I9V. Jahrgang Nr. so « Mittwoch, 28. Februar 1940 Erscheint täglich, außer A Annahme von Slnzeigen Sonntags und feiertags M k A -A, Jk A Ak Jk A ^W W A A A für die Mittagsnummer Beilagen: DieJllustrierte V A AM W W /(Wk ^7 1W bis8'/ UhrdcsVormtttags Zletzener ^amilienblätter ■ WHR ■ ▼ IW M M A^k ■▼ ■■ MM ^^A^L M A M A W ■ V Grundpreise für 1mm Höhe HermatimBüd DreScholle ■ Ml wl ■ M Bä M III ■ Zr K ■ H ÄL WWW W bei Llnzeigen von 22 mm &»& IIlllr lir llr I /111VIl Illi I a'i'a« Bsa®ü: y? v/ IV-1IVI 4V V 44141V 444V w auch bei Nichterscheinen M W ™ W AM ~ Platzvorschrift (vorherige von einzelnen Stummern el flr WM Vereinbarung)25"/»mehr infolge höherer Gewalt IV^ Ermässigte Grundpreise ax'Äg RrnMMi v7-"»dv«i°,.. fitptwnf-llmfrwr fiir (hherlwifelt TÄStnes -d Postscheckll6«6Frankf./M. vrühlscheUniverstlStrdnnterel«.Lange Wvllvl'yi**llljvlUvl' jlll V/Vvlljv Jf VII riehen,rchulstrahe von 22 mm Breite 6 Pf. Tokio, im Februar 1940. a r = arham' auch die britische Machtsphäre in Tibet, und der neue Datat Lama wird davor bewahrt bleiben, eine Schachfigur von Englands Gnaden zu werden. Strenge der englischen Zensur frei erscheinen dürfen. Man könne ihnen mit wenigen, aber klaren Worten entgegnen: „Die italienische Nation nimmt davon Kenntnis, daß es bei den großen imperialen Demokratien Männer und Greise gibt, die auf ihr en Untergang sinnen. Italien regt sich nicht auf, sondern zieht daraus die entsprechenden Schlußfolgerungen. Wenn man Italien, Deutschland und Rußland ungeachtet der grundsätzlichen Unterschiede auf die gleiche Anklagebank setzen und die drei Nationen und ihre verschiedenen Regime wirklich in einen Pott werfen will, dann brauche man sich nicht zu wundern, wenn die Angegriffenen sich dann auf eine derartige Beleidigung zu ihrer Berteidiaung zusammenftn- d e n. Man muß also oem „Daily Herald" und seinen zahlreichen Freunden klar zu verstehen geben, daß- Drohungen dieser Art zwangsläufig nur zu einer natürlichen Reaktion führen müssen, zur Verstärkung bereits bestehender, gemeinsamer Abwehrmaßnahmen, ohne Rücksicht auf den Unterschied der Ausgangstellungen." Verbrechen gegen die Neutralen begeht (!), um dann fortzufahren, weitere Vorteile daraus zu ziehen, daß es, wann immer es ihm paßt, auf die strikte Interpretierung des internationalen Rechtes besteht, das es selbst in Stücke gerissen hat." (!) Der letzte Satz Churchills verdient die größte Beachtung in den neutralen Staaten. Die lächerlichen Vorwürfe gegen Deutschlands Seekriegführung, die ja nur auf die unverschämten britischen Rechtsverletzungen reagiert, soll lediglich eine — wenn auch mißglückte — Begründung dafür abgeben, daß sich England im „Cossack"-Fall um die rechtliche Erörterung dieses klaren Neutralitätsbruches drückt. Darüber hinaus scheint W. C. mit dieser Erklärung sagen zu wollen, daß sich England überhaupt nicht mehr an das internationale Recht halten wird. Neue Schiffsner'uste cor (Snq’ant. Amsterdam, 27. Febr. (DNB.) Nach Meldungen aus Kopenhagen gilt der dänische Dampfer ..Maryland" (4895 BRT.) als vermißt. Reuter zufolge ist der englische Dampfer „Klan M o r- r i s o n" (5936 BRT.) in der Nordsee auf eine Mine gelaufen. Das Schiff trieb noch, als die Besatzung in die Boote ging. Ein Mitglied der Besatzung wurde getötet, 15 wurden verletzt. Das ho ländische Motorküstenschiff „Ida" (208 BRT.) i an der Westküste Englands gesunken. Die Be satzung wurde gerettet. Im Zusammenhang mit dem Untergang des schwedischen Schiffes „Santos" schreibt die norwegische „Handels- und Schiffahrts-Zeitung" am Dienstag in einem Leitartikel: „Wieder ist ein Schi versenkt worden, nachdem es den englischen Kontrollhafen Kirkwall angelaufen hatte, um zurückgehaltene Post abzuholen. Im ganzen find durch den Untergang 43 Personen umgekommen, darunter der norwegische Generalkonsul in Montevideo, Gordon Fring und seine Frau, die sich auf der Heimreise von Uruguay nach Norwegen befanden. Das ist der Preis für dieses Anlaufen von Kirkwall. Wie lange werden die Engländer neutrale Schiffe noch in ihre Kontrollhäfen zwingen, ohne imstande zu sein, die Fahrt nach und von diesen Kontrollhäfen zu sichern? Diese Form der englischen Kontrolle hat Menschenleben und Schiffe genug gekostet," In seiner Rede vor dem Unterhaus am Dienstag gab der Erste Lügenlord der britischen Admiralität wieder einmal einen seiner obligaten Erfolgsberichte, der aus Mangel an Tatsachenmeldungen mit einer geradezu Heiterkeit erregenden Präzision ausgestattet war. Churchill stellte nämlich, ohne sie belegen zu können, die Behauptung auf, daß die Deutschen seit Ende 1939 — aus allen möglichen Ursachen — etwa die Hälfte ihrer U-Boote verloren hätten. Er zweifelte", daß auch nur zehn deutsche U-Boote in dieser Zeit neu in Aktion getreten feien. Darüber hinaus sei in den letzten beiden Tagen ein U-Boot sicher" gesunken und zwei „sehr wahrscheinlich . ' Es ließ sich nicht vermeiden, daß Churchill auch etwas über die englischen „Blockadeerfolge" sagen mußte Er tat das mit der reichlich durchsichtigen Entschuldigung, daß die britischen Patrouillen em Gebiet von 1000 Meilen zwischen Schottland und Grönland zu bewachen hätten. In Anbetracht dieser langen Patrouillenstrecke sei es nicht verwunderlich, daß es „einigen" deutschen Schiffen gelungen sei, diese ,Mockade" zu durchbrechen. Diese Entschuldt- Englische Kriegsdrohung gegen Italien Entschiedene italienische Schlußfolgerungen. Churchill gesteht englische Schlappen Neue Angriffe gegen die Neutralen. bestimmt: „Die Neutralität einer Macht wird durch die bloße Durchfahrt der Kriegsschiffe und Prisen der Kriegführenden durch ihre Küstengewässer nicht beeinträchtigt." Die „Altmark" war ein Trohschifs des „Graf Spee", das mit Gefangenen der versenkten Handelsdampfer an Bord in kühner Fahrt vom Südatlantik nach Norwegen gelangt war. Es war als Regierungsschiff zu behandeln und irt norwegischen Gewässern gewissermaßen sakrosankt^ Diese klare und einfache Rechtslage entsprach übrigens auch den norwegischen Neutralitätsregeln! vom 27. Mai 1938,,die in Uebereinstimmung mit dem geltenden Seekriegsrecht abgefaßt roorbert waren. Sofort nach der britischen Missetat setzten dis Versuche ein, Norwegen durch eine konzentrische Kanonade in der englischen und französischen Presse! zu erschüttern. Der klare Rechtsstandpunkt Norwegens wurde durch Ablenkung des Tatbestandes auf Nebensächlichkeiten ins Wanken zu bringen versucht, und Chamberlain hielt unmittelbar nach dem von feiner Regierung angeordneten Mord eine Unterhausrede, die von Unwahrheiten nur so wimmelte. So behauptete er — und diese unwahre Behauptung ist offiziell nicht zurückgenommen worden! — die „Altmark" habe eine norwegische Untersuchung im Hafen Bergen durchmachen müssen, die ehr flüchtig erfolgt sei. England habe deshalb das Recht gehabt, die Gefangenen zu „befreien". Die Note der britischen Regierung wurde in der norwegischen Presse wiedergegeben, der Rechtsstaat»- punkt des norwegischen Außenministers, der Chamberlains Lügen widerlegte, aber in der englischen und französischen Presse glatt unterschlagen. Uebri- gcns wäre der UeberfaU genau so rechtswidrig gewesen, wenn es sich um ein deutsches Kriegsschiff in norwegischen Gewässern gehandelt hätte und nicht um die feige Ermordung waffenloser deutscher Seeleute, wobei allerdings der englische König diese Mörder noch besonders belohnte. Wenn der „Daily Telegraph" als Regierungsorgan behauptete, durch das Entrinnen der „Altmark" in den Iösfing-Fjord sei der Tatbestand des Anlaufens eines Hafens gegeben, dann ist diese Flunkerei nicht ernst zu nehmen, denn erst durch die Piraterie der englischen Kriegsschiffe ist im Einvernehmen mit den norwegischen Behörden die normale Fahrt durch die neutralen Küstengewässer unterbrochen worden. Das englische, auch in den Noten immer wiederkehrendö Moment läuft nur auf die feige Entschuldigung hinaus: Nicht der Mörder, sondern der Ermordete ist schuldig. Ganz klar wird übrigens die britische Blut- und Rechtsschuld auch dyrch Art. 2 des von den Briten mitunterschriebenen Haager Seerechtsabkom- mens: „Alle von Kriegsschiffen der Kriegführenden innerhalb der Küstengewässer einer neutralen Macht begangenen Feindseligkeiten mit Einschluß der Wegnahme und der Ausübung des Durchsuchungsrechts stellen eine Neutralitätsverletzung dar und sind un- : bedingt untersagt." Das Recht sprach also für Norwegen i u nd für Deutschland. Ader England kehrte • frech den Spieß um und bombardierte seinerseits die ; Norweger mit wesenlosen Vorwürfen, Forderungen : und Protesten. Die Osloer Regierung klagte über - die Verkennung ihres Rechtsstandpunktes, über die - feige Haltung der Presse der übrigen neutralen - Länder, über die Einsichtslosigkeit der englischen Rom, 28. Februar. (DNB. Funkspruch.) Unter der Überschrift „W arnung" beschäftigt sich „Giornale d'I t a I i a" mit einem Artikel des „Daily Herald", der eine bevorstehende Offensive der beiden Plutokratien gegen Italien ankündigt. Das ßabourblatt behaupte, es gäbe zwischen Deutschland, Sowjetrußland und Italien keinen Unterschied. Diese drei Nationen stellten eine Gefahr für den Frieden dar, und es erklärte dann, p)enn die Weftmächte heute gegen eine dieser Autokratien kämpften, müsse ihr wahres Friedensziel darin bestehen, sie alle