Montag,2b.AuguftM0 auch bei Widiterfchetnen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Ubr desVormittagS Anzetgen-Preife: Anzeigenteil 7 Rpf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 60 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25u/o mehr Sernsvrechanschluk 2251 Druck und Verlag: BrüblfditUniDerfttäbOrudereiB.Eaigt General-Anzeiger für Oberheffen ^«ietzen^chiilftratze 7-9 190. Jahrgang Ht.201 JQä ä ▲ w q M ■ Gießener Anzeiger Vei den Lufikämpfen am Sonntag 51 Flugzeuge abgeschoffen. Berlin. 26.Aug. (DRB.) wie das DRB. von unlerrlchleter Seife erfährt, entwickelten sich b ei den Bombenangriffen am Sonntag, die in überraschendem Dorsloh tro n den Luftflotten 2 und 3 mit Teilkräften gegen den Süd- westen der britischen Insel durchgeführt wurden, mehrere große L u f t k ä m p f e. Im Laufe dieser Kämpfe wurden 51 feindliche Jlug- zeuge abgeschoffen. 12 eigene Flugzeuge werden vermißt. Zerstörer schützen deutsche Vomberaeschwader. DNB. ......, 25. Aug. (PK.) Tagelang saßen wir wie auf heißen Kohlen — bis gestern früh der die Spannung lösende Telephonanruf kam: „X.30 Uhr startfertig an den Maschinen!" Da kommt Bewegung in die fliegenden Besatzungen. Kein Wunder: bisher trugen nur vereinzelt Kampfflugzeuge unseres starken Verbandes Bomben nach Großbritannien — heute aber sind alle dabei: wir fliegen den erwarteten Angriff, den ersten auf Mittelengland! 10, 20, 30, 40, 50 .... unzählige Male hebt und senkt sich der Arm des diensttuenden Offiziers — jede Armsenkung das Zeichen zum Start für ein mit Bomben schweren Kalibers beladenes Kampfflugzeug. Das Wasser unter uns sieht nicht sehr gemütlich aus, die graue See brodelt von gischtenden Wellen. Zuerst peitscht für Sekunden Regen gegen unsere Kanzel — wir fliegen dicht unter einer Wolkendecke, die Minuten später Staffel auf Staffel durchstößt; ein packendes Bild, als zahllose Propeller sich ourch Wolken in den stahlblauen Aether hineinfressen. Unaufhaltsam steigt der Höhenzähler, mehrere tausend Meter sind wir schon geklettert. Die Temperatur sinkt ständig.. Roch 60 Kilometer bis zur englischen Ostküste. Aus der Ferne nähern sich pfeilgeschwind Punkte — wenig später sind sie da: oeutsche Zerstörer, die unseren Verband ständig umkreisen. Soweit das Auge reicht: Kette an Kette, Staffel auf Staffel, kampfstarke Gruppen sind zum vernichtenden Angriff unterwegs. Zn der Ferne erkennen wir bereits die Umrisse des englischen Küstenraumes, zahlreiche Wolkenlöcher lassen genügend Sicht zur Orientierung. Unsere Zerstörer brausen plötzlich nach Süden ab, sie haben eine Staffel englischer Jäger ausgemacht, die sich auf den anfliegenden Kampfverband stürzen wollte. Im Ru ist eine heftige Luftschlacht entbrannt. Aus der Wanne, den rechten Zeigefinger am MG.-Abzua, beobachte ich einen heftigen Kurvenkampf, Tausende von Meter über der englischen Erde. MG. Garben zischen durch die Luft, die sich nach und nach mit unzähligen kleinen schwarzen Puloerwölkchen anfüllt. Sekunden später stürzt eine Spitfire mit starker schwarzer Rauchfahne brennend ab. Die atemlose Jagd von englischen Jägern und deutschen Zerstörern nimmt ihren Fortgang, während wir ruhig unseren Kurs weiter fliegen, hin zum Bombenziel. Unter uns eines unserer Ziele. Unerbittlich rasseln Bomben zur Erde. Rauch und Feuersäulen schießen hoch, vorn, hknten, links und rechts von jedem Kampfflugzeug regnen förmlich die Bomben zur Erde: Tausende von Brandbomben, Hunderte von Bomben aller Kaliber. Der Flug geht weiter, wir haben heute noch ein paar Ziele: Middlesbrough, Billingham ... Inzwischen haben die Luftkämpfe über und unter uns an Heftigkeit zugenommen. Oftmals sehen wir einen Zerstörer im Kampf mit mehreren Spit- fires, oftmals aber auch sehen wir englische Jäger rauchend in die Tiefe trudeln. Hin und wieder versuchen S^itfires und Hurricane links und rechts einen „Außenseiter" unserer Staffeln anzugreifen, Kampfflugzeuge, die den Schutz unseres Verbandes bilden. Auf die Jäger richten sich dann Hunderte von Maschinengewehren, die dem Feind ihre Kugeln entgegenspucken. Unser Kampfflugzeug hatte minutenlang einen hartnäckigen englischen Jäger im Nacken, der immer wieder zum Angriff ansetzte, wir feuerten aus allen Rohren, aus der Kanzel, aus dem Heckstand, aus der Wanne. Links und rechts von uns stehen schon zahlreiche leere Trommeln, Patronenhülsen liegen in Massen am Boden, von allen Seiten MG.-Feuer. Plötzlich ein freudiges Hallo aus dem Heckstand: Der Wehrmachisbericht vom Sonntag. Berlin, 25.Aug. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Luftwaffe fehle am 24.8. die p l a n m ä h i g e Zerstörung kriegswichtiger Anlagen des Feindes mit großem Erfolge fort Deutsche Fliegerverbände stießen gestern überraschend gegen die britischen Inseln vor. Dabei gelang es, Unterkünfte, hallen, Werkstätten und Lager auf den Flugplätzen Borthweald, hornchurch, Wanslon, Canterbury und Ramsgate weitgehend zu zerstören. Der Kriegshasen von Portsmouth wurde mit zahlreichen Bomben, darunter solchen schwersten Kalibers, belegt und die Hafen- und IBerftanlagen in Brand gesetzt. Unsere Kampfflieger warfen ferner Bomben auf Great parmoulh, wo Lagerhäuser und Schuppen in Flammen aufgingen, sowie auf Truppenunlerkünfle in der Rühe von Dover. 3m Laufe des Tages kam es zu mehreren heftigen Luftkämpfen, in denen unsere Jagdflieger wiederum ihre Ueberlegenheit beroiefen. Zahlreiche nächtliche Angriffe unserer Kampfflieger hatten erhebliche Zerstörungen in den Hafenanlagen von B r i st o I, Brände und Explosionen im Großöllager von Thameshaven sowie starke Beschädigungen in verschiedenen Werken der britischen FI u g i n d u st r i e, u. a. in Derby, Birmingham, Kingston und Rochester zur Folge. Das Verminen englischer Seehäfen wurde fortgefetzl. Britische Flieger warfen in der Rächt zum 25.8. in Rord-, West- und Südwesldeulschland Bomben auf freies Gelände und in Wohnviertel von zwei südwestdeulschen Städten. In einer Stabt wurden mehrere Wohnhäuser getroffen, zwei Zivilpersonen getötet und zwei verletzt. An einer anderen Stelle zerstörte eine Bombe ein Gebäude, in dem Kriegsgefangene untergebracht waren. Acht von ihnen wurden verletzt. „Spitfire abgeschoffen." — Trudelnd, mit einer schwarzen Rauchfahne hinter sich, verschwindet der Tommy unter den Wolken. Das ist der zweite Abschuß unserer Besatzung innerhalb kurzer Zeit. Inzwischen sind die Jäger vertrieben worden, mit dem Rest haben unsere Zerstörer reinen Tisch gemacht. Dafür ballert jetzt die Flak wütend auf unseren Verband los. Ueberall in der Nähe der Flugzeuge stehen schwere Rauchballen, sie zeigen an, wo Flakgranaten krepierten. Kurz vor Verlassen der englischen Küste, nachdem wir fast zwei Stunden ununterbrochen die Bomben der einzelnen Kampfflugzeuge fallen sahen, läßt die Spannung nach; die Ziele wurden gefunden — und gut getroffen. Explosionen an allen Ecken und Enden. Mittelengland hat die Wucht der deutschen Luftangriffe kennengelernt. Die Gesarnlverlusle des Feindes betrugen gestern 64 Flugzeuge, von denen 57 im Luftkampf und 7 durch Flak abgefchoffen oder am Boden zerstört wurden. 