(90. Jahrgang Nr. 202 Gietzener Anzeiger Dienstag, 27. August (940 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/?Uhr des Vormittags Anzetgen-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvi. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlasse: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte GletzenerFamilienblätter Heimat irnBilü DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 »Ke: 1:1 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Stummem infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluff 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 I-rankf^ M. vrühlsche Univttsttätrdrnckerei 8. Lange General-Anzeiger für Gberheffen tSietzen^§ch«Istratze7-y Oie Londoner City unter den Nachtangriffen der deutschen Lustwaffe. Bern, 27. Aug. (DRV. Funkfpruch.) In Be- richten aus London schildert die Schweizer Presse in lebhaften Farben den deutschen Luftangriff auf die englische Hauptstadt und deren Umgegend in der Tlacht zum Sonntag. Die Angriffe waren heftiger als je zuvor. Die Schäden sind noch nie so beträchtlich gewesen; besonders groß sind sie in Ramsgate. Die Zahl der deutschen Maschinen, die an diesem Angriff teilnahmen, wird sehr hoch geschäht. Die Hauptstadt war bald in einen düsteren. gelbroten Lichtschein gebadet, der den Mond erbleichen ließ. Die deutschen Bomber kamen in sehr großer höhe an. Im S t u r z f l u g durch die Strahlen der Scheinwerfer hindurch warfen sie zunächst Leuchtraketen ab und dann Bomben. Die Detonationen waren weithin vernehmbar. Die allgemeine Erregung wurde durch den gro- Heu Kampflärm verzehnfacht. Von allen Selten schossen die Flakbatterien ohne Unterbrechung, während es in den Straßen von Soldaten, Polizisten, Feuerwehr- und Luftschuhmännern wimmelte. In Lastautos wurden Soldaten schnell an die Einschlagstellen der Bomben befördert, um diese Stellen abzusperren, während sich die Polizei und die Luftschuhmänner bemühten, die Hunderte von Reugierigen, die auf dem Heimweg von dem Alarm überrascht worden waren und von den.Bränden anscheinend wie Maikäfer vom Licht angezogen wurden, in die Schuhräume zu schicken. Mit 40 oder 50 Spritzen gelang es der Feuerwehr in drei Stunden aller Brände Herr zu werden, so daß die getroffenen Gebäude jetzt nur noch rauchende Ruinen darstellen. Sin Augenzeuge berichtet. Drei Luftalarme an einem Tage. Ein Augenzeuge berichtet: Ich war gerade im Begriff, ein Kino in der Oxford Street zu verlassen, als in allernächster Nähe zwei ungeheure Detonationen hörbar wurden. „Da sind sie schon wieder"^ sagte neben mir im Dunkeln ein Mann, während er vorsichtig die Stufen zur Straße hinabtastete. Sofort brach eine allgemeine Panik unter den zahlreichen Menschen aus, die um diese Zeit Oxford Street bevölkerten. Die Leute rannten ziellos hin und her, da natürlich niemand genau wußte, wo der nächste öffentliche Luftschutzraum zu finden war. Der Schrecken des Augenblickes wurde durch neue Bombendetonationen und einige Raketenabwürfe gesteigert. Feuerwehrwagen rasten plötzlich durch die Straße, ohne Rücksicht auf die Menschen zu nehmen, die dort in der Dunkelheit herumirrten. In der Richtung auf die Themse zu erschien ein riesiger Feuerschein am nächtlichen Himmel. Der öffentliche Luftschutzraum, den ich schließlich doch erreichte, war bis auf den letzten Zentimeter von einer bunt zusammengewürfelten, verängstigten und verärgerten Menschenmenge a n g e f ü l l t. Einige Leute versuchten Stimmung zu machen, indem sie lustige Volkslieder anstimmten. Aber niemand hatte recht Lust, mitzusingen, da die meisten an diesem Tage bereits drei Luftalarme hinter sich hatten. Schon am Morgen hatte es begonnen, als der erste Alarm kam, während sie gerade auf dem Wege zu ihrer Arbeitsstätte waren. Jetzt hatten sie es satt, und ihr Sinn stand nach etwas anderem als nach Singen. So hörten wir denn nach einigen Versuchen wieder auf. In den Zeitungen wird aber gewiß stehen, wir seien sehr unerschrocken und tapfer gewesen und hätten lustige Lieder gesungen, während die Deutschen Bomben abwarfen. Leider sah die Wirklichkeit ganz anders aus. Einige von uns mühten sich bei der schwachen Beleuchtung, die soeben gekaufte Sonntagszeitung zu lesen. Mein Nebenmann zeigte mir ein Exemplar von „Sunday Picture", wo von einem „gewißen Nachlassen der deutschen Angriffe" die Rede war und behauptet wurde, wir Engländer hätten die erste Runde schon gewonnen. „Es ist heute ein undankbares Geschäft, Prophet zu sein", sagte mein Nachbar sarkastisch. Hinter Bretterzäunen. Trümmerstätten mitten in der City. Rom, 27. Aug. sCuropapreß.) Die wiederholten Besuche deutscher Flieger über der britischen Hauptstadt hätten, wie über San Sebastian aus London berichtet werde, die Bevölkerung i n Höch st e Aufregung versetzt. Bis vor wenigen Wochen hätten sich die Londoner in der Hoffnung gewiegt, sie seien durch die Ballonsperre gegen die deutschen Luftangriffe gesichert. Seitdem aber dieses Verteidigungssystem bei Dover von^den Deutschen durchbrochen worden sei, lebejoie Bevölkerung der englischen Hauptstadt i n st ä n - diger Ang st vor den deutschen Fliegern. Bei den beiden letzten Angriffen seien durch die deutschen Bomben die mitten in der City am Themseufer gelegenen'Magazine in Brand gesetzt worden. Die Flammen hätten ihr Zerstörungswerk unweit der St.-Pauls-Kathedrale, der Bank von England und der Bank Rothschuo verrichtet. Zum ersten Male habe der englische Rundfunk diese Wirkung des -deutschen Fliegerangriffs eingestanden und ebenso die schweren Schaden zugegeben, die auf verschiedenen Flugplätzen angerichtet worden sind und zum ersten Male habe das britische Informationsministenum auch unterlassen,-den deutschen Luftstreitkräften ne» sige Verluste anzudichten und daraus einen englischen Erfolg abzuleiten. Zahlreiche Arbeiter seien unter Aufsicht der Polizei dabei, um die ganze City, soweit sie von den deutschen Fliegerbomben getroffen worden sei, Bretterzäune zu errichten. Die amtliche englische Agentur versichere, daß diese Isolierung der betroffenen Zone lediglich' den 'Zweck habe, den Eigentümern Zeit zu lassen, für die Sicherheit ihrer Gebäude zu sorgen. Es könnten aber alle diejenigen, die nachweisen könnten, daß sie innerhalb der Bretterzone Interessen hätten, diese Zone ohne Schwierigkeiten betreten. Mittlerweile arbeiteten andere Arbeiter in Gegenwart des Arbeitsministers Green- wood an der Bergung von Säcken mit Gold- und Silbermünzen aus dem Schutt einet Bank. Die Reuter-Agentur teile dazu mit, daß der größte Teil des Goldes bereits sichergestellt sei. Die Buchhaltung sei aber vollständig zerstört worden. Der Direktor der Bank und seine Familienangehörigen hätten bei den früheren deutschen Luftangriffen die Gewohnheit angenommen, sich i n der Stahlkammer der Bank einzuschließen, wo sie sich vor den Bomben sicher glaubten. Bei dem letzten Luftangriff hätten die Sirenen den Alarm erst gegeben, nachdem die deutschen Bomben bereits eingeschlagen hätten. Nur diesem Umstand hätten der Bankdirektor und seine Familie es zu danken, daß sie mit dem Leben davongekommen seien. Aoch am Montag wüten die Vrände. Gedrückte Feststellungen der Londoner presse. Stockholm, 26. Aug. (Europapreß.) Die Londoner „Times" sagt: „Wir dürfen nicht glauben, daß der Feind außerstand^ sei, einen Angriff in größerem Umfange als bisher zu versuchen. Der Feind verfügt über gewaltige Reserven an Bombenmaschinen, welche bereitstehen, die Offensive fortzusetzen, und vermutlich ist ein großer Teil dieser Bombenflugzeuge noch gar nicht eingesetzt worden. Wir haben noch einen langen Weg zurückzulegen, der wahrscheinlich mit großen Leiden verbunden ist." „News Chronicle" schreibt: „Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, sind die deutschen Bombenflugzeuge bei ihren Nachtangriffen relativ unverletzbar durch einen Gegenangriff, und wir müssen deshalb erwarten, daß in Zukunft diese nächtlichen Angriffe frei über u n - ferem Land durchgeführt werden können." Ausländischen Korrespondenten ist verboten worden, über den neuen deutschen Luftangriff auf London zu berichten, jedoch hilft sich der Londoner Korrespondent von „Allehanda" auf folgende Weife: „Ich schreibe diese Zeilen im Luftschutzraum desInformationsministeriums und habe das Gefühl, daß vieles von dem, was ich in Zukunft telegraphiere, aus diesem Keller kommen wird ... Alle warten darauf, daß die deutschen Luftangriffe in Zukunft an Umfang und Wucht wieder zunehmen werden." Nach und nach wird der Umfang der Luft- opera^on in der Nacht zum Montag bekannt. England fei nunmehr, so erklärt das Informationsministerium, den heftigsten Luftangriffen ausgesetzt worden. Tote und Verwundete sollen unter den Trümmern eingestürzter Häuser liegen. Stellenweise wüteten am Montagmittag noch Brände, von denen sogar ein Waldstreifen erfaßt worden sei. In London wurden am Sonntag, wie erst jetzt langsam durchsickert, nicht nur Brände entfacht, sondern auch Hauptrohre von Wasserleitungen und wichtige Elektrizitätsanlagen vernichtet. Noch in den Montagmorgenstunden hatte die Feuerwehr einen Brand zu bekämpfen, der durch die Explosion einer Gasleitung in der Nähe der Citn entstanden war. Andere Abteilungen der Feuerwehr und viele Hilfs- mannschaften waren am Montag damit beschäftigt, die Trümmer von den Straßen wegzuräumen. Erneut Flugplätze und Rüstungswerke mit Bomben belegt. Zwei deutsche Ü-Boote versenkten 76170 BRT. Der Weyrmachtsbencht vom Mittag. Berlin, 26. Aug. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ein U-Boot unter Führung von Korvettenkapitän Roesing versenkte 4 6 170 BRT. feindlichen handelsschiffsraumes. Das U-Boot hat damit auf zwei Fernfahrten 88 856 BRT. versenkt. Ein zweites U-Boot hat vier Handelsschiffe mit annähernd 30000 BRT. aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschof- sen. Deutsche Kampfflugzeuge griffen gestern den Flugplatz W a r m w e l l nordwestlich Portland mit guter Wirkung an, wobei es zu heftigen Kämpfen kam. 360 Kilometer westlich von Landsend versenkte ein deutsches Flugzeug ei« Handelsschiff von 4000 BRT. Bor den britischen Häfen wurden erneut Win en gelegt. In der Rächt zum 26. August belegten zahlreiche Flugzeuge in Birmingham sowie in Kingston und Loventry Werke der Flugzeug- und Rüstungsindustrie mit Bomben, heftige Explosionen und starke Brände konnten beobachtet werden. In der gleichen Rächt überflogen zum erstenmal seit Lriegsbeginn einige feindliche Flugzeuge B e r - l l n und warfen am Stadtrand mehrere Brandbomben. Im übrigen Reichsgebiet fielen an verschiedenen Stellen planlos geworfene Bomben auf nichlmilitärische Ziele. Weder hier noch in Berlin würde Schaden ungerichtet. Lines der Berlin überfliegenden Flugzeuge wurde auf dem Rückwege durch Flak abgeschossen. Die Gesamtverluste des Gegners am gestrigen Tage betrugen 72 Flugzeuge, davon wurden 51 im Luftkampf abgeschossen, 21 durch Flak oder am Boden zerstört. 14 eigene Flugzeuge werden vermißt. Das Jagdgeschwader R^chlhofen hat in den gestrigen Luftkämpfen den 2 5 0. Abschuß überschritten. Oberleutnant Wieck errang seinen 19. und 20. Luftsieg. 