Freitag, 2b.Zanuar 1W <90. Jahrgang :r.22 Erstes Blatt MM NTM'VN-L ä ans» szss syä&VÄÄ 5 dwerlr- Gieße»! et scho» liuocrfti rage dn )eutschk» Devisen fehlen, viele notwendige Dinge zu kaufen. Dabei versteht man sehr wohl, daß die Entwicklung erst im Frühstadium ist. Jeder Tag bringt neue Schiffsverluste für England, und die Fahrt nach den Häfen Großbritanniens sowie seinen Dominions und Kolonien wird von Tag zu'Tag gefähr- schwinden, weil der vorhandene Schiffsraum, der ständig durch die deutsche Gegenblockade dezimiert Nb । m chkeitti ridM r einer, inhmti. nbeitn gerat» ker tri t schv» Neu, Q. aw$ W oarou! tehech ijonb Totengräber der deutsch-französischen Verständigung Frankreichs Botschafter in Berlin als willfähriger Handlanger der pariser Kriegstreiber. Lei in« mae ihnstudi, en Deck, iner not erbet. Stl tute ot»| m. Btifll übrigen n neuen »ültigenb die Kal- Tischt fei fallt», d stöhnt ollen T>> Panzerschiff „Deutschland" auf den Namen „Lützow" umbenannt Arn 7. Mai 1939 gibt Coulondre die Aufzeich- nnnq über ein Gespräch mit einem angeblichen Vertrauten des Führers" nach Paris,, obgleich ihm schon die Person des Verfassers der Aufzeichnung zur größten Vorsicht hätte zwingen müssen. Es stehl nämlich fest, daß diese Aufzeichnung von dem französischen Botschaftssekretär Conty stammt, der in den politischen Kreisen Berlins als übler ant^ deutscher Hetzer bekannt war. Trotzdem beeilt sich Coulondre, aus der Contyschen Aufzeichnung die weitgehendsten politischen Schlüsse zu Sschen und die französische Regierung, in scharfmacherischer Weife zur Verstärkung der französischen Ausrüstung und zur Eintreisungspolitik anzutreiben. Diese Scharfmacherei ist neben der an den vorstehenden Beispielen aufgezeigten Unzuverlässigkeit überhaupt das eigentliche Charakteristikum, das die Berichterstattung des Botschafters und damit ihn selbst kennzeichnet. Schon am 16. Marz 1939 liefert er das Stichwort für die antideutsche Propaganda des Einkreisungskrieges, indem er behauptet, das „Deutschland Adolf Hitlers sei Zur Eroberung 'Europas aufgebrocheM. Am 19. Marz fordert er seinen Minister auf, nun endgültig zur traditionellen Einkreisungspolitik zuruck- zukehren. Man müsse im Osten eine Barriere errichten, die den deutschen Druck wenigstens in gewissen Grenzen aufhalten könne. Dabei müsse man sich die Unruhe der Hauptstädte Mitteleuropas und vor allem Warschaus zunutze machen. Gleich- krschemi täglich, außer sonntags und Feiertags teilagen: Die Illustrierte vießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686 Berlin, 25. Jan. (DNB.) Die vierte amtliche deutsche Veröffentlichung zum französischen Gelbbuch befaßt sich mit der Rolle des ehemaligen französischen Botschafters m Berlin Coulondre. Es heißt darin: Mitte November 1938 entsandte die französische Regierung Herrn Coulondre als Botschafter nach Berlin. Der neue Vertreter Frankreichs, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger Francois Poncet Berufsdiplomat war, kam zu besonders günstiger Stunde nach Deutschland. In Verfolg der Konferenz von München schien Aussicht zu bestehen, daß der vom Führer seit Jahren gewünschte endgültige Ausgleich mit Frankreich nun wirklich angebahnt werden könnte. Schon vor der Abreise von Francois Poncet war das grundsätzliche Einverständnis der beiden Regierungen über das dann am 6. September in Paris unterzeichnete deutsch-französische Abkommen erzielt worden, durch das die deutich- französische Grenze als endgültig anerkannt wurde. Der neue französische Botschafter legte in Berlin offensichtlich Wert darauf, sich nach außen hm a l s Anhänger der deutsch-französischen Verständigung auszugeben. Die jetzt im sran- zeitig solle Frankreich mit allen Mitteln und mit größter Schnelligkeit seine Rüstung aus das äußerste vermehren. Am Tage nach der versöhnlichen Rede des Führers vom 28. April schreibt er, man werde Deutschland im Zaume halten können, wenn man nur weiter ausrüste und das antideutsche Bündnissystem verstärke. Auch während der Zuspitzung her deutsch- polnischen Krise bleibt Coulondre nur ein Gedanke maßgebend: Polen darf dem französischen Bündnissystem nicht verloren gehen; deshalb darf keine deutsch-polnische Verständigung zustandekorm men. So wendet er sich am 11. Juli ausdrücklich gegen den Gedanken, Polen zu irgend einem Einlenken zu bewegen: „Jeder Druck auf. Warschau, um es dahin zu bringen, den deutschen Forderungen nachzugehen, könnte nur zu den schlimmsten Katastrophen führen. Am 27. August beschwört er nochmals seine Regierung, unter keinen Umständen den Eindruck aufkommen zu lassen, „als lauerten die Westmächte auf iraend einen möglichen Vergleich , und in der Nacht vom 29. zum 30. August telephoniert er seinem Minister, er stimme dem englischen Botschafter darin zu, daß Polen einen Unterhändler ernennen solle, um „in den Augen der Welt seinen guten Willen" zu zeigen, erklärt aber sofort, eine Reise Becks nach Berlim würde ernste Nachteile m it s i ch bringen, da sie als ein moralischer Erfolg Deutschlands und als Zeichen des polnischen Nachgebens ausgelegt werden könnte, fticr erbringt Coulondre einen besonders deutlichen Beweis dafür, daß die Westmächte niemals ernsthafte Verhandlungen über die berechtigten deutschen Forderungen gewünscht haben, sondern daß ihr Vorschlag einer direkten deutsch- polnischen Fühlunanahme ihnen nur in letzter Stunde ein Alibi vor ihren Völkern und der Welt verschaffen sollte. , So hat Botschafter Coulondre, der in Berlin jedem Deutschen versicherte, alles tun zu wollen, um die deutsch-französischen Beziehungen so gut wie möglich zu gestalten, sich in Wahrheit als einer her Totengräber der deutsch-französischen Verständigung erwiesen. Er hat mit dazu geholfen, daß es seinen maßgebenden Gesinnungsgenossen in Paris gelang, die im Schlepptau Englands fahrende französisch Regierung zur Erklärung des Angriffskrieges gegen Deutschland zu bestimmen. Heute ist dieser Diplomat anscheinend einer der außenpolitischen Berater des französischen Ministerpräsidenten und hat gewiß sein Teil dazu beigetraqen, daß das Friedensangebot des Führers vom 6. Oktober 1939 zynisch abgelehnt wurde. Wir . beneiden das französische Volk nicht um diesen, । Mann. Neutrale Zweifel au England Von unserem Str.-Äenchterstafter. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis S^Ufyr des Vormittags Grundpreise für \ mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. 9 Man hat eingesehen, und spürt es täglich von neuem am eigenen Leibe, daß England heute weit schlechter dasteht, als 1914. Alle gegenteiligen englischen Behauptungen werden durch Tatsachen widerlegt. Die deutsche Gegenblockade in ihren verschiedenartigsten Auswirkungen hat dem Ansehen Englands als Wirtschaftsmacht bei, den Neutralen den schwersten Stoß gegeben. So fragt man sich heute, ob England in der Lage sein wird, ganba in die geistige Neutralität der an einem möglichen europäischen Konflikt unbeteiligten Staaten eine Bresche zu schlagen. Hierzu wurde jedes Mittel gebraucht, vor allem durch die Presse, dann aber auch durch persönliche Beeinflussung, wobei mit den menschlichen Schwächen und Eigenheiten neutraler Persönlichkeiten weitgehend gerechnet wurde. Diese psychologische Kriegsvorbereitung zeigt wohl am besten, wie wenig ernst es England immer mit feinen Friedensversicherungen gewesen ist und mit welch geradezu satanischer Folgerichtigkeit es diesen Krieg vorbereitet hat. Trotz dieses bis in alle Einzelheiten ausgeklügelten Systems beging man in England von vornherein den großen Fehler, zu glauben, baß dieser Deutschland aufgezwungene Krieg für Großbritannien eine leichte Angelegenheit sein würde. Man machte bann einen noch weit größeren Fehler, indem man diese Auffassung auch dem Auslande durch die Propagandaaktionen beizubringen versuchte. Der englische „Ko nfe 11 ikrieg , von dem man heute in neutralen Landern spricht, weil er deutlich zeigte, wie falsch man m England unterrichtet war, bildet hierfür einen Beweis unter wielen. Die englische Kriegführung, die für sich Dor- 'chußlordeeren in so hohem Maße bei den Neutralen beansprucht hatte, erhielt hierdurch einen empfindlichen Schlag in ihrer Glaubwürdigkeit Hier handelt es sich vielleicht nur um eine vielsagende Episode; wichtiger hingegen ist die Einstellung, die jetzt hinsichtlich des englischen Kriegsruckgrates, der Wirtschaft, in neutralen Staaten an Boden Rationierungen und die Einführbeschräntungen erregen bei den Neutralen nicht nur Mißtrauen und Unwillen, insoweit sie selbst durch derartige Maßnahmen betroffen werden, sondern auch Zweifel an der englischen wirtschaftlichen Stoßkraft. Diese Zweifel werden durch die Tatsache gespeist, daß England trotz der militärischen Rekrutierungen, den erhöhten Arbeiten der Rüstungsindustrie und trotz der geradezu verzweifelten Anstrengungen, den Export zu heben, heute über ein Heer von Arbeitslosen verfügt, das deutlich zeigt, wie wenig dre Produktionskräfte des Landes ausgenutzt werden. Demgegenüber sieht man in Deutschland die geballte Kraft einer einheitlich geführten Nation, die durch die Zusammenfassung aller ihrer Kräfte auch w rt- schaftlich zu erstaunlichen Erfolgen fähig ist. Daß diese Fragen nicht nur m interessierten Kreisen besprochen werden, sondern heute immer wieder in breiter Öffentlichkeit erörtert werden geht aus den Darlegungen hervor, die immer wieder in oen Tageszeitungen der neutralen Staaten auft ' jv • Hier betreffen sie meist Maßnahmen der britischen -wirtschaftlichen Kriegführung, die sich m oen neu traten Ländern und vor allem in Holland aufs unangenehmste bemerkbar machen. England, das c 1 tia guter Abnehmer war» droht als solcher zu ver ,t 1 »o" * Schon am 15. Dezember 1938, also wenige Wochen nach Antritt seines Postens in Berlin, weiß Coulondre dem Reich ohne jede Unterlage, rem aus der Luft gegriffen, p h a n t ast i s ch e E r o d e - rungspläne anzudichten, die u. a. die Unterwerfung Ungarns und die Schaffung einer Groß- Ukraine zum Ziel haben sollen. Am 17. März 1939 schreibt Coulondre über die Reise des Präsidenten Hacha nachB e r = l i n folgendes: „Am Nachmittag des 14. März ließ die deutsche Gesandtschaft in Prag das Palais Czer- nin (das tschechische Außenministerium) wissen, daß cs in Anbetracht der Verschärfung der Lage nützlich sein könne, wenn der Präsident der Republik und der Minister des Auswärtigen sich nach Berlin begeben würden." Aus dieser Darstellung soll natürlich gefolgert werden, daß die tschechischen Staatsmänner durch deutschen Druck gezwungen worden seien, die Reise nach Berlin anzutreten. In Wahrheit war es bekanntlich Präsident Hacha selbst, der angesichts der Los - löfung der Slowakei und der chaotischen Zustande in Böhmen und Mähren v o n s i ch a u s darum bat. zusammen mit seinem Außenminister vom Führer empfangen zu werden. [in in die Gedankengänge der herkömmlichen, unfruchtbaren französischen Politik verstrickt bsteb, und daß er nicht das Format besaß, sur schöpferische Gedanken einer neuen europäischen Politik Verstarb)- • nis aufzubringen, wird zwar für niemand, der ihn persönlich gekannt hat, eine besondere Überraschung fein Die Berichte Coulondres verdienen aber mso- ; fern eine besondere Beleuchtung, als sie m ganz ungewöhnlichem Maße den Mangel an eigener volitisch er Einsicht durch Häufung unwahrer Behauptungen und vor allem durch eine verantwortungslose, systematis ch e Hetze gegen Deutschland zu ersetzen suchen. Diesem französischen Botschafter war von Anfang an jedes Mittel recht, um die d e u t s che Politik zu verdächtigen und zu erteilen. Er sucht in feiner Berichterstattung in leder Weise Mißtrauen gegen das Reich zu wecken und seine Regierung von einer Politik des Ausgleiches mit Deutschland abzubringen. Sensationelle Erzählung n die ihm von obskuren Mittelsmännern zu- getrage'n werden oder die er selbst erfunden hat ja jeder Klatsch und jedes Hintertreppengerucht werden von ihm als bare Münze nach Pans ge= aeben. Um diese - Seite seiner Berichterstattung zu kennzeichnen, mögen folgende Beispiele genugem plutokratie. Der Ursprung des Wortes Plutokratie ist das griechische Wort plutos. Plutos war der Gott des Reichtums. In Verbindung mit dem Nachwort — vergleiche Aristokratie, Demokratie — bedeutet es die Herrschaft der Reichen, des Großkapitals. Plutokratifche Politik ist daher die Herrschaft des Geldsacks schlechthin. Diese Geldsackherrschaft ist am ausgeprägtesten in der angelsächsischen Methode, ein Viertel der Welt auszubeuten, gegründet; sie hat Ausstrahlungen nach den USA., Frankreich usw. gefunden, und ihre Wirksamkeit war einst auch in Deutschland und Italien unter der Herrschaft liberaler Schlagworte vorhanden, wenn sie auch dort durch ständische und andere der Plutokratie entgegengesetzte Wesenszüge niemals zur vollen Kraft gelangt ist. Eine Plutotratie wertet den Menschen nur nach dem Umfange seines Besitzes an Geld. Geld ist die treibende Kraft der Plutokratien, der Gelderwerb die Schlagader, die den ganzen Kreislauf im Staate bestimmt. Vor dem Besitz fallen alle Bindungen. Er bestimmt allein. Alle beruflichen und daher gelernten Stände, die gesamte Ordnung der Wirtschaft und des Lebens, des Glaubens und der Sitte werden durch den plutokratischen Charakter dort, wo er vorherrschend ist, aufgelöst und schließlich vernichtet. Es 'gibt, worauf schon in seinen „Apokryphen' 1806/07 Gottfried <5 c um e hinwies, eine wirkliche Charakteristik eines Volkes aus seiner Sprache. „He is possessed of great riches" fagt der Engländer gewöhnlich, ohne etwas Schlimmes zu denken, und drückt dadurch das Verhältnis des Mannes zum Gelde aus. Es besitzt ihn. Es ist Herr über ihn. Desgleichen sagen die Briten: „He is worth ten thousan pounds“, das heißt er ist zehtausend Pfund wert. Dabei ist es ganz gleichgültig, wie er sie erwarb. Das Moralische kommt beim Briten erst mit dem Besitz oder nach ihm. Das englische Wort: „He is not worth a groat" heißt nicht wie bei uns moralisch: Der Kerl ist keinen Heller wert, sondern: Der Lump hat keinen Heller in der Tasche. Während in Europa die Stände bis heute weniger nach Besitz, sondern nach der Wertung galten und z. B. ein preußischer Offizier blutarm fein konnte, aber dennoch auf Ehre und Würde hielt und in allen Ständen ein gewisser Gruppenindividualismus und Standesehre mehr galten als Geld, ist im kleinen England schon frühzeitig diese Ehre des Einzelnen zugunsten des Geldbesitzes ausgehöhlt worden, bis nichts mehr übrig blieb als der krasse und allen anderen Nationen auf die Nerven gehende Egoismus des Geldsackbesitzers, der schamlos mora- licher. In diesem Zusammenhang ist es bezeichnend, daß eine große holländische Reederei, die „Ver- eenigde Nederlandsche Scheepvaarts Mij", ihre Li- nienüienfte nach den englischen Besitzungen in Afrika, Asien und Australien eingestellt hat. Die holländische Schiffahrt nimmt Dampfer aus der Fahrt nach England und dessen Besitzungen, um sie auf weniger todbringende Linien, wie etwa zwischen Niederländisch-Jndien und Amerika laufen zu lassen. „Englandfahrt — Todesfahrt", ist ein Satz, dessen furchtbare Wirklichkeit auch die Neutralen einsehen müssen. Scharfe Kritik an Englands ^uitermittelverforgnng. Amsterd am, 26. Januar. (Europapreß.) Im Unterhaus wurde die Futtermittelpolitik der Regierung scharf kritisiert. Der liberale Abgeordnete Roberts erklärte die Versorgung Mit Futtermitteln und deren Verteilung für unzulänglich. Die Landwirte würden gezwungen, Zuchtschweine abzuschlachten. Niemand wolle mehr Hühner züchten. Wenn das so weitergehe, würde die Versorgung mit Speck und Eiern schwer gefährdet werden. Abgeordneter Roberts fragte, ob es unter den gegenwärtigen Umständen zu rechtfertigen fei, daß Hafer an Luxuspferde verfüttert werde, die Hundekuchenfabriken in ihre Fabrikate verarbeiten könnten, was sie wollten und große Mengen Gerste zur Bierherstellung verbraucht würden. Gegenüber vielfachen Beschwerden über die Schlachtung tragender Kühe sah sich der Ernährungsmin'ister zu einer Entschuldigung gezwungen. Wegen der Fleischknappheit und der Notwendigkeit der Bereitstellung inländischen Büchsenfleisches für den Heeres- beharf habe sich die Schlachtung tragender Kühe nicht vermeiden lassen. Grippeepidemie in der englischen Expeditionsarmee. Brüssel, 25.Jan. (DNB.) Reisende, die aus Frankreich nach Brüssel tarnen, erzählen, daß sie auf den Bahnhöfen von St. Quentin und Earnbrai zahlreiche Lazarettzüge sahen. 