Donnerstag, 27. Juni MO Gietzener Anzeiger flO. Jahrgang Nr. 150 Srscheim taaltch, außer Sonntags uno feiertags Annahme von Anzergen für die Mittagsnummer bis8'/2Uhrdes Vormittags Grundvreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstaffelö Plahvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 °/° mehr Ermäßigte Grundvreise Bädcranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. öeilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter öeimatimBild DieScholle Ronats-Bezngsvreis: Nit4Beilagen.RM.1.95 vhneJllustrierte , 1.80 Iustellgebühr... » -.25 tucb bei Nichterscheinen ion einzelnen Nummern nfolge höherer Gewalt vernsvreckanschluß 8251 Drahtanschrift: „Anzeiger" LostscheckllOssFrankf^M. vrühlsche UniverfitätrdnuterelR. Lange General-Anzeiger für Oberheffen Siehen.^chulstrahe 7-9 vorder fassungsoperation ein. Die fast gleich- !tige Einnahme von Monttnsdy und Verdun riß 1 beiden starken Festungslinien in der linken anfe die stützenden Eckpfeiler fort. Bei den dann Londoner Beklemmungen Empire zu erhalten. niemals erschütterten Sicherheit der britischen Jn- Be- unsere Jäger abgeschossen. Das dritte schwand, ohne zum Angriff zu kommen. Die Bombenwürfe britischer Flugzeuge in Wieder erfolgreiche Bombenangriffe aus Mittelengland. Nacht zum 26. Juni in Nord- und Westdeutschland trafen keine militärischen Ziele und richteten nur geringfügigen Schaden an. Soweit bisher bekannt, wurden vier Personen getötet. Italienischer Wehlmachtsberichi. Vergebliche englische Luftangriffe. Rom, 26. Juni. (DRV.) Der italienische Heeresbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Richls zu melden von den Fronten des Mutterlandes und Rordafrika. In O st a f r i k a vergebliche englische Luftangriffe auf Asmara und D i r e d a u a. Zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Sin versuchter Luftangriff gegen Neapel ist durch das Eingreifen unserer Jagdflugzeuge und der Luftabwehr vereitelt worden, die den Feind in die Flucht schlugen. sein. Aus geographischen Gründen falle die kämpfung der englischen Seemacht und der Stützpunkte in Aegypten in der Hauptsache Italien zu. Deutschland aber bereite sich vor, das Herz des Em- tenden Schlägen der deutschen - Wehrmacht zusammengebrochen. Englands letzter und stärkster Bundesgenosse hat die Waffen gestreckt. Waffenstillstand im Walde von Compiegne! Getilgt die Schmach jenes 11. November 1918, ausgelöscht die schimpfliche Behandlung Deutschlands durch einen übermütigen rachsüchtigen Sieger, der keinen größeren Triumph kannte, als-die tiefste Demütigung, die dauernde Unterdrückung eines Gegners, der nicht mit den Waffen, sondern lediglich durch Heimtücke und Hinterlist wehrlos gemacht worden war. Damals ballten wir ohnmächtig die Faust in der Tasche, heute wissen wir, daß das deutsche Schwert, das Frankreich niedergeworfen hat, nicht ruhen und rasten wird, bis auch Deutschlands letzter Feind jenseits des Knals vernichtet und die Grundlage für einen gerechten Frieden und ein freies Europa geschaffen tft. EsginMurchillnurumdieFlotte Italienische Feststellungen. Rom, 26. Juni. (Europapreß.) Aus den Erklärungen Churchills im Unterhaus, so schreibt „Mes- England muß allein kämpsen Die Kriegsaufgaben Italiens im Mittelmeer. pires zu treffen. Im „Giornale d'Jtalia" schreibt Gayda, Italien falle jetzt vor allem die Aufgabe zu, d a s M i it t e l- meer von Gibraltar bis Suez zu kontrollieren. Der englische Seehandel in diesem Raume sei bereits vollkommen still gelegt, der kürzeste Verbindungsweg Englands mit seinem Empire sei a d g e s ch,n i t t e n. hierdurch binde Italien starke englische See- und Luftstreitkräfte im Roten Meer und im Indischen Ozean und hatte sie dauernd von der Verteidigung des englischen Jnselreiches fern. Die Hauptmacht der englischen Großkampfschiffe mit ihrem gewaltigen Troß an kleinen Einheiten befinde sich i m M i t t e l m e e r. In Aegypten sei eine Landstreitmacht von einer Viertelmillion Mann zusammengezogen und in Kenia seien südafrikanische Luft- und Landstteitkräfte gebunden. Die englische Gegenwirkung, so schließt Gayda seine Betrachtungen, äußere sich bisher nicht zum geringsten Teil in der Durchführung des erwarteten Der Wehrmachtsbericht vom Miwoch. Führerhauplquartier, 26. Juni. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen keine besonderen Ereignisse. In der Rächt zum 26. Juni griffen unsere Kampfflugzeuge in Wittelengland lpehrere Flugplätze und Anlagen der Flugzeugindustrie erfolgreich mit Bomben an. Rachträglich wird bekannt, daß am 24.3uni auf der höhe von Bayonne auf ein feindliches Transportschiff von etwa 7000 Tonnen ein Bombenangriff unternommen wurde, der heftige Detonationen und Brände zur Folge hatte. Ein deutsches 21-Boof torpedierte südwestlich Irland den bewaffneten britischen Dampfer „Saranac" (12000 BRT.) und zwei weitere bewaffnete feindliche Handelsdampfer. Von drei britischen Vrisiol-Blenheim-Flugzeugen, die gestern erneut versuchten, den Flugplatz S t a - vanger-Sola anzugreifen, wurden zwei durch saggero", gehe hervor, daß er aus der Katastrophe Frankreichs nur eins zu retten gesucht habe: die Flotte. Während Frankreich zusammenbrach und alles in dem verbündeten Land in den Strudel der Niederlage hineingerissen wurde, habe Churchill sich nur um die Flotte Sorgen gemacht. Er habe sich nur bemüht, die Lücken der englischen Flotte durch die sranzösischen Kriegsschiffe zu stopfen. „Popolo di Roma" erklärt, man habe bereits zahlreiche Beweise von dem grausamen Egoismus der britischen Regierung während des Krieges, der zum militärischen und moralischen Zusammenbruch Frankreichs geführt habe, erlebt. Die letzte Rede Churchills aber übertreffe alles an unverschämtem Zynismus. Es fei höchst seltsam, daß Churchill sich überhaupt einbilden konnte, er werde den Krieg mit Hilfe der französischen Flotte weiterführen können, gerade so, als ob Deutschland, als es die Waffenstillstandsbedingungen diktierte, Frankreich die Freiheit gelassen haben würde, den Krieg durch Großbritannien weiterzuführen. „Corriere della Sera" bezeichnet die Rede Churchills als eine unverschämte Kundgebung jenes Zynismus, der die Politik Großbritanniens kennzeichne. Das ausdrückliche Eingeständnis, daß England bei der ganzen Tragödie Frankreichs nur die Aneignung der französischen Flotte am Herzen lag, müsse hervorgehoben werden. Churchill habe damit seine Absichten klar gezeigt. vgenden Frontalangriffen auf die Maginotlinie Irö drei verschiedene Abschnitte zu unterscheiden: ^nächst der Durchbruch nach Lo thringen nein an der Saarfront südlich Saarbrücken, dann r Uebergang im Oberelsaß östlich Col- :r über den Rhein mit anschließendem Durchbruch lurd) den dortigen Teil der Maginotlinie, und jSi-ießlich der Einbruch in das Unterelsaß bl Weißenburg und Straßburg mit der Einnahme diser „wunderschönen", alten deutschen Stadt. gleichzeitig mit den Frontangriffen auf die Maginotlinie wurde auch die schon genannte F e - stongslinie St. Mihiel — Belfort im .Itiitten, von Westen her, an gepackt und bi-nen wenigen Tagen eingedrückt. Das war nur glich, weil die an der Maas entlang den fliehen/ Feind verfolgenden Truppen schon am 16. Juni, rren Tag nach dem Fall von Verdun, d i e Ei) ro e i 3 e r Grenze südöstlich Besan? on «.reicht und damit den eisernen Ring um die aus dm Elsaß und Lothringen weichenden französischen Suppen restlos geschlossen hatten. Drei französische 8:meen saßen damit in der Falle, nun galt es, sie dr-ch dauernde Angriffe in der Front und im Hefen immer enger zusammenzupressen und damit bl rbe und zur baldigen Kapitulation reif zu Bi:chen. Deutlich erkennen wir bei diesen Kämpfen B:?ber die schon in Polen und in der großen Um- ji! ungsschlacht in Flandern und im Artois so beehrte Taktik der deutschen Führung, innerhalb der 8c amteinkesselung den Feind in kleinere Gruppen mzuspaltrn und diese wiederum einzeln einzu- de sen. So beispielsweise nach der Einnahme von Sitz zwischen dieser Festung und der Maginotlinie bederseits Diedenhofen. Ebenso im Gebiet zwischen ksinal und Toul und — nach dem Fall von Straß- hrg und Lunsoille — in den mittleren Vogesen. Ehe sehr starke Feindgruppe wurde auch in den bidoogesen eingeschlossen, wo Panzer- und moto- nferte Divisionen nach der Einnahme von Belfort am Oberrhein durchgebrochenen Divisionen vc'tkich Mülhausen die Hand reichten und damit tli im Raume Belfort—Mülhausen—Colmar Mun- fri kämpfenden sranzösischen Divisionen rings umflossen. Immer enger zusammengedrängt und durch in ernte Bombenangriffe der deutschen Kamps- PtZer und Stukas zermürbt, mußten alle diese wippen binnen wenigen Tagen kapitulieren, die l-tze am Donon in den mittleren Vogesen noch teiige Stunden vor dem Inkrafttreten des Waffen- Wandes. . Dährend sich diese neben der Schlacht in Flan- ktn größte Umfassungsschlacht der Weltgeschichte m El^ß-Lothringen abspielte, wurde' auf dem Riesen- inme des Kriegsschauplatzes von der französischen lute bis zur Maas bzw. zur schweizerischen und tojienischen Grenze von den deutschen Truppen ia)t Übermenschliches in der Verfolgung geleistet. Dabei tLTben die deutschen Truppen am weitesten vorge1 to-fen auf dem rechten Flügel längs der Küste, do sie bis zur Gironde nördlich Bordeaux vordran- P und Damit sämtliche wichtigen Hasenplatze rr:.nfreid)5 in ihren Besitz brachten, sowie auf dem toten Flügel, wo sie nach der Einnahme von Lyon Is in die Gegend von Grenoble und Alx-Les- Üo ns gelangten, hierdurch wurde die französische enarmee, die seit dem 21. Sunt in h/rtem hnpf gegen die Angriffe des italienischen Heeres tt'd, bereits im Rücken von den deutschen -trup= lü umfaßt. Ihrer völligen Vernichtung Eging sie durch den inzwischen abgeschlossenen Wassen- Ilstand auch mit Italien, wonach auf der ganzen cr^nt die Waffen ruhten. . . ... Weltgeschichte größten Stils haben wrr mdiesen Ren erlebt. Nach Polen, Norwegen, hollano, Geisel ist nun auch Frankreich, seit Versailles die |itjte Militärmacht Europas, unter den oermch- Stockholm, 26. Juni. (Europapreß.) Die Waffenruhe in Frankreich und das Bekanntwerden der Waffensttllstandsbedingungen haben die Beklemmungen in London womöglich noch gesteigert. Die Blätter bemühen sich auf Weisungen des Jnforma- tionsmimsteriums hin krampfhaft, das Selbstvertrauen der Engländer zu stärken und gute Prophezeiungen über den Fortgang des Krieges von Stapel zu lassen. Zu diesem Zweck wird z. B. von der „Times" erklärt, trotz der Kapitulation Frankreichs bleibe das englische Kriegsziel das gleiche. Darüber hinaus müssen neue haßttraden gegen Marschall Pötain und seine Regierung dazu herhalten, die Aufmerksamkeit der englischen Oeffentlichkeit von der. verzweifelten militärischen Lage Englands abzulenken. Indessen haben neutrale Beobachter in London den Eindruck, daß trotz solcher Methode das Selbstvertrauen des englischen Volkes nach dem Sechs-Wochen-Krieg in Frankreich stark ins Wanken gekommen ist. ~ Der Korrespondent der Madrider Zeitung „ABC meldet aus London: Genau in dem Augenblick, in dem Churchill in einer öffenttichen Rede beteuert habe, daß die Waffenniederlegung Frankreichs zwar eine große, aber keine entscheidende Bedeutung habe, Nach vernichtendem Sieg im Westen ruhen die Raffen! Ehrfurchtsvollen Dank zollen wir dem ?ihrer und der deutschen Wehrmacht, die unter ner Führung Taten vollbracht hat, die in der Iriegsgeschichte aller Zeiten nicht ihresgleichen hiben. Dieser Dank gilt in erster Linie den für Deutschlands Freiheit gefallenen Helden. Als am i Juni mit der Einnahme von Dünkirchen die roße Durchbruchs- und Umfassungsschlacht in Flauem und im Artois siegreich beendet war und be= r-its am nächsten Tage der „Angriff gegen das her Frankreichs" begann, da verfügte die,es noch wer 6 bis 7 intakte Armeen, über Millionen von airgebildeten Soldaten und ein gewaltiges Kriegsmaterial. Genau 12 Tage später, am 17. Juni, war fr>)es gewaltige Heer durch die Kunst der deutschen Ehrung und die überlegene taktische Ausbildung jujie den Geist der deutschen Truppen in einer eisigen sich überstürzenden Siegeswelle derartig ziscunmengeschlagen und Überrannt worden, daß jarschall Petain, der französische Ministerpräsident, un Waffenstillstand bitten mußte. Und wieder fünf hge später, am 22. Juni, also am 17. Tage ter butschen Offensive, kapitulierte nach verzweifeltem riderstand der größte Teil der- in Elsaß-Lothringen ^geschlossenen französischen Armeen mit ihren Herbefehishabern in Stärke von einer halben Milli n Mann. Dieses schnelle Ergebnis hat selbst die hchgespanntesten Erwartungen, das größte Der- tuuen auf die immer wieder bewiesene Blitzstrate- g? unserer Führung, bei weitem übertroffen. Während nach der Einnahme von Paris die Jlimpfe an der ganzen Front von Le Havre bis zun Sädrand des Argonner Waldes den Charakter «iies fluchtartigen Rückzuges der Franzosen und ei- ttr Verfolgung der deutschen Truppen ,chis zum listen hauch von Mann und Roß" annahmen, leibe die deutsche Führung auf dem deutschen linken Zügel gegen die Maginotlinie und ihre Rücken- b-fung, die starke Festungslinie Verdun—St. Mi- Hst—Toul—Epinal—-Belfort, eine gewaltige Rom, 27. Juni. (Europapreß.) Der Grundton der römischen Abendpresse in ihren Betrachtungen -um Inkrafttreten des Waffenstillstandes mit Frankreich wird von dem nun bevorstehenden totalen Einsetzen des Krieges gegen England bestimmt. „Teuere" zergliedert die Lage Englands nach dem Ausfall Frankreichs und stellt fest, zu Lande habe England einige Millionen Soldaten verloren, die das Jnselreich vom Festland aus geschützt hätten. Nun würden die Engländer bei den haaren gepackt und müßten endlich s e l b st kämpfen. Weiter habe England die wichtigen Flug- und Marinestützpunkte in Südfrankreich, auf Korsika und an der ganzen Küste von