4500 Bomben in der Nacht zum 25. August. Berlin, 26.Aug. (DRV.) Wie wir vom Ober- kommando der Wehrmacht erfahren, wurden in der Rächt zum 25. August neben den bereits bekannt- gegebenen Zielen weitere neun Flugplätze sowie Hafenanlagen, Industrie- und Rüstungswerke, Bahnanlagen und Flaksiellungen an 38 Orten angegriffen. Besonders in den Häfen von Lardiff, Weymouth, in den Werftanlagen von Rewcastle und in den Industriewerken von Billingham und Widdlesborough waren Brände und starke Explosionen beobachtet worden. Die Zahl der insgesamt in dieser Rächt abgeworfenen Bomben beträgt etwa 1500 mit einem Gesamtgewicht von rund 1 50 000 Kilogramm. Zu den OKW.-Verichten. Ergänzt bis zum 25. August einschließlich. (Scherl-Bilderdienst-M.) •Derby ■Great Lowestoft. Bonburye Paters hm I Southampton Wight •Birmingham Coventry 5-Oeal Plumper Zälschungsversuch der „Times" Berlin, 26. Aug. (DNB.) Die Londoner Presse möchte den Eindruck erwecken, als wäre der Luftangriff auf Berlin in der Nacht zum Montag eine „Vergeltungsmaßnahme" gewesen. So schreibt die „Times" am Montag im Leitartikel, „ine Bevölkerung Londons wünsche, daß Berlin für die Schäden befahlen solle, die in London ange rich tet woroen. seien". Die „Times" lügt, die englischen Bomber hätten bisher „systematisch nur militärische Ziele in Deutschland angegriffen. Diese Angriffe könnten aber verschärft werden." Den gleichen verbrecherischen Gedanken greift die „Daily Mail" auf, indem sie eine Art Abstimmung unter ihren Lesern inszeniert. 45 v. H. der Zuschriften, so behauptet das Blatt, forderten die Bombardierung Berlins. Man weiß in London ganz genau, daß die deutschen Luftangriffe nur auf militärische Ziele in der Umgebung der englischen Hauptstadt gerichtet waren. Die englischen Flieger dagegen haben über Berlin Brandbomben abge- Man muß addieren! Von unserer Berliner Schristleitung. Gelegentlich trifft man auf ungeduldige und durch die bisherigen Blitzfeldzüge verwöhnte Leute, die es nicht abwarten können, daß England in einem Feldzug von wenigen Tagen über den Haufen gerannt wird. Sie vergessen dabei zunächst einmal, daß sich bisher noch jede einzige Maßnahme unserer Obersten Kriegsleitung noch immer als völlig richtig auch dann erwiesen hat, wenn sie vielleicht dem einen oder anderen Laien anfangs unverständlich erschien. Sie vergessen aber noch ein Zweites, nämlich a n der richtigen Stelle zu addieren. Seit Beendigung des Feldzuges in Frankreich, also seit nunmehr zwei Monaten, stampft die deutsche Luftwaffe britische Flugplätze in Trümmer, holt britische Maschinen geschwaderweise herunter, macht englische Eisenbahnfahrpläne zu Makulatur, verwandelt Rüstungswerke, Munitionslager, Brennstofflager, Hafenanlagen in wüste Trümmerstätten und schickt Schiff um Schiff in den englischen Gewässern auf den Meeresgrund. Gleichzeitig mit der immer schärfer fühlbaren Wirksamkeit der deutschen Luftwaffe haben die deutschen Seestreitkräfte ihren Würgegriff noch enger um das englische Wirtschaftsleben gelegt, seitdem ganz England von einem Minengürtel eingeschlossen worden ist. Auch einem Ungeduldigen muß es schließlich auf- fallen, daß die deutschen Wehrmachtsberichte trotz der zunehmenden Schärfe des Kampfes gegen England nach wie vor nur ganz knappe Angaben machen. Außer der Angabe der abgefchoffenen Flugzeuge beschränken sich die Berichte oft auf die kurze Aufzählung derjenigen Gebiete, die am Tage vorher von der Luftwaffe mit Bomben überschüttet wurden. Aber demgegenüber sollte sich auch der Laie stets daran erinnern, daß die deutschen Wehrmachtsberichte selbst in Zeiten aroßer Kämpfe eher zu wenig als ein Wort zuviel sagen und daß diese Wortkargheit ihren wohlerwogenen Zweck hat. Zweitens aber sollte sich der Laie einmal vorzustellen versuchen, welche Komplexe an Flugplätzen, Kampfmittellagern, Jndustrieanlaaen, Aäfen bei einein so gut wie pausenlosen Einsatz unserer Luftwaffe m zwei Monaten vernichtet und damit aus den Kampfmitteln des Gegners ausgeschaltet werden. Wie wäre es sonst zu erklären, daß die englische Presse eine so scharfe Zensur zur Unterdrückung der Wahrheit nötig hat, oder daß dem roorfen. Schon daraus geht hervor, daß man es ausschließlich auf Wohnhäuser abgesehen hatte. Der feige Versuch liegt also in der gleichen Linie wie alle ftüheren englischen Angriffe. Immer wieder muß der OKW Bericht feststellen, daß sich die britischen Angriffe l u f nichtmili- tärische Ziele konzentrieren, so auf Krankenhäuser, Lazarette, Wohnviertel, Bauernhäuser, Friedhöfe und Kulturstätten wie Goethes Gartenhaus in Weimar und das Mausoleum Bismarcks. Alle diese verbrecherischen Anschläge entsprechen ja auch der britischen These, daß der Krieg nicht gegen die bewaffnete Macht des Feindes, sondern gegen das Volk selbft, gegen Greise, Frauen und Kinder geführt werde. Angesichts dieser Tatsachen gehört eine bodenlose Frechheit dazu, der Welt vorzuschwindeln, die Engländer hätten nur militärische Ziele angegriffen. Im übrigen können sich die Londoner Kriegsverbrecher darauf verlassen, daß ihnen jeder Anschlag auf Gut und Leben des deutschen Volkes heimgezahlt wird. Englands Lustwaffe verlor am Montag bisher 39 Flugzeuge. Berlin, 28.Aug. (DJIB.) wie das DNB. er- fährt, spielten sich im Laufe des Montag wiederum Luftkampfhandlungen über dem südenglischen Raum ab. hierbei verlor die englische Luftwaffe nach den bisher vorliegenden Meldungen 39 Maschinen, wahrend die eigenen Verluste sich auf 10 Flugzeuge belaufen. Britische Flieger nach erfolglosem Einflug in Seenot geraten. Berlin, 26. Aug. (DNB.) Wie das Deutsche Nachrichtenbureau erfährt, sind von den britischen Fliegern, die in der Nacht vom 25. zum 26. August bis nach Pommern einflogen, einige auf dem Rückfluge über die Nordsee in Seenot geraten. Es wurden 8 0 8 - Rufe gehört. Bei dem starken Westwind, den sie auf-ihrem Rückflug gegen sich hatten, ist ihnen wahrscheinlich der Be- triebsftoff ausgegangen, so daß sie die britische Küste nicht mehr erreichen konnten. Abspringende Flieger von Seckenlchützen erschossen. Genf, 27. Aug. (DNB. Funkspruch.) „Jtar" und „Evening Standard" berichteten am 23. August, Major Lucas werde im Unterhaus den Anttag stellen, das Luftfahrtmmisterium möge Belohnungen aussetzen für das Einbringen jedes lebenden feindlichen Fallfchirm- abfpringers. Dadurch würde das Risiko verringert, daß jetzt deutsche wie englische Flieger, die sich aus abgeschossenen Maschinen retteten, Gefahr liefen, von „übereifrigen Leuten" schon in der Luft erschossen zu werden. — Aus dieser Meldung geht klar hervor, daß die wüste Hetze zum Heckenschützenkrieg, bereits Folgen hatte. Flieger in Luftnot wurden entgegen den Gesetzen des Völkerrechtes, der Moral und der Humanität feige ermordet! — Weiter zeigt der Antrag, daß die Mordbanditen gar nicht mehr erkennen, ob der notgelandete Flieger ein deutscher oder ein englischer ist, und daß schon britische Flieger, deren Flugzeuge über England ab- geschossen wurden, von ihren Landsleuten getötet sein müssen. Das allein ist auch der Grund, dieses menschenfteundlichen Anttages. , Coening-Standard" jetzt das Geständnis entschlüpft, die vergangene Woche sei „Die schwerste in Englands Geschichte" gewesen! Oder wie will Churchill es begründen, daß er noch nach dem Verlust des Somalilandes und der fernöstlichen Positionen behaupten läßt, England sei stärker als je, gleichzeitig aber die Bettelei um die amerikanische Hilfe bis zur „Verpachtung" britischer Inseln im westlichen Ozean an die USA. treibt! Schon Mitte Mai verbreitete die englische Regierung die offizielle Meldung, die deutschen Verluste in der Luft seien „mindestens viermal so groß" wie die englischen — wie kommt es dann, daß jetzt viereinhalb Mottate später noch immer keine englische Luftoffensive erfolgte, obwohl sie schon ein paarmal angekündigt worden ist, oder daß anderseits die angeblich so geschwächte deutsche Luftwaffe mit immer größeren Teilen ihrer Luftflotten Tausende und aber Tausende von Bomben in die empfindlichsten englischen Gebiete werfen kann, ohne daß die Royal Air Force es zu hindern vermag?! Und wie kommt es dann, daß ein ehemaliger englischer Flieger- aefteral in der „Times" unbehindert von der englischen Zensur schreiben darf, es wäre geradezu Selbstmord, englische Bomber bei Tage über Deutschland fliegen zu lassen?! Zwei Monate oder 60 Tage können eine sehr lange Zeit sein, wenn man Tag für Tag zusehen muß, wie der Gegner vom Festland herüoerkommt und Stück für Stück der englischen Kampfrüstung in Trümmer schlägt. Zwei solcher Monate haben aber auch dem Engländer drüben und dem Ungeduldigen hüben eine sehr eindringliche Belehrung darüber erteilt, was England bevorsteht, wenn die deutsche Luftwaffe einmal den Dernichtungsstoß gegen Albion einleiten wird. Es ist bisher viel, viel mehr in England vernichtet worden, als die zurückhaltenden Wehrmachtsberichte so auf den ersten Blick hin bei der täglichen Lektüre vermuten lassen. Es läuft aber zu ungeheuren Summen auf, wenn man die Tagesleistungen aus zwei Monaten addiert. Auch die Engländer addieren: aber sie behalten die Endsummen für sich in den verschwiegenen Zimmern der Downing Street — man kann schließlich dem ohnehin ungläubig gewordenen „Mann auf der Straße" angesichts des Ausbleibens ausländischer Lieferungen nicht auch noch jugeben, daß die täglichen Verminderungen des britischen potentiel de guerre weder durch die lügnerische Umkehrung von Abschuß^ah.len noch durch die famose „Millionen-Armee" der Heckenschützen irgendwie ausgeglichen werden können .. uns daran hindern! Deutsche Stukas legen Muston in Trümmer von Kriegsberichter Kappe. DRB........, 28. Aug. (PK.) Zum vierten Male griff ein starker deutscher Kampfverband den britischen Flugplatz M a n st o n an. Die Staffeln liegen in Bereitschaft, unsere schnellen Maschinen sind bereits mit Bomben versorgt. Am Mittag ist Start! Weiße Haufenwolken zuerst, strahlendblauer Himmel über der See und England. Wir klettern langsam in kältere Zonen, um es der Flak nicht allzu leicht zu machen. Da schwirren unsere Jäger heran, die den Begleitschutz übernehmen. Wie Windhunde jagen sie um unseren Verband herum. Die Sicht ist pracytvall. Links vor uns liegt Dover. Wir steuern die Küste an. Ramsgate unter uns, keine Flak, keine Jäger. Da kommt der Befehl von der Führermaschine durch „Fertigmachen zum Sturz". Im gleichen Augenblick knallt es neben, über und unter uns aus allen Rohren. Donnerwetter, das Flakfeuer liegt nicht schlecht! Aber hindurch müssen wir. Schwere Batterien haben eine dichte Wand vor unser Ziel gelegt, ein Wölkchen steht neben dem anderen. Unbeirrbar ziehen wir durch. Deutlich hört man das Krepieren der Granaten. 30 Meter vor uns, 20 Meter zurück, 50 Meter über uns —... Das spritzt heute wieder mal ganz anständig. Die erste Kette setzt zum Sturz an. Geschlossen seht der Verband im steilen Winkel herunter. Wir ehen den Aufschlag der Bomben, Feuer- chein, Rauch und Qualm. Jetzt sind wir an der Reihe. 4000 Meter, 3000 Meter, 2000 Meter ... immer noch weiter herunter. 