drei zu erschüttern. Dies fei, so sagt „Giornale d'I t a l i a" eine neue kriegerische Kundgebung des sog. „Pazifismus" einer britischen Partei. Nicht zufrieden mit einem Krieg, der bereits schwer und voller Unbekannten sei, bemühe sie sich, „im Namen des Friedens" eine Ausbreitung des europäischen Konflikts herbeizuführen. Inmitten eines Krieges erdreiste sich diese Partei noch einmal, Italien den Krieg anzudrohen. Diese Kundgebungen erschienen umso interessanter, als sie trotz der Wir warnen! Der allem Gesetz und den einfachsten Grundsätzen der Menschlichkeit widersprechende UeberfatI des britischen Zerstörers „Cossack" auf den deutschen Regierungsdampfer „Altmark" im norwegischen Iösfing-Fjord hat sehr unerfreuliche Weiterungen für Norwegen gefunden. Die rechtliche Stellung der norwegischen Regierung war klar. Außenminister K o h t berief sich auf den Artikel des Haager Seeneutralitätsabkommens von 1907, der ausdrücklich Deutsche JUeger über Paris und Nordostfrankreich. Brüssel, 28. Febr. (DNB.) In einer lieber« sicht über die Fliegertätigkeit im Westen sagt Reuter, deutsche Aufklärer hätten am Dienstag frühmorgens die französische Grenze in größeren Gruppen überflogen. Sie hätten sich dann in kleinere Gruppen geteilt und seien nach verschiedenen Richtungen weitergeflogen. Fast überall im Nordosten Frankreichs und in der Gegend von Paris habe man Fliegeralarm geben müssen. Wie hohe militärische Stellen erklärten, fährt Reuter fort, werde Fliegeralarm nur dann gegeben, wenn große Verbände nahten. Deshalb habe man keinen Alarm gegeben, als sich am Montagabend zwei feindliche Flugzeuge Paris näherten; nur die Flakabwehr sei in Tätigkeit getreten. Am Dienstag früh sei in Paris Flieger- Es gibt kaum ein anderes Land, das so weltfern liegt und aus dem so spärliche Nachrichten nach Europa bringen, wie Tibet, über das sich einst der Sage nach bas „Dach ber Welt" wölbte Dorthin fuhren keine Eisenbahnen, unb wenn sich em abenteuerlustiger Frember in jene gigantische Gebirgswelt verirrt, so gelingt es ihm nur ausnahmsweise, ben Weg in bie Zivilisation zurück- zufinben. Unb doch rückt Tibet, biefes in seiner politischen Struktur einzigartige Lanb, immer näher in bas Blickfelb bes Weltinteresses. Bezeichnet man boch Tibet als „Hintertüre" zu ben in Asien um ben Vorrang tämpfenben Machtsphären. Aber biese Tür ist bisher fest verschlossen gewesen; niernan- bem ist es bisher gelungen, vielleicht mit Ausnahme von Chinesen, benen Tibet einst tributpflichtig war, tief in bas Lanb ber Geheimnisse einzubringen unb es ben machtpolitischen Plänen ber asiatischen, i rr ’ *■ ..... .... gung präsentierte Churchill ben Neutralen gegenüber mit einem verschämten Augenaufschlag und ber „Rechtfertigung", daß eine völlige Schließung ber Blockade im Interesse der Neutralen (!) vermieden werden müsse. Dieser Köber bürste allerbings um so schwerer zu schlucken sein, als ber Lorb unmittelbar nach biefer Aeußeruna im Zusammenhang mit bem Piratenschiff „Cossack" im norwegischen Hoheitsbereich mit drohender Stimme ausrief: „Nach ber augenblicklichen Doktrin ber neutralen Staaten soll Deutsch- (anb anscheinenb eine Reihe von Vorteilen gewinnen, inbem es alle Regeln bricht unb bie gemeinsten Sin Gott bestieg den Thron Von unserem U -Berichterstatter. Berlin, 27. Febr. (DNB.) Am 29. Dezember 1939 wurde deutscherseits die Torpedierung eines britischen Schlachtschiffes der „Queen-Elizabeth"°K lasse westlich von Schottland durch ein deutsches U-Boot bekanntgegeben. Von der britischen Admiralität wurde die schwere Beschädigung des Schlachtschiffes bisher verschwiegen. Erst am 27. Februar hat Chur- chill sich dazu bequemt, vor dem Unterhaus ein- zugestehen, daß das S ch l a ch t s ch i f f „B a r - Jam" torpediert worden sei. Die „Barham" gehört zu den Schiffen der „Queen-Elizabeth"- Klasse die in den Jahren 1913 bis 1915 erbaut wurden. Das Schlachtschiff ist 31100 Tonnen groß, hat eine Friedensbesatzung von 1180 Mann, eine Geschwindigkeit von 25 Seemeilen und ist u. a. mit acht 38,1-cm-, 12 15,2-cm-Geschützen und acht 10,2-cm-Flakgeschützen ausgerüstet. Die „Barham" hat sich bis heute noch nicht von dem Treffer des deutschen U-Bootes erholt. Churchill hat sich im Rahmen einer verspäteten Beichte vor dem Unterhaus ebenfalls dazu entschlossen, die schweren Beschädigungen d e s S ch l a ch t s ch i f f e s „N e l s o n", bes Flaggschiffes ber britischen Heimatflotte, zuzugeben, bas, wie bereits von der deutschen Presse gemeldet, im vergangenen Dezember einen Minentreffer erhielt. Die „Nelson" hat eine Wasserverdrängung von 33 950 Tonnen und ist mit seinen neun 40,6-cm- und zwölf 15,2-cw-Geschützen sowie seiner besonders schweren Flakarmierung zur Zeit das stärkste und modernste britische Schlachtschiff. Unter dem Druck der deutschen Veröffentlichungen hat Churchill mit der Wahrheit herausrücken müssen, nachdem er wochenlang versucht hat, die schweren Beschädigungen der auch heute noch nicht wieder seetüchtigen Schlachtschiffe zu verheimlichen. . , geschweige denn europäischen Mächten vollends gesügia zu machen. An den Grenzen Tibets stoßen die Landmassen der großen Reiche der Erde zusammen: China, Sowjetrußland (durch das Vordringen in Sinkiang) und Großbritannien könnte. Die Priesterherrschaft Tibets und ihre Träger bezeichnen sich als unsterblich, und sie ist keineswegs gewillt, ihre in der Bevölkerung fest verwurzelte Machtstellung zugunsten einer verweltlichten Herrschaft aufzugeben, was auch mit dem buddhistisch- lamaistischen Glauben im Widerspruch stehen wurde. Verkörpert sich doch die Gottheit immer von neuem in der Gestalt des Dalai Lama, und es ist undenkbar, daß dieser höchsten Autorität sterbliche Menschen bei- oder übergeordnet würden. Entkörpert sich ber herrschende Dalai Lama, so begeben sich Priesterabordnungen über alle lamattischen Lande, bis hinauf nach ber Mongolei, um ben wieder geborenen Dalai Lama zu suchen. Das Kind mutz die heiligen Zeichen aufweisen: nach oben gewölbte Augenbrauen, ein geheimnisvolles Lächeln mutz um seine Lippen schweben, ein Regenbogen muh über bem Hause, in dem es zur Welt kam, angehalten haben, unb manche andere Zeichen müssen eingetreten sein, ehe die Lamas den roiebergeborenen Gott erkennen. Nun wirb ber gefundene Dalai Lama nach Lhasfa gebracht unb bart -n strenger Abgeschiedenheit von den Priestern bewacht. Schon vor einigen Monaten wurde berichtet, ba§ ber neue Dalai Lama gefunden unb in der Hauptstadt feier lich empfangen worben sei. Aber da er noch em kleines Kind ist, wirb em Vormundernannt be im Volksmunb den Namen ,König fuhrt, und der auch berufen ist, bem Dalai Lama seine sieben hei ligen Namen zu geben. aus Lhassa kommt jetzt di- Nachricht bah ble Zeremonie ber Namengebung in bie,er> Tagen statt gefunden hat. Der kleine rmederoerkorperte Gott wird dabei auf einen Thron gesetzt, er erhalt eine silberne Quaste in bie Hand unb wirb mit feinen neuen Namen angerebet. Fortan bars er keine Frau mehr sehen, unb wenn er Fleischnahrung «rt f muh vorher ein Sehet gesprochen werben burch bas bie Wiederverkörperung bes getöteten Ste«« fl wiihrleistet wirb. Der 14. Dalai Lama wirb nun in ber höheren Magie unterrichtet unb lernt angeblich bie Geheimnis,e aller Dinge kennen; i-boch uhrt der Vormund in den weltlichen Dingen in fernem Namen die Regierung bis zur Großiahngkett de ^Gerabe jetzt wirb bie weltliche Herr schäft in Tibet von besonderer Bedeutung. De-; r isih Cinfluh wächst an den Grenzen d«s °°rschl°II-nen Reiches. In Kaschgar, Yarkanb, Kulbscha. aus allen Zusuhrstrahen nach Indien «pwn-n dnti^e Agen en ihre Intrigen unb stoßen dort auf rufftfä?; Smflul e. An ben Norbgrenzen Snbiens gart es, tn ® o J ristan herrscht offener Aufruhr gegen die Lrttem Hier zeigt bas britische Empire Risse, »Ml* zu Spalten erweitern. Dort an y-n Grenzen »es ÄÄ^nTau “Ä h°t England Wucht in Lhasta verstärkten Einfluh zu 8«mtnnen_ Line fchwankeL-n Positionen in Inbien fchwachen alarrn gegeben worden, als eine Gruppe von Flugzeugen die Alarm!inie für Paris überflog. Der gestrige Wehrmachtsbericht. B e r 1 i n, 27. Febr. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Keine besonderen Ereignisse. Oer russische Heeresbericht. Moskau, 27. Febr. (DNB.) Wie der Heeresbericht des Militärbezirks Leningrad vom 26. 2. rnit- teilt, fetzten die fowjetruffi scheu Truppen ihren Vormarsch in der Richtung finnischer Befestigungswerke auf der Karelischen Landenge fort. Finnische Gegenangriffe wurden mit großen Verlusten zurückgeschlagen. Weiter teilt der Heeresbericht mit, daß russische Truppen auf der Insel Koivisto (B j ö r k ö) insgefamt 26 finnische Festungsanlagen, darunter 15 betonierte Artilleriestellungen, zwei Festungs- bunter sowie zahlreiche Waffen und Lebensmitteldepots erbeutet hätten. An den anderen Frontabschnitten sei der Tag verhältnismäßig ruhig verlaufen. Die sowjetische Luftwaffe habe militärische Ziele der Finnen angegriffen und bombardiert. 