einen Schuttplatz nieder, wo Huflattich wuchs, der schon erblüht war. Er setzte sich auf einen Goldteller und nahm den ersten Honig des neuen Jahres. Der Saft hatte Stärke und erwärmte den Trinker. Die Schwäche seiner Muskeln ließ nach, der Heißhunger war beschwichtigt. Da es jedoch in dem Winkel recht zugig war, blieb der L-Falter nicht länger als nötig. Er tat noch einen würzigen Schluck und flog in den Lichtstrom davon. Der trua ihn aus dem Ort hinaus. Mit Licht und Luft reisend, gelangte der Schmetterling über die Aecker zur alten Feldmauer. Hier, wo eine Wand von Wärme füll stand, bummelte er hin und her. Schön und leicht segelte es sich. Er war der einzige Flieger am Ort. Fünf, sechs Längsflüge legte er zurück, dann wurde es ihm langweilig. Schade, daß kein zweiter C-Falter auftauchte, mit dem er ein wenig herumschwänzen hätte können! Auch aus der Verwandtschaft der Füchse und Tagpfauenaugen, die wie er überwinterten, kam keiner angetanzt, und es war doch so hübsch hier. Die grüne Stachelbeerflamme schimmerte ihn an. Er zog über den Busch, auf dem er einst seine Rau- penzeit verbracht hatte, eine lustige Schleife und glitt auf den schönsten Zweig, auf ein scharf gefälteltes, von Dornen umstacheltes Runzelblatt Dicht vor ihm bot sich eine Blüte. Er verschmähte sie nicht. Sie hatte einen feinblumigen Wein- und Frühlingsgeschmack. Die ausgelappten und gegipfelten Flügel standen schräg: auf ihren Membranen brachen sich die Sonnenstrahlen, und die Funken der Wärme besprühten den Falterleib. Da leuchtete der rot- gelbe Schuppenschmelz nut den braundunklen Zier- tupfen, und die hellgelben Keilflecken der Ränder flimmerten frühlingshaft, mochten sie auch aus dem vorigen Sommer stammen. ----- Aepfel aus Krone. 23on Hans Munin. Die Apfelbäume sind schon längst kahl. Der Wind pfeift vom Fuschler Tor über den Wolfgangsee. Die Uferstraße entlang radelt der Postbote, eine ganze geheimnisvolle, bunte Welt in seiner Lebertasche unb seinem Rucksack. In vielen breitgiebeligen Bauernhäusern wirb er erwartet. Hat ber Alois geschrieben unb ber Xaver und der Gustl? So mancher Mann unb junger Bursch ist draußen, unb in den tiefen Frieden, der über den stillgeworbenen Tälern unb Breiten bes Salzkammerguts liegt, bringt ber radelnbe Postbote einen Hauch von ber roilbberoegten Welt unb dem großen Geschehen, ohne bas hier niemanb seiner ftieblichen Arbeit nachgehen könnte. Unb ba ist ber Postbote auch bei unserem Häusl. Er hat heute nichts weiter als ein Paket, ein gewichtiges, vielfach verschnürtes unb verknotetes Paket, das eine weite Reise gemacht zu haben scheint. Der Winb faucht um ben Giebel. Im Herb prasselt bas Feuer. Ich sehe mir bas Paket an, bas im Halbbunkel ber Küche geheimnisvoll, beunruhigen!) wirkt. Ein Paket von Tante Klara! 25 Jahre ist es her, baß ich bie bamals schon weißhaarige Frau gesehen habe. Unb jetzt ...Es kribbelt mir in ben Fingern. Ritsch-ratsch, ber zähe Binbfaben ist durch- schnitten. Tante Klara würde vorwurfsvoll den Kopf schütteln. Es ist ihre Art, alles zehnmal zu sichern, aber auch die festesten Knoten mit zäher Geduld zu lösen. Aber ich brenne jetzt vor Ungeduld, den geheimnisvollen Inhalt des Pakets zu erfahren, und ich reiße bie Augen weit auf, als ich rotbäckige Aepfel vor mir sehe, einer immer schöner als ber anbere, zerknittertes Papier bazwischen, baß sich die blankgewichsten, schönen Aepfel ja nicht aneinander reiben ... Aepfel aus Krone! Aus Krone an ber Brahe, bas in den Heeresberichten bes polnischen Feldzuges mehrmals erwähnt würbe. Unb ich starre bie Aepfel an, bie einen geheimnisvollen, erinnerungsschweren Duft verbreiten ... Der Ferienzug aus Ostpreußen rattert gemächlich auf Bromberg zu. In einem ber riesigen Abteile ber vierten Klasse, bie es bamals noch gab, hocken wir Kinber auf ben Reisekörben in beängftigenber Enge. Eine kleine Beamtenfamstie kann sich nicht ben Luxus ber britten Klasse leisten, unb bie Fahrt von Berlin nach Ostpreußen, ins sonnige Ermland, ist weit. Unb jetzt geht's zurück in bie große Stabt. Nur noch eine Etappe ber Kinberseligkeit liegt ba» zwischen: Bromberg unb bie Tante Klara, bie all- sommerlich von Krone an ber Brahe zu unserem Zua herüberkommt, um uns einen großen Korb voller Frühäpfel mitzugebeu. Unb so sehe ich sie noch heute vor mir, eine kräftige, breithüftige Frau mit frischem Gesicht unb großen strahlenben Augen, ost- preußischer Menschenschlag, im westpreußischen Krone fest eingewurzelt. Vor bem Onkel, einem voll- bärtigen Mann, bem Rektor ber Volksschule in Krone, hatte ich immer einen höllischen Respekt, aber bie Aepfel aus feinem Obstgarten mundeten mir wie etwas ganz Köstliches ... Unb bann kam auch für Tante Klara bie bittere Stunbe bes Abschiebnehmens von Haus unb Hof unb — ben vielen Obstbäumen, bie ihr Mann selbst gepflanzt unb gehegt. Ein polnischer Rektor nahm meines Onkels Stelle ein. Die ganze Bitterkeit bes Schmachftiebens von Versailles lernte unsere Tante Klara kennen. Im Hannoverschen bekam ber Onkel als Fluchtlingslehrer eine neue Stelle, aber fein mar in Krone geblieben, unb er starb bald. Ste Kinder heirateten, Tante Klara zog es in die £r^r, $aar mar jetzt ganz weiß geworden, ihre Kraft aber ungebrochen. In Allenstein lebte sie, jenseits des Korridors, ber ihr Schicksal unbarm- berzig zerschnitten. Unb jetzt sehe ich bie Aepfel aus Slrone vor mir. Ich brauche ben Begleitbrief, ben .Greisin rmit noch fester $anb geschrieben hat, gar n^t zu lesen, um ihr überschwengliches Glück zu begreifen. Die Aepfel leuchten wie ein Gnaden- sieschenk bes Himmels, wie bie Frucht bes Sieges, in miebergeroonnener Heimat gepflückt. Unb bann greife ich boch zum Brief unb lese, baß einer ber Schwiegersöhne ben Felbzug mitmachte unb burch eine Schicksalsfügung nach Krone kam. So viele Jahre hatten bie Polen geerntet, was deutsche Hand gesät. Tausende von Nächten mochten bie Traum- gebanfen ber geprüften Frau, bie so eine rechte Hausmutter gewesen war, nach bem alten Heim in STrone geroanbert sein, unb jetzt hatten boch mieber für sie bie knorrigen Aepfelbäume Frucht getragen würben weiterhin Frucht tragen für fern- deutsche Menschen. Unb vielleicht suchen bann wieder begehrliche Kmderaugen auf bem Bromberger Bahn- Hof nach einer Tante aus Krone w Leiter der hiesigen Schule, Albrecht Strack, zu über hinaus verschuf er sich als Schulungsleiter der Partei alles Ansehen. Zahlreiche Kränze wurden an Wenn eine so gute Zigarette wie die ECKSTEIN Nr.5 In schlichter Zweckpackung angeboten wird, dann ist dies Beweis dafür, daß das Hauptziel bei der Fertigung auf die Tabak-Güte gerichtet ist. Und auf den Tabak kommt es anl cfparsam in der Packung cWertvoll im Inhalt! I.V.: Reih Kreisobmann. Backhaus Kreisleiter. Schüler eingereiht zu Schule eine gewaltige bedeutet, kommt ihnen Desto mehr aber den Gchaffendesammeln—Schaffende geben! Reichsstraßensammlung der Deutschen Arbeitsfront am 30.und 31.MärzlS40 Verpflichtungen als Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei nachkommen." seinem Grabe niedergelegt. In den Nachrufen, die ihm gewidmet waren, kam die große Wertschätzung zum Ausdruck, die der Dahingeschiedene genoß. intgegebe vichtW- •Präfibd iMmislti m; Wok tister: & ekkala. ft" beauftragen. Bei allen Meldungen der Parteigenossen ist die Mitgliedskarte oder das Mitaliedsbuch in Vorlage scheu, in die Schar der werden. Daß der Eintritt in die Umstellung für die Kinder sa nicht zum Bewußtsein. für deren Durchführung sich ein Musikkorps der Luftwaffe und bekannte Künstler unseres Stadttheaters zur Verfügung gestellt haben. Der volle Erlös dieser Veranstaltung fließt der WHW- Sammlung zu. Bereits am Freitag finden in allen Betrieben Betriebsappelle statt, bei denen der Betriebsführer seiner Gefolgschaft die Abzeichen ver- kauft. In den Orten, in denen die DAF.-Walter nicht ausreichen, werden die NSV.