600-Stundenkilometer- Fahrt. Wir stürzen auf das Ziel zu, immer größer werden die Hallen, die Zelte, die Unterkünfte. Da vorn liegen die Munitionsbunker! Hinein! Bomben heraus, und dann zieht die Maschine in weitem Bogen und rasender Fahrt wieder dem Meere zu, um aus dem Bereich der Flak zu kom- men, die wild und unaufhörlich schießt. Unsere Bom- men haben gesessen. Und immer noch stürzen Maschinen auf chr Ziel, zerstören die letzten Reste des großen Flugplatzes. Dichte Rauchwolken steigen auf, der ganze Platz ist ein gehüllt. Da ruft der Heckschütze nach vorn: „Jäger, Jäger!" Drei, vier Hurricane und einige Spitfire kurven über uns. „Sie . sind noch von dem Platze gestartet, gerade als wir angriffen!", ruft der Flug- zeugführer. „Die anderen beiden Ketten werden wir wohl mit den Bomben erwischt haben." In einigen hundert Meter Entfernung wird ein Kamerad von drei britischen Jägern bedrängt. Als einer mit einer langen Rauchfahne wie eine lodernde Fackel ins Meer stürzt, nehmen die beiden übrigen- Reißaus. Aber hinter uns knallt es bedenklich. „Fünf Jäger!" brüllt der Bordfunker. Im gleichen Augenblick spritzen wie der Blitz unsere Me 109 heran, lieber dem Kanal setzt ein wilder Luftkampf ein. Sekunden später fallen im gleichen Augenblick zwei Briten vom Himmel. Der erste brennend, der zweite durch eine Explosion in der Luft zerrissen. Aber noch ist die Gefahr nicht vorüber. Eine Defiant versucht heranzukommen. Durch die Garbe des Engländers hindurch zieht die Maschine mit höchster Fahrt dicht über die Wasserfläche. Unsere 109 haben auch diesen Gegner dann erledigt. Wackelnd kommen sie auf uns zu und begleiten uns zur« französischen Kanalküste zurück. Aber auch wir sind nicht ganz heil davongekom- men. Als wir landen, fehlen einige Maschinen. Dann trudeln nach und nach die Meldungen ein „An der Kanalküste sind notgelandet ...", einer unserer stolzen Vögel ist drüben geblieben. Wir sahen wie die Besatzuna absprang und sich die Fallschirme öffneten, während der Vogel brennend in die Tiefe stürzte. Manston ist ein Trümmerfeld. Die Hallen sind Ruinen, die Werften brennen, die Munitionslager explodierten, das Rollfeld ist ein Trichterfeld besät mit unzähligen Trümmern. Wie stark die Wirkung der bisherigen deutschen Angriffe schon gewesen ist, konnten wir vor allem daraus entnehmen, daß die Briten anstelle der unbenutzten Hallen setzt große Zelte aufbauten. Bomben auf Manston! so hieß der Auftrag. Wir haben den Auftrag erfüllt! Keine Flak und keine Jäger konnten Für draufgängerische Tapferkeit mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Berlin, 26. Slug. (BKB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz zum Eisernen kreuz an folgende Offiziere verliehen: Oberstleutnant Eibl, Oberstleutnant von Wickede, Oberstleutnant Belle, Oberstleutnant Schönfeld, Major W lldermuth und Major Krähenberg. ♦ i Oberstleutnant Eibl erstürmte mit einem Infanterie-Bataillon den bollwerkartig ausgebauten und zäh verteidigten Stützpunkt Chuignolles, wo- durch ein weiteres Vorgehen der deutschen Kräfte auf Proyart ermöglicht wurde. Dieser durch drauf- aängerische Tapferkeit und durch gewandten Einsatz erzielte Erfolg schuf die Grundlage für weitere Deutsche Angriffserfolge. — Oberstleutnant von Wickede hat mit seinem Infanterie-Regiment während der gesamten Kampfhandlungen im Westen in vorderster Linie gestanden. Daß es die ihm gestellten Aufgaben so hervorragend erfüllt hat, ist in erster Linie der Umsicht und dem rücksichtslosen persönlichen Einsatz seines Kommandeurs zu verdanken. „Gefährliche Zweideutigkeiten." Aegyptens Haltung ein Schutzgraben für britische Offensivdrohungen geaen Italien. Rom, 27.Aug. (Europapreß.) Das „ägyptische Problem" wird von Gayda im „Giornale d'Italia in einer Weise klargestellt, die den Aegyptern die Augen über die Gefahren öffnen sollte, denen sie sich aussetzen, wenn sie ihr Land den Engländern als Basis für eine Kriegführung gegen Italienisch- Nordafrika zur Verfügung stellten. Veranlassung zu dem Artikel geben die amtlichen englischen Meldungen, in denen behauptet wird, verantwortliche ägyptische Staatsmänner, beispielsweise der Ministerpräsident und der Kriegsminister, hätten erklärt, daß die Aegypter an der Seite der Engländer gegen die Italiener kämpfen würden, falls letztere einen Angriff gegen ägyptisches Gebiet unternähmen. Demgegenüber stellt Gayda fest, daß, wie dem ägyptischen Volk bekannt sei, Italien keine Angriffsabsichten gegen das von England unterjochte Land hege und ganz allgemein keine feindselige Haltung gegenüber den Arabern und dem Islam einnehme, denen es im Gegensatz zu England stets religiöse, nationale und politische Achtung bewiesen habe. Die italienische Politik gegenüber Aegypten wie gegenüber allen Ländern, die mit Italien eine Land- oder Wassergrenze gemeinsam hätten, richte sich nach wie vor nach den eindeutigen Worten Mussolinis beim Eintritt Italiens in den Krieg. Nun sei es aber für die ganze Welt und auch für die ägyptische Nation fein Geheimnis, daß die Engländer sich über alle Klauseln ihres Bündnisvertrags mit Aegypten hinweggesetzt und d a s ganze Land mitsamt seinen Hoheitsgecklässern zu einem Stützpunkt für ihre Angriffe gegen Italienisch-Nordafrika und so - gar gegen Italien selbst ausgebaut hätten. Jeden Tag gingen von den Flottenstützpunkten, den Flugplätzen und der Landesgrenze Aegyptens die Versuche der Engländer aus, ihre Offensive im Mittelmeerraum gegen Italien zu führen. Das im Kriege befindliche Italien habe um so mehr alle Veranlassung, mit aufmerksamem Blick nach Aegypten zu schauen, und alle die Maßnahmen, die darauf hinzielten, jede Drohung von dorther zu beseitigen, erschienen gerechtfertigt. Nun habe der halbamtliche „Daily Telegraph" vom 25. August versichert, daß die Bande, die Aegypten an das mächtige England knüpften, sich im Geist und in der Form gegen Italien verst ä r k t hätten. Falls dies wahr sei, meint Gayda, so wäre automatisch die ganze Lage geklart. Die verantwortlichen Leiter Aegyptens wurden da- mit vor ihrer Nation die Verantwortung übernehmen, die sich aus dieser freiwilligen und direkten Mitschuld am Krieg gegen Italien ergäbe. Aber auch ohne formelle Bindungen sei die nW oder weniger freiwillige, aber tatsächlich und nicht mehr zu übergehende Mitschuld offensichtlich, in die Aegypten von England hineingezogen worden fei. Man müsse von einer von dem britanmslerteu Aegypten ausgehenden O f f e n s i v d r o h u n g sprechen, gegen die Italien das Recht und die Pflicht habe, alle Defensivmaßnahmen z u ergreifen, die die Regeln des Krieges notwendig erscheinen ließen. England könne nicht beanspruchen, und Aegypten dürfe nicht hinnehmen, daß die angebliche ägyptische Neutralität und Unabhängigkeit von Tag zu Tag mehr der Schutzgraben für offene Vorbereitungen und unvorhergesehene aggressive Vorstöße der Engländer zur See, in der Lust und zu Land gegen das italienische Gebiet in Afrika und gegen Italien selbst würden. Es sei notwendig, aus diesen gefährlichen Zweideutigkeiten herauszukommen. 3faUenif(6er Wehrmachtsbericht. Rom, 26.Slug. (DRB.) Der Italienische wehr- machlsberichl vom Wontag hat folgenden Wortlaut: Der Flottenstützpunkt von Alexandrien ist erneut in aufeinanderfolgenden wellen von unseren Fliegerformationen bombardiert worden. Alle Flugzeuge sind zurückgekehrt. Lin englischer Bomber, der bei Lampedusa wassern muhte, ist gesunken. Die aus einem Offtzier und zwei Unteroffizieren bestehende Besatzung ist gerettet und gefangengenommen worden. Eines unseres im Atlantik operierenden U-Boote hat ein großes feindliches Petro- leumfchiff torpediert und schwer beschädigt. Zn O st a f r i k a haben feindliche Luftangriffe auf M o g a d i s ch o vier Berwundete zur Folge gehabt. 3n Gallabat wurden acht Kolonialsoldaten getötet und rund 40 verletzt. In Lombolcia wurde ein Kind getötet und 15 Askaris verletzt. Die Wate- rialschäden sind unbedeutend. — Beim Vorstoß einer motorisierten Division von Langres auf Desoul fiel Oberstleutnant Schön- felo am 16. Juni die wichtige 21 ufgäbe des Schutzes Der Nordflanke gegen starke mit Bahn und Kraftwagen auf Neufchateau nach Süden herangeführte feindliche Kräfte zu. Durch geschickten Slufbau seiner infolge des ununterbrochenen Einsatzes schon erheblich geschwächten Abteilung und durch stete persönliche Einwirkung in vorderster Linie gelang es ihm, feindliche motorisierte Kolonnen zum Abdrehen zu zwingen, die Bahn an mehreren Stellen zu unterbrechen und dadurch etwa 15 Eisenbahnzüge an der Weiterfahrt zu verhindern. Durch zusammengefaß- les Feuer wurden stärkere ausgeladene Kräfte zersprengt und zur Flucht oder zur Uebergabe gezwungen. Es gelang Oberstleutnant Schönfeld, alle feindlichen Durchbruchsversuche von Norden zu unterbinden. Am 13. 5. setzte Oberstleutnant Velke mit Teilen feines Pionierbataillons in kürzester Zeit südlich Givet eine Aufklärungsabteiluna und zwei JN- fanteriebatatUone über die Maas. Arn 14. 5. säuberte er mit seinen Pionieren im schweren Häuserkampf die Vorstadt von Givet. In der darauffolgenden Nacht setzte er mit anderen Teilen seines Bataillons an einer zweiten Stelle Verbände in stärkstem Abwehrfeuer über die Maas. Auch hier kam es zu einem Häuserkampf, in dem er persönlich führte. Gleichzeitig leitete er den Bau einer 16- Tonnen-Brücke. Am 23. 5. führte er in flankierendem feindlichen Abwehrfeuer den lieb er gang über den Scarpe-Kanal, am 5. und 6. Juni schlugen seine Pioniere eine Brücke über die Somme bei Abbeville. — Major Wildermuth hat bereits am 14. 6. durch die Wegnahme der Höhe 304 nördlich Cappel den ersten Einbruch in dic Maginotlinie im Angriffsstreifen seiner Division herbeigeführt. Am 16. 6. sicherte er durch zwei tollkühne Husarenstreiche, in deren Verlaus er mit nur vier Mann zwei französische Kompanien gefangennahm, die Eroberung von Vie und die Besetzung der Brücke, wodurch die Voraussetzungen für den raschen Heber- gang über die Seille und die Verfolgung des Gegners geschaffen wurde. — Major Kratzenberg hat am 15. 