Zreitag, 27. Dezember 1940 90. Jahrgang Nr. 305 rfcbetm täqlid). aufcet )Otmtaflp und ,Verena«- eilagen: Tie^Uuftnerte kiesten er Aumihenblätter »eimanmBild DieLcbvlle Terttetl 50 »tot. le mm bei 70 mm Heilertbreite StadHäfie: Wiederholung Malftaffel I «bfchtüffe Mengenstaffel B Plavvoricbritt t vorherige Bereinbanmg) 25°/e mehr hne Illustrierte . 1 HO iustellgebühr. „ -.25 ucd bei Wicbtetfcbetnett on einzelnen Nummern ifolfle höherer (tieronlt ernsvrechanschlnst 2251 )rabtanschrift:,Zn»etger^ losticbeck 116«« Franks. M Lnnabme von Arueigen für die MittagSnummer bis tt'/. Uhr deS Vormittag- Umdaeu^mie j Äruetgemeil 7 Nvi. ie mm Gietzemr Anzeiger Deiwrftitrtradtrei V tatft General-Anzeiger für Oberhessen ^TitfltiuSOjlltTaec IS erFührerindenWeihnachtstagenbeiseinenSvldalenimWesten sich von beiges Werk vollbrachten. Diesen Männern gilt heute gruppensührer Sepp Dietrich den festlich geschmück- -r Dank des Führers. Neben einer derfchwersten ' ten Saal, betritt, da braust chrn aus tausend Kehlen Izge- e n und krastbewußte- S i e g e s g e England zwischen -en fahren Ministerium Mbc lick I-diqlich baSu" in der Snqe Minister sür die innere Sicherheit. Morrison, am . .rr z-v t............ X/n- 1 hiirrh hpn 'ThtnhnmP pmphpn IiPR und Zum Let w i ß h e i t. 2r Führer ÖQcfjt hält. gesehen, gewisse Zuckermenaen zum Zwecke der Bonbonherstellung für die Kinder freizugeben Dabei werde die Beoölkeruna in Aufrufen der Behörden aufgefordert, den „Weihnachtsgeist" aufrechtem donnernder Heilruf entgegen. Im Rahmen eines mit großer Liebe ausgestalteten Julsestes, in dem schneidige Märsche mit Kamrsgedichten und Liedern ^WMseln, die aus dem Erleben des Krieges selbst H^Mtn sind, geben die Männer der Leibstandarte M^Bestes, um den Führer zu erfreuen. Dann spricht der Führer zu den Männern, die mit Stolz als Standarte seinen Namen tragen. Mit unbeschreiblichem Jubel nehmen sie seine Worte auf: „Was euer Schicksal ist, meine Männer der Leibstandarte, das weiß ich nicht. Aber das eine weiß fchen Einkaufskommission in USA., Pur 6 is , ent- aegenhält, die Produktion von Rüstungsmaterial schon in den nächsten 60 bis 90 Tagen zu beschleunigen, weil das für England wichtig sei. Diese überstürzte Eile läßt gewiß ihre Rückschlüsse zu auf die Zerstörungen, die deutsche Fliegerbomben in der englischen Kriegsindustrie angerichtet haben. Noch am 23. Dezember hat die „Times" geflissentlich betont, daß es auf eilige Beförderung der bestellten Waffen ankomm« und daß sich allecher „Dringlichkeit der Lage" bewußt seien. Nach der Lektüre solcher Leitartikel wird es auch den Engländern schwer fallen, zu glauben, daß der '„Sieg im kommenden Jahr gewiß" sei, wie ihnen der König erklärt hatte. Jede Stunde kann sie in die harte Wirklichkeit zurückrufen. Diese wird vor allem charakterisiert durch einen Aufruf, den der Der 2. Weihnachtsfeiertag des Führers ist den Soldaten des Heeres gewidmet. Sein erster Besuch an diesem Tage gilt seiner ßeibftan« barte, in deren Mitte er eine Stunde froher Kameradschaft verbringt. Als der Führer mit Ober- die nicht zum Kriegsdienst- einberufen sind, aufge- fordert werden, sich bei der Hilfsfeuerwehr zu stellen. Nimmt man hinzu, daß der Sonderkommissar für Aufräumungsarbeiten in London 5000 weitere Arbeiter angefordert hat, die zu den bereits beschäftigten 23 000 hinzukommen, bann kann man sich ein Bilb machen, wie umfangreich die Zerstörungen in der englischen fjnuntftabt und in den vielen Rüstungszentr"n sind, die die deutsche Ner- geltung zu (puren bekommen haben. Sewst der Donnerstag durch den Rundfunk ergehen ließ und in dem alle über 30 Jahre alten Männer, ernfampbatterien steht ein Zelt. Er äste tragen ein Dach aus Zeitplan König war „sehr stark angegriffen" durch den Bericht, den ihm der Oberbürgermeister von Sheffield zugeleitet hatte und hat seinen baldigen Besuch in Aussicht gestellt. Manche st er hat man sogar für alle Nichteingesessenen gesperrt, da durch Fahrten zur Besichtigung der „Schäden" die Auf- räumungsarbeiten behindert würden. Die Plutokratenschicht aber, um deren drohnen- haste Weiterexistenz das englische Volk diesen Krieg führen muß, läßt sich durch alle Not wenig beirren. Der amerikanische Journalist Ralph Ingersoll unternahm einen Runbgang durch die Londoner Luftschutzkeller, wo ihm die sozialen Mißstände und die völlig unzureichende Betreuung der Zivilbevölkerung in die Augen gefallen sind, und stellt diesen Elendsdildern die ganz andere Welt in den Schutzräumen der Luxushotels gegenüber, die sich wie eine Fata Morgana auftue.. Blütenweiße Betten mit rosa- und blau1)eibenen Daunendecken, Tischchen mit raffinierten Toiletten- gegenständen, bas alles fei für bie zahlungskräftigen Hotelgäste vorbereitet. Zu ihrer größten lieber- raschung hat ber Amerikaner an einer bieser Luxus- schlafstätten ein Schildchen entdeckt, „reserviert füt? Lord Halifax". t Huchloser Angriff der RAF. am zweiten Weihnachtsfeiertag. Berlin, 27. Dez. (DNB. Funkspruch.) Während die b e u k f ch e Luftwaffe in den weihnachls- fcierfagen die britischen Inseln unberührt ließ, warfen britische Flugzeuge am Tage und in der Nacht des zweiten Weihnachtsfeieriages Bomben auf Flugplätze und Städte im besetzten Frankreich. Unter der französischen Bevölkerung entstanden einige Berlufte. Der Sach- schaden ist gering. Militärische Anlagen wurden nicht getroffen. Ein britisches Flugzeug wurde durch Flakartillerie abgeschofsen. Von London nach Stockholm über Kapstadt, Kairo, Moskau. Stockholm, 23 Dez. (Europapreß.) Die englische Regierung hat den ehemaligen Pressechef ber englischen Gesanbtschaft in Kopenhagen, Ronald Turnbull, zum stellvertretenden Presseattache in Stockholm ernannt. Di§ Reise, bie ber neue stell- vertretenbe Attache zurücklegen muß, um von England nach Schweden zu gelangen, ist charakteristisch für die Schwierigkeiten, bis England heute bei ber Aufrechterhaltung fei ner Beziehungen zum Ausland hat. Turnbull wird über Kapstadt nach Durban reifen und sich von hier im Flugzeug über Kairo nach Moskau begeben und schließlich von Moskau nach Stockholm fliegen. Die Reise England—Schweden, die in normalen Zeiten faum zwölf Stunden in Anspruch nimmt, bauecl heute etwa 5 bis 6 Wochen. sucht der Führer ein Infanterieregiment des deutschen Heeres, das bisher die meisten Einsatztage und die größte Zahl von Auszeichnungen aufzuweisen hat. Seit September 1939 hat es ununterbrochen bis zum Tage des Waffenstillstandes im Kampf gestanden. Ein besonderer Ruhmestag des Regiments ist der 14 Juni, an dem es b e i Saarbrücken den Durchbruch durch die Maainotlinie erzwang In feiner Ansprache an das Regiment weift der Führer auf diese Tatsache. besonders hin als ein Beweis dafür, daß es für den deutschen Soldaten überhaupt kein Hindernis gibt. „Sie müssen es verstehen", so schließt ber Führer seine Rede „baß mein Herz zu Ihnen schlägt und daß ich glücklich bin, die Weihnatstage unter den Soldaten zu verbringen " Damit hat bie Weihnachssahrt des Führers zu den Truppen im Westen ihr Enbe gefunben. Die glänzenbe Haltung, mit ber ber Führer bie Truppen überall auf dieser Reise angetroffen hat war für alle, die an ihr teilnehmen konnten, ein stolzes und beglückendes Erlebnis. Der Geist, der unsere Soldaten braußen heute beseelt, ist durch wenige Worte zu kennzeichnen: Einsatzbereit bis Genewlseldmarschail von VraiiMch m Weihnachtsabend bei unteren Soldaten Sei ZEiaern und KamvsaelKwodern putschen Wehrmacht im Westen und Osten jtirtenes bis zur Biskaya. Bei den Arbeitssoldaten der OroamfaVon Todt. Sei der 3nfantmc. Als Abschluß feiner Fahrt zu den Soldaten Der Londoner Korrespondent ber spanischen Zeitung „ABC" meint, bie nervöse Spannung ber Engländer sei nur genährt worben burch ben absurden „Appell" Churchills an bas italienische Volk unb eine seltsame „Weihnachtsbotschaft" bes Königs der ,die Volksgemeinschaft auf Zeit" proklamierte Diese Reden hätten die Gedanken an die Schwere kds Führers, die ihnen die Bedeutung ihres eige- n-n Einsatzes unb täglichen Kampfes zum Bewutzt- (dn bringt. , n . Weiter geht bie Fahrt durch bie winterlich? Land- ftjaft. In einem abseits gelegenen kleinen Schlotz heffen wir ein zweites Geschwaber unserer Füger, Men Kommodore zu dem Kreis der großen Luft- h Iben bieses Krieges gehört. Ieber Staffelfuhrer ist iher Träger des Ritterkreuzes. Stimmungsvoll siid die Räume mit Tannengrün, Misteln unb Ker- Vm geschmückt. Auf ben Tischen ist eine weihnachtliche Kaffeetafel gedeckt. Mancher bie er jungen ^fiziere hat bereits über 100 Englandfluge hwter sich. Mit vielen von ihnen unterhalt sich ber Fuy- nr. Er fragt sie nach ihren Erfahrungen, erkundigt sich nach ihren Wünschen. Dann nimmt er das i-ort. Es ist keine Weihnachtsrede. Diese Manner Nissen, baß vor einer frieblichen Weihnacht der Mische Sieg stehen muß. Und von der Sicherheit u-b Gewißheit dieses Sieges spricht ihnen Der | 2lm späten Nachmittag des 24. Dezember passie- rer Nichtsein unseres Volkes, über die gewaltigen ülitärischen Erfolge dieses Jkrhres und von seiner nbedingten Siegesgewißheit. Er würdigt die in irer Art einmaligen ßeiftupgen ber Frontarbeiter nd gibt ihnen die Parole für bas neue Jahr: Vor uns steht bie Freiheit unb bamit bie Zukunft nferes Volkes, hinter uns liegen bitterste Erfah- imgen, unb in uns lebt ber unverrückbare Ent- hluß, daß aus biesern Kriege ein besseres und höneres Deutsches Reich erwachsen soll." Sei der Külenarhlleric. I m Westen, '26. Dez. (DNB) Ebenso wie im Sorjahre verbrachte ber Führer auch in diesem ahre roieber bie Weihnachtstage inmitten feiner Soldaten und Frontarbeiter im Vesten. In erster ßinie weilte er diesmal bei denjenigen Einheiten der drei Wehrmachtsteile, die in Liesen Monaten in ununterbrochenem E i n- (atz gegen England standen Sein Besuch bei ihnen galt aber damit zugleich allen Soldaten der Der 24. Dezember gehört bann den tapferen deut- |f)en Jagdfliegern. Das Heldentum ihres Ein- jitzes erhellt schon die Tatsache, daß fast alle, in irren Kreis der Führer hier weilt, mit Auszeich- rungen geschmückt sind Allein bei einem einzigen Logdgeschwader treffen wir sieben Träger des Ritti rkreuzes an. Die große Halle einer früheren Fabrik hat sich eines der Geschwader als Wech- tachtsfestsaal eingerichtet. Sogar eine kleine Bühne llt da, die heute von zwei großen kerzengeschmück- jliit Weihnachtsbäumen flankiert wird. Große ^chwarz-Weiß-Zeichnungen aus dem Fliegerleben rin Angehörigen ber Truppe selbst ausgeführt, hän- 8'm an ben Wänbem Tannengrün ziert bie Stahl- hager ber Fabrikhalle. Riesengroß ist bie Freude, als br Führer auch hier unverhofft eintrifft. Mit fnap- dunklen Ecke zwei betrunkene Gaftentroeiber tanzten unb ^inen Gassenhauer aröhlfen Das Fehlen aller äußeren Anzeichen bes Weihnachtsfestes in London wird von dem Londoner „New York Times"-Kor- respondent als bemerkenswert gekennzeichnet. Weihnachtsfeiern würden lediglich für Kinder auf dem stachen Lande veranstaltet. Innenminister