Hb 0 mit amerikanischen Männern, Frauen und Kindern eine Gelegenheit zu haben, Deutschland das Attentat zu unterstellen, um dadurch zwischen dem deut- | ! Zronslde so» die britische Äse! verteidigen l 8 h wN * ier $ uiWrt in! biw Slh^ 6^1 von dem geplanten Attentat Englands gemacht und dadurch den ruchlosen Absichten Churchills vorgebeugt. Nachdem alle diese Anschläge nicht zu dem ersehnten Ergebnis, das amerikanische Volk in den Krieg gegen Deutschland zu treiben, geführt haben, will Churchill jetzt seine verbrecherischen Pläne durch I ein Attentat auf den „Präsident Roosevelt" verwirk- I liehen. schen und dem amerikanischen Volk Unfrieden zu stiften. Churchill will auf diese Weise in den Vereinigten Staaten sein dunkles Ziel, das amerikanische Volk durch verbrecherische Methoden in den Krieg zu verwickeln, vorwärtstreiben. Der Fall „A t h e - n i a" unmittelbar nach Kriegsausbruch, der dem gleichen Ziele diente, ist noch in aller Erinnerung. Als die Versenkung dieses Schiffes infolge der deutschen Beweisführung nicht zum gewünschten Ziele führte, bereitete Churchill ein Attentat auf den Dampfer „Jroquois" vor. Deutscherseits wurde damals der amerikanischen Regierung Mitteilung und von Teilen Belgiens und Nordfrankreichs hat die britische Regierung-beschlossen, die folgenden Städte an -er Südostküste Englands als zur G e - fahren zo ne gehörig zu betrachten: Groß-Yarmouth, Lowestoft, Felixstove, Harwich, Clacton, Frinton, Walton, Southend, Margate, Ramsgate, Broadstaire, Sandwich, Dover. Deal und Folkestone. Die Kinder in diesen Städten werden nach Mittelengland oder in die Grafschaft Wales evakuiert, wenn ihre Eltern damit einverstanden sind. Die Stockholmer Blätter bringen zahlreiche weitere Meldungen, aus denen hervorgeht, daß die Situation in London außerordentlich ernst beurteilt wird und daß die Stimmung in der britischen Hauptstadt beträchtlich gesunken ist. Der militärische Mitarbeiter der „Times" erklärt, daß die Westmächte mit Boulogne ihre wichtigste Etappenlinie zu den in Belgien abgeschmt- Durch die harten Schläge der deutschen Wehrmacht zur Verzweiflung getrieben, glaubt Churchill mit Hilfe der Versenkung eines Passagierdampfers so schwer getroffen, daß mit ihrem Totalverlust ZU rechnen ist. Auch ein Schlachtschiff und ein Kreuzer oder Zerstörer wurden stark be- chädigt. Bei der Wiederholung dieses Angriffes am 24. Wai erhielt das schon am 23. 7Nai beschädigte Schlachtschiff drei weitere schwere Treffer auf das heck, fo daß es bewegungslos und ohne weitere Abwehr liegen blieb. Ein Flugzeugträger wurde in Brand geworfen; mit einem Verlust ist zu rechnen. Ferner wurden ein Kreuzer mittschiffs getroffen, ein Transporter und zwei Handelsdampfer versenkt, zwei weitere be- chädigt und ein großer Tanker nach einem Treffer mit Schlagseite auf Strand gesetzt. Zur Verstärkung der bei Rarvik kämpfenden Truppen gelang es, Gebirgsjägereinheiten durch Fallschirmsprung abzusehen. Die Gesamtverluste des Feindes in der Luft betrugen gestern 84 Flugzeuge, davon wurden 27 im Stockholm, 27. Mai. (Europapreß.) Der Oberbefehlshaber für die Verteidigung Englands, General Sir Walter Kirk, ist seines Postens enthoben worden. Es wird angegeben, daß er aus Altersgründen auf dem Dienst scheide. Weiter wird bekanntgegeben, daß der Chef des Reichsverteidi- aungsstabes, General Jronside. zum Oberbefehlshaber für die Verteidigung Englands ernannt wurde. Zum Nachfolger General Jronstdes als Generalstabschef wurde General Dill ernannt. General Dill hatte vorher den Posten des stellvertretenden Generalstabchefs inne. In wohlunterrichteten Londoner Kreisen erklärt man, daß dieser Personalwechsel durch die Entwicklung der militärischen Lage und die Notwendigkeit erzwungen worden sei, die Verteidigung Großbritanniens gegen eine mögliche Invasion in die stärktstmöglichen Hände zu legen. Infolge der deutschen Besetzung der Niederlande N k life fo Seimalseldmarschall Göring erhielt die höchste italienische Ordensauszeichnung Boston, 2ß. Wai. (DNB.) von vertrauenswürdiger Seite wird berichtet, daß gegen den amerikanischen Dampfer „Präsident Hoof eoet t", der sich zur Zeit auf der Fahrt von Neuyork nach dem w e st irischen Hafen Galway befindet, um amerikanische Staatsbürger mit ihren Familien aus Europa Heimzubefördern, von britischer Seite ein Anschlag geplant sei. Das Attentat gegen das Schiff soll auf der Rückfahrt, wenn es mit amerikanischen Bürgern, Frauen und Kindern voll beseht ist, ausgeführt werden. tk Ä litt: k chk ch mei m, btig G Untere Aufnahme zeigt Generalfeldmarfchall Göring mit der großen Ordensketle des Annunziaten. Ordens und den italienischen Botschafter Dino Alsieri im Hauptquartier des Generalfeldmarschalls. (Scherl-Bilderdienst-Kropp-M.) Oer Krieg der Ueberraschungen. Eine Erinnerung zuvor, die wir auch in Zukunft nicht vergessen wollen: der Kampf an der Westfront begann nicht erst am 10. Mai, sondern am 3. September. Ja, man muß ihn eigentlich mit dem Zeitpunkt ansetzen, mit dem die Gleichschaltung Belgiens und Hollands zu den Kriegsabsichten und zu den Kriegszielen der Westmächte begann, wie das \a hinreichend aus den deutschen Enthüllungen hervorgeht. Mit dem 10. Mai setzte dann die aktive Gegen» wehr Deutschlands gegen Belgien und Holland ein. Diese beiden Staaten scheinen keinerlei Bedenken getragen zu haben, genau wie in Polen, Finnland und Norwegen die Suppe auszulöffeln, die ihnen England und Frankreich eingebrockt hatten. Genau ! wie Finnland, Polen und Norwegen haben sie daher auch als Lohn für ihre Englandhörigkeit und politische Unbelehrbarkeit es erleben müssen, daß sie von dem Hauptkriegsschuldigen, England, im entscheidenden Augenblick nicht etwa mit allen Mitteln der englischen und französischen Wehrmacht unterstützt, sondern im Stich gelassen wurden. Es kommt den 'Regierungen in London, sie mögen heißen wie sie wollen, auf ein paar kaltlächtzlnd geopferte Volker ja schon lange nicht mehr an. Unterdessen ist es so gekommen, daß auch die leichtfertige Selbstaufopferung Belgiens und Hollands nicht eine einzige Woche lang hat verhindern können, daß der Krieg die schlimmste unter allen Wendungen genommen hat, die in England jemals befürchtet wurden; er ist mit der Einnahme von Boulogne und Calais bereits unmittelbar an die englischen Inseln, das Mutterland des britischen Weltreiches, herangetragen worden. Daraus ergeben sich naturgemäß Perspektiven von atemberaubender Weite und Wirkungsmöglichkeit. Es ist wohl einer der seltsamsten Kriege, den die Menschheit je erlebt hat, insofern nämlich, als er gerade in seinem jetzigen Stadium noch stärker als bisher von Ueberraschungen bestimmt ist — und das will nach den vorangegangenen acht ! Monaten wirklich etwas heißen. Alle Erfahrungen früherer Zeiten, alle landläufigen Berechnungen, alle sorgsam gehüteten Pläne fremder Generalstäbe sind mitsamt ihren Voraussetzungen.und Folgerungen durch die deutsche Kriegführung über den Haufen I gerannt worden. Es ist ein Krieg, in dem sogar die modernen Nachrichtenmittel stärker in der Hinterhand bleiben als jemals, die Operationen der Trup- Churchill Plaut Attentat aus llSA.-Dampser „Präsident Roosevelt" So sollen die Vereinigten Staaten in den Krieg getrieben werden. Luftkampf, 14 durch Flakartillerie abgefchofsen. der Rest am Boden zerstört. Sieben deutsche Flugzeuge werden vermißt. Englischer Flugzeugträger verfentt. Berlin, 26. Wai. (DRV.) Am 25. Wai trugen deutsche Kampfflieger im Seegebietvor Rar- vik einen weiteren großen Erfolg davon. Nachdem bereits am 24. Wai ein feindlicher Flugzeugträger im Ofottzord einen schweren Bombentref- f e r erhalten hatte, wurde dieses Schiff am 25. Wai vor harstadt erneut durch drei Bomben, darunter eine Bombe schwersten Kalibers, getroffen. Infolge der sehr starken Beschädigung mußte der Flugzeugträger aufgegeben werden und ging unter. !L. Ü 5* !tn: Montag, 27. Mai Mü Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/?Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 "'mHöhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstastell Abschlüsse MengenstaffelV Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 °/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche.Anzeigen von 22 mm Brette 6 Pf. Calais und Boulogne in deutscher Hand. Deutsche Lustangriffe aus Flugplätze der englischen Güdostküste. — Fortschreitender Angriff in Flandern und im Artois. K iegsschiff sowie ein Kreuzer je einen schweren l effer. * Brandwirkung wurde beobachtet. Gestern sii d w e i t e r e G e b i r g s j ä g e r zur Unterstützung iir bei Narvik kämpfenden Truppen mit Fallschirm aigesprungen. Der Wehrmachtsbericht vom Samstag. M Jahrgang lir. 125 Erscheint täglich, außer Sinntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter I HkimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Uit4Beilagen.RM.1.95 Qme Illustrierte * 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 atlch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt tenen Armeen verloren hätten. Keiner der noch übrigen Häfen habe eine solche Landekapizität wie Boulogne. Man habe zunächst die Hoffnung gehegt, daß die deutschen Angreifer hier nur über eine geringere Truppenmenge verfügten, die die Hafenstadt und deren schwache Garnison überrascht hätten. Der militärische Mitarbeiter der „Times" warnt jedoch vor einem solchen Selbstbetrug. Er schreibt, „unsere Truppen sind aus Boulogne von Kräften vertrieben worden, die hinsichtlich der Bewaffnung und vielleicht auch hinsichtlich der Zahl überlegen waren. Es ist Veranlassung zu glauben, daß eine enorme Zahl deutscher Kampfwagen durch die Lücke in den Linien der Westmächte der Somme durchgebrochen sind." „Times" teilt auch nicht die Hoffnun- ! gen, daß die deutschen Truppen durch Benzinmangel gehemmt werden könnten und gibt zu, daß den Panzerwagenkolonnen wahrscheinlich Infanterie auf Lastautos nad) folge, vielleicht sogar Mörser und Feldartillerie. Neue außerordentliche Kampfstöße in nördlicher Richtung feien zu erwarten. Es sei vollkommen sicher, daß keine Gegenattacken der Westmächte über totale 23er- stöße hinaus vorgenommen worden seien. Es sei die Höhe der Unklugheit, eine Gegenoffensive ohne hinreichende Vorbereitungen in Gang zu fetzen, wie schwer I die Stellung der eingeschlossenen Truppen im Norden auch sei. Auch der militärische Mitarbeiter von „Spectcttor" erklärt, der Ernst der Situation beruhe darin, daß man es afif Seiten der Westmächte unterlassen habe, eine effektive Waffe gegen dis deutsche Taktik zu entwickeln. Das, was in Frankreich geschehen sei, sei das Resultat schicksalhafter Vorurteile, daß die Defensive alles sei. Das englische Expeditionskorps, das im September nach Frankreich geschickt worden sei, sei die st ä r k st e offensive Waffe der Westmächte gewesen. Es habe über Tanks in großer Anzahl verfügt. Diese Armee hätte ihre Aufgabe nur durch eine Offensive erfüllen können. Es sei jedoch in Belgien defensiv eingesetzt worden. 