Dienstag, 26. November |94d Gietzener Anzeige Es werden. Die bisherigen Erfolge ermutigen zu im» luciutai. jjle uiyyeiigcn v,i|uigc ciuiuiigcii <)iu un» . - " . ' mer größeren Anstrengungen auf diesem Gebiet, seine Fahrt fortzufeyen. Grazrani, der ja nicht allein Heerführer, sondern I — die fi«lXra8t 1-9 - hier an der Aegyptenfront die Soldaten- " de des italienischen Rundfunks, die gleichzettig oaJr oui Farnilienngchrichten übermittelt und sich die Volkstümlichkeit gesichert hat, wie der iinsachM Mische Rundfunk bei der deutschen Wehrmacht. (inen großen Erfolg bedeutet bei der nordafri- 'chen Truppe ferner das Wanderti-no im nur ein Fünkchen Wahrheit ist. Alle Bahnhöfe befanden ffch in normalem B etriebszu- ftamb, fahrplanmäßig wickelte sich der Orts- und Fernverkehr ab, auf den Rangieraleisen der Güter- bahnhöfe waren die Arbeiter mit dem Entladen beschäftigt. Es war ein vollkommen normaler Betrieb, wie wir ihn von jeher auf den Berliner Bahnhöfen kennen. Generalleutnant Bodenschatz, ber im Weltkrieg Abjutant bei Richthosen und Göring war, betonte, man habe damals mit Hochachtung mit den englischen Fliegern die Klinge gekreuzt. Er bedauere, daß angesichts dieser unwürdigen Lügen der englischen Flieger diese Hochachtung nicht mehr gezollt werden könne. Sicher wird es in den Schilderungen der fremden Attaches und Pressevertreter Variationen geben. Aber jeder einzige von ihnen wird, falls er nicht selbst geradezu lügen und dem persönlichen Augenschein widersprechen will, in feinem Bericht seststellen müssen, daß englische Meldungen umso verlogener sind, je bestimmter und sachlicher sie formuliert sind. Der Zweck dieser brttischen Agitationslügen ist klar: einmal soll dem Ausland gezeigt werden, wie England auf die vernichtenden Schläge der deutschen Luftwaffe antwortet, zum andern — und das scheint im Augenblick viel wichtiger zu sein — sollen dem englischen Volk mit diesen verlogenen Berichten Kampferspritzen gegen die verheerende Depression, die sich besonders nach bem Angriff auf Coventry zeigte, verabreicht werben. Die Herren um Churchill fühlen nur allzu deutlich, daß die Stimmung bes Jnseloolkes beängstigend schnell dem Gefrierpunkt zustrebt. Unb da müssen sie dem Volke eben sagen: gewiß, die Wirkung der deutschen Luftwaffe ist gewattig, aber seht, ben Deutschen geht es in ihrem Land nicht besser. Es kommt nur auf bas Durchhalten an. Wer länger burchhält, gewinnt! Wir ftnb uns klar darüber, daß die obigen Meldungen nur den Anfana einer Stimmungskampagne bilden Bislang schoß dabei den Vogel zweifellos die „Sunday Pictoral" ab, die sich zu der Behauptung verstieg, daß 80 v. H. der deittschen Flugzeugindustrie bereits lahmgeleat worden seien, oder Ne englische Zeitung „People , die von einem jener berühmt-berüchtigten „neutralen Reifenden" ‘Ni *1 Al« chliih ** ÄS 4:3 Jc. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! An der ägyptischen Grenze, Mitte Nov. 1940. 1 Partei sowohl wie OND. hab en Marschall G r a - a n i auf sein ausdrückliches Verlangen zuge- jert, daß der in Fluß gekommene Betreuungs- nft für feine Truppe kontinuierlich fortgesetzt wird, cnso des Miniestero Cultura Popolare, das über km schwebt und überall eingreift, wo die Dinge r den beiden anderen Organisationen nicht erfaßt rben können. Höchst interessant ist, im Opera» zte aus ein n ihm cor, der Steh ---------------------------------- feinen ud:-As deutschen Kameraden. Major Melchiorre berich- ., -j. »< hätte auch nur entfernt so zur Bildung h „Hyl ärufeje* MU H ’r0L d|zis Ueberralchung mutz eine ’Zirt flanfrycyer ■ein« ^Etfsbung angssprochen werden, die über die Rang» i, 1° fi'c? ber Beliebtheit aller bisherigen Betreuungs- ■ ye-rWtrnehmungen von Major Melchiorre angeftettt ielr-< & W Bristol und Southampton Mittelpunkte der britischen Wehrwirtschaft i Ilonin [UuM desl fflition j werte! Itai i$M I AM"! Ü luuuerfe j| fen. ,81! 1 wotral 1 tifcete Der Wehrmachlberichl vom Montag. Berlin, 25. Rov. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Eines der in überseeischen Gewässern operierenden Kriegsschiffe meldet als Gesamtergeb. nis seiner bisherigen Tätigkeit die Versenkung von 95 OOO BRD. feindlichen hondels- fchiffsraumes. Die Vergeltungsangriffe der Luftwaffe gegen London dauerten auch in der Rächt vom 23. zum 24. November an. Batlersea, Southwark und andere Stadtviertel waren Ziele erfolgreicher Bombenwürfe. Zahlreiche deutsche Kampfgeschwader belegten außerdem, wie bereits gemeldet, tu pausenlosen Angriffen Southampton mit Bomben aller Kaliber. In Hafen- und Industrieanlagen brachen ungeheure Brände England -raucht Kredite. Lord Lothian bei Roosevelt. - Ein neues „Zerstörer-Geschäfts? iLnoto ßM Jristol ||r < i Stift Itil, die iEenflltf 8$rf i" Formell gilt in den Bereinigten Staaten noch das Neutralitätsgesetz, das jenen Staaten, i htna JJIlH M Üui • Nmu >K° L Ä !-Sech I Jl’ltr $ nommen und das Land in eine englische Kronkolonie zurückverwandelt werden mußteDas war schon lange vor der englischen Kriegserklärung vom 3 September 1939. Seither haben sich die Verhält- nisse ganz ungeheuerlich verschlechtert. Wenn Australien und Neuseeland noch nicht die offene Pleite angesagt haben, so erklärt sich das allein aus Kriegsrücksichten. Und in Kanada ist der britische Finanzkapitalismus zu einem großen Teil von dem Neu- yorker Börsenkapital ausgekauft. Man kann mit Spannung erwarten, wie die Vereinigten Staaten antworten, wenn ihnen nun der britische Schuldner mit der Drohung der Pleite das Messer an die Kehle setzt. Inzwischen ist der Eindruck in der Well verheerens. Das Organ der schwedischen Sozialdemokralle überschreibt die Erklärung von Lord Lochian: „Englands Goldquellrn versieat." Warum diese rasche Erschöpfung Eng' lands? Weil sich England nicht auf die eigene Kraft verlassen, seine Stärke nicht in der Binnenwirtschall gesucht hat, sondern den Weg wettwirtschaftlicher Bequemlichkeit gegangen ist. In diesem Kriege entscheiden nicht mehr die siloernen Kugeln Englands. Sie sind dahin. In diesem Kriege entscheiden d'e deutschen Waffen, entscheidet die deutsche Arbeite kraft und die Entschlossenheit, mit der wir unser Haus finanziell unb wirtschaftlich in Orbnung brachten. Kommen jetzt die Falkland-Inseln und Jamaika dran? Rom, 25. Nov. (Europapreß.) Zu der durch Lord Lothian enthüllten englischen Finanzkrisis meldet Stefani aus Neuyork, Churchill schicke sich an, den Vereinigten Staaten weitere Teile des britischen Empire als Gegenwert für die noch nicht bezahlten Wettkriegsschulden anzubieten in der Hoffnung, darauf hin neue Schulden für Kriegsmaterialkäufe machen zu dürfen. Churchill sei geneigt, die Falkland-Inseln und Jamaika Southampton, das in der Nacht zum Sonntag schweren deutschen Bombenangriffen ausgesetzt war, ist, mit 180 000 Einwohnern, in doppelter Hinsicht von größter wirtschaflllcher Bedeutung einmal wegen seiner Wichtigkeit als Ein- und Aus- fuyrhafen und zum anderen wegen seiner umfangreichen Anlagen der Rüstungsindustrie. Souchampton ist der drittgrößte Hafen Englands und der größte der englischen Süd- küste. lieber Southampton geht fast der gesaunte transatlantische Personen-Verkehr Englands. Außerdem werden in erster Linie I n - dustrieerzeugnisse und Fertigwaren über diesen Hafen ausgeführt Die Hauptbedeutung Souchamptons lag in seiner Leistungsfähigkeit als Einfuhrhafen. Southampton ist einer der größten Einfuhrhäfen für Erdöl, und Erdölerze u a n i s s e und verfügt über entsprechende Lagereinrichtungen. Außerdem war Southampton sehr bie ihre bisherigen schulden an Amerika nicht ner«., zinsen und tilgen, die Aufnahme neuer Kredite in )en Bereinigten Staaten sperrt. England, das so wacker mitgeholfen hat, die deutschen Reparationen einzutreiben, ist fett langen Jahren in Verzug nr.t einer Zahlung von Zinsen und Tilgungsraten an die Bereinigten Staaten Wenn Lord Lothian jetzt ausdrücklich erklärt, daß England in finanziellen Schwierigkeiten sei, so bedeutet das den verzweifelten Versuch des Schuldners, dem Gläubiger mit per Drohung Angst zu machen: entweder Du pumpst mir neues Geld oder ich gehe pleite und da.in kriegst du mangels einer Konkursmasse überhaupt nichts! Sehr interesiant sind die Einzelheiten der Erklä- rimg, die Lord Lothian abgegeben hat. Er sagte, daß England keine Goldreserven mehr habe und daß auch sein Bestand an ausländischen Wertpapieren durch die bisherigen Verkäufe erschöpft sei. Das Jahr 1940 sei Hitlers Jahr" gewesen und habe England schrecklich viel Geld gekostet Das alles stimmt — nur ist es nicht die ganze Wahrheit! Die Wirklichkeit sieht nämlich noch sehr viel schlimmer aus. England hat schon vor dem Kriege von seiner Substanz gelebt. Nicht nur seine Han» dels-, sondern auch seine Zahlungsbilanz war passiv. Kein englischer Staatsmann hatte den Mut, dem eigenen Volke zu tagen, daß England seine Rekordei n fuhren nur Durch den Verkauf von ausländischen Besitztiteln aufrecht erhalten konnte. England hat ferner die Dominions — also Kanada, Australien, Neuseeland, in minderem Umfange auch Süafrika — bis zur äußersten Grenze finanziell belastet, indem es diese Reichstelle veranlaßte, Anleihen und schwebende Kredite in den Bereinigten Staaten auf» zunehmen. Teilweise ist die finanzielle Berfa ff ung dieser überseeischen Reichsteile in einem verzweifelten Zustand. Besonders gilt dies von Australien und Neuseeland. In Neufundland waren die Der- hättnisse so schlecht, daß diesem Reichsteil der Charakter eines selbständigen Dominions wieder gewichtig als Einfuhrhafen für Lebensmittel, Getreide, Futtermittel, Gemüse und Früchte. Insgesamt kommen über den Hafen jährlich Einfuhren in Höhe von 2,5 Mill. Tonnen. Souchampton ist aber auch ein wichtiger Kriegs- Hafen. In der Nähe liegt der reine Kriegshafen Portsmouth. Dor Southampton und Portsmouch befindet sich die vielgenannte befestigte Insel Wight. Die östliche Meerenge zwischen der Insel Wight und der Küste heißt die Reede von S p i t - h" a d und war immer Ankergrund für die Flotte bei Paraden. Der westliche Meeresarm heißt „The Solent". Auch hier pflegten englische Kriegsschiffe vor Anker zu gehen Unmittelbar gegenüber auf der Insel Wight liegt der bekannte Ort Cowes, wo die großen Segelregatten der Vorkriegszeit statt» fanoen. Im Hafengebiet von Souchampton befinden sich mehrere Kriegsschiffs« e-rften, darunter jchen Volkes qi und wie sehr das Bestreben vorherrscht, bei all' den Problemen, die uns berühren, nicht abseits zu stehen, sondern an ihnen teilhaben zu können. Die