Srettag, 25. ©Höbet 1940 Gietzener Anzeiger <90. Jahrgang Nr. 255 General-Anzeiger für Oberhessen Ein Wie Arriba Espana! Zchristlettung «nd Geschäftsstelle: Gießen. Schvlstraße 7-9 worden. Die Zeitung „Alcaza r" schreibt, daß die Bedeutung dieses Ereignisses überhaupt nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Spanien «sei durch sein historisches Opfer im Befreiungskriege wieder auf den Weg feiner großen Tradition zurückgekehrt. Damit habe es auch in der Welt von heute und bei der Neuordnung, welche aus dem gegenwärtigen Kriege, herauswachsen werde, das Prestige und Gewicht, das dem liberalen Spanien des letzten Jahrhunderts gefehlt habe. Spanien habe ein Jahrhundert entgegen seiner großen Geschichte gelebt. Denn diesem Volk, diesem großen Spanien, welches ein Schöpfer großer Nationen Südamerikas fei, habe die Dekadenz des letzten Jahrhunderts eigentlich nicht entsprochen. Nun gewinne Spanien wieder sein volles Gewicht in der Welt. Darum werde von allen nationalbewußten Spaniern ,die Nachricht von der Zusammenkunft zwischen Hitler und Franco mit so großer Begeisterung zur Kenntnis genommen. Die Zeitung „Madrid" schreibt, die Zusammenkunft zwischen den beiden Staatsoberhäuptern habe im Geiste der Freundschaft und Kameradschaft statt- gesunden. Das absolute Vertrauen, welches Spanien schon bisher in seinen Caudillo gehabt habe, werde durch diese Konferenz, welche eine welthistorische Anerkennung der Bedeutung' des spanischen Staatsoberhauptes darstelle, noch gesteigert. Außerdem wisse das Land, daß der Caudillo alles das vor- I bringen werde, was Spanien auf dem Herzen habe, aus London gemeldet wird, ist der britische Vizeluftmarschall Blount bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Blount war Weltkriegsteilnehmer und kommandierte vor der Niederlage des britischen Expeditionskorps eine Einheit der britischen Luftwaffe in Frankreich. Rom begrüßt Spaniens Solidarität mit der Achse. über den britischen Inseln beschräukke sich die Tälig- keit unserer Luftwaffe am gestrigen Tage auf bewaffnete Aufklärung, wobei Bomben auf London und eine Fabrikanlage in Mittelengland geworfen wurden. In der Nacht griffen schwere Kampfflugzeuge wieder die britische Hauptstadt mit zahlreichen Bomben an. Einige feindliche Kriegsfahrzeuge. die sich in diesigem Wetter der flandrischen Küste zu näheru versuchten, wurden durch Marineartillerie vertrieben. Britische Flugzeuge flogen in der Nacht zum 24. Oktober in das Reichsgebiet ein und versuchten Berlin anzugreifen. Nur einzelne Flugzeuge erreichten die Reichshauptstadl. Sie warfen hauptsächlich Brandbomben auf Wohnviertel und verursachten leichten Gebäudeschaden sowie mehrere kleinere Brände, die durch das rasche Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes und durch den Selbstschutz der Bevölkerung sofort gelöscht werden konnten. An einer Stelle wurde eine Fabrik- anlaoe getroffen. Durch den tatkräftigen Einsatz des Dnd und Verlag: vrühlsche UntverfitStrdrnckerei B. tauge Werkluflschuhes blieb der Schaden gering, deutsches Flugzeug wird vermißt. Englands Vizelustmarschall tödlich abgestürzt. N e u y o r k, 25. Okt. (DNB. Funkspruch.) Das Datum des Friedens von Paris, der 10. Dezember 1898, ist ein wenig bemerkter Stichtag für das Leben Europas. Und doch datiert von diesem Zeitpunkt eine innere Revolution, die eine der europäischen Nationen von Grund auf ändern sollte: (Spante n. An jenem unglücklichen Tage wurde nämlich ein erschütternder Verlust für die spanische Nation festgelegt: der seiner amerikanischen Kolonien Kuba, Puertorico, der Philippinen und der Insel Guam. Die Vereinigten Staaten erreichten damit ein lang ersehntes Ziel. Seit dem Jahre 1800 zielten die Dankees auf die Erringung dieser wertvollen Jnselreiche, die Spaniens letzten wesentlichen Reichtum jenseits des Ozeans ausmackten. Was geschah daraufhin in Spanien? — Der Verlust, auf den niemand vorbereitet war in der breiten Öffentlichkeit, wirkte aufwühlend,, erschüt- terni). Und doch waren es nur wenige, die ihn richtig zu deuten verstanden.. Darunter war der Gelehrte, Philosoph und Politiker Miguel de Unamuno. Er wird geradezu der Repräsentant jener „Generation von 1898" in Spanien, die „mit ihrem Suchen und Sehnen dem kulturellen Leben der Nation für fast ein Menschenalter das Siegel ihrer starken Eigenart, die Marke ihrer betont spanischen Besonderheit aufprägte". So umreißt P. A. Schulz, Wilmersdorf, in seinem ausgezeichneten neuen Buche „Spanien, Politiker und Generale" (Steiniger-Verlaq, Berlin) die Situation jenes Datums. Ünamuno' sah den Zusammenbruch der Kolonialmacht klar voraus. In Schriften, die vorher erschienen waren, rief er zur Selbstbesinnung aller Spanier auf, durch Setzen und Verkünden neuer Werte. 1895, drei Jahre vor dem Kriege, erschien von Unamuno ein Essay: ,Fn torno <^el rastiliris ^o* (Um die spanische Eigenart). Die Jugend verschlang das feine, elegant geschriebene Buch. Denn was es lehrte, und zum Ideal erhob, entsprach dem eigenen Bestreben: Rückkehr zu echtem, ungekünsteltem Spaniertum, zum artgemäßen Quellgrund nationalen Denkens und Wollens. Mit Angel Ganivet, dem älteren Denker- Diplomaten, Verfasser des „Idearium espanol” (Spanisches Ideengut), stimmt Unamuno in der Forderung überein: „Noli foras ire, in inferiore Hispaniae habitat veritasi” (Meide alles Fremde: denn Spaniens Wahrheit wohnt im eigenen Lande). Nun — Unamuno ist verschlungene Wege als Politiker gegangen. Er, der Baske, will seine Landsleute "airrütteln aus stumpfer Tatenlosigkeit, aus1 blinder Uebernahme fremder Lebensformen und aus der Winkelenge morsch gewordener Gewohnheiten. Aber die Generation von 1898 rang lange um ihre Form, um innere Abgeklärtheit. Diele schielten nach Paris, suchten die liberal-demokratische Heilsbotschaft zu übersetzen ins spanische Leben und Denken. Unamuno blieb immer abseits. Er fühlte das urfpani- sche religiöse Element zu start in sich, als daß er „moderne" Plattheiten hätte mitmachen können. Dennoch fand er keinen Weg zu jenen Mächten, die einmal das Gesicht Europas verwandeln sollten. Er wurde zum Gegner Deutschlands, der Mittelmächte lieber den Verlauf der Begegnung des Führers! und der Ehef des Oberkommandos der Wehrmacht, erfährt das DNB. noch folgende Einzelheiten: Die ( Geueralfeldmarfchall Keitel, mit dem Ehef des Besprechung fand am Donnerstag am späten Nach-: Protokolls, Gesandten v. Dörnberg, die fran- millag im Sonderzug des Führers auf höfischen Staatsmänner und geleitete sie zum Sou- einem kleinen Bahnhof jm befehlen Gebiet Frank- Verzug, wo der Führer vor feinem Wagen den reichs statt. Marschall P e t a i u, der an der De- französischen Staatsches erwartete. 3m Salonwagen markationslinie von Botschafter A b e h erwartet des Führers nahm darauf die Besprechung ihren wurde, traf mit Vizepräsident Laval im Kraft- Anfang. Nach Beendigung der Besprechung gewogen am Besprechungsort ein. Ein Bataillon leitete der Führer den französischen Staatsches des Heeres erwies dem französischen Marschall zu seinem Wagen. Auch bei der Abfahrt wurden durch Vräsentier^n die Ehrenbezeiaung. Am Marschall Petain militärische Ehrenbezeigungen er- Eingang zum Bahnhofsgebäude empfingen der wiesen. Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop -------- Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bisX'/,Ubr besBormtttags Sruelnen-Prerse r Ämementetl 7 Rvt. te mm bei 22 mm Heilenbreite# Wertteil 50 Rvt. te mm bei 70 mm Heilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel 8 Plavvorlcbritt (vorherige Vereinbarung) 25'/„mehr Oer Führer empfing Marschall Main 3n Frankreich, 24. Okt. (DNB.) Der Führer empfing am Donnerstag den französischen Staatsches und Präsidenten des französischen Miuister- rates Marschall P e t a i n. Bei der Besprechung waren der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und der Vizepräsident des französischen Ministerrates Laval zugegen. „Spanien ist zugegen." Das Echo der Zusammenkunft des Führers mit General Franco. „Messaggero" schreibt, diese Begegnung set eine neue feierliche Bestätigung der Ausrichtung des neuen Spaniens der Falange, das entschlossen sei, seine Selbständigkeit, feine Macht und seine Mittelmeer-Freiheit wiederherzustellen. Die Waffenbrüderschaft mit Deutschland und Italien aus dem Bürgerkriege habe sich in eine Solidarität gewandelt, der keine Hinterlist, kein Manöver derjenigen jemals auch nur Risse beibrin- gsn könne, die ein Interesse daran hätten, Zwiste im Mittelmeer zu schaffen. Gegenüber dieser neuen Bekundung der Solidarität Spaniens mit der Achse, fährt das Blatt fort, könne Italien nur seine herzliche Freude ausdrücken. Es sehe diese Betonung der