Samstag, 2Z./$onntag,28.3amiar 1940 llr. 25 Erstes Blaff 190. Jahrgang London im fünften Kriegsmonat Nayfair Ladies in Uniform. — Londons noch immer meistbeschäftigter Mann der „Chef-Evakuierer". r* % Amsterdam, im Januar. W gemeinschaft zu erwecken, die in Wirklichkeit nickt vorhanden ist. Die Auswüchse der Kriegsmode ney- ’ > men immer neue Formen an und die Bemühungen 'y insbesondere der Damen der Gesellschaft, möglichst M ohne nennenswerte Opfer und Entbehrungen einen M-l kriegerischen und volksverbundenen Eindruck zu zu W Kampf um das Erdöl Hintergründe der britischen Machenschasten zur Ausweitung des Krieges. btj »1 B 1 übe ihre Hand zu bekommen. Es scheine, daß die Errichtung des rumänischen Petroleumamtes, das die erwähnten Aufgaben erfüllen solle, gerade den ausländischen Kapitalisten, von denen 52,4 v. 5). der Mestmächtegruppe angehörten, nicht passe, und daß die in Betracht kommenden Regierungen die Verwirklichung zu verhindern suchten. Der „Travail" schreibt, heute gehöre Drei, viertel der rumänischen Petroleumproduktion Ausländern, unter denen die ausländische Gruppe der Royal D u t ch vorherrscht. Da es noch einige Naive gebe, die do glaubten, daß England an Deutschland den Krieg erklärt hätte, um die Demokratie zu verteidigen, um der Angriffspolitik ein Ende zu machen, um Polen in alter Größe wieder NM le im An einem Tage über 20000 Tonnen versenkt. Zwei Dampfer aus englischem Geleiizug herausgeschossen. Berlin, 27. Jan. (BJIB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im W e st e n Spähtrupp- und Artillerietätigkeit, sowie Jagdüberwachung an der deutsch-französischen Grenze. Die dauernd erfolgreiche deutsche Seekriegführung erbrachte allein am 2 5. Januar eine Ber- senkungsziffer von über 20000 Tonnen. Außerdem versenkte im Atlantik ein deutsches U-Boot auf der Höhe von Porto zwei Dampfer aus einem englischen Geleitzug heraus. Die von der englischen Presse ausgestreute Behauptung, daß sich deutsche Truppen in Russisch-Ostgalizien befänden, ist faljcfu sie nii an, i mir große Sorgen wegen der Frage, was ich nach dem Krieg mit meiner Gasmaske zu machen habe. Darf ich pe als Erinnerung behalten, oder muß ich ie der Behörde zurückgeben? Und wenn, welcher Behörde ... ?" Es darf nicht vergessen werden, als Kuriosum auch einen Artikel zu erwähnen, der auf der Sport- eite eines großen Blattes erschien. Drin stand, daß der Krieg unbedingt bis zum 15. März d. I. zu Ende sein müsse. Die Begründung war auch gegeben: an diesem Tag sollte ursprünglich in Neu- york die Weltmei st erschaff für alle Box- k a t e g o r i e n zwischen dem Neger Joe Louis und dem englischen Herausforderer Tommy Farr aus- gekämpft werden. Sabotage- und Spionenangst in England. Amsterdam, 26. Januar. (Europapreß.) Ein Aufruf des englischen Kriegsmini st e'- ad s» Böfyi Nt n bü £ n jr iveiik' Der ®f‘ sein, ? äs it M oW Ade> törpei • n. L: trenn feim i r. !? Rtntnr W Iröjr it. 6r Ment aus u« ät M ich bw nkr rö du!' und chottiait ubetuM f \M lveibü lN buch Ä 1>i> Englands Versorgungsnöte. Lloyd George weist auf das deutsche Vorbild zielbewußter Vorratswirtschast. M til|| 'M M. hrdf -n l Englands Tonnagemangel. Warum die britische Regierung den privaten Schiffsraum beschlagnahmen muh. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstasfel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. 1913 befaß England nach den hier vorliegenden Statistiken 2813 Schiffe, während es bei der letzten offiziellen Zählung im Jahre 1933 nur noch 17 4 0 waren. Zu Beginn des Krieges dürfte Großbritannien bei großzügiger Schätzung 2000 Schiffe besessen haben. Zu dieser Verminderung des Tonnageraums im Vergleich zu 1913 kommt aber noch, daß in den gleichen 27 Jahren d i e englische Einfuhr beträchtlich gestiegen ist und damit die Anforderung an Schiffsraum noch gewachsen ift. Hierzu kommt, daß die Nutzkapazität eines Schiffes im Konvoi sich noch erheblich vermindert. 1930 betrug der englische Warenimport 56 Millionen Tonnen, heute beläuft er sich auf 75 Millionen Tonnen, was umgerechnet au die zur Verfügung stehende Tonnage eine Erhöhung von rund 230 v. H. ausmacht. Die englischen Versuche, im neutralen Ausland alte Schiffe anzukaufen, sind bis auf wenige Ausnahmen fruchtlos geblieben. Hatten zu Beginn des Krieges die Bestrebungen, die Tonnage der Neutralen durch langfristige Verträge zu chartern, oftmals Erfolg, was schon allein deshalb möglich war, weil, wie im Falle Norwegen, die Staaten die Wahl hatten zwischen wirtschaftlichem Rum oder Eingehen auf die englischen Angebote, die im übrigen preismäßig nicht immer schlecht waren, macht sich feit kurzer Zeit eine stärkereZuruck- Haltung in den neutralen Staaten bemerkbar. Diese Zurückhaltung ist nach hiesiger Ansicht einer der Hauptgründe für die englische Schiffsrequirierung. Kopenhagen, 27. Januar. (Europapreß.) Die am 1. Februar in Kraft tretende englische Regierungsvollmacht, alle Schiffe im Besitz englischer oder kolonialer Reeder zu requirieren, wenn das Staatsinteresse es erfordert, wird von den fkandi- navischen Reedern als die weitestgehende Maßnahme bezeichnet, die bisher in einem kriegführenden Staat ergriffen worden ist. Dieses neutrale Interesse an den Vorgängen auf dem englischen Frachtenmarkt ergibt sich aus der Tatsache, daß Dänemark, Schweden und Norwegen in den ersten fünf Monaten des englischen Krieges soviel an Tonnage- raum verloren haben, daß man nicht unbeachtet in England Dinge geschehen lassen will, die da^zu geeignet sind, Auswirkungen auf die neutrale Schlfs- fahrt zu haben. Bis zum 26. Januar 1940 hatten verloren: __Ä Dänemark: 13 Schiffe über 800 Tonnen Schweden: 27 Schiffe über 800 Tonnen Norwegen: 32 Schiffe über 800 Tonnen. Gleichzeitig haben die drei Staaten insgesamt und bis zum gleichen Termin 3 85 Seemannslebenzubeklagen, nicht eingerechnet die Verluste an Menschenleben, die der Untergang nicht kandinavischer Schiffe gebracht hat. Die Requirierung englischer Schiffe durch die Londoner Regierung geschieht nach Ansicht skan^navl- scher Sachkenner, weil die englische Handelsflotte zu klein ist, als daß man sich Großzügigkeiten in der Tonnageplanung erlauben könnte. Den Beweis für die Richtigkeit dieser Ansicht erblickt man in folgenden Zahlender,pielen: herzustellen, sei es lehrreich, die Haltung der großen Londoner P e t r o l e u m m a g n a t e n etwas näher zu betrachten. Ihre Presse führe seit Beginn der Feindseligkeiten eine Kampagne, die mit der Verteidigung der Demokratie nichts gemein hat. Kürzlich habe sie z. B. den Aufmarsch der Sowjettruppen an der Grenze von Afghanistan gemeldet, um einen Vorwand zu finden, der die Bildung eines enalisch-franzöfischen Expeditionskorps rechtfertigte. Scyaue man auf die Karte, so stellt man fest, daß in unmittelbarer Nähe der afghanisch- und iranstch- russischen Grenze Erdölquellen lägen, die den Sowjets gehörten. Neulich habe der „Temps", ein Organ des Comite des Forges, geschrieben, eine Ablenkung zur Rettung Finnlands fei dadurch herbeizuführen, daß ein Gegendruck auf das südliche Sowjetgebiet ausgeübt werde, mit anderen Worten, durch eine Offensive gegen Sowjetarmenien, das reich an Erdöllagern fei und durch das verschiedene Rohrleitungen vom Kaspischen zum Schwarzen Meer führten. Aber für einen Angriff dieser Art erscheine die Hilfe der Türkei zweckmäßig. Der Generalsekretär des türkischen Außenministeriums habe darum auch kürzlich der Presse erklärt, daß das Abkommen mit Paris und London einen Kredit von 25 Millionen Pfund zur Lieferung von Kriegsmaterial an die Türkei vorfehe. Und warum statte der englische Imperialismus die Türkei mit Waisen aus? Es gehe um die Wiedereroberung der sowjetrussischen Erdölquellen, um den Angriff auf Baku. Bern, 26. Jan. (DNB.) Der englische Druck auf Rumänien hat auch in der Schweiz, wo die Churchill-Rede noch lebhaft erörtert wird, große Aufmerksamkeit hervorgerufen. Hatten doch wohlwollende Kommentatoren dieser Rede alsbald aus London berichtet, daß der temperamentvolle Marineminister zwar alle neutralen Staaten genannt, in Wirklichkeit und jedenfalls lür ^en Augenblick nur Rumänien gemeint habe. Der „Bunö lagt wenn die rumänische Regierung auch nm einigermaßen zwischen Den kriegführenden Lagern bestehen wolle, Dann müsse sie unbedingt darauf halten Die Kontrolle Der rumänischen Petroleum- unD ErzproDuk11 o n, chre ^Verarbeitung und namentlich ihre Ausfuhr fest m r i u m s, Der Durch Presse und Rundfunk verbreitet wird, hat in Der englischen Bevölkerung stänke Aufregung hervorgerufen. Offenbar unter Dem Eindruck Der zahlreichen Sabotageakte und Sprengstoftan- schläge Der letzten Tage sieht sich Die englische Regierung, wie es in Dem Aufruf heißt, veranlaßt, „zahlreiche verwunDbare Punkte^ D u rch Militärposten be w a ch e n zu lassen. Wie weit Die Sabotage- unD Spionaaeangst bereits die verantwortlichen Stellen ergriffen hat, geht aus Dem weiteren Inhalt Des Aufrufes hervor, in Dem es heißt, Die Militärposten seien angewiesen, auf alle Personen zu schießen, Die auf Anruf nicht Halt machen, bzw. keine befriedigende Auskunft über Den Zweck ihrer Anwesenheit geben. Die Vorsichtsmaßnahmen gelten vor allem Dem Schutz der Verkehrs- mittel, den Rüstungsfabriken und den Werkstätten der Heeresverwaltung. Wie aus Ottawa gemeldet wird, hat Generalgouverneur Lord Tweedsmuir bei der Eröffnung des kanaDischen Parlaments Neuwahlen angekündigt. Der Wunsch des englischen Hoheitsträgers nach Auflösung Des alten Parlaments Dürfte mit Der scharfen Kritik Zusammenhängen, Die Die Provinzialregierung Ontarios an Den bisherigen Kriegsmaßnahmen Der Zentralregierung Mackenzie Kings übte. „Friedensziele." Eine Der beliebtesten Beschäftigungen Der Kriegs- macher in EnglanD unD Frankreich bildet die Formulierung sogenannter Friedensziele. Dabei sind die Franzosen ihren britischen Bundesgenossen im Aushecken ebenso größenwahnsinniger wie gänzlich utopischer aus die Vernichtung Deutschlands hinauslaufender Pläne noch um Armeslänge voraus. Mit einem gradezu sadistischen Haß brütet man im Schoß der Pariser Kriegsclique Projekte aus, die nur das eine Ziel haben, einem ohnmächtigen und entrechteten Deutschland politisch wie wirtschaftlich und moralisch Fesseln anzulegen, Die diesmal jeden Versuch einer Erhebung illusorisch machen sollen. Was nach Ansicht dieser Chauvinisten vor zwanzig Jahren in Versailles versäumt wurde, soll jetzt doppelt und dreifach nachgeholt und damit in Mitteleuropa ein Zustand geschaffen werden, der Deut'ch- land aus der Reihe der großen Nationen für alle Zeiten ausstreicht. Es macht dabei diesen wahnwitzigen Projektemachern nichts aus, daß sie schon das Fell des Bären aufteilen, der vorerst noch quicklebendig ist, und wie jeder Tag erneut zeigt, erfolgreich bemüht ist, den voreiligen Optimismus der Pariser Kriegshetzer gründlich zu Schanden zu machen. Denn so wenig der bisherige Verlauf des Krieges den Kriegsmachern in Paris und London das Recht gibt, auf einen für sie günstigen Ausgang des von ihnen ebenso leichtfertig wie verbrecherisch eingefädelten und begonnenen Unternehmens zu hoffen, so wenig gibt ihnen die allgemeine politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands das Recht, jemals mit der Wiederkehr ähnlich günstiger Um- tände rechnen zu können, die ihnen vor zwanzig Jahren das Diktat von Versailles ermöglicht hatte. Heute steht ihnen ein durch die nationalsozialistische Weltanschauung geeintes, seiner Kraft bewußtes und zum Aeußersten entschlossenes Volk unter der genialen Führung eines Adolf Hitler gegenüber, militärisch und wirtschaftlich auf das beste gerüstet, nach Der schnellen NieDerwerfung Polens unD Dem Freundschaftsvertrag mit Rußland mit freiem Rücken und hinter sich die ungeahnten Möglichkeiten Des großen südosteuropäischen Wirtschaftsraums, bereit jederzeit, wenn Die Stunde es fordert, sich mit geballter Kraft gegen seine beiden westlichen Gegner zu wenden. Das weiß man natürlich auch in Paris und London. Aber während Deshalb in Der Diskussion Der „FrieDensziele" Die britischen Drahtzieher erheblich zurückhaltender sind und wie es britischer Taktik entspricht, mit Rücksicht auf Die Öffentlichkeit Des eigenen Landes und das Echo bei Den Neutralen, namentlich in Amerika sich vorerst Damit begnügen, mit verschwommenen und heuchlerischen Phrasen ganz allgemein zu sagen, Daß man für Die hält: i Kck enM gelt* f«l* ? en W it* efoin^ M' eiisbr^ !lnnl ill Jtr« (nrtil1?' angelegt worden seien. Viele Viehzüchter hätten sich vor dem Bankrott nur durch Lieferungen an das Schlachthaus retten können. Lloyd George erklärte Dann, daß Deutschland riesige Reserven angelegt habe und Gigantisches geleistet habe, um sichwirtschaftlichunab hängig zu machen. Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche Englands sei, verglichen mit 1914, um 2,25 Millionen Morgen zurückgegangen. Dazu habe man 250 000 landwirtschaftliche Arbeiter weniger. Das schlimmste sei, daß Millionen von Morgen ihre Fruchtbarkeit eingebüht hätten. Der Vorschlag des Land wirtschastsmickrsters gehe dahin, jährlich 200 000 Morgen wieder nutzbar zu machen. Mithin würde man 12 Jahre brauchen, um zu Der Position von 1914 zurückzugelangen. Das ernsteste Element, so fuhr dann Lloyd George fort, sei aber die A b - nähme an Schiffsraum. Die Frachtkapazität englischer Schiffe für gewöhnliche Waren, Lebensmittel und Rohstoffe sei um sechs Millionen Brt. zurückgegangen. Das fei ein Grund, um noch größere Anstrengungen als im Weltkriege zu machen, um zur Selbstoerforgung zu gelangen. Die Regierung dürfe sich nicht durch Besitzinteressen einschüchtern lassen. Es Dürfte nicht einen Spaten wertvollen Landes geben, Das nicht in diesem Kampf mobilisiert würde. | »tentantine. _ , . Eine Anzahl Nahrungsmittel sind in England tun rationiert: Butter, Bacon (Speck) und Zucker, bald auch Fleisch. Heber Den rationierten Bacon hilft man sich mit Dem schon berühmt geworbenen ,Macon" (Hammelfleisch, mutton) hinweg. Ang^ fichts Der oerminDcrten Butterzufuhr, hauptsächlich cus Dänemark, macht man nun auch Reklame für .nationale Butter". UnD schon hat irgenD jemanb c ne analoge Bezeichnung zu „Macon" vorgeschla- • fien: „Nutter". — r_. „ ,, Noch immer wird London Nacht für Nacht vertun k e 11. NachDem zu Weihnachten die Vestim- mungen etwas gelockert waren, schärfte nun em Flugblatt Des Polizeipräsidiums ein Daß beson- bers in Den Häusern längs der Straßenbahnlinien bis Vorschriften strittest einzuhalten su*, Da Lichter lings Der Tram-Linien par excellence zur Orientierung dienen. t Mr. Frank Pick, Direktor der Londoner Der- k-hrsgesellschast, ein Millionär, Der nie im Auto fährt unD seit 30 Jahren den gleichen Hut tragt, ift | ii seiner Eigenschaft als „Chef-Eva uierer Der Metropole noch immer Londons geplagtester — und rnpopulärsterMann. Eben dieser Tage wer- bn systematisch Die zivilen Staatsbeamten gruppenweise evakuiert. Sie Dürfen, bevor sie an ihrem ü Bestimmungsort „irgendwo in England ttiftouiert fnb, nichts mithaben als Pyjama und Personal- totumente. Die Ministerien werden aus Anlaß dw- I r Evakuierungen mit Prvtestbrwsen van Beamten- bauen überschwemmt. Mitunter laufen aber auch isrznügliche Schreiben ein. Kürzlich tag auf ö Schreibtisch des Innenministers,.. Sir eamuel Ware, ein Bries von einem Darsburgerme^ter a Rittelengland. Urin stand, „Dcar Str, ich mache . Aber es gibt viele Möglichkeiten Der Betätigung vir i sjir Mayfalr-Damen. Die Damen Der großen Familie LonDonderry, Lady Londonderry selbst, Amsterdam, 26. Jan. (DNB.) Im englischen Unterhaus fand eine Aussprache über Landwirtschafts frag" n statt, die, wenn cs auch Die meisten Redner geflissentlich vermieden, Deutschland zu erwähnen, doch zeigte, daß man in England mit NeiD auf die von Der nationaI sozialistischen Regierung in Deutschland Durchgeführten Maßnahmen zur Hebung und Erhöhung Der landwirtschaftlichen Produktion blickt. Der Oppositionsliberale Roberts verwies auf Den Man ge l an Futtermitteln, Der die Produktion von Schweinespeck, Eiern, Milch und sonstigen Produkten ernstlich bedrohe. Viele LebensmittelproDuzenten stünden vor Dem absoluten Ruin. Die Lebenshaltungskosten würden weiter steigen. Im Dezember hätten viele Dauern nur etwa ein 2) r i 11 e I Der notwendigen Futtermittel erhalten. Der Bestand an Geflügel sei bereits 25 v. H. zurückgegangen. Niemand lasse mehr Kücken für das nächste Jahr ausbrüten. Die gleiche Lage sei in der Schweineproduktion. Zucht- s ch w e i n e würden in vielen Fällen geschlachtet, da die Verteilung von Futtermitteln nicht so klappe wie sie solle. Lloyd George erklärte, daß im Herbst vergangenen Jahres in Enaland bereits eine Kriegs- atmosphäre geherrscht habe und daß dennoch bis September keine Futtermittelvorräte ihre Tochter und nicht weniger als Drei Nichten haben sich — möglichst weit vom Schuß — auf Farmen in NorDirland begeben unD „arbeiten" Dort im LandDienst, inDeni sie — Schafe hüten und Kühe melken. Eine Anzahl junger Mädchen, Die erst wenige „seasons" hinter sich haben, l-nken im Dienst Des Vaterlandes Autos. So ist die Tochter des Generals JronsiDe Privatchauffeurin des Generals der Territorialreserve! Besonders schick ist es natürlich, bei der Luftwaffe zu dienen. In Westminster gibt es ein Pi- btenheim samt Kantine, das, obzwar Eigentum des ptadtrats, vom Freiwilligen Frauendienst verwaist wird. Eine ganze Reihe Mayfair-Ladies arbeiteten Dort als Kellnerinnen, Köchinnen und Stubenmädchen. Vor einiger Zeit studierte aber der Stadt- lat von Westminster Die Arbeitslosenlisten L‘r Gemeinde. Dorst standen zahlreiche Kellnerinnen, löchinnen, Stubenmädchen, und deshalb beschloß Der (tadtrat, Den ehrenamtlichen Damen von Der Pi- 1 i)tentantine Den herzlichen Dank für ihre auf» opfernde Tätigkeit auszusprechen — und sie im übrigen durch besoldete Berufskellnerinnen usw. zu Hetzen. Dieser Beschluß war unvorsichtig. LaDy Lcaverbrock, Die Gattin des Zeitungskönigs, Md Mitarbeiterin in der Kantine, kündigte eine Pressekampagne an; Lady Anglesey, eine Kusine 4uff Coopers, beschloß sofort, das Hnterhaus zu Dtobilifiercn; und Die Marquise von Reading bat )ten Gatten um eine Appellation im Oberhaus. 