Tatsache, daß gerade das Deutsche Volksbildungswerk feit Kriegsbeginn die Zahl seiner Veranstaltungen trotz der Schwierigkeiten, die die Arbeit mit sich bringt, außerordentlich stark vermehrt hat, ist ein sprechender Beweis dafür. Aber damit ist das Aufgabengebiet von ,Kraft durch Freude" noch nicht erschöpft. Millionen und Millionen Reichsmark sind im Dienste des Amtes „Schönheit der Arbeit" ausgegeben worden, und Millionen von Volksgenossen haben aus den Kraft geschöpft. >eren Gedeihen Washington, 25.Nov. (Europapreß.) Der britische Botschafter in Washington, Lord Lothian, wird Präsident Roosevelt aufsuchen, um ihm die Wünsche der englischen Regierung oorzutragen. Für eine Abänderung des Johnson-Gesetzes, das Kredite an säumige Weltkriegsschuldner verbietet, und der Cash and carry«Klaufet des Neutralitätsgesetzes, das Barzahlung für Kriegslieferungen verlangt, fetzen sich nach wie vor nur die bekannten Interventionisten, wie der Senator King, ein, während weite Kreise über die Isolationisten im engeren Sinne hinaus in der Erinnerung an die unangenehmen Weltkrieg sersahrungen, die England als einen „faulen Zahler" zeigten, bei ihrer Ablehnung von Krediten bleiben. Der als neuer Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Senats vorgesehene Senator Walter Franklin George erklärte, er habe Zweifel, daß die umstrittene Kre» diftrage im gegenwärtigen Kongreß überhaupt noch beraten werden könne. Die vom Schatzamt auf Anregung des Präsidentenbüros ausgearbeiteten Pläne für eine Sperrung der Guthaben aller kriegführenden Mächte, von der dann z u Gunsten Englands eine Ausnahme ge» Neuyork, 25. Nov. (Europapreß.) „Eine starn, big stärker roerbenbe englische Propaganda sucht gegenwärtig bie öffentliche Meinung der Der« einigten Staaten auf eine zwangsweise Besetzung von irischen Flotten st ützpunk- t e n durch die englische Manne vorzuderetten", berichtet das Neui-orker Sonntagsblatt „New Pork systematisch die antikatholischen und anttz- irischen Tendenzen m der amerikanische» Oeffenttichkeit angefacht. Gleichzeitig veröffentlich! „New Port (Enqutrer'eine Entschließung der irischen Vereinigung in Neuyork „Äncient Dr*| der of Hibernians , in der England als einziger Feind Irlands bezeichnet wirb. Did amerikanische Öffentlichkeit wird aufgeforbert, dir Churchill-Pläne für eine gewaltsame Besetzung von Stützpunkten in Irland und eine Versorgung Englands mit amerikanischem Kriegsmaterial z um macht werden sollte, sind nach Ansicht gut unterrichteter Kreise vorläufig aufgegeben worden Der englische Propagandabotschafter ist in seinem heißen Wunsch, eine Agitation für Abänderung des nordamerikanischen Neutralitätsgesetzes zu fördern, soweit gegangen, Steuerungen zu tun, die ein Schlaglicht auf die tatsächliche Lage in England werfen. Er erklärte, England beginne a m Ende seiner finanziellen Kräfte anzukommen. „New Port Times" spricht die Vermutung aus, daß Lord Lothian hiermit anbeuten wolle, Englanb wünsche Kriegskredite bei der norbamerikanischen Regierung in aller Form zu beantragen. Nach dem gleichen Blatt hat Lord Lothian bie Absicht, ein neues „Zerstörer- Geschäft" mit den Vereinigten Staaten zu machen, gegen entsprechende Zugeständnisse Englands, im Sinne des früher begonnenen Ausverkaufs des Empires. Außerordentlich aufschlußreich ist es, daß nach nordamerikanischen Meldungen (Eng» land indirekt die großen Erfolge des deutschen Lust- und Seekrieges gegen die englische Handelsschifffahrt dadurch zugibt, daß es von den Vereinigten Staaten die Ueberlassung von Handelstonnage fordert. Die Steuerungen Lord Lothians und die diplomatischen Schritte, die damit im Zusammenhang stehen, sind um so bemerkenswerter, als sie unmittelbar nach der Rückkehr Lord Lothians aus London getan wurden unb beshalb als das konkrete Ergebnis ber Besprechungen angesehen werden können, die der Botschafter mit der Chur» chill-Regierung gehabt hat. Die Aeußerüng, England sei finanziell am Ende seiner Kräfte, ist um so wertvoller, als Anzeichen dafür vorliegen, daß Lothian sie in dieser krassen Form nach den Londoner Instruktionen nicht tun sollte. Sie dürften deshalb ungeschminkt die Eindrücke wiedergeben, die der Botschafter in London gewonnen hatte. Die englischen Zeitungen bemühen sich, dem düsteren Bild, das Lord Lothian entrollte, etwas lichtere Farben aufzufetzen, offenbar, um die Amerikaner den englischen Kreditwünschen geneigter zu machen. News Chronicle behauptet daß über bie Hälfte der Goldreserve von 800 Millionen Pfund, mit denen man in den Krieg hineinging, noch da sei. Die Times findet, daß die Erklärung Lord Lothians „außerordentlich freimütig" gewesen sei. Daily Herold gibt we- nigstens zu, daß Lothian klug daran tat, daß er so frei über eine Sache sprach, bie von nationaler Reichweite sei Bisher habe man barüber nicht diskutiert. „Will das amerikanische Volk", so sagt das Londoner Blatt lieber Geld an England leihen ober soll Englanb gezwungen werden, seinen Wider- stand Deutschland gegenüber aufzugeben? Ist es Um die La-pIala-StiiMnIie. Die Bevölkerung Uruguays lehnt Heber, lassung von Stützpunkten an USA. ab. Montevideo, 25. Nov. (Europapreß.) Zwi, schen dem urugayischen Präsidenten Baldomir und dem uruguayischen Volk droht ein ernster Kon- flirt auszubrechen, da der Präsident trotz der ein. wütigen Ablehnung ber Ueberlassung von Stütz- punkten an die USA. durch den Senat auf seinem gegenteiligen Standpunkt beharrt Die Erklg. rung Baloomirs einem argentinischen Journalisten gegenüber, daß weder die ablehnende Haltung des Senats noch andere Umstände eine Slenberung der einmal von der uruguayischen Regierung eingenom. menen Haltung Hervorrufen könnten, bezeichnet die «„Tribuna Populär" als äußerst ernst, itt betont erneut, daß das urugayifche Voll die Ueberlassung von Stützpunkten an die USA geschlossen ablehn c. Urlaub" zusammengeiaßt ist. Den alleinigen Sinn des großen Werkes zu erblicken. Alle Zweige unteres Lebens durchdrang „Straft durch Freude" Wie wäre es früher möglich aeroefen, daß ber beutsche Arbeiter in ein Theater kam! Jetzt gehört dies zu den Alltäglichkeiten, wobei bemerkt werden mutz, daß gerade diese unoerbildeten deutschen Menschen oft ein künstlerisches Verständnis zeigen, das schon manchen Fachmann überrascht hat Es war eine neue Krönung dieser Arbeit, daß Tausende von deutschen Soldaten und Arbeitern die diesjährigen Bayreuther Festspiele besuchen durften, wobei einem Teil von ihnen noch das große Glück beschieden war, den Führer in ihrer Mitte begrüßen zu können. Gleich große Bedeutung kommt der Abteilung „Deutsches Volksbildungswerk" zu, die auf vielen hunderttausend Veranstaltungen, die selbst in den enttegensten Ortschaften durchgeführt wurden, den deutschen Menschen mitten hineingeführt hat in alle Fragen unserer Zeit Vorträge .politischen, militärischen, kulturellen Inhalts, von berufenen Männern gehalten, denen es gegeben ist, ihr Wissen unb ihre Kenntnisse den andern in einer allgemein verständlichen Form mitzuteilen, fanben einen ungeahnten Zuspruch unb zeigen beutlich, wie groß der Bilbungshunger gerade in der Masse des deut- ____ ___________ ____ Volksgenossen haben aus den Sportkursen von ,^bF." neue Kraft geschövft So hat diese Organisation, an deren Gedeihen ber Führer stets wärmsten Slnteil genommen hat unb bie untrennbar mit bem Namen bes Reichs» organifationsleiters Dr. Ley oerbunben ist, in ben sieben Jahren ihres Bestehens eine segensreiche Sir» beit geleistet, die stets auf dem Gedanken basiert hat, daß für den schaffenden deutschen Menschen gerade das Beste gut genug ist. Der gegenwärtige Krieg, den das neidische, plutokratische antisoziali- stische England uns aufgezwungen hat, dient nicht zuletzt der Verteidigung jener sozialen Errungen- schäften und Zukunftspläne, die sich in dem Begriff ,KdF." verkörpern. 1 Ift? ! I* einige für den Bau von Zerstörern unb MliM legern. Die Zerstörung Derjenigen Werftanlaaot die für den Bau von Zerstörern besonders nmR sind, fällt für England deshalb besonders empfind sich ins Gewicht, weil die englischen Zerstörer fort jetzt nicht mehr ausreichen, um bie Gelettzüge JJ begleiten. Ein erhebliches Hindernis wird auch U Ausfall der Werften für Reparatur zwecke barftett^ Im Stadtgebiet von Southampton befinden $ auch mehrere Werke der ßuftrüftungsinbu1 ft r i e, vor allem Werke des Dickers-Konzems, Ü \ denen die S p i t fi r e s »I a g e r hergestelll x&W den, ferner große Werke zur Herstellung von Pa» zerkampswagen, die ebenfalls zum Dickes ß Konzern gehören, auch die Pulver- Sprena st off Industrie ist mit mehreren rech bedeutenden Fabriken vertreten. Bristol ist mit 400 000 Einwohnern einer M Haupteinfuhrhäfen ber sngUfchrl Scheitern xu bringen sowie für die Wahrung einer vorbehaltlo sen Neutralität einz» treten. Amerikas Politik, England Zerstörer zu geben, aber fein Geld zu leihen, mit dem Munition für diese Zerstörer gekauft werden kann? Wie groß ttotz aller Schönfärberei die Bedrängnis auf finanziellem unb militärischem Gebiet ist, beleuchtet, baß das Parlamentsmitglied Wedgewood den Kriegsminister Eden interpellieren will, Island den Amerikanern überlassen, um damit die Kosten der englischen Okkupation loszuwerden und leichzeitig bie bort stationierten englischen Truppen für andere Aufgaben frei- zumachen. Webgewood wirb in dieser Interpellation Eden die Frage vorlegen, wieviel die isländische Verteidigung England eigentlich koste. Ein bemerkenswerter Telegrammwechsel fanb zwischen dem bisherigen uruguayischen Minister Ola so, der wegen feiner Mißbilligung der Der. Handlungen mit Den Vereinigten Staaten über die Anlage von Stützpunkten aus der Regieruna aus. getreten war, und dem ftüheren argentinischen Marineminister, Admiral S c a s s o, statt. Dieser beglückwünschte Olaso au seiner ablehnenden Haltung in der Stützpunktfrage, er habe damit gezeigt, daß er die ganze Bedeutung des Abkommens er» fannt habe, das die Ablehnung aller verdiene, die einen Eingriff in bie Souveränität als gefährlich für ben Frieden ansähen. Olaso sprach in seine«, Antworttelegramm von einer Unruhe, die in beide« Völkern zittere. Er Höfte aber, daß die Gedanke« der Regierungen sich an ber Geschichte orientiere« würben und verwies darauf, daß am La Plat« niemals andere Stützpunkte bestehe« i dürften als die, die die brüderliche Solidarität unb Freundschaft zwischen Uruguay und Argentinien festigen könnten. -M, MM«'—; fieffljckung erlauben vielfach die Entladung von Schiffen direkt -rungj, die und die Geschäftsträger Japans und Spaniens. Am gerkrieges überlebenden nordirischen.Politikern den Bahnsteig hatte eine Ehrenkompanie der rumäni- unversönlichen Widerstand gegen die Vereinigung , - ' 'r™ rr, << ___________ on__S.Xa. mtl rvirn /Vr hifholo be- Tokio, 25. Nov. (DNB.) Mt Trauerrand Ker Führer empfing Or.Tuka mit General Antonescu wieder in Bukarest. Kriegsverletzten werden folgen. 