Richtlinien der Spanienpolitik im Sinne der Achse mit lebhafte st er Befriedigung, weil der befreiende Sieg, der das Mittelmeer den Mittelmeer-Völkern gegen jede fremde Hinterlist sichere, auch Spanien zum Vorteil gereichen werde, das so viel unter der englischen Vorherrschaft zu leiden gehabt habe. „Popolo di Roma" schreibt aus der Unterredung des Führers mit dem Caudillo würden Tatsachen hervorgehen. Rom, Berlin und Madrid bildeten ein Dreieck, dessen Seiten man mit Freundschaft, Loyalität und Zusammenarbeit bezeichnen könne. „Wie es unsere Gewohnheit ist" fährt das Blatt fort, „daß mir uns stolz Völker der Zukunft nennen, stellen wir feine Horoskope. Eins nur ist gewiß: die Achse und die Freunde der Achse werden siege n und eine neue Zukunft der Arbeit und des Friedens im neuen Europa errichten." „Der Führer und der Caudillo, von Ribbentrop und Serrano Suner haben", fo schreibt „Giornale d'Jtalia", „persönlich erhärtet, was im Geiste der drei Völker lebt: Die feste Freundschaft zwischen der Achse und Spanien; denn auch Italien ist bei dieser Begegnung im Gei st e zugegen gewesen dank der vollkommenen Zusammenarbeit zwischen Berlin und Nom". Die Begegnung zwischen dem Führer und Caudillo habe zu einem Zeitpunkt stattgefunden, da der Krieg von der Achse unerbittlich und siegreich vom Aermelkanal bis zum den. In der Zeit spanischen Niederganges entwickelte sich die Welt, ohne Spanien mitzuzählen. Die Ereignisse wurden Spanien aufgezwungen. Heute ist es für Spanien nicht mehr möglich, einfach Opfer des Weltgeschehens zu sein. Heute ist Spanien ein aktiver Schauspieler ge- Spaniens MederaiWeg. Männer, nicht anonyme Gewalten, formen dis Geschichte. Zum erstenmal sind an der spanisch-französischen Grenze die Volksführer und Träger der geschichtsbildenden neuen Ideen, Deutschlands und Spaniens, Adolf Httler und Franco, zusammenge- troffen, während der Erneuerer der italienischen Nation im Geiste zugegen war. Nationalsozialismus, Faschismus und Falangismus sind drei unterschiedlich gerichtete, aber aus der gleichen Quelle gespeiste Bewegungen der Gegenwart. Ihre Quelle ist die bedingungslose Liebe zur eigenen Nation, die Abstoßung alles rassisch und echisch Fremden, die Liebe zur Wehrhaftigkeit und damit die Wah. rung des eigenen Lebensraumes, die Versöhnung der Gegensätze in der eigenen Nation und damit die Todfeindschaft gegen Plutokratie, Mammonis- mus und deren zersetzenden Folgen. Die Geistesverwandtschaft der drei großen europäischen Bewegungen war die Unterlage dieser Begegnung. Das gemeinsame Ziel ist klar. Es bedeutet die Rückkehr Spaniens nach Eu ropa und tue Aus- merzung der englischen Willkür und Tyrannei, die sich jeder gesunden Größe der europäischen Kultur- nationen mit den schäbigsten Mitteln widersetzte. Was besprochen wurde und welche Folgen diese Besprechung haben wird, wissen wir nicht. Wie nach den Begegnungen des deutschen und des ttalienischen Führers jeweils große Entscheidungen mit der Plötzlichkeit eines Blitzes fielen, wird auch irgend- wann das-Ergebnis dieser Zusammenkunft unsere Feinde überraschen. Alle Kombinationen der gegnerischen Presse tragen schon von vornherein das Stigma der Lächerlichkeit, weil sie über Dinge fabeln, deren Unterlagen für sie vollständig in der Luft hängen, von denen sie überhaupt nichts wissen können. Nur eins ergibt sich aus dem bisherigen Werdegang Spaniens mit Sicherheit: Spanien ist politisch und geistig mit den Achsen möchten so eng verbunden, der Sinn seines inneren Befreiungskampfes richtete sich so einwandfrei gegen fremde Einmischungen, daß die Politikaster der englischen Plutokratie allen Grund haben, auf diese Zusammenkunft sehr aufmerksam und sehr bänglich zu schauen. Denn im Kampf gegen die von England geförderten anonymen Gewalten des Parteienhaffes, der Ohnmacht und des Chaos hat sich der Caudillo durchgefetzt. Der „Nedellengeneral", wie ihn die englische Regierungspresse und ihr damaliger Außen- und jetziger Kriegsminister Eden bezeichnete, hat der britischen Politik eine furchtbare Niederlage bereitet, und sein Außenminister Serrano Suner, dessen Ernennung inEngland geradezu als Niederlage empfunden wurde, hatce durchaus Recht, als im Weltkriege. Er erkannte dann auch später nicht die rettenden Ideen, die in dem spanischen Reformator und Diktator Primo de Rivera zur Herrschaft kamen. Er begrüßte dessen Sturz. Denn er hielt ihn nur für einen „Handlanger" des gehaßten Königs, Alfons XIII. So kam der spanische Aufbruch seit jenem unglücklichen 10. Dezember 1898 nur sehr langsam ins Rollen. Primo de Rivera mußte erst einmal scheitern, Miguel de Unamuno sollte erst nach bitteren Erfahrungen mit dem Liberalismus kurz vor seinem Tode erkennen, daß der Weg der nationalen Revolution — der Weg Francos — der richtige war. Aber als ihn die nationale Revolution wieder auf seinen Lehrstuhl zurückrief, da konnte er dennoch nicht den autoritären Gemeinschaftsgedan- ken begreifen, und so starb er am 31. Dezember 1936 in einer Zerknirschung, die tragisch anmutet Welchen Weg war Spanien inzwischen gegangen? — Damals, als die Kämpfe mit den von USA. angestifteten Insurgenten ausbrachen, stand der junge Offizier Primo d e Rivera dort in der vordersten Front. Er geht dann nach den gefährdeten Philippinen, erkämpft manchen Sieg, auch als Derhandlungsoffizier — aber das Schicksal will cs anders. Auch dann, als er im reifen Mannesalter feinem König den Weg der Reform aufzwingt — nimmt ihm das Schicksal den Enderfolg. Aber Primo de Rivera hat Söhne. Und einer von ihnen, Foss Antonio, wird einmal in die Fußtapfen seines Vaters treten — jene Lehre für Spaniens Erneuerung schaffen und die sie verfechtende Bewegung dazu, die das Schicksal wendet: die „Falange". Die Schwester Pilar Primo de Rivera, das jüngste Kind des Diktators, jetzt die Führerin der spanischen Frauen und ihres Hilfswerkes, schildert das Erwachen der Idee in dem Bruder: „In unserem Hause in Chamartin kam er eines Tages auf die Lage Svaniens zu sprechen; er schlug vor, mit Hilfe von Falangisten der damaligen traurigen Lage des Vaterlandes ein Ende zu machen. „Warum' tust du es nicht?" fragten wir ihn. Wir waren überzeugt davon, daß er der dazu befähigtste Führer sei ..." Nun Josä Antonio hat sich drn-chaerun- nen, er hat dann mit leidenschaftlichem Schwünge den Weg für Franco bereitet. Er hat den Ruf „Arriba Espana!" ins Volk geschleudert und feinen kühnen, entschlossenen und durchgeistigten Angriff gegen die korrupte Volksfront am Ende mit dem Opfertode geheiligt: am 20. November 1936 wurde er in Alicante erschossen. Inzwischen hatte die kleine Gruppe der Generale unter der Führung des Caudillo die Ehre Spaniens gereinigt. Das Volk war hochgerissen worden und bestand den grausamen Bürgerkrieg mit der alten Kraft seines edlen Blutes. Aus der Generation von 1898 ist das Geschlecht der Kämpfer von heute geworden. Spanien ist auferstanden. Es hat zu sich selber zurückaefunden. Es wird an einem neuen Europa mitarbeiten und seine Gestalt mitbe- : stimmen. Curt Hotzel. Erschein, tön heb. aufcet Sonntags unk» rVeienaas Veilaaen: Die illustrierte Gießener s^amillenblätter Heimat imBild DieScholle Monato-BezunsvreiS: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte - 1.80 Huuellgebübr. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen "Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanfcklufr 2251 Drahtanschrift.„Anzeiger" Poüfcheck1168kNrantf.M Mittelmeer, im Roten Meer und sogar im Persischen Golf geführt werde. Dies beweise den Willen und sei gleichzeitig die Garantie des Sieges und der neuen Ordnung. Bewaffnete Aufklärung über England. Der Wehrmachtbericht vom Donnerstag. Berlin. 