3um Glück ließ sich ein Krieg Westminster — May- inr noch vermeiden. Aus den Rat ihrer Ehemänner erünbeten Die eifrigen Damen eine eigene Pi- machen, Haden geraDezu einen neuen Zweig Der englischen KriegsinDuftrie geschaffen. Dieser Tage brachten Die LonDoner ,Lailies" und Meeklies" Das Bild eines sehr jungen MäDchens, das mit Uniformjacke unD Mütze ein ernstes Ge- cht ungezogen hat. Darunter ftanD: The Princeß loyal in A. T. S.-Uniform — Prinzessin lizabeth in Der Uniform Des Auxiliary Terri- iriol Service. Im Buckingham-Palast mürbe das ignal gegeben — unD Mayfair — Der Inbegriff er englischen Eleganz, Die Straße, in Der sich Die Calais Der Dukes unD LorDs unD Marquis Des önigreiches aneinanDerreihen, Mayfair ift natür- ich Dem Beispiel gefolgt. Die Gentlemen-Diener oben Die bunte Livree mit Khaki vertauscht, unD ic Ladies selbst haben Uniformen ange = o g e n , an Denen es dank Der verschiedenen Kate- orien Warnens Armies eine große Auswahl gibt. aDi) Rose Paget, die meistphotographierte Frau iondons, hat ihre blonDen Locken unter Dem LeDer- elm Der Hilfsfeuerwehr versteckt, aber Das macht ichts, Die illustrierten Blätter bringen Rose Paget ud) mit Dem Lederhelm. Direkte Vorgesetzte Der Honen LaDy ist als „Section Officer" Lady Maud JunarD (von Der Cunard White Star Line), und ie W. A. F. S., Die weibliche Hilfsfeuerwehr gilt jls besonders „smart". - I. Der englische Kriea ist ein Krieg der ,10 0 . Familie n". Aus dieser Tatsache ergeben sich die °. Dielen zum Teil lächerlichen Erscheinungen Des eng» tischen Lebens in diesen Monaten. Durch alle mög- , lichen Mätzchen versucht Die Society Den Krieg p o - M pulär zu machen und Den EinDruck einer Dolks- We ..... .....- ......... Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihlsche Unioersttätsdruckerei R. Lange in Stehen. Schrittleitung und Geschästrftelle: Schulftrahe 7 ______ -i-5 i Wi 1 A Ä »as; iEr|d)etm tag lid), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3Uuftrierte Gießener Familienblätter Heimat im BilD Die Scholle Monats-Vezug§prei§: Mt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . w -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: firanffurt am Main 11688 Besonders ansprechend wirken die zwei Einfamilienhäuser von Architekt Theodor Merrill (Köln); aber auch die vier neuen Wohnhäuser von Architekt Tho- mas Wechs (Augsburg) besitzen jedes ihr eigenes Gesicht. Inneneinrichtungen, feine Metallgeräte für den Haushalt, Spanschachteln und Porzellanfiguren beschließen das vielseitige, wiederum vorzüglich illu- strierte Heft. — Die 111 ustrIrte Zeitung bringt zum 30. Januar die interessante Der^isentlichung „Dom Reich der Karolinger zum Großdeutscyen Reich, Do- kumente aus tausend Jahren deutscher . Geschichte". Der Brief Kömg Ludwigs II. an König Wilhelm, in dem er diesem die deutsche Kaiserwürde anträgt, wird zum erstenmal faksimiliert veröffentlicht. — Mit einem farbigen Kunstblatt ist der Beitrag von Ministerialdirektor Doehle ,T)rden und Ehrenzeichen in Großdeutschland" illustriert. Aus dem weiteren Inhalt erwähnen wir den Artikel „Spähtrupp-Einsatz am Westwall", mit Zeichnungen von Rudolf Lipus, die Bilderfolge „Das Frauenbildnis von heute", sowie unterhaltende Beiträge und den reichhaltigen aktuellen Teil. Die Mutter-Gottes vom Waldrand. Äon Geno Ohlischiaeaer. Mit der Feuerstellung der Batterie, die wir ab- lösten — es war während der Vorbereitung der Marne-Offensive im Juli 1918 — mußten wir einen Beobachtungsstand übernehmen. Für die ersten drei Tage bestimmte der Batterieführer einen Dizefeld- wedel und mich dafür. Ein Fernsprecher ging mit, um die Leitung zu legen.^ Als ich ein kleines Stück am Waldrand entlang gegangen war, sah ich einige Meter in den Wald hineingerückt eine Kapelle liegen. Das heißt, eine Kapelle war es eigentlich nicht mehr, wie man sich auch unter dem „Wald" nicht einen richtigen Wald vorstellen darf, sondern einen, dessen Bäume zum größten Tell stumme Zeugen für das Wüten des Krieges geworden sind; so war auch die Kapelle zum Teil zusammengeschossen, zum Teil, da sie aus Holz gebaut gewesen war, niedergebrannt. Unversehrt stand nur noch eine dem Wald zugekehrte Wand und davor ein Muttergottesbildwerk. Es machte — das war nicht das erstemal bei zer- schossenen Gotteshäusern — den Eindruck, als ob die todspeihenden Granaten, die sonst nichts schonen, eine Scheu vor der Zerstörung dieser Statue gehabt hätten. Doch auch, wenn ich die Madonna nicht unter diesen Umständen angetroffen hätte, wäre ich wohl von ihrem Anblick tief beeindruckt worden. Maria und das Kind hatten fast Lebensgröße, und der. Mann, der sie aus dem Stein gehauen hatte, muhte Menschen seiner Umwelt zum Vorbild genommen haben; denn die Figuren sahen aus wie eine Mutter und ihr Kind aus unseren Tagen. Dadurch wirkte das Standbild sehr natürlich und sprach mit seinem lebendigen Ausdruck den Beschauer unmittelbar an. Vielleicht war der Schöpfer dieses Bildwerks irgendein- Bildhauer aus der Gegend gewesen, unbekannt und ohne großen Ruf in der Welt; ein Künstler war er jedenfalls. In der zweiten Nacht gegen elf Uhr — ich hatte eben den Vizefeldwebel abgelöst — war es auf einmal Essig mit dem Telefonieren: die Batterie meldete sich nicht, und da nicht anzunehmen war, daß sie in Grund und Boden geschossen sei, mußte die Leitung zerstört sein. Nach einer Weile kam der Fernsprecher; ich zeigte ihm von oben den Weg nach, der Kapelle. Die Batterie rief inzwischen schon an, ob der Fernsprecher angekommen sei. Er sollte nicht zur Feuerstellung zurückkommen, sondern bei uns bleiben. Ueberall flammte drüben Geschützfeuer auf: der Feind begann mit einem lebhaften Störungsfeuer auf unsere Front. Es fauchte und zischte um mich herum, daß man nur eins tun konnte, weil es kein Sichwehren und Sichschützen dagegen gab: sich Gott anvertrauen und auf seinem Posten ausharren. Auf einmal kam der Vizefeldwebel angelaufen. Ein Schuß schlug vor ihm ein. Er warf sich hin, stand wieder auf, als ihm nichts geschehen war, und rief mir zu, daß ich nach der Feuerstellung nach einem Sanitäter telefonieren sollte; der Fernsprecher war schwer verwundet. In der Batterie hörte ich, daß wir in den letzten Stunden zwei Mann und drei Pferde verloren hatten. Sie versprachen, gleich einen Sanitäter -u schicken. Der Dizefeldwebel hatte mir gesagt, daß ich um fünf Hinkomiken sollte zur Ablösung und nicht erst auf ihn warten müsse, da er den Verwundeten nickt allein lassen wollte. So ging ich hin, als die Zeit gekommen war. „Wie geht's ihm?" fragte ich, als ich unser Lager in der Kapelle betrat. „Der Sanitäter muß bald da sein." „Er wird zu spät kommen", sagte der Dizefeld- webel „Er ist schon hinübergeschlafen. Aber er hat einen schönen Tod gehabt: er fieberte lange, und dann sah er auf einmal die Madonna mit dem Kind neben sich mit großen, frohen Augen an. ,Es ist gut, daß ihr da seid?' sagte er leise; sicher hat er geglaubt, er sei zu Hause und das seien seine Frau uno sein Junge. Er lächelte und dann war es aus mit ihm" Ich trat näher und sah den Toten daliegen. Und wirklich: in seinem Ausdruck war nichts vom Schmerz der tödlichen Verletzung zu sehen; auf seinem Gesicht lag der große Frieds Oer irakische Finanzminister ein Opfer des englischen Secret Service. Berlin, 26. Fan. (DNB.) lieber das durch den englischen Secret Service angezettelte Attentat, dem der irakische F i n a n z m i n i st e r Rust am Haidar zum Opfer fiel, wird aus Bagdad folgendes gemeldet: Man ist in Bagdad davon überzeugt, daß der Grund des Attentates nicht ein „persönlicher Racheakt" eines entlassenen Polizeiinspektors, sondern die wohlbedachte Tat des englischen Secret Service Darstellt, der diesen Polizeiinspektor zu dem poli- tischen Mord gedungen hat. Selbst die Jrak- Regierung gibt durch ihr Verhalten zu erkennen, dunkle Umtriebe geschmiedeten Komplottes an- sllht, denn sie hat inzwischen eine ganze Reihe von ehemaligen Ministern und Provinzgouverneuren verhaften lassen. Rustam Haidar, der als langjähriger und treuer Mitarbeiter des gleichfalls auf mysteriöse Weise ums Leben gekommenen Königs F a i s a l und als Freund des englandhörigen Premierministers Nuri Said in den Augen vieler arabischer Nationalisten ursprünglich als ergebener Gefolgsmann Englands galt, hat sich seit Beginn des Krieges von Nuri Said in der Frage des irakischen Verhaltens gegenüber Deutschland getrennt. Während Nuri Said auf Weisung Englands Deutschland den Krieg erklären wollte, setzte sich Rustam Haidar, ebenso wie mehrere andere Minister für die Wahrung der irakischen Neutralität ein. Er wies darauf hin, daß Deutschland für die arabische Sache mehrfach warm eingetreten sei, und daß es dem Irak nur Freundschaft bewiesen habe und er vertrat daher die Ansicht, daß der Irak diese deutsche Freundschaft nicht mit einer Kriegserklärung vergelten dürfe. Zudem war ihm klar, daß im arabischen Volk der Sinn für Freiheit und Unabhängigkeit nur durch Wahrung der Neutralität geweckt werden könne, nicht aber durch willenlose Gefolgschaftsleistung in einem von England mutwillig angezettelten Kriege. Rustam Hgidar war der beste Kopf unter den in dieser Frage zu Nuri Said im Gegensatz stehenden Politikern. Er war daher den Engländern unbequem geworden und wurde deshalb vom Secret Service kurzerhand beseitigt. Mit der Ermordung dieses Mannes, der sich früher für England verdient gemacht hatte, wollten die Engländer zugleich die täglich stärker werdende Opposition im Lande gegen die verhaßte england- hörige Regierung mundtot machen und die Aufmerksamkeit des Volkes von Nuri Said, der sich nur noch durch größte Vorsichtsmaßregeln schützen kann, ablenken. Sie wählten daher als Werkzeug zur Ausführung ihres teuflischen Planes einen Mann, der als überzeugter Sunnit und Schutenhasser bekannt war; Denn Rustam Haidar war zugleich der geistige Führer der Schiiten im Irak. Die Engländer beabsichtigten also durch die Ermordung ihres Führers, die Schiiten in größte Erregung zu versetzen und den schlummernden Gegensatz zwischen ihnen und den Sunniten neu aufleben zu lassen. Die Aufhetzung der beiden religiösen Setten im Irak gegeneinander entspricht der üblichen „völkeroersöhnenden" Methode, die die Engländer in anderen Ländern, insbesondere in Indien immer wieder anwenden. Nuri Said hat, wie eingangs erwähnt, die günstige Gelegenheit da- zu benutzt, alle seine Gegner, die sich noch tn Frei- yeit befanden, verhaften zu lassen. Im Irak steht die Polizei besonders stark unter englischem Einfluß, wenn dort em Angehöriger der Polizei ein politisches Delikt be« geht, so steht immer England dahinter. Erinnert sei hierbei an jene große Demonstration gegen Nun Said, einige Tage nach dem in seinen Ursachen noch heute nicht völlig aufgeklärten Tode des jungen Königs Ghazi. Damals hieß es, die Nazi hätten die Studenten aufgehetzt und ihnen Flugblätter in die Hand gedrückt. Bald aber stellte sich heraus, daß ein Beamter der nach englischen Weisungen handelnden CID. (Criminal Investigation Departement) die Studenten aufgeputscht und ihnen den Wortlaut des Flugblattes dikttert hatte. Die Engländer wollten damit die Wut des irakischen Boltes, das sie für den Tod ihres ge- liebten Königs verantwortlich machte, a u f Deutschland lenken. Ebenso wie die Engländer damals die Volkswut von sich abwenden wollten, wollten sie jetzt ihren Schützling Nuri Said vor dem empörten Volk schützen. Das ist eine altbekannte Tatsache, daß im Orient und letzthin gerade im Irak, hervorragende Persönlichkeiten immer dann starben, wenn sie England unbequem wurden. König Faisal starb, nachdem er den Engländern gedroht hatte, beim Völkerbunde vorzubringen, daß britische Panzerwagen die gegen die Jrak-Regierung im Aufstand befindlichen Assyrer mit Munition versorgt hätten. Der Generalstabschef B a k r Sidqi wurde ermordet, weil er den Irak von der britischen Vormundschaft befreien wollte und König Ghazi starb, nachdem er durch seinen Rundfunksender die aufständischen Araber in Palästina xum Durchhalten gegen die Engländer ermuntert hatte. Rückkehr „moralischer Methoden" in die Polittk kämpfe und deshalb der Nazismus zu Boden geschlagen werden müsse, entspricht es der französischen Psyche, das Bedürfnis nach etwas Handgreiflichem vor Augen zu haben, an dem man sich selbst aufrichtet und mit dem man dem französischen Volk Mut zu machen sucht. Denn die Franzosen, denen der Führer ja immer wieder erklärt hat, daß er ihnen gegenüber keinerlei irgendwie geartete Ansprüche habe, deren Ostgrenze er wiederholt feierlich garantiert hat, wissen ja heute noch nicht, wofür sie eigentlich kämpfen sollen. Mit dem chtten von ihren Kriegsmachern und den britischen Bundesgenossen gezeigten imaginären Ziel der Vernichtung des Nazismus vermögen sie nicht viel an- züfangen. So muß ihnen greifbar vor Augen gestellt werden die Rückkehr Frankreichs zur Vorherrschaft in Europa, das Bekenntnis Frankreichs zur Polittk eines Richelieu, eines Ludwig XIV. und eines Napoleon. Gleichzeitig will man freilich in Paris auch schon Fühler ausstrecken, um zu horchen, was die Welt zu Frankreichs „Friedenszielen" sagt, und vor allem um England rechtzeitig auf einen Kurs feftzulegen, der durch Vernichtung Deutschlands diese Ziele zu erreichen trachtet. Für dieses Bestreben symptomatisch ist der Aufsatz, den vor kurzem der französische Journalist Perttnax, der dem Pariser Außenministerium nahesteht, im Londoner „Daily Telegraph" veröffentlicht hat. In ihm enthüllt sich zudem die Geistesauftas- fung der Pariser Kriegsmacher in ihrer ganzen satanischen Skrupellosigkeit. Perttnax im bürgerlichen Leben Andrö Gsraud, dessen Vater der aus dem Posenschen in Frankreich eingewanderte Jude Grünbaum war, beruft sich in seinem Aufsatz darauf, daß er die Gedankengänge der französischen Berussdiplomatie vertrete. Nach Kenntnis der deutschen Verlautbarungen über das falsche Spiel, das der ehemalige französische Botschafter in Berlin, Co ul andre, hinter den Kulissen der deutsch- französischen Verständigung getrieben hat, kann daran auch nicht mehr der letzte Zweifel übrig bleiben, daß die Zünftigen des Quai d'Orsay nur höchst widerwillig die zeitweilige Verständigungspolitik Data die rs mitgemacht haben und Hand in Hand mit den Kollegen vom Foreign Office alles darangesetzt haben, um Frankreichs Außenpolitik wieder in das Fahrwasser des alten sturen polittschen Kurses eines Poincarö und Clömenceau zu steuern. Was Perttnax nun als „Friedensziel" der Parier Berufsdiplomaten entwickelt, ist eine volle Betätigung dessen. Dieser famose Plan sieht nichts geringeres vor, als die Errichtung einer ftanzösisch- rri tischen Diktatur über Europa. Erste Voraus- etzung dafür ist die Zerstückelung Deutschlands in eine Reihe kleiner macht- und willenloser Staaten und.die Abschnürung dieses Gebildes im Osten durch einen Ring von kleinen unselbständigen Puffer- staaten von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer, um Rumpsdeutschland endgültig von dem gefürchteten Rußland zu trennen. Im Westen soll die gleiche Aufgabe der Einkreisung Deutschlands — oder besser dessen, was man noch von ihm übrig zu lassen gedenkt — durch eine noch weitergreifende, wohlverstanden zeitlich unbefristete Besetzung der Rheinlande als vor zwanzig Jahren erfüllt werden. Aber Herr Perttnax ist ein vorsichtiger Mann. Diese Knebelung reicht ihm noch nicht, um die Gewähr dafür zu bieten, das zerstückelte, selbstverständlich materiell wie moralisch völlig wehrlos gemachte deutsche Volk dauernd am Boden zu halten. Deshalb sollen sich die neutralen Staaten mit Frank- reich und England vertraglich verbinden, um gemeint am dafür zu sorgen, daß dieser so geschaffene Status quo ein ewiger bleibe. In die wieder- erstehende Genfer Liga soll eine englisch-ftanzösische Exekution so eingebaut werden, daß diese, unabhängig von den andern Mitgliedern der Liga, eine tatsächliche