25 jähriges Fliegerjubiläum des Flugkapitäns des Führers. Rom,'25.Koo. (DJIB.) Der italienifdfe wehr- machtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut: An der griechischen Front heftige Gegenangriffe von unseren Abteilungen. Unsere Luftwaffe bombardierte die feindlichen Stellungen besonders entlang der Küste des Epirus. Feind- liche Flugzeuge machten einen Angriff auf Dura z z o, wobei es einige verwundete gab und leichter Schaden angerichtet wurde. Ein feindliches Flugzeug wurde abgefchofsen. Unsere Jäger verfolgten und erreichten ein feindliches zweimotoriges Flugzeug vom Wellington-Typ, das nördlich von Malta abgeschossen wurde und ins Meer fiel. Eine unserer Jagdstaffeln machte einen Tiefangriff auf den Flugplatz Micabba, wobei zahlreiche am Rande des Flugfeldes aufgestellte Flugzeuge unter Maschlnengewehrfeuer genommen wurden. Drei von ihnen gingen sofort in Flammen auf. Das Feuer breitete sich rasch aus, rief verschiedene außerordentlich heftige Explosionen hervor und nahm einen solchen Umfang an, dah es auch an der sizilianischen Küste sichtbar war. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Unsere Flugzeuge griffen die Flolleubasis von Alexandrien (Aegypten) an, wobei die Ziele im Hafen wiederholt getroffen wurden. Andere Flugzeuge griffen die militärischen Anlagen Im Gebiet südlich von Marsa Matruk an. Feind- liche Flugzeuge warfen Bomben auf Tobruk und B a r d l a, wobei leichter Schaden entstand und in letzterem Ort einige Personen verwundet wurden. Ferner wurden Bomben auf Der na abgeworfen, wo ein Ferienheim getroffen wurde und fünf Tote und zwei Verletzte zu beklagen sind. Bei Apollonia wurde im Tiefflug ein Lazarett mit Bomben und Maschinengewehrfeuer angegriffen, obwohl die Rotkreuzzeichen ganz klar erkennbar sind. Ein verwundeter ist zu beklagen. Ein Flugzeug vom Blenheim-Typ wurde von unseren Jagdfliegern östlich Amseat erreicht und in Flammen abgeschossen. ,, ist auf das herzlichste vom Aicchsaußenminister verabschiedet hatte, bestieg er tuen Sonderzug, der um 19.05 Uhr den Anhalter Vihichof verlieh. Berlin, 26. New. (DNB. Funkspruch.) Der «ihrer empfing am Montagnachmittag in der taen Reichskanzlei in Gegenwart des Reichs- ** ab. Sh ki» 111*5 ie w path bekund geb ungen. Oer lehte Genro. Japan trauert um Fürst Saionji. )|el In M. 'S ■ 1 Uber terhauses, gemacht worden ist. Deutsche Verwundete erholen sich an der Riviera. Rom, 25.Nov. (Eurvvapreh.) Am Sonntag ist der erste Sonderzug mit deutschen Kriegsverwundeten auf Einladung der faschistischen Regierung zu einem Kuraufenthalt in Rapallo an der italienischen Riviera eingetroffen. Sie waren von zwei deutschen Aerzten und Sanitätssoldaten begleitet und finb am Brenner von italienischen Aerzten in Empfang genommen worden, die sie im Sonderzug bis an ihren Bestimmungsort begleiteten. In Genua und Rapallo wurde ihnen ein festlicher Empfang bereitet. Weitere Sonderzüge Italienische Angriffe an der griechischen Front Flottenbasis von Alexandrien erfolgreich bombardiert. in Eisenbahnwagen, was besonders bei Lebensmitteln sehr wichtig ist. Im Hafep von Bristol gibt k, mehrere Trockendocks. Die Hafenkammern te Seehafens sind für sehr große Schisse bis 250 im- i Steter Länge befahrbar. Der Flußhafen, der etwa Oie Delhi-Konferenz. Bangkok, 26. Nov. (Europapreß.) Die seit einiger Zeit in Delhi tagende Empire-Konfe- renz ist am Montag beendet worden. Es wurde die Einrichtung einer ständigen Körperschaft empfohlen, die in Indien ihren-Sitz haben soll. Sie soll die Aufgabe haben, Produktion und Rü- stungsbedarf des Empire aufeinander abzustimmen. Die Delhi-Konferenz verfolgte den Zweck, in den britischen Gebieten östlich von Suez die Voraussetzungen für eine auf eigener Rohstoffgrundlage errichtete Rüstungsproduk- t i o n zu schaffen. Nordirlands Ministerpräsident f. Stockholm, 25.Nov. (Europapreß.) Der Ministerpräsident von Nordirland, Lord Craigavon, ist am Sonntagabend plötzlich verstorben. Craigavon, der seit 21 Jahren ununterbrochen an der Spitze der nordirischen Regierung stand, verkörperte in sich am stärksten von allen aus der Zeit des irischen Bur- »Cln« stö der Ali uvchßi üfepunl reiten', > ,New f PropMÄ it unb öi? inb am» lerifamty eröfseE g der hl ancienlfr als ei' wirb. » iforbert, ä esehung A >rguno H derial jii ie Wahm itätch Am Montagvormittag traf der italienische Justiz« Minister GrafGrandimit Reichsminffter Gene* ralgouverneur Dr. Frank aus München kommend zu einem kurzen Aufenthalt in der Reichshauptstadt ein. Er wurde vom Führer in der Neuen Rei^ys- kanzlei empfangen. Der schwedische Handelsdampfer „Antan" (5335 BRT.) meldete drahtlos, dah er ungefähr 250 Meilen westlich von Irland torpediert wurde. ♦ Der englische Frachter „Port Hobart" (7430 BRT.) ist durch ein Kriegsschiff 500 Seemellen nordöstlich von Puertorico angegriffen worden und wahrscheinlich gesunken. 8 e st k ü st e, der insbesondere für die Einfuhr von Lebensrnitteln von Bedeutung ist. lieber x-istol wurden im Jahre 1937 nahezu 3 Millionen Danen der verschiedensten Importgüter eingeführt, ™ tzwon rund eine Million Tonnen Getreide und Mehl, rund 170 000 Futtermittel sowie erhebliche Stengen von K"*"", »»x — Ihren Lebensmitteln. _ z felr bedeutender Einfuhrhafen für Holz: für Erdöl und Erdölderivate ist Bristol ein ebenfalls wich- cher Einfuhrplatz. Entsprechend seiner Bedeutung ab Lebensmitteleinfuhrhafen verfügte Bristol über Mderne und sehr leistungsfähige Hafenan- lagen. Im Hafengebiet befinden sich L) e l t a n k s, dii zu den größten Englands gehören. Ferner zahl- reche Getreidesilos und Getreidesckuppen, Eifrier- und Lagerhäuser für die verschiedensten Le- beismittel sind vorhanden. Die Hafenanlagen, die in:fi als die modernsten Englands bezeichnen kann, richtet die Presse über den Tod des letzten Genro, Füllt Saionji. Mit dem Tode des Fürsten, der am Sonntag in Okttsu südlich von Yokohama itn Alter von 92 Jahren gestorben ist, beklagt Japan den Verlust eines der Männer, ttenen es die Entwicklung vom mittelalterlichen Feudalstaat zur Großmacht verdankt. Fürst Saionji war der letzte der „älteren Staatsmänner", die Kaiser Meiji zu seinen Ratgebern in besonders schwierigen Fällen ernannte. In ihren Nackrufen heben die Blätter die ungeheuren Verdienste hervor, die sich Saionji, der vier Kaisern diente, auf allen Gebieten um Japan erworben hat. Saionji erhält ein Staatsbegräbnis. Mit dem Tod Saionjis findet das Genro-System ein Ende. Das Recht des Genro, dem Kaiser ein neues Kabinett bzw. einen neuen Premier zu emp- ehlen, geht nun auf den Lordsieaelbewahrer über. Kinmochi Saionji wurde 1849 in Kioto geboren. Er entstammt einem der ältesten Geschlechter Ja- pans und nahm schon in jungen Jahren an den Kämpfen um die Wiederherstellung der kaiserlichen Macht entscheidenden Anteil. Später ging er nach Frankreich, wo er von 1870 bis 1880 Jura und Politik studierte, und reiste dann mit dem Fürsten Ito . durch Europa und Amerika. Dann erst trat er in Öen Staatsdienst ein. 1885 wurde er Gesandter in Wien, 1887 Gesandter in Berlin, 1894 Vizepräsident des japanischen Oberhauses. Von 1894 bis 1898 war er Erziehungsminister und von 1895 bis 1896 Außenminister, 1901 Finanzminister und Ministerpräsident, in den Jahren 1903 und 1911 wurde er mit der Kabinettsbildung beauftragt, auf der Friedenskonferenz 1919 war er Leiter der japanischen Abordnung. Fürst Saionji erfreute sich, auch nachdem er sich aus der amtlichen Staatspolitik zurückgezogen hatte, in weitesten Kreisen hohen Ansehens und aufrichtiger Verehrung, fein Rat hatte sowohl beim Kaiser als auch bei den Staatsmännern Japans besonderes Gewicht. der nordirischen Grafschaften mit Eire. Er bildete das Haupthindernis für die Fortführung der in den Jahren 1937/38 von dem damaligen Dominion- Minister Malcolm Macdonald eingeleiteten Aktiva zur Beilegung der englisch-irischen Differenzen und zu einer Wiederannäherung Eires an das Empire. In den letzten Jahren hatte Lord Craigavon immer wieder Razzien gegen Mitglieder der IRA ver- anftaltet, insbesondere gegen den Letter der nord- irischen Freiheitsbewegung O'Duffy. Der Nachfolger Craigavons wird von König Georg ernannt, nachdem ein entsprechender Vorschlag von beiden Häusern des Parlaments, des Senats und des Un- ltt. ut SeH nmene cdiene, ( w leim ■ in lch ■ i ©ebünle orientien Q W ■ beste larttöt b Arsch J 12 Kilometer vom Seehafen entfernt in der Stadt febft liegt, ist durch komplizierte Schleusenanlagen tn den Gezeiten unabhängig, lieber den Hafen yxi Bristol wurden weite Gebiete Südwestenglands ecjorgt Die durch die deutschen Bombenangriffe «gerichteten Zerstörungen treffen die Versorgung biifer Gebiete schwer. Bristol ist ferner bekannt als ein Hauptstadtort fr englischen Flugrüstungsindustrie. In fri Bristol-Aeroplane- Works werden die bekann- iti Bristol-Blenhetm-Bomber herge- fiät, die zu den am meisten verwandten Typen in fc englischen Luftwaffe gehören. Don dem gleichen Ä>rk in Bristol werden vor allen Dingen Flug- aiu g m o t o r e angefertigt. Jrn Frieden wurden Sii Bcistol-Aeroplane-Works als die größten Flug- z^amotorenwerke Englands bezeichnet, die zahlreiche Flugzeugwerke mit Motoren versorgten. Die Arftsrung dieser Werke muß also zu unmittelbaren Hodukttonsausfällen in zahlreichen anderen Wer- jr des Landes führen. In Bristol wird auch Munition verschiedener Art hergestellt. In den Waf- ftiroerten von Grantharn, die nach dem OKW- Hricht vom 25.11.1940 erfolgreich angegriffen flnben, werden in erster Linie Handfeuerwaffen ^gefertigt. Die besondere Bedeutung dieser Waf- I fiimerte liegt darin, daß sie die von der englischen ; Lftwaffe benötigten Maschinengewehre lie« sm. Berlin, 25. Nov. (DNB.) Der Flugkapitän des Führers, ^-Oberführer Hans Baur, beging am Montag fein 25jähriges Fliegerjubiläum. Aus diesem Anlaß überreichte der Führer seinem langjährigen treuen Piloten sein Bild mit einer herzlichen Widmung. Baur, der heute im 43. Lebensjahr steht, hat schon den Weltkrieg bei einer Feldfliegerabteilung mitgemacht, wo er als Artillerie- und Infanterieflieger neun Abschüsse erzielte. An Kriegsauszeichnungen erhielt er das E. K. I. und II. Klasse sowie die bayerische Tapferkeitsmedaille. Nach dem Weltkrieg war Baur bei der Militärluftpost, dem Bayerischen Luft-Lloyd, dem Junkers- Luftverkehr und der Deutschen Lufthansa als Pilot tätig. Als er 1932 zum Führer kam, hatte Baur allem im zivilen Luftverkehr bereits 1,2 Millionen Flugkilometer zurückgelegt. Heute dürfte er nicht mehr wett von zwei Millionen Flugkilometern entfernt fein. Flugkapitän Baur gehört seit 1921 der NSDAP, an und ist Inhaber des goldenen Parteiabzeichens. In der ff bekleidete er den Rang eines ^-Oberführers. Kleine politische Nachrichten. Der Korpsführer des NS.