24.Oft (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Infolge der ungünstigen Wetterlage Madrid, 25. Okt. (Europapreß.) Zur Begegnung des Führers mit dem Caudillo veröffentlicht das parteiamtliche Organ „Arriba" einen Leitartikel. Das Blatt empfindet es wie ein Symbol, daß die Begegnung zwischen dem Führer und dem Caudillo eben dort stattfand, wo Napoleon tm Jahre 1808 die spanischen Könige Karl IV. und seinen Sohn, den späteren F e r d i n a n d VII. empfing und Spaniens Niedergang besiegelt wurde. Das Blatt schreibt: „Die Zusammenkunft fand an der spanisch-französischen Grenze statt. Diese Grenze hat dadurch einen neuen Sinn bekommen, und zwar denjenigen, den die jungen Herzen in unserem Lande erwarten. Die gleiche Umgebung war nämlich einstmals Zeuge von spanischer Fahnenflucht aus der Geschichte. Das wiederhergestellte Spanien mußte diesen gleichen Ort aufsuchen, um, vertreten durch seinen Caudillo, die Z u k u n f t zu finden, die der deutsche Führer darstellt." Die Tatsache, daß Adolf Hitler und Francisco Franco sich persönlich Eennenlern = ten, wird von „Arriba" als entscheidend hinge- fieltt Das Blatt meint, das fei ein feierlicher Tag gewesen. Spanien sei nach feinem außenpolitischen Dornröschenschlaf wieder erwacht. Der Caudillo zeichne Spanien einen neuen Weg vor. Niemand wisse über den Inhalt der Unterhaltung zwischen den beiden Männern auch nur das geringste. Eines aber dürfe man aus dem geschichtlichen Ereignis ableiten: Spanien ist am Beginn der neuen Aera mit seiner gang en Persönlichkeit zugegen, so wie es feiner besten Tradition und seinem Willen zur Wiederauferstehung entspricht. Spanien werde den Problemen in der Welt tapfer entgegentreten und ihnen den . Stempel seines Geistes und seines Charakters und tiefem Vertrauen "stehe^das" fcckanchstische^ Spanien I und daß auch alles das erreicht werden ^rde was aeschlossen hinter seinem Caudillo, dessen Maßnah- sich erreichen lasse. In diesem Sinne fei ber Sauöillo men immer begeistertes Einverständnis finden wür->der Wahrnehmer der Interessen des Vaterlandes. Mailand, 24. Ott (Europapreß.) Die Begegnung des Führers mit General Franco wird von i der ttalienischen Presse als bedeutungsvolles poetisches Ereignis der Achsenpolittk mit lebhafter Be- > friebigung ausgenommen. Es wird hervorgehoben, daß sich im Gefolge Hitlers nicht nur der Ob erbe- ! felshaber des Heeres und der Che, des vberkom- ■ manbos, sondern auch der Unterftaa.ssekretar des ' Aeußeren Dr. Gauß befand, der die wichtigsten Staatsverträge Deutschlands oerfaßt hat Der offiziöse „Popolo d'Jtalia fchreibü Die Begegnung Hillers mit Franco zeigt, datz Spanien dem Programm seiner Wiedergeburt treu bleibt und enge und feste.Dezlehungen der Freundschaft und Zusammenarbeit mit den Mochten unter halt die in schwieriger Stunde seines Aufschwunges an seiner Seite standen. Deutschland und Italien Mnden zu Franco von Anbeginn feiner » die Spanien der Untertanigfeit und Knechtschaft Der westlichen Demokratien entreißen wollten. Der Aufenthalt Serrano S u n e r s in Berlin und Rom hatte bereits die Beständigkeit dieser Freundschaft und herzlichen Sufammerrarbeit Spamens md den Achsenmächten gezeigt. Daher fallt che ietz ge B npnnuna Eitler — Franco vollkommen lN oen Rahmen der Politik, die Berlin und Rom mit dem befreundeten Spanien ^cos ^nlfaltet k-ÄÄ» SSE »= werden. Position in dnem neuen Europa durchsetzen und an dem Aufstieg unseres Erdteils nach diesem Kriege mit Gewinn teilnehmen ta^n. Nachdem Spanien dieser Erkenntnis in so nachdrücklichen Formen Ausdruck gegeben hat, wie wir sie oben datenmäßig kurz, skizziert haben, liegt die künftige Außenpolitik Spaniens fest. Wir erwarten von England nicht, daß es sich der Bedeutung dieser Tatsache klar ist, nachdem es von seiner völligen Verkennung des eigentlichen Wesens der spanischen Revolution nicht weniger dokumentarische Beweise gegeben hat wie von seiner Verkennung des neuen Deutschland. Eng» land wird sich also wieder, wie schon so ost in den letzten 20 Jahren, von der Zeit, d. h. von Tatsachen, belehren lassen und wird Lehrgeld zahlen müssen. Wir aber begrüßen von ganzem Herzen das Zusammentreffen Hitlers und Francos, das Wachsen des nationalen Geistes in Spanien und den Schritt, den es in das Lager der europäischen Neuordnung, die bis in die Zeit vor dem spanischen Bürgerkrieg zurückgeht, nach jahrhundertelangem Niedergang getan hat. Denn Spanien als Macht des Mittelmeers hat nicht nur geschichtliche, es bat aus seiner nationalen Gegenwart und Zukunft heraus alle Gründe, den Kampf der Achsenmächte gegen England als einen Weg zur eigenen Befreiung von den weltplutokratischen Fesseln zu empfinden. Trotz Nebel und > offen. Stockholm, 25. DEL (Europapreh.) Am Don- nerstagnachmittag wurde London erneut von deutschen Flugzeugen angegriffen. Es mußte Luftalarm gegeben werden, weil die Maschinen zu heftigen Bombenabwürfen übergegangen waren. Zur gleichen Stunde wurden Bombardements über dem englischen Südosten durchgeführt. In den Nachmittagsstunden wurde auch Liverpool heftig angegriffen, wie auch umfassende Aktionen gegen zahlreiche Städte der W e st k ü st e stattfanden. Die täglichen und allnächtlichen deutschen Luftangriffe gegen London lassen 90 v. H. der Einwohner nur halb so lange schlafen, wie in normalen Zeiten. Das englische Jnsormationsministerium veröffentlicht da- zu ein Kommunique, in dem es heißt: „90 v. H. der Londoner schlafen im Ablauf von 24 Stunden heute nicht mehr als vier Stunden." Der Londoner Vertreter von „Allehanda" nennt dieses Kommunique optimistisch und schildert, daß nun die Untergrundbahnen nach Einbruch der Dunkelheit die einzige Derkehrsmöglich- keit in London bieten. Es dauere mehr als eine Stunde über normal, um mittellange Strecken zurückzulegen. Treppen und Bahnsteige seien in den Abendstunden schwarz übersät mit Schutzsuchenden, von denen viele von Bahnhof zu Bahnhof fahren müssen, um ein Plätzchen zu finden, an dem sie die Nacht verbringen können. Man könnte annehmen, daß England mit Beginn der schlechten Jahreszeit durch die Witterungsverhältnisse weitgehend geschützt würde. Dem scheint aber nicht so zu sein. Der Nebel und die Wolken scheinen nur den Gegner zu begünsttgen. Oft machen sich starke Stoffeln eine Wolkendecke zunutze, um über die englische Hauptstadt zu gelangen und unerwartet im Sturzflug anzugreifen. Wenn der Nebel die Stadt einhüllt, ist die Bodenabwehr und die englische Luftwaffe nicht in der Lage, in Aktion zu treten, während von hoch oben die deutschen Bontt-en reichlich hinunterregnen. Während des Winters wird England jedenfalls nicht die Pause haben, mit der es gerechnet habe, um einen Teil der erlittenen Schäden auszubefsern. Die deutsche Luftwaffe nimmt planmäßig nacheinander alle Tätigkettszentren der Hauptstadt aufs Korn. Bisher hat sie hauptsächlich Docks, Fabriken, Rohstofflager, Benzinreservoire usw. getroffen. Jetzt scheinen sich die Angriffe mehr auf die öffentlichen Gebäude, Ministerien und Bahnhöfe zu richten. • In den Nachmittagsstunden des Donnerstags ist in Glasgow (Schottland) aus nicht mitgeteilten Gründen eine Stärkefabrik in die Luft geflogen. Bisher konnten bereits zehn Tote geborgen werden. Wie verheerend die Explosionswirkung war, geht aus einer Mitteilung hervor, in der es heißt, mehrere hundert Luftschutzarbeiter seien zu Bergungs- und Aufräumungsarbeiten herangezogen worden. zogen, wenn es auf Brückenwache ging. Windstärke 9! Windstärke 10! Unser kleines Boot stampfte durch die entfesselte See, daß uns Hören und Sehen verging. Dieser stete Kampf mit den immer wieder anrollenden Wasserbergen, die über uns hinweggingen, hatte uns verdammt gelenkig aemocht. An Schlafen oder Esten bei Ueberwaster- fahrt war nicht mehr zu denken. Wenn man zwei Schritte gehen wollte, mußte man sich irgendwo anklammern, um nicht in irgendeine Ecke geschleudert zu werden. Es. war kurz vor 18 Uhr. Oben, auf der Drücke, hing die Wache über der Reeling, um nicht über Bord gespült zu werden. Die Lederläppchen mußten immer wieder an die Gläser, um die Sicht frei zu hallen. Trotz des schlechten Wetters durste die Aufmerksamkeit keine Sekunde nachlassen. Zu den überkommenden Seen und Brechern gesellte sich noch ein kräftiaer Regenschauer. Kurz, es waren ungem/üt» liche Augenblicke. Obgleich wir auf dem Dampfer- treck waren, kam uns nichts vor den Bug. Aber da ... als das Boot gerade wieder auf dem Rücken einer riesigen See ritt, brüllt der Brückenmaat in den Sturm: „Dampfer backbord voraus?" Im Nu waren die Unbilden der Witterung vergessen. Das JaAdfieber hatte uns gefaßt. Sollte uns bei diesem Seegang tatsächlich das alte U-Bootfahrer-Glück hold sein. Ein paar Minuten später können wir den Burschen gut ausmachen. Es ist ein etwa 7000 BRT. großer Frachter, ein ziemlich alter Kasten schon mit hohen Aufbauten und einem langen Schornstein. Das Alter spiell aber keine Rolle: 7000 BRT. sind Bande erleben müssen. Die Rohre werden klar gemeldet. Die Aale sind bereit. Trotz der schweren See bringt der Kommandant das Boot auf Schußposition. Wir liegen gut und langsam wandert der Bursche in Schußrichtung. Einen kleinen Stoß gibt es im Boot, als der Torpedo das Rohr verläßt. Es folgen Sekunden, die zu Ewigkeiten werden. Jetzt müßte es eigentlich knallen! Nichts geschieht. — Also vorbei- geschossen. Da plötzlich geistert vor uns eine riesige weiße Wolke aus dem schwarzen Kasten. Unmittelbar darauf ist auch der Schall unseres Schusses bei uns. Eine unheimliche Detonation dröhnt zu uns herüber, übertönt noch das nächtliche Rauschen des Meeres und das heulende Lied des Sturmes. Der Luftdruck der Explosion gibt trotz der schweren See dem Boot