19 finnische Flugzeuge — so teilt der Leningrader Heeresbericht mit — seien bei Luftkämpfen ab geschossen worden. mit Indien. Als im Jahre 1904 der britische Oberst Poung- Husband mit einer kleinen Armee von 4000 Mann nach Lhassa vordrang und die Lamas zur Kapitulation zwang, hatte dieser unentschuldbare gewaltsame Einfall in ein fremdes Land zur Folge, daß Tibet mit Indien in einen näheren Kontakt kam, der sich noch mehr vertiefte, als der Dalai Lama unter dem Druck der Chinesen zeitweilig in Indien Zuflucht suchen mußte. In Tibet haben nun im Laufe der letzten Jahre einschneidende Veränderungen stattgefunden. Zum ersten Male in der Geschichte des Landes war es geschehen, daß die beiden Throne, der des Dalai Lam-a in Lhassa und des Pantschen Lama unbesetzt geblieben waren. So war es denn möglich gewesen, daß das Ausscheiden der in der Person der beiden höchsten Lamas verkörperten Gottheiten dazu geführt hatte, daß sich abseits der Priester- Herrschaft weltliche Kräfte zu regen begannen, die Tibet einen moderneren Kurs aufzuzwingen versucht hatten. Dabei fällt in erster Linie das tibetanische Heer ins Gewicht, das zwar nicht groß ist, aber im Inneren des Landes eine arohe Rolle zu spielen beginnt. Die obersten Befehlshaber der tibetanischen Formationen, die sogenannten „Kupons", begeben sich oft in die Grenzgebiete und verkehren auch gelegentlich an den indischen Fürstenhöfen. Auch einige Leiter der Zivilverwaltung zeigen eine gewisse Neigung, Reformen in ihrem Lande durchzuführen, aber alle diese Reformbewegungen sind uneinheitlich und bleiben an Aeußerlichkeiten haften, denn die Führer der sogenannten Reform- bewegung sind sich darüber klar, daß der Eintritt Tibets in eine moderne Staatengemeinschaft die Unabhängigkeit des Landes in Frage stellen und die Einmischung fremder Mächte zur Folge haben Regierung, die fortfuhr, die Lügenbehauptungen Champerlains in Noten zu wiederholen, die die norwegische Regierung knieschwach machen sollten. Das Ziel der englischen Angriffe war klar und wurde wiederholt ausgesprochen: Norwegens Neutralität war den Briten ein Dorn im Auge, sie sollte zugunsten einer Erweiterung des Kriegsschauplatzes gebrochen. Recht in Unrecht verwandelt werden. Wir Deutschen haben dieses Spiel der englischen Regierung kommen sehen. Wir haben darauf hingewiesen, daß der Fall „Cossack" zeigt, was den Neutralen blühen würde, wenn sie englifche Rechtsbrüche hinnehmen oder dulden. Aber es war zunächst Norwegens Sache, sein unbestreitbares Recht mit den ihm zustehenden Mitteln zu verfechten. Inzwischen ist die norwegische Regierung wirklich knie- schwach geworden. Außenminister Koht ließ sich herbei, dem englischen Außenminister Halifax gegenüber gewisse „Irrtümer" in juristischer Beziehung zuzugeben, jo als ob es sich bei der ganzen Angelegenheit nicht um ein barbarisches Verbrechen Englands, sondern um eine juristische Streitfrage handele, in der sich Norwegen verteidigen müsse, statt anzuklagen. Damit war die fundamentale Tatsache des Neutralitätsbruches unter dem wachsenden englischen Druck auf ein Dieben* geleise geschoben, der norwegische Rechtsanspruch also praktisch aufgegeben worden. Welch seltsame Entwicklung! Für uns ist es einfach unverständlich, daß eine Regierung, die nach göttlichem und menschlichem Recht alle Argumente auf ihrer Seite hat, sich plötzlich in die Rolle des Angeklagten versetzen läßt. Wir können es nicht begreifen, daß eine neutrale Regierung sich zu der Anerkennung zwingen lassen sollte, daß englische Gewalt dem neutralen Recht vorangeht. Wir müssen vielmehr in die semi Stadium des Falles „Cossack" mit allem Nachdruck noch einmal vor dem englischen Bemühen warnen, die Neutralität ber skandinavischen LändeP zu unterhöhlen und so die Voraussetzungen für eins Kriegsauswettung im Norden zu schaffen. E. S< Erkenntnis in Norwegen. Oslo, 28. Febr. (DNB. Funkfpruch.) Die natioi .nsle Wochenschrift „Fritt Folk" schreibt zu beul brutalen englischen Ueberfall im Jöffing-Fjord: „England fängt an einzusehen, daß es Deutschland nicht in ehrlichem Kampf besiegen kann. Seine einzige Hoffnung ist, alle Nationen auf seine Seite zu ziehen, damit es sich dann, wenn einmal die Explosion eintritt, auf den Wrackresten Europas über Wasser halten kann, oder alle Nationen mit ihm zugrunde gehen. Hier muß Norwegen entschlossen erklären, daß es nicht als Rettungsring für das finkende Albion dienen will, lieber 200 Jahre hat England Europa in einem Fieberzustand gehalten. Das kann nur aufhören, wenn England zum Glück Europas und feines eigenen Volkes aufhört, Einfluß auf die europäische Politik zu haben." Die beratenden Aerzie des Heeres In dem Bestreben, während des Krieges unseren Soldaten auch die denkbar beste ärztliche Betreuung zugute kommen zu lassen, ist aus einigen hundert hervorragenden medizinischen Spe- zialfflen ein Gremium „beratender" Aerzte des Heeres gebildet worden. Diese beratenden Aerzte, von denen viele Universitätslehrer sind, haben innerhalb einer Armee oder eines Wehrkreises die Lazarette zu besuchen und mit den auf ihrem Sondergebiet größeren Erfahrungen den Sanitätsoffizieren zur Seite zu stehen. Beim beratenden Chirurgen kann es sich dabei z. B. um Fragen des geeigneten Zeitpunkts der chirurgi- schen Hilfe oder um die beste Vor- oder Nachbehand- hing handeln. Der beratende Chirurg greift, zur Unterstützung des in anstrengender Tag- und Nachtarbeit eingesetzten Sanitätsoffiziers, auch selbst chirurgisch ein, und mancher Soldat erfährt vielleicht später, daß er einem bekannten Kliniker seine Gesundheit verdankt. Auch bei den inneren Leiden oder auf den Gebieten der Hygiene, der Kampfftoffe usw. geht es nur darum, die an sich selbstverständlich vorhandene' hervorragende Ausbildung des Sanitätsofiziers nach der einen oder anderen Richtung zu ergänzen. Aus aller Welt. Schach an der Front. Der Großdeuffche Schachbund führt ein Front- fe rnturni er durch, das nur Soldaten als Teilnehmer hat. Die Züge werden dabei durch Feldpostkarten ausgetauscht, feder Spieler führt gleichzeitig 3 Schachpartien. Die Veranstaltung hat beim Heere einen so starken Anklang gefunden, daß bereits 50 Spielgruppen mit je 4 Teilnehmern in Gang gesetzt werden konnten, so daß gegenwärtig 200 schachspielende Soldaten an dem Turnier beteiligt sind. Byrd entdeckt pazifische Küste des Südpol-Kontinents. Admiral Byrd funkte dem Marineminifterium in Washington, er habe 1200 Meilen östlich von Klein-Amerika vom Flugzeug aus die langgesuchte pazifische Küste des Südpolkontinents und ein von der Küste sich südwärts erstreckendes hohes Gebirge entdeckt. 200 Meilen der Küste habe er topographisch ausgenommen. Japanisches Militärflugzeug abgestürzt. Das japanische Kriegsministerium gibt bekannt, daß am Montag bei Kioto ein Militärflugzeug ab- gestürzt fei. Unter den sechs Insassen, die getötet wurden, befand sich Generalleutnant Hozofi, Generalmajor Okada und Oberstleutnant Tsuji. Das Flugzeug ist vollkommen oert) rannt. Hozo-ji war ein bekannter Flieger und Instrukteur der japanischen Luftwaffe. kolumbianisches Verkehrsflugzeug abgestürzt. Das zweimotorige Verkehrsflugzeug „Jimenez de Quefaba" ist am Dienstagvormittag auf dem Fluge von Bogota nach Bucaramanga mit zwei Mann Besatzung und zehn Passagieren abgestürzt. Sämtliche Insassen sind tot. Vollstreckung eines Todesurteils. Am 27. Februar 1940 ist der am 9. Juni 1914 in München geborene Johann Weilnhammer hingerichtet worden, den das Sondergericht in München als Volksschädling zum Tode und zum dauernden Ehrverlust verurteilt hatte. Um sich Gelder zu Vergnügungszwecken zu verschaffen, entriß Weilnhammer unter Ausnutzung der Verdunkelung an zwei aufeinanderfolgenden Abenden erwerbstätigen Frauen, die sich auf dem Heimweg von der Arbeitsstelle befanden, die Handtasche. GemeinschastsMfe -er irtschast. Berlik, 27. Febr. (DNB.) Bei der Durchführung kriegswirtschaftlicher Maßnahmen wird sich auf gewissen Wirtschaftsgebieten für einzelne Unternehmungen die Notwendigkeit ergeben, ihre B e - triebe stillzulegen. Um die volkswirtschaftlichen Werte der zum Stillstand kommenden Unternehmungen der Gesamtwirtschaft zu erhalten und um ihre Arbeitsplätze für künftige Zeiten zu sichern, hat der Ministerrat für die Reichsverteidigung die Verordnung über Gemeinschaftshilfe der Wirtschaft vom 19.2.1940 erlassen. Die Verordnung sieht vor, daß den stilliegeniden Unternehmungen in gerechtfertigten Fällen Beihilfen zur Erhaltung ihrer Betriebe gewährt werden können. Die Aufbringung und Verteilung der hierzu erforderlichen Mittel wird durch die Verordnung der Wirtschaft als Gemeinschaftsaufgabe übertragen. Voraussetzung für die Gewährung von Beihilfen ist das durch kriegswirtschaftliche Maßnahmen aus- gelöste Stilliegen der antragstellenden Unternehmung. Als berartige kriegswirtschaftliche Maßnahmen kommen z. B. Nichtzuteilung von Rohstoffen, Nichtbelieferung mit Energie ober Entziehung von Arbeitskräften in Betracht. Zuständig für die Gewährung der Beihilfen sind die Gliederungen der Drganifation der gewerblichen Wirtschaft und bes Verkehrs sowie für gewerbliche Betriebe, die der Reichskulturkammer angehören, die Einzelkammern in der Reichskulturkammer und für den Bereich der Be- und Verarbeiter und Verteiler landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Sinne der Reichsnährstandsgesetzgebung, der Reichsnährstand bzw. die auf Grund des Reichsnährs tanb s gefetze s gebildeten Hauptvereinigungen. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung von Beihilfen besteht nach der Verordnung nicht. Die Beilhilfen find zur Erhaltung der sttlliegenden Unternehmungen bestimmt. Die Mittel zur Gewährung der Beihilfen werden von den Organisationen der Wirtschaft, und zwar auch von den Gruppen, in denen bereits Stillegungen nicht in Betracht kommen, wie z. B. auf dem Gebiet des Bank- und Versicherungswesens, im Umlagewege aufgebracht. Die von den durch Beihilfezahlungen nicht belasteten Gruppen aufgebrachten Mittel werden denjenigen Gruppen im Wege bes Ausgleichs zur Verfügung gestellt, deren Aufkommen zur Bestreitung der von ihnen zu gewährenden Beihilfen nicht ausreichen. Für das Handwerk, die gewerblichen betriebe der Reichskulturkammer und für die Be- und Verarbeiter und Verteiler landwirtschaftlicher Erzeugnisse sind in der Verordnung aus Zweckmäßigkeits- und Drganifationsgrünben Sonderbestimmungen vorgesehen, nach denen diese Gruppen den Ausgleich nur in sich durchführen. Die Verordnung betrifft nicht die Land- und Forstwirtschaft. Desgleichen findet sie keine Anwendung auf Betriebe, oie auf Grund von Räumungs- maßnahmen ober wegen unmittelbarer Kriegseinwirkungen ftillgelegt werden müssen. Für diese Betriebe wird bas Reich die notwendigen Hilfsmaßnahmen treffen. Ferner findet die Verordnung keine Anwendung auf den Fremdenverkehr und auf die Seeschiffahrt, da mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse dieser Wirtschaftszweige insoweit andere Maßnahmen getroffen werden müssen. Vorfrühling aus Zslani). Lon unserem Og.-Äerichierstaiier. Reykjavik, Februar 1940. Für den, der sich augenblicklich in dem weit nördlich liegenden Island befindet, ist es eine eigenartige Vorstellung, zu wissen, daß der doch viel weiter südliche Kontinent und ebenso das englische Jnselreich die härteste Kälteperiode seit Jahrzehnten durchzumachen haben. Hier hingegen kann man zur Zeit eine richtige Vorfrüylingswärme genießen. Die Temperatur liegt meistens einige Grade über Null, und Schnee hat man in diesem Winter hier überhaupt noch nicht gesehen. Das gleiche ist auf den etwas weiter südlich liegenden Faeröern der Fall. Wirklich ein Winter der Paradoxe! Das ist aber auch so ziemlich das einzige, was dieses nördliche Eiland vor dem übrigen Europa voraus hat. Die sonstigen Sorgen muß es mit ihm teilen. In mancher Beziehung sind sie vielleicht sogar noch größer. Denn Island ist wie kein anderes Land vom Außenhandel abhängig und da sich dieser nur auf dem Seewege absplelen kann, sind hieraus schon ohne weiteres die Probleme feiner Staatsführung zu erkennen. Ein Viertel der Bevölkerung lebt vom Fischfang und über 40 vom Hundert von der Landwirtschaft, die allerdings im wesentlichen aus Viehzucht besteht, da Getreide bisher erst in ganz geringem Umfange, mehr versuchsweise, angebaut werden konnte. Demgemäß muß also ein großer Teil der für die Bevölkerung notwendigen Lebensrnittel e i n g e f ü h r t werden, so daß das Land einen starken Devisenbedarf hat. Die Deolfenlage aber wird durch die jährlichen Ergebnisse des Fischfangs und die Verkaufsmöglichkelten dieser „Ernte" bestimmt. Da beides in den letzten Jahren zu wünschen übrig ließ, ist das Land mit einer ziemlichen Belastung in das Jahr 1940 und in die Nöte des Krieges eingetreten. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn jetzt sehr starke Einsparungen auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens vorgenommen werden. Man geht sogar daran, das Nachrichtenwesen einzuschränken, das sich infolge der Jnsellage des Landes und feiner weiten Entfernung vom Festland in höherem Maße als anderswo der kostspieligen telegraphischen Uebermittlung bedienen muß. Die Lebenshaltungskosten sind feit Beginn des Krieges erheblich gefliegen, zumal die hohen Schiffsfrachten jede Einfuhr erheblich verteuern. Anderseits hofft man hier gegenwärtig, daß der Tiefstand der Devisenvorräte, wie er in den vergangenen Jahren zu verzeichnen war, nicht wieder kehren wird, zumal die Ausfuhr des Jahres 1939 ein günstigeres Ergebnis als in den früheren Jahren aufwies. Dabet verhehlt man sich allerdings nicht, welche Schwierigkeiten noch bei einer längeren Dauer des europäischen Krieges auftreten können. Vom Kriege selbst hat man sonst hier oben weit im Norden erfreulicherweise noch nicht sehr viel gemerkt. Wohl hat das deutsch-britische Seegefecht, das mit der Vernichtung des britischen Hilfskreuzers „Rawalpindi" endete, den bisher geradezu unantastbaren Glauben an die britische Vorherrschaft zur See stark ins Wanken gebracht. Ebenso hat es den nationalbewußten Isländer sehr unliebsam berührt, daß die Engländer vor einiger Zelt einmal ein isländisches Küsten- w a ch t b o o t, also ein Organ der öffentlichen Sicherheit für die isländischen Gewässer, angehalten haben, um die Schiffspapiere nachzuprüfen. Ganz besonderes Aufsehen hat aber seinerzeit der Fall bes britischen Fliegers erregt, der in isländischen Gewässern notlanden mußte und nachher unter Bruch feines Ehrenwortes das Weite suchte. Die Angelegenheit wurde schließlich nach einem scharfen Protest der isländischen Regierung In London beigelegt und der englische Fliegerkapitän nach Reykjavik zurückgeschickt, wo er sich nun in der Nähe der Hauptstadt von den Ansttengungen „seines" Krieges gegen Island erholt. Er hat sogar seine Frau mitaebracht, außerdem ein Motorrad und 23 (!) Koffer; fein Flugzeug aber, mit dem er die isländische Neutralität verletzt hatte, hat er wieder mitzubringen „vergessen". Es war ja auch alles nur ein „Mißverständnis" gewesen; wohl hatte er sich schriftlich verpflichtet, Island nicht zu verlassen, aber der Ausdruck „Ehrenwort" wäre, wie er damals zur Verteidigung feines Wortbruchs anführt, in dem Dokument nicht vorgekommen(!). Er war auch nicht geradenwegs nach England zurückgeflogen, sondern hatte in echt britischer Frechheit und unter Ausnutzung der isländischen Machtlosigkeit erst noch die ganze Nord- und Ostküste abpatrouiüiert und war endlich sogar noch ein zweites Mal gelandet, ehe er endgültig nach Hause flog. Man möchte hier hoffen, daß sich die unmittelbare Berührung mit dem Kriege auch für die Zukunft in diesen wenigen Fällen erschöpfen möge. Die bisherigen Erfahrungen anderer neutraler Staaten mit der britischen Seekriegsführung lassen allerdings befürchten, daß es dabei nicht bleiben wird. Aus -er Stadt Gießen. 36r <5olbof Das war im Sommer 1914. Da rückte der Gefreite Mertens schon am zweiten Mobilmachungs- tage ein. Am Morgen jenes Tages stand die junge, blühende Frau mit ihrem kleinen Söhnchen auf dem Arm am Gartenzaune und winkte ihrem scheidenden Manne noch lange nach. An den Bahnhof wollte sie — wegen der vielen Leute — nicht gehen. Schon vier Wochen später war Frau Mertens Kriegerwitwe. Ihr Büdlein wuchs heran und war ihr ganzer Stolz. — Nun kam der September 1939, und auch ihr einziger Sohn wurde zu den Fahnen gerufen. Das waren schwere Tage für Mutter Mertens, aber als dann muntere und tröstende Briefe aus dem Felde tarnen, richtete sich die Frau wieder auf. Sie wußte als deutsche Mutter, daß ja viele Kriegerwitwen in derselben Lage waren wie sie. — Noch etwas lenkte sie ab. Es gab Einquartierung. Das Stübchen ihres Buben war frei, und so bekam Frau Mertens einen Soldaten ins Haus. Er stand in demselben Alter wie ihr Sohn, und schnell schloß ihn Mutter Mertens in ihr Herz. Die offene Art, mit der er sich gab, und die Klangfarbe seiner Mundart gefielen ihr gut. Immer wieder mußte sie an ihren eigenen Sohn denken, der ein gutes Quartier gefunden hatte. „Ihr" Soldat sollte es auch gut bei ihr haben. Sie kannte bald sämtliche Angehörigen des Quartiergastes aus den Briefen, die er ihr vorlas. Von Tag zu Tag wurde das Verhältnis herzlicher. Alle Wünsche, die „ihr" Soldat äußerte, wurden erfüllt. Wohl bekam er von seiner Truppe volle Verpflegung, aber Mutter Mertens meinte, so ein junger Mensch müßte auch noch einiges nebenher essen können. So nötigte sie ihn immer wieder, 3uzulangen. Fast jeden Sonntag kam ein Kuchen auf Den Tisch. Besonders in den Weihnachtstagen wußte sie gar nicht, was sie „ihrem" Soldaten alles Gute tun sollte. Ihr eigener Sohn war auf Urlaub gekommen. Der Quartiergast wollte sich für vierzehn Tage eine andere Unterkunft suchen, aber das litt Mutter Mertens nicht. Sie machte auf dem Sofa ein gutes Lager zurecht, und fo konnten alle gemütlich zusammenbleiben. Die beiden Soldaten verstanden sich prächttg, und Mutter Mertens freute sich, sobald beide in ihre kleine Stube traten. Abends füllte sie die Wärmflaschen, obgleich beide lebhaft protestierten; sie wollten sich nicht verweichlichen lassen. Mutter Mertens blieb bei ihren Entschlüssen. Morgens früh, wenn „ihr" Soldat sich zum Dienst fertigmachte, stand schon der heiße Kaffee auf dem Tisch, und mütterlich erkundigte sie sich nach allem, ob er sich auch gut angezogen hätte, ob er nicht friere usw. Im neuen Jahre kamen seine Schwester und fein Mädchen zu Besuch. Beide wurden bei Bekannten gut einquartiert. Nun war Mutter Mertens erst recht in fröhlicher Geberlaune. Sie wollte die jungen Menschen immer um sich haben. Ihr eigner Sohn war wieder zu feiner Truppe zurückgekehrt. Auch die beiden Mädchen reiften bald wieder ab, zum großen Leidwesen von Mutter Mertens. Nun hat sie „ihren" Soldaten wieder ganz allein. Und Tag für Tag sorgt sie für ihn und bemuttert ihn, so gut es geht. Das deutsche Mutterherz in seiner großen Güte und all seinem Reichtum macht den familienfremden Soldaten zu einem glücklichen Menschen. —h. HHMM M firaft Har® Stenöe Sporfamf Detterau. KdF.