5. mit feinem Bataillon, unterstützt durch Pioniere und eine Panzerkompanie, den Durchbruch durch die Dyle-Stellung bei Sfraoge und Cortil-Noiremont trotz stärkster feindlicher Gegenwirkung und unter Abwehr eines gegen den linken Flügel seines Bataillons mit Panzern und Schützen geführten feindlichen Gegenangriff erzwungen. Das Winterhilfswerk beginnt am 1. September. Berlin, 26. Aug. (DRB.) Das Winlerhilfswerk beginnt diesmal bereits am 1. September. Bon diesem Tage an werden auch die freiwilligen Opfer von Lohn, Gehalt ufw. einbehalten werden. Förderung des Kulturfilms. Berlin, 26. Aug. (DNB.) Der Kulturfilm ist neben der Wochenschau auf dem Gebiete des Filmes ein besonders wichtiges Mittel der belehrenden Unterhaltung und Erbauung, der politischen Erziehung und der allgemeinen Volksaufklärung. Daher hat der Präsident der Reichsfilmkammer die deutsche Kulturfilm-Zentrale errichtet, die alle Kulturfilmvorhaben betreut und fördert, gegebenen» falls auch durch Beihilfen. Die Filmtheater bringen die dafür erforderlichen Mittel durch Förderungs» betröge auf. Gleichzeitig wurde der Mindestaufwand für Die Herstellung von Kulturfilmen, auch in An- Die Fabel vom friedfertigen Messer. Von Paul Gurk. Ein Messer beschloß, in sich zu gehen und friedfertig zu werden, sein Leben der Betrachtung zu widmen und alle die guten Eigenschaften des Holzes anzunehmen, das es sonst verächtlich geschnitten hatte. Es wollte genau so nachgiebig, formlos, sriedevoll und jedem fremden Willen untertan sein wie bas Holz, Das nach dem Grundsatz zu leiden pflegt: Der Klügere gibt nach! Das Messer ergab sich also der Betrachtung, befliß sich einer breiten Ungeschliffenheit und nahm sich ängstlich davor in acht, irgendeinem Ding wehe zu tun. Ein hartnäckiger Schleifstein drehte sich eines Tages sausend in seiner Nähe und flüsterte ihm erregt und kurzatmig zu: „Wie ist es mit uns beiden, Messer? Wollen wir nicht nähere Bekanntschaft machen und miteinander tanzen? Du bist aus Mangel an Unterhaltung und Reibung schon ganz stumpfsinnia geworden!" Das Messer blickte starr auf seinen Firmenstempel wie der Versunkene auf Den Nabel und sprach endlich vor sich hin: „Versuche mich nicht, Hartschädel! Ich habe dich erkannt! Du suchst nur meinen Umgang, um dich an mir zu reiben und mich scharf zu machen. Ich habe mich jedoch von allen Scharfmachern zurückgezogen und nicht mehr wie du jene unselige Lust am Funkensprühen, das du „Geist" benennst und das im Grunde nichts weiter ist als ein Eingriff in Die wohlerworbenen Rechte anderer! Es ist nicht gut, wenn in der Welt alles auf Der Schneide steht! Ich tue Buße für meine Betätigung, Die Rücksichtslosigkeit war, und ergebe mich Der beschaulichen Betrachtung. Der Friede und das Mitlew sind in mir eingezogen. Ich fühle schon, wie sich meine Gefühle, meine Moleküle, anders lagern und ihre gefährliche Härte und Angriftslust verlieren. (Entferne dich und laß dich wo anders an jenem Rad weiter drehen, Das Du Weltgeschichte zu nennen pflegst!" Der Schleifstein blieb vor Erstaunen einen Augen- blick stehen. Dann aber gab er sich einen Schwung und pfiff spöttisch. „Auch gut! Bleibe also redlich und nähre dich im Lande! Wundere dich aber nicht, wenn du bald zum alten Eisen gehörst! Wir haben nämlich zur Zeit Die Zeit des Stahls und des Steins, nicht die des Holzes!" Damit begann der Schleifstein zu sausen und das Eisen zu suchen. Das friedfertige Messer aber versank weiter in Betrachtung des Firmenstempels und fühlte mit der Wonne der Verwitterung, wie feine Moleküle sich immer ruhiger und einfacher lagerten und endlich einschliefen. Es Dauerte nicht lange, so war das Messer rostig geworden, zerfressen von Ruhe,- Dtttleid und Ungeschliffenheit, und es wurde zum alten Eisen geworfen, genau wie der Schleifstein es ihm vorausgefagt hatte! Oie grüne Lola. Von Wilhelm Gcharrelmann Die frohesten Tage meiner Jugend steigen wieder vor mir auf, wenn ich an sie zurückdenke. Ihre Eltern wohnten noch nicht lange in unserer Stadtgegend, als sie eines schönen Sonntagsmorgens in einem so auffällig grünen Kleide zu uns zum Spiel auf Die Straße kam, daß sie im Augenblick Den Namen weg hatte, den sie unter uns seitdem nie wieder losgeworden ist: Die grüne Lola! Sie hätte auch die wilde Lola heißen können, denn wild war sie wie ein Straßenkreisel, Die Haarzöpfe wie ein paar Stricke im Nacken, Die Röcke fliegenD wie Wäsche im Wind. Dabei handfest und mutig, ja, verwegen und draufgängerisch, ging sie über Helder und Felder, wie man bei uns sagt, und bald war es für uns kein rechtes Spiel mehr, wenn sie nicht mittat. Das dauerte, bis sie aus der Schule kam, und in eine Pension in Thüringen gegeben wurde. Als sie aber ein paar Jahre später wieder von dort zurückkam, blieb uns der Gruß einfach im Halse stecken — so schön mar ie geworden. Schön und vornehm muß man schon agen. Es war, als wenn sie es überhaupt nie gerne en wäre. Wir empfanden ledensalls einen Mordsre pett vor ihr. Ausgesprochen hat es damals wohl keiner, aber wir hatten wohl alle den Eindruck, daß wir im Stillen und ohne es zu wollen die Rollen vertauscht hatten — nun waren wir die Grünen .. Das gina so, bis es Frühling wurde, und Der gute Pütt sich bis über beide Ohren in sie verliebte. „Rede doch keinen Unsinn!" „Morgen wirst du es selber in den Zeitungen lesen." „Und wer ist Der Glückliche?" „Dr. Graf!" sagt er, Gram und Verzweiflung in seinem Gesicht. „Wer? Unser Geographiepauker? Du weiht es gewiß?" „Totsicher." „Menschenkind, wenn sie da nun deine Verse auch ihrem Verlobten zu lesen gibt?" „Nicht wahr? Ein Glück, daß ich ihr die Gedichte ohne Unterschrift geschickt habe." „Na, hör mal —I" „Ich hab's auch nicht gern getan, das kannst du mir glauben", antwortete er. „Aber ich hätte sonst wohl nicht die Traute gehabt — und nun ist es bas einzige Glück bei Der ganzen Geschichte ..." Dr. Graf strahlte, als er am anderen Morgen zu uns in die Klasse trat, Pütt aber fehlte, saß zu Hause, las Lenau und seufzte, daß sein Leben ver» pfufeht sei. „Ach, sei kein Narr!" sagte ich. „Aber erlaube mal", fuhr er auf. „Versetz dich bitte mal in meine Lage, ja?!" Ich zuckte die Achseln und gina.' Zu Hi^use wartete ein Brief auf mich, merkwürdig dick und schwer. Als ich ihn neugierig öffnete, zog ich ein Bündel rosaroten Papiers heraus. „An Lola" stand darauf. Ein Kärtchen lag dabei. Die Verse seien ja ganz oiektzüer sprechend, nur viel zu überschwänglich. Vielleicht habe ich ja Talent, nur an sie, Lola, möchte ich keine wieder richten. Die Zeit der Jugendtorheiten müsse nun vorbei fein ... Das hatte mir gerade noch gefehlt! Stehenden Fußetz hetzte ich sofort wieder zu Pütt und schleuderte ihm wütend seine Verse wieder auf Den Tisch. „So, Da wären Deine Gedichte wieder! — Nein, komm, hier, lies erst mal dieses Kärtchen hier. Don Lola, ja! Und nun versetz dich mal in meine Lage, ja?" „Wie?" stammelte Pütt, fassungslos in seiner Überraschung, und überfloa hastig Lolas Zeilen. „Aber das ist doch wirklich zu arg", rief er dann aus. „Nun habe ich die Verse geschrieben — und vun Du hast Den Ruhm davonÜ" Keiner hätte es wagen dürfen in seiner Gegenwart noch weiter von der „grünen" Lola zu reden ... Im übrigen seufzte er, wo es nichts zu seufzen gab, begann Verse zu schreiben und malte den Namen seiner Angebeteten auf seine Löschpapiere, Heftumschläge und Tintenklapven„ kurz, er war in Dem Zustand, der an Deutlicykeit nichts zu wünschen übrig zu lassen pflegt. Eines Tages machte er mich zu feinem Vertrauten, nahm mir einen Eid ab, daß ich ihn nicht mit einem Sterbenswörtchen verraten werde und beichtete mir unter Seufzern, Hoffnungen und trüben Ahnungen, was wir alle längst wußten, ihn aber aus Teilnahme und Hinterlist nicht hatten merken lassen. „Sie weiß also, da du sie liebst?" fragte ich ihn. „Nein, nicht. Deswegen wollte ich ja gerade mit Dir reden. Was meinst du, wenn Du ihr meine Verse überreichtest?" „Ich?" fragte ich verwundert. „Ich glaube, es wäre der beste Weg. Es ist gewiß nicht ganz einfach. Aber sie wohnt ja in eurer Nachbarschaft und da ist es für dich ja nicht weiter schwer, eine Gelegenheit abzupassen, nicht wahr?" Dabei wollte er mir ein kleines BünDel rosafarbener Papierblätter überreichen, die er — sinnig, wie er nun einmal veranlagt war — mit einem grünen BänDdjen umwunden hatte. „Nein", sagte ich, „es wird doch besser sein, du besorgst bie Sache selber. Du bist entschieden näher daran als ich." Unserer Freundschaft drohte ein ernstlicher Riß. Nach ein paar Wocheü aber trieb es ihn doch wieder zu mir. Trüb und bleich trat er eines Abends in meine Stube. Mir schwante nichts Gutes. „Nun?" fragte ich. „Haft du Antwort von Lola?" Er preßte meinen Arm, als wollte er ihn zerbrechen. „Nein, noch nicht", stöhnte er. „Ja, was ist Dir Denn? Deine Verse haft du ihr doch gegeben, nicht wahr?" ,Äch hab sie ihr durch die Post geschickt, ja." „Aha! Jedenfalls weiß sie also, wie sie mit dir dran ist." „Das ist anzunehmen. Aber gerade das ist es ja! Denke dir, vor einer Stunde erfahre ich, daß sie - daß sie verlobt iftl" sozialen Lage der Kulturfilmfchaffenden, beträchtlich erhöht. Eine besondere Pflege wird in Zukunft demabendfüllendenKulturfilm zuteil werden. Das Ziel ist: In jeder Filrnvorstel- mng ein hochwertiger Kulturfilm. Oie Lösung -er Lu-enfrage . in -er Slowakei. Preßburg, 26.Aug. (DNB.) In den Gau- Hauptstädten Neutra und Preßburg fanden am Sonntag die traditionellen Erntedank- Feiern statt. Ministerpräsident Dr. Tuka wandte sich in Neutra gegen die falschen Deutungen und Vernebelungen, die die Ankündigung der Uebernahme na« tionalsoziaiistischer Sozial- und Wirtschaftsarund- sätze durch die slowakische Staatsführung gefunden habe. In der Slowake sei die Liebe zur Heimat stets mit der Religion verbunden gewesen, nur müßten die Herren Bischöfe und Pfarrer auch an der neuen Entwicklung tätig Mitwirken; denn der Nationalsozialismus habe heute die ganze Welt erfaßt. Wenn sich jemand abseits stelle, so würde dies das Verderben der ganzen Nation, jedenfalls aber jener, die nicht mitgehen wollten, bedeuten. Das Judentum sei der unversöhnliche Feind jeder nationalen Aufwärtsentwicklung. Wenn es daher heute gegen den neuen Kurs der slowakischen Politik besonders gehässig Stellung nehme, dann beweise dies nur dessen Richtigkeit. Die Geschichte des Slowaken- tums trete nun in das Stadium der nationalsozialistischen Revolution ein, deren Sieg niemand mehr aufhalten könne. Innenminister Mach erklärte, daß das Judentum zunächst in einem geschlossenen Gebiet zusammengefaßt und dort zur Arbeit angehalten werde. Die Arisierung der Wirtschaft werde nach Vorbereitung der finanziellen Voraussetzung kompromißlos durchgeführt, werden. Die soziale Frage werde nach dem nationalsozialistischen Vorbild gelöst werden. In den slowakischen Provinzstädten wurden in der Judenfrage bereits Maßnahmen eingeleitet, die von den breiten Bevölkerungsschichten mit Befriedigung zur Kenntnis genommen wurden. So wurden in der ostslowakischen Stadt P re so v die jüdischen Kasinos und sonstigen Lokale gesperrt. In Zipser-Neu- dorf wurde den Juden verboten, vor 10 Uhr am Wochenmarkt zu erscheinen. Dies wird damit begründet, daß die Juden die von den Bauern hereingebrachten Produkte billig ankauften und dann teuer weiterverkauften. In S i l l e i n wurde den Juden das Betreten der Kaffeehäuser verboten und ebenso der Besuch der Park-Anlagen. Oie Umsiedlungsmatznahmen in der Güddobrudscha. Bukarest, 26. Aug. (Europapreß.) Die rumänischen Leitungen veröffentlichen eine Mitteilung des rumänischen Ministerpräsidiums, in der es heißt: „Die Behörden haben den Bewohnern der Kreise C a l l a c r a (Süd-Dobrudscha) und D u - r o st o r (Süd-Dobrudscha) gestattet, ihren bei der täglichen Arbeit Entbehrlichen Besitz bereits jetzt in das Landesinnere zu verbringen. Diese Maßnahme wurde bei den Verhandlungen mit unseren bulgarischen Nachbarn über den Bevölkerungsaustausch einschließlich einiger g e- bietsmäßigen Zugeständnisse getroffen, um die spatere Evakuierung zu erleichtern, die möglicherweise zu einem Zeitpunkt erfolgen wird, da die Wege vom Regen aufgeweicht und die