einen gehörigen Nasenstoß. Unten im Boot zittern die Zeiger an den Manometern. Es war eine schneidige Leistung, bei einem Wetter, das das Boot wie ein Spielball in den Wellen umherschleuderte. „Dampfer sackt ab!" geben wir von der Drücke durchs Sprachrohr. Ein Freudengeheul folgt durch das Turmluk herauf. „Heil und Sieg und fette Beute!" Unsere Augen suchen die Abschußstelle. Mit starker Schlagseite nach Backbord dümpelt der Frachter drüben in den Wellentälern. Wir sehen Leute, aufgestöbert wie in einem Ameisenhaufen, an Deck hin und herlaufen, sie versuchen, die Boote klar zu machen. Ob es ihnen gelingt bei diesem Seegang, sie herabzulassen? Ob sie es schaffen, die Boote gut vom sinkenden Schiffe fteizubekommen? Wir haben uns nicht mehr darum kümmern -können, denn da Ll-Bootsfahrer-Glück bei grober See. Bon Kriegsberichter Herbert Kühn. DNB......,24. Okt. (PK.) lieber 3 Wochen! und bleiben 7000 BRT. und der Kerl ist beladen, haben wir uns auf „U..draußen irgendwo i m, Also ran! Wir sind auf Schußweite herangekom- Atlantik umhergetrieben. Es waren harte Wo- men. Dort drüben haben sie uns noch immer nicht ! chen höchster Anspannung aller körperl-ichen Kräfte. | gesehen. Oder ist das gar eine U-Boot-F Ue? Zu viel Die ganze Zell sind wir nicht aus unseren Leder-; unangenehme Ueberraschungen hat die' deutsche Unfetzen gekommen, über die mir noch das Regenzeug terseebootswaffe schon mit dieser hinterlistigen er bei seinem Besuche In Deutschland sagte, es sei selbstverständlich, daß das neue Spanien denen die Treue halte, die mit ihm im Bürgerkrieg gegen die anarchistischen Methoden der britischen Plutokratte gekämpft hätten. Wenn jetzt gewisse destruktive Mächte wieder, wie schon so oft bei peinlichen außenpolitischen Ueberraschungen ihrer Presse Anweisung geben müssen, um die Zusammenkunft des Führers mit dem spanischen Staatschef mit einem Nebel von abschwächenden Kommentaren zu umgeben, so ist das ausschließlich die Folge ihrer engstirnigen Begriffsstutzigkeit gegenüber der großen Revolution in Europa und eine weitere Folge der ständigen Irre- führung ihrer Völker über die Auswirkungen dieser Revolution. Im Falle Spanien liegt der Ausgangspunkt jener unbegreiflich kurzsichtigen Politik in der Tatsache, daß England und Frankreich sich erst am 26. und 27. Februar 1939 der Form halber zu einer Anerkennung des neuen Spanien entschließen konnten, während die deutsche und die italienische Anerkennung schon feit dem 18. November 1936 vorlag. Und es ist bezeichnend für die völlige Verkennung der werdenden Machtstellung, die das neue Spanien in einem von Grund auf sich umformenden Europa einnehmen mußte, wenn England noch zwei Wochen nach feiner widerwillig genug gegebenen Anerkennung der Regierung Franco bei ihrer Blockadeerklärung am Ausgang des spanischen Krieges in den Arm fallen wollte. Die Fortsetzung dieser Polittk eines [tuten britischen Imperialismus lag dann weiter tn dem Versuch, Spanien nach britischer Traditton niederzuhalten, es zusammen mit Frankreich wirtschaftlich einzukreisen, das Recht feiner Hoheitsgewäster zu verletzen, ja, ihm schließlich gar Vorschriften über feine Zu- fuhren aus Ueberfee zu machen, wofür ja die Kontingentierung des Benzinimports nur ein Beispiel von vielen war. Damit bekundete England immer wieder, daß es nicht daran dachte, Spanien als wirkliche Macht in Europa entsprechend der militärischen und politischen Stärke des neuen Staates anzuerkennen und feine Souveränitätsrechte in dem gebotenen Ausmaß zu achten. Demgegenüber hat das neue Spanien machtpolitische Kundgebungen in feiner Außenpolitik durchgeführt, die selbst für eine so sture Anmaßung wie die englische reichlich hätten genügen müssen. Wir nennen hier nur folgende, die zum Verständnis her völlig veränderten Lage des neuen Spanien schon su.sreichen: Am 19. 4. 1939 betont oer spanische Staatschef in aller Form den „Willen zum Jmve- rium"; im Juni 1939 verkündet Spanien durch General Aranda feine „wohlwollende Neutralität gegenüber den Achsenmächten" im Fall eines europäischen Krieges: am 13. 6. 40 wandelt Spanien diese Neutralität entsprechend dem vorangegangenen italienischen Beispiel in die Form der Nichtkriegfüh- rung um; am 14. 6. demonstriert Spanien seine neue Haltung bereits durch die Besetzung Tangers; am 17. 7. verkündet Franco die beiden wichtigsten Ziele der spanischen Außenpolitik, Gibraltar und Expansion in Nordafrika; am 16. 9. beginnt der Aufenthalt des damaligen spanischen Innenministers und Sondergesandten Francos, des jetzigen Außenministers Suner, in Berlin, dem sich nach einiger Zeit der Aufenthalt in Rom an schließt. Das alles ist klar genug. Spanien, erfüllt von der immer wieder betonten Dankbarkeit an die Achsenmächte unterstrich mit jeder dieser Aktionen seinen Anschluß an die aufbauenden Kräfte in Europa — was hatte von einem solchen Spanien, das sich seiner inneren und feiner äußeren Kraft wohl bewußt war, noch ein England zu hoffen, das einst im spanischen Bürgerkrieg offen und mit allen, sogar machtpolittschen Mitteln auf der Seite der Roten stand, dem jungen Staat jede nur erdenkliche Schwierigkeit machte und ihn bald mit Zuckerbrot, bald mit Peitsche in den rein imperialistischen Krieg der plutokrattschen englischen Clique hineinzuziehen versuchte. Welche politische Instinktlosigkeit, welch arobe Taktlosigkeit etwa, wenn daneben der englische Botschafter in Madrid, Sir Samuel Hoare, mit einem Londoner Jnquisittons- auftrag von der spanischen Hauptstadt Madrid nach — Gibraltar geschickt wurde, obwohl doch feine Mission bei der Regierung Franco nach allem Vor- angegangenen weiß Gott heikel genug war! Wie in aller Welt war von diesem Spanien, bas erfolgreich um seine Befreiung aus historischen Verstrickungen rang, irgendein Interesse etwa für — englische Kriegsausweitungspläne zu erwarten! Es hätte der mannigfachen Bekenntnisse Spaniens zu den Achsenmächten kaum bedurft, um seine Einsicht davon zu dokumentieren, daß Spanien nur an der Seite dieser Ordnungsmächte seine Macht- „Ein Leben lang." Ein Wessely-Film im Gloria-Palast. Heinz Hilpert, Direktor des Deutschen Theaters in Berlin, hat einmal, um das Wesen der Schau- svielerin Paula Wessely zu kennzeichnen, von ihr gesagt, man habe den Eindruck, daß alles, was sie in ihren Rollen erlebe, ihr auch im Leben geschehen könne. Wie treffend diese Charakterisierung ist, wird man einsehen, wenn man die schönsten und wesentlichsten ihrer Filme in der Erinnerung Revue passieren läßt: „Maskerade" — „Episode" — „Die ganz großen Torheiten" — „Die Julika" — „Spiegel des Lebens". Wir hatten etwas ähnliches im Sinn, als wir bei einer dieser früheren Gelegenheiten sagten, die Wessely sei die großartigste Naive, die der deutsche Film in den letzten Jahren her- vorgebracht habe; es ist kaum notmenbig hinzuzufügen, daß damit etwas sehr viel Umfassenderes gemeint war als die traditionell umgrenzte, konventionell festgelegte Rollenfachbezeichnung. Man kann es auch so ausdrücken: die Wessely „tritt nicht auf", sondern sie ist da, sie „spielt^ nicht, sondern sie lebt — eine Naturerscheinung, ein vollkommen natürliches Geschöpf, dabei eine starke, völlig ausgeprägte weibliche Persönlichkeit mit einem sehr zarten Herzen, mit einem sehr hellen Verstände, mit einer wienerischen Mundart, mit gesundem Humor und in jeder Lebenslage von einer bezaubernden Anmut der Haltung und Bewegung. Dies alles wird man auch in ihrem neuen Film, in ihrer vorläufig letzten Rolle wiederfinden. Der Film, der ursprünglich einfach „Ein Liebesroman" heißen sollte, heißt „Ein Leben lang". Er ist aber wirklich ein kleiner Roman, und es geschieht darin ungefähr folgendes: ein Junger Diplomat, Hans von Gallas, muß nach einem Duell für kurze Zeit aus Wien verschwinden. In einem ländlichen Gasthof lernt er die Wirtstochter Agnes Seethaler kennen. Nach ein paar Tagen durch äußere Umstände erzwungenen Beisammenseins merken die beiden und sagen sich's auch, daß sie sich gern haben; es ist so etwas wie ßiebe auf den ersten Blick. Während man aber bei dem Jungen Herrn nicht weiß, ob er nicht nach wenigen Wochen die Begegnung (die ja aus sozialen ober gesellschaftlichen Gründen ohnehin „zu nichts führen" könnte! vergessen haben würde, bedeutet fie für bas Mädchen das große Erlebnis, die entscheidende Wenbung in ihrem Dasein. Eines Tages ist die Duellaffäre vergessen, und der fierr von Gallas bekommt einen Auslandsposten in China — „Kina" heißt das auf wienerisch, „bei die Kine- ser". Bald heiratet er „aus diplomatischen Gründen" eine ungeliebte Frau und bekommt einen sehr geliebten kleinen Jungen. Derweil wartet die Agnes, die sich in Wien ein selbständiges Leben