Diktatur der westlichen Plutokratien über Gesamteuropa ausüben würden. Europa, als englisch-französische Kolonie, so sieht also die Neuordnung Europas in dem Kopf nicht etwa nur des Juden Perttnax und des polnisch-tschechischen Erni- grantenklüngels in Varis aus, sondern nicht anders spiegelt sie sich in den Gehirnen der Berufsdiplomatie des Quai d'Orsay, die den Kurs der französischen Außenpolitik maßgebend bestimmt. Daß die Berussdiplomaten, aus deren Schule Perttnax jjier so erfreulich offenherzig plaudert, mit diesen wahnwitzigen „Friedensplänen" in Frankreich keineswegs allein stehen, sondern in einer bestimmten Schicht maßgeblicher Parteipolittker auf ein durchaus zustimmendes Echo hoffen bürfen, dafür ist Frankreichs Marineminister, der Korse C a m P i n ch i, ein gewichtiger Kronzeuge. Es ist der gleiche, der sich schon während der ftanzösisck- italienischen Hochspannung, die dem Abessinienfelo- zug folgte, durch besonders scharfmacherische Reden ausgezeichnet hat. Aus den amtlichen deutschen Dokumenten, die den Kriegswillen der beiden westlichen Demokratien mit erschütternder Eindeutigkeit bloßlegen, geht auch hervor, das Campinchi bereits im April 1939 Frankreichs Entschluß ssum Kriege gegen das Deutsche Reich damit begründete, daß weder Frankreich noch England die beherrschende Stellung des Deutschen Reiches im östlichen und südöstlichen Raum Europas dulden könnten. Und auch das Ziel dieses Krieges hat Campinchi damals schon mit schöner Offenherzigkeit Umrissen. Er sagt: „Der Friedensvertrag, der den nächsten Krieg beenden wird, muß nach dem Muster des Westfälischen Friedens ausfallen, d.h. das Reich völlig zerstückeln und in feine Bestandteile zerlegen." Nur dann könne man hoffen, während eines verhältnismäßig langen Zeitraumes Frieden zu haben. Campinchi berief sich bei diesem Erguß eines satanischen Dernichtungswillens ausdrücklich auf den französischen Generalissimus © am e H n , mit dem er während der September-Krisis dauernd in Fühlung gestanden habe. Worum es im Westfälischen Frieden der französischen Politik ging, das ist niemals klarer und instruktiver für uns Deutsche gesagt worden, als von dem französischen Historiker Jacques B a i n v i lle in seinem 1915 erschienenen und seitdem in Frankreich immer wieder neuaufgelegten Buche „Geschichte zweier Völker". Er schreibt dort: „Es handelte sich darum, zu verhindern, daß Deutschland zur Einheit kam, wie Frankreich zu seiner Einheit gekommen war. Das war ein realistisches Werk, daß "dem realistischen Menschenverstand entsprang und vom Begriff des nationalen Interesses beherrscht war. Zu gleicher Zeit sollten dabei die Menschlichkeit und die Zivilisation auf ihre Kosten kommen: unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg, als die deutsche Kraft für lange Jahre ge- brachen war, durchlebte Europa eine feiner schönsten Epochen. Nach den Proben, die der ©ermanis- mus in Freiheit die europäische Welt eben erleben ließ, wird man die Klarheit einer Politik bewun- Dem, die darin bestand, die germanische Barbarei zu entwaffnen und der Bestte die Krallen zu beschneiden." _ ...... fr r Was der Franzose hier eine der schönsten Epochen Europas nennt, steht in Erinnerung des deutschen Volkes als die Zeit bittersten nationalen Unglücks. Der Westfälische Friede, der 1648 Den Dreißigjährigen Krieg beendete, hinterließ Deutschland als ein ohnmächtiges Gebilde, als ein politisches Monstrum ohne polittschen Willen und politische Kraft, aufge- teilt in mehr als dreihundert Territorien, deren „souveräne" Landesherren unter sich und mit dem Auslande Bündnisse schließen durften. Die Mündungen von fünf deutschen Strömen waren fremden Mächten ausgeliefert. Frankreich als „Garant" des Friedens erhielt das Recht der Einmischung in innerdeutsche Angelegenheiten, es faßte im Oberelfaß Fuß und verfolgte zielbewußt eine Polittk, Die das linke Rheinufer in feine Hand bringen sollte. Daß ein solcher Zustand hilfloser Schwäche des deutschen Nachbarn dreihundert Jahre hindurch das Ideal der französischen Staatsmänner gewesen ist, ist vielleicht begreiflich, wenn man der irrigen Auffassung lebt, daß nur das Unglück des einen Volkes das Glück des anderen begründet. Aber nicht minder be- «reiflich ist es, daß die deutsche Nation, durch die furchtbaren Lehren ihrer Vergangenheit hellhörig geworden, mit fanatischer Willenskraft sich allen entgegenwirst, Die Deutschland wieder auf Den furchtbaren StanD von 1648 zurückführen möchten. Wir sind den Herren Campinchi und Perttnax dankbar für ihre Offenherzigkeit. Nun wissen wir wenig, ftens aus ihrem eigenen Munde, woran wir übrigens nie gezweifelt haben, daß auch Frankreichs „Friedensziel" nichts anderes ist als das seines bri- tischen Bundesgenossen: Die Vernichtung Deutsch- lands. Aber Die Herren, Die so emsig historische Stu- Dien treiben, um Die iDealfte Neuordnung Europas auszuklügeln, vergeßen nur eins, daß heute statt eines in Atome zersplitterten deutschen Volkes wie vor dreihundert Jahren, eine einige deutsche Nation entschlossen ist,, jeden Anschlag auf ihre Freiheit mit äußerster Kraft abzuwehren und einem Frieden Den Weg zu bahnen, der Diesen Namen verdient. Niemals werden die sauberen Pläne der Perttnax und Campinchi ihre Verwirklichung finden. Dr. Fr. W. Lange. 3« den britischen Gewässern gesunken. Stockholm, 26. Januar. (Europapreß.) Eines der modernsten schwedischen Motorschiffe, der Fracht- Dampfer „Go thia", ist am Donnerstag an der englischen Küste gesunken. Allem Anschein nach fiel ereinerMine zum Opfer. Vierzehn Desatzungs- Mitglieder fanden den Tod, während sich elf Mann der Besatzung in einem Boot auf eine unbewohnte Insel an der schottischen Westküste retten konnten, Rettungsfahrzeuge sind dorthin ausgesandt worden. Die „Gothia", die eine Wasserverdrängung von 1549 Bruttoregistertonnen hatte, war erst im Jahre 1937 auf einer schwedischen Werft fertiggestellt worden; sie sank innerhalb weniger Minuten. * Wie die Amsterdamer Presie meldet, sind das lett- ländische Schiff „eueren e" (4354 Bruttoregistertonnen) und der norwegische Frachtdampftr „© u d - neig" (1300 Bruttoregistertonnen) gesunken. Das lettländische Schiff „Everoja" (4354 Bruttoregi- stertonnen) ist aus Grund gelaufen. Die „Everoja ist ein Schwesterschi ft der „Eve re ne", die einige Stunden vorher unterging. Außerdem soll sich Der norwegische Dampfer „B i r k" in Der Gegend der Hebriden in höchster Seenot befinden. Den SOS- Rufen Des Schiffes zufolge, die an einer Küsten- statton Schottlands aufgefangen wurden, ist das Ruder gebrochen, und das Schiff treibt auf hoher See. David und die Goldgräber. Don K. H. Waggerl. Der kleine David ist jedermanns Gehilfe, dafür hat er seinen Schlafplatz im Dachboden des Armenhauses, und fein Essen, wo er gerade zurechtkommt. Es gibt Milchsupve bei Den Dorfleuten. Mus und Dörrbirnen auf Den Höfen, zuweilen auch etwas Gebackenes, wenn man eine gute Nase hat und gewisse Tage im Kopf behält, die Namenstage vor allem. Gott hat es so eingerichtet, daß die besten Dinge auch am stärksten Duften, Die Glanzstücke seiner Schöpfung. Strauben und Krapfen, von Denen er selbst sagte, daß sie gut seien. Und trotzdem ist David immer hungrig, ach ja, noch nie in seinem Leben ist ihm etwas Genießbares begegnet, Das größer war als fein Hunger. So viel und vielerlei er auch hinunterfcblingt, er bleibt Dennoch erbarmungswürdig mager, Das wandelnde Leiden Christi, behaupten die ehrwürdigen Schwestern im Armenhaus. Eine buntscheckige Vogelscheuche, sagt Der Lehrer, mit einem gelben Strohwisch obenauf. Darum tarnen ja auch die beiden Schwestern einmal auf Den Gedanken, David müsse, wenn nicht Den Teufel, so doch Den Bandwurm im Leibe haben. Sie sperrten ihn zwei Tage lang in die Geschirrkammer und gaben ihm Rübsamen zu eßen, Damit sich Das Verhängnis lösen möchte. Aber auch Das schlug fehl. David würgte Den Rübsamen geDulDig hinunter und gab dennoch nichts Außergewöhnliches von sich. Nein, er wächst nur zu schnell unD über alles Maß. Sein Darm ist zu kurz, so erklärte es Der Pfarrer, als er David aus Dem Gefängnis rettete. Seine Eingeweide find nicht wie bei anderen Leuten ordentlich in Schlingen gelegt, sondern sie sind eher von Der Beschaffenheit einer Dachrinne. Allein, Die ehrwürdigen Schwestern zweifeln ttotzdem im stillen nicht Daran, Daß Der Satan sich in Davids ausgearteten Gliedern festgenistet hat, oft betrachten sie ihn mit kummervollem Grausen. Oder kann es mit rechten Dingen zuqehen, daß er zwar schmächtig am Leibe, aber gewissermaßen und im Geiste dick geschwollen ist von Bosheit? Zuweilen kommt es über ihn, stehenden Fußes erfindet er Die abgründigsten Lügen, wie etwa die Geschichte vom Goldklumpen, an der im vergangenen Herbst das ganze Dorf zu- schänden wurde. Damals schickten ihn die Schwestern auf Die Ge- meindeweide, Damit er ein paar Schafe zurück- brächte, die sich verlausen hatten, so fing es an. David tarn lang und länger nicht zurück, Dann saß er atemlos und seltsam verstört in Der Stube und schüttelte nur Den Kopf, — nein, er hatte nichts gefunden, leine Schafe, nichts! Weil aber Der Teufel zugleich mit Der Lüge auch fcte Neugier jät, so währte es nicht lange, da lief es schon im ganzen Dorfe um: Gold auf der Gemeindeweide! David hatte unterwegs zwei fremde Männer angetroffen, bärtige Männer, am Ende Der Dorf gaffe waren es schon sechs samt ihrem Hauptmann, aber gleichviel, jedenfalls knieten sie da auf Der Halde und gruben und warfen die Erde hinter sich. Ha! rief der eine, als er einen glänzenden Klumpen aus Der Grube hob. Ha! schrie auch der andere, Denn in diesem Augenblick hatte er David entdeckt. Denkt euch das, keine Menschenseele weit und breit, und die beiden mit Messern und Schaufeln hinter ihm her, und David natürlich Hals über Kopf durch Zäune und Gräben! Schaut ihn an, fo sieht ein Mensch aus, der um Das Leben rennen mußte. Indessen besannen sich etliche Leute Darauf, daß sie auch anderwärts zwei fremde Leute gesehen hatten, Der Briefträger, Der Brunnführer im Steinbruch, sie dachten nichts weiter dabei, aber bärtig waren die beiden Fremden, verdächtig in ihrem ganzen Benehmen. Das sagte auch Der Schankwirt, und warum wollten Die Fremden durchaus Das Hinterzimmer haben, sagte er, oder wem astens Vorhänge an Den Fenstern, wenn sie Die Sonne nicht zu scheuen brauchten? Und so schoß Der Lügensame Davids immer üppiger ins Kraut, zuletzt nahm sich Der Vorstand ein Herz und stellte die zwei Dunkelmänner zur Rede. Dies und jenes fei ruchbar geworden, und nun möchten sie in Gottes Namen Farbe bekennen, um Des Friedens willen. Ja, und das taten sie dann auch. Es zeigte sich, daß sie zu Studienzwecken reiften, Geologie war ihr Fach. Was aber Den kleinen David betraf, diesen Schafhüter, fo mußte das ja ein verteufelter Bursch sein. Den behaltet im Auge, sagten Die Herren und lachten und klopften sich auf Den Bauch vor lauter Vergnügen. Schön, wenn sie es von Der helleren Seite nahmen. Aber was half Das gegen den Golddurst Der Dorfleute. Noch heute gibt es einige, Die der Sache nicht trauen und Die ieden Stein in Der Hand wägen, wenn sie ihre Kuh von der Weide holen. Zeitschriften. — Mit Albert Burkart als Zeichner beschäftigt sich das Februarheft der Monatsschrift „Die Kunst" (Verlag F. Bruckmann, München). Die Abbildungen zeigen feine zarte Gesichter voller Gelassenheit'und stiller Heiterkeit, dazu eine sinnvolle Gewandführung, die die Bewegung des Körpers wahrnehmen läßt. Friedrich Loos (1797—1890) gehört feiner Begabung und Herkunft nach mehr zu den Naturalisten. Mit einem sensiblen Empfinden für Licht und Ton und einem Behagen am Kleinen und Nahen, nahm er den Reichtum Der feinen malerischen Einzelheiten Der Salzburger Landschaft auf. 2)ai Heft zeigt Arbeiten von Fritz Klimsch. Bcc Optiker amßohnhof de n ehemals polnischen Gebieten beab- v V II V X III U l p U l II I | Up H XV V V l V l V li VVMV 13! sichtigt. Bereits ab Ende Januar werden diese nach n I unb nach eintreffen, fo daß sie also bei der Früh- Nachtübung unserer Flak Küste ausgenommen. Man steht -das Gruppen- jeder Sekunde sind die zahllosen Flakbatterien, CUvl LUJUJV 11 UV VIV QU9UU|tll (J w ***.*.*- v v» — |- - 1 .......... — ' , ' . ' • . Deutschlands Grenzen mit so großem Erfolg schießen einer Flakbatterie, und im Augenblick des n feindliche Flugzeugeinfälle schützen, bereit Abschusses wird die Umgebung durch bas Win- iege der Flak An der Eine moderne Waffe in ihren Anfängen. ren mit einer Hochstgeschwin- totaatsanroait oejagie als 20 Kilometer je Stunde, nahm eine lvejmtkch- Beeiirtrochügung der Fahr- — . . v r_-- Apin/i h»i nn neron rll m irnPTT z$e nlrt'D kann. In die ^„/erartt at—y Ihrer Krankenkasse >ie Heimat zu erreichen. Man mag sich nun in England fragen, wie wohl >ie Kommentare ausfehen werden, die man in an- In dem Strafverfahren wegen eines Derkehrs- unfalls, bei dem durch Trunkenheit am Steuer mehrere Unfälle verursacht worden waren, hatte sich die Berliner Verkehrsstraskammer mit der interessanten Frage zu befassen, ob und inwieweit durch die Dunkelheit die Sicherheit angetrunkener Fahrer weiter herabgesetzt wird. In Uebereinstimmung mit dem medizinischen Sachverständigen und dem Staatsanwalt bejahte das Gericht diese Frage und Kleine politische Nachrichten. Der Moskauer Rundfunk verbreitet ehre Meldung, in der festgestellt wirb, daß die Tätigkeit der P e - troleumindustrie Sowjetrußlands in den Ende September besetzten polnischen Gebieten nunmehr ausgenommen worden sei. bungs feuer für Sekunden taghell erleuchtet — (Scherl-Bilderdienst-M.) jahrsbestellung eingesetzt werden können. Kein Betriebsführer braucht deshalb Sorge zu haben, daß er der Forderung der Erzeugungsschlacht, den Hack - Iruchtbau mindestens auf der bisherigen Höhe zu halten, aus Mangel an Arbeitskräften nicht entsprechen kann. Aufgabe der Bauernführer wird der kinderreichen Haushaltungen aus- zunutzen. Insbesondere ist darauf hinzuwirken, daß jede unerwünschte Abwanderung von Hausgehilfinnen aus kinderreichen Familien u n • terble ibt und daß freigesetzte Hausgehilfinnen bevorzugt in kinderreiche Haushaltungen vermittelt werden. Hausgehilfinnen, die zuletzt in der Landwirtschaft beschäftigt waren und bei denen die Voraussetzungen für die Zulas- ung der Abwanderung aus der Landwirtschaft gegeben sind, sind in erster Linie in kinderreichen Haushaltungen einzusetzen. Blutalkoholgehalt undFahrsicherheit während der Dunkelheit US Wk reiftet ,@ub n. Dvi ittoreji' ? etniy sich d«' end de: n SOS Küsv ist Mi s hch aüt> Die Vorbereitung der Erzeugungsschlacht Eine Million landwirtschaftliche Arbeiter aus dem ehemaligen polen. Allgemeine Vormusterung von Sunden Die für die Wehrmacht und Polizei als Ersatz in Betracht kommenden Hunde, deren Erfassung bereits angeordnet worden war, müssen zum Zweck der Futterversorgung einer Vormusterung unterzogen werden. Sie ist in Form einer Wesensfestig- keitsprüfung durchzuführen. Der Hund wird auf einem freien Platz von feinem Herrn an kurzer Leine gehalten. Ein Mann nähert sich dem Hunoe- führer und bedroht ihn mit erhobenem Stock. Der wesensfeste Hund (auch der nicht abgerichtete) verbellt den Angreifer und versucht, ihn zu packen. In diesem Augenblick gibt ein Helfer In 20 Meter Entfernung zwei bis drei Schüsse aus einer Pistole ab. Der Hund darf sich durch diese Schüsse nicht vom Angreifer abbringen lasten. Tut er es doch, um sich hinter seinem Herrn zu verkriechen oder wegzulaufen, so gilt er als ungeeignet Kurzes Zurückweichen gilt nicht als schwerer Fehler. Der Hundeführer darf bei dieser Prüfung den Hund zum Angriff ermuntern. Der wesensfefte Hund muß ferner an fahrenden Autos, Eifen- unb Straßenbahnen und dgl. leicht vorbeizuführen sein ohne daß man ihm Ängstlichkeit anmerft. Neben der Wesensfestigkeit ist auch die körperliche Eignung zu prüfen. Hunde mit sichtbaren organischen Fehlern gelten als ungeeignet r s 0(L * K Ä 51. fein * fair 9$ * muh f rtlftil im u.dj henr stattliche Schiff hat immerhin feine 10000 Tonnen Wasserverdrängung und ist u. a. bestückt mit 6 Geschützen von 28’cm» und 8 Geschützen von 15-cm- Kaliber, dazu 8 Torpedorohren zu je 53,3-cm-Kali- ber. Ein Schiff von dieser Größe ist ja nicht so leicht zu übersehen, und man darf ohne weiteres an- nehmen, daß die Engländer ihre besten Kreuz-r- kommandanten auf die Jagd geschickt hatten. Es ist nicht der erste schwere Schlag, den das weit übertriebene Renommee der englischen Flotte mit dieser erfolgreichen Heimkehr der „Lützow"' erhalten hat und es wird nicht der letzte fein. Daran wird sich das „feebeherrschende" England noch genau so gewöhnen müssen wie an viele andere unangenehme Dinge, beispielsweise an die Tatsache, die es in dem Pariser Blatt „3our" beklagt findet, daß nämlich „bie Initiative stets Deutschland überlasten ist". Oie politische Neuordnung in China. Schanghai, 26. Januar. (DNB.) Nach drei Sitzungstagen wurde die Tsingtauer Konferenz abgeschlossen. Zwischen Wangtschingwei und Wang- kchmin wurde eine Einigung über die Beziehungen