3n t*>r britischen Expeditionsarmee soll eine starke Grippeepidemie infolge der großen Kältewelle ausgebrochen sein. Die Zähl der Erkrankungen soll außerordentlich hoch sein und in einzelnen Einheiten 50 v. H. überschreitem Man hat in aller Eile in London neue Aerzte eingezogen, da die bisherigen Militärärzte der Epidemie nicht mehr Herr wurden. „News Chronicle" beklagt sich über die mangelhafte Unterbringung der britischen Truppen in Frankreich, die zu Massenerkrankungen führe. ZU bt! wieder- * k N. . Hb : - i ' lUlJ Wl iltyl M e ur» ! ihr,! IH. untii. W tat, Bortti fchöpii link id br Berlin, 25. Januar. (DRV.) Der Führer und befohlen, da der Karne Deutschland für ein grohe- vberste Befehlshaber der Wehrmacht Hal res Schiff vorgesehen ist. Der ursprünglich aus den die Umbenennung des Panzerschiffes Hamen „cühow" getaufte Schwere Kreuzer wird ^Deutschland" auf den Namen „Lühow" gleichfalls umbenannt werden. i, um d« , Hu d>> sich s oder V Älarifii das heli ch ‘°*! an, «'ch ;einh hier, * 'M ei altefld^ l aM ’i ab er ft erÄ 'ft’ üti - . Ma Mi'ftf Amsterdam, Januar 1940. Versuch unternommen, dmch skrupellose Proxa- MgW kann m» El En-lm» d- Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStsdruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschästrftelle: Schulftrahe l I "er: unb gar nidjt merkt, wie widerwärtig er ist. Sie Engländer haben weder Asien mit Indien noch Sl:.rb= Duc; oübamerifa enrdeckt, nicht einmal Austra- l'en. Die Nationen, die das taten, waren ständisck gebunden und daher auf Ehre und Tapferkeit uno 0 ntdeckung bedacht. Es waren Spanier, Portugiesen, Franzosen, Deutsche Erst nachher schoben sich die Engländer ein. Ihre Piraterie raubte den einzelnen Völkern ihren kolonialen Besitz, und wenn es ihnen in Nordamerika nicht gelang, so nur deshalb, weil die Nordamerikaner ihre Freiheit erkämpften. Trotz- dem ist aber noch Kanada, ursprünglich französisch, den Briten in die Hände gefallen, und zwar im Siebenjährigen Krieg. Damals gewährten sie Friedrich dem Großen nur so lange geldliche Unterstützung, bis sie Kanada in der Tasche hatten, um nachher einen schamlosen Treubruch gegenüber dem großen Preußenkönig zu begehen, wie er so oft in der britischen Geschichte vorkommt. Um diese plutokratische Macht zu gründen, kam den Briten ihre durch den Puritanismus bewirkte Umwandlung des Dolkscharakters zugute. Der asiatische Jude war von vornherein auf Geldbesitz schon durch Jahwes Gebot angewiesen, das ihm vorschrieb, sich alle anderen Völker durch Geld untertan au machen. Der englische Puritanismus ging auf dieses Gebot zurück. Es ist bekannt, welche fanatische Verehrung die Juden in England nicht nur bei den Puritanern genossen. Cromwell träumte, wie Sombart angibt, von einer engen Verbindung des jüdischen Volkes Jahwes mit der englisch-puritanischen Gemeinde desselben Gottes: eine Gruppe von Puritanern, die Levellers, verlangte schlechthin, daß die Gesetze der Thora für England maßgebend feien. Im Zeitalter Cromwells begann auch der Raub der fremden Kolonien. Der englische Puritanergeist war dem jüdischen so wesens- verwandt, daß er alle äußeren Rauberfolge seinem Jahwe gutschrieb. Hier aber setzt jene Entwicklung ein, die den modernen Kapitalismus jüdisch-englischer Art gebar. Schon bevor die Juden unter Cromwell zurückgerufen und bald in den geraubten Kolonien kapitalistisch wirksam wurden — auch die nordame- rikanischen sind von ihnen „kapitalistisch" entwickelt worden — war durch die Ausnahmeverhältnisse aus der Briteninsel die alte ständische Ordnung zertrümmert. England kannte z. B. keine Zünfte im festländischen Sinne. Die mammonistische Herrschaft der Entfesselten vertrieb den britischen Dauer, nahm dem Handwerker das Brot, pferchte die verprole- tarifierten Massen in große Manufakturen zusammen und verelendete sie. Sie waren weiße Sklaven des Kapitals geworden, während England einen schwungvollen Handel mit schwarzen Sklaven trieb und sich ausdrücklich bis nach der Aufklärungszeit diesen gewinnbringenden Handel vorbehielt und vertraglich gegenüber den Spaniern sicherte. Liverpool ist aus dem schnödey Geld der Sklavenhändler groß geworden. Die Verstädterung der Engländer war gleichbedeutend mit ihrer Unterwerfung unter die Interessen des Geldsacks. Daß Leute nur mit ihrem zusammengerafften Geld in England Titel und Landgüter kaufen können, daß die englische söge- nannte Aristokratie nicht blutsgemäß herrscht, sondern durch ihre kapitalistischen Beziehungen und ihren Geldbesitz, ist eine bekannte Tatsache. Der plutokratische Charakter der Regierung Chamberlain zwang sie also nach den Gesetzen, die der Plutokratie inne wohnen, die antikapitalistische, auf Blut und Boden beruhende Neuordnung in Mittel- europa zu bekriegen, und zwar mit Mitteln der Ausrottung. Aber zum ersten Male hat sich England verrechnet. Seine Plutokratie ist die Herrschaft weniger über Proleten. In Deutschland und Italien und bei den meisten Nationen des europäischen Festlandes ist der Gedanke zum Durchbruch gelangt, daß hie Herrschaft weniiger Plutokraten die Völker veÄirbt, daß das Geld nicht Herr sondern Diener der Allgemeinheit und das Primäre die Arbeit und nicht der Raub sein muß. Das ist der Unterschied zur englischen Plutokratie, der in dem Zusammen- stoß zweier Weltanschauungen derjenigen den Sieg verleiht, die für das Wohl der Allgerneinheit eintritt und nicht, wie die englische Plutokratie, für die Macht zur Versklavung aller. E. 8. Nächtlicher Lustalarm an der englischen Küste. London, 25. Jan. (Europapreß.) Zu einem nächtlichen Luftalarm kam es in derNachtzum Donnerstag an einem Teil der englischen Nord- seeküste. Die Flakbatterien eröffneten das Feuer und die Scheinwerfer waren in Tätigkeit: auch die Jagd- flieger stiegen auf. Es wurden abet keine Bomben abgeworfen, und nach den bisherigen Berichten scheint es auch nicht zu Luftkämpfen gekommen zu fein. Zum zweiten Male innerhalb 24 Stunden wurden in London durch Presse und Rundfunk verbreitete Nachrichten über die Luftabwehr nachträglich vom Luftfahrtministerium dementiert. Es heißt jetzt nämlich, daß die am Nachmittag erschienenen Nachrichten über eine Beschießung eines einzelnen deutschen Fliegers über der Themse-Mündung „ungenau" seien. Da aber Flakfeuer in London gehört wurde, muß angenommen werden, daß die Flak auf eigene Flieger geschossen hat. Frei erfunden! Pariser Lügenmeldungen über angebliche Teilnahme deutscher Flieger an russischen Bombenflügen. Berlin, 25. Januar. (DNB.) Die Pariser Presse veröffentlicht Meldungen, wonach ander russisch - finnischen Front deutsche Piloten als Geschwaderführer an den russischen Bombenflügen teilnehmen. Um die Glaubwürdigkeit dieser Mitteilung zu erhöhen, fügt die Pariser Presse hinzu, daß die Meldungen durch Nachrichten aus Rußland bestätigt werden. Hierzu wird amtlich festgestellt: Die Nachricht ist von A bis Z frei erfunden. Weder hat Deutschland Piloten zur Unterstützung der russischen Luftwaffe nach Rußland entsandt, noch hat die svwjetrussische Regierung um eine solche Entsendung gebeten. Deutschland hat bekanntlich in diesem Konflikt zwischen Rußland und Finnland von Anfang an eine ft r e n g neutrale Haltung eingenommen und bewahrt. Oie Emigranten in Frankreich müssen zur Musterung. Berlin, 26. Jan. (DNB. Funkspruch.) Alle Emigranten und die übrigen in Frankreick lebenden Ausländer werden, sofern sie noch nicht den zahlreichen Aufrufen Folge geleistet und sich für den Eintritt in die französische Armee oder m die Fremdenlegion gemeldet haben, nun zur Musterung aufgerufen. Wer nicht erscheint, wird automatisch als „militärdienstfähig" erklärt. Wie es heißt, soll diese Maßnahme auf den wachsenden Druck der mobilisierten Franzosen hin erfolgt fein, die sich über die Drückeberger-Ausländer, die fast zu 99 v. H. Juden sind, aufs höchste empören. In der den Frontsoldaten eigenen drastischen Sprache pflegen die Poilus jedem, der es hören will, zu sagen: „Mr wollen nicht, daß die Drückeberger an unserer Stelle sich in unseren Bü- ros, Werkstätten und in unseren Betten breitmachen, während wir uns die Schnauze einschlagen lassen sollen." Der Wehrmachtsbericht vom Freitag. Britisches Flugzeug bei Duisburg abgeschossen. Berlin. 26. Januar. (DNB. Aunkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe führte an mehreren Frontabschnitten Aufklärungsflüge durch. Ein britisches Auf- klarnngsftugzeng vom Muster Vristot-Bten- heim wurde bei dem versuch, von Frankreich aus in das Ruhrgebiet einzuftiegen. in der Gegend von Duisburg abgeschossen. Heftige Kämpfe in Finnland. Helsinki, 25. Jan. (DNB.) Arn 23. Januar unternahmen die Russen, so teilt der finnische Heeres, bericht mit, einen vom Artilleriefeuer unterstützten Angriff auf Summa und Muolaan- järvi, der abgewiesen werden konnte. Die finnische Artillerie soll mit Erfolg russische Maschinengewehrnester und Artilleriestellungen unter Feuer genommen haben. Die Kämpfe nordöstlich des L a d o g a wurden fortgesetzt. Heftige Angriffe bei Kollaanjoki und Aittojoki wurden a b - gewiesen. In Nordfinnland unternahmen russische Flieger einen Angriff auf den Marktflecken Nurmes und andere Orte, wobei 21 Zivilpersonen aetötet worden seien. Die finnische Luftwaffe habe, so schließt der Heeresbericht, zahlreiche Erkundungsund Bombenflüge durchgeführt. Steigende Soldförderung in Italien. Rom, 25. Januar. (Europapreß.) Die vor drei Jahren nach vierzigjähriger Stillegung wieder in Betrieb genommenen Goldgruben in der Provinz Piemont haben im Jahre 1939 eine Ausbeute von 133,6 Kilogramm Feingold ergeben. In den beiden vorhergehenden Jahren waren 34 bzw. 46,17 Kilogramm Feingold gefördert worden. Um eine weitere Steigerung der Goldgewinnung, die sich z. B. im Jahre 1892 auf 330 Kilogramm betau» fen hatte, zu ermöalicken, ist der halbstaatlichen Bergbau, und Metallgesellschaft ein auf drei Jahre verteilter Kredit von sechs Millionen Lire zur Verfügung gestellt worden. Braunkohlengewinnung in Italien. Rom, 25. Jan. (Europapreß.) Der Ausschuß für die Autarkie hat unter dem Vorsitz Mussolinis beschlossen, die Förderung von Braunkohle aller Art zu beschleunigen. Die in Italien vorhandenen Lager Soweit ist das eine englische Angelegenheit. Aber Volksreiches der Deutschen. Rheydt, 26. Jan. (DNB.) Am Donnerstag weilte Reichsminister Dr. Goebbels im Rheinland, um vor der Parteigenossenschaft feiner Datermacht und politische Führung, seien nur Teile eines einzigen völkischen Lebenskörpers, der um feine Existenz kämpft. Der Führer, in dessen Händen unser aller Schicksal liege, sei Vollstrecker einer großen einmaligen stadt Rheydt zu sprechen. Anschaulich schilderte er, wie die Entwicklung des deutschen Volkes zur Dem Genius des Führers vertrauen! Or. Goebbels sprach in seiner Heimatstadt Rheydt über den Daseinskampf der deutschen Nation. Gchoitenröckchen und Grstaas Wegen zunehmender Verknappung der Rohstoffe hat England die weitere Anfertigung des Kilt, des sog. Röckchens für die schottischen Regimenter, ein- gestellt; die Truppe muß in Zukunft die englische Uniform mit langer Hose tragen. Der Kilt ist Höch, stens noch als Ausgehanzug erlaubt. Es handelt sich um jenes bekannte Bekleidungsstück der schotti- schen Regimenter, das eigentlich kein Röckchen, sondern ein in Falten zusammengelegtes, tariertes Plaid ist und in der Form eines kniefreien Rockes zum schottischen Nationalkostüm und zur Schottenuniform getragen wird. Beim Nationalkostüm wird der Kilt, an dessen Musterung die verschiedenen schottischen Clans (Sippen) der alten schottischen Stämme einander erkennen, mit einer ungewöhnlich großen Sicherheitsnadel seitlich zusammengesteckt. Großmacht zu dem gegenwärtigen Eingriff Englands und Frankreichs aur die Existenz des großdeutschen । Reiches geführt habe. Der Sinn des gegenwärtigen Kampfes fei, daß nunmehr die letzten Lebensinter- effen der Völker in die Waagschale der großen geschichtlichen Entscheidungen geworfen werden. In dieser Stunde feien Heimat und. Front eine einzige Einheit. Ihre Pflichten und ihre Verantwortung seien nicht voneinander zu trennen. Beide, Wehr- nald, und es ist das Pech der Engländer, daß diese Tatsache in ihrer Zeitschrift „Candid Duarterlg Review" vom August 1915 ausdrücklich bestätigt wird. Bekanntlich ist nach der Haager Landkriegs- ordnung, die internationale Geltung hat, im Artikel 23 ausdrücklich verboten, „solche Geschosse zu ver- wenden, deren einziger Zweck es ist, giftige Gase zu verbreiten". Trotzdem hat England schon 1914 Gewehrgranaten eingeführt, die mit Bromessigester, einem erstickenden Tränenerreger gefüllt waren. Im Februar 1916 begann der Gegner dann bei Verdun auch den Gasangriff mit Artilleriegeschossen. Auch die Franzosen wandten damals gleichzeitig mit den Engländern als erste Giftgase an. Nach dem Weltkrieg hat die Konferenz von Washington den amerikanischen Antrag auf Verbot des Gaskampfes ausdrücklich angenommen. Auch England ncchm an dieser Konferenz teil. Das gleiche England war es dann, das noch vor Beginn feines neuen Krieges aegen Deutschland Polen mit großen Mengen des gefährlichsten Giftgases, mit Gelbkreuz, beliefert hat. Aus dieser Tatsache geht einwandfrei hervor, daß die englische Krieasindustrie auf die Massenfabrikation der gemeingefährlichsten Giftgase eingestellt ist und daß die Anwendung dieser Gase auch in den Plänen der englischen Kriegführung für früher oder später vorgesehen ist. Wenn also der englische Kriegsminister jetzt das Schottenröckchen abschafft mit der verlogenen Behauptung, es bestehe die Gefahr der Anwendung von Giftgas durch Deutschland, dann ist das jene traditionelle englische Methode, die man im Deutschen mit dem bekannten Wort kennzeichnet: „Haltet den Dieb!" geschichtlichen Aufgabe. Wenn man bedenke, welche Chancen uns die Gegenwart bietet, Äri Weltvolk zu werden, so muß man zugeben, daß noch niemals Intelligenz und Fähigkeiten der politischen wie militärischen Führung und die Geschlossenheit des nationalen Siegeswillens die Ueberlegenheit des deutschen Volkes in so eindeutiger Weise erwiesen hätten wie heute. Wenn Adolf Hitler vor 20 Jahren ausgezogen sei, mit sieben Mann ein Reich erobert habe, ein darniederliegendes Land aus einer lähmenden Ohnmacht erhoben und seine Nation unter die ersten Völker der Welt gestellt habe, wenn Adolf Hitler dann feine Hand zur letzten Befreiung seines Volkes ---- ... „ ertjebe so fei es unsere Pflicht, seinem Genius zu der englische Knegsmmister Stanley, der sich die vertrauen. Uns alle die wir Treuhänder des beut-Lügenmethoden des Kollegen Churchill zu eigen scken Volkes feien, fordere das Schicksal zu mann-1 macht, behauptet, das Schottenrockchen fei für Die Haftern Einsatz für die Größe der Nation auf, damit, im Feld stehenden schottischen Regimenter lediglich unsere Generation endlich teilhaftig werde des ersten deshalb abgeschafft worden, weil die Deutschen - - -- Giftgas verwenden könnten. Nun liegen die Dinge freilich so, daß die Engländer am allerwenigsten Veranlassung zu einer solchen bewußt unwah- ren Beschuldigung haben. Denn Erfinder des Giftgases als Kampfmittel ist niemand anders als der englische Admiral Lord Dundo- Deutschland, das am 17. Juni 1925 durch einen Antrag in der Genfer Waffenhandelskommission erneut ein Abkommen über die Frage des Gaskrieges herbeiführte, hat zu Beginn dieses Krieges durch den Führer Adolf Hitler ausdrücklich betont, daß es sich an die Grundsätze des Völkerrechtes halten und auf jede Anwendung