-Spork! Für Frauen: Donnerstags, 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerschule. Für Männer und Frauen: 995D Hallensport (insbesondere Hallenspiele): Donnerstags, 18 bis 19 Uhr, Goelheschule. Drog. Winterhof!, Kreuzplatz 9. Drog. Pierenkemper, Seltersweg 69. Drog. Bornemann, Bahnhofstraße 17. Drog. Elges, Seltersw. 66. Drog. Seihe! ^ Die Geduldsprobe! Von Karl Robert Popp Der Ederbauer versteht feine Sache und fein Hof zählt zu den besten weit und breit Ist auch sonst kein unrechter Mann, der Eder, wenn nur der verflixte Jähzorn nicht wär! Dem Ederbauern schießt oft beim geringsten Anlaß die Gall ins Blut, und die Seinen rennen dann in Haus und Hof umeinander wie die gehetzten Hühner. Nicht daß den Eder die pure Lust am Wüten trieb, nein, es packte ihn eben und dann wars geschehen. Hinterher tut's ihm dann selber leid, daß er wieder wie ein Viech gewesen ist, und er ist dann eine Zeitlang der beste Mensch auf der Welt. Bis daß es ihn wieder packt ... Keiner aber hat unter dem alten Hitzkopf mehr zu leiden als das Hänsele, der Hütebub. Der Jung steckt bis über die Ohren voller toller Streiche und jeder einzelne von ihnen genügt, dem Ederbauern die jache Wut in die Stirn zu jagen. Dem Hänsele sein Hinterteil muß allmählich so eine Art Sohlleder angesetzt haben, so oft ist es schon in rauhe Berührung mit den Händen des Bauern gekommen. Aber so wie der Bauer nicht gegen seine Wüt ankann, liegt dem Hänsele das Schelmentum im Blut. Nur mit dem Unterschied, daß der Bauer wie oft seinen Jähzorn verwünscht, während der Bub mit sich ganz zufrieden ist. Eines abends hat der Eder dem Loiserl vom Nachbarhof über den Zaun weg fein Leid geklagt, daß er halt gar so hitzig sei und ob's denn auf der weiten Welt fein Mittel gegen die jache Wut gäbe. Der Loiserl gilt nämlich als der Gescheiteste im Dorf und er hat schon bei den verzwicktesten Sachen Rat gewußt. Sv auch diesmal. Er setzt dem lauschenden Ederbauer zunächst auseinander, daß die jähe Wut daher kommt, weil sie eben so jäh ist und daß man anfangen muß, das Jähe zu bekämpfen, wenn man die Wut wegbringen will. Es käme also darauf an, im Augenblicke des Zornes sich eine Ab- lenkung zu schaffen und diese Ablenkung bestünde darin, daß der Ederbauer dann sofort zu zählen anfangen solle. Bis hundert solle er langsam vor sich hin zählen und dabei die Hände ganz fest m die Hosentaschen stecken. „Sollst sehen" — so schließt der Loiserl seine Ausführungen — „wie alsdann dei Wuat verraucht!" Dem Ederbauern leuchtet das denn auch ein und er bedankt sich recht schön für den guten Rat. Dann harrt er der Gelegenheit, die Wirkung des Ratschlags zu erproben. Diese Gelegenheit soll nicht lange auf sich warten lassen.---Tags drauf schon trifft er auf das Hänsele, den Lausbub, wie der gerade unter der Kuh liegt und sich in den offenen Mund hinein melkt. Deshalb also gibt die Bleß so wenig Milch! Dem Bauern gibt’s einen Ruck, die Händ wills ihm hochreißen, aber noch im letzten Augenblick würgt er den Fluch hinunter, stopft die Hände in die Hosentaschen, stellt sich breitbeinig vor den Buben hin und fängt lautlos an zu« zählen: „Dans, zwoa..." Als das 5)anfeie den Bauern kommen sah, kroch es unter der Kuh hervor und griff ahnungsvoll nach hinten. Dann wartete er mit Ergebung und Geduld auf sein Schicksal... Aber , was ist denn das? Der Bauer brüllt nicht los, der Bauer haut nicht zu! Er steht vor ihm, glotzt ihn mit wütenden Augen an und bewegt seinen Mund. Dem Hänsele ist unheimlich zumute. Und bann begreift er: Der Bauer spinnt, er ist narrisch geworden! Narrische Leut soll man in Ruhe lassen, sonst werden sie gleich völlig wild. Also sieht der Bub eine ganze Weile dem rätselhaften Gebahren des Bauern zu und verhält sich mucksmäuschenstill. Einmal nur versucht er, ihm aufmunternd zuzulächeln. Da aber verzieht sich das Gesicht des Ederbauern zu solch einer wilden Grimasse, daß es der Bub aufgibt, den Narrischen auf die Weise zur Vernunft zu bringen. Der Ederbauer aber ist am zählen. Und eine Stinkwut kommt über ihn, als er so ruhig in das freche Gesicht des Hänsele schauen muß, daß er nur mit der größten Ueberwindung weitermachen kann. Während er mechanisch die Zahlen heruntermurmelt, wachen Erinnerungen an frühere Schandtaten des Lausbuben in ihm auf... Bei zwanzig fällt ihm ein, daß der Saubua noch vorgestern hinterm Stall die rohen Eier ausgetrunfen hat und er bohrt sich fast die Hosentaschen durch, um ja nicht die Fäuste aus dem Sack zu lasten... Bei vierzig denkt er daran, daß der Hänsele, der Malefizbub, vorige Woche dem Altknecht die Pantoffeln angenagelt hat, so daß er wie eine Sternschnuppe durch die Stuben schoß. Der Bauer knirscht mit den Zähnen und zählt schwer atmend weiter... Bei sechzig macht der Bub einen Versuch, zu entwischen, aber aus des Bauern Kehle kommt überm Zählen ein solches Wutgeheul, daß das Hänsele zurückprallt und sich wieder bescheiden neben der Kuh auf- stellt .. Bei achtzig endlich fällt dem Bauern ein, daß der Mistbua neulich den Sommerfrischlersjungen unter die Kuh hat schauen lassen, grad, wie sie den Schwanz hochhob und daß der Sommerfrischler daraufhin mit seinem schreienden, kuhmistbedeckten Buben ein Häusel weiterzog, — — und das gibt ihm den Rest. Er fängt zu hasten an, fann’s kaum erwarten, bis die neunzig herankommt und dann ... dann ist's fo weit: „Achtundneinzi — neinundneinzi — hundert — Himmisakraü!" Und damit hat er den Hänsele mit einem Griff an der Buxen, mit einem zweiten überm Knie und nun bezieht der Bub eine Tracht Prügel, die er sogar durch sein Sohlleder hindurch verspürt. Und ein Licht geht ihm auf, daß der Bauer wieder bei Verstände ist. Am Abend lehnt sich der Loiserl über den Zaun und fragt den Bauern neugierig: „Na, Eder, hat's eppes genutzt, mei Rezept?"----Da dreht ihm der Ederbauer feinen nicht unbeträchtlichen Rücken zu und grollt in freier Abwandlung des Götz von Berlichingen-Wortes: „Du kannst mi — wannst magst!" kostbares Wurstpapier. Mit Handschriften und Autogrammen uni er er großen schöpferischen Geister gehen wir heute höchst sorgsam um, aber frühere Zeiten waren in dieser Beziehung erstaunlich achtlos und verschwenderisch und so haben manchmal einzelne glückliche Sammler im Einwickelpapier die kostbarsten Funde gemacht. So erzählt zum Beispiel der Altmeister des Auto- graphensammlers, Fischer von Röslerstamm, er habe einmal einen Antiquar besucht, wie diesem gerade sein Hausdiener ein Stück in Papier gewickelte Wurst brachte. Ein Blick auf dieses Papier ließ den Sammler das größte Interesse für die Wurst an den Tag legen. Er erfuhr, daß sie bei einem Fleischer nebenan gekauft war und ging nun eiligst dorthin, verlangte ein Stück Wurst und schielte dabei auf den großen Papiervorrat, der in geschriebenem Notenvapier bestand. Nach einigen Worten erhält er diese Makulatur zu einem höheren Preise und verläßt freudestrahlend den Laden, denn er hatte auf dem Wurstpapier bei dem Antiquar richtig den Namen „Franz Schubert" gelesen. In diesem Wurstpapier fand sich aber nicht nur ein kostbares Schubert-Autogramm, sondern es befanden sich Kompositionen der hervorragenkstten Musiker in Originalhandschrift darunter, auch solche von Beethoven und Mozart. Nur die Namen von U bis 3 fehlten, die waren schon anbermeitig mit der Wurst verausgabt worden. In ähnlicher Weise fand der Wiener Kapellmeister Johann Herbeck wertvolle Schubert-Manuskripte, nämlich in der Ecke eines Musikladens, wo sie unter altem Papier lagen. Die Witwe von Schuberts Bruder Ferdinand hatte nämlich die im Nachlaß ihres Mannes befindlichen Noten als Makulatur verkauft. Bei einem Schweinehändler in Bozen kaufte ein Tiroler für 10 Kreuzer Schinken. Das Papier, das zum Einwickeln verwendet wurde, erwies sich als ein eigenhändig geschriebener Erlaß Andreas Hofers, der im Jahre 1809 als Oberkommandant eine Unterländer Scharfschützen - Kompanie darin er- mahnte, sie solle weniger auf Essen und Trinken, als auf den vaterländischen Dienst bedacht sein. Der glückliche Schinkenkäufer erhielt dafür mehrere Gulden. Heute würde ein solches Dokument dem Entdecker Tausende einbringen. 3m Jahre 1840 kaufte ein Autographensammler bei einem Fischhändler in Yarmouth ein Stück Seezunge, die ihm in ein Stuck steifen Papiers ein- gewickelt wurde. Zu Hause sieht er sich das merk- würdige Einpackpapier an und findet hier eine Rechnung über Lebensmittel für die im Tower untergebrachten Gefangenen mit Unterschriften von Ministern König Jakobs II. Spornstreichs kehrt er m den Fifchladen zurück und kauft diesmal einen Schellfisch, der ihm in ein großes Stück Papier aus Foliobande eingewickelt wird. Er kauft nun allmählich alle verschiedenen Fischarten und bekommt ein gewaltiges Bündel alter Papiere, die nach der Aussage des Fischhändlers aus Summerset House stammen. Beim Studium der Blätter findet er Rechnungen des Schatzkanzlers mit eigenhändigen Unterschriften Heinrichs VII. und Heinrichs VIII., Garderobenrechnungen der Königin Anna, eine Abhandlung über das Abendmahl ih der kindlichen Handschrift Eduards VI., eine Entscheidung in Sachen des Hosenbandordens von der Hand der Königin Elisabeth, Gehaltsquittungen unterzeichnet von Newton, von den Dichtern Pope und Dryden, von dem Architekten Christopher Wren und anderen. Der Fischeinkauf hatte sich MM ganz allein, ib bemuttert utterherz in chtum macht n glücklichen —h. flasch« BMI* inllreDfogerlf. lerenkeoper. bnfstraße 17. '.unkf.Str.ag gleich beide ht venvelch- ihren Ent- 'dot sich zum 6 Kaffee auf sie sich nach hätte, ob er ter und fein I Bekannten Hertens ech e die jungen fiflner Sohn )rt. Auch die zum großen Schillerschule. 