Marokko, Algerien und Tunis verloren. Im westlichen Mtttel- meer verblieben England jetzt nur noch Gibraltar und Malta, im östlichen Aegypten Palästina und Cypem. Ferner müßte England auch auf die Unterstützung der starken französischen Flotte verachten. Gerade der drohende Verlust der französischen Flotte habe am Vorabend des Waffenstillstandes in England die größte Beunruhigung her- vorgerufen. Das englische Empire baue sich auf Drei Grundpfeilern auf: auf seiner Seemacht, auf Aegypten und auf ter bisher durch Jahrhunderte Das Ende der großen Schlacht in Frankreich Von Major a. O. von Keifer. bereite sich Die Bevölkerung Londons auf Den unausbleiblichen Massenangriff der deutschen Luftwaffe vor. Man habe Die vielen intensiven Erfolge Der Deutschen Luftwaffe auf Den Schlachtfeldern Flanderns und Nordftankreichs vor Augen. Zwar habe es die Regierung vermieden, darüber Berichte an die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen, doch hätten die Reste der geschlagenen Flandern-Armee, die sich ja in England befänden, e r - zählt, was sie erlebt hätten. Eine französische Ireiwilligen- Legion in England. Stockholm, 27. Juni. (Europapreß.) Nach einer amtlichen Londoner Meldung wird der nach London geflüchtete französische General und jetzige Leiter des neuen französischen Nationalkomitees, d e Gaulle, eine französische Freiwilligen-Legioy in Großbritannien aufzustellen versuchen. Selbstverständlich geschieht Dies mit warmer Unterstützung der Londoner Regierung, denn England hat ja schon immer versucht, mit solchen fremden Legionen das Zmseits vviiEnglaMMgiiiol-Liiii'e. Nach der militärischen Vernichtung Frankreichs sind sämtliche Außenwerke. Englands auf dem europäischen Festlande niedergekämpft oder, wie man angesichts des unfaßbaren Tempos dieser Feldzüge sagen muß, sie sind überrannt. Die Länder Polen, Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich, Die Deutschland in einem wetten, hoch nach dem Norden ausholenden Bogen umgeben, waren die militärpolitische Maginot-Linie Englands. Die Unterzeichnung des deutschen und des italienischen Waffenstillstandsdokumentes setzte den Schluß- punkt unter die Ausschaltung dieser englischen Ma- ginot-Linie, deren Ausdehnung sich über rund 4000 Kilometer erstreckte. Sie wurde in zehn Monaten in vier Feldzügen auf eine Weise niedergerungen, Die Geschichtsschreibern unD Generalstäben der ganzen Welt durch ihre beispiellose Art der Durchführung auf lange Zeit hinaus ein unerschöpfliches Studien- und Lehrmateriql geben wird. Am Ende dieser vier Feldzüge stand der „glorreichste Sieg aller Zeiten", wie der Mann feststellte, der an diesem Sieg traft seines Genies selbst den größten Anteil hat. Wenn an diesem vierten, jetzt so herrlich beendeten Feldzuge außer den Leistungen Der Deutschen Führung unD Wehrmacht noch etwas unbegreiflich, rätselhaft bleibt. Dann ist es Die Länge Der Zeit, Die Frankreich Dazu brauchte, um sich aus Den Suggestionen Der Clique um ReynauD, Mantel und Genossen und damit aus der terroristischen Vormundschaft Englands zu lösen. Erst unmittelbar vor der letzten entscheidenden Niederlage in offerier Feldschlacht versuchte Frankreich, nun endlich sein Geschick selbst in die Hand zu nehmen — als es längst zu spät war. Das muß unbegreiflich erscheinen an einem Lande und an einem Volke, das sich doch gerade auf die vermeintliche Klarheit und strenge Logik feines Denkens und auf Die ausfchlaggebente Bewertung Des Nutzeffektes aller hanDlungen im großen unD im kleinen so sehr viel zugute hält. Eine Erklärung für Diesen WiDerspruch zwischen Denken •unD hanteln. Der in Den letzten Jahrzehnten Frankreich von Der Diktat- über Die Experimentier- zur Vabanque-Politik unD von Da schließlich zur militärischen Vernichtung mit allen unausbleiblichen Auswirkungen führte, läßt sich nur in zwei Tatsachen finDen. Erstens hatte sich Frankreich in Die Rolle Des Versailler Siegers genau so fahrlässig eingelebt wie EnglanD in Die Rolle Des ebenso unangreifbaren wie unfehlbaren politischen Statthalter Gottes auf Erden, man hatte in Frankreich längst vergeßen, daß dies nur eine Rolle wie die Rolle eines Schauspielers, nicht aber Wirklichkeit war — zum minde- terroristifchen Planes der Bombardierung offener Städte und Ortschaften Italiens. Sie enthülle der ganzen Welt die Methode der englischen Kriegführung, erbringe aber auch den schlagendsten Beweis für die Unerträglicheit des gegenwärtigen Zustandes im Mittelmeer. Die Zerstörung der englischen Stützpunkte sei für Italien eine Frage der Sicherheit und der Gerechtigkeit. Aegypten nach dem Rücktritt der Regierung. Rom, 25. Juni. (DNB.) Wie bereits gemeldet, sah sich Das Kabinett Ali ll^aher Pascha, das seit Juli 1939 die Geschäfte führt, gezwungen, seine Demission anzubieten wegen der Unmöglichkeit, die Regierungsgeschäfte in einem Lande zu führen, das von England militärisch beherrscht wird. König und Kabinett sind sich völlig einig in der Beurteilung Der unhaltbaren Lage, in Die Aegypten Durch England gekommen ist. Die Demission ist der äußere Protest Aegyptens gegen die englischen Machenschaften, die Aegypten in den Krieg mit Italien führen wollen. Die ägyptische Regierung sowie der König berufen sich den Engländern gegenüber darauf, daß der ägyptisch-englische Vertrag von 1936 lediglich vorsehe, daß Aegypten den Engländern im Kriegsfall Verkehrsmittel und Verkehrsplätze zur Benutzung überlassen müsse, daß aber der Vertrag nicht vorsähe, daß Aegypten an der Seite Englands in den Krieg gegen Italien eintreten müsse. Die von König Faruk zur Neubildung einer Regierung aufgeforderten Persönlichkeiten hüben bisher abgelehnt, so vor allen Dingen Der Führer Der WafD-Partei, Nahas Pascha. Daß Der König einen Mann wie Nahas Pascha, dessen Partei die Befreiung Aegyptens vom englischen Joch auf ihre Fahne geschrieben hat, mit der Kabinettsbildung zu betrauen plant, zeigt, wo die Sympathien Aegyptens stehen. Teildemobilisierung der Schweiz. B a s e l, 25. Juni. (Europapreß.) Bunbespräsibent P i l e t - G o l a z verlas am Dienstag im Rundfunk eine Botschaft des Bundesrates an das Schweizer Volk, in der zunächst festgestellt wird, ein gewaltiges Ereignis fei eingetreten, das weittragende Folgen haben werde. Für die Schweiz bedeute es eine große Erleichterung, daß ihre drei großen Nachbarn nun den Weg des Friedens beschritten hätten. Wattenstillftand bedeute aber noch nicht Frieden. „Da der Krieg aber nicht mehr an unsere Grenzen pocht, können wir eine Teildemobilisierung durchführen." Der gewaltige Aufbau des neuen Europa, der dem Frie- densschluß folgen werde, werde auf allen Gebieten große 2Inftrengungen erforderlich machen. „Auch wir werden Anstrengungen auf uns nehmen müssen," erklärte der Bundespräsident. Die neugeschaffene Lage werde unter allen Umständen vom Bundesrat Schritte verlangen, die gleichzeitig tief durchdacht und schnell ausgeführt werden mußten. Der große Zeitpunkt der Wiedergeburt sei gekommen, jeder müsse den alten Menschen ablegen. Es gelte Die Forderung: nicht schwatzen, sondern denken; nicht herumdiskutieren, sondern handeln; nicht genießen, sondern erzeugen; nicht fordern, sondern geben. sten nicht mehr seit 1933. Und zweitens liegt die Erklärung für jenen politisch tödlichen Widerspruch darin, daß Frankreich, d. h. sein Volk, seine Oeffent- lichkeit seit Jahr und Tag genau so wie das englische Volk planmäßig darüber belogen wurde, daß sich Europa schon seit einem halben Dutzend Jahren mitten in einer unerhörten Revolution befindet. In beiden Ländern hat man bis weit in das Jahr 1940 hinein alle Beweise für die Tatsache übersehen, daß „die Landkarte Europas umgezeichnet wird", wie Mussolini es einmal 1935, also schon vor fünf Jahren nannte. Die europäische Revolution tritt nunmehr mit dem fünften Feldzug dieses Krieges, mit dem F e l d- zug gegen England, in ihr bedeutsamstes Stadium. Es geht gar nicht mehr um den großen weltanschaulichen Kampf zwischen Nationalsozialismus und Liberalismus, nicht mehr um die Auseinandersetzung zwischen den autoritären Ordnungsmächten und der plutokratischen Demokratie. Diesen Kampf darf man bereits als entschieden bezeichnen. Es geht vielmehr um die endgültige Beseitigung des größten und bisher mächtigsten Störungsherdes gegen den europäischen Frieden und darüber hinaus um die Freiheit der Völker schlechthin. Dieses nach der genügsamen, unterwürfigen Ansicht einer ganzen Reihe von Staaten so übermächtige, so überreiche, so unangreifbare England bietet in diesem Augenblick, da das unerbittliche Schicksal mit Donnerschlägen an seine Pforten pocht, ein höchst sonderbares Bild abstoßender Würdelosigkeit. In einem Gemisch aus Wut und Angst sieht sich dieses England zum erstenmal in seiner Geschichte gezwungen, seinen Krieg ganz allein auszufechten — kein einziges Volk der Erde steht mehr bereit, sich für die englischen Pfeffersäcke zu verbluten, sich dafür schäbig bezahlen und am Ende wie immer um den Kampfeslohn betrügen zu lassen. Merkwürdig: obwohl ja Englands großmäuliger Generalstabschef, General Jronside, den deutschen Generalen genügendes Alter und genügende Erfahrung in geradezu verächtlicher Form absprach, hat er es doch, so weit es nur irgend möglich war, peinlich vermieden, die englischen Generale ihre Erfahrungen und ihr Alter an den deutschen Generalen erproben zu lassen. Ueberall, in Andalsnes, in Abbeville, in Dünkirchen, in Narvik haben sich die englischen Generale mit ihren Truppen fluchtartig „vom Feinde gelöst". Darüber hinaus war diese angeblich so überlegene englische Generalität noch nicht einmal im Stande, ihrem Lande die unbedingt nötigen Truppen und Kampfmgterialien zur rechten Zeit und in genügendem Ausmaß, geschweige denn die allgemeine Wehrpflicht zu verschaffen. Aber die deutschen Generale werden ihren englischen Kollegen jetzt Gelegenheit geben, die so lange und so gern hinausgeschobene Erprobung ihrer Ueberlegenheit anzustellen. Die Deutschen sind höfliche Leute, sie haben alle bisherigen Hindernisse für diese Auseinandersetzung in zehnmonatiger Arbeit aus dem Wege geräumt und sind nun den Engländern den ganzen langen Weg entgegengekommen — bis unmittelbar vor das englische Haus. Es gibt in Europa keine englische Maginot-Linie, kein englisches Vorfeld mehr, es gibt nur noch England selbft. England ist zum Kampfe gestellt. Es wird fechten müssen. Ganz allein. Die Geschichte ist immer gerecht. Auch Der ehemalige Verbündete mit Blockade bedroht. Stockholm, 27. Juni> (Europapreß.) Weitere englische Maßnahmen gegen den ehemaligen Verbündeten Frankreich werden durch den englischen Rundfunk in London amtlich bekanntgegeben. Danach sind französische Schiffe, die in Zukunft einen Heimathafen verlassen, der gleichen Behandlung zu unterwerfen, wie die Sckisse eines neutralen Staates, d. h., für sie gilt das englische Konterb ande sy stem voll und ganz. Nichtenglische Schiffe, die in Zukunft Portugal und Spanien anlaufen, sind verpflichtet, um ein englisches Navy Cert nachzukommen. Man will verhindern, daß über Spanien oder Portugal lebenswichtige Waren nach Frankreich gelangen. Französische Schiffe, die die Häfen des nicht- besetzten französischen Gebietes verlassen, müssen Gibraltar Anlaufen und werden dort auf ihre Ladungen untersucht. KÖLN Ko bien; \$tu6 ■REIM! Verrreuil. IBR. Beile- IrKonSj Vesou) Ol Glaswerke AG. beschließen das reichhaltige Heft. '1'7 - Feldgrau auf den pariser Boulevards mW Leiter reinig' lüdge oorbeit issehen, als die n, M ! Lieft- itig bd Krieg- a W en bei afstM' gegeben )e W efern. »ereil, lnnt, de, in nüch. noppe . feil- Luft, e Re- 1 nicht diefer amten i, be- tillerii aterid injeiet ß, bi; usein- rannte 'lagen, tldern, le und ie von Wege, rstreut unjere itftabt nimmt das Leben fast unverändert wieder seinen gewohnten Gang. *........... die feldgrauen deutschen Uniformen Fohhag-Atlantic-M.) Tip eines „Braungebrannten": Allmählich an die Sonne SS gewöhnen und langsam ___ bräunen. Mit Nivea-CremeI XSSäkÄ Wer aber unbedingt länger in der Sonne bleiben und (ÄäMbWfy|r schneller braun werden will, braucht Nivea-Ultra-Ol mit dem verstärkten Lichtschutz, Das britische Schuldkonto wächst! In einer Nacht 371 Bombenabwürfe auf friedliche deutsche Städte und Dörfer. In der französischen Hauptsi , , Die Kaffeehäuser auf den Boulevards sind wie ehedem besucht, nur i geben dem Pariser Alltag eine neue Note. — (PK.-Fohhag- ««} * S < Don.