-Fliegerkorps, General der Flieger C h r i st i a n s e n , der als Wehrmachtsbefehlshaber in den Niederlanden ist, hat den NSFK.- Obergruppenführer Saute als seinen ständigen bevollmächtigten Vertreter sowie als Chef des Stabes des NS.-Fliegerkorps bestätigt. In München traten die Gebietsführer der Hitler-Jugend zu einer Arbeitstagung zusammen. Nachdem der Reichsjugendführer die Arbeitsanweisungen über den wetteren Einsatz der Jugend im Kriege betanntgegeben hatte, sprach Stabsführer Moeckel über die erweiterte Kinder- landverschickung. Ferner sprach der Reichskassenver- matter der HI., Grimm, der Chef der Befehlsstelle 1, Obergebietsführer Jobn, und Oberbann- führer A d e 1 b e ck von der Befehlsstelle 1. schen Wehrmacht Aufstellung genommen. Dor dem Bahnhof hatten über tausend Legionäre Aufstellung genommen, die den General begeistert feierten. Vom Bahnhof bis zum Ministerpräsidium standen Tausende von Legionären Spalier. Nach dem Einzug des Generals in die Hauptstadt veranstalteten die Legionäre vor den Gesandtschaften des Deutschen Reiches, Italiens und Japans Syrn- Kakao, Früchten, Oelsaaaten und an- mltteln. Früher war Bristol auch ein linifters des Auswärtigen v. Ribbentrop den LVakiischen Ministerpräsidenten und' Außenminister Tof Dr. T u k a zu einer längeren Aussprache, die b Geiste der freundschaftlichen Begehungen der bi den Staaten verlief. Eine Abteilung der ---Leib- ßindarte erwies bei der An- und Abfahrt militä- Sir Charles Forbes, der ehemalige Oberkommandierende des britischen Nordsee-Geschwaders (Home Fleet) ist zum Kommandanten der Flottenstation Plymouth ernannt worden an Stelle von Admiral Sir M. E. Dunbar-Nasmlth. For- bes wurde im Mai dieses Jahres zum Großadmiral (Admiral of the Fleet) ernannt, obwohl die von ihm geleitete Landungsaktion in Norwegen mißglückt war. Der frühere langjährige Chef der Pariser Polizei, Jean Chiappe, ist zum französischen Oberkommissar fürSyrien und den Libanon ernannt worden. Für den bisherigen Oberkommissar Puaux ist eine anderweitige Verwendung vorgesehen. * In Madrid starb der ehemalige Weltmeister im Gewehrschießen, Major Julio Caftro. Der Verstorbene war gebürtiger Philipp ine, lebte aber seit seiner Jugend in Spanien. Aus aller Welt. Der Dichter Otto Gmella f. In Densberg bei Köln starb im Alter von 54 Jahren der Dichter Otto G m e l i n. Als Sohn eines Offiziers in Karlsruhe geboren, studierte Gmelin Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie und wirkte, nachdem er eine Zeitlang in Mexiko gelebt hatte, als Lehrer an verschiedenen Höheren Schulen. Seine Vorliebe galt, was sich auch in Gmelins dichterischen Schriften ausdrückt, der deutschen Geschichte, insbesondere der deuffchen Kaiserzeit. Von seinen Büchern nennen wir „Dschingis Khan", „Das Angesicht des Kaisers", „Das neue Reich", „Der Ruf zum Reich", ,Lonradin reitet"; persönlicher gefärbt sind „Das Haus der Träume" und „Sommer mit Cordelia". Gmelin, von dem kleinere Erzählungen auch in der Unterhattungs- beilage des Gießener Anzeigers erschienen, hat einmal von seinem dichterischen Werke gesagt: „Wer es aufmerksam lieft, wird alles darin finden, was einem fremden Menschen von Bedeutung fein kann." Jahresfeier der Heidelberger Universität. Die Heidelberger Universität beging den 450. Jahrestag ihrer Gründung. Der Rektor, Staatsminister Professor Dr. S ch m i t th e n n e r, begrüßte befonbers die Studierenden aus dem Elsaß, aus Lothringen und Luxemburg und lenkte sodann den Blick auf die weltgeschichtlichen Geschehnisse und die Neuordnung Europas. Professor Dr. Gerhard Dulekeit hielt den Festoortrag über das Thema „Das Recht in Geschichte und Gegenwart". Dann folgte die feierliche Verpflichtung der Studenten durch den Rektor und den Studentenführer. Die Zahl der Studierenden beträgt 2980, also über 300 mehr als im letzten Friede ns semester. Schweres Verkehrsünglück in Nizza. In Nizza hat nasses Laub in den Schienen die Entgleisung eines Straßenbahnwagens verursacht. Der Wagen raste in einer Kurve mit sechzig Kilometer Geschwindigkeit eine abschüssige Straße hinunter. Eine große Platane hielt den schweren Straßenbahnwagen, der aus ein Haus aufzuprallen drohte auf. Vier lote, acht Schwerverletzte tonnten nur unter großen Schwierigkeiten geborgen werden. Eine Delhnachtsfreude für kinderreiche Mütter im Gau Pommern. Auf Anregung des Gauleiters werden den kinderreichen Müttern im Gau Pommern als besondere Anerkennung in diesen Tagen Sparkassenbücher mit je einer Einlage von 50 RM. übergeben, über die schon Anfang Dezember verfügt werden kann. Die Mütter können damit chren Kindern eine Wechnachtsfreude bereiten ober aber für die Kinder damit einen Grundstock für Spareinlagen legen. Die Spenden, die für diese Förderung kinderreicher erbgesunder Familien zur Verfügung gestellt wurden, sind von den Gemeinden und Kreisen aus Mitteln ihrer Sparkassen gegeben worden. Die Anregung bes Gauleiters fand paupud>rrtletter: Tn ."tneortch 4bribeim Lange (stellpertietei m* Paupnchri-tiettere Ernst vlirmschetn. Berantworiitch rüt PoiM. untz Silber Dr itr. W. Lange für M Feuilleton: Dr. Han« I6httet; fa Trabi Sieben, Provm-, tBltiidian u. Sport: ($atn Biumiche v Druck imo Verlag Vrüt)I,che UniceritateDrucferet 9L Lange i G, ^ertaaeietter Dr.-I»g. W* Hamann «n,e'genle ter Hone VeL Vernftwr*"*’-* ftrTrnhalbereen1 Tberhnrffflmm*’ T Wche Ehrenbezeigungen. Um Mvntagvormittag hatte der slowakische M^ «derpräsident am Ehrenmal Unter ben Linden, be- ! diitet von einem Offizier des Oberkommandos der ' Wehrmacht, dem slowakischen Gesandten in Berlin, ■toiat und dem deutschen Gesandten in Preßburg, v.Killinger, zu Ehren der gefallenen deutschen Hel- ü einen Kranz niebergelegt Dem Stellvertreter i Führers, Reichsminister Ruolf Heß und dem ilchsjustizminister Dr. Gärtner stattete der flowa- jhe Minffterpräsident Besuche ab. . Im Montagabend verließ der slowakische Mim- ie Präsident Dr. Tuka nach einem zweitägigen ^enthalt die Reichshaupfftadt. Der Relchsminifter es Auswärtigen von Ribbentrop, der den Nnisterprüsidenten vom Gästehaus der Reichs- Teuerung, Schloß Bellevue, zum Anhalter Bahnhof «leitet hatte, schritt mit dem slowakischen Gast die yivnt der Ehrenkompanie der Wehrmacht ab. Er- itbers nbers •s& nS ÄJ 6 < < >'!,K Die treue Freundsdiaft die der Kenner einer ge- pflegten Zigarette seiner ECKSTEIN hält, wird er* widert durch die Qualitätstreue dieser Zigarette. ECKSTEIN verzichtet zugunsten der hohen Tabak- Qualität auf eine kostspielige Verpackung. iäOwto D I»« Die Beerdigung findet auf Wunsch der Verstorbenen in aller Stille statt 5293 D I Verkäufe I EOÖlOOpPOtOt I ---------J (reibt) Dienstag zm Seltersweg 27 Woche abzuholen. 5295D - llainz an JNmr Herr oder Dam *^=j Maschinen chreiben, sicheres Leiuenband RM MO 140 Setten mit 150 Abbildungen. IST IHR JUNGE Mffs 1 ij ♦ Mil unserer lugend ins Märchenland zeigen wir Euch den neuen Mlirchentonillm rKrlrysivs fit 194041 daß ich zeitweise Damenbart * Bevölkerung bei ßesichtshaare, alle lästig. Maate werd, nur Am Riegelpfad 32, B—17 Uhr, 775U Stadttheater $ $ durch d.von mirangew.elnzlo sichereMeth. unt. 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Im ßrühling hat beispielsweise die Straße ein ganz mderes Aussehen als im Winter, und in den fom- perlichen Mittagsstunden präsentiert sich die Park- cnlaae keineswegs so, wie etwa zu derselben Zeit in Herbst. Von einprägsamer Eigenart ist in diesen dunklen Lochen die Morgenfrühe, wenn die Stadt erwacht, keußerlich wird dieses Erwachen zunächst gar nicht schwor. Man muß schon als Frühaustteher unter» vegs sein, um die Zeichen zu spüren, die von dem ton Viertelstunde zu Viertelstunde reger iderben» l?n Leben der Stadt zeugen. In den winterlichen Zöchen der Vorkriegszeit war dieser Vorgang ähn- ch, jedoch begleitete eine Fülle- von Licht die Reg- -mkeit der Morgenfrühe, während jetzt die Sun« lheit wie ein schützender Mantel darüberliegt, den fst ganz allmählich die Dämmerung aufzuheben lermag. f Wenn zur zeitigen Stunde die Haustüre hinter jem zur Arbeitsstätte eilenden Volksgenossen ins kchloß gefallen ist, dann steht im ersten Augen- tick die Finsternis vor ihm gleich einer undurchdringlichen Wand. Aber die tägliche Hebung läßt in nicht ins Stocken geraten. Er weiß die nächsten kchritte sicher zu führen, wendet sich zur Straßen- (fe, und schon geht er auf seinem gewohnten Wege »eiter. Eine Reihe von Radfahrern kreuzt die Fahrbahn, ihre abgeblendeten Lampen tanzen wie trfenbe Lichter einen regelrechten Reigen. Dann tmmt pünktlich ber Omnibus, er nimmt sich aus tie ein fauchenber Riese, ber ebenso rasch um die mchste Kurve verschwindet, wie er vorher aufge- iucht ist. Auf den Bürgersteigen eilen Fußgänger p den Fabriken und Büros, sie steuern mit der Geschicklichkeit ber Erfahrung aneinanber vorbei, (s hätten sie sich immer im Dunklen bewegt. Unterdessen gleiten die Straßenbahnen burch bie kkraßen, und vorn Bahnhof her vernimmt man bas In» unb Abfahren der Morgenzüge. Es sind man» rgfache Geräusche, die vom erwachenden Leben k nden, aber die Stadt verbirgt sich immer noch in |ir Dunkelheit. Die wenigen abgeblenibeten Lichter 6itonen diese Dunkelheit mehr, als sie sie erhellen. Langsam nur wird der graue Schein im Osten Hiller, aber je mehr er an Wirksamkeit gewinnt, im so lebhafter wird das Leben und Treiben in bin Straßen. Unb wenn sich die Sonne endlich mit jbgenber Kraft über den Horizont erhebt, bann j:t die Stadt sich schon längst mit voller Touren- jchl auf ihren Tagesbetrieb eingestellt, der sie bis iim Einfallen der Dunkelheit in fleißiger Arbeit Pschaftigt. H. W. Sch. Einkellerungskartoffeln von Zeit zu Zeit nachsehen. Die Qualität der Kartoffel ist in hohem Maße hängig vom Witterungsverlauf während der kachstumszeit. Als Lebewesen ist die Kartoffel ftits von einer großen Anzahl von Feinden, Pil- jin unb Bakterien bedroht. Diese