15 französische Generale obaeseitt D Gießener Anzeiger BtBllIfdleHntoeW™d«d8.£alf btr zuriickgerusenen deutschen Iruppm- Verwundeten Frische Araber bentfcher Soldaten bcn |i( )id \,in unb hi„ „warteten fi- rennjedmen den Vrn'narü, unserer Truppen die ^ ^Ühfadr 1917 die furchtbare Ossenfioe de. auch stärkster feindlicher Widerstands nicht ausi,alten I N,a„a,a Nioeiie. bcn ((in'c clflfnen Landeleute dci. km'" Manch einen, ber ble Vlaterialfchlachten be» Uulsäuser" nannten. Unter dein gewaltigen 31n* Weltkriege» uberf anb hat e» diesmal Betroffen. " „ ' öic Deutschen ihre Stellung irgendwann und irgendwo muß jeher seinem Bolle [äumis hat sie gestürmt. Die Ruine Mont St. Eloi) Republik in eine Existenzkrise brachte. FrankrcM glänzt im Scheine der sich nad) Westen neigenden bat fid) von diesem Sdilog, den es durch den deui- Sonne. Stukas kehren vom Feindflug zurück. Flak scheu Abwehrsieg am Damenmeg erlitt, nie wieüc» und Pak beziehen neue Feuerstellungen. Ein Tag ganz erholen können. Der Durchbruch zur zwcllcii der großen Vernichiungsschlacht in Nordfrankreich Marnescklacl)t im Mai—Juni 1918 gab den Damci^ geht zu Ende. Bernhard Starke. weg noch einmal in deutsche Hand. Noch heu« w- ---------- 1 bcr ganze kahle Bergrücken, der mehr eurer HoH* (PK.) Während des Weltkrieges wurde zwölf Monate um die Lorettohöhe gerungen. Die eigentlichen Kämpfe um diesen beherrschenden Berg pieiten sich in einer Tiefe von etwa 6 Kilometer ab. So find auch die auf der V i m i) höhe liegenden Graben erholten, in denen sich die vorderste Linie 1918 befand. Die Dörfer Souchez und Givenchy sind ein ft im zerstörenden Feuer der Materialschlachten dem Erdboden gleichgemacht. Hunderttausende haben auf dieseni Schlachtfeld den Tod vor dem Feinde gesunden. <10 099 Franzosen liegen auf dem Friedhof der Lorettohöhe. 32 000 Deutsche sind In unserem größten Friedhof der ein- tigen Westsront, dem Maison Blanche, beigesetzt, zu dem die Ruinen von Mont St. Eloy und von Ablain-St. Nozolre hinübergrüßen. Wenn man die Straße von Souchez nad) Arras entlang geht, dann ieht man einen Soldatenfriedhof neben dem andern, ^ronzösilche, englische, kanadische und alle diese Oper wurden in einem Raum gebracht, der nur wenige Quadratkilometer umfaßt. Diesmal hat es zwei Tage gedauert, bis unsere Truppen durch den Raum von Arras bis zur Lorettohöhe vvrgestoßen waren. In schneidigem Angriff hat eine P a n z e r d i v i s i o n den Berg bezwungen und ist in Ausführung des Angriffs weit nach Norden in dos nord französische Industriegebiet vorgestoßen. Auf der Lorettohöhe weht die Hakenkreuzflagge. Wir haben immer Ad)tung vor einem tapferen Gegner. Aud; diesmal hat der Franzose sein Nationalheiligtum, die Lorettohöhe, Aäfjr verteidigt. Aber der Feuerwirkung unserer sd)weren Panzer mußte er weichen. Mit Panzern hat der Feind Immer wieder versucht, die deutschen Angriffe zurückzuschlagen. An der Straße, die von Souchez auf die Lorettohöhe führt, liegen die feindlichen Panzer, die fid) unseren angreifenden Truppen ent» gegenfteHten. Sie sind zerschossen u n b ausgebrannt. Die Straße des Feindes lag unter dem Feuer schwerer Batterien. Riesige Granattrichter zeigen die Wirkung unserer Feuerüberfälle. gefaßt zu sein. Die Wider spräche, die In Londoner und Pariser Kreisen hinsichtlich der Beurteilung der Kriegslage zutagetreten, veranlassen „Giornale d'Italia' fest- zustellen, die Engländer hätten recht, wenn sie sich nicht dem Optimismus hingeben und die Lage mit mutigem, wenn auch verspätetem Wirklichkeitssinn in ihrem ganzen Ernst darstellten. Die Verluste, die die Franzosen und Engländer bereit» an Menschen, Kriegsmaterial und Stellungen erlitten hätten, seien gewaltig. Für die Streitkrä te, die in Belgien und NoiHsrankreich elnge|d)ln||er seien, gebe es kein e n W eg zur F l u ch t ü b e bas '1)1 eVr, das bereits von den Deutschen be herrscht werde. Ev gebe and) kein e 'M ögli ch - feit des Durchvruchs durch die deutschen Truppen nad) Süden hin. Die weitere Entwicklung des Krieges werde davon abhängeii, wieviel Nele r v e n die West möchte noch in den Kamp werfen könnten, um zu versuchen, die Durchführung de» großzügigen beul|dien Vlanes zu verhindern. Alles In allem seien die Aussichten des Krieges nicht sehr vielversprechend für die beiden imperialen - Demokratien. in der Feuerwirkung seiner Waffen überlegen. I Heute sind mir b e m Feinde überlegen. Heute hoben w i r mehr Flugzeuge, mehr Flak, mehr Panzer, und die Infanterie ist aus dem alei- chen Holze geschnitzt wie die Männer, die voroem hier kompsten. Daycr wird diesmal der Sieg unser fein! Der Feind hat fid) nad) der Vernichtung feiner zur Abwehr von Panzern bestimmten Waffen in hinhaltendem Widerstand zurückgezogen. Wir sehen die Einschläge unserer Artillerie, die die Rückzugstraßen der LKW.-Kolonnen des Feinde» und die Mulden, in die fid) die feindliche Infanterie zurück- zieht, unter Feuer nimmt. Auch die feindliche Artillerie schießt auf unsere vordersten Stellungen. Noch muß die feindliche Artilleriebeobachtung intakt sein. Vor uns, auf einem Masserturm, sehen wir durch das Scherenfernrohr den Beobad)ter der feindlichen Artillerie. Wenige Minuten später verschwin-1 bet der Wasserturm und mit ihm der Beobaditer! in einer Rauchfahne. (Ein Feuerüberfall hat gut gesessen. Das Auge des Feindes ist vernichtet. Unsere Infanterie gebt sprungweise vor. Die H ö b e n nord w e st l i ch A r r a s müssen in unsere Hand. Motorisierte Schützen sind es, die. (P. K.) Wir liegen weit nördlich von A r- r a s. Wenn inan den Blick zurück und) Süden wendet, sieht inan den Turm der Kathedrale von Arras, in der einst Bölcke auf gebahrt war. lieber der Zitadelle liegen noch immer Rauchschwaden, sie brennt schon seit Tagen. Stukas haben hier ganze Arbeit geleistet und das fcinblidje Mun 11ions - d epoi getroffen. Vor uns liegt die Ruine von 'M o n t St. Elo i). Wieviel Soldaten des Weltkriegs werden so wie wir vor dem Feind gelegen und aus diese Ruine geblickt haben. Am Horizont nad) eine (Erinnerung an den Weltkrieg: Auf der Lorettohöhe die -Kirche Rät re Dame de Lo retto. Recht» davon in Rand) gehüllt die V i in n - Hö h e, die von unserer Artillerie besdiossen wird. Dari liegen, einer Fliegermeldung zufolge, feindliche P a n z e r In Bereitstellung. Wir sind ein ganz kleines Glied In der Kette, die fid) um die im Raume Nords ran kreid; und Belgien eingesd)lossenen feindiid)en Divisionen sd)lleßt. P a n- »er, Artillerie unb Panzerjäger bilden ihn, nicht zu vergessen unsere Infanterie, die in Gewaltmärschen unseren Panzern folgt und hier inm Einsatz gegen den fid) verzweifelt wehrenden Feind kommt. Um den Feind ein dichter Ring von leichter unb schwerer F l a 1. Tobesmntig versuchen f e i n b I i d) e Aufklärer eine Lücke in ber Umklammerung zu finden. Sie werben Opfer unserer Flak ober unserer Iöaer, bie immer zur Stelle slnb, wenn man glaubt, einem feinblichen Flugzeug sei es |d;on gelungen, fid) burch geschickte Wendungen und Kurven der Feuerwirkung der Flak zu entziehen. Schwärme deut>d;er Stukas, bie das Licht her Sonne zu blenden scheinen, fliegen in den Raum ein, in dem der Feind eingcsd)lossen Ist. Wir find bie worb e r ft e P o ft l e r u n g a m Fein d. Besser als mit bloßem Auge können mir die Bewegung ber feindlichen Nachhuten erkennen, wenn wir das Glas zur Hilfe nehmen. MU bloßem Auge sind es harmlose Strohschober, wie wir fie überall auf den weiten Feldern Nordfrankreichs finden. Mit dem Glas erkennt man aber, daß es feindliche Maschine ngewehm e st e r sind, Rohrmündungen von P a n z e r a b w ehrae - d) ü tz e n unb Insanter le g e f ch ü tz e n. Unsere dimeren MG.s und die Panzerjager nehmen die eindllchen Ziele unter Feuer. Einige Panzergra- unten, und die Strohschober stehen in Hellen F l a m m e n. Der Feind geht zurück, soweit er nicht in unserem Feuer liegen bleibt, MG.-Garben jagen hinter dem zurückgehenden Feind her Hier vorne hält d e n t s d) e Infanterie Wacht auf den Stlilachtselbern des Weltkrieges, im Raume zwischen Arras, Eombroi unb Douai, wo schon vor melir als 25 Jahren deutsdx Infanterie köinpste. Damals war der Gegner zahlenmäßig und pui da vorne an der Front laufen den Nachrichten Mitteln einsad) davon. Selbst der Wunbfunf, da» schnellste Meldemittel, hat Mühe, mit seinen Son- oermelbunqen dem phantastischen Temvo der Operationen zu folgen, mag ber Wunsch, die Heimat mit größter Schnelligkeit auf dein Lausenden zu halten, and) noch so begreiflich sein E» ist ja nur ein Beispiel von vielen für da» Außergewöhnliche dieses Krieges, wenn etwa die stärkste Feitung Europas, über deren vermeintliche Unüberwindlichkeit die Mili- törsachleute fremder Staaten eine ganze Literatur zusammenschmieden, von der 'Wehrmad)t de» neuen Deutschland unter einer wahrhaft genialen Führung im Weltraum von noch nicht einmal einer Woche ausgespalten, zerbrochen, außer Gefecht gesetzt wird, sie, die bestimmt war, einen Angreifer nm viele Monate feftzulegen, wenn nicht gar sich verbluten zn lassen Von einer Woche auf die andere Hoben die west- lichen Kriegoverschwörer, die bisher immer noch fremde Staaten unb fremde Heere zwischen fid) unb dem Gegner wußten, diesen pl"tzlid; unmittelbar an unb In Ihren Grenzen. Damit ist ein entscheidenbes und für die Westmächte tief erschreckendes Merkmal in den Vordergrund getreten, das Im Weltkriege noch nicht bestand: die damals unbestrittene Beherrschung des A e r m e l k o n a I " durch Ena- land und Fronkreid) steht heute bereits genau so auf dem Papier wie etwa Englands Herrschaft über die Nordsee nhei (eine < celjn t | .^>2 IAMUR ’T-LINIE FmorwE^N iH O LJLAN 0 uXEMBUKG Verl Ser gefangene General Girand bei einem Spaziergang Stufe um Stufe. I ig sie ntd)t ichte Beute Das italienische U-Boot „Malascina" hat bei (Zeichnung von Hindersin. — Scherl-M.) Friedliches Straßenbild im Haag Platz. si- löt' Vielseitiger Einsatz der Flakartillerie. in, 25. Mai. (DNB.) Durch den Bericht verliehen. * In London wird die Ernennung Sir Samuel Haares zum Botschafter Großbritanniens in besonderer Mission in Madrid bekanntgegeben. mbr fs üd- , rißt . 