von Giftgasen verzichten werde. werden auf 500 Millionen Tonnen geschätzt. Ferner wurde beschlossen, ein eigenes staatliches Unternehmen mit dem Sitz in Rom, ähnlich dem bereits bestehenden staatlichen Unternehmen für Steinkohle, zu gründen. Es wird die Aufgabe haben, die Produktion, den Absatz und die Verteilung der Braunkohlenerzeugnisse zu fördern. Das Anfangskapital ist auf 50 Millionen Lire festgelegt worden. Durch diese Maßnahmen soll die italienische Braunkohlenerzeugung im Jahre 1940 eine Höhe von 2,5 Millionen Tonnen erreichen, nachdem vom Ministerrat beschlossen worden ist, daß vom Herbst ab in den Wohnungen nur noch einheimische Brennstoffe verwendet werden dürfen. Willis neuer Name. Don Joachim Lange. Ich lese eben in der Zeitung, daß mein alter Schulkamerad Willi Wurl sich verlobt hat. Unser dicker Willi aus dem Fischerkietz ... Eigentlich haben wir ihn ja nie Willi genannt Wir nannten ihn immer und nennen ihn noch heute — aber das will ich euch erzählen, wie Willi sich selber umgetauft hat. Eines schönen Morgens in der Vorschule kam hoher Besuch: der Herr Schulrat. Das war ein lebhafter, wohlbeleibter Herr, und wir hatten alle große Angst. Herr Gieseke, unser Lehrer, auch. Der Herr Schulrat begann feine Besichtigung, indem er uns nach unseren Namen fragte. Oben rechts fing er an. Oben rechts, das war ich — nicht, weil ich der Beste, sondern der Längste war. „Wie heißt du, mein Sohn?" fragte er mich. Ich nannte ihm flink meinen Namen. „Joachim", wiederholte der Herr Schulrat meinen Vornamen und fuhr mit gehobener Stimme fort: „Was ein Märkischer ist, der muß Joachim heißen oder Woldemar." Darauf fenjte er seine Stimme wieder: „Das hat unser großer märkischer Dichter Theodor Fontane gesagt. Den wirst du auch einmal kennenlernen, wenn du erwachsen bist, nicht wahr?" „Jawohl", entgegnete ich, „und mein Onkel Paul wohnt auch in der Fontanestraße." Und ich fetzte mich sehr geehrt auf meinen Platz. „Nun, da kennst du ihn ja schon gewissermaßen!" sagte der Herr Schulrat in bester Laune. Darauf wandte er sich an meinen Nebenmann, den Hannes Melcher. „Und wie heißt du, mein Sohn?" .Hannes Melcher!" antwortete Hannes. „Wie?" fragte der Herr Schulrat. „Melcher." ,Jch meine den Vornamen. Sag mir noch einmal deinen Vornamen!" .Hannes!" wiederholte Hannes. „2)u meinst Hans!" sagte der Herr Schulrat. „Sprich doch deutlich!" „Ich heiße Hannes Melcher!" antwortete Hannes beharrlich. „Was ist das für ein unsinniger Name!" polterte der Herr Schulrat. „Dann heißt du Johannes!" „Nein, ich heiße Hannes!" erklärte Hannes zum viertenmal. Der Herr Schulrat schüttelte den Kopf. „So etwas ist mir auch noch nicht vorgekommenl" „Verzeihen bitte Herr Schulrat", ließ Herr Gie- feke sich vom Pult her vernehmen, ,j)er Junge kommt aus dem Rheinland. Soweit mir bekannt, ist der Name Hannes dort nicht ungebräuchlich und ..." Er verstummte, denn der Herr Schulrat hatte ihm einen sehr mißbilligenden Blick über die Schulter zugeworfen. .Hannes gibt es nicht!" entschied der Herr Schulrat. .Ich bin sicher, daß der Name nicht im Duden steht. Haben Sie einen Duden hier, Herr Gieseke?" „Jawohl!", dienerte Herr Gieseke, „im Lehrerzimmer. Ich sehe sofort nach." Und er eilte geschäftig aus der Klasse. Der Herr Schulrat fragte uns verweilen: „Weiß einer von euch, was der Duden ist?" Und da keiner sich meldete, gab er selber die Antwort: „Der Duden ist ein Buch, darin stehen alle Wörter, die es gibt. Und ein Wort, das nicht im Duden steht, das gibt es nicht, und das gilt nicht. Nun, Herr Gieseke", wandte er sich an unseren wieder eintretenden Lehrer, „haben Sie Hannes gefunden?" „Nein, Herr Schulrat", entgegnete Herr Gieseke freudig, „der Vorname Hannes steht tatsächlich nicht im Duden." „Haben Sie auch überall nachgesehen?" forschte der Herr Schulrat. „Unter Hannes? Unter Hans? Unter Johannes?" „Ueberall", antwortete Herr Gieseke und blätterte eifrig in dem grün eingebundenen Buch, das er mit» gebracht hatte. „Der Name Hannes steht nirgends verzeichnet." „Nun, da hört ihr's!" sagte der Herr Schulrat zu uns und war sichtlich befriedigt, daß er recht gehabt hatte. „Sen Namen Hannes gibt es nicht. Wie ist also dein Vorname, Melcher?" „Hannes!" antwortete Hannes. Der Herr Schulrat warf beide Arme hoch. Dann sagte er: „Sieh mal: dein rechter Nebenmann heißt doch auch Joachim und nicht Achim!" „Aber wir nennen ihn doch Achim!" sagte Hannes, und die ganze Klasse nickte bestättgend mit den Köpfen. „Ja, nennen!" rief der Herr Schulrat. „Das ist aber etwas anderes als heißen. Deine Kameraden mögen dich immerhin Hannes nennen, heißen tust du Johannes. Wie heißt du?" „Hannes!" antwortete Hannes. Jetzt wurde der Herr Schulrat ärgerlich, man sah, wie der Zorn ihm ins Gesicht ftieg. „Kannst du nicht hören, was ich dir sage, du widersetzlicher kleiner Bursche? Du heißt Johannes! Wie heißt du?" „Hannes!" antwortete Hanne». Schwupp, hatte er eine gelinde Ohrfeige weg. „Wie heißt du?" .Hannes!" antwortete Hannes, schon nicht mehr ganz sicher. Klatsch, saß ihm ein etwas stärkerer Schlag auf der Backe. „Johannes! Wie heißt du?" „Hannes!" antwortete Hannes mit zittriger Stimme. „Willst du mich zum besten halten, du ungehorsamer Starrkopf du?" Und der Herr Schulrat holte weit aus. Aber ehe er mit dem Ausholen fertig war, rief Hannes ganz schnell: .^Johannes! Ich heiße Johannes! Ich heiße Johannes Melcher!" Der Herr Schulrat ließ seinen Arm sinken. „Na, endlich!" sagte er besänftigt. „Zureden hilft. Wie heißt du also?" .Johannes!" antwortete Hannes. „Du kannst dich wieder hinsetzen, Johannes!" sagte der Herr Schulrat und wischte sich mit dem Taschentuch die Stirn. Daraus wandte er sich an den linken Nebenmann von Hannes, und das war der dicke Willi Wurl. Willi hatte mit wachsendem Unbehagen der Auseinandersetzung zwischen dem Herrn Schulrat und Hannes zugehört und sich vorsorglich geduckt, als die Backpfeifen fielen, um nicht auch etwas davon abzubekommen. Jetzt zeigte fein Gesicht einen tiefsinnigen Ausdruck, als ob Willi angestrengt nachgedacht hätte. „Und wie heißt du, mein Sohn?" fragte der Herr Schulrat Willi. Willi sprang wie ein Stehaufmännchen hoch, stellte sich stramm hin und antwortete dem Herrn Schulrat mit fröhlicher schmetternder Stimme: „Jo- willi Wurl!" „Wie?" fragte der Herr Schulrat und legte die eine Hand hinter das Ohr. „Jowilli Wurl!" wiederholte Willi, und fein Gesicht strahlte vor Zufriedenheit, alles recht und gut gemacht zu haben. Der Herr Schulrat erstarrte. Ohne Herrn Gieseke anzusehen, sprach er zu diesem: ,Zch muß schon sagen, Herr Gieseke, dieser Jahrgang scheint mir ein ausgesucht unerzogener zu sein!" Und ehe Willi sich's versah, hatte er hintereinander drei schallende Ohrfeigen weg, rechts, links, rechts — eine mehr als vorhin der arme Hannes. Willi war völlig fassungslos und fing an, laut zu heulen. „Wie heißt du aufsässiges, kleines Element?" fragte der Herr Schulrat drohend. „Willi", schluchzte Willi, „aber — ich habe gedacht, wenn — wenn der Herr Schulrat da ist, dann — bann müssen wir vorne alle mit Jo heißen." Serenissimus im Theater. Der Fürst Günther Friedrich Karl I. von Schwarz. burg-Sondershausen, der vor hundert Jahren re- giene. sorgte' für die Unterhaltung feiner Untertanen durch die Einrichtung eines Theaters, in dem es recht sonderbar zuging. Der Eintritt war frei. Sie Bürgerinnen drängten sich schon um 4 Uhr nad)» mittags auf die guten Plätze und strickten fleißig Strümpfe. Ser Fürst wohnte jeder Vorstellung bei, in der Mitte der zweiten Parkettreihe sitzend, und zwar stets im Jagdanzug mit Sporen. Neben ihm stand ein kleiner Tisch mit einem Tabakkasten und Meerschaumpfeifen, und er blies dicke Rauchwolken in die Luft, während er mehr oder weniger aufmerksam den Sarbietungen auf der Bühne folgte. Sein Beifall äußerte sich darin, daß er den Künstlern, die ihm gefielen mit Sufaten gespickte Apfelsinen zuwarf, die neben dem Tabakkasten auf einem silbernen Tablett lagen. Hatte ein Schauspieler schlecht gelernt, dann schrie er wütend: „Auf die Wache mit ihm!" Und der Arme wurde sofort von den Gendarmen abgeführt, um hinter schwedischen Gardinen seine Rolle besser zu studieren. Der Fürst sprach ungeniert mitten in die Vorstellung hinein. Wenn sein Liebling, der Helden- spieler und Opernsänger Heckscher den Ferdinand in „Kabale und Liebe" spielte, rief er plötzlich dazwischen: „Heckscher, die denken hier vielleicht, du kannst bloß immerzu reden. Zeig ihnen, daß du auch singen kannst. Leg mal deine Sarastro-Arie mit dem nötigen Schmalz hin!" Und Ferdinand fang feiner Luise „In diesen heiligen Hallen" vor, worauf ihm einige gespickte Apfelsinen an den Kopf flogen. Langweilte sich Serenissimus, bann rief er mit Stentorstimme: „Nun hört mal auf, Kinder: Jetzt wird der Krahnholz mal tüchtig gekitzelt." Krahnholz war der Komiker, mit dem man sich diesen Scherz erlaubte. Er rief zwar weinerlich: „Ach nee, Durchlaucht, bitte heute nicht kitzeln!", aber schon erschienen zwei Mitspieler mit Rohrstöcken, die ihn kitzelten. Dann schnitt er die greulichsten Grimassen, warf sich auf den Boden, kreischte und schrie, und Durchlaucht lachte, daß ihr der Bauch wackelte. Auf ein Zeichen des Fürsten fand die berühmte Kitzelszene sein Ende, und zum Lohn flogen die Dukaten-Apfelsinen auf dis Bühne... .C.fc • M Oie andere Seite der Westfront. Eine der bemerkenswertesten Erscheinungen der Geschichte sind die großen Kriegs- und Wanderzüge der Völker. Betrachtet man die gegenwärtige Völker- Trotz Schnee und Lis: LWM.bei der Arbeit! sein. Aber Mann stehen. oche überfällig. Mine gelaufen und General Weygand, der Ob erkommandierende r französischen Armee in Syrien, ist von Beirut Aus aller Welt Wanderungen und Ltmsiedlungen. Don Ot. Roderich v. LlngernSternberg. PK. L. W. B. K.? Eine Abkürzung, die nur wenige kennen. Als unsere Lustverteidi- der französischen ------- kämmend, in der türkischen Hauptstadt eingetroffen. Er wurde dort von dem Kommandanten der Garnison Ankara, General Geukzer, emp- arte von Westeuropa, so ergibt sich, daß alle zur Zeit in den verschiedensten Gebieten ansässige Völker ugewandert sind, d. h. ursprünglich woanders >eheimatet waren. Ich will das an zwei Beispielen urz erläutern. Im Bereich Deutschlands haben sich die g e r m a - Nischen Stämme erst nach der Völkerwande- ung (375 bis 486 n. Ehr.) niedergelassen, und die lawischen Stämme, die nachträglich im )eutschtum aufgegangen sind, sind erst spätere Zu- Wanderer in einem ursprünglich von Germanen bewohnten Gebiet. Das französische Volk setzt sich ab- ftammungsmäßig zusammen aus den Kelten, die, wenn auch nicht der ursprüngliche, so doch ein alt- eingesessener und ehedem über ganz Süddwestdeutsch- land verbreiteter Volksstamm waren, und aus dem Osten nach Frankreich eingedrungen sind. Ganz büdfrankreich hat einen starken Einschlag von Italikern (Römern), Griechen und Phöniziern erfahren. Sehr wesentlich waren ferner die germanischen Wellen, die während der Völkerwanderung über Frankreich nach der Pyrenäen- Halbinsel sich ergossen haben und in Gestalt der Franken eine dauernde und geschichtlich bedeutsame -tolle nach ihrer Niederlassung in Nordfrankreich, Kleine politische Nachrichten. In Prag weihte Reichsleiter Korpsführer Hühnlein die sechs Stander der NSKK.-Motor- staffel Prag im Beisein zahlreicher Ehrengäste aus Partei, Wchrmacht und Staat. Reuter zufolge ist das ent „Newshaven" feit einer L Es ist wahrscheinlich auf eine gesunken. sellschaft ihre Iahrestagung Mit der Jntemisten- tagung zusammengelegt. Unser Bild zeigt französische Soldaten tn einem Gehöft, in das die deutschen Granaten zielsicher einschlugen. — (Presse-Billl-Zentrale-M.) Festsitzung der Preußischen Akademie der Wissen- schaflen. Einer ehrwürdigen Tradition folgend versammelte sich die Preußische Akademie der Wissenschaften zur Feier des Friedrichstages und des Tages der Reichsgründung zu einer Festsitzung, an der mit Reichs- Minister Seldte viele führende Männer von Staat und Partei, Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst teil - nahmen. Die russische Wissenschaft^ mit der die Akademie seit ihrem Bestehen enge Beziehungen unterhält war durch eine Kommission, an der Spitze der Volkskommissar für Erziehung und Unterricht, Käst an off, sowie den russischen Botschafter vertreten. Nach den Klangen Bachscher Musik sprach der Präsident der Akademie, ff=£>ber» Mr Professor Dr. Wahlen. Wz-präsib-nt G°- Heimrat H e y m a n n verlas den Jahresbericht. Dann berichtet Professor Dr. Krebs über den Atlas des deutschen Lebensraumes in Mitteleuropa". Professor Schmiete- tking erstattete über das „Deutsche Wörter- Jahren verjähren. Die Verjährungsfrist läuft aber nicht, wenn der Anspruch bei dem Versicherer an- gemeldet ist, bis die schriftliche Entscheidung des Versicherers ergeht. Das geltende Recht kannte eine Prämienverbesserung nur zu Gunsten des Versicherers. Nunmehr wird dem Versicherungsnehmer ebenfalls ein Recht auf Herabsetzung der Prämie eingeräumt, wenn das versicherte Risiko geringer wird. In der Lebensversicherung findet diese Vorschrift keine Anwendung. Wird eine Lebens- oder Unfallversicherung auf das Leben eines anderen genommen, so ist dessen Zustimmung grundsätzlich erforderlich. Das gilt künftig nicht, wenn die vereinbarte Leistung den Betrag der gewöhnlichen Beerdigungskosten nicht übersteigt. Die Lebensversicherung dient in der Regel der Familienversorgung. Daher sind Familienangehörige gewöhnlich die Bezugsberechtigten. Gerät der Versiehe runas- nehmer in Vermögensverfall, so ging bisher die Anwartschaft der Begünstigten verloren, weil sie nicht in die Versicherung eintreten konnten. Nunmehr aber wird ihnen diese Möglichkeit gegeben. Hier macht das Gesetz den ersten Ansatz zu einer Regelung der Familienfürsorge in der Lebensversicherung, die bisher lediglich in der Handwerkerversicherung verankert ist. tigen Schlägen werden die großen Brocken auseinandergeschlagen. Stein neben Stein wird eingesetzt. In den vorhergehenden Sagen ist bereits der breite Streifen aus gekoffert worden. Als ich mich mit einem tiefer Männer unterhalte, erfahre ich, daß sich diese Kompanie aus lauter D ft martern zusammen setzt. Aus der Wachau, aus der Steiermark, Nieder- und Oberösterreich, aus der gesamten Ostmark kommen sie. Schlosser, Schreiner, Maurer, Erdarbeiter, Holzfäller — diese und ähnliche Berufe sind vertreten, so daß ihnen die Arbeit in solch einer LWBK. nichts Neues ist. Was hinzukommt, lernen sie von den Arbeitsdienst- führern, die als Vorgesetzte dieser Einheit eingesetzt sind. Auch der Kompanieführer ist ein Ar- beitsdienstführer, ein Feld meister. Bereits seit Kriegsbeginn stehen diese Märmer an der Front. Als der Polenkrieg begann, wurden sie sofort vorne eingesetzt, schleppten Bomben von den Transportflugzeugen zu den startbereiten Bombern, besserten die von den Polen vor ihrem Abzug zerstörten Flugplätze wieder aus oder halsen der Flak beim Vormarsch über zerstörte Drücken und Straßen. Wo es galt, Arbeitskräfte einzusetzen, überall wo technische Arbeiten nötig waren, da mußte die LWBK. heran — das Mädchen für alles! Nun sind sie hier an der Westfront. In einigen - Wochen formen sie mit ihren Fahrzeugen vielleicht schon wieder zu einem anderen Feld-Flugplatz ober buch der Brüder Grimrn" Bericht. Den Festvortrag hielt der Romanist der Berliner Universität, Professor Gamillscheeg, über „Die Herkunft der Rumänen". Der Brand der „Orajio“. Nach einem dem Duce erstatteten Bericht des Verte hrsmi nisters über den Brand des großen italienischen Passagierschiftes „Orazio" am letzten Sonntag werden 110 Personen vermißt, darunter 60 Mann der Besatzung und 50 Passagiere. Die Ursache des Feuers wird auf fünf oder sechs Explosionen zurückgeführt, die rasch aufeinander im Maschinenraum erfolgt sind. Das Feuer setzte bald das ganze Mittelschiff in Flammen. Nach kaum einer Viertelstunde Hatte der Brand unter der Einwirkung eines schweren Gewitter sturmes solchen Umfang angenommen, daß der Kapitän 808.