Schädlinge ent» ni(fein sich unter bestimmten witterungsmäßigen Voraussetzungen in einem Jahr stärker als im an« bun. Dabei ist es eine Eigenart mancher Krankhei- tm der Kartoffeln, daß sie sich erst nach einer für» giren oder längeren Lagerzeit auswirken. Es ist vshalb immer ratsam unb unter den augenblick- lihen kriegswirtschaftlichen Verhältnissen eine ver- bnbliche Sorgfaltspflicht jebes Verbrauchers, feine engekellerten Speisekartoffelbestände von Zeit zu Ifeit daraufhin zu prüfen, ob kranke ober faule »Rallen vorhanden find. Als Hermann Claudius ein Kind war. 01 Von Aumme Rumsen In Langenfelde, einem kleinen Darf bei Altana, öurbe Hermann Claudius am 19. Oktober 1878 jboren. In bie amtlichen Liften ist zwar ein andrer Tag eingetragen. Der Vater hatte vergessen, bie Geburt anzumelden, unb um bas Strafgeld zu ipiren, das sich um jeden versäumten Tag erhöhte, geb er den 24. Oktober als Geburtsdatum an. Dem älterfh Hermann Claudius erscheint dies flimbilblid). Gleich mit ber Geburt beginne ber Zwiespalt feines Wesens, meinte er einmal lächelnb. Bereits in früher Kinbheit, wie sie im „Silber- Uff" ober im „Stummel", vor allem aber in den 8mbchen von „Armantje" gefchilbert ist, erlebt er In Zwiespalt: Ein stiller, zarter Knabe wächst in H(1en Geschichten vor uns auf, ber das Freund« fiti-e unb Schöne liebt — unb sich umgeben fühlt !un einer anberen, fremben, gewalttätigen Wirk- ; Weit. Aber das find Augenblickserlebnifse, die in J Spiel unb neuen Erfahrungen roieber vergessen virden. Die Jahre der Kinbheit dünken ber (Erinnerung die glücklichsten des Lebens. Bor allem sind es bie ersten sieben Jahre, davon tr zwei in Langenfelde verbringt, die übrigen in ; kiLelstedt, bas bamals noch ein Dorf und nicht iwch Hamburg eingemeindet war. .Eibelstebter Paradies" nennt er die Jahre in Armantje". Sie hatten eigenes Haus und Garten. Dir Vater war ber angesehene Bahnmeister, der die toeiter unb Wärter der Bahnstrecke Altona—Pin- te>erg unter sich hatte. Es war noch die einfache, cii=, gute Zeit, in der die Wärter ein Versäum- Jfe damit wieder gutmachten, daß ihre Frauen eine Äarst oder einen kleinen Schinken unter der Stürze in die Küche der Frau Bahnmeisterin Achten. Zu Hause herrschte gutes Auskommen und stohsinn. Der Vater fühlte sich wohl in feiner Stellung. Abends nahm er den Jungen gerne - auf .leinen Schoß und erzählte Geschichten. Und ine 31-itter war jung. 3m Garten standen zwei alte Kastanienbaume, oir denen er oft mit feinem Bruder Matten ritt. Dis Mutter rief. Sie zogen die Zügel an — brrl — Volksgenossen r heraus zur öffentlichen Versammlung! Rach 15 Monaten Krieg um die Zukunft des deutschen Volkes finden im ganzen Reich Kundgebungen der Partei statt, in denen namhafte Redner unter dem Thema „2Nik unseren Jahnen i st der Sieg!“ alle die Fragen eingehend behandeln, mit denen sich heute jeder Deutsche auseinandersehen mutz. Ls sprechen: am Mittwoch, 2 7. November um 20 Uhr, in: Buhbach: SA.-Brigabeführer pg. Schwarz, Gietzen Gambach: Kreisleiter pg. Haus, Wetzlar Holzheim: pg. Werner Rordmann, Wetzlar Grüningen: Kreisleiter pg. Backhaus, Gießer Griedel: pg. Hans Richter, Offenbach a. M. Rockenberg: Kreisleiter pg. Jordan, Offenbach a. M. Steinfurth: pg. Adolf Schnellrieder, Frankfurt a. M. Oberhörgern: pg. Wilhelm Lyring, Frankfurt a. M. Trais-Münzenberg: pg. Schäfer, Heusenstamm Münzenberg: pg. Vieth, Bürgermeister, Friedberg (Hessen) Riederweisel: pg. Moritz Göbel, Frankfurt a. M. Ostheim: pg. Eberhard von der Osten, Frankfurt a. M. Obermörlen: Gauobmann pg. Willy Becker, Frankfurt a. M. Zeder deutsche Mann und jede deutsche Frau wird erwartet! Darum, hinein in die Versammlungen! heil Hitler! Der Kreisleiter. Bei den Gran-Ehaco-Indianern. Ein interessanter Vortragsabend im Gießener Vortragsring. Die große Gemeinschaft des Gießener Dortrags- rings — Volksbildungsftätte Gießen, Goethe-Bunb, Kulturelle Vereinigung (früher Kaufmännischer Verein) unb Gesellschaft für Erb- unb Völkerkunde — hatte am gestrigen Montag abenb in ber vollbesetzten Großen Aula ber Universität Gelegenheit, im Geiste eine interessante Reise zu ben Indianern bes Gran-Chaco in Südamerika zu machen. Reiseleiter war ber Direktor ber Zoologischen Sammlung bes Bayerischen Staates in München, Universitätsprofessor Dr. H a n s Kr i e g, der mehrfach beutsche Forschungsexpebitionen durch diesen Teil Südamerikas unternommen hat. Es hanbelt sich babei um ein Lanb, das etwa 770 OOO qkm groß unb von nur 350 000 Einwohnern bewohnt ist unb das zwischen Bolivien, Paraguay unb dem nörblichen Argentinien liegt. Der Vortragenbe, Professor Dr. Krieg, vermittelte seinen mit' großer Spannung lauschenben Hörern ein aufschlußreiches Bilb von Lanb unb Leuten. Der Gran-Chaco („Großer Jagdarunb") mitten in Sübamerika ist eine völlig sternlose Tiefebene, deren Boben aus feinkörnigem Sanb, Ton unb lößartigen Schichten besteht. Das ganze Zentralgebiet bieser großen Tiefebene ist fast flußlos; die von ben Anden herabströmenden Flüsse kommen, mit ganz wenigen Ausnahmen, nicht burch bie Tiefebene hinburch, sondern versickern bort ober verlieren sich in Sümpfen, bis auf einige ganz wenige Wasserläufe, bie vielleicht stoch bis zum Parana hindurchkommen. Es ist für ben Reisenden, ber über ben Atlantik kommt unb in Buenos Aires lanbet, noch eine lange Flußfahrt erforderlich, bis er von Buenos Aires über Asuncion bis an ben Beginn des Gran-Chaco gelangt; 1200 bis 1300 Kilometer lang geht die Reise ben Paraguay und bann ben Parana hinauf, bann erst kann sich ber Reisenbe nach Westen in bie Tiefebene des Gran- Chaco hinein wenden. Nach bieser kurzen Schilberung bes ßanbes machte ber Vortragenbe mit ben Bewohnern und ihren Lebensgewohnheiten bekannt. Es handelt sich um eine ganze Reihe von Jndianerstämmen, die keinen Ackerbau kennen, sondern nur von der Jagd leben, für bie allerbings in dem unendlich weiten Raume viele Möglichkeiten gegeben sinb. Dennoch ist für biefe Menschen ber Kampf ums Dasein sehr hart, und ihre Lebenshaltung steht auf sehr niedriger Stufe. Nach Nomadenart verweilen sie auf dem jeweiligen Lagerplatz, bis dessen Umgebung für bie Existenzmöglichkeit nichts mehr zu bieten vermag, bann ziehen sie weiter in ein anderes Gebiet, und so wandern sie ständig im Lande umher. Diese Jn- b-ianerftämme haben auch nichts von ber Romantik an sich, bie ihnen in ben meisten Jugendschriften an gedichtet wurde, sie sind bescheidene Menschen, bie rassisch Dorroiegenb ben Mongolen typ zeigen unb in Sprache unb Gebräuchen sich so vielfältig unterscheiden, baß die verschiebenen Stämme nicht auf einen Nenner zu bringen sinb. Der Forschungsreifende kann bie Stämme vor allem an der Unter» schieblichkeit ihres Hüttenbaues erkennen, bie sprachliche Verständigung mit ihnen ist viel schwieriger ober ganz unmöglich, da es — wie ber Vortragende selbst feststellte — etwa 80 verschiedene indianische Idiome gibt. Die Stämme sind kriegerisch und schlagen sich vor allem um die Wasserstellen. In ihrer Lebensform steht der Gedanke der Gemeinschaft der Sippe vor ber Rücksichtnahme auf bas einzelne Jnbivibuum; daraus erklärt sich auch bie für diese Menschen ganz selbstverständliche Tötung alter Leute, bie zur Fortsetzung ber Wanderung körperlich nicht mehr in der Lage sind; aus den harten Lebensbebingungen ist es auch erklärlich, daß sich viele Stämme dadurch eine Beschränkung ber Nachkommenschaft auferlegen, daß jebe Familie nur bis zu vier Kindern großzieht und alle darüber hinaus geborenen Kinder kurzerhand tötet. Den Skalp (bie abgezogene Kopfhaut) als Zeichen bes Sieges über einen Gegner kann man bei biefen Stämmen noch bemerken, er wirb von ihnen auch als Trinkgefäß benutzt. Anschließend erzählte ber Vortragende zahlreiche Einzelheiten aus dem Alltagsleben dieser Menschen. Er sprach dabei u. a. über ihre kulturellen Gewohnheiten, über bie Kennzeichen von Besitz unb ähnlichen Dingen, über ihre unoerbilbete Natürlichkeit unb über bie schwerwiegenden Fehler einer völlig falsch aufgefaßten Missionsarbeit, bie sich nur zum Schaben dieser Naturkinder auswirkt. In diesem Zusammenhang machte er deutlich, welche Gefahren der eingeborenen Bevölkerung von der Berührung mit der Außenwelt, vor allem mit dem weißen Manne und feinen Ledensaewohnheiten drohen, wenn dabei die hemmungslose Einstellung obwaltet, die man in den Städten und bei der weißen Bevölkerung Südamerikas vorfindet. Er führte hierfür mancherlei treffende Beispiele an, bie überzeugend waren. Weiter zeigte er als eines der wichtigsten Kulturgüter dieser Menschen die Vorliebe zum Hund, ber allerdings in schweren Notzeiten auch keine große Rolle mehr spielt, wenn auch bie Indianerin gar nichts babei findet, in einer solchen Zeit einen kleinen Hund zusammen mit ihrem Kinde an der eigenen Brust zu nähren. Die „Hygiene" ober wie man bie (meist gar nicht vorhandene) Körperpflege bei diesen Menschen nennen will, wurde gleichfalls anhand einiger drastischer Beispiele gekennzeichnet. Schließlich machte der Vortragende noch mit den Leb ensgewohnheiten und der Lebenshaltung der wenigen weißen Bewohner dieses Landes bekannt, bei denen es sich um aus Rußland ober anderen Ländern zugewanderte Menno- niten Handels Viele gute Lichtbilder unb ein interessanter Schmalfilm gaben ben fesselnden Schilbeunb liefen zum Fenster, wo bie Mutter bas Honigbrot hinaushielt. „Als ich viel später lesen gelernt hatte unb von ben Engeln las, hatten sie immer meiner Mutter Gesicht von damals, als sie uns aus bem Fenster das Honigbrot reichte unb lächelte." („Armantje".) Wenn bie Eisenbahn vor bem Garten vorbeifuhr, standen die beiden vor ber Tür stramm, einen Stab fest an die Seite gepreßt, militärisch grüßend, wie sie es Bahnwärter Slöh abgeguckt hatten, und der Lokomotivführer, der die Jungen bald kannte, winkte ober ließ bicken, weißen Dampf aus ber Maschine prusten. Da war ber alte Pferbestall, in bem das Rangier- pferb für die Güterwagen, ber alte, braune „Voß", stand, auf besten Rücken ihn Bahnwärter Slöh mitunter hob. Da war bie runbe Scheibe im Giebel, unter ber die Tauben saßen. Unb ba war bas schräge Kartoffelland am Bahnbamm, wo er unb Nachbars Guschi mit Hellen Gurken Mutter und Kinb spielten. Da war ber Soot, durch besten wettergrauen Bretterverschlag er bas graue Wasser sehen konnte, aber er mieb ihn, weil bie Mutter sagte, eine große, graue Kröte hocke unten brin. Unb ber Bollweg war da, wo es spukte, und die Mühle, deren Flügel gespensterhaft durch bie Dämmerung huschten, währenb ber