geschaffen hat, auf eine Wiederkehr des Geliebten, der nicht ahnt, daß inzwischen auch in Wien ein kleiner Bud von ihm groß wird —: Agnes hat ihm kein Wort davon gesagt oder geschrieben, sie hat ihren StoU, -einen richtigen Dickschädel hat sie, und sie will nicht, daß er sich „gebunden" ober verpflichtet fühlt. Sie schweigt sogar, als er nach ein paar Jahren auf Urlaub kommt und ihr ein Bild seines kleinen Sohnes vorweist in feinem doppelt ahnungslosen Vaterstolz; es gibt ihr zwar einen Schlag aufs Herz, aber sie bezwingt sich und nimmt sich zusammen und darf ein paar kurze Tage mit ihm glücklich sein. Dann muß der Mann wieder weg, sie bleiben auch in Verbindung, aber eines Tages kommt der Krieg, und die Verbindung reißt ab. Der kleine Hansl in Wien wächst heran, der große Hans bleibt verschollen, und erst nach dem Weltkriege findet die Agnes, die all die Zeit über still gewartet hat, eine österreichische Solveig, den Mann wieder. Wenn der auch nicht mit weißen Haaren heimkehrt wie der alte Peer Gynt, so ist es doch ein trauriges Wiedersehen: er hat feine Frau drüben verloren, sein kleiner Junge ist ihm gestorben, und er selbst ist gelähmt und muß im Rollstuhl gefahren werden. Aber nun ist für Agnes die Stunde gekommen, auf die sie mit ihrem Buben die Jahre hindurch gewartet hat. Zwar hat er auch einen dicken Schädel, und die Gallas haben Überhaupt von je ihren Stolz gehabt, und er kann kein Mitleid vertragen. Aber Agnes bemitleidet ihn gar nicht, sie liebt ihn nur, wie sie ihn vom ersten Anschauen an geliebt hat, und jetzt schenkt sie ihm so- gar den Sohn, der schon ein großer Bub geworden ist, und diese Liebe und dieses neue Glück, das ihn wie ein Blitzstrahl trifft, werden den Heimkehrer gesund machen. * Das sind etwa die äußeren Umrisse, die Grundlinien der Handlung. Das Drehbuch schrieb Gerhard Menzel, dem man schon manchen guten Mrn verdankt; man kann da wieder einmal sehen, daß die Filmbücher, die nicht „nach" einem Roman oder sonst irgendeiner literarischen Vorlage geschrieben wurden, allermeist viel besser sind als die zahlreichen anderen. Der Kameramann Hans Schneeberger hat die Handlung mit einem empfindlichen optischen Sinn ins Bild übersetzt. Der Spielleiter Gustav Ucicky hat das Romanhafte der Fabel nicht Derbe (ft, hat aber auch ihre filmischen Möglichkeiten erkannt und ausgeschöpft. Er gibt allen Szenen jene eigentümliche Stimmungsdichte der Wiener Vorkriegsatmosphäre, die sonst nur Willy Forst in seinen Filmen so eigentümlich berückend einzu- fangen verstand. Das Beste findet Ucicky in der stillen kammerspielmäßigen Wirkung einer Reihe besonders liebevoll aus gearbeiteter Bilder und Epi- soden; mir denken an das erste Geständnis und den ersten Abschied, an die Szenen in der „Tabaktrafik", im Spielwarenladen, bei der letzten Heimkehr und bei der ersten Begegnung mit dem ersten Sohn, auch an die Abschiedsszene auf dem Bahnhof; sie erinnert merkwürdig an eine ganz ähnliche in Falladas „Eisernem Gustav". ♦ . Was von Frau Wessely zu sagen ist, steht diesmal schon am Anfang des Berichtes. Es wäre vielleicht noch hinzuzufügen, daß die neue Rolle sich den früheren sehr folgerichtig anreiht, vor allem auch deswegen, weil fie vollkommen un- fentimental wirkt in dieser Liebesgeschichte, die doch ganz vom großen Gefühl lebt Aber die Wessely drückt nirgends auf die Tränendrüsen, appelliert an keine unechte Regung im Zuschauer. Sie läßt nur, wie es fein muß, erkennen, daß dieses Fräulein Seethaler ein seelisch stärkerer un5r reicherer Mensch ist als der Herr von Gallas, ihm in den entscheidenden Augenblicken auf eine wundervoll weiche, gütige, fast mütterliche Weife überlegen. Ihn gibt Joachim Gottschalk, den wir bisher als Partner von Brigitte Harney kennen und schätzen lernten; aber man hat ibn nur selten so gesammelt und zugleich gelockert spielen sehen wie hier; er nahm die Figur dieses jungen aristokrati- schon Herrn mit einer sehr feinen Witterung für das Charakterbild, die Wesensmischung, der das Frau- Oer (Sprung über den eigenen Schatten. „Es ist eine Selbsttäuschung, anzunehmen» baß wir dieses ganze Jahr hindurch die Schlachten der antibolschewistischen Russen geschlagen haben; im Gegenteil, sie haben unsere Schlachten geschlagen." (W. S. Chur- chill in einer Denkschrift vom 15.9.1919 an das britische Kabinett.) Churchill und Stalin sind absolute Gegenfüßler von Haus aus. Der Gegensatz ist sozusagen historisch. Winston S. Churchill war der geizige Anreger und politischer Träger der Interventionskriege gegen Rußland, bie zwischen 1918 und 1920 erbittert aus« gefochten wurden. Wir Deutsche sind uns dieses Tatbestandes nicht immer bewußt, weil wir in jenen stürmischen Tagen nähere Sorgen hatten. Damals verteidigte Stalin persönlich bas ehemalige Zarizyn an der Wolga, das seither Stalingrad heißt, gegen bie anttbolsche wisti schen Russen, die nach dem Zeugnis Churchills die Schlachten Englands schlugen. Die Verteidigung Zarizyns nennen die Bolschewisten seither ihr „Äerdun". Stalin kam von dem äußersten Süden Rußlands, von Baku. Zu der akttven bolschewistischen Gruppe, die sich dort gebildet hatte, gehörten Stalin und sein nächster Freund Schaurnjan, der von den Engländern selbst in der „Jnterventionszeit" als Führer der „26 Kommissare von Baku" erschossen wurde. Er ist seither ein Natt o nach eld des bolschewistischen Rußland. Engländer standen mit weißen Russen, Amerikanern, Franzosen und Javanern am ganzen Trakt der sibirischen Eisenbahn bis an den Ural, wohin sogar englische Schiffsgeschütze gebracht worden waren. Daß die Engländer selbst mit ziemlich starken Truppen das Erdölgebiet von Batum nüch Baku besetzt hielten, erwähnten wir schon. In Nordrußland hatten fie Archangelsk und Murmansk besetzt und suchten längs der Dwina vorzustoßen. Nun kann vielleicht Churchill sagen, daß diese Kämpfe im Zeitgeist von 1918/1920 lagen. Allein in seinen Erinnerungen gesteht er selbst, daß es sich in keinem Augenblick um eine Hilfe gehandelt hat, die England selbstlos den Weißrussen geleistet hätte. Wir haben den entscheidenden Satz aus seiner Denkschrift vom 15. September 1919 als Vorspruch schreit der Brückenmaat plötzlich: „Zwei Flugzeuge achtern voraus!" Dicht über dem Wasser kommen sie dahergebraust. Mit unheimlicher Fahrt stoßen sie direkt auf uns zu. Sie mögen keinen schlechten Schreck bekommen haben, als fast vor ihren Augen ein deutsches Un« terfeeboot einen britischen Dampfer schnappte. Wie böse Bienen sehen fie aus, uns ist bei ihrem Anblick garniebt ganz wohl zu Mute. „SHarmr Schon ist bie Brücke frei. Wir lassen uns einfach fallen. Hier aeht es nicht um blaue Bohnen, hier geht es um bas Boot und feine Besatzung. Nun sind wir auf Tiefe. Da prasselt der Segen von Wasserbomben schon auf uns hernieder. Es kracht um uns wie ein Feuerwerk. Wir stehen in der Zentrale und beobachten die Entfernung der Detonationen. Unsere Augen verfolgen gespannt den Zeiger am Tiefenmesser. Wir sind unter Wasser mit anderem Kurs abgelaufen, die Einschläge entfernen sich. Nach einer Stunde sind wir außer Gefahr. Es war bie höchste Eisenbahn. 7000 BRT. englischen Schiffsraumes aber ruhen auf dem Boden des Atlantik. Wieder Bomben auf Berliner Wohnviertel. Berlin, 25. Oft (DNB. Funkspruch.) 3n der Nacht zum 25. Oktober griffen britische Flugzeuge die Reichshauptstadt an. Lin Teil von ihnen wurde durch das Abwehrfeuer der Flakartillerie vor Erreichung des Weichbildes in nördlicher und südlicher Richtung abgedrängt. Nur einzelnen Flugzeugen gelang e$, das Stadkinnere zu überfliegen. Sie warfen durch die tiefe Wolkendecke an mehreren Stellen Spreng- und Brandbomben auf Wohnviertel, Arbeitersiedlungen und Wohnlauben ab. (Ein Krematorium wurde durch eine Sprengbombe getroffen. Ls entstanden mehrere Brände, die gelöscht werden konnten. Ferner gab es einige Verletzte. Zwei britische Flugzeuge wurden bereits auf dem Einflug abgeschossen. lein bei der ersten Begegnung verfallen ist: er hat bie Eleganz und bie Nervosität, bas Leichte und bas Impulsive, bas der Gestatt anhaftet, ein bißchen vom großen Jungen, auch den männlichen Trotz und abweisenden Stolz. Doch bleiben all diese Züge zusammengefaßt in nobler Haltung, in einer guten und anständigen Menschlichkeit. ♦ Neben den beiden Zentralgestatten gibt es nicht mehr sehr viel zu spielen, aber ein paar vorzügliche kleine Chargen müssen doch genannt werben, vor allem die von Frieda Richard mit wenigen knappen Strichen meisterlich hingefetzte Volksfigur der Wiener .