-Walter und die Polilm Langt itsbrutfw j hmmm ter. England e Mer ■ Tausend s Proli t Sen»: durch fr 'griff fr ie amtlii zei tu el1 i 6tr//f ^inöei^ ugeln » itzien stS Zusamm' nicht tmf z Ansuhil >er 1508 Wie külf Lextilarbft ikbeMguc! ümmet1 > Stübhxr r stillst estalt W igen Ack- Deutsche Krauen und Banner! Am kommenden Samstag und Sonntag findet die letzte diesjährige Straßenfammlung für das Kriegs- Winterhilfswerk statt, die die Deutsche Arbeitsfront durchführt. Das Ergebnis dieser Sammlung soll beweisen, daß das deutsche Volk durch den uns aufgezwungenen Krieg erst recht zu einer untrennbaren Gemeinschaft zusammengeschweißt ist. Der Opfersinn des deutschen Volkes ist gerade durch die Härte der Zeit noch gesteigert, das wird die Welt auch an dieser letzten Reichsstraßensammlung feftstellen können. Als Leitspruch sollen uns die Worte dienen: „Alles für Deutschland!" heil Hitler! 10t. «nite 3b, m 1? L 3lf'ngfjoti am M 1 beui, nlanb. Di« lcn Jin '9 Wie^t u(amm:’ m ganz« nde r Spuren, Schnell^ meidig UDj b die W e Emla" roße Stadl !it liegt ö; ira, die zu unserer roßen N ! ich sie nw eFrau^ Augen, tpreuß'sch« einem w ^lksschule Respekt. indeten s i die W ns und L Slatin ff«? Lieb«? al «nb"2 ' Slepf'1 „ chenhm/ ,es E leutlti’# die ft k'fir'L "isatill„. s 6 =s A? Nsa" 'N folget ,e'< ff Q(|' Ergebe b'Dinty. ^usbruf Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. März, In Brotgetreide zeigten die Zufuhren eine leichte Erhöhung, da die Landwirtschaft vor den beginnenden Feldarbeiten nach Möglichkeit den größten Teil ihres Getreides verladen will. Die Mühlen bekundeten durchweg gute Kauflust. In Jnduftriegetreide hielten sich die Anlieferungen in engen Grenzen, während die Nachfrage unvermindert anhält. Auch in Futtergetreide blieben die Umsätze beschränkt; freie Hafersorten werden von den Mischfutterfabriken ausgenommen, ebenso Futtergerste, im übrigen bleibt die Wehrmacht Hauptabnehmer. Am Mehlmarkt blieben die Umsätze gleichmäßig; Weizenmehl liegt nach den Feiertagen etwas ruhiger. Der Futtermittelmarkt wies keine Veränderung der Marktlage auf. Die Preise blieben unverändert. Horst-Wesiel-Wall den Häusern vorgelagert waren. Durch die Fortnahme dieser Gärten wird sich eine erhebliche Verbreiterung der Straße ergeben. Das Straßenbild am Selterstor erhält durch die Summe der Umbauarbeiten ein erheblich verändertes Aussehen. Gießen-Klein-Linden. Die Volks - und Schülerbücherei im Stadtteil Klein-Linden erfreute sich im verflossenen Geschäftsjahr eines sehr starken Besuches. Die Zahl der vorhandenen Bücher stieg im letzten Jahr von 572 auf 585, davon sind 173 unterhaltender und 314 belehrender Art. Ferner zählt die Bücherei noch 98 Bände aus der Jugendliteratur. Die Zahl der Leser belief sich auf 189 (gegenüber 133 im Vorjahr), darunter roaren 85 (58) Erwachsene und 104 (75) Jugendliche. Die Gesamtzahl der Entleihungen betrug 708 (467), darunter 209 an Erwachsene und 499 an Jugendliche. An Mitteln standen der Lei- tung der Bücherei 57,54 RM. zur Verfügung, zu der die Stadt 10 RM. und die Spar- und Dar- Parteimitglieder müssen Wohnungsänderung melden. NSG. Aus gegebener Veranlassung werden die nachstehendten, vom Reichsschatzmeister erlassenen Bestimmungen über die Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat in Erinnerung gebracht: „Die Mitglieder der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei sind verpflichtet, alle, auch zeitlich beschränkte Wohnungs- und Personenstandsänderungen ihrer zuständigen politischen Dienststelle zu melden. Die Meldung der Wohnungs- oder Personenstandsänderung hat innerhalb drei Tagen zu erfolgen. Die Wohnungs- oder Personenstandsänderung ist schriftlich bei der zuständigen Ortsgruppe oder dem zuständigen Stützpunkt anzumelden. Die Meldung kann dem zuständigen Zellenoder Blockleiter gegen schriftliche Bescheinigung übergeben werden. Das Mitglied kann einen schriftlich Bevollmächtigten zur Vornahme der Meldung Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 28. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10 Rpf., Kartoffeln, 50 kg 3,90 RM., Wirsing, % kg 15 Rpf., Weißkraut 12, Rotkraut 15, gelbe Rüben 12, rote Rüben 10, Spinat 55, Unterkohlrabi 8, Zwiebeln 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 35, Aepfel 15 bis 35, Birnen 20, Blumenkohl, das Stück 45 bis 50, Endivien 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Rettich 10 b;5 20 Rpf. Aus der engeren Heimat. Oie gestörte Hochzeitsreise. Lpd. Butzbach, 27. März. „Hochzeit machen das ist wunderschön" — dachte die Hausangestellte bei einer hiesigen Geschäftsfrau und nahm die Glückwünsche ihrer Hausfrau entgegen. Dann begab sich das Paar auf die Hochzeitsreise. Zunächst ging es nach Eschbach, dann nach Merz- hausen. Dort wurde das Idyll jäh gestört, und zwar durch — die Polizei. Die Geschäftsfrau hatte nämlich nach dem Fortgang des jungen Paares am Osterfamstag feststellen müssen, daß aus einem verschlossenen Schreibtisch eine Kassette entwendet worden war, in der sich ein Betrag von 2 6 00 R M. befand. Der Verdacht richtete sich gegen den frischgebackenen Ehemann der Hausangestellten, der sich auf diese Weise wohl die Kosten der Hochzeitsreise verschaffen wollte. Die Butzbacher Polizei nahm sofort die Ermittlungen auf und konnte das Pärchen in Merzhausen stellen. Der junge Ehemann gestand auch sofort den Dieb- stahl ein und wurde daraufhin festgenommen. Seiner Frau hatte er von der Tat, die er in einem günstigen Augenblick begangen hatte, nichts verraten; sie war allerdings erstaunt über seine früher nie gezeigte Großzügigkeit. Landkreis Gießen. A Allen dorf (Lumda), 27. März. Unter starker Anteilnahme der Bevölkerung wurde heute der Die 6. Reichsstraßensammlung, die letzte für das Kriegs-WHW. 1939/40, die am Samstag, 30. und Sonntag, 31. März stattfindet, wird von der DAF. durchgefuhrt. Noch einmal werden die Volksgenossen zu einem Opfer aufgerufen, das ein eindeutiger Beweis des Vertrauens zum Führer darstellen soll. Der Kreis Wetterau will mit seinem Ergebnis nicht hinter dem des „Tages der Wehrmacht" zurückstehen und im Gau möglichst den Anschluß an die Spitze behalten. Der stellvertretende Kreisobmann der DAF., Reitz, hat daher auch alle Vorbereitungen getroffen, diese Sammlung zu einem großen Erfolg zu führen. . Für den Straßenverkauf stehen im Krets Wetterau 130 000 Stück der bunten Schmetterlinge zur Verfügung. Auf den Stadtkreis Gießen entfallen davon etwa 40 000 Stück, die durch die Be- triebsführer, die Vertrauensmänner, die Betriebsobmänner und DAF.-Walter zum Verkauf kommen. In Gießen findet außerdem am Sonntag, 31. März eine Veranstaltung im Stadttheater unter dem Motto „Zwei frohe Stund en"'statt, lehnskasfe Klein-Linden 10 /RM beisteuerten. Der Restbetrag von 37,54 RM. (18,02 RM. im Dor- jahr) ging durch Lesegeld ein. An Gebühren wurden pro Buch und Woche von Erwachsenen 6 Rpf., von Jugendlichen 3 Rpf. erhoben. Für die im Ge- 'hassten Bücher betrug die Gebühr Erwerbslose und Bedürftige waren .Warum macht er sich so vte! Arbeit?—* .Zur 6. Reichsstraßensammlung bekommt er uns überall.' tischen Leiter zur Mithilfe bei der Straßensammlung herangezogen. Um ein großes Ergebnis zu erzielen, wird nach dem Verkauf der Abzeichen die Büchsensammlung fortgeführt. Die Kreiswaltung der DAF- hat ihre Dienststellen in Bad-Nauheim, Friedberg und Gießen von Samstag bis zum Sonntag geöffnet. Von jedem Volksgenossen wird erwartet, daß er einen höheren Betrag für das Abzeichen in die Büchse wirft, als er sonst zu geben gewohnt ist. Nur wenn jeder nach besten Kräften sein Opfer bringt, wird diese letzte Reichsstraßensammlung zu 'dem gewünschten Erfolge führen. Völkerkunde: 20 Uhr Lichtbildervortrag in der Aula der Universität, Joachim Gerstenberg spricht über „Irland". Splelschar-Abend der Gießener HMer-Jugend. Der Standort Gießen der Hitler-Jugend tritt am heutigen Donnerstag und am morgigen Freitag mit einem Spielschar-Abend an die Öffentlichkeit, der unter dem Gedanken der gemeinschaftsbildenden Werte der deutschen Musik steht. Für die Ausführung setzen sich die Mädelgruppe 5/116 und die Bannspielschar ein. Der Abend bringt u. a. Kompositionen von Haydn, Mozart, Beethoven,. Joh. Christ, Bach und Georg Philipv Telemann. Fan- farenruf, Vorspruch und gemeinsam gesungene Lieder werden die musikalische Folge umrahmen. Jahreshauptversammlung des Tlerschuhverelns. Der Tierschutzverein für Gießen und Umgebung hält am Montag, 1. April, im „Frankfurter Hof" seine ordentliche Jahreshauptversammlung ab. GA.