1. fc I B |l* < bat ■: geiK t m m j ffiöh üu|k < W ? Sot ms t trjr t R ng e* ; 8* ... öhe öt! | ffiir r< r nw HO zahll^ wir ■ 'M1 RaW W |i(B jrnfti i nifc. N nie I» fit r S k zeh & rib Hit m, t- R h ot HW oms litz ’n fr iif» Wir N ie $; id)li Qb £■ rn f m ns . I>| 1 Noch steht eine große Sorge über uns. Werden wir mit 9 Mann starten können? Werden wirmns .........____________ über das rissige Eis und den wässerigen Schnee e^er Tauchübung eine Tiefe von 108 Meter vom Boden heben? Es muß gewagt werden. Die erreicht. Motoren laufen auf vollen Touren. Die Maschine bewegt sich, schwerfällig erst, dann etwas rascher, sie pflügt Eis und Schnee, sie hebt sich, sie sinkt auf den Boden zurück, sie hebt sich wieder und noch einmal fackt sie zurück. Dann plötzlich — wir atmen alle aus — kein Stoß mehr, wir schweben, wir fliehen über den Gletscherschnee. In Kurven erst, um langsam Höhe zu gewinnen, und dann ist es ge- schafft. Dr. Wemschenk. d z Oberkommandos der Wehrmacht vom 24. Mai wurde bekannt, daß die deutsche Flakartillerie durch Eingreifen in den Erdkampf am 21. und 22. Mai 26 feindliche Panzerkampfwagen vernichtet hat. Schon bei einem An- Kiff von etwa 50 Panzerkampfwagen des Gegners Wir kämpfen für eine neue Idee. Alfred Rosenberg über den Zusammenstoß zweier Weltanschauungen. m rag, 26. Mai. (DNB.) In Prag fand im Rahmen des Sudetenlandgau-Kulturmonats eine kultur- politische Kundgebung statt, auf der Reichsleiter Alfred Rosenberg zu dem Thema "Kultur und Krieg" sprach. Rosenberg zeigte den Unterschied zwischen dynastischen Kriegen früherer Zeiten und dem Kampf von heute. Es handele sich diesmal um den Zusammen stoß zweier Weltan-^ schau un gen, dessen Ausgang das Gesicht der komlnenden Jahrhunderte zeichnen werde^ Daß es große und kleine Völker gebe, sei ein Gesetz der Natur. Ein kleines Volk vergebe sich gar nichts, wenn es sich unter den Schutz eines großen Volkes stelle. Sich einem Naturgesetz zu beugen, habe noch niemals die Ehre genommen. Gerade diese Erkennt- nis mache die Wege für eine neue Schau der Ge- schichte und der Gegenwartspolitik frei. Damit sei eine neue Grundlage für das Zusammenleben der Völker geschaffen. Unsere Forderung nach einheit- ltcher weltanschaulicher Haltung verlange heute noch Hollands indisches Kolonialreich. Von Dr. Paul Rohrbach. Holland ist das reichste Land Europas, wenn man das Verhältnis von Volksvermögen und Volkseinkommen zur Einwohnerzahl zugrunde legt. Dieser Reichtum ist Jahrhunderte a t; seine Grundlagen ind Handel und Kolonialwirt chaft. Bis zum Ende der Regierung Karls V. waren die Niederlande — das heutige Holland und Belgien — nid)t nur staatsrechtlich, sondern auch praktisch „deutsches Reichsgebiet. Kaiser Maximilian, Karls V. Groß- vater, erhob 1489 Amsterdam zu einer Freien Stadt des Reiches und verlieh ihr ein Wappen mit der Kaiserkrone. Dies Symvol setzten die Amsterdamer auf den Turm der stolzen Westerkerk, deren Bau 1638 beendet wurde, zehn Jahre vor dem West- fülischcii Frieden, der Holland völkerrechtlich vom Reiche löste. v ... Während die südlichen Niederlande, das jetzige Belgien, denen im Freiheitskampf gegen Spanien die Losreißung nicht gelang, unter den spanischen und später unter den österreichischen Habsburgern verkümmerten, erlebte Holland seinen glänzenden Aufstieg. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts übertraf die Tonnage der holländischen Handelsflotte die aller übrigen europäischen Länder zusammen, einschließlich England. In den sechziger fahren konnte eine holländische Flotte unter dem Admiral De Ruyter — er pflegte einen Besen an den Großmast seiner Schiffe zu binden, um damit zu zeigen, daß er die Meere reinfegte — in die Themse man- düng dringen. De Ruyter mußte aber mit den Hochmögenden, den regierenden Kaufleuten in Amsterdam darum hadern, daß sie ihm nur armierte Handelsschiffe gaben, die 40 Kanonen tragen konnten, während die Engländer Kriegsschiffe mit 60 Kanonen bauten. Die kurzsichtige Amsterdamer Scheu vor „unproduktiven Marineausgaben' führte bald dahin, daß England die Oberhand über Hol- land gewann. , Dem holländischen Kolonialreich in Indien ge- schah dadurch zunächst noch kein Abbruch. Dort hatten die Holländer die Portugiesen von den Moluk- ken, den Gewürzinseln, verjagt und diese Schatzkammer des damaligen Welthandels in ihren Besitz gebracht. Damals, als De Ruyter die Nordsee fegte und die Angestellten der Englisch-Ostindischen Eom- pagnie noch demütig am Hof des Großmoguls in Delhi um ein Handelsprivileg antichambrierten, flössen bereits große Reichtümer aus dem indischen Archipel nach Amsterdam. Nüchterne Rechner in Holland schätzten freilich den Gewinn aus dem Ost- seehandel mit den deutschen und schwedischen Häfen, vor allem aber mit Danzig, nach dem ganz Polen und selbst ein Teil von Ungarn hin gravitierte, noch höher ein, als die Ressourcen aus Indien. Außerdem beherrschten die Holländer die Fischerei in den nordischen Meeren. Die von ihnen gegründete Wal- fangstation Smeerenberg auf Spitzbergen war noch im 18. Jahrhundert während der Sommermonate ein Welthafen für Walfischjäger. Als mit dem Allgemeinwerden der neuen Reizmittel, Kaffee, Tee und Tabak, die Gewürze ihren früheren Rang im Welthandel verloren, verlagerte sich das Schwergewicht des indischen Besitzes von den Molukken nach dem fruchtbaren und dicht bevölkerten Java. Heute ist Java die Perle von Jnsulinde, wie die Holländer ihr Kolonialreich in dem indisch-australischen Archipel nennen. Bis zu garen mit 3:0 unterlagen. Der Führer hat den Verlagsbuchhändler Dr. Arthur Georgi in Berlin aus Anlaß der Voll- endung seines 75. Lebensjahres in Würdigung seiner grundlegenden und bedeutsamen Verlaas- arbeiten auf dem Gebiete der Landwirtschaft die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft Der Duce hat in Gegenwart von Marschall Graziani die Armeekommandanten Gross! und G u z z o n i, den General Bergia, stellver- tretenden Chef der Luftabwehr, und General R o s s i und Oberstleutnant Piacentini des Mo° dilmachungsstabes beim Kriegsministerium empfangen, ferner den Akademiker Giordani und Senator B o c c i a r d o der Terniwerke sowie Admiral Arturo Cian o der Oderowerke und Ingenieur Rocca der Ansaldo-Werkc, denen er Anweisungen zur Durchführung des zusätzlichen Programms für die Herstellung von Geschützen erteilte. * Die auf Einladung Dr. Leys auf einer kurzen Deutschland reise in Berlin weilende italienische Studienkommission leitender Bank- und Versicherungsmänner stattete vor der Rückkehr nach Rom Reichsleiter Dr. Ley in dessen Berliner Dienststelle einen Besuch ab. Reichssportführer von Tschammer und Osten wurde von König Boris empfangen. Zu Ehren des Gastes fand eine Sportfeierstunde statt. Dann wohnte der Reichssportführer dem Fuß- I ballwettspiel Berlin—Sofia bei, in dem die Bul- efcne gleicht, bedeckt von den Spuren jener Kämpfe. SBrite Ackerflächen — der Großgrundbesitz herrscht hdr oben vor, wechseln ab mit grasbewachsenen, zerpflügten Trichterfeldern, dazwischen eingestreut hier und da eine deutsche oder französische Krieger- gtaberftätte, ein zerstörtes Gehöft. Das berühmte, M umstrittene Dor Craonne ist fast ganz von der Bildfläcke verschwunden. Nur weil ein Schild am Äearano auf die Stelle aufmerksam macht, wo es etzrst stand, entdeckt man einige im nachwachsenden Gbüsch fast verborgene Ruinen. Die Ortschaft selber ist woanders wieder aufgebaut worden. mehr als vorher unseren kulturellen Einsatz. Der Kampf ist nur die Spitze eines neuen Kulturwillens, das Leben neu zu gestalten. Wenn unsere Krieger nach Hause kommen, so müssen sie wissen, daß sie für eine neue Ide e gekämpft haben, und daher ist es unsere Pflicht, während des ganzen Ringens draußen an der Front wirklich e i n neues Bild deutscher Kultur umzuge- statten. Wenn wir darin den Sinn unseres Lebens sehen, dann dürfen wir alle eines Tages sagen: Auch wir sind dabei gewesen! Ostsiedlung von Reichsdeutschen erst nach dem Kriege. Berlin, 25. Mai. (DNB.) Der Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums Reichsführer IU und Chef der Deutschen Polizei Himmler, gibt bekannt: „3n den Ostprovinzen werden jetzt nur d i e zurückgewanderten Balten-, Wolhynien-, Galizien- und Narew- deutschen angesetzt. Siedlungsantrage und Be«. werbungsen von Reichsdeutschen sind wahrend des Krieges zwecklos. — Die bisher eingesandten Gesuche werden zur Zeit nicht bearbeitet I und genießen keinerlei Vorrang. — Die Ansetzung und Siedlung von Reichsdeutschen, insbesondere der Frontsoldaten, beginnt sofort nach A bs chluß des Krieges. Ich werde zu diesem Zeitpunkt durch Presse und Rundfunk zur Bewerbung und I Meldung auffordern." Kleine politische Nachrichten. Der stellvertretende Gauleiter von München-Ober- bayern, O t t o N i p p o l d , ist am 17. Mai als Ge- I birgsjäger im Westen gefallen. In einem Trauerappell würdigte Gauleiter Staatsmmister AdolsWagner die großen Fähigkeiten und den stolzen Einsatz seines alten Mitkämpfers. I * Der Oberbefehlshaber für die deutschen Streit- Ikräfte in Norwegen, General von Folkenhorst, ist am 21. Mai mit dem Oberbefehlshaber der schwedischen Wehrmacht, General Thörnell, an der chwedisch-norwegischen Grenze bei Storlien zu- hammengetroffen. Bei dieser Zusammenkunft tft eine Anzahl praktischer Fragen betreffend Grenzverhaltnisse mit gutem Ergebnis besprochen worden. I Reuter verbreitet folgende amtliche Meldung: Der belgische Ministerpräsident Pierlot ist in Begleitung anderer Kavinettsmitglleder am Samstag in London dngetroffen. Der Simplon-Expreß, die schnellste Der- Ibinduna von Paris nach dem Balkan, ist von der französischen Regierung am Sonntag eingestellt l worden. * Vor dem zuständigen Stockholmer Gericht begann die Verhandlung gegen die im Zusammenhang mit her großen Sprengstoffsabotageaffäre verhafteten fünf Personen, deren Anführer der englische Staats« langehörige Alfred Fredric Ri ckman war. Da eine Kurve nach rechts. Ein steiler.Gleitflug in die Tiefe. Der Flugzeugführer deutet hinunter auf einen Gletscher. Uno nun erblicke auch ich mitten in der Einsamkeit der Schneefelder das A u f - flackern eines Lichtes. Wir stürzen darauf zu. Wir erkennen: „Hier br enjit ein Flug- z e u g." Wir gehen tiefer und tiefer und kreisen über den Gletscher. Menschen winken uns zu und malen riesengroße Buchstaben in den Schnee. Es sind Kameraden! Wlr müssen landen und die Ka- meraden aus Eisnot retten. Aber zunächst scheint das ein gefährliches Unterfangen, denn der See, halb mit Schnee bedeckt und stark durch Eisnsfe gezeichnet, ist kein Landeplatz für ein schweres Kampfflugzeug, das mit mehr als 100 Kilometer | Geschwindigkeit aufsetzen muß. Spähenden Auges durchforscht der