Morrison habe in einem Auttu' an bie Polizei die traditionelle Weihnachtsfeier als „unzweckmäßig" bezeichnet, weil die Bevölkerung in die Kriegsfront eingereiht sei. Er habe auch Anträge auf Ausdehnung der Polizeistunde abgelehnt. Das Ernährungs- Stockholm 27 Dez (DNB. Funkspruch.) Eine ber Zukunft nicht aus ben Gemütern bannen kon- unnatürliche Stimmung lag während der Weih, nen. England habe seine ganze Hoffnuiw auf die nadttstage über England, vielleicht gerade, weil sie Hilfe aus USA. gesetzt. Wie unglaubhaft wirken von Kampfhandlungen frei waren. ,Tanz auf dem all die englischen Stäriebrieuerunaen wenn man Vulverfaß" mit diesen Worten saßt der Londoner ! ihnen die flehentlichen Bitten des Leiters der britt- der zersetzenden Kräfte unter Englands Führung zu machen und dadurch den Faschismus einzukesseln. Der Fehlschlag dieser Niederhaltungs- und Zerstö- runaspolitik Edens führte darauf zu den kläglichen Versuchen, das neue Deutschland einzu- kreisen, und zwar nach dem Muster der Jahre 1914. Ein Besuch Edens in Moskau verlief ergebnislos. Die Folgen zeigten sich im deutsch-russischen Augustoertraa des Vorjahres, der die englische Ein- kreisung zersprengte. Edens Auhenministerherrlichkeit war am 20. Februar 1938, dem Tage der gewaltigen Reichstagsrede des Führers, vorbei. Eden hatte sich damals im Kabinett für schroffe Maßnahmen gegen Italien eingesetzt und war abgewiesen worden. Seine Un- terhausrede endete mit einem Mißerfolg. IRr anderthalb Jahre war Eden ein politisch toter Mann, der aber hinter den Kulissen mit Churchill, Duff Cooper zusammen gegen Deutschland um so eifriger hetzte. Als der von ihm geschürte Krieg ausbrach, wurde er sofort als Domi-nionministerin die Regierung ausgenommen, aber erst Churchills Ministerpräsidentschaft gab ihm das Amt eines Kriegsmini st er s. Eden, obgleich erst 43 Jahre alt, gehört nicht zur Gruppe der Jungen, sondern der Verkalkten, die mit den abgebrauchtesten Mitteln versuchten, das neue Deutschland niederzuhalten. Seine penetrante Deutschfeindlichkeit ist oft vom Führer, so in dessen Saarbrücker Rede, bloßgestellt worden. Der Führer warnte England, diese Kriegshetzer jemals wieder aufkommen zu lassen. Sie sind jetzt wieder arriviert, aber nur, um ihr plutokratl- sches Ideal in Scherben geschlagen zu sehen. E. S. „OueenMary^alsTruppentransporter Berlin, 23. Dez. (DRV.) Es wird gemeldet, daß der 81 253 BRT. große Cunarddampfer „Queen Mary", welcher bei Kriegsausbruch nach Reuyork flüchtete und dort lange Monate aufaelegt war, jetzt Truppentransporte zwischen Australien, Bombay undAegypten ausführt. Sein Fas- svngsvermögen als Truppentransporter soll 6000 Soldaten betragen. Das Schiff ist für seine jetzige Verwendung umgebaut und mit Tarnanstrich versehen worden. Seine Bewaffnung besteht nur aus einigen 15-cm-Geschützen. Die deutschen Wehrmachtsberichte. Der Wehrmachwericht vom Dienstag. Berlin, 24.Dez. (DRB.^ Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Bel einem Borstoh von Schnellbooten an die englische Ostküste am 23.12. versenkte das Aührerboot einen britischen Tanker von 10 000 BRT. und einen Arachtdampfer von 6000 BRT. Dieser Erfolg wurde trotz der starken Sicherung der feindlichen SKiffe durch sechs britische Zerstörer erzielt. Zwischen unseren Schnellbooten und den Zerstörern kam es zu einem kurzen Rah- gefecht. Alle Schnellboote kehrten unversehrt in ihre Stützpunkte zurück. Lin Unterseeboot versenkte 25 500 RBT> feindlichen Handelsschiffsraumes. Am 23. 12. griffen schwere Kampfflugzeuge Schiffsansammtungen in Loch Linnhe an der Westküste Schottlands mit Erfolg an. Ein Handelsschiff von 12 000 BRT. erhielt zwei Volltreffer mittleren Kalibers, zwei weitere große Handels- schiffe.wurden mit je einer Bombe mittleren Kalibers getroffen, vier andere Handelsschiffe wurden durch Bomben in ihrer unmittelbaren Rähe beschädigt. 3m Zuge bewaffneter Aufklärung wurden mehrere Llsenbahnzüge mit Maschinengewehren angegriffen. Bei einem Angriff auf Great- Yarmouth konnte ein Treffer in einer wichtigen An- läge beobachtet werden. 3n der Rächt zum 24.12. griffen stärkere Verbände der Luftwaffe wiederum Manche st er und London erfolgreich an. 3n London und insbesondere in Manchester entstanden mehrere große und viele kleinere Brände. Einige britische Kampfflugzeuge warfen In der Rächt zum 24.12. wieder Spreng- und Brandbomben in den südwestlichen Grenzgebieten, sie erzielten aber nur geringen Gebäudeschaden. 3n. der Rächt zum 23.12. wurden zwei britische Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug kehrte nicht zurück. Der Wehrmachwericht vom Mittwoch. Berlin, 25. Dez. (DRB.) Das OKw. gibt bekannt: Bei der Unternehmung am 23. 12. versenkten deutsche Schnellboote außer den bereits gemeldeten zwei Schiffen noch einen dritten feindlichen Dampfer von 2500 BRT. Rach den Angriffen starker Kampffliegerverbände in der Rächt zum 24. Dezember auf Manchester, die sich bei guter Sicht und weithin leuchtendem Feuerschein wieder sehr wirkungsvoll gestalteten, hat die deutsche Luftwaffe a m 2 4. und in der Rächt zum 25. 12. keine Angriffshandlungen unternommen. Auch der Feind griff deutsches Reichsgebiet nicht an. 0er Wehrmachtbericht vom 26. Dezember 1940. Berlin, 26. Dez. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3n der Rächt zum 25. 12. und am 25. 12. keine besonderen Ereignisse. Kreuzer von italienischem Moot versenkt. Rom, 26. Dez. (DRB.) Der italienische Dehr- machtbericht vom 26. 12. hat folgenden Wortlaut: 3m Grenzgebiet der Eyrenaika lebhafte Artil- terieduelle. um Barbia. Ein Angriff auf eine unserer Feldwachen in der Wüste wurde abgeschlagen. 3n der Rächt vom 24. auf den 25. Dezember sowie am 25. Dezember wurde ein vorgeschobener feindlicher Stützpunkt ausgiebig mit Bomben belegt Ein Kriegsschiff wurde getroffen. Außerdem wurden im Süden der Eyrenaika kleinere motorisierte Abteilungen wirksam mit Bomben belegt An der griechischen Front haben wir an verschiedenen Stellen Angriffe zurückgewiesen und dabei dem Feind empfindliche Verluste beigebracht sowie Gefangene gemacht. Einige Bomberformatio- nen haben feindliche Flottenstützpunkte und Hafenanlagen getroffen, die im Zusammenhang mit den im Gang befindlichen Operationen interessieren. Während des gestern gemeldeten feindlichen An- 3n Ostafrlka wurde an der Sudangrenze eine feindliche Abteilung, die sich unseren vorgeschobenen Stellungen zu nähern versuchte, abgewiesen. llnveränderteLageinRordasrila. Der italienische Bericht vom Mittwoch. Rom, 25. Dez. (DRB.) Der italienische Wehr- machtberichl vom 25. Dezember hat folgenden Wortlaut: 3m Grenzgebiet der Eyrenaika ist die Lage unverändert. Unsere Luftverbände haben ihre Bomben- und MG.-Angrlffe gegen feindliche Kraftwagenverbände fortgesetzt. Die vorgeschobenen feindlichen Stützpunkte wurden erneut intensiv bombardiert. 3n einem feindlichen Flugstützpunkt sind Explosionen und Brände festgestelll worden. 3n T r l - _■ Dr. Goebbels bei der Weihnachtsfeier einer Berliner Mbaüttie. i * M, 1 VM < W, v / - "» ; ■■ MMM - :? ■ ' f ,'o - Eine der vielen Flakbatterien, die rund um Berlin stationiert sind, bekamen am Weihnachtsabend den Besuch von Reichsrntnister Dr. Goebbels. Zu den reichlichey_Gaben, die es an diesem Abend gab, gesellten sich noch Darbietungen fröhlicher Art. Wie die Aufnahme zeigt, fanden die Vortrage auch den Beifall des Ministers und der weiter noch anwesenden Persönlichkeiten. Links neben dem knister der Generaloberst Weise, ganz rechts Ministerialdirigent hinket — (Scherl-Bilderdienst-M.) polUanlen hat der Feind die Stadt und den Hafen von-Tripolis bombardiert und einigen Schaden verursacht. An der griechischen Front behindert schlechtes Wetter die Operationen. Feindliche Angriffsversuche wurden abgewiesen. Einer unserer 3agdverbände, der sich auf einem SchuhpalrouiÜMM flug befand, hat einen feindlichen Einflug ayW Iona kräftig abgewehrt, wobei er einige BlenHWH Flugzeuge, die dem Kampf auswichen, mit MG.- Feuer beschoß und verfolgte. 3n Ostafrika zwang ein am 23. 12. von bewaffneten Kraftwagen angegriffener Aufklärungsverband diese zum Rückzug und fügte dem Feind Verluste bei. Am gestrigen Tage hat ein feindliches Flugzeug gegen 12.20 Uhr Reapel und .Umgebung überflogen und dabei einige Brandbomben sowie die üblichen Flugzettel abgeworfen. Das JUffertreuj für Vernichtungsangriff auf englisches Motorenwerk. Berlin. 26. Dej. (DBB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes dem Hauptmann Duerbeck, Staffelkapitän in einem Lehrgeschwader. Hauptmann Duerbeck hat seine Staffel auf vielen schwierigen Einsätzen In Rorwegen, Holland, Frankreich und England zu hervorragenden Erfolgen geführt, die feinem rücksichtslosen persönlichen Einsatz, seinem taktischen Verständnis und der ausgezeichneten Schulung, die er seinen Besatzungen hatte zuteil werden lassen, zu danken sind. Die Krönung seiner bisherigen Erfolgskelte war ein mit besonderem Geschick durchgeführter Einzel- vernichtungsangrlffaufein wichtiges Motorenwerk. 3n kühnem Angriff gelang es ihm, die größte Halle des Werkes mit mehreren Bomben schweren Kalibers zu treffen und dar Werk damit nachhaltig lahmzulegen. Ärschall Görings Geschenk inder gefallener Flieger. Dez. (DRB.) Reichsmarschall Göring ndern der Gefallenen seiner Flug. zu Weihnachten Sparkassen« ;n Betrag von je 1000 RM. Den Kin. ;s persönliche Geschenk des Reichs« marschalls durch sein Stabsamt über die jeweils zuständigen Luftkommandos überreicht. Lieber Betrag und Zinsen können sie nach Vollendung des 21. Lebensjahres frei verfügen. Wenn das Geld früher benötigt wird, z. B. bei der Aussteuer, kann hierzu die Genehmigung eingeholt werden. Die Spar« lassenbücher sind der besonderen Bedeutung des Geschenkes entsprechend würdig ausgestattet worden. In einem einleitenden Führerwort wird des Opfer« mutes der deutschen Soldaten gedacht. Jedes Buch tragt eine Widmungg des Reichsmarschalls, der er als schönste und heiligste Verpflichtung onsieht, für die Zukunft der Kinder seiner gefallenen Flieger« kameraden zu sorgen. Das Kriegsverdienstkreuz an Mitglieder der Handelsmarine. Berlin, 24. Dez. (DRB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat Kapitäne und Besatzunasmitglieder verschied e n e r H a n d e l s sch i ff e in Anerkennung hervorragender Verdienste auf. Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine durch Verleihung! des Kriegsoerdienstkreuzes 2. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Jeder Kapitän erhielt für seini Schiff ein Bilddes Führers mit eigenhändiger Widmung. Auch Reichsmarschall Göring ließt den Kapitänen sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift überreichen. Aus naheliegenden Gründeiu können vorläufig weder Namen der Schiffe noch der' Kapitäne und Besatzungsmitglieder der Oeffentlich- lichkeit bekanntgegeben werden. Ihre Taten werden jedoch unvergessen bleiben. Einer späteren (&*• schichtsschreibun-g bleibt es vorbehalten, ihre Der«' dienste entsprechend zu würdigen. griffs auf Balona Hal die Marineflak ein feindliches Flugzeug abgeschossen. 