20 eigene Flugzeuge werden vermißt. Ein Unterseeboot versenkte einen britischen Zerstörer der Viscont-Klasse und einen Handels- b a m p f e r von 7000 BRT. aus einem stark gesicherten Geleilzug heraus. „Schwere Schlage." Stockholm, 25. Aug. (Europapreß.) Die Angriffe der deutschen Luftwaffe auf militärische und für die Blockadeführung wichtige Objekte an der Küste Englands sind selbst nach britischen Angaben, die im neutralen Ausland verbreitet werden, recht erfolgreich. In dem täglich von der hiesigen diplomatischen Vertretung Englands herausgegebenen Informationsdienst wird am tzonntag zu den letzten Luftangriffen auf der Kanalküste und ihre für die Versorgung Englands lebenswichtigen Häfen fest- gestellt: „Die Städte und Häfen an der Südküste haben zweifellos schwere Schläge erlitten." Es ist auch die Feststellung eines schwedischen Maschinisten von Interesse, der auf dem auf Englandfahrt rersenkten Helsingborger Dampfers „Birgitta" Dienst tat und jetzt von England heimkehrte. Er beschreibt seine Ausfahrt aus dem Hafen von London mit dem einen Satz: „Es wimmelte von Schiffswracks in der Themsemündung." — Die englischen Behörden haben die Räumung verschiedener Ort der Küste von Kent zwischen Folke- stone und Sandwich durch die Zivilbevölkerung angeordnet. Weiter soll die Seeschiffahrt angewiesen worden sein, an heiteren Tagen keine Fahrten zu unternehmen und möglichst das schlechte Wetter auszunutzen. Ferner soll sie die Reisen in kurzen Etappen während der Nacht durchführen und den Aufenthalt in größeren Häfen vermeiden. Britische 2Runbfunflügcn. Ber 1 in, 24. August. (DNB.) Der britische Rundfunk gab am 23. und 24. August 1940 bekannt, daß Deutschland in der Nacht zum 23. und zum 24. August Luftangriffe a u f die Vorstädte Londons unternommen habe. Hierzu wird amtlich fest- planmäßige Zerstörung kriegswichtiger Anlagen. Bomben schwersten Kalibers auf den Kriegshafen von Portsmouth. Weiteres Verminen englischer Seehäfen. Englische „Offensive". Don unserer Berliner Schriftleiiung. In der englischen Presse, im englischen Rundfunk, im englischen Parlament, überall, wo die englischen Plutokratten Lärm machen oder Lärm machen lassen, hat mit einer noch nie erlebten Geschwätzigkeit bie große Office gegen — Deutschland begonnen. Allerdings, nicht mit der Grand Fleet, nicht mit Bombengeschwadern, auch nicht mit den englischen Truppen, die in Norwegen und Flandern getürmt sind, sondern mit frecher Lüge und prahlerischen Reden. Angeblich soll die erste Phase des Kampfes der Schlacht über und in England gewonnen worden sein, natürlich von der Royal Air Force. Angeblich sollen über 1000 deutsche Flugzeuge abgeschossen und ihre Trümmer zu großen Haufen gekehrt worden sein. „Daily Mail" leistet sich sogar einen Leitartikel mit der Überschrift: „Es geht aufwärts." Dreist und unverschämt wird darin gesagt, die Wahrheit schlage die Dichtung, die deutsche Propaganda habe ihren Kurswert auf dem internationalen Markt verloren. Das und vieles andere ist nicht unmittelbar entstanden, ist vielmehr das Werk einer Regie, in der die Engländer allerhand leisten. Im Kriege von 1914/18 war diese Regie den Gebrüdern Harms- worth anoertraut, von denen der eine als Lord Northcliffe als Beherrscher der „Times", der andere als Lord Rothermere von der „Daily Mail" bekannt geworden sind. Heute wird die Regie von Churchill selbst und Duff Cooper besorgt. Es sind tolle Sachen, die sie starten, wie die unablässigen Meldungen über die frei erfundenen Erfolge der Royal Aix Force. Daß diese Meldungen für sich allein Glauben finden können, nimmt selbst Churchill nicht an, weshalb er noch einiges hinzutut, wie den Einfall, noch einmal Pferderennen zu veranstalten oder ausländische Journalisten auf Besichtigungs- reifen zu schicken. Es braucht nicht noch einmal gngeführt zu werden, was alles von London aus in diesem Kriege gelogen worden ist. Wohl aber ist es notwendig, darauf hinzuweisen, daß dies verlogene System eines der Mittel ist, mit dessen Hilfe das Empire zusammengehalten wird. Die englische Plutokratie, die das Empire regiert, fürchtet nichts so sehr wie einen Prestigeverlust. Sie wird wissen, warum, denn im Empire sieht es durchaus nicht überall so aus, daß alle Teile fest entschlossen sind, mit dem Mutterland zu siegen oder unterzugehen. Also müssen Erfolge, die nicht da sind, erfunden werden. Unter keinen Umständen darf die englische Plutokratie so etwas wie eine Niederlage zugeben. Wie massiv von London aus über den ganzen Erdball hinweg gelogen wird, das zeigt die Tatsache, daß die Zeitungen, die in Ostasien, in Jbero- Amerika, aber auch im Nahen Osten mittelbar ober unmittelbar durch jüdische Journalisten und durch englisches Geld beeinflußt werden, unentwegt darauf los lügen. Als im Mai und Juni die militärische Kraft Frankreichs zerbrochen wurde, als die Engländer von Dünkirchen aus zerschlagen und zerrüttet über den Kanal flüchteten, veröffentlichte „The Japan Times & Mail" in Tokio, eine große und vielbeachtete Zeitung, Tag für Tag Meldungen, die gestellt, daß die Angriffsziele, welche sich die deutsche Luftwaffe in diesen Nächten in der Umgebung von London ausersehen hatte, Flugplätze außerhalb des Weichbildes der britischen Hauptstadt waren. In diesem Zusammenhang wird in Erinnerung gebracht, daß es bie Briten selber waren, bie als erste, nämlich in der Nacht vom 21. zum 22.6.1940, ihre Bomben auf Babelsberg, eine militärisch völlig bebeutungslofe Dorstadt Berlins, abwarfen. Bilder von den erfolgreichen deutschen Lustangriffen auf britische Flugplätze. ■ iW ■ I t > ’i* ■VT v WXr. I w,v. \ xX' • M <• ■Fr* . U VW V V- - ix - ■ --- • I xrj MK. Up Webrmackt meldete kürzlich, daß u. a. b e i H a w k i n g e „Hallen, Werftanlagen und Unterkunftsgebäude zerstört" seien. Wie umfangreich diese vernichtenden Schläge der Luftwaffe WtoeTe®tennen, die den britischen Flugplatz chawkinge bei Dover linke vor und rechts nach dem Ängrisf zeigen. Bon 8 Flugzeughallen (1-8) wurden 6 reichtet JS’ " Alki- h(?r groben Werfthalle (9) durch Volltreffer zerstört. Ein schwerer Bombentreffer ging mitten in bie Unterkünfte (10), und auf dem Rollfeld find zahlreiche Bombentrichter zu v’"’0/» wie reajie 1 erkennen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Die britische Lustbasis aus Mita bombardiert Belgiens Reorganisation den französischen Kolonien, besonders t n Die Zentralbank der Türkei mußte, um des im« , Ihre ZurückMrung dürste noch längere geheuren Andrangs Herr zu werden, sogar einen (X* Algier. Offensive aufgehalten. Es gefangene Engländer in Engländern die deutsche gab um diese Zeit nur Nordfrankreich! den ab- Rom, 21 Aug. Der italienische Wehrmachts- bericht vom Samstag hat folgenden Wortlaut: In Nordafrika ist der Flugplatz von S i d d i Barrani in der Nacht zum 23. heftigen und lang andauernden Luftbombardierungen unterzogen worden, ebenso feindliche Verteidigungsstellungen in der Zone von Wersa Watruk und die Flottenbasis von Alexandrien. Ueberall wurden beträchtliche Wirkungen erzielt und ausgedehnte Brände beobachtet. Alle unsere Flugzeuge sind zu den Stützpunkten zurückgekehrt. 3m Golf von Bomba hat eine feindliche Formation von Torpedoflugzeugen eines unserer U-Boote, das aus der Reede ausfuhr, mit einem Torpedo getroffen. Der größte Teil der Besatzung das Gegenteil von dem behaupteten, was sich in Frankreich und Belgien zugetragen hatte. Noch am 10. Juni, also unmittelbar vor der Kapitulation Frankreichs, meldete „The Japan Times", daß die Franzosen an der Somme-Linie noch immer siegreichen Widerstand leisten. Zwei Tage früher, am 8. Juni, hatte diese Zeitung auch die Meldung gebracht, die Franzosen hätten gemeinsam mit den Die Eroberung des GomaMandes Oer Abschlußbericht des italienischen Oberkommandos. Der italienische Bericht vom Sonntag. Rom. 25.Aug. (DNB.) Der ilalienische Wehrmachtsbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut: Lines unserer Luftgeschwader hat die Luft- basis von halfar auf Malta bombardiert. 