Transportverhältnisse aus diesem Grund schwieriger sind." Die Bevölkerung wird ermahnt. Hab und Gut nicht überstürzt zu verlassen, sondern die Ernte ein- z u b r t n g e n, die den Rumänen gehöre. Die Der- handlunaen mit Bulgarien würden im G e i st e gegenseitigen Verständnisses geführt. Die Rumänen, die die Bezirke später verlassen würden, könnten ihr ganzes Vermögen mitnehmen. Die Evakuierung der Süd-Dobrudscha werde auf Wunsch Rumäniens in drei Etappen durchgeführt werden, dürfte aber bis zum 5. Oktober erledigt fein. Ueber diesen Punkt werde aber noch verhandelt. Ungarische Einladung an Rumänien zur Fortsetzung der Verhandlungen. B u k a r e st, 26. Aug. (DNB.) Die ungarische Regierung hat die rumänische Regierung eingeladen, ihre Beauftragten zur Fortsetzung der Verhandlungen von Turn-Severin in einen ungarisch tz n O r t zu entsenden. Genannt werden die Margaretheninsel in Budapest, Szegedin oder ein Badeort am Plattensee. ♦ Die Führer der bulgarischen und rumänischen Abordnungen sind wieder nach Krajova zurückgekehrt. Am Montag sand zwischen ihnen eine längere Besprechung statt. Die Verhandlungen zwischen den technischen Ausschüssen dauern fort. Es tagen der Militärische, Juristische und Finanzielle Ausschuß., Ein Rat der Volkskommissare in Estland. Reval, 26. Aug. (Europapreß.) Die estnische Nationalversammlung hat die Verfassung angenommen, die den Verfassungen der anderen autonomen Volksrepubliken nachgebildet worden ist. Sodann wurde die Bildung der o b e r st e n Staatsorgane der estnischen Sowjetrepublik vorgenommen. Die Nationalversammlung hat sich zum v b ersten Rat der estnischen Volksrepublik erklärt. Zum Vorsitzenden dieses obersten Rates wurde der bisherige Ministerpräsident Bares gewählt. Es wurde weiter der Rat der Volkskommissare Estlands gebildet. Schweizerische Uebersee-Ausfuhr unter eigener Flagge. Zürich, 26. Aug: Nachdem die für schweizerische Rechnung gecharterten Ueberseeschiffe bisher nur für Im Portzwecke benutzt wurden, wird, wie das schweizerische Kriegstransportamt mitteilt, demnächst zum erstenmal einer dieser Charterdampfer für schweizerische Uebersee-Exporte verwendet werden. Der Dampfer geht am 28. August unter schweizerischer Flagge von Genua nach Neuyvrk und wird ausschließlich schweizerische Exportgüter befördern, die nicht nach einem mit Italien im Kriege stehenden Lande expediert werden. Aufforstungen in Spanien. Madrid, 26. Aug. (Europapreß.) Die spanische Regierung hat 4 Millionen Peseten zur Verfügung gestellt, um die Aufforstung in der Provinz Granada durchzuführen. Es ist beabsichtigt, dort 30 Millionen Pinien und spanische Eichen zu pflanzen. In den ersten Tagen des September werden 1500 Arbeiter mit der Aufforstung beginnen. 6072 ha Land werden davon erfaßt werden. Die Regierung nimmt damit die Lösung eines Problems in Angriff, das in Spanien feit unendlich langer Zeit zur Diskussion steht und bisher niemals gelöst werden konnte. Es handelt sich im Grunde um das B e - Wässerungsproblem der iberischen Halbinsel. Die Trockenheit wird hier im Lande auf den Mangel an Wäldern zurückgeführt, die in vergangenen Jahrhunderten durch Raubbau geschlagen worden sind. Bisher bekämpfte man den Mangel an Wasser durch künstliche Bewässerungsanlagen, die bereits vor Jahrhunderten von den Arabern in Spanien angelegt waren. An der Wurzel wird nunmehr aber das Bewässerungsproblem durch die Aufforstung gefaßt. Wirtschastsverhandlungen Japans mit Niederländifch-Indien. Tokio, 26. Aug. (DNB.) Der japanische Minister für Handel und Industrie, Kobayashi, wird sich in Kürze nach Batavia zur Aufnahme von Wirtschaftsverhandlungen mit Niederländisch- Jndien begeben. Die japanische Zeitung „Kotumin" legt der Tatsache, daß Kobayashi der erste japanische Staatsminister ist, der ins Ausland gesandt wird, um wirtschaftliche Verhandlungen zu leiten, große Bedeutung bei und weist darauf hin, daß dies für das große Interesse spricht, das die Regierung an den Verhandlungen mit Niederländisch-Jndien hat, und für den ernsten Wunsch Japans, eine Sphäre gegenseitigen Wohlstandes in Ostasien zu sichern. Stützpunkte auf den Bermudas an die USA. »verpachtet". Wie die „Frankfurter Zeitung" berichtet, ist nach englischen Meldungen die Ankündigung, die Churchill in seiner letzten Unterhausrede gemacht hat, daß England den Vereinigten Staaten Stützpunkte auf englischen Besitzungen in der westlichen Hemisphäre zur Verfügung stellen werde, jetzt verwirklicht worden. Wie der Londoner Rundfunk bekanntgab, wurde Great Sound auf den Bermuda-Inseln den Amerikanern als Flottenstützpunkt überlassen, ebenso Hamilton auf den Bermudas. Amerika läßt sich die alten Zerstörer, die es an England verkauft, teuer bezahlen Das englische Gold allein, das heute schon zum größten Teil in amerikanischen Tresors lagert, hat aber keinen ausreichenden Wert mehr für die Amerikaner. Land ist ihnen sicherer als Gold. Ein wei- teres Stück der englischen Machtpositionen bröckelt damit ab. Britisch-Somaliland mußte geräumt roerben, Inseln werden „verpachtet". Eine Weltmacht muß eine Position nach der anderen aufgeben. Spanisch-britische Spannungen. Von unserem Ba.-Korrespondenien. Madrid, August 1940. London hat vor nicht allzu langer Zeit den Versuch unternommen, das spanisch-britische Verhältnis neu zu gestalten; zu diesem Zwecke wurde Sir Samuel Hoare nach Madrid entsandt. Hoare ging die Fama voraus, ein friedliebender Mensch zu sein und den europäischen Dingen gegenüber einen etwas weiteren Blick zu besitzen als seine übrigen Volksgenossen. Er war hier durch das nicht zustande gekommene Laval-Hoare-Adkommen berühmt geworden, das seinerzeit erreichen sollte, Italien von Deutschland zu lösen und den faschistischen Staat vom revolutionären in das konservative Lager Europas zu ziehen. Vor einigen Monaten, als Hoare ernannt wurde, war man in London offensichtlich der Meinung, daß Hoares Politik Weitblick beweise. Aber; die politische Wirklichkeit war stärker. Der neue britische Botschafter in Madrid konnte es nicht verhindern, daß diese Wirklichkeit unter dem Eindruck der deutschen Flandernsiege an die Oberfläche trat. Wenn man in Spanien jahrhundertelang immer an Gibraltar gedacht hatte, so begann man heute lebhaft davon zu reden. Wenn Spanien gewissermaßen seit unendlichen Zeiten die britische Finanzdi k t atur in den Gruben des Rio T i n t o und anderwärts geduldet hatte, nahm man sich hier jetzt deren Machenschaften und hauptsächlich deren Steuerunterschleife unter die Lupe. Während man sich daran hatte gewöhnen lassen, in Portugal ein mögliches Einfallstor für britische Landungstruppen — Portugal, der britische Brückenkopf auf der iberischen Halbinsel? — zu erblicken, sucht man jetzt diese Gefahr auszuschalten und unterzeichnete das svanisch-portugiesische Zusatzprotokoll zu dem Freundschaftsvertrag. Die spanische Außenpolitik ist von einem neuen Geist beseelt worden, und gerade Großbritannien hat das am meisten zu spüren bekommen, weil Spanien mit England die meisten offenen Konten hat. Selbstverständlich hat England mit allen Mitteln versucht, das außenpolitische Erwachen auf der iberischen-Halbinsel zu verhindern. Angewandt wurden die klassischen Mittel der britischen Diplomatie, aber dieses Mal erwiesen sie sich alle als wirkungslos. Versucht wurde es, wie immer, mit Zuckerbrot und Peitsche zugleich. Das Zuckerbrot, das waren die guten Worte Sir Samuel Hoares, den Höhepunkt des praktischen Entgegenkommens bildete ein spanisch-britisches Handelsabkommen, worin auch Portugal einbezogen wurde. Man machte ein Clearing-System aus, und auch die Waren, die Spanien aus Portugal oder seinen Kolonien bezog, wurden über dieses Clearing verrechnet. Darüber hinaus wurde Spanien freigestellt, Getreide in den britischen Dominien zu kaufen. Sollte das Clearing- Konto dafür nicht ausreichen, dann wollte man Spayien sogar Kredite einräumen. Es handelte sich also praktisch um die Gewährung eines britischen Warenkredits an Spanien, dessen politischer Zweck aus der britischen Kreditpraxis schon erkennbar ist. Aber der politische Zweck ist bei den Spaniern nicht erreicht worden. Die Peitsche, das war die britische B o ck a d e gegen Spanien und die ständige Bedrohung der spanischen Küste durch britische Seestreitkräste, ganz abgesehen von höchst überflüssigen Kreuzfahrten britischer Marineeinheiten, die für gewöhnlich in Gibraltar stationiert sind, rings um Mallorca und die anderen Inseln des spanischen Besitzes. Die Blockade der Briten gegen Spanien wandte sich immer ausschließlich gegen diejenigen Güter, die für Spanien lebensnotwendig waren und deren Einschränkung geeignet schien, dem jungen spanischen Staat eine soziale Krise zu bescheren. Zu- $utn letzten ausjunutjen. .2 auf jeden Wagen Kommt es an! MM Der Güterverkehr, den die Deutsche Edd)ßbabn Im grostdeutschen Saum ju bewältigen hat. gewaltig angestiegen. Dierjahresplan, Süstungsbctriebe, Versorgung der Bevölkerung und vor allen Dingen unsere Wehrmacht stellen größte Anforderungen an den Güterwagenpark. Alles kommt daher daraus an, jeden vorhandenen Güterwagen bis W 6 Gü.6SWn etfüflcn tfire Mgätü fiüt, wenn fte rollen! Aede Stunbe. die ungenutst bleibt - einerlei ob ber Wagen leer ober beloben stillsteht - bebeutet ben ausfall roertoollen Laberaumes unb unnötige Verzögerung des Güterumlauf. Wenn es gelingt, bie Stilistanbreit ber Güterwagen nur um 10»/. ju oertingern. fo stehen täglich viele ßunberte. Ja laufenbe von Wagen ber Wirtschaft zusätzlich zur Verfügung. Lasten Sie nichts unberfudjt, um durch belfere ©rganifation, jwc&mäfiigcn arbeitseinfatj oder fcäftefparenüe technische ßilfen das Le- und Entladen ju beschleunigen. Hutten Sie den Laderaum bis jum letzten ßubikmeter aus unb beloben Sie ben Wagen bis jum Ladegewicht, nach Hlög- Weit aber bis jur Tragfähigkeit . im innerdeutschen Verkehr setzt sogar bis ju 1000 kg über die Tragfähigkeit hinaus. Hilf Her Deutschen Leichsbaha unö Du hilfst Dir selbst I Beachten Sie diese 10 wichtigen Regeln für den Verfrachter! 1« Güterwagen schnellstens de- und entladen. Lück- gäbe der Wagen möglichst vor Ablauf der Ladefristen; Überschreitung der Ladefrist hat Ausfall wertvollen Laderaums zur ßolge. T. Wagen rechtzeitig und nur für den tatsächlichen Bedarf bestellen. Angebotene Ersatzwagen oerwen» den.'selbst wenn kleine Unbequemlichkeiten damit oerkunden sind. 3# pünktliche An- u. Abfuhr der Güter. Mit der Le- und Entladung sogleich nach Wagenbereitstellung beginnen. 4- Sür Güterwagen gibt es jetzt keine Sonntagsruhe. Daher Güter, wenn möglich, auch Sonntags verladen. Sür eingegangene Güter besteht die Pflicht zur Entladung an Sonntagen. 5» Güterwagen beim Be- und Entladen nicht beschädigen. Lademaste innehalten. Güter ordnungs- mästig und betriebssicher verladen. 6- Durch zweckmäßige Ladegeräte und Hilfsmittel das Be- und Entladen erleichtern. 7# Auslastung der Wagen bis zum Ladegewicht und nach Möglichkeit jetzt im innerdeutschen Verkehr bis 1000 kg über die Irägfähigkeit. Laumersparnis durch geschicktes Stapeln der Güter, ganz besonders durch sachgemäßes und überlegtes verladen sperriger Güter. 