3n Ostafrika an der Subanfront Palroulllen- nnd Fliegerlätigkeil. Feindliche Zeltlager und Marschkolonnen wurden mit Sprengbomben und MG.-Feuer angegriffen. Eines unserer Flugzeuge Ist nicht zurückgekehrt Das U-Boot „Serpente“ unter dem Befehl von Oberleutnant z. S. Antonio Dolta Hal In der Rächt vom 20. auf 21. Dezember im zentralen Mittelmeer eine feindliche Schiffsformation angegriffen. Dabei wurden gegen einen leichten Kreuzer zwei Torpedos abgeschossen und der Kreuzer, wie durch Luftaufklärung festgestellt wurde, versenkt Das U-Boot o c e n i g o“ unter dem Befehl von Korvettenkapitän Alberto Agostinl hat im Atlantischen Ozean zwei große Dampfer durch Geschützfeuer versenkt und einen dritten durch einen Torpedo getroffen. Der italienische Bericht vom Dienstag. Rom, 24.Dez. (DRB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: 3m Grenzgebiet der Eyrenaika haben unsere Artillerien Panzerkrastwagen und feindliche Tanks, die sich unseren Stellungen genähert hatten, unter Feuer genommen. Unsere Bombenflugzeuge haben eine außerordentlich gut gelungene Aktion gegen Kraftfahrzeuge und gegen eine vorgeschobene feindliche Stellung durchgeführt 3m Luftkampf haben unsere 3agdflugzeuge zwei hurricanes abgeschossen. Lines unserer Flugzeuge ist von einem Erkundung»- flug nicht zurückgekehrt Das Torpedoflugboot, das einen englischen Hilfskreuzer — wie bereits im gestrigen Heeresbericht gemeldet — versenkt hat, hatte als Beobachter den Oberleutnant zur See Steiler und als Flugzeugführer den Fliegeroberleutnant Galimbert An der griechischen Front find einige Angriffe des Feindes zurückgeschlagen worden, dem starke Verluste zugefügt wurden. 3m Verlauf von bewaffneten Aufklärungen wurden Gefangene gemacht und Maschinengewehre sowie eine Anzahl von Gewehren erbeutet. Besonders zeichnete sich von neuem die Gebirgsdivision Julia aus. Rudolf Heß sprach am Weihnachtsabend zum deutschen Volk und seinen Soldaten. RudoisHeß in einem Fliegerhorst in Frankreich. Paris, 26. Dez. (DNB.> Einen deutschen Flie- verhörst im besetzten französischen Gebiet wählte sich der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, zur Feier der Kriegsweihnachten aus, um hier seine gewohnte Ansprache zu halten. Nach der Ansprache fanden gemeinsame Weihnachtsstunden mit den im Ort stationierten Kampffliegern statt. In den Sälen waren große Weihnachtsbäurne mit brennenden Kerzen aufgestellt. Die Reichskriegsflagge und Bilder des Führers und des Reichsmarschalls bildeten den eindrucksvollen Schmuck der Wände. Musikkapellen, der Gesang von Weihnachtsliedern und gegenseitige Geschenke der Fliegerkameraden sorgten für die richtige Weihnachtsstimmung. Rudolf Heß ging von Tischreihe zu Tischreihe, ließ sich die Erlebnisse der jungen deutschen Kampfflieger auf ihren Englandflügen erzählen und besprach auch persönliche Angelegenheiten. Der Fliegerhorst überreichte dem Stellvertreter des Führers durch seinen Weihnachtsmann eine Erinnerungsgabe an den gemeinsam verbrachten Weihnachtsabend. Der Kommandierende General dankte dem Stellvertreter des Führers für seinen Besuch und der stellvertretende Kommandeur eines Kampfgeschwaders begrüßte in Rudolf Heß den Weltkriegsteilnehmer, Flieger und Sportflieger nach dein Kriege. Rudolf Heß sagte in seiner Antwort, er habe sich keine andere Weihnachtsfeier gewünscht und auch keine schöner sich vorstellen können als die zwischen deutschen Kampffliegern. Die Weihnachtsansprache. Zur zweiten Kriegsweihnacht ist das deutsche Volk um einen Lichterbaum geschart. In die harte und ernste Zeit des Krieges tritt der Zauber der heiligen Nacht, der Nacht der Sonnwende, der Nacht Yes jungen Lebens, der Nacht der Kinder. Es sind die Stunden der engen Verbundenheit mit der Allmacht über uns. Und es sind zugleich Stunden einer tiefen gemütvollen Verbundenheit der Deutschen untereinander. Aus der Gemeinschaft unserer Herzen heraus geht unser Gedenken zu den Millionen deutscher Soldaten, die im weiten Europa und auf den Meeren ihren Dienst tun auch in dieser Nacht. Meine Stimme, die eine kurze Zeitspanne.langdie Stimme des weihnachtlichen Deutschlands sein darf, sie grüßt Euch an den Küsten vom Nordkap bis zur Biskaya, im besetzten französischen Gebiet, in Belgien, in Holland, sie grüßt Euch in Dänemark und auch im Generalgouvernement. Auch zu Euch bringe ich die Grüße der Heimat, die Ihr mit den Lehrhivisionen in Rumänien steht und für Deutschlands Sicherhejt am Balkan Eure Pflicht tut. Und Eurer gedenkt die Heimat, Männer der Kriegsmarine und der Handelsflotte. Zu Euch allen dringt mein Ruf, die Ihr unter Waffen steht für Deutschland. Wir sehen Euch im Geiste vor uns, die Ihr zgsammengerückt seid um das kleine Bäumchen aus den Feldpostpäckchen oder gar um eine geschmückte Tanne im Lichterglanz, in den Quartieren im fremden Lande, im engen U-Boot, auf den Feldflughäfen, in einsamen Küstenstellungen. Es duftet nach der Heimat, nach Tannennadeln, nach Kerzenlicht. Eine Zither, eine Mundharmonika, ein kleines Orchester oder das Radio spielen Euch weihnachtliche Lieder. Die Gedanken wandern durch Raum und Zeit nach Hause zu Frauen und Kindern, zu Ettern und Bräuten. Sie wandern zurück in das Glück der Kindheit. Sie wandern voraus zu Sieg und Frie. den. Im vergangenen Jahr sprach ich um diese Stunde von einem deutschen Zerstörer, der inzwischen durch seinen Hcldenkampf in Narvik in die Heldengeschichte deutschen Soldatentums eingegangen ist. Diele der Männer, die damals um mich waren, haben ihr Leben für uns, für Deutschland gegeben. Indem ich ihrer gedenke, rufe ich in unser ehrendes Erinnern all die Kameraden des Heeres, der Kriegsmarine, der Luftwaffe, die starben, damit Deutschland lebt. Und ich gedenke zugleich der sonstigen Angehörigen unseres Volkes, die in der deutschen Heimat und außerhalb der Grenzen im Kriege ihr Leben für Deutschland ließen. Da» ganze deutsche Volk sendet sein Gedenken de« Frauen und Müttern, den Vätern, den Kindern den Brüdern, den Bräuten, die gerade heute im Trauer und' Schmerz Liebste vermissen, wie da» Schicksal ihnen im Kamps um Deutschlands Groß« abgefordert hat. Ihnen allen sage ich in diese» Stunde: Nur wer vergessen ist, ist wirklich toU Deutschlands Gefallene aber sind nicht vergessein Sie leben in uns und mit uns! Sie Mw Vorbild und Beispiel, ^ie begleiten unfern Kämpfer, als wären sie neben ihnen. Und sie roey* den mit uns am Tage des Sieges und des ^yru" dens. fein, als gingen sie neben uns im gleichem Schritt und Tritt. Keiner von uns vermag zu sagen, daß er scho" jetzt das ganze Ausmaß und die ganze Bedeutung des Sieges im Westen zu erfassen vermöchte. Abm wir haben die Ueberzeugung, daß dieser Sieg sB zum Segen für Europa auswirken und vielleicht! wirklichen Frieden der Welt bringen wird. 3™ einem einzigen Jahr schon hat sich das Gesicht ropas gewandelt. Es ist wie ein Erwachen dum unseren Kontinent gegangen. Diele seiner Dölkeik haben sich bereits aus ihren plutokratischen Ketten befreit. Die Macht des Goldes ist gebrochen. kontinentale Schwert Englands in Europa, grana» reich, steht England nicht mehr zur Verfügung Europas Küsten vom hohen Norden bis an Sp«' niens Grenze sind fest in deutscher Hand. Ein neue» Panzer der Sicherheit: Ein neuer Westwall ubts Tausende von Kilometern ist entstanden! Wir alle wissen und vor allem der Gegner weil es, daß Deutschland im Einsatz für diesen Kamp auch heute nvck) nicht auf dem Höhepunkt fein» Kraft angelangt ist. Immer größer wird die Z 0 der U-Boote, die Monat um Monat neu •_» Dienst gestellt werden.. Immer größer wird W Zahl an Flugzeugen, die unsere FlugwoW gegen die militärischen und wirtschaftlichen । Großbritanniens einsetzt. Und daß auch uni< Heer die Zeit, die ihm bis zum Losbrechen em« neuen Angriffs noch bleibt, nicht verschläft, dav ' ist die Welt seit dem Mai dieses Jahres überE — gleichgültig ob sich zwijchen rmfersn urtb dem Gegner Beton o-der Wasser befinden. Un. erschütterlich in der Gewißheit seiner Unbesiegbar- red ist unsere Wehrmacht beseelt vom Glauben an den Führer, durchglüht vom Gefühl der Gerechtigkeit des Kampfes, einig im Nationalsozialismus. Diele Wehrmacht ift ihres Endsieges gewiß! Und im Rücken dieser Wehrmacht steht die Heimat: in ihrer Arbeit und in ihrer Liebe das Fundament dieser Kampfformationen zu Wasser, m Lande und in der Luft. Was immer auch der Rritg noch von ihr fordert, sie wird es erfüllen. Ja, wir können glücklich sagen, die Heimat in diesem Kriege ist der Kraftquell des deutschen Soldaten. In dankbarer Bewunderung sieht sie feine gewaltigen Taten. In Stolz und Zuversicht setzt sie ihr blindes Vertrauen in seine Kraft. Jeder Gedanke an ihn ist ihr Gewißheit des Sieges. Es weiß aber auch jeder Soldat draußen, daß er sich bedingungslos auf die Heimat verlassen kann. Jeder Gedanke nach Hause gibt ihm Kraft und Vertrauen. Er weiß, sie gibt ihm, was sie ihm zu geben vermag. 3n der Arbeitsleistung, in der Opferbereitschaft, in der Hingabe will sie seinen Leistungen nicht nach- stehen. Die Heimat heute ist zusammengeschweißt in der nationalsozialistischen Gemeinschaft der Tat. Sie trägt, was ihr der Krieg auferlegt, als etwas Selbstverständliches, als ihren Anteil am Kampf. Sie wird nur von einem Gedanken beherrscht: Gleichwertig zu sein denen draußen. Die deutsche Heimat will die gleich Achtung vor der Nachwelt erringen, die sich der deutsche Soldat errungen hat. Auch die Heimat von heute ist wie die Front innerlich und äußerlich stärker als jemals zuvor. Und jeder in der Heimat und draußen weiß, daß des Führers unbeugsame Härte und Energie sich nicht geändert haben. Geändert baden sich aber auch-nicht die Umsicht und Gründlichkeit, mit der er all seine Handlungen vorzubereiten pflegt, auf daß der Angriff von der größtmöglichen Sicherheit des Erfolges begleitet ist. Und nie vordem hat ein Deutscher militärisch, wirtschaft- lich und politisch so große Macht in seiner Hand vereint wie der Führer. Diese Macht, die der Führer dem deutschen Volk gegeben, ist unüberwindlich. Auch England ist dies längst zur Gewißheit geworden. England hat nur noch eine Sorge, wie es die eigene Ueberwindung so lange als möglich noch hinauszuschieben vermag. Mehr als ein Hin- ausschieben ist es nicht. Maa England solange es will und kann den Luftkrieg führen. Es wird nur fein Land, seine Gtähte, seine Industrie, seine Docks und Lagerhäuser, seine Handelsflotte der Vergeltung und damit der &r- störung durch unsere Bomben und Torpedos prris- geben. ^Es kommt auf, alle Fälle der Tag, wo es am Ende sein wird. Es fällt vielleicht gerade den Waffen zum Opfer, die es gegen uns angewandt und die es damit gegen sich selbst heraus- gefordert hat: Den B o m b e n k r i e g, den es selbst begonnen hat. Der Führer hat diese Kampfesart vermeiden wollen. England hat sie bewußt g e - sucht. Es muß die