UM WMW J. * •^^v, tZ> ^''''ZZ' MWM» WAWWWM^. < SÄ Donnerstag, 26. September 1940 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer 6iS8V9Ubr desBormittags Anitergen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Seilenbreite Nack lasse: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Diengenstaffel B Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/n mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: DieIllustriette Gießener Familienblätter Heimat rmBild DieSckolle Manatö-Be-ugsvreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte » 1.80 Zustellgebühr.. » -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanscklufr 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 1168« ^rankf.'M. 190. Jahrgang Ht.228 Akif G »onnwst Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen SMÄ:ssdk: dem Brennende Lagerhäuser an der Themse Titel , blatt tung zum Be- llnfer Bild zeiat Feuerlöschboote, die sich vergeblich bemühen, den gewaltigen Brand in einem Laaer- 1 0 y haus an der Themse zu löschen. - (Scherl-Bilderdienst-M.) Madrid, 25. Sept. (Europapreß.) Unter „Atlantik" schreibt/das Madrider Syndikats- der Falange „Pueblo" über die Ausrich- der spanischen Politik: „Vielleicht war es ein Norwegen zurückkehren. Das gleiche gilt für die ebenfalls emigrierte Regierung Nygaardsvold. Demzufolge ist eine Betätigung im Sinne oder zugunsten des Königshauses oder der geflohenen Regierung selbstverständlich unter- s y gt. Die Tätigkeit des B erw a l t u n'g s ra tes ist beendet. Kraft des mir gemäß des Führer- erlaffes vom 24. April zuftehenden Rechtes habe ich kommiffarifche Staatsräte ernannt, die mit dem heutigen Tage die Führung der Regie- rungsgefchäfte übernommen haben. Die alten po - litifchen Parteien sind am heutigen Tage Oslo von heute. Von unserem B. ^.-Korrespondenten. nach oben. Norwegens Königshaus und Regierung kehren nicht zurück. Kommissarische Staatsräte ernannt. 0 s l o, 25. Sept. Reichskommissar Gauleiter T e r- b o v e n hielt am norwegischen Rundfunk eine Rede, in der er erklärte: Das k ö n i g s h a u s hat — erst recht, da es selbst von der Zweidrittelmehrheit des S t o r.t i n g s schon abgeschrieben worden ist — keinerlei politische Bedeutung mehr und wird nicht wieder nach Erneut zielloser Bombenabwurf britischer Flieger aus Berlin. Auf Wohnhäuser und Lauben. — Lieber große Teile Norddeuischlands abgeworfene Ärandplattchen richteten nirgends wesentlichen Schaden an. britischen Luftpiraten i n H a m b u r g , wo sie a u f ein Krankenhaus, dessen Rote-Kreuz-Zeichen im Hellen Mondschein deutlich erkennbar waren, lange und schmale Brandplättchen abwarfen, bei denen die Brandwatte mit dem Zünder zwischen zwei dünnen Zelluloidstreifen befestigt war. Zwar sind in mehreren der genannten Fälle die Plättchen in Flqmmen aufgegangen, doch wurde nirgends nennenswerter Schaden angerichtet, da die rechtzeitig gewarnte" Zivilbevölkerung sofortige Suchaktionen und sonstige Gegenmaßnahmen durchführte. Der Abwehrwille der deutschen Heimatfront ist durch diese heimtückische Kampfmethode nur noch gestärkt worden. Das deutsche Volk erinnert sich an den Ausspruch des britischen Luftmarschalls, Jpubert, der unlängst öffentlich erklärte: „England hat es satt, auf militärische Ziele zu werfen." Diese Erklärung war für seine Flieger Befehl, und sie führen ihn jetzt mit einer geradezu sadistischen Genauigkeit aus. Wir nehmen im Schutze der größten Luftwaffe der Welt diese abgefeimten Verbrechen gelassen hin, denn wir wissen, daß diese unsoldatischen Handlungen die letzten Verzweiflungsakte einer dem Untergang geweihen Weltmacht sind. aufgelöst worden. Reue Zusammenschlüsse Zwecke einer irgendwie gearteten politischen täligung werden nicht geduldet. „Der Atlantik ist Svamens Zukunft." Berlin, 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) In der vergangenen Nacht griffen wiederum britische Flugzeuge die Reichshaupt st adt an und warfen an einigen Stellen ziellos ihre Bomben auf Wohnviertel und Außenbezirke ab. Einige Wohnhäuser und Lauben wurden zerstört, andere beschädigt. Dienstagnacht wurde auch wieder eine Anzahl von Brand plättchen auf die Umgebung von Stettin und einige Kreise in der Nähe Stettins abgeworfen. Auch in der Umgebung von Rostock kamen größere Mengen von Brandplältchen herunter, die verschiedenfarbig waren und eine erheblich größere Stichflamme als die früheren auslösten. Diese heimtückischen Dinger wurden am Mittwochmorgen in der Umgebung von Doberan und dem Ostseebad Kühlungsborn gefunden. Auch im Gaubereich Weser-Ems streuten britische Luftpiraten ihr gemeines Kampfmittel aus, Weitere Abwürfe, begleitet von einzelnen Spreng- und Brandbomben, wurden in ländlichen Wohngegenden Frieslands und Oldenburgs festgestellt, wobei die hinterhältigen Brandstifter sorgfältig alle militärischen Ziele vermieden. Aehnliche Meldungen liegen aus Schleswig- Hol st ein vor. Einen besonders gemeinen Schurkenstreich leisteten sich die Oslo, im September.. Ich erinnere mich an den Nachmittag des 10. April 1940. Die norwegische Hauptstadt war gerade seit 24 Stunden im Besitz der deutschen Wehrmacht, und vom Hafen her flössen immer noch die endlosen feldgrauen Ströme nach der Stadt. Der eisige Aprilwind des Nordens pfiff manchem braven Landser unangenehm um die Ohren. Ein schützendes Dach über dem Kopfe konnte in diesem Falle nur eine Wohltat sein. Als ich in diesen denkwürdigen Nach- mittagöstunden am Gebäude des Osloer National- Theaters vorbeikam, sah ich eine Gruppe Landser eifrig beschäftigt, eine große Ladung Stroh von der Straße in das Innere des Theaters zu schaffen. Heute sitze ich im Parkett des Osloer Nationaltheaters und staune. Wo noch vor kurzem der Schnarchton der Landser den prunkvollen Theater- raum erfüllte, ertönen heute die zarten Geigenstimmen zu Lehärs „Die lustige Witwe". Das Feldgrau hat der vielfarbigen Eleganz des Osloer Theaterpublikums Platz gemacht. Stimmung und Glanz strömt aus dem letzten Winkel des Theaters. Diese am Osloer National-Theater festgestellte Wandlung ist, auf das Gesamtleben der norwegischen Hauptstadt bezogen, kein Einzelfall. Wenn wir einmal zum Osloer Hafengelände hinauswandern, empfängt den Beobachter ein gleich freundliches Bild der eingetroffenen Wandlung. Die hier gemachten Beobachtungen find ein zeitgemäßes Merkmal des erwachenden Optimismus einer großen Stadt wie eines Landes überhaupt. In diesem Zusammenhang muß man erwähnen, daß der Krieg mit allen seinen bekannten Schattenseiten eigentlich bereits vor dem 9. April 1940 nach Norwegen gekommen ist. Der völkerrechtswidrige englische Blockadekrieg hatte über Nacht feine Schatten auf das Leben der norwegischen Handelsflotte geworfen. In Oslo, in dessen Hafen mehr Schisfs- . tonnage zu Hause ist als in Dänemark und Schweden zusammen, kann man sich immer von der Lebendigkeit des skandinavischen Wirtschaftslebens ein Bild machen. Oslos berühmter Hafen ist nicht mit Unrecht das „skandinavische Schaufenster" genannt worden. Wer im September 1939 in dieses „Schaufenster" blickte, konnte manch ungemütliche Veränderung beobachten. Aus einem Ameisenhaufen war ein Friedhof geworden. Auf dem Osloer Hafengelände spazierten Scharen von arbeitslosen norwegi- scken Seeleuten umher oder spuckten traurig ihren Priem in das Osloer Fjordwaffer. Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit auf der ganzen Linie. Welch großartiges Feld für die englischen Agenten! Die wegischen Seemann um eine klingende Summe Geld wegichsen Seemann um eine klingende Summe Geld für eines Todesfahrt nach England zu kaufen. Verzweifelt schlug mancher in die Hand des englischen Würgers em. Heute ist auf dem Osloer Hafen das traurige Bild der englischen Schacherei mit dem Tode verschwunden. Erstens gibt es im Osloer Hafen feit der Besetzung Norwegens durch die deutsche Wehrmacht keine arbeitslosen Seeleute, zweitens hat es heute in Norwegen kein Mensch mehr notwendig, für England auch nur den kleinsten Finger krumm zu machen. Das Arbeitsleben im Osloer Hafen — das ist das Wesentlich — bietet wieder ein Bild wie in den Tagen vor dem September 1939. Freilich hat England den Norwegern einen großen Teil ihrer kostbaren Handelsflotte gestohlen. Für diesen Schaden kann man Deutschland am allerwenigsten verantwortlich mache. Wo diese fühlbaren Schaden für Norwegen zum Ausdruck kommen, fallen sie allein auf das große Schuldkonto des Seeräubers England. Diese Auffassung teilen alle einsichtsvollen Norweger, die auch tihre ehrliche Freude daran haben, daß Deutschland dafür gesorgt hat, daß im „skandinavischen Schaufenster" wieder ein Leben begonnen hat, das selbst den größten Schwarzseher zum Optimismus zwingt. Hat man gesehen, daß im Osloer National- Theater wieder Farbe und Stimmung eingekehrt sind, in Oslos Hafen wieder lebhafter Betrieb herrscht, schreitet man zur Carl Johan, Norwegens „Unter den Linden", weiter. Es ist um die Mittagszeit, wir sehen die eleganten Osloer Damen wieder in gewohnter Weife ihre Einkäufe besorgen. Uns interessieren aber nicht die wieder zahlreicher werdenden Einkaufspäckchen dieser Damen, sondern ihr „unverbindliches Lächeln", das eine Zeit lang von den Gesichtern der schönen Osloer Frauen verbannt schien. Endlich ist es wieder da. Dieses Lächeln, das heutzutage mehr wiegt als das wertvollste Emkaufs- päckchen, scheint eine große Anziehungskraft zu besitzen. In Oslo will man wieder lachen. Aber nicht nur das scharmante Frauenlächeln ä la Carl 2ohan, sondern das ungezwungene Lachen des frohen Gemütes. Man sehe sich nur einmal den Inhalt der Spielpläne des Osloer Theaters und Kinos an. Alles ist wie besessen aufs Lachen eingestellt, alles muß sich mit dem großen König Humor reimen. Das ist die stille optimistische Devise, die heute durch das wieder munter gewordene Gemüt der norwegischen Hauptstadt geht. Im Osloer National- Tbsater wird beispielsweise seit einigen Wochen vor täglich ausverkauftem Hause Lehars „Die lustige Witwe" gespielt. Fürwahr, das ist ein rascher Sturz schwerer Fehler Spaniens, immer den Hauptwert auf feinen Charakter als Anrainer des Mitte 1 m e e r e s zu legen und d i e Atlantikkü ft e zu vergessen. In früheren Zeiten war diese Politik vielleicht verständlich. Heute aber geht der Kampf in einer anderen Richtung. Jetzt handelt es sich nicht darum, sich gegen Türken oder berberische Piraten zu verteidigen. Es gibt jetzt andere Mächte in diesem Mare Nostrum, die ihre Rechte zur Vorherrschaft angekündigt haben. Aus diesem Grunde muß Spanien wieder seine Augen auf seinen exklu iven, Expansionsweg richten. Der Atlantik ist Spaniens Zukunft. Das will nicht besagen, daß die Sparer vollständig ihre Mittel- meerftellung aufgeben. Einmal schon hat der Caudillo erklärt, er betrachte alles das als inexistent, was über das Mittelmeer ohne Spanien beschlossen würde. Heute aber geht es darum, die spanische Aufmerksamkeit auf andere Tätigkeitsfelder zu lenken." Spaniens Innenminister beim Führer. Berlin, 25. September. (DRB.) Der Führer empfing am Mttwochmittag in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den spanischen Innenminister Serrano S u n e r zu einer längeren Unterredung. Reichsminister von Ribbentrop hatte am Dienstagabend erneut eine tangere Besprechung mit dem spanischen Innenminister gehabt. Eindrücke im französischen Afrika. Von Or. Paul Rohrbach. In Brazzaville, der Hauptstadt von Fra n- zösisch-Aeguatorial-Afrika, hat nach Mitteilungen aus Vichy ein Putsch stattgefunden, der vorübergehend die Kolonie der Autorität der Regierung in Vichy zu entziehen und sie der Erni- granten-Fronde des Generals de Gaulle in England auszuliefern schien. Offenbar hat es einige Zeit gedauert, bis es gelang, des rebellierenden Generals Huffon in Brazzaville Herr zu werden und ihn durch einen loyalen Militär an der Spitze der Verwaltung zu ersetzen. Mich hat diese Nachricht an ein Erlebnis m Brazzaville im Jahre 1912 erinnert. Ich fam mit der deutschen Schlafkrankheit sexpedition unter dem damaligen Chef der Medizinalverwaltung von Kamerun, Oberstabsürzt Kuhn (vor wenigen Jahren als Professor in Gießen verstorben), den Kongo herunter. Wir hatten uns vom Stande der Schlafkrankheit in dem von Frankreich eben an uns abgetretenen Neu-Kamerun überzeugt und furchtbare Eindrücke erhalten. Ein Besuch beim Generalgouverneur wurde mit einer Diner-Einladung beantwortet, und ich sehe noch das bei aller Liebenswürdigkeit ernst gehaltene Gesicht meines Nachbarn bei Tisch, des stellvertretenden Gouverneurs, wie er sein Glas hob und mir zutrank mit den Worten „Soyons de bons voisins!” Die gute Nachbarschaft dauerte nicht lange. Zwei Jahre später ging ein französisches Kanonenboot von Brazzaville den Kongo hinauf und überfiel unfern Poften Bonga an der Mündung des Sanga, wo unsere Besatzung nichts von dem Ausbruch des Krieges in Europa ahnte. Im Diktat von Versailles erkannte Frankreich für das sogenannte Neu-Kamerun den Mandatscharakter nicht an, sondern vereinigte dies Gebiet wieder unmittelbar mit den beiden Provinzen Gabun und Moyen Congo, die zum Generalgouvernement von Aequatorialafrika gehören. Von Natur bilden beide mit Kamerun zusammen eine geographische und wirtschaftliche Einheit. Bei den Verhandlungen über die Verzichtleistung auf alle deutschen Rechte und Ansprüche in Marokko (1911) wurde von unserer Seite ursprünglich ganz Gabun, mit dem Ubangi und Kongo als Grenze, verlangt, aber der Wunsch, die durch den „Panthersprung" nach Agadir gespannte Situation friedlich zu lösen, war in Berlin so stark, daß man ich schließlich mit dem halben Erfolg in Gestalt von Neu-Kamerun zufrieden gab. Die Verwüstungen, die die Schlafkrankheit dort angerichtet hatte, lernten wir erst später kennen. Das französische Kolonialreich in Afrika ist, abgesehen von den Atlasländern Algerien, Marokko und Tunesien, in zwei Generalgouvernements geteilt: Aequatorialasrika und W e st a f r i k a. Das erstere reicht von der zentralen Sahara über den Tschadsee und seinen mächtigen Zufluß Schari bis dicht an die Mündung des Kongo, das andere vom Kap Verde über das Senegal- und Nigergebiet bis in die Nähe des Tschad. Seine Hauptstadt ist Däkar, ein stark befestigter Hafenplatz dicht unter dem Kap Verde, den die Engländer durch einen Angriff des Verrätergenerals de Gaulle in ihren Besitz zu bringen suchten. An der atlantischen Küste ist der Besitz Frankreich durch portugiesisches und englisches Kolonialgebset und die Negerrepublik Lib stark unterbrochen. Die Franzosen haben sich bemüht, durch mehrere von der Küste ins Innere geführte Bahnen das wertvolle Niger-Gebiet zu erschließen. Am Oberlauf des Niger liegt jene merkwürdige amphibische Region, wo sich zur Hochwasserzeit ein Landstrich von 300 Kilometer Länge und über 100 Kilometer Breite in einen See verwandelt, dessen Boden nach dem Rückgang der Überschwemmung eine an Aegypten erinnernde Fruchtbarkeit aufweist. Hier sind große Baumwollkulturen geplant, aber erst schwache Anfänge davon verwirklicht. Vor zwei Jahren machte ich eine Reife von Algier durch die Sahara zum Tschadsee und von dort weiter durch das Scharigebiet und den belgischen Kongo nach Ostafrika. Auch unsere alte Kolonie Kamerun reicht mit ihrem Nordzipfel bis an den Tschad heran. Die deutsche Tschad-Residentur lag in Dikoa, das bei der Mandatsteilung den Engländern zufiel. Vom Torgebäude der Residentur hörte ich noch eine deutsche Glocke den eingeborenen Soldaten und Arbeitern die Arbeite- und die Ruhestunden ansagen. Der junge englische Offizier, der uns begrüßte und zum Whisky-Soda einlud, fand nichts dabei, uns mit allerlei Dingen zu unterhalten, die an die deutsche Zeit anknüpften und die er wahrscheinlich von unseren alten eingeborenen Soldaten gehört hatte. Für ihn, wie für jeden Engländer, war es selbstverständlich, daß deutsche Arbeit und deutsche Ansprüche in Afrika der Vergangenheit angehörten! Rücksicht auf fremde Gefühle liegt diesen hölzernen Naturen fern. Die Franzosen in Fort Lamy, dem Hauptort der Tschad-Provinz, waren taktvoller. Sie sprachen auch von den Kämpfen zu Beginn des Weltkrieges mit der deutschen Schutztruppe, zollten aber ihrer Tapferkeit hohe Achtung und luden mich ein, die gut gehaltenen deutschen Gräber auf Kameruner Boden am linken Ufer des Schari, Fort Lamy gegenüber, zu besuchen. Der Wert des französischen Kolonialbesitzes im tropischen Afrika ist je nach den Gebieten sehr verschieden. Im allgemeinen kann man sagen, daß die Senegal- und Nigerregion und die Küstenprovinzen, überhaupt das 'Generalgouvernement von Westafrika, wertvoller sind, als das von Aequatorial- afrika. In dieses ist auch das Mandatsgebiet von Kamerun als das bei weitem beste Stück einverleibt. Um den Mandatscharakter Kameruns hat sich die französische Verwaltung ebenso wenig aeküm- mert wie die englische. Als ich in einem Bericht von dort die Ungehörigkeit bemerkte, daß die Auf- - schrift auf einer Grenztafel „Cameroun Fran^ais“ lautete, anstatt „Cameroun sous mandat frangais“. wurde das von dem französischen Derwaltungschef in Iaunde in einer Unterhaltung mit einem deutschen Herrn als eine „querelle ällemande“ bezeichnet. Die Herren haben jetzt au spüren bekommen, was „querelles allemandes“ smdi Ein isoliertes Stück französischen Kolonialbesitzes in Afrika ist die große Insel Madagaskar, oie manchmal als zukünftiges jüdisches Einwanderungs- gebiet genannt wird. Madagaskar ist großenteils fruchtbar, aber wie in allen französischen Kolonien ist die Menschenarmut des Mutterlandes der gründlichen Aufschließung hinderlich. Die kleine Enklave von Französisch-Somaliland hat nur Bedeutung durch den Hafen Dschibuti, der auf Grund des Waffenstillstandes samt der nach der abessinischen Hauptstadt führenden Eisenbahn den Italienern zur Benutzung freigegeben wurde. Ernste Krise in Aegypten. Englands Schuld an den wirtschaftlichen Schwierigkeiten. rnes" bekannt. Es fei so lange überfällig, daß man es als verloren betrachten müsse. Das 1932 vom Stapel gelaufene U-Boot „Thames" gehörte mit 1805 Tonnen Wasserverdrängung zu den größten der britischen Kriegsmarine. Mit 22,5 Knoten war es auch eines d e r s ch n e l l st e n. Die Besatzung belief sich auf 60 Mann. Die britische Admiralität hat damit den 20. U-Bootsverlust zugeben müssen. London in amerikanischen Berichten. N e u y o r k, 25. Sept. (DNB.) Dürftig nur sickern jetzt Meldungen über die Zerstörungen in London. Immerhin hat die britische Zensur die Bemerkung des Vertreters der „New York Times" durchgehen lassen, daß die Angriffe der letzten Tage z u d e n s ch l i m m st e n gehörten. „United Preß" verbreitet Augenzeugenberichte, die allzu deutlich die Tendenz der englischen „Betreuer" widerspiegeln; denn sie machen den Versuch, die Zerstörungen an den kriegswichtigen Zielen in den Hintergrund treten zu lassen. Auch in diesen Berichten muß zugegeben werden, daß die Schäden im Tastend, wo die Rüstungsbetriebe liegen, und im Hafenviertel am schwersten sind. „Sie seien aber gewöhnlich schwierig zu finden ..." Wahrscheinlich wohl, weil die amerikanischen Besucher zu diesen Bezirken, wo noch ständig heftige Brände wüten, keinen Zutritt erhielten. Deshalb werden lieber ein Bombenkrater vor der St.- Pauls-Kathedrale und das durch Volltreffer zerstörte Somerset-House geschildert. Die Bomben, die in Downingstreet und beim Oberhaus einschlugen, hätten keine sichtbaren Beschädigungen hinterlassen. Im Londoner Geschäftsviertel hat der UP.-Bericht- erstatter größere Schäden festgestellt. Manche Straßen seien mit einem Teppich von Glassplittern bedeckt. Die City habe beträchtlich gelitten. Zahlreiche Gebäude seien demoliert. Mailand, 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Offiziere des griechischen Schiffes „Milos", das aus Aegypten nach Athen zurückgekehrt war, berichten, daß Aegypten eine der ernstesten Krisen seit dem Weltkriege durchmache. Der Verkehr in Port Said und Alexandria sei praktisch lahmgelegt, ungeheure Mengen von Baumwollballen blieben in den Magazinen liegen. Die Einfuhr von Material und kriegswichtigen Erzeugnissen sei auf Null gesunken, seit der Suez-Kanal nicht mehr benutzt werde. Die Gesellschaft sei gezwungen gewesen, aus Mangel an Beschäftigung etwa 12 000 Angestellte zu entlassen. Allein in Kairo und Alexandria gebe es 150 000 Arbeitslose. Die Preise für Lebensmittel zeigen ungeheure Steigerungen. Die Mehrheit der Bevölkerung betrachtet Großbritannien als den Schuldigen für diese Schwierigkeiten Aegyptens. Die ägyptischen Behörden hätten bisher über 7000 Italiener als Vorsichtsmaßnahme f e st g e n o m m e n. Die Konzentrationslager in Aegypten seien brechend voll. Besonders hervorzuheben sei, daß nur die italienischen Staatsanaehörigen jüdischer Religion sich noch in Freiheit befänden. Ein Kommentar sei überflüssig. Das Rüstungsprogramm der Vereinigten Staaten. N e u y o r k, 25. Sept. (Europapreß.) Der nord- amerikanische Rüstungsfachmann William K n u d - f e n teilte in Boston dem Konvent der American Legion mit, daß die schweren Geschütze, Tanks und Flugzeuge im Aufrüstungsprogramm zur Zeit an letzter Stelle liegen. Die Flugzeugherstellung sei erst durch den Krieg auf Serienerzeugung gebracht worden. Die mittleren Tanks hätten nach den Erfahrungen des europäischen Krieges vollkommen um konstruiert werden muffen. Drei Werke feien mit der Herstellung von 30-Tonnen-Tanks beschäfttgt, während ein viertes schwere 50-Tonnen-Tanks erzeuge. Im kommenden Sommer werde das Heer der Vereinigten Staaten erstmals mit diesen Tanks ausgerüstet werden. Nebenher liefen auch brittsche Aufträge. Besonders gering sei die P u l v e r f a d r i k a t i o n gewesen, nachdem die früheren Sprengstoff-Fabriken nach dem Weltkriege abgerissen worden seien. Dies^ mal gehörten die neuen Pulverfabriken jedoch der Regierung. Sie würden daher für zukünftige Fälle erhalten bleiben. Gleiches gelte für die Fabriken zur Herstellung des Sprengstoffes Trinitrotoluol und die Fabriken, die mit der Füllung der Granaten beschäftigt sei^n. Diese wurden zwar von privater Seite betrieben, gehörten aber der Regierung. Die Vorbereitung für das gesamte Rüstungsprogramm sei nun abgeschlossen; die Arbeit sei überall ausgenommen. Eine Wehr stelle fürNachrichtenwesen wurde von Präsident Roosevelt ins Leben gerufen. Die Aufgabe der neuen Organisation besteht darin, Rundfunk, Telegraphie und Telefonie den Bedürfnissen der Landesverteidigung anzupas- fen. Die Wehrstelle besitzt keinerlei Zensurvollmacht und ist auch nicht berechtigt, irgendwelche Befehle zu geben. Das britische U-Boot „Thames- untergegangen. Stockholm, 25. Sept. (DNB.) Die britische Admiralität gibt den Verlust des U-Bootes „Tha- Vergeltungsangriffe mit starken kläffen fortgesetzt Der Wehrmachtsbericht vom Mittwoch. Berlin. 25^ September. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe führte zahlreiche bewaffnete Aufklärungsflüge gegen Süd-England durch und warf hierbei Bomben auf London und andere kriegswichtige Ziele. 3m Raume Dover — Folkestone — Ashford wurden Bahnanlagen zerstört, in Hastings, Newhaven und Brighton Hafenanlagen, in Southampton— Doolstone eine Flugzeugfabrik getroffen. 3m Laufe des Tages kam es über Südost-England zu mehreren für unsere 3agdflieger erfolgreichen Lufl- kompfen. An der Südostküste 3rlands gelang es, ein Handelsschiff von 3000 BRt. durch Bombentreffer zu versenken, ein weiteres in Brand zu sehen. Am Rordausgang des Rord- Fanals wurde ein Handelsschiff durch Bombentreffer schwer beschädigt. Ein Schnellboot versenkte beim Vorstoß gegen die englische Südküfke ein bewaffnetes feindliches Handelsschiff von 2000 BRT. Mil starken Kräften geführte Vergeltungsangriffe gegen London, sowie gegen andere kriegswichtige Ziele, wie die Hafenanlagen von L i v e r p o p l und L a r d i f f, dauerten vom Einbruch der Dunkelheit bis zum Morgengrauen an. Zahlreiche Treffer, vor allem in den Hafen- und Verkehrsanlagen, wurden erzielt. Britische Flugzeuge versuchten auch in der vergangenen Rächt, über Rordwestdeulschland einfliegend, die Reichshaupt ft adt anzugreifen. Starkes Flakfeuer hinderte die Angreifer am gezielten Bombenwurf. Ein Krankenhaus und einige Wohnhäuser erhielten Treffer. Die entstehenden Brände konnten durch den Sicherheils- und Hilfsdienst rasch gelöscht werden. Der Gegner verlor gestern 18 Flugzeuge im Luftkampf, zwei weitere durch Flak. Vier deutsche Flugzeuge werden vermißt. Major M o e t d e r s und Major Galland errangen ihren 40. Luftsieg. Dag Gesamkverfenkungsergebnis des Kapikön- leutnants Prien auf feiner tehlen Feindfahrt hat sich auf 45 1 30 BRT. erhöht. Damit hat kapikänleuknant Prien, außer der Vernichtung des britischen Schlachtschiffes „Royal OaF“, 151 400 BRT. feindlichen Handetsschiffsraums versenkt. Er steht mit diesen Erfolgen an der Spitze aller Unterseeboots-Kommandanten. ie Mjor Salland seinen 4ü. Lustsieg erkämpfte. Berlin, 25. Sept. (DRB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat heule dem erfolgreichen 3agdflieger Major Galland das ihm aus Anlaß feines 40. Luftsieges verliehene Eichenlaub zum - Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes in der Reichskanzlei persönlich überreicht. (PK.) Als Major Galland, der Commodore des Jagdgeschwaders Schlageter, am Dienstagmorqen an der Spitze seines Verbandes zum Feindflug startete, waren 39 Abschußzeichen am Leitwerk seiner Me 109. Das Geschwader hatte den Auftrag, einen Kampfoerband, der feine Bomben über London abzuwerfen hatte, zu begleiten. Das Wetter mar günstig. Wir gehen nach einiger Zeit wieder zum Liegeplatz hinaus, da braust es auch schon über unsere Köpfe hinweg. Die Schlageter-Jäger kommen vom Feindflug zurück. Der erste Bordmechaniker des Majors ist der Glückliche, der als erster sieht, wie die Messerschmitt des Majors mit einer deutlichen. Wackelbewegung den Feldflughafen anfliegt. Unter dem .Jubel feiner Soldaten läßt der Commodore feine Maschine Über den Platz rollen. Als dann der Major feinem ersten Vordwart gegenübersteht, sagt er: „Ja, Meyer, wir haben es auch dieses Mal wieder geschafft. Wir hatten den Kampfoerband, zu dessen Schutz wir eingesetzt waren, pünktlich erreicht und zogen nun mit diesem den befohlenen Kurs. Eine Weile sah es so aus, als wenn alles über alle Erwartung glatt gehen würde, dann aber sahen wir die Tommies hoch über uns in einiger Entfernung auf uns zukommen. Ein Teil schwenkte ab, er sah wohl noch andere deutsche Einheiten ankommen. Die anderen behielten den alten Kurs bei. Einige Staffeln Spitsire und eine Hurricane waren es, die mit urts anbinden wollten. Mein Plan, den Das „Kinderschiff" als Hillskreuzer. Der ganze englische Greuelrummel um die Versenkung eines ,Kinderfchiffes" mar bereits durch die Aufdeckung der höchst eigenartigen Begleitumstände entlarvt. Jetzt erhalten die Engländer aber noch von befreundeter Seite eine offene Bestätigung darüber, daß sie wieder einmal einen aufgelegten