8. Vicht mehr Güter zu gleicher Zeit beziehen, als rechtzeitig entladen werden können. 9, Entladung sogleich beim Eingang der versand- anzeige des Absenders oder bet der Voravisierung durch die Güterabfertigung oorberetten. Zuhrwerke und Ladepersonol schon im voraus für die Zeit der bevorstehenden Enüadung frechalten. IO. Frachtbriefe und sonstige Begleitpapiere sorgfältig ausfüllen zur Vermeidung von 3rrlaufen. Flug über Berbera und übe meine Praxis wieder selber aus 3827 D Nachdruck verboten Ohne Gewähr 24. August 1940 14. Ziehungstag 3« der Nachmittagsziehung wurden gezogen 3820 D Ehrliche | Kaufgesuche"| Person 26. August 1940 Gut erhaltener In der Bormittagsziehung wurden gezogen an Gießen-Wieseck, den 26. August 1940. 3830 D Dirigent: Boris Ledkovsky. Jeder von ihnen ist ein Solist, was Presse: Damenbart * Druckschriften SSSSS .. ..... In gebunden Bogen In gebundenen Ausgaben ein ungeheurer Erfolg! 373. Bantamgewicht: 1. Hans Maul, DfK. 09 Alsfeld, 2 Siege; 2.Adolf Wilker, VfK. 09 Alsfeld, Grüningen, je 44 Punkte. DJ., Klasse I: 1. Heinz Hildebrand, Tv. Katzenfurt, 100; 2. Reinhold Harnisch, Tv. Watzenborn-Steinberg, 90; 3. Hein; Becker, Fhl. 2/116, 74 4. Werner Best, Tv. Waldgirmes, 72 Punkte. DJ., Klasse II. 1. Willi Bürding, Tv. Heuchel- heim 65; 2. Horst Jürgens, Tv. Heuchelheim, 63; bürg 88, 219 Punkte, Mittelgewicht: 1. Adolf Klotz, K.-Sp. 93 Gießen, 115 Punkte; 2. Herbert Noeller, K.-Sp. 93 Neun-Kampf der Turner-Oberstufe: 1 Anton Kaiser, 1846 Gießen, 149,5; 2. Hans Steioff, Tv. Ewersbach, 148; 3. Ewald Beichner, To. Burgsolms, 134; 4. Ludwig Sengstake, Tv. Wieseck, 126 Punkte. Sechs-Kampf der Turner-Ober st ufe: 1 Anton Kaiser, 1846 Gießen, 104,5; 2. Kurt Sten- zel Tv Dillenburg, 101,5; 3. Karl Swoboda, Tv. Sinn, 101; 4. Wilhelm Ferber, Tv. Waldgirmes, 99; 5. Ewald Beichner, Tv. Burgsolms, 95 Punkte. Neun-Kampf der Turner-Mitte l - stufe: 1. Herbert Theuermeister, Tv. 1846, Gleißen, 155; 2. Willi Schmidt, To. Herborn, 154; 3. 4X100-Meter-Stasfel: 1. Mtv. Gießen 58,8 Sek.; 2. To. Dillenburg 59,5 Sek. VfB.-R. Gießen wurde mit 56,4 Sek. disqualifiziert. Kugel st aßen: 1. Schmidt, VfB.-R. Gießen, 9,10 Meter; 1. Muhl, DfB.-R. Gießen, 9,0 Meter; 3. Seim, Mto. Gießen, 7,87 Meter. Weitsprung: 1. Pfeiffer, Oberscheld, 4,56 Meter; 2. Schmidt, VfB.-R. Gießen, 4,51 Meter; 3. Seim, Mtv. Gießen, 4,31 Meter. Der Dreikamps. Tageskalender für Dienstag. Deutsche Arbeitsfront, NSG. „Kraft durch Freude": 16 und 20 Uhr im Gloria-Palast, Seltersweg: Gastspiel Ludwig Schmitz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Heimat". Ortszeit für den 28. August. Sonnenaufgang 6.19 Uhr, Sonnenuntergang 20.58 Uhr. — Monduntergang 16.48 Uhr, Mondaufgang —. Mond in Nordwende. Großkundgebung der Partei in Gießen In einer. von der Kreisleitung Wetterau angekündigten Großkundgebung der Partei spricht am nächsten Samstagabend in der Aula der Universität der Reichsredner Pg. Weimer. Der Beginn der Kundgebung ist auf 20.30 Uhr festgesetzt. Alle Volksgenossen sind willkommen. Besuch Der Schrvarzmeer-Kosaken in Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Das Wort „Kosak" bedeutet in tartarischer Sprache „Held". Im 15. und 16. Jahrhundert siedelten sich freiheitsliebende Menschen in den Städten Südrußlands an und legten sich diesen Namen zu. Ihre Hauptaufgabe bestand in der Derteidl- gung der Südgrenze Rußlands gegen die Emsalle wilder Steppenstämme. Berühmt waren die Sapo- rogischen Kosaken, die viele Jahrhunderte hindurch nicht nur gegen die Tartaren, sondern auch aegen die Polen Krieg führten, so wie die Don-Kosaken, die in den Türken ihren Erbfeind bekämpften. Die Saporogischen Kosaken, die ursprünglich am unteren Lauf des Dnsepr-Flusses lebten, erfüllten eine geschichtliche Aufgabe, indem sie für die Dergroße- runq Rußlands bis zu den Ufern des Schwarzen Meeres kämpiten. Später übertrug Katharina 11. dem Saporogischen Kosakenheer eine neue wichtige Aufgabe, nämlich den Schutz des von den Russen besetzten nördlichen Kaukasus vor den Einfällen der wilden Völker des Kaukasus. Aus dieser Zett stammt auch das Heer der Schwarzmeer-Kosaken Die Heimat der Schwarzmeer-Kosaken ist der schmale Küstenstreifen zwischen den Schneerlesen des Kaukasus und den Wellen des Schwarzen Meeres. Obwohl der Kaukasus seit 80 Jahren be- (riebet lebt, haben stch doch . die Schwarzrneer- Sofaten die. Tradition ihrer kriegerischen Vergangenheit bewahrt. Von Kriegszügen und Abenteuern aber auch von Liebe und (rohen Feiern erzählen ihre Lieder, Auch ihre den Bergvölkern entlehnte Tracht ist volkstümlich und malerisch geblieben Wenn die Lieder des Schwarzmeer-Kosaken- Chores erklingen, (o werden in ihnen die grotzen Persönlichkeiten aus der Kosakengeschichte wieder ledendigi der Hebmann, Sagaidotschny, der Fre bester Stenka Rasin und viele andere; so künden sie von den Gebrauchen und vom Leben der Kosaken. Die Entwicklung Der Spareinlagen. In einem Bericht über die iünsst- Versammlung des Sparerbundes Giehen (ogl, Gießener Anzeiger Dir. 199 vom 23. August) war aus einem Vortrag u.a. mitgeteilt worden, ein Ueberblick über bie Ent- wicklunq der Spartätigkeit ergebe das erfreulich Resultat, daß trotz de- Kriegs,ahres ine Steider um rund 10 Millionen RM. »esttegen seien. 3 dieser Angabe wird uns von der Vezirkssparkai, Gießen mitgeteilt, daß jene Summe non ,, Millionen RM." Ursache zu irrigen Betrachtungen lein könnte. Nach den Ausführungen des Reichs Wirtschaftsministers Funk auf der Königsberger Messe haben die Spareinlagen der deutschen epar kassen eine wesentliche Steigerung er stch - Reichswirtschaftsminister fü^te namhd) trauen „Daß das deutsche Volk unerschütterliches Vertrauen zu seiner Fügung hat, zeigt sich am be ten 'n dem ununterbrochenen Ansteigen der Spare«EO^in-n den deutschen Sparkassen, d,e Ende Ium,1940 -IN.N Betrag von 24 Milliarden RM. erreicht Hadem Ende Juni 1939 verwalteten die Milliar- kassen im Altreich (ohne Memelland) 18M Mlllia den RM. Spareinlagen. Zu dieser Summe fomnwn noch die Spareinlagen der Ostmark von , den RM. und die Einlagen des Sudetenlandes schätzungsweise 0,6 Milliarden RM., so d h *20,66 Rtilliarden . ..." «inA Aus- Oie besten Turner und Sportler. Auszug aus der Siegerliste vom Bezirks-Turn- und Sporttag in Gießen Männer. 100-Meter-Lauf: 1. Weiler, VfB.-R. Gieren 114 Sek.; 2. Hochstein, Tv. Großen-Buseck, 11,5 Sek'.; 3. Zerndt, VfB.-R. Gießen, 11.5 Sek 200-Meter-Lauf: 1. Willi Topp, Wetzlar, 24,4 Sek.; 2. Weiler, VfB.-R. Gießen, 24,5 Sek.; 3.'Schumann, Wetzlar, 24,9 Sek. 400-Meter-Lauf: 1. Jox, 1900 Gießen, 54,8 Sek.; 2. Junghenn Wetzlar, 57,5 Sek 800-Meter-Lauf: 1. Kirchberger, VfB.-R., 2:11,5 Min.; 2. Kreiling, Heuchelheim, 2:13,0 Mm.; 3. Schmidt, Dillenburg, 2:13,1 Min. 1 5 00-Meter-Lauf: 1. Kirchberger, DfB.-R. Gießen, 4:33,0 Min.; 2. Jung, Wetzlar 4:33,2 Mm.; 3. Erwin Reidel, Heuchelheim 4:33,5 Mm. 5000-Meter-Lauf: 1. Uff3- Reidel 16.39,5 Mn.; 2. Geller, Heuchelheim, 17:11,4 Mm.; 3. Wid- huhn’ Wetllar, 17:23,4 Min. _ 4X100-Meter-St°ffel: 1. DfB.-R. Gießen I 45,9 Sek.; 2. DfB.-R. Gießen II 47,1 Sek.; 3 Tv Wetzlar I 47,4 Sek. Kugelstoßen: 1. Dr. Luh, VfB.-R. Gießen 15 Meter- 2. Schleenbecker, Ruttershausen, 11,97 Meter- 3 'Weiler, DfB.-R. Gießen, 10,89 Meter. Diskuswerfen: 1. Dr. Luh, DfB.-R. Gießen 41 42 Meter; 2. Gary, Athletik-Club Marburg, 36,64 Meter; 3. Schleenbecker, Ruttershausen, 34,52 Speerwerfen: 1. Engel, 1900 Gießen, 47,18 Meter- 2. Dr. Luh, DfB.-R. Gießen, 45,86 Meter; 3 Deu'cker, Sportgem. Steinbach, 42,87 Meter. Weitsprung: 1. Höften, DfB.-R. Gießen, 6 78 Meter; 2. Weiler, DfB.-R. Gießen, 6,60 Meter; 3. Hochstein, Großen-Buseck, 6,25 Meter Hocksprung: 1. Schleenbecker, Ruttershausen, 1 75 Meter- 2. Jakobs, Reichsbahn Dillenburg, 170 Meter; 3. Schwarz, DfB.-R. Gießen, 1,65 Mtr. Dreisprung: 1. Decher, DfB.-R. Gießen, 12 39 Meter; 2. Engel, 1900 Gießen, 11,90 Meter; 3. Dogel, Reichsbahn Dillenburg, 11,82 Meter. Frauen. BC. Sinn, Rudolf Peter, BC. Sinn, je 46; 5. Paul Becker, Reichsbahn Burg-Herborn, 42 Punkte. Männer, Altersklasse I: 1. August Riemann, SA.-Kampfspielgem. Gießen, 76, 2. Walter Zerndt, DfB.-R. Gießen, 69; 3. Heinrich Bös, Tv. Dillenburg, Artur Butz, SA.-Kampfspielgem, Gießen, je 58; 4. Otto Leidig, Grüningen, Wilh. Weißmantel, Pol.-Spv. Giehen, Karl Rühl, Sportgem. Gro- zen-Buseck, Wilh. Röhrsheim, Tv. Krofdorf, je 53; 5. Rudolf Schmidt, Sportgem. Rodheim, 52 Punkte. Männer, Altersklasse II: 1. Heinrich Keller, Tv. Burgsolms, 66; 2. Fritz Adam, Tv. Braunsfels, 63; 3. Karl Heß, To. Braunfels, 59; 4. Jos. Krämer, Heeresbetriebe Gießen, 53; 5. Walter Jürgens, Tv. 1846 Gießen, 51 Punkte. . Männer, Altersklasse III: 1. ErnS ' Schindler, Spv. 05 Wetzlar, 81; 2. H. Spengler, SA.-Kampfspielgem. Gießen, 80; 3. Hch. Koch, Tv. 1846 Herborn, 75; 4. Wilhelm Scherf, Tgm. Laubach, 71; 5. Karl Weih, Tv. Klein-Linden, 67 P. Wehrmannschaft: 1. Karl Kreiling, SA. Pi/1, 57; 2. Otto Klug, SA. Pi/1, 53; 3. Joh. Ludwig Rändel, SA. 42/116, 49; 4. Friedrich Spruck, SA. 42/116,, Hugo Müller, SA. 42/116, je 45; 5. Karl Hach, SA. 43/116, 43 Punkte. Frauen: 1. Elfriede Schmidt, DfB.-R. Gießen, 52; 2. Gertrud Muhl, DfB.-R. Gießen, 43 Punkte. B DM., Klasse A: 1. Martha Philipp, DfB.-R. Gießen, 56; 2. Lotte Burkhard, BDM. 2A 1/116, 51; 3. Hermine Buß, 1A 1/116, Mto., Gertrud Härder, Tv. Klein-Linden, 49; 4. Erika van Bentheim, 1A 1/116, Mtv. Gießen, 45; 5. Lotte Seifert, 1/88, 43 Punkte. B D M., Klasse B: 1. Liselotte Mellinger, 4/116, DfB.-R. Gießen, 68; 2. Irmgard Siek, Tv. Grünberg, 21/116, 65; 3. Annelore Kratz, 5/116, Mtv. Gießen, 63; 4. Marianne Preiß, 1/116, 61; 5. Ilse Grollpfeiffer, 5/116, Mtv. Gießen, 58 P. IM.: 1. Linni Maus, 1/116, 83; 2. Gertrud Schmandt, 6/116, Tv. Heuchelheim, 72; 3. Giesela Zimmer, DfB.-R., 71; 4. Elfriede Löffert, 5/116, 69; 5. Liselotte Lenzi, 1/116, Liane Schult, 2/116, je 66 Punkte. HI., Klasse A: 1. Kurt Engel, Spvgg. 1900, 63: 2. Hans Feller, Tv. Dillenburg, 56; 3. Richard Krieger, Tv. Heuchelheim, 55; 4. Erwin Kreiling, Tv. Wieseck, Hans Weege, Tv. Dillenburg, je 52; 5. Hans Dietrich, DfB.-R., Wilhelm Georg, To. Lich, je 51 Punkte. HI., Klasse B: 1. Walter Vogel, Reichsbahn Dillenburg, 63; 2. Artur Weller, 50; 3. Wolfgang Schcmebohm, Spvgg. 1900, Karl Leicht, Tv. Bieber, je 48; 4.. Joachim Werst g, Tv. Wetzlar. 45; 5. Rudolf Hainer, Mtv. Gießen, Reinhard Mohn, Tv. Die Wettkämpfe bei dem Bezirks-Turn- und Sporttag in Giehen, die sich unter der Gesamtleitung von Bezirkssportwart Heller glatt abwickelten, brachten interessante Ergebnisse. Im Anschluß an unseren gestrigen Bericht bringen wir heute noch folgenden Auszug aus der Siegerliste. Schwerathletik. Gewichtheben. HI.-Klafse. Bantamgewicht: 1. Adolf Wilker, DfK.09 Alsfeld, 195 Psd.; 2. Walter Stock, DfK. 09 Alsfeld, 170 Pst). Leichtgewicht: 1. Ludwig Schott, DfK. 09 Alsfeld, 325 Pfd.; 2. Oskar Rabow, Kr.- u. Sportklub Gießen, 290 Pfd.; 3. Fritz Der», Kr.- u. Sportklub Gießen, 280 Pfd.; 4. Willi Lorenz, Kr.