-Rufe fünfen ließ, die aber nur wenige Minuten wiederholt werden konnten Zwei trotz des Verbotes des Kapitäns ausgesetzte Rettungsboote sind gekentert. Die Rettungsarbeiten durch herbeigeeilte Schiffe dauerten sieben Stunden. Doppelmord in Trier. Am Mittwochvormittag fanden Hausangestellte den in den 50er Jahren stehenden Fahrradfabrl- fanten Schmidt und seine etwa 20 Jahre jüngere Ehefrau in der Wohnung in Trier-West ersch o s- fen auf. Wie sich später herausstellte, hatte man den Täter, den 1897 in Frankfurt a. M. geborenen Willi Nenck in das Haus gehen sehen, was aber nicht auffiel, da Renck dort öfters verkehrte. Emen Schuß hatte niemand gehört. Später verließ der Mörder die Wohnung, eignete sich 4» der Fabrik vermieden werden, daß der Derfichevungsnehmer, wenn einmal der Versicherungsfall eintritt, zu seiner ^stellt, däß der Inhalt des Vertrages von seinem Anträge abweicht. Der Versicherer muß auf alle Abweichungen in allen Dersicherungszwei- qen besonders aufmerksam machen. Ein Recht auf Abschlagszahlungen kannte man bisher nur in der Feuerversicherung und der Hagelversicherung. Der Versicherungsnehmer hat aber gerechterweise auch in anderen Zweigen der Versicherung einen Anspruch auf Abschlagszahlungen, z. B. in der Kranken- ober Unfallversicherung. Es ist nicht angängig, daß der Versicherungsnehmer im Krankenhause Vorschüsse leisten muß, der Versicherer aber ihn bis zum Abschluß der Behandluna warten läßt. Steht fest, daß der Versicherer überhaupt zu leisten hat, so muß er wenigstens den Betrag zahlen der nach Lage der Sache sicherlich zu leisten ist 'Das Gesetz sieht sodann vor, daß die Ansprüche .1 . , . .. <.S —. i« Flint ein Fahrrad an und suchte das Weite. Man nimmt an, daß der Doppelmord geschah, nachdem der Täter einen Wortwechsel mit Schmidt gehabt hat, dessen Frau er bereits seit längerer Zeit nachstellte. Die wlizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abge- chlossen. Zwei Gewaltverbrecher hingerichtet. Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Am 25. Januar 1940 sind der am 27. Februar 1901 in Gel- enkirchen geborene Arthur Markmann und die am 28. November 1906 in Berlin geborene Sophie Pöhle hingerichtet worden, die das Sondergericht in Berlin am 24. Januar 1940 wegen Mordes als Gewaltverbrecher und wegen Beihilfe zu dieser Tat zum Tode und dauerndem Ehrverlust verurteilt hat. Markmann, ein schwer vorbestrafter Gewaltverbrecher, hat am 1. Oktober 1939 in seiner Wohnung die 18jährige Käthe Keßler in bestialischer Weise ermordet. Die Pohle hat ihm bei der Tat und der Besettigung der Spuren Hilfe geleistet. Volksschädling zum Tode verurteilt. Das Sondergericht in Köln sprach über den 23jährigen Hermann Müller aus Neunkirchen (Saarpfalz) wegen mehrerer Verbrechen des Betrugs, begangen unter den Voraussetzungen des § 4 der Volksfchädlingsverordnung die Todesstrafe nebst Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aus. Aus Großmannssucht und aus dem Bestreben heraus, sich auf Kosten anderer ein angenehmes Leben zu verschaffen, nützte er die Kriegsverhältnisse aus, gab sich bei zahlreichen Familien als Kamerad ihrer im Felde befindlichen Männer aus, bestellte den Angehörigen Grüße und ließ sich Geldbeträge, Lebensrnittel und Wäsche geben, die er dem Angehörigen im Felde überbringen solle. Aus diese Weise erbeutete er in knapp vier Wochen 370 RM. an Bargeld und Waren. Die Beuteergebnisse — mitunter 80 und 100 RM. — hat er in leichtsinniger Gesellschaft verjubelt. Er trieb sein Unwesen in feiner Heimat und dann in verschiedenen Städten von Köln bis Mainz. fangen. Der türkische Dampfer „Fesei Bahrie" ist an der rumänischen Küste auf der Fahrt nach Istanbul infolge einer Explosion gesunken. Die Besatzung soll gerettet fein. * Der jugoslawische 5 e r ft ö r e r „Ljub . Ij ana" wurde bei der Einfahrt in den Kriegshafen Sibenik bei schwerem Seegang zwischen zwei Inseln gegen ein Rifs geschleudert und so schwer beschädigt, daß er kurze Zeit darauf sank. Die Besatzung wurde mit Ausnahme des Maschineningenieurs gerettet. Der Zerstörer war 1210 Tonnen groß und erst im Jahre 1939 in Dienst gestellt worden. ♦ Der litauische Staatspräsident Smetana wird am 16. Februar der wieder unter litauischer Staatshoheit zurückgekehrten historischen Hauptstadt Litauens, Wilna, seinen ersten Besuch abstatten. ♦ In Boise, der Hauptstadt seines Heimatstaates Idaho, wurde Senator B o r a h zur letzten Ruhe geleitet. Der Beisetzung ging eine Trauerfeier im Staatskapitol voraus. Nachfolger Borahs im Außen- ausschuß des Senats wird der republikanische Senator Nye aus Nord-Dakota, der ebenso wie Borah im Isolationismus die beste Wahrung der amerika- nischen Interessen erblickt.___ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Stabt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Lubwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theobor Kümmel. Druck und Verlag: Bruhlscke Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich In Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. §ur Zeit & k frwnfrt MS E gespielt haben. Unb schließlich ist der Invasion ber Ülormanen in Nordfrankreich zu gebenden, bie den germanischen Einschlag im französischen Volkstum noch weiter verstärkt haben. Aehnlich hat sich die ßUDung der anderen zur Zeit in Westeuropa ansässigen Völker vollzogen: Sie alle sind aus einer Zusammenschweißung von Volksstämmen entstanden, die nicht seit undenklichen Zeiten ihre gegenroärtige Äeimat bevölkert haben, sondern zugewandert sind. «der °.ch nach der K°n,°lid!-rung ber west-ur°-1 unb patfdjen Verhältnisse hat bie SBanberungsbemegung Luftwaffe hier im Äesten angelegt werben nid)t oufgeijort (Sine ber bebeut(am(ten war bie mußten, war es zum großen Teil der Arbeite- d e u t f ch e 0 st l a n d man ber u n g , ber u. a. bte 11, i e n ft, ber hier tatkräftig eingesetzt werben tonnte. Beneblung ber spateren Mark Branbenburg unb bte -Etliche Stellungen bereits bezogen, sinb Besitzergretsung bes ostelbischen Teils bes gegen-k^ ^lbslugplätze belegt. Hier unb bort marttgen beutschen Lebensraumes zu Derbanten ift werden aber doch noch irgendwelche zusätzlichen Ar- viese Wanberungsbewegung hat sich in ihren weite- ^ten ,u verrichten sein, die von ben stationierten ftcn Auslaufen m nordöstlicher Richtung tn das Ge- Formationen nicht ausgeführt werden können. Des- biet ber Ostseelanber (Lettlanb unb Estlanb) b.s zum (i$ ^stw°^ einen eigenen Ar- Fluß Narowa erstreckt, unb in östlicher Richtung hat «-, 'zh » geschaffen, ber für solche technischen si- die gesamte Kultur ber von den Polen besetzten Arbeiten herangezogen wird. Es sinb bie L.W.B.K. Gebiete nachhaltig beeinflußt burchb.e Niederlassung solche Kompanie besuchten wir biefer Tage an zahlreicher Deutscher in den Städten (Magdeburger Arbeitsstelle Recht, Barockbauten usw.) und durch bäuerliche Sied- Januarmorgen. Um den festgeftoreneu hingen. Der erstarkende preußische Staat hat dann Flugplatz stehen die Maschinen. Auf den Ab- die Zuwanderung von zahlreichen ihres Glaubens deckplanen glitzert Rauhreif. Nicht groß ist tiefer wegen aus Frankreich (Hugenotten) und aus fon- Man merkt ihm an, daß er erst im letzten ftigen katholischen Ländern Vertriebenen veranlaßt. r ^rttggestellt wurde. Arbeitsbaracken, Geräte Dadurch ist in den Bildungsprozeß des Preußentums uni) angefahrene Steinhaufen sprechen davon. Mer eine besondere Komponente hereingetragen worden, jetzt bei dem eingetretenen Frostwetter ruht Noch der Entdeckung der „Neuen Welt" beginnt Arbeit nicht. Drüben am anderen Platzende allmählich die Auswanderung und Kolonisierung Löhnen schwere Hämmer, fahren die Schippen A m e r i k a s , die im nördlichen Teil im Laufe des fiarrenfo Mer den harten Boden. Eine L. W. B. K. 18.Jahrhunderts, nach der Lostrennung der eng- eingesetzt — eine Lustwaffenbau- lischen Kolonien vom Mutterland (1776), zu ber Kompanie. Gründung der Vereinigten Staaten und in der Folge | - M Millionen Bücher für unsere Soldaten. Uebergabe der Bücherspende der NSDAP, für die Wehrmacht. Berlin, 25.Jan. (DNB.) In Anwesenheit des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel und des Generalmajors Reinecke erfolgte die Uebergabe der auf Anregung des Reichsleiters Rosenberg durchgeführten Büchersammlung der NSDAP, für die deutsche Wehrmacht. Insgesamt wurden 8V2 Millionen Bände gesammelt. Dazu kommen noch Spenden von Verlegern und Buchhändlern mit über 127 000 Bänden. Der Wehrmacht konnten bereits me^r als 27 OOOBüchereienzur Verfügung gestellt werden. Reichsleiter Rosenberg dankte allen Spendern in Stadt und Land, ferner der NSDAP, und ihren Gliederungen sowie Den etwa 300 000 freiwilligen Helfern für ihren Einsatz. Die Bücher würden unteren Soldaten Entspannung und Erheiterung bringen, aber für viele eine Quelle der Erhebung sein. Dadurch werde der innere Witte weiter gestärkt, das Deutsche Reich mit allen Kräften zu verteidigen. Auch Generaloberst Keitel dankte allen, tie an Dem Zustandekommen dieser großzügigen Sammlung für die Wehrmacht beigetragen haben, insbe- besondere dem Reichsleiter Rosenberg als dem Ur- heber dieser Idee. Ueber 8V2 Millionen Bände zusammenzutragen, sei eine stolze Leistung, für die er als Mittler der Empfindungen jedes einzelnen unbekannten Kämpfers an der Front den Dank der Wehrmacht zum Ausdruck bringe. lischen Kolonien vom Mutterland (1776), zu oer Kompanie. sWochen können sie nut ihren Erzeugen Gründung der Vereinigten Staaten und in der Folge ^twa 180 Mann schuften hier. Mit einem LK. schon wieder zu einem anderen Feld^Flugpl zu einer bis dahin ihrem Umfang nach unerhört dauernd Steine angefahren, die mit kundiger einer anderen Flakstellung unterwegs sei großen Uebersiedlunq von Engländern, Iren und $an(b .u Packlagern verwendet werden. Mit wuch-1 überall werden sie als Ostmarker ihren Man Schotten und gegen Ende des 18. und im Laufe des 19. Jahrhunderts auch von Deutschen, geführt hat. ä Staaten^erreicht um die Mitte 'des vorigen Jahr- Neuemngeu im Versicherungsrecht hunderts und dann Anfang der 80er Jahre vorüber- gehend eine besondere Höhe. Danach trat aber die ^om 1.7.1940 ab gilt nach der Verordnung zur Zuwanderung aus Italien, .Ungarn (Juden) und Vereinheitlichung des Rechts Der Vertragsversiche- btanbinaoien immer starker ,n b.e Srf^einung unb einheitliches Recht irn Aroßbeutfchen Reich Die gegen Ende des vorigen Jahrhunderts überwog die Vorschriften über das Zustandekommen des 23er« Einwanderung aus Osteuropa von Juden, Tschechen, sicherungsvertrages bezwecken, daß A b w e i ch u n - Slowaken, Litauern und Ukrainern und aus Sud- ' JAntrag des Dersicherungsneh- europa von Italienern, die Zuwanderung aus West- m£T5 n-A me^r versteckt erfolgen Dürfen; es soll europa bei weitem. In Der letzten Zeit vor dem Wett- ^^IDen werden, daß der Derfichevungsneh krieg erreichte Die amerikanische Einwanderung aus menn e^nma[ ^er Versicherungsfall eintritt, zu se Europa durchschnittlich über eine Million Menschen B^ftürzrmg fesfti .... - jährlich. von seinem Antt Aber nicht nur nach Amerika hat sich aus Europa 1 ein mächtiger Menschenstrom ergossen; in alle Erbteile ift ber weiße Mensch im 19. Jahrhundert Dorgebrungen, hat sich bauernd niedergelassen und die ganze Welt in einem Grade europäisiert, wie das kein anderer Kulturkreis, weder der arabische noch Der mittel- und ostasiatische. Die auch große Kriegs- und Wanderzüge durchgeführt haben, aufweisen kann. Insgesamt wird Die Zahl der Europäer, Die im Laus von 125 Jahren (1800 bis 1925) ausgewanDert sinD, auf runD 60 Millionen veranschlagt. Sehr beDauerns- roert ist nun, Daß nach Dem Weltkrieg eine Umkehrung Der WanDerungsbewegung eingetreten ist, D. h. Die AuswanDerung aus Europa ift so stark zurückgegangen, daß sie von der ... - bzw Rückwanderung nach Europa über- in Jahren, bei Der Lebensversicherung tn funs troffen wirD. BesonDers stark bemerkbar ist Dieser' Umschwung in D eutschl anD ; aber auch mEng- l a n D unb in Den f £ a n D i n a d i f dj e n San Dern ist eine größere überseeische Ein- bzw. Ruckwande- runa als AuswanDerung zu verzeichnen. Diese ttm- kehr Der WanDerungsbewegung ist für Die Aus- 3iiferniffenlagung in Wiesbaden, breihmq Des westeuropäischen Einflusses m Der Die Deutsche Gesellschaft für innere Wett, wenn sie weiter anhält, von Nachteil, Da ^Medizin wird auch in diesem Jahre vom 6. bis die Zahl Der Europäer, Die als Kolonisatoren und 9 Mai in Wiesbaden ihre Jahrestagung abhalten. Pioniere in Den von Farbigen bevölkerten ßänDern oum ersten Male wird auch tie De utsche Gewirken, verminDert. s e 1 l f ch a s t für K r e i s 1 a u f f o r s ch u n g , die Vor Dem Weltkrieg waren es fast ausschließttch iI)rcn Sitz in Bad-Nauheim, Der Zentralstelle Der wirtschaftliche GrünDe und religiöse Er- Aschen Kreislauftorschung, hat, gemeinsam mit waaungen. Die zur UebersieDlung in wirtschaftlich I ber Deuftchen Gesellschaft für innere Medizin ihre noch unerfchloffene menschenleere Räume oder in Ge- Iahrestagung in Wiesbaden abhalten. Desgleichen biete, wo Die ZuwandernDen eine religiöse Benach- auch die D e u t s ch e H ä m a tv lo gisch e G e- telligung nicht zu befürchten hatten, veranlaßten. ' ---------------- Neuerdings, aber in Anfängen auch schon vor dem j Weltkrieg, ist es der Nationalismus, der zu Wanderungs- und Umsiedlungsbewegungen Anlaß gegeben hat. Die zur Zeit allenthalben zu beobachtende schroffe Absonderung zwischen den Volkern !äßt in vielen Fällen ein Beieinanderwohnen nicht ahne ständige Reibungen und feindliche Ausschreitungen möglich erscheinen. In zahlreichen Fallen kann eine 'Befriedung nur auf dem Wege planmäßiger unb gut vorbereiteter Auswanderung und Umsiedlung erreicht werden. Die erste Aktion dieser Art hat nach Dem Weltkrieg Zwifchen Der Türkei unD GriechenlanD stattgefunden, burch Die runD zwei Millionen Menschen urngesieDett morDen sinD: Die kleinasiatischen Griechen nach Gne- chenlanD unD Die in griechischen Gebieten ansässigen Türken nach Kleinasien. Mit Der vorn Führer ayge- KinDiaten unD jetzt in Der Durchsührunq begnsfenen J m f i e D l u n g Der VolksDeutsch e n fmDet ’ ein bedeutsamer historischer Vrozeß seinen Abschluß. Der sich mit keiner bisherigen WanDerungsbewegung vergleichen laßt: Die Siedlung des gesamten deutschen Lottes in einen geschlossenen Lebensrauw 9. Jt.Sport Wieder Gpielruhe in Hessen! Im Gau Hessen herrscht auch am kommenden Sonntag, 28. Januar, völlige Spiel ruhe. Sämtliche Meistevschaftskämpfe im Fußball und Handball wurden von der Gausportführung abgesagt. Hessens Schi-Oauerlauf in Wiihelmshöhe. Die hessischen Schi-Meisterschaften werden am kommenden Sonntag mit dem 30-Km-Dauerlauf fortgesetzt. Ursprünglich sollte dieser Wettbewerb auch in Willingen durchgeführt werden, aber aus verkehrstechnischen Gründen hat man ihn nach Kassel-Wilhelmshöhe verlegt, wo im Habichtswald die Strecke abgesteckt ist. Die Schneeoerhältnisse sind hier so günstig, daß eine einwandfreie Durchführung des Meisterschaftslaufes gewährleistet ist. Gemeldet Haden die Spitzenkönner aus dem Upland, der Rhön und Kassel. Erfreulich ist wiederum die starke Beteiligung der Wehrmacht. Mit der Meisterschafts-Veranstaltung ist ein Wer- tungs'springen an der Kasseler Ziegenkopf-Schanze verbunden, an dem in der Hauptsache Kasseler und Millinger Springer teilnehmen werden. BMW. beim Großen Preis von Brescia. Am Sportwagen-Rennen um den „Großen Preis von Brescia", das am 28. April auf dem Dreieckkurs Brescia-Cremona-Mantua als Rundstreckenrennen ausgetragen wird, werden auch deutsche Fahrer und Wagen beteiligt sein. Die bewährten B M W.