der neuzubildenden Zentralregierung zu N o r d ch i n a erzielt, wo voraussichtlich die Regierung vorläufig durch einen nordcyinesischen Politischen R a t oder Ausschuß ersetzt werden soll, der verwaltungsmäßig unter der Zentralregierung sichen wird. Vussische Angriffe am Ladoga-See. Helsinki, 26. Ian. (DNB.) Nach dem finnischen Heeresbericht wurde Diivun (Viborg) von den Russen durch weittragende Geschütze unter Feuer genommen. Nordöstlich des Ladoga-Sees fetzten ruffifche Truppen ihre Angriffe fort. Bei Atttojoki fanden besonders harte Kämpfe statt; weitere Angriffe richteten sich auf Kollaanjoki; die Finnen konnten überall ihre Stellung halten. In Lappland sollen ruffifche Angriffe bei Märkä- järvi und Petsamo von den Finnen zurückgeworfen worden sein. Kuusamo und die Schären von Aaland waren Luftangriffen ausgesetzt. Das Sorgenkind der Schweiz: der Fremdenverkehr. Genf, 26. Jan. (Europapreß.) Das Sorgenkind der schweizerischen Nationalwirtschaft ist nach wie vor der Fremdenverkehr. Die Gäste aus dem Ausland sind fast gänzlich ausgeblieben, was, mit normalen Zeiten verglichen, den Ausfall von 6 00 Millionen Franken ausmacht. Dieser Ausfall ist für die schweizerische Zahlungsbilanz außerordentlich beunruhigend. Es ist fast unmo-glich, ihn durch eine vermehrte Ausfuhr wettzw machen,-zumal sich England und Frankreich nach wie vor gegen eine vermehrte schweizerische Einfuhr sträuben. Um die großen Hotels nicht leerstehen zu lassen, ist man auf den Gedanken gekommen, für den Aufenthalt von Kindern aus den kriegführenden Staaten zu werben. Wenn man sich auch davon feine materiellen Gewinne verspricht, so glaubt man, durch eine solche Aktion wenigstens der Schweiz für die Zukunst den Ruf als dem „Hotel Europas" zu retten. eren Ländern jetzt wieder einmal über die söge- be nannte englische „Seeherrschaft" schreiben wird. 5tyer Schließlich ist ja die „Deutschland , die jetzige „Lützow" kein Kutter und kein Torpedoboot. Das fettigen, hat der Reichsverkehrsminister angeordnet daß Kraftfahrzeuge spätestens am 1. Oktober 1940 mrtdem Wehrmacht-Tarnschein wer f e r ausgerüstet sein müssen. Um die vorschriftsmäßige Abblendung der Fahrzeuge sicherzustellen und eine Einheitlichkeit im Straßenverkehr zu erreichen, um ferner zu sichern, daß einberusene Fahrzeuge sogleich den Erfordermssen der Wehrmacht entsprechen. Die Verordnung g'" nicht für Kraftfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 6 Kilometer je Stunde für selbst- fahrende Arbeitsmafchinen mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als-----.... . für elektrisch angetriebene Kraftfahrzeuge und für Krankenfahrstühle. Für Zugmaschinen in der Landwirtschaft und ftir Krasttäder tritt die Verordnung erst nach weiterer Besttmmung in Kraft. Der Wehrmacht-Tarnscheinwerfer ist schwingungsftel so anau- brinqen, daß die Lichtaustrtttsosfnung nicht hoher als 1 20 Meter und nicht tiefer als 0,80 Meter über der Fahrbahn liegt. Er ist so zu neigen, daß die obere Hell-Dunkel-Grenze des Lichts in einer Entfernung von 5 Meter vor der Lichtaustrittsofmung mindestens 6 Zentimeter tiefer als die obere Kante her Lichtaustrittsöffnuna. liegt. Der Wehrmacht- Tarnscheinwerfer muß sich unabhängig von der übrigen Beleuchtung des Fahrzeugs ausschalten lassen und muß so geschaltet sein, daß er nur mit ben Begrenzungslampen zugleich gebrannt werden gegen feindliche Flugzeugeinfälle schützen, bereit Diese gutgelungene Ausnahme wurde bei einem nächtlichen Uebungsschießen auf einem Flakartillerie - Schießplatz an der So ergab sich bald die Notwendigkeit, doch ein Spezialgeschütz zu konsttuieren. Im Jahre 1912 brachte Krupp ein solches Geschütz heraus, das den Namen „Ballonabwehrkanone" erhielt Wer diesen schonen, aber leider vollkommen daneben schießenden Namen erfand — denn Ballone brauchte man doch nicht „abzuwehren" — ist nicht überliefert. Es war eine 7,7-cm-Kanone, von der zwei Modelle hergestellt wurden, das eine auf Rädern mit Pferdebespannung, das andere auf einen Kraftwagen montiert Diese BAK. von 1912 ist die noch reichlich junge Stammutter aller Flakgeschütze. Das Ausmaß der beabsichtigten Verwendung solcher Geschütze war sehr bescheiden. Im Mobilmachungsfall sollte jede Armee vier Kraftwagengeschütze, jede Division eine bespannte BAK.-Batterie erhalten. Aber selbst das war mehr, als 1914 tatsächlich zur Verfügung stand. Das deutsche Heer zog 1914 mit nur sechs Kraftwagengeschützen und 12 bespannten BAK.-Batterien ins Feld. Es gab damals auch für die Heimatabwehr noch nicht das, was man heute den Luftschutz nennt. Nur für einzelne wichtige Bauten waren einige eingebaute Kanonen und etliche MG.-Posten vorgesehen. Das damalige Deutschland war auf dem Gebiete der Luftwaffe hinter der Entwicklung anderer Staaten, namentlich Frankreichs, zurückgeblieben. Daß aber die feindliche Luftwaffe von ihrer zahlenmäßig überwältigenden Ueberlegenheit nicht einmal den naheliegenden Gebrauch einer umfassenden Luftaufklärung machte, lag an den falschen Auffassungen, die man damals noch überall über die taktischen Verwendungsmöglichkeiten der Flugzeuge — und damit entsprechend auch ihrer Abwehr hatte. Das sollte dann der Krieg selbst beweisen. R. Geha. Der Präsident der mandschurischen Schwerindustriegesellschaft, A i k a w a , ist als Bevollmäch- ttgter der mandschurischen Wirtschaft vor etwa zwei Wochen nach Berlin gekommen, um über die zukünstige Gestaltung des gegenfeitigen Warenaustausches und bie Mitarbeit Deutschlands am man- dsch-urtschen Wirtschaftsaufbau zu verhandeln. Wieder daheim. Immer wieder muß man feststellen, daß der englische Marineminister Churchill in feinen Behaup- lungen über die englische Seekriegführung mit einer zeradezu militärischen Pünktlichkeit von deutschen Streitkräften und den durch sie gelieferten Tatsachen bis auf die Knochen blamiert wird. Es ist noch nicht ange her, daß Churchill verbreiten ließ, es gebe eine deutschen Kriegsschiffe mehr, die draußen auf >em Meere im Handelskrieg tätig feien. Um so auter mag ihm nun der einhellige Jubel in die Ohren bringen, mit dem ganz Deutschland die Heimkehr des tapferen Panzerschiffes begrüßte, Kis jetzt auf Befehl des Führers den Namen Am Freitag früh ereignete sich in einem Elektrizitätswerk in Lancash ire eine schwere Explosion, die einen großen Brand zur Folge hatte. Die ganze Decke des Gebäudes, das am Ufer des Manchester-Schiffahrtskanals liegt, flog in die Lust, die Trümmer stürzten in den Kanal, der dadurch unpassierbar wurde. Das Werk versorgt ein großes Stahlwerk und den gesamten Bezirk mit Strom. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Emst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Bruhlfche Unioersitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit W W Mietgesuche Herrn Karl Hahn, Rentner In tiefer Trauer: Gießen, Hamburg, den 24. Januar 1940. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 30. Januar, um 14 Uhr, auf dem Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Neuen Friedhof statt. 439D Wieseck, den 27. 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Vereine Stadttheater Möbelhaus tßahl 27./28.ZanuarM0 Gießener Anzeiger iGeneral-Anzeigsr für Gberhefien) r. 23 Zweites Blatt Gießens Aufstieg im Lichte von Haushaltszahlen Straßenbahn: Wasserwerk: Wildfütterung auch im Kriegswinter den die Elektrizitätswerk: 1939: 3 176 845,70 3 L- *ä sä* äss® SJSÄtPfcstttSSfiB W5 4*4 5 942 624,16 RM. 5 922 651,47 „ 6 328 630,94 „ 7 130 635,99 „ 7 778 134,27 „ 8 384 514,77 „ 9 760 300,33 „ 293 537,04 RM. 281 608,77 „ 287 556,16 „ 349 380,— „ 359 155,— N 386 500,— „ 733 841,82 „ 10 507 717,66 RM. 10 438 982,75 „ 10 859156,47 „ 12 024 503,32 „ 13 372 216,15 „ 13 846 586,77 „ 15 744 658,68 „ 2 090 657,44 RM. 2 332 917,32 „ 2 328 819,16 „ 2 633 584.— „ 3 041145,60 „ 3 280178,33 „ 1933: 1934: 1935: 1936: 1937: 1938: 1933: 1934: 1935: 1936: 1937: 1938: 1939: Omnibusbetrieb: 1939: 150 223,10 RM. 1933: 1934: 1935: 1936: 1937: 1938: 1939: 1933: 1934: 1935: 1936: 1937: 1938: 1939: In den verflossenen sieben Jahren hat unsere Stadt eine Entwicklung erfahren, wie sie in diesem großartigen Ausmaß wohl niemand beim Beginn der nationalsozialistischen Aufbauarbeit vorausgeahnt oder erhofft hätte. Wir alle waren Zeugen der räumlichen Ausdehnung und zugleich auch der wirtschaftlichen Erstarkung unseres Gemeinwesens. Dor unseren Augen sind in diesem knappen. Zeitraum ganze Stadtviertel neu erstanden. Es wurden große Bauten errichtet, vielerlei neue Einrichtungen im Dienste der Bevölkerung geschaffen, der Wohnungsbau auch im Sektor der privaten und genossenschaftlichen Bautätigkeit kräftig vorangebracht, neue Verkehrsmittel eingerichtet und schließlich sogar mit der Eingemeindung von Wieseck und Klein- Linden ein während langer Jahre gehegter Wunsch weitsichtiger Männer des kommunalen Lebens verwirklicht. Es ist auf der ganzen Linie ein sehr erfreulicher Aufschwung zu verzeichnen. Stadt. Die Zahlen kennzeichnen allerdings auch große Anforderungen an die steuerliche Leistungs- kraft der Bevölkerung. Man darf dabei aber nicht übersehen, daß die heimische Wirtschaft aller Zweige besonders durch das anhaltende Wachstum deL Finanzstärke unserer Kommunalwirtschaft in weitgehendem Ausmaß befruchtet wurde, die Stadt al'fo dadurch ein Auftraggeber und Schöpfer von Arbeite Möglichkeiten großen Formats geworden ist. d. Zweigt man von diesen jährlichen Gesamtabschlußsummen die auf die eigentliche Verwaltung, nämlich auf die Betriebs- und V e r m ö b e n s r e ch- n u n g entfallenden Anteile ab, so erhält man für diesen Teil, d. h. ohne die Stadtwerke, fol- Die Regie Dr. Hannes Razums stand vor der nicht leichten Aufgabe, die derb-komischen Töne gegen die leiseren, besinnlicheren sorgfältig abzustlm- men, damit nicht der ernste Gehalt der Dichtung und die reinen, zarten Klänge echter Poesie vom Burlesken der Diener- und Teufelsszenen verdeckt werde. Man muß es der Regie zubilligen, daß sie, aufs Ganze gesehen, den rechten Ausgleich getroffen hat. des romantischen Märchens geschaffen worden, deren ^.auberwelt wir uns bereitwillig hmgeben. Karl "ra dnunz ite 181) itn, ans, Dr. ®. Nertti riumfi: ibilbun;, nicheii. utz. ilungen Im weichen Schnee wandern wir fast lautlos weiter. Eine überirdische Ruhe umfängt uns. Auf- vmend stehen wir still. Weiche Dämmerung liegt über Wald und Feld. Himmel und Erde fließen ineinander. Unendlich dehnt sich die weiße Fläche... Wir atmen die köstliche, frische Winterluft. Es wird uns so leicht zu Mute, fast so, als wenn wir am Abend, nach vollbrachtem Tagewerk, endlich zur Ziuhe kommen. Angenehme Müdigkeit durchrieselt «nsern Körper, und es kommen Erinnerungen aus -er Kindheit. Es ist beinahe so wie damals, als wir abends im Bette lagen und die Mutter uns tröstete, weil wir mit den Kameraden einen Streit gehabt hatten und glaubten, es wäre uns Unrecht geschehen, khe sie von uns ging, strich sie noch einmal über die Decke des Bettes, und zum Abschied flüsterte sie: „Nun ruh dich aus, und schlaf schön. Morgen ist alles wieder gut!" So umfängt uns das Schweigen tes Winterwaldes, so mütterlich, so weich! Bald breiten sich blaue Schatten auf der Schneedecke aus. Der Abend kommt. Ein Abschiedsblick noch über die weißen, schneebehangenen Berge. Dann wandern mir gestärkt und erfrischt unserm Heim zu. Volksgenossen, nehmt Rücksicht! Kreisletter Backhaus bittet alle Volksgenossen, für die gegenwärtig durch die mancherlei Frostschäden (Auftauen der Leitungen. Rohrbrüche usw.) nit Arbeiten überlasteten Installateure Verständnis aufzubringen und sie nicht noch mit weiteren Ar- schließlich der 1933: 1934: 1935: 1936: 1937: 1938: 1939: gendes Zahlenbild: 1933: 1934: 1935: 1936: 1937: 1938: 1939: Menschendarstellerin, deren große Schauspiel- und Maskenkunst Schicksale lebendig werden laßt, rote das Leben sie prägt. C. K. 0.301W' 2M- roarmes Interesse und dankte dem Spielleiter und seiner Schar herzlich für die mit offensichtlicher Sorgfalt vorbereitete und wohlgelungene Vermittlung der Bekanntschaft mit einem feinsinnigen und gedankenreichen Meisterwerk der ungarischen Lite- ratur. Dr, Et. W. Lange, ren Macht entweiht, Tünde muß in ihre ferne Heimat zurück, um dort des Geliebten zu warten. Auf der Suche nach dem Feenreich trifft Esongor am Scheidewege drei seltsame Wandersleute, die sich ihm als Weggefährten anbieten. Aber äuf feine Frage nach dem Feenreich haben weder Macht noch Reichtum oder Wisien Vie rechte Antwort. Enttäuscht wendet sich Esongor von ihnen ab: ,^iebe! Leuchte meinem Weg voran, sei mein Führer du in's Feenreich!" Drei Teufelchen müssen ihm wider Willen mit ihren Zaubersachen die Reise durch den Weltenraum ebnen zum „Schloß der Morgenrote , wo Tünde seiner wartet. Doch die Stunde der Erlösung hat noch nicht geschlagen. Die Hexe Mirigy stellt noch einmal ihre Netze der Versuchung. „Ich verderbe ihre Liebe", droht sie dem Paar, „und ich streue andrer Triebe böse Saat in ihre Herzen, die Im Haushalt der Betriebs- und Vermogensrech- nung find seit 1938 auch die Aufwendungen für das Sozialamt und für das Volksbad mit enthalten, die bis dahin in einem Sonderhaushalt in Erscheinung traten. Die Oberschule für Mädchen und die Gewerbeschule werden dagegen auch jetzt noch in Sonderhaushalten geführt. Bei all diesen Dienststellen bim. Schulen hat die Stadt aus allgemeinen Finanzmitteln alljährlich Zuschüsse zu leisten, deren Hohe sich auf mancherlei hunderttausend Mark belaufen, wobei jedoch zu beachten ist, daß hier die städtischen Aufwendungen für den Familienunterhalt der Familien der zum Wehrmachtsdienst einberufenen Männer nicht mitenthalten sind. Spricht die Entwicklung der vorstehenden Haus- Haltszahlen für die reine VerwaNungstätigkeit schon eine eindrucksvolle Sprache, so ist die gleiche erfreulich aufwärtsweisende Bewegung auch bei S t a d t w e r k e n festzustellen. Hier zeigen Haushaltspläne folgende Abschlußzahlen: DieAnsorderunglandwirtschaWcherArbMMe bei den Arbeitsämtern muß sofort geschehen. Gaswerk: 950 980,— RM. 854 290,— „ 857 598,— „ 856 706,— „ : 924 800,— „ : 903 970,— „ : 808 782,98 w Angesichts dieses Wachstums unserer Stadt ist es interessant, die Linie der Entwicklung einmal an Hand einiger wichtiger Zahlen der Gießener Haushalte seit 1933 zu verfolgen. Bei dieser Betrachtung der sieben Haushaltsvoranschläge kann man die bemerkenswerte Feststellung machen, daß die Gesamtabschlußsumme des gegenwärtig laufenden städtischen Haushalts 1939/40 um rund 50 v. H. über der Gesamtabschlußsumme des Haushalts von 1933 liegt. Es schlossen nämlich die städtischen Haushalte, ein- Stadtwerke, wie folgt ab: 523 420,— RM. 486 200,— „ 491 300,— „ 543143,— „ 577 640,— 660 590,— w 788 944,75 „ fahrenden Pläne berichten: „Don den höchsten Stufen brach die Macht, Reichtum ist ein armer Bettelbube, und die Sonnenglut der Wissenschaft ein verglimmter Aschenhaufen nur " Tunde wird trotz aller Enttäuschungen nicht wankend, sie pflanzt den Wunderbaum ihrer Liebe und gibt ihn in die Obhut der Elfen. Als Mirigy, die Hexe, sich daran mcKht dem Baum die Wurzeln auszugraben, fallen die Teufelchen über sie her, der Zauber ift gebrochen Tünde erkennt, wer sie genarrt hat, und unter dem' Wunderbaum weckt sie Esongor, erlöst von allem Wahn sind sie nun endlich vereint: „Unzertrennlich wollen mir so hinfort dem . Glucke leben, um die Welt dies Glück nicht geben. wünschen, gegenüber dem Vorjahre außerordentlich stark zurückgeblieben sind. Der Einsatz der Pfttcht- jahrmädchen in der Landwirtschaft hatte im Vor-» jahre eine sehr beträchtliche Höhe erreicht. Die Arbeitsämter können einen planmäßigen Einsatz der Mädel nur dann vorbereiten, wenn die Stellen bekannt sind. Sollten die Bäuerinnen und die Betriebsführer mit ihren Anmeldungen zögern, so besteht die große Gefahr, daß die Mädel in anderen Berufen eingesetzt werden. Die Vorsorge für die Beschaffung von landwirtschaftlichen Arbeitskräften ist die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen der Kriegserzeugungsschlacht. Die nötigen Arbeitskräfte können beschafft werden, aber nur dann, wenn rechtzeitig der Bedarf bekannt ist. Es sind also von allen Beteiligten sofort alle Schritte zu unternehmen, um die Arbeitskräfte anzufordern, damit auch die Kriegserzeugungsschlacht 1940 siegreich gewonnen werden kann. gerechten Kostümentwürfe Jngeborg Strom - becks. Die Musik Richard Boecks untermalte unaufdringlich die anmutige Beschwingtheit der Dichtung. * Friedrich Gröndahl war der ,unge Esongor, etwas eckig und temperamentlos, aber dann zunehmend wärmer dem bewegteren, ganz aus dem Rhythmus der Dichtung herauswachsenden Spiel seiner liebreizenden Partnerin Jngeborg Riehl sich angleichend. Das nüchtern-trivial ganz Den Wonnen des Diesseits zugewandte Diener-Pärchen spielten Gert Geiger und Anneliese Garbe mit köstlich-heiterem Schalk. Einen wahren Wirbel der Hölle entfesselte das Teufelskleeblatt Can men- berg, Seitz und Lowitz, höchst munter und quirlig. Hilde Kneip wußte die dunkle Gestalt der Hexe Mirigy mit böser Sttmme und damomsch glutvoller Mimik überzeugend zu gestalten. Den ge- dankentiefen und auch in der Uebertragung Klein- Krautheims sprachlich besonders schönen Monolog der Nacht sprach Rose StirL Die allegorischen I eiten zu betrauen, die mit den augenblicklich ver- ügbaten Kräften unmöglich geleistet werden können. )ie Parole heißt deshalb gegenwärtig auch hier: lehmt Rücksicht und geduldet Luch und seid nicht gleich verärgert, wenn nicht alles so abläuft, wie Ihr es wünscht. 