- u. Sportklub Gießen, 275 Pfd. 5. Heinz Kraft, VfK. 09 Alsfeld, 265 Pfd. A kt. Federgewicht: 1. Willi Schott, VfK. 09 Alsfeld, 395 Pfd.; 2. Alex Götz, Gießen, 305 Pfd. Leichtgewicht: 1. Hch. Schwalm, VfK. 09 Alsfeld, 390 Pfd. Mittelgewicht: 1. Adolf Klotz, K.-Sp. 93 Gießen, 410 Pfd. Schwergewicht:!. Anton Gary, Marburg 88, 560 Pfd.; 2. Gefr. Hartmann, Wetzlar, 365 Pfd. 100-Meter-Lauf: 1.Schmidt, DfB.-R. Gie- ßen 14,4 Sek.; 2. Muhl, DfB.-R. Gießen, 15,0 Sek.; 3 Siege; 3. Otto Broder, VfK. 09 Alsfeld, 2 Siege. Mittelgewicht: 1. Paul Hatz, K.-Sp. 93. Gießen, 1 Sieg; 2. Hch. Kurz, DfK. 09 Alsfeld, 1 Sieg. A k t. Leichtgewicht: 1. Alois Funk, K.-Sp. 93 Gießen, 1 Sieg; 2. Gustav Braun, DfK. 09 Alsfeld, 1 Sieg. Mittelgewicht: 1. Adolf Klotz, K.-Sp. 93 Gießen, 1 Sieg. Halbschwergewicht: 1. Helmut Hartmann, Wetzlar, 1 Sieg. Gewichtwerfen. Federgewicht: 1. Willi Schott, VfK. 09 Alsfeld, 9,58 Meter. Leichtgewicht: 1. Georg Hermann, Marburg, 17,33 Meter; 2. W. Brüll, Marburg, 9,64 Mtr. Mittelgewicht: 1. Adolf Klotz, Gießen, 12,42 Meter; 2. Herbert Noeller, Gießen, 12,27 Meter. S chw e rgewicht: 1. Anton Gary, Marburg, 15,82 Meter; 2. Gefr. Hartmann, Wetzlar, 12,24 Mtr. Altersklasse: 1. Hch. Schwalm, VfK. 09 Als- i " Gießen, 59 Punkte. 8eid)tqemid)t: 1. Heinz Kraft. VfK. 09 Als- Schwergewicht: 1. Anion Gary Marburg selb, 4 Stage; 2. Lubwitz Errnel. VfK. 09 Msfelb.>88, 176 Punkte; 2. Gefr. Hartmann, Wetzlar, 116 P. Männer, Klasse I: 1. Dr. Otto Luh, VfB.- Reichsbahn, Gießen, 68; 2. Helmut Schleenbecker, To. Ruttershausen, 57; 3. Ernst Decher, VfB.-R. Gießen, 55; 4. Martin Kreck, Tv. Ewersbach, 52; 5. Karl Schuster, To. Wetzlar, 50; 6. Willi Mun- zert, VfL. Lollar, 59 Punkte. S p i e l e r k la s s e: 1. Wachtm. Gustav Weiler, VfB.-R. Gießen, 90; 2. Erich Hochstein, Sportgem. Großen-Buseck, 83; 3. Friedrich Rudolf, To. Ewersbach, 75; 4. Rudolf Walter, Tv. Atzbach, 72; 5. Heinrich Hoffmann, Tv. Katzenfurt, Hugo Schrei- Wetzlar,54; 2. Alfred Mensinger, Tv. Braunfels, Tv. Heuchelheim, Erich Langsdorf Fhl. 7/88 P 52; 3. Hans Petry, BC. Sinn, 49; 4. Albert Pauly, 61; 5> Hernrich Jungmann, Fhl. 9/88, 60 Punkte. 123; 5 Heinz Brunotte. Tv. W -Niedergirmes, 122 Punkte. Sechs - Karnpf d e r HI. - Klasfe A: 1. Günter Jubt, To. Sinn, 130; 2. Kurt Neuser, Tv. 1846 Gießen, 125; 3. Albert Pfeisfer, To. W.-Nieber- -irmes, 116; 4 Alfried Henning, Tv Heuchelheim. 112,5; 5. Albert Rinn, Tv. Heuchelheim, 104 P. Ä Sechs . Kampf d e r HI.-Klasse B: r Werner Kreiling, To. Heuchelheim, 132,5; 2. Gün- tl)er Lehr, To. Herborn, 130; 3. Theo Pfaff, To. Herborn, 123; 4. Ernst Adolf Alles, Tv. Herborn, 121; 5. Günter Becker, To. W.-Niedergirmes, 120 Punkte. Acht-Kampf der Turnerinnen-Ober- st u fe: 1. Margret Seim, Mtv Gießen, 151; 2. Erika Schneider, Tv Wetzlar, 148; 3. Hilde Lang, To. Dillenburg; 119, 4. Maria Kühn, Tv. 1846 Gießen, 113; 5. Anna Sack, Tv. Heuchelheim, 108 Punkte. Acht-Kamps der T u r n e r i n n e n - Unter st u f e: 1. Emmi Reinstädtler, Tv. Heuchelheim, 134; 2. Gerda Eppert, To. Wetzlar, 129; 3 Gretel Welsch, Tv. Oberscheld, 127; 4. Hildegard Krombach, To. Wetzlar, 118; 5. Margret Bremer, Tv. Hohensolms, Tilli Stoll, Tv. Lang-Göns, je 116 P Sechs-Kampf der BD M.-Klasse: 1. Emmy Kröck, Tv. Heuchelheim, 119; 2. Enne Bud- dig, Tv. Wetzlar, 116; 3. Edelgard Goethe, Tv. Dillenburg, 115; 4. Hildtrud Pfeiffer, Oberscheld, 114; 5. Hildegard Stein, Tv. Alsfeld, 113 Punkte. Die Radfahrer im Wettbewerb. Bezirksmeisterschast über 120 Kim. Am Sonntag, 7.25 Uhr, wurden die Fahrer zur Meisterschaft über 120 km auf die 30 km lange Rennstrecke Gießen—Steinbach—Lich—Hattenrod —Burkhardsfelden—Oppenrod—Gießen, die sie viermal zu durchfahren hatten, vom Bezirksfachwart gestartet. Herrliches Rennwetter ließ die Fahrer gleich ein gutes Tempo einschlagen. Auf dem Radfahrweg, nach Steinbach, der einer Rennbahn gleicht, wurde mancher Vorstoß unternommen, aber die Kräfte waren noch zu gleichmäßig. Steinbach wurde geschlossen passiert. Kurz vor Lich wurde ein zweiter Ausreißversuch gewagt, aber ohne Erfolg. In gleichmäßiger Fahrt wurde die Steigung von Lich nach Hattenrod in Angriff genommen, ohne aber einen Fahrer abschütteln zu können. So wurde die Straße Oppenrod—Gießen erreicht, manch hartnäckiger Spurt ausgetragen, denn jeder wollte zuerst Gießen erreichen. Nach einer Fahrzeit von 1,03 Stunden wurde die erste Runde abgeschlossen. In der zweiten Runde versuchten P r e i ß und Becker, ihre anderen Konkurrenten zu zermürben, das durch dauerndes Spurten auch bald erreicht wurde. Baumann und F o r st e r mußten kurz vor Gießen das Feld ziehen lassen. In der dritten Runde mußte R e u s ch l i n g das Feld ebenfalls ziehen lassen, obwohl er immer wieder versuchte, den Anschluß zu erretqjen, merkte man doch, daß es bei der gleichmäßigen Fahrt der Spitzengruppe ausgeschlossen war, noch einmal nach vorn zu kommen. Die restlichen Fahrer blieben bis kurz vor Oppenrod zusammen, wo Becker Reifenschaden am Hinterrad batte, der für die anderen ein Zeichen zum Losspurten war. P r e i ß schüttelte noch seine Konkurrenten ab und erreichte als unangefochtener Sieger die Bezirksmeisterschaft. Heber 30 Kim Bei dem Rennen der HI. über 30 Kilometer wurden die Fahrer mit Wulstreifen zuerst auf die Bahn, geschickt; eine Minute später starteten die Fahrer auf Schlauchreifen, die sofort versuchten, den Anschluß herzustellen, was auch kurz vor Steinbach gelang. Hier hatte Wenzel einen kleinen Schaltungsdefekt, der schnell behoben war. Hans Werner versuchte nun mit zu enteilen, aber die anderen paßten gut auf. Jetzt hatte auch Wenzel wieder Anschluß bekommen. Hinter Lich machten sich Wenzel, Wer- n e r und Wolf frei und enteilten den anderen Konkurrenten. Geschlossen kamen sie in Gießen an, wo Wenzel (Aßlar) den Spurt vor Wolf (Alsfeld) und Werner (Gießen) gewann. Die Saalwettbewerbe wurden in der Halle des VfB.-Reichsbahn unter Leitung von Saalfachwart Häßler durchgeführt. Oie Srgebniffe. Ueber30Kilometer:l. Erwin Wenzel '(HI. Aßlar), 1:1,14 Stunden; 2. Helmut Wolf (Radfahrer- verein Alsfeld), 1:1,15; 3. Hans Werner (Streifen- HI. Gießen), 1:1,16; 4. Oswald Mehl (HI. Hochelheim), 1:4,15; 5. Helmut Ulrich (Mot.-HJ. Gießen), 1:4,16. Bezirksmeisterschaft über 120 Kilometer: 1. Ernst Ludwig Preiß (Gießen), 4:0,2 Stunden; 2. Emil Kraft (Dutenhofen), 4:3,47; 3. Hermann Becker (Gießen), 4:8,35. Einer-Kun st fahren: 1. Hans Engel (HI. Wetzlar). Zweier-Radball: 1. W. Engel-W. Hagner (HI. Wetzlar); 2. W. Roll-W. Schmidt (Wetzlar). Jugend-Radball: 1. Kleemann-E. Wenzel (HI. Aßlar); 2. Alfred Vogel-A. Loth (HI. Wieseck). Aus der engeren Heimat. Warnung vor dem Genuß von ^habarberblätterspinat. Sich widersprechende Veröffentlichungen, die einerseits die Verwendung von Rhabarberblattspreiten zur Herstellung eines spinatartigen Gemüses empfehlen, anderseits vor ihrem Genuß warnen, geben dem Reichsgesundheitsamt zu folgender Klarstellung Anlaß: Der Gehalt an Oxalsäure, die für etwaige Gesundheitsschädigungen infolge Rhabarbergenusses in Betracht kommt, ist im Blattstiel und in der Blattspreite annähernd der gleiche. Während aber Klagen über Gesundheitsstörungen nach dem Genuß von Kompott oder Marmelade aus Rhabar- Mrblattstielen nicht vorliegen, sind nach dem Genuß von Spinat aus Rhabarberblattspreiten, insbesondere im Ausland, nicht nur wiederholt ernsthafte Erkrankungen beobachtet worden, sondern auch vereinzelte Todesfälle vorgekommen. Inwieweit dieses unterschiedliche Verhalten von Blattstiel und Blattspreite und anscheinend verschiedene Bekömmlichkeit der Blattspreiten auf die Art und das Mengenverhältnis der oxalsauren Salze, auf die Rhabarbersorte, auf den wechselnden Oxalsäuregehalt der Spreiten zu verschiedenen Tageszeiten und auf die unterschiedliche Empfindlichkeit der verschiedenen Personen zurückzusühren sind, bedarf noch weiterer Klärung. Bei dieser Sachlage muß das Reichsgesundheits- amt von der Verwendung von Rhabarberblättern zum menschlichen Genuß vorsorglich abraten, wenn ihnen nicht zuvor ein Teil der oxalsauren Salze entzogen wird Zu diesem Zweck kocht man die Blattmasse mit reichlich Wasser Stunde, läßt anschließend mindestens 1 Stunde ziehen, gießt das Kochwasser ab, spült nochmals mit heißem Wasser nach und bereitet nun die Blätter am besten mit gleichen Teilen Kartoffeln zu Auf jeden Fall ist es falsch, Soda oder Natriumbikarbonat dem Rhabarber zum Abstumpfen der Säure zuzusetzen, wenn man nicht nachträglich das Kochwasser fortschüttet. Durch diese Zusätze wird nämlich die Löslichkeit der im Rhabarber vorhandenen schwerlöslichen Oxalsäureoerbindungen und damit ihre Wirksamkeit erhöht. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 27. August. Aus dem heutigen Schweinemarkt standen 358 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis sechs Wochen alte Ferkel 14 bis 16 RM., sechs bis acht Wochen alte 16 bis 19 RM., acht bis zehn Wochen alte 19 bis 24 RM. pro Stück. Der Handel verlief anfangs langsamer, später wurde das Geschäft flotter. Landkreis Gießen △ Lollar, 26. Aug. Nachdem unser seitheriger Bürgermeister Kurt Böhm durch den Reichsinnenminister nach dem besetzten Gebiet im Westen abgeordnet wurde, versieht der 1. Beigeordnete Hermann Schwalm die Bürgermeistergeschäfte. * Lollar, 25. Aug. Am Samstagabend hielt die Kriegerkameradschaft Lollar im Kameradschaftslokal (Nuhn) einen Monatsappell ab. Der Kameradfchastsführer begrüßte die Kameraden und insbesondere das z. Z. auf Urlaub weilende Kameradschaftsmitglied Feldwebel Ernst Schmitt. Das Ergebnis des Bundeswettkampfschießens im Sommer wurde dahin bekanntgegeben, daß die daran beteiligten 40 Schützen einen Durchschnitt von 8,5 Ringen schossen und daß die vier besten Schützen — Adolf Göttlich, Heinrich Vie hl, Heinrich Struck und Karl Kal et sch — als beste Gruppe mit 10,5 Ringdurchschnitt am Endkampfschießen in Gießen teilnehmen wird. Den Kameraden wurde durch Vorlesen von Karten und Briefen einberufener Kameraden wiederum die enge Verbundenheit zwischen Heimat und Front gezeigt. Kamerad Feldwebel Ernst Schmitt hielt dann einen ausführlichen Vortrag über seine Kriegserlebnisse im Westen, insbesondere über das rasche Vorgehen unserer siegreichen Truppen. Hierfür wurde ihm Dank durch den Kameradschaftsführer ausgesprochen. Der im Kriege gefallenen Kameraden und insbesondere des für Großdeutschland im Westen gefallenen Kameradschaftsmitgliedes Adolf Zecher, sowie des seit dem letzten Appell verstorbenen Ehrenmitgliedes Rektor i. R. Sehrt wurde in ehrender Weise gedacht. Nach Bekanntgabe einiger interner Angelegenheiten wurde der Appell in her üblichen Weise geschlossen. sLang-Göns,27. Aug. Eine der ältesten Einwohnerinnen unserer Gemeinde, Frau Anna Elisabeth Euler Witwe, Hundstatenstraße, kann am 30. August ihren 8 6. Geburtstag bei verhältnismäßig guter geistiger und körperlicher Frische feiern. Wir wünschen ihr viel Glück zu diesem Tage und für ihren weiteren Lebensabend. )—( Ruppertsburg, 25. Aug. Die NS.