Schwindel im Sttl des seligen Northcliffe inszeniert haben. Die „New York Sun" stellt ganz einfach fest, daß es fich bei dem sog. Kinderschiff um einen bewaffneten Passagierdampfer handelte, um eine von den vielen Schiffen dieser Art, die — mir zitteren wörtlich — „o o n der englischen Admiralität für Kriegszwecke a n gern o r b e n" sind! Damit ist der Fall mohl selbst für die Freunde Englands in USA. bis zur völligen Blamage geklärt. Wer die Sprache der jüdisch-demokratischen Blätter kennt, weiß, daß es sich hier lediglich um eine Umschreibung des Begriffes Hilfskreuzer handelt. Auf solch ein Schiff also fetzte man auf Churchills Befehl außer politischen Emissären auch noch über 80 Kinder! Gegen Menschen von dieser Gesinnung motten die amerikanischen Kidnapper (Kindesräuber) fast harmlos erscheinen. Wenn man eine Kinderschar mit einem Hilfskreuzer fahren läßt, der im Dienst der Admiralität steht, und zu allem Ueberfluß noch durch das minenoer» feuchte Sperrgebiet fährt, dann ist das genau so, als roenn man englische Munitionsfabriken oder Fliegerlager mit Kinderheimen umgeben mollte. Auch die Enthüllung dieses neuesten englischen Greuelschmindels kann nur mieder zu der Feststellung führen, daß im neuen Europa für gemiffen- lose Politiker von der Sorte eines Churchills kein Platz mehr fein mirb. eng ausgeschlossenen „Verein" auseinanderzusprengen und sich dann den Gegner zu kaufen, war schnell gemacht. Ich zog mit einigen Maschinen nach oben. Mein Vorhaben gelang auch, und der mir am nächsten fliegende Tommie mußte sich zum Kampf stellen. Schon bei meinem ersten Anflug und den wohlgezielten Feuerstößen hatte der Junge den Laden voll. Die Hurricane brannte lichterloh, machte einige ungesteuerte Bewegungen — und von dem brennenden Flugzeug löste sich sein Insasse mittels Fallschirm. Das war mein 40.", 'schloß der Commodore seinen Bericht. Während der Hauptmann beim Stabe feststellte, daß die Gesamt- abschußziffer des Geschwaders nunmehr 385 betrage, malte der Bordwart den 40. Strich und das Datum an das Leitwerk der braven Messerschmitt. Kriegsberichter Stolberg. Italienischer Wehrmachtsvericht. Rom. 25. Sept. (DRV.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: Die feindliche Luftwaffe hat Tobruk bombardiert und mit Spreng- und Brandbomben Wohnhäuser» Zivil - und Militärhofpitäler und im Hafen einen unbeladenen Dampfer getroffen. 3nsgefaml beklagt man 15 Tote und 70 Verwundete. Ein feindliches Flugzeug ist von der Marine-Flak abgeschossen worden. Lin einzelnes feindliches Flugzeug hat Bomben auf kufra abgeworfen und einige Verwundete unter der Zivilbevölkerung und leichte Materialschäden zur Folge gehabt. 3n O st a f r i k a haben unsere Luftformakionen den feindlichen Flugplatz und die militärischen Anlagen in B u r a (Kenia), ferner ein Fort und eine Truppenabteilung, die in der Rähe von Dajir kampierte, sowie feindliche Gruppen bei Luneina (nördlich von Galabat) bombardiert. Ein feindliches Flugzeug Hal Bomben auf D i r e d a u a abgeworfen, ohne Opfer ober Schäden zu verursachen. •* Zur Kriegslage schreibt „Popolo di Roma", die italienischen Streitkräfte setzten das Hämmern auf die feindlichen Stützpunkte und deren systematische Zerstörung fort. Marsa Matruk an der ägyp- tischen Mittelmeerküste und Port Sudan an der Küste des Roten Meeres feien wieder hart getroffen worden. Kein einziger Tag vergehe, ohne daß die stärksten englischen Stützpukte am Mittelmeer und in Afrika angegriffen würden. Auch in Ostafrika erweise sich die Ueberlegenheit der italienischen Gießener Gtadttheater. Hermann Sudermann: »Lohannisfeuer." Wir haben heute kaum noch einen Begriff von der Leidenschaft, mit der in der Zeit der Jahrhundertwende der Kampf um den Dramatiker Sudermann — der Erzähler fand fast 'einhellige Zustimmung — weit über die engen Zirkel der literarischen Welt hinaus geführt wurde. Als 1889 fein erstes Stück „Die Ehre" bei feiner Aufführung im Berliner Lessing-Theater ein riesiger Erfolg wurde, nannten die Begeisterten den Autor „den rechten Erben des jungen Schiller" und die Enttäuschten den neuen Mann mit Heinrich Hart „eine Mischung von Zola und Ibsen einerseits mit der Birch-Pfeifer und der Marlitt andererseits". Man billigte ihm wohl eine ungewöhnliche Bühnentechnik zu, warf ihm aber vor, vom Neuen, dem sozialkritischen Naturalismus, nur so viel zu nehmen, um als „modern" zu gelten, -vom Alten, dem Gefellschafts- stück französischer Schule, aber soviel beizubehalten, um nicht anzustohen und dem Publikum mundgerecht zu bleiben. Man nannte ihn einen Blender und seine Kunst skrupellose Effekthascherei. Sudermann selbst hat sich in den 1902 erschienenen Aufsätzen „Verrohung in der Theaterkritik" gegen die gehässigen Anwürfe seiner Kritiker verteidigt, aber er kam ihnen nicht überlegen genug, um sie zum Schweigen zu bringen. Freilich dem großen Augenblickserfolg, den die meisten seiner Bühnenwerke beim Publikum hatten, hat die oft verletzende Schärfe der Kritik nichts anzuhaben vermocht. Heute denken wir über den „Fall Sudermann" sehr viel ruhiger und daher auch sachlicher und gerechter. Wir sehen in Sudermann ein bedeutendes dramatisches Talent, das in einer Zeit der Gärung und des Suchens nach Ausdrucksmitteln für neue in das Bewußtsein auffteiaenbe Probleme sich abseits von den Stücken, d e seinen lauten Ruhm begründen und festigen halfen, mit Ernst nach Vertiefung rang, und es ist vielleicht ein nicht uninteressanter Beitrag für die Psychologie des Publikums, daß den Stücken dieses suchenden und ringenden Sudermann wie etwa „Sodoms Ende", „Johannes" oder „Schmetterlingsschlacht" der äußere Erfolg versagt blieb. * „Jvhannisfeuer" ist zwar ein Theaterstück von ßanb und Fuß, das alle Vorzüge der geschickten und sicheren Bühnentechnik des Autors aufweist, aber darüber hinaus auch eine wertvolle Suostanz, echt dichterische Kraft und eine vom Leben erfüllte Sprache besitzt, so daß es sich mit Recht nun schon volle vier Jahrzehnte hindurch in der unverminderten Gunst der deutschen Bühnen hat behaupten können. Sudermanns ostpreußische Heimat .ist der landschaftliche Hintergrund für das Schicksal Zweier „Notstandskinder", die in der Familie biederer Gutsbesitzersleute aufgewachsen sind, aber in sich die unklare Sehnsucht nach etwas anderem spüren. Das Heimchen läßt das wilde Blut der Mutter, einer verkommenen litauischen Landstreicherin, nicht zur Ruhe kommen, und in Georg bäumt sich der vom Vater überkommene empfindsame Stolz auf, dem Onkel, der ihn großzog und nun ihm das Töchterchen zur Frau gibt, etwas verdanken zu sollen. Vor Jahren waren sie einander gut, aber sie hatte in der Meinung, seine Liebe sei nicht redlich gemeint, sich gegen ihn verhärtet, und so hatte er sich dem noch kindlich unbefangenen Trudchen zugewandt. Aber das Mysterium der Johannisnacht, in der nach den Worten des Dichters der Funke Heidentum in allen Herzen schlägt, in der die unerfüllten Triebe sich entbinden, treibt sie in flackernder Glut zueinander. In dem Sproß der Landstreicherin werden die Johannisfeuer wach, die Gespenster ihrer ertöteten Wünsche geistern durch die silberhelle Mondnacht. Sie gibt sich ihm hin in wildem Trotz: „Meiye Mutter stiehlt, ich stehl auch!" Aber als sie am nächsten Morgen, dem Morgen des Hochzeitstages, sich mit ihm heimlich davonmachen will, wehrt sich in ihm ein Gefühl der Gradheit und des Anstandes, nicht so hinterhältig dem Hause den Rücken zu kehren, dem sie nur Dank schulden. Sie beide haben nicht den Mut zu einem Glück, das sich auf Unrecht gründen müßte. So gehen sie auseinander, sie wird nie mehr ganz verarmen, denn einmal hat das Johannisfeuer auch ihr gebrannt, und er wird an feiner Braut' gutmachen, was er in der Johannisnacht an ihr gesündigt hat. * Man mag sich an dem im letzten doch zwiespältigen Charakter der beiden Notstandskindtzr stoßen, man mag einwenden, daß dieser Ausgang, der im Sande verläuft, von der Scheu vor der letzten Konsequenz diktiert wurde und die zum Tragischen hin drängende Linie gewaltsam umbiegt, aber die Wirklichkeit des Lebens sieht jedenfalls mehr solche stummen Verzichte, mehr solch sttlles Versanden, als die starken Effekte einer Folgerichtigkeit bis zum letzten harten Entschluß. ' * Die Regie der ausgezeichneten, wohlausgewogenen Aufführung hatte Hans Albert Schewe. Unter feiner sorgfältig ordnenden und schattterenden Hand wuchs in kluger Steigerung ans der behaglichen Breite der vom Autor sehr geschickt angelegten Expositionsszenen das unheimlich Flackernde der Johannisnacht-Sttmmung, aus der ländlichen Idylle (vom Bühnenbild Löfflers dezent unterstrichen) löste sich das Drama zweier junger Menschenkinder, beides blieb gut aufeinander abgestimmt und auch die feineren Halbtöne waren gut getroffen, vielleicht hätte der Auftritt der Weszkalnene einen stärkeren Zug ins Dämonisch-Heidnische dertragen, aus berechtigter Scheu vor Uebertreibung war hier wohl ein wenig ^zu viel gedämpft worden. Doch spürte man eine großzügige Auffassung und den Willen, sie bis in.bie Details hin durchzusetzen. * Luise Prasser sah sich vor eine Aufgabe gestellt, die ihrer Begabung offenbar sehr viel näher lag als die Rolle einer mondänen Frau, in der wir sie am Vortage sahen. Sie fand alle Töne, die dieses Heimchen aus der schlichten und unkomplizierten Welt seiner Umgebung herausheben, das scheue, Gedrückte, innerlich Gespannte, das Bittere und Harte und dann das elementare Aufwallen des übermächtigen Triebes, das fo und nicht anders fein Wollen und schließlich das Müde des Verzichtes, das Sichbescheiden mit dem Glück einer einzigen Stunde der Erfüllung. In der starken Konzentration auf eine ganz klare und kompromißlose Linie dieser Charakterisierung bot Fräulein Prasser eine bemerkenswerte Leistung. Hans Caninenberg war der Georg, sehr männlich in seinem Trotz, hin und wieder zu großer pathetischer Geste neigend, wo vielleicht nur sentimentale Stimmungen angedeutet werden, die „Heidenrede" brachte er mit 'edlem Feuer, das Gequälte der Resignation wußte er in der Zwiespältigkeit der Gefühle überzeugend deutlich zu machen. Den alten Dogelreuter gab Gert Geiger mit einer sympathischen Gradheit, der auch eine herzliche Wärme nicht fehlte. Anneliese Garbe war das Trudchen, ganz ängstliche Hingabe, ein wenig Eifersucht, aber noch ein Kind in feinem blinden Vertrauen. Siegfried Lowitz gab dem Hilfsprediger unter dem rustikalen Gehaben auch die feineren Züge eines besinnlichen und anständigen Menschen, eine sehr sauber durchgearbeitete Rolle. Die Weszkalnene war Hella H e n z k y , kaum noch ein Mensch in.ihren dumpfen, hemmungslos gierigen Süchten, -t- Die Aufführung hin- terließ eine starken Eindruck, der sich in lebhaftem Dank für Regie und Ensemble kundtat. Dr. Fr. W. Lange. Vierzehn Gebote des ssünfuniwierziglähriaen. Selten findet sich die Lebensweisheit des reiferen Mannesalters fo kostbar kristallisiert - wie in den „Vierzehn Geboten des Fünfundvierzigjährigen", die der im Februar dieses Wahres verstorbene, große Germanist Andreas Heusler für feine Freunde auf- gezeichnet hat. Wir finden sie in einem vor Jahren erschienenen Privatdruck, „Einfälle und Bekenntnisse", von dem man wünschen möchte, daß er weitesten Kreisen zugänglich gemacht wird. Die Gebote lauten: 1. Handle fo, daß du dir die kraftraubenden Gefühle der Reue und der Scham ersparst. 2. Werde reif! Das ist, entledige dich der Rollen, die dir nicht sitzen! 3. Schaff dir eine Tätigkeit, die dich befriedigt, ohne den Hintergedanken an Erfolg und Ehre. 4. Erwäge das Ziel und dein K?aftmaß und denke nicht zu sehr an die Leiden und Freuden dos Weges! 5. Erlaub deinem Verstände nicht, deinen Trieb zu vergewaltigen! 6. Verehre das menschlich Große, auch wo es dir nicht gemäß ist! 7. Sei gegen hie andern immer ein wenig duldsamer als gegen dich selbst! 8. Begegne dem Lob der anderen mit noch größerem Mißtrauen als ihrem Tadel? 9. Sei großmütig gegen deine Freunde! 10. Hasse deine Feinde um einen Grad ineniger, als du von ihnen gehaßt zu sein wünschst. 11. Bemiß deine Offenheit nach dem Grade deiner Freundschaft! 12. Präge in das Wachs der Jungen und der Schwachen keinen Stempel, der nur für Alte und Starke taugt! 13. Bedenke in Gesellschaft, daß Beobachten ftuchtbarer ist, als sich zur Geltung zu bringen. 14. Richte dich mit deinem (Selbe so ein, daß du oas Geld möglichst entbehren kannst! Gute Arbeit erfordert gutes Licht! w Fehlarbekt und Aus schutz müssen vermieden werden^x»rum gehört außer guterAllgnnein- EX I beleuchkung an jeden Wertplatz eine Leuchte mit einer bO-Watt-Osram-^ Lampe. 8 D Das englische Dakar-Atemehmen gescheitert Madrid, 24. September. (Europapreß.) Die Festung Gibraltar ist am Dienstagmittag von zahlreichen Flugzeugen bombardiert worden. Die erste Welle der Kampfmaschinen erschien um 12.40 Franzäsisch-Westafrika ist ein Gebiet von mehr als 3,5 Millionen qkm, also etwa das Fünffache von Großdeutschland, mit einer Gesamtbevölkerung von 15,5 Millionen Menschen, darunter nuc etwa 15 000 Weißen. (Frankreichs gesamter Kolonialbesitz in Afrika beträgt 10 406 000 qkm mit 36 Mill. Einwohnern.) Französisch - Westafrika besteht aus den Teilgebieten Senegal, Guinea, Sudan, Nigeria, Mauretanien, Dahomey und der Elfenbein-Küste. Im Frieden standen in diesem Gebiet unter dem Befehl eines Divisionsgenerals drei Brigaden- Kolo- nial-Jnfanterie und --Artillerie, dazu zahlreiche Regimenter Senegalschützen. Ergänzt wurden diese Truppen durch mehrere Geschwader der Luftwaffe, ein Marine-Oberkommando mit mehreren Kriegsschiffen und das Arsenal in Dakar. Was Frankreich augenblicklich dort an Land- und Luftstreitkräften zur Verfügung hat, ist unbekannt, da durch die Demobilmachung im Augenblick eine genaue Ueber- sicht nicht möglich ist. An Französisch - Westafrika schließt sich dann Französisch-Aequatorialafrika mit 6 Millionen Einwohnern. Dort standen im Frieden mehrere Regimenter Senegalschützen und einige europäische Brigaden, besonders Gebirgsartillerie und ein Fliegergeschwader. zu werden beginnt, so geht das vor allem auf den ständigen schneidigen Einsatz unserer U-Boote zurück, die in dem großen Entscheidungskampf eine eminent wichtige Rolle zu spielen haben. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat seiner Majestät dem König von Dänemark zur Vollendung des 70. Lebensjahres drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. Die französischen Luftangriffe aus Gibraltar am Mtiwoch verstärkt fortgesetzt. Oie Japaner in Zndochina. Die Führung des japanischen Expeditionskorps in Südchina meldete, daß die Landung der japanischen Truppen in chaiphong (Französisch-Jndochina) am Donnerstagmorgen ohne Zwischenfall beendet ist. Das Ritterkreuz für tapfere Truppenführer ves Heeres Landtruppen gegenüber den englischen. Bei Todig- nak und am Rudolf-See seien von italienischen Vortruppen feindliche Abteilungen in die Flucht geschlagen worden. Dem Feinde wurde nirgendwo die Initiative überlassen. Englisches Mittelmeerkabel unterbrochen. Mailand, 25. September. (Europapreß.) Das englische Kabel zur unmittelbaren Verbindung M a l t a — G i b r a l t a r ist in einer finsteren Neuyort, 26. Sept (DRV. Funkspruch.) Nach einer amtlichen Londoner Meldung sah sich die englische Regierung gezwungen, die Angriffe auf Dakar einzustellen und ihre Truppen zurückzuziehen. Sie sehe ein, daß sich der Fall Dakar nicht ohne große Kampfhandlung erreichen lasse. de Gaulle hat sich getäuscht. S t o ck h o l m, 25. Sept. (Europapreß.) Während der britische Rundfunk einmal die Feststellung aus dem Hauptquartier de Gaulles wiedergibt, wonach sich die Streitkräfte, die vor Dakar erschienen, zurückgezogen haben, heißt es in Meldungen aus London, die von Mnited-Preß wiedergegeben werden daß die englischen und französischen Streitkräfte ihren Angriff auf Dakar fortsetzen und General de Gaulle nach wie vor bemüht ist, in Senegal zu landen. Ein Teil der englischen Presse spricht bereits die Vermutung aus, daß General de Gaulle über die Anzahl seiner Anhänger in Französisch-Afrika f als ch unterrichtet worden sei und weniger Widerstand erhofft habe als er sich nun zeige. „News Ehronicle" weist auf die Massenverhaftungen von Anhängern de Gaulles in Senegal hin, die begonnen hätten, als die Vichy-Regierung von der Abreise de Gaulles Kenntnis erhalten habe. Andere Zeitungsartikel sprechen davon, daß die ganze Dakar-Affäre em Trick sei, um die französische Flotte aus dem Mittelmeer zu l o ck e n, und dann um so leichter unschädlich machen zu können. Heue britische Verluste vor Dakar Genf, 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nach den letzten in Vichy eingetroffenen Nachrichten sollen die Franzosen bei den Gefechten vor Dakar am Dienstag mehrere Treffer auf die Schlachtschiffe „Barhaip" und „Reso- I u t i o n" sowie auf einen Kreuzer vom Typ Kent erzielt haben, die die Engländer in ihrer Kampfkraft wesentlich beeinträchtigt hatten, so daß diese schließlich den Angriff hatten abbrechen müssen. Am Mittwochvormittag eröffneten die englischen Kriegsschiffe erneut das Feuer, das von den Franzosen heftig erwidert wurde. Eines der englischen Panzerschiffe, das bereits am Vortage beschädigt wurde, wurde von entern französischen Torpedo getroffen und war gezwungen, sich mit starker Schlagseite und in langsamer Fahrt vom Kampfplatz zu entfernen. Marschall P e t a i n richtete an den Oberkommandierenden in Dakar ein Telegramm, in dem es beißt daß Frankreich mit Vertrauen den Wider- überraschend an und brach in die feindliche Stellung ein.. Als der Gegner auszuweichen begann, stieß Major Meder sofort mit schwachen Kräften nach, wobei ein französisches Festungs-Infanterieregiment mit 16 Offizieren und 1490 Mann gefangen genommen wurde. Major Hoffmann führte am 15. Mai eine verstärkte Kompanie persönlich in den Rücken des den Bois de Leez besetzt haltenden starken Feindes, warf den sich heftig wehrenden Feind und zwang ihn zur Uebergabe, wobei 16 feindliche Panzer erbeutet wurden. Als am 15. Mai während der Schlacht bei Gembloux (Dyle-Stellung) der Angriff einer Schützenbrigade vor überlegenem Feind zunächst stoppte, gelang es Major Hoffmann, dennoch an einem Punkt in die feindliche Hauptstellung einzubrechen und ttotz schwerstem feindlichen Feuer und mehrerer heftiger Gegenstöße die erreichte Stellung dadurch zu halten, daß er sich alle Teile der Brigade unterstellte und aus ihnen eine Kampfgruppe 'bildete. Beim Angriff über den La Basste- Kanal gelqng es Major Hoffmann, durch kühnen Angriff an der Spitze seines Bataillons gegen einen sich hartnäckig wehrenden Gegner weit vor der Front des Armeekorps die Straße La Basiöe—- Estaires zu erreichen und die Trennung der englisch-französischen Feldarmee zwischen Lille und Ar- mentier'es herbeizuführen. Beim Angriff südlich Peronne führte er feine vorderste Kompanie zwi- sche feistdbesetzten Ortschaften hindurch mehrere Kilometer weit in den Feind hinein, besetzte in kühnem Handstreich die dort befindliche Höhe, und hielt diese gegen feindliche MG.- und Bombenangriffe aus der Luft so lange, bis die übrigen Teile seines Bataillons ebenfalls die Höhe erreicht hatten. Das Ritterkreuz für Kapitänleutnant Schepke. Berlin, 25. Sept (DRV.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes dem Kapi- länleutnant Schepke. Er hat als Kommandant eines kleinen Unterseebootes in der Nordsee elf bewaffnete feindliche Dampfer mit 18 063 BRT. versenkt. Als Kommandant eines anderen Unterseebootes versenkte er im Handelskrieg im Atlantik in zwei Unternehmungen weitere 15 bewaffnete feindliche Schiffe mit 104 380 BRT., davon 13 Schiffe aus gesicherten Geleitzügen. Eine Leistung, die dem frischen Unternehmungsgeist und der besonderen Tüchtigkeit des Kommandanten zu verdanken ist. * Kapitänleutnant Schepke wurde 1912 in Flensburg geboren. 1930 trat er in die Kriegsmarine ein. Als Seekadett nahm er auf dem Kreuzer „Emden" an einer Auslandsausbildungsreise um die Welt teil. 1935 begann seine Laufbahn als Unterseebootsführer. Anfang 1940 erhielt Kapitänleutnant Schepke das Kommando über ein Unterseeboot. Kopenhagen, 24. Sept. (Europapreß.) Aus Lissabon wird gemeldet, daß die Engländer im Begriffe seien, Gibraltar durch die Anlage eines zehn Meter breiten Grabens von Algeciras zu trennen und zur Insel zu machen. Umfangreiche Ausschachtungsarbeiten und Sprengungen wurden mit großer Eile betrieben, so daß im Laufe weniger Tage mit der Abtrennung des englischen Gebietes vorn Festland gerechnet wird. Man zweifle nicht daran, daß beabsichtigt wird, die entstehende Rinne unter Wasser zu setzen, um hierdurch einen wirksamen Schutz gegen stand des Admirals gegen den Verrat und den britt- schen Angriff verfolge. Admiral Darland bat an die französische Flotte einen Tagesbefehl erlassen, in dem er feststem, daß Dakar von niemand Drittem bedroht sei und die Engländer ihr persönlichstes Interesse verfolgten, wenn sie versuchten, sich der Kolonie zu bemächtigen. Dadurch, daß sie die Ermordung von Franzosen in Mers-el-Kebir und die unwürdige Behandlung der nach England geflüchteten französischen Matrosen fortsetzten, wolle der neue englische Angriff nichts anderes besagen als ck)ie Absicht, die französischen Familien auszuhungern und Frankreich zu ruinieren. Ein Ministerrat unter dem Vorsitz des Marschalls Petain beschloß die Errichtung eines Kriegsgerichtshofes, der vor allem die Komplicen des Generals de Gaulle zu verurteilen haben wird. Dieses Gericht soll gegen alle Verräter die entsprechenden Strafen verhängen. Der Gerichtshof werde sich ferner mit denen befassen, die mit Lebensrnitteln spekulierten. Nacht von den Italienern neuerdings unterbrochen worden, nachdem es schon vor längerer Zeit sowohl zwischen Gibraltar—Malta als auch zwischen Malta — Alexandria durchschnitten worden war. Indessen war es den Engländern gelungen, das Kabel zwischen Malta und Gibraltar wieder in Stand zu setzen. Diesmal hat das mit der Unterbrechung beauftragte italienische Spezialschiff das Kabel durch geeignete Sprengmittel zerrissen, auf einer Länge von zwei Kilometer auf gerollt und mitgenommen, sodaß die Reparatur während des Krieges kaum mehr möglich sein wird. KünfIahre neuett-Boolwaffe. Am 27. September sind es fünf Jahre, daß die Unterseebootsflottille Weddigen in Dienst gestellt wurde. Diese erste Serie unserer neuen U-Boote waren nur kleine Fahrzeuge von 250 Tonnen. Sie haben gleichwohl im Kriege Höchstleistungen vollbracht. Jene Flottille wurde zum Stamm der neuen deutschen U-Boot- w a ffe. In dem deutsch-englischen Flottenabkommen vom Juni 1935 war an sich U-Bootparität mit England vereinbart worden. Um jedoch einen weiteren Beweis seiner friedlichen Politik gegenüber England zu geben, beschränkte sich Deutschland damals gleichwohl auf 45 v. H. der englischen U-Boot-Ton- nage. Die volle Parität wurde erft nach der tschechischen Krise angesichts der forcierten Aufrüstung Englanos in Anspruch genommen. Völlig frei wurde dann der U-Bootbau mit dem Ende des deutsch-englischen Flottenabkommens im Frühjahr 1939 In diesen Krieg ging Deutschland mit nur etwa 50 Unterseebooten, Deren größte 740 Tonnen groß waren. Es versteht sich von selbst, daß der U-Bootbau sofort so verstärkt wurde, daß tie vorhin genannte Zahl inzwischen beträchtlich überboten wurde und ständig weiter in die Höhe geht. Die Leistungen unserer neuen U-Bootwaffe sind oft im Wehrmachtsbericht erwähnt wordssn. Wir erinnern nur daran, daß sie in einem Jahr Handelskrieg allein 2,8 Millionen Tonnen versenkte. (Die Gesamtzahl der von der deutschen Kriegsmarine versenkten Bruttoregistertonnen betrug im gleichen Zeitraum 4,3 Millionen.) Kapitänleutnant Prien, der in Scapa Flow das Schlachtschiff „Royal Oak" versenkte, steht auch im Handelskrieg an der Spitze unserer U-Bootkommandanten. Don diesen haben sechs, nämlich Kretschmer, Schultze,, Hartmann, Endraß, Rollmann und Schepke je über 100 OOO Tonnen versenkt und eine Anzahl weiterer U-Boot- kommandanten steht unmittelbar vor dieser Zahl. Einen hohen Anteil hatte die junge U-Bootwaffe an der Sicherung und Durchführung der Expedition nach Norwegen. Seit Beendigung des Feldzuges auf dem Kontinent trat naturgemäß eine erhebliche Intensivierung des U-Bootkrieges ein, da ja nun der Besitz der westlichen Küsten den U-Booten erheblich kürzere Anmarschwege zu ihren Operationsgebieten ermöglicht. Die U-Bootwaffe hat gerade bei der Blockierung Englands und' im Handelskrieg Aufgaben zu lösen, deren Wirkung gar nicht überschätzt werden können. Wenn heute beispielsweise die Versorgung Englands bereits zu einem offenkundigen Notstand Am Mittwoch besuchte der Stellvertreter des Führers die Stadt Linz, die Gauhauptstadt des Gaues Oberdonau, wo er unter Führung des Reichsstatthalters und Gauleiters Eigruber die Stätten, die mit der Jugend des Führers verbun- den sind, besuchte und die gewaltigen feit der Machtübernahme durchgeführten baulichen Umgestaltungen besichtigte. * Reichskommissar Dr. Seyß-Jnquart hat den ^Bürgerin elfter der Hansestadt Lübeck, Senator Dr. Boehmcker, zu seinem Beauftragten für die Stadt Amsterdam bestellt. Dr. Boehmcker wurde als Bürgermeister und Stadtkämmerer beurlaubt, er ist Frontkämpfer des Weltkrieges, jetzt in Polen und im Westen gewesen und im Westen verwundet worden. * Generaloberstabsarzt Professor Franz begeht am Freitag seinen 70. Geburtstag. Der ehemalige Heeressanitätsinspekteur Generaloberstabsarzt Prof. Franz schuf von 1927 bis 1932 die Voraussetzungen, die den Ausbau des Heeres-Sanitätswesens in der Wehrmacht Großdeutschlands in kürzester Zeit er- möglichten. Vorausschauend und weitblickend führte er als erster schon 1931 die Röntgenreihenuntersuchungen im Heer ein, die seitdem ständig an Umfang und Bedeutung zunehmen. Die erstmalige Er. mittlung des „Gesundheitsindex" im Jahre 1932 war eine richtunggebende Neuerung für die Gesund- heitsführung schlechthin. * Reichspostminister Dr. h. c. Ohnesorge besuchte in Halle den ersten Nachrichtenlehrgang der Hitler-Jugend auf der Heeresnachrichtenschule. Aus allen Gauen sind Führer von Nachrichteneinheiten der Hitler-Jugend, die zur Ausbildung als Gebiets- infpekteure vorgesehen sind, ab kommandiert. * In Rom fand in der Aula Magna der Universität die Verleihung des Ehrendoktors der Univer- „Picoolo" läßt sich aus Madrid berichten, die Franzosen seien am Dienstag mit fünf Flugzeugen am gekommen und hätten auf gut ausgemachte Ziele ihre Bomben abgeworfen; darauf feien sie wieder z u ihren marokkanischen Stützpunkten zurückgekehrt, wo sie neue Bomben geholt hätten. Augenzeugen berichten aus La Linea und Algeciras, daß das Bombardement a m Mittwoch noch heftiger war als am Vortage. Zahlreiche Flugzeuge seien in Wel - len von je 10 Maschinen im Xi ef f lug über di e Stadt geflogen und hätten ihre Bomben abgeworfen. Zwei Pulvermagazine seien in die Luft geflogen und hätten die Stadt und den Hafen schwer beschädigt. Neben dem Arsenal, das in dichte Rauchwolken gehüllt ist, entstanden mehrere neue Brände. Eiste vernichtende Vombenladung fei direkt auf ein Frachtschiff gefallen. Gibraltar habe über zwei Stunden unter Dem schwersten Bombardement gelegen. Die In- genieurtaferne fei in einen Trümmerhaufen verwandelt worden, wobei es zahlreiche Opfer unter der militärischen Belegschaft gab- Arg zugerichtet wurden die Horchgeräte der britischen Luftabwehr. Auch die Flakbatterie der Mole wurde von Bomben getroffen. Von La Linea aus konnte man große Rauchsäulen auf Punta de Europa aufsteigen sehen. Wollen die Engländer Gibraltar zur Insel machen? Berlin. 