10 englische Jagdflugzeuge, die bereits aufgestiegen waren, haben die Aktionen zu verhindern versucht, ind aber sofort von unseren begleitenden 3agd- liegern angegriffen worden. Ls kam zu einem heftigen Luftkampf, in dessen Verlauf vier englische und eines unserer Jagdflugzeuge abgeschossen wurden. 3n Nordafrika sind zwei englische Zerstörer, die mit einer nächtlichen Beschießung gegen Porto begonnen hatten, von unseren sofort eingreifenden Bombenflugzeugen angegriffen und in die Flucht geschlagen worden. Weitere Luftangriffe sind von unseren Formationen gegen motorisierte feindliche Abteilungen zwischen Siddi Barrani und der Lyre- naika-Grenze durchgeführt worden, drei Panzerwagen wurden hierbei zerstört. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Lin feindlicher Luftangriff auf Tobruk hat fünf Tote gefordert und sehr geringe Sachschäden verursacht. Nachträglichen Erhebungen zufolge sind während der feindlichen Aktion auf Tobruk, wie im Wehrmachtsbericht vom 20. August gemeldet wurde, von der Marineflak zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen worden. 3n Ostafrika haben unsere Luftgeschwader von Garissa und Waijr (Kenia) und feindliche Stellungen in Daga River Post (unterer Sudan) bombardiert. Feindliche Luftangriffe haben in der vergangenen Nacht gegen Piemon.t und die Lombardei stattgesunden. Die feindlichen Flugzeuge, die wie immer von der Schweiz herkamen, sind von unseren Jagdflugzeugen in die Flucht geschlagen worden, nachdem sie drei Bomben in der Nähe von A n i o n a (Borgosesia) und drei Bomben in der Nähe von Alessandria fallen liehen, wobei eine Bauernhütte in Brand geriet. In M a - riano Lonenso hat es zwei Tole unter der Bevölkerung gegeben, und an Wohnhäusern wurde leichter Schaden verursacht. Zusammen mit Bomben wurden die üblichen Flugblätter geworfen. Ser italienische Bericht vom Samstag. Bombardierung der Flottenbasis von Alexandrien. gen endgültig erobert worden. Die Eroberung verwirklicht jene Einheit d e r S o m a 11 • Völker unter d e r Flagge des saschrsti- s ch e n Italiens, die seit langem em glühender Wunsch jener Bevölkerung war, wie dies die zahlreichen während des Verlaufes der Aktionen stattgefundenen Unterwerfungen klar beweisen. Gleich, zeitig mit der fortschreitenden Besetzung der bedeutendsten Zentren, die einst englische Verwaltungssitze darstellten, haben die Regierungsbeamten der Verwaltung von Jtalienisch-Ostafrika ihre verwaltungstechnische Tätigkeit zur großen Befriedigung der Bevölkerung begonnen, die weiterhin herbeiströmt, um ihre Unterwerfung zu erklären und der italienischen Regierung Ehrenbezeugungen zu er- weisen." Bevölkerung belagert würden, um die englischen Pfundnoten loswerden zu können. trachteten, das von unserer Luftwaffe wiederholt bombardiert wurde. Am 19. August drangen unsere Truppen in Berbera ein. Während der Operationen haben wir einige hundert Kraftfahrzeuge und automatische Waffen, zahlreiche Artillerie- und Panzerwagen ungeheuere Mengen Munition, Lebensmittel, Pionier- und Sanitats- material erbeutet. Außerdem haben wir einige hundert Mann reguläre Truppen und alle soma- lichen Truppen gefangen genommen, die sich auf rund 1000 Mann belaufen. Diese Truppen waren zum Schutz der Einschiffung der Engländer eingesetzt und dann ihrem Schicksal überlassen wor- den. Die Säuberungsaktion geht weiter. Durch die Tüchtigkeit der Führung und die Tapferkeit der Truppen ist Britisch-Somaliland in kaum!7Ta- den Woche alle Angehörigen des belgischen Heeres, die sich noch in Frankreich befinden, zurückgeschafft sein werden. Aber es gibt noch belgische Flüchtlinge in den französischen Kolonien, besonders i n die Aktionen rasch fort und besetzte am 5. August i Zeila, während sie eine Nebenkolonne nach Dobo i zu entsandte. Die Gruppe de Si m o n e besetzte zwischen dem 3. und 5. August das wichtige Zentrum G a r g h e i s a , wobei sie die feindlichen Streitkräfte auf die rückwärtigen Positionen zurück- . warf unter dichter Verfolgung durch unsere Vorhuten. Die Kolonne Bertello erreichte nach Ueberwindung großer Terrain- und klimattscher Schwierigkeiten C a d u e i n a , wo die englische Be- 1 satzung von unserer Luftwaffe verfolgt und mit MG.-Feuer beschossen wurde. Am Abend des 6. August waren die Operationen der ersten Phase, die den Kontakt mit dem Feinde Herstellen sollten, nach Ueberwindung großer Nachschubschwierigkeiten beendet. Im Zentrum organisierte die Kolonne de Simone, in dem sie die Fühlung mit dem Feind aufrechterhielt, den Stützpunkt von Hargheisa trotz aller Schwierigkeiten, die besonders durch die ununterbrochenen Platzregen in der ganzen Harrar- zone verursacht wurden, und die die Karawanenstraße von Gigiga nach Hargheisa in einen regelrechten Sumpf verwandelt hatte. — Der Feind hatte sich, von den Vorhuten de Simones ständig I bedrängt, inzwischen auf die im voraus zur Verteidigung eingerichteten Stellungen auf die Gebirgspässe, die nach Berbera führen, zurückgezogen. Unseren Vorhuten war es gelungen, bis an die Aufstellungen der feindlichen Hauptmacht heranzukommen, nachdem sie den Widerstand der feindlichen Streitkräfte auf weiter vorausgelegenen Stellungen niedergerungen hatten (so vor allem am Paß Karrin und am Paß Godajere). Sie hatten damit feststellen können, daß das Verteidigungssystem des Feindes sich über 20 Kilometer durch schier unüberwindlich erscheinende Gebirgskämme dahinzog, das in zahlreichen Sperrforts bestand, die sich gegenseitig durch ihr Kreuzfeuer unterstützten und durch ihre topographische Anlage, durch doppelte Stacheldrahtverhaue und viele Feldkasematten unüberwindlich stark erschienen. Der Angriff begann am Nachmittag des 11. August, vorbereitet und unterstützt durch die Aktionen der Luftwaffe, die unter dem Befehl von Luftbrigadegeneral C o ll a l ti in aufeinander folgenden Wellen die Verteidigungsstellen des Feindes bombardierte und mit Jagdflugzeugen die Flugstützpunkte des Feindes mit Maschinengewehrfeuer angriff. Der iFeind leistete unter Ausnutzung seiner Verteidigungsstellungen jedoch heftigen Widerstand. Trotz der kli- I malischen und Terrainschwierigkeiten gelang es I unseren heldenhaften Truppen durch kluge Manöver I unb indem sie ihre Anstrengungen besonders auf die I Flügel konzentrierten, mit wirksamer Unterstützung «durch Artillerie und Luftwaffe methodisch vorwärtszukommen. Sie durchbrachen nacheinander die feind- ! lichen gut ausgebauten Stellungen. Am 15. August eroberte die 15. Brigade nach einer heftigen Luftbombardierung die durch Artillerie sturmreif geschossenen letzten Verteidigungsstellungen auf beiden Seiten der Fahrstraße nach La Faruk. Im Fort Nr. 1 wurden I allein 13 Ofsiziere und andere englische Militärs gefangen genommen, während in seinem Innern I über 200 Tote eines rhodesischen Bataillons auf« I gefunden wurden. Gleichzeitig umging die zweite Brigade nach Durchbrechung oer letzten feindlichen I Widerstandsstellungen den rechten Flügel des Feindes. In der Nacht zogen sich die Engländer zurück und hinterließen Hunderte von