3n ruhigeren Tagen werden Euere Handwerker Euch wieder voll zur Verfügung stehen. Gießener Vochenmarktpreife. * Gießen, 27. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, kg 1,60 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 6 b,s 8, ausländische Eier 12%, Wirsing, % kg 12, Weißkraut 10 Rotkraut 10, gelbe Rüben 12 bis 13, rote Ruben 12 bis 13, Unterkohlrabi 7, Zwiebeln 12, Meerrettich 45 bis 70, Aepfel 18 bis 25, Hahne 1,20 RM„ Suppenhühner 1,20 RM., Blumenkohl, das Stuck 50 bis 70 Rpf., Endivien 12 bis 20, Kartoffeln, 50 kg 3,65 RM.__ Dörösmartys „Esongor und Tunde hat man m Ungarn selbst gern neben Shakespeares „Sommernachtstraum" gestellt. Und mag bei diesem vielleicht anmaßend klingenden Vergleich auch ein gut Teil dem Stolz auf eine der ungariichen Eigenart entwachsene nationale Dichtung ^schreiben, so bleiben doch mehr als äußere, oberftachliche Aehnlichketten mit dem Werk des genialen Briten. Wenn man auch nach dessen tiefer Lebensweisheit bei Dörösmarty mühevoller graben muß io ift mit dem für die Romantiker so charakteristischen Einfühlungsvermögen die Sphäre des das Unwirkliche des Zwischenreiches, m dem Gott- liches und Menschliches sich treffen, gestattet. Man mag übrigens auch Anklänge an Mozarts „Zauder- jlöte" p^en, die ähnliche Gedanken musikalisch ge- NSG. Die bisher bei den Arbeitsämtern vorlie- gende Zahl von Dermittlungsaufträgen für Arbeitskräfte läßt erkennen, daß ein großer Teil der landwirtschaftlichen Betriebsführer der Aufforderung zur Abgabe von Vermittlungsaufträgen nicht nachgekommen ist. Wer jetzt aus irgendwelchen Gründen keinen Vermittlungsauftrag einreicht, kann fpäter keinen Anspruch auf Zuweisung von Arbeitskräften erheben. Die Dermittlungsaufträqe werden in diesem Jahre zeitiger als sonst angefordert, damit eine genaue Ueberficfot über den Umfang des erforderlich werdenden Arbeitseinsatzes gewonnen werden kann. Die Betriebsführer stellen sofort einen Vermittlungsantrag für Arbeitskräfte an das Arbeitsamt. Die Ortsbauernführer unterstützen sie dabei in jeder Weise. . Die gleiche Mahnung gilt für den Einsatz von Pflichtjahrmädchen. Der Präsident des Landesarbeitsamtes hat mitgeteilt, daß die Meldungen der Betriebe, die den Einsatz eines Pflichtjahrmädchens Von Stuttgart, ihrem ersten Engagement, wo sie als Lady Macbeth Debütierte, führte ihr Weg nach München an das Deutsche Theater in Berlin und an das Staatstheater, dessen Verband sie nun langer als zehn Jahre angehört. Maria Koppenhöfers künftterifches Wirken in Berlin ist bekannt. Um dw (Erinnerung an ihre Filmgestatten aufzufrischen — Denn Maria Koppenhöfers Gesicht Dergifct man so leicht nicht — nur einige ihrer Filme: „Flücht- linge", „Friesennot", „Schlußakkord", „Der Herrscher", .Jvhanmsseuer". Demnächst wird sie in dem neuen Tobisftlm „Weg zu Isabel!" zu sehen fern. Dieser Filmarbeit gedenkt die Künstlerin mit bei sonderer Freude, traf sie doch hier nach langen Jahren mit ihrem Kollegen Erich Engel, Der den Film werden. Fällung von Aspen, Liegenlassen der aus Den Obstalleen ausgeschnittenen Obstbaumzwelge sind für Hase, Kaninchen und für Rehwild gut geeignet. ' v . Der Eigenjagdbesitzer, der auf Dem LanDe wohnt, hat es verhältnismäßig einfach, sein Wild zu füttern. Der Jagdpächter, Der infolge Fehlens des Kraftwagens unD Der Schwierigkeit der Verkehrs- Verhältnisse häufig sein Revier nicht erreichen kann, muß einen Vertrauensmann Damit beauftragen, falls sein Jagdschutzbeamter eingezogen ift, für Das Wild zu sorgen. . . ... f - Die nun einmal vorhandenen Schwierigkeiten lassen sich in gemeinsamer Arbeit überwinden, wenn Der Wille Dazu Da ist. Wer in einem so harten Winter nicht für sein Wild sorgt. Der zeigt, daß ihm Das Herz für die frei lebende Tierwelt fehlt, und ep beweist, daß er nicht würdig ist, sich deutscher Jaget zu nennen. Sein in seiner ungarischen -Heimat nod) beute äätäVä SIS Ä. ‘.'Ä’äS menhänge mit ewigen, zeitlosen Leb «Ror^eit 3n die Elsen- und Feemuelt Sorbett führt der Dichter feinen jungen S)eföen ; Hexensput und Teuselswerk stellen sich। l^er -b Einigung mit der schonen Fee Tunde entgegen. De- Wunderbaums Geheimnis, das ihre Lieb!.vorun berufenen Augen bergen sollte, ist pog Sinei düs iJ. . fldc* 1.80 W 1.30t> if teo- 5-odZ Maria Koppenhöfer. Goethe schreibt einmal an Knebel: „Wer der Künstler sei und wo er sich aushatte, interessiert die Menschen mehr, als was er gemacht hat." Bei dem Künstler, dem das Recht auf ein Privatleben ebenso zuqebilligt werden muß, wie jedem anderen Menschen, würde lediglich die Feststellung interessieren, wie das Talent, vielleicht durch Generationen verebbt und nicht beachtet, plötzlich in einem Gliede der langen. Geschlechterkette zum Durchbruch kommt und Den Weg zur Kunst sich erkämpft. Familie, Freundeskreis, Umwelt, ja Landschaft sind von entscheidender Bedeutung für die Entfaltung eines künstterischen Talents, und wenn man erfahrt, daß Maria Koppenhöfer in Stuttgart geboren wurde, so mögen viele Wesenszüge ihres Charakters m dieser heiteren sonnenfrohen Landschaft wurzeln, selbst wenn ihre Vorfahren anderer Stammeszugehörigkeit sind. Ihre sympathische, offene Art, freilich gepaart mit Zurückhaltung, ja bisweilen ein wenig Mißtrauen, das bei klugen Menschen immer aus- keimt, überrascht um so mehr, als ihr Rollenkreis, besonders der des Films, ein feftmnrissener ist, der sie hart, unnachgiebig, oder als Herrschernatur schtt- Dert. Und doch ist Der Mensch Koppenhöfer von solch lieoenswerter Fraulichkeit, daß man ihr für den Film einmal eine ihrer künstterischen Vielseitigkeit und menschlichen Eigenart entsprechende RvllÄ wünscht. laus Strauß- M. 3.6° Ist: ir diese” «bester legt- ),451^ Aus der Stadt Gießen. Winterliche Welt. Ueberall in Stadt und Land führt der Winter sein ienges Regiment. Die Sttaßen und Die Dächer in gr Stadt sind ebenso in das weiße winterliche Ge- i and gekleidet wie die Dörfer, wie Feld und Wald, : ufd) und Strauch, Berge und Täler. In diesen Tagen ist es ein köstliches Erlebnis, aus tor Stadt hinauszuwandern in die schöne Winter- londschaft. Die Dörfer liegen vor uns vom Schnee tjarm zugedeckt. Hier und da steigt eine leichte jauchfahne in die Lust. Hinter den Fensterscheiben stehen Die kleinen KinDer, drücken ihre Näschen platt i iD schauen nach der weißen Pracht. Ihre größeren i eschwister tummeln sich auf der Straße. Schnee- ! allen sausen durch die Luft, und dort wird ein i chneernann gebaut. Die Erde ist still, ganz still. Starr stehen die t äunie. Die dunklen Aeste werden überdeckt von dem ; chnee. Beim leisesten' Windhauch fallen Schnee- ocken zur Erde. Schüchtern äugt ein Reh aus der i chonung. Da, wo es die Aefte berührt, riefelt der chnee herab. Es tritt wieder zurück in den schützenden 41nterroalb. Nur seine zierlichen Spuren sind itoch zu sehen. Die Schneelage und Die anhaltende Kälte haben für das Wild eine ausgesprochene Notzeit mit sich gebracht. Nicht nur nach Dem Gesetz ist jeder Jager verpflichtet, für Fütterung des Wildes zu Jorgen, sondern auch aus menschlichen Gründen. Die Ent- schulDigung, Daß Die üblichen IZßiIDfuttermittel heute nicht verfüttert werden können, ist nicht Durchgreifend. Es gibt Mittel genug, um allen Wildarten über die schlimmste Not hinwegzuhelfen. Im WalDe sind Beerkräuter und das Heidekraut mit Hilfe des Schneefluges frei zu legen. Abfälle von Rüben und Kartoffeln sind geeignet, um im Felde Dem Schalenwild zu helfen, aber auch etwas Me- fenheu oder Kleeheu wird sich für Das Wild erübrigen lassen. Man Darf es aber nicht in Den Schnee werfen, sondern muß es aus Stangen in Bündeln in guter Reichhöhe aufhängen. Für Fasanen und Rebhühner sind Untrautfamen und Drusch- abfall ein sehr wertvolles Futter. Sie können auch heute unbedenklich Dem Wild zur Verfügung gestellt stattet. Die ungemein nuancenreiche Uebertragung von Dr. FerDinand K l e i n - K r a u t h e i m hat mit feinstem Empfinden für die dichterischen Werte des Werkes feinen romantischen Charakter sicher ge- troffen und von seiner großen sprachlichen Schönheit einen starken Eindruck zu vermitteln gewußt. Zudem erwies sie sich als überaus klangvoll und bühnenwirksam. Biohumwerk: 1937: 13 000,— RM. 1938: 37 800,— „ 1939: 48 655,37 „ Alle Diese Zahlen legen Zeugnis ab für Die Groß, der seit 1933 erheblich gewachsenen städtischen Aufgaben und für Die wirtschaftliche Kraft unsere. Gießener Gtadttheater. MihälyBörösmartY: „Esongor undTünde" In Vörösmarty (1800-1855) feiert d°-ung°rifche 23oie noch heute eine feiner stärksten dichterischen Segnungen. Daß cs die Romantik war, die auch in der ungarischen Literatur wie m der polens Serbiens und im übrigen Osteuropa die "-^analen Kräfte frei machte, hing eng mit der politischen Entwicklung zufammen, die aus der großen Ent iäufchung über die nach dem Ausgang des napoleonischen Zeitalters einsetzende Raaktion 6eraus= •trebte in neue Bahnen und dabei ihren stärksten Verbündeten in der romantischen Dichtung fand, die an die Quellen völkischer Eigenart zuruckfuhrte, Soqenaut und Märchenwelt des eigenen Volkes er- Ichloß und an den großen Stoffen dzr..T^E!^n imickte Des Ungarturns nationales Selbstbewutztseln, Vaterlandsliebe und Freiheitswillen lehrte^^So wur. i>en die romantischen Dichter der ungarischen Lit-ra- für zu Erziehern ihres Volkes für den großen Befreiungskampf gegen Habsburg, der zwar vor der überlegenen Macht des Güners zufammenbrechen mußte, aber jenen ungarischen Stolz S^ Mfen iortzeugende politische Kraft den Weg 5«^ »um unabhängigen Ungarreich unserer Tage In dieft geft des Mngens um völkische Eigenart und n-üw- nales Selbstbewußtsein fallt auch das Wirken Voros^ martys, beides, völkische Eigenart und n°twn°les -elbstbewußtsein find auch die wefentlichften Kom ponenten feiner Kunst. Seine großen Dramen nech men ;fcrerl Stoff aus Sage und Geschichte seines Boltes, seine Lyrik stellt sich in Den Dienst Des po p rischen Kampfes, fein berühmter „Aufruf , Den ubr qens auch Moltke verDeutfcht hat, hat ihn zmn nationalen RhapfoDen ungarischer Treue gemacht^ wirb man in ihm, mag ihn auch sem. S^em JlIeranDer Petöfi an hinreißenDer Kraft unö roeit weiter Wirkuna Übertreffen, einen der vielseitigsten, nteressantesten unD charakteristischsten Dichter unga- rrscher Zunge sehen Dürfen, Der als solcher auch aus Dem Deutschen Theater beachtet zu werben verDien. .27k-' .» ihre Smittd1 n eine: .Rhm- ch mied. *. ht au? ge eint V.Sm ilterM ilemen. tttM' ö mite' 29/30 - 2/4. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Mutterliebe". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Kongo-Expreß". — Oberhessrscher Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Aus- stellung im Foyer des Stadttheaters. — Tv. 1846: Kameradschaftsabend bei ,Kobel". Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Die Fledermaus". — Moria-Palast (Seltersweg): „Mutterliebe". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Kongo-Expreß". — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. — Oberhessischer Gebirgsverein: 16 Uhr ,Hopfeld" Jahreshauptversammlung. Stadttheater Gießen. Sonntagnachmittag: Theaterring der HI. 5. Vorstellung „Die lustigen Weiber von Windsor". Geschlossene Vorstellung. — Abends wird die Operette von Johann Strauß „Die Fledermaus" wiederholt. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Spielleitung Harry Grüneke. Chöre Richard Boeck. Tänze Thea Maaß. Bühnenbilder Karl Löffler. Außer Miete! Dienstag, 30. Januar: Zum letztenmal „Die Entführung aus dem Serail". Komische Oper von Mozart. Musikalische Leitung Paul Walter. Spielleitung Hans Geißler. 17. Vorstellung der Dienstag- Miete. Mittwoch, 31. Januar: „Csongor und Tünde", Schauspiel von Vörösmarty. Spielleitung Dr. Han- nes Razum. Bühnenbilder Karl Löffler. 17. Vorstellung der Mittwoch-Miete. Freitag, 2. Februar: Erstaufführung „Bengalische Zukunft , Konrödie von Gesell und Martin. Spielleitung Dr. Hannes Razurn. Bühnenbild: Karl Löffler. 18. Vorstellung der Freitag-Mete. Samstag, 3. Februar: Gastspiel Agnes Straub mit Berliner Ensemble! „Der Wettlauf mit dem Schatten", Schauspiel von Wilhelm von Scholz. Außer Miete. Don der Universität Gießen. Der nichtbeamtete außerordentliche Professor in der Philosophischen Fakultät unserer Landesunioer- sität, Dr. Ernst Merker, wurde zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Der Dozent Dr. habil, et phil. Freerksen an der Gießener Universität wurde in gleicher Diensteigenschaft der Medizinischen Fakultät der Universität Kiel unter Erteilung eines Lehrauftrages für Anatomie und Entwicklungsgeschichte zugewiesen. Keine unerlaubte-Warenabgäbe auf die Kleiderkarte. Die Kaufleute des Textileinzelhandels sind von ihrer Organisation erneut nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht worden, daß es streng untersagt ist, Abschnitte der Reichskleidertarte vor den auf ihnen aufgedruckten Fälligkeitsterminen anzunehmen und dafür den Verbrauchern Waren auszuhändigen. Ein Vorgriff auf die dafür vorgesehenen Abschnitte ist nur gestattet, um die Anschaffung eines größeren Bekleidungsstückes, etwa eines Anzugs, zu ermöglichen. Die Artikel, für die ein Vorgriff zugelassen ist, sind genau festgelegt. Die Kleiderkarte enthält Erläuterungen darüber. Auf die Reichskleiderkarte dürfen nur Waren abgegeben werden, die für den Inhaber der betreffenden Karte bestimmt sind. Es ist also beispielsweise verboten, aus eine Männerkarte ein Paar Kinderstrümpfe abzugEben. Beim Verkauf von Waren auf Grund der Kleiderkarte ist weiterhin darauf zu ach- tcn, daß die vorgeschriebene Anzahl von Kartenabschnitten abgetrennt wird. Der Kaufmann macht sich strafbar, wenn er hierbei unkorrekt verfährt und Ware aushändigt, wenn die Abschnitte nicht voll ausreichen. Mer nicht nur der Kaufmann, sondern auch der Verbraucher wird strafbar, wenn die Bestimmungen, die für die Kleiderkarte gellen, nicht genau eingehalten werden. Er muß deshalb alles unterlassen, was geeignet ist, den Kaufmann und seine Angestellten zu einer Umgehung der bestehenden Vorschriften zu verleiten. MrMMlWrMM KomanDon$tiöancttc(b6if CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W 36 (Schluß.) Christian sagt kein Wort, er hat die Lipven fest aufeinandergepreßt und atmet tief. Es wird dunkler, die Birkenstämme sehen so weiß aus in dieser Dunkelheit, die wie ein Dämmern zwischen Tag und Nacht ist. Sie schwingen ihre grünen Zweige wild in der ersten Sturmböe, die vorüberrast. Jetzt, Konifere, kannst du jagen, die starke Faust gibt dich frei — lauf, Koni! Der Wagen rattert über den breiten Hofplatz. Der erste Blitzstrahl zischt nieder, er gibt den Blick auf die Ställe frei. Christian kennt den Hof, als wäre er hier ausgewachsen, nichts ist ihm fremd. Er faßt auch gleich mit zu und arbeitet unter den Leuten, und er merkt nicht, daß sie sich answßen und ein bißchen lächeln. Die Pferde dampfen, sie werden ausgeschirrt. Das Heu mutz in den großen Schuppen geschoben werden, wo es späterhin abgeladen wird. Los, einer an die Deichsel, die andern greifen in die Speichen der Räder. Da kommt noch ein Wagen in den Hof gerattert und noch einer, sie hoben wie die Wilden gearbeitet, haben nicht aufgesehen. Der Hof ist plötzlich voll Stimmen und Lärm und Hasten, Frauen kriechen aus dem Heu, ihr Lachen schwirrt, Männer rufen dazwischen: „Platz da, los, Platz da für den Wagen, könnt ihr nicht hören/ dumm« Deerns?" Die ersten Regentropfen prasseln nieder, als der dritte Wagen in den Schuppen gebracht wird. So —- das wäre geschafft. „Komm ins Haus, Christian." Blitz und Donner folgen einander, die Lorbeerbäume neben der Treppe biegen sich. ,Zur Begrüßung", schreit Anne, der Sturm nimmt ihr die Worte vom Mund. Sie muß beide Hände über das Haar legen, der Regen klatscht. ,Jetzt sind wir beide wie die dreigeteilten Blätter des roten Klees, Krrfch- tian, du und ich." Sie laufen mit langen Schritten. Sie halten sich nicht an den Händen, und er hat nicht den Arm um sie gelegt. Woher kommt es nur, daß es in der Küche anfängt zu raunen und zu wispern? „Der neue Herr vom Birkenhof ist da. Annes Bräutigam ist da, die Alte vom Hof hat ihn selbst aeholt." Ja, woher weiß man das m der Küche? Ach so. der Mengel sitzt hinter einer Flasche Bier und Marie kommt trotz aller Sparsamkeit mit der Kümmelflasche. Herrgott, das hat was zu bedeuten! „Was sagst du. Menget, hinter dem Heuwagen haben sie sich geküßt?" Rif-Seife. Rif-: aschpulver. Anbinden der Seife ermöglicht sparsamen Verbrauch. Was heißt Rif? Diese Buchstaben, die jedem Stückchen Seise eingeprägt sind, bedeuten „Reichsstelle für