-Wehrabzeichenprüfunq. Am Sonntag, 31. März, 8.30 Uhr, findet in der Bergschenke in Gießen die Abnahme der Prüfung der Gruppe 3 für das SA.-Wehrabzeichen statt. Teilnahmeberechtigt sind alle diejenigen, die schon die Prüfung für Gruppe 1 und 2 abgelegt haben. Teilnehmen können alle, die bisher infolge des Krieges verhindert waren. Papiere sind mitzubringen. SA.-Standarte 116. Hitler-Jugend Bann 116. Standort Gießen. Heute, Donnerstag, 28. März, Antreten der zu verpflichtenden Jungen, um 18 Uhr pünktlich auf dem Oswaldsgarten. Anzutreten haben also alle Jungen, die jetzt in die HI. überwiesen worden sind, und die Führerschaft des Jungvolks, die an Ostern das 8. Schuljahr beendet hat. Winterdienstanzug. BOM.-Llntergau 116 Gießen. Wädelgruppe 1/116. Betr.: Gruppenübergabe. Alle Mädel treten am Donnerstag, 28. März, um 19.30 Uhr, am „Hessischen Hof" zum Gruppenappell an. Aus -er Giadt Gießen. Einzug der Echulrekruten. Nun ist der Tag da, an dem viele Kinder ihren ersten Gang zur Schule antreten. Die Kleinen kommen aus dem schützenden Kreis der Familie und stehen nun plötzlich im Leben. Ein sehr wichtiger Abschnitt beginnt. Daß schon zu Weihnachten ein Federkästchen oder gar ein Schulranzen und andere Schulsachen bei den Gaben lagen, versteht sich von selbst. Wie oft kreisten die Gedanken der Kinder um den Tag, an dem sie zum erstenmal mit dem Ranzen in das große Gebäude wandern sollen. Es ist ja ihr sehnlichster Wunsch, sie wollen doch auch zu den „Großen" gehören. Viele ihrer Kameraden gehen schon zur Schule, sie erzählen ja fast immer davon, und wir können verstehen, daß unsere Kinder auch wün- Landjahrbeginn am 25. April. Der Beginn des dem Reichserziehungsministerium unterstehenden Landjahrs ist auf den 25. April 1,940 festgesetzt. Die für das Landjabr ausgelesenen Jungen und Mädchen werden die Anreise zu den Landjahrlagern in der Zeit vom 23. bis 25. April antreten. Oie Straßenbauarbeiten am Selterstor. Gegenwärtig sind Arbeiter damit beschäftigt, die Straßenbauarbeit am Selterstor in bestimmtem Ausmaß fortzuführen. Di-e eine der beiden Straßeninseln ist fertiggestellt worden und kann von den Fußgängern passiert werden, so daß nicht mehr der Engpaß auf dem Fahrdamm zwischen Straßenbahn und Baustelle benützt werden muß. Gleichzeitig sind die Vorgärten entfernt worden, die zwischen dem Hotel Köhler und dem Eckhaus Frankfurter Straße- schäftsjahr anaeschasi 10 bzw. 6 Rpf. Erw von der Gebühr befreit. Eltern. Sie sorgen sich schon und fragen sich im Stillen: Wie wird das werden? Glauben sie doch, daß ihr Kind zu zart und zu scheu sei. Ja, sie fürchten beinahe diesen Tag des Schuleintritts. Andere Eltern wieder begehen leider den Fehler, daß sie ihren Kindern Angst vor der Schule einjagen. Manchmal ist ja die Drohung: Wart nur, wenn du in die Schule kommst! nur einer Regung des Unwillens entsprungen und nicht so ernst gemeint. Wenn die Kinder zu sehr tollen und die Eltern in der Arbeit stören, kommt dieses Wort immer wieder zum Vorschein. Es ist wirklich an der Zeit, daß gerade diese ewige Drohung, die wie ein Damoklesschwert über manchem schüchternen Kinde hängt, aus dem Sprachschatz der Eltern verschwindet. Wie könnte es sonst Vorkommen, daß bei der Schulaufnahme immer wieder kleine Mädchen oder Buben weinend in das Klassenzimmer treten und nach dem „strengen" Lehrer schauen! Denn dieser Lehrer wurde ihnen doch immer als sehr „streng" vor die Augen ge° sstellt. Er sollte ihnen zeigen, wie man still sitzen muh, wie man sich überhaupt ordeytlich beträgt! Es ist ja gut, daß die andern Kameraden schon dafür sorgen, daß dieses alte Märchen von vielen Kindern nicht mehr geglaubt wird. Auch haben sie es nun so oft gehört, daß es nicht mehr zieht. Gesunde Buben und Mädchen lassen sich nicht so leicht rinschüchtern. Doch gibt es auch sehr empfindsame SDhitterßinber; und diesen gegenüber sollte man niemals davon sprechen, daß ihnen in der Schule schon Ordnung beigebracht werden würde. Im Gegenteil, die Eltern sollen ihre Kinder in positiven Sinne auf die Schule vorbereiten. Sie sollen ihre Freude und ihre Hoffnung teilen, sie noch stärken und erhöhen. Der Tag des ersten Schulganges soll ein sroher Tag sein. Es ist doch geroifc leicht, dies seinen Kindern zu sagen und sie, wenn sie wirklich sinmal Angst zeigen, zu trösten. Andere sogenannte „Vorbereitungen" sollten aber unterlassen werden. Hierher gehört z. B., daß viele Eltern schon vor der eigentlichen Schulzeit ihre Kin- ber mit Schreiben, Lesen und Rechnen quälen. Sie meinen es ja gut, begehen aber einen großen Fehler. Lehrer und Lehrerin wollen die Kinder in dieser Hinsicht ganz unvorbereitet. Die Kinder sollen mit offenen Augen und aufnahmefähigem Herzen zur Schule kommen. Mehr wird ja gar nicht verlangt. Alle die Kinder aber, die schon das „i" oder gar einen großen Buchstaben malen können und stolz ouf ihre Leistung sind, werden unaufmerksam und ssind von Anbeginn schon nicht mehr bei der Sache. In der Schule wird nun das kindliche Spiel Schritt für Schritt durch ernste Arbeit abgelöst. Für vie Kinder aber beginnt so recht die Zeit der Ka- meradschast. Sie fühlen, daß sie nicht allein auf der Welt sind, daß sie sich einfügen müssen in den Rahmen einer großen Gemeinschaft. Mancher Vater da draußen an der Front wird gerade am heutigen Tage mit Sehnsucht an seinen Buben oder an fein Mädel denken. Seine Wünsche imb Hoffnungen wandern in das hohe Gebäude, in t>em sein Kind zum erstenmal steht. Er steht im Seifte die erstaunten Gesichter der Kleinen, die Mütter daneben. In gar ernster Zeit treten die Kinder ihren ersten Schulgang an. Aber sie selber find hoffnungsvoll und zukunftsfroh. Und auch mir wollen ihnen zu ihrem Eintritt in die Schule das Herz nicht schwer machen. Wir freuen uns mit ' chnen und lassen ihnen die frohe Unbekümmertheit, mit der sie ins Leben schauen. H. Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 20 Uhr Gastspiel „Romantisches Ballett" Peters-Pawlinin. — Gloria-Palast, Selters- weg: „Ihr Privatsekretär." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kornblumenblau". — Goethe-Bund- Kaufmännischer Verein, Gesellschaft für Erd- und /MD ien. (Nachdruck verboten!) 18. Fortsetzung. Gefahr ... * Die ordentliche j |Verschiedenes | Verkäufe Berufstätige Als Vermählte grüßen: eingeladen. 0112# 01206 GLORIA Aufstellsachen. 1551A Mit: Gustav Fröhlich - Theo Lingen Maria Andergast Fita Benkhoff auch dadurch dem Winterhilfswerk zu dienen. ISdzD Gießener Woche für Kunst und Literatur -1 / o Heute Donnerstag Erstaufführung! ............................."""""......."""""in......"«im.................. LICHTSPIELHAUS Lustspielfilms inszeniert I 1547A TON-WOCHE lllllllllllllllll BEIPROGRAMM 1552 D^/ auf tausendfachen Wunsch Neuaufführung! Herbert Zampedri Masch.-Maat auf einem Zerstörer Elli Zampedri, geb. Oörfner Morgen Freitag Tierschuhverein für Gießen und Umgebung Gießen, Marburger Straße 36, den 28. März 1940 Kirchliche Trauung 14.30 llhr Stadtkirche EIN HEITERER FILM VOM RHEIN MIT LENY MARENBACH » PAUL KEMP • CLAIRE SCHLICHTING • AXEL MONJE • LUDWIG SCHMITZ Spielleitung: HERMANN PFEIFFER Beiprogramm und Tonwoche Rich. Heubergers unvergängliche Operette in neuer, filmischer Gestalt: großartig ausgestattet, mit besten DarsteUem besetzt und von einem Meister des musikalischen findet am Montag, dem 1. Avril, 20.15 Uhr, im Frankfurter Hof, Lindengasse, statt. Alle Mitglieder sind freundlichst Genaues Programm kostenlos erhältlich bei Challier, Theaterkasse, Buchhandlungen. Kartenvorverkauf: Stadttheater-Tageskasse und Challier kann ich wohl mitreden.Meine Kinder habe ich m'rt..HufeKe ernähre Blähungen.Verstopfungen oder andere Verdauunqs* Störungen kenne ich nicht bei meinen Kindern. Außerdem istjfafeRe"sehr ausaiebig und daher billig.. Man spart also neoen Mühen und Sorgen auch Geld. Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr — Sonntags 3, 5.30 und 8.30 Uhr Bis Sonntag einschließlich! Heli Finkenzeller, Fita Benkhoff, Marte Harell, Hans Moser, Paul Hörbiger, Will Dohm, Theo Lingen, Hermann Brix Spielleitung: Geza v. Bolvary WSM WM lilmWgle Roman von horsi Biernatt). VE R ANSTAUUNG SPLÄN 1. Sonntag, den 31. März, vorm. 11% Uhr, im Stadttheater Morgenfeier: „Die Geschwister“ von Goethe Im Anschluß: Ausstellung des Oberhess. Kunstvereins: Gemälde deutscher Meister in Reproduktionen 2. Montag, den 1. April, abends 8 Uhr, im Stadttheater, Konzertverein: Orchesterkonzert 3. Mittwoch, den 3. April, abends 8 Uhr, im Stadttheater, Erstaufführung: Emilia Galotti von Lessing 4. Freitag, den 5. April, abends 8 Uhr, Neue Aula, Goethe- Bund-Feierstunde : „Schiller und die Gegenwart“ 5. Samstag, den 6. April, abends 8 Uhr, im Gesellschaftsverein, Sonnenstraße: Festlicher Abend des Goethe-Bundes 1. Teil: Karl Heinrich Waggerl liest Heiteres aus eigenen Werken 2. Teil: Tanzgruppe des Gießener Stadttheaters 6. Sonntag, den 7. April, vormittags 11'/, Uhr, Stadttheater: Morgenfeier der HJ.: Karl Heinrich Waggerl Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr - Sonntag 3, 5.30 und 8.30 Uhr mnniir-mtn------..................... 1546A Heute Donnerstag letzter Tag: Ihr Privatsekretär Jeremias Watson betrat Parkers Zimmer, in dem für die Zeit seines Urlaubs Fräulein Antonie Skelton mit Umsicht und Geschick Parkers Posten vertrat. Und wie zur Betonung, daß sie diesen Platz nur i. V. einnahm, hatte sie zwar Parkers Schreibtisch in Beschlag genommen, aber von der Rückseite her. | PQLRST Giessen Spike, der seinen • Geschäften seit Parkers Ur- laubsantritt mit bedeutend mehr Eifer nachgmg, war gerade dabei, die Bleistifte zu spitzen. Bleistiftspitzen war seine Lieblingsbeschäftigung. Er hatte es zur Meisterschaft darin gebracht und war einer der wenigen Laufburschen zwischen Paddington und Bethnal, die es verstanden, aus einem nagelneuen Bleistift in einem Zuge eine meterlange kunstvolle Spirale herzustellen. Bei Watsons Eintritt brach das halb vollendete Meisterwerk leider jäh ab, und Spike, der dunkel ahnte, daß Laufburschenkünste nicht immer den Beifall der Vorgesetzten fänden, duckte sich unwillkürlich. Aber Watson war viel zu groß und viel zu beschäftigt, um solch einen nichtsnutzigen Bengel wie Spike überhaupt wahrzunehmen. Er hielt den Durchschlag eines Briefes in der Hand: „Bei Durchsicht der Raumannschen Akten ist mir soeben ausgefallen, daß wir noch immer keine Antwort auf unser Erkundigungsschreiben nach dem Wohnsitz des Erben erhalten haben, Fräulein Skelton. Wir haben unser Schreiben vor vierzehn Tagen ab gesandt und um rasche Erledigung der Angelegenheit gebeten. Sehr sonderbar, daß man uns so lange warten läßt! Die deutschen Behörden arbeiten doch sonst sehr pünktlich." Spike hatte bei Erwähnung des Namens. „Naumann" die Ohren gespitzt. Naumann —? Naumann —? Das hatte er doch schon mal irgendwo gelesen Und: Brief aus Deutschland —? Na, verflucht, das war doch dieses Ding mit dem prächtigen Stempel gewesen! Er streckte den Kopf vor wie eine Ratte, die aus einem Loch vorsichtig Wtt- terunq nimmt. „Söll ich noch mal nach Deutschland schreiben? fragte Fräulein Skelton und nahm vor ihrer Maschine Bereitschaftsstellung ein. „Ja, und zwar weisen Sie, bitte, nochmals ausdrücklich darauf hin, daß die Angelegenheit dving- lich ist!" Spike trat mit einer schlenkernden Bewegung vor. „'tschuldigung, Sir!" stotterte er. „Aber so'n Briefs wie Sie ihn erwarten, Sir, ist nämlich schon angekommen. Ich hab' ihn selber aus dem Postsack geschüttelt ..." Er fuhr mit dem Zeigefinger unter der Nase weg und wischte ihn an der Hose ab. (Fortsetzung folgt.) ' ■MM Wegen Auflösung des Haushalts verkaufe ich im Auftrag Keplerstrabe 9 pari. Freitag, den 29. März 1940 vormittags 10 Uhr, bestimmt und pünktlich: 1 Schlafzimmer, bestehend aus: 2 Bettstellen mit Patentrabmen, zweitür. Spiegelschrank, Waschtisch m. M., 2 Nachttische m.M., 2 Stühle. Ferner: Kleiderschränke, Brandkiste, 2 Chaiselongues, Sofa, Tische, Stühle, Flurgarderobe, Trumeau, Regulator, Wasch- und Nachttisch, Bett, Nipp- und Und jetzt? Du wirst dir vor lauter Schüchternheit noch einmal die Zunge abbeißen ... Sie hatte sich bereits für dich entschieden — und du Idiot hast sie fortgeschickt! Er verzog den Mund, als könne er sich selbst nicht mehr leiden, und ging zum Wartezimmer. Es war leer. Den nächsten Patienten hatte er auf vier bestellt. Jetzt war es ein Viertel nach drei. Er spitzte plötzlich den Mund und stieß einen leisen Pfiff aus. Ihm schien etwas außerordentlich Wichtiges eingefallen zu sein — eine Erledigung, die keinen Aufschub duldete ... Er streifte den weißen Mantel eilig ab und rief dem Mädchen zu, daß er eine Besorgung zu machen habe und spätestens in einer Viertelstunde wieder zurück sein werde. Ein paar Häuser weiter, an der Straßenecke, befand sich ein Caf6. Der Doktor bestellte sich eine Zitrone und das Adreßbuch. Er blätterte lange und aufmerksam darin herum. Es enthielt weder im Namen- noch im Häuserverzeichnis die Adresse Renate Naumanns. Und bei dem Verzeichnis der Werkstätten waren nur — und wie er es eigentlich von vornherein angenommen hatte — die Anschriften handwerklicher Maler- und Bildhauerateliers angeführt ... Mit anderen Worten: Die Angaben des Engländers waren Schwindel! Und Schwindel auch war es, wenn der Kerl Renate Naumann erzählt hatte ,er sei bereits ein paar Tage in München. Denn der Doktor entsann sich zu gut jenes nächtlichen Gesprächs, in dem der Engländer zweimal erwähnt hatte, erst am Morgen nach zweitägiger Fahrt in München eingetroffen zu sein ... Der Doktor saß für lange Minuten völlig starr und wie gelähmt da. Er versuchte, nachzudenken, aber seine Entdeckung war so ungeheuerlich, so rätselhaft und so gänzlich außerhalb aller Geleise, auf denen seine Gedanken sich sonst bewegten, daß er sie sozusagen erst umrangieren mußte. Vorläufig stand eine Tatsache fest: Wenige Stun- deWnach seinem Eintreffen in München hatte dieser Mister Soundso Renate Naumann aufgesucht, unter dem Vorwand Geschenke einzukaufen. ^Faul! Sogar oberfaul! Wer, zum Teufel, benutzte die ersten Stunden seines Aufenthalts in einer fremden Stadt, um sich mit Reiseandenken zu versorgen? Und der Kerl hatte die Durchsichtigkeit seiner Ausrede ja selbst erkannt, wenn er Renate ReichsfiraSenfammluns dev OeutMen Arbeitsfront am 30. und 31. März 1940. 1. Anweisung nur für Betriebe in Gießen. Die Betriebsobmänner holen die Sammelbüchsen und die Abzeichen am Freitag, dem 29. März 1940, in der Zett von 8—16 Uhr auf der Kreisamtsleitung der NSV., Gießen, Goetheitraße 34, ab. Dieser Termin ist unter allen Umständen einzuhalten. Die Ablieferung der Büchsen erfolgt nach durchgefuhrter Sammlung bei der Kreisamtsleitung der N^r-P., Gießen, Goethestraße 34. 2. Anweisung für die übrigen Betriebe im Kreis Wetterau außer Gießen. Die sonstigen Betriebe setzen sich sofort mit ihren örtlichen NSV.- Dienststellen tn Verbindung, damit sie rechtzeitig m den Bentz der Abzeichen und Sammelbüchsen gelangen. Die Ablieferung dieser Sammelbüchsen ist ebenfalls mit den örtlichen NSV.-Dienitstellen zu vereinbaren. 3. Straßeniarnmlung. a) Stadt Gießen. Die Betriebsführer, Vertrauensmänner, Betriebsobmänner, DAF.-Walter uiid sonstigen Amtswalter werden gebeten, sich für die Sammlung zur Verfügung zu stellen.. Zurp Emvtang der Abzeichen und der Sammelbüchsen haben sie sich an folgenden Stellen, je nach Zugehörigkeit zur Ortsgruppe, zu melden: 1. Ortsgruppe Gießen-Nord: NSV.-DiensMelle,Walltorstraße38 2. „ „ Mitte: Württemberger Hof, Bahnhofstr. 18 3. „ „ Ost: Kaiserallee 34, dtSV.-Dienststelle 4. „ „ Süd: NSV.-Dienststelle,Crednerstraße24 Termin zum Empfang der Abzeichen und der Büchsen ist: Freitag, den 29. März 1940, ab 17 Uhr auf den vorgenannten Dienststellen. Der Betriebsführer hat bei dieser Gelegenheit eine namentliche Liste über die Sammler, die sich von seinem Betrieb zur Verfügung gestellt haben, abzugeben. d) Straßensammlung im übrigen Kreisgebiet. Den Anweisungen der örtlichen SNV.