-S p o r t w a g e n , die schon im vergangenen Jahr beim Wüstenrennen in Libyen so großartig abschnitten und sich hinter den weit stärkeren Alfa-Romeo-Wagen plazierten, sollen bei diesem Rennen eingesetzt werden. Wahrscheinlich wird die bewährte NSKK. - Mannschaft am Steuer der BMW. sein. Bor großen Ereignissen im Wintersport. Beginn der IV. Internationalen Tvintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen. Am heutigen Freitag nimmt in Garmisch-Partenkirchen die IV. Internationale Wintersportwoche ihren Anfang, die das hervorragendste Ereignis der diesjährigen Wintersportveranstaltungen sein wird. In den acht Tagen vom 26. Januar bis 4. Februar wird auf den olympischen Winterkampfstätten ein reichhaltiges Programm mit derartig starker internationaler Beteiligung abgewickelt, wie es in diesem Winter kein anderes Land durchführen wird. Auf den Kampfstätten, die im vergangenen Jahr für die nun ausgefallenen V. Olympischen Winterspiele beträchtlich ausgebaut worden waren, werden sich die Vertreter von acht Ländern im friedlichen Wettkampf messen. Im Mittelpunkt steht das von sechs Ländermannschaften bestrittene Eishockeyturnier, an dem Böhmen-Mähren, Italien, Jugoslawien, die Slowakei, Ungarn und Deutschland teilnehmen. In anderen Wettkämpfen treten noch Vertreter Bulgariens und Rumäniens an. Reben Eishockey umfaßt das vielseitige Programm Eiskunstlauf und Schisport mit Langlauf, Sprunglauf, Staffellauf, Abfahrtslauf und Torlauf. Kleine Heringe sind gut zum Einlegen. Die großen frischen Schleppnetzheringe fehlen uns heute, statt dessen müssen wir uns zum größten Teil mit den kleinen Küstenheringen begnügen. Diese Heringe sind meistens nur 10 bis 20 Zentimeter groß, und manche Hausfrauen wissen nicht, was sie mit diesem kleinen Zeug, wie sie oft genannt werden, anfangen sollen. An den kleinen Heringen kann doch „nicht viel dran" sein, meinen sie. Diese kleinen Heringe eignen sich aber ganz vorzüglich zum Einlegen und schmecken ausgezeichnet. Die kleinen Heringe werden zunächst im kalten Leitungswasser abgewaschen, dann schneidet man den Kopf so kurz wie möglich ab und nimmt die Eingeweide heraus. Diese Arbeit läßt sich leicht erledigen, da die Eingeweide sich gleich mit dem Kopf entfernen lassen. Roch etwa anhaftendes Blut wird ebenfalls entfernt. Run wäscht man die frischen kleinen Heringe wieder mit kaltem Leitungswasser sehr sauber ab. Ist das geschehen, dann werden sie gut gesalzen und durch gerührt, damit das Salz überall hinkommt. Auf ein Kilogramm Heringe rechnet man zwei gute Eßlöffel Salz. Die Heringe bleibrn dann 24 Stunden im Salz stehen, darauf wäscht man sie mehrmals ab und kann sie dann in Essig legen. Man kann auch schon beim Salzen einen Schuß Essig zutun, jedenfalls aber wird jede Hausfrau überrascht sein, wie schön die auf diese Weise eingelegten kleinen Heringe schmecken. Sie lassen sich in dieser Form vorzüglich zu Pellkartos- feln ober zu Bratkartoffeln verwenden. Die zarten Gräten werden durch den Salzungs- und Säuerungsprozeß völlig weich, so daß man sie, ohne irgendwie dadurch belästigt zu werden, ruhig mit- essen kann. Gewürz nicht vergessen, da es den Geschmack erhöht. Die eingelegten Heringe halten sich jetzt in der kalten Jahreszeit lange. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. * Daubringen, 25. Januar. Der Gesangverein „S ä n g e r l u st" veranstaltete im Saalbau Schäfer m Gesangskonzert. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Die zu Gehör gebrachten Lieder wurden mit dankbarem Beifall aufgenommen. Der gesamte Erlös des Konzertes wurde dem Winterhilfswerk überwiesen. Kreis Friedberg. — Butzbach, 25. Januar. Fast täglich kommen jetzt Rehe, selbst am Tage, aus den nahen Wäldern bisin die Gärten, um hier ihren Hunger an dem verbliebenen Gemüse zu stillen. Die Tierchen sind mitunter recht zutraulich und suchen erst beim Herankommen der Menschen das Weite. Dabei kam es dieser Tage vor, daß sich ein Reh in dem Drahtzaun eines Gartens verstrickte und mehrfach durchzubrechen versuchte, bis ihm dies endlich gelang. Jedoch verletzte es sich am Kopfe sehr stark und ließ eine beträchtliche Blutspur zurück. Gestern fand ein hiesiger Einwohner in seinem Garten ein völlig erschöpftes Reh vor. Nachdem er es an einen sicheren Ort gebracht und gefüttert hatte, wurde es von dem zuständigen Jagdpächter abgeholt. In einem Stall fand es Schutz und Nahrung. Rhein-Mainische Börse. Tendenz: Fest. Frankfurt a M„ 25. Jan. Unter Bevorzugung von Dpezialwerten war die Börse am Aktienmarkt im Anschluß an gestern weiter fest. Das Kundschaftsinteresse hat etwas zugenommen, auch war die Geschäftstätigkeit stellenweise lebhafter. Nennenswertes Angebot stand aber wiederum nicht zur Verfügung- so daß schon kleine Käufe genügten, um Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1,50 v. H. herbeizuführen. Ausgesprochen fest lagen erneut IG.-Färben mit 173 (171,75), ferner von Kaliwerten Salzdetfurth mit etwa 200 (196,50) und im Freiverkehr Bürbach mit 109 bis 110 (107,50). Montanwerte tagen ruhig und wenig verändert, Verein. Stahl uno. 106,25, Mannesmann 115 (114,75). Auto-, Maschinen- und Elektrowerte zogen 0,50 bis 1 v. H. an, ebenso die Nebenwerte des CH ernte Marktes; Scheideanstalt jedoch etwa 238 (234,50). Etwas niedriger lagen Aschaffenburger Zellstoff mit 105 (106), Feinmech. Setter mit 102,50 (104) und Westdeutsche Kaufhof mit 82,50 (83). Am Renten markt herrschte fast nur Nachfrage, während Angebot nur spärlich vortag. Das Geschäft war infolgedessen weiter begrenzt. Kurs- mäßig lagen nur vereinzelt geringe Abweichungen vor. In Reaktion auf die kürzliche Steigerung lagen Alt besitz anleihen allerdings schwächer, Reichsaltbesitz 140,40 (140,65), Dekosama II 164,50 (165), Mannheimer Altbesitz 142 (143). In Liqui-Pfand- briefen bestand eher etwas Angebot, die Kurse giy- gen z. T. zurück, am meisten Meininger auf 101 (101,75). Reichsanleihen lagen teilweise 0,25 v. H. höher, 4,50proz. von 1938 Serie II 98,75 (98,50). Rundfunkprogramm Samstag, 27. Januar. 6.10 Uhr: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt der Gaumusikzug Schlesien. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolk, merk' auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Deutschland — Kinderland: „Was ein Säugling schon lernen kann". 9.30: Schulfunk (Oberstufe): „Ein Mann kämpft um Deutschland. Hörszenen um E. M. Arndt. 10: Frohe Weisen. 11: Musik am Vormittag. 11.50: Stadt und Land — Hand in Hand. Unser besinnliches Wochenende. 12: Aus einem Rüstungsbetrieb: Werkskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 16: Klingende Liebesgaben des Reichssenders Frankfurt. Eine fröhliche Sendung bei und für unsere Kameraden am Westwall. In Verbindung mit der NS.- Gemeinschaft .Kraft durch Freude". 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.25: Zum frohen Wochenende. Dazwischen 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 19.45: Politische Zeitungsschau. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen 22 bis 22.15 und 24 bis 0.15: Nachrichten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) F. B. in G. Auf Grund des § 2 der 9. Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz vom 17.8.1939 sind alle Personen, zu deren Schutz behelfsmäßige Luftschutzmaßnahmen durchgeführt werden, verpflichtet, Beiträge zu leisten. Das gilt natürlich auch für die Mieter eines Hauses, in dem derartige Maßnahmen getroffen worden sind. Die Beiträge können bestehen in Arbeitsleistungen, Zurverfügung- stellen von Material, Geld usw. Grundsätzlich hätte in Ihrem Falle der Eigentümer das Recht, zu den fraglichen Kosten die Mieter mit Geldbeträgen her- anzuziehen, soweit diese nicht durch anderweitige Leistungen (s. o.) kompensiert sind. Falls eine gütliche Einigung nicht zustandekommt, können Sie bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk das Grundstück liegt, Antrag auf Entscheidung stellen. Geldbeträge sollen je nach den Verhältnissen des Mieters einen Betrag von 1,— bis 2,50 RM. für die zu schützende Person nicht übersteigen. Wilhelm Bechthold Hans Beck Gießen (Ludwigstraße 4, Lessingstraße 8), den 25. Januar 1940. 410D Adam Schmitt, Postassistent i. R. im vollendeten 71. Lebensjahre. Die trauernden Kinder. Gießen, Berlin, den 26. Januar 1940. 0255 folgen, und zwar: 415C Karl Will und Kind nebst Angehörigen. Ruttershausen, den 25. Januar 1940. 416D er« Altersvereinigung 1862 1912 Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Am 18. Januar 1940 entschlief plötzlich unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Am 24. Januar wurde meine liebe Frau, meine gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Luise Bechthold, geb. Becker von ihrem mit großer Geduld ertragenem langen Leiden im 70. Lebensjahre erlöst 1,60 RM. 0,80 „ Außerdem sind zu zahlen für die Altersversorgung der Bühnenschaffenden für die 5. bis 8. Rate im: Montag. den 29. Januar 1940, für die Dienslag- INieter, Dienstag, den 30. Januar 1940, für die INillwoch- Mieter, Mittwoch, den 31. Januar 1940, für die Freitag- Mieter während der Kassenstunden. Bei Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Zeilungsträgerin für nachmittags l'/s Std. gesucht. Watttorstr. 21. I. Ring....... II., III. und IV. Ring. . . Gießen, den 24. Januar 1940. Der Oberbürgermeister, [Stellenangebote) Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur Zeugnisabschriften dem Be- werbungchchreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Na- men und Anschrift des Bewerbers tragen! Emmi Beck, geb. Bechthold Hilde Bechthold Ww. und 6 Enkelkinder. Die Beerdigung findet am Montag, dem 29. Januar, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Die Einäscherung hat auf Wunsch des Verstorbenen in der Stille stattgefunden. Danksagung. Für die liebevolle Anteilnahme, die vielen Kranz- und Blumenspenden, sowie die tröstenden Worte des Herrn Pfarrer Metzler am Grabe und Schwester Marie für die treue Pflege und Liebe beim Heimgang unserer teuren Entschlafenen danken wir herzlichst. Staditheater-Mieie. Die Einlösung der fünften Rate der Starnrniete hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu er- Wir bedauern den Heimgang unseres lieben Alterskameraden Karl Hofmann Die Beerdigung findet am Samstag, dem 27. Januar, um 11 Uhr vormittags, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. _____412D Gesundes ehrliches Mäddien in kleinen Haushalt zuml.Febr. gesucht. [417D Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anzeigers. Solid., im Haushalt erfahrenes Mädchen gesucht. Io259 Frankfurter Straße 25 III. Main 372 10, Kasse des Stadttheaters Gießen, folgt Ueberfendung einer besonderen Quittung. Die zu zahlende fünfte Rate beträgt: Familienlogen ..... 20,— RM. I. Ring 10,— „ 11. Ring ...... 8,— „ III. Ring 5,— „ IV. Ring . ; s . t e s 4,— „ V. Ring ...... 3,— „ MeineAnzeigen 'M Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. | Mietgesuche"| Eine UZioiÄ. sofort ob. svtest. 1. März 1940 in der Kaiserallee 0. Umgebung ges. Schrift!. 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Er erzählt im Textteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im gelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung ent- gegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche ' bebilderte Werbeblatt Bekanntmachung. Die Schulen der Stadt Gießen bleiben bis auf weiteres geschloffen. Der Wiederbeginn der Schule wird durch die Zeitung bekanntgegeben. 414D Gießen, den 25. Januar 1940. Stadtschularnt Gießen. 3. 23.: Walter. Bekanntmachung betreffend die Ausführung der Verordnung über den Ladenschluß vom 21.Dezember1939 (RGBl. IS. 2471). Vorn 15. Januar 1940. Um die als Folge der Kriegsverhältnisse vielfach eingetretene Regellosigkeit und Willkür auf dem Gebiete des Ladenschlusses zu beseitigen, hat der Reichsarbeitsminister die Verordnung über den Ladenschluß vom 21. Dezember 1939 (RGBl. I S. 2471) erlassen. Das Ziel der notwendigen Neuregelung muß sein, die Geschäftszeit den durch den Krieg veränderten Verhältnissen anzupassen. Die Befugnisse aus den §§ 1, 2 und 4 hat der Reichsarbeitsminister mit Erlaß vom 21. Dezember 1939 — Nr. Illa 2384 — den höheren Verwaltungsbehörden übertragen. Zur Einführung geordneter Verkaufszeiten ergeht daher die nachstehende Anordnung über die Ladenzeit. § 1 (Verkaufszeiten). 1. Lebensmittelgeschäfte haben ihre Verkaufsstellen spätestens um 8 Uhr zu öffnen; der Ladenschluß !vird auf 19 Uhr festgesetzt. 2. Sonstige Geschäfte einschließlich der Lebensmittelabteilungen in Warenhäusern haben wie vor dem 1. September 1939 üblich mit der Verkaufszeit zu be- ginuCn, spätestens jedoch um 9 Uhr. Der Ladenschluß dieser Verkaufsstellen wird festgesetzt: a) in den Monaten April bis September auf 19 Uhr b) in den Monaten Oktober bis März auf 18 Uhr. 3. Für den Nacht- und Sonntagsdienst der Apotheken verbleibt es bei der bisherigen Regelung. 4. Die Inhaber offener Verkaufsstellen sind verpflichtet, während der Verkaufszeiten ihre Geschäfte offenzuhalten. § 2 (Mittagsladenschluß). 1. Der Mittagsladenschluß ist nur noch den Lebensmittelgeschäften gestattet; an Samstagen und Tagen vor Feiertagen ist der Mittagsladenschluß auch in diesen Geschäften unzulässig. Für alle übrigen Verkaufstellen einschließlich der Lebensmittelabteilungen in Warenhäusern ist der Mittagsschluß verboten. 2. Der Mittagsladenschluß der Lebensmittelgeschäfte wird auf 13 bis 15 Uhr festgesetzt. Die Inhaber offener Verkaufsstellen, die von diesem Recht Gebrauch machen, haben an der Außenseite ihres Ladens darauf hinzuweisen, daß von Montag bis Freitag von 13 bis 15 Uhr geschlossen ist. 3. Die Inhaber offener Verkaufsstellen haben dafür Sorge zu tragen, daß die für ihr Geschäft bestimmten Güter auch während der Mittagspause abgeliefert werden können. § 3 (Verlängerung des Ladenschlusses). Der nach meiner Anordnung vom 19. Mai 1939, betr. Ladenschluß in ländlichen Gebieten verlängerte Ladenschluß bleibt in Kraft. In Stadtkreisen bedarf die Verlängerung des Ladenschlusses einer Ausnahme- bewilligung der Landesregierung. § 4 (Ausnahmen). Abweichungen von dieser Anordnung bedürfen einer Ausnahmebewilligung der Landesregierung. § 5 (Inkrafttreten). Diese Anordnung tritt am 20. Januar 1940 in Kraft. § 6 (Strafvorschrift). Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden gemäß § 6 der Verordnung über Ladenschluß vom 21. Dezember 1939 (RGBl. I S. 2471) bestraft. Darmstadt, den 15. Januar 1940. 420C Der Rcichsstatthatter in Hessen — Landesregierung. — In Vertretung: Reiner. Wird veröffentlicht. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. I. V.r Nicolaus. -Beeren „Immer jünger" machen froh und frischt Sie enthalt alle wirksamen Bestandteile des reinen unverfälschten Knoblauchs in leicht löslicher, gut verdaulicher Form. end gegene hohen Blutdruck. Magen-, Darm- Störungen, Alterserscheinungen. Stoffwechselbeschwerden. 