995V eie): «efchule. en kaufte^ Papier, da wies sich Andrea? nanbant > dann « unb »«ft acht lein-L mehrere M »Ht dem Ol nofl e ei"" nesm-u mit <Äi» der tro ih Iben^^nt- ri-, <,nl der dens D« )ichier" $r(n *bil iä sä Nr ihr icht nur ein m es befan« endjten W' ich solche ►n von U bis itig mit der r Weife fand ;eck wertvolle ,r Ecke eines iapier lE ■binanb batte } besindlichen Ver a Si™ s°'d. vu^ ^'twen in FSx i*ä Lmu&te sie »Utes Qua'r. ? °uch aut ^ngehö. 'mle ? ihr JMjltnis 7 äußerte, ner Irupne 3. weinte, |0 "ges neben, wer wieder, Kuchen auf * P« 8« ®ute tun "»d getom. erzehn Xaae litt Mutier fQ ein gutes w'chzufam. standen sich sich, sobald Bürgermeister Bogt AVtvt Vergeßt nicht den kauf von Volksgasmasken beim zuständigen VSV.-Amlswalter! Vor einigen Tagen weilte Gauleiter Sprenger in Gießen, um sich nach Anhören des Oberbürgermeisters Ritter mit den Ratsherren der Stadt Gießen über einen Vorschlag zur Besetzung der Stelle des er st en Beigeordneten unserer Stadt zu besprechen. Auf Grund dieser Besprechungen hat der Gauleiter als Beauftragter der NSDAP, den bisherigen zweiten Beigeordneten unserer Stadt Heinrich Vogt für die Stelle des Tie schon die Leber in die Pfanne tun? Sie schaute eine ganze Weile durch das Schlüsselloch. Dieser Kerl, der Detektiv mußte doch eine schlimme Nach- richt gebracht haben, wenn er es auch abstritt. Frau Henriette weinte. Nie vordem hatte Lene die gnädige Frau so herzzerbrechend weinen sehen. Sie schämte sich, dem zuzusehen, richtete sich auf und schlich leise wieder in,ihre Küche. Aber Frau Henriette war eine Frau, die sich nicht lange ihren Gefühlen hinzugeben vermochte. Nach einer Weile steckte sie ihr Taschentuch ein, zog geräuschvoll noch einmal Luft durch die Nase, denn der Tränenschnupfen saß da noch — und stand &a”ßene?" rief sie, „beeilen Sie sich mit dem Essen, ich' habe nachher einen eiligen Weg." Sie war hart mit sich. Das Leben, meinte sie, habe ihr das beigebracht. Sie wich vor Schwierigkeiten oder Hindernissen nicht aus. Ludwig war tot. Das Mädchen, sein Kind, stand schutzlos da. Sie hatte dieses Kind bisher nicht anerkannt, weil sie nichts von ihm gewußt hatte. Sie gedachte auch jetzt nicht, die letzten, sich ergebenden Folgerungen zu ziehen. Eine Gemeinschaft kam nicht m Frage Aber sie hatte sich ein frauliches Gefühl bewahrt, eine mütterliche Weichheit, von der sie gar nicht gewußt hatte, daß sie in ihr gewesen war — sie wollte sich um Ludwigs Tochter kümmern Vielleicht konnte man das Mädchen mit Geld unterstützen oder ihr zu einem Beruf verhelfen, zu einem bürgerlichen, versteht sich. Die Handelsschule würde sie für Jwanka bezahlen und vielleicht einen Schreibmaschinenkursus ober was es da zu lernen 9°(5te hatte kein Empfinden dafür, daß sie in fuhr in die Eicerostrahe Sie khatte kein Empfinden dafür, daß sie in diesem Haus vielleicht gar nicht gern gesehen werde daß sie zumindest mit einer anderen m- neren'Einstellung zu diesem Besuch hatte kommen müllen. Sie klingelt- und als Jwanka ossnete trat sie ein und sagte: „Ich bin Frau Henriette Car- lotti, die Mutter Ludwig Carlottis. Jwanka starrte die alte Frau an Ihre erste, unbeherrschte Regung war, die Tur wieder zuzu- . machen Was konnte von dieser Frau Gutts kom- 1 men! Aber sie sah sofort ein, daß das mcht mog- „Lassen wir das." Frau Henriette räusperte sich. „Mein Sohn hat mir nie etwas von Ihrer Existenz gesagt. Deshalb komme ich erst heute. Ich erfuhr die Zusammenhänge erst vor kurzem. Sie müssen mir das glauben." „Oh gewiß. Ich weiß das sogar. Mein Vater befahl mir, und es war fein einziger Befehl, niemals etwas über unser verwandtschaftliches Verhältnis laut werden zu lassen. Er wünschte vor allen Dingen nicht, daß Sie erfuhren, daß er eine Tochter ycttte." „So? Das sagte er zu Ihnen?" „Ja, darum bat er mich dringend: und ich habe mich daran gehalten. Daß sein tragischer Tod die Wahrheit aufdecken mußte, ist nicht meine Schuld." „Von Schuld ist hier nicht die Rede. Es ist gut, daß das, was Sie die Wahrheit nennen, ans Tageslicht kam. Mein Sohn Ludwig war ein sonderbar heimlicher Mensch." Sie brach ab und schien nachzudenken. Dies ist nun seine Tochter, ging es ihr durch den Kopf, ich sitze ihr gegenüber und weiß eigentlich nichts zu reden. Sie ist schon zu groß, kein kleines Mädchen mehr, das spürt man. „Mein Vater hatte Angst vor Ihnen, das war es", sagte Jwanka. Sie glaubte, die Großmutter grübele über Gründe nach. „Angst? Er war ein großer erwachsener Mann. An was für eine Angst denken Sie?" „Das weiß ich nicht. Ich kenne Sie ja nicht genug. Aber mein Vater hat lebenslänglich in Angst vor Ihnen gelebt. Das hat er mir oft gesagt. Wenn irgend etwas nicht ganz so verlief, wie er es gehofft hatte, saß er bei mir und sprach sich aus. Einige Male riet ich ihm, zu Ihnen zu gehen, aber das lehnte er ab." Frau Henriette saß steif wie aus Holz. „Warum lehnte er das ab?" „Ich mochte es nicht wiederholen müssen. „Auch nicht, wenn ich Sie darum bitte?" Jwanka sah sie an, die da so steinern saß. Alles Leid war von ihr gekommen, wußte sie. Das Leid meiner Mutter hat sie verschuldet, den Kummer und die Nöte meiner Kindheit. Warum schone ich sie? Ich will mich nicht rächen: das wäre klein. Sie ist eine alte Frau. Aber da sie nach der Wahrheit verlangt, soll sie sie hören. (Fortsetzung folgt) lich war. Außerdem war es zu spät. Frau Henriette stand bereits im Flur. „Bitte", sagte Jwanka also und öffnete die Tür in das Wohnzimmer, „treten Sie näher. Was führt Sie zu mir?" Sie bot Platz an und setzte sich der alten Dame gegenüber. Die Tür' in das Schlafzimmer stand geöffnet. Frau Henriettes Blick fiel auf den vene- zianifchen Spiegel. Es war Zufall. Sie sagte: „Der ist von Ludwig; er hatte ihn auf der Auktion Butzmann' erworben." „Ja", sagte Jwanka. „Den Spiegel schickte mir mein Vater eines Tages. Aber Sie können ihn zurückhaben, wenn Sie Wert darauf legen." Ihr Mund war schmal. Frau Henriette hob den Blick. Sie überprüfte das andere Gesicht. Es war ihr fremd, völlig fremd. Gewiß. Und doch, da waren Ludwigs Züae, die Stirnpartte und das Kinn, die sie kannte, die die ihren waren so gut wie Ludwigs. „Sie sehen ihm wenig ähnlich." „Nein; ich bin ganz nach meiner Mutter geschlagen." Frau Henriette zog die faltigen Mundwinkel etwas hoch. „Da Sie ein Mädchen sind, zum Glück", sagte sie und es war das erste nette Wort, das sie fand. Dann verdunkelte sich ihr Gesicht rasch wieder. „Daß mein Sohn, also Ihr Vater tot ist, wissen Sie sicherlich?" ,3a. Es ist furchtbar traurig. Er wurde ermor- öet. Wissen Sie schon Näheres, hat man den Täter?" „Nein. Die Polizei sucht noch." Ihr Gesicht verschloß sich. „Haben Sie ihn geliebt, trifft es sie sehr?" Jwanka legte nachdenklich den Kops schräg. Was für eine merkwürdige Situation war dies. Die Frau da war ihre Großmutter, aber sie saß ihr kühl und fast feindselig gegenüber. Was wollte die alte Frau von ihr? Es war nicht anzunehmen, daß sie nur aus Neugier oder Schwatzhaftigkeit gekommen war. f)abe ihn nicht so geliebt, wie Sie es als seine Mutter wohl taten", sagte sie. „Vielleicht müßte ich Ihnen mein Beileid aussprechen? zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Straserschwerend wurde berücksichtigt, daß der Angeklagte in den Dienst eines Staates getreten ist, mit dem sich das Deutsche Reich im Krieg befindet. Der Zigeuner Lenhard Weiß aus Nieder- Appenfeld, z. Z. in Strafhaft, war des Diebstahls, der Hehlerei und der Urkundenfälschung beschuldigt. Er hatte im Januar 1938 in Niederaula und Romrod 2 Herrenfahrräder entwendet und im November 1937 und im Januar 1938 ein Damenfahrrad und ein Herrenfahrrad, von denen er wußte, daß sie gestohlen waren, verkauft. Weiterhin hatte er sich dem Gesängnisvorsteher in Alsfeld gegenüber mit einem ihm nicht zukommenden Namen ausge- wiesen. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig. Der Anklagevertreter beantragte unter An- rechnung der bereits verhängten Gefängnisstrafen eine Gesamtgefängnisstrafe uon fünf Jahren, abzüglich der Untersuchungshaft und der bereits ver- büßten Strafe. Der Verteidiger beantragte mit Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten eine wesentlich geringere Strafe. Der Angeklagte wurde des Diebstahls, der Sachhehlerei und der mittelbaren falschen Beurkundung schuldig erkannt und unter Freisprechung im übrigen und unter Einbeziehung der durch Urteil des Amtsgerichts Paderborn vom 21. Juli 1939 erkannten Gefängnisstrafe, sowie der in dem Urteil eines Kriegsgerichts vom 25. Juli 1939 erkannten Gefängnisstrafe zu einer Gesamtgefängnis st rase von vier Iah- ren und sechs Monaten, abzüglich zwei Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, BerUn $6.8od[e8ung. (Nachdruck verboten!) Die Mutter war in einemi Hotelbedien stet. in^dem kchde zweimal nach äFÄÄ SWÄ 3« un^agula die entsprechenden Papiere kommen. Nein!" sagte Frau Henriette und raffte sich auf. s; aws* laßt sich alles beweisen." •äwsfÄS MSWÄtrtflUSS äWäS,"«?