- und DAF.-Dienststellen ist Folge zu leisten. Auch hier ist es selbswerständlich, daß sich die bereits unter a) genannten Personen restlos zur Sammlung zur Verfügung stellen. 4. Kundgebung im Stadttheater Gießen. Am Sonntag, dem 31. März, um 14 Uhr, veranstaltet die Kreis- waltung Wetterau der Deutschen Arbeitsfront anläßlich der Reichsstraßensammlung ein großes Militärkonzert. Die Eintrittskarten tonnen nur in der Kärtenverkaufsstelle der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen, Seltersweg 60, täglich inEmvfag genommenwerden. Wir bitten die Gießener Bevölkerung um rege Beteiligung, um „Wissen Sie, Herr Doktor", sagte sie lachend, „bei Ihnen bin ich nicht ganz sicher, was mehr zu fürchten ist: Ihre Grobheiten oder Ihre Schmeicheleien!" Sie reichte ihm die Hand. Der Doktor begleitete sie bis zur Tür. „Uebri- gens —", sagte er und hielt den Drücker fest, als sei ihm im letzten Augenblick noch etwas Wichtiges eingefallen, „ich habe für heute abend zwei Karten bekommen: Residenztheater, »Richard der Dritte' ..." Er sprach nicht zu Ende; eine winzige Veränderung ihres Ausdruckes hatte genügt, um ihn erkennen zu lassen, daß sein Vorschlag ihr ungelegen kam, noch ehe sie ein Wort gesprochen hatte. , „Fast nie habe ich eine Verabredung!" ries sie, als mache sie sich heftige Vorwürfe. „Und gerade heute —!" Sie preßte ärgerlich die Lippen zusammen. „Oh, es muß sich irgendwie machen lassen, daß ich diese Verabredung absage Der Doktor öffnete die Tür. „Auf kernen Fall! sagte er etwas erstickt und schob sie fast auf den Flur hinaus. „Nein, das kommt gar nicht in Frage, daß Sie meinetwegen--Nein, nein, nein! Er schüttelte heftig den Kopf und griff nach ihrer Hand: „Auf Wiedersehen, Fräulein Naumann! Und kommen Sie nach drei oder vier Tagen noch einmal her! Es ist eine Angelegenheit von wenigen Minuten." Sie nickte ihm zu und drehte sich zögernd um. Es war etwas in ihren Bewegungen, als sei sie ein wenig betäubt oder als sei ihr soeben ein Rätsel aufgegeben worden, dessen Sinn dunkel und seltsam war wie die Delphischen Orakel... _ Der Doktor hörte, wie die Haustur ms Schloß fiel. Er verschränkte die Hände auf dem Rücken und ging langsam ins Zimmer zurück. In der Mitte blieb er stehen und sah mit tief geneigtem Kopf an seinem Körper herab. Sie war bereit, diesen verdammten Engländer sausen zu lassen! dachte er und schloß die Augen wie unter einem heftigen Schmerz. Es hätte dich nur ein einziges Wort gekostet — ach was, nicht einmal ein Wort, nur eine bedauernde Miene ... gegenüber angegeben hatte, sich schon einige Tage hier aufzuhalten ... Und dann dieser faulste aller faulen Zauber, nämlich die Geschichte mit dem Adreßbuch! _ ,f... Der Doktor preße die Fäuste gegen die Schlafen. War es etwa ein Zufall, der den Engländer in tue Dorotheenstraße geführt Hatte? Je länger er nachdachte, um so weniger tonnte er an einen Zufall glauben. Also war es eine Absicht, die den Burschen veranlaßt hatte, Renate Naumann aufzusuchen! Natürlich eine Absicht, da es kein Zufall sein konnte! , . Was für eine scharfsinnige Feststellung! Aber was, was steckte dahinter? ' Den Eindruck eines Gauners hatte der Engländer — bei aller Abneigung, die der Doktor für ihn empfand — nicht gemacht; jedenfalls nicht den Eindruck eines kleinen Schwindlers. Also: Wenn es sich um einen Gaunerstreich handelte, dann um einen groß angelegten. Denn für einen kleinen Schwindel waren ja auch das Betriebskapital und die Spesen zu hoch, die der Kerl in die Geschichte hm- einaesteckt hatte. , v „ Der Doktor wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. Aber, zum Teufel, zu einer Gaunerei gehörte doch zum wenigsten ein lohnendes Objekt! Etwa die Puppen? Die berühmten Renate- Naumann-Puppen? Lächerlicher Unsinn! Und vielleicht waren seine ganzen Grübeleien nur Blasen, die der Föhn in seinem Hirn trieb, Gespinste seiner Einbildungskraft, Sumpfgase seiner Enttäuschung, wie? . Er starrte blind auf das rötliche Geäder in der Marmorplatte des Kaffeehaustisches, aber seine spöttischen Zweifel drängten seine Gedanken nicht davon ab, daß er hier vor einem unheimlichen Rätsel stand; und sie verdrängten auch nicht den Argwohn, wenn der auch ohne Richtung war, und nicht die Simme seines Herzens, die ihm unablässig zürief, über Renate Naumann schwebe eine MWKWij L. Althoff Gerichtstaxator und Versteigerer. Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei | Vereine | Reichsb.-Kamersd* schaflswerkGieöen früh. Eisenb.-Verein. Unsere diesjähr. ord. Mitgliederversammlung findet am Sonntag, 31. 3.1940, um 15.30 Uhr, im Burghof in Gießen, Burggr. statt. Zahlreiche Beteiligung erw. 01137 Der Leiter. °Ö* Deutscher Wserlmv Rüde, IJahr alt, in gute Hände preiswert abzugeben. 01130 Watzenborn Adolf-Hitler- Platz 6. Werbe-Drucksachen hei Brühl. Schulstr.7 Dame sucht 2X wöchentlich jemand zum 1557D Putzen. Zu erfragen in der Geschäftsst. des Gieß. 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Es gibt wohl keinen Menschen, der nicht an sich selbst schon die Folgen eines Winters verspürt hat. Jeder kennt z. B. die Fäulniserscheinungen im Darm, die sich als Folge ungeeigneter Nahrung und mangelnder Bewegung einstellen und zu Verdauungsstörungen Anlaß geben. Im allgemeinen wird der Körper mit solchen Giftstoffen allein fertig; wenn sich aber im Darm zu viele solcher Schlacken anhäufen und nicht rechtzeitig fortgeschafft werden, dann vermögen die Entgiftungsapparate des Körpers nicht Schritt zu halten. Wer auf seine Gesundheit bedacht ist, wird versuchen, diese Verschlackung schon von vornherein anzuhalten. Das kann geschehen durch Bevorzugung einer an Pflanzenprodukten reicheren Kost, der genügend Nüsse zuzusetzen sind. Wo aus irgendwelchen Gründen eine solche Kost schwer durchzuführen ist, empfiehlt es sich, wie Prof Becher in der „Klinischen Wochenschrift" berichtet, durch aufsaugende Substanzen die Gifte so zu binden, daß sie nicht von der Darmschleimhaut ausgenommen werden können. Als solches Bindemittel kennt die Medizin die Heilerde, die als feinpulvriger Löß im Harz gefunden wird und gerade in den letzten Jahren immer größere Bedeutung als innerliches Entgiftungsmittel erlangt hat. Sie wirkt ebensogut auf Ueber- säuerung des Magens wie auf die Reinigung des Darms, sie regelt den Stuhlgang und macht schädigende Stoffe unwirksam. Im Frühjahr ist es von besonderer Bedeutung, daß der Körper bei der dringend notwendigen Reinigungsarbeit unterstützt wird. Die Zufuhr wichtiger Aufbaustoffe, wie Eisen, Kalk, Kieselsäure, muß die Ausfälle der gemüsearmen winterlichen Ernährung ersetzen. Es gibt viele Menschen, die im Frühjahr das zwingende Bedürfnis spüren, eine „Blutreinigung" vorzunehmen, also sich innerlich zu entgiften. Sie haben das instinktive Gefühl, sie müssen zum Frühjahr „ein ganz anderer Mensch" werden. Es ist der Körper, der sein Recht fordert, und wer es ihm rechtzeitig werden läßt, entgeht der lähmenden „Frühjahrsmüdigkeit", über die. so viele klagen müssen. —r. 7!eue Zeitschriften — „Beyers Modeführer Frühjahr/ Sommer 19 4 0, Band 2, Kinderkleidung, gibt der selbstschneidernden Mutter beste Anregungen für eine große Auswahl wirklich kindlicher Modelle, die natürlich auch den Zeitverhältnissen angepaßt sind. Nach diesem vorzüglichen Ratgeber ist es ein Leichtes, Mädchen und Knaben nett und zweckmäßig zu kleiden. Ein doppelseitiger Schnittbogen mit 28 Modellen liegt auch dieser Ausgabe bei. Der Preis beträgt nur 90 Rpf. — Nach den durchdachten Anleitungen des Beyer- Bandes 425 „Neue Handarbeiten aus der F l i ck e n k i st e", Verlag Otto Beyer, Leipzig, Preis 0,50 RM., kann man sich eine Menge praktischer Dinge selbstarbeiten. Häubchen, Mützen, Pullover und Westen entstehen aus Wollresten oder aufgetrennter Wolle; Decken, Kissen, Buchhüllen und eine Teemütze aus Stoff- oder Bandresten, gestickte und gehäkelte Teppiche aber aus Trikotstreifen. Äußerndem wird das Arbeiten von Hausschuhen gelehrt Frühlingssonne - im Haushalt. Endlich sind