„Trafikantin"; sehr fein und lebensnah Lina Woiwode als Mutter Seethaler; und auch Theodor Danegger als Kellner Fritz, Gustav Waldau als Diener Franz, Maria Andergast (Elisabech) und Alfred N e u g e b a u er, der Vor- mundschaftsrichter, seien nicht vergessen. — (Wienfilm der Tobis.) Hans Thyriot. Ostpreußische Späße. Freimann, ein Bauer am Pregel, mußte sich einen Backenzahn ziehen lassen. Der Dorfbarbier nahm es nicht so genau, ob er einem die Haare schnitt oder die Zähne zog. Freimann begab sich zu ihm. Der Barbier glitt mit der Zange aus, vorauf ihm Freimann eine schallende Backpfeife vev- setzte. Verdutzt rieb der Barbier sich die brennende Backe und starrte Freimann großäugig an. „So!" sagte der ruhig. ,Letzt bist du wieder an der Reihe." Der Goldschmied im Dorfe hatte über seiner Tür ein Glockenspiel angebracht, das die Stundenschläge mit Versen begleitete. Kam da ein Städter ins Dorf und härte es klingeln: „Großer Gott, wir loden dich!" „Ach, das ist wundervoll", äußerte er zu Freimann, der aus der Schmiede kam. „Spielt dieses Ding noch mehr solcher Weisen?" „Na, Männchen", antwortete Freimann. „Wenn Sie gegangen sind, dann singt es: „Nun danket all« Gottl" war, ist zunächst in die Abteilung Mittlerer Osten im Foreign Office versetzt worden. Nach dem Gouverneur von Malta und dem Generalgouverneur des Sudans ist mit dem Gouverneur von Aden der dritte hohe Beamte Englands im Nahen Osten von seinem Posten zurückgetreten. Das ist um so auffälliger zu einer Zeit, in der die Schlagader des britischen Weltreiches, der Suezkanal, auf das höchste bedroht ist. Daß England in diesem Augenblick höchster Anspannung aller Kräfte gezwungen ist, Umbesetzungen auf den verantwortungsvollen Posten in dem bisher von ihm beherrschten Nahen Orient vorzunehmen, ist neben dem nun schon zwei Wochen andauernden Besuch des Kriegsministers Eden in Aegypten ein weiteres Kennzeichen für seine täglich schwieriger werdende Lage im Mittelmeer. Das Ludengeseh in Frankreich Genf, 24. Okt. (Europapreß.) Der französische Außenminister Paul B a u d o i n erklärte amerikanischen Pressevertretern: „Wir haben die Tätigkeit einer Gemeinschaft begrenzen wollen, die i m m e t außerhalb der französischen Gemeinschaft geblieben ist. Unsere Meinung ist, daß nur Franzosen verantwortlich für die Führung der französischen Gemeinschaft sein sollen. Wir können deshalb nicht dulden, daß führende Stellen oder die.Sorge um die Geistesförderung Mitgliedern einer Gemeinschaft anvertraut werden, deren Traditionen, Ideen usw. niemals französisch waren und deren beträchtlicher internationaler Einfluß sich niemals im Sinne einer wirklich französischen Jnteressennahme gezeigt hat. Wir wollen auch nicht mehr, daß die Juden einen Staat im Staate bilden." Oie deutübe Volksgruppe in Rumänien. Italienischer WehrmachtberM Rom, 24. Ott. (DRV.) Der italienische Wehr- machlbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: In R o rda frika hat der Feind unsere vorgerückten Stellungen in der Zone von Maktila (25 km östlich von Sidi Varani), durch Panzerabteilungen und Artilleriefeuer. unterstützt, angegriffen. Glatt abgewiesen, zog er sich unter Zurücklassung einiger Toter zurück. Auf unserer Seite gab es einige Verwundete. Andere feindliche Abteilungen, die unsere Stellungen in der Zone von Alarn- el-Turnrno (südlich von Sidi Varani) angegriffen hatten, sind in die Flucht geschlagen worden. Wir haben einige Gefangene gemacht und Kriegsmaterial erbeutet. Die feindliche Luftwaffe hat ohne Erfolg einige Bomben auf das Gebiet von Sidi Va- rani abgeworfen. In O st a f r i k a hat unsere Luftwaffe militärische Anlagen auf der Insel Perim bombardiert, wobei ein starker Brand verursacht wurde, und hat im Tiefflug feindliche bewaffnete Abteilungen bei El Ducana mit INaschinengewehrfeuer beschossen. Die feindliche Luftwaffe bombardierte INas- s a u a, wo es sechs Verwundete gab, den Flugplatz von Vahar Dar (südöstlich des Tana-Sees), wo es zwei Tote und einen Verwundeten gab, Tessenei, wo es neun Leichtverwundete gab, Azozo (Gondar), wo es einen Toten und sechs Verwundete gab, und die Flugplätze von Alomala, Desfie und Decamere, wo leichter Schaden verursacht wurde. Weitere feindliche Einflüge auf Assab, Asmara, Eassala und Gura- blieben ohne Erfolg. Der Zerstörer „Rullo", der bei dem Gefecht im Roten Meer schwer beschädigt worden war, hat sich in der Rähe der Küste selbst versenkt. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels sprach am zehnten Jahrestag der Uebernahme des Gaues Danzig durch seinen Gauleiter und heutigen Reichsstatthalter Albert Forster zu der Bevölkerung Danzigs. Reichsminister Dr. Goebbels empfing den Chef der Abteilung für Wehrmachtspropaganda im italienischen Kriegsministerium, Oberst Pinelli, zu einer Unterredung über Fragen der Wehrmachtspropaganda. Reichsinnenminister Dr. Frick traf in Begleitung von Staatssekretär Dr. Stuckart zu einem in München. In diesen Tagen führt in der Hauptstadt der Bewegung der Volksbund für das Deutschtum >m Ausland feine 61. Haupttagung durch. Ihren Aust takt bildete eine interne Arbeitstagung der VDA.- Amtsträger unter Leitung des Stabsleiters des VDA Dr. Hillebrand. Zu ihr hatten sich alle Gauverbandsleiter und die Kreisverbandsleiter der Ostmark sowie der süddeutschen Gaue eingefunden. Den Gegenstand der Arbeitstagung bildete zunächst die Vorbereitung und organisatorische Durchführung der Schulsammlung des VDA. Dann gab Stabsleiter Dr. Hillebrand einen Ueberblick über die innere Wandlung in den Südostvolk-mruvpen. Er schilderte die Rückwirkungen des Kriegsgeschehens auf die Volksgruppen und umnß die neuen Aufgaben, die sich aus der veränderten Lage für den VDA. ernebcn. Die Volksgruppen müßten entsprechend dem Aufbau des Kernvolkes mit allen sozialen Einrichtungen, die ihm bisher fehlten, versehen werden, also z. B. Abendheimstätten, Kindergärten, Mütterberatungsstellen, Volksgesundheitsdienst, Landdienst, Hebammenausbildung, berufliche Weiterbildung, Schulen, Lehrerseminare usw Diese riesigen neuen Aufgaben würden mit der freiwilligen Hilfe des Binnendeutschtums durch den VDA. in Angriff genommen werden. Zugunsten der hochwertigen Tabak - Qualität ver« zichtet die ECKSTEIN Nr. 5 auf eine kostspielige Verpackung. Diese schätzenswerte Tatsache sichert Ihr täglich aufs Neue das bereitwillige Lob aller Freunde einer gepflegten Zigarette. kurzen Besuch in Warschau ein. Im Anschluß an die Warschauer Besprechungen wird Reichsminister Dr. Frick nach Lublin Weiterreisen. ♦ Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat die Errichtung eines Wirtschaftspolitischen Amtes der Deutschen Arbeitsfront verfügt. Zum Leiter dieses Amtes, das im Rahmen der DAF. u. a. zu den wirtschaftlichen Bedingungen der Sozial« Politik Stellung zu nehmen hat, ist Dr. Karl Ber« t r a m s bestellt worden. * Der Reichsführer ff trat aus Barcelona den Rückflug nach Deutschland an. Der oberste Polizeichef Graf Mayalde war aus Madrid gekommen, um sich von dem deutschen Gast zu verabschieden. * In Klausenburg wurde in Anwesenheit des Reichsverwesers Horthy die ungarische Franz- Joseph-Universität feierlich eröffnet. Der Senat der Universität verlieh dem Reichserziehungs- Minister Rust und dem italienischen Minister für Erziehung B o t t a i das Ehrendoktorat der Univer- sitat. In Istanbul sind auf einem türkischen Schiff 984 türkische Rückwanderer aus der Dobrudscha eingetroffen. Weitere 960 Do- brudscha-Türken warten noch in Konstanza auf das nächste türkische Schiff. * Der ehemalige belgische Ministerpräsident P i e r - l o t sowie der ehemalige Außenminister S p a a k sind jetzt in London eingetroffen. * Das Seegericht von Toulon hat den Exadmiral Muselier und die Kapitäne Cannebotin und V u i l l e m i n in Abwesenheit zur militärischen Degradierung und zum Tode verurteilt und den ReservemarineoMzier P a r a n t h o n zu 20 Jahren Zwangsarbeit wegen Gefährdung der Sicher« heit des Skates, Anstiftung zur Desertion und Ge- horsamsoerweigerung. Fünf Todesurteile gegen Rotspanier in Madrid. Rom, 24. Okt. (Europapreß.) Der Kriegsrat von Madrid hat fünf frühere rotspanische Führer zum Tode und einen weiteren zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Alle diese Derurte-ilten waren besonders für die Terrorakte verantwortlich die in Madrid währenddes Bürgerkrieges verübt worden find. Auch der Kriegsrat von Merida hat einen ehemaligen rot- syanrschen Führer, den Urheber von sechzig Morden, zum Tode verurteitt. Die Presse brachte in diesen Tagen den Bericht, daß grundsätzliche Maßnahmen vom Unterrichts- und Innenministerium zur D e r° Hütung von Erkältungskrankheiten' bei der Schuljugend durch Verabreichung von Vitamin-Bonbons getroffen worden sind. Der folgende Aufsatz von einem der ersten Fachleute auf diesem Gebiet unterrichtet über den neuesten Stand der Vitaminforschung sowie