Flugzeugführer das Gelände. Da neigt sich die Maschine. Die Motoren werden leiser, wir schweben aus, wir setzen auf. Es kracht und klirrt Schnee und Eis dringen in die Maschine und dazwischen spritzt Wasser. Mit vollaufenden Mo- toren rollt die Maschine weiter, heraus aus dem brüchigen Eis, solange, bis sie eine feste Stelle gefunden hat. Kurz darauf begrüßen wir vier Kameraden, die vom Feindflug zurückkehrend, schwerer Flaktreffer wegen auf dem Gletschersee notlan- b en mußten und dort die Reiste ihrer Maschine verbrannten, um sie nicht in Feindeshand fallen zu (PK.) Major V., Gruppenkommandeur in einem 1 ampfgeschwader, hat seine Stafselmänner um sich । lsrsammett. In knappen Worten gibt er den Em- • sttzbefehl: „Großangriff auf Erdziele ,n i i e n Bergen um Narvik! Zweck des Unternehmens ist es, die feit Wochen gegen die starken , § rüste des Feindes am nördlichen Polarkreis kamp- sinden deutschenGebirgsjäger wirksam zu ^AndieMaschinen!" Die Besatzungen steigen ein. Schon wird das Zeichen zum Start gegeben und leite auf Kette nimmt Kurs nach Norden. Ueber jiügel und Täler geht der Flug- In der Weite buchten schon die schneebedeckten Kronen der Berg- refen. Knapp über die Schneefelder braust unsere Maschine, springt über Hochragende Felsen, stürzt . sch auf blauschimmernde Gletscher. Dann geht es ult mächtigem Schwung dem Ofot-Fjord ent- icaen. Doch plötzlich eine unheimliche Steilkurve roch links, ein Pfeifen in den Ohren! Im Wenden loch nähern wir mzs der linken Felswand. Der Flugzeugführer zieht mit fast sorgloser Gelassen- tert bie Maschine in der Kurve hoch, wahrend der Kommandeur mit der Hand nach rückwärts AM: zwei englische Zerstörer, die an der B.e- !zrung des Berges Posten bezogen hatten und denen vir, hätte das scharfe Auge der Besatzung sie nicht irspäht und blitzschnell gehandelt, eine leichte Beute geworden wären. Nun hatte der Engländer das iRachschauen. Wir kurven uns zurück, unsere Augen Icften an den Bergwänden. Dort sitzt irgendwo der jkeind. Doch wir sehen ihn noch nicht Die Augen Nüssen sich erst an den ständigen Wechsel zwischen Licht und Schatten gewöhnen. Da, schwarze Pünktchen auf einer schneeweißen Wche. Eine feindliche Schitruppe strebt cm Hang eines Schneefeldes der Höhe zu. Sekun- hen später ratterten die Geschosse im Tiefangriff ruf die englischen Soldaten. Sie springen und wer- en sich in den Schnee. Schon sind wir über sie hinweg. Unsere MG.s haben ihre Schuldigkeit getan. Nun entdecken wir überall unter Felsvor- Iprüngen gut getarnte kleine Zelte, weit ver- f reut auf den riesigen Berghöhen: b i e f e i n d l ich e Stellung. Links- und rechtsum schnellt die Maschine wie von einer Feder getrieben. Oft Ichemt j e fast den Boden zu berühren. Unsere Maschinengewehre knatterten vorn und hinten. Wir stürzen uns ins nächste Tal. Dort unten ßeht eine Bergstraße ihre Serpentinen. Beladene Kutas und kleine Kolonnen vermögen sich unserem .Xugriff nicht mehr zu entziehen. Unsere MG.S nachen reinen Tisch. Maultiere springen zu Tode ürschrocken den Hang hinab Kraftwagen werden fluchtartig verlassen. Hinter Gebüschen, in Graben verstecken sich alle Soldaten. Dann fliegen mir Oie Felswand ab, schießen in seine Nischen und> Dor- vrünge, auf denen sich Leben zeigt. Hoch oben in len Felsen haben sich unsere Geber gs,ager ■ ingenistet. Dort stehen sie und winken uns dit Wir gehen ganz tief und sehen sie stehen bie braungebrannten zähen Burschen, die hier oben am Polarkreis treue Wacht für Deutschland halten. Em Heines Zett ist ihre Wohnung, über t^en breitet Ach der ewige Tag, unter ihnen geht es oft viele lunbert Meter senkrecht in die Tiefe. Wir kurven noch einmal zurück. Wir winken noch einmal, to e «chwingen zum Dank die Hakenkreuzfahne. Wir nehmen Kurs nach Süden, Kurück auf unseren Flug- Kampsflieger gegen feindliche Vergnefler bei Aawik. nb, lack ■ eben: ■ bie fr anal ii« w * m-f, € ieroir" r n $ £■ i nW M wr -l-< ’e K am 18. Mai hatte die deutsche Flakartillerie Qc-. legenheit, erfolgreich in diesen Abwehrkampf einzu- greifen. Durch direkten Schuß wurden an diesem Tage 20 feindliche Panzerkampfwagen vernichtet. Weiter wurde bekannt, daß durch Flakartillerie von Land aus ein feindliches Kriegsschiff zum Sinken gebracht wurde. Gemeinhin glaubt man, daß unsere Flakartillc-! risten nur die Aufgabe haben, Bombenangriffe der feindlichen Flieger abzuwehren. Sie verteidigen aber nicht nur den Luftraum über dem Heimatgebiet, sondern stehen in vorderster Linie bei den Kameraden des Heeres, denen sie auch im Erdkampf oftmals wertvolle Hilfe geleistet haben. Es sind viele heldenmütige Taten deutscher Flakartilleristen, von denen man erst später nach Beendigung der großen Kämpfe hören wird. Es steht heute aber schon fest, Deutschland kann auf die Taten und Erfolge feiner Flakartilleristen, dieses Teiles der jungen deutschen Luftwaffe, stolz sein. Die Flakartillerie hat das in sie gesetzte Vertrauen voll gerechtfertigt. In den Straßen der holländischen Residenzstadt Den Haag geht das Leben schon wieder seinen aewohnten Gana. Ueberall sieht man die entlassenen holländischen Soldaten. — Den Offizieren wurde der Degen belassen. — (PK.-Wiedemann-Scherl-MH heim, Herr Carl Schulze kurz vor der Vollendung seines 62. Lebensjahres. Baby- und Kinderwäsche Die Beerdigung fand in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 2562 A 2560 D GLORIfi MANN Garbenteich, Gießen, den 27. Mai 1940. 2566 D elektrische Wanduhr. 2568Ö Qphanmann Gerichtsvollz. in Gienen vvllal uldllll WiejeMr. 2. Tel. 3108. Plötzlich und unerwartet verstarb infolge eines Herzschlages am Mittwochabend, dem 22, Mai, nach einem arbeitsreichen Leben mein geliebter Mann, unser treu* sorgender, herzensguter Vater, Großvater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Ein aufregendes Spiel des Zufalls, in dem ein heimlicher und ein falscher Ehemann eine Schwiegermutter und eineBrautaus demHäuschen bringen Gießen, Selters weg 1 und Kriegsheim bei Worms. Sie werden herzlich lachen über dieses neue amüsante Tobis-Lustspiel! In tiefer Trauer: Liesel Schulze, geb. Manger Hilde Damerau, geb. Schulze Lic. theoh Rudolf Damerau, Pfarrverwalter Werner und Christa Damerau, Enkelkinder. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 28. Mai, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Watzenborner Straße 2, aus statt. mit Merei in Gießen oder Umgeb., Kundschaft komrntrve- niger i.Betracht Schr. Ang. unter 01899 a.d.G.A. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in dieHei- matzeitung, den Gießener Anzeiger Hauptrollen: MADY RAHL-GRETHE WEISER-ANNEMARIE HOLTZ-GUNTHER LÜDERS HANS NIELSEN • FRITZ'OD EM AR Spielleitung: Paul Heidemann Musik: Peter Kreuder im Alter von 70 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Otto Rödiger Familie Fritz Schomber Familie Friedel Hambach Familie Bernhard Mohr. Beachten Sie bitte meine Ausstellung Markt 16 in finge aber meist untergeordnete Stellen in der Verwaltung oder Wirtschaft ein, und es besteht eine Neigung unter ihnen, sich zum Unabhängigkeitsstreben der gebildeten (und halbgebildeten) Eingeborenen zu schlagen. Hier können schwere Krisen im im Schoß der Zukunft liegen. Aus aller Welt. Schweres Erdbeben in Peru. , PQLOST_____G Lessen. Ein schweres Erdbeben suchte ganz Peru , besonders die Hauptstadt Lima. Während aber die Erdbebenschäden in Lima keine Katastrophenausmaße aufweisen, bieten das 14 Kilometer entfernte Callao und C h o r o i l l o s ein Bild der Zerstö- vuna. Ganze Häuserviertel liegen in Trümmern, darunter auch solide Steinbauten. Die Plätze und Parks verwandeln sich in traurige Zeltlager der obdachlosen Bevölkerung. Das Erdbeben ist das schwerste seit 40 Jahren. Bisher wurden mehr als 200 Tote und 4000 Verletzte gezählt. Allein in der Hafenstadt Callao und den Badeorten Chorrillos und Barranco stürzten mehr als 1000 Häuser ein. Die Bevölkerung Limas nächtigte zu vielen Tausenden in den Parks und Alleen. Weitere Erdstöße in den frühen Morgenstunden des Samstag lösten eine Panik aus. Alle Geschäfte, Kinos und Theater sind geschloffen. Der Sachschaden ist vor allem in Lima und Umgebung außerordentlich groß, da hier das Zentrum Zwangsversteigerung. Dienstag, den 28. Mai 1940, nach- mittagsLUbr, sollen imBerkaufs- lokal Hartinest, Neuenw. 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe i. obig.Lokal) zwangsweise gegen sok.Barzahlung versteig, werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Radios, 1 Leika, ein Protos-Staübsauger, 1 Klavier, 1 Standuhr, ISchreibmasch.,eine Auspubmasch. u. 1 Schusterpress. Bestimmt wird versteigert: Eine cfoniy nid* wissen' Am 26. Mai entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin, Tante und Patin Frau Katharine Rahn geb. Wallbott Trägerin des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter Heute Montag Erstaufführung Insel; außerdem erzeugt es über 90 v. H. des auf der Welt gebrauchten Chinins. Sumatra liefert das wertvollste Deckblatt für Zigarren. Daneben fließt in ganz Jnsulinde der weiße, milchige Rinhensaft aus Millionen Kautschukbäumen, deren erster Same aus Brasilien herübergebracht wurde. Ein Problem der holländischen Kolonialoerwal- tung ist hiß Eingeboren enfrage. Dor neun Jahren fragte ich in Batavia einen javanischen Fürsten, ein Mitglied des Rats von Indien, der vier europäische Sprachen beherrschte, Holländisch, Deutsch, Französisch und Englisch, wie er sich die Zukunft von Jnsulinde dächte. Er bat mich, nicht Jnsulinde zu sagen, wie die Holländer, sondern Indonesien, und sein Programm war: Ein s e l b- st ä n d i g e s Indonesien im Bundesverhältnis mit Holland! In Bandoeng, im Innern von Java, besuchte ich eine höhere Eingeborenenschule der holländischen Regierung und hörte ein siebzehnjähriges Malayenmädchen die Hexameter von Ooids Metamorphosen skandieren. „Warum wird hier Latein unterrichtet?" fragte ich den liebenswürdigen Direktor. Seine Antwort war: „Als Grundlage für das juristische Studium in Utrecht!" Das ist kein ungefährlicher Weg in der Kolonialpolitik, aber einmal beschritten, muß er weitergegangen werden. Holländisch-malayisches Mischblut besitzt Europäerrechte, eingeborene Frauen können nach holländischem Recht legal von Weißen geheiratet werden. Praktisch gesprochen nehmen die Misch- Bekanntmachung belr. Pferde-Vormusterung im Stadtkreis Gießen. Auf Anordnung des £)$). wird am Freitag, dem 7. Juni 1940, 15.15 Uhr, für den Stadtkreis Gießen eine Pferde-Vormuste- rung durchgeführt. Musterungsplatz ist die Schlachthofstraße. Zur angegebenen Zeit sind auf Grund des Reichs- leiftungsgefetzes § 3, Abs. 2, und § 15, Nr. 1 und 2, vorzuführen: Sämtliche Pferde, Maultiere und Maulesel, die drei Jahre und älter und nach der letzten Pferde- Vormusterung am 13. März 1940 in Zugang gekommen find (die bereits am 13. März d. I. vor- gemusterten Pferde sind somit von der Vorführung befreit). Nicht vorzuführen sind ferner: Hengste (Klopp- oder Spitzhengste), Pferde, die auf beiden Augen blind sino, Pferde unter 135 cm Stockmaß, Pferde, die wegen Erkrankung nicht marschfähig sind oder an einer übertragbaren Krankheit leiden bzw. einer solchen verdächtig sind (amtstierärztliche Bescheinigung ist vorzulegen), Pferde, die in Bergwerken dauernd unter Tag arbeiten, hochtragende Stuten, die in 4 Wochen abfohlen und Hauptstammbuchstuten. Die Tiere sind frisch geputzt, ohne Geschirr und ohne Decke mit Zaumzeug oder Halfter mit Gebiß vorzuführen. Die Hufe sollen, auch.an der Sohle, sauber, aber nicht gefettet oder geteert sein. Die Vorführung hat durch geeignete Männer, keinesfalls durch Kinder, zu erfolgen. Gleichzeitig weise ich nochmals darauf hin, daß sämtliche Veränderungen im Pferdebestand innerhalb drei Tagen im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 30, zu melden sind. Eine voraussichtlich die dauernde Truppenuntauglichkeit herbeiführende Aen- derung im Zustand eines Pferdes ist ebenfalls sofort anzuzeigen. 