industrielle Fette", das ist nämlich die Reichsstelle, deren Dorjchriften für jegliche Fahri- kation von Seifenerzeugnissen maßgebend sind. Diese Vorschriften, die lediglich zur einheitlichen Bewirtschaftung der für die Seifenindustrie verfügbaren Fette erlassen wurden, garantieren dafür, daß jedes Stückchen Seife einen gleichmäßig hohen Fettgehalt aufweist, der selbstverständlich regelmäßig kontrolliert wird. Wir sprachen vom hohen Fettgehalt, denn bei der Herstellung werden etwa 65 v. H. Fett mit Natronlauge und Soda verseift. Bei der Auftrocknung wird der Seifenmasse die überflüssige Feuchtigkeit entzogen, so daß der Fettgehalt auf etwa 80 v. H. steigt. Im weiteren Verarbeitungsprozeß werden der Seifenmasse dann allerdings noch die erforderlichen Duft- und Farbstoffe zugefetzt, sowie eine bestimmte Menge Kaolin als Füllstoff. Dieses Kaolin, das auch in der Porzellandindustrie Verwendung findet, bewirkt, daß die Rif-Einheitsseife sich nicht zu rasch verbraucht und bedeutend länger vorhält, als ein Stück der früher hergestellten Toilettenseife von gleicher Größe. Nach der Fertigstellung enthält jedes Stück Rif-Seife noch 40 v. H. Fett. In der gleichen Weise wie die Rif-Waschseife wird auch die Rif-Rasierseife hergestellt, nur mit dem Unterschied, daß sie keinen Zusatz von Kaolin erhält. Daher ist auch ihr Fettgehalt hoher und beträgt, genau wie früher, rund 80 v. H. Um ihren Verbrauch jedoch sparsamer zu halten, ist die Festigkeit (Konsistenz) der Rif-Rasierseife größer als früher. Sie wirkt dadurch bei direktem Aufträgen auf die Haut etwas härter, gibt aber beim Verreiben mit dem Pinsel einen angenehm weichen und stehenden Schaum, wie der Selbstrasierer ihn auch früher von einer guten Rasierseife gewöhnt war. Schließlich erfolgt auch die Herstellung des R i f - Wasch p u Id e r s in der gleichen Weise wie früher, nur nach einheitlichen Gesichtspunkten, die auf einen sparsamen Verbrauch ab zielen. Die oben erwähnte Seifenmasse wird mit Wasser verdünnt und mit den üblichen Waschmittelzutaten vermischt. Hierauf wird das Ganze zu einem feinen Pulver zerstäubt und in die vorbereiteten Packungen abgefüllt. Bei diesem Herstellungsgang ist vor allem dafür Sorge getragen, daß die Reinigungskraft des Rif-Waschpulvers die gleiche ist, wie bei den früheren Markenwaschpulvern. Um diese Reinigungskraft voll auszunutzen, ist es notwendig — was übrigens auch für die früheren Waschpulver schon galt —, die Wäsche sorgfältig vorzuweichen und das eigentliche Waschwasser gut zu enthärten. Die Benutzung der üblichen Enthärtungsmittel verhindert, daß der Kalkgehalt des Wassers einen Teil des Seifengehaltes im Waschpulver unwirksam macht für den Waschprozeß. Die alte Regel, daß gutes Einweichen der Wäsche und gutes Enthärten des Wassers bereits halb gewaschen ist, ist gerade heute besonders wichtig, wo es gilt, auf allen Gebieten zu sparen. Aber nun wollen wir den guten Rat mit dem Anbinden der Seife nicht länger vorenthalten. In manchen Gasthäusern war es früher üblich, die Seife in den Toiletten mit einer besonderen Vorrichtung anzuketten. Was hier wohl mehr aus Gründen einer Vorbeugung gegen Diebstahl erfolgte, mag uns jetzt als Anregung zur Sparsamkeit dienen. Bekanntlich läßt es sich kaum vermeiden, daß die Seife, wenn sie nach dem Waschen in den Behälter zurückgelegt wird, eine bestimmte Menge Feuchtigkeit ausgenommen hat, die nach unten av- tropft. Dadurch ist die Unterseife oft so feucht, daß sie beim nächsten Waschen leichter verreibt als der obere, trockene Teil. Um diese Verlustquelle zu beseitigen, kann man mit einer Stricknadel die Seife durchbohren und so mit einem Bindfaden über dem Waschbecken aufhängen, daß sie immer Greifbar ist, aber niemals irgendwo aufliegt. Dadurch bleibt die Seife immer trocken und fest, nutzt sich also langsamer ab. Noch einen anderen Weg gibt es, das unliebsame und verschwenderische Ausweichen der Seife zu verhindern, indem man auf der Seite,, die aufliegt, ein genügend großes Stückchen Stanniolpapier aufklebt. Dadurch bleibt die untere Seite immer trocken und kann sich nicht in der Feuchtigkeit auf lösen. In jedem Falle ist es ratsam, die Seife nicht in Behältern aufzubewahren, wo die Fläche ganz aufliegt, sondern nur solche Seifenbehälter zu wählen, die doppelseitig sind, wo die Seife auf einem Sieb oder auf Rippen aufliegt, während die abtropfende Feuchtigkeit in einem unteren Behälter aufgefangen wird. Dadurch geht überhaupt nichts verloren, denn die ab getropfte ^eisenhaltige Feuchtigkeit wird ge° sammelt und kann bei irgendwelcher Wäsche erneut Verwendung finden. Aus der engeren Heimat. F^nkant Josef Moufang f. Am gestrigen Freitag ist in Frankfurt a. M. im Alter von 78 Jahren der Gründer der Papierfabrik Oder-Schmitten W. & I. Moufang Akt.-Ges., Fabrikant Josef Moufang, gestorben. Der nunmehr Entschlafene gründete im Jahre 1891 die Papierfabrik Ober-Schmttten, die er aus kleinen Anfängen zu ihrer heutigen Größe emporführte. Seit 1913, als das Unternehmen in eine Aktien-Gefellschaft umqewandelt wurde, hatte der Heimgegangene den Porsitz im Aufsichtsrat inne, den er bis zu seinem jetzigen Ableben führte. Ratsherren-Sitzung in Laubach. 0 Laubach, 25. Jan. In der Sitzung der Ratsherren, zu der die gesamte Gefolgschaft der Gemeindeverwaltung erschienen war, wurden der Schmedemeister Heinrich Kopp (seitheriger 2. Beigeordneter) tn sein Amt als 1. Beigeordneter und der jur Zeit mit der Leitung der Ortsgruppe der NSDAP, beauftragte Kaufmann Otto Pott in sein Amt als 2. Beigeordneter eingeführt. Bürgermeister Högy überreichte sodann dem Stadtrechner a. D. Wilhelm Schmidt III., sowie dem Straßenwärter a. D. Philipp Göbel, die beide über 40 Jahre im Dienste der Gemeindeverwaltung gestanden haben, das vom Führer gestiftete Treudienstehrenzeichen in Gold, wobei er an die Ar- beitsoeteranen ehrende.Worte richtete und die Glückwünsche der Stadtverwaltung aussprach. An die Sitzung schloß sich ein kameradschaftliches Beisammensein der Ratsherren mit der gesamten Gefolgschaft an. Zuchthausstrafe für einen Volksschädlina. ch Nidda, 25. Jan. In einer Sondergerichts- Sitzung am hiesigen Amtsgericht wurde heute der schon vorbestrafte 27jährige Fritz H e i I m a n n von hier wegen Verbrechen gegen die Verordnung gegen Volksschädlinge in Verbindung mit einfacher Körperverletzung zu fünf Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren bestraft. Der Verurteilte hatte in der Nacht zum 2. Januar ein Mädchen hier in einer Seitenstraße zu vergewaltigen versucht und einen auf die Hilferufe des Mädchens herbeigeeilten Gastwirt niedergeschlagen und ihn in dieser Lage noch weiter mißhandelt. Landkreis Gießen. * Lich, 27. Jan. Gestern abend ereignete sich in der scharfen Kurve am Schwimmbad ein Ver - „Na und ob", sagt Mengel und knallt mit der Zunge, „das Wasser ist mir im Mund zusammenge- lausen. Sie hat gesagt: Das könnten wir auch noch brauchen, was, Mengel? Sie hatte Tränen in den Augen kann ich euch sagen. Los, Marie, schenk noch einen ein, der Hals ist mir trocken vom Erzählen." Zählen." Lachen in der Küche und Jubeln auf der Diele. Klarissa sitzt da, die Tonte Klarissa! Rudolf und Frank sollten gerade Abendbrot essen und hernach ins Bett, Luise Pegel hatte sie beinahe mit Gewalt von den Pferden geholt. Da kam Mengels Wagen, da kam Klarissa! Jetzt spricht kein Mensch mehr vom Abendbrot und gottlob spricht auch feiner von Schularbeiten oder vom Bett. 91 ein, sie lachen und schreien alle durcheinander. Klarissa sitzt auf einer der allen Truhen, die Pegels sind da, die Jungen sind da und nun wird die Tür aufgerissen und mit Sturm und Regen kommen Anne und Christian Schwertfeger herein. „Na, du neuer Birkenhofer, da bist du also gleich mit Blitz und Donnerschlag auf den Hof gekommen." Sie sitzt wie ein Berg da, die Klarissa, und stakt bei jedem Wort mit ihrem Stock auf die Steinfliesen der Diele. Die Jungen brüllen: „Lärm und Krach und Blitz und Donner! Tante Klarissa, ein Glück, daß du wieder da bist und daß du wieder gesund bist, Gott sei Dank!" „Daß ich euch man nicht den Blitz und den Donner aufs Hinterteil gerbe. Wollt ihr wohl den Mund hallen, Rackerzeugl Los, gebt eurem neuen Detter die Hand, und das sage ich euch, wenn mein Arm zu lahm ist, euch zu erziehen, der da kann es. Komm zu mir, Christian. Hier ist Franz Pegel, ich denke wohl, daß ihr Freunde werdet, wie sich das gehört. Was ihr tut, tut ihr für den Hof, aber im Grunde genommen macht ihr es auch für euch und für eure Kinder, Ich gehe aufs Altenteil." Da kniet Anne vor der Tante, sie hat die Ellbogen wie so oft auf Klarissas Knie gestützt. „Unsinn, das ist doch nicht dein Ernst? 9tein, du, wir haben doch alle die Händevoll zu tun, da darf sich keiner drücken und du schon gar nicht, du bist und bleibst di« Alte vom Birkenhof. Fürs Altenteil bist du außerdem noch viel zu jung, Klarissa." Klarissa legt die Hände um ihr Gesicht und küßt sie. „Geliebtes Kind, Anne", sagt sie. Sie küßt Anne, nimmt Christians Hand und greift nach Franz Pegels Hand. „Kinder", ruft sie, „natürlich wollen wir zusammen arbeiten und was schaffen, denn dazu sind wir auf der Welt. Küß mich noch mol, Anne, das gibt Kraft." Am nächsten Morgen glaubt Anne, die allererste Izu sein, die auf den Beinen ist, denn sie hat mit Christian abgemacht, daß sie vor Sonnenaufgang über die Felder reiten wollen. Ganz allein, nur er und sie, so, wie sie es immer in den Träumen dieser letzten Wochen sah. Doch jetzt, sieh an, scheint jeder im Haus schon aus den Federn zu sein. Was ist denn um alles in der Welt los? Auf dem Hof hört man das Schreien der Jungen. Lacht da nicht Franz Pegel, schnaubt und wettert da nicht Klarissa? Wahrhaftig, das sind sie, sie sind alle schon draußen und jetzt wird durcheinandergerufen: „Anne — Christian — Christian — Anne!" Die beiden haben sich an der Treppe getroffen. Anne stand schon unten und Christian war noch oben, aber mit zwei gefährlich langen Sätzen ist er nun bei ihr und hält sie fest, er hält ihren Kopf, ihre Schultern, er streichelt ihre Hände. Sie dachten wirklich, daß sie in dieser Morgenfrühe allein wären. 9iun aber hören sie draußen das Schreien und Rufen und wissen bei Gott nicht, was es zu bedeuten hat. ,Komm Krischtian, da ist irgend etwas Besonderes los." Anne zieht ihn durch die Diele. Da stehen sie und gehen plötzlich keinen Schritt weiter. Da wird von einem Mann ein Pferd im Hof auf und ab geführt. Ein dunkles Tier, fast schwarz, mit schmalem Kopf und breiter Brust — „Baldur", ruft Anne und wirst die Arme in die Luft. Klarissa steht mitten auf dem Hof. Sie hat sich schwer auf ihren Stock gestützt, Mit der anderen Hand lehnt sie auf Luises Arm. Jetzt sieht sie auf und lacht. „Was schreist du denn so, dumme Deern, wir haben doch wohl alle zwei Ohren am Kopf, wie? Dachtest du vielleicht, ich will meinen Burschen an den Christian abgeben? Kein Gedanke daran. Wenn ihr mich nicht auf dem Altenteil Haden wollt, müßt ihr mir auch mein Pferd noch lassen. Und schließlich muß der Bauer vom Birkenhof ja doch wohl sein eigenes Tier kriegen. Es ist also weiter nichts, hat nichts zu sagen und außerdem, Anne" sie zwinkert vergnügt mit den Augsn, „habe ich dir doch Koniferes Liebsten versprochen, sowie ein Mann auf den Hof kommt. Na, Christian, du sagst ja gar nichts, bist du zur Bildsäule erstarrt? Sie ihn dir an, gefällt er dir?" Christian steht da und schluckt. Und um das nicht zu zeigen, geht er ein paarmal um das Pferd herum. Welch ein Brustkorb, wie stolz er den Kopf trägt, wie fchmal die Fesseln sind, herrlich ist dieser Baldur! Eine Weile sagt Christian fein Wort, dann kehrt er sich mit einem Ruck der Alten zu. „Tante Klarissa, ich habe solche Pferde bisher nur aus unerreichbarer Ferne angestaunt. Was das Gefchenk für mich bedeutet, kann ich dir gar nicht sagen!" Klarissa stapft langsam ins Haus, aber da auf der Treppe droht sie sich noch einmal um und wettert los: „Geschenk, du dummer Junge, wer spricht hier von Geschenken? Geschenk? Unfinn, ein Pferd für den Bauern, wie sich das bei einem großen Bekehrsunfall. Ein Licher Kraftfahrer, der von Steinbach kam, fuhr mit großer Wucht gegen d i e Brücke. Der Wagen wurde erheblich beschädigt, der Kraftfahrer selbst, der allein im Wagen saß, wurde glücklicherweise nur leicht verletzt. <£ Saasen, 26. Jan. Unter starker Anteilnahme der Bevölkerung wurde unser Mitbürger Georg Wickenhöfer zu Grabe getragen. Der Gesangverein „Eintracht" erwies dabei seinem Mitgründer und Ehrenmitglied durch Gesang und Kranzspende die letzte Ehre. )—( Ruppertsburg, 26. Jan. Das Wild und die Vögel leiden bei der gegenwärtigen Kälte und dem Schnee bittere Not. Die durch Hunger und Frost ermatteten Tierchen werden dann leicht eine Beute der Raubtiere und Raubvögel. Ein Schüler Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! entriß dieser Tage einen Fasanenhahn den Klauen eines Habichts, ein anderer Fasan wurde vollständig zerrissen aufgefunden. Die Vögel kommen an die Häuser und in die Gärten, wo sie bestens gefüttert werden. Die Vögel sind sehr zutraulich geworden. Ein Rotkehlchen hat sich den Schulsaal als Nacht» ' herberge ausgesucht, frißt während des Unterrichts sein Futter und fliegt ungestört ein und au5. Eine »nette- tleberraschunq. Lpd. B ü r st a d t, 26. Jan. In der Nibelungen» sttaße fand die 18jährige Tochter eines Einwohners eine Mäusefamilie in ihrem Bett vor. Da das Bett längere Zeit nicht benutzt wurde, hatten die Mäuse sich darin häuslich eingerichtet. Obwohl das Nest sofort ausgehoben wurde, konnte das junge Mädchen sich nicht entschließen, die Nacht in diesem Bett zu schlafen. Strafkammer Gießen. Der Wilhelm Bo delle aus Frankfurt a. zur Zeit in Untersuchungshaft, war des Einbruchs- diebstahls beschuldigt. Er hat im August v. I. aus dem verschlossenen Büro einer Firma in Lauterbach, in das er mit Gewalt eingedrungen war, durch Erbrechen der Schreibtischschublade den BeGedenket der hungernden Vögel! trag von 120 RM. entwendet. Die Tat wurde im strafverschärfenden Rückfall begangen. Der Anae- flagte war in vollem Umfange geständig. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde der Angeklagte, der als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher gilt — er ist 21mal vorbestraft, darunter lOmal wegen Diebstahl und Hehlerei — zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren verurteilt. Die Untersuchungshaft mit vier Monaten wurde angerechnet. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden dem Angeklagten auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Außerdem wurde die Sicherungsverwahrung angeordnet. Srieffaflett der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Z. in G. Der Vermieter ist verpflichtet, während der Dauer der Mietzeit die erforderlich werdenden Ausbesserungen vozunehmen, mit Ausnahme derer, die der Mieter etwa im Mietvertrag übernommen hat. Vom Mieter gemachte notwendige Aufwendungen hat er zu ersetzen, soweit sie dem Interesse oder dem wirklichen oder mutmaßlichen Willen des Vermieters entsprechen oder dieser bereichert ist. Da wohl anzunehmen ist, daß in Ihrem Falle die Reparatur notwendig war, könnten Sie Ersatz verlangen. sitz gehört. Los, reitet zu, ihr zwei, ich werde sehen, was ihr könnt." Sie winkt den Pegels und geht ins Haus, und die Jungen stürmen zur Geschirrkammer. Die Sättel her, die Pferde her, himmlischer Vater, welch ein Glück ist es zu leben! Anne und Christian sitzen auf. Mit einem Satz ist Anne droben, sie hat ja so lange Beine! Jetzt hebt sie die Hand und jauchzt: „Los!" Christian ist beb öd) tiger. Ein Dauer aber hat das Recht, bedächttg zu fein, warum also sollte Christian es nicht tun? Klarissa steht in der kleinen Stube neben dem Eßzimmer und sieht ihrer Jugend nach. Der erste Sonnenstrahl zuckt über Annes gelbes Haar, über die hellen Schöpfe der kleinen Jungen, die wie die Wilden auf ihren flinken Ponnys hinter den langbeinigen Pferden dreintraben. Aber nun müffen sie es doch aufgeben, beim Birkenwäldchen bleiben sie zurück, denn Konifere und Baldur greifen aus. Sieh doch, sieh, wie sie im Sattel fitzen, eine Freude, das zu sehen! Klarissa geht ins Zimmer zurück. Sie will mit Pastor Bubendey sprechen, will nach dem Aufgebot fragen. Sie sollen nicht lange warten, die beiden, gleich können sie heiraten. Klarissa fühlt, daß chr Herz stärker klopft. Der Birkenhof hat seinen Herrn, einen bedächtigen, gewandten und guten Herrn, oh, Klarissa ist genug Menschenkennerln, um das be- urteifen zu können. Jetzt kann sie ruhig aufs Altenteil gehen, setzt kann sie ruhig ab treten, wenn es fein muß. Sie wird das nicht plötzlich machen- aber allmählich wird sie das Reich doch den Jungen überlassen. Wird sie dadurch etwa einsam werden? Nein, woher! Die Jugend bleibt ja bei ihr, und alles, was sie hier sieht, gehört zu ihr, wie könnte sie sich ein- am suhlen? Da der alte Schreib schrank zum Bei- spiel, ist er nicht schon immer ihr Freund gewesen? Jedes Möbelstück in diesem Raum hat für Klarissa Gesicht und Geschichte. Vielleicht ist der Schrank so alt wie dieses Haus, meUeccht ist er älter. Der Großvater hat vor der Schreibplatte gesessen und Papiere unterschrieben, vlelleicht auch schon der Urgroßvater, und nun sitzi Klarissa hier. Sie hat manchmal an diesem Platz gesessen und an alle gedacht, die vor ihr waren und hat geseuszt, weil sie nicht wußte, wer nach ihr kommen wird. Jetzt weiß sie es. Stein Wegner zwar, aber ein Bauer. Und wie die lange Reche der Vorhergegan» genen, wird er alles tun, was feine Zeit von chM verlangt und was der Hof von ihm verlangt. Kla- rina hat wie ein Mann chr Erbe verwaltet, jetzt gibt sie es in gute Hände. ,Ze ist mit sich und ihrer Welt zufrieden. Eick glücklicher Mensch, diese Kkarijja. SJ.