die ersten warmen sonnigen Frühlingstage da. Aber mit den Sonnenstrahlen ist es wie mit allem Schönen im Leben: sie haben ihre guten und auch ihre schlechten Seiten. Wie können wir die Frühlingssonne im Haushalt nutzbringend verwerten? Zuerst einmal aber mit allem heraus, was wir im Haushalt besitzen, um es richtig sonnen zu lassen, denn Sonnenstrahlen sind ja ein billiges und wirksames Desinfektionsmittel. Es genügt nicht, wenn mir nur unsere Betten auf dem Balkon auslegen, man muß auch einmal die Matratzen richtig „durchglühen" lassen. Die Sonne ist nun einmal der erklärte Feind des Staubes, unbarmherzig leuchtet sie in die verborgensten Winkel und deckt alle winterlichen Untaten auf. Und das ist gut so. Sogar der Mop ist einer sommerlichen Svnnen- kur nicht ungeneigt, ebenso wie Kämme, Schwämme und Bürsten mindestens einmal im Monat nach dem Waschen gesonnt werden sollten. Sie alle sind geradezu Herde für Bakterien, die durch die Wirkung der Sonnenstrahlen zerstört werden. Frische Luft in allen Räumet und vor allem viel Sonne im Schlafzimmer sind für eine gute Hausfrau eine Selbstverständlichkeit. Hier ist uns die Sonne eine wirkliche Freundin. Aber leider haben gerade die Sonnenstrahlen für die Hausfrau, die ihre Sachen schont und pflegt, -auch eine „Schattenseite". Wer nämlich wertvolle Gardinen am Fenster hat, besonders zarte Tüll- und Voile-Gewebe, muß sie vor den Sonnenstrahlen schützen. Es kann sonst geschehen, daß die schmutzig gewordenen Gardinen bei der Wäsche wie Zunder museinanberfaUen. Die Vorhängegardinen muß man in der Farbe möglichst so wählen, daß sie durch Ver- ffchießen nicht gar so unansehnlich werden. Farben ssind im allgemeinen besonders lichtempfindlich, das ssoll man sich auch zur Warnung für Möbel und Tapeten nehmen. Die modernen Tapeten werden Heute allerdings ebenso wie die Stoffe mit lichtechten Farben hergestellt, aber nicht jeder ist schon damit ^ausgerüstet. Und auch dann ist ein Sonnenvorhang bei starker Sonneneinwirkung unentbehrlich. Die gleichen feindlichen Gefühle hat die Hausfrau ggegen die Sonnenstrahlen in der Küche und Speisekammer. Fleisch und Gemüse, wie ja überhaupt alle Lebensmittel, zersetzen sich unter der Einwirkung der Sonnenstrahlen. Die Butter ist nicht nur wärme-, sondern auch lichtempfindlich. Bei einer Speisekammer ohne Sonne wird man auch nur selten Fliegen ffinden, die wie alle schädlichen Insekten die Sonne brauchen. Aber dann kommt der schönste Augenblick, wenn die Hausfrau zum ersten Male wieder ihre Wäsche im Freien trocknen kann. Alle Wäschestücke werden noch einmal so weiß, und der frische, herbe Duft vergrößert die Freude an gutgepflegter Wäsche. Wollene Sachen und farbige Seiden darf man jedoch niemals der Sonne aüssetzen. Auch die wasch- lebernen Hanbschube „gebeihen" besser im Schatten. So betrachtet, lassen sich der Sonne eigentlich nur noch freunbliche Seiten abgewinnen. —a— gen machen darf. Eine wirkungsvolle Anregung ist auch das Taschengeld, bas man schon frühzeitig aussetzen soll Wie aufmunternb wirkt doch, wenn die Mutter sagen kann: „Wenn du weiter so brav parst, legt bir Papa noch etwas hinzu unb du kannst bir beinen Vielfarbenstift selbst kaufen!" Aber niemals barf Sparsamkeit, gerabe Kinbern gegenüber in Geiz ausarten — ein Gebot, bas Eltern und Erzieher nicht außer Acht lassen dürfen. Man kann nicht frühzeitig und sorgfältig genug beobachten, wie sich ein Kind verhält, wenn man von ihm verlangt, bas Gesparte zu opfern. „Gib beinern kleinen Freund von deinen Bonbons ab!" Das muß gern befolgt werben. Mütter, die über das „Ungernabgeben" ihres Kinbes unglücklich sind, fei gesagt, baß auch bas sich mit viel Gebuld unb Liebe erlernen läßt. Und dazu ist keine Mühe zu groß. Denn wer sein Kind so weit gebracht hat, baß es freiwillig unb gern abgibt, baß es spart, ohne geizig zu fein/ber hat ihm einen unschätzbaren Wert für das Leben mitgegeben. K. AUS BUNTEN RESTEN DREI KINDERKLEIDER as fallen wir tragen ? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS ! - I Kinder sollen sparen lernen. Kinder kennen weder Waren- poch Geldeswert. Sie sind von Natur aus Verschwender, denn sie Haden die unbewußte Vorstellung, daß die gesamte Umwelt nur ihretwegen da ist, die sie ausnutzen können. Der Begriff der Einteilung vorhandenen Gutes und darüber hinaus des Sparens, muß dem Kind also erst beigebracht werden. Nun kann man natürlich durchaus einem Kind Das Sparen auf die verschiedenste Art und Weise beibringen, ohne das Wort direkt auszusprechen. Aber warum eigentlich fürchten sich die Eltern da- oor, in Gegenwart der Kinder das Wort Sparen zu vermeiden? Ein Begriff, der so unbedingt das Leben der Familie beherrscht, ja, beherrschen muß, wie das Wörtchen „sparen", kann nicht früh genug Dem Wortschatz eines Kindes einoerleidt werden. Beim Mittagessen hört sicher das Kind irgendwann einmal von Vater oder Mutter das Wörtchen sparen", das auch in feinem Leben einmal eine große Rolle spielen wird. „Du hast genug gegessen — hebe bir die Hälfte deiner Schokolade auf, dann hast du auch morgen noch etwas." Mit einem solchen illeinen Beispiel ist eigentlich schon bas gesamte Erziehungs-Sparprogramm Umrissen. Sparen heißt aber nicht nur zurücklegen, sondern «uch schonen. Dem Kind ist aufgetragen worben, »as Zimmer nach den einzelnen Spielmarken abzu- jwchen unb sie alle Abende vollzählig roteber einzu- irbnen. Ein schlechtes Beispiel wäre es, wenn bie Mutter zwar über fehlende Spielmarken schimpft, eher dann boch am nächsten Tag Ersatz kauft, ,weil ■ üe ja nur ein paar Pfennige kosten*. Die Mutter ollte mit der Anschaffung warten, denn das Kind vuß ja am eigenen Leibe spüren, daß es schlecht gewirtschaftet hat. Wenn das auch den Erziehern Lnaesichts von Kinderttänen und Kinderkummer richt immer leicht fällt, so mögen sie dabei bedenken, »aß ein Kind auch mit allen anderen Dingen so umgehen wird, wie mit seinem Spielzeug. Später ist .s meist zu spät. Aus dem kleinen Jungen ist ein , Mann geworden, der Schulden macht, aus dem klei- ’ien Mädel eine schlecht wirtschaftende Hausfrau. Man muß Kinder zum Sparen systematisch an- I »alten, angefangen bei den ersten Pfennigen. Na- wrlich läßt sich das sehr erleichtern, indem man olche harten Sparmaßnahmen ein wenig spielerisch luflöft — etwa durch eine bunte, lustige Sparbüchse »der durch ein mit Zeichnungen versehenes Sparbuch, in dem das Kind dann selbst seine Eintragun- Drei hübsche Kinderkleider aus bunten Resten schlagen wir heute zum Selbst- anfertigen unseren Leserinnen vor. Und zwar erstens: Ein Faltenkleidchen (aus Wollresten) mit dunkelblauem Rock und ebensolchen Aermeln, mit rotem Passenteil und mit hellblauem Mittelteil, Krägelchen und Rocksaum. Und zweitens: Ein Dirndlkleidchen (Mitte), bestehend aus dunkelgrünem Mieder, weißem Blüschen (mit Zackeng a rnitur am Halse und an den Aermeln) und aus einem blaßgelben, gelesenen Röckchen, in das bunte Tupfen eingestickt sind. Dann drittens: Das Kleidchen (rechts oben) mit dem roten Bolerojäckchen, dem weißen Blüschen und dem braunen Glockenrock mit rotem Saum, großen Taschen und einem braunen Lackledergürtel. H. Schmackhafte Grünkerngerichte. Einstmals — es ist schon viele Jahre her — war bas Wetter im Baulanb, einem Lanbstrich zwischen Heidelberg unb Würzburg bejonbers ungünstig. Sturm unb Regen herrschten während des ganzen Sommers, und der seltene Sonnenschein reichte nicht aus, um ben Dinkel ober Spelz, den man dort an- baut — eine Weizenart, bei der bie Körner von ben Spelzen umhüllt bleiben —, zur Reife zu bringen. In dieser Gegenb lebten bazumal, wie auch heute, nur kleine Bauern, benen eine Mißernte im Winter ganz bejonbers schwer zu schaffen machte. Sie beschlossen beshald, ben Spelz lieber unreif zu ernten, als ihn auf dem Acker verfaulen zu lassen. Sie mähten die Halme, unb dann wurden bie Aehren abgeschnitten unb über gelinbem Feuer getrocknet. Daburch würbe bas noch grüne Korn fest unb konnte gemahlen werben. Das Mehl hatte einen lieblichen unb kräftigen Duft, ließ sich aber nicht zu Brot verbacken. Nun verfuchten