Folgen tragen. Die gött- liche Gerechtigkeit hat sich gegen England gewandt. Im Glauben an die göttliche Gerechtigkeit und an das eigene Recht führen wir unseren Kampf bis zum Sieg von Recht und Gerechtigkeit. Wir führen diesen Kampf im Glauben an den überragenden Wert unseres Volkes, dessen Zukunft bis in ferne Zeiten zu sichern nach Gottes Dillen ist. Denn auch unser deutsches Volk hat die Allmacht geschaffen und der Dienst an diesem Volk ist damit auch ein Dienst im Glauben an die Allmacht, die es schuf. Heber unserer Weihnacht steht unser Gebet: Herr Gott, du hast uns den Führer gegeben. Du hast seinen Kampf gesegnet in einem gewaltigen Sieg. Du gabst ihm die Kraft, ein neues, großes, freies Deutsches Reich zu schaffen und es zu sichern vor feinen Widersachern. Gib uns die Kraft, nach all unferm Können ihm zu helfen in seinem Ringen, zu kämpfen und zu arbeiten für unser ewiges, Herr- liches Deutschland — auf daß wir auch ferner wür- dig sind deines Sieges. Reichsminister Dr. Goebbels zmVollsweihnachl. Weihnachtsbescherung für ASV -betreute Kinder im Propaganda-Ministerium. Unser Bild zeigt Reichsminister Dr. Goebbels in lebhafter Unterhaltung mit den reichlich beschenkten Kindern. — (Scherl-Bilderdienst-M.) M Berlin, 24. Dez. (DNB.) In den weihnachtlich geschmückten Räumen des Reichsministeriums für Bolksaufklärung und Propaganda nahmen am Heiligen Abend nachmittags Reichsminister Dr. Goebbels und feine Gattin für 170 von der NSV. betreute Berliner Kinder und eine Anzahl Mutter eine festliche Bescherung vor. Darbietungen der Kapelle Dobrindt und des Kinderchors Emmi Goedel-Dreising sowie des Kinderballetts des Deutschen Opernhauses verschönten die Feierstunde. Im Kurfürstensaal erwarteten am strahlenden Lichterbaum reichgedeckte,, lange Gabentische die ungeduldige Dinderschar. Der Minister selbst und Frau Magda Goebbels hatten eine gute Stunde lang alle Hände voll zu tun, um die Kisten und Kasten, Körbe, Tüten und Pakete mit all den herrlichen Sachen den glückstrahlenden Mädels und Jungens zu geben. Eitel Glück lag auf den Gesichtern der Kinder, in deren Mitte auch hin Töchter des Ministers Helga und Hilde mithelfend erfchie- nen waren. In feiner Rede zur Dolksweihnacht 1940 sprach Reichsminister Dr. Goebbels £ u den deutschen Kindern in ollen Gauen des Reiches. Nicht nur Millionen Väter, sondern auch ungezählte Kinder aus deutschen Familien könnten in diesem Jahr das Weihnachtsfest nicht unter dem Lichterbaum, den die Mutter geputzt und angezündet habe, feiern. Mehr als hunderttausend Deutsche aus Bessarabien und dem Buchenland feierten das Weihnachtsfest mit ihren Kindern zwar auf deutschem Boden, aber zum größten Teil noch in 120 Lagern des Gaues Niederdonau. Um die Lautsprecher seien auch die Taufende deutscher Kinder versammelt, die a uj den luftgesähr deten Gebieten zur Schonung ihrer Gesundheit in andere Gaue verschickt worden seien. Ihre Mütter müßten in diesem Jahr das Weihnachtsfest ohne ihre Kinder und oft auch ohne ihren Mann verleben; denn es sei in diesem Jahr nicht möglich gewesen, in jedem gewünschten Umfang zu Weihnachten Sonderbeurlaubungen für unsere Frontsoldaten durchzuführen. Die Trennung werde manchem Vater, mancher Mutter und vor allem vielen Kindern einiges Herzeleid bereiten. Aber es fei Krieg. Alle müßten Opfer bringen. Daran ließe sich nichts ändern. Unser Volk könne lediglich die Opfer auf ein erträgliches Maß beschränken und das Unvermeidliche in Gemeinschaft tragen. „Deshalb ist", so fuhr Dr. Goebbels fort, „auch in diesem Falle die na tion al sozialistische Bewegung und die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt in größtem Umfange helfend eingesprungen. Ein Weihnachtsfest soll auch im Kriege jedes deutsche Kind haben, und jeder Vater im Felde, jede Mutter, die diesmal allein zu Hause sitzt, soll wissen, daß ihr Kind vor allem zum Weihnachtsabend umgeben ist von lieben deutschen Menschen, die ihm, auch wenn es vom Elternhause getrennt ist, dieses schönste deutsche Familienfest wirklich zu einer Feier von unauslöschlicher Erinnerung machen. Sie sitzen zwar nicht alle zu Hause in der Familie, aber sie sind alle versammelt in unserer großen deutschen Volksfamilie, die in diesen Stunden durch den Rundfunk miteinander verbunden ist." Das, was heute alle als Liebe und Sehnsucht empfänden, sei auch ein Opfer für Volk und Vaterland. Es mache Deutschland nur noch stärker, allen Aufgaben, die die Zukunft mit sich bringe, mutigen und aufrechten Herzen entgegen^utreten. „Einmal wird die Stunde kommen", erklärte Dr. Göbbels, „da euer Vater von her Front heimkehrt und eure Mutter euch weinend vor Freude wieder in ihre Arme schließt. Dann wird der Krieg am Ende sein und Gluck und Frieden wieder unter den Menschen Einkehr halten. Für diese schönste Stunde unseres Lebens wollen wir heute gerne jede Mühsal tragen und jedes Opfer bringen und wollen darüber hinaus versuchen, uns Mühsal und Opfer in gegenseitiger Hilfsbereitschaft möglichst leicht zu machen. Dann wird uns später vielleicht einmal dieses Weihnachtsfest als das schönste und gehaltvollste unseres ganzen Lebens in der Erinnerung Zurückbleiben, weil es nämlich so tief von Liebe und Sehnsucht erfüllt ist, weil es Opfer von uns allen verlangte, aber weil es uns im Verzicht auch wieder hie Kraft gab, stark zu bleiben unb damit dem Siege näher zu kommen. Vom Weihnachtsfest im Kriegsjahr 1940 solle ein Strom von Mut unb Willensstärke in das deutsche Volk hineinfließen. Dieses Weihnachten solle unser Volk befestigen in der Zähigkeit und Ausdauer und ihm vor allem die Kraft geben, zu kämpfen für den Sieg unb für den Frieden. den Deutschland allen bringt, hie guten Willens sind. Japans Wirtschaftskrieg. Hsi n kin g, 23. Dez. (Europapreß.) Gelegentlich seiner Besichtigungsfahrt durch Mandschukuo erklärte der japanische Minister und Präsident des Planungsamtes, Naoki Hoshino, daß zwar die Ausfuhrverbote der USA. gegenüber Japan die japanische Wirtschaft schädigen mögen, daß aber dennoch Japan in jedem Falle durchhalten werde; trotz der amerikanischen Ausfuhrsperre werde Japan den Chinakrieg durchführen. Dies zu ermöglichen, bezeichnete Hoshino als seine augenblickliche Hauptaufgabe. Um die Schaffung des ostasiatischen Blocks sicherzustellen, sei die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Japan, China und Mandschukuo die erste Bedingung. Daher beabsichtige Jqpan, die chinesischen Bodenschätze in vollem Umfange zu erschließen. Die Finanzierung sei trotz gewisser Schwierigkeiten bereits sicherge- stellt. Am 13. September 1938 im Zimmer des französischen Ministerpräsidenten. Wütend haut Dalaöiec den Hörer hin ,DieS Raöebrechen am relephon ist ja zum 0erruckttveröenN Mr. Chamberlain stottert in London ein paar französische Brocken ins Telephon, Daladier kann auch nur sein bißchen Schul-Englisch, und das entscheidende politische Gespräch Paris-London kommt nicht zustande, — da tritt der rettende Mann ins Zimmer. Iunb nur General auch die geistige Schulung durch Admiralitätsarbeit und weltmännischen Umgang nicht fehlt, und endlich General Vuillemin, der von sehr einfachem Her- kommen ist, mit zwanzig Jahren zur Artillerie eingezogen wurde und der dann nach einer dreijährigen Dienstzeit als Gemeiner langsam aufstieg, bis er sich im Weltkrieg als Flieger hervorragend auszeichnete und nun das höchste Amt der Luftwaffe erreicht hat, denn bricht der Krieg aus, so wird er der Ober- kommandierende der französischen Luftflotte sein. „Meine Herren", sagt Daladier, „ich habe Sie in einem sehr ernsten Augenblick hergebeten. Von dem, was Sie mir sagen werden, hängen die Entschlüsse der Regierung ab und das Schicksal Frankreichs." Unwillkürlich beugt sich Daladier jetzt etwas vor, unb bann fragt er mit seiner rauhen Stimme: „Wenn Frankreich gezwungen wird, Deutschland den Krieg zu erklären — kann es sich da auf seine Armee verlassen?" Alles sieht auf Gamelin, an dem es ist, als erster zu antworten. Der überlegt sorgfältig, ehe er spricht. Er bedenkt, daß die Armee seit langem in einer allmählichen Mobilmachung begriffen ist, die sich unauffällig, aber stetig vollzog, und es ist außer Frage, daß nur noch wenig fehlt, bis dieser erste wichtige Prozeß der Kriegsführung abgeschlossen ist. Er weiß, was er verantworten kann, und so sagt er in seiner angenehmen, etwas weichen Stimme: „Die Armee ist bereit“ Daladier atmet auf. Diesmal spricht Gamelin anders als 1936! Und gleich darauf sagt Admiral Darlan ohne Umschweife: „Die Flotte ist bereit, und wenn wir die englische Flotte auf unserer Seite haben, so hat Frankreich zur See nichts zu be- sü* Nun ist die Reihe an General Vuillemin. Vielleicht gibt es manchen französischen Militär, der an einer Stelle aus tiefer Verlegenheit, die Wahrheit zu gestehen, sich selbst und die andern über die Lage hinweggetäuscht hätte — aber General Vuillemin macht keine Phrasen. „Wenn morgen der Krieg beginnt", so sagt er erbarmungslos, „dann haben wir nach vierzehn Tagen 'keim einziges Flugzeug mehr. Was wir an Flugzeugen besitzen, müssen wir von Flugoffizieren der Reserve fliegen lassen, denn von diesen Maschinen sehen wir keine wieder. Unsere eigentlichen Piloten müssen wir aufheben, bis wir richtige Flugzeuge haben. Im Mai haben wir Flugzeuge in Amerika bestellt. Im Oktober werden die ersten geliefert, unb im Frühjahr 39 bie letzten. So lange können unfete Piloten also spazieren gehen." Keiner der Herren rührt sich. Sie blicken in eine Katastrophe, unb in das löbliche Schweigen klingt die harte Stimme Vulllemins weiter: „Ja, meine Es sind schon vier ungewöhnliche Gesichter, die sich hier gegenübersitzen — sie gehören vier Männern an, Denen das Schicksal außerordentliche Lebenslaufe zu- getcilt hat. Da sitzt Daladier, der Sohn des Dors- vackers, in seiner gedrungenen Gestalt, auf kurzem Hals den Kopf eines intelligenten Kleinbürgers, dem Die wie ein Pfeil vorschießende starke Nase unb ba '■ Sinn kräftige Akzente geben — Gamelin, ein Mann von durchschnittlicher Große, -in Mann aus gebilbetem Haus nut einem kultivierten Gesicht, mit wenigen unb sehr fernen galten, mit hellen, gütigen Augen, bie nur em wenig zu sehr auf ber Hut zu sein scheinen, so daß bie ^roße Ruhe, Die feine Züge atmen, etwas gespannt anmutet wie bei einem Gelehrten, der immer furchtet, durch Fragen des praktischen Lebens aus feiner Versunkenheit aufgeschreckt zu werden. Dazu das kühn • Gesicht Darlans, eines entschlossenen seemanns, dem Paris, 12. September 1938. Jetzt, um sieben Uhr abends, spricht der deutsche Führer aus Nürnberg. Herr Daladier hat sich einen Lautsprecher auf seinen Schreibtisch im Kriegsministerium stellen lassen und versucht, der Rede zu folgen. Noch nie war der Andrang der Bevölkerung an das Rundfunkgerät so stark — obwohl bie wenigsten Hörer deutsch verstehen, wollen sie doch bie Stimme hören, bie, wie sie wissen, die Stimme bes Schicksals ist. Aus unzähligen Fenstern der Pariser Häuser