2564C Zuwiderhandlungen werden nach § 34 des Reichs- leiftungsgefetzes geahndet. Gießen, den 27. Mai 1940. Der Oberbürgoermeister der Stadt Gießen. I. V.i gez. Nicolgus. Alt-fiold und Silber kauft [roaeA NMM Mtn uni litten nach der Naturschutzverordnung vom 18. Marz 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus- führlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnatur- fchutzgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschutzverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Ergänzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich erläutert und geben damit jedem eine gründliche Aufklärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur überhaupt» sei cs beruflich oder als Liebhaber und Naturfreund, in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsanwälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet Jein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- u. Herba». ien-Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, Präparatoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuikreisig-Verkäufer, Kranzbindereien und die mit der übers roachung der Märkte beauftragten Beamten, Feldhüter, Polizeistellen usw.- Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Hugo Bermuhler Verlag Annahme-Untersuchung für Waffen-fL und Schutzpolizei. Am Freitag, dem 31. Mai 1940, findet in Gießen, 83. ^-Standarte, eine Annahmeuntersuchung statt. Beginn 16.00 Uhr. Angenommen werden Freiwillige für: ' 1. ^-Berfügungstrrchpen (einschließl. Leibstandarte ff „Adolf Hitler") Mindestgröße: 170 cm. 2. ^-Totcrttopfstandarten: a) mit Dienstzeitverpflichtung (12Jahre, Lebensberuf: Polizei oder Wehrbauer). Mindestgröße: 168 cm mit 17 Jahren. b) ohne Dienstzeitverpflichtung (bevorzugt SA.-Männer und Parteigenossen). 3. Schutzpolizei: Ungediente Männer. Geeignete Bewerber können sich bei der Annahmeuntersuchung als Freiwillige melden. 2563 d Neuste Ufa-Ton-Woche: u. a. die Kapitulation der holländischen Armee - DeutscheTruppen in Lüttich - Vorstoß nach Frankreich — Die Maginot- Linie durchbrochen. 2561 a Täglich 4, 6, 8.30 Uhr. Jugendliche haben keinen Zutritt Achtung! Mittwoch, 29. Mai, 3 Uhr nachm. Wiederholung der Wochenschau - Sondervorstellung Der große Entscheidungskampf im Westen. Eintritt; Erwachsene 40 Pf., Kinder 20 Pf- den Napoleonischen Kriegen gehörte auch Ceylon dazu, das an Wert mit Java wetteifern kann, und als unschätzbarer Stützpunkt auf dem weiten Seewege nach Indien diente das Kapland. Die Buren- beoölkerung Südafrikas ist noch heute ein lebendiges Denkmal der holländischen Zeit am Kap. Der gespenstische Seefahrer, der, zur ewigen Unrast verdammt, um das Kap kreuzt, konnte auch niemand anders fein, als der fliegende Holländer. Während der Napoleonischen Kriege legte England die Hand auf allen holländischen Besitz vom Kapland bis nach Java. Ueberall wurde englische Verwaltung eingerichtet. Die Kapkolonie und Ceylon wurden bei dem großen Friedensschluß auf dem Wiener Kongreß von den Engländern nicht wieder herausgegeben: Java und den übrigen Besitz in Jnsulinde erstattete man den Holländern zurück. Es hat ziemlich lange gedauert, bis auch die übrigen großen Inseln, Sumatra ganz und Borneo bis auf den kleineren englischen Anteil im Norden, unterworfen und aufgeschlossen waren. Die kolonialwirtschaftliche Nutzung Javas als des Kernstücks des indischen Besitzes geschah lange Jahrzchnte durch das sogenannte K u l t u r s y st e m, eine jetzt fcit langem abgeschaffte Zwangsverpffich- fung der Eingeborenen zum Anbau bestimmter Produkte. Ihre moralische Unhaltbarkeit ist in dem berühmten Roman „Max Havelaar" von Douwes Dekker (Multatuli) geschildert. Java ist jetzt nicht mehr eine Kaffee-, sondern eine Zucker- und Tee- von morgens bis mittags 3 Uhr sofort gesucht. Gutenberg- strafte 19 V.visss Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 | Verkäufe"] Komplettes WllWMl Küche und Metall-Bett zu verkauf. ( qisog Wo, sagt die Ge- schäftsst. d. G.A. um neff, gut und gesund gekleidet zu sein, das gibt es immer preiswert des Erdbebens war. Nach dem Urteil der Fach, kreise war das Erdbeben, welches nördlich bis Guayaquil, dem Hafen von Ekuador ging, die Folge eines Seebebens gewaltigen Ausmaßes außerhalb der Küstengewässer Perus. Auch die jüngsten Orkane in Valparaiso hingen damit zusammen. In Lima ist die im südlichen Stadtteil gelegene Kathedrale stark beschädigt worden; ebenso sind die alten Kirchen Santo Domingo und San Franzisko im Norden der Stadt erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Unter den Reichsdeutschen sind keine Opfer zu beklagen. Der Sachschaden des Erdbebens geht in die Millionen. 17 Todesopfer bei einem Autobusunglück in Finnland. In der Nähe von Abo fuhr durch Ver- sagen d e r B r e m s e n ein mit- etwa 30 Passagieren besetzter Autobus der Strecke Abo—Satava in den See und versank sofort. 10 Passagiere tonnten sich retten. , Durch sofort herbeigerufene Rettungsmannschaften wurden bisher 17 Todesopfer geborgen. Hauptjchriftleitec: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter dr» hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und BÜder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gwtzen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blnmschein: für Sport: Heinrich LudwigNeuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Tr.-Ina. Erich Hamann: Anzeigenlelter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. Mädchen [Kaufgesuche"| innac ^rau Zu Men 9”chl: 19 $ 9aos UHRMACHER »JUWELIER CIES1EN-NEUENWEG *. Gen.-Bescheid C. 40/4123.. Empfehlungen"! 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Mit Rücksicht auf den Krieg habe man diesmal von einer Festsitzung Ab- zenten für wissenschaftliche Arbeiten gegeben Außerdem waren für mehrere Zwecke Mittel bewilligt worden, die aber nicht zur Auszahlung kamen, da der Ausbruch des Krieges -ihre Verwendung nicht mehr ermöglichte. Die übrigen Ausgaben verteilen sich auf die Aufwendungen für die Herausgabe der Hochschulnachrichten, für Vorträge und Versammlungen, Verwaltungskosten usw. Das Vermögen der Hochschulgesellschaft belief sich am Ende des zu erhalten. . ,, . Mit dieser Ausführung tritt klar in Erscheinung, daß der deutsche Arzt von heute seine Aufgabe poli- . ■ r« r- r. i . ...S. _ f - „»CHSAa, G'Xvmm? or itnh. 1 ni = stand genommen. Sodann erstattete er den Jahresbericht. Darin wird zunächst der im Jahre 1939 verstorbenen Mck- glieder gedacht, und zwar Lanügerichtspraftdent-t. JL Neuenhagen, der 15 Jahre lang dem Dor- Buge", sagte er dann wohlwollend, „wir wollen sehen, was sich machen läßt." Otto sprang so- fim auf und sauste wie ein ausgelassener junger Iaidhund durch die Stube. „Ich darf es behalten, Mtti", brüllte er wie besessen, „ich darf es behal- Jahres 1939 auf 51 606,92 RM., gegen 45 400 RM. am Ende des Jahres 1938. Der Bericht wurde einstimmig gutgeheißen und dem Vorstand und Verwaltungsrat Entlastung erteilt. Im Anschluß daran machte Dr. Meesmann die Mitteilung, daß er sein Amt als Vorsitzender der Hochschulgesellschaft niederlege. Der Vorstand hat von diesem Entschluß mit Bedauern Kenntnis genommen und Dr. Meesmann für die bisherige Führung der Geschäfte der Gesellschaft sein volles Vertrauen und seinen herzlichen Dank ausgesprochen. Wie von Dr. Meesmann weiter mitgeteilt wurde, hat der Vorstand einstimmig den Landrat Dr. Lotz zum Vorsitzenden gewählt, und dieser hat das Amt angenommen. Alsdann wurden Wahlen vorgenommen. Aus Vorschlag des Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Fabrikant Arthur Pfeiffer (Wetzlar), wurde Dr. h. c. Meesmann, dessen Amtszeit abgelaufen ist, einstimmig zum Mitglied des Vorstands gewählt, Bergassessor Kippenberger und Fabrikant S ch u ch h a r d t zum Verwaltungsrat wieder- gewählt, ferner an Stelle von Dr. Karl Merck (Darmstadt) auf dessen Wunsch Dr. Fritz M e r ck in den Verwaltungsrat gerufen. Oberkirchenrat i. R. Wagner sprach hierauf unter dem Beifall der Versammlung Dr. Meesmann für seine bisherige, stets von vollem Vertrauen der Mitglieder getragene Vorstandstätigkeit herzlichen Dank aus. r## r . Der Vorsitzende Dr. Meesmann schloß dann die Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren genialen Führer und unsere unvergleichliche Wehrmacht. bemüht! .. __ Aber nun war's einmal zu spat. Eines Tages er- K ranken, für die tatsächlich ärztliche Hilfe Bedürftigen frei bleibt. Erfahrungsgemäß ist es meist so, daß der ernsthaft Kranke oft schwerer zum Arzt indet, als derjenige, der den Arzt entbehren könnte und ihn oft nur in der Hoffnung aussucht, zusätzliche Ernährungsmittel zu erhalten, die er aber in Wirklichkeit gar nicht braucht. Die Wartezimmer der Arzte dürfen in Kriegszeiten nur von Patienten ausgesucht werden, die der Hilfe tatsächlich bedürfen. , . . . , Jeder überlege es sich daher, ob er die knapp bemessene Zeit des Arztes in Anspruch nehmen muß oder nicht. Eine Feststellung ist noch von besonderer Wichtigkeit: Nachprüfungen haben ergeben, daß mehr als die Hälfte der auf Verlangen der Patienten erfolgten Nachtbesuchs von Aerzten überflüssig waren. Der Arzt braucht seine Nachtruhe aber ebenso wie jeder andere Volksgenosse, oder in diesen Zeiten vielleicht noch mehr als jeder andere. Deshalb