-fpori Wirtschaft Sintersportwoche IV e\ Oie Eröffnung. lUlbtir Schützt die Tiere vor der Kä te! Rundfunkprogramm it ber 96as z.Z Im Felde 0253 Ihre Vermählung geben bekannt Oaubringen 27. Januar 1940 bei Wieseck 43SD Ift Bei Bronchitis polhekeo Pockunq'M. 0JO - bei Karl Müller, Unteroffizier Erna Müller, geb. Dogei ift frier V affiert ? Lollar Z.Z. im Felde ADOLF-HITLER- INGENIEURSCHULE Much inen bau,Elek.rotechn.,Krattli. Luftfahrt Eiq. Lehrwerkstätten. ■ . - Staatlich anerkannt ■ FRIEDBERG - HESSEN Husten, Verschleimung, Asthma Dr. Rnether-Tablelten la JL«, Iwtfk u en ben ?t. Auch in Ihren ftOchencadiem roerDtn Sie wahrscheinlich schadhafte Stellen ent» decken, wenn Sie ein VtrgrößcrungegUe jur ftand nehmen. Das finD Die folgen unachtsamer Reinigung von MeNem: Die klinge hat Das öeroebe verietztl 3»-fo hann Die gute Wlfche oorjeUlg kaputt gehen! Aber UnoorflchtlgheUen lallen Nch ©ermelDen. Viel schlimmer Dagegen finD SchäDen, Die Durch Den kalk im harten TPafier oerurlacht merDenl €in wirksamer Schuh Dagegen ift fienho Gleich,SoDa, Die |a auch jum €ln» welchen Der TOäkhe verwandt rolrDI Verrühren Sie leDeemalJo IRlnuten vor Ge, reltung Der Waschlauge einige fianDooll fienho Gleich.SoDa Im Waschwasser. Der Schädling kalk roirD DaDurch unwirksam gemacht, Io Daß keine Seife ver, loten geht, außerDem roirD Die Wäsche geschont unO Die Wakchkraft Dee Wasch, pulvere voll ausgenutjt. WZldielchZven verhören Ift oolhsrolrtkhaftlkhe Pflicht! wö^rt'J serbeck me bin: rnommfi SIuilDih 3nten?i Billen to •rt P e die fr rsatz eß' Hl । i„ von3 bis 20v.H. erhalten Sie bei wieder Nachlasse holten Veröffentlichungen einer Anzeigei Hermann Brecht Oblt. und Komp -Ches in einem Jnf.-Regf. Anne-Oese Brecht, geb. Zeltmann geben ihre Vermählung bekannt lh* nxQb ie 5laJ Allen Verlobten und zukünftigen Eheleuten in Gießen und Umgebung gewidmet ist das vornehm ausgestattete, reich bebilderte Haus- und Kochbuch Praktische Winke und Ratschläge tur die Hausfrau Kostenlose Vermittlung des Buches nur an Verlobte durch die Geschäftsstelle des Verlages Schulstraße 7. gropi Genei aivert riet Baums 8 Treihig Gießen Batinhofsti 26 Ruf 3700 l328A ibe jaus, isf Ditc^ welch f- mein eine! MI «W ißte MI Bi>«d Der flp| üe töit" den W jn nn^j ien M ne W e di! A •et i, «*»’/;1 d MM die leichte flsßeALk von ^ujesserr Friedrichstr.7 Lieferant aller Kassen Der neue Tanz-Kursus der ’Ta.n^ßcku.le /2o.u.IIq beginnt 354D Freitag, den 2. Februar Weitere Anmeldung, erbet. Wolfstr. 31 Ruf 3835 ' I s i lM li\ Die Spiele um die Kriegsmeisterschast. Vezirksklasse Gießen. Am morgigen Sonntag stehen sich folgende Mann- ^haften gegenüber: 1900 Gießen — 05 Wetzlar Watzenborn-Steinberg — VfB.-R. Gießen Burgsolms — Naunheim Rodheim — Ehringshausen. Großen-Linden und Leihgestern haben ihre Mannschaften zurückgezogen. Neu eingesetzt ist der l-urn- und Sportverein Rodheim, ferner ist die 1 Mannschaft der Sportfreunde Wetzlar eingereiht. !teu angemeldet hat sich die 1. Mannschaft des Luft- v»affensportvereins Gießen. Das Spiel 1900 Gießen — 05 Wetzlar ist von Siedeutung für den Anschluß an die Tabellenspitze. Seide Vereine werden bemüht sein, sich einen guten Mafc zu sichern. Die VfBer treten in Watzenborn mit sehr gemisch. rn Gefühlen an. Die Teutonen sind bekannt dafür, Info sie besonders auf eigenem Platze kaum zu Lerwinden sind. Das Spiel Burgsolms gegen Naunheim ist als Rüstungsbetrieb: Werkskonzert in Verbindung nnt der NS.-Gemeinlchast ,Lrast durch Freude . 12 30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15 45- Neues für den Düchersreund. 16: Nachmlt- tagskanzert. Ausführung: Das gratze Orchester des Rcichsfenders Hamburg. 17: Nachrichten 17 10: Un- terhaltungskonzert. 18: Ruf ins Land: Berichte des Landesernährungsamtes. 18.25: Nach des Tages Arbeit. Otta Dobrindt fpielt. Dazwifchen: 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichts 19 45: Pol.' tilche Zeitungsschau. 20: Nachrichten. 20.15. Heber» traaunfl vom Deutschlandsender: Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. 24 bis 0,15: Nachrichten. | träftiat die angegriffenen Gewebe. In . , ^—Zahlreiche fchdstllche «uerfemmogeo zufriedener Ärzte l — 20.15: Uebertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen: 22 bis 22.15 und 24 bis 0.15: Nachrichten. Montag, 29. Januar. 6 10: Weckruf der Arbeit. Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten 8 05: Land- voll merk' auf! 8.15: Gymnastik. 9.15: Kleine Rat- chläae für Küche und Haus. 9.30: Schulfunk (Grund- tufe)' Max und Moritz helfen dem WHW. . Hor- piel 10: Frohe Weisen. 10.45: Sportberichte. 11: Unterhaltungskonzert. Ausführung: Das große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 11.50: Mikrophon unterwegs. 12: Schloßkonzert Hannover. Es spielt das Niedersachsen-Orchester. 12.30 bis 1^40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Musik am Mittag. 15.25: Nachmittagskonzert. Ausführung: Das große Unterhaltungsorchester des Reichssenders Wien. 17: Nachrichten. 17.10: Der Weg des Fuh- rers: Kampf um die Macht zwischen Saar und Werra. 18: Unterhaltungskonzert. 19.10: Nach des Sonntag, den 28. Januar ab 19 Uhr: «asD TANZ Musik wird ausgeführt von Mitgliedern der Fliegerhoratkapelle nötigt. Wie der Minister ausführt, werden in einigen Bezirken noch jetzt dem Schuldner für dre eige- nen Bedürfnisse 9 RM., für den Unterhalt feiner Frau 3 bis 4 RM. und für den Unterhall der Kinder je 2,50 RM., 2 RM. oder sogar nur 1,50 RM. wöchentlich belassen. Selbst wenn man die verhältnismäßig geringen Kosten der Leben sh altun-g in em- zelnen Gemeinden berücksichtige, dürften der<^tige Beträge schwerlich ausreichen, dem Schuldner und seinen Angehörigen auch nur die bescheidenste Lebensführung zu gestatten. Eine solche Kürzung des dem Schuldner verbleibenden Lohnes entspreche auch nicht dem Sinne des Lohnpfändungsschutzes. Der Minister weist besonders darauf hin, daß diese Gesichtspunkte auch dann gelten, wenn die Vollstreckung vom Fürsorgeverband oder vom Jugendamt betrieben wird und es sich um die Erstattung verauslagter und von der Dolksgesamtheit aufgebrachter Mittel handele, stets müsse man auch die besonderen Verhältnisse berücksichtigen. So könnten besondere Ausgaben in Krankheitsfällen oder eine getrennte Haushaltsführung die Belassung eines höheren Betrages rechtfertigen. Auch Beitrags kne der Schuldner an die Partei oder an die DAF. leistet, würden zu berücksichtigen sein. Andererseits könne eine weitergehende Pfändung am Platze sein, wenn der Schuldner über Nebeneinnahmen verfugt. Sonnlag, 28. Januar. 6 Uhr: Hafenkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten 8: rßir singen den Sonntag ein! 8.40: Dichter unserer }eit: Paul Alverdes: „Tagebuch tn dieser Zeit. 9; JJic schön ist so ein Feiertag! 10.15: Gläubiges deut- ches Herz. Eine Stunde der Besinnung am Feler- «g: „Nur im Schaffen gibt es Freiheit . 11: äjs >em Großen Saal des Saalbaues: Großes Beet- "oven-Konzert. 12.30: Nachrichten. 1240: Mittags- wnzert. 13: Mittagskonzert. Dazwischen: Internationale Wintersportwoche in Garmisch-Parten- irchen 1940. 14: Nachrichten. 14.15: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen forgtofer me[°i)ien K45: Für un ere Kinder: „Von Schneeflockchen, Eiszapfen »nd strengem Frost". Ein Märchen. 15.25: Softstum mb Heimat: „lieber kahle Felder geht der Wind » Sine besinnliche Betrachtung. 16: Großes Wunschkonzert für die Wehrmacht. Dazwischen: 17 bis L7.10: Nachrichten. 19.30: Berichte. 20: Nachrichten. liest* Ä ir»<« tt* e.K mA 30# ichssportführer von Tschammer und .iahm am Freitag anläßlich des Beginns . . Internationalen Wintersportwoche in Gar- lych - Partenkirchen die Gelegenheit wahr, über imüiche deutschen Sender von dem Werk und Sinn fcefer internationalen Großveranstaltung zu sprechen, .irb gab seine Bestimmung bekannt) Garmisch-Par- ^nkirchen für immer in den Mittelpunkt des win- ersporttichen Geschehens in Großdeutschland zu '■eilen. Nach einem kurzen Rückblick auf die Olympischen spiele 1936 brandmarkte von Tschammer und >sten die beiden kriegshetzenden Länder England ■nh Frankreich, die durch die Ablehnung des deut- Ihen Friedensvorschlages den Krieg heraufbeschwo- 2n, was schließlich die zwangsläufige Absage der >lympischen Spiele 1940 nach sich zog. Die neuen Zlympia-Bauten zu Garmisch-Partenkirchen würden aber ein ewiges Denkmal dafür sein, wie das 'attonalsozialisttsche Deutschland bereit und gewillt oar, den Werken des Friedens zu dienen, und wie is diese Kulturpflicht auch in stürmischen Zeiten irfullt. Sehr aussiihrlich äußerte sich der Reichssportfüh- «r über den Ausbau der Olympia-Schi- und Cis- caibten. Diese olympischen Anlagen würden nun urch die IV. Internationale Wintersportwoche feierlich in Gebrauch genommen. <\ 1 Qu ü| tsttüik «G Nach einem Hinweis darauf, daß die Wintersportwoche in Garmisch • Partenkirchen das erste große internationale Sportfest sei, das er in ber Kriegszeit eröffne, und auf die entspannende Bedeutung des Sportes gerade im Kriege,^ sowie auf die zcchlreiche Beteiligung von Angehörigen der Wehrmacht hieß der Reichssportführer dann unsere ausländischen Gäste ganz besonders herzlich will- kommen und betonte, die innerste Ursache unserer guten internationalen Beziehungen liege wohl dann, daß wir das friedfertigste Volk der Welt seien und uns, wie fein anderes, den hohen Zielen menschlicher Kultur ergeben wissen. -Für unsere ausländischen Gäste werde es ein Erlebnis sein, dieses Deutschland auch einmal im Kriege kennenzulernen. Riessersee schlug Füssen nur 1:0. Die IV. Internationale Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen nahm am Freitag im Eisstadion mit dem Eishockey-Gruppenspiel zur deut- schen Meisterschaft zwischen dem SC. Riessersee und dem EV. Füssen ihren sportlichen Anfang. Etwa 3000 Zufchauer bekamen ein flottes Spiel zu schen. Die Mannschaft des SC. Riessersee war spielstärker und körperlich überlegen; wenn sie schließlich nur 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) gewann, so mar dies einzig und allein ber guten Abwehr Leinwebers im Füssener Tor zu verdanken. Sonntag, den 28. Januar, ab 7 Uhr TA\NZ INHABER: A. DÖBUS Stärkerer Gchuldnerschuh. Der Reichsjustizminister hat, soweit bei der Pfändung von Dienstbezügen und Arbeitsveryutungen zu Gunsten bevorrechtigter Unterhaltsansprüche veraltete Richtsätze für die Bemessung des dem Schuldner verbleibenden Lohnteils angewendet werden, den Dollstreckungsgerichten eine sorgsame Nachprüfung dieser Richt- sätze empfohlen. Dem Schuldner ist so viel zu belassen, wie er für seinen notwendigen Unterhalt und zur Erfüllung feiner laufenden gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber anderen Unterhaltsberechtigten be- Frankfurt a. M., 26. Januar. Die Börse be- hiett eine feste Haltung. Die zwar nur bescheidenen Anlagekäuse der Kundschaft stießen weiterhin auf nur wenig Angebot, so daß am Aktienmarkt bei teilweise größeren Umsätzen erneut durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v.H. eintraten. Wenn auch kaum mit Dioidendenerhöhungen gerechnet wird, so biete die bevorstehende Abschlußperiode ttotzdem Anregung zu Käufen in Jndustriepapieren. Lebhafter waren abermals IG.-Farben mit 173,75 bis 174,25 (173), Scheideanstalt 2 d. S). höher mit 240 bei 65 v. H. Zuteilung, Metallgesellschaft 1,50 v.H. fester mit 131,50. Don den übrigen heimischen Papiere erholten sich Moenus um 1,50 v. H. auf 120, auch Adlerwerke weiter befestigt auf 103,50 (103). Don Montan papieren stiegen Verein. Stahl auf 106,50 (106), Rheinstahl auf 140 (139,25) und Buderus auf 100,75 (100), Hoesch mit 113,13 und Mannesmann mit 115 lagen behauptet, dagegen Ilse Genuß 2 v.H. ermäßigt auf 163. Sehr ruhig lagen Elektrvwerte, AEG. 127 (126,90). Bau- und Zellstoffpapiere erhöhten sich um 0,50 bis 1 v. H. Arn Rentenrnarkt bestand weiter Nachfrage, die sich im ganzen gesehen aber etwas vermindert hat. Stramm gesucht blieben aber Pfandbriefe, R ei chss chatz a nwei s u n ge n und Steuergutscheine II. Auch für Serie I bestand bei kaum veränderten Kursen Interesse. Reichsaltbesitz lagen mit 140,40 behauptet, Reichsbahn-DA. 0,13 v.H. leichter mit 127,25. Industrie-Obligationen, Stadtanleihen und Liquidations-Pfandbriefe notierten fast unverändert. Im Freiverkehr lagen 4 v.H. Rentenbank-Ablösung bei größeren Umsätzen erneut 0,25 v. H. fester mit 89,50. . _ , Auch in der zweiten Börsenstunde war bie Hal- tung fest und eine ganze Reihe von Papieren erzielte weitere Erhöhungen von etwa 0,50 bis 1 v. H. U. a. Bemberg 142,25 nach 141,25, Daimler 128 nach 127, BMW. 148,25 nach 147,75, Dt. Erdöl 150,50 nach 150, Rütgerswerke 160,25 nach 159,25, Verein. Stahl 106,75 nach 106,50, Mannesmann 115,50 nach 115, Demag 147,50 nach 147. Harpener waren um 2,50 v. H. erhöht auf 164,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Januar. Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43,50 bis 46,50 (am 19. 1. 43,50 bis 46,50), b) 41 bis 42,50 (40 bis 42,50), c) 35,50 bis 37,50 (30 bis 37,50), d) 28 )—). Bullen a) ^2 bis 44,50 (41,50 bis 44,50), b) 38 bis 40,50 (39,50 bis 40,50), c) 35,50 (35). Kühe a) 42 bis 44,50 (41,50 bis 44,50), b) 37 bis 40,50 (38 bis 40,50), c) 27 bis 34,50 (30 bis 34,50), d) 18 bis 25 (15 bisi 25). Färsen a) 43 bis 45,50 (43,50 bis 45,50), b) 40 bis 41,50 (39,50 bis 41,50), c) 33 bis 36,50 (30 bis 36,50), d) 28 (25). Kälber andere a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 54 bis 59 (55 bis 59) c) 43 bis 50 44 bis 50), d) 29 bis 40 (30 bis 40). Hämmel a2) 51 (50 bis 51), b2) 48 bis 49 (48 bis 49), c) 35 bis 40 (40 bis 44). Schafe a) 42 bis 44 (42 bis_44), b) 35 bis 40 (35 bis 40). Schweine a) 55,50 (55,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 55,50 (55,50), c) 54,50 54,50), d) 51,50 (51,50), e) 49,50 (49,50), Sauen gl) 55L0 (55,50). Markverlauf: Großvieh, Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt. 0289 „Ludwigsburg“ Lokalspiel zu betrachten. Hier wird bis zum Spiel- ende um die wertvollen Punkte gekämpft. Rodheim hat Ehringshausen zu Gast und spielt kombiniert mit Spielern des Turn- und Sportvereins Krofdorf ohne Punktwertung. Wettkämpfe im Eisschnelläufen. Die Wettkämpfe im Eisschnelläufen für HÄ.° und DJ.-Mannschaften, die vor acht Tagen ausfallen mußten, sollen nun am kommenden Sonntag nachgeholt werden. Es wird in HI.» und DJ.-Klasie gelaufen, die 24 bzw. 12 Runden zurückzulegen haben. Die Mannschaft besteht aus drei Läufern, die sich von Runde zu Runde ablöfen können, so daß immer wieder eine kurze Ruhepause eingeschoben wird. Dadurch wird es möglich sein, eine gute Durchschnittsgeschwindigkeit einzuhalten. Zudem ist ein Teil der Läufer mit Eishockey- und Schnellaufschlittschuhen versehen und damit für die Rennen gut gerüstet. Die Beteiligung war für die erstmalig angesetzte Veranstaltung mit je sechs Mannschaften in beiden Klassen gut ausgefallen. Da sich die guten Läufer auch gleichmäßig auf alle Mannschaften verteilen, ist mit ausgeglichenen und spannenden Rennen zu rechnen. Die Mitglieder der siegenden Mannschaften I erhalten Buchpreise als Auszeichnung. Q/TeXdH/n. im. C/Ttrb Des geht Jeden en, Menn und Freu, Jung und Alf. -- We* heute mitten Im Leben steht, breucht und verbreudit NerH venkreft. Darum rechtzeitig den Kraft, und Aufbauttofft QUICKmitLezithin fdrHerz und Nerven, Tages Arbeit. (Musik.) Dazwischen: Berichte. 20; Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschland- ender. Dazwischen: 22 bis 22.15 und 24 bis 0.15: Nachrichten. Dienstag, 30. Januar. 6.10 Uhr: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt die Tanzkapelle des Reichssenders München. 7 bis 7.15: Nachrichten 8.05: Landvolk, merk auf! 8.15: Gymnastik. 9.15: Kleine Ratschläge für den Garten. 9.30: Schulfunk (Oberstufe). Aufbau im Osten (4). „Bromberg" 10: Frohe Weisen. 11: Wer jetzige Zeiten leben will, muß haben ein tapferes Herze. Eine Feierstunde zum 30. Januar. 11.50: Staat und Land — Hand in Hand. 12: Aus einem Gießen, Iohannesstraße 1 27. Januar 1940 3eO.6.uefr«u,t>l. «n O.r Crh.liung Ihr.