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Der- lenige Herr, der die Handschuhe an sich nahm, ist' erkannt, u. wird gebeten, diese wieder bei Schilling abzugeben. M.1846 Samstag, den 27. Januar SlmieraMasls- üöenö bei Kobel. Die Turnstunden fallen bis zum Wiederbeginn der Schule aus. DeutfcherAlpenvereiü Zweig Glefjen, Oberb. Die Wanderung am Sonntag, 28. d.M. auf d. Dünsberg wird auf d.Febr.verschob. Stadttheater Freitag 20 bis 23 Uhr 17. Freitag -Miete Uraufführung Csongor und Tünde Schauspiel in 5 Aufzügen von Mihäly Vörösmarty. Aus dem Ungarisch, übertragen von Dr. F. Klein-Krautheim. Spielleitung :Dr. Hannes Razum Musik: Richard Boeck. [357D Preise: RM. 0.60 bis RM. 3.10. Der Beruf der Freien Schwestern. Aus -er Stadt Gießen. Glitzernde Blumen. Bon einer stolzen Blütenpracht kann man bei ieser Jahreszeit in unseren Zonen nicht reden, »öchstens, daß auf dem Kakteenständer im geheizten zimmer sich das Wunder der Blüte zeigt. Aber das nd nur Annahmen, und selbst diese könnten ohne ie Wärme eines geschützten Raumes nicht gedeihen. Inbers ist es mit den Eisblumen, deren Schönheit nd Vielgestaltigkeit sich jetzt betrachten läßt. Die Frage nach der Herkunft der glitzernden Humen beantwortet sachkundig der Wissenschaftler, »anach entstehen sie durch die schnelle Bildung von ristallen auf den Scheiben. Die Kurven der von inten nach oben wachsenden Formen ergeben sich »adurch, daß jeder neu anschließende Kristall auf er senkrechten Glasfläche die Neigung hat, zu fal- m. Er neigt sich also, und in diesem Augenblick hießt schon wieder ein anderer Kristall an, der einerseits wiederum nach unten strebt, bis er eben» aüs von einem neuen Kristall aufgehalten wird, ladurch kommen die blumen« oder blattähnlichen Gebilde zustande, denen der Volksmund den Namen Eisblumen gab. Man kann die Eisblumen aus zweierlei Perspek- wen betrachten. Entweder man sieht sie mit den hwärmerischen Augen des Romantikers oder man ^schaut sie mit dem kühlen Blick des Realisten. Der lomantifer schlägt gefühlvoll in die Leier und singt in Ruhmeslied auf die köstliche Pracht der Eislumen. Der Realist hingegen reibt sich mit gefurch- er Stirn die Hände, sagt, daß er den ganzen Zauber alt habe, und daß ihm an der zarten Schönheit ler Eisblumen nicht ein Deut gelegen sei. Die Eisblumen nehmen indessen keinerlei Notiz on ihrer Beurteilung durch die verschiedenen Temperamente. Sie wachsen lustig weiter, sofern die Quecksilbersäule des Thermometers fällt, oder sie Öfen sich ebenso spurlos auf, wie sie gekommen ind, wenn der entsprechende Wärmegrad er- eicht ist. Sch. NSG. Die Freien Schwestern waren ursprünglich ausschließlich auf sich selbst gestellt und gehörten weder einem Orden, noch einem weltlichen Mutterhaus an. Dieser Zustand führte immer wieder dazu, daß Schwestern, die ihr Leben in den Dienst der Kranken- und Säuglinaspflege und der privaten Krankenpflege gestellt hatten, durch irgendwelche Umstände in Not gerieten und dann nirgendwo Rückhalt und Beratung fanden. Diesem Hebel abzuhelfen wurde am 3. Oktober 1936 durch Hauptamts! eiter Hilgenfeldt der Reichsbund der Freien Schwestern und Pflegerinnen e. V. gegründet und der NS.-Volkswohlfahrt angegliedert. Seine Aufgabe war es zunächst, die 5 re kn Schwestern und Pflegerinnen in einer Organisation zusammenzufassen, die ihnen Rückhalt geben soll. Anderseits wollte man eine planmäßige Ausrichtung, Schulung und Fortbildung dieser Schwestern gewährleisten, sowie Arbeitseinsatz und Altersversorgung sicherstellen. Inzwischen ist der Tätigkeitsbereich der Schwestern des Reichsbundes noch erheblich erweitert worden. Die Freien Schwestern sind nicht ausschließlich in der Privat-Kranken- und Säuglingspflege eingesetzt, sondern auch in Krankenhäusern, Sanatorien, Mütterheimen und in der nachgehenden Fürsorge. In einer ganzen Anzahl von bedeutenden und großen Krankenhäusern gehört die Schwestern - schaft dem Reichsbund an. Dieser Umstand führte dazu, daß ein erheblicher Teil der Freien Schwestern in ein vertragliches Anstellungsverhältnis zum Reichsbund gekommen ist. Der Einsatz der Freien Schwestern steht ausschließlich im Zusammenhang mit den Arbeiten der NS.-Volkswohlfahrt. Grundsässtzlich unterscheiden sich die Freien Schwestern von den ebenfalls der NS.-Volkswohlfahrt an gegliederten NS.-Schwestern dadurch, daß ihr wichtigstes Arbeitsgebiet in der Krankenpflege besteht, während die NS.-Schwestern vorzugsweise in der Gemeindepflege Einsatz finden. Die NSD.- Zeichen tragen die Freien Schwestern wie die NS.- Schwestern als Ausdruck der dauernden Verbundenheit zur nationalsozialistischen Idee. Dem deutschen Mädel werden im Schwestern- beruf Aufgaben gestellt, die unserer Jugend erstrebenswert erscheinen, da sie den Einsatz des ganzen Menschen verlangen. Auf der Entwicklung der Charakterwerte der Kameradschaft, der unbedingten Pflichterfüllung, baut sich die Lebenshaltung im Schwesternberuf auf. Für alle Mädel, die sich dem Beruf einer Kranken- oder Säuglingsschwester innerhalb des Reichsbundes der Freien Schwestern widmen wollen, find folgende Angaben wichtig: Die bereits mit 14 oder 15 Jahren schulentlassenen Mädel überbrücken die Jahre bis zur Schwesternausbildung, indem sie sich sinngemäß für den Schwesternberuf vorbereiten. Landjahr, hauswirtschaftliche Lehre, das hauswirtschaftliche Jahr, Lcmddienst, Arbeitsdienst, Besuch einer Haushaltungsschule, Haushaltspflege und Kinderbetreuung und Mütter- und Kinderheimen der NSV. sowie in Krankenanstalten, die vertraglich an den Reichsbund gebunden sind, sind Stellen, die einer geeigneten Vorbildung dienen. Je nach Alter und Vorbildung erhalten die Vorschülerinnen ein Taschengeld von 5 bis 20 RM. monatlich. Dem 18jährigen Mädel steht bei der Meldung zum Schwesternberuf die Wahl der Vorbereitung für Kranken- oder Säuglingspflege nach IV-jähriger Lehrzeit frei. Em Staatsexamen sichert ihr bann die Bestätigung m dem von ihr erwählten Dienst am Volke. Die Ausbildung zur Krankenschwester erfolgt m staatlich anerkannten Krankenpflegeschulen des Reichsbundes der Freien Schwestern kostenlos. Unterkunft, Verpflegung und Dienstkleidung werden gestellt. Urlaub und Taschengeld werden ausreichend gewährt. , Weitere Auskunft erteilt die Gaugeschaftssuhrung des Reichsbundes der Freien Schwestern und Pflegerinnen bei der Gauamtsleitung der NSV., Darmstadt, Steubenplatz 17. Monarchie, auf deren gesundem, unerschütterten Boden er stand und wirkte; sie wollte er unversehrt in ein größeres Deutschland hinüberführen, dessen Wunschbild auch ihm früh vor Augen stand. Aber er sah die Dinge nicht von unten, sondern von oben, er wollte führen, nicht geführt fein, und wtznn er mit der revolutionären öffentlichen Meinung zeitweilig sympathisierte, so war das keine lieberem- ftimmung in den Prinzipien; wie dem großen ita> lienischeu Staatsmann Cavour erschien auch ihm das Bündnis mit den populären Gewalten nur als ein Mittel zu dem Zweck, die deutsche Einigung gegen den Willen Oesterreichs und der kleineren deutschen Dynastien zu vollenden. Die Staatsräson war für ihn maßgebend. Er war kein Politiker des Volkstums und noch weniger der Rasse, er dachte feinen Augenblick daran, das Nationalitärsprinzip, mit dem Napoleon III. sein gefährliches Spiel trieb, aus den Händen staatsmännischer Führung zu entlassen, einmal wegen der slawischen Nationalitäten im Verbände der preußischen Monarchie, dann aber auch im Hinblick auf Oesterreich-Ungarn, daß er nicht aussinanderreißen, sondern als mächtige Stütze seiner europäischen Bündnispolitik erhalten wollte. Auch die Judenfrage betrachtete er je länger, je mehr als ein noli me tangere; anfangs ein entschiedener Gegner der Judenemanzipation, hat er später versucht, den großen Einfluß der Juden in Hochfinanz und Presse seiner europäischen Politik nutzbar zu machen. Hier liegen nach unseren heutigen Anschauungen die Grenzen Bismarckscher Staatskunst. Aber es wäre verfehlt, so schloß der Redner seinen Vortrag, die Geschichte mit absoluten Maßstäben zu messen. Jede geschichtliche Epoche hat ihren besonderen Sinn, ihre besondere Aufgabe und Verpflichtung, und sie muß ebenso wie die' großen Führergestalten aus sich selbst heraus begriffen werden. Nur mit dieser Unbefangenheit des Blickes können wir die Größe Bismarcks ganz ermessen und uns daran erfreuen, daß auch damals unserem Volke der rechte ManN in der rechten Stunde geschenkt wurde. Die Hörer, die den Darlegungen des Vortragenden mit großem Interesse gefolgt waren, brachten ihren Dank durch starken Beifall zum Ausdruck. :t eines wahrhaft gütigen Herzens. Neben ich tür Leid Egetan armer Bursche? VielleM hiel. sind tet ihr lange zusammen? Aber sieh, eines Tages wäre es doch anders gekommen, hätte ein Schaufler dein Tier zu seinem Rudel getrieben und dich abgeschlagen, — von fern hättest du zusehen tönt nen, wie er sich um die bemühte, der du ein Jahr dientest. Vielleicht auch wäre sie deiner schon vorher überdrüssig geworden — nun, das ist alles einerlei. Das Beisammensein ist zu Ende, ich war es, der euch trennte, und wenn ich als Jäger stolz bin, habe ich auch Wehmut und lasse dir die erste Bismarcks Stellung zu Volk und Staat Fünfter wehrwissenschastlicher Vortrag der Universität. „Mutterliebe." Käthe Dorsch im Ucickh-Film der Wien-Film-Ufa. Totenwache. Bon Hans Friedrich Blunck. Der Schuß fiel, ich lade schnell von neuem und fiebere. Der Spießer und das Alttier stieben m hohen Fluchten zum Wald, aber ich bin meiner Sache gewiß. Bald bleibt das Alttier zuruck, das i'ebe tdi noch, bann verbirgt eine Mulde es mir. Es ist einem doch immer weh ums Herz, wenn Damwild fällt. Aber zur Freude an der Hege gehört auch die Härte, daß man dem Reich um wehren muß, wo bliebe sonst der Dauer. So ist es uns aufgegeben, den Abschuß zu erfüllen vierzehnmal war ich aus, um das rechte Stuck zu ^-Der Schnee knirscht unterm Fuß. Ich tappe zur Einschußstelle, finde Schweiß und nchnttthaar und strebe zur Höhe. Da steht der Spießer unbeweglich vor mir am Waldrand, äugt mich an, laßt mich bis auf dreißig Schritt nahe kommen und rührt sich nicht. Das Tier wird sich niedergetan haben — schon sehe ich die schöne dunkle Decke. Der junge Hirsch verharrt mit zornigen Lichtern daneben Mein Fuß zögert. Ich weiß, er halt die Ehrenwache; in diesem Augenblick ist er nicht fdjeu md)t furchtsam. Er äugt zu mir herüber, schweigend, be- megungslos stehen wir einander gegenüber. Habe Hitler-Jugend Dann 116. Veranslattungsring. Die nächste Theaterring-Vorstellung findet am Sonntag, 28. Januar, pünktlich um 14.45 Uhr statt. Für alle Veranstaltungen des Theaterringes besteht Uniformpflicht. Zivilisten dürfen an den Veranstaltungen nicht teilnehmen. BOM-Werk Der neue Dienstplan für die Gießener BDM.« Werk-Gruppen sieht folgendermaßen aus: la: Dienstag, 8 bis 10 Uhr, Möserheim (der für Sonntag angesetzte Dienst fällt aus). 2a: Donnerstag, 8 bis 10 Uhr, Möserheim (nächster Dienst: 1. 2.). 3a: Montag, 8 bis 10 Uhr, Möserheim. 4a: Freitag, 8 bis 10 Uhr, Möserheim (de« nächste Dienst findet am 2. 2. statt). Handwerkerwettkampf auch im Kriege. Erstmalig Gau- und Kreiswettkämpfe. Auf Anordnung des Reichsorganifationsletters Dr. Ley wird der Handwerker-Wettkampf von der Deutschen Arbeitsfront auch im Kriegsjahr 1940 durchgeführt. Für die Beurteilung der Arbeiten werden dieses Mal in stärkerem Maße Zeichnungen und Photos herangezogen. Der Reichskampf umfaßt 1940 nur bisherige Reichs- und Gausieger, sowie Inhaber von Lei- stungsplaketten des Handwerks, und wird von bet? Reichsdienststelle direkt durchgeführt. Diie Gaue ver- anftolten Gauwettkämpfe und können bei Bedarf auch zuvor Kreisausscheidungen ansetzen. Die hie« ermittelten Sieger sind zum Reichskampf 1941 zu- gelassen. __ Der Film stellt Käthe Dorsch vor eine seltene Aufgabe. Sie spielt ein ganzes Frauenleben von der kecken Unbekümmertheit des verwohnten Dahm- lebens an der Seite des ebenso leichtherzigen Mannes durch die langen Jahre harier entsagungsvoller Arbeit bis zur heiteren Abgeklärtheit des Alters im Kreise der Enkelkinder Sie spiett. diese Lebensstationen mit der immer gleichen fröhlichen In anderthalbstündigem fesselnden Vortrag im Rahmen der von der Ludwigs-Universität Gießen veranstalteten Reihe wehrwissenschastlicher Dorttäge sprach am gestrigen Donnerstagabend vor einer sehr großen Zuhörerschaft im großen Hörsaal der Universität der neue Historiker unserer Alma mater, Hauptmann d. R. Professor Or. Borries über bas Thema „Bismarcks Stellung zu Staat und Volk". Er betonte einleitend, die Geschichte habe unserem Volke in drei aufeinander folgenden Jahrhunderten drei Staatsmänner ge- chenkt die mit überragender Geistes- und Willenskraft das politische Antlitz ihrer Zeit formten: Friedrich II., Bismarck und Adolf Hitler. Aber während der erstere und der letztere schon in den Anfängen ihrer politischen Laufbahn mit pro= grammatischen Erklärungen über die Politik an sich heroortraten, hat Bismarck sich stets von Erwagun- aen prinzipieller oder theoretischer Art ferngehalten, so daß seine auf bestimmte Grundsätze eingZchwore- nen politischen Gegner ihm,, dem großen Realpolitiker dessen fein gegliedertes taktisches Spiel ste ost nicht verstanden, völlige Grundsatzlosigkeit vorwerfen konnten. Jedoch es wäre falsch, daraus zu folgern als habe Bismarck über die weltanschaulichen Voraussetzungen und gewisse Grundfragen der Politik überhaupt nicht nachgedacht. Ein solches Urten schließt schon der Werdegang des jungen Bismarcks zuletzt im”Dialekt der Darsteller jenes unwägbare Etwas schafft, das uns so schnell anspricht und mit feiner Beschwingtheit und Warme zur Dramw tik der Ereignisse einen besänftigenden Ausgleich herstellt. Gelassenheit eines—o v ~ einem bezaubernden Charme der reifen, mütterlichen Frau, neben einer gelockerten Weiche in Miene und Haltung stehen harte Resolutheit und festes Zupacken, wenn das Wohl ihrer Kinder sie fordern. Ganz ohne Pathos wie ihr Leben dahinströmt, bringt sie ihr Opfer. So verkörpert Käthe Dorsch die Mutter, die gar nicht verstehen wurde, baß ihr Leben anders hätte sein können als es war. Neben ihr steht Paul Hörbiger, der ttebens- würdig-schächterne Hausfreund mit warmherziger Bewunderung für die das Leben meisternde Kraft dieser Frau. Ausgezeichnet in ihrem die verschiedenen Temperamente scharf charakterisierenden Spiel sind ,bie drei Wiener Sängerknaben - deren Rolle als Erwachsene dann von Hans Holt, Rudolf Prack und Wolf A l b a ch - R e 11 y auf- genommen wird. Bemerkenswert Frieda Richard in einer sehr sauber ausgefeilten Episode, Susi Nicoletti als lebenslustiger Backfisch und Siegfried Breuer als ein in eitler Selbstgefälligkeit schwelgender Kammersänger. — Den frohen Lebensoptimismus, den dieser Film ausstrahlt, und der um so überzeugender ist, als er einem Leben des Alltags entströmt, werden wir beglückt und dankbar mit in unseren eigenen Alltag nehmen. Dr. Fr. W. Lange. Das Drehbuch schrieb Gerhard Menzel. Es erzähtt die Geschichte einer Frau, die nach dem plötzlichen Tode ihres allzu sorglos-frohlichen Mannes aus einem verwöhnten Dasein in die rauhe Wirklichkeit gestoßen, sich mit üjren Dier Kindern auf sich selbst gestellt steht- Sie begreift ihr Schicksal und packt es mutig an. In einer kleinen Wiener Wäscherei beginnt sie ihr neues Leben, es heißt Arbeit und wieder Arbeit, Tag und Nacht, nur für das eine Ziel, ihren Kindern die Grundlagen für einen Beruf zu geben, fie zu tüchtigen Menschen zu machen. Aber ihre Bier sind keine Musterkinder, sie machen es in ihren sehr verschie- denen Temperamenten der sich hart plagenden Mutter nicht leicht, und auch als sie dann erwachsen __ aus der kleinen Wäscherei ist inzwischen durch den eisernen Fleiß der Mutter ein ausgedehnter Betrieb geworden — machen sie ihr viel Kummer und Sorgen. Aber die Mutter tragt alles mit einer inneren ©elaffen^it, emer Fröhlichkeit des Merzens, die auch in bitteren Stunden der Entaschung keine 'Hoffnungslosigkeit, kein müdes Resignieren aufkommen lassen. Aus dem tiefsten Gefühl der Mutter heraus, daß ihre Kinder sie immer brauchen, mögen sie im Augenblick sich noch so ungebärdig und selbstsicher stellen, weist sie sie mit fester Hand aus den rechten Weg sie tröstet, hilft und verzeiht, ohne viel Worte, ohne Frage, ohne Vorwurf. Und wie ihr Leben Arbeit jur ihre Kinder war, so scheut sie auch nicht vor dem größten Opfer, um dem Sohne das Augenlicht zuruck- zuaeben das er als Junge bei einer Muhprobe emgebüßt hat. Aber wie hier ihr Leben sich für einen Augenblick dramatisch zuspltzte so gleitet es in erschütternder Selbstverständlichkeit wieder m die sich wohl ändernden, nie aber versiegenden Pflichten des Alltags zurück. Die Haare find grau geworden, das Leben ftromt leiser dahin, d e Kinder stehen auf eigenen Fußen, aber nun sind es hie Enkel, die sie brauchen und denen ihre ganze Liebe gilt, eine Liebe, die niemals Zett gefunden hot an sich selbst zu denken: Mutterliebe! Der Durchbruch des Films in die Wirklichkeit des hebens, der in dem Film „Urlaub auf Ehrenwort ( schon einen beachtlichen Ansatz wuchte, steigert sich , m Gustav Ucickys F i l m "M u t t e r l i e ju einem Fortschritt von grundsätzlicher Bedeutung. , Ts ist gewiß nicht von ungefähr daß wir im tfilm . M mehr Barmädchen, viel mehr Salondamen in rauschender Gesellschaftsrobe viel mehr verführe- , rische Vamps