bringt diese Stimme, in den schwülen Septemberabend, und vor den Lautsprechern der Zeitungshäuser stehen die Menschen in dichten Massen. In der Nacht kommen dann die ersten Sonderausgaben der Blätter heraus, die nicht nur bie ersten Bilder aus der Nürnberger Kongreßhalle, sondern auch den vollständigen Wortlaut der Rede enthalten. Die Menschen warten nicht ab, bis diese Blätter abgelaben werden — sie bemächtigen sich gleich ber ganzen Bünbel, reißen sie auf, unb bann stürzt sich alles auf bie Berichte — unb alle atmen auf: Hitler will keinen Krieg! Er will — Jie lesen eS wörtlich — „den ewigen Streit mit Frankreich , einmal für immer“ beenben. Eduard Daladier, der bie Rebe des deutschen Führers in der Uebersetzung gründlich studiert und bie Entschlossenheit der deutschen Haltung begriffen hat, will nicht den Fehler machen, den Albert Sarraut bei ber Rheinlandbesetzung 1936 beging, ber großartig öerlünbete, Frankreich könne mit Deutschland nicht verhandeln, solange Straßburg in der Reichweite deutscher Geschütze liege — und der dann doch verhandeln mußte, weil General Gamelin erklärte, Die französische Armee könne nicht marschieren. . W, Iti. igett Mtil .505 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen) Verdunkelungszeit in her Woche vom 22. bis 28. Dezember: 17.10 Uhr bii 9.30 Uhr. Aus der Stadt Gießen. Dom Schenken. Wenn mir nach alter vertrauter Sitte Weihnächte feiern, die Eltern ihren Kindern Baum und (Zcbentlsche richten, wie sie es jelbft als Kinder t)|n ihren Eltern empfangen hatten, so haben mir djs Gefühl, in einer Ueberlieferung zu leben, die ritte, viele Generationen zurückreicht. Aber' an Ms können mir die lebendige Entrnicklung der Hadition so deutlich erkennen, wie gerade an dieser Ote, die uns Deutschen am tiefsten ins Gemüt gewachsen ist, an unserer Weihnachtsfeier. Daß der Ljchterbaum, für uns heute der Inbegriff des aan- M Festes, erst etwa anderthalb Jahrhunderte alt üt rvlssen wir. Aber auch die Geschenke, deren Be- sligung und Vorbereitung mit aller sie umgebenden Heimlichkeit oft die Wochen vor Weihnachten erfüllt ^ind das Fest so recht zu einem Fest beiiger Christ, Neu-Jahr, Grün-Donnerstag oder M es sonsten Namen haben mag, an Kleidung, Ct!de, Geschmeide oder anderen Sachen nichts ge- tften werden", und weil die Knechte und Mägde b-^eilen diese Geschenke „zu Ungebühr mit einge- i irget und fast abgezwungen" hatten, so sollten „ifrr, Frau, Knechte oder Mägde, so dergleichen Skrgünftigungen unter einander verüben mit der Reffte der vorgesetzten Straffe, als 5 Thaler, von dichten belegt, und dem Dienstbothen sein ordent- id?5 halbes Lohn neben dem Geschenke wegge- ronmen werden. Jedoch wofern ein oder ander !^e r pder Frau einem Dienstboten, so ihn oder ihr Ar anderen lang und treulich gedient, aus freyem Men ein leidliches zum H. Christ und zu Verfassung fernerer fleißigen Dienste verehren wollte, sthes bleibet ihnen ungewehret, die Neuen Jahr- Schenke und Jahrmärkte aber wollen wir dis- Mz gäntzlichen abaestellt wissen." Auch in Druck- shiften ward scharf gegen die Sitte der Neuiahrs- Drhnachts-Beschenkung geeifert, aber der Erfolg t!i.b aus, die ihrem Sinne nach schöne Sitte er- Ihitt sich trotz aller Polizeiverbote. Geschenke sandte man meist einander zu, von Mr Bescherung in unserem Sinne war bis her- pn1 ins 16. Jahrhundert nicht die Rede, auch berankte sich die Sitte auf die Erwachsenen. Im 15. Jahrhundert wird zum krstenmal erwähnt, daß die Kinder Geschenke erhielten, noch ist die Sfre aber nicht an den Weihnachtstag gebunden. d« Hauses, der Familie macht, können wohl auf eirc sehr alte Vergangenheit zurückblicken, haben aber ebenfalls im Laufe der Jahrhunderte so viel I Handlungen durchgemacht, daß eine Weihnachtsbe- schruna vor 200 oder 300 Jahren nur noch wenig mr unserem heutigen Brauch gemeinsam hat. Die Sitte des Schenkens geht zurück auf den alt- ränischen Brauch, sich am Anfänge eines neuen faires zu beglückwünschen und ,",um der guten | Di Bedeutung willen" sich gegenseitig Backwerk und Füchte, Münzen und allerlei Schmuck zu verehren. so mancher andere römische Brauch, so bürgerte I sich auch die Neujahrsbeschenkung in Deutscksiand \ ei Im Mittelalter finden wir ihn überall, Lehns- hew und Lehnsmann, Herr uni)' Diener beschenken har und Lehnsmann, Herr unb' Diener beschenken sich gegenseitig. Jeder Beamte erhält seine Gabe, ult> selbst regierende Fürsten bekommen ihr Neu- jchsgeschenk, fordern es wohl gar auf feierlichem Ur,uge ein. In der Hauptsache wird Geld geschenkt, lieben gibt es auch Latwergen und Lebkuchen, Mider und Schuhe, Gürtel und Schnallen, Messer mb Sporen und dergleichen mehr. Da aber fast das [aeije Mittelaltes hindurch als Jahresanfang der sÜWihnachtstag galt, so wurden die Neujahrsgs- schnke allmählich zu Weihnachtsgeschenken. fern Laufe der Zeit artete der Brauch freilich aus, tüs wurden die Gaben nach der Meiung der hohen I Oi'igfeit zu kostspielig, teils glaubte das Gesinde । ein Recht auf diese Geschenke zu haben. Das gab zu allerhand Mihhelligkeiten Anlaß, und die Be- Hoden sahen sich veranlaßt, dagegen einzuschreiten. ; Ä bestimmte die.sächsische „Policey-Ordnung" vom i re 1661, es solle den Paten „im Geringsten kein Der Wechaalyisoemeb bei der Reichsbahn und der Reichspost in Gießen. Die Weihnachtsfeiertage sind wieder einmal vorüber. Sie wurden in Stadt und Land als Kriegsweihnachten begangen und hatten sich in ihrem äußeren Verlauf dem Ernst der Zeit angepaßt. Wie in jedem Jahre, so trat auch diesmal der Weihnachtsbetrieb besonders bei der Reichsbahn und bei der Reichspost in Erscheinung, die als größte Vertriebsbetriebe des Großdeutschen Reiches gerade vor und während solcher Feste besondere Brennpunkte sind. Bei der Reichsbahn in Gieße» hat diesmal der Personenverkehr allerdings nicht das Ausmaß des vorjährigen Weihnachtsreisever- kehrs erreicht. Der Rückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, daß die Ermahnung der Reichsbahn, zu Weihnachten keine unnötigen Reisen zu unternehmen, in diesem Jahre weit stärker befolgt worden ist als der gleiche Appell vor dem vorjährigen Weihnachtsfeste. Diese disziplinierte Haltung, aus der das volle Verständnis für die anderweitigen wichtigen Kriegsaufgaben der Reichsbahn ersichtlich ist, kam aber nicht nur im Fernreiseverkehr, sondern auch im Lokalverkehr zum Audsruck, denn letzterer war im Gegensatz zu dem regeren Betrieb vor den Feiertagen während der beiden Festtage verhältnismäßig still und in mäßigen Grenzen verlaufen. Trotzdem war es im Lokalverkehr, wie auch im Fernverkehrsbetrieb erforderlich, die planmäßig gefahrenen Züge zu verstärken und zu einigen Fernzügen Nachzüge zu fahren, um allen Verkehrserfordernisfen in ausreichendem Maße Rechnung zu tragen. Hochbetrieb herrschte vor den Feiertagen und auch während der Festtage bei der Auskunft st elle des Bahnhofs Gießen, wo eine Unmenge Anfragen der verschiedensten Art, darunter auch fernmündliche, gestellt und beantwortet wurden. Wenn auch der Reiseverkehr vom Bahnhof Gießen aus — nach der Zahl der Reisenden — nicht an den Stand des Vorjahres herangekommen ist, so kann die Reichsbahn doch mit dem finanziellen Ergebnis des Weihnachtsreiseverkehrs vom Bahnhof Gießen aus zufrieden fein, denn es wurden diesmal in zahlreicheren Fällen als im vorigen Jahre Reifen über weitere Entfernungen gemacht, womit natürlich eine entsprechende Steigerung der Fahr- geldeinnahmen verbunden war. Im Gepäckoerkehr brachte der Weihnachtsbetrieb beim Bahnhof Gießen eine' erhebliche Steigerung gegenüber dem Vorjahre. Vor allem handelte es sich um ein starkes Anwachsen des Kleingepäcks, da sich die meisten Reisenden ihre Fahrt durch die Aufgabe dieser Gepäckstücke erleichtern und bequemer gestalten wollten. Dieser Entschluß der Reisenden hat den Verkehr in den Zügen selbst flüssiger gestalten helfen und anderseits dem Gepäckverladebetrieb einen gegenüber dem gewöhnlichen Alltag erheblichen Aufschwung gegeben. Im Gegensatz dazu ist der Expreßgukverkehr unmittelbar vor und während der Feiertage etwas hinter dem Ausmaß des vorjährigen Expreßgutverkehrs zurückgeblieben. Der Expreßgutversand von Gießen aus hat zwar ungefähr den vorjährigen Stand erreicht, dagegen ist der Eingang von Expreßgutsendungen beim Bahnhof Gießen geringer als im Vorjahre gewesen. Die Minderung ist vor allem dadurch herooraerusen worden, oaß die Reichsbahn im Interesse einer flüssigen Derkehrs- abwicklung eine Expreßgut-Annahmesperre für den Weihnachtsbetrieb erlassen hatte, von der nur einige wenige, besonders wichtige Versandgüter ausgenommen waren. Der gesamte Weihnachtsoerkehr bei der Reichsbahn hat sich dank der umfassenden Vorbereitungen glatt abgewickelt und ist erfreulicherweise ohne Unfälle verlaufen. Soweit Verspätungen eintraten, hielten sie sich in mäßigen Grenzen; sie betrafen Fernzüge, die Anschlüsse auf den Unterwegsstationen abwarten müssen. Damit der Personenreiseverkehr beschleunigt werden konnte, hat die Reichsbahn nach zahlreichen Richtungen hin über weite Entfernungen Schnellgüterzüge verkehren lassen, die nur Expreßgut und beschleunigtes Eilgut beförderten. * Die Reichspost in Gießen hat nach einem kurzen Abflauen zwischen dem 15. und dem 20. Dezember unmittelbar vor den Feiertagen noch einmal starken Betrieb zu bewältigen gehabt. Vor allem war als besonders charakteristisch in Gießen eine sehr starke Verlagerung des Versands vom Paket zum P ä ck ch e n zu bemerken. In diesem Ver- sandZweig hatte sich allein schon bis zum 19. Dezember eine erhebliche Steigerung gegenüber dem Vorjahre ergeben, die nicht nur den Feldpostpäck- chenversand, sondern auch den allgemeinen Päckchen- vörsandbetrieb nach allen Gegenden des Reiches kennzeichnete. Bis unmittelbar vor Weihnachten wurden vor allem viele Eilpakete bei der Post befördert, da sich infolge der Expreßgutfperre der Reichsbahn eine Verlagerung des Verfandbetrie- bes auf die Reichspost einstellte. Während des ersten Weihnachtsfeiertages war die Paketzustellung neben der üblichen Besorgung der Postbestellgänge voll im Gange. Es kamen hierdurch viele Weihnachtspakete noch in den Besitz ihrer Empfänger. Während des gestrigen zweiten Weihnachtsfeiertages und auch am frühen Morgen des heutigen Freitag war der Paketeingang beim Postamt Gießen noch außerordentlich stark, so daß sich manch verspätetes „Christkindchen" im Laufe des heutigen Tages bei dem Empfänger noch melden wird. Daß die Briefträger und die Briefträgerinnen am ersten Weihnachtsfeiertage eine Unmasse Weihnachtspost zu bestellen hatten, versteht sich von selbst. Die Ruhepause am gestrigen zweiten Feiertag haben sie sich redlich verdient. Auch bet der Reichspost hat der Betrieb trotz der starken Inanspruchnahme gut geklappt. * Reichsbahner und Reichsposter, vor allem • auch die zahlreichen Frauen und Mädchen, die als Helferinnen in diesen Betrieben der Volksgemeinschaft dienen, haben sich durch ihre vorbildliche Arbeitsleistung vor