Müller, schlohweiß, mit quätenber Stimme aus ber Tür trat. Unb mitunter kam Onkel Ebu auf Besuch, ein Bruber des Vaters, ber in Melborf Rektor einer kleinen Mäbchenschule war. Er war so leise, baß es immer, wenn er sich mit dem Vater unterhielt, war, „als ob der Vater schalt und Onkel Eduard um Verzeihung bat" („Das Silberschiff"). Der Onkel lehrte die Kinder Seifenkugeln blasen unb führte sie zu ben Kiesbergen, wo sie Höhlen unb Burgen bauten, unb zu ber Glashütte bahinter, beren Mauern und Schornstein schwarz unb schief standen unb in der schwarze Gestalten und zischend fauchende Feuer sprangen. Sie wateten wohl auch einmal im Mühlenbach oder plumpsten Steine hinein, und bie Luft war hoch unb weit unb rein, eine Lust, wie es bem heute Zurückblickenben scheinen will — „in ber auf irgenbeine geheime Art Engel umherflogen unb mit ben Wolken spielten" („Armantje"). Das hat dann auf einmal ein Enbe. Mit ber Schule begann es. „O gofbene Kinberzeit, ehe bie Schule ihre Fänge danach ausstreckt!" schreibt er in „Armantje". Seine Mutter hatte ihm für den ersten Schulgang eine schone blaue Jacke mit blanken Knöpfen und hohe, geknöpfte Stiefel angezogen. Die yungen aus bem Dorfe kamen in hölzernen Pantoffeln. Sie sahen in ihm nicht einen ber ihren, mochten auch vor feiner Körperkraft nicht ben nötigen Respekt haben. Sie verspotteten ihn und verfolgten ihn mit Steinen auf bem Nachhauseweg. Scheu und Zorn waren so groß, baß er sich, nachdem es so eine Woche weitergegangen, nicht mehr bewegen ließ, noch mit einem Schritt bie Schule zu betreten. Seine Mutter schickte ihn dann zu ihrer Schwester, bie in Altona ben Kindergarten ber Mutter übernommen unb ausgebaut hatte. Jeben Morgen fuhr er mit ber Bahn hin unb nachmittags zurück. Aber bald sollte er ganz in die Stadt übersiedeln. Die Bahn wurde preußisch. Der Vater wurde, da er kein Examen gemacht hatte unb auch schon 60 Jahre alt war, pensioniert. Aber von ber Pension konnte die Familie nicht leben. Die brei Kinber aus der ersten Ehe waren zwar groß genug, um sich selbst zu ernähren. Aber Hermann war erst sieben Jahre alt, Matten noch kleiner, unb vier weitere Geschwister folgten, von benen zwei roieber starben. Der Vater zog nach Eimsbüttel. Etageroohnung. Don ber Etagewohnung in bie „Terrassenwohnung": eine lichtlose Wohnung in einer engen, abschließen- ben Häusergasse, bie seitwärts von ber Straße nach hinten führte: kein Baum, nur Steine. Schon damals, vor 50 Jahren, waren bie Häuser alt. Heute stehen sie noch unoeränbert, nur baß eine anbere Generation sie bewohnt unb andere Kinber im Dunkel ber Mauern spielen. Das Schicksal, vom Land auf bas Großstabt- pflaster „verpflanzt" zu sein, wirb das entschei- benbe Erlebnis feiner Kindheit und feines Lebens. Sehnsucht erfüllt ihn und sein ganzes Werk nach liebevoller Geborgenheit, wie sie bie Frühlingswiese, ber Walb, bie Sonne, Blumen, Bäume, Tiere unb einfache, unoerbilbete, herzliche Menschen geben, wie sie mit einem Wort bie Natur gibt; unb Sehnsucht nach ber Freiheit des Wachsens, so wie ber Daum aus bem Schoß ber mütterlichen Erbe in die Helle bes Himmels steigt. Sehnsucht also nach vollem, erfülltem Wachstum unb Sehnsucht nach ber Stille, in ber Gott zu den Menschen spricht. rungen des Vortragenden eine sehr reizvolle Bereicherung. Die Zuhörer dankten Professor Krieg für seinen sehr aufschlußreichen Bericht mit wohlverdientem lebhaften Beifall. B- Dornotizen. Tageskalenber für Dienstag, Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „100 000 000 Dollars". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Eine Nacht im Mai". — Lichtspiechgus (Bahnhosttraße): „Die lustigen Vagabunden". — Konzertgemeinscbaft blinder Künstler „Südwestbeutschland": 19.30 Uhr in der Neuen Aula ber Universität Konzert. — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung W. Jmkamp im Foyer bes Stadttheaters. Stadttheater Gießen. Am heutigen Dienstag wirb zum ersten Male bie Komödie „100 000 000 Dollar" von Heinz Coubier aufgeführt. Nach seinem großen Erfolg mit „Aimee", bas bereits weit über 1000 Aufführungen erlebt hat unb von bem immer neue Annahmen berichtet werben, scheint Coubier die Erfolgsserie mit „100000000 Dollars" weiterzuführen. Die Uraufführung im Bremer Schauspielhaus hat eine begeisterte Aufnahme bei Presse und Publikum gefunben, so daß eine große Anzahl von Theatern bie neue Komöbie Coubiers in ben Spielplan eingesetzt hat. Die Spielleitung hat Hans Albert Schewe. Das Bühnenbilb stammt von Karl Löffler. Es wirken mit: Anneliese Garbe, Hannelore Hinkel; Walter Erler, Joachim Ernst, Gert Geiger, Raoul Laporte, Hans Bernd Müller, Hans Albert Schewe. 11. Dienstag-Miete. Gietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 26. Nov. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM.» Matte 30 Rpf., Käse, bas Stück 6 bis 10, auslän« bische Eier 11 bis 12 Kartoffeln, Vi kg 4, 5 kg 40, Wirsing, % kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 7, rote Rüben 6, Spinat 15, Unterkohlrabi 5, Rosenkohl 15 bis 18, Zwiebeln 12, Kürbis 7, Felb- salat C/io) 7 bis 8, Aepfel, % kg 15 bis 30, Birnen 15 bis 30, Blumenkohl, bas Stück JO bis 40, Salat 8 bis 10, Enbivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 3 bis 5, Sellerie 5 bis 30, Rettich 5 bis 20. ** Kriegsauszeichnung. Der Gefreite Willi Rübsamen aus Gießen, Licher Straße 35, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit bem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. ** Vortrag do r Verwundeten. Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete durch die NSG. „Kraft durch Freude" einen Vvrtrags- nachmittag in einem hiesigen Lazarett. Dabei sprach vor den Verwundeten als Redner des Tages Otto Wille über das Thema „Kampf und Siedlungsproblem im deutschen Ostraum". In seinen fesselnden Darlegungen gab er den mit Interesse lauschenden Hörern einen umfassenden Ueberblick über dieses Thema und die damit im Zusammenhang stehenden Fragen. Der Vortrag, dem auch ein Vertreter ber NSKOV. beiwohnte, würbe mit lebhaftem Beifall belohnt. ** Weihnacht spa kete schon jetzt zur Post geben! Die Deutsche Reichspost hat in diesem Jahre die schwierige Aufgabe, bie Flut von Paketen und Felbpostpäckchen über größere Strecken als bisher rechtzeitig zum Fest zuzustellen. Gib hoher bie Weihnachtsfenbungen schon jetzt auf. Nach dem 15. Dezember aufgegebene Pakete unb Päck- cken werden nicht mehr rechtzeitig ankommen. Wer 4711 CREME Pflegt Lichtspielhaus: „Die lustigen Vagabunden." Ein junger Maler unb ein junger Schauspieler erbieten sich auf Grund einer Wette, vierzehn Tage lang als Vagabunden durch bie Fränkische Schweiz zu tippeln. In ber Fränkischen Schweiz tippeln aber um dieselbe Zeit schon zwei andere verdächtige Gestalten über die Landstraße und durch bie Dörfer; sie sehen ben beiben Künstlern ziemlicy ähnlich, ber einzige Unterschieb ist, baß sie echt sinb, richtige Tippelbrüber, bie letzten einer mittlerweile ausge- ftorbenen Gilbe. Auf der Verwechslung bieser beiden Pciare beruht der Film, zu dem Kurt E. W a I- ter nach einer Idee von Franz Rauch das Drehbuch schrieb. Das ergibt ein paar ganz drollige Situationen, aber man hat doch ben Eindruck, als ob die Verfasser die Ergiebigkeit, Komik, Spannungskraft unb bie filmischen Qualitäten ihres Stoffes ein wenig überschätzt hätten. Nebst etlichen heiteren Episoden sind die sommerlichen Landschaftsbilder aus Franken das Hübscheste an dem von Jürgen v. Alten inszenierten Film. Rudi G o d - bie n , Johannes Heesters, Rudolf Platte unb Ricbolf Carl bilben das ungleiche rxierblättrige Kleeblatt; Mady Rahl, Carola Höhn unb Carsta Löck sinb ihre Partnerinnen. — (Cine-Allianz.) ♦ Im Vorprogramm sieht man bie neue Wochenschau; ber Besuch Molotows in Berlin; deutsche Solbatengräber in aller Welt; beutsche Rüstungs- arb eiter beim Führer; Kinderlanbverschickung; Brückenpioniere, Küstenartillerie, Bomber gegen England —: bas sinb diesmal die roichtigsten Themen. Hans Thyriot. Bühnenlatein. Es gibt nicht nur Jägerlatein, es gibt auch Theaterlatein. Ein großer „Bühnenlateiner" war der Schauspieler Eduard Genast, der uns so wertvolle Erinnerungen aus der klassischen Zeit der Weimarer Bühne hinterlassen bat. Als alter Mann erzählte er gern von seinen Heldentaten und seinen Erfolgen, und da sagte er etwa: „Das alte Tl-eater in Leip,zig faßt bekanntlich so an die 900 Personen, und wenn es so voll ist, daß kein Apfel zur Erde fallen kann, dann gehen fast 1100 Personen hinein. Wenn ich spiette, waren stets 1300 Personen brin." Dor- Gesundheit schuldig! CHLOR Täglich richtige Zahnpflege treiben- das sind wir unserer nannten sie Frauenwagen. Es ist verständlich, daß ein so auffallendes Stern, bild wie der Himmelswagen die Phantasie der Menschen in hohem Maße beschäftigt hat. Daher spielt der Wagen auch in den Erzählungen und Märchen der Naturvölker auf der Nordhalbkugel eine beachtliche Rolle Die nordamerikanischen Indianer beispielsweise sehen in dem Sternviereck einen Bären, in den anderen drei Sternen den ver° Oie sieben „Oreschochsen" Einige Bemerkungen über den Himmelswagen. Von Or. Erwin Koffinna. gewechselt wurden In der zweiten.Hälfte liehen die Schwarzgelben die Einheimischen nicht mehr zum Schuß kommen In schnellen Angriffen konnten die Busecker noch weitere fünf Treffer erielen. Bnefkasten Der Xeöoftion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) besitzt die 250sache Leuchtkraft unserer Sonne. D u b h e ist dagegen ein gelber Riesenstern vom Typ des Arkturus und mit einer Strahlungstem« peratur von 4000 Grad kühler als die Sonne Vor 50 Jahren entdeckte Burnham einen sehr licht» schwachen Begleiter, der den Hauptstern in 44 Iah. ren umkreist. Bei einer Entfernung von 150 Licht, jähren beträgt die Leuchtkraft des Hauptsterns 280 Sonnenhelligkeiten, fern Durchmesser das 47fache der Sonne. D\e- Bahn des Begleiters ist so groß wie die des Neptun um die Sonne. Es sind also wahrhaft gigantische Verhältnisse, dze uns die mo- derne Astronomie von den über einen ungeheuren Raum verteilten Sternen des Himmelswagens er- schlossen hat. Emil v. Behring zum Gedächtnis. Die Reichspost gibt zum Gedenken an den kämpfer gegen die Diphtherie, Emil von Beh- ring, der vor nunmehr 50 Jahren seine Ent« deckung erstmalig in Marburg veröffentlichte, eine Sonderbriefmarke gu 6 + 4 und 25 + 10 Rpf mit dem Bilde des Forschers in Rakel-Tiefdruck heraus. Der Entwurf entstammt den Kunstwerkstätten der Staatsdruckerei in Wien. Der Zuschlag von 4 bzw. 10 Rpf. fließt dem