Toten. Zahlreiche Soldaten wurden gefangen genommen und eine I große Menge Material, darunter auch Geschütze, wurde erbeutet. Nach vier Tagen erbitterten Kamp- I fes war das englische Derteidigungssystem vollkom- I men überrannt. Die Gruvpe de Simone traf bei La Faruk auf das zwei t e Der t e.i d i gu n g s sy st e m , das gleichfalls in stärkster Weise mit Stacheldraht, Schützengräben und Kassematten bestückt war, worauf sich die geschlagenen feindlichen Truppen zurück- entfernt liegenden Ortschaften kamen und hierbei durch die Regenzeit unwegsam gewordene Straßen überwinden mußten, ihre Ausgangsstellungen erreicht. In der Nacht zum 3. August überschritten alle Kolonnen die Grenze. Diese hatten viele Abteilungen, besonders die der Kolonne Bertello, nach langen und ermüdenden Märschen erreicht, die für gewisse Einheiten ununterbrochen acht Tage durch ein schwieriges, völlig wasserloses Wüstengelände gedauert hatten. Die Gruppe B e r t o l d i besetzte, nachdem sie den feindlichen Widerstand rasch gebrochen hatte, mit Dem Gros ihrer Truppen am 3. August Dabat und mit einer anderen Abteilung Mada, während eine Nebenkolonne Gireh erreichte. Sie setzte England hat von der deutschen Luftmacht harte und spürbare Schläge erhalten. Das wird, militärisch gesehen, was allein entscheidend ist, dadurch bestätigt, daß, wenn die Royal Air Force nicht schwer geschlagen worden wäre, wenn sie statt dessen Siege erfochten hätte, selbst zur Offensive wurde gerettet Das U-Boot wird wieder gehoben werden können. Lin feindliches Flugzeug ist abge- fchoffen worden. 3n Oflafrika haben unsere Luftformationen eine wirksame nächtliche Bombardierung des Flugplatzes von Khartum durchgeführt, wobei beträchtliche Zerstörungen an Flugzeugschuppen und ein großer Brand verursacht wurde. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt Der Feind hat Luftangriffe, auf Wafsaua, Berbera und Debet ausgeführt, of)n' Opfer noch Schaden zu verursachen. Wieder englische Grenzverletzung der Schweiz. Basel, 26. August. (Europapreß.) Infolge der neuerlichen Grenzverletzungen durch englische Flieger • gab es in der Nacht zum Sonntag in Bern einen zweifachen F l i e g e r a l a r m. Der erste dauerte von 23.10 Uhr bis Mitternacht, der zweite von 0.45 bis 1.45 Uhr. Das Motorengeräusch der Flugzeuge war deutlich vernehmbar. Der Einflug der Maschinen war über dem Pruntruter Zipfel erfolgt. Die schweizerische Gesandtschaft in London ist beauftragt worden, unverzüglich energischen P r o t e st zu erheben gegen die Verletzungen des schweizerischen Luftraumes, die in der letzten Nacht in M i fj• ach tung der durch die britische Regierung an 20. August gegebenen Zusicherungen begangen wurden. Englische Niederlage an der libyschen Grenze. Kopenhagen, 24.August. (Europapreß.) Aus Stockholm wird gemeldet: Die englischen Streitkräfte, die seit Wochen vor dem italienischen Fort Ca» puzzo in Libyen operieren, haben, wie in Kairo bestätigt wird, eine schwere Niederlage ein- stecken müssen. Vor etwa drei Wochen leiteten sie gegen diese italienische Stellung eine Offensive ein und bedienten sich dabei einer ansehnlichen lieber- macht an Flugzeugen und mehreren Zügen schwerster Artillerie. Die italienischen Streitkräfte zogen sich vorübergehend von den Außenposten des Forts zu- rück, haben jedoch in den letzten Tagen durch schwere Angriffe gegen die zahlenmäßig stärkeren englischen Linien den Feind geworfen, und sämtliche Posten wieder besetzt. In Kairo wird bestätigt, daß die Italiener durch die englischen Truppen nicht von der Besetzung haben abgehalten werden können. Oie Lage in Aegypten. Rom, 24. Aug. (Europapreß.) Zur Laae in Aegypten schreibt „Popo-lo di Roma", die gehässigen englischen Vergewaltigungen Aegyptes nähmen von Tag zu Tag zu. Das jüngste Vorgehen Englands enthalte eine ausgesprochene Vergewaltigung t> e r ägyptischen Verfassung. Die Entsetzung König Faruks vom Oberkom- mando des ägyptischen Heeres komme einem Raub seiner Vorrechte gleich. In der Tat hätten die Engländer gegen den Willen des Königs die Entsendung ägyptischer Truppen an die Front durchgesetzt. Entsprechend dein Volkswillen in Aegypten, keine ''feindseligen Handlungen gegenüber Italien zu begehen, seien diese Truppen bisher im Innern des Landes zurückgehalten worden. Dieser neue von England auf den König und das ägyptische Volk ausgeübte Zwang bezwecke, Aegypten in den Krieg zu trei- b e n. Man müsse sich jedoch fragen, wie London Vertrauen zu Truppen haben könne, die es auf diese Weise zwingen wolle, zu kämpfen. • Berlin, 24. Aug. (DNB.) Der Oberbefehlshaber gezogen hatten und wohin die letzten in Britisch- der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, Somaliland verfügbaren Verstärkungen zusammen- hat für die Kriegsmarine die Einführung eines be- gezogen worden waren. Am 18.' August wurde auch sonderen Zerstörer-Kriegsabzeichens angeordnet zur dieses letzte englische Bollwerk frontal angegriffen, (Erinnerung an die vor Narvik und auf erfolg- auf den Flügeln umgangen und überreichen Englandfahrten unter Führung des Commo- rannt. Indische Bataillone versuchten vergebens, dore B o n t e geleisteten Heldentaten unserer Zer- sich durch erbitterte Gegenangriffe von unserem störerbesatzungen. Eine Verleihung des Abzeichens Drucke zu befreien, um dann in Richtung Berbera kommt zunächst den Besatzungsangehörigen der in zu fliehen. General Nasi schickte jetzt die motori- Narvik eingesetzten Zerstörers, später auf Grund be- fierten Kolonnen aus Polizeieinheiten von Jtalie- fonberer Leistung auch an alle übrigen Besatzungs- nisch-Ostasrika für die Auswertung des Erfolges angehörigen von Zerstörern, Torpedobooten und nach Berbera vor, während die Engländer in regel- Schnellbooten in Frage. Das Abzeichen, das aus loser Flucht, nach den zwecklosen Anstrengungen, einem die See zerteilenden Zerstörer in einem gelbe- den europäischen Teil von Berbera in Brand zu nen Eichenlaubkranz mit Hoheitszeichen besteht, wirb stecken, in aller Eile sich auf dem letzten im Hafen wie das U-Boot-Kriegsabzeichen 1939 getragen« I verbliebenen Kriegsschiff tu Sicherheit zu bringen Zeit in Anspruch nehmen. Die belgischen Kriegs^ gefangenen in Deutschlanb sind bereits seit Anfang August amtlich erfaßt. In den belgischen Stäbten treffen laufenb Transporte von Kriegsgefangenen aus Deutschland ein. Alle berichten von der guten Behandlung, die sie in Deutschland erfahren haben. Die Zahl der belgischen Arbeiter, die sich zur Arbeit nach Deutschland melden, vergrößert sich. In der vergangenen Woche sind 22 000 belgische Arbeiter nach Deutschland abgefahren. Alle Briefe der Belgier, die als erste den Versuch machten, auf bas deutsche Angebot einzugehen, sind des Lobes voll über bie guten sozialen Einrichtungen in Deutschlanb, die ben belgischen Arbeitern bisher völlig unbekannt waren. Flucht aus dem Pfund. Lissabon, 25. Aug. (DNB.) Am Samstag lief in Lissabon die Frist für ben Umtausch englischer Pfundnoten in Escubos ab. Der Andrang der Pfundverkäufer an den Bankschaltern war in ben letzten Stunden beängstigend. Diele hunderttausende englische Pfund wurden an den Kassen präsentiert, besonders von englischen, französischen, holländischen, belgischen und polnischen Flüchtlingen, von denen Lissabon überfüllt ist. * Auch aus Istanbul berichtet „Popolo dl Roma", daß die Kassenschalter der Banken von der Rom, 24.Aug. (DNB.) Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt einen zusammen- fassenden Bericht über die militärischen Operationen im früheren Somaliland, in dem es heißt: „Im allgemeinen Rahmen des englischen Imperiums hatte Britisch-Somaliland einen vorzüglichen strategischen Wert für bie Beherrschung der Verbindungen zwischen dem Roten Meer v v und dem Indischen Ozean, in dem es mit Aden und dessen Siege erfochten hätte, selbst zur Offensive Perim ein System zur Schließung der Meerengen hätte übergehen können ober müssen. Soweit es in oon Bab-el-Mandeb bildete. Der italienische Ope- England militärische Kreise gibt, die über Sachver- rationsplan sah den Einsatz von sieben Kolonial- ständnis verfügen, wissen sie, baß die Maßnahmen brigab-en vor. Diese Streitkräfte unter dem Befehl des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht so des Armeekommanbanten Nasi waren in brei angelegt sind, daß sie den Sieg für Deutschland Gruppen aufgeteilt: Die linke Gruppe unter bem gewährleisten. Wäre es anders, so hätten sich bie Befehl bes Armeekorpsgenerals Bert old i. bie englischen Truppen nicht auf bie Insel zurückwerfen Zentralgruppe unter bem Befehl bes Divistons- lassen, so hätten sie Mittel und Wege finden müssen, generals be Simone, bie rechte Gruppe unter sich gegen die deutsche Blockade zur Wehr zu setzen, dem Befehl des Brigadegenerals Bertello. All- Es ist eben die politische Leitung Englands, es ist gemeiner Aktionsplan: Die linke und rechte die englische Plntokratie, die mit einer Lügenoffen- Gruppe vorschieben, um die feindlichen Flügel sest- sive das schwer ramponierte Prestige Englands noch zuhalten und dann die Zentralkolonne gegen das einige Zeit zu retten sucht, in der Hoffnung, daß feindliche Gros zu werfen, um es frontal zur diese Zeit ausreichen werde, noch Hilfe' und Unter- Schlacht zu steilen und zu umfassen. stützung zu finden. Diese soll gerade durch die Mas- @nbe Juli hatten die für die Operationen bestimm- sivität dieser Lügenoffensive beschleunigt werden. (en Kräfte, bie teilweise aus über 1000 Kilometer Deutschland aber weiß seit bem 1. September 1939,1 1 ...... *.......v n— daß das Oberkommando der deutschen Wehrmacht Brüssel, 25. Aug. (Europapreß.) Das Blatt der nationalflämischen Dinaso-Bewegung „Hier Dinaso" ist zum ersten Male wieder erschienen und bringt einen Nachruf für den im Mai in Abbeville von ben Franzosen erschossenen Führer der Dinaso- Bewegung, Joris van ©eueren. Nach dem völligen Versagen der westlichen Demokratien sei bie Zeit gekommen, um bie alten Wünsche bes Dinaso auszusprechen unb die Kräfte, welche in Deutschland, Italien und Spanien eine neue wirtschaftliche unb soziale Ordnung geschaffen hätten, auch in Belgien wirksam werden zu lassen. Der Streit, der bie Gruppen in Belgien entzweit habe, müsse unb könne auch bei gutem Willen heute beendet werden. Nicht nur zwischen Flamen und Wallonen lasse sich der Friede Herstellen, sondern auch innerhalb der Flamen s e l b st konnten die Zwistigkeiten beseitigt werden. — Der energische Versuch, die zwei gemäßigten flämischen und wallonischen Kräfte auf einer gemeinsamen Ebene zu sammeln und zu ordnen, scheint damit wieder ein Stück vorwärts getrieben. Dank der Zusammenarbeit verschiedener belgischer Stellen und des Roten Kreuzes sowie durch die tat« kräftige Hilfe der deutschen Militärbehörden ist es gelungen, den großen Teil der belgischen Flüchtlinge aus Frankreich wieder in bie Heimat zu- rückzuführen. Man hofft, daß in der kommen- alles richtig und zuverlässig erwägt, um bann zuzuschlagen, und zwar vernichtend zuzuschlagen, wenn der Tag gekommen ist. Danach möge sich auch Eng- land richten. S. Der Wehrmachtsbericht vom Samstag. Berlin, 21 Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Seestreitkräfte versenkteü in auffra- lischen Gewässern den bewaffneten britischen Handelsdampfer „T u r a k i n a" von 8706 BRT. Die Unterseebootwaffe hat innerhalb der letzten acht Tage wiederum über 10 0 0 0 0 BRT. feindlichen handelsschiffsrau- meß versenkt, hieran ist ein Unterseeboot mit der Versenkung von 15 000 BRT. beteiligt. Lin anderes Unterseeboot hat die bewaffneten britischen handels- dampfer „Severn Leygh" von 5242 BRT. und „Vrockwood" von 5100 BRT. und ein weiteres bewaffnetes Handelsschiff von 4000 BRT. versenkt. Ein drittes Unterseeboot torpedierte einen bewaffneten feindlichen Handelsdampfer von 11 000 BRT. Unsere Flugzeuge griffen am 23.August und in der Nacht zum 21 August in ganz Süd- unb ANltelengland Hafen- unb Dockanlagen, Flugplätze, Werke ber Rüslungsinbustrie unb Truppenlager an. 3m Auge ber bewaffneten Aufklärung am Tage warfen sie u. a. Bomben auf ein 2Uu- nltionswerk in Banbury, wo Bränbe unb heftige Explosionen beobachtet würben. Durch zahlreiche nächtliche Bombenangriffe würben besonbers in ben Hafenanlagen von Bristol, Lvonmouth, Devonport unb Great Yarmouth sowie auf bem Flugplatz Lambribge weithin sichtbare Bränbe unb Explosionen ausgelösl. Einige feinbliche Flugzeuge warfen in ber Nacht! in Destbeutschlanb ohne nennenswerte Wirkung^ Bomben. Gestern wurden drei feinbliche Flugzeuge durch 3äger, vier burch Flakartillerie abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werben vermißt. Deutsche Seestreitkräste in den australischen Gewässern. B e r l i N, 24. Slug. 8. Außer Konkurrenz: Urban Assenmacher, Flieger und GSD., 42,6. 50-m-Bru st schwimmen DI.- Klasse : 1. Rudolf Schuster, Gießen, DI. 21/116, 50,7; 2. Georg Pfeiling, Gießen, DI. 21/116, 53,2. 50-m-Bru st schwimmen BDIM.-Klasse: 1. Hannelore Beck, Gießen, IM. 5/116 (To. 46), 55,2. Kunstspringen für Frauen: 1. Roli Haus, Gießen, G^V., 17,8 Punkte. Kun st springen H I. - K l a s s e : 1. Heinz Kleinke, Gießen, HI. und GSV., 22,5; 2. Hans Kirstein, Gießen, HI. 3/116 und GSV., 20,5; 3. Herbert Völker, Alsfeld, HI. 21/304, 19,6 Punkte. Kunstspringen DI. - Klasse: 1. Rudolf Schuster, Gießen, DJ. 21/116, 18,25 Punkte. Vom Turnen. Die Turner trugen unter Leitung von Bezirks- fachwart D a u p e r t ihre Mehrkämpfe aus. Die Oberstufe und Mittelstufe hatte einen gemischten Neunkampf, bestehend aus 6 Gerät- und 3 volkstümlichen Hebungen. Am Barren, Reck und Pferd würde je eine Pflicht- und eine Kürübung geturnt, dazu kam noch Weitsprung, Kugelstoßen und 100- Meter-Lauf. Die Unterstufe turnte einen Siebenkampf mit denselben volkstümlichen Hebungen, dazu Pflichtübungen am Barren, Reck, Seitpferd und einen Pferdsprung. Der HI. war ein Sechskampf, bestehend aus 3 Gerät- und 3 volkstümlichen Hebungen vorgeschrieben. Die Leistungen, besonders der oberen Klassen, aber auch der Jugend, waren sehr gut und sind ein Beweis dafür, daß auch jetzt, wo die besten Kräfte bei der Wehrmacht stehen, dieses schwierigste Gebiet der Leibesübungen in den Gemeinschaften gepflegt wird. Während die Lehrwarte Lettin und Jansen bei den Turnern für die glatte Abwicklung sorgten, hatte Jdel Hauck den turnerischen Wettkampf der Frauen durchzuführen. Diese turnten in Ober- und Unter« stufe einen gemischten Achtkampf, der, bestehend aus Barren-, Ring- und Pferdübung, Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen, Schwebebalken- und Luftballübung außerordentlich vielseitig war und hohe Anforderungen an die Wettkämpferinnen stellte, die aber sehr gut bewältigt wurden. Ebenso zeigten die Jugendturnerinnen im BDM.