« betrachtete sie; er stand schon in ver xur. los ist?" . »in Mord?", meinte „■&ÄÄ.Ä «• S Jlnfufl, wie kommen Sie ^enn7.^°r?(f*^neg "°U Ca'dotti ist Großmutter Kwor^n. D B I ^ie sah Das Mädchen Lene r.ß Me W Herrn Zacharias in einem Trauer- „Dumme, unangebrachte z . $ür 3U haus", sagte sie ärgerlich und war! Dann ging sie ^rsichttg Konnte Wohnzimmer durch das kleine toctjiuneuuuj zeit wird ebenfalls auf die erkannte Strafe angerechnet. Straferschwerend wurden die Vorstrafen des Angeklagten und die Tatsache, daß sein ganzes Treiben auf Lug und Trug aufgebaut ist, strafmildernd seine Jugend berücksichtigt. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß dem Angeklagten durch eine empfindliche Strafe klar gemacht werden müffle, daß er auf andere Wege kommen müffle. Gießener Gchlachlviehmartt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehversteiae- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 41,5, Dullen 39 lns 43,5, Küche 15 bis 44,5, Färsen 39 bis 44,5, Kälber 35 bis 63, Schafe 23 bis 40 Rpf. je Vt kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezachlt: Klasse a (150 und mehr kg) 1,09, bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,09, c (90 bis 119,5 kg) 1,07, d (80 bis 89,5 kg) 1,01, e—f (60 bis 79,5 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,09, i (Altschneider) 1,09, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. Marktverlauf: Regelmäßig. Alles zugeteilt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Mitte: 20.30 Uhr im "^urö^of ®$ulungsabenb. — Populärwissenschaftliche Dortrage der Universität: 20.15 Uhr im fror- (oal des Kunstwisienschaftlichen Instituts Präses,or ® lD(tnel-U^er "Einführung in die Aesthetik der bildenden Künste'. 20.15 Uhr im Hörsaal des Phy- sikattsch-chernlschen Instituts Professor Hock über "Aubgewählte Kapitel aus der Physikalischen Chemie Vortrag II „Molekularbewegung", mit Bildern - Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Bengalische Zukunft . — Gloria-Palast, Seltersweg: „Weltrekord im Setten prung" - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Kriminalkommissar Eyck". D Bestrafung von Preistreibern. NSG. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landes- rcgierung, Stelle für die Preisbildung — hat gegen den Inhaber eines Steinbruchbetriebes wegen er- heblicher Preisverstöße beim Absatz von Sand Kies und Steinen im Unterwerfungsverfahren eine Strafe von 50 000.— RM., gegen eine Konservenfabrik wegen unzulässiger Ueberschreitung der Preise beim Verkauf von Obst und Gemüfekonser- Den eine solche von 20 000.— RM. und gegen einen Obstgroßhändler wegen Preisüberschreitungen beim Verkauf von Obst eine solche von 8 000.— RM. verhängt. Bürgermeister Vogt. (Aufnahme: Borst, Gießen.) ersten Beigeordneten vorgefchlagen. Der Reichsstatt- halter in Hessen hat, entsprechend diesem Vorschlag, den Beigeordneten Vogt zum ersten Beigeordneten der Stadt Gießen mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister" berufen und Oberbürgermeister Ritter beauftragt, die entsprechende Anstellungsurkunde mit Wirkung vom 16. Februar 1940 auszusertigen. Bürgermeister Vogt steht zur Zeit im Dienste der Wehrmacht und ist im Felde. Am 11. Dezember 1901 in Offenbach a. M. geboren, kam der jetzige Bürgermeister Vogt schon in feiner Jugendzeit nach Gießen. Er besuchte hier die Oberrealschule, an der er im Jahre 1920 die Reifeprüfung bestand. An der Universität Gießen widmete er sich dann dem Studium der Rechtswissenschaften. Nack dem Studium war er zu seiner weiteren Ausbildung an den Depositenkassen Schotten unb Friedberg der früheren Mitteldeutschen Credit- banf tätig. Im Jahre 1926 bestand er an der Universität Gießen die Referendar Prüfung. Im Jahre Leiden Sie unter Frostschäden? Werden auch Sie von den in diesem Winter so häufig austretenden Frostbeulen oder von anderen lästigen und hinderlichen Frosterscheinungen geplagt, die Schmerzen, Juckreiz und Unbehagen verursachen? Dann machen Sie am besten einmal einen Versuch mit Sepso-Tinstur und bestreichen Sie mit ihr die von Frost betroffenen Haut- Partien. Sepfo-Tinttur ist ein feit über 10 Jahren ärztlich erprobtes und bewährtes Präparat, das in allen Apotheken und Drogerien erhältlich ist Die Flasche kostet fünfundfünfzig Pfennige, ein Tupsröhrchen neunundvierzig Pfennige. Sepfo-Tinttur dewirtt infolge ihrer besonders großen Tiefenwirkung eine verstärkte Durchblutung des Gewebes und beseitigt hierdurch die Frostschäden und die mit ihnen verbundenen Begleiterscheinungen. Verein ab. Dementsprechend wird in der Bezirks- und Kreisklasse verfahren, deren Meister wiederum zur Bereichs- bzw. Bezirksklasse aufsteigen. Dieser Beschluß wurde herbeigeführt, um den Meisterschaftsspielen in Kriegszeiten ein Ziel zu geben und ihre Kämpfe für alle Beteiligten reizvoller zu machen. Selbstverständlich gilt diese Maßnahme nur für die Dauer des Krieges, hat doch das Fachamt bereits stüher grundsätzlich beschlossen, daß für die Wiederherstellung normaler Verhältnisse bet der Spielklasseneinteilung die Zugehörigkeit nach dem Stande vom 15. August 1939 maßgeblich ist. Jeder Verein bleibt also Mitglied ddr Spielklosse, der er bei Ausbruch des Krieges angehörte. Meisterschaft beginnt später. Gleichzeittg hat das Fachamt Fußball den 31. März als Meldetermin der Bereichsmeister pur Teilnahme an den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft aufgehoben. In Zusammenhang mit diesem Beschluß ist die Sommerpause während der Dauer des Krieges außer Kraft gesetzt. Es ist damit den Vereinen die Möglichkeit gegeben worden, ihren Svielbetrieb während des ganzen Jahres aufrecht- zuerhalten. Das Fachamt wird die neuen Termine der Meisterschafts-Endrunde zu gegebener Zeit de- fanntgeben. Deutschlands Boxer besiegten Italien 11:5. Zu dem erwarteten großen sportlichen Ereignis gestaltete sich am Sonntag in der gut besuchten Deutschlandhalle der Borländerkampf zwischen Deutschland und Italien. In prächtigen Kämpfen gewannen diesmal die Deutschen 11:5 und konnten so die Niederlage vor einigen Monaten in Rom 1930 legte er die Staatsprüfung im Justiz- und i Derwaltungsfach ab. Im Juli 1931 trat er in die , Bewegung des Führers ein. 1932 ließ er sich in . Alsfeld als Rechtsanwalt nieder. In Alsfeld wurde er 1933 zum Ortsgruppenleiter der NSDAP, bestimmt, ferner gehörte er dem dortigen Stadtrat an, in dem er Führer der NS.-Fraktton war. 1934 wurde er Beigeordneter der Stadt Alsfeld, fett Oktober 1933 stand er auch als Direktor an der Spitze der Bezirkssparkasse Alsfeld. Ende November 1933 wurde er als kommissarischer Provinzialrat an die damalige Provinzialdirektton der Provinz Ober- Hessen in Gießen berufen, wo am 1. April 1934 seine Ernennung zum Provinzialrat erfolgte. Mit der Auflösung der früheren hessischen Provinzen am 1. April 1937, die auch die Provinzmlverwaltung Oberhessen aufhob, wurde Provinzialrat Vogt von seinem Amte frei, und er trat nunmehr als Dei- georbneter in die Gießener Stadtverwaltung ein. Seitdem nrirtt er als Jurist unserer Stadt und als Dezernent für die gesamten städtischen Betriebe in der Gießener Verwaltung. Beigeordneter Vogt hat sich während fernes bisherigen Wirkens im Dienste der Stadt Gießen den kommunalen Aufgaben feines Amtes mit großehr Tatkraft und weiser Umsicht gewidmet. Sein allezeit harmonisches Zusammenarbeiten mit dem Leiter der Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Ritter, und seine gediegenen Kenntnisse als Jurist, aber auch seine glückliche Hand in der Leitung des Dezernates der städtischen Betriebe haben seine Arbeit zum Wohle unserer Stadt so fruchtbar gemacht, daß der jetzige Vorschlag, ihn auf den Posten des ersten Beigeordneten und damit des ersten Stellvertreters des Oberbürgermeisters zu stellen, für jedermann, der in den kommunalen Dingen unserer Stadt Bescheid weiß, nur eine Selbstoerständlickkeit war. Der Vorschlag des Gauleiters, dem der Reichsstatthalter in Hessen entsprochen hat, befindet sich denn auch in voller Übereinstimmung nicht nur mit dem Oberbürgermeister und den Ratsherren, sondern mit dem Ergebnis der bisherigen Arbeitserfahrungen in dem Wirken des nunmehrigen Bürgermeisters Vogt. Als ein weiteres verheißungsvolles Merkmal für die fruchtbare Tätigkeit dieses Mannes ist auch das ausgezeichnete Verhältnis des jetzigen Bürgermeisters zu allen seinen Mitarbeitern und die große Wertschätzung, die er sich allenthalben in unserer Stadt durch seine Arbeit und durch seine hervorragenden beruflichen und menschlichen Eigenschaften erworben hat, anzusehen. Unsere Stadt darf jedenfalls in Bürgermeister Vogt einen Mann als ersten Mitarbeiter des > Oberbürgermeisters begrüßen, von dessen Wirken für unsere Stadtgemeinschaft wir noch viel Erfreuliches erwarten dürfen. B. Diese schnelle und empfindliche Bestrafung von Volksschädlingen beweist wiederum, daß der Ratio- nalsozialismus mit allen jenen Elementen, die glauben, in der Einsatzstunde unseres Volkes schmutzige Geschäfte machen zu können, rücksichtslos aufräumt Tagung der Bezirksgruppe Oberheffen des lieichslustschuhbundes. Die Bezirksgruppe Oberheffen des