25. Sept (DBB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verttehen an: Oberstleutnant hagemana, Major h a n f f e l s, Major Zimmermann, Major Dr. Lanz, Major Meder und Major Hoffmann. * Oberstleutnant Hagemann und Major H a u f - fels haben sich als Kommandeure von Gebirgsjägerbataillonen während der Kämpfe um Narvik durch hervorragende persönliche Tapferkeit und durch Führungskunst hervorgetan. — Major Zimmermann ging als Kommandeur eines Schützenbataillons in der Nacht vom 13. zum 14. Juni mit den vordersten Teilen einer Kampfgruppe bis an die Brücke von Nogent vor und setzte nach Gefangennahme der Brückenkopfbefatzun- gen fein Bataillon zur Bildung eines Brückenkopfes an. In der Nacht vom 14. zum 15. Juni drang er an der Spitze feines Bataillons in St. Florentin ein, überraschte eine größere französische Truppenansammlung, stieß durch die mit Flüchtlingen und französischen Kolonnen verstopften Stratzen unter Niederbrechung jeden Widerstandes bis an die Brücken vor, entfernte die Sprengladungen und bekam die Brücken unversehrt in die Hand. Seiner klugen Dorcmssicht war es zu verdanken, daß das Bataillon die schon vollzogene Umklammerung durch den zahlenmäßig überlegenen Feind nach mehrstündigem harten Kampf zerbrach und eine große Anzahl von Gefangenen machte. Bei dem nächtlichen Handgemenge in der Stadt wurde Major Zimmermann schwer verwundet. Bei den Kämpfen an der Lys hatte ein Infanterieregiment den Auftrag, mit zwei Bataillonen Gotthem und Denterghem zu nehmen. Die Bataillone hatten durch Artilleriefeuer bereits schwer gelitten. Ihre Kommandeure waren gefallen. Major Dr. Lanz, Kommandeur des 1. Bataillons, das bereits am 24. Mai einen Brückenkopf westlich der Lys gebildet hatte, ihn aber wieder aufgeben mußte, trug aus eigenem Entschluß den Angriff erneut vor. So wurde Gotthem trotz starken feindlichen Feuers genommen. Major Dr. Lanz erkannte, daß durch die ständig steigende Gestenwehr und das unübersichtliche Gelände der Angriffsschwung seines Bataillons nachließ. Er faßte daher den Entschluß, mit einer kleineren Kampfgruppe den Angriff durchzu- führen und den Westrand Denterghems zu erreichen. Tatsächlich gelang es mit diesen Männern, trotz stärkster Gegenwehr, den Angriff vorzutragen und den Schlüsselpunkt der Lysstellung im Divisions- abschnitt zu durchstoßen. Major Meder ist als Kommandeur eines Jn- fanteriebataillons am 15. Mai, abends, in unge» tümem Angriff als erster in die Dylestellung eingebrochen. Trotz stärkster, von Panzern unterstützter Gegenangriffe und und schwersten feindlichen Feuers wurde der Brückenkopf gehalten. Am 28. Mai griff Major Meher aus der Bewegung heraus den in stark ausgebauter Stellung bei Deulemont zur Verteidigung eingerichteten, stark überlegenen Feind Uhr spanischer Zeit und griff bie 5) a f e n a n - lagen von Punta b e Europa an. Um 1 Uhr erschien die zweite Welle und griff das gleiche Ziel an. Nach weiteren 10 Minuten tauchte eine dritte Welle auf. Der Angriff auf die Hafenanlagen von Gibraltar hat damit einen systematischen Charakter angenommen. Während die Angriffe auf den britischen Stützpunkt bisher hauptsächlich nachts durchgeführt wurden, erschienen die angreifenden Kampfmaschinen diesmal bei Hellem Sonnenschein. Es entwickelte sich dabei ein schwerer Kampf zwischen den angreifenben Bombern und der Flugverteidigung der Festung, die von der Flugabwehr der im Hafen liegenden britischen Kriegsschiffe unterstützt wurde. Die in Gibraltar befindlichen Jagdmaschinen sind zur Verteidigung nicht eingesetzt worden. Die Angriffe wurden am Dienstagnachmittag fortgesetzt. Immer wieder erscheinen neue Wellen angreifender Fleugzeuge über dem Kriegshafen. Nach spanischen Blättermeldungen haben die britischen Kriegsschiffeinheiten sämtlich Gibraltar verlassen. Es handelt sich um einen Kreuzer, vier Zerstörer und zwei U-Boote. Sie wurden von zwei Wasserflugzeiugen eskortiert. Die Abfahrt erfolgte am Dienstag um 14 Uhr, nach Beendigung des Luftangriffs. Man vermutet, daß sich die Kriegsschiffe mit den britischen Einheiten vor Dakar vereinigen werden. Am Mittwochnachmittag 14.45 Uhr WEZ. wurde Gibraltar erneut von mehreren Flugzeugstaffeln angegriffen, die zahlreiche Bomben große nKalibers über der Festung und den Hafenanlagen abwarfen. Der in ständigen Wellen erfolgende Angriff dauerte um 16 Uhr noch an. In Plchy wird amtlich festgestellt, daß größere französische Bombengeschwader, begleitet durch Jagdgeschwader, 100 Tonnen Bomben abgeworfen haben. Das Arsenal, die Molen und die auf der Reede befindlichen Schiffe feien bomb ar-, --------~ - diert worden. Der Schlachtkreuzer „Renown", der Angriffe auf Gibraltar von der ßcmbfeite her zu getroffen wurde, habe den Hafen verlassen müssen. | schaffen. sität an den Reichsminister Rust statt. Vor der Üebergabe der Ehrenurkunde entbot der Rektor Magnificus dem deutschen Gast den Willkomm der Universität Rom. Nach dem Akt dankte der Minister dem Rektor und der Kommission der Universitäten Italiens in herzlichen Worten. * Auf Einladung der Ungarisch-Deutschen Gesellschaft hielt der Oberbürgermeister von Stuttgart, Dr. S t r ö l i n , in Budapest einen Vortrag über das Thema „Wohnungswesen, Stadtbau und Raumordnung". * Der ungarische Reichsverweser hat dem Ministerpräsidenten Graf Teleki in Anerkennung seiner Verdienste um die Zurückgewinnung des nordsieben- bürgischen Gebietes den höchsten ungarischen Orden, das Großkreuz des St.-Stephans-Ordens, verliehen. * 9n einem Bericht des Kommandos der 3. bulgarischen Armee wird mitgeteilt, daß zur Besetzung der zweiten Zone der Süddobrudscha Teile der Armee die südliche Demarkationslinie der zweiten Zone überschritten haben. Die bulgarischen Truppen wurden in der Stadt Dobritsch jubelnd begrüßt und haben die nördliche Demarkationslinie der zweiten Zone erreicht. Die Besetzung der dritten Zone wird am 28. September erfolgen. * Die Leitung des italienischen Kriegsteilnehmerverbandes läßt die nach dem Weltkrieg in den italienischen Gemeinden errichteten bronzenen K r i e g s d e n k m ä l e r und Gedenktafeln durch entsprechende Marmorwerke ersetzen. Die Bronze soll der italienischen Rüstungsindustrie zugeführt werden. * Vom 1. Oktober ab wird in Italien nur noch Einheitsbrot mit einem 15-v. H.-Mais-Zusatz gebacken. Oie ersten Volksdeutschen aus Bessarabien im Aufnahmelager in Galatz. G a l a tz , 25. September. (DNB.) Am Dienstag traf ^-Obergruppenführer Lorenz in Galatz ein, wo er das Aufnahmelager für die volksdeutschen Aussiedler aus Bessarabien besichtigte und am Abend an der rumänisch-russischen Grenze im Auftrage des Führers die ersten Volksdeutschen aus Bessarabien begrüßte, die mit Lastkraftwagen aus Tarutino gekommen waren. Dabei sprach er den Wunsch aus, daß sie eine glückliche Fahrt ins Großdeutsche Reich haben mögen, das ihr Vaterland ist und ihnen nun zur neuen Heimat wird. Der Obergruppenführer sprach den Vertretern der rumänischen Behörden, insbesondere dem zuständigen Divisionsgeneral seinen Dank aus, daß fie alles ermöglicht hätten, um diesen ersten Transport der Volksdeutschen Bessarabiens selbst nachts noch über den Pruth zu führen. Die Entschädigung volksdeutschen Besitzes in den Baltenländern. Moskau, 25. Sept. (DNB.) In Kaunas (Kowno) begannen Verhandlungen zwischen einer deutschen und einer sowjetischen Regierungsdelegation aus Litauen. Gleichzeitig fanden in Riga Verhandlungen statt über eine Nachumsiedlung von Volksdeutschen aus Lettland und Estland. Bei den Verhandlungen sollen auch alle diejenigen Fragen erörtert werden, die mit der E n t s ch ä d i - gung volksdeutschen Besitzes in den Balten ländern verbunden sind bzw. sich aus den früher mit Lettland und Estland abgeschlossenen Umsiedlungsverträgen ergeben. Das künstlerische Gesicht Hessen-Nassaus. NSG. Die diesjährige große Kunstausstellung, die Gauleiter und Reichsstallhalter Sprenge r am Samstag, den 28. September, im Frankfurter Staedel feierlich eröffnen wird, breitet in einem farbenglühenden Mosaik künstlerischen Schaffens Deutschland, und im besonderen das rhein- mainische Land unseres Gaues in seinen weiten Spannungen vor dem Beschauer aus. Die Kraft des Ausdrucks und die Vielseitigkeit der schöpferischen Leistung, verbunden mit persönlicher Auffassungs- und Darstellungsgabe überrascht und beglückt immer wieder bei der Wanderung durch die Säle des Städelschen Kunstinstituts. Im Ehrenraum sammelt sich ein großer Teil der Plastik um die Düsten von Führer und Gauleiter und das machtvolle Hoheitsabzeichen des flügelbreitenden Aars. Hier stehen die Statuen, Symbole deutscher Kraft, hier finden sich Porträtköpfe: Rhönvater Ursinus und das Relief von August Euler, des Flugpioniers unseres Gaues. Hier zeigt sich aber auch in den schönen Trachtenfiguren der befruchtende Einfluß der Heimat, die überall das künstlerische Schaffen aufs Stärkste angeregt hat. Daneben der eigenartige Rhythmus bewegter Tiesreliefs in Holz, ausdrucksvolle Köpfe, eine dekorallve Brunnenfigur und fantasiereiche Kleinplasllk. Die Bilder gliedern sich in Landschaften, Figuren, Kompositionen, Bildnisse, Bilder der Arbeit, Blumen und Stilleben und eine ausdrucksvolle Grafik. Aus den Darstellungen der Landschaft und der Arbeit klingt der starke Rhythmus der Heimat; der Blick schweift über reifende Felder hinweg zur Bläue des Taunus, er trifft auf heimelige Naturausschnitte, auf den Zauber der Jahreszeiten und Tagesstunden, auf Idylle und großartige Szenerien oder die Wucht eines aufziehenden Gewitters spannt sich über dem Altrhein zu einem dämonischen Furioso. Alle diese Bilder wirken als Erlebnisse, so stark ist die Vermittlung durch die Kunst. Aehnlich ergeht es mit den gefühlsstarken Figuren und Bildnissen, denen die Maler beseelten Ausdruck und den farbigen Abglanz des Lebens gegeben haben. Zärtlich gemalte Blumenstücke gemahnen an Sommerglück, die Bilder der Arbeit und des häuslichen Lebens, die figürlichen Darstellungen beweisen, wie tief der Künstler von heute in der Volksgemeinschaft wurzelt. So zeigt die Kriegs-Gauausstellung der bildenden Kunst in bisher unerreichtem Hochstand des Könnens in einem farbigen Reichtum von Form und Darstellung eine künstlerische Steigerung, in der sich ein klares Verständnis der Ziele der deutschen Kunst offenbaren. Der Krieg hat auch alle Quellen kämpferischen Lebens zum Fließen gebracht. Berussfürsorge sür entlassene Soldaten Besondere Berücksichtigung bei Vermittlung von Arbeitsplätzen. Die Berufsfürsorge ist für zur Enllassung kommende Soldaten wesentlich erweitert worden. Soldaten, die in Ehren entlassen werden, darf aus ihrer durch den Wehrdienst bedingten Abwesenheit kein Nachteil erwachsen, vor allem nicht gegenüber nicht einberufenen Arbeitskameraden in den Betrieben. Soweit Ansprüche aus dem Beschäftigungsverhältnis von der Dauer der Betriebszugehör i g f ß i t abhängen, ist die Zeit des geleisteten Wehrdienstes der Zeit der Betriebszugehörigkeit zuzurechnen. Ferner wird auch die Zeit der Betriebszugehörigkeit angerechnet, die für das Ge- iolgfchaftsmitglied im letzten Betrieb zu berücksichtigen war, ohne Unterschied, ob der entlassene Soldat im früheren oder in einem anderen Betrieb zu arbeiten beginnt. Hängen dagegen Ansprüche aus dem neuen Beschäftigungsverhältnis von der Dauer der Berufszugeyörigkeit ab, so wird die Zeit der früheren Berufszugehörigkeit sowie die Zeit des Wehrdienstes angerechnet. In Ehren enllassene Soldaten sind also so zu stellen, als ob sie während der Kriegszeit im Betrieb oder Zivilberuf verblieben wären. Wer in den früheren Betrieb nicht zurückkeh^ren kann (z. B. wegen inzwischen erfolgter rasch wirksamer Kündigung oder weil der Betrieb stillgelegt oder aufgelöst wurde) ist bei Vermittlung von Arbeitsplätzen besonders zu berücksichtigen. Die Vermittlung liegt dem Arbeitsamt ob, das für den Wohnort zuständig ist. Der entlassene Soldat muß also alsbald das Arbeitsamt aufsuchen, um sich seinen neuen Arbeitsplatz zu sichern. Dasselbe gilt für entlassene Soldaten, die aus triftigen persönlichen Gründen gezwungen sind, den Betrieb oder Beruf zu wechseln. Wer nicht an den früheren Arbeitsplatz zurückkehrt, obwohl die Rückkehr dahin durchaus m ö g ° l i ch ist, läuft, besonders wenn die Rückkehr bereits vereinbart ist oder festgesetzt war, Gefahr, die erwähnten Vorteile zu verlieren. Das muß besonders von denen beachtet werden, die aus Berufen stammen, in denen starker Bedarf an Arbeitskräften herrscht, z. B. Land- und Forstwirtschaft, Bergbau, Bauwirtschaft usw. Ehemaligen Lehrlingen, die ihre Berufsausbildung vorzeitig abgebrochen haben,. wird dahingehend geraten, sie ordnungsmäßig zu beenden. Ist das in der früheren Ausbildungsstelle nicht möglich, so wird die bisherige Lehrzeit im neuen Lehrverhältnis berücksichtigt, wenn der Lehrling