bie Bäuerinnen, Suppe daraus zu bereiten, die über Erwarten nahrhaft und bekömmlich war und sehr gut schmeckte. So entstand ber Grünkern, der bis auf ben heutigen Tag noch genau so hergestellt wirb, wie es damals bie Not lehrte. Er wird nur in Deutschland angebaut unb auch hier nur in etwa hunbert kleinen ©emeinben in Baden unb Württemberg. Der Verbrauch von Grünkern hilft beutschen Bauern und verringert bie Einfuhr ausländischer Lebensrnittel. Grünkernbratlinge: V2 Liter Wasser wirb mit kleingeschnittenem Suppengrün, Tomatenmark und einer Prise Salz zum Kochen gebracht. Dann gibt man 200 Gramm GrünkernflAcken hinein und läßt sie bei gelindem Feuer ausquellen. Nach kurzem Abkühlen wirb bie Masse mit einer geriebenen Semmel, feingehackten frischen Kräutern, einem ganzen Ei, etwas Salz unb Paprika vermischt. Dann formt man flache Bratlinge, bie man in Del ober Fett hellbraun brät. Süßer Grünkernauflauf: In 3/« Liter kochende Milch gibt man 175 Gramm Grünkernschrot unb läßt ihn unter ständigem Rühren zu einem dicken Brei quellen, ben man falt stellt. Dann rührt man 30 Gramm Butter ober Margarine, 150 Gramm Zucker, 50 Gramm feingeschnittene süße Manbeln (barunter einige bittere) und 2 Eigelb zu einer schaumigen Masse, die man bem erkalteten Brei beifügt, zuletzt wird ber steifgeschlagene Eierschnee barunter gemengt. Das ganze wirb im Backofen zirka 1 Stunde goldgelb gebacken. G r ü n k e r n s u p p e , bie einfachste und gebräuchlichste Verwertung. 50 Gramm Grünkernmehl ober -grieß werden mit etwas Fett in der Pfanne geröstet, bann in einem Topf mit 1 /« Liter Wasser ober Brühe aufgefüllt unb aufgekocht. Ein Eigelb, 2 bis 3 Eßlöffel Milch werben mit etwas Butter verquirlt unb ber mit Salz abgeschmeckten Suppe beigefügt. Man kann sie mit Fleischklößchen reichen. M.D.B. Kleine Winke zur Sparsamkeit in der Küche. Fett läßt man erst gut heiß werben, ehe man Kartoffeln ober sonst zu bratenbe Nahrungsmittel in bie Pfanne gibt, weil man bann sehr viel weniger Fett braucht. Muß aber Fett nachgegeben werben, so lasse man es auch erst heiß werben, ehe es zum Gericht kommt. — Das Anbräunen von Zwiebeln erforbert ziemlich viel Fett, bas wir uns aber sparen können, wenn wir bie Zwiebelwürfelchen ohne Fett in die Pfanne tun unb sie erst braun werben lassen, ehe wir bas für bas Gericht notwendige Fett zugeben. Für Suppen röstet man bie ganze Zwiebel auf ber heißen Herbplatte ober bireft an ber Flamme; auf biefe Weise geröstete Zwiebeln geben ben Suppen befonbers kräftigen Geschmack. — Zum Anmachen von Salaten brauchen wir nicht immer Oel zu nehmen, besonders wenn es sich »um Wintersalate, wie Endivien unb Brunnenkresse, handelt. Wir nehmen zur Tunke die gute, entrahmte Frischmilch, würzen sie mit Salz unb machen sie sämig, indem wir eine noch warme, geschälte Kartoffel hineindrücken. So schmecken etwas scharfe Salate besonders gut unb mUb. — Entrahmte Frischmilch, bie wir gerabe nicht verwenben können, stellen wir zum Sauerwerben auf unb haben bann schönen Weißkäse. Ader wenn bie Milch abgekocht war, wirb sie nicht mehr sauer. Was tun? Wir geben in bie abgekochte Milch einige Löffel Joghurt, Buttermilch ober schon saure Milch, unb beim Stehen in ber Wärme wirb die ganze, vorher abgekochte Milch wieder zu einer guten Sauermilch. Heute gilt es, jeben auch noch so kleinen Rest sorgsam zu behanbeln. Wurstscheiben bleiben tabel- los frisch, wenn wir sie zwischen zwei Brotscheiben in ein Glasgefäß ober zwischen zwei Teller legen. — Wie kann man nur bie etwas weichere Wurst besser schneiden? Nun, es geht wunderschön, wenn wir bas Messer vorher heiß machen! — Wenn ein Kuchen an einer Stelle einmal etwas angebrannt ist, so schneiben wir biefe nicht etwa mit einem Messer ab, weil wir habet viel zu viel von den noch guten Teilen fortnehmen, sondern wir benutzen ein feines Reibeisen, so daß wir leicht nur bie wirklich verbrannten Teile entfernen können. — Bei ber Kälte platzt gern einmal ein Ei; wir können es trotzdem noch kochen, inbem wir es ganz fest in Seibenpapier wickeln unb bem Kochwaffer reichlich Salz zusetzen. — Bei der Arbeit in der Küche bekommt man leicht schmutzige Hände, denen auch manchmal ein Geruch, z. B. von Fisch, anhaftet. Nun nicht gleich Seife nehmen, sondern erst die Hände mit Kaffeesatz abreiben, sie werden nicht nur schön sauber, sondern der Geruch ist meist auch verschwunden. W. ...aber sparsam damit umgehen! (J) Der Würfel ist kochfertig, also kein Fett zusetzen I Zum Strecken, Binden und Verbessern anderer (2) * Soßen genügt oft schon ein Teilchen des Würfels! (3) Nur 3 Minuten durchkochen,damit nichts verkocht! Wir müdden auch in Ringen, die und dchvnecken* und aWe etnoad nach der Recke dtreckenl * Dazu gehört Knorr Bratensoße— auch sie-wilt-etngefeifT?s. M Wei Asterweg 1. 1544V seit durch widrig- Eisoerhältnisie vom F-stlande abaefchnitten. Erst am Dienstag nach Ostern ge ang es einem Flugzeug trotz des nebligen SBetes, Fallschirme mit Lebensmitteln abzuwerfen. Die Be. völkerung, deren Telephonverbindung zum Festland eit Tagen unterbochen war, hat durch Flaggen- ianale, die durch eine Marinestation ausgenommen wurden, um Hilfe gebeten. Ein am Ostermontag entsandter Eisbrecher hatte unverichteter Sache umkehren müssen. Baumwolle statt Seide. Ein raffinierter jüdischer Schwindel wurde im Belgrader Zollamt aufgedeckt. Der dort angestellte nicht unt.l8Jah- ren, das auch Erfahrung i.Kochen hat, für sofort gesucht. 01136 Bahnhofstr. 39 p Notsall" au"g°h°b7n wL oLr^i, man sich von Und je mehr wir abg-li°f°rt. s° mehr wir ursiere '■V h-enn?n fnnnte Man denkt dabei an glück- Gedanken auf die Sammlung konzentriert Jfoben, iLÄÄen Sm“«Sta Farnllien- desto großer ist da- Geschenk, da- wir dem Führer tisch. Der Sockel und das Kuppelgestell dieser Lampe brachten. _______ sind aus Messing. Und dann ist da ein Aschenbecher l Fußball in Hessen. SC. 03 Kassel — FC. Hanau 93 7:2 (2:1). Im hessischen Fußball stand an den Ostertagen das erste Endspiel um die Bereichsmeisterschaft an erster Stelle. 8000 Zuschauer hatten sich m Kassel eingefunden und erlebten einen unerwartet großen Erfolg des Nordgruppensiegers SE. 03 Kassel über den Südgruppenvertreter FE. Hanau 93. Die Kasseler fanden sich mit dem Platz besser ab und siegten bei 7:2 (2:1) Toren mit einem so hohen Vorsprung, der ihnen wahrscheinlich die Meisterschaft einbrmgen dürfte. Doch war der Sieg in der zweiten Halbzett wiederholt stark gefährdet, als die Hanauer auf 2:3 herangekommen waren und zeitweise stark drängten. Hätten sie nicht vorher ihren Mittelstürmer Hartung infolge Verletzung verloren, wer weiß, ob nicht der Sieg doch noch an die Gäste gefallen wäre. Auf jedem Bauernhof konzentriert sich jetzt alles auf den Beginn der Kriegserzeugungsschlacht Wir haben aber bis zum 6. April noch eine zweite gewaltige Schlacht zu führen: die Sammlung aller kriegswichtigen Metalle, also Kupfer, Bronze, Messing, Zinn, Nickel, Neusilber und Blei. Was hier überall im Reich zusammen- aetraaen wird, wollen wir dem Führer 3um Geburtstag schenken. Er hat uns unendlich viel geschenkt, soviel, daß wir es an Werten überhaupt nicht zu errechnen, zu erfassen und annayerno zu beurteilen vermögen. Denken wir daran, wie es 1933 vor der Machtübernahme bei uns aussah, uns ziehen wir dazu den Vergleich mit den heutigen, geordneten Verhältnissen im Reich. * Nun yat der Führer am 20. April Geburtstag. Sein sehnlichster Wunsch und sein Wille ist es dem deutschen Volke den Platz an der Sonne, sein Recht in der Welt zu erkämpfen. Dazu braucht er alle Rüstungsmittel an Metallen, die irgendwo versteckt und seit Jahren unbenutzt in den Ecken und Winkeln schlummern. Was ist das alles? Wir brauchen nur etwas nachzudenken. Da steht in einer Ecke eine alte Petroleumlampe aus Großvaters Zeiten, die für den Anfnohnhon mitrbp nder weil man sich von Neue Einheitssahung im 71SNL. Allen Vereinen und Gemeinschaften des NS.