-Sechstampf, der ähnlich zusammengesetzt war, sehr schöne Leistungen. Das Fachamt Turnen kann auf die Ergebnisse seiner <5ommerarbeit stolz sein. Auszug aus der Siegerliste folgt noch. Wehrmalinfchastskamvf. Zum ersten Male wurde auch ein Wehrmann- schaftstampf durchgeführt, bei dem auch Keulenwurf und ein Hindernislauf in den Wettkampf ei gebaut waren. Gerade dieser Kampf zeigte deutlich, daß das Ziel der Turn- und Sporttage, den Wettkampfgedanken und damit das Interesse an den Leibesübungen in weitere Kreise zu tragen, auf dem Wege zu seiner Verwirklichung ist. Die Bezirksführung dankt Standartenführer Lutter und dem Mannschaftsführer Wiegand als den Wegbereitern in unserem Heimatgebiet. Die £eid)fatMetit Nach reibungsloser Abwicklung des Dreikampfes begannen, um 11 Hhr, wie vorgesehen, die leichtathletischen Einzelkämpfe. Die Beteiligung war außerordentlich gut. Im Weitsprung gab es durch Höften vom VfB.- ReichsbaW Gießen mit 6,97 Meter, Weiler vom VfB.-R. Gießen mit 6,60 Meter und Höchstem, Sportgem. Großen-Buseck, 6,25 Meter, sehr gute Ergebnisse. Das Kugelstoßen aewann Dr. Luh, VfB.-R. Gießen, mit der guten Leistung von 15,00 Meter. Seine Leistung im Diskuswerfen mit 41,42 Meter entspricht den seitherigen Ergebnissen. Von den übrigen technischen Hebungen verdient noch der Hochsprung, den Helmut Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, mit 1,75 Meter vor Jakobs, Reichsbahn Dillenburg, 1,70 Meter und Schwarz, VfB.-R., 1,65 Meter, gewann, besondere Hervorhebung. Alle übrigen Ergebnisse sind gut und zufriedenstellend. Spannende Kämpfe brachten der 100-Meter-Lauf und die 4X100-Meter-Staffel. Heber 100 Meter siegte in hartem Kampf Weiler, VfB.-R., in 11,4 Sek., vor Hochstein, Sportgem. Großen-Buseck, 11,5 Sekunden und Zerndt, VsB.-R., 11,5 Sekunden Zur Ermittlung der Endlaufteilnehmer für die 4X100-Meter°Staffel waren 2 Vorläufe erforderlich. Für die Entscheidung qualifizierten sich: Turnverein Katzenfurt, Turnverein Wetzlar 1. Mannschaft, VfB.- Reichsbahn 1. und 2. Ulannjchaft. Die Staffel der 4 Endlaufteilnehmer bildete den Höhepunkt. Gleich nach dem Startschuß schob sich die 1. Mannschaft des DfB.-R. nach vorn, Dietrich wechselte gut an Dr. Luh, der bereits am Ausgang der Kurve in Führung ging. Als dann Weiler, der Sieger im 100-Meter-Lauf, den Stab an Zerndt abgab, war bereits ein Vorsprung von 5 Meter herausgelaufen, den Zerndt auf etwa 7 Meter ausdehnte. Die Zeit betrug 45,9 Sekunden. Bei besserer Wechseltechnik dürfte diese Mannschaft in der Lage sein, eine weit bessere Zeit zu erreichen. Zweiter wurde die 2. Mannschaft des VfB.-R. vor Turnverein Wetzlar und Turnverein Katzenfurt. So wurden mit der 4X100-Meter-Staffel die Bezirksmeisterschaften beendet; sie brachten einen ausgezeichneten Heberblick über die zur Verfügung stehenden Kräfte während der Kriegszeit. Es ist erfreulich, wie schnell sich die bisher unbekannten Nachwuchskräfte nach vorn geschoben haben. Zum Teil sind sie noch jugendlich —. ihr Start konnte nur mit Genehmigung der Bannführung erfolgen — aber schon bemühen sie sich mit Erfolg, die Lücken auszufüllen, die durch das Fehlen der eingezogenen Kameraden entstanden find. So wie sich bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Durchbruch der Jugend zur Spitze gezeigt hat und diesen das Gepräge gab, so ist auch bei unseren heimischen Meisterschaften ein gewaltiger Fortschritt unserer Jugend festzustellen. Die Bezirksmeisterschaften, unter Leitung des Be- zirksfachwartes Himmelmann, ließen die erfreuliche Feststellung zu, daß sich die Leichtathletik wahrend des Krieges in unserem Bezirk außerordentlich gut entwickelt hat. gegen To. 46 Mannheim 3:2; Tgd. 48 Schweinfurt gegen To. Cannstatt 3:1; Hessen-Preußen Kassel To. 46 Mannheim 7:3. Zwischenrunde: Tgd. 48 Schweinfurt — Hessen-Preußen Kassel 7:0; Tv. Cannstatt — Tv. Offenbach 3:2. Endspiel: Dg. 48 Schweinfurt — Tv. Cannstatt 3:0 (2:0). Tierversicherungs-Sesettschast Biedenkopf. Kreisviehkasse Biedenkopf V. a. G. * Biedenkopf, 24. Aug. Hier fand die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der Kreis- viehkasse Biedenkopf D. a. G. in ihrem Verwaltungsgebäude unter Leitung des Vorsitzers des Aufsichtsrates, Kreisbauernführer Veite (Sil- berg), und in Anwesenheit des Vorsitzers des Vorstandes, Landrat Dr. Burghof, statt. Kreisbauernführer Veite begrüßte die Erschienenen und stellte die Beschlußfähigkeit fest. Sodann erstattete Geschäftsführer P l i 11 den Bericht über das Geschäftsjahr 1939. Der Geschäftsbetrieb hat auch im Jahre 1939 weiter zugenommen. 381 Mitglieder sind neu eingetreten, 25 schieden aus. Das Versicherungskapital betrug am Ende des Geschäftsjahres 1939 = 6 775 247 RM. gegen 6 262 481 RM. im Jahre 1938. An Beiträgen gingen ein: 184 342,20 RM. Versichert waren: 2556 Pferde, 9481 Stück Rindvieh, 11624 Schweine, 1628 Ziegen und 71 Schafe, insgesamt 25 360 Tiere. Entschädigt wurden: 188 Pferde mit einer Entschädigungssumme von 76 279,30 RM., 420 Stück Rindvieh mit einer Entschädigungssumme von 50 749,20 RM., 557 Schweine mit einer Entschädigungssumme von 2275,40 RM. und 7 Schafe mit einer Entschädigungssumme von 545 RM., insgesamt 1270 Tiere mit einer Entschädigungssumme von 153 013,80 RM. Die Beihilfen zu den Tierarztkosten betrugen 4941,05 RM. Bei den Pferden und den Schafen reichten die Versicherungsbeiträge nicht aus, die Verluste wurden durch die Rücklagen gedeckt. Bei dem Rindvieh, den Schweinen und den Ziegen wurden Heberschüsse erzielt. Der Heberschuß, der dem Vermögen zugeführt wurde, betrug 17 106,95 RM. Das Vermögen der Versicherungsgesellschaft betrug Ende 1939 = 166 717,23 RM. Die Jahresrechnung und Vermü- gensübersicht waren geprüft worden; Anstände ergaben sich nicht. Die Versammlung nahm von den Ausführungen des Geschäftsführers Kenntnis und genehmigte die Rechnung. Dem Vorstand und Auf- sichtsrat wurden Entlastung erteilt. Landrat Dr. Burghof erläuterte sodann die notwendig gewordene Satzungsänderung. Die Der« sicherungsgesellschaft hat sich aus kleinen Anfängen nach 70jährigem segensreichen Wirken zu einem großen Unternehmen entwickelt, das sich heute über eine größere Anzahl Kreise erstreckt und als großer Dersicherungsverein vom Reichsaufsichtsamt anerkannt wurde. Der Name wird in Tierversicherungs« Gefellschaft Biedenkopf/Lahn a. G. abgeändert. Die durch den Vorstand und den Vorsitzer des Auffichtsrates ausgearbeitete neue Satzung wurde genehmigt. Nach der neuen Satzung gehören dem Aufsichtsrat 8 Mitglieder an. In den Aufsichtsrat wurden gewähtt: Heinrich Seite, Kreisbauernführer, Sil berg, Vorsitzer des Auffi chtsrats; Johann Schäfer, Landwirt, Biedenkopf, stellvertretender Vorsitzer des Aufsichtsrats; Hermann Muth, Landwirt und Bürgermeister, Buchenau; Richard Schneider, Dauer und Bürgermeister, Berghofen (Kreis Frankenberg); Johannes P r e i ß, Bauer und Bürgermeister, Wittelsberg (Kreis Marburg); Heinrich Feußner, Landwirt, Erksdorf (Kreis Marburg); Heinrich Gottschalk, Landwirt und Gemeinderechner, Münchhausen (Kreis Marburg); Heinrich Schmidt I., Landwirt, Krumbach (Kreis Wetzlar). Zum Vorstand wurden wie bisher bestellt: Landrat Dr. Burghof, Vorsitzer des Vorstandes, Biedenkopf; Landwirt Karl Bast, stellvertr. Vorsitzer des Vorstandes, Biedenkopf; Geschäftsführer Emil P l i 11, Biedenkopf. In das Schiedsgericht wurden gewählt: Hch. Henkel, Landwirt, Dexbach, Vorsitzer des Schiedsgerichts; Ludwig Schmidt I., Landwirt, Breidenbach; Andreas