und während der Weihnachtsfeiertage bei dem stark gestiegenen Verkehr in vortrefflicher Weife ihrer Aufgabe gewachsen gezeigt und sich dadurch berechtigten Anspruch auf dankbare Anerkennung erworben. B. Wie noch heute in einzelnen Gegenden, fand sie am Nikolaustage statt. Bald aber trat das Christkind das Erbe des heiligen Nikolaus an, die Kinder erhielten die Gaben an feinem Geburtstage. Damit beganft die Entwicklung der Weihnachtsfeier zu einem Familienfeste, das jedes für sich im eigenen Schoße feierte, und das nun auch durch den Weihnachtsbaum einen ideellen Mittelpunkt erhielt. Die Art und Weife der Befcbenkung blieb freilich vorläufig noch die alte: die Gaben wurden in ein Bündel gebracht, den sogenannten Christbürden, oder in Schüsseln gelegt, die ine Kinder anz_heiligen Abend vor die Türen oder an die Fenster gestellt hatten. Der Pfarrer Thomas Vinita in Wolkenstein in Sachsen erzählt uns aus dem Jahre 1571, was solch ein Christbündlein alles enthielt: „Die Kinderlein finden in ihren Bündlein gemeiniglich fünfferley Dinge. Erstlich güldige, als Gelt, viel oder wenig, nachdem der Haus-Christ vermag und reich ist, doch lassen sich auch die armen Kinderlein an einem Pfennige oder Heller, in Aepfel gesteckt, genügen und sind guter Dinge darüber. Darnach finden sich auch genießliche Dinge, als Christstollen, Zucker-, Pfefferkuchen, und aus diesen allen mancherlei; Konfekt und Bilde. Daneben Aepfel, Birnen, Nuß und gar mancherlei) gattungen allerlei; bestes. Zum dritten finden sie ergetzliche und zu fremden gehörige Dinge als Puppen und mancherlei; Kinderwerk. Zum vierten finden sie nötige und zur bekleidung und zier des lebens dienstliche Dinge, Lar mancherlei) und hübsche. Kleiderlein, von gutem gezev (3ßug) und seiden, goto und silber, und reinlicher Zreitag, 27. Dezember Arbeit gefertigt. Zum letzten finden sie auch, was zur lere, gehorsam, zücht und Disciplin gehöret, als Abctefflein, Bibeln und schöne Bücherlein, Schreib- und Federzeuge, Papier etc. und die angebundene Christtutte." Die Spenden waren also schon damals nicht dürftig, und namentlich Geschenke fürstlicher Kinder fanden in dem engen Raum einer Christbürde nicht mehr Platz. Aber auch in bürgerliches Kreisen wurden die Gaben immer reicher und vielgestaltiger, hatte sich doch schon im 14. Jahrhundert die Spielwarenindustrie in den allen reichen Städten des deutschen Südens entwickelt. Den Jungen schenkte man von jeher mit Vorliebe Schaukel-, Räder- und Steckenpferde, Waffen und Soldaten, den Mädchen Puppen und Puppenstuben, die oft wahre kleine Kunstwerke waren. Wie schon erwähnt, begann man, die Geschenke auf Tischen auszulegen. Damit schwand auch die letzte Erinnerung an den einstigen Umzug des heiligen Nikolaus und an die Christbürden, die Beschenkung wurde eine wirkliche Bescherung. C. K. Xfornotuen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 15.15 bis 17.30 Uhr „Rotkäppchen"; 19 bis 21.45 Uhr „Der Tanz ins Glück". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Unser Fräulein Doktor". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Herzensfreud" — Herzensleid". Ortszeit für den 27. Dezember. Sonnenaufgang 9.37 Uhr, Sonnenuntergang 17.15 Uhr. — Mondaufgang 7.37 Uhr, Monduntergang 16.23 Uhr. Ortszeit für den 28. Dezember. Sonnenaufgang 9.37 Uhr, Sonnenuntergang 17.16 Uhr. — Mondaufgang 8.40 Uhr, Monduntergang 17.20 Uhr. Neumond; Mond in Südwende. Die DeutM MelksirM Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Wet- terau, Gießen, Schanzenstraße 18, Fernsprecher 2141 teilt mit, daß 14tägig montags, von 10 bis 12 Uhr vormittags, Sprechstunden zur Erfinderberatung durchgeführt werden. Die Sprechstunden finden im ersten Vierteljahr des Jahres 1941 an folgenden Terminen statt: > 5998D 13. Jan., 27. Jan., 10. Febr., 24. Febr., 10. März, 24. März. H5- • J prächtiges und leicht äufzufindendes Sternbild, toi der Orion ist halt noch viel schöner, reicher «-■ Himmelswagen immer am sichersten findet. darf immer nur die drei in einer geraden Au* stehenden, gleichweit von einander entfernten "iEelsteme auffuchen, die es nur einmal am ton Himmel gibt, dann hat man auch gleich ? 5d)ulterfterne, die Fußfteme, den hellglitzem- to «Sirius und den kleinen Hund. . 3!wiß, aud; der große Himmelswagen ist mit foun vier Rädern und seinen drei Deichselsternen O bezaubernder. Oe drei Deichselsterne des Himmelswagens liegen ebenfalls auf einer Linie, aber auf einer '*h gebogenen, deichfelartigen. Die drei Gürtel- Der Rigel im Orion. von Wi'helm Schüssen. ßr stand unter dem funkelnden Sternenhimmel •rä sagte: „Sehen Sie den Orion?" '.Den hellsten Stern dort?" ..'iein, der hellste Stern ist der Sirius. Aber von diesem sieht man tret Sterne in 'einer ftoen Linie in gleichem Abstand von' einander, jtotn man sich diese drei Sterne als einen Gürtel gilt sieht man rechts und links oben die Schultern ^•3 riesigen Mannes und links und rechts unten Mn Füße. Den Kopf muß man sich halt hinzu- toten. Diesen Mann, den sich die Sternengelehrten to Jäger vorstellen, heißt man den Orion. Und to Sirius, der ihm folgt, ist sein Hund. Sein gro= M Hund. Er hat nämlich auch einen kleinen. Man toi nur den linken Schütterstem durch eine Linie Jjt dem Sirius verbinden und auf dieser Linie to Mittellot errichten, dann trifft man auf den Jifen Hund. Die Verbindungslinien des linken wlterfterns, des großen und kleinen Hundes aber ein gleichseitiges Dreieck. Ilyjn kann ich aud) noch die Namen der Orion- Ito e nennen. eo - Dsr linke Schütterstem ist die Beteigeuze, der stthe Bellatrix, der rechte Fußstern heißt Rigel 9'1! e, der linke Fußstem hat für den Nkchtfach- ptilBI keinen besonderen Namen. Der kleine Hund Prokyon. Sternbild des Orion ist das schönste am jMmel und zugleich dasjenige,- das man neben de» bis >•$ jU- >ge" 1 ucl^l fteme des Orion, die man auch Jakobftab nennt, liegen auf einer Geraden. Das ist entscheidend. Das muß man^feststellen. Dann findet man den Orion sicher. Im Altertum gab es einen gewaltigen Jäger namens Orion. Er war zugleich der größte und schönste Mensch. Als solcher hatte er sich auch einer verwegenen Liebschaft hingegeben. Er ist dann &ur Strafe dafür vom Göttervater auf ewige Zeiten in die Sterne versetzt worden, wo er nun allnächtlich mit seinen Hunden über den Himmel schreiten muß. lieber ihm zieht sich die Milchstraße hin, funkelt die Kapella, schimmert das Nesttein der Plejaden, zu gewissen Zeiten machen die Planeten Saturn, der kriegerische Mars und der Göttervater Jupiter sei- ber bei ihm ihre Aufwartung, und auch die strahlende Venus rückt mit allen ihren Reizen in die Nähe des verliebten Jägers. Unterhalb der Gür- telfteme dämmert der Orionnebel, der dem gewaltigen Jäger erst recht ein magisches Aussehen verleiht. Die einzelnen Orionsteme sind riesige Sonnen. Der rechte Fußstem, der Nigel zum Beispiel, ist viel großer als unsere Sonne, auch großer als der Sirius, wenn er auch nicht so stark leuchtet. Er.ist eben viel weiter von uns entfernt, hundertsechzig Lichtjahre, wenn ich mich nicht irre. Sein Licht braucht also hundertsechzig Jahre, bis es bei uns ist, das heißt, wenn er heute zum ersten Male aufginge, würden wir ihn erst in hundertsechzig Jahren erblicken. Und nun stehe ich schon eine ganze Stunde auf der Neckarbrücke und rechne und rechne, wie lange ich wohl selber etwa brauchte, bis ich auf dem nächsten Fußweg zu diesem weißzwinkernden und blinkemden Rigel hinaujfäme. Und ich habe Foff- rechnend und zur Not so ungefähr herausgebracht, daß ich jn meinem ganzen Leben nicht einmal so weit marschiert bin, als das Licht in zwei Sekunden macht, nämlich sechshunderttausend Kilometer, obwohl ich seit sechsundsechzig Jahren im Durchschnitt täglich mindestens sechs bis acht Stunden meine Füße gebraucht habe. Ich müßte also rund breimiüiarbenmal so alt werden, um zu Fuß auf diesen Rigel hinaufzukommen. Es weht einen ganz eisig aus diesen Fernen und Zahlen an. Sogar em Flugzeug, das im Tag dttchmrdeH- mal so weit kommt als ich mit meinen Beinen, müßte zehn Millionen Jahre lang Tag und Nacht ohne Unterbrechung fliegen, bis auf diesen Rigel zu kommen. Was für eine Riesensonne, dieses Sternlein, das so unvorstellbar weit von uns weg und gleichwohl noch für uns sichtbar ist, also sein muß, kann man nur ahnen. Es ist aber gut, daß es so weit von uns entfernt ist, beim wenn es uns so nah wie die Sonne wäre, würde es unsere Aehrenfelder und Wälder und alles andere im Nu entzünden und zu Staub verbrennen und fein lebendiges Wesen übrig lassem Der Mensch wird klein wie eine Ameise beim Bettachten eines solchen Sternleins. Aber er wird zugleich auch wieder groß dabei, denn seine Gedanken, die er auf diesen Rigel hinaufschickt, brauchen nicht einmal eine Sekunde und sind mithin noch viel schneller als das Licht und alles, was auch auf der Erde und am Himmel sich bewegt. Da darf sich der Kopf also schon ein bißchen einbilden, wenn er bloß auf seinen eigenen Fuß hin- abfebaut. Oder nicht? Fünf Tage ohne Schlaf. Professor Soderlund, Dozent der Pachologie an der Universität Stockholm, hat zehn Studenten und zehn Studentinnen, die alle völlig gesund und normal entwickelt sind, einer Prüfung unterworfen, wie lange sie ohne Schlaf auskommen könnten. Es sollte dabei festgestellt werden, wer von den 20 jungen Leuten ohne Hilfe von erregenden Einspritzungen oder anderen künstlichen Mitteln am längsten wachbleiben könnte. Die längste Zett erreichte der Medizinstudent Karl Svensson, der über fünf Tage, genau 121 Stunden und 41 Sekunden, wachbleiben konnte, dann aber buchstäblich wie ein Ballon, der das Gas verliert, zufammenklappte und in einen tiefen Schlaf verfiel, der. 26 Stunden ohne Unterbrechung dauerte. Als die zweite bei dem Versuch wurde eine zwanzigjährige Studentin anerkannt, Inga Lindsttöm, die ihre blauen Augen kaum drei Stunden früher schloß als ihr Kamerad Svenjjou. Menzels Weihnachten. Der berühmte Maler Adolf Menzel, der uns vor kurzem aus Anlaß feines Gedenktages wieder nahegerückt worden ist, hegte eine besondere Liebe zum Weihnachtsfest. Der scheinbar so mürrische Junggeselle hatte, wie seine Briefe erkennen lassen, einen starken Familiensinn, und immer wieder sinnt er herzlich und liebevoll auf Aufmerksamkeiten für, feine Geschwister. Besonders aber war er mit Leib und Seele bei den farbenbunten Festen, die die Künstler in Berlin zu seiner Zeit zu Weihnachten feierten. Da wurden große Kostumbälle veranstaltet, bei denen geschichtliche und exotische Phantasien auflebten; noch mehr bürgerten sich die Ausstellungen der großen Weihnachtstransparente ein, die alljährlich zum Fest von Berliner Künstlern bemalt wurden und dann zu Gunsten des Unterstützungs- Vereins für Künstler zu sehen waren. Diese Ausstellung in der Akademie gestattete sich durch den begleitenden Gesang des unsichtbar aufgestellten Domchors sehr feierlich. Menzel nahm an dieser werktätigen Weihnachtsfeier den stärksten Anteil. „Eine Woche habe ich in der Zeit vor dem Feste genossen, wie ich wohl noch nichts erlebt habe," erzählt er zum Beispiel in einem Briefe von Weihnachten 1845, „nämlich unter den 6 großen Transparent-Bildern, welche unser Verein dieses Jahr wieder zu einer Weihnachtsausstellung malte, war ein Rubens, und zu dem wurde einstimmig ich kommandiert. Daß ich hiegegen keinen Protest einlegte, können Sie denken, und. nun das Schmieren!.' Die Figuren des Vordergrundes 7 Fuß. Da die Vorstellungen nur des Abends stattfanden, so haben wir sie schon der Farben wegen auch nur in den Abenden gemalt, in der Akademie in den beiden unteren Sälen, und alle zusammen, das war eine luftige Wirtschaft. Manchen Abend 20 Mann." Waren es diesmal noch Kopien nach alten Meistern, wie nach Raffael, Correggio und anderen, so traten in späteren Jahren, nicht zum wenigsten auf Betreiben Menzels, der sich hier mit Farbe und Vinsel recht „ausarbeiten" konnte, selbständige Schöpfungen an die Stelle. Der Meister lieferte zum Beispiel zu diesem Zwecke Riesenbitoer mit den Themen: „Adam und Eva mit ihren Kindern", ..Christus als Knabe im Tempel" und „(Thriftus, der dis Händler aus dem Tempel zagt"» G» C 1 sichrer S.l-fport NSRL. fül): eine Leis rte Bereich XII Hessen im Der analiedere. Wollen Sie mir dabei helfen, so können i — Brüderlichkeit, ein ganzes Volk bis ins Mark zu das trotz der intensiven und abwechslungsreiche, Sie jederzeit bei mir anfangen. Sie brauchen nicht zerstören drohen. Tätigkeit still und einsam dahinläuft. sofort zuzusagen, Sie können sich alles in Ruhe (Nachdruck verböten.) 