im gleichen Beruf ausgebildet wird. Wer erst nach der Entlassung aus dem Wehrdienst ein Lehrverhältnis beginnen will, hat sich an das Arbeitsamt zu wenden. Unternehmer oder Geschäftsführer, die nach der Entlassung in die Wirtschaft zurückkehren, werden durch ihre Berufsorganisation beraten, betreut und so unterstützt, daß der etwa stillgelegte Betrieb bald wieder eröffnet werden kann. Aerzte, Zahnärzte, Dentisten, Rechtsanwälte, Künstler usw. werden in ähnlicher Weise durch ihre Fachschaften beraten und unterstützt. Wer studieren will, wendet sich an den akademischen Berufsberater beim Arbeitsamt. Die Bezirksstellen an den Hochschulen geben über die Fortsetzung des Studiums Rat und Auskunft. Versehrten — die neue Bezeichnung für Kriegsbeschädigte — wird erhöhte Berufs- fürforge zugewendet. Wenn notwendig, werden sie vor dem Arbeitseinsatz geschult. Die rechtzeitige Schulung versehrter Soldaten vermitteln die Wehrmachtsfürsorgeofsiziere. Nach der Schulung werden sie nach Möglichkeit in solche Arbeitsplätze eingewiesen, in denen sie mindestens ihr früheres Arbeitseinkommen erreichen. Gelingt dies nicht, so wird durch Fürsorge geholfen. Die Anschrift des Wehrmachtsfürsorgeoffiziers ist im Wehrmeldeamt oder in der Bürgermeisterei zu erfahren. Allen in Ehren entlassenen Soldaten wird der Uebergang in den bürgerlichen Beruf auch geldlich erleichtert. Dom Tage nach der Entlassung an gerechnet, werden für 14 Tage gewährt: Weyr- sold, Verpflegungsgeld, Familienunterhalt oder Kriegsbesoldung. Diese Vergünstigungen können in besonderen Fällen bis zur Höchstdauer von zwei Monaten zugebilligt werden, wenn Arbeitsverdienst oder Einkommen zunächst noch nicht gesichert ist. Der arbeitsuchende entlassene Soldat muß sich vom Arbeitsamt bescheinigen lassen, daß er als Arbeitsuchender gemeldet und noch unverschuldet arbeitslos ist. Die Kriegsfürsorge gilt auch für in Ehren entlassene Wehrmachtsbeamte einschließlich Ergänzungsbeamte und die männlichen Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes. Aus aller Welt. Lin Reichsverband für Hundewesen. Das deutsche Hundewesen, das unter der Dienstaufsicht des Oberkommandos des Heeres steht, wird durchgreifend umgestaltet. Die bisher in zahlreiche selbständige Rassefachschaften und allgemeine Vereine zersplitterten Kräfte des Hundewesens werden mit Ausnahme des Jagdhundewesens in den „Reichsverband für Hundewesen" Sitz B e r l i n, zusammengefaßt. Damit ist eine einheitliche Ausrichtung des Hundewesens sowie die ständige fachmännische Betreuung sämtlicher Hunderassen sichergestellt und nicht zuletzt die Durchführung der Zucht auf Leistung gewährleistet. 30 000 Meter sollen erreicht werden. Der argentinische Ingenieur Eduard Oliviero will im nächsten Jahr den Plan eines Strato- sphärenfluges verwirklichen, dessen Ziel es ist, die Höhe von 30 000 Meter zu erreichen. Die Fertigstellung des benötigten Ballons wurde durch den Krieg unterbrochen. 22 000 Meter gummierte Seide liegen bereit. Professor Piccard, der erste Stratosphärenflieger, hat Ingenieur Olivieri die seinerzeit benutzten Instrumente zur Verfügung gestellt und wird selbst den Vorbereitungen beiwohnen. Olivieri will zunächst einen Probeflug bis zu 10 000 Meter durchführen, eine Höhe, die heute schon unsere Kampfflieger täglich erreichen. Alsdann hoftt Olivieri den offiziellen Weltrekord für Freiballone zu übertreffen, den z. Z. die Amerikaner Stevens und Andersen mit 22 066 Meter halten. Huuptschriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptichriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich stü Politll, Feuilleton und Bllder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz. Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche UniversftätSdruckerei R. Lange K. S. BerlagSleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzetgenleiter: Hans Beck. Berarftwortltch für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.S. Drei gute Gründe: WMMA WKW UM« fli RMKWMMWMWMMHMM 61 e hervorragenden Eigenschaften der „Asfra” sind das Ergebnis eines besonderen Wissens vom Tabak, seiner Auswahl, Behandlung und Mischung, Im Hause Kyriozi ist dieses Wissen— in der dritter» Generation vom Vater auf den Sohn vererbt als Familientradition lebendig. Das zufriedend ^stra -Schmunzeln" des bedächtigen Rauchers beweist es: Reich und voll ist ihr Aroma. Man merkt es nicht, wie leicht sie ist. Rauchen Sie „Astro" — dann schmunzeln Sie auchl t t I r W!8 IHI IW [4]'“'n u tübÄccQ Yi Ur. 228 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 2b. September MO Schütz, dann über den Horst-Wesfel-Woll zum Sei- terstor, von dort über den Hindenburgwall zum Stadttheater, weiter über Ludwigsplatz und Kaifer- allee zum Flughafen, eine andere Linie wird von der Verdun-Kaserne über Ludwigsplatz und Ludwig- straße zum Klinikviertel führen- schließlich ist noch eine weitere Linie von Klein-Linden bis zur Stadt- mitte in Aussicht genommen. Den Bemühungen des Oberbürgermeisters ist es gelungen, 300 Kriegsgefangene zur Arbeit in Gießen zu erhalten. Davon soll ein Teil für wirtschaftliche und gewerbliche Betriebe verwendet werden, während die übrigen mit städtischen Erdarbeiten, die bisher zurückgestellt werden mußten, beschäftigt werden sollen; u. a. handelt es sich hier um die Kanalisation von Wieseck, Arbeiten an der Umgehungsstraße und für die Baureifmachung des Geländes an der geplanten großen Sportanlage in den Wiesen hinter dem Gericht, Straßenbauarbeiten usw. Die Gefangenen sollen in den Gebäuden des früheren Arbeitsdienstlagers am Philosophenwald geschlossen untergebracht werden. B. Universitätsstadt Gießen. In der gestrigen Sitzung der Ratsherren gab Oberbürgermeister Ritter eine Anregung, die so wertvoll ist, daß sie von allen in Betracht kommenden Kreisen der Gießener Bevölkerung in die Tat umgesetzt werden sollte. Der Oberbürgermeister empfahl nämlich, als gutes Mittel einer ständigen und weit in die Breite wirkenden Werbung für unsere Universität auf Briefköpfen, Briefumschlägen, Geschäfts- drucksachen usw. immer die Aufschrift (bzw. Aufdruck) „Universitätsstadt Gießen" anzubringen. Dadurch werde, so betonte er mit Recht, 'immer wieder auf unsere Universität hingewiesen und für diese eine gute Werbung entfaltet. Wie notwendig eine solche Förderung unserer Hochschule ist, machte der Oberbürgermeister an einem Beispiel klar, bei dem es sich um eine Persönlichkeit handelte, von der man ohne weiteres hätte annehmen müssen, daß sie von der Existenz der Universität Ließen wissen müßte, und die geradezu überrascht war, als sie im Verlaufe eines Gesprächs von der Universität Gießen hörte. Es ist also wirklich sehr angebracht, wenn alle Gießener Volksgenossen in ihrem Brief- und Geschäftsverkehr stets die Bezeichnung „U n i v e r s i t ä t s st a d t Gießen" anwenden. Es dürfte sich auch empfehlen, daß künftighin bei Oeffentliche Sitzung der Gießener Ratsherren. Oberbürgermeister Ritter hatte die Ratsherren der Stadt Gießen am gestrigen Mittwochnachmittag zu einer öffentlichen Beratung in den Sitzungssaal des Stadthauses Bergstraße, eingeladen. Auf der Tagesordnung standen Vorlagen, die für unsere Stadt von erheblicher Bedeutung sind. Ein Teil der Ratsherren war im feldgrauen. Soldatenrock erschienen, während einige weitere Ratsherren nicht zugegen sein konnten, da sie zur Zeit bei der Wehrmacht im Felde stehen. Diesen Ratsherren, wie überhaupt den Männern im Ehrenkleid des deutschen Soldaten galt der besondere Gruß des Oberbürgermeisters zu Beginn der Sitzung. Danach wurde sofort in die umfangreiche Arbeit eingetreten, die annähernd drei Stunden in Anspruch -pahm, bis der gesamte Stofs der öffentlichen Sitzung und der anschließenden nichtöffentlichen Beratung erschöpft war. Vetriebssahung für die Sladlwerke. Zu Beginn der öffentlichen Sitzung nehmen die Ratsherren zunächst Kenntnis von dem Entwurf einer Betriebssatzung für die Stadtwerke der Stadt Gießen und einer entsprechenden Dienstanweisung für die Werkleitung der Stadtwerke. Diese Satzung entspricht einer gesetzlichen Anordnung in der Deutschen Gemeindeordnung und ist in.Verbindung mit der Eigenbetriebsoerordnung vom 21. November 1938 auf einer Mustersatzung, die vom Gesetzgeber festgestellt wurde, aufgebaut worden. Nach Beratung mit den Ratsherrin erfolgt die Beschlußfassung des Oberbürgermeisters über die Inkraftsetzung der Satzung und der Dienstanweisung. In den Bereich der Betriebssatzung gehören die Betriebe der Stadt Gießen, nämlich das Elektrizitätswerk, das Gaswerk, das Wasserwerk, die Nahverkehrseinrichtungen (Straßenbahn und Omnibusse), das Biohumwerk, die Badeanstalten und die Kläranlage; die beiden letztgenannten Betriebe werden jetzt mit in die Stadtwerke einbezogen. Die Stadtwerke werden ferner mit der Ueberwachung der städtischen Fernsprecheinrichtungen, der maschinellen, elektrischen und wärmetechnischen Anlagen sämtlicher städtischen Anstalten beauftragt. Die Betriebssatzung und die Dienstanweisung für die Werkleistung enthalten umfassende Bestimmungen über die Aufgaben der Betriebe, die Leitung und Vertretung, die vom Oberbürgermeister zu seiner eigenen Entscheidung vorbehaltenen Angelegenheiten, ferner über den Wirtschaftsplan, Personalangelegenheiten, Beiräte, Wirtschaftsjahr usw. Rechnungen der ehemaligen Gemeinden Wieseck und Klein-Linden. Zur Feststellung liegen den Ratsherren vor: die Rechnung der ehemaligen Gemeinde Wieseck für das Rj. 1938 mit 361 125,13 RM. in Einnahme und 298 653,79 RM. in Ausgabe, also mit einem Ueberschuß von 62 471,34 RM.; die Rechnung des Wasserwerks der ehemaligen Gemeinde Wieseck für das Rj. 1938 mit 33 197,92 RM. in Einnahme und 27 522,89 RM. in Ausgabe, also mit einem Ueberschuß von 5 675,03 RM.; die Rechnung der ehemaligen Gemeinde Klein-Linden für das Rj. 1938 mit 192 302,76 RM. Einnahmen und 163 094,52 RM. Ausgaben, also 29 208,24 RM. Ueberschuß im ordentlichen Haushalt und 79 697,07 RM. Ein- n-abmen und Ausgaben im außerordentlichen Haushalt. Die Ratsherren nehmen von den ^Rechnungen Kenntnis, die nunmehr der Prüfung durch die Ober- rechnungskammW: unterliegen. Neue Slrahenfluchllinie im Hitlerwall zwischen Gartenstraße und INoltkestrahe. Nach erläuternden Darlegungen des Stadtbaudirektors Gravert und nach Beratung mit den Ratsherren stellt der Oberbürgermeister folgenden Beschluß fest: zur Verbreiterung des Hitlerwalles zwischen der Gartenstraße und der Moltkestraße wird die bestehende Straßenfluchtlinie aufgehoben und gemäß dem Plane des Stadtbauamts vom 25. Juli 1940 neu festgesetzt. Nach den Erläuterungen von Stadtbaudirektor Gravert handelt es sich bei der Neuordnung im Hitlerwall zwischen Gartenstraße und Moltkestraße um eine Fortsetzung der Umgestaltungsarbeiten, wie sie gegenwärtig am Hindenburgwall zwischen der Bleichstyaße und der Gartenstraße im Gange sind 8 ..auch ihm hilft Nivea die Haut wirksam zu schützen. Mit Z Nivea gepflegte fft Haut bleibt glatt M und geschmeidig. ' Schiffenberg 24 bzw. 12 RM. Verschiedenes. Im Verlaufe der Beratungen macht Oberbürgermeister Ritter die Mitteilung, daß die Inbetriebnahme der Obuslinien voraussichtlich noch bis Ende dieses Jahres erfolgen wird. Es sind zunächst vorgesehen: eine Linie' vom Bahnhof bis zum Hotel geführt, später soll diese Straßenbreite auch bis zum Walltor durchgeführt werden, nach Möglichkeit soll dieses Profil dann auch in der unteren Marburger Straße beibehalten bleiben. Am Hindenburgwall, wo vor den Häusern keine Vorgärten waren, mußte zur Straßenverbreiterung von der doppelten Baumreihe die der Fahrbahn nächstgelegene Reihe entfernt werden, um die Fahrbahn ausreichend verbreitern zu können. Am Hitlerwall zwischen Gartenstraße rmd Moltkestraße wird ein so tiefer Eingriff in die Anlagen nicht nötig sein, da hier Vorgartengelände vor den Häusern zur Verfügung steht. Anderseits würde am Hitlerwall ein solcher Einschnitt in die Anlagen sich auch wesentlich ungünstiger bemerkbar machen, weil die Anlagen am Hitlerwall nur etwa die halbe Tiefe haben, wie die des Hindenburgwalles. Seitens der Anlieger am Hitlerwall find gegen die in dem neuen Straßenfluchtplan vorgesehenen Veränderungen keine schwerwiegenden Einsprüche erhoben worden. Die Wünsche gehen nur dahin, daß von dem Vorgartengelände möglichst viel erhalten bleiben soll. Bei der Neugestaltung wird es möglich sein, vor den Häusern Dorgartengelände bis zu 4 Meter bestehen zu lassen. Die Gestaltung dieses Straßenteils wird bestimmend sein für das weitere Bild des Hitlerwalls bis zum Walltor. Zum ersten Male will die Stadt hier eine einheitliche Gestaltung der Vorgärten durchführen, mit der im nächsten Frühjahr begonnen werden soll. Mit den Hauseigentümern soll eine Verständigung erzielt werden, nach der die Vorgartengestaltung nach den Plänen des Stadtbauamtes durchgeführt wird. Die Herrichtung und laufende Unterhaltung der Vorgärten würde in der Weise geregelt werden, daß von den Hausbesitzern dafür jährlich ein gewisser Betrag als Abgeltung zu zahlen wäre, die Vorgärten aber nicht etwa öffentliche Gärten würden, sondern Eigentum der Hausbesitzer bleiben und einen schönen einheitlichen Abschluß der Häuser an der Straßenfront bilden werden. Vor den Häusern wird man dann Grünflächen mit niedrigem Mauerabschluß in übereinstimmender Ausgestaltung sehen. Den jetzigen Baumbestand will man nach Möglichkeit zu erhalten versuchen, allerdings muß das gegenwärtige Buschwerk in den Gärten der Neugestaltung zum Opfer