im Zwielicht der „großen Welt zu sehen bekommen, als die schlichten, stillen trauen Mt den klaren Augen, denen wir im Leben begegnen, und es immer wieder dankbar empfinden, wir ihnen begegnen dürfen. Es ist auch nicht »hne Grund, daß der Film mit Vorliebe die Be- : fiehungen zwischen Mann und Frau m den d-rgrunü Ichiebt, gewiß nur eine Seite in der Natur der Frau und für viele Frauen bestimmt richt die wesentlichste. Käthe Dorsch sagtes in äi-sem Film mit ein paar -msachen. ganz -ms km Herzen der Frau kommenden Worten. bie Männer machen sich nur wichtig, das M tum steht allem voran. Das Muttertum, wie es ils vom Leben geprägte Wirklichkeit vor uns s h. I kann im Film nur Gestalt gewinnen w nn e,ne ■ künstlerische Persönlichkeit wie Gustav Ucickymtt Ehrfm-cht und Takt am Werk ist. Er vermeidet mit feinstem Empfinden für die 5ori^rungen ber 'Rp-rtrpnnina die sein Stoff an die Möglichkeiten »es Films stellt, jedes Süßliche und Sentimentale, ohne indessen den Appell an das Gemüt za lg ■ 3n dem Einsachen des Sto ses liegt die Schw -rig »eit her Verfilmung, die Strenge des kunftierlicyen Gewissens, mit der Ucicky seine Ausgabe sah^ am packte und durchsührte, ohne einem. bill genK . iuliebe Konzessionen zu machen stche^e das ringen des Werkes. Das Bild ber bleibt nicht in das Ueberöimenfionale gefteigert ©s bleibt :: in dem Rahmen des hier g°z°'chn°'°" M°?akte?en Familie, aus deren sehr verlch,ed°nen Charakteren -ich die natürlichen Spannungen des Lebens : geben, im Letzten immer wieder beherrscht von der | ®rfta2tUtaflr st^st" Probleme,"die 'a°us°dU" z« swsw&ESss Ichaft gezeigt wird, die fie feinfoll- 2) n leit des Geschehens wird wohl noch unte,rs che Durch das Wiener Mlieu das im barocken Hausey gemirr der Wiener Altstadt, in ber' kchen Behaglichkeit des Wiener Heims und nich Totenwache. , Aber dann geht auch dies zu Ende; ich muö sorgen, daß das gefallene Tier nicht leidet. Alsa troll ab, Junker! Hast selbst noch sechs od-er sieben ober acht Jahre Zeit, so schätze ich. Hoffe daß auch du dann nach einigen Sprüngen den raschen Tod findest, den ich dir wünsche, und daß nicht Wilderer, Schlingensteller oder schlechte Jäger dir Leid bereiten. , , /- • c - Langsam komme ich näher, der funge Spießer bleibt, er hält bis auf zwanzig Schritt, dann..zieht er weiter, verhasst noch einmal und wird flüchtig im Stangenholz. . Und jetzt bin ich bei dem tuten Alttier. Der Schuß war gut, es wird Schrecken gespürt haben, wird sich gewundert haben, warum es den Wall nicht überklimmen konnte, dann war es aus. Wer so wie das Tier da ruht, in der wunderschönen, dunkel glänzenden Winterdecke, wird mir wie jedesmal so froh wie traurig zu Sinn. Ja, es üb er kommt mny, den Hut zu lüften und vor der Schönheit dieses Gotteswunders stehen zu bleiben. Warum soll man sich eilen! So still liegt das Alttier da, gleich als schliefe es. Der schmale schlanke Hals ist leicht gesenkt, der Kopf ruht zwischen den Vorderläufen, laufen. t A Sieh, beginne ich in Gedanken, daß alles ist Schicksal bei euch wie bei uns. Mög's für uns einst ebenso gnädig enden! Und das sollst du auch wissen, daß es mir leid um dich ist und daß doch jene Menschen, die nur von Hege reden und nachher zu feig sind, zu entscheiden und Schicksal zu bringen, nicht besser sind als die anderen, die das Wild heimlich zu Tode treiben. Es muß eben Jo fein, und darum will ich dir Ehre antun und bir sagen, daß ich in diesem Augenblick noch preise, wie schön Gott dich schuf, und daß der Wald und der Schnee und die Büsche und Vögel alle um dich ^Äls^ich aufschaue, steht der Spießer noch einmal auf sechzig Schritt in den Stangen und äugt zu mir herüber. Er glaubt, ich sähe ihn nicht; es Zieht ihn wohl zu der gefallenen Gefährtin. 2lber jetzt ist et schon gleichgültiger, feine Neugier gilt mir — er ist eben noch sehr jung, vergißt rasch und kennt! uns Menschen wenig. aus, der sich in den Kreisen der pommerschen Pietisten mit einer tiefen und echten Frömmigkeit erfüllte, ohne doch selbst Pietist zu werden. Sein christlicher Glaube, an dem er zeitlebens festgehalten hat, war undogmatisch von Hause aus, eine Verbindung von lutherischer Amtsethik und altpreußischer Pflichtauffassung, die es ihm ermöglichte, in Stunden schwerster politischer Entscheidungen sein Tun als eine göttliche Berufung aufzufassen. So stand Bismarck den politischen Problemeiu seiner Zeit mit größerer Unbefangenheit Gegenüber als seine streng legitimislisch gesinnten konservativen Parteifreunde, aber auch als die Liberalen und Demokraten, die das Prinzip der Volkssouveränität auf ihre Fahne geschrieben hatten. Er betrachtete die große Politik der Mächte als ein kunstvolles ! Zusammenspiel der Interessen, die sich aus dem naturhaften Lsbenstrieb der Staaten entwickeln. „Jede Großmacht", so sagt er einmal, ,M außerhalb ihrer Interessensphäre auf die Politik der anderen Länder zu drücken und einzuwirken suche, die per klittere außerhalb des Gebietes, welches Gott ihr angewiesen habe, die treibe Machtpolitik und nicht Jnteressenpolittk, die wirtschafte auf Prestige hin — ein Wort, das von dem tiefen sittlichen Verantwortungsgefühl Bismarcks zeugt und es unmöglich macht, ihn als hömmungslosen Gewaltmenschen zu bezeichnen. Bismarck war nicht Monarchist um jeden Preis, aber er war ein treuer Diener der preußischen Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Csongor und jinbe". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Mutter- iebe". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Kongo- f'rpreß". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Ihr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Uraufführung „Esongor und Tünde" im Gießener Stadlthealer. Am heutigen Freitagabend wird das Schauspiel ies ungarischen Nattonaldichters V ö r ösmarty n der ’Üebertragung von Dr. F. K l e i n - K r aut- leim in Deutschland uraufgeführt. Das Schauspiel, as ständig vom Ungarischen Nationaltheater in Zudapest gespielt wird, gehört zu den hervorra- endsten Werken der Romantik der Weltliteratur. Spielleitung Dr. Hannes Razum. Musik Richard Loeck. Die Titelrollen spielen Jngeborg Riehl und Friedrich G r o n d a h l. Bühnenbild Karl Löffler. 17. Vorstellung der Freitag-Miete. Don der Universität Gießen. Die Pressestelle der Universität Gießen teilt mit: Die Feier des Tages der nationalen Erhebung und des Reichsgründungstages, die für den 30. Iain ar, vormittags 11 Uhr, in der Neuen Aula an- xesetzt war, kann wegen technischer Schwierigkeiten nicht stattfinden. Die feierliche Immatrikulation für das I. Trimester 1940 findet am 27. Januar, vormittags 11 Uhr pünklich, in dem großen Hörsaal des 90 Wre Bahnstrecke Frankfurt-Friedberg. Kleinstaaterei erschwerte den Bau. Lpd. Frankfurt a. M., 25. Jan. Die Strecke Frankfurt a. M. — Friedberg der Main. Weser-Bahn kann in diesem Jahr auf ein 90jähriges Bestehen zurückblicken. Die Geschichte der Main-Weser-Bahn und die Schwierigkeiten des Bahnbaues geben einen interessanten Einblick in die Kleinstaaterei der damaligen Zeit, denn der Bau dieser wichtigen Bahn verzögerte sich immer wieder, weil irgendeiner der beteiligten Staaten — die Freie Stadt Frankfurt, das Groß- Herzogtum Hessen und das Kurfürstentum Hessen — Einwände machte, die in langen Verhandlungen geklärt und beseitigt werden müßten. So hatte nach den Bestimmungen des Staatsoertrages jeder Staat auf seinem Hoheitsgebiet die Bauarbeiten ausführen zu lassen und die Kosten zu tragen. Frankfurt mußte den Main-Weser-Bahnhof bauen, um den es übrigens auch lange Auseinander, setzungen gegeben hatte, und die Strecke bis zur Ge- markungsgrenze bei B o ck e n h e i m , die gleichzeitig Landesgrenze mit Kurhessen war. Kurhessen baute von dieser Grenze bis zur hessischen Landesgrenze bei Vilbel mit Ausnahme des Streckenteils in der Gemarkung B o n a m e s, den Frankfurt zu bauen hatte, da Bonames Frankfurter Besitz war. Die großherzoglich-hessische Strecke wurde wiederum durch ein Stück Frankfurter Gebiet bei Dortelweil unterbrochen, und hinter Friedberg befand sich abermals kurhessisches Gebiet, zu dem Bad- Nauheim gehörte. Durch diese Streitereien und „Zuständigkeiten" wurden die Bahnbauten s-ehr behindert. Nach Ansicht der technischen Kommission bot die Strecke von Frankfurt bis Friedberg wenig bauliche Schwierigkeiten. Aber bald ergaben sich unvorhergesehene 5)inbcrnifie. Die kurhessische Regierung wollte die Bahn durch die Wiesen von Hausen fahren laffen, aber der Ortsvorstand von Hausen, das zu Frank- furt gehörte, erhob Einspruch, weil er durch den Bahndamm eine Stauung des Nidda-Hochwassers und deshalb Wassergefahr für Hausen befürchtete. Die kurhessische Regierung gab aber nicht nach; nur einige Wasserdurchlässe wurden dem Dorf Hausen zugestanden. Eine weitere Schwierigkeit entstand über die Frage der Bahnführung bei Friedberg und bei Bad-Nauheim. Man wollte den tiefen Einschnitt des Rosentales umgehen, was für Friedberg die Folge gehabt hätte, daß der Bahnhof sehr weit von der Stadt abgelegen hätte. Nach mündlichen lieber, lieferungen soll auch der Wunsch des Großherzogs Ludwig III. für die Bahnführung mitbestimmend gewesen sein, der von seinem Schloß in Friedberg aus die Eisenbahn sehen wollte. Anderseits gefiel dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Hessen-Kassel die beabsichtigte Bahnführung unterhalb des Johan, nisberges bei Bad-Nauheim nicht, denn er wollte dort ein Schloß bauen und durch die Eisenbahn nicht gestört werden. So wurde denn das Rosental durch den bekannten Viadukt vor der Einfahrt in Friedberg überbrückt, der heute noch das größte Bauwerk der Main-Weser-Bahn ist. Sein Erbauer, der In. genieur H o ch g e s o n d, war Leiter der Bausektion Friedberg. Nach dem Voranschlag betrugen die Bau- kosten für den Viadukt 400 000 Gulden. Heiterer Abend mit KdF. Die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" fügte ihrer bisherigen glücklichen Arbeit um die Ausgestaltung der Freizeit am gestrigen Donnerstagabend einen weiteren Erfolg an. Der Gloria-Palast war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Künstler konnten also ein starkes Echo finden und hatten eine aufnahmebereite Zuhörerschaft vor sich. Der Abend war ganz der heiteren Muse gewidmet, Hans Georg Schütz mit seinen lustigen Dorfmusikanten, seinen „Schützlingen", sorgte im Laufe des Abends für Takt und Musik, brachte eigene kapriziöse Kompositionen auf dem Akkordeon zum Vortrag, ließ aber auch einige Mitglieder seiner Kapelle zum Zug kommen. 23on Fritz Ritter hörte man den „Liebeswalzer" von Carera auf der Mandoline gespielt, und von Erich R o ch o w ein Klarinetten solo von originellem Gepräge unter dem Titel „Einmal schnell, einmal langsam", (ebenfalls eine Komposition des Solisten). Eine große Freude bereitete die Sopranistin Rosel Seegers ihren Zuhörern mit einigen Wiener Liedern, gesungen mit zartem Schmelz und mit der Geschicklichkeit, die sich aus reicher Hebung und Vertrautheit mit den Äedschöpfungen Wiener Ge- präge5 ergibt. Erwin Hartuna fang einige Schla- aertteder auf seine Weise. Zusammen mit Rosel Seegers sang er dann das Duett ,Zch tanze mit Dir in den Himmel hinein" und den rassigen Schlager „Am Manzanares" aus der Operette „Clivia". Werner D e i d t, als Ansager und Humorist, hatte schon gleich zu Beginn gewonnen, denn durch seine schwäbische Mundart ließ sich jedermann gerne gefangen nehmen. Er erzählte in lockerem Plauder- ton die hübschesten Witze, aktuelle Späße, Scherze von wohlabgewogener Derbheit, lustige Bauern- geschichten, er brachte auch Kindheitserinnerungen und manche luftige Begebenheit aus seiner schwä- bischen Heimat unter die Leute und fand bei allen ein geneigtes Ohr. Der Abend, der lediglich der Ausspannung dienen sollte, dürfte seinen Zweck kaum verfehlt haben. Dankbar für zwei Stunden angeregter Unterhaltung verließ man das Haus. Die Zentralheizung bei Frost. Von den Zentralheizungsbenutzern ist während der Frostperioden folgendes zu beachten: 1. Bei Frostgefahr find sämtliche Heizkörper in Betrieb zu halten; auch bei Nacht! 2. Auch in unbenutzten Räumen müssen Heiz- körper und Rohrleitungen, wenn auch nur durch mäßiges Deffnen der Ventile, warm gehalten werden. Um unerwünschte Wärmeabgabe der Heizkörper in unbenutzten Räumen möglichst einzudämmen, sind die Heizkörper allseitig mit Tüchern zu bedecken. 3. Gänzlich abgesperrte Heizkörper und Leitungen frieren ein. 4. Vorsichtig bei Lüftung der Räume durch Deff- nen der Fenster. Fensterlüftung auf wenige Minuten bei geöffneten Heizkörperoentilen beschränken. 5. Alle Fenster, Türen und Luftlöcher in Kellern, Durchfahrten, Dach- und Nebenräumen gut ver- schlossen halten. Die Bekämpfung der Frostbeulen. Kalte Tage werden vielen Menschen gefährlich, die an Frostbeulen leiden. Abgesehen von der beim sog. „aufbrechenden Frost" bestehenden allgemeinen Infektionsgefahr kann auch durch Kratzen an den eigentlichen Frostbeulen schwerer gesundheitlicher Schaden entstehen. Den Sitz der Frostbeulen, die den Menschen recht lästig werden können, bilden besonders Nase unb Ohren, Hände und Füße, sowie, alle jene Stellen, an denen der Blutkreislauf durch künstliche Beengung oder Einschnürung unterbrochen ist. Eine besondere Eigenart des Leidens ist es, daß es bei jenen Personen, die einmal darunter gelitten, vwrMMMstirMWs vornan Don Jciöa Hetteltictf CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W 36 32 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Nun ist es aber mit der Zahlen schreib erei ganz und gar aus. Der Unterkiefer der Frau Schwert- feger zittert. „Wir sind nur kleine Leute, Fräulein Wegner, mein Mann war Landbriefträger. Der Junge, ja, der hat es zu was gebracht, und so Äwie er ist, wird er es auch noch weit brin- er Geld haben wir teins und solch großer Hof braucht doch einen Mann mit Geld." „Quatsch", sagte Klarissa fast grob. „Einen vernünftigen Mann braucht er und weiter nichts, einen Bauern braucht er, punktum." Sie legt der kleinen Frau die harte Hand so fest auf die Schultern, daß die Mühe hat, sich unter diesem Griff gerade zu halten. ,Hch bin alt, ja, Frau Schwertfeger, wir beide, Sie und ich werden am Ofen sitzen und Strümpfe stopfen, das werden wir wohl immer noch können, glaube ich. Na also, packen Sie Ihre Siebensachen und kommen Sie zu uns raus, wir beide wollen auf dem Altenteil schon zurecktkommen. Immer besser ein Altenteil auf dem Lande als so eine Vogelbauern)ohnung in der Stadt." „Lieber Gott, lieber Gott", stammelt Mutter Schwertfeger, „soll ich denn wirklich m meinem Leben noch mal wieder nach draußen kommen? Jcb war ja manchmal ganz krank vor Sehnsucht nach dem platten Land." Sie steht vor Marissa und schluchzt in ihren Schürzenzipfel. „Na also, dann sind wir uns ja einig!" Klarissas Hand legte sich wieder und dieses Mal mit solchem Schwung auf die Schulter der lütten Frau, daß die fast zusammenknickt. Dann stapft Klarissa durch die Stube, daß alles klirrt und zittert. So, nun ist sie schon auf der Treppe. „Daß Sie mir aber bald kommen, Mutter Schwertfeger", brüllt sie mit Stentorstimme. Ach, du Schreck, nun hat sie wohl gar das ganze Haus, diesen lächerlichen Steinbaukasten. rebellisch gemacht? Hinter drei Türen sieht sie Frauenköpfe. Der Teufel soll sich in der Großstadt wohl fühlen. Klarissa will heim zum Birkenhof. — Nach einiger Zeit betritt Christian Schwertfeger das Foyer des großen Hotels Unter den Linden. Jetzt steht er vor dem goldverbrämten Portier und fragt nach Fräulein Wegner. „Die Dame erwartet Sie", wird ihm geantwortet, und gleich darauf geht ein Page vor ihm her durch die breiten, teppich- belegten Flure. Der Junge klopft an eine Tür, Öffnet sie und Jagt: „Bitte sehr, mein Herr." Christian tritt ein. Das Zimmer ist groß, und groß ist die Frau, die da aus einem der Sessel auf- steht. Sie sieht ihn an, sieht ihn mit Annes blitzenden Augen an und kommt langsam näher. Jetzt steht der Berg Klarissa vor Christian Schwertfeger. »Also, da sind Sie. Na, nehmen