27. Fortsetzung. 'N» II von Viktors Leben, den töftüi W ’N Mod w M k Leistungsschulung " der hessischen Turnerinnen. 'Ni Sei, r uni icn; ineijeoenepr in miauen naqm nuaj vem । Krieg einen ungeahnten Aufschwung. Seinen oben sten Ches bekommt Viktor selten zu Gesicht; jener ist ganz m Anspruch genommen von den Stahlwer- ken in Sampierdarena, dem westlichen Jndustrievor« ort Genuas, und von der Vermehrung seiner Ham delsflotte. Viktor untersteht dem alten Direktor Vertrauensbeweis Andreas Ansaldis. Nach der Konferenz, als er in seinem Bu i« Briefe diktiert, wird er von Ancia Maria anM> läutet. Wann er heute nach Hause komme, möW sie wissen. Und ob sie ihn dann sofort sprechni könne. Und wann und wie und wo ... (Forts. foW Meister im Boxen der Schwergewichtsklasse, hat orf dem vorgeschriebenen Weg über den BDF. und bii JBU. Europameister Max Schmeling um den Titck gefordert. Einen hohen Fußballsieg feierte b« Ostmarkmeister Rapid Wien über den ungarische, Meister Ferencoaros Budapest. Die Magyaren wui. den in Wien vor 9000 Besuchern mit 6:1 (2:1) g«. schlagen. x überschwenglichen Gefühl heraus einem andern an.- schließt. So hat er auch noch kein rechtes Verhält» i; zu den Frauen gefunden. Er ist häufig Gast in guten Häusern, wozu ihm vor allem seine persönMr Stellung zur Familie Ansaldi verhilft, er lernt vi.-I hübsche, junge und wohlhabende Mädchen tenneir, aber er bleibt einsam. Er treibt viel Sport in sein«: knapp bemessenen Freizeit und hot sich von seinen ersten Ersparnissen nach Tilgung seiner Schulden an Maria Ansaldi ein Segelboot angeschafft. Im übrigen genügt ihm der Verkehr mit b«r Familie Ansaldi vollkommen. Wenn ihm AndrM Ansaldi half, sich einen Wirkungskreis zu schaffe der einen ganzen Mcknn erforderte, so war «r Maria Ansaldi, die in mütterlicher Weise sein Pn' vatleben betreute. Und die Heranwachsenden Kindnr Enzio und Ancia Maria, die nach Kinderart bn ans Land gespülten Fremdling Dasallentreue gelcl? ten, bilden seine Erholung. Nichts kann er dies«, beiden hübschen Kindern abschlagen, und umgekehrt was kein Erzieher, ja nicht einmal die Eltern twi ihnen erreichten, das taten sie aus Anhänglichkeit $ ihm aus freien Stücken. stz u; 6 moi AnWchllingallfkBka Homan von Alnz LormMambrecht erftören drohen. Zunächst hat er noch In jeinem Beruf Arbeit in Wirtschaft. Abbau vorsorglicher Schutzmaßnahmen & Alsfeld, 26. Dez. Unmittelbar vor Weihnachten wurde die von der Bereitschaft Alsfeld des Deutschen Roten Kreuzes errichtete Erfrischungsstation an der Straßenmeisterei Alsfeld der Reichs, autobahn, die unter Leitung von DRK.-Oberfeld- Landrat Dr. S ch o n h a l s steht, mit Der Kriegsausbruch und der bisherige Derlais des Krieges haben den deutschen Kredit- und Zod Ujstes lungsverkehr so gut wie gar nicfyt beeinflußt. tfn Sir gab keine Stockungen, keine Panik vor den Ban!. tj, daß so-altern, und ganz allgemein kann man feftftellen, tioijeiic daß sich die Zahlungsbereitschaft der Wirtschafter, giionall den noch verbessert hat. Die Betriebe, die unmittti Kitige bar für die Kriegswirtschaft arbeiten, sind weite» |jn er hin sehr flüssig, und auch die Unternehmungen b I worden. Ein trotz Kriegsbeanspruchung gleichmähi, Lon i funktionierendes Bankgewerbe sorgt dafür, daß oüjj EJanijai im allgemeinen Zahlungsverkehr keine Stockungg- L Ml 1 U>jj 5 Ob, N Nd lidn nie mit dem brennenden Baum allein lassen und ihnen auch keine feueraesährlichen Spielzeuge oder gar Feuerwerkskörper schenken. Auch für den Weihnachtsbamn gilt das Sprichwort: 9h,5 einem Funken wird ein großes Feuer." Abstandsgelder für die lleberlaffung einer Wohnung. Nicht selten ist es vorgekommen, daß der Mieter einer Wohnung diese — mit Einverständnis des Vermieters, das hierzu notwendig ist — gegen Zahlung eines „Abstandsgeldes" einem anderen überlassen hat. Zn steuerlicher Hinsicht ist hierfür bedeutsam, daß der Reichsfinanzhof im Gegensatz zu seiner früheren Auffassung die Einkommensteuerpflicht einer Entschädigung für die Ausgabe einer Privatwohnung verneint hat, weil solche „Ver- äußerungsgeschäfte" nicht das Einkommen, sondern das Vermögen berühren. Die Abstandssummen für Aufgabe einer Wohnung haben regelmäßig nur den. Zweck, den Vermieter vor Vermögensschäden zu bewahren, indem sie ihn für Aufwendungen, die er durch die Aufgabe der Wohnung hat oder haben wird, schadlos halten, also insbesondere für Unv zugskosten ober Neuanschaffung In preisstoprechtlicher Hinsicht ist aber zu beachten: Nach dem Runderlaß des Reichskommissars für die Preisbildung vom 5. Juli 1938 (Krieg-Band- mann „Mietrecht" 5. Auflage, Seite 103) ist gegen die Zahlung einer Abstandssumme nur dann nichts einzuwenden, wenn ihr eine gleichwertige Leistung gegenübersteht. Das ist der Fall, wenn der bisherige Mieter ausnahmsweise besondere geldliche Aufwendungen machen mußte und sich diese von dem neuen Mieter erstatten läßt. Die Ueberlassung der Wohnung selbst und die notwendigerweise damit verbundenen Umzugskosten rechtfertigen dagegen keine Abfindung. ** Erste Hilfe bei Haustieren. Wie es Pflicht jedes Menschen ist, seinen Volksgenossen insbesondere bei Luftangriffen Erste Hilfe zu leisten, so sind selbstverständlich auch alle Tierhalter verpflichtet, bei Schäden, die seine Tiere erlitten haben, sofort selbst helfend einzugreifen. Wie diese Erste Hilfe bei Tieren am praktischsten durchzuführen ist, beschreibt bas soeben erschienene Heft her, „Sirene , ber großen deutschen Luftschutz-Illustrierten. Es enthält neben vielen anberen interessanten Bilbbeiträgen roieber dse Mitteilungen bes Präsidiums und Berichte der Gruppen des Reichsluftschutzbundes. Aus ber engeren Heimat Landkreis Gießen G Mainzlar, 26. Dez. Der Lokomotivführer Rothman n aus Londorf, ber sich mit dem ersten Frühzug von Lonborf nach Gießen zu seiner Dienststelle auf bem Bahnhof Gießen begeben wollte, würbe währenb ber Fahrt plötzlich von einem starken, Unwohlsein befallen. Er stieg daher am Bahnhof Mainzlar aus, um mit bem nächsten Zuge nach Hause zurückzufahren. Kurz nach dem Aufsuchen des Wartesaales wurde der bedauernswerte Mann von zwei Arbeitskameraden t o t aufgefunden. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein jähes Ende bereitet. )-( ^Ruppertsburg, 26. Dez. Unser N S V- Kindergarten beging im Saale des Gastwirts Hahn in Gegenwart der Eltern der Kinder und einer schlichten Feier ihrer Bestimmung übergeben. Die Station ist in einer geschmackvollen Holzhalle in Form einer Baracke untergebracht, die einen Er- frischungs- und Aufenthaltsraum für etwa 40 Personen und eine entsprechende Küche enthält. Die bereits seit August für diesen Ztpeck eingerichteten Räumlichkeiten erwiesen sich im Hinblick auf die starke Inanspruchnahme als nicht mehr ausreichend Oberfeldführer Dr. S ch ö n h a l s dankte in feiner Ansprache allen Beteiligten für ihre Mitwirkung bei ber Errichtung bes neuen Unterkunftsgebäudes. Schutz für die Amtsträger des 2R£8. LPD. Frankfurt a. M., 24. Dez. Ein Einwohner in einem Frankfurter Vorort hatte einen Strafbefehl über 35 RM. erhalten, weil er bei einem Fliegeralarm im Verlauf von Streitigkeiten eine Luftschutz-Hauswartin b e - leidigt hatte. Er erhob Einspruch und stritt vor bem Einzelrichter in Höchst die Beleidigung ab. Durch die Aussage von Zeugen wurde aber seine Schuld bestätigt. Eine gütliche Regelung lehnte ber Angeklagte trotzdem ab. Das Gericht betonte, daß Amtsträger geschützt werden müssen unb erhöhte die Strafe auf 80 RM.. wozu noch die erheblichen Gerichtskosten treten. Zwei Tote durch einen Verkehrsunsatt. LPD. M a i n z. 26. Dez. Auf der Sttecke Boden- heim—Laubenheim—Mainz, kurz hinter dem Ausgang von Bodenheim, ereignete sich ein folgenschwerer Derkehrsunfall. Ein Personenauto, das schleuderte und wahrscheinlich zu stark abgebremst wurde, prallte mit einem andern Wagen zusammen. Eine Frau aus Mainz erlitt so schwere Verletzungen, daß sie bald verstarb. Der Fahre r ist im Städtischen Krankenhaus gestorben. Josef Pertsch (Reichenhall) gewann bei Schi-Abfahrtslauf vom Predigtstuhl in Bad Reicher, hall vor Gantner (Wiessee). Die schwedische Eishockeymannschasi von Göta Stockholm kämpfte in Berlin mit wech selndem Erfolg. Gegen Rot-Weiß Berlin gewann ft am ersten Feiertag 1:0, gegen den BSC. verlor ft tagsöarauf 1:3. Im Olympia-Eisstadion in GarmisL Parten kirchen trennten sich Rießer See un) Rot-Weiß Berlin im Eishockeykampf 2:2. In Füsse, unterlag ber EV. Füssen in einem Spiel um bei Leinweber-Pokal mit 1:3 gegen bie Düsseldorfer EC «ur,e Sporlnotizen Andreas Ansaldi heißt ihn herzlich willkommen. Er setzt sich zu den beiden auf die Terrasse. Maria Ansaldi sorgt Dafür, daß et noch eine Tasse Tee bekommt. Er macht nicht den Eindruck des ewig gehetzten Geschäftsmannes, der hundert Gedanken zugleich im Kopfe wälzt und imm§r auf dem Sprunge ist, so daß man Angst haben muß, einen vernünftigen Satz über seine eigenen Sorgen zu sprechen. Immerhin fällt es Viktor nicht ganz leicht, sein Anliegen vorzubringen. Aber Maria Ansaldi erleichtert ihm den Anfang, und dann nimmt ihr Mann bald selbst das Wort. Er sagt in einer lebhaften, gleichwohl überlegten und bestimmten Art: „Meine Frau hat mir bereits viel von Ihnen erzählt, Herr Gienant. Ich weiß also, in welcher Lage Sie sich befinden. Da Sie sich nun entschlossen haben, in Italien zu bleiben, so mache ich Ihnen den Vorschlag, in meine Firma einzutreten. Sie fpred)-en ja Sprachen?" „Außer Deutsch spreche ich Englisch, Franzö und Italienisch ziemlich vollkommen/' „Ausgezeichnet. Sie/ sind Offizier gewesen, verstehen also mit Untergebenen umzugehen und wissen sich Geltung zu verschaffen und Disziplin zu halten. Sie verfügen über gute Formen, was bei der Aufgabe, die ich Ihnen zu stellen beabsichtige, nicht unwesentlich ist. Ich sehe nämlich voraus, daß nach diesem fürchterlichen Kriege ein ungeheurer Reiseverkehr einsetzen wird. Die Menschen aller Staaten, die am Krieg beteiligt waren, werden förmlich danach hungern, aus den Grenzen, hinter denen sie so lange eingesperrt waren, herauszukommen.und die Schönheiten anderer Länder zu genießen. Italien nun war von jeher die Sehnsucht aller. Ich beabsichtige, den Reiseverkehr in Italien auf eine breite Basis zu stellen und ihn groß auszuoauen. Da ich aber durch die Stahlwerke, die ich mit meinem Bruder gemeinsam besitze, sehr stark in Anspruch genommen sein werde, so brauche ich zuverlässige und tüchtige junge Kräfte für das geplante einer Anzahl Gäste eine schöne Weihnachtsfeier. Die kleinen Tischchen der Kinder und die Tische der Erwachsenen waren mit Weihnachtsker- zen stimmungsvoll geschmückt. Ein Kinderchor leitete die Feier eilt. Dann begrüßte die Kindergartenleiterin Fräulein Renate Müller (Ahlheim) die Eltern und die Gäste. Hierauf sprach unser Ortsgruppenleiter und Bürgermeister zu den Eltern über die große Bedeutung des NSV.