^ Arbe^ t-ich 61W 11E, ‘h # wt Ä 4 % ä Q9 Flotte hat Honolulu in Richtung auf den Panamakanal verlassen. Es soll sich um neue Flottenmanöver handeln, andere Zeitungen sprechen von einer freundschaftlichen Geste der Vereinigten Staaten gegenüber Japan, das das lange Verbleiben Der Flotte in Hawaii als Herausforderung betrachtet habe. Der ftühere Marineminister Edison erklärte vor der Uebergabe seines Amtes an den Obersten Knox, er habe Verträge für den Bau von 68 Kriegsschiffen abgeschlossen, die zu den bereits früher in Auftrag gegebenen 23 Kriegsschiffen hinzuträten. fe. ei e'B |0D W zaritk ml f1? en A' SB» jflljlUt on ei"» iran ff >r di-!» >n M v ter E nrbt * strophe ihrer Länder sehen. Die Vatikanpoli^ei überwacht alle. Ihr Leben ist keineswegs mehr angenehm, da sie nicht mehr mit anderen Personen innerhalb und außerhalb des Vatikans, auch nicht telephonisch in Verbindung treten können. Ihr Leben muß sich in dem kleinen Palais Santa Maria abspielen. Die einzige Zerstreuung bildet ein Nach- mittagsspaziergang in den Vatikangärten, wobei die nunmehr offenen Feinde bemüht sind, sich aus dem Wege zu gehen. Das Blutbad von Abbevitts. Brüssel, 26. Juni. (DNB.) Heber bas Schicksal der Belgier, die von den Franzosen verschleppt und zum Teil umgebracht wurden, teilt der Hilfsausschuß für politische Gefangene mit: Nach den skandalösen Verhaftungen vom 10. Mai wurden aus Brügge drei Lastwagen mit politischen Gefangenen, darunter D e g r e l l e und va n Teveren, nach Frankreich gebracht. Es handelt sich um insgesamt 72 Personen, deren Spuren i n Abbe v i l l e wiedergefunden wurden, wo sie in einem Keller auf dem Großen Marktplatz untergebracht waren. Am 19. Mai um 5 Uhr morgens wurden 26 dieser Unglücklichen durch französische Soldaten an die Mauer gestellt und niedergeschossen. Die anderen wurden nach Rouen gebracht, wo bis auf weiteres ihre Spur verloren gegangen ist. Zuverlässige Mitteilungen weisen auf ihre Verbringung nach Südfrankreich hin. Drei der 26 Ermordeten wurden drei Tage später von den deutschen Soldaten aufgefunden. In Abbeville wurden verschiedene Kleidungsstücke aufgefunden, unter denen man mit Sicherheit d i e Hüte van Severens und seines Mitarbeiters Ryckvoort feststellte lieber die Mißhandlung und Erschießung belgischer Zivilpersonen durch die französischen Truppen laufen jetzt ständig neue Berichte aus der Provinz ein. So ist auch der Bürgermeister der wallonischen Ortschaft Gouy-lez-Pieton im Gebiet von Charleroi von den Franzosen ohne irgendeinen Grund erschossen worden.. Bei Gembtoux wurde eine ganze Bauernfamilie von den ftanzösischen Soldaten hingemordet. Oie deutschen BesahungStruppen an der Pyrenäen-Grenze erwartet. Rom, 26. Juni. (Europapreß.) Die Nachricht, daß nach dem Waffenstillstandsvertrag deutsche Truppen die französische Küste bis zur spanischen Grenze besetzen werden, hat in der spanischen Bevölkerung große Freude ausgelöst. Don den spanischen Behörden werde den deutschen Truppen, die das an Spanien angrenzende Küstengebiet besetzen werden, an der Grenze ein festlicher Empfang bereitet werden. Den Direktoren der „Daily Mail" und des „Daily Telegraph" ist von den spanischen Behörden das Einreisevisum für Spanien versagt - worden, ebenso einem Schriftleiter des „Figaro". Dagegen hat General G o u r a u d den Sichtvermerk für die Durchreise nach Portugal erhalten. Am Grenzüber« gang von Jrun sind weitere Flüchtlinge aus Frankreich mit Geldbeträgen im Werte von zwei Millionen ftanzösischen Francs angehalten und das Gold beschlagnahmt worden, so, wie es schon mit den Goldbarren der drei Sekretäre von Reynaud geschehen war. In Biarritz bieten flüchtende Juden den Fischern große Summen, um heimlich auf einem Fischdampfer nach Lissabon gebracht zu werden. Frankreichs Afrikatruppen wahren Disziplin. T e t u a n, 27. Juni. (DNB. Funkspruch.) General Weygand hat in einem Telegramm an den Chef der französischen Afrikastreitkräfte, General N o - gues, alle ftanzösischen Offiziere zur Disziplin, Gehorsam und Vertrauen auf Marschall Petain ausgefordert. Frankreich habe gegen einen überlegenen Gegner gekämpft, aber die Waffen strecken müssen. Der Waffenstillstand sei hart, aber niemand, der nicht selbst an den Schlachten teilgenommen habe, könne sich eine Vorstellung von der Lage Frankreichs machen. General N o g u e s sandte dieses Telegramm an die Oberbefehlshaber der Truppen in Marokko, Algier undTunis. Er fügte eine Aufforderung an die Behörden in Ftanzösisch-Nordaftika hinzu, dem Befehl der Regierung nachzukommen. Auch der Oberbefehlshaber der Marokkotruppen, General Francois, der die Tagesbefehle der Generale Weygand und Nogues im Rundfunk verlas, hat bereits zu Gehorsam und Ordnung aufgefordert. Oer Republikanische Parteitag der LtGA. N e u y o r k, 25. Juni. (DNB.) In Philadelphia begann am Montag unter dem üblichen Zeremoniell und in Anwesenheit von 16 000 Zuschauern die Parteitagung der Republikaner. 1000 Delegierte aus allen Landesteilen werden sich sowohl über das republikanische Wahlprogramm wie über einen Präsidentschaftskandidaten unter nicht weniger als zehn Bewerbern einigen müssen. Die Nominierung dürste Mitte der Woche erfolgen. Nach Untersuchungen führender Journalisten haben bisher D e w e y und Taft je etwa 300 Delegierte hinter sich, während andere Bewerber wie H o.o v e r und Band e n - berg zwar von ihren Heimatstaaten und vielleicht einigen weiteren Delegationen nominell vorgeschla- gen werden dürften, aber kaum Aussicht haben, in den Endkampf zu kommen. Um so emsiger arbeiten die Hintergruppen für den Außenseiter Wollkie, dessen Stern in den letzten Wochen sprunghaft in die Höhe ging. Blick aus England. Dom,randstaatlichen Frankreich wendet sich nun unser Blick zum i n s e l st a a t l i ch e n England. Beide Lander haben einen ungewöhnlich starken natürlichen Schutz gemeinsam. Mehr als die Hälfte auch der französischen Staatsgrenzen entfällt auf die Meeresküste und die Landgrenzen Frankreichs sind durch Pyrenäen, Alpen und Do- gesen bis auf einige schmale Pforten umwallt. Damit hören ober auch schon die Gemeinsamkeiten auf. In den letzten Tagen haben wir so oft gehört: Paris ist Frankeich. Und wenn das auch eine Uebertreibung ist, so ist Paris doch der Schnittpunkt der Straßen und der Bahnen und hat seit altersher eine ausgesprochene Führerstellung. Auch L o n d o n ist ein gewaltiger Wasserkopf. Allein die technischen Leistungen sind nicht von London aus- gegangen, sondern — in der Zeit der Blüte der englischen Industrie, also vor 200 bis 100 Jahren —, von Mittelengland und von Schottland! Frankreich hat in dem Seinebecken einen eigenartigen natürlichen Mittelpunkt; in England verbinden Küstenschiffahrt, Kanäle und Eisenbahn das ganze Land zu einer Einheit. Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Ländern offenbart sich in ihrem Raum und in ihrer Bevölkern ngszahl. In Frankreich leben auf 551000 Quadratkilometer 42 Millionen Menschen; in Großbritannien (England und Wales, Schottland, Nordirland) leben auf 243 000 Quadratkilometer über 46 Millionen Menschen. England ist also nicht einmal halb so groß wie Frankreich, zählt aber fast 5 Millionen mehr! Die eigenartige Struktur Englands läßt sich aus einer leicht zu merkenden Angabe ablesen: es gibt feinen Ort in England, der mehr als 110 Kilometer von irgendeiner Küste entfernt wäre. Man wird jetzt verstehen, warum wir auf die Bedeutung der Küstenschiffahrt so nachdrücklich verwiesen haben. Vielfach haben die großen Industriezentren in Mittelen gl and oder in Schottland aber auch direkte i Verbindung mit den europäischen ober überseeischen ; Häfen. Das alles schränkt den Binnenverkehr ein, : obwohl das Eisenbahnnetz sehr dicht ist. Aber es ! ist charakteristisch, daß die im 18. Jahrhundert ge- : bauten zahlreichen Binnenkanäle gänzlich vernach- ' läsiigt sind und zur Beute der privaten Eisenbahngesellschaften wurden. Diese haben die Kanäle an- : gekauft und stillgelegt, um sich eine Konkurrenz vom : Halse zu schaffen. Hier stoßen wir schon auf ein bezeichnendes Symptom für das absolute Heber« wiegen des privatwirtschaftlichen Jnteressenftand- punktes über den volkswirtschaftlichen Gesichtspunkt. Diese überaus günstige Derkehrslage hat in der Verbindung mit der Sicherheit der insularen Existenz im 18. und im Anfang des 19. Jahrhunderts eine Hochblüte von Handel und Gewerbe hervorgerufen, wobei die notwendigen.Kapitalien ursprünglich durch Piraterie, Sklavenhandel Und kolonialen Raubkapitalismus beschafft wurden. Bis um das Jahr 1500 war England ein feudaler Agrarstaat, wie er im Buche steyt. (Noch 1801 betrug die Einwohnerzahl Englands und Schottlands nur 10,5 Millionen!) Es belieferte Flandern mit Schafwolle und sogar die Fischgründe waren an Holländer verpachtet. In London saßen die Hanseaten in ihrem Stahlhof und von diesen Oesterlingen (Männern aus dem Osten) führt noch heute das Pfund Sterling seinen Namen. Erst unter dem Königsgeschlecht der Tudors (Heinrich VII. und VIII., Maria I, Eduard VI und Elisabeth) wurde das Gewerbe in England entwickelt, wobei Flamen, Hugenotten und Pfälzer wertvollste Zuwanderer waren. Das Ende des 18. Jahrhunderts brachte die Erschließung der riesigen Steinkohlenvorkommen in Wales, Mittelund Nordengland sowie in Schottland, wobei England noch das Glück hatte, daß über den Stein- kohlenfeldem im selben Revier reiche Lager von Spateisenstein waren, so daß dieselbe Grube in der oberen Schicht Eisenerz und weiter im Untergrund Kohle lieferte. Die Verhüttung von Eisenerz mit Kohle (statt mit dem in England knappen Holz) ist eine englische Erfindung. Auch eine englische Erfindung ist die Verhüttung eifenarmer Erze, aber diese Erfindung wurde nicht von dem schnell reich und bequem gewordenen England ausgebeutet, sondern von Deutschland. Heute erzeugt England nur mehr 40 v. H. der deutschen Stahlproduktion! Die Bezeichnungen „England" und „Großbritannien" gehen etwas durcheinander. Großbritannien ist der formal staatsrechtliche Ausdruck und wird meist dort gebraucht, wo der Staatscharakter betont oder die gehobene Rede angewendet wird. England ist im eigentlichen Sinne nur das Land von der Südküste bis zum Solway Firth; dann beginnt das sehr gebirgige Schottland. Aber selbst in diesem Zusammenhänge wird häufig neben England auch noch gesondert das (keltische) Wales genannt. Von Irland gehören jetzt zu dem Jnselreiche nur noch bie nord irischen Grafschaften. Der verhältnismäßigen Kleinheit bes Laubes entspricht, daß das Flußgebiet der Themse nicht einmal so groß ist wie das der Ems. Man muh sich die Lage Englands, das das Sperrfort der Nordsee ist, auf einer Karte Europas vergegenwärtigen. Der östlichste Punkt des Landes liegt etwa in derselben Höhe wie Paris oder Orleans. Der südwestlichste Punkt (Kap Landsend) liegt nur 60 Kilometer westlicher als Brest. Der südlichste Punkt liegt in der Breite von Mainz, der nördlichste Punkt in der Höhe von Stavanger (Norwegen). Im allgemeinen ist das Klima wesentlich milder als in Deutschland dank des Golfstromes. An der geschützten Südküste, der englischen Riviera, finden wir eine Vegetation wie in Genua oder in Ragusa. Dort gibt es auch ziemlich viel heitere läge. Weiter nördlich entstehen aus dem Zusammenprall der kalten Winde und der feuchtwarmen Luft des Golfstroms die berüchtigten Nebel, die durch bie enorme Rauch- und Rußentw icklung noch verschärft werden. London hat alljährlich etwa hundert Nebettage. * Dr-Ho- Aus der letzten Seite des zweiten Blattes finden unsere Leser eine ganzseitige Uebersichtskarte über die britischen Inseln. peinliche Oiploniatenbegegnungen in der Vatikanstadt. Vatikanstadt, 26. Juni. (DNB.) Durch den Waffenstillstand der Achsenmächte mit Frankreich hat die Atmosphäre unter den nach der Vatikanstadt übergesiedelten früheren diplomatischen Vertretern Englands und Frankreichs in Rom eine Trübung erfahren. Das einstige gute Einvernehmen ist m das direkte Gegenteil umgeschlagen. Der franzosch-e Botschafter und der englische Gesandte sind Feinde geworden und grüßen sich n t ch t m e h r. -öe* ;eichnenderweise nehmen auch die belgischen und polnischen Vertreter eine analoge Haltung gegen den englischen Gesandten ein, da sie in England den wahren Schuldigen für die Kata« Araberdörfer angewandt haben, keine gleichen Erfolge im Kriege gegen Deutschland zu erzielen sind. Die deutsche Bevölkerung kann mit derartigen Mitteln nicht aus der Ruhe gebracht werden, denn sie weiß, daß der Gegenschlag der deutschen Luftwaffe der englischen Bevölkerung tausendfältige Schrecken bringen wird, wogegen die von einer unfähigen britischen Luftkriegführung verursachten nächtlichen Ueberfälle verblassen werden. Das britische Schuldkonto wächst. Wehrloser deutscher Kutter von englischen Fliegern beschossen. Berlin, 26. Juni. (DNB.) Der Kampf gegen nichtmilitärische Ziele bei englischen Einflügen in Nord- und Westdeutschland wird auch auf See betrieben. Der deutsche Fischkutter „Jan Hinnick" ist vom Fischfang in der Nordsee in seinen Heimathafen zurückgekehrt und berichtet folgendes Erlebnis: „Wir hatten den ganzen Tag gefischt und waren morgens um 2.15 Uhr in Sicht der Küste vor Anker gegangen. Um 2.35 Uhr meldete der Wachthabende, ein Flieger komme im Tiefflug auf den Kutter zu, werfe Leuchtraketen und schieße mit Maschinengewehren. Der Angriff wurde kurz darauf wiederholt, worauf der Schiffer den Befehl gab, sofort die Ankerlampe zu löschen. Der feindliche Flieger, der die Position des Schiffes nicht mehr ausmachen konnte, flog dann in westlicher Richtung davon. Beim Ueberholen bes* Bootes wurden fünf Einschüsse an Deck und an der Borbwand festgestellt." — Der Hmstand, baß das Fahrzeug eine Ankerlampe führte, mußte dem englischen Flieger ohne weiteres sagen, daß er ein friedliches Fahrzeug vor sich hatte. Es handelte sich also um einen vorsätzlichen Angriff auf ein nichtmilitärisches Ziel. Wie bas planlose Bombarbieren nichtmilitärischer Lanb- ziele, so wird auch dieser Vorfall zur Vergeltung gegen England gebucht. Großzügiges Wohnbauprogramm. Berlin, 25.Juni. (DNB.) Während des Krieges müssen Wohnungsbau und Siedlung, so wichtig sie sind, naturgemäß hinter den Kriegsaufgaben zurücktreten. Um jedoch nach der siegreichen Beendigung bes Krieges das Siedlungswerk im großen in Angriff nehmen zu können, hat der Reichsarbeitsminister die mit der Durchführung des Wohnungs- und Siedlungswefens betrauten Behörden angewiesen, schon jetzt, soweit möglich, Vorbereitungen für das kommende Wohnbauprogramm zu treffen. Die Behörden haben daher schon jetzt festzustellen, in welchen Bezirken und Gemeinden Wohnungen und Siedlungen nach Kriegsende besonders dringlich sind. Bei der Frage der künftigen Wohnform wird das nationalsozialistische Ziel der Verwurzelung des deutschen Menschen mit dem Grund und Boden untersttichen. Dem Flachbau wird daher seine Bedeutung zuerkannt. Auf dem Lande wird der Bau von Landarbeiterwohnungen im Vordergründe zu stehen haben, während in den kleinen und mittleren Gemeinden der Wohnungsbedarf vielfach in der Form der Kleinsiedlung gedeckt werden kann. In allen Gemeinden ist der Bau von Eigenheimen zu fördern. Es wird ferner auf die Bedeutung der richtigen Auswahl des Baugeländes, das Gemeinden und Wohnungsunternehmen sich, soweit erforderlich, schon jetzt sichern sollen, als Grundlage für eine geordnete städtebauliche Entwicklung hingewiesen. Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Wohnungsunternehmen hinsichtlich der Verbreiterung der kapitalmäßigen Grundlagen. Der Gauleiter besucht ein Alzeyer Lazarett. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Spren- aer benutzte die Gelegenheit eines Aufenthaltes in Alzey, um dort in einem Lazarett die Verwundeten zu besuchen. Dann fand im Rahmen der Wehrmachtsbetreuung der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" ein Konzert des Rhein-Maini- fchen Landesorchesters statt. Unter der Stabführung von Gaumusikinspizient Fritz C u j ä gelangte Opern« und Operettenmusik zum Vortrag. Als Solist wirkte Theo Herrmann vom Frankfurter Opernhaus mit. Das Konzert fand bei den Verwundeten und ihren Betreuern eine begeisterte Aufnahme. Generalmajor Löb f. Eine Anzeige meldet den Fliegertcü» des Kommandierenden Generals und Befehlshabers in einem Luftgau, Generalmajors Fritz Löb. Gerade in diesen Tagen, in denen so oft festgestellt wird, daß vor allem die Materialüberlegenheit der deutschen Wehrmacht, besonders die Ueberlegenheit der deutschen Luftwaffe, den schnellen Sieg ermöglicht habe, muß an die Arbeit erinnert werden, die General Löb als Stitarbeiter des Generalfeldmarschalls Göring während der ersten Zeit des Vierjahresplanes für die wirtschaftliche Rüstung Deutschlands geleistet hat. Löb wurde 1895 in Berlin geboren. Er trat 1913 .als Fahnenjunker in ein Pionierbataillon ein und wurde im Juli 1914 Leutnant. Nach dem Weltkrieg war er zunächst in einem Reiterregiment, kam vorübergehend in das Truppenamt des Reichswehrministeriums, dann wieder als Kompaniechef zu einem Pionierbataillon und am 1. Mai 1933 als Major in den Generalstab. Dom April 1934 bis März 1936 war er Chef des Beschaffungswesens im Reichslustfahrtministerium, bis ihn Generalftldmar- fchall Göring zum Chef feines Rohstoff» und Devi- fenftabes berief. Bei der Organisation des Vierjahresplanes im Herbst 1936 wurde Löb Chef des Amts für deutsche Roh- und Werkstoffe. Bei der Berlin, 26. Juni. (DNB.) In England wächst die Unsicherheit immer mehr. Alle beschäftigt die ftrage, wie nun wohl die weitere Entwicklung des Krieges gegen England fein wird. Die allgemeine Nervosität hat auch das britische Luftfahrtministerium ergriffen. Die der Royal Air Force gegebenen Angriffsziele lassen auf ein völliges Durcheinander schließen. In der Nacht vom 2 0. zum 21. Juni wurden insgesamt 371 Spreng- und Brandbomben auf deutsches Heimatgebiet abgeworfen, 16 Zivilpersonen wurden getötet und 41 verletzt. U. a. wurde ein Bombenangriff auf die Stadt Duisburg geflogen, durch den drei Häuser und eine katholische Kirche schwer beschädigt wurden. In der Stadt Rhynern, Kreis Unna, wurden zwei Häu - ser zerstört, ein Haus schwer beschädigt. Auf viele kleine Orte wie z. Ä. auf Ahlen, Oelde, Weetfeld, Schmehausen, Stadtlohn und Sterkerade wurden Bomben geworfen, durch die teils Schaden an Häusern, teils aber nur Flurschaden verursacht wurde. In der Nacht vom 23. zum 24., 6.40 Uhr, ist die Royal Air Force schon dazu übergegangen, außer den üblichen Bombenangriffen in kleinen und kleinsten Städte auf freiem Gelände stehende Ge.bäudekomplexe zu bombardieren. In der Nacht wurden z. B. zwei Bomben auf Schloß Styrum bei Mülheim-Ruhr abgeworfen, wodurch der Verwalter tödlich verletzt wurde. Es entstand hier nur mäßiger Sachschaden. Auf das Schloß Rheydt, das 3 Kilometer nordwestlich der Stadt Rheydt liegt, wurden sogar sieben Bomben geworfen, die aber keines der Gebäude trafen, sondern nur Flurschaden anrichteten. Glaubt das britische Luftfahrtministerium wirklich, mit derartigen Methoden das deutsche Volk auf bie Knie zwingen zu können? Man scheint in London noch nicht begriffen zu haben, daß mit den Methoden, wie sie britische Flieger gegen wehrlose In feiner Programmrede auf der Parteitagung erklärte der Gouverneur des Staates Minnesota, ©taffes, das traurigste Kapitel der letzten vier Jahre Roofeveltscher Politik sei, daß die Bundesregierung, statt sich mit dem Wohlergehen des amerikanischen Volkes zu befassen, ihren politischen Blick auf einen dritten Amtstermin gerichtet habe. Dem künftigen Wohlergehen des amerikani- chen Volkes werde nicht durch eine Vogel-Strauß- Politik gedient. Amerikas Interessen lägen in erster Linie a u f der westlichen Halbkugel, es ei wesentlich, daß die Vereinigten Staaten entschiedene Schritte für die Verteidigung der westlichen Halbkugel unternähmen. Die unverminderte Arbeitslosigkeit von zehn Millionen Menschen, eine Staatschuld von 45 Milliarden Dollar und die Senkung )es landwirtschaftlichen Einkommens seien weitere Posten auf Roosevelts Schuldkonto. Die Verein- achung und Verbilligung des staatlichen Derwal- tungsapparates, eine großzügige Wirtschaftsförderung und die Durchführung eines gefunden Landwirtschaftsprogrammes bedürften einer vordringlichen Losung. Militärische Maßnahmen am Panama-Kanal. Stockholm, 26. Juni. (Europapreß.) Nach einer Meldung des englischen Rundfunks sind die Gewässer an beiden Ausgängen des Panama-Kanals miniert worden. In amerikanischen Marinekreisen wird baw erklärt, die Minenauslegung stehe im Zusammenhang mit den im Juli beginnen« beri großen amerikanischen Flottenmanövern. Auch schwere E i f e n b a t) n a r t i 11 e r ve soll nach ber Atlantikseite ber Kanalzone geschickt und die Verteidigunaskräfte der Kanalzone auf 30 000 Mann heraufgesetzt worden sein. Ein großer Teil der bisher in Hawaii stationierten amerikanischen Neuordnung des Reichswirtschaftsministeriums im Februar 1938 erhielt er die Leitung der Jndustrie- abteilung. Ende Oktober 1938 wurde er von Generalfeldmarschall Göring zur Erledigung wichtiger Aufgaben der Luftwaffe wieder in das Reichsluft- fahrtminifterium berufen. Der Zieichsarbeitsdienst im Kriege. In einer Feierstunde des Rundfunks anläßlich der 5. Wiederkehr des Tages der gesetzlichen Einführung der Arbeitsdien st pflicht sprach am Mittwochabend Reichsarbeitsführer Reichsleiter Konstantin Hierl. Schon heute trage dieses Erziehungswerk seine Früchte in dem Geist und der Haltung' des jungen Volkes auf den Schlachtfeldern und in der Heimatfront. Don den im Felde stehenden jungen Männer feien über 2% Millionen durch die Schule des Reichsarbeitsdienstes gegangen. Unsere Wehrmacht habe dadurch einen für die hohen Aufgaben des Soldaten im Kriege körperlich und seelisch vorbereiteten Ersatz erhalten, wie keine andere Wehrmacht der Welt. Von unseren während des Krieges neuaufgefüllten Reichsarbeitsdienstabteilungen find alle nicht für Ersatz,zwecke benötigten als Bautruppen, in der Nachschuborganisation des Heeres, oder der Bodenorganisation der Luftwaffe eingesetzt. Die 2000 weiblichen Arbeitslager verwenden ihre Arbeitsmaiden, um den im Krieg doppelt schwer belasteten Hausfrauen und Müttern besonders auf dem Laude zu helfen. Die Arbeitsmaiden sollen auch Frische und Frohsinn, Sonne und Wärme, Glaube und Zuversicht hineintragen in manche durch Kriegsverhältnisse bedrückte Familie. Gebührenerlaß für studierende Kriegsbeschädigte. Der Reichserziehungsminister hat die wissenschaftlichen Hochschulen angewiesen, allen Soldaten, die durch eine im gegenwärtigen Krieg erlittene W e h r - dienstbeschädigung körperlich erheblich beeinträchtigt worden sind und daher Versehrtengeld beziehen, vom zweiten Trimester 1940 ab vollen Gebührenerlaß zu gewähren ohne Anrechnung auf die für den Gebührenerlaß festgesetzte Höchstsumme. Sie müssen den Bescheid des Wehrmachtsfürsorge- und -Versorgungsamtes über Gewährung des Versehrtengeldes vorlegen. Oie vormilitärische Wehrerziehung. Der Chef des Hauptamts Führung der SA., Obergruppenführer I ü t t n e r, wies in einer Unterredung über den Stand der vormilitärischen Wehrerziehung der SA. darauf hin, daß der größte Teil der Sturmabteilungen im feldgrauen Rock unter den Fahnen und Waffen steht, bis zu 70 v. H. einzelner Gruppen mit rund 80 v. H. ihres Führerkorps — allein 95 v. H. der Standartenführer. Heber eine Million deutscher Männer hatten sich bereits Ende 1939 in die Kriegswehrmannschaften eingereiht, und heute zählen die Scharen, Trupps und Stürme nahezu zwei Millionen Wehrmänner, obwohl inzwischen ein starker Anteil der Erfaßten nach seiner dreimonatigen Wehrerziehung in die Reihen der Wehrmacht gerufen wurde. Nach anstrengender Berufsarbeit, oft unmittelbar von den Fabriken, Büros und Feldern, treten die Wehrmänner zum Dienst an, der jeden unnötigen Drill vermeidet, aber hohe Anforderungen an Charakterstärke, körperlichen Einsatz und rasche Entschlußkraft stellt. Der Wert der vormilitärischen Wehrerziehung der SA. wird nicht zuletzt dadurch anerkannt, daß schon nach kurzer Zeit die von der SA. geschulten Kräfte bei der Truppe vielfach als Hilfsausbilder eingeteilt werden. Lehrbücher in kinverreichen Familien. Die Lehrbücher, die auf Grund der Neuordnung des höheren Schulwesens herausgegeben wurden, sind in den einzelnen Klassenbänden so aufeinander abgestimmt, daß sie nicht unabhänngig voneinander benutzt werden können. Eine häusliche Vorbereitung an der Hand der Geschichts- und Erdkundebücher der Oberstufe ist z. B. überhaupt nicht möglich, wenn der Schüler nicht im Besitz der entsprechenden Bände des Lehrbuches für die Unter- bzw. Mittelstufe ist. Der Reichserziehungsminister hatte daher angeordnet, daß aus unterrichtlichen und erzieherischen Gründen der Lehrbücher-Althandel zwischen Schülern unterbunden werde. Der Schüler soll nicht nur die Bücher im Besitz haben, die er für die jeweilige Klasse braucht, sondern muß für jedes Fach das gesamte Unterrichtswerk zur Verfügung halten, soweit es seiner Klassenstufe entspricht. Wie der Minister hierzu ergänzend bekanntmacht, fordert Deutscher Stoßtrupp zwischen brennenden Junkern. Eine große Ueberraschung war die Niederringung der Maginot-Linie durch unsere Wehrmacht in so überraschend kurzer Zeit. — Unser Bild zeigt einen deutschen Stoßtrupp, der sich einem französischen Bunker nähert, in dem gerade Munition explodiert. — (PK.-Maletzki-Scherl-M.) der Erlaß jedoch nicht, daß in kinderreichen Familien jedes Kind, das die «Ähule besucht, im Besitz aller Lehrbücher sein muß, so daß der Vater gegebenenfalls dasselbe Lehrbuch in mehreren Stücken zu kaufen hätte. Es genügt vielmehr, wenn jedem Schüler das Unterrichtswerk für die häusliche Arbeit geschlossen zur Verfügung steht. Der Minister verweist auf die Möglichkeiten, bedürftige Schüler aus kinderreichen Familien bei Anschaffung von Schulbüchern zu unter st ü tz e n und verpflichtet die Schulleiter, gerade während des Krieges die Lage der kinderreichen Familien besonders zu berücksichtigen. Kein Verkauf von USA-Kriegsschiffen. Washington, 25. Juni. (Europapreß.) Präsident Roosevelt wies das Marinedepartement an, die mit der Electric Boat Company geführten Verhandlungen über die Abgabe von24Mos- kito-Booten an England sofort abzu- brechen. Das Marinedepartement hatte vor, die Moskito-Boote an England weiterzugeben im Tausch gegen noch zu bauende neuere Modelle. Generalstaatsanwalt Jackson hatte erklärt, daß die Abgabe der Boote an England nach den Bestimmungen des Neutralitätsstatuts vom Jahre 1917 ungesetzlich sei. Daß dementsprechend auch der Verkauf oder die Uebertragung irgendwelcher ande- m 08A-Kriegsschiffe an die Westmächte ungesetzlich feien. Demgemäß seien auch die Verhandlungen über die Abgabe von Zerstörern aus dem PZeltkrieg hinfällig. Das Justizüepartement äußert sich jedoch nicht dazu, ob sich die Entscheidung auch auf die Abgabe von DZA-Kriegsflugzeugen an England bezieht. Italien beschlagnahmt die Billa Medici. Rom, 25. Juni. (Europapreß.) Die Beschlagnahme des Sitzes der französischen Akademie in Rom, der Villa Medici, ist vom Präfekten der Provinz Rom verfügt worden. Diese Villa, die einst Eigentum und Sitz der Medicäer in Rom war, ist in den einstigen prächtigen Gärten des Lucullus auf dem Pincio-Hügel von Kardinal Ricci da Montepulciano erbaut worden. Kleine politische Nachrichten. Reichsprotektor Freiherr von Neurath und der tschechische Staatspräsident H a ch a haben aus Anlaß der siegreichen Beendigung des Feldzuges an der Westfront Glückwunschtelegramme an den Führer gesandt. Der Führer hat dem ordentlichen Professor Geh. Hofrat Dr. med. Otto Frank in München aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste auf dem Gebiete der Physiologie des Blutkreislaufes die Goethe- medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Die Spielzeit der I u g e n d f i l m st u.n d e 1939/40, die am 5. November vergangenen Jahres durch Reichsminister Dr. D o e d b e l s in Berlin eröffnet wurde, wird am 30. Juni für das ganze Reich in D a n z i g im Rahmen einer kulturellen Feier der HI. und des BDM. abgeschlossen. In dieser Fllmfeierstunde wird über die Filmarbeit der Hitler-Jugend Bericht erstattet werden. * Zu Verhandlungen über den deutsch-sowjetischen Grenzvertrag sind der Leiter der Westabteilung im sowjetischen Außenkommissariat, Alexandrow, und der sowjetische Oberst L e o n t j e f in der Reichshauptstadt eingetroffen. Zur Begrüßung hatten sich als Vertreter des Auswärtigen ^Amtes Gesandter von Saucken und Vortragender Legationsrat Dr. Schliep sowie der Botschafter der UdSSR, in Berlin, Schkwarzew, eingefunden. ♦ Aus London wird die Ankunft der früheren französischen Minister C a m p i n ch i und D e l b o s mitgeteilt. Wie englische Blätter melden, hat der Emi- grantenklüngel in London Zuzug erhalten, und zwar sollen Leon Blum, Herriot und Paul-Boncour dort eingetroffen