Sie Platz." meist alljährlich wiederzukehren pflegt. Um Frostbeulen zu verhüten, trage man keine zu engen Schuhe und vermeide die Verwendung ab schnürender Bänder. Das beste Mittel ist Abhärtung der Haut und Förderung der Blutzirkulatton. Hausmittel sind u. a. warme und kalte Wechselbäder und Frostsalben. Bei aufgebrochenen Frostballen gehe man sofort zum Arzt. Treffen der Gelnhäuser und Kinzigtaler. Dieser Tage versammelten sich zum ersten Male im neuen Jahre zahlreiche hier wohnende Gelnhäuser und Kinzigtaler unter der Leitung des Generalvertreters Karl Walther zu einer kameradschaftlichen Zusammenkunft im Hotel Kobel. Nach herzlicher Begrüßung gab es mancherlei Unterhaltung. Frau Marie Becker, geb. Schmidt, erinnerte an die Zeit, da man als Bub und Mädel „von der Höhen der Deiriech bis enapp ans Schiffsdhor über die Kärchgaß ennewer, am Efsiberk seiner groujj Trepp vorbei", mit dem Schlitten gerutscht sei. „Oft gab’s blaue Mäler an Kopf un Knie, es war aber schie". Kamerad Rüffer unternahm im Geiste mit seinen Zuhörern einen Spaziergang nach dem Blockhaus, „über den „Staanige Weeg" nach dem Wartturm, dann ,chie Herzbach hinner", wo heute die Kasernen stehen, und „bann gungs in den ,Hoffnungsgarte". Im Laufe des Abends wurde auch dessen Erwähnung getan, daß vor etwa 240 Jahren Gelnhäuser Einwohner nach der Wolga aus« wanderten, dort Katharinenstadt gründeten, Religion, Sitten und Gebräuche in Gelnhäuser Art weiter pflegten, wie zwei Deutschrussen erzählten, die vor Jahren nach Gelnhausen zurückkehrten, um nach ihren Vorfahren zu forschen. Für den März dieses Jahres ist für die Gelnhäuser und KinHigtaler ein Familienausflug vorgesehen, außerdem soll dann auch, ,-weenn die Bääm so schö blühe" eine Fahrt nach der alten Heimat unternommen werden. Christian rührt sich nicht, und feindselig sieht er in Klarissas helle Augen, ja, er weicht ihnen nicht aus. Oh, er kennt sie ja, sie hat das Gesicht des fremden Mannes in Balholm, der Annes Vater war. Jener war ihm gleichgültig, er bedeutete ihm nichts, diese aber ist der Berg, der Felsen, der zwischen ihm und Anne steht. „Wollen Sie sich nicht setzen? Ich bin eine alte Frau und habe keine Lust und keine Kraft, mir die Beine in den Bauch zu stehen." Da atmet Christian tief auf und sagt: „Eines wollen wir gleich beim Beginn unserer Unterredung klarstellen, Fräulein Wegner. Wenn Sie denken, daß ich Anne freigebe, irren Sie sich, ich gebe sie nicht frei. Bitte sehr, was haben Sie mir zu sagen?" Klarissa ist zu ihrem Sessel gegangen, jetzt kehrt sie sich mit einem Ruck um und ruft: „Was ich Ihnen zu sagen habe? Wenn wir so mit Punkt eins und zwei anfangen wollen, so muß ich Ihnen zum ersten Punkt unserer Unterredung sagen, daß Sie ein dummer Bengel sind! Wer redet denn davon, daß Sie Anne freigeben sollen, hat schon jemand ein Wort davon zu Ihnen gesagt?" Klarissa schreit, und Christian kriegt wie ein Schuljunge einen dunkelroten Kopf. „Ja — ja dann", stottert er, „bitte, entschuldigen Sie, aber — ich redete mir ein — daß Sie einen Glücksritter in mir sehen." „Papperlapapp — Glücksritter — nichts als faule Flausen. Wenn man deine Mutter ansieht. Junge, weiß man, was hinter euch steckt. Gut, daß ich zuerst deine Mutter gesehen habe. Aber ich habe keine Lust, daß wir eine Rührszene aufführen, wäre schade um die Zeit. Ich will bloß wieder aus Berlin raus. Nun paß auf: Im Birkenhof sind sie bei der zweiten Mahd, kannst du dich gleich frei machen? Versuch das, und wenn es erstmal nur für ein paar Tage ist. Wenn wir uns sehr beeilen, kriegen wir den Mittagszug nach Hamburg noch. Dann sind wir heute nachmittag zu Hause. Also, so sieht das aus, und wir brauchen weiter keine Redereien drum zu machen. Wenn du mitwillst, mach, daß du loskommst. Anne weiß übrigens nichts davon, daß ich mit dir spreche, hat keine Ahnung, der Krümel. Aber sie ist dünn und schmal geworden, sagten mir die Pegels am Telephon, natürlich vor lauter Aufregung und unglücklicher Liebe, und was weiß ich. Die dumme Göre! Das kommt davon, wenn ihr Jungen zu uns Alten fein Vertrauen habt." Christian steht da und lacht. Diese kräftigen Erklärungen sehen der Alten vom Dirkenhof ähnlich, ja, nur so konnte sie nach Annes Schilderungen sein, und daß sie ihn anbrüllt wie den Franz Pegel, erfüllt ihn mit Genugtuung. Anne hat einmal gesagt, wenn Klarissa mit den Menschen nicht schilt, sind sie ihr gleichgüttig. Ja, so ist diese Klarissa! Er kehrt sich ihr zu. „Sie tun uns Jungen in diesem Fall aber Unrecht, Fräulein Wegner, vor allen Dingen Anne. Es war fein Mangel an Vertrauen, es war lediglich Angst um Ihre Gesundheit." („Quatsch", schreit sie, „nichts als Quatsch, drei solche Bengel wie dich hätte ich selbst nach der schwersten Krankheit ertragen. So, und nun mach, Ist die Speisekammer frostsicher? Der Frost der vergangenen Tage rollt eine Reihe von Fragen auf, die die Hausftauen wegen ihrer Lebensmittelvorräte besonders interessieren müssen. Die Stadtwohnungen sind gewöhnlich nicht so gebaut, daß sie einen genügend großen und auch in jedem Falle frostsicheren Aufbewahrungsraum- Haben. Meist ist eine kleine Speisekammer vorhanden, die bei den Außentemperaturen, wie wir sie jetzt haben, die Lebensmittelvorräte nicht mehr vor Frost schützt. Die Einfachfenster, die oft auch nicht richtig schließen, halten die Källe nur ungenügend ab, und sehr bald herrscht dann in der Speisekammer eine Temperatur, die die Geftiergefahr für eine Reihe von Vorräten in sich birgt. Soweit die Speisekammer überhaupt groß genug ist, daß das Eingemachte in ihr untergebracht wurde, wird es jetzt gut fein, mittels Thermometer zu prüfen, ob noch Frostsicherheit besteht. Am besten ist es, wenn das Eingemachte, die Obstsäfte, Gemüse u. dgl. jetzt aus oen Speisekammern herausgenommen und in einem Regal in einefn ungeheizten Raum unter* gebracht werden, etwa im Korridor; denn man darf natürlich nicht aus einem Extrem in ein anderes verfallen und die Vorräte infolge Wärme dem Ungeheuer Groschengrab ins Maul jagen. Auch muß man beachten, daß Vorräte, die schon gefroren sind, nicht rasch erwärmt werden dürfen, da sie sonst erheblichen Schwund chres Nährwertes erleiden. Man stellt sie also nicht etwa ins Warme, sondern läßt sie im ungeheizten, aber frostsicheren Raum von selbst auftauen. Unbedingt ist es nötig, alle Vorräte der Speisekammer, in die der Frost eindringen kann, in Sicherheit zu bringen. Schneebälle können gefährliche Wurfgeschosse sein. In diesen Tagen sicht man vielfach auf Straßen und Plätzen Kinder und Jugendliche, die sich damit vergnügen, die Vorübergehenden, meistens jungt Mädchen und Frauen, aber auch sich selbst unter« einander mit Schneebällen zu bewerfen. Man könnte geneigt fein, gegen dieses jungenhast-übermutige und scheinbar harmlos ausschende Treiben keine zeigefingerdrohenden Einwände zu erheben, wenn es nicht doch gewisse Gefahrenmomente in sich bergen würde, denen sich die halbwüchsigen Schneeballschützen bei ihrem eifervollen Spiel nicht bewußt sind. Denn ein Schneeball kann für die oder den Betroffenen leicht gefährlich werden, nämlick dann, wenn er ins Gesicht fliegt und das Auge beschädigt. Oder wenn gar ein Stein in den Schneeball ge« raten ist, der dem „Opfer" gleichfalls unter Um- ständen körperlichen Schaden zufügen kann, lieber« Haupt ist es mit Gefahr verbunden, Schneebälle in verkehrsbelebten Straßen zu werfen. Nicht allein, weil geworfene Schneebälle in bedenkliche Nähe von Fensterscheiben, Straßenlaternen unb~ Firmenschilder geraten, sie vielleicht sogar zertrümmern können, sondern weil sie auch den ohnehin wegen der Schneefälle nicht gerade zügigen Verkehr auf Fahr- bahn und Gehsteigen behindern oder gefährden. Alle Ettern, Lehrer und sonstigen Erziehungsberechtigten sollten die Kinder auf die Gefahren des Schneeballwerfens aufmerksam machen und sie zu- mindest dahin verweisen, wo sie Fußgänger und Straßenverkehr nicht gefährden. Freilich, am besten wäre es, man ließe das Schneeballwerfen überhaupt fein und beschränkte sich darauf, die Freuden des Winters auf andere Art zu genießen. posiunkerrichl in den Schulen. Um die Arbeit der Poft zu erleichtern und alle Kreise der Bevölkerung für die richtige Behandlung der Briest'achen (adressieren, fteimachen usw.) zu interessieren, wird vom Reichspostministerium angestrebt, in allen Schulen Deutschlands Postschul- zimmer einzurichtekl, in denen die Jugend mit der Arbeit der Post vertraut gemacht wird Hier gewinnen die Kinder einen Einblick in den Postscheck« verkehr, in den Fernsprechverkehr und in die Bries- behcmdlung vom Briefschreiber bis zum Empfänger. Dieser Postschulunterricht ist heute bereits an zwei Frankfurter Schulen, an einer Berufsschule und einer Mittelschule eingeführt. ♦ ♦* Auszeichnung verdienter Polizei« beamte r. Der Kriminaloberassistent Schad sowie die Polizeihauptwachtmeister Heß und Böcher wurden für über 25jährige Polizeidienst-Tätigkeit mit der Polizeidienstauszeichnung 1. Stufe bedacht. Im Rahmen einer schlichten Feier wurden den treuen Beamten die Ehrenzeichen mit herzlichen Worten der Anerkennung von dem mit der Führung der Polizeidirektton Gießen beauftragten Major der Schutzpolizei Hellwege-Emden überreicht. ** Ein Achtzigjähriger. Am morgigen Samstag, 27. Januar, kann der Rentner Adam Koch, am Riegelpfad 26, in geistiger und körper- licher Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen den alten Herrn, einen treuen Leser des Gießener Anzeigers, herzlich zu feinem Geburtstag. ** Ein Fünfundsiebzigjähriger. Am morgigen Samstag, 27. Januar, kann der Rentner Herman Nagel, Mittelweg 4, in geiftiger Frische seinen 75. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist Träger des Ehrenzeichens für 25jährige treue Dienste. Seit über 40 Jahren ist er treuer Leser des Gießener Anzeigers. Dem alten Herrn bringen auch mir unsere herzlichen Glückwünsche dar. ♦♦ Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 12. bis 18. Januar ein: gegen Kraft- fahrzeugführer mit 1 Anzeige; gegen sonstige Fahr, zeugsührer mit 3 Anzeigen und 5 gebührenpflich- ttyen Verwarnungen; gegen Radfahrer mit 2 ge« bührenpftichttgen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit 10 gebührenpflichtigen Verwarnungen. daß du weiterkommst, ich erwarte dich auf jeden Fall am Lehrter Bahnhof, auch wenn du keinen Urlaub kriegen solltest." Mehr sagt sie nicht, sie kehrt sich schon ihrem Koffer zu und legt alles rein, was sie gestern not- dürftig auspackte. Sie ist zufrieden mit sich und der Welt. Zeit hat sie noch eine ganze Weile. Sie telephoniert um die Rechnung und setzt sich wieder in den Sessel vorm Fenster. Rudolf und Frank haben ihre Pferde. Sie haben braune Dippelponys mit schmalen Hufen und schwarzen Nüstern, die sich wie _amt anfühlen. Die Knaben sind wie verwachsen mit ih^n Tieren, am liebsten würden sie im Pferdestall schlafen. Sie sind kaum an die Bücher zu kriegen, der Himmel mag wissen, was daraus werden soll. Klarissa muß kommen, es ist ein Glück, daß sie bald wieder die Oberherrschaft übernehmen wird. Anne arbeitet wirklich den ganzen Tag, doch des Abends noch die Schularbeiten der Knaben prüfen, das ist ihr einfach unmöglich, sie schläft in diesen Tagen schon fast überm Essen ein. Jetzt wird auch aus den Moorwiesen abgefahren. Ein Wagen nach dem andern schaukelt über die zerfahrenen Landwege zum Hof. Anne ist überall zwischen den Leuten und ist die Unermüdlichste von allen. Sie harkt mit den Frauen, sie ladet mit den Knechten auf und fährt ein, just, wie es am besten taugt, und wo sie am nötigsten gebraucht wird, ja, unermüdlich ist Anne. Und heute zieht Gewitter herauf, die dunklen Wolken türmen sich über dem Moor, da heißt es die Arme noch schneller regen als sonst, denn wenn man auch nicht alles einfahren kann, so soll immerhin der weitaus größere Teil unter Dach und Fach. Wieder ist ein Wagen beladen. Konifere und der Bursche gehen im Geschirr, ein tolles Gespann. Der alte Psitzner will fahren, aber diese Koni hat ihm in den letzten Tagen viel zu schaffen gemacht, da ist er nicht böse, als Anne ihm die Leine aus der Hand nimmt. „Laß nur, Vater Psitzner, ich fahre schon." Koni fühlt die Hand der Herrin, sie geht mit dem schweren Wagen los, daß er bedenklich knackt und knistert. „Eh", schreit Anne, „wenn du dich nicht zu- sammennimmst, dann sollst du mal sehen, Koni!" So, jetzt sind sie auf dem Landweg, da geht es besser. Aber, Donnerwetter, ausgerechnet jetzt kommt ein Auto. Was will Mengels alter Kasten auf dem Birkenhof? Daß der ihr auch just vor die Heufuhre kommen muß! Konifere ist in ihrer Nervosität fähig, irgendeine Unzuverlässigkeit zu begehen, wenn der Wagen vorüberknattert, es ist auf jeden Fall richtiger, sie steigt ab und führt solange. „Brrrr!" schreit sie. Der Mengelsche Wagen ist wirklich ein alter Kasten. Ehe her so vorbeifährt! Koni schielt und tänzelt. Es sieht aus, als hielte ein schlanker Junge die Stute, aber dieser Junge hat einen gelben Haar- fnoten, der voll Heu ist, und eine trockene Kleeblüte sitzt über dem rechten Ohr. „Anne!" Klarissa lacht und schreit, und sie ruft ins Wageninnere. „Da sieh dir die Göre an, so kennst du sie noch gar nicht, Christian!" Anne dreht sich um, sie streckt die Arme aus und schreit auf, und Koni spitzt die Ohren. Mit zwei Schritten ist Anne beim Wagen. Doch plötzlich beugt sie sich vor, die Arme fallen ihr schlaff runter vor Schreck. „Christian!" schreit sie. „Christtan, du!" Er hält sie in seinen Armen, hält sie fest und gibt sie nicht wieder frei, und wie damals in Schottland ist auch hier die Wett versunken, und ihr jubelndes Lachen, ihr Rusen: ,^rischttan, Krischtian" geht in seinen Küssen unter. Der Autoverleiher Menge! hat sich aus feinem Sitz umgedreht, seine kugelrunden Augen werden noch kugelrunder, sein Gesicht ist vor Schmunzeln kreuz und quer gezogen. Aber da fliegt ihm durchs Fenster die Faust der Alten vom Birkenhof in den Rücken. „Hast wohl in deinem ganzen Leben so was noch nie gesehen, Menge!, he? Mach, daß wir weiterkommen." Eine tolle Alte. Gebe Gott dem neuen Schwieger- nessen einen breiten Buckel! Aber so, wie der Junge aussieht, scheint es Menge!, als wäre er der Weg- nerin gewachsen. Na, das soll ihm einerlei sein, eine Neuigkeit hat er jedenfalls für Balke — das Fräulein vom Birkenhof hat sich verlobt, mit Küssen hinter dem Heuwagen, Junge, Junge. Menge! gibt Gas, und Koni steigt. Sie reißt den Burschen mit, und Gott mag wissen, was geschehen wäre, wenn Christian und Anne nicht fast zur gleichen Zeit ^gegriffen hätten. Jetzt halten sie die Tiere, und Konifere muß sich eine Ohrfeige gefallen taffen..„Dumme Koni, Christian ist doch gekommen. Habe ich dir nicht alle Tage von ihm erzählt?" Koni schielt und ist wild in ihrem Freiheitsdrang. „Es hilft nichts, wir müssen los", seufzt Anne. Christian sitzt schon oben, und er will seinen scklanken Jungen zu sich raufholen, aber der ist geschwinder, ein Satz, und er landet neben Christian im Heu. „Festhalten, halten, die Koni geht sonst mit uns durch." „Gib die Leine her, Anne, jetzt fahre ich." Konifere spürt die fremde Hand wohl, aber das ist nicht der alte Vater Psitzner, mit dem sie so ziemlich machen kann, was sie will, das ist eine verflixt starke Hand. Koni möchte ihre kleinen feinen Kapriolen machen, sie möchte wohl ein bißchen springen und vielleicht mit dem schweren Wagen hinter sich, zur Seite ausbrechen, aber es geht nicht, eine ruhige und starke Hand hält das Leitseil. Anne sitzt neben Christtan im duftenden Heu, der Wagen rüttelt und rumpelt. Sie könnte jetzt die Arme um ihn legen, denn Koni ist manierlich geworden, aber sie tut es nicht. Sie sitzen nebeneinander und fahren über ihr Land. Das Heu muß rein, denn die Wolken hinter ihnen sind schwarz, und das Unwetter kann jeden Augenblick losbrechen. „Jetzt links", sagt sie, „jetzt rechts. Siehst du di« Birkenwäldchen, Christian? Dahinter das weiße Haus? Das ist der Birkenhof. Du bist daheim." lSchluß folgt!