Reichsluft- fchutzbundes hielt am Samstag unter Leitung des • Bezirksgruppenführers, Oberstabsluftschutzführer ■ Poppe, eine Arbeitstagung ab, zu der die Stabs- : Mitglieder ihres Bereiches geladen waren. Der Lan- ' desgruppenführer Generalleutnant p. V. Müller- Michels, sowie die Sachgebietsleiter der Landesgruppe Hefflen/Rheinland-Süd nahmen an der Tagung teil. Es wurden vordringliche Luftschutzmah- nahmen behandelt. Abends fand ein kameradschaftliches Zusammensein der Tagungsteilnehmer und der Amtsträger der Orts-Kreisgruppe Gießen statt. TiELB. Bezirk Gießen-Land. Am Samstag hielt der Bezirks-Verein Gießen- Land vom NSLB. im „Burghof" feine erste Versammlung im Jahre 1940 ab. Der stellvertretende Vorsitzende, Lehrer Arnold (Großen-Linden), begrüßte die Versammelten mit warmen Worten und gedachte besonders der Kameraden, die zum Heeres- dienst einberufen find. Anschließend verlas er einige Feldpostbriefe, die von Lehrern an der Front an den Bezirks-Verein geschrieben wurden. Dabei wurde auch erwähnt, daß die Lehrer mit ihren Klassen in regem Briefwechsel stehen. Der Hauptgegenstand der Arbeitstagung war die Neueinrichtung von Mittelschulen, die nun auch — wie in Preußen — in Hessen aufgebaut werden sollen. Lehrer Arnold gab anhand von amtlichen Verfügungen ein klares und anschauliches Bild über die neue Schulart und betonte vor allem, daß die Mittelschule einem dringenden Bedürfnis abhelfen würde. Davon gaben auch die schon jetzt sehr zahlreichen Anmeldungen das beste Zeugnis. Eine rege Aussprache schloß sich an die Ausführungen an. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen über die Entlassungsfeiern in den Schulen usw. schloß der Vorsitzende die Versammlung und erinnerte in zu Herzen gehenden Worten an die ereignisreichen Zetten in denen wir eben leben, und gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß alle Lehrer in der Heimat und an der Front in voller Einsatzbereitschaft ihren Mann stellen werden. Mit dem Gruß an den Führer fand die Tagung ihr Ende. * Strafkammer Gießen. Der Fr. Wilh. H. aus Gießen ist der Wehrpflichtentziehung beschuldigt. Er hatte irn Jahre 1936 als Wehrpflichtiger vor der Erfüllung der aktiven Dienstpflicht, ohne Erlaubnis das deutsche Reichsgebiet verlassen, um sich der Erfüllung der Wehrpflicht zu entziehen und ist in die französische Fremdenlegion eingetreten. Der Angeklagte wurde entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts in Abwesenheit zu einer Gesang n i s st r « f e v o n fünf Iah ren verurteilt und ihm die^Fahigkett^ Volksschädling zum Tode verurteilt. Lpd. Mainz, 27. Februar. Im Oktober v. I. hatte der 40jährige Josef Li l l aus Rüdes- heim nachts in Kostheim ein Wasserhäuschen auf- gebrochen und für etwa 40 RM. Zigarren und Zigaretten gestohlen. Die 2. Strafkammer in Mainz verurteilte am Montag den schon 14 mal vorbestraften Täter als gefährlichen Gewohnheitsverbrecher wegen Einbruchsdiebstahl im wiederholten Rückfall, begangen unter Ausnutzung der zur Ab- wehr von Flieaergefahr getroffenen Maßnahmen in einem befonoers schweren Fall — Verbrechen nach §§ 242, 243,2, 244, 20a StGB, in Verbindung mit § 2 der Verordnung gegen Voltsschädlinge vorn 5. September 1939 — zum Tode und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. G. A.-Gport. Zußball-Kriegsmeisterschasten mit Auf- und Abstieo. Das Fachamt Fußball im NSRL. hat entschieden, daß die Kriegsmeisterschaften in den einzelnen Sportbereichen mit Auf- und Abstieg ausgetragen werden. Diese Bestimmung hat für alle Spielklassen Geltung. m ... Für die Bereichsklasse, die frühere Oauliga, ist der Abstieg wie folgt geregelt worden: Bet einer aus zehn Vereinen gebildeten Staffeln steigen zwei Vereine ab; bei zwei Staffeln zu je sieben Vereinen steigen in jeder Staffel zwei Vereine ab; bei zwei Staffeln zu je sechs Vereinen steigt in jeder Staffel ein Frankfurt a. M., 28. Febr. (Dorbericht.) Der Hauptmarkt für Kälber und Schweine und Neben- markt für Hämmel und Schafe wies eine befriedigende Beschickung auf. Das gesamte Vieh wurde zu etwa folgenden Preisen zugeteilt: Kälber 25 bis Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Die aus dem 65 RM., Hämmel 30' biej 51, Schafe 25 bis 44, Urteil des Amtsgerichts Paderborn verbüßte Straf- Schweine 49,5 bis 55,5 RM. ___ wieder wettmachen. Am eindrucksvollsten waren da- und Not über die drei Runden retten konnte. Die während Ciombolini gegen Graf ein Unentschieden wicht. Ten Hoff schlug Chiesa in der dritten Runde während Ciombolini gegen Graf ein Unentschü entscheidend und erfocht so den einzigen ko-Sjeg, errang. In den restlichen Begegnungen siegten die Deutschen. während sich Peppers Gegner Ferrario mit Mühe Das im die Spiel zweier Frau enmannfcha ften ein« vom DfB.-R. und dem Mtv. Gießen ?en Ihre Vermählung geben bekannt z.Z. im Felde Der Direktor: Tielmann. 990D 28. Februar 1940 0696 Gießen (Am Kugelberg 52), den 27. Februar 1940. Garage mit Bad,Balkon, 000 sucht. 0698 am am 1940, für Buch- die am 1940, für Buch- die am 1940, für die Buchara kaufen Sie bei 515A Samstag, den 2. März 1940, 20 Uhr, im Stadttheater Gießen: 5. Ring Veranstaltung X Eintrittspreise: RM. 0.75, 1.05, 1.25, 1.75. Montag, den 4. März 19 4 0, 20 Uhr, im Gloria-Palast: Ufa 'Woeben schau Ufa-Kulturfilm Eintrittspreise: RM. 0.80, 1.—, 1.20, 1.50, 2.—. 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Paoletti schlug Wilke und Europameister Musina besiegte Schmidt, tick noch ein ■ geschaltet, die Herbert Wilk / Alexander Engel / Hansjoachim Büttner / Herbert Hübner / Dorit Kreysler SPIELLEITUNG: MILO HARBICH Musikdrama in 2 Aufzügen von Leoncavallo Zweijährige Uandelskiasse für Schulentlassene mit 8 jähriger Schulbildg. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits am 8. März stattfindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. Ein-und halbjährige Handelsfachklassen für Schüler mit Volksschulreife und höherer Schulbildung, bei Sekundaoder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude Kietzen, Goelheslr. 32 Ruf 2486. Donnerstga, dem 29. Februar 1940, für die Buchstaben A—F, Freitag, dem 1. März 1940, für die Buchstaben Drogen - Chemikalien Parfümerien Hygienische Artikel Bengalische Zukunft Komödie von Gesell und Martin. Preise: RM. 0.60 bis 3.10. 977d Katalog franko. 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Mohr, der sich zur Zeit auf Urlaub befindet, hat sich bereitwillig zur Verfügung gestellt, um dadurch die etwas schwierige Schiedsrichterfrage lösen zu helfen. Zu dem Turnier haben folgende Vereine ihre Meldungen abgegeben: 1. DfB.-R., Spielvgg. 1900, Tv. Heuchelheim und der Mtv. Gießen. In der Mannschaft des VfB.-R. dürfte man schon im voraus den Sieger sehen, da diese Mannschaft nur einen Spieler bisher verlor. in der vorderen Wilhelmstraße z. 1. April od.früh. zu vermieten. Näh. A. Becker Keplerstraße 9. Tel. 3804. 1005D Savalleiia. tu.5tica.ncL ff ei /Sajayyy Schwer-, Schwerst- und Langarbeiter erhalten die Karten für Normalverbraucher durch ihre Bezirksgeschäftsstelle und außerdem Zusatzkarten durch ihre Betriebsführung. Die Zusahkarten für Schwer- und Schwerstarbeiler sowie die Zulagekarlen für Lang- und Nachtarbeiter werden von Dienstag, den 5. März 1940, bis Freitag, den S. März 1940, in der Zeit von 8 bis 12.45 Ähr und 14 bis 17 Uhr auf Zimmer Nr. 5 ausgegeben. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß die im September/Oktober 1939 ausgegebenen gelben Reichsfeifenkarten bis zum 30. September 1940 Gültigkeit haben. Alle Karten sind mit größter Sorgfalt aufzubewahren; verlorene oder abhanden gekommene Karten werden nicht erseht. Bezugscheine für Spinnstoff- und Schuhwaren können in der Zeit vom 29. Februar 1940 bis 5 März 1940 nicht ausgestellt werden. Gießen, den 28. Februar 1940. Der Oberbürgermeister. — Ernährungsamt. Paul Zudt Unteroffizier in einem Inf.-Regi. Anneliese Zudt, geb. Hohmeier mit der Gautournee „STRAHLENDES VARIETfi“ unter Mitwirkung von Dr. Franz Bott Ansage und Heiteres/Raimonda-Ballett / 3 Skatts, komischer Rollschuhakt / 4 Meloros, Gesangsquartett, und anderes mehr Bekanntmachung Betr.: Lebensmittelkarten für die Zeit vom 11. März bis 7. April 1940. 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Zudem ist Das große Spezialhaus KÖHLER mehrfache Gau- und Nationalspieler der Studenten, steht noch zur Verfügung. Ebenfalls mit einer neu zusammengestellten Mannschaft erscheint der To. Heuchelheim. Beide (Mtv. und Tv. Heuchelheim) werden sich wohl den 3. Platz streitig machen. Gespielt wird im Punktsystem zweim-al 10 Minuten. Programm sieht folgende 6 Spiele vor: SMonaer m.Bohner,Heißluftdusche u.Zer- stäuber zumEnt- mottenundLuft- verbessern, sowie auch gebr. Vorführmaschinen. Lieferung sofort. Karl Erb Asterweg 19 L Mnbife für 2-3mal in der Woche vormitt, gesucht. 0700 Frau Else Leib, Kirchstraße 211. Ittkii zurFührungein. frauenlos. Haushaltes gesucht. Schr. Ang. unt. 0675 a. d. G. A. Einfach.,sauberes Mädchen in ruhigen Haushalt nach Wiesbaden - Biebrich gesucht. 991D Dr.Biittel.Horst- Wessel-Platz 7. Wellölech- Garage gebraucht, zu kaufen gesucht. WilbelmRauM Lumda. 99rD 4-5-5imme[- Mniiiig mit Bad, zum 1. 4. oder 1. 5. gesucht. Schrift!. Angeb. unter 0690 an den Gieß. Anz. 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