sein. ♦ Das britische Schlachtschiff „H o o d", zwei Kreuzer und zwei Zerstörer sind in den Hafen von G i b r a l - t a r eingelaufen. — Seit Dienstag wird der Wachdienst in der Meerenge nur noch von englischen Kriegsschiffen und nicht mehr — wie bisher — auch von französischen versehen. ♦ Staatssekretär Hüll erklärte, die Vereinigten Staaten würden nur die Regierung P 6 - t a i n anerkennen. Die nordamerikanische Regierung denke nicht daran, die von General de Gaulle angeführte Bewegung anzuerkennen. Botschafter Bullitt habe die Wahrung der nordamerikanischen Interessen in Frankreich inne. * Aus Südafrika meldet der britische Rundfunk, General H e r tz o g und der Oppositionsführer M a - l a n hätten von der Regierung die Einberufung des Parlaments gefordert, da die Re- gi£hmg eigenmächtig Italien den Krieg erklärt habe, ohne das Parlament zu befragen. Radio Stefani berichtet aus Tokio, der Präsident der Bank von China und ehemalige Finanzminister Song habe sich in Begleitung von diplomatischen und Finanzsachverständigen im Flugzeug nach USA. begeben, um die Washingtoner Regierung um eine Vermittlung zwischen China und Japan zu ersuchen, um den nun schon drei Jahre dauernden Konflikt zu beenden. Japanische Streitkräfte leiteten im Raume von 91 a n n in g (Provinz Kwangsi) Operationen in Richtung der indochinesischen Grenze ein zwecks Unterbindung der Waffenlieferungen nach Tschungking. Die japanische Vorhut hat Lunatschau, einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt 30 Kilometer von der Grenze entfernt, erreicht. * Der Kaiser von Mandschukuo traf zur 600-Jahrfeier des japanischen Kaiserreiches an Bord des japanischen Kriegsschiffes „Hiuga" in Yokohama ein. Vom festlich geschmückten Hafen fuhr der Kaiser nach Tokio, wo er auf dem Hauptbahnhof vom japanischen Kaiser in Anwesenheit hoher Würdenträger begrüßt wurde. Beide Kaiser fuhren zum Akasaka-Palast, wo der Kaiser von Man- dschukuo während seines achttägigen Aufenthaltes in Japan wohnen wird. * Der bisherige Vizepräsident des japanischen Geheimen Staatsrates Hara wurde als Nachfolger des Fürsten Konoye zum Präsidenten des Geheimen Staatsrates ernannt. Er wurde bereits vom Kaiser bei Anwesenheit des Premierministers Yonai in fein Amt eingeführt. Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Jugoslawien, die seit dem Ende des Weltkrieges nicht mehr bestanden hatten, sind wieder aufgenommen worden. Die Sowjetregierung ernannte den bisherigen Ge- sandten in Norwegen, Plotnikow, zu ihrem Gesandten in Belgrad. Die jugoslawische Regierung ernannte Wilan GawrilowNsch zum Gesandten in Moskau. Ans alter Wett. Der Goethe-Preis für Agnes ANegel. Der Verwaltungsrat zur Verleihung des Frankfurter Goethe-Preises, dem auch die Reichsminister Dr. Goebbels und Rust angehören, hat durch einstimmigen Beschluß den Goethe-Preis des Jahres 1940 der Dichterin Dr. h. c. Agnes Miegel verliehen. Die Ehrung gilt der Gestalterin des preußisch-baltischen Raums, in deren Schöpfungen der ostdeutsche Mensch eine lebenswahre und blutvolle Verkörperung gefunden hat. Die feierliche Heben reichung des Preises erfolgt am 28. August, dem Gn burtstag Goethes, in den Staatsräumen des Goethe- Hauses am Großen Hirschgraben. Zuchthaus für Feldpoflmarder. Das Sondergericht Mannheim verurteilte den 34jährigen Johann Kylar wegen Hnterfchlagung von Feldpostpäckchen und Paketen zu 2V2 Jahrtn Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust und den der Mithilfe beschuldigten 21jährigen Heinrich Riebel aus Mannheim zu IV2 Jahren Gefänanis. Die in einem Mannheimer Großbetrieb beschäftigten Leute hatten an der Posteinlaufstelle zu tun und haben die als unbestellbar von der Front zurückgekom- menen Päckchen für f i ch behalten. Der Jüngere der beiden erhielt für seine Mithilfe von Kolar Zigaretten und Schreibpapier. Hinrichtung eines Volksschädlings. Am 26. Juni 1940 ist der am 23. Oktober 1916 in Schmachtenhagen (Kreis Niederbarnim) geborene Stephan P 0 liczuk hingerichtet worden, den das Sondergericht in Dortmund als Volksschädling zum Tode verurteilt hat. Policzuk hat auf einem Bauernhof, auf dem er nicht länger arbeiten wollte, ein großes Wirtschaftsgebäude vorsätzlich in Brand gesteckt und dadurch erhebliche Vorräte vernichtet. Hauseinsturz in Rom. In Rom .ereignete sich in einem Wohnhaus auf dem Corso "Vittorio Emanuele eine Explosion, die einen Teileinsturz des Hauses und einen Brand zur Folge hatte. Die Ursache der Explosion konnte noch nicht festgestellt werden. Es sind Bergungsarbeiten zur Rettung von Verschütteten eingeleitet worden. r Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptjchriftleiters: Ernst Blumschoin. Verantwortlich für Politü, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein,- für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenletter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. Bekanntmachung. Das Abladen von Schutt auf dem früheren Müllabladeplatz am Schiffenberger Weg ist verboten und wjrd bestraft. Anfallender Bauschutt und Müll dürfen nur noch nach der Müllabladestelle am Bergwerk gebracht werden. Die Zufahrt erfolgt durch den Leihgesterner Weg. Gießen, den 26. Juni 1940. 3020D Der Oberbürgermeister. Stadtbauamt. I. A.:Gravert. im Alter von 74 Jahren. Leihgestern, Köln, Siegburg, den 27. Juni 1940. 3024 D Am 26. Juni starb plötzlich und unerwartet infolge eines Herzschlages mein innigste geliebter, herzensguter Mann, unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel, der wohlachtbare Die Beerdigung findet am Samstag, dem 29. Juni, nachmittags 3% Uhr, vom Trauerhause, Bahnhofstraße 95, aus statt In tiefem Schmerz j Marie Häuser, geb. Schaum Else Häuser Hermann Häuser und Frau nebst allen Angehörigen. Kaspar Häuser 1. Strafanstaltshauptwachtmeister LR. und Leutnant der Landwehr a. D. Die letzten daesjähr. Küken sind gesdilüpft Ich kann noch eine Anzahl 5 Tage alter weiter amerikan. Leghorn-Küken abgeben. Bestellungen sofort erbeten. 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Gebrauchter mnOerroagen zu kauf, gesucht. Schr. Angeb.mit Preis unt. 02244 an d. Gieß. Anz. Tiere mit Gefühl und Verstand Eine allgemeinverständliche Darstellung der Forschungsergebnisse über das Seelenleben der Tiere mit praktischen Dersuchsanleitungen von Dr. Werner Fischet, Leiter ö« Forschungsstelle für Tierseelenkunde am Westfälischen Zoologischen (Barten zu Münster Jeder, der mit Tieren zusammenlebt, seien es Hunde. Katzen, Pjerde und sonstig* Haustiere, die Bewohner eines Aquariums, Stubenvögel oder Tiere in freier Wildbahn,, jeder'Naturfreund überhaupt hat wohl schon Beobachtungen gemacht, die ihn zu dt" Frage anregten, ob man bei Tieren Gefühl und Verstand, ob man bei ihnen eine See» voraussetzen darf. Die tierseelenkundliche Forschung ist dieser Frage nach den Verstandesleistungen und Gefühlsregungen, nach dem Seelenleben der Tiere nachgegangen und dabei zu beachtlichen Ergebnissen gelangt. Der Verfasser dieses Buches, ein Vertreter dieses jungen Zweiges der Wissenschaft, bietet hier in lebendiger, für jedermann verständlicher Darstellung anhand zahlreicher anschaulicher Bilder eine volkstümliche kleine Tierseelenkunde, wie sie jedem Tierfreund willkommen sein dürfte. Dem Hunc und’seiner Abrichtung ist ein besonderer Abschnitt gewidmet. Im übrigen ist der Inha^ des Buches sehr vielseitig. Die Berichte erstrecken sich aut Versuche mit Tieren allm Artin allen Regionen der freien Natur wie im Haus und Hofund in zoologischen Gärtet- 140 5. mit 100 Abb. in Leinen geb. RM.3.60. — 3n jeder Gießener Buchhandlung erhälllE Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterselde iiiiiiiiiiiimiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiw Donnerstag, 2L3uni MD 150 Zweites Blati Gietzener Anzeiger iGeneral-Anzetger für Oderhessen) Aus -em Reiche -er $rau gleichen Sättigungswert zu erzielen. PRAKTISCHES WASCHKLEID FÜR. UHD sehr praktisches Waschklek*d für lkin Garten schlagen wir Straße, Haus und Werfen und Kohlrabi als Broibelaa v lülflt * einer ober 1K i gefront , bcn to bling f nte Dollle, c 8m!| träte «?■ wohl trotz Brotkost zum Abendessen, sparsame Brot« Verwendung sicher. Wo drei Scheiben Gemischtbrot nötig sind, reichen zwei von Vollkornbrot, um den lihaii; c| len wl ion loiißj Lerguip eingetetr A w-t , fül i» e6en,$^ ibmWl :.Wy| l9erit: IltSDH ninife bie i> worii. ■Senfe itemfe fgierw: lefanbiß eilte frt IchlM: '2 M unb ta ich M 5. Li- D ten k nb hck 'ütfgelo: Der Ä )on fiel: [ufehji jngs* ral zy dölo. ■*!>. iS t.L Sn 16 in ,ie rij 1 um LV A E i n roter Pullover kann für's Haus ebenso gut wie ein weißes Bolerojäckchen (ebenfalls mit 2 Brusttaschen) für die Straße zum Kleide getragen werden. Für den Garten und für's Sonnenbad können die schmalen Träger im Rücken abgeknöpft und im Nacken geknotet werden. Für die verschiedenen Zwecke können verschiedene Gürtel gebraucht werden. H. führt in den Flegeljahren manchmal zu etwas merkwürdigen Geschehnissen. Der Junge, der sich immer mit seiner Schwester großartig vertragen hat, bezeichnet sie plötzlich als ein „dummes Ding" — er will von den Mädels überhaupt nichts mehr wissen. „Bom Mädchen reißt sich stolz der Knabe, er stürmt ins Leben wild hinaus ..." Um so heftiger wird in dieser Zeit seine Begeisterung für alles Heldenhafte und Männliche. Bon der unbedingten Gefolgschaft des „Jndinanerhäuptlings" der Knabenspiele bis zur innigen Verehrung eines Lehrers oder Onkels gibt es da alle Stadien. Es gehört zur Jugend, daß sie sich für ein Ideal begeistert, und Mutter soll sich ja hüten, irgendwelche Anzeichen der Eiferlucht merken zu lassen. Was bleibt überhaupt für die Mutter in dieser Uebergangszeit zu tun? Liebevoll und behutsam gilt es, ihres Jungen Herz zu lenken. Kinder sind ja so dankbar, wenn man sie versteht, vor allem in ihren „schwierigen" Jahren. Sie vergessen das der Mutter nie. So heißt es, Verständnis zeigen für solche Flegeleien, die natürlich immer in ihren Grenzen bleiben müssen. Ob das der Fall ist, kann die Mutter selbst immer am besten feststellen: ob nämlich auch in diesen Jahren das gute Herz ihres Jungen wach ist. Und das Schönste an den Flegeljahren ist, daß sie sehr bald wieder vorübergehen und dann ist Mutter für all ihre Liebe und ihr Verständnis doppelt belohnt. heute vor. Es ist aus festem, rot-weiß gestreiftem Waschstoff, ist ärmellos und vorne durchgehend (mit weißen Waschknöpfen) geknöpft. Je 2 Taschen sind in Brust- und Hüfthöhe eingearbeitet, die nötige Schrittweite ergeben 2 tief- eingelegte Falten im Rock. .h* et 5 N ■sriiinmr mchki- »w gtln >65 p. ngcn t? blute ie Ute dench 5 Qote lie langen, dunkelgrünen Treibgurken locken zum Sui, aber noch ist der Preis für viele zu hoch. Mein wir die gut gewaschenen Gurken, so ent- M Mn Abfall, und wir nützen dps Gemüse besser Die. dunkelgrüne Schale ist besonders reich an Btemin und würzt den Gurkensalat. Der beste Gerd dieser rasch gewachsenen, fast nie an der Spitze fiif ren Treibgurken ist jedoch, sie mit Schale fein- vh'belt auf Butterbrot zu essen. Manche lieben faqeroiegte Pimpinelle, Borretsch oder Dill darauf A fftreuen. Andere mögen das Salz dazu nicht Iffen. Nur der Feinschmecker verzichtet auf alle liiiten und freut sich an dem saftigen, feinen Mkengeschmack. . IIl e zarten Treibkohlrabi geben feingehobelt einen Mchen Brotbelag. Statt Käse oder Wurst sollen toßur Mahlzeit bestimmten „belegten Brote" stets Megeljahre. Besorgt schaut Mutter ihren Zwölfjährigen an, der mit trotzigem Gesicht vor ihr steht, die Hände in den Hosentaschen, eine freche Antwort gibt, auf den Hacken sich kurz umdreht und — die Tür hinter sich zuknallt. Aber Vater lacht nur zu der ängstlichen und bekümmerten mütterlichen Beschwerde: ,,... der Junge ist eben in den Flegeljahren!" Alle Mütter haben Angst, wenn aus ihrem wohlerzogenen Kind plötzlich ein Rauhbein löird. Sie meinen, daß sie selbst irgendetwas bei der Erziehung versehen haben, wenn der Junge (bei Mädels soll es auch vorkommen), der immer gut zu lenken war, auf einmal feinen eigenen Kopf aufsetzt. Und doch handelt es sich bei diesen Flegeljahren um eine ganz natürliche Sache. Dieses Aufbrausen und diese Frechheiten des Jungen sind ja keine Bosheit, sondern nur der Ausdruck von überschüssiger Kraft, die sich bei dem heranreifenden Kind irgendeinen Ausweg sucht. Junger Wein will nun einmal gären. Frechheit, Wichtigtuerei und Ueberheblichkeit sind die typischen Zeichen der Flegeljahre. Die Sachen werden aufgebauscht, die Ereignisse völlig entstellt wiedergegeben, ja, manchmal muß die Mutter sogar voller Schrecken feststellen, daß das Kind plötzlich lügt. „ In diese Jahre der beginnenden Reife fallen auch die ersten schwärmerischen Freundschaften. Das as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Schwester Margarete. Don Marianne Schirm. „Heute, als Schwester Margarete sagte, daß sie ihren freien Nachmittag habe und mir aus der Stadt Die Photoabzüge mitbringen wolle, habe ich zum ersten Male daran gedacht, daß sie doch noch etwas anderes ist, als eben nur unsere Schwester Margarete", sagte der junge Soldat Walter Krüger nachdenklich zu seinen Kameraden, die, wie er auf dem Wege der Genesung, im Garten des Lazaretts mit ihm zusammen saßen. „Und ich glaube", fügte er hinzu, „das liegt nicht nur daran, daß ich, während ich noch matt und fiebrig war, Pflege ttnb Aufopferung zwar dankbar, aber doch als etwas Selbstverständliches hinnahm ..." „Ist mir auch so ergangen", fiel der Kamerad von den Pionieren ein, „als ich anfing, wieder Interesse an dem zu nehmen, was um mich vorging, erschrak ich eines Tages fast bei der Erkenntnis, daß wir alle während der Zeit zwischen Bewußtlosigkeit und Schmerzen und auch später noch nicht daran denken, daß die Schwestern, die uns pflegen, auch Menschen