prüfe jeder noch einmal die Notwendigkeit, ehe er den Arzt in spaten Abendstunden oder mitten in der Nacht durch den Fernspre- ker oder die Alarmglocke aus dem Schlafe reißt. Der wirklich Kranke soll natürlich stets die Möglichkeit haben, die Hilfe des Arztes zur rechten Zeit Von der Verschwiegenheit. Von Albrecht Haller. Aerzte sind selten Kalligraphen. Das begreiflich. Denn wer durch Jahrzehnte z. B. ,,acidi acetylosalicylici” in fliegender Hast aufs Papier wirst kriegt eine krumme Klaue. So hat auch meine Handschrift, wie man mir versichert, die Grenzen der Leserlichkeit seit Jahren überschritten. Das verwunderlich' denn man hatte im Gymnasium nicht unversucht gelassen, sie zu bessern Noch m der Tertia wurde ich als einziger, und allen verbrieften Satzungen zum Hohne, in ine ^o^lZraphle- stunde gebeten. Das war em padagogtzcher Justizmord. Aber mein Trotz spottete jeder Beschreibung des Papiers. Mit der Stenographie gmgs schon besser Trinkt des trauten Traubentrankes Troftes- tropfen" deklamierte der gute Lehrer pathetisch aus seinen Werken. Das klang verführerisch in Die drückende Nachmittagsschwule der niederen Schulstube Aber immerhin: Ich handhabe noch heute meine Kurzschrift nach eigenen Sigeln. Nur bleiben sie's hinterher auch ost für mich. Bis im Berufe die Zeit kam, da der große Jn- dustriekonzern, dem ich diente, sich entschloß nzich gegen billige Entschädigung mit einer Schreibmaschine zu versehen. Seit Jahrzehnten hatte sie in der Großstadt treu und ergeben ihre Pflicht getan, als „Hammond multiplex", wie man sie m ihrer Jugend getauft. Sparsamer, immer langsamer, keuchte sie nun schon inmitten ihrer jungen, flink schnatternden Artgenossinnen hinterher und stand des Nachts wie ein Waldbaum unterm aufstrebenden Jungwuchs. Nun sollte sie in meinem Heim ihr ruhiges Ableben haben. _ Das breitbehagliche Aussehen der alten Dame Mach rmiü MsoglMs Äm dsZ Äm wm ein tiefes Geheimnis. Unter Erwachsenen aber ist diese halbe Verschwiegenhöst oft schlimmer als gar keine. „Und was ich noch amtlich weiß aber „UnE> über die Soundso, da könnte ich Ihnen Geschichten erzählen, aber ich sage nichts" — solche Redewendungen laufen bereits auf Verleumdung hinaus. Denn die Verschwiegenheit verschweigt selbst den Umstand, daß sie etwas verschweigt. Em Geheimnis ist nur dort sicher, wo man gar mchf vermutet, daß eines vorhanden sei. Erst von dieser vollkommenen Verschwiegenheit gilt das arabische Sprichwort: Am Baume des Schweigens hangt seine Frucht, der Friede. Notizen für den 28. Mai. Sonnenaufgang: 543 Uhr. Sonnenuntergang: 11.32 Uhr. — Mondaufgang: 1.40 Uhr. Mono- Untergang: 12.14 Uhr. . Dr. Lolin Hoß spricht in Sie -en. Im Rahmen einer Vortragsveranstaltru des Deutschen Dolksbildungswerkes in der J ' Gemeinschaft „Kraft durch Freude" die in -'tbm* düng mit dem NSD.-Studentenbund abg eya ten wird, spricht am Mittwoch, 29. Mai, in be'r Aula der Universität, der bekannte Weltreisenke Dr. Colin Roß über seine Weltreise in den r Bethcke, der ebensolange Mit- ucht sich gerne an diese Arbeit. Er weiß ja, daß L be5 Vorstandes war; beide haben sich während i sich lohnt, und daß es vom gerbst an einige zu- er Zeit der Interessen der Gesellschaft m beson- cßliche Braten geben wird, gegen dve die Mutter Maße angenommen; ferner der Geheime ichts einzuwenden hat. bch' Kirchenrat Prof. Dr. Krüger, der Mitbegründer f der Gesellschaft, lange Jahre ihr stellvertretender ilnser neuer jiOlMtt. Vorsitzender des Verwaltungsrats und IN den bei- Nachdem wir in derS°motogous^b- unsere- Gn. ^-b ^nn^dewast^ werde, rir in der heute erscheinenden Nummrr des ber vorjährigen Wahl ist Oberbürger, ^ner Anzeigers Nut der Derosjentüchung eines ?11 e r r Eichen, neu in den Vorstand ein- r-uen großen Romanwerks. ^>"-dem r uns H Die Mitgliederzahl belief sich am 31 De- enen nicht geringeren Ersolg m allen Krei,en u g 1939 auf 405 Mitglieder. Die Einnahmen .. Leserschaft oersprechen dürft. Der Ro S ;^ge,9nit auf 7378,77 RM.; davon im an ..Keine Spuroon «““oHÄ ffi-n u. a’ aufWMÄää« 4902,60 RM. tSaufmann führt uns in die st'lle, weite Land^ e,^ a n u.^^i 1408 äu5 bem istzast der Ostseeküste, wo eme lung- Kurausgelöster Ablösungsanleihe ergab sich ein infam wohnt, denn ihr Mann ist seit drei Jahren l 9 1002,12 RM. Die Ausgaben belie- r-rschollen. Welche inneren und auß-renBerrmck- auf 3998,77 W.; davon wurden İW?sind^ewitz.''datz''df"er ftinsinni/e '^d 1910 RM. als Zuwendungen an Jnst.tute^und Do- zugleich spannende Roman einer lebten Autorin Sen unseren Lesern und Leserinnen m Stadt und lond eine von Fortsetzung l:ger Erwartung begrüßte Lektüre bieten wird. töt einem reinen Familienstreit fing es an. Der Zehnjährige Otto war mittags mit einem kleinen rnlünchen nach Hause gekommen „Was willst bu i an bie Bevölkerung: nd dem Tier?" forschte die Mutter mit strengen *gbenr0 roie bie Ernährung unseres Volkes sicher- llilgen, „m unserer Wohnung können wir es jeden- rteUt hoben die verantwortlichen Stellen auch ioSs nicht gebrauchen. Nach dem Essen bringst du |'orgt/ bie ärztliche Versorgung der i-. wieder dorthin, wo du es hergeholt hast Ottos Äjvilbevölkerung während des Krieges in Ordnüng Hilgen füllten sich mit Tränen. Er jammerte laut ^ibt Diese feststehende Tatsache wird dadurch in lllol keiner Weise erschüttert, daß Kriegszeiten stets einen Mas soll der Krach?" fragte unmutig der Vater, gewissen Arztmangel eintreten lassen. Im national; J zum Essen nach Hause kam. Unerquickliche Aus- sozialistischen Deutschland weih der Arzt der mne- eiii^ndersetzungen waren ihm ein Greuel. Als aber ren Front, daß er sich genau so als Soldat wie Dd3 sein Geschick stockend gebeichtet und die Mutter |ein Berufskamerad an der äußeren Front zu be- jhr; kategorische Erklärung wiederholt hatte, machte trachten hat. Er trägt deshalb gern die Mehrbe- dsi Vater ein pfiffiges Gesicht. „Beruhige dich, mein loftung, die durch Abkommandierung vieler Aerzte .... --- ^""""'zur Wehrmacht entstanden ist. Mancher Arzt würde darüber hinaus selbst gern seine Pflicht im Schützengraben erfüllen. Wenn ihm das versagt ist, so will er einen Ausgleich durch höchste PfliHerfülluno in der Heimat, durch höchsten Dienst am Volke schassen. Die hinter uns liegenden Krjegsmonate haben gezeigt, daß es dem deutschen Arzt mit diesem Einsatz ernst ist. Auch der Artt hat bereits im Verlauf dieses Krieges seinen Anteil an dem wehrte Mutti war keineswegs vergnügt darüber, tu denkst doch nicht im Ernst daran, oder hast du wi'klich die Absicht? Mann, wo wir sowieso temen VUU| Vlt|„ —...... -.....- - OTib haben. Aber das sage ich dir: in die Küche kämpf beigesteuert. Aber auch er ist nur em Mensch, ftmmt mir das Tier unter keinen Umständen." Ihr her über ein bestimmtes Maß an Kräften verfugt. mknn lachte: „So ist das ja nun auch wieder nicht Deshalb muß von der Bevölkerung erwartet wer- amemt Aber paß mal auf: hinter dem Haufe ist den, daß auch hier di- Notwendigkeiten und Aus-, ^0 s, •srisTSÄM"« s*’ * w«-" —— Kn Kaninchenstall hinsetzen." fende Hand des Arztes stets für die wi rklrch I erfüllt. Am nächsten Sonntag schreinerte der Vater in d, Tat einen regelrechten Stall, wobei ihm Otto mit Fuereifer zur Hand ging. „Für dich Ed es alleres auch eine wichtige Aufgabe geben , bedeutete ^.^e.^Ab°r^daßmsrds° I Die Gießener Hochj^ulgefellfchaft hielt am Sams- Eizufetzen, denn der Vater brachte eines Abends «ch drei junge Kaninchen nach Hause. Die Mutter Aß die Dinge mit einigem Widerstreben geschehen. Velleicht würde die Geschichte doch bald tm Sande «US der Eiadi Gießens Nehmt Mlksicht aus die Velastung des Arztes Ein Appell des stellvertretenden HeichsärzteführerS an die Bevölkerung. einiger jkff im Gartenhof des Werkes ftattfaht). Mit ^er^kannschaft des „Gustav Dietrichsen" hörten noch die Besatzungen von sechs anderen deutschen Dampfern. im S)afen von Dairen das Werkskonzert über den, Rundfunk und freuten sich besonders über die gesanglichen Darbietungen. Das Konzert, das in Gieß^ n um die Mittagsstunde stattfand, war von den Deutschen- im fernen Osten zu abendlicher Stunde zwischen 21 und 22 Uhr gehört worden. Der Dankes- orief hrtt die weite Reise über Sibirien gemacht. Mord in Frankfurt. . Lpd . Frankfurt a. M., 26. Mai. Arn Sams- tägoo!rrnittag wurde die 77jährige Witwe Maria $ *'■ o l)ji er t, geborene Göhle, in einem Mansar- denzimmer der Alten Mainzergasse ermordet ousgefunden. Die Frau ist durch mehrere Messerstiche getötet worden. Als Töter kommt der Invalide Karl Waldner, am 17. September 1877 zu Neckarhausen geboren, in Frage. Waldner, der im gleichen Hause mit der Ermordeten wohnte und in dessen Zimmer auch die Tat begangen wurde, ist zuletzt am 21. Mai 1940 gegen Mittag gesehen worden, als er das Haus verließ. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 27. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 211 Ferkel und Läuferschweine aufgetrieben. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Ferkel 24 bis 30 RM., acht bis zehn Wochen alte 30 bis 38 RM-, Läuferschweine 40 bis 48 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief flott, es verblieb geringer Ueberstand. Die neuen Lxbensmittelkarten. Die dem Verbraucher für die Zeit vom 3. bis 30. Juni auf Karten zustehenden Lebensmittelmengen bleiben gegenüber den bisherigen Rationen unverändert. Bei Fett wird, wie früher schon mitgeteilt, bei gleichbleibender Gesamtration die Butterration, die gegen Margarine austauschbar ist, erhöht. Es wird alfo eine weitere Verlagerung des Verbrauches von der Margarine zur Butter durchgeführt. Außerdem erhalten auch die Schwer- und Schwerstarbeiter die Möglichkeit, auf ihre Zusatzkarten an Stelle von Margarine Butter zu beziehen. Darüber hinaus wird erwartet, daß von der Wahlmöglichkeit zwischen Butter und Margarine zugunsten des Butterbezuges in weitgehendem Maße Gebrauch gemacht wird. Zu diesem Zweck sollen für Normalverbraucher und für Kinder von 6 bis 14 Jahren die Butterrationen, die nicht gegen Margarine austauschbar find, erhöht werden. Außerdem erhalten auch die Schwer- und Schwerstarbeiter die Möglichkeit, auf ihre Zusatzkarten an Stelle von Margarine Butter zu beziehen. Darüber hinaus wird erwartet, daß von der Wahlmöglichkeit zwischen Butter und Margarine zugunsten des Butterbezuges in Oeitgehendem Maße Gebrauch gemacht wird. Die Butterrationen, für die es einen Umtausch in Margarine nicht gibt, werden für Normalverbraucher von 375 Gramm je Zuteilungsperiode auf 500 Gramm und für Kinder von 6 bis 14 Jahren von 525 Gramm auf 550 Gramm erhöht. Dadurch ergeben sich die aus der folgenden Aufstellung