fallen. Dieses neugestaltete einheitliche Straßenbild soll dann als ein Muster für andere Straßen gelten. Gebührenordnung für die Friedhöfe in Wieseck und Klein-Linden. das gleiche wie im Hindenburgwall, weil beide Straßenteile zu der Reichsstraße 3 aehören, d. h. die Fahrbahn wird auf 9 Meter veroreitert und zunächst bis zur Moltkestraße in dieser Breite weiterund dort voraussichtlich bis Ende nächsten Monats i dem Voranschlag einverstanden und stimmen auch fertiggestellt werden. Das Profil der Straße bleibt den vorgeschlagenen Steuerausschlagsätzen zu. Daweil beide nach werden erhoben Grundsteuer: in der Stadt Gießen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe 280 d. H., für Grundstücke 135 o. H. der Steuermeßbeträge, Gießen-Wi?seck 280 v. H. bzw. 108 v. H., Klein-Linden 220 bzw. 108 o. H., Schiffenberg 280 bzw. 135 d. H. der Steuermeßbeträge; Gewerbesteuer: in Gießen und Wieseck 280 v. H. der Steuermeßbeträge vom Gewerbekapital bzw. vom Gewerbeertrag, Zweigstellensteuer 360 v. H., Klein- Linden 265 v. H. vom Eewerbekapital und vom Gewerbeertrag, Zweigstellensteuer 340 v. H. der Steuermeßbeträge, Schiffenberg 280 v. H. vom Gewerbekapital und vom Gewerbeertrag; Bürgersteuer: in Gießen mit den eingemeindeten Vororten 600 o. H. des Reichssatzes; Hundesteuer in Gießen 36 RM., wenn der Beginn des Hundebesitzes in die Zeit vor dem 1. Oktober fällt, 18 RM. für die Zeit vom 1. Oktober ab, in Wieseck, Klein-Linden und Zu der Friedhofs- und Gebührenordnung für die Friedhöfe in den Stadtteilen Wieseck und Klein- Linden wird eine Gebührenordnung erlassen, die für die Beerdigungen auf diesen Friedhöfen eine feste Gebührengrundlage schafft. Polizeiverordnung zur Friedhofs- und Gebührenordnung der S ladt Gießen. Der Friedhofs- und Gebührenordnung der Stadt Gießen oom 8. April 1940 fehlen die erforderlichen Strafbestimmungen, um den Anordnungen in der Friedhofs- und Begräbnisordnung das notwendige Schwergewicht zu geben. Diese Lücke wird durch eine Polizeioerordnung ausgefüllt. Nach Beratung mit den Ratsherren stimmt der Oberbürgermeister dem Entwurf dieser Polizeioerordnung zu. Gleichzeitig werden die Richtlinien über die Gestaltung von Grabstätten, Grabeinfassungen und Grabdenkmälern, sowie die Bestimmungen über die gärtnerische Unterhaltung von Gräbern durch die Stadt Gießen genehmigt. Der Haushaltsplan für 1940. In der anschließenden nichtöffentlichen Beratung legt der Oberbürgermeister den Ratsherren den städtischen Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1940 vor. Dieser schließt im ordentlichen Haushalt mit einer Ausgabe von 10 875161,09 RM., im außerordentlichen Haushalt mit einer Ausgabe von 1343 466,67 RM. ab. Die Ratsherren erklären sich, nachdem der Oberbürgermeister den Haushaltsplan in feinen wichtigsten Positionen erläutert hak, mit Aus der Stadt Gießen. Heller Morgen. Am Morgen entdeckt man plötzlich einen klar- blauen Himmel. Noch hüllt sich der Horizont in zarten Dunst, aber es kann keinen Zweifel geben: der Tag wird schön! Schade, daß es nicht Sonntag ist, aber immerhin, auch der Alltag wird durchglänzt von den strahlenden Zeichen der Schönheit. Man denkt daran, daß sich der scheidende Sommer offenbar alle Mühe geben will, uns mit seinem Ausklang zu versöhnen. Er hat es allerdings auch nötig. Wir würden auch gar nichts dagegen einzuwenden haben, wenn er bis zum Schluß seiner Wirksamkeit nur noch schöne Tage brächte. Die Schaffnerin der Straßenbahn macht ein fröhliches Gesicht. Ihr verursacht offenkundig der prachtvolle junge Tag auch eitel Freude, was wiederum zur Folge hat, daß die Fahrgäste allesamt ebenfalls vergnügte Gesichter zur Schau tragen. Was doch ein vielversprechender Spätsommertag alles zuwege bringen kann. Das junge Mädchen, das mir in der Straßenbahn gegenübersitzt und sonst an jedem Morgen eifrig einen Roman lieft, hat das Buch geschlossen auf dem Schoß liegen und schaut interessiert durch die Scheiben auf die Straße, wo die Sonne bereits ihr glitzerndes Spiel treibt. Bald schießen die Strahlenbündel durch das schon in Hellen Farben aufleuchtende Laub eines Baumes, dann blitzen sie in den hohen Fenstern eines vorb'eigleitenden Hauses, und schließlich erglänzen sie in dem bunten Farbenzauber eines Blumenbeetes am Wegrand. Es ist ein reizvolles Spiel, auf jeden Fall viel reizvoller als der Roman, der nicht davonlaufen wird. Die Fahrt dauert nicht lange, aber sie bewirkt, daß die frohgemute Stimmung, mit der man bereits eingestiegen ist, eine bemerkenswerte Steigerung erfährt. Es ist überaus schön, einen strahlenden Tag zu erleben, vor allem, wenn dieses Erlebnis unverhofft kommt. Als die Straßenbahn dort hält, wo man aussteigen muß, um nach wenigen Schritten die Arbeitsstätte zu erreichen, hat man eine Kraftreseroe an guter Stimmung gesammelt, gegen die die Tücken des Alltags nicht aufkommen werden, auch wenn sie besonders energisch zu Felde ziehen. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Königswalzer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der ewige Quell". Ortszeit für den 27. September. Sonnenaufgang 7.20 Uhr, Sonnenuntergang 19.12 Uhr. — Mondaufgang 1.54 Uhr, Monduntergang 16.47 Uhr. Ende der Sommerzeit am 6. Oktober vormittags 3 Uhr. Die mit Verordnung vorn 23. Januar 1940 ein- geführte Sommerzeit, für die die öffentlichen Uhren um eine Stunde oorgestellt worden waren, endet mit dem in der Verordnung angegebenen Termin, dem Sonntag, 6. Oktober 1940, vormittags 3 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt werden die öffentlichen Uhren um eine Stünde, d. h. von 3 auf 2 Uhr zurückge- ftellt. Von der am 6. Oktober mithin doppelt erscheinenden Stunde von 2 bis 3 Uhr vormittags wird die erste Stunde als 2A, 2A 1 Minute usw. bis 2A 59 Minuten, die zweite als 2B, 2B 1 Minute usw. bis 2B 59 Minuten bezeichnet. Die Sommerzeit hat sich als sehr vorteilhaft in mehrfacher Hinsicht erwiesen. Vor allem ermöglicht sie die Verlängerung der Freizeit bei Tageslicht um eine Stunde, was für die Schaffenden auch in gesundheitlicher Beziehung von besonderem Wert ist. Dazu kommen noch erhebliche Kohleneinsparungen für Den Weniger-Verbrauch an Licht. Die Sommerzeit wird deshalb, wie an zuständiger Stelle erklärt wird, auch 1941 in Deutschland wieder eingeführt werden. Sie wird dann sogar schon etwas früher beginnen, nämlich voraussichtlich am Sonntag, 16. März, vormittags 2 Uhr, wo die öffentlichen Uhren um eine Stunde, also auf 3 Uhr, vorgestellt werden. Klaus fsoyt ein nBiiBsUbcn 3Q Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 32. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ach, mein Klaus, ich habe Dich zu sehr liebgehabt, und das ist meine Schuld, und darum muß ich sterben. Denn es ist mir nicht vergönnt, einen Menschen zu lieben und mit ihm glücklich zu sein.' Ich war heute bei Deiner Frau und habe sie gebeten, Dich freizugeben. Dieser Weg fiel mir nicht leicht, aber ich glaubte, ich müßte es tun, denn es ging ja um unser beider Glück und Leben. Aber sie tut es nicht. Und wie sie lachte und mir das sagte, da erkannte ich erst, was ich verlangte. Sie ist sehr schön, und daß Du sie liebtest und ihretwegen einen Menschen umbringen wolltest, verstehe ich jetzt. Sie läßt nicht von Dir, und sie hat das größte Recht, darum muß ich zurücktreten. Ich weiß nun, daß ich zu gering für Dich bin und Dich nicht an mein armseliges Leben fesseln darf, wo nichts ist als Arbeit und Sorgen. Es war ein großer Irrtum von mir, zu glauben, ich sei es, die Dir bei Deinem Dorwärtskommen hilft. Heute weiß ich, daß es anders ist, und ich will Dir kein Hindernis und kerne Last fein, wo mir doch nicht vergönnt ist, es gut zu haben Ich gehe darum, und Gott wird'mir vergeben, wenn ich unrecht tat. Ich bin fo verstört von dem Jammer und weiß nicht mehr aus noch ein. Es ist besser, wenn das kleine Leben nicht erst erwacht in einer Welt, die so hart ist und ihren Geschöpfen nichts Gutes gönnt. Du weißt, wie alles kam, mein Klaus, und daß ich nicht anders konnte, als Dich liebhaben. Und ich war doch sehr glücklich die kurze Zeit mit Dir. Nie glaubte ich, so ein Glück fühlen zu können. Ich danke Dir für Deine Liebe. Lebe wohl und sei nicht lange traurig. Grüße auch die guten Pahls von mir und denke manchmal an Deine Marta." . . . . Vater Pahl geht brummend und seufzend m der kleinen Küche auf und ab. Seine Frau trocknet sich immer wieder mit dem Schürzenzipfel Die Augen. „Nee, bet die Marta so jänzlich den Kopp verlieren konnte", murmelte sie. Dann wendet sie sich zu Klaus und redet sich allmählich in Eifer, wobei es nicht ohne Vorwürfe für*ihn abgeht. „Wat seid chr beede denrv bloß vor Menschen, bet ihr euch so vom Leben unterkriejen laßt!" sagt sie, zornig seine Schulter schüttelnb. „Wo ihr boch beebe feene Taugenichtse seid fleißig un orntlich! ... Unb habt ihr nich alle beebe jewußt, bet wir ooch noch ba sinb, euch ferne beistehn, wie wa können?" „Hör uff mit bem Jemecker, Mutter!" mischt sich jetzt Pahl ein, schiebt bie gutmütig scheltende Frau beiseite und stellt sich vor Klaus auf. „Wat mirfte nu machen?" Klaus hob sein graues, verschattetes Gesicht. „Nach dem Krankenhaus zu Martha gehen. Und dann ... zu der anderen ... die Sache in Ordnung bringen." „Na, denn man los! Dazu wird's ja ooch allmählich Zeit." Er tritt ein paar Schritte von Klaus weg, dreht sich noch einmal nach ihm um und setzt in drohendem Ton hinzu: „Aber nich wieder uff so 'ne Weise, det se dir hinterher een Jahrzehnt Erholungsaufenthalt hinter eiserne Jitter jeben, und die Marta sitzt denn da!" Langsam steht Klaus auf. Die lähmende Wirkung des Furchtbaren, das ihn getroffen hatte, schwindet allmählich. Er kann wieder denken, nur ist es mühsam und tut weh.--Seine Augen bekommen einen harten Glanz. Er geht nach dem Krankenhaus. Dort wird ihm gesagt, es sei jetzt keine Besuchszeit; aber er läßt sich nicht abweisen. Schließlich führt ihn eine Pflegerin zu Marta. „Es besteyt die Gefahr einer Lungenentzündung. Sonst könnte ja Fräulein Ellrich schon morgen wieder entlassen werden", sagt die Schwester. Dann steht Klaus neben dem Bett, hält die Mütze in der Hand und blickt auf Marta herab, die mit geschlossenen Augen baliegt. Daß er roieber hier fortgehen soll ... Ihm ist, als könnte er es nie. Er beugt sich über ihr Gesicht, in bem ein frember Zug ist. Fleckige Röte ist barin, unb ihr Atem geht kurz unb hastig. „Marta!" ruft er leise. „Marta! ..." Langsam öffnen sich ihre Augen, sehen mit leerem, verständnislosem Blick in sein Gesicht. „Marta, ich bin bei dir", raunt er. „Du bist ... auch hier, Klaus? Bist bu ... benn auch ... tot?" Kaum vernehmlich flüstert sie es. Ein ungeheurer brängenber Schmerz will ihm bie Brust zersprengen. „Marta ... Gräme bich nicht ... Alles wirb gut!" stoßt er, von lautlosem Schluchzen geschüttelt, hervor. Die Wärterin winkt ihm. „Etwas Fieber", sagt sie leise. Vom Eingang bes Krankensaales blickt Klaus noch einmal zu Marta hin unb sieht ben Schimmer eines Lächelns in ihrem Gesicht. Er winkt ihr noch einen Gruß zu. 16. Kapitel. Auch Klaus Tjaben sucht bas Haus auf, in bem Dietmuthe Röhl wohnt. Im zweiten Stock zeigt ein Metallfchilb an einer Wohnungstür ben bekannten Namen ber Opernsängerin; barüber ein schmales weißes Kärtchen ben ber Springer — ber Elsässerin, bie einst als Tochter eines Großkaufmanns über Dietmuthe ftanb. Als junges Mäbchen hatte biefe — ehe ihre stimmliche unb darstellerische Begabung entbedt würbe unb sie ben Gönner fand — eine bescheidene Stellung im Geschäftshaus des alten Springer inne» gehabt. Kläre Springers Vater hatte schwere geschäftliche Verluste. Lange Krankheit und ein teures Internat für die Tochter hatten den Rest seines Vermögens aufgezehrt. Dietmuthe wurde die Herrin ber Kläre Springer — wenigstens nach außen hin. In ber kurzen Zeit feines Zusammenlebens mit Dietmuthe glaubte Klaus jeboch eine gewisse innere Abhängigkeit ber verwöhnten unb umschwärmten Künstlerin von ihrer Untergebenen wahrzunehmen. Es schien zuweilen, als fürchte. Dietmuthe bie Springer. Solche Gebauten unb Erinnerungen tauchen flüchtig in Klaus auf, als er vor ber Wohnungstür feiner früheren Frau steht unb zu läuten zögert. Was er will, weiß er. Wie es sagen, wirb ber Augenblick ergeben, in bem er Dietmuthe gegenübersteht. Er denkt an jenen Abend im Spätherbst, als er sich bem Untergänge nahe glaubte, unb er, geschwächt von Hunger unb Kälte, einer irren, schweifenden Sehnsucht nach einem Letzten, Abschließenben nachgab, bas ihn sie suchen hieß, bie ihn ins Elend gebracht hatte, unb die er trotzdem nicht haßte. Das gehörte noch mit zu dem Vergangenen, und er wußte an jenem Abend noch nicht, wie nahe er schon bem Neuen, bem Beginn ber großen Wanblung war. Unb in dieser Wandlung hatte er gemeint, das Vergangene gehe ihn nichts mehr an. Es war ein folgenschwerer Irrtum gewesen, ber über ihn, ben bas Leben schon hart genug angefaßt hat, um ein Haar bas Allerhärtefte und Grausamste gebracht hätte. Diesen eigenen Irrtum will er sich vorhalten, um sich nicht von Zorn und Verachtung in eine verderbliche Richtung reißen zu lassen. Er hebt die Hand nach dem Klinaelknopf. Wirb man ihn überhaupt einlassen? ... Könnte er boch einfach biefe Tür offnen ... Seine Finger tasten über bas dunkelgebeizte Holz, brücken leicht ba» gegen — ba gibt bie Tür nach. Sie war nicht richtig ins Schloß geschnappt. Er steht noch einen Augenblick, tritt bann in ben Vorraum. Eine Ampel verbreitet gebämpftes Licht. ,Er hört Stimmen, geht zögernb ein paar Schritte unb sieht eine Tür halb offen stehen, kann in ein nur schwach erhelltes Zimmert blicken. In biefes Zimmer tritt er ein. Eine Stehlampe brennt in der Fensternische, und dort, fast verdeckt von dem seitlich herabhängenden Vorhang, steht ein Mann, der eine Pistole in der Hand hält. Die Mündung richtet sich auf Klaus —, der aber sieht ben Mann nicht. Er geht zum Nebenzimmer hin, von wo her er Sprechen hört. Er erkennt jetzt bie Stimme ber Frau unb öffnet bie Tür... ♦ Hans Bergholz sitzt Dietmuthe schräg gegenüber unb hört sich reben. Er hat nicht ben Eindruck, als höre sie ihm zu, unb fragt sich — wie vorhin, als sie ihn anrief — welcher Laune er bie unerwartete Gunst bes Alleinseins mit ihr zu banken hat. Fern ist sie ihm geblieben, trotz allem, was zwischen ihnen war. Er hat barunter gelitten, aber ... es ist vorbei. Das fühlt er deutlicher jetzt, in biefer Stunbe, bie ein Geschenk ist, mit bem er nichts anzufangen weiß. Dietmuthe lehnt in einem Sessel, hat einen feibenen Schal um bie Schultern geschlungen, beffen lange Fransen sie spielenb burch bie Finger gleiten läßt; um ihre Lippen spielt ein leicht gelangweiltes, etwas melancholisches Lächeln. Nach einer minutenlangen Gesprächspause, bie sie gar nicht wahrzunehmen scheint, fragt Bergholz: „Weshalb haben Sie mich heute gerufen, Dietmuthe? Sie sinb boch mit Ihren Gebauten nicht hier, burchaus nicht bei meiner Person, sondern sehr fern/' (Fortsetzung folgt) der Reickspost ein gleichlautender Stempelaufdruck zur Anwendung kommt. Die DeukW Arvelkssroul Achtung! An die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront! Mit dem 31. Oktober 1940 verlieren die jetzigen DAF.