-Kindergartens, der sich in unserer Gemeinde sehr schnell in schöner Weise aufwärtsentwickelt hat. Seinen Dank für die bisherige gute Aufbauarbeit sprach er besonders der Kindergartenleiterin Renate Müller, sowie den Helferinen Marie Port und Emma Ruppel aus. Er gab dabei dem Wunsche Ausdruck, daß zwischen der Kinderaartenleitung und der Gemeinde immer das bisherige gute Verhältnis bestehen möge. Nach dem gemeinsam gelungenen Lied „O Tannenbaum, o Tannenbaum", erfreuten bie Kleinen durch ihre schönen Spiele und Gesänge, bis schließlich schwer beladen der Weihnachtsmann erschien, der allen Kleinen ein hübsches Geschenk brachte. Mit einem schönen Lied wurde die Feier- ftunbe, die erste dieser Art in unserer Gemeinde, geschlossen. —-Die NSG. „Kraft- durch Freude" veranstaltete im Saale des Gastwirts Hahn eine Filmvorführung, die sowohl bei der Nachmittags-, als auch bei der Abendvorstellung starken Besuch hatte. Die gegeigten Filme wurden mit Beifall ausgenommen. Kreis Alsfeld. in mehreren Wochenendlehrgängen eine Leistungsschulung der besten Turnerinnen am Institut für Leibesübungen in Marburg durch. Die Leitung hatte Bereichsfrauenturnwartm Luise Schwarz (Friedberg), der erfahrene Lehrkräfte, u.a. der Gießener Bezirksfrauenturnwart Heinrich S ch n e i d e r (Wetzlar), zur Seite standen. Am Schluß fand eine Leistungsprüfung statt. Die fünf besten TurnerinneK, die an der Weiterschulung durch das Reichsfachamt Turnen teilnahmen, waren: Käte Kregelius (Kassel), Luise Kling (Hanau), Anneliese Griesing (Kassel), Ilse Schmidt (Kassel), Helma Schmieder (Gießen). Im Rahmen der hessischen Bereichsmeisterschaften der Männer bindet am 5. Januar 1941 eine weitere Schulung der hessischen Maretti, der ihn nach und nach mit dem ganzen, von den Nordstaaten herabflutenden Reiseverkehr betraut. Seine Tätigkeit führt ihn häufig ins Ausland, nach Paris, London,. Wien, nach München, Berlin, Hamburg. Einige Male berührt er dabei feine alte Garnison Mannheim. Doch hält er sich nicht dort auf, er denkt an die Erlebnisse in dieser Stadt wie an etwas, das einmal in einem früheren Leben für ihn Bedeutung hatte. Dagegen besucht er mal die Eltern, die in Straßburg geblieben sind, wie er es vorausgesehen hat. Der Vater hat einen kleinen Gnadenpoften erhalten und scheint sich in die neuen Verhältnisse geschickt zu haben. Aber als er mit Viktor allein ist, werden Schmerz und Enttäuschung offenbar, die er mit übermenschlicher Selbstüberwindung in sich verschließt. Daß seine beiden Töchter in Deutschland verheiratet sind, ist dem alten Mann ein Trost. Die Mutter schwimmt in ihrem französischen Element, munter wie ein Fisch. In ihrer Oberflächlichkeit merkt sie gar nichts davon, daß ihr Mann sich neben ihr langsam in den Tod hineingrämt. Viktors Brudet, der als Freiwilliger noch die letzten beiden Kriegsjahrtz mitgemacht hat. verwundet war und sogar das Eiserne Kreuz zweiter Klasse besitzt, ist bei einer Bank in Paris angestellt. Viktor sucht ihn dort einmal auf, es geht ihm ausgezeichnet, er verdient schon recht gut — die Hauptsache! Viktor stellt mit leiser Trauer fest, daß ihn mit ihm so wenig mehr verbindet wie mit der Mutter. Der einzige Mensch, der ihm zum Bindeglied mit der alten Heimat wird, ist Jüxk Solterbeck. Zweimal hat er ihn in Hamburg besucht und einige schöne Tage mit ihm verlebt, und zweimal war Solterbeck auch in Genua. ^Diese Wiedersehen mit dem ehemaligen Kriegsgefangenen Kameraden gehören zu Turnerinnen in Bad-Nauheim statt. Vom Schisport. Auf dem Feldberg im Schwarzwald wurde am zweiten Weihnachtstag ein Torlauf durchgeführt, an dem einige der besten badischen Schiläufer beteiligt waren. In der Hauptklafse siegte Ernst Rominger (Schizunft Feldberg) mit 80,2 Se- kunden vor Bobby Geiß (Schizunft Feldberg) mit 80,9 und ©ater (SC. Freiburg) mit 88,6 Sekunden. Die Geschwister Cranz waren nicht am Start. Das Jens-Jäger»Gedächtnis-Schi- springen in Schliersee wurde von Siegmund Haslwanter (Wehrmacht) mit Note 205,3 und Sprüngen von 35, 39 und 41 Meter vor Gustl Tiefenthaler (Innsbruck) und Altmeister Gustl Müller (Bayrisch-Zell) gewonnen. Im Olympia-Eis st adion in Garmisch-Partenkirchen standen sich am ersten Festtag in einem Eishockeytreffen um den Seine- weber-Pokal der SC. Rießer See und die Düsseldorfer EG. gegenüber. Rießer See siegte mit 4:3 (1:0, 2:1, 1:2) Toren. Beim Schispringen in Schönwald im Schwarzwald war der Freiburger Hitlerjunge Karl Fischer mit zwei gestandenen Sprüngen von 44 m der beste Springer des Tages. Leutnant Günter Meergans gewann das Schispringen in Krummhübel mit Note 230,4 und Sprüngen von 48 und 49 m. Mit einem 72-m-Sprung wartete Gerhard Hänel (Johanngeorgenstadt) beim Eröffnungs- Schispringen auf der Hans-Heinz-Schanze in Johanngeorgenstadt auf. Im ersten Gang hatten Hänel 68 m erzielt. ___________ N'1' Witt lil4? in4 Töbta» ovW überlegen." Viktor, aufs stärkste angezogen von Ansaldis Persönlichkeit, sagt rasch und bestimmt, und wie beeinflußt von Ansaldis Redeweise: „Ich brauche mir das nicht mehr lange zu überlegen, Herr Ansaldi. Ich nehme Ihren Vorschlag an." „Gut." Ansaldi nickt kurz. „Dann setzen Sie sich am besten gleich morgen mit Herrn Meretti von der Handelsreederei am Meridicmplatz in Verbindung. Er ist schon über alles unterrichtet, und ich werde ihn meinerseits über Ihre Person verständigen." Damit ist Viktor die feste Basis gegeben, auf der er sein neues Leben aufbauen kann. Als er eine halbe Stunde später das Haus Ansaldi verläßt, ist er in gehobener Stimmung. Zum ersten Male fühlt er. sich wieder glücklich und ganz frei. An diesem Nachmittag hat er die Mitglieder einer der ersten Familien Genuas und Italiens zu Freunden gewonnen. Das gibt feinem Selbstvertrauen keinen geringen Auftrieb. Er darf den Kopf wieder hoch tragen, er ist wieder jemand. Das Schicksal schein! Ihm nach langen Jahren wieder seine bessere Seite zeigen zu wollen IX. Jahre vergingen. Viktor sitzt bereits fest im Sattel. Er hat mit leidenschaftlicher Hingabe am Ausbau seines neuen Lebens gearbeitet. Es ist, als ob er mitgerissen worden wäre von der bald nach bem Krieg einsetzenden Bewegung, die im Sauf eines Jahrzehnts aus einem alten Italien ein neues schuf. Diese Wiedergeburt, die das Land unter Führung eines Willensstärken und zielbewußten Führers auf jedem Gebiete erfuhr, glich ja fast feiner eigenen Wandlung. , Er nimmt noch keinen aktiven Anteil an der neuen Bewegung, obwohl er Italien nun schon seine zweite Heimat nennen kann. Aber er beobachtet mit wachen Sinnen die Aufbauarbeit diesseits der Alpen, genau so wie er das Chaos des Unterganges jenseits ber Berge, in feiner alten Heimat beobachtet, wo Niedertracht, Zwist, Korruption und (Entartung, angezettelt van einem Haufen selbstsüchtiger, und gewissenloser Sand- und Artfremder unter der verloaenen Devise: Freiheit — Gleichheit , Mit Zunächst hat er noch In seinem Beruf Arbeit in So viele Menschen er auch im Sauf der Iahnr Hülle und Fülle. Andreas Ansaldi hat recht dehal» kennengelernt hat, er besitzt bis heute noch keinsi ten: Der Reiseverkehr in Italien nahm nach dem einzigen Freund, den er du nennt. Er ist nicht b«r Krieg einen ungeahnten Aufschwung. Seinen ober- Mann, der rasch sein Herz öffnet und sich aus einn S? |j[f I Ak! p.v.rri M-Gen ®!:bien »iQrbei fc Mei Wi uJi in ö »Veh «h üb pi>9 ifi-uppei /n iin Hei M ck" Wellu Jtaj ri öq W N de Sos k Iw Wu Mjintun oder Stauungen auftreten. $ Dies alles sind erfreuliche Tatsachen, die es ber NW 2 obersten Wirtschaftsführung ersparen, mit drakow L Un schen Maßnahmen in den Kredit- und Zahlung» Limej verkehr einzugreifen, wie wir sie an manchen Mch E’ aUf nahmen in dem „reichen" England beobachten föt Lngei nen. Im Gegenteil: wir können die zu Beginn bw //M Krieges getroffenen vorsorglichen Schutzmaßnahme, BL t jetzt bereits wieder abbauen, wie es die „Derorü- j/ffy nung zu Aufhebung der für die Misten des Wechst, und Scheckrechts angeordneten 30tägigen Verlänar, rung" beweist. Das zeigt, daß eine weitere Beib», i, Haltung der vor nun gut Jahresfrist geschaffene! r ,,c technischen Erleichterung entbehrt werden kann, un) E ' ist damit zugleich ein Beweis für die normale M jp 5^ Wicklung im Kredit- -und Zahlungsverkehr. .LonQ[ Wo ein Betrieb, der an sich geschäftlich urt charakterlich einwandfrei geführt wird, heute aut ^rmai irgendwelchen betriebe.» ober markttechnischen @rür r' . ( den einen Uebekbrückungs- ober sonstigen tretet L;e n braucht, wird er überall in Deutschland bei feinitr d Bank die notwendige finanzielle Hilfe und bagn L L erfahrenen Rat finden, denn unsere Finanzinstitu:u 1/' । sind, obwohl sie erheblich zur Bewältigung bur L!eyn Kriegsfinanzierungsaufgaben herangezogen roerbn, durchaus in der Sage, auch die Kreditansprüche bur L. privaten Wirtschaft zu erfüllen.___________________g ~ klnq 1 Hin Wi Es ist ein schöner Frühlingstag. Die Suft un- hüllt die Stadt mit milder Wärme; doch der M«' tenduft der italienischen Riviera vermag nicht hif . n ins innerste Gewinkel der Stadt zu bringen. a ,rt Viktor wohnt einer Besprechung bei, bie unter bei * 5en Vorsitz Andreas Ansaldis selbst im Bürohaus oen der Piazza Meridiana stattftndet. Es handelt R um die Neubildung einer Schiffahrtslinie, die letch lich dem Reiseverkehr dienen soll. Regelmäßig Fahrten von einer bis vier Wochen durch das Mw telmeer, in Genua beginnend. Viktor ist zum w« ter bes neuen Unternehmens ausersehen, ein neiuit 6ifi |s»n Die f) -U de» |L tote find bekannt 4208 Wi08traBel6]