Weigel, Bauer und Bürgermeister, Mornshausen a. d. D.; Jakob Happel, Bauer, Erdhaufen; Ludwig Müller, Landwirt, Niederweimar (Kreis Marburg). Zum Schlüsse wurden noch einige Angelegenheiten, die sich auf die Gesellschaft bezogen, besprochen. Nachdem der Vorsitzer des Aufsichtsrates feinen Mitarbeitern für ihre Arbeit gedankt hatte, schloß er die Versammlung in üblicher Weise. Spannende Kämpfe im Handball und Fußball. Der Handball. Tv. Garbenheim — Tv. Hochelheim 11:9 (6:3) nach Verlängerung. Es war ein glücklicher Gedanke, das Endspiel um den Lahnpokal in das Programm des Bezirkssporttags einzubauen. So nur konnte auch in Gießen einmal ein größerer Kreis von sportlich interessierten Zuschauern in die Schönheiten des Handballspieles eingewiesen werden. Man muß schon sagen, daß trotz der ersatzgeschwächten Gegner ein Kampf zustande- kam, an dem alle Anteil nahmen, und der in bezug auf Spannung nichts zu wünschen übrig ließ. Die erste Halbzeit war zwar etwas lahm; besonders Hochelheim kam ganz und gar nicht auf. Da« gegen überraschte Garbenheim durch seine planvollen Angriffe und nicht zuletzt durch fein kluges Stellungsspiel. Trotzdem die Spieler teilweise auf ungewohnten Posten standen, fügten sie sich gut ein und machten der gegnerischen Hintermannschaft schwer zu schaffen. Kein Wunder, daß Tor auf Tor fiel, und daß die Halbzeit klar zugunsten der Garbenheimer ausfiel. Das Blatt wendete sich nach der Pause grundlegend. Hochelheim hatte umgestellt. Dadurch kam der sonst so gefährliche Sturm mehr zur Entfaltung, und schnell hatte sich die Mannschaft gesunden. Aus dem Zwischenstand von 8:5 wurde eine 9:8-Führung. Alles hatte schon an einen Hochelheimer Sieg geglaubt. Da geschah das Unerroartete. Mit dem Abpfiff glich Garbenheim aus, so daß eine Verlängerung notwendig wurde. In der Verlängerung war dann noch einmal höchster kämpferischer Einsatz gepaart mit dem unbändigen Willen beider Gegner, den wertvollen Ehrenpreis der Bezirksführung zu erringen. Noch einmal brandeten die Wogen der Begeisterung auf, noch einmal ging auch der letzte Zuschauer mit. Garbenheim hatte die besseren Nerven, die Mannschaft konnte zwei Tore vorlegen, denen Hochelheim nichts entgegenzufetzen hatte. Mit Garbenheim ist eine würdige Mannschaft Sieger geworden. Sie hat in allen bisher ausgetragenen Kämpfen viel Pech gehabt, und wenn ihr diesmal der große Wurf gelang, dann wird es niemand gegeben haben, der sie darum beneidet hat. Selbst Hochelheim war restlos zufrieden. Alles in allem aber: es war ein großer Erfolg für den Handball. Deutschland - Schweden - Finnland. Leichlathletik-Dreiländerkampf in Helsinki. Der Finnische Leichtathletik-Verband hat an Deutschland die Einladung zur Teilnahme am Leichtathletikländerkampf Finnland gegen Schweden am zweiten September-Wochenende in Helsinki ergehen lassen. Die Einladung wurde vom Reichs« jportführer angenommen, und so kommt es am 7. und 8. September im Olympia-Stadion von Helsinki zu einem Dreiländertreffen Deutschland- Schweden—Finnland, das zweifellos als das bedeutendste europäische Leichtathletik-Ereignis des Jahres anzusprechen ist. Sommerspiel-Ausscheidungen in Frankfurt. Die Frankfurter Ausscheidungskämpfe zu den deutschen Sommerspiel.-Meisterschaften standen im Zeichen der bayerischen Mannschaften, die in allen Vom Fußball. Stadtmannschast Gießen — Watzenborn- Steinberg-Großen-Buseck kombiniert 3:2. Die Leistungen und die Erwartungen, die man in dieses Spiel gesetzt hatte, wurden vollauf befriedigt. Die einwandfreie Beschaffenheit des Bodens und die Tatsache, daß es auf Gewinn oder Verlieren nicht ankam, erlaubte den Mannschaften, nicht nur kämpferisch, sondern auch technifch zu zeigen, was sie tatsächlich können. Unter ber Leitung von Schiedsrichter P o st liefen die beiden Mannschaften in den angekündigten Aufstellungen auf. Die Landmannschaft fand sich sofort und hatte eine große Torgelegenheit. Der Ball wurde jedoch auf der Torlinie noch einmal abgewehrt. Die Landmannschaft blieb weiterhin gefährlich. Ecken wurden jedoch nicht verwertet. Nachdem ein Schuß Ehmanns von der Stadtmannschaft die Angriffe der Kombinierten unterbrochen hatte, war es der Mittelstürmer, der die Stadtmannschaft durch einen Alleingang in Führung brachte. Eine Flanke von Ehmann köpfte Hofmann knapp daneben. Unentmutigt griff die Landmannschaft an. Zwei Schüsse verfehlten knapp das Ziel. Aus der 4. Ecke, die vorbildlich hereinkam, wurde der Ausgleich durch den Mittelstürmer der Kombinierten erzielt, der entschlossen einschoß. Schöne Angriffe auf beiden Seiten riefen den Beifall der Zuschauer hervor. Als Ehmann gut bedient zur Mitte flankte, schoß der Mittelstürmer der Stadt- mcmnschast, den Ball aus der Lust nehmend, zum 2. Tore ein. Nach Halbzeit brach sofort die rechte Seite der Kombinierten durch, ohne jedoch den Schlußmann überwinden zu können. Auf der Gegenseite schlug Ehmann den Ball in aussichtsreicher Position aus. Ecken wurden nicht verwertet. Die Außen der Stadt- mannschast waren überraschend schußschwach. Nachdem Fett einen Strafstoß weit neben das Tor gesetzt hatte, fiel unerwartet der Ausgleich. Der Linksaußen kurvte nach innen und schoß überraschend. Von dem Torpfosten prallte der Ball ins Tor. Der Ausgleich war gefallen, und niemand glcubte mehr an eine Aenderung des Resultates, als eine halbe Minute von Schluß ein Angriff der Stadt- mannschast im Strafraum unfair abgestoppt wurde. Den verhängten Elfmeter verwandelte der linke Läufer zu einem glücklichen Sieg der Stadtmann- schaft. drei Wettbewerben die Sieger stellten. Die Ergebnisse: Faust ball (Männer). Vorrunde: Tv. 80 Brötzingen —1 SV. Klein-Villars 35:32; Tgd. 48 Schweinfurt — Tv. Brötzingen 42:37; Tgd. Schweinfurt — SD. Klein-Villars 40:28; T v. 4 6 Gießen — IG. Ludwigshafen 46:43. Zwischenrunde: Tv. 46 Gießen — Tv. Brötzingen 45:41; Tgd. Schweinfurt — IG. Ludwigshafen 44:32. Endspiel: Tgd. Schweinfurt — Tv. 46 Gießen 26:24 (12:12). Faustball (Frauen). Vorrunde: Mtv. Karlsruhe — Tv. 46 Nürnberg 42:38; Tv. 46 Nürnberg gegen Hessen-Preußen Kassel 50:29; Mtv. Karlsruhe — Hessen-Preußen Kassel 39:23; Tura Ludwigshafen — Mtv. Stuttgart 30:29. Zwischenrunde: Mtv. Stuttgart — Mtv. Karlsruhe 34:29; Tv. 46 Nürnberg — Tura Ludwigshafen 32:31; Endspiel: Tv. 46 Nürnberg — Mtv. Stuttgart 32:26 (13:16). Korbball (Fraue n). Vorrunde: Tv. Offenbach — Hessen^Preußen Kassel 4:3; Tv. Offenbach Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Das erscheint Klaus Tjaden durchaus verständlich. Er stammelt nochmals Dankesworte. Gern würde er dabei dem netten, gütigen Fräulein Ellrich die Hand drücken, doch er schämt sich seiner schmutzigen Dagabundenhand. „Wie kommen Sie denn nun hier weg?" fragt sie und späht vorsichtig in das Dunkel hinaus. Er tritt unter die Tür und zeigt nach dem Zaun. „Da hinüber." „Ach so!" Sie lacht. „Ja, und was ich noch sagen wollte: Sollten Sie heute abend noch keine andere Bleibe haben, dann ... Eigentlich ist's ja leichtsinnig von mir, aber na ... Kommen Sie denn man ruhig wieder her." Er sieht sie an, und ein tiefes Aufatmen hebt seine breite Brust. „Sie sind sehr gut zu mir, Fräulein Ellrich! Aber — ich möchte Ihnen auch nicht gerne Unannehmlichkeiten machen." Mit einer kurzen energischen Bewegung hebt sie den Kopf in den Nacken. „Lassen Sie das nur meine Sorge sein! Bloß in acht nehmen müssen Sie sich, damit Sie keiner sieht ... Man kann doch nicht einen Menschen draußen umkommen lassen! — Hnd jetzt muß ich mich beeilen! Auf Wiedersehn!" 