sind mit allen Bedürfnissen und Bedingtheiten der menschlichen Natur ..." „Habt schon recht", meinte der älteste aus dem Kreis, der schon den Weltkrieg mitgemacht hatte, „liegt nicht an euch, daß ihr nicht Daran dachtet. Bei unfern Schwestern ist das so wie bei uns Soldaten. Wenn es daran geht, unsere Aufgabe zu erfüllen, dann ist der Zivilist, der Privatmensch ausgelöscht in uns, so ganz, daß wir selbst von ihm nichts mehr wissen." Er schwieg eine Weile nachdenklich und fügte bann leise hinzu: „Bei Schwester Margarete scheint es mir aber noch ein wenig anders zu sein. Da gibt es gar nichts, das zurücktritt hinter ihre Aufgabe, es ist, als fei der ganze Mensch ohne jeden Rest in ihr aufgegangen. Sie muß übrigens fast zu meiner Generation gehören!" Die Kameraden hatten beige- stimmt, nur die schwere Bedeutsamkeit, mit der der letzte Satz gesprochen worden war, hatten sie überhört. Schwester Margarete aber saß zur selben Zeit in ihrem kleinen Zimmer und schrieb einen Brief. „Liebe Mutter!" begann er, „heute muß ich Dir noch einmal danken, daß Du es mir mit keinem Wort schwer gemacht hast, die Aufgabe, nach der mich verlangte, zu übernehmen, obwohl Du in Deinem Alter mich in dieser ernsten Zeit gern bet Dir gehabt hättest. Wenn Du aber bisher nur aus Deinem Menschentum heraus ,Ja' gesagt hast zu meinem Entschluß, so wirst Du, wenn Du diesen Brief gelesen hast, auch als Mutter ja dazu sagen. Du allein weißt, daß die Wunde, die mir der Weltkrieg schlug, nie vernarbt ist, ich lernte sie nur verbergen. Das lag nicht nur daran, daß ich zu den Frauen gehöre, die sich nur einmal einem, Mann verbinden und dann für immer. Es war auch das daran schuld, daß der Ausgang des Krieges und die schmachvollen Jahre danach das Opfer von Millionen tapferen Männern zur Sinnlosigkeit, zur Lächerlichkeit verzerrten. Unter diesen Millionen war Gerhard, mein Mann, gewesen. Ich habe dann später immer wieder versucht, meinem Leben einen Sinn zu geben, aber es gelang mir nie, mich einer Aufgabe so ganz zu unterstellen, wie es notwendig ist, um sie wahrhaft zu erfüllen. Ich war zu jung gewesen und hatte erst beginnen wollen zu leben, da war es wohl menschlich, daß eine Bitterkeit, fast ein haßvoller Hader, mit dem Schicksal blieben. Seltsam wach wurde ich damals als die, die ein hartes Schicksal hellhörig gemacht hatte, die ersten Signale des Feindes vernahmen. Auch ich vernahm sie. Es war lange vor dem Ausbruch besv jetzigen Krieges, als ich -mich zur Rote-Kreuz- Schwester ausbilden ließ. Zuerst war es nur so, daß ich einer inneren Stimme gehorchte, die eine späte, milde Versöhnung verhieß. Ich weiß sehr gut, Mutter, daß strenge Schicksale wie dieser Krieg, ihren Schritt nicht verhalten vor dem einzelnen und seinem Leben, und darum ist es kein Frevel, daß ich an diesem Geschehen zuerst mein eigenes Leben wieder ausrichtete. Das dauerte nur kurze Zeit, dann aber stand ich mit meiner ganzen freien Kraft da für den Dienst an denen, die auch den letzten Rest vergangener Schmach mit ihrem Blut auslöschten. Jede helfende, jede lindernde Handreichung, die ich tat, tat ich einem Kameraden meines Mannes, der das Schwert wieder aufnahm, das ihm der Tod aus der Faust schlug. Ausgelöscht sind mir die Jahre der Bitterkeit unb der Vereinsamung, und die Frauen der Tapferen, denen ich die Augen schließen muß, scheinen mir jüngere Schwestern Hu sein. Mit welcher Freude' aber empfinde ich es immer wieder bei jedem der vielen, die geheilt und wiederhergestellt zurückkehren ins Leben, daß einer Frau der Mann, einer Mutter der Sohn, einem Kinde der Vater wiedergegeben wird. Ich bin ganz eingegangen in eine große Schicksalsgemeinschaft, und die Kräfte, die ich daraus gewann, gebe ich an sie zurück. Das ist alles, was ich Dir sagen wollte, Mutter, und ich glaube, es ist sehr viel Sorge damit von Dir genommen. Du kannst mich auf keinem andern Platz mehr wünschen in dieser Zeit." Zn 12 Monaten „ausgelernt". Zungen Müttern dauert es natürlich immer viel ai lange, bis ihr Kind sich entwickelt. Wenn aber berung „Zurück zur Natur!" als Leitsatz in bei Vordergrund, und der Garten sollte nun als natu:? lief) gewachsen erscheinen. Der Redner wies hier aal das Kriterium in dieser Bemühung hin, nach der malerische Garten Kunst fein und Natur schein« sollte, zum Widerspruch in sich selbst wurde, die Gartenkunst ihre Grenzen verleugnete. Der Do? tragende erwähnte noch den sich daraus entwickele' den literarischen Garten, der mit Pagoden, Mt Tempeln, mit Denkmälern und mancherlei Grinn ? rungsftätten den Besucher in eine bestimmte geistier Atmosphäre und Stimmung versetzen sollte. Abschließend wies Professor Dr. Küster barem hin, daß die jüngste Vergangenheit und Gegenwart keinen neuen Gartenstil hervorgebracht habe - Kennzeichnend für unsere Zeit sei vielleicht her I -M ziale Garten, der jedermann zugänglich ift £c$ charakteristische Beispiel des „Gartens für W'* mann" fei der Wiener Prater. Nachdem der Vortragende noch darauf hingewu' fen hatte, daß die Linnä-Vorttäge feit nunmehr 20 Jahren gehalten werden und aus einer befajej denen Saat eine reiche Ernte geworden sei, tM nachdem er seinen Zuhörern für Anwesenheit aro Aufmerksamkeit Dank gesagt hatte, fand der Do>? trag mit lebhaftem Beifall seinen Ausklang. . Zum Schluß der Veranstaltung wurden üppige Blumensträuße, die den VorttagsM schmückten, aufgelöst und die Blumen an die Daw»n verteilt. Salz, Suppengrün, Petersilie, 2 Ltter Wasser. — Wasser, Graupen, Suppengrün zum Kochen ansetzen, Fleischwürfel zugeben, nach etwa einer Stunde die Kartoffeln zugeben, abschmecken, beim Anrichten Petersilie zufügen. Haferflockenbratlinge: 250 Gramm Haferflocken, V- Liter Wasser oder Milch, Salz, Suppengrün, 10 Gramm Fett, Zwiebel oder Lauch, 1 Ei, etwas Stoßbrot, Backfett. — Suppengrün und Zwiebel dünstet man in Fett an, gibt die Haferflocken und die Flüssigkeit dazu, daraus kocht man einen Kloß, der sich vom Topfe löst. Man läßt ihn abkühlen und untermischt bann 1 Ei und so viel Stoßbrot, daß sich der Teig formen läßt. Die flachen Bällchen wendet man in Stoßbrot und bäckt in der Pfanne. , . Fleischsalat: Man kocht 1—2Eier hart, rührt das Eigelb mit etwas Oel glatt, schneidet das Fleisch in Würfelchen, wiegt Eiweiß, Kräuter und eine Zwiebel fein, gibt Essig, Senf und Salz hinzu, mengt alles gut durcheinander und gießt noch etwas entrahmte Frischmilch hinzu. Dieser Salat muß einige Stunden durchziehen. Rezepte. Erdbeerkaltschale: Don Vs Kilogramm Erdbeeren sucht man die schönsten Früchte heraus und bestreut sie mit Zucker. Die übrigen Erdbeeren streicht man durch ein Sieb, gibt au dem Mus knapp V4 Liter Wasser und Vs Liter Apfelsaft. Die einge- Juderten Erdbeeren fügt man hinzu, süßt nach Ge- Hmack mit Süßstoff, gibt alles in eine Glasschüsfel und reicht sehr kalt zu Disch. Weckauflauf mit Kirschen: Die Brötchen mit Milch übergießen, etwas verrühren, und mit 1—2 Eiern, Vanillezucker, Zucker — nicht zu süß — und etwas Zittonenschale vermischen. Dann gibt man die Kirschen, von denen man die Hälfte entsteint hat, hinzu, füllt die Masse in eine gefettete, mit Weckmehl ausgestreute Auflaufform, legt einige Butterflöckchen obenauf, streut Weckmehl darüber und backt etwa eine Stunde. Einkochen von Marmelade mit wenig Zucker. Mehr denn je ist es heute Pflicht der Hausfrau für die obst- und gemüfearme Winter- und Frühjahrszeit einen Vorrat zu schaffen. Sie muß sich nur ein wenig umstellen und solche Arten des Haltbarmachens wählen, die keinen oder nur wenig auch dann, wenn die Beflaggung für mehrere Tage angeordnet worden ist. Die Bedeutung der Flagaen- hifsung erfordert, daß die Bevölkerung ihr Verhalten der behördliche» Regelung anpaßt. Es. ergeht daher die allgemeine Aufforderung, daß bei Be- laggungen auch aus den Privatgebäuden die Flogen morgens T Uhr gesetzt und mit Eintritt der ! )unkelheit wieder eingezogen werden. Wichtig für Rückgeführte. NSG. In diesen Tagen gehen allen Kreisleitungen im Gau Hessen-Nassau, in deren Bereich sich Rückgeführte aus dem Gau Saarpfalz befinden, Postkartenvordrude zu, die an die Rückgeführten zur Ausfüllung ausgehändigt werden. Die rückgeführten Volksgenossen des Gaues Saarpfalz werden dringend gebeten, diese Postkarten ihrem Vordruck ent- prechend schnellstens auszufüllen und an die Gauleitung Saarpfalz zurückzusenden. Die Ausfüllung dieser Postkartenvordrucke bildet die unerläßliche Voraussetzung zur Rückkehr in die Heimat. Erst nach dem Eingang dieser Postkarten bei der Gauleitung Saarpfalz ist mit dem Aufruf zur Rückkehr zu rechnen. Es liegt im eigensten Interesse der Heimkehrer, die Karten beschleunigt zurückzusenden. Die Postkartenvordrucke können von den Ruckgeführten in Gietzen und Umgebung an jedem Werktag auf der G e s ch ä f t s ft e 11 e der Ortsgruppe Gießen-Mitte in Gießen, Selters- meg, Eingang Ecke Löwenaaffe, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr abgeholt werden. Keine Feldpostsendungen mit frischem Obst. legen, so daß ein Austritt des Inhalts aus der zerplatzten Schale nicht erfolgt. Die Kochdauer der eingelegten Eier ist die übliche. Nach Gebrauch der eingelegten Eier geht die Hausftau daran, die durch Verwendung des Garantols entstandenen weißen Ränder aus den Steintöpfen mit Salzsäure zu ent» sowohl aus Lagern des Handels, als auch aus Er. zeugeranlieferungen. Die Anfuhren an italienischen Frühkartoffeln, die vor allem in Südwestdeutschlcmd erheblich sind, haben vereinzelt schon zu Schwierigkeiten in der Unterbringung alter einheimischer Speisekartoffeln geführt, so daß insgesamt festge- stellt werden kann, daß die Kartoffelbestände zur Ucberbrüdung bis zum vollen Einsetzen der einheimischen Kartoffelernte mehr als ausreichend sind und der Anschluß sich reibungslos vollziehen wird. 50IohreMännergesangverein„Arion' Klein-Linden. Am vorigen Sonntag konnte der Männergesang, verein „Arion" Klein-Linden im Rahmen einer Feierstunde auf fein 50jähriges Bestehen zurück- bilden. Vereinsführer Mülln leitete die Feier mit herzlichen Begrüßungsworten ein, insbesondere an den Gaubeauftragten Dr. S ch m i 11 (Bad-Nau- । heim) als Vertreter des Sängergaues XII, Sänger« kreisführer Müller und Kreischormeister Bläh (Gießen) sowie an die Vertreter auswärtiger Vereine. Nach der würdigen Totenehrung, in die auch die Gefallenen des Weltkrieges, der Bewegung unb des jetzigen Krieges einbezogen wurden, .gab dec Vereinsführer einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Vereins, aus dem der unablässige und vielseitige Dienst des Vereins für bas deutsche Lied überzeugend zu ersehen war. Im Anschluß an den Rückblick auf die Vereins^ schichte wurden die noch lebenden Gründer H. Bern- hardt, W. Langsdorf, L. Feisel, Reuschling (sämtlich in Klein-Linden), K. Adolf (Gießen) und W. Weigel (Wieseck) durch Ernen- nung zu Ehrenmitglieder» ausgezeichnet. Ferner wurden Musiklehrer K. Nicolai für feine 28jäh- rige vortreffliche Chorleitertätigkeit und der verdienstvolle Sängerkamerad L. Jung III. ebenfalls zu Ehrenmitgliedern ernannt. Sängerkreisführer Müller- Gießen sprach sodann dem Verein herzlichen Dank und befände» Anerkennung für die stete Einsatzbereitschaft im Dienste des deutschen Liedes aus. Im Auftrage bes Sängergaues überreichte er als äußeres Zeichen bei Anerkennung den Sängern Anton Mohr unb Friedrich Weber für 50jährige, den Sängern Wilhelm Thon und Wilhelm Runge für 40- jährige Sangestätigkeit die enffprechenden Sänger- Ehrennadeln, wobei er den Ausgezeichneten Dank sagte,, sie zu weiterer eifriger Mitarbeit auf rief unb die verdienten Sangesoeteranen den jüngeren Sängern als Vorbild hinstellte. Mit Dankesworien bts Sängers Mohr bekundeten die geehrten Sängen ihre Verbundenheit mit dem deutschen Lied. Der Gaubeauftragte Dr. Schmitt (Bad-Nauheim) übermittelte hierauf die Grüße des Sänget- gaues XII und des Sängergauführers, Ministerialrat R i n g s h a u f e n, ferner würdigte er mit baubaren Worten das bisherige Wirken des Männer-, gefangoereins „Arion". Dem Verein konnte er als äußeres Zeichen der dankbaren Würdigung femei Arbeit im Auftrage des Sängergaues XII ein Bild mit Widmung überreichen. Besonderen Dank fagti der Gaubeauftragte noch dem Chormeister Nico- , lai, dem Vereinsführer M ü 11 n und seinen Mit- arb eitern für, ihren Einsatz. Kreischormeister Blaß widmete der Sanges■ arbeit des Vereins gleichfalls warme Worte der Anerkennung und betonte dabei, daß die Leistungen des ,^lrion"-Sängerchores auf erfreulich hohen Stufe stehen und den Verein berechtigten, mit Zuversicht dem Gauleistungssingen entgegenzusehen. Mit dem Vortrag einiger Volkslieder und bei» Sängergruß, sowie mit dem Treugelöbnis für Führer, Volk und Vaterland fand dann die Feierstunde ihr Ende. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 27. Juni. Aus dem heutigen Wocheni- marft kosteten Markenbutter, V*» kg 1,80 RM., i - Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Gien, - ausländische, 11, Kartoffeln, alte ¥i kg 05, 5 , 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM., Wirsing, grün, % kg 2»ü' Die angesetzten Schulungen im Juli fallen aus. Es findet nur noch eine Schulung, und zwar am Sonntag, 30. Juni, in Bad-Nauheim in der Be- rufsschule statt. An dieser Schulung haben alle Stamm- und Jungstammführer, sämtliche (Befolg- schafts- und Fähnleinführer, sämtliche Sozialreferenten und Sozialwarte der HI. und des DJ. teilzunehmen, die bis jetzt noch nicht geschult worden sind. Die Schulung beginnt um 10 Uhr. Die Fahrkarten sind zwecks Rückerstattung zu behalten. Verpflegung bzw. Reisemarken sind mitzubringen. Die Tagung ift gegen 16 Uhr beendet. Sollte an diesem Tage Einheitsdienst sein, so muß dieser Dienst durch den Stellvertreter durchgeführt werden. Ausgezeichnetes Ergebnis der jüngsten Rotkreuz-Eammlung. Die Sammlung des vergangenen Wochenendes für das Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes brachte wiederum ein überaus erfreuliches Ergebnis. Im Bereich des Kreises Wetterau wurden insgesamt 54 641,40 RM. aufgebracht. In der Stadt Gießen, einschließlich der Vororte, wurden davon allein 7031,23 RM. gesammelt. Fahnen bei Dunkelheit einziehen. NSG. In liefen Tagen, da in Stadt und Land die Fahnen des Sieges wehen, ist es notwendig, noch einmal auf den vom Reichs- und preußischen Minister des Innern im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda ergangenen Flaggenerlaß hinzuweifen, der folgenden Wortlaut hat: Es fft erneut beobachtet worden, daß die Reichs- und Nationalflagge cm allgemeine» Beflaggungs- tagen nachts nicht eingezogen wird und häufig über die angeorbnete Beflaggunaszeit hängen bleibt. Für die öffentlichen Gebäude ist vorgeschrieben, daß die Beflaggung um 7 Uhr morgens beginnt und bei Eintritt der Dunkelheit endet. Diese Vorschrift gilt Eier sind reichlich am Markte. Die Hausfrau ; denkt an den Eiervorrat in der eierarmen Zeit i unb bereitet sich rechtzeitia auf das Einlegen der Eier im Haushalt vor. Arn einfachsten bewahrt 1 die Hausfrau die Eier im Eifrischhalter-Ständer auf. Frischer Luft, aber nicht direktem Zu« ausgesetzt (weil die Eier sonst austrocknen würden), halten sie sich leicht 3 bis 4 Monate. Auch der einfache Lochstander tut dieselben Dienste. Man darf aber nicht vergessen, die Eier regelmäßig, am besten alle 8 Tage, umzudrehen. Das Eigelb wird nämlich im Eiweiß durch kleine Hagelschnürchen in der Schwebe gehalten; wenn nun das Ei monatelang auf einer Seite liegt, kann leicht eines cher Hagelschnürchen reihen mit dem Erfolg, daß das Eigelb sich an die poröse Kalkschale anlegt, und durch den Hinzutritt von Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit dem Schwefel im Ei Schwefelwasserstoffgase entstehen, die das Ei faulig werden lassen. Die Hausftau bMent sich daher lieber der Konservierung mit Wasserglas oder OarantoL Garantol kommt in Paketen mit genauer Gebrauchsanweisung auf den Markt. Ist ein Paket angebrochen, so kann man es nicht mehr für einen neuen Einlegetopf verwenden, sondern höchstens noch zum Nachgießen. Wasserglas, von dem die Hausfrau 100 Gramm auf ein Liter Wasser nimmt — diese Menge reicht für 25 bis 30 Eier — geliert mit der Zeit, wodurch ein Aneinanderschlagen der Eier und damit ein Platzen der Schalen bei Bewegen des Topfes fast ausgeschlossen ist. In Wasserglas halten sich die Eier im übrigen ausgezeichnet. Vor dem Einlegen wird man die Eier zweckmäßig 24 Stunden in kaltes Wasser legen und anschließend die Schwemmprobe machen, bei der man die Eier in eine Lösung von 1 Liter Wasser und 120 Gramm Salz vorsichtig nacheinander hinein- legt; ein altes Ei kommt hierbei nach gewisser Zeit, weil leichter bzw. ausgetrodneter, nach oben, während die frischen Eier am Boden liegen bleiben. Je älter also das Ei ist, um so höher wird es aus dem Wasser heraussteigen. Dorhev wird man, wenn man ganz sicher gehen will, die Eier auch noch durchleuchten. Hierzu fertigt man sich einen einfachen Karton, etwa 5 bis 10 cm hoch, schneidet oben ein Loch hinein, auf dem das Ei, ohne hindurchfallen zu können, noch bequem aufliegt, schiebt eine Taschenlampe, eine elektrische Birne oder eine Kerze von unten in den Karton hinein und dreht dann das Ei nach allen Seiten und wird erkennen, ob die Kaltschalen rissig geworden oder nb Blutge- rinsel (bei der Befruchtung im Frühjahr sehr leicht möglich) rm Ei entstanden sind. Bei einem frischen Ei haben tbir eine klare Durchsicht — das Eigelb erscheint als leicht dunkler Teil in klarer Umgebung —, bei einem vertrockneten Ei erscheint sie durchweg trübe. Solche Eier sind als verdorben auszusortieren. Im allgemeinen soll man die mit Wasserglas oder Garantol eingelegten Eier nicht länger als höchstens ein halbes bis ein Jahr aufbewahren. Auch wird man den Steintopf, in dem die Eier liegen, nicht hin- und herbewegen, weil dabei die Eier aneinanderstoßen (insbesondere bet Garantol- verwendung), die Schalen platzen und durch Hin- zuttitt der Lust die Eier verderben. Das Eiweiß kann man bei Verwendung von beiden Mitteln zu Schnee schlagen. Vor dem Kochen des eingelegten Eies ist es immer vorteilhaft, das Ei mit einer Nadel am stumpfen Ende, also am Sitz der Luftblase, einzustechen, damit die Schale nicht reißt; durch das Entweichen der Lust hat nämlich der Inhalt die Möglichkeit, sich durch Erwärmung auszudehnen und den Platz in der Luftblase mitzube- utldX^ en. Projekt ausgeführt. (Nachdruck verboten!) 27. Fortsetzung i|e. igen M 1,801 >is 10, g 05, 5' iin, X K- nshöhr, £ einer» gönjung: r *5 ron ter ffenzu^ tte fielen fr in, W\ iment »uktez^ erreilhr^ fläche^ ittrotL :n w L Nijj Wj nl iejy Ne 3 .der Z M «n d Skrtte 'M’ Hu, n.«t: rch Sit. et fr «'M: btrj. Keine Spur von Hauck Roman von Lharlotte Kaufmann. sprach i ' bes^ -ltschast, uftrage! Nm hfjr« i Sch re füri en Signeten f; aufrief i W ec Worten i ten Sin Lied. •es Sär^: Minis,!- :r mit M es Mair: mnte tj: gung \ä CII ernt Dank!:■: ster Slio seimn f( )er Str.: orte btrl i öeifto: ulich fr ten, mit i enzuseh« >r und) ' ns für? Feierft Aus der engeren Heimat. Schwerer Unfall eines zweijährigen Kindes. <> Wettf aasen (Kreis Alsfeld), 26. Juni. Das zweijährige Töchterchen Marianne des hiesigen Einwohners Bott erlitt heute einen schweren Unfall. Das Kind stürzte mehrere Meter hoch von einer Brücke ab und fiel in den Bach. Es erlitt dabei einen schweren Schädelbruch und wurde von der Mutter in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht, wo sofort zur Operation geschritten werden mußte. Man hofft, das bedauernswerte Kind am Leben erhalten zu können. Landkreis Gießen. * Lollar, 25. Juni. In einer eindrucksvollen Kundgebung, die im Saalbau „Zur Linde" stattfand, sprach der Gaupersonalamtsleiter Pg. Holländer über das Thema „Mit unseren Fahnen ist der Sieg". Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Ortsgruppenleiter Pg. Becker die zahlreich Erschienenen und gedachte der großen Ereignisse der letzten Tage, die uns mit Dank und Stolz für unseren Führer und unsere Soldaten erfüllen. Pg. Holländer verstand es vom ersten bis zum letzten Augenblick, seine Zuhörer zu fesseln, und er wurde häufig von Beifall unterbrochen. Er sprach von den gewaltigen Leistungen unserer Wehrmacht, von ihren Erfolgen, die ihr aber nicht mühelos in den Schoß gefallen sind, sondern in harter jahrelanger Arbeit vorbereitet und errungen wurden. Vor allem unserer Führung gebührt unauslöschlicher Dank. Voller Glauben und Zuversicht sehen wir zu ihr auf und wissen, daß der Endsieg unser ist. Das Volk erkennt in den großen Erfolgen feines Führers das Walten des Allmächtigen. Die Jugend übernimmt ein gewaltiges Erbe. Besonders sie muß blind dem Führer folgen, wie jeder einzelne Volksgenosse. Der Glaube an ihn muß in uns allen leben. Er hat zu Gefährten gehabt die Entsagung und den Hunger in feiner Jugend, die Not und den Zusammenbruch, und so lange er lebt, wird ihn die Sorge um Deutschland nicht verlassen. Wir können ihm blind vertrauen. Vor uns, so schloß der Redner, liegt der Tag, hinter uns die Nacht! In üblicher Weise schloß sodann Ortsgruppenleiter Becker die Kundgebung. )—( Ruppertsburg, 25. Juni. Ein schönes Ergebnis hatte die am vergangenen Sonntag von den hiesigen Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes durchgeführte Reichsstraßensammlung. Unsere 678 Einwohner spendeten zusammen 388,10 RM. Aus der Stadt Gutenbergs LPD. Mainz, 26. Juni. Anläßlich der G utende r g.- F e st w o ch e schenkt die Stadt Mainz den Schülern und Schülerinnen der beiden Oberklassen der Volksschulen das in diesen Tagen erschienene, mit Widmung versehene Büchlein von Prof. Christian Heinrich Kleukens „Die Kunst Gutenbergs", das erste Buch übrigens, das die reifere Jugend über den großen Erfinder und sein Werk unterrichtet. • „Wie weit sind wir?" fragte Gesine Wing und wachte für eine Sekunde aus ihrem Weihnachtstraum auf. „Ach, nicht weit." r , _ ... Der Fremde bog nach links. Hastig folgte S)uith. Er mußte doch merken, daß man ihn verfolgte. Und wenn er der Kunstmaler Hauck war, dann hatte er vermutlich wenig Freude daran, verfolgt zu werden. Huith bog um die Straßenecke. Zweihundert Meter vor ihnen der Fremde. „Glauben Sie nicht, daß das Schiff abfährt?" fragte Gesine. Es klang schon gleichgültig. „Nein, nein, das hat noch Zeit." Der Fremde blieb plötzlich stehen. Mitten in der Straße unter einer trübe brennenden Laterne. Sie waren am Rande der Stadt. Huith durchfuhr es. Gleichfalls stehenbleiben, das ;ing nicht. Er mußte weiter. Vorbeigehen an dem Mann. Und dann weiter vorn warten, bis er wieder nachkam. . Merklich langsamer schlenderte er mit dem Mädchen am Arm an der Straßenlaterne vorbei, er mußte den Mann ansehen. Ihre Blicke begegneten ich. Der Fremde beugte sich vor. „Wollen Sie etwas von mir?" fragte er höflich. -Sie gehen so lange hinter mir her. wenn ich nicht ire."' Huith wurde verlegen. Brennende Röte schoß ihm ws Gesicht. ... ., (•£ „Nein", stotterte er, „nein, nein, Sie tauschen sich. Wir wohnen dort vorn. Gleich um die Ecke, Husau, mir den gleichen Weg haben." „Ach, so ist das. Natürlich. Komischer Zufall, ja Der Fremde lächelte, zog den Hut is nicht übel, daß ich Sie fragte. Gute Nacht. >rr iberquerte die Straße ichloß ein Gartentor auf un verschwand. f - Es war nicht Detlef Hauck, der Kunstmaler Es »ar ein ganz fremdes Gesicht gewesen, unmöglich, m drei Jahren ein Gesicht zu vergessen, rede.e sich Die Stadt Mainz hatte beabsichtigt, die Grab- ftätte ©uten berge, die sich in der ehemaligen Franziskanerkirche befand, an deren Stelle heute nur ein häßlicher Platz (Krempelmarkt hinter dem Theater) übriggeblieben ist, für das Festjahr 1940 würdig umzugestalten. Nachdem vor zwei Jahren ein Preisausschreiben zur Au- "" k erfolgt war, hat die städtische------ mehr beschlossen, alle Aufbauten von , „ entfernen, ihn mit einem Plattenbelag zu versehen und eine große Bronzetafel einzulassen, die schlicht und würdig davon kündet, daß Gutenberg in diesem Boden eine letzte Ruhestätte gefunden hat. Der Ausbruch des Krieges hat die Ausführung des Planes verhindert: sofort nach Friedensschluß wird das isgestaltung des Platzes : Bauverwaltung mindern Platz zu 5e<( , an »'* es m \r lerN; Vas * stellte \ iun^ ■ wies*“, hin, "A st jtüti BW HL dis 22 Rpf., Gelberüben, das Bund 15 bis 20 Rote- rüben, % kg 20, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 15 Spargel 52, Erbsen 32 bis 35, Mischgemüse 15, Tomaten 37, Zwiebeln 17, Rhabarber 10, Pilze (Pfif, ferling) 40, Himbeeren 60 bis 68, Kirschen 40 bis 42, Stachelbeeren 20 bis 23, Johannisbeeren 30 bis 35, Erdbeeren 50, Blumenkohl, das Stück 20 bis 60 Salat 5 bis 12, Salatgurken 35 bis 60, Oberkohlrabi- 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 bis 15 Rpf. BrandschädenvernichtenDolksvermögen Alljährlich werden auch in der Landwirtschaft immer noch ungeheure Werte durch Brandschäden vernichtet. Ein großer Teil dieser Schäden ist auf Ursachen zurückzuführen, denen durch zweckentsprechende Maßnahmen ohne großen Aufwand vorgebeugt werden kann. Gerade heute ist es notwendiger denn je, alles zu tun, um die durch viele Mühe und Arbeit erzeugten landwirtschaftlichen Produkte vor dem Verderb, also auch vor Brandgefahr zu schützen. Dies zu erreichen ist auch Sinn und Zweck der neuen „Polizeiverordnung über das offene Lagern von Getreide und anderen Ernteerzeugnissen" vom 18. Mai 1940. Jeder pflichtbewußte Bauer und Landwirt wird schon im eigenen Interesse alle notwendigen Maßnahmen treffen, um seine Ernteerzeugnisse vor Feuer zu bewahren. Durch die Polizeiverordnung werden jedem einzelnen die Pflichten in dieser Hinsicht nochmals klar vor Augen geführt. Ungedroschenes Getreide, Stroh, Heu, Flachs und ähnliche leicht entzündliche Ernteerzeugnisse dürfen in nicht bau- genehmigungspflichtigen Feldscheunen, unter Schutzdächern oder im Freien nur unter besonderen Bedingungen gelagert werden. Von Betrieben und Lagerstätten, in denen explosive Stoffe oder brennbare Flüssigkeiten hergestellt, verarbeitet oder in einer Menge von über 1000 Litern oberirdisch gelagert werden, muß der offene Lagerplatz für die genannten Ernteerzeugnisse mindestens 300 Meter entfernt sein. Eine Entfernung von mindestens 50 Metern wird verlangt von Waldgrundstücken, Gebäuden mit mchtfeuerhemmender Bedachung bzw. mit nichtfeuerhemmenden Umfassungswänden und Bahngleisen. Liegen die Vahngleise auf einem Damm, so tritt zu der Entfernung von 50 Metern noch die l'/fache Höhe des Dammes. Von Gebäuden, die feuerhemmende Bedachung und Umfassungswände haben, von öffentlichen Waagen und Jnteressentenwaagen, sowie von Hochspannungsleitungen muß die Entfernung 25 Meter betragen. Auf einem Lagerplatz dürfen Ernteprodukte der genannten Arten nur bis zu einem Werte von 15 000 RM. gelagert werden. Die verschiedenen Lagerplätze müssen mindestens 100 Meter voneinander entfernt sein. Für die Zeit der Ernte und des Drusches sind die Bestimmungen insofern gelockert, als die Ernteerzeugnisse auf Wirtschaftshöfen bis zu sechs Tagen, beim Dreschen anfallendes Stroh in der Nähe desjenigen Gebäudes, in dem es sich vorher befand, bis zu 14 Tagen gelagert werden darf. In Fällen, in denen die jeweils festgesetzte Mindestentfernung bzw. Fristen nicht eingehalten werden können, kann die Ortspolizeibehörde, sofern ausreichender Feuerschutz vorhanden ist, Ausnahmen zulassen. Handelt es sich hier um Fälle, für die die 300-Meter-Ent- femung vorgeschrieben ist, so ist außerdem die Zustimmung des Gewerbeaufsichtsamtes erforderlich. Selbstverständlich ist, daß das Rauchen und das Verwenden offenen Feuers oder Lichtes auf den Lagerplätzen, in Scheunen und beim Dreschen verboten ist. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen werden bestraft. Kinderturnstunde gelernt hat. Es werden die Klein- ^^c.-ILeri, LDM. mro ^ungmaoei toar sten im 211 er von 3 bis 6 Jahren antreten und die;-'n D r e r k a m p f besUmmt. der aus Sauf (100 bzw. Hebungen der ihrem Alter gemäßen „spielerischen bzw. 60 Meter), Ballwurf und Weitsprung be- Gymnastik" zeigen, die Kinder im Alter von 6 bis e . . .... _ . „ 10 Jabren werden mit einer unterhaltsamen Boden- ? .M. - W er k: 1. Siegerin Hilde Oeser (Stan- 10 Jahren werden mit einer unterhaltsamen Boden- Öffentlichkeit. In der Zeit von 10.30 bis 12.30 Uhr wird von der Kindergruppe des Vereins gezeigt werden, was sie in den vergangenen Wochen in der 1810 P. Für BDM.-Werk, BDM. und Jungmädel war genrot)) 1625 P. BDM., Klasse A : 1. Siegerin Martha Ful- dat (Grünberg) 1760 P. BDM., Klasse B : 1. Siegerin Irmgard Siek (Grünberg) 262 P.; 2. Hilde Christ (Grünberg) 259 P.; 3. Gudrun Röhm (Grünberg) 252 P. Jungmädel: 1. Siegerin Lina Leyerer (Odenhausen) 248 P.; 2. Erika Lang (Grünberg) 233 P.: 3. Frieda Schlüter (Grünberg) und Mechthild Harnes (Grünberg) je 218 P.; 4. Rosemarie Reibert (Grünberg) urtb Anni Schäfer (Grünberg) mit je 205 Punkten. berg) 3635 P.; 3. Heinrich Port (Grünberg) 3412,5 P.; 4. Helmut Silß (Laubach) 3085 P. Klasse B : 1. Sieger Rudi Muth (Grünberg) 3490 P.; 2. Karl Jungmann (Grünberg) 3352,5 P.; 3. Heinrich Melchior (Gonterskirchen) 3327,5 P.; 4. Friedel Gehringer (Grünberg) 2645 P. Das Jungvolk trug einen D r e i k a m p f aus, der 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballwurf umfaßte. 1. Sieger Karlheinz Lang (Grünberg) 2200 P.; 2. Erwin Kloß (Grünberg) 19Ä) P.; 3. Heinz Karpe (Grünberg) 1820 P.; 4. Werner Albach (Grünberg) gymnastik aufwarten, schließlich werden die Sportdienstgruppen des BDM. mit einigen Volkstänzen hervortreten, zu denen die Ziehharmonika die Begleitmusik stellen wird. Die Stadtverwaltung hat ihr Einverständnis dazu erklärt, daß das Kinderturnen und die Vorführungen für diesen Werbetag vor dem schönen Hintergrund von Busch und Baum auf den Wiesenflächen unserer Gießener Anlagen stattfinden dürfen. Die Zuschauer ihrerseits werden selbstverständlich gebeten, den Rasen zu schonen und nicht zu betreten. Einige der Spiele und gymnastischen Hebungen werden dabei so gestaltet werden, daß Kinder, die sich unter den Zuschauern befinden, sofort mitmachen können und für diese Art des kindlichen Spiels und der kindlichen Leibesübungen begeistert werden. Die Veranstaltung, die an verschiedenen Stellen der Anlagen unserer Stadt durchgeführt werden, verdient die Aufmerksamkeit der Gießener Elternschaft. Wettkämpfe von HZ. und BDM. in Grünbera. Am Sonntag fanden auf dem Turnplatz bei der Turnhalle und dem Sportplatz Ausscheidungskämpfe von HI. und BDM. statt. Die Hitler-Jugend aus Grünberg und den Orten der Umgebung ermittelte hier ihre Besten, die später zu den Gebietsmeisterschaften zugelassen werden. Als Kampfrichter waren Mitglieder des Turn- und Sportvereins Grünberg tätig. Die HI. trug in zwei Klassen einen Fünfkampf aus, der aus 100-Meter-Lauf, Keulenweitwurf, Hochsprung, Weitsprung und Kugelstoß bestand. Klasse A : 1. Sieger Bernhard Möll (Freienseen) 3822,5 P.; 2. Jakob Lautenschläger (Grün- Kinder-Werbeturnen in den Gießener Anlagen. Der Turnverein 1846, der sich in den vergangenen Wochen mit besonderem Eifer der Förderung des Kinderturnens widmete, tritt aus Anlaß des vom Reichssportführer für den kommenden Sonntag angesetzten Reichswerbetags für das Kinderturnen einmal mit Sondervorführungen an die „Krankenernähruna.* Jni Rahmen unserer Ernährungswirtschaft während der Kriegszeit ist auch die Krankenernährung in der erforderlichen Weise geordnet worden. Auf Grund der bisher gewonnenen Erfahrungen nimmt Chefarzt Dozent Dr. Schenck vom Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP, zu diesem wichtigen Thema in der Zeitschrift „Die Gesundheitsführung" ausführlich Stellung. Der Arzt, der einem Kranken ein Attest ausftellen soll, ist danach in jedem Falle zugleich der Anwalt seines Kranken, wie auch Beauftragter des Reiches. Als solcher ist er dafür verantwortlich, daß nicht nur aus reiner Gefälligkeit ober Gleichgültigkeit und Schwäche gerade die wertvollsten Nahrungsmittel an solche Menschen zusätzlich ausgegeben werden, die sie im Grunde nur beantragen, weil sie sie aus Bequemlichkeit ober Gewohnheit nicht vermissen wollen und keine Neigung haben, die gleichen Opfer zu bringen wie die Gesamtheit des Volkes. Nur bas kann an Zulagen gewährt werden, was notwendig ist, aber nichts darüber hinaus. Dem häufig vorgevrachten Hinweis, baß es boch in diesem Einzelfall auf das eine Vier- Huith vor. Nein, in brei Jahren vergißt man ein Gesicht nicht. Dies hier war plötzlich ganz fremd gewesen. Huith rechnete vor sich hin. Der Kunstmaler war jetzt vielleicht dreiunddreißig, wenn er noch lebte. Der Mann hier war aber fünfundoierzig gewesen. Ganz unzweifelhaft fünfundvierzig. Gesine lachte laut auf. Leise, glucksend. „Sie haben sich getäuscht. Nicht wahr, jetzt haben Sie sich getäuscht? So, so, wir wohnen dort vorn, um die Ecke." Sie lachte weiter. „Oh, es ijt so schön heute nacht. Sehen Sie nur, die Sterne. Eine Uhr schlug zweimal. „Zweimal? Immer noch halb eins, Herr Lehrer?" Das Lachen auf des Mädchens Gesicht verwehte. „Wie spät ist es jetzt, Herr Lehrer?" Störrisch zog er die Uhr. „Halb zwei —" „Wann fährt der letzte Dampfer?" „Um eins." Sie starrte entsetzt. „Was tun wir?" „In der Stadt übernachten. Kleinigkeit." „Haben Sie d.nn ... haben Sie denn so viel Geld bei sich?" Sie griff erschrocken nach ihrer Tasche und kramte die Geldbörse hervor... „Sie müssen mir .. ich habe eine Kollegin hier. Meine Mutter ... meine Mutter wird Ancht haben." „Ach, Unsinn. Kommen Sie Drunten am Hafen ist "ein kleines Hotel. Das ist nicht teuer." Nun kam ie ihm wieder wie ein verirrter Schmetterling vor, der über der See feine Flügel klappt und vor lauter Blau das Land nicht mehr sieht. Es war fast halb brei, als sie am Hafen anlangten. Unterwegs waren sie einmal an einem Hotel vorbeigekommen, aber bas kannte Huith nicht. Es sah ihm auch zu elegant aus. Am Hafen wußte er besser Bescheid. Der Nachtportier war sehr zuvorkommend. „Was wünschen die Herrschaften? Ein Zimmer im ersten Stock? Im zweiten Stock? Mit Heizung? Mit fließendem Wasser?" .Zwei Zimmer", sagte Huith. „Zwei Einzelzimmer Wir ... wir sind von draußen. Haben das Schiff versäumt." Gleich darauf ärgerte er sich, daß er eine Erklärung abgab. Was ging den Portier das an, wer sie waren? „Zwei Zimmer. Wie die Herrschaften wünschen." Er" suchte in seinem Buch. Eines im ersten Stock", sagte er geschäftsmäßig, „nur eins frei im ersten Stock und eins im vierten. Einzelzimmer gibt’s nicht so viele ... und Weihnachten ... Hochbetrieb." „Schon gut. Geben Sie uns die Schlüssel. Der Portier schob den Block mit den Anmeldeformularen über das Pult. „Wollen sich die Herrschaften bitte eintragen." Zaghaft schrieb Gesine. Sie war jetzt müde, nichts als müde. Vor- und Zunamen: Gesine Wing. — Beruf: Verkäuferin. — Ständiger Wohnsitz: Teek. Teek mit strohgedeckten Bauernhäusern und bunten Fischerewern im Hafen. Ach, bas Leben schien ihr plötzlich schwer, traurig und hoffnungslos. Sie hatte Tränen in ben Augen, als Huith ihr auf einem spärlich erleuchteten schmalen Gang die Hanb hinhielt. • „Gute Nacht, Gesine. Hier ist Ihr Zimmer. Nummer 16 im ersten Stock. Nehmen Sie es nicht so tragisch. Es tut mir leib, baß ich Sie heute nacht zu solch einem langen Spaziergang gezwungen habe, in biefer häßlichen Kälte. Versuchen Sie zu schlafen. Um sechs Uhr geht ber erste Dampfer. Jetzt ist es gleich brei. Ober wollen Sie sich erst mal grünblich ausschlafen unb später fahren?" Unter ihren Füßen lief ein rotrandiger Kokos- läufer den Gang entlang. Ihr Hausfrauengemüt erwachte. „Um sechs Uhr", flüsterte sie vorsichtig, um niemand zu wecken. „Um sechs Uhr fährt schon der erste Dampfer. Wegen drei Stunden bas viele Gelb. Wir hätten auch ... am Bahnhof vielleicht ... im Wartesaal ... sitzen können." Huith lächelte. „Ach was, das bißchen Geld", sagte er, „was spielt das für eine Rolle. Wenn Sie mir nur nicht böse sind." „O nein Wie sollte ich. Es war doch so schön heute abend." Ihre hellen Kinderaugen standen vor ihm, ihr runder, voller Kindermund. Gläubig und einfach. Da überkam es ihn, daß er, der seit Jahren nichts brennender ersehnte, als einmal nur, ein einziges Mal nur, Sibylles Lippen unter den seinen zu fühlen, sich hemiederbeugte und das Mädchen küßte. Sie sagte nichts. Sie drückte nur plötzlich verwirrt die Klinke des Zimmers nieder und war verschwunden. Deutsche Militärärzte helfen französischen Flüchtlingen. -• - - w I ■ 'v ::'ZZh - In Frankreich ist das Elend der Flüchtlinge gewaltig. Die deutschen Militärbehörden haben sich von Anfang an hilfreich für die leidende Zivilbevölkerung eingesetzt. Deutsche Militärärzte übernahmen vielfach die Betreuung ber Flüchtlinge. — (PK. - v. d. Becke - Scherl-M.) tel Butter oder den halben Liter Vollmilch nicht an» komme und daß ja doch genug Vorräte da seien, ist mit dem Hinweis zu begegnen, daß gespart werden muß. Nur wenn die Vorräte so hoch wie möglich gehalten werben, haben wir die Gewißheit, baß wir den Krieg ohne Störung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des ganzen Volkes so lange führen können, wie es zum Erringen des Sieges notwendig ist. Wir haben in unserem 80-Millionen- Dolk stets Hunderttausenbe von Kranken. Die Einzelforderungen abbieren sich also ganz gewaltig, und die an Kranke zusätzlich zugeteilten Lebensrnittel stellen einen ganz beachtlichen Bruchteil des Gesamtverbrauchs bar. In den ersten Kriegsmonaten sind im Reich täglich etwa 50 000 bis 60 000 neu ein» laufenbe Anträge auf Krankenernährung zu bearbeiten gewesen. Fänbe hier keine sorgfältige Prüfung statt, dann würde mit Sicherheit eine große Nahrungsmittelmenge gus den Vorräten überflüssig herausgegeben werben müssen. Ieber sieht ein, daß es nicht angängig ist, eine Großstadt wie etwa Köln, München ober Breslau mit hoppelten Rationen zu versorgen. Genau um dasselbe, auch in den Auswirkungen, würde es sich hanbeln, wenn bie Prüfung der einlaufenden Anträge auf Krankenernährung nicht sorgfältig erfolgte. Disziplin muß jetzt auch vom Kranken verlangt werben. Dabei betont ber Referent u. a., baß bezugscheinfreie Lebensrnittel, wie entrahmte Frischmilch, Gemüse und Obst eine jedem Kranken zu ratende wertvolle Ergänzung bilden. Märkte. Schweinemarkt in Grünberg. + Grünberg, 27. Juni. Auf bem heutigen Schweinemarkt waren 110 Ferkej aufgetrieben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 27 bis 30 RM., 6 bis 8 Wochen alte 30 bis 36 RM., 8 bis 13 Wochen alte 36 bis 42 RM. Marktverkauf: lebhaft, alles ausverkauft. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Juni. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: andere Kälber a) 62 bis 65 (gegenüber 19. 6. 62 bis 65), b) 55 bis 59 (54 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 18 bis 40 (25 bis 40), Hgmmel b2) 48 bis 49 (48 bis 49), c) 42 bis 44 (30 bis 42), Schafe a) 44 (42 bis 44), b) 42 bis 44 (—), c) — (15 bis 32), Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), e) 50 (50), Sauen gl) 56 (56). — Marktver- lauf: Kälber, Hämmel und Schafe sowie Schweine zugeteilt. Am Ende des Ganges räusperte sich der Portier. „Ich muß Sie hinaufführen in den vierten Stock", sagte er gemütlich. „Sie finden sich sonst nicht zurecht." Als Huith bann unter bem Dach in einem kalten Bett lag, grübelte er roieber ununterbrochen über ben fremden Mann unter der Straßenlaterne nach. Und seine Sinne, ob er es wollte ober nicht, hasteten über tausend Kilometer hinweg zu Sibylle, die übermorgen ... übermorgen wieder zurückkommen würde, indes das flachshaarige Mädchen drunten im ersten Stock einen seligen, taumeligen und glücklichen Kinderschlaf schlief. Am nächsten Morgen hatte Gesine Wing ben Wunsch, allein nach Hause zu fahren, nicht mit demselben Dampfer wie Huith. „Wenn uns die Leute in Teek zusammen aus- steigen sehen, frühmorgens ... es ist besser, ich fahre allein. Er war damit einverstanden unb brachte sie zum Kai. Am Himmel hing noch ein Stück der Nacht. Er war trübe unb schwarzgrau. Ein neuer Arbeitstag begann. In der Fischauktivnshalle war bereits Betrieb. „Auf Wiedersehen, Gesine", sagte Huith, als sie über die Laufplanke aufs Schiff ging. „Auf Wiedersehen", sagte sie leise. Rasch ging sie hinunter in ben Rauchsalon. Es war alles so fremb und so neu für sie gewesen. Das Aufwachen in einem fremden Haus, das Frühstück zusammen mit Huith in einem nüchternen morgendlichen Gast- haussaal. Sie hatte ein Gefühl dabei bekommen, als gehörten sie zusammen. Nun, da sie miteinander Kaffee getrunken, Brötchen gestrichen unb sich den Zucker gereicht hatten. Der Rauchsalon war kalt, und sie fror. Sie fror stark unb burchbringenb, baß sie zitterte unb sich irr den Winkel drückte. Sie war müde, unendlich müde, unb vor bem Nachhausekommen fürchtete sie sich, obwohl Huith ihr versprach, gleich nachmittags zu ihrer Mutter zu kommen unb ihr zu sagen, baß er allein baran schulb sei, daß sie ben Dampfer versäumt habe. Nachmittags ... dann würde sie ihn also wiedersehen. (Fortsetzung folgt) foulaQ qpair isijB ortv»v R—a - ' .SKY1 Glenelg {ABERDEEN .RUM [Perth MULL ATLANTISCHER, OZEAN NORDSEE Douglas' •Dtile»e Weitport ;hedg Grimsbi lüden 'Mullingar Rowmaph ANGLESEY •Tuftamon Denblgh* iottinghom' [•AAateoy Enn» Nenagh Holbeoch Norwich Arklol Jn)erI3i Kilkenny »olrybvnnloo Cardigan Bocbi Wexforc Aidebutgh« Dingle 5itc«lo Tluna» ^n°™ «-<^upa- Ang^Ä^rbroath Woher hompto^^ niDl l vudloy*E!