ersichtlichen Veränderungen bei dem wahlweisen Bezug von Butter oder Margarine. Normalverbraucher: Butter 500 Gramm (bisher 375 Gramm), Margarine — Oisher 90 Gramm), Butter oder Margarine wahlweise 390 Gramm (bisher 422,5 Gramm) — 890 Gramm (bisher 887,5 Gramm). Kinder von 6 bis 14 Jahren: Butter 550 Gramm (bisher 525 Gramm), Butter oder Margarine wahlweise 500 Gramm (bisher 512,5 Gramm) = 1050 Gramm (bisher 1037,5 Gramm). Die Gesamtbutter- und -margarineratton wird für Normalverbraucher von 887,5 Gramm auf 890 Gramm und für Kinder von 6 bis 14 Jahren von 1037,5 Gramm auf 1050 Gramm auf gerundet, um gerade Gewichtsmengen zu erzielen. Die Fettrationen für Kleinkinder und Kleinstkinder sind unverändert geblieben. Alle Versorgungsberechtigten im Besitz der Reichs- fleischkarte für Normalverbraucher und der Reichs- fleischkarte für Kinder bis zu sechs Jahren erhalten eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Kunsthonig je Person.. Die Ausgabe des Kunsthonigs an die Verbraucher erfolgt auf die Abschnitte FL 1 dieser Karten, die zur Erleichterung des Warenbezuges den Aufdruck „125 Gramm Kunsthonig Sonderzuteilung" erhalten haben. Die Verteiler haben diese Abschnitte beim Verkauf des Kunsthonigs abzutren- nen und aufzubewahren. Außerdem wird auf die Einzelabschnitte N 25 bis N 29 der Nährmittelkarte an Stelle von je 25 Gramm Nährmitteln je 25 Gramm Reis abgegeben. Wie in der letzten Zuteilunasperiode besteht auch jetzt die Möglichkeit, an Stelle von 150 Gramm Nährmitteln eine große Dose oder zwei kleine Dosen Kondensmilch oder Vi Dose Obst- oder Gemüsekonserven oder 250 Gramm Trocken pflaumen au beziehen. Es sollen jedoch lediglich die vorhan- oenen Bestände geräumt werden, so daß die Versorgungsberechtigten nicht damit rechnen dürfen, von der Wahlmöglichkeit ausnahmslos Gebrauch machen zu können, Nährmittel können jedoch in jedem Fall bezogen werden. Um eine möglichst reibungslose Belieferung sicherzustellen, ist es erforderlich, daß die Bestellscheine, einschließlich des Bestellscheines 4 der Reichseierkarte, sofort nach Aushändigung der Lebensmittelkarten bei den Verteilern abgegeben werden. Oberhessische Viehversicherungsanstalt. Am aeftrigen Sonntag hielt die Oberhessische Viehversicherungsanstalt auf Gegenseitigkeit Gießen ihre Jahreshauptversammlung ab. Für den einberufenen Vorsitzer des Aufsichtsrates, Bauer und Ortsbauernführer Wilhesin Müller (Salzböden), begrüßte dessen Stellvertreter Bauer Ludwig Hofmann V. (Lollar) die Erschienenen. Er erinnerte daran, daß das deutsche Volk dem Führer und seiner Wehrmacht Dank dafür wisse, daß sie den Krieg von der Heimat ferngehalten haben. Der Direktor der Anstalt, Dr. van Bentheim, erstattete den Jahresbericht für das 95. Geschäftsjahr 1939. Einleidend führte er u. a. aus, daß das Geschäftsjahr nicht normal war. Es sind bei Beginn des Krieges eine Reihe von Pferden eingezogen worden, für die die Prämien an die Bauern zurückerstattet wurden. Weiter hat die Anstalt auch die Betreuung der Pferde der Rückwanderer übernommen. Der Geschäftsbetrieb der Anstalt erstreckte sich auf- hie Tierlebens-(Mitglieder-)Versicherung von Pferden und Rindern, ferner auf die Versicherungsarten gegen feste Prämie (Nichtmitgliederversicherung), und zwar: Werdeversicherung, Versicherung gegen Diebstahl und Blitzgefahr, Versicherung von trächtigen Stuten, von zu erwartenden Fohlen, von Schlachtvieh, Transport- und Operattons- versicherung. Rückversicherungen wurden nicht genommen und nicht gegeben. Der Geschäftsgang ist zufriedenstellend gewesen. Das Versicherungskapital erreichte bei 5363 Stück Vieh eine Höhe von 4278155 RM. aus dem Mitglieder- und bei 19 440 Stück eine .Höbe von 3 949 230 RM. aus dem Nichtmitglieder- Geschäft. Die Prämieneinnahme flieg in der Vieh- lebensversicherung auf 177 755,95 RM., in der Nichtmitglieder-Versicherung auf 56 617,91 RM. Das Nichtmitgliedergeschäst schloß mit einem Gewinn von 6946,34 RM. ab. Es wurden dem Reservefonds 2 v. H. der Vorbeiträge und die Zinsen aus Kapital und Effekten sowie der Gewinn aus 1939 zu- aeführt. Das Geschäftsgebiet hat sich über den früheren Freistaat Hessen und 26 angrenzende badische, bayrische, kurhessische und hessen-nassauische Kreise erstreckt. 132 Viehbesitzer sind neu eingetreten. An Netto^Schäden wurden bezahlt für 271 Stück 119 201,41 und 23 Stück (Leibesfrucht) mit 2630 RM. im Mitglieder- und 210 Stück mit 34 819,02 RM. im Nichtmitaliedergeschäft. Im Durchschnitt wurden 547 RM. für Pferde und 361 RM. für Rinder entschädigt. Rund 27 000 RM. sind in Wertpapieren angelegt. Die Zinsen daraus betrugen 3701,13 RM. Dieser Betrag sowie 2 v. H. Vorbeiträge und der Gewinn aus 1939 mit zusammen 7499,81 RM. wurden dem Reservefonds zugeführt, der damit auf rund 82 460 RM. angewachsen ist. Anschließend erstattete der Direktor seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank für oie geleistete Arbeit. ie werden unsere Soldaten versorgt, beköstigt und ausgerüstet? (P. K.) An der Front bewegen sich auf allen zur Verfügung stehenden Straßen Kolonnen heran, Infanterie, Kavallerie, Arttllerie, Männer marschieren, Pferde traben, Räder rollen, Panzer rütteln, Kanonen rasseln, Wagen auf Wagen, Fahrzeug auf Fahrzeug rückt nach vorn. Kompanie auf Kompanie, Bataillon auf Bataillon, Regiment auf Regiment, Division auf Division, Korps auf Korps, — so rückt die deutsche Wehrmacht vorwärts, hintereinander, nebeneinander, eine riefenhafte Walze — eine Maschinerie von phantastischen Ausmaßen, die von Generalstäblern reibungslos in Bewegung gehalten wird, die schwenkt und flankiert, die sich in sich selbst überkreuzt und überschneidet und trotzdem ohne Reibung rollt. Das ist wie ein Wunder! Wenn man hineinschaut in die Organisation eines solchen Vormarsches, erscheint einem dies Zusammenwirken aller Teile fast unglaublich. Seit 14 Tagen stehen unsere Soldaten im Westen tief in Feindesland. Sie sind in einem unerhörten Tempo vorgegangen, täglich immer weiter. Trotz des Tempos ihres Vormarsches mußten sie mit Nahrung, Ausrüstung, mit Waffen und Munition, mit Poft, mit Betriebsstoff und was alles zu einem derartigen Riefenheer gehört, versorgt wer- den. Gewaltige Massen an Proviant und Material mußten nachgeführt werden, und diese Der- binbung durfte niemals abreißen! Sehen wir uns einmal an, wie die Verpflegung der Truppen geregelt wird. Sofort zu Beginn der Offensive wurde die Truppe mit Verpflegung für sechs volle Tage ausgerüstet. Jedermann hatte eine getürmte „eiserne Ration" bei sich, eine zweite volle Ration hing für jeden Mann an den Pferden, eine dritte sowie einen vollen Tagessatz Verpflegung führte die Feldküche mit. Bei den Verpflegungs- fahrzeugen der Kompanien befand sich noch ein weiterer Tagessatz, weiter war auf den Gefechtsfahrzeugen ein Tagessatz verteilt, und schließlich hatten noch die Verpflegungsfah^zeuge der Bataillone einen Tagessatz je Mann. Für sechs Tage war die Truppe schon aus mitgeführten Vorräten versorgt. Dazu standen Kolonnen bereit, die auf günstigsten Wegen der Truppe nacheilten. Während zunächst noch Lastkraftwagen-Kolonnen diesen Nachschub an Verpflegung nach vorn beförderten, wurden inzwischen die Eisenbahnlinien wieder instand- Di Verpflegung gehört, und was dazu an wertvoller Ergänzungen, wie Milch oder Eiern das fiant liefert. Es ist selbstverständlich, daß zu dieser gan, zen Verteilung ein größerer Apparat gehört, gebt Division verfügt z. B. über rund 1700 Mann, bh nur mit den vorgenannten „rückwärtigen Dienstes beschäftigt sind. Da besteht z. B. eine Bäckerev kompanie, ein Schlächtereizug. Da gibt es bei bei Nachschubdiensten lange Kraftfahrzeugkolonnei» eine Werkstattkompanie für Instandsetzung do» Kraftfahrzeugen, dazu Handwerker aller An — kurz, es ist alles da, was die Truppe braucht Für'sie ist in jeder Beziehung gesorgt. K. G. von Stackeiberg. gesetzt und können für den Nachschub ausgenu^ p werden. Aehnlich werden auch alle übrigen schubgüter, wie z. B. Munition oder Be :u triebsftoff, nach vorn gebracht. Wo das nife schnell genug mit Lastkraftwagen oder Eisenbahn^ möglich ist, werden besondere Fahrzeuge eingesetzi Die Nachschubgüter der im Westen tämpfenbe; Armeen entstammen der Heimat, die übe- riesige Ersatz-Verpflegungsmagazine, Munitions und Betriebsstofflager sowie Kraftfahrzeugpack: verfügt. Die Nachschubgüter werden den Divi', s i o n e n zugeführt, dort setzt die Verteidigung ait' die Truppe ein. Wenn man annimmt, daß ein.; Division rund 20 000 Köpfe zählt, muß sie täglich auch über 20 000 Porttonen Mundoerpflegung uni Backmaterial, Frischfleisch, Gemüse, Rauchwaren und Schokolade verfügen können. Dazu kommen - noch viele Tonnen Hafer, Holz und Stroh für bi; Pferde, gewaltige Mengen an Betriebsstoff un! Munition. Bei der Ausgabestelle der Division.emp « fangen die Regimenter ihre Vorräte: von den 9to gimentern holen sich das Ihrige dann wieder bi-t Bataillone, die nun wiederum Den Kompanien bei ihnen zustehenden Teil abliefern. Schließlich lanbe-, 0 die Tagesverpflegung bei der vordersten Feldküch, , oder die Munition beim vordersten Spähtrupp 1 oder der Betriebsstoff beim vordersten Tankwagm ar Das alles setzt ausgeklügelte Planungen voraus | In den Berechnungen der Generalstäbler, die nut dieses Gebiet bearbeiteten, stehen Züge und Äolon? L nen, Portionen, Tonnen und Zentner — all« ö greift in wunderbarer Präzision ineinander. Jebki k Soldat hat an der Front, was er braucht, jebn erhält fein Fleisch, sein Brot und was sonst gut Hen Rechnungsabschluß erstattete Bücherrevisor Alvrecht Jager (Gießen). Die Gewinn- und Der- lustrechnung für 1939 schließt mit 297 321,91 RM. in Einnahmen und Ausgaben. Zum Ausgleich des schwankenden Jahresbedarfs wurden 8000 RM. dem Rückstellungskonto zugeführt. Die Ausgaben enthalten u. a. 156 272,50 RM. Entschädigungen im Mitglieder- und 51 239,20 RM. im Nichtmitglieder. Geschäft. Die Bilanz weist in Akttva und Passiva 130 709,81 RM. aus. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind als durchaus gesund anzusprechen. Die hohen Beträge für die Entschädigungen sind ein Beweis dafür, daß dem Bauer ein guter Dienst geleistet wird. Im Anschluß an den Bericht des Aufsichtsrates dankte Dr. van Bentheim der Diehverwer- tungsgenofsenschast Gießen, den Tierzuchtämtern und den bäuerlichen Organisationen für die .vertrauensvolle Zusammenarbeit. Er betonte, daß auch das Vertrauen der Bauern in diese Selbsthilfeeinrichtung in stetem Zunehmen ist. Nach der einstimmig erteilten Entlastung des Vorstandes wurden die wahlweise ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates, Bauer W. Müller (Salzböden), Bauer Ludwig Hofmann V. (Lollar) und Gutspächter P. Hoffmann (Hof-Güll) wiedergewählt. Als Schiedsrichter wurden E. Ruth (Bellnhausen) und Ludwig Herr (Kaulstoß) hin- zugewähtt. Direktor Heß (Leihgestern), von der Viehverwertungsgenossenschaft, und Bauer H. Hch. Jhring (Lich) sprachen der Anstalt den Dank für Vie Unterstützung aus, die sie durch die Schadensregulierungen den Bauern, die jetzt eingezogen sind, gewähren. Das Vieh ist immer gut verwertet, und mit dem Gelds der Bauern ist immer gut für den Bauern gearbeitet worden. G.A.