4. Kapitel. Klaus Tjaden macht sich auf den Weg nach der Zentralmarkthalle. Obwohl es weit bis dahin ist, wird ihm die Zeit nicht lang, die er für den Weg braucht. Seine Gedanken sind heute lebhafter als sonst. Der Morgen ist ihm wie ein neuer Lebensanfang. Seine Lage hat sich zwar um nichts geändert, aber ein Mensch ist gut zu ihm gewesen. — Er ist der Sohn eines Kapitäns, und feine Heimat ist ein Dorf an der Nordseeküste. Seit vielen Geschlechtern waren die Männer in seiner Familie Seefahrer oder Fischer gewesen. Auch er hatte sich als junger Matrose den Wind der Weltmeere um die Ohren wehen lassen. Seinen Vater hatte der Krieg hinweggerafft. Ein Jahr später war ihm auch die Mutter gestorben. Danach hatte er bei Verwandten in der Stadt gelebt — so lange, bis die Jnflationsjahre das für seine Schulzeit und weitere Ausbildung bestimmte Geld weggeschmolzen hatten. Da war der Schulzwang von ihm abgefallen, und die See, ihre Weite und Freiheit, der Kampf mit ihr, wurden sein Daseinselement, wie sie das seiner Vorfahren gewesen waren. Während einer Schiffsreise hatte der Däne Heijk den Leichtmatrosen Klaus bei spielerischen Kämpfen der Schiffsmannschaft beobachtet und die gute Anlage in ihm erkannt. Er ließ ihn nicht mehr los. In verhältnismäßig kurzer Zeit hatte er einen Boxer von Ruf aus ihm gemacht. Der bekannte, in Sportkreisen sehr geschätzte Trainer hatte keine Opfer bei der Ausbildung feines Schülers gescheut und sich auch darin nicht getäuscht, daß diese Auslagen sich sehr gut verzinsen würden. Klaus Tjaden, der ohne eigenen Antrieb, nur dem Drängen Heijks nachgebend, in den neuen Beruf hinübergewechfelt mar, gewann ihm doch allmählich Liebe und Freude ab; Freude an feinem starken, geschmeidigen Körper und an den sportlichen Kämpfen. Dann kam der Rausch der ersten großen Erfolge. Heijk hatte sich nicht getäuscht, als er einen Boxer von hoher Leistung in ihm erkannte, noch ehe er einer war. Klaus Tjaden wurde schnell berühmt. Er mar ein kaltblütiger, äußerst gernannter Kämpfer, der sich den Temperamenten und Stilunterschieden seiner Gegner anzupassen mußte und hart im Nehmen mar. Wohin er kam, errang er Siege und hohe Einkünfte. Sein Trainer Heijk, mit dem er zusammenblieb, mar auch im Geschäftlichen ein geschickter Mann. Nach einigen Jahren maren die europäischen Felder für ihn abgeerntet, und Heijk plante eine Reise nach Amerika. Da begegnete Klaus der Sängerin Dietmuthe Röhl. Das bedeutete für ihn das Ende feiner Laufbahn als Boxer. Es war in Köln nach einem glänzenden Siege. Ein Riefenlorbeerkranz war ihm umgehängt worden, und eine Gruppe junger Sportfreunde trug ihn auf den Schultern durch die riesige Halle. Hm ihn toste und lärmte eine vieltausendköpfige begeifte» rungstruntene Menge. Da stand plötzlich in der Gasse, die sich vor seinen Trägem bildete, eine schöne weißgekleidete Dame. Sie* reichte mit erhobenem Arm einen Strauß blasser Rosen zu ihm empor. Befangen nahm er die Blumen, sah in zwei wie bläuliche Flammen sprühende Augen und sah das lockende Lächeln, eines schönen Mundes. Dann schloß sich die Gasse, und noch toller als vorher um« chrandete ihn Händeklatschen, Trampeln und Brüllen ber aufgeregten Menge. Im Umkleideraum ließ er sich von seinem Trainer den Riesenkranz abnehmen, aber er hörte nicht, was Heijk dabei redete. Hnd auch als dieser ihn mit seinem Rosenstrauß verspottete, den er noch immer in der Hand hielt, lachte er nicht mit wie sonst, wenn sie sich über die Beweise weiblicher Bewunderung und Huld, die er oft erhielt, belustigten. Da wurde der Trainer ernst und fühlte sich bewogen, ihn zu warnen. Er warnte umsonst. Das Weib mar in Klaus Tjadens Leben getreten — er mar ihm verfallen. Er sah Dietmuthe Röhl rnieder. Die gefeierte Sängerin entflammte für den jungen Athleten, der in seinem Gemüt ein scheuer, schwerblütiger Knabe geblieben war, dem es bestimmt zu sein schien, an der Erfahrung und Lebensgier der verwöhnten Frau zu scheitern. Heijks beinahe verzweifeltes Warnen und Drohen nützte nichts, er mußte einsehen, daß er jeden Einfluß auf seinen Schützling verloren hatte, und zog sich grollend und enttäuscht zurück. Klaus sah ihn nie wieder. Er wurde mit Dietmuthe getraut. Sie gingen auf Reisen und lebten in Taumel und Rausch — bis die Katastrophe kam. Es war Sommer. Er hatte eine Segeljacht gekauft, und sie kreuzten damit in der Nordsee. Drei Mann Besatzung waren an Bord. Dann außer Dietmuthe und' ihm noch Kläre Springer, ihre Freundin und ständige Begleiterin. Weiter war noch ein reicher Reeder namens Eckström, mit dem sie in Kopenhagen bekannt geworden waren, mit auf dem Schiff. Dietmuthe hatte ihn eingeladen. Ihm selbst war dieser Mann mit seinem großartigen Auftreten und seiner glatten Lebenskunst zuwider; , aber da Dietmuthe sich gern mit ihm unterhielt, hatte er ihrer Einladung die seine hinzugefügt. Es mar eine marme Nacht im August. Die Segel hatten nur wenig Wind, im Süden lagerte Gemölk am Horizont. Klaus stand am Steuer; um ihn mar die schwarze Unendlichkeit des Meeres. In der flachen Dünung glimmten grünlich phosphoreszierende Funken. Der Luftdruck nahm zu. Klaus war die Brust beengt. Die Stimmen, die aus dem Kabinen- fenfter zu ihm herübergeklungen waren, waren feit einer Weile verstummt. Es maren die Stimme des fremden Mannes und die seiner Frau, die viel gelacht und zuletzt ein übermütiges Lied gesungen hatte — ein Lied vom Trinken und Küssen. Seitdem blieb es still; nur die Bugwelle rauschte leise, und manchmal knarrten die Rahen, oder ein Segel klappte mit einem Laut, der wie ein Seufzer klang. Arn Horizont wetterleuchtete es. Immer schwerer atmete Klaus Tjaden; in feinen Schläfen stach es. Er hatte den Bug des schlanken Schiffes landwärts gerichtet, aber man brauchte Wind, um dorthin zu gelangen. Man würde ihn reilich bald haben. Sturm kam auf, den Dietmuthe ürchtete und er — liebte. Immer höher schob sich das Wettergewölk herauf und verschlang das Sternengeflimmer des dunklen Augusthimmels. Aber immer stärker leuchtete in jeder kleinen Welle das geheimnisvolle Licht der Wassertiefe. Ein schwüler, Hauch strich über das Meer und blähte die schlaffen* Segel. Dem Mann am Steuer traten Schweißtropfen auf die Stirn. Sein Herz klopfte dumpf. Hnd in der Gewalt eines übermächtigen, unerklärlichen Triebes, dessen Werkzeug er nur noch war, machte er das Ruder fest, stieg unter Deck und — fand fein Weib in den Armen des Fremden. Ohne ein Wort packte er den Mann, dog ihm die Arme rückwärts und hielt feine Hände mit eisernem Griff fest. So hatte er ihn emporgehoben, die schreiende Frau beifeite gestoßen und den sich hefttg Sttäubenden auf das Deck der Jacht geschleppt, die unter den ersten Stößen des (Bemitterfturmes tanzte und schaukelte. Jetzt schrie der Uederwältigte in Todesangst. Ein Matrose kam vom Heck hergerannt, aber ehe er den rasenden Klaus Tjaden erreichen konnte, hatte dieser sein Opfer über die Reeling gestürzt. Den Matrosen, der auf ihn zusprang, streckte er mit einem Kinnhaken zu Boden, trug ihn in eine Kabine und schloß sie ab. Die anderen Leute der Bedienungsmannschaft hatten nichts gesehen und gehört. Schweigend und verstört verrichteten sie ihre Arbeit, und es gab harte Arbeit in dieser Gewitternacht. Klaus stand am Steuer. (Forffetzung folgt)