- Reichsbundes für Leibesübungen geht m Dielen Tagen die neue Einheitssatzung der Vereine (Gemeinschaften) zu, auf die wir im Hinblick auf Die Jahres - Hauptversammlungen der Gemeinschaften heute kurz Hinweisen möchten. Die sachlichen Aende- rungen, die die neue Satzung bringt, sind ebenso zahlreich wie einschneidend. So erfolgt die Wahl des Vereinsführers nicht mehr durch die Mitgliederversammlung, da dies mit den Grundsätzen, von denen die Partei geleitet wird und demgemäß auch eine von der Partei betreute Organisation zu leiten ist, nicht vereinbar ist. Der Dereinsfuhrer wird nunmehr von einem Organ des RML. im Einvernehmen mit einem Organ der ParA. be?E und abberufen. Der Versammlung der Mitglieder wird lediglich ein Vorschlagsrecht belassen. Die neue Einheitssatzung sieht auch für das Vermögen aufgelöster Vereine eine zeit- und zweckentsprechende Verwendung vor. Während darüber bisher die Mitgliederversammlung Beschluß faßte, wird das Vermögen in Zukunft an den NSRO. fallen, der es anderen örtlichen Gemeinschaften für Zwecke der Leibesübung zuweisen kann. Im ganzen sieht die neue Einheitssatzung, deren Annahme für alle Vereine Pflicht ist, einen Ausbau der Stellung des Vereinsführers vor, womit eine Minderung der Befugnisse der Mitgliederversammlung Hand in Hand geht. _ x Die Einheitssatzung nimmt auch zur Frage der Vereinsbenennung Stellung. Obwohl die NSRO.- Gemeinschaften rechtlich Vereine im Sinne des bürgerlichen Rechts bleiben, wird zur wahlweisen Verwendung auf die Bezeichnung „Gemeinschaft empfohlen. Diese nimmt Rücksicht auf die vielfach kundgegebene Abneigung gegen das Wort „Verein. . Neben „Verein" und „Gemeinschaft steht selbstverständlich zur Wahl auch noch die Bezeichnung „Gemeinde", zumal diese geschichtlich und sprachlich der neuen Benennung „Gemeinschaft" „wesentlich näher kommt als der überlebte „Verein". sofort gesucht Benner Krumm LS au er Bahnhofstt. 40. Kräft., gesundes Mädchen oöer läng. Stau für Garten- und Friedb ofsarb eit. gesucht. 01123 Metel Boi Licher Straße 7. wie z. Hilfe im Haushalt 2—3 mal wöchentlich vormittags f. sofort gesucht. 1570D seilersme« 2611 Mädchen oderFrau von 8-9 Ubr Nr. 1161-1210 von 9-10 Uhr Nr. 1-35 . —। (Stellenangebote _ - | Mietgesuche ---—--- MUMM Putzfrau mifiet- ** * 0 I ■ «;■». trtnHch. tinn mnrapn§ *1 Wohnung Mi>el Aus aller Wett. Die Straßenbahn als Hochzeitskutsche. Ein/ Kasseler Hochzeitsgesellschaft, die im Vorort Pettenhausen zur kirchlichen Trauung versammelt war und sich zur Hochzeitsfeier nach einem Hotel am Hauptbahnhof begeben wollte, trat diesen Weg in einem Sonderwagen der Kasseler Straßenbahn an, der mit Girlanden festlich geschmückt war. Wagenführer und Schaffner hatten Extra-Unisorm angelegt. Großer Geldschrankeinbruch. 21 000 RM. geraubt In Weidenau wurde ein Geldschrankeinbruch verübt, bei dem 18 000 RM. in Papiergeld und 3000 RM. in Steuergutscheinen gestohlen wurden. Der Täter wurde verhaftet; er ist geständig. Er hat das Paket mit den Geldscheinen und den Steuergutscheinen in das Flußbett der Sieg geworfen. Man sucht nunmehr nach diesem Bündel Die Brüder Saß bei WiderMud ec-chossen. Der Reichsführer ff und der deutschem Polizei teilt mit: Am 27. MärMMO wurden bei Widerstand die Berufsverbrecher Manz und Erich Saß erschossen. Schwedische Insel vom Festland abgeschnilten. Die kleine Insel Hanö, die In der Hanöbucht an der Südküste Schwedens liegt, war die ganze Oster- oder Schreiner/ die bereit sind, eine größere Bretterversclialnng in Akkord auszuführen, gesucht. Vermittlung durch d. Arbeitsamt. 1565D Näheres bei ArchitektWagner Fröbelstraße 29. Kräftiger iceoD füT tagsüber zu 2 Kind, gesucht. Lotz, Gießen, Gnauthftt.2.^d or6eiter M Staffelsieger der Bereichsklosse. Das Endspiel um die Kriegsbereichsmeisterschaft kann zum Ansatz kommen, nachdem nunmehr auch die Staffel Gießen ihren Teilnehmer ermittelt hat. Wenn auch mit ziemlicher Bestimmtheit angenommen werden konnte, daß es Hochelheim schaffen würde, so war zunächst der Zeitpunkt nicht abzusehen, bis wann es soweit sein würde. Dornholzhausen hatte als einzige Mannschaft noch Chancen, ein Wort mitzureden. Schneller als erwartet aber war es entschieden. Der Tv. Holzheim hat dem Tv. Hochelheim wertvolle Schrittmacherdienste geleistet. Dornholzhausen konnte seine Position nicht behaupten, es wurde geschlagen und hat damit natürlich auch die Anwartschaft auf den Endsieg verloren. Mit Hochelheim ist eine würdige Mannschaft Sieger geworden. t Dr. Lub in Kassel erfolgreich. Bei den Wettkämpfen der hessischen Leichtathleten in Kassel konnte Dr. Luh vom VfB.-Reichsbahn trotz stärkster Konkurrenz seine gute Verfassung unter Beweis stellen. Es gelang ihm, in der Halle Die Kugel 14,59 Meter weit zu stoßen und damit eine neue ^8 e r e ich s b e st l e i st u n g aufzustellen. Außerdem gewann er einen Dreikampf gegen-bie besten hessischen Leichtathleten mit erheblichem Vorsprung. , TS. Hochelheim Drog. WinterhoH, Kreuzplatz 9. Drog. Pierenkemper» Seltersweg 69. Drog. Bornemann, Bahnhofstraße 17. Drog. Blaes, Seltersw. 66. Drog. Seibel. Frankf. Str. 39 Jude Salomon Alkagai wandte sich an Textilge- schäfte, die Seide und andere hochwertige Stoffs aus dem Auslande bezogen, und schlug ihnen vor, diese Seide als gewöhnliche Baumwolle zu verzollen und von dem dadurch ersparten Zoll ihm 50 v. H. abzutreten. Alkagai, der als Inspektor eingesetzt war, um gerade solche dunklen Geschäfte zu verhindern, konnte sechs Monate lang ungestört dieses Treiben durchführen. In Belgrad interessiert man sich für die Frage, in welcher verwandtschaftlichen Verhältnis dieser Betrüger Salo- mon Alkagai zu dem Belgrader Oberrabiner Isaak Alkagai steht. „Roter Regen" In Italien. In Florenz beobachtete man die seltene Naturerscheinung eines Sandregens von rötlicher Farbe, der die Blätter der Bäume, die Straßen und die Fensterscheiben mit einer feinen Schicht überzog. Es handelte sich um feinen Wüstensand, be; durch Stürme in hohen Luftregionen aus fernen Gegenden weitergetragen wurde und dann im Regen wieder zur Erde fiel. Auch in Siena ereignete sich das Pha- nomen des roten Regens. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtvieh markt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten Ochsen 41,5 bis 43,5, Bullen 38 bis 43,5, Kühe 19 bis 43,5, Färsen 24 bis 44,5, Kälber 37 bis 64, Schafe 10 bis 42 Rpf. je 14 Kilo Lebendgewicht. Für Schweine mürben je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 und mehr kg) 1,09, bl (135 bis 149,5 kg) 1,09), b2 (120 bis 134,5 kg) 1,09, c) (90 bis 119,5 kg) 1,07, d (80 bis 89,5 kg) 1,01, e—f (60 bis 79,5 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,09, i (Altschneider) 1,01, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. Marktverlauf: Flott, alle zugeteilt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. März. (Vorbericht.) Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine nahm bei aus- reichender Beschickung einen lebhaften Verlauf. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zu- geteilt: Kälber 25 bis 65 RM., Hämmel 30 bis 51, Schafe 20 bis 44, Schweine 49,50 bis 55,50 RM. ©rbentl. sieisii 0 HauS-0t>. MU» Küch-n. 1 Mädchen Zimmerleute Aeniws-n.lawiner SchneiflerleW Die Beerdigung findet Freitag, den 29 März 1940, um 15 Uhr vom Trauerhause, Wilhelmstraße 2, aus statt Statt Karten Unser aller Sonnenschein, unsere liebe kleine Doris wurde uns nach 2 tägiger Krankheit Im zarten Alter von 4 Monaten wieder genommen. In tiefer Trauer: Artur Kreiling und Frau Gretchen Mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Kaufmann Friedrich Laih ist heute im gesegneten Alter von 82 Jahren von uns gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen: Lina Laih, geb. Meyle Gretel Laih Ria Oberwinster, geb. Laih Hanni Laih Dir. Dr. Oberwinster Lore Oberwinster Inge Oberwinster. Gießen, Essenjennerstraße 1, den 26. März 1940. Die Beerdigung findet in aller Stille statt - Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Gestern verschied in der Klinik zu Gießen unser Heber Großvater, Schwiegervater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Römer I Landwirt und Schmiedemeister Illi der Fachmann für Kleider Gießen, NeostadtilO. lonrn