über die grundsätzliche Bedeutung der Vitamine als Nährund Heilstoffe. Früher galten die Di ta m i n e als lebenswichtige Bestandteile der Nahrung, die (da der Organismus sie nicht selbst zu bilden vermag) mit der Kost zugeführt werden müssen, damit schwere gesundheitliche Schädigungen vermieden werden. Heute sehen wir (mit Hans v. Euler) in ihnen Teilstücke von Reizstoffen der lebendigen Welt, die alle Vorgänge beherrschen, die für das Leben schlechthin charakteristisch sind, nämlich Form-, Kraft- und Stoffwechsel. Man hatte in der ersten Zeit der Vitaminforschung sich naturgemäß vornehmlich mit den Aufgaben beschäftigt, die diesen „Wirkstoffen" im menschlichen Organismus zukommen. Jetzt betrachten wie sie umfastend vom Gesichtspunkt der allgemeinen Biologie; wir haben die strikte Trennung der Vitamine von den Hormonen aufgegeben und beide zu den großen Gruppen der Wirkstoffe oder Ergvne zusarn- mengeschlossen. Diese neue Ansicht von den Vitaminen als Wirk- stoffen des Lebens, ohne deren Gegenwart es in der Zelle weder Aufbau noch Abbau gibt, ermöglicht es, uns in weitgehendem Maße Vorstellungen darüber zu machen, was geschieht, wenn diese unentbehrlichen Wirkstoffe eines Tages der Zelle entweder gar nicht mehr oder nur in ungenügendem Maße zur Verfügung stehen. Stellen wir uns vor, es würde schlagartig die Zufuhr sämtlicher Vitamine aufhören! Dann würde die Tätigkeit jeder einzelnen Zelle allmählich absinken und schließlich erlöschen. Beim Menschen sind diese extremen Verhältnisse so gut wie nie verwirk- „Vitamine" als Heil- und Nährmittel. Don profeflor Dr. Wnheim Stepp, Direktor der I. Medizinilchen Klinik der Universität München Oie Überlebenden des Flugzeugträgers „Glorims" hilflos ertrinken lassen. N e u y o r k, 25. Okt. (DNB. Funkspruch.) Wie die amerikanische Agentur Associated Preß aus London berichtet, wurden im britischen Parlament „bittere" Fragen wegen des Verlustes des Flugzeugträgers „G l o r i o u s" (22 500 Tonnen) gestellt, der am 8 Juni d. I. im Nordmeer von den weittragenden Geschützen deutscher Schlachtschiffe zum Sinken gebracht wurde. Es wurde gefragt, warum keine „angemessenen Maßnahmen" getroffen worden seien, um die vielen Hunderte von Ueberlebenden z u r e 11 e n , die noch 48 Stunden lang auf Flößen herumgetrieben seien. Zwei Labour-Abgeordnete forderten ein Kriegsgericht zur Untersuchung der skandalösen Vorgänge. Der Finanzsekretär der britischen Admiralität, W a r r c n b e r, mußte zugeben, daß britische Kriegsschiffe und Flugzeuge dicht an den Flößen v o r b e i g e k o m m e n seien, ohne sie zu beachten. Weitere britische Uebergriffe in Aegypten. Rom, 24. Ott. (Europapreß.) Die britischen Mi- litärbehörden haben die ägyptische Halbinsel Sinai sowie die Oasen Charga Dachla, Baharia und Sima ihrer Gerichtsbarkeit unterstellt. Die Presse von Kairo suche diesen drastischen Vorgang als einen reinen Verwaltungsakt hinzustellen. In Wahrheit jedoch entspricht diese Maßnahme einer erzwungenen Verfassungsänderung, da diese Bezirke bisher von einer Sondergrenz- behörde verwaltet wurden, die vom König persönlich ernannt worden war. Die ägyptischen Truppen haben den Befehl erhalten, sich innerhalb dieser Woche zurückzuziehen. — In der arabischen Welt, besonders in Saudisch-Arabien, werde diesen Vorgängen beträchtliche Bedeutung beigemessen. Man glaubt, daß die britischen motorisierten Truppen auch die ägyptischen Stellungen im Golf von Akaba, der vom Roten Meer aus bte Smav Halbinsel von Arabien scheidet, besetzen wurden. Oer Gouverneur von Aden zurückgetreten. Ankara, 24. DEL (Europapreß.) Oberstleutnant Bernard Reilly, der Gouverneur und Oberste Befehlshaber der britischen Kronkolonie Aden hat seinen Rücktritt eingereicht. Informierte Kreise bringen den Rücktritt des Gouverneurs mit den kürzlichen wiederholten italienischen Luftangriffen auf diesen wichtigen englischen Hasen am Eingang zum Roten Meer in Verbindung, wobei er eine „merkwürdig passive Haltung" eingenommen haben soll. Zu seinem Nachfolger ist der bisherige Resident des Protektorates Sansibar, Holl, ernannt wor den. Reilly, der erst seit 1937 Gouverneur von Aden voran gestellt. Auch die „Befreiung der Nationen'' war durchaus fein englisches Kriegsziel. Es handelte sich vielmehr nur darum, den russischen Koloß an den Küsten abzuschalen. So entstanden die baltischen Staaten. So wurde Polen zu einer „Großmacht" aufgebläht, die in der brutalsten Weise die vielen Millionen ihr überantworteter Ukrainer, Weißrussen und Deutlche terrorisierte. In Wahrheit hat England nur seine alte Politik des Abschälens der Kusten- und Randgebiete gegen Rußland, seinen Verbündeten im Weltkriege, betrieben, genau so, wie Eng- land seit Jahrhunderten die west, und südeuropäi- schen Gegenkusten abgeschält und europäische Zu- sammenhänge aufgelöst hat. Und nun kommen die Churchill, Halifax und Benin und verlangen von den Sowjets, daß sie das Experiment von 1914 wiederholen und sich für dasselbe England opfern sollen, das Rußland im Welt- krieg nicht nur verraten, sondern nachher auch nach allen Regeln der Kunst ausgefleddert hat. Heute hat sich England in der eigenen Schlinge gefangen. Es hat sich stark gemacht für die baltischen Staaten und für Polen. Von Polen spricht schon niemand mehr in England, und von Churchill selbst stammt die Bemerkung, daß England nicht nur für den Status quo kämpfe, sondern auch dafür, daß es selbst den Krieg überlebe. Aber die Russen sind zähe Unterhändler. Sie stellen immer wieder an England die Gretchenfrage, wie es die Regierung Seiner Britischen Majestät mit den baltischen Staaten halte. Die Engländer haben die Eingliederung Estlands, Lettlands und Litauens in das Sowjetreich nicht anerkannt. Sie haben die Guthaben dieser drei Staaten gesperrt und zahlen sie den Eigentümern nicht aus, weil diese unter russische Herrschaft gekommen seien. Ebenso haben sie die baltischen Schiffe beschlagnahmt, während der Kreml seinen Botschafter in Lon- don mit immer neuen Protestnoten zu Lord Halifax schickt. Die Sowjetrussen wissen genau, warum sie so hartnäckig sind: ihre Gewinne in den Jahren 1939/40 stehen und fallen mit dem deutschen Schicksal. Die Sowjetrussen wollen nicht selbst die Lage wieder schaffen, in der Winston S. Churchill die Jntenventionskriege zwischen Archangelsk, Baku und dem Ural geführt hat. Wenn Stalin und Churchill Zusammenkommen sollen, muß einer von ihnen über seine eigene Vergangenheit stolpern. Dr. Ho. licht. Meist ist es so, daß die Ditaminzufuhr ungenügend wird und der Vorrat im Körper schließlich zu einem Werte absinkt, der mit dem Leben nicht mehr verträglich ist; daß Störungen der Aufsaugung (bei Erkrankungen des Magen-Darmkanals) und vermehrter Verbrauch in der gleichen Richtung wirken können, fei nur nebenbei erwähnt. Aus dem Gesagten geht hervor, daß man die Vitamine als Heilstoffe überall da verwendet, wo man es mit Erkrankungen durch Vitaminmangel zu tun hat. Die Erfolge sind hier klar und eindeutig. Beriberi, Skorbut, Pellagra, Rachitis, um nur die wichtigsten Aoitaminosen (so heißt man die Vitaminmangelzustände) zu nennen, werden, wenn nicht schon irreparable Störungen vorliegen, durch Zufuhr des spezifischen Stoffes innerhalb kürzester Zeit geheilt. Nun hat die klinische Forschung der letzten Jahre überzeugend bargetan, daß bei unzureichender Vitaminzufuhr (wenn die aufgenommene Menge in der Nähe des Minimums liegt, das eben gerade noch das Auftreten schwerer Symptome verhindert) krankhafte Störungen entstehen können, bei denen allgemeine Leistungsschwäche und Widerstandslosigkeit gegen schädliche Einflüsse stärker ausgeprägt sind als ausgesprochene Schädigungen von Organfunktionen. Man hat durch Untersuchungen des Di- taminstoffwechsels den Nachweis liefern können, daß es sich hier um relative Mangelzu stände handelt, und den Beweis für die Richtigkeit dieser Auffassung daringesehen, daß nach Vitaminzufuhr diese Störungen verschwanden. Man nennt solche Störungen „Hypovitaminosen". Sicherlich spielen sie eine sehr viel größere Rolle, als man zunächst hat glauben wollen. Man begegnet ihnen besonders bei Menschen, bei denen infolge von gewissen krankhaften Veränderungen des Magen-Darmkanals die an und für sich nicht übermäßig große (mit der Nahrung aufgenommene) Ditaminmenge dem Körper nicht voll und ganz zugute kommt. Daß weiterhin überall da, wo die Ernährung infolge der örtlichen Umstände (Besonderheiten der Landschaft, des Klimas, Ernährungsgewohnheiten usw.) knapp an Bukarest, 24. Okt. (Europapreß.) Der Führer der deutschen Volksgruppe in Rumänien, Andreas Schmidt, hielt im Rahmen der deutschen Stunde des rumänischen Rundfunks von Hermannstadt aus