-Ge- meinschaft .Kraft durch Freude" veranstaltete, am vergangenen Samstagabend im Saale des Gastwirts Wagner einen F i l m a b e n d, der außerordentlich stark besucht war. Von den Heldentaten unserer tapferen Soldaten verkündete die Wochenschau durch die Filme „Die Schlacht bei Dünkirchen", „Die Waffenstillstandsverhandlungen im Walde von Compiögne" und „Der Einzug in Paris". Es lief sodann noch der Film ,Zruxa". Achtet auf den barfuß gebenden Mann. Lpd. Limburg, 26. Aug. Wie bekannt, wurde vor vier Wochen ein Mädchen aus Frankfurt a. M., das auf einer Wiese in der Gemarkung Schwickershausen bei Cambera saß und las, von einem frens- den Mann überfallen und durch 31 Messerstiche übel zugerichtet. Seitdem wird nach einem verdächtigen Mann gefahndet, der barfuß geht. Verdächtige Gestalten tauchten in letzter Zeit in Aull und Ä)upbach auf. Nun ist ein fremder, heruntergekommener Mensch, der barfuß ging, in der Gemarkung Mensfelden, Kreis Limburg, gesehen worden. Anscheinend hatte er Hunger, denn er suchte Aepfel, die er sofort verzehrte. Es muß sich um einen sehr scheuen Menschen handeln, denn auch in diesem Falle war der Verdächtige trotz gründlicher Nachsuche nicht mehr zu finden. Das Publikum wird erneut aufgefordert, auf alle verdächtigen Personen, die sich im Wald herumtreiben und besonders solche, die barfuß gehen, zu achten und sogleich der nächsten amtlichen Stelle Mitteilung zu machen. 3m Odenwald rauchen die Meller Lpd. M i ch e l st a d t i. O., 26. August. Wer letzt in der Ferienzeit durch den tieferen Odenwald wandert, begegnet immer wieder „schwarzen Männern", die in ihren rauchenden Meilern Holzkohle brennen. Die Arbeit erfordert viel Aufmerksamkeit und handwerkliches Feingefühl, Kenntnis der Holzsorten und genaue Beobachtung des Brennvorganges, so daß die Kohlenbrenner oft auch Nachts hier oder eine Strecke weiter weg das Feuer regulieren müssen. Neben der für industrielle Zwecke gebrauchten gewöhnlichen Holzkohle wird auch pharmazeutische Holzkohle benötigt, die aus „leichtem Holz" entsteht, und wir glauben es den Köhlern gerne, daß duftendes Lindenholz ober würzige Tannenäste ganz anders „schmecken" als winterhartes Eichen- ober kräftiges Buchenholz. Elektrisches Rücklicht au jedem Fahrrad. Ä 1 j Im Zuge der plan- und disziplinvollen Durchorganisation des Verkehrs ist v o m 1. Oktober ab für alle Radfahrer zur Pflicht gemacht, ein den neuen polizeilichen Vorschriften entsprechendes elektrisches Rücklicht zu führen, das das bisherige Katzenauge ablöft. Gleichzeitig empfiehlt sich der Tretstrahler, das sind die selbstleuchtenden Metalleinlagen in den Pedalen. Beide der Sicherheit des Radfahrers dienende Vorrichtungen veranschaulicht unser Bild. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Klilänglndita Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) In der Morgenfrühe liefen sie in Bremerhaven ein. Die Jacht war stark mitgenommen. Klaus Tjaden wurde verhaftet. Sein Schicksal hatte ihn nicht zum Mörder werden lassen, so unheilvoll es sich auch gestaltete. Eckström war nicht ertrunken. Ein Frachtdampfer hatte ihn aufgefischt und durch Funkspruch die Hafenbehörden verständigt. Es war wie ein Wunder, aber es machte keinen Eindruck auf Klaus. Seine Tat blieb für ihn dieselbe, wenn auch höhere Mächte sie in ihrer Wirkung abgefchwächt hatten. Das wurde bei der Anklage der Staatsanwaltschaft als erschwerend hervorgehoben; auch daß er sie nicht bereute. Dennoch hatte die abgeschwächte Wirkung Einfluß auf Urteil und Strafmaß. Auch noch manches andere sprach für ihn in dieser Tragödie menschlicher Leidenschaften. Ihm war das alles gleichgültig. Er war an die Schwere seines Blutes gebunden, das, einmal entfesselt, jede Hemmung verloren hatte. Und mit der ernsten Selbstverständlichkeit seiner schlichten Natur nahm er die Folgen seiner Tat auf sich, wenn ihm auch die Seelenzerfaserung der Verhöre eine Marter war. Warum bemühten sich die Richter so, alle Triebe freizulegen, die Bewußtseinshintergründe zu durchforschen, wenn er doch geständig war und wahrheitsgemäß alles aussagte, was zu sagen war? Diese Frage richtete er einmal an den Verhandlungsführenden, und es wurde ihm hierauf in Form eines Verweises klargemacht, daß er hier nur zu antworten und nicht zu fragen hatte. Dann schloffen sich die Tore des Gefängnisses hinter ihm. Sein starker, gesunder Körper, der jeder Anstrengung gewachsen war, vertrug aber die Gefangenschaft schlecht. Er wurde krank. Und er verarmte gänzlich in diesen Jahren. Die Zeit seines Zusammenlebens mit Dietmuthe hatte riesige 'Summen verschlungen. Bedenkenlos hatten sie beide in ihrer Entrücktheit ihre Verträge gebrochen und hohe Vertragsstrafen zahlen müssen. In jeder Weise war er bestrebt gewesen, alle kostspieligen Wünsche seiner Frau zu erfüllen. Anfangs hatte er noch die zage Hoffnung gehabt, später alles wieder einholen zu können, ja daß der grollende Heijk sich wieder mit ihm versöhnen, wieder mit ihm arbeiten würde. Dann würden sich ihm neue Quellen des gleißenden Goldes erschließen, dessen die schöne, herrliche Dietmuthe so viel bedurfte. — Es war nun alles zerschlagen und vernichtet. Er lebte dumpf und gequält dahin — ohne ober fast ohne Hoffnung; denn es liegt in der Natur des Menschen, vor allem in ber des jungen Menschen, daß die Hoffnung nicht völlig in ihm absterben kann. So träumte er manchmal, wenn die Gefängnisluft ihn auszehrte und Fieber in ihm entzündete, vom Meer seiner Heimat. Dann war ihm, als ob die engen, bedrückenden Wände seiner Zelle wichen ander die weite glasig-grüne Meerflut sehe, ihren starken Odem fühlte, ihren Salzgeschmack auf feinen Lippen spüre. Da war noch ein Rest feines verdienten Geldes, ein sehr geringer Rest, an den niemand herankonnte. Er würde reichen, um damit ein kleines Haus zu erbauen oder zu erwerben, ein starkes Boot und Netze zu kaufen... So glitten zuweilen matte Bilder durch das Dunkel feines Gemütes, und die Dumpfheit feines Innenlebens wurde von Gedanken erhellt, die hoffend an der Zukunft bauten. Die Zeit reihte Tage und Nächte zu Wochen, Monaten und Jahren. Und eines Tages war er wieder frei. Bei der Bank, die fein Geld verwaltet hatte, erfuhr er, daß fein Konto nicht mehr bestand. Er selbst hatte bereits während ber Untersuchungshaft feine Frau ermächtigt, es zu löschen, bas Geld abzuheben. Dieses Recht hatte sie auch auf jenen Rest bezogen, von dem er angenommen hatte, daß er nicht angetastet werde könne. Das hatte er nicht erwartet. Damit waren die Stützen gebrochen, die seinem Abgleiten in die Tiefe hätten Halt bieten können. Er war dann nach Berlin gekommen, um hier unterzutauchen. Es war die Zeit der großen Arbeitslosigkeit, und die Behörden wollten ihn wieder ab- fchieben. Dem wich er aus und kam dadurch in den Verlust verschiedener Urkunden. Seine wortkarge, finstere Scheu verschloß ihm die Menschen. Die vielen Fragen an den behördlichen Stellen und manche Bemerkung, die sicherlich nicht immer böswillig gemacht wurde, weckte in ihm die Qual der Verhöre wieder. Er fühlte sich geächtet, mied Behörden und Beamte. Bald mar dabei der letzte Groschen ausgegeben und seine Kleidung so abgerissen, daß ihm niemand mehr den elendesten Raum zur Unterkunft gab. Er leistete wenig Wiberstand und hatte keinen Willen mehr. Als es Winter wurde, war er dem Untergang nahe; ber Grenze so nahe, baß es nur noch eines Schrittes bedurfte, um die Qual zu be- enben. Diesen Schritt vorsätzlich zu tun, hielt ihn eine seltsame Scheu zurück. Er brauchte es auch nicht. Eine Frostnacht würbe ihn bald hinwegnehmen. Er sah bem 'Sterben entgegen wie dem Heimkehren nach langer Irrfahrt. Nach stundenlangem Gehen erreicht Klaus Tjaden die Zentralmarkthalle, den Magen der Millionenstadt, den ein ungeheures Arbeitsgetriebe zu füllen im Begriffest. Alle umliegenben Straßen sind im weiten Umfang mit Fuhrwerken vollgepfropft, die entlaben ober beladen werden. Das feuchte Dunkel des Novembermorgens liegt über dem brodelnden Gewimmel In einer Dunstwolke hundertfacher Gerüche lärmen, drängen, rennen, schleppen und packen unzählige Arbeitende Nach einem Umhersuchen findet Klaus das Fuhrwerk mit bem Schecken, bem „allerliebsten bunten Tier", und seinen Eigentümer, dessen Gesicht von einem fast handgroßen dunklen Mal über dem linken Auge gezeichnet ist. Dieser Pahl hat wirklich auf den ersten Blick etwas Wüstes und Unheimliches. Klaus steht vor einer schwerfälligen Gestalt, die den Kragen eines Schafpelzes hochgeschlagen hat und eine Fellmütze mit Ohrenklappen auf bem Kopf trägt. Er sieht darunter ein dickes rotes Gesicht unb einen grauen, struppigen Schnurrbart. Aber es ist doch nur das entstellende bläulich-dunkle Mal, das den gutmütigen Ausdruck dieses Gesichts nicht gleich erkennen 4äßt. Der Mann blinzelt mißtrauisch, als Klaus ihn anspricht unb fragt, ob er Beschäftigung für ihn habe, mustert ihn mit einem prüfenden Blick und schüttelt den Kopf. „Arbeet? Nee, die habe ick nid) zu versehen." Nun richtet Klaus die ihm aufgetragene Empfehlung aus, und in dem Gesicht des Fuhrmanns mischt sich der Ausdruck des Mißtrauens mit bem des Staunens. „Wat? Fräulein Ellrich schickt bir? — -Die Marta Ellrich aus Friedenau? — Mensch, wie kommt die denn bazu?" Als Pahl auf diese Frage keine Antwort erhält, greift er langsam in die Tasche, holt ein winziges Steingutfläschchen hervor, schüttet daraus einen kleinen Berg Schnupftabak auf feinen Daumenballen, verleibt ihn umständlich seinem Riechorgan ein, niest ein paarmal so kräftig, daß alle Pferde ber in der Nähe haltenden Wagen erschrocken mit den Köpfen rucken, schnäuzt sich in ein riesiges rotes Taschentuch und reicht dann Klaus das Steingutfläschchen mit dem aromatischen Nasenfutter hin. Der nimmt auch eine Prise. Unterdessen hat sich ber Fuhrmann bis Sache überlegt. „Na, denn, wenn se dir schickt... Ja, wie machen wir det nu? Nimm dir die Karre da vom Wagen! Kennste denn die Halle? Weeßte, wo Lauchnem sein Stand is? Wild und Jeslügel? — Du weeßt bet nid)? Na, denn warte man, denn muß ick mitkom- men. Ick will bloß erst dem Schecken wat (eben." Er schüttet bem Pferde ein gutes Haferfrühstück in den Futtereimer, zieht ihm die Decke höher und stopft sie an den Seiten fest. Dann stapft er neben Klaus her, der den niedrigen, auf zwei Eisenrollen laufenben, nur mit einer Rückwand versehenen Karren vor sich herschiebt, wie es die vielen Hallenarbeiter und Abfahrer tun. Zwcmzia Minuten später hat er einen starken Hirsch auf den Wagen seines neuen Arbeitgebers geloben und sein erstes „Rollgeld" verdient. Ein paar Groschen sind es nur, aber es ist ein Anfang. Wieder taucht er hinein in den lebhaften Frühbetrieb ber Markthalle unb holt mit seinem Karren von verschiebenen, oft weit auseinanbergelegenen Stänben Ware, bie auf bem Wagen verstaut wirb. Bei ber neuen Arbeit kommt ihm sein sicherer Ortssinn ßugute. Unb ber rauhe Verkehrston, ber im Gebränge ber Lastenschlepper, bem Gewirre ber Kraft- und Hanbwagen, bem Hasten unb Lärmen der Arbeiter und Händler herrscht, tut ihm nichts. — Er muß Pahl auch nach bem ©üterboben ber Eisenbahn begleiten, um do* bort Ware zu holen, unb ber Fuhrmann erkennt an, baß er sich „nid) allzu dämlich" anstellt. (Forttetzung folgt.) W k r 1 V'fl El Av« 10 -Miwuie** weit Opekia ,T. ... - f 1 - *’•.