« W«dubcn*ne« ■ ■ tyU+lCr7 CdldX (nterdnert ui, erhalt Das aufhllrtnDe Büchlein: »Wlldie, | ! id»t>en . ml. Ile «Illeben - nnt> mle men Ile «erbotet, «egen imlenDung bleie. - I Outfchcln» hofitnloe unO portofrei jugefiellt. I ________________________I I Name: ————---—----- ~ Ion: —---------------------str,6,:-------------------1 ■M3h RbfmotnHENKtt & CiE. A.G., OOSSfLDORF. ■ urttk ijeitsw’i banrnr zu m en Dt? Tlonatr renrtdy doh fir Eichk! * Rekordzugang an Anträgen im Jahre 1 9 39 bei den öffentlichen Le- bensversicherungsan st alten. Seit dem 1. 9. 1939, also seit Kriegsbeginn, bis zum Ende des Jahres 1939, wurden bei den im Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland Ra t in Buch ha! tungS'F ragen Imilcnix Hand- und Maschinen- Durch sch re ibe-Buchhai ungen Bezirksstelle Wetzlar, Naubornerstr.148, Ruf 2344 zusammengeschlossenen Anstallen 60^7 Millionen RM. neu beantragt An diesem Ergebnis hatten die einzelnen Monate folgenden Anteil: September 11,69 Millionen RM., Oktober 9,34 Millionen RM,, November 15,69 Millionen RM., Dezember 23,65 Millionen RM. Das Jahresergebnis zeigt bei den öffentlichen Lebensversicherungsanstalten einen neuen Rekordzugang, der in erster Linie der Handwerkerversorgung zuzuschreiben ist. Der Antragszugang des Jahres 1939 stellt sich auf 522,99 Millionen RM., gegenüber 365 85 Millionen RM. 1938; das ift eine Steigerung von etwa 43 v.H. Der Gesamtoersicherungsbestand der im Verbände zufammengefchlossenen Anstalten hat im Laufe des Jahres 1939 die Summe von 3 Milliarden RM. überschritten. Uhein-Mainische Börse. Tendenz weiter fest. Strümpfe stopfen T .zyre Strümvie u. Rormalwätche werden billigt flellovfi und any.e- strickt. Für Militär büligste Ereile. Abzugeben bei Sdiomber Schifsenberger Weg 3B oaeo Suva Gleibevg Aus aller Wett. zefuch russischer Gelehrter in der Reichshauptstadt. Das Mitglieds des Rats der Volkskommissare, K a f t a n o w , Vorsitzender des sowjetrussischen Ausschusses für Hochschulwesen, ist, von Preßburg kommend, wo er an den Unioersitätsfeierlichkeiten teilgenommen hat, in Begleitung der Professoren Wilenski, Nowikow, Egolin und Deineka in Berlin eingetrofsen. Er besichtigte zusammen mit dem Botschafter der UdSSR. Schkwarzew unter Führung des Ministerialdirektors Mentzel vom Reichserziehungsministerium die Universität, wo er von dem Rektor Professor Hoppe empfangen wurde. Dann nahmen die Gäste an der Festsitzung der Akademie teil. Der Staatssekretär im Reichs- Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Zschitzsch gibt zum Abschluß des Aufenthaltes der sowjetrussischen Gäste in Berlin einen Empfang. Der älteste Klempnermeister Deutschlands. In Ochtendung (Eifel) vollendete der Dorfälteste, Klempnermeister Georg Hollmann, sein 9 8. Lebensjahr. Im Jahre 1868 legte er in Mayen seine Meisterprüfung ab und ist der älteste Klempnermeister Deutschlands. Der Jubilar hat sich eine staunenswerte geistige Frische bewahrt und versäumt bei gutem Wetter seinen täglichen Spaziergang nicht. Eine Neunzigjährige mit 107 Rachkommen. Im Kreise einer ungewöhnlich hohen Zahl direkter Nachkommen konnte jetzt die älteste Einwohnerin der Stadt Kirn an der Nahe, Frau Witwe Katharina Anton geb. Nau, ihren 90. Geburtstag begehen. Die Jubilarin hat 107 Nachkommen, elf Kinder, 46 Enkel und 50 Urenkel. Reue 1500 km Fluglinie in Argentinien mit Ju 52. Nach langwierigen Vorbereitungen wurde die Fluglinie von Buenos Aires nach den Territorien Pampa, Rio Negro und Chubut eröffnet. Auf der rund 15 000 km langen Strecke wurde die altbewährte Ju 52 eingesetzt, die von Militärfliegern gesteuert wird. Die neue Verbindung benötigt eine Flugzeit von 11 Stunden und rückt diese abgelegenen Gebiete verkehrstechnisch der Bundeshauptstadt näher. Gleichzeitig erschließt sie noch mehr die landschaftlich besonders reizvolle Gegend von San Carlos de Bariloche mit dem berühmten See Nahuel Huapi im Westen der Provinz Rio Negro dem Fremdenverkehr. Schon 324 Todesopfer der Kälte in USA. Die Kälte in den Vereinigten Staaten hält weiter an. Infolge Erfrierens und der durch die Witterung verursachten Verkehrsunfälle sind bis jetzt 324 Menschen gestorben. In manchen Teilen des Landes beträgt die Temperatur 32 Grad Celsius unter Null. Amerikanischer 14 000-Tonnen-Dampfer an der japanischen Küste gestrandet. Der amerikanische Passagierdampfer „Präsident Quezon" (14000 Bruttotonnen) ist Samstag morgen infolge eines Maschinenschadens bei der kleinen Insel Tanegashima, die südlich von der japanischen Hauptinsel Kiuschiu liegt, auf eine Klippe aufgelaufen und bald darauf gesunken. Die Rettunasarbeiten waren durch den starken Sturm sehr erschwert, jedoch sollen Passagiere und Besatzung von japanischen Dampfern übernommen worden sein. Lhlorgas-Explosion in einer norwegischen Fabrik. Ein Tankwagen, der fünfzehn Tonnen Chlor enthielt, explodierte in einer Zellulosefabrik in Mjöndalen, unweit Oslo. Die Fabrikräume füllten sich in kurzer Zeit mit Chlorgas, das sodann auch die Umgebung überzog. 42 Personen erlitten Gasvergiftungen und mußten in das Krankenhaus gebracht werden; zwei sind bereits gestorben. Als Ursache der Explosion wird das Platzen eines Ventils am Tankwagen angegeben, das entweder durch den starken Frost gelitten hatte oder aber dadurch geborsten war, daß der Wagen infolge Umfüllung seines Inhalts in einen Vorratstank zu stark erwärmt worden war, so daß sich Gas bildete. Zahlreiche Wohnhäuser des Ortes mußten wegen Gasgefahr geräumt werden. Französische Schuhfabrik niedergebrannl. Die Serie der großen Schadenfeuer in Frankreich reißt nicht ab. Am Mittwochnachmittag brach in einer Schuhfabrik in Rochochouart (Departement Haute-Vienne) aus bisher unbekannter Ursache ein Brand aus, der sich in wenigen Augenblicken, geschürt von dem heftigen Sturm, auf sämtliche Gebäude ausdehnte. In weniger als einer halben Stunde waren alle Fabrikgebäude vernichtet. Riestge Schuhlager — ein großer Teil der Schuhe war für das Heer bestimmt — sind ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Franken. 500 Arbeiter sind brotlos geworden. Ein Volksschädling hingerichlel. Am 26. Januar 1940 ist der am 3. Januar 1921 in Altona geborene Arthur Waller hingerichtet worden, den das Sondergericht in Kie l als Volksschädling zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat. Arthur Waller hat in der Nacht zum 14. September 1939 in Bilsen bei Quickborn aus unbegründeter Rachsucht eine besonders wertvolle Futter^ mittelmühle angezündet. Hinrichtung eines Brandstifters. Am 26. Januar 1940 ist der am 14. August 1915 in Lübeck geborene Karl Q u e l l m a l z hingerichtet worden den das Sondergericht in Rostock am 15. Dezember 1939 als Volksschädlinge zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilt hat. Quellmalz, ein asozialer Mensch, hat am J5. Dezember 1939 aus Bosheit den Stall und die Scheune eines Bauern, bei dem er in Arbeit stand, a n g e - zündet und dadurch viel Vieh und große Mengen Vorräte vernichtet. Zwei weitere Frauenmorde auf dem Gewissen. Kurz vor seiner Hinrichtung hat der Mörder M a r k m a n n , der die 18jährige Käthe Keßler in bestialischer Weise umgebracht und die Leiche zerstückelt hatte, ein weiteres Geständnis abgelegt. Danach hat er noch zwei w e i t e r e F r a u e n - morde verübt und sich bei der Ausführung dieser Verbrechen ebenfalls von ähnlichen Motiven, wie sie bei der Keßler vorgelegen hatten, leiten lassen. Das eine Opfer war die 55 Jahre alte Marta H i ck- m a n n aus Berlin, die am 20. August vorigen Jahres in ihrer Wohnung erdrosselt aufgefunden worden war. Das weitere Opfer dieses gemeingefährlichen Verbrechers ist ein junges. Mädchen geworden, dessen Personalien bisher noch nicht festgestellt werden konnten. Markmann hatte die Unbekannte, die sich „Erna" nannte, Ende Juni uf einem Lokal kennengelernt. Da sie offenbar völlig mittellos war, nahm er sie mit in seine Wohnung. In ähnlicher Weise wie Käthe Keßler hat der Verbrecher dann die Bedauernswerte umgebracht. Nachdem er die Leiche zerstückelt hatte, brachte er sie nach einer Laubenkolonie im Norden Berlins und vergrub sie dort. Nach den Angaben Markmanns soll die Ermordete etwa 22 Jahre alt gewesen und wahrscheinlich wegen eines Familienzwistes von Hause weggelaufen sein. Todesstrafe wegen Straßenraubes während der Verdunkelung. Entsprechend dem Antrag des Staatsanwaltes verurteilte das Sondergericht den 51jährigen vierzehnmal vorbestraften Schwerverbrecher Karl Ratzte aus Berlin wegen schweren Raubes, begangen unter den Voraussetzungen der Dolks- schädlingsverordnung (Ausnutzung der Dunkelheit) zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. — Der dem Trünke ergebene Angeklagte nahm das Urteil völlig teilnahmslos auf. Ratzke hatte einem 54jährigen Transportarbeiter, mit dem er in einer Berliner Gastwirtschaft gezecht hatte, auf dem Heimweg in unmittelbarer Nähe des Lokals überfallen und die Geldbörse mit etwa acht, zehn Mark Inhalt entrissen. Martyrium eines Kindes. In Kaiserslautern erhielt wegen Körperverletzung mit Todeserfola eine pflichtvergessene Stiefmutter, die 25jährige Frau Herta Pöhl, drei Jahr- Zu ch t h a u s , ihr 30jähriger Ehemann wegen fortgesetzter roher Mißhandlung zwei Jahre Gefängnis. Unter dem Vorwand, das Kind habe wegen Naschhaftigkeit und anderer Unarten gezüchtigt werden müssen, suchten die Eltern sich reinzuwaschen. Der Gerichtsarzt aber stellte alq Merkmale heftiger Stockschläge an Armen und Beinen, im Gesicht und auf dem Rücken des dreijährigen Töchterchens blutunterlaufene Stellen fest. Das schwächliche und verschüchterte Kind kam durch eine schwere Kopfverletzung ums L e b e n, die es sich nach Ausrede der Eltern beim Laufen gegen den Kochherd zugezogen hadert sollte, die der Lr^t aber auf eine gewaltsame Einwirkung zurück führte. Die Haus bewohnet sind lange Zeit Ohrenzeugen des Martyriums des Kindes gewesen. 5. 6. Ühr, beginnend mit A—C 419D werden. 1 Bekanntmachung Uhr für alle obengenannten 455D Uhr Uhr Uhr Uhr Uhr Uhr Stunde ein, ist die Entschuldigung mit den ge« forderten Bescheinigungen spätestens am Tage nach der Wehroersammlung einzureichen. Anspruch auf Ersatz von Reisekosten oder Lohn« ausfall besteht nicht. benachrichtigung erfolgt nicht. Gießen, im Januar 1940. Wehrmeldeamt Gießen. Dingeldein, Major. Vielmehr ruft n«8 heut* da- Leben z» gemeinschaftlichem Strebe« ** zum Verständnis und zur Tatkraft »nd zur wahre« Kameradschaft! Familiendrucksechen Verlobungsanzelgen Vermöhlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei BrQhl, 6chiM.1 Vöse Nachbar n — dSse Zungen — »ft van Komikern besungen — -sollten, wie wir freuf empfinden, w* dem Alltag bald verschwinden! D—F G-I(J) K—L M—R S T—Z Denke stet-, daß Hilfsbereitschäft rechten Rat zur rechten Zeit schafft! Münster, Nieder- und Ober-Bessingen, Non- nenroth, Röthges, Ruppertsburg, Villingen, Wetterfeld. 2. Es sind mitzubringen: Alle militärischen Papiere (Wehrpaß, Wehrpaß-Notiz usw) sowie etwa erhaltene Dienstbrille, Maskenbrille oder Sondergasmaske. Wird Berichtigung der Militärpapiere (Familienstand, Beruf usw.) notwendig, so sind die erforderlichen Urkunden oorzulegen. 3. Jeder zur Gestellung Verpflichtete prüfe sofort, ob er seiner Meldepflicht beim Wehrmeldeamt Gießen nachgekommen ist; Versäumtes ist sofort nachzuholen. 4. Wer an der Teilnahme verhindert ist, hat eine Bescheinigung der Polizei oder anderen Behörde (Dienststelle), bei Erkrankung die eines Arztes, einzureichen. Tritt die Verhinderung in letzter Achtung! StaufenSieeiuen Staubsauger? Wenn ia, dann ein.Vorax- Universalavva- rat. Monatsrate v. 6 RM. mifro. Unoerbindl.Por- fübrung, aucü außerhalb, durch Generalvertrtg. Aug. Wagner, Kaiserallee 141. 4. Februar, 8% 11 15 11. Februar, 8% 11 15 18. Februar, 8Vi 15 wrvisthaftsgvuvve Einzelhandel -Hveisgvuvve Gietzen. Für die im Kalenderjahr 1939 beschäftigten Arbeitnehmer, deren Steuerkarte 1939 dem Arbeitgeber nicht vorgelegen hat, und für die vor dem 31. Dezember 1939 ausgeschiedenen Arbeitnehmer, bei denen die Lohn- und Wehrsteuerbescheinigung auf Seite 2 der Steuerkarte 1939 beim Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis versehentlich nicht ausgestellt worden ist, müssen die Arbeitgeber Lohn- und Wehrsteuer-Ueber- weisungsblätter zum gleichen Zeitpunkt an das Finanzamt der Betriebsstätte übersenden. Vordrucke zu Lohn- und Wehrsteuer-Ueberweisungs* blättern werden von den Finanzämtern auf Antrag unentgeltlich an die Arbeitgeber abgegeben. £. Alle Arbeitnehmer, die am 31. Dezember 1939 in keinem Dienstverhältnis standen, sind verpflichtet, die in ihrem Besitz befindliche Steuerkarte s 1939 bis zum 15. Februar 1940 bei dem Finanzamt abzuliefern, in dessen Bezirk sie am 10. Oktober 1939 gewohnt haben. Den arbeitslosen Arbeitnehmern geht hierzu noch eine besondere Aufforderung durch das zuständige Arbeitsamt ZU. 6. Für Arbeitnehmer, deren Arbeitslohn im Kalenderjahr 1939 den Betrag von 8000,— RM. überstiegen haben, sind vom Arbeitgeber außer der Lohn- und Wehrsteuerbescheinigung auf der Steuerkarte 1939 besondere Lohnzettel auszu- sHreiben und bis zmn 31. Januar 1940 an das für den Arbeitnehmer nach feinem Wohnsitz zuständige Finanzamt einzusenden. Wird der Lohnzettel an die dritte Seite der Steuerkarte 1939 angeklebt, dann erübrigt sich die Ausschreibung der Lohn- und Wehrsteuerbescheinigung auf Seite 2 der Steuerkarte ober des Lohn- und Wehrsteuer-Ueberweisungsblattes. Vordrucke zu Lohnzetteln werden den Arbeitgebern auf Antrag vom Finanzamt kostenlos geliefert. Nähere Auskunft erteilen die Finanzämter. Finanzamt Alsfeld, Büdingen, Friedberg i.h., Gießen, Grün- kexg LSLi Hungen. Laulertzgch, Mda. Schollen. Wichtige Lohn- undWehrsteuerbestimmungen. L Die Arbeitgeber haben für jeden am 31. Dezember 1939 bei ihnen beschäftigt gewesenen Arbeit- x nehmer dem Finanzamt die Steuerkarte 1939 i mit der vollzogenen Lohn- und Wehrsteuer- | befchsinigung auf der zweiten Seite derselben zu übersenden. Die Uebersendung hat bis zum ! 15. Februar 1940 an das Finanzamt zu erfolgen, j in dessen Bezirk die Steuerkarte 1940 ausge- . schrieben worden ist. Die Steuerkarten dürfen also diesen Arbeitnehmern nicht ausgehändigt Einlagen Leibbinden Gummi- strümpfe 6475 A J.Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Na, Bubi, gefällt's Dir bei u«S?" ..Fein, Tante Pfundig so reite« tte Soldaten!" »Ach, Frau Pfurwig, es ist wirklich nicht so einfach, mit dem Kind aufoem Arm einholen zu gehen!" „Aber Frau Müller, lassen Sie doch den Bubi bei uns, da ist er gut aufgehoben!" Bekanntmachung. Sämtliche Schulen in Gießen (auch die höheren) bleiben bis auf weiteres geschlossen. 4400 Gießen, den 26. Januar 1940. Ritter, Oberbürgermeister.' --und recht vielen Dank, Frau Pfundig, so nett wie Sie sollten alle Leute im Hause sein!" Ladenzeit-Verkürzung in Anbetracht derKohlenversorgung Wehrpflichtigen aus Alten-Buseck, Annerod, Heuchelheim, Rödgen, Trohe; b) in Lollar, Saal „Zur Linde", am 25. Februar, 10 Uhr, für Daubringen, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen, Staufenberg; . c) in Londorf. Saal Lich, am 25. Februar, 15 Uhr für Allendors (Lda.), Allertshausen, Climbach, Geilsb 7-n, Kesselbach, Londorf, Odenhausen, Rüddingshausen, Treis, Weitershain; d) in Reiskirchen, Saal Gundrum, am 25. Februar, 10 Uhr, für Bersrod, Beuern, Burkhardsfelden, Großen-Bufeck, Harbach, Hattenrod, Lindenstruth, Oppenrod, Reiskirchen, Winnerod; e) in Grünberg, Turnhalle, am 25. Februar, 15 Uhr, für Beltershain, Göbelnrod, Grünberg, Lauter, Lumda, Queckborn, Reinhards- hain, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain; f) in Grohen-Linden, Saal Schaum, am 10. März, 10 Uhr, für Allendorf (Lahn), Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern; g) in Garbenteich, Saal Loh, am 10. März, 15 Uhr, für Albach, Garbenteich, Grüningen, Haufen,' Steinbach, Watzenborn-Steinberg; h) in Lich. Saal Stein, am 10. März. 10 Uhr, für Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt, Holzheim, Lich, Muschenheim, Ober-Hörgern; i) in Hungen, „Darmstädter Hof , am 10. März, 15 Uhr, für Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Obbornhofen, Rabertshausen, Rodheim, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe; k) in Laubach. Oberschule, am 17. Marz, 10 Uhr, für Ettingshausen, Freienseen, Gonterskirchen, Klein-Eichen, Lardenhüch, LaMach. Bekanntmachung. Auf Grund des § 19 des Wehrgefetzes werden hiermit alle Angehörigen der Reserve I, II und Landwehr I (Geb.-Jahrgang 1897 und jünger) zur Gestellung bei Wehrverfammlungen einberufen. 1. Diese Versammlungen finden statt: a) in Gießen, Gasth. „Burghof", für die Wehrpflichtigen aus der Stadt Gießen in alphabetischer Reihenfolge, und zwar: Diese Bekanntmachung gilt als Befehl; Einzel- ...... 4270 Montags bleiben die Läden den ganzen Tag geschloffen. Diese Regelung gilt bis auf weiteres. Eine Ausnahme bilden die Lebensmitielgeschäste, die ihre normale Geschäftszeit beibehalten und zwar bis 19 Uhr, mit einer Mittagspause von 13 — 15 üfyr, die nur an Samstagen fortfallt. Oie Kohlenhandlungen bleiben selbstverständlich auch geöffnet. Mit Behebung der Schwierigkeiten tritt die Anordnung nach vorheriger Benachrichtigung wieder außer Kraft. Mit sofortiger Wirkung sind die Geschäfte durchgehend von 10-17 Llhr geöffnet.