Kulturfonds des Führers zu. — Weihnachtsgratifikation als Betriebsausgabe abzugsfähig. Der Reichsfinanzmtnister hat angeordnet, daß in diesem Jahre Zuwendungen anläßlich des Weih, nachtsfestes, des Geschäftsjahrabschlusses oder aus einem ähnlichen Anlaß in jedem Falle als Be- triebsausgaben abzugsfähig sind, wäh. rend nach «der bisherigen Regelung diese Abzugs- fähigkeit nur in Frage kam, wenn ein Rechtsanspruch auf die Gratifikation usw. bestand. Versetzung „Sihengebliebener- Bis zur Bekanntgabe neuer Bestimmungen über Schülerauslese an der Mittelschule darf ein nicht versetzter Schüler weder vorzeitig versetzt noch nach privater Vorbereitung neu. in die höhere Klasse an Mittelschulen ausgenommen werdens er muß vielmehr während eines ganzen Schuljahres den Unterrichtsgang seiner bis. herigen Klasse wiederholen. Für den Uebergang von Schülern der Höheren Schule zur Mittel- schule aus Anlaß der Nichtversetzung bestimmt der Minister: Bei der Verschiedenheit der Lehrpläne beider Schularten, insbesondere in den Klassen 4 bis 6, ist die Entscheidung darüber, ob ein sitzen« gebliebener Schüler der Höheren Schule ausnahmsweise in die nächsthöhere Klaffe der Mittelschule ausgenommen werden kann, wesentlich abhängig von der Frage, ob der Schüler in einem Fach ver« sagt hat, das an der Mittelschule nicht gelehrt wird. Ferner ist die Entscheidung auf Grund einer Auf« nahmeprüfung zu treffen. In der Regel wird die Aufnahme in die parallele Klasse erfolgen müssen, die der Schüler bei Verbleiben an der Höheren Schule nochmals zu durchlaufen hätte. Von allen Sternbildern unseres heimatlichen Himmels ist der Große Wagen unstreitig das be- kannteste. Auch wer sich gewöhnlich nicht mit Astronomie befaßt, kennt wenigstens den durch sieben helle Sterne bezeichneten Himmelswagen, ein Sternbild, das sowohl durch die Anordnung seiner Lichtpunkte, als auch durch seine bedeutende Größe dem Nordhimmel das Gepräge gibt. Der Himmelswagen wetteifert in dieser Hinsicht mit dem Orion im Süden; er steht diesem herrlichen Sternbild nur darin nach, daß ihm Sterne erster Größe fehlen. Da der Große Wagen aber fern von der Milchstraße in einer sehr sternarmen Himmelsgegend steht, hebt er sich wirkungsvoll vom dunklen Grunde ab. In den Herbst- und Wintermonaten sehen wir den Großen Wagen zu Beginn der Dunkelheit in seiner tiefsten Stellung über dem Nordhorizont, wo er besonders groß und prächtig erscheint, während gleichzeitig die Kassiopeia im Zenit steht. Ein halbes Jahr spater, im Frühling, haben beide Sternbilder ihre Stellung vertauscht; der Himmelswagen befindet sich dann abends im Zenit. Um die Weihnachtszeit finden wir den Großen Wagen gegen 2 Uhr östlich vom Polarstern in aussteigender Bewegung, aber die Deichsel nach unten gerichtet, im Hochsommer dagegen rollt er im Nordwesten abwärts. wünscht. daß die Pakete nicht vor dem Fest geöffnet werden, vermerkt auf ihnen: „Erst Weihnachten öffnen!" Ortszeit für den 26. November. Sonnenaufgang 9.06 Uhr, Sonnenuntergang 17.18 Uhr. — Mondaufgang 4.55 Uhr, Monduntergang 15.45 Uhr. Ortszeit für den 27. November. Sonnenaufgang 9.07 Uhr, Sonnenuntergang 17.18 Uhr. — Mondausgang 6.15 Uhr, Monduntergang 16.18 Uhr. Mond in Erdnähe. bildes erkennen. An der gemeinsamen Bewegung der fünf Sterne der ersten Gruppe nehmen auch noch Sirms und Gemma in der nördlichen Krone teil. Alle besitzen den gleichen Spektraltyp wie Sirius, auch annähernd die gleiche Oberflächentemveratur von rund 10 000 Grad und eine blauweiße Farbe. Außer der gleichen Bewegung deutet demnach auch die gleichartige physische Beschaffenheit auf den gemeinsamen Ursprung dieser Sterne hin. Nach den Untersuchungen von Ludendorff sind die fünf zu gemeinsamer Fahrt durch den Raum verbundenen Sterne des Großen Wagens im Mit- tel etwa 90 Lichtjahre von uns entfernt. In diesem Abstand würde die Sonne mit bloßem Auge überhaupt nicht zu erkennen sein. Die Sterne des Himmelswagens find daher wahre^ Lichtriesen im Vergleich zur Sonne, die sie um das 50- his annähernd 300fache an Leuchtkraft übertreffen. Der mittlere Deichselstern Mizar wurde bereits 1650 von dem italienischen Astronomen Riccioli als Doppelstern erkannt. Als man zuerst das Spektroskop auf Mizar richtete, entpuppte er sich als vierfaches System: zwei Sternpaare kreisen um den gemeinsamen Schwerpunkt. Von den beiden Mitgliedern der zweiten Gruppe gehört B e n e t n a s ch mit einer Oberflächentemperatur von über 15 000 Grad zu den sehr heißen Heliumsternen, ist rund 200 Lichtjahre entfernt und o. R. in TB. Es ist nicht emzusehen, warum der fragliche Kessel nicht soll mit Kohlen geheizt werden können. Sie brauchen sich deshalb um das Verbot des Eigentümers nicht zu kümmern. Falls er glaubt, daß sein Verbot berechtigt sei, stellen Sie ihm anheim, sich an das Gericht zu wenden Es wird ihm kaum möglich sein, den Beweis zu fuhren, daß sein Verbot berechtigt ist w. h. Die genannten Werke sind tn folgenden Verlagen erschienen: Oramen-Verlag in Herborn und Quell-Verlag in Stuttgart. Ihre weitere Frage -..... .Scholle" im Fragemuß. Eine chinesische Darstellung des Großen Wagens aus dem 2. Jahrhundert vor der Zeitwende laßt bereits geringe Veränderungen des Stern- durchweg überlegen konnte aber nur durch einen Elfmeter in Führung gehen Auch anfangs der 2. Halbzeit waren die Gäste noch tonangebend und konnten aus 2:0 erhöhen Londorf ließ sich aber nicht entmutigen sondern griff unentwegt an Der Erfolg blieb auch nicht aus, und bald hieß es 2:2. Daubringen mußte nun bange Minuten überstehen, bis der Linksaußen nochmals feine Mannschaft in Führung bringen konnte Die Gäste erzielten dann noch ein weiteres Tor Mit 6:0 Punkten und einem Torverhältnis von 15:2 Toren führt nunmehr Daubringen die Tabelle an. Handball. Heuchelheim -3gb. — Großen Bufeck 3gb. 3:9. bild den Namen Himmelswagen getragen. Die indogermanischen Völker sahen in den sieben hellen Sternen sieben Ochsen, und diese Auffassung hatten auch die Römer. „Septem Triones , die „sieben Dreschochsen" nannten sie in wenig poetischer Form das schöne Sternbild, weil die sieben Sterne wie Dreschochsen auf der Tenne unentwegt im Kreise um den Himmelspol wandern. Mit dieser Deutung stimmt der Name des Sternbildes Bootes oder Ochsentreiber völlig überein, denn dieser folgt ständig den sieben Dreschochsen bei ihrer Wanderung um den Pol und treibt sie an. Bei Homer finden wir zuerst den Namen „Die Bärin" für den Himmelswagen, und zwar im fünften Gesang der Odyssee, wo der Dichter die Heim, fahrt des Odyffeus auf dem Floß schildert: „Und nie sank ihm Schlaf in die Augen, weil nach dem Siebengestirn und dem spät gesenkten Bootes und nach der Bärin er schaut, die sonst der Himmelswagen genannt wird " Danach ist der Name „bie Bärin" die jüngere Bezeichnung. Ueber die Römer ist sie auch zu unseren Vorfahren gelangt, hat aber etwa vom 16. Jahrhundert an dem Namen „Großer Bär" weichen müssen. Die Germanen erblickten in den sieben hellen Sternen einen Heerwagen, den Wotans- oder Karlswagen; den Kleinen Bären Am Sonntag trafen sich beide Mannschaften zum älligen Derbandsspiel in Heuchelheim In der ersten Spielhälfte waren beide gleichwertig, so daß sich das Spiel offen gestaltete. Gastgeber sowohl, als _ auch die Gäste zeigten sich von ihrer besten Seite, ftnden Sie in der heutigen "Scholle Kurz vor Halbzeit kamen die Busecker etwas mehr tasten unter Nummer 230 beantwortet, auf, so daß mit einem Stand von 2:4 die Seiten folgenden Jäger. Der kleine Begleiter des zweiten Deichselsterns Mizar ist bei uns unter dem Namen "Relterlem bekannt. Die Araber nannten diesen Stern Alkor, den ein normales Auge eben noch erkennt und der daher als Augenprüfer gilt. Nach Henseling wird Alkor in Holstein auch als Däumling bezeichnet. Man sagt dort: „Hans Dümken sitt opm Wagen." Eine ähnliche Redewendung gibt es in Westfalen. Spiegelt sich so aus mannigfaltigste Weise das große Sternbild am Nordhimmel in Sinn und Gemüt der naturverbundenen Menschen, so ist demgegenüber die Vorstellung, die uns die Astronomie vermittelt, viel nüchterner, aber dafür überaus großartig. Die sieben Sterne, welche das Auge unwillkürlich zu einem Bild verbindet, gehören nach den Untersuchungen von H. Ludendorff zwei verschiedenen Gruppen an. Die erste Gruppe umfaßt die beiden Deichseisterne Alioth und Mizar nebst Alkor sowie drei Sterne des Wagenvierecks. Die zweite Gruppe bilden Dubhe rechts oben im Wagenviereck und der erste Deichselstern Benetnasch. Die Mitglieder einer jeden Gruppe zeigen durch , ihre parallele, gleichgerichtete Bewegung im Raum an, oaß sie zusammengehören und einen sog. „Sternstrom" bilden. Die entgegengesetzt gerichtete Bewegung beider Sterngruppen aber führt dazu, daß nach Jahrtausenden das Sternbild des Himmelswagens sich völlig verändert haben wird, ebenso Wie alle Sterne kreist der Große Wagen entgegengesetzt dem Uhrzeiger um den Himmelspol. Er fährt dabei rückwärts. Nie tauchen seine Sterne unter den Horizont. Der Wagen gehört zu den zir- kumpolaren Sternbildern, die nicht untergehen. —, -----„ Nicht überall und zu allen Zeiten hat das Stern- 'wie es m früheren Zeiten anders ausgesehen haben Aus der engeren Heimat. Canöfrei» Gießen Lich, 25.Noo. Für besondere Tapferkeit bei Spähtruppunternehmen im Westen wurde der Gefreite in einem Artillerie-Regiment Karl Roth, wohnhaft Schloßgasse 11, mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Gleichzeitig wurde er zum Obergefreiten befördert. — Der Feldwebel in einer Luftwaffenbaukompanie Franz Balcerski erhielt das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse. )-( Ruppertsburg, 25. Nov. Auch unsere Gemeinde hat zwei treue Westwallarbeiter, die das vom Führer verliehene Ehrenzeichen erhalten haben. Es sind dies der Polier August Stein und der Arbeiter Hermann Parr. Letzterem wurde es durch den hiesigen Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Lind überreicht. — Die NS.