-Gport. Sechs Endrundenspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft. ' Bei den Endrundenspielen um die deutsche Fuß> ; ball-Meisterschaft ging diesmal nicht alles so pm > grammäßig zu. So mußte sich in der Gruppe der 1. F C. Nürnberg, der sein erstes Spie! i in heimischer Umgebung austrug, im Kampf geger 1 den SV. Waldhof, den er kürzlich im Pokalspiel mit 2:0 bezwang, mit einem torlosen Unentschieden begnügen. Dabei trat der „Club" in befttr : Besetzung an, während die Mannheimer u. a. ohiu | Heermann, Maier, Eberhardt, Pennig und Günde- , roth spielten. Für Nürnberg ist das Ergebnis $ schmeichelhaft, denn Waldhof war im Feld überlegen . und hatte auch die größeren Torgelegenheiten. ; Die zweite Ueberraschung war in der Gruppe!2 j fällig, wo der Nordmarkmetster Eimsbüttel mit 0:1 (0:0) gegen den 1. S V. Jena einging. D Hamburger kämpften unglücklich: das einzige lo-r war ein Eigentor und außerdem verpaßte Eimsbüttel einen Elfmeter. Nun hat hier der Dresdn«: SC., der durch drei Treffer von Schön mit 3:^ (0:0) gegen den VfL. Osnabrück gewann, ein:- klare Führung. In der Gruppe 3 ist Hessens Meii fter SC. 03 Kassel weiterhin ohne Sieg. Gegm den Köln-Mülheimer SV. verlor er naö zeitweise gutem Spiel mit 3:5 (2:3). In der unterteilten Gruppe 1 kam in der Site teilung A der V f B. Königsberg zu einen sicheren 5:2 (3:1)-Sieg über den VfL. Stettin während in der Abteilung B Rapid Wien auc das Rückspiel gegen die NS»TG. Graslitz h/a mit 7:1 (3:0) gewann und damit den Abteilung» sieg so gut wie sicher hat. Keine SM von HM. Roman von Charlotte Kaufmann. Es war am 26. August, lieber dem Meer lag die Nacht, still und dunkel. Hingegeben in ihren Atem hoben sich die Wogen langsam und weit, als wollten sie in alle Ewigkeiten hineinschwingen. Nur an der Küste, dort wo der Bülker Leuchtturm sein Feuer abwechselnd in die sternenlose Nacht hineinschickte, machten sie ein wenig großzügig halt. Sie schwangen ab nach Norden und Süden in einem sanftmütigen Bogen, und nur einige neugierige Weilchen wurden in die Erde hineingeschickt, um an einem verlassenen Badestrand, an einem mit Villen bebauten Ufer und an den schwarz gestrichenen Schiffsrümpfen im Hafen zu lecken. Der gelbe Badestrand, die Anlegebrücken, die Pillen am Ufer und nicht zuletzt die Schiffe des Hafens schienen den kleinen neugierigen Weilchen zu gefallen. Sie verweilten kurz, glucksten unter den Bogenlampen des Kais glitzernd auf und verliefen sich dann plätschernd und sanft im Sack des Hafens — in der Hörn — wie die Leute aus der Stadt sagten, um zu warten, bis ein Südwind sie wieder hinaustteiben würde in das große und erhabene Meer. Im Bahnhof der Stadt lief um diese Stunde der v-Zug von Hamburg ein. Rußig und schmal stand die Lokomotive in der Halle. Aus den Türen der Wagen quollen die Reisenden, der eben noch stille Bahnhof der mittleren Stadt war plötzlich erfüllt von hastendem Leben. Koffer wurden über den Bahnsteig getragen, die Menschen stauten sich an der Sperre und strömten bann über die Steintreppe der Bahnhofshalle hinaus in die Hauptstraße. Die Männer und Frauen waren in Mäntel gehüllt, denn es hatte den ganzen Tag geregnet. Sie wirkten farblos und nervös unter dem gelben Licht der Bahnhofslampen, und der Hauch von Ferne, den sie mitgebracht hatten, verlor sich sehr rasch. Schon hatten sie sich zerstreut. Aus dem Verkaufsstand für Zeitungen und Zeitschriften sah ein junger Mann hinter einem schmalhüftigen Mädchen her, das eben im Wartesaal dritter Klasse verschwand, und die Verkäuferin im Schokoladenstand vertiefte sich wieder in ihren Roman« Ein paar Lichter erloschen. Nur ein Mann in hochschäftigen Stiefeln stand noch da und studierte an einem Plakat, das über die Abfahrt der Züge nach Schleswig Aufschluß gab. Er hob den rotwangigen Kopf angestrengt nach oben, während seine feuchten Schuhe einen nassen Fleck auf dem Steinboden zurückließen. Und ein paar Meter hinter ihm stand noch ein Mann in einem weiten Somrnerulster, die Hände in den Taschen vergraben, mit zwei Koffern neben sich. Dieser Mann hieß Joachim Keit. Er war dreiunddreißig Jahre alt, Diplomingenieur, Sohn sehr vermögender Eltern, und kam geradewegs aus Hanoi in Tonking. Das liegt um den zwanzigsten Breitengrad herum, nicht weit von Chinas Südgrenze entfernt. Er war mit einem unbequemen Frachtdampfer bis nach Singapur gefahren und dort umgeftiegen in einen luxuriösen Ostasienpassagierdampfer. Er war durch den Indischen Ozean gefahren, den Golf von Aden, durch das Rote Meer und den Suezkanal, um nun hier auf einem leeren Bahnhof zu stehen mit dem Gefühl, das ein Mensch hat, der erwartete, abgeholt zu werden, und sich nun alleingelassen sieht. Seine Koffer waren vollgeklebt mit Hotelzetteln aus allen Ländern der Welt, aber das hinderte nicht, daß dieser Mann, der nach einer Zeitspanne von sechs Jahren in seine Heimat und zu seinen Eltern zurückkehrte, um einen erstklassigen Posten in der ersten Schiffswerft der Stadt anzutreten, nun ein trostloses Gefühl in der Magengegend hatte. Er war vergessen worden! Genau besehen, war das ja eigentlich unmöglich, und Joachim Keit drehte sich noch einmal suchend um sich selbst. Er trug einqn Brief in der Tasche, datiert vom Tag vorher, den er heute morgen erhalten hatte. Er war von seiner Mutter, und so wie alle Briefe von ihr, die in den vergangenen sechs Jahren zu ihm gekommen waren, abgeschickt mit der Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit einer Uhr, alle vierzehn Tage einer. Er hatte sie nicht so regelmäßig und pünktlich erhalten, wie sie abgeschickt wurden. Dafür war er zuviel unterwegs gewesen in der weiten Welt, und dafür waren auch manche Orte, an denen er lebte, zu abgelegen. Aber er hatte sie immer sorgfältig und peinlichst genau beantwortet. Sie schrieb: ^ngeborg wird djch abfrolen«* Während der ganzen Bahnfahrt hatte er an das Mädchen gedacht. Als er die Heimat vor sechs Jahren verließ, war sie siebzehn gewesen, und damals schon war er in sie verliebt. Die Jahre in der Fremde hatten nicht viel an seinen Empfindungen geändert. So oft er an die Heimat dachte, dachte er auch an sie. Er hatte sich vorgestellt, daß er sie heiraten würde, sobald er zurück fei. Sechs Jahre waren eine lange Zeit, und i 'zu oft hatten sie sich nicht geschrieben. Aber dafür hatte ihm die Mutter in ihren Briefen stets von ihr erzählt. „Sie wartet auf dich", schrieb sie, und das hatte ihm genügt. Nein, er verstand nicht, daß er nun allein auf dem Bahnhof stehen mußte. Joachim Keit nahm seine Koffer auf. Er durchschritt einen Wartesaal, fand einen müden Gepäckträger, dem er die Koffer übergab, und dann stand er aufatmend draußen auf dem Sahnhofsplatz. Die Lust war feucht vom Regen des Tages. Sechs Taxis warteten in einer Reihe, glitzernd mit ihren nassen Wagendächern. Rechts führte der Platz an einem Güterschuppen vorbei zum Ausläufer des Hafens. Joachim vergaß einen Augenblick, daß man ihn nicht abgeholt hatte. Er empfand nur: Ich bin daheim — und ohne auf die wartenden Taxis zu achten und auf die von rückwärts heranknirschende Straßenbahn, schritt er ausholend zum Hafen hinüber, um allein den weiten Weg nach Hause zu gehen. So eine Heimatstadt, mag sie groß sein oder klein, hat eine merkwürdige Kraft, das Innere eines Menschen aufzulösen. Die Seele wird weit. Joachim begann tatsächlich zu träumen. In den nächsten Tagen würde er einen leitenden Posten antreten in den Scheffieldwerken, der großen Schiffswerft, in der sein Vater bereits seit vierzig Jahren tätig war. Diele Jahre lang hatte sich Joachim Keit auf dielen Posten vorbereitet, in allen Ländern der Erde fast hatte er gearbeitet, um das Wissen zu erringen, das ihm notwendig erschien. Nun freute er sich auf diese neue Arbeit, Die die Arbeit feines Lebens werden sollte. Und dann wollte er heiraten. Jngeborg, die Tochter des Konsuls, mit her er m feiner Kindheit schon zusammen gewesen war. Neben Joachim Keit lag das Schwarz des Hafens Vom anderen Ufer herüber hörte man Niethämmer klopfen. Dort lagen im Licht gelber Bogenlampe" die Hellinge der Scheffieldwerke, und dort arbeitet die Nachtschicht. Das Hafenwasser leckte spielerisch an Kai dicht unter Joachims Füßen, und weiter oon glitzerten ein paar Pfützen auf den Planken her Fischereibrücke. Jngeborg Petersen! Plötzlich pactte ihn Angst. Was war geschehen? Weshalb wartete sie nicht auf ihn? Er ließ die Seegartenbrücken hinter sich, zwisckei denen die kleinen schmucken Badedampfer schliefe», und den Hafenpavillon, aus dem gedämvfte Tanzmusik drang. Er ging mit langsamen Schritten bei Wall entlang, diese Straße am Hafen mit den Reisebüros, Schiffsagenturen, Matrosenkneipen und bei Läden, deren schmale Auslagen vollgepfropft warei mit Ausrüstungsgegenständen für Seeleute. Er schritt weiter über das Pflaster der Wasserall^, neben den mächtigen Kastanien der Hafenanlager. Er bog in den Brooker Weg ein. Nun war er gleich zu Hause. Nein, es war nichts geschehen, nichts Schlimme-, nichts von Bedeutung. Als Frau Agnes Keit, ersetzt bei dem Gedanken, daß ihr Sohn verlassen o»l dem Bahnhof gestanden hatte, bei Konsul Petersen anrief, klärte sich gleich alles auf. Jngeborg hade einfach vergessen, daß sie Joachim abholen wollte. „Heute?" fragte sie entsetzt. „Ich dachte, morgen würde er kommen." Frau Agnes lachte sehr über diesen kleinen Jrrtuft, aber Joachim war es, als ob plötzlich die Lichter m den festlich geschmückten Räumen dunkler geworden wären. Alles schien ihm mit einemmal fremd uro schal. * , War er dem Mädchen so unwichtig geworden, dob sie gedankenlos seine Ankunft übersah? Was nutzte es ihm, daß sie ihn mit zärtlich«" Worten ani Telephon begrüßte, daß sie verfpror) gleich morgen nachmittag zum Tee zu kommen/ ** war gekränkt, und es war eine ungeheure EM' täuschung in ihm, die auch nicht weichen wollte, teer längst in seinem alten kleinen Zimmer saß. Müde zogen die Gedanken über ihn hinweg fremde Vögel mit weiten Schwingen. Er dachte st»- Jahre zurück. An Kindheit und Jugend und ärbe r (Fortsetzung fc>W