-Beitragsmarken ihre Gültigkeit und werden eingezogen. Ab 1. November werden neue DAF.- Beitragsmarken eingeführt, so daß evt. vorhandene Rückstände in der Hohe des jeweiligen Bruttoeinkommens bis zum 31. Oktober mit den alten Marken nachgeklebt werden müssen. Die neuen Marken dürfen für aufgelaufene Rückstände nicht verwendet werden. 4294V Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die bei den Baubetrieben üblichen Wochenmarken und die Wehrmachtsmarken zu 0,60 RM. mit dem Ueberdruck 1940 ihre Gültigkeit behalten und im Umlauf bleiben. Die Deutsche Arbeitsfront. Verwaltungsstelle 24. Detterau. Uebernahme aus der Hitler-Jugend in die Gliederungen. Am kommenden Sonntag nachmittag findet die feierliche Uebernahme von Angehörigen der Hitler- Jugend in die Gliederungen der Partei statt. Aus diesem Anlaß treten die Polittschen Leiter und die Stürme der Gliederungen um 15.45 Uhr in der Se-nckenbergstraße am Gebäude der SA.-Standarte an. Von dort erfolgt ein Propagandamarsch durch folgende Straßen: Hitlerwall, Schottstraße, Steinstraße, Neustadt, Bahnhofstraße, Horst-Wessel-Wall, Seltersweg, Neuenweg, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Kaiserallee zur Curtmannstraße, wo nach dem Aufmarsch der Formationen die Uebernahme der Angehörigen der HI. in die Reihen der Gliederungen erfolgen wird. Dabei werden Kreisleiter Backhaus, SA.-Brigadeführer Schwarz und HJ.- Bannführer T a e s l e r Ansprachen halten. Im Anschluß an die feierliche Uebernahme erfolgt der Abmarsch durch die Kaiserallee, wobei in der unteren Kaiserallee ein Vorbeimarsch vor dem Kreisleiter, dem Brigadeführer und dem Bannführer den Abschluß der Kundgebung bilden wird. ' 7 ei Fliegeralarm auk der Gtrahe. Während im allgemeinen die Volksgenossen bei Fliegeralarm sofort den Luftschutzraum aufzusuchen haben, gilt in einigen besonderen Fällen eine abweichende Regelung, über die die „Sirene" zur Klarstellung mitteilt: „Den Mitgliedern des Reichsluftschutzbundes ist der Aufenthalt auf Straßen und Plätzen während des Fliegeralarms selbstverständlich verboten. Dagegen dürfen die RLB.-Arntsträ- ger, soweit dies aus Gründen des Luftschutzes nötig ist. die Straßen auch während des Fliegeralarms betreten. Vielfach sind die örtlichen Lustschutzleiter dazu übergegangen, besonders befähigte und.tüchttge RLB.-Amtsträger zur Unterstützung der Polizei bei Fliegeralarm besonders einzusetzen. Diese Amtsträ- aer tragen dann oftmals Armbinden mit der Auf- fchrifi: „Streifendienst LA." Die Ab-kürzung LA. bedeutet „Luftschutz-Abschnitt". " Auf eigenes Risiko auf der verdunkelten Straße. Wenn jetzt allmählich wieder die Verdun-kelungs- zeit von Tag zu Tag länger wird, könnte auch die Gefahr der Verdunkelungs-Unfälle für Fußgänger auf den verdunkelten Straßen steigen. Es ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung, daß das Reichsversicherungsamt entschieden hat, daß ein durch einen Nachtunfall Betroffener sich nicht auf die Verdunkelung berufen kann. Die Verdunkelung bringt zwar gewisse besondere Gefahren unausweichlich mit sich. Mit diesen Gefahren hat aber jeder zu rechnen und sein Verhalten danach einzurichten. Sofern daher ein Unfall sich bet Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfatt hätte vermeiden lassen, liegt trotz der Verdunkelung grobes eigenes Verschulden vor, das zum Versagen des Schadenersatzes berechtigt. Erleichterung bei llebergrößen auch für Kleinkinder und Säuglinge. Wie der Reichsbeauftragte für Kleidung und verwandte Gebiete mitteilt, hat sich der Sonderbeauftragte stur die Spinnstoffwirtschaft damit einverstanden erklärt, daß die für Uebergrößen bei Knaben und Mädchen getroffene Regelung zur Kleiderkarte entsprechende Anwendung auf Kleinkinder und Säuglinge findet. Das bedeutet, daß nunmehr auch für Kleinkinder bzw. Säuglinge, für deren Körpergröße die auf der Kleinkinder bzw. Säuglingskarte abzugebenden Bekleidungsstücke nicht ausreichen, die entsprechende Anzahl von Punkten in Bezugscheine umgetauscht werden kann. Dieser Umtausch kann bei jedem Wirtschaftsamt bzw. jeder Kartenstelle erfolgen. Bei der Antragstellung muß das Kind persönlich anwesend sein. Das Wirtschaftsamt oder die Kartenstelle trennt die Punkte ab, wobei die Vorschriften üder die Fälligkeit der Punkte zu beachten sind. Schwarzblechdosen nur für Fleischkonserven. Erfahrungen in der Vorratswirtschaft haben ergeben, daß Konservendosen aus lackiertem Schwarzblech sich für die Gemüse- und Obstkonservierung nur sehr beschränkt eignen, während sie anderseits für die Konservierung von Fleisch und Wurst gut verwendbar sind. Die Leiter der Wirtschaftsgruppen Einzelhandel und Ambulantes Gewerbe haben daher, mit Ermächtigung des Reichswirtschaftsministers, in einer Anordnung bestimmt, daß Konservendosen aus lackiertem Schwatzblech (die durch ihre gelbbraune Färbung erkennbar sind) an Verbraucher nur für die Konservierung von Fleisch und Wurst abgegeben werden dürfen; ihre Abgabe zu Zwecken der Gemüse- und Obstkonservierung ist unzulässig. In Zweifelsfällen ist durch Vorlage von Schlachtscheinen der Nachweis der Verwendung zu erbringen. Gießener Wochenmarktpreise. *\® ießen, 26. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, kg 4, 5 kg 40, Wirsing, % kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 18, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 18 bis 20, Unterkohlrabi 7, Erbsen 22, Tomaten 16, Zwiebeln 12, Schwarzwurzeln 30, Rhabarber 10, Kürbis 7, Feldsalat (l/io) 10, Aepfel 15 bis 25, Falläpfel 4 bis 6, Birnen 15 bis 25, Zwetfcheu 14, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Rpf. ♦ ** N S.- F^ a u e n f ch a f t — Deutsches Frauenwerk, Gießen - Ost. Der Gemein- schastsabend für die Zellen 1, 2 und 3 ist heute Abend pünktlich um 20 Uhr rm Gasthaus „Germania". ** Kochkursus im Deutschen Frauenwerk. Am heutigen Donnerstag, 26. September, um 20 Uhr, beginnt der Mütterdienst inr Deutschen Frauenwerk einen Kochkursus in der Lehrküche des Deutschen Frauenwerks, Lindenplatz 11. Anmeldungen werden noch entgegengenommen. ** Dom Bund Deutscher Mädel, Unter- gau Wetterau (116), Stelle für Leibeserziehung, wird mitgeteilt: Betr. BDM.- und IM.- Leistungsabzeichen. Sonntag, 29. September, wird 25-km-Wandern und Zielwandern für das BDM.- Leistungsabzeichen durchgeführt. Wir treffen uns dazu pünktlich um 8 Uhr am Ludwigsplatz in Kluft. Für schlechtes Wetter bitte vorsehen. Evtl. Brot- beutelverpflegung mitbringen. Wir sind bis spätestens 14 Uhr wieder zurück. — Die zweite Stunde für den Kurzsanikurs ist am kommenden Dienstag, 1.10., pünktlich ab 19.30 Uhr im Moeserheim, zu dem sich am Abend selbst noch gemeldet werden kann. — Montag, 30. September, werden ab 17.30 bis spätestens 19.30 Uhr auf dem Universitätssportplatz die leichtathletischen Hebungen für das BDM.- und IM.-Leistungsabzeichen abgenommen. ** Verstoß gegen die Luftschutzp flicht und ihre st raftrechtlichen Folgen. Das soeben erschienene Heft der „Sirene" behandelt in einem Aufsatz aus berufener Feder die Lustschutz- dlenstpflicht, die Luftschutzsgchleistungspflicht und die Verpflichtung zu luftfchutzmäßigem Verhalten. Gleichzeitig werden die verwaltungs- und strafrechtlichen Folgen bei Verstößen gegen diese Luftschutzpflicht erörtert. Das Heft bringt außerdem praktische Luftschutzlehren. Ueber vorbildlichen Luftschutz in einem kleinen Dorf erzählt ein Bildbericht. Weitere Artikel berichten vom Einsatz des Berliner Selbstschutzes, vom Kriegseinsatz der RLB.-Amtsträger usw. Schweinemarkk in Hungen. * Hungen, 25. September. Auf dem heuttgen Schweinemarkt standen 180 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 18 bis 20 RM., 6 bis 8 Wochen alte 20 bis 25 RM., 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 RM. pro Stück. Bei flottem Geschäft wurde der Markt geräumt. Neues Krankenhaus in Wetzlar;. LPD. Wetzlar, 25. Sept. Die Stadt Wetzlar hatte zur Erlangung von Entwürfen für ein n e u e s Krankenhaus einen Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich fünf namhafte Architekten beteiligten und dessen Ergebnisse jetzt vorliegen. Mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde der Entwurf von Prof. Dr. S ch a ch n e r (Brünn), der die künstlerische Oberleitung des Krankenhausbaues übernehmen wird. Der Entwurf des Architekten C. I. Mangner in Wuppertal-Barmen erhiett eine besondere Anerkennung in Form eines zusätzlichen Preises. Das Projekt des neuen Krankenhauses wird von der Stadtverwaltung auch in der Kriegszeit planmäßig und mtt Energie weiterverfolgt. Es sind bereits Rücklagen von etwa 1,75 Millionen RM. für diesen Zweck vorhanden. G.A.-Gpori. ÄfB.-Reichsbahn Gießen. Mit gutem Erfolge nahm die Schützenabtekkung des VfB.-Reichsbahn Gießen an dem Einweihungsund Eröffnungsschießen der Reichsbahn-Sportgemeinschaft Gladenbach teil. Auf dem Schießstand stellten sich sieben Gruppen zum Kampf, den die 1. Mannschaft des BfB.-Reichsbahn Gießen mit 387 Ringen vot der Kriegerkameradschaft Gladenbach mit 356 Ringen für sich entscheiden konnte. Diese Gruppe stellte auch den besten Einzelschutzen des Tages bei 10 Schuß mit 106 Ringen. In dem anschließenden Einzel-Preisschießen war die Abteilung ebenfalls sehr erfolgreich; sie formte von 20 Siegern sieben stellen. Auch hier wurde der erfolgreichste Schütze von dem VfB.-Reichsbahn Gießen bei fünf Schuß mit 56 Ringen gestellt. Kurze Sportnotizen. Als deutsche Schwimmrekorde anerkannt wurden die Leistungen von Werner Plath (Berlin) über 800-m-Kraul in 10:21,7 (21. Juli in Budapest), über 1000-m-Kraul in 13:18,9 (14. Juli in Berlin) bzw. 13:05,2 (21. Juli in Budapest), ferner die 1500-m-Kraulzeiten von List Jacak (Wien) mit 24:26,7 (5. August in Wien) und Vera Schäserkordt mit 23:29,4 Minuten (11. August in ihrer Heimat Düsseldorf). Die deutsch-italienischen Fußballkämpfe in Berlin und München wurden zu einem glänzenden Erfolg. In der Reichshauptstadt siegten die Gastgeber über Malland mit 3:2 (2:2), in München behielt Rom über Münchens Stadtekf mtt 1:0 (1:0) die Oberhand. E i n Fußball-Pokalwettbewerb um den Preis des Generalgouverneurs Dr. Frank wttd im Generalgouvernement durchgeführt, beteiligt find außer den deutschen Turn- und Sportvereinen auch die ukrainischen Vereine. Die Südwest-Fußballelf zum Refchs- bundpokalkampf gegen Ostmark am 6. Oktober in Frankfurt a. M. steht wie folgt: Eigenbrodt (Offenbach); Harter (Offenbach), Schmitt (Saarbrücken); Böttgen, Lautz (beide Frankfurt), Rößler (Frankenthal); Kircher, Wirsching (beide Frankfurt), Walter (Kaiserslautern) oder Bös (Frankfurt), Schmidt (Frankfurt), Göhlich (Offenbach). Einige Hebe Trauungen gab es bei den reichsoffenen Leichtathletikkämpfen in Krefeld. Stöck mußte sich mit dritten Plätzen im Speerwerfen und Kugelstoßen begnügen, ebenso wurde Mehlhose über 1500 Meter nur Dritter. Die Frankfurter Dreispringer Munding und Gleim wurden von dem Dessauer Schwenke mit 14,85 Meter übertroffen. Doppelsieger wurde Scheuring über 100 Meter in 10,8 vor Kersch und 200 Meter in 22 Sekunden. Erika Bieß war bei den Frauen zweimal erfolgreich. Gießen, Bad-Nauheim, den 25. September 1940. Die Trauerfeier findet in der Stille statt 1290 D Heute entschlief sanft unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Onkel Die trauernden Hinterbliebenem Marie Jughard, geb. Häuser Emilie Dörner, geb. Häuser Christian Jughard Heinrich Dörner sowie Enkel und Urenkel. Herr Jakob Häuser im Alter von 86 Jahren. Kriegerkameraiiscliatt 1874 Gießen Am Dienstag, dem 24. Sep- tember 1940, verschied plötzlich unser langjähriges Mitglied Kamerad Wilhelm Luft Aliceni^traße 42. Die Beerdigung findet Ffeitag, den 27. September, 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. — Um zahlreiche Beteiligung bittet 428