-Gemeinschaft ,Lraft durch Freude" veranstaltete im Saale des Gastwirts Hahn wieder einen gutbesuchten Filmabend. Außer der aktuellen Wochenschau lief der Film „Streit um den Knaben Joo", der sehr lehr- reich war. Kreis Bübingen. § Schotten, 23. Nov. In der gestrigen Ge- meinderatssitzung wurde das Ergebnis der Ausschreibung über die Strahenherstellung in der Schulstraße (der seitherigen Friedhofstraße) besprochen. Dem Pflastermeister Karl Lind, Schotten, wird her Zuschlag erteilt. Die Straße erhält erhöhten Bürgersteig, der bis an die Niddabrücke durchgeführt wird. Ein Stück Straße am Schieß- Horst, Ecke Lohgasse, wird gepflastert. Die Frage der Erweiterung des Kindergartens wird besprochen und der Plan gutgeheißen. Der Beschaffung eines Auszugs im Anbau des Krankenhauses nach dem vorliegenden Angebot wird zugestimmt. Eine teuere Theaterfahrt. LPD. Frankfurt a. M., 25. Nov. Als ein O-Zug von Bad-Nauheim im Frankfurter Haupt- dahnhof anfam, wollte der Bahnsteigschaffner einen jungen Mann nicht durchlassen, weil er keine Zuschlagkarte hatte. Der Reisende, der mit einer Dame ins Theater wollte, drängte, und es gab eine Auseinandersetzung, die zur Folge hatte, daß der Reifende, der beleidigend geworden war, sistiert wurde. Er war im Besitz einer Bezirkskarte, und der Zuschlag hätte für ihn nur 25 Rpf. gekostet. Er wollte ursprünglich einen Personenzug besteigen, wurde aber durch die Dame veranlaßt, im V-Zug mitzufahren, für den er Zuschlag zu lösen hatte. Hätte er die Anordnung des Schaffners befolgt, so wäre die Sache für ihn wahrscheinlich halb so schlimm geworden. So mußte er zunächst 6 RM. als erhöhten Fahrpreis entrichten, außerdem wurde er jetzt vom Amtsgericht Frankfurt wegen versuchten Betrugs zu 70 RM. Geldstrafe verurteilt. G A^Gport. Iugendfußball. Jgv. Tv. Heuchelheim — 3gv. Io. Mendorf 2:1 (1:1). Am Sonntag weilte die Schülermannschaft von Allendorf zum fälligen Rückspiel in Heuchelheim. Die Gäste mußten eine 2:1-Niederlage einstecken. Das Spiel begann mit schnellen Angriffen der Gäste, die aber durch die Hintermannschaft der Heuchelheimer abgewehrt wurden. Bei einem blitzschnellen Angriff der Gastgeber gelang es dem Halblinken, den Führungstreffer zu schießen. Wenig später erzielten die Gäste den Ausgleich. Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Kurz vor Schluß konnten die Gastgeber durch ein unhaltbares Tor den Sieg sicherstellen. Londorf 1. 3gb. — Daubringen 1. 3gb. 2:4 (0:1). Am Sonntag trug die 1. Jugend von Daubringen in Londorf ihr 3. Spiel um die Bannmeisterschaft aus. Londorf stellte eine eifrige Mannschaft ins Feld. In der ersten Halbzeit spielte Daubringen pi Mr Mchtling auf Korsika Roman von Ejeinj LorenMambrecht 2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er wußte, daß sie sich wieder im Klubzimmer aufhielt. Ja, das wußte er nun wieder ganz genau, obwohl er sie in der letzten halben Stunde nicht gesehen und gesprochen hatte. Ob auch das noch ein Fetzchen von seinem vergangenen Erlebnis war? Merkwürdig, manchmal kam ihm all das vor wie ein Traum. Vielleicht hatte er das alles schon einmal geträumt, vorausgeträumt? Als er eben durch die Jnnenhalle ging, fiel ihm noch mehr ein. Er fühlte, wie groß seine Freude war, mit Thea jetzt eine halbe Stunde ungestört plaudern zu können. Aber trotzdem diese Freude unbedingt vorhanden war und sein ganzes Denken und Empfinden belebte, wurde sein Körper plötzlich wie von einer Lähmung befallen, die aus einem verborgenen und unerklärlichen Grauen hervor- wachsen mußte. Es war nicht zu fassen und nicht zu deuten. Er freute sich auf Thea, alles trieb und drängte ihn zu ihr, und er wußte, daß in ihrer Nähe eine tödliche Gefahr, ein grauenhaftes Verhängnis auf sie lauerte. Er wollte sich mit Gewalt frei machen von dem durch nichts gerechtfertigten scheußlichen Unbehagen. Er schimpfte sich ein hysterisches Weib Aber er konnte den lähmenden Alpdruck einfach nicht los- werden. Schritt für Schritt zwang es ihn weiter, und dabei wußte er nicht, ob die Freude oder das Grauen seine Schritte befahl. Er war im Klubzimmer. Dort tn einer Ecke saß Thea. Neben ihr aber saß Doktor Mervinger! Und dessen Augen waren ihm im gleichen Ausdruck entgegengerichtet, den er bei der Quadrille zum ersten- mal wahrgenommen hatte. Ein abgründiger Haß gegen den Menschen stürmte unversehens in Viktor hoch, er hätte sich auf ihn stürzen und ihn glatt Niederschlagen können Aber hierzu hätte er natür» lich nicht die Kraft gehabt. Er verankerte den Blick an Theas Gesicht, als er auf die Ecke zuging Da stand Mervinger auf Er lächelte Viktor entgegen. Aber es war ein häßliches Lächeln. Und mit diesem hinterhältigen Lächeln sagte er, als Viktor vor ihm stand: „Entschuldigen Sie, lieber Gienant, daß ich es so formlos in dieser so reizenden Gesellschaft vorbringe, aber ich verreise morgen für längere Zeit und habe keine Gelegenheit mehr, mit Ihnen darüber zu sprechen: So leid es mir tut, Sie müssen mir den Bettag, den ich Ihnen geliehen habe, baldmöglichst zurückerstatten .." So laut, daß es Thea hören mußte, sprach er. Viktor stockte der Atem. Wut und Angst kämpften um die Oberhand. In Gedanken schlug er Mervinger mitten ins Gesicht. In Wirklichkeit konnte er kein Glied rühren. Plötzlich legte sich schwer eine Hand auf ihn, und hinter ihm sagte vorwurfsvoll und traurig eine Stimme; „Gienant, Menschenskind, was haben Sie nur für eine große Dummheit begangen! Das kann Sie doch die Achselstücke kosten, lieber Kerl." Hans Lorring, der Bataillonsadjutant. Viktor fehlte es an Atem. Er keuchte, schnappte nach Luft, es stockte fein Herz. Der rote Uniform« fragen wurde ihm zu eng, er drohte zu ersticken, seine Augen quollen hervor. Das konnte doch unmöglich Wirklichkeit fein! Eine derartige Affäre konnte sich doch nicht auf einem solchen Gefellschaftsball zuttagen. Er mußte träumen, ein Alp mußte ihn vergewaltigt haben. Da sah er Theas helles Gesicht, und alles war wieder gut. Theas Gesicht? War es wirklich Theas Gesicht? Natürlich war es das. Und doch kam es ihm verändert vor, noch fünger, noch zarter, noch lieblicher, obwohl es alles in allem Theas Züge waren. Es war etwa fo, als ob Thea soeben ihre eigene gleichaltrige Tochter geworden wäre — fo etwa. Aber kaum hatten feine Sinne an diesem beruhigenden Bild Anteil genommen, als sich wieder Mer- Dingers Gesicht dazwischenschob Drohend nah war es ihm. und Mervinger hatte den Arm erhoben Was denn nun. um Gottes willen! Wollte jener zuschlagen? Das war doch .. mitten in dieser belferen Geselligkeit ... das war doch ein unerhörter Skandal! Nein, Mervinger wollte nicht schlagen. Er wollte viel Gräßlicheres. Er wollte Viktor erschießen. Ja- wohl, er hatte eine Waffe in der Hand, eine Pistole Und er drückte die Mündung fest gegen Viktors Schläfe. Jetzt ... jetzt ...! " Viktor schrie auf: „Nicht schießen! Nicht an die Wand stellen! Familienvater! ... Nicht schießen ...! Hände hoch, Kamerad ...!" * Viktor Gienant reißt die Augen auf, bäumt sich hoch und fällt wieder zurück Noch gellt ihm fein eigener Schrei ins Ohr: Hände hoch, Kamerad! Er hat es wirklich geschrien. Seine Hand tastet zitternd an die Schläfe. Noch vermeint er den Druck des kalten Eisens zu spüren. Seine Hände, sein Gesicht, sein ganzer Körper sind mit Schweiß bedeckt. Er atmet auf, so tief er kann. Traum alles! Gott sei gelobt, nichts anderes als Traum! Ein Traum, der einmal Wahrheit gewesen ist. Ein Traum, der einmal Wahrheit gewesen ist. Eine Weile liegt er mit geschlossenen Augen, bis sich die fiebernden Nerven einigermaßen beruhigt haben. Dann öffnet er die Augen langsam und er- tfreift zunächst fast mit wohltuendem Behagen, Besitz von seiner Umgebung, die ihm vertraut geworden ist — vertraut und verhaßt zugleich. lieber dem Kopfende des Feldbettes, auf dem er, halb angezogen, liegt, läuft ein plumpes Brett. In Kopfhöhe läuft es als Regal an den beiden Längs« wänden des weiß getünchten Kasernenraumes entlang. Auf dem Brett stehen kleine braune Kartons, liegen Bücher und Zeitschriften, sitzt da und dort etwas Wäsche, steht eine Photographie, ein gebastelter Gegenstand. Ueber jedem der achtzehn Feldbetten, von denen je neun in Zwischenräumen von einem Meter mit dem Kopfende an jeder Längswand stehen, befindet sich das gleiche geordnete Sammelsurium auf dem Brett — die Habe eines der zweihundert deutschen Offiziere, die in der Zitadelle von Bastia auf Korsika kriegsgefangen sitzen. Viktor dreht den Kopf nach rechts. Da steht dicht an seinem Bette ein schmales Tischchen. Eine rotweiß gewürfelte Decke verbirgt dem ersten Blick, daß es aus Kistenbrettern roh zusammengezimmert ist. Auf einem Steingutteller liegt eine halbe Melone, das innerste saftige Fleisch ist mit einem Löffel ausaekratzt. Aha, so war's Natürlich. Die Melone erinnert Viktor daran, daß sie heute nachmittag geimpft worden sind. Immer wieder werden sie in der letzten Zeit geimpft, gegen Malaria, gegen Sumpfffeber, gegen Typhus — wie Versuchskarnickel Heute haben sie eine ganz besonders starke Dosis in den Rücken gespritzt bekommen. Viktor kaufte gleich beim Me> stizen unten an der Kantine eine Melone, die et mit Solterbeck zusammen vertilgen wollte; sie sollte ein kleines Abwehrmittel gegen Uebelkeit und Fie« ber sein. Aber während er seine Hälfte noch gierig auslöffelte, hat ihn das Fieber gepackt und mir nichts dir nichts umgeworfen. Der öde Kasernen« raum verschwamm mit seinen anderthalb Dutzeno Offfzieren darin und verwandelte sich in den fest« liehen Spiegelsaal des Mannheimer Offizierkafinos. Was vor drei Jahren Wahrheit gewesen war, wiederholte sich als ungewöhnlich klarer Traum, deffen Bilder jetzt noch lebendig in ihm leuchten. Thea ...! Sie ist ihm ganz nah. Er schließt die Augen, legt den Kopf auf die Seite, und preßt das mit derbem Seinen bezogenen Kopfpolster gegen das Gesicht. „Ach, mein Gott ...!" Es ist ein inbrünstiger und zugleich gepeinigter Seufzer. Viktor Gienant ist noch sehr jung, vorletzten Monat ist er oierundzwanzig geworden. Als er die Augen wieder öffnet, trifft sein verschleierter Blick den schmalen Spalt abendblauen Himmels. Es ist der Himmel über dem Mittelmeer. Zauberische Worte erklingen in ihm: Cote d'Azur,. Rapallo, Nervi, Nizza, Monte Carlo! Aber es ifl nur ein schmaler, unerreichbarer Spalt, der den Zauber weckt. Das große Fenster in der einen Schmalseite des Kasernenraumes nach dem Meer zu ist bis zu vier Fünfteln mit einer dicken Holz« blende verkleidet. Zum Ueberfluß sind auf der Innenseite auch noch fingerdicke Eisenstäbe angebracht,, obwohl eine Flucht aus dem obersten Stockwerk ber auf einem senkrecht auffteigenden Felsenhugel errichteten Zitadelle völlig ausgeschlvffen ist. Das Fenster in der anderen Schmalseite hat weder Holzblende noch Eisengitter. Es geht auf einen kleinen, von alten grauen Gebäuden umstandenen Innenhof der Zitadelle. Vom Hof herauf bringt durch das offene Fenster eine Stimme die Namen verliest, und andere Stimmen, die daraus antworten. „Leutnant Rettensmann!" „Hier!" „Leutnant von Klinkowsttöm!" .^)ier!" „Oberleutnant von Hayden!" --Hier!" (Fortsetzung folgt.)'