eine Rede, in der er sagte: „Niemals besser als die im europäischen Raum vorgeschobenen deutschen Siedlungsgruppen bezeugen, daß die k o n t i n en« taleuropäische Raumeinheit, die sich als Grundlage der zukünftigen politischen Ordnung abzeichnet, nicht nur die Folge des großen deutschen Sieges, sondern auch der logische Abschluß einer jahrhundertelangen Entwicklung ist. Die Völker Mittel- und Osteuropas haben die Zusammenarbeit mit dem deutschen Volk stets gewahrt. Rumänien führt heute mit der Eingliederung in das System der Achse Berlin-—Rom das politische Vermächtnis seiner besten Köpfe durch, vor allem das Testament Codreanus. Mit Genugtuung kann ich das gute Einvernehmen feststellen, welches heute zwischen General A n - tonescu, dem Kommandanten der Legion, Sima, und der deutschen Volksgruppe besteht. Das neue Volksgruppenrecht ruht auf der formalen Erklärung, daß die deutsche Volksgruppe Rumäniens eine juristische Person öffentlichen Rechts ist. Nationaler Willensträger und Exekutivgewalt im Innern ist die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei der deutschen Volksgruppe in Rumänien. Unser Führer Adolf Hitler hat durch die Garantie, die er dem rumänischen Staat gegeben hat, und die Entsendung von deutschen Lehrtrupven dem praktischen Beweis dieser Garantie den Weg der Zusammenarbeit gewie- en". Der Volksgruppenführer schloß mit dem Aufruf: „Es lebe das legionäre Rumänien, es lebe das Großdeutsche Reich Adolf Hitlers." 61. Haupttagung des VOA. Vitaminen ist, die Verhältnisse zu gewissen Jahreszeiten (Spätwinter, Frühling) recht ungünstig werden können, liegt auf der Hand. Man wird also in diesen Fällen durch künstliche Zufuhr reiner Vitamine einen Ausgleich schaffen können für die zu knappen Mengen, die die Nahrung darbietet. Ist das zugeführte Vitamin in einem solche Falle Heil- oder Nährmittel? Die Frage aufwerfen, heißt ihre Problematik enthüllen. Sicherlich kann in den Fällen, in welchen längere Zeit hindurch die Vita- minzufuhr knapp gewesen ist, ein reichliches Angebot stimulierende Wirkungen auf den Körper ausüben mit dem Erfolg, daß die Leistungskraft sich rasch verbessert. In einem solchen Falle würde das Vitamin als Medikament die Wirkung eines Nährmittels haben, wobei gleichzeitig zum Ausdruck gebracht sein möge, daß man als Attribut eines solchen die allgemeine Hebung aller Funktionen einschließlich eines Körpergewichtsansatzes usw. betrachtet. Im übrigen sind Versuche mit der Darreichung von Vitaminen zur Behebung der knappen Zufuhr in der Kost während des Winters in ganz großem Umfange bereits unternommen worden, indem von der Reichsgesundheitsführung an gewisse Altersklassen der Schuljugend Vitamin C s y - stematisch verteilt wurde; ähnlich bei den Angehörigen der Wehrmacht. Obwohl naturgemäß an der Hand solcher Experimente ein überzeugender Beweis für die Wirksamkeit der Vitaminmcdikation dem Zweifler nicht geboten werden kann, kann jedoch der allgemeine Eindruck und Erfolg Anspruch auf eine gewisse Beachtung erheben, und dieser Eindruck ist unzweifelhaft ein günstiger gewesen. Im allgemeinen muß man vom Standpunkte der Ernährungswissenschaft die Forderung aussprechen, daß die Zufuhr reiner Vitamine sich beschränkt auf diejenigen Fälle, in denen ein „besonderer Mangel" nachgewiesen ist. Daneben ist gegen die Anwendung reiner Vitamine in besonderen Fällen, wie bei Verknappung der natürlichen Di- tamintrager, nicht nur nichts einzuwenden, sondern sie ist im Gegenteil zu empfehlen. Nie aber darf vergessen werden, daß diejenige Ernährung die beste ist, bei der die Naturprodukte in möglichst unverändertem Zu- st a n d e dem Organismus zugeführt werden. Dann ist nicht nur die Aufnahme der unbedingt erforderlichen Mengen, sondern auch die Darbietung in ihrem natürlichen harmonischen Gefüge gewährleistet. Aus aller Welt. Die Ersten in der Lrzeugungsschlachl. Gauleiter und Reichsstatthalter F o r st e r hat 100 000 RM. zur Verteilung an die Bauern des Reichsgaues Danzig-Westpreußen zur Verfügung gestellt, die ih der Erzeugungsschlacht des vergangenen Jahres an der Spitze gestanden haben. 95 Bauern und Landwirte, Besitzer eigener Höfe und Betriebslandwirte, die als Treuhänder polnische Höfe wieder emporgearbeitet haben, wurden am Lrntedanktag vom Gauleiter als die Besten der Erzeugungsfchlacht ausgezeichnet. Besonders die Ortsbauernschaft Frieding im Kreise Bromberg hat schon seit Jahren das Beispiel vorbildlicher Dorfgemeinschaft gegeben. Volksschädling zum Tode verurteilt Vom Sondergericht Köln wurde der 20jährige Walter Schulz aus Bad Kreuznach wegen zweier besonders schwerer Einbruchsdiebstähle zweimal zum Tode, und wegen 14 weiterer teils vollendeter, teils versuchter Einbruchsdiebstähle zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Verbrecher suchte Landhäuser und Wochenendunterkünfte heim. Wegen schwerer Diebstähle ist er bereits zweimal bestraft worden. Nach dem psychiatrischen Gutachten ist der Angeklagte ein arbeitsscheuer und haltloser Atensch mit durchschnittlicher Intelligenz, bei dem mit einer Besserung nicht zu rechnen ist Seine Untaten lassen auf Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit schließen. Aus dem Gefängnis entlassen, meldete er sich nicht bei der chn zugewiesenen Stelle, sondern begann von neuem eine Einbruchserie. Zwei Millionen Lire in der Lotterie gewonnen. Den ersten Preis von zwei SUH tonen Lire der Lotterie von Meran hat nach einer Meldung aus Montecatini Terme ein 20 Jahre altes Mädchen aus Turno, namens Anna Cinella, gewonnen. Das Los ist dem Mädchen von einem Fremden g e - schenkt worden, der es in einem Hotel von Montecatini gekauft hatte. Die Tätigkeit des Vesuvs. Wie der Direktor der Vesuvwarte, Prof. Jmbo, erklärte, ist von dem gegenwärtigen verstärkten Ve- suvausbruch nichts zu befürchten. Da der verhältnismäßig kleine glühende Lavastrom langsam ausfließt, würde es Monate dauern, bis die große natürliche Ablagerungsmulde zwischen dem Monte Sommo und dem Vesuv ausgefüllt wird. Die Lava fließt in eine Mulde, die Atrio del Eavallo heißt Der feurige Ausbruch ist zudem im Abnehmen begriffen und der Lavastrom kann daher bald wieder zum Stillstand kommen. Die übrigen Begleiterscheinungen der großen Ausbrüche, wie lokale Erdbeben, Erschütterungen und unterirdisches Donnerrollen fehlen. Bis jetzt hat der Lavastrom nur die in Bau befindliche neue Fahrstraße vom Observatorium nach dem Kraterrand unterbrochen. Lin sellenes Familienfest. In Wiesbaden feierten die Diamantene Hochzeit die Eheleute Anton Schwarz und Frau Katharina, geb. Hüfner. Der Ehemann stammt aus einem Taunusdorf, die Ehefrau aus Kassel. Das Ehepaar hatte elf Kinder, von denen vier, darunter drei während einer Diphtherieepidemie, innerhalb sechs Wochen gestorben sind. Sämtliche Söhne nahmen am Weltkrieg teil, heute sind es die Enkel, die den feldgrauen Rock tragen. , Sieben Kinder, zehn Enkel und zwei Urenkel nahmen am Ehrentage des Jubelpaares teil. Die 25 größten Slädle in USA. Die Zählung dieses Sommers läßt erkennen, daß die Liste der größten Städte in den USA. aus dem Jahre 1930 nur geringfügig abgeänüert ist. H o u - ft o n und Denver erscheinen erstmalig unter den 25 ersten, und zwar an 21. und 25. Stelle. Dafür sind Jersey City und Portland, Oregon, hinausgedrängt worden. Im Einklang mit Voraussagen, daß ländliche Gebiete, vor allem Vororte, wachsen würden, dagegen dichtbesiedelte Stadtkerne einen Rückgang haben, verloren acht unter den 25 ersten, nämlich Philadelphia, Cleveland, St. Louis, Boston, Pittsburg, San Franzisco, Newark und Rochester. Neuyork ist immer noch die größte Stadt und hat mit seinen 7 380 259 Einwohnern mehr als die nächsten drei Millionenstädte C h i - kago (3,4 Mill.), Philadelphia (1,9) und Detroit (1,6) zusammen. Doch ist Neuyork verhältnismäßig langsam gewachsen. Die Geburtenrate ist seit 1930 die geringste je gemeldete, selbst ziffernmäßig muß man mit dem Zuwachs von nur 400 000 in zehn Jahren bis zur Periode von 1860 zurückgehen, um einen gleich bescheidenen Zuwachs zu entdecken. In den 20er Jahren stieg die Bevölkerungsziffer um die gewaltige Quote von 1,3 StiUio» nen. Neben diesem geringeren Wachstum beobachtet man jedoch auch in Neuyork einen Zug ins Grüne. Selbst vornehme Stadthäuser an der Fisch Avenue stehen reihenweise leer, weil sie altmodisch, zu teuer zu bewirtschaften, vor allem zu hoch in der Steuer sind. Dagegen sind die furchtbaren Elendsviertel an der Bowery oder in Hartem nach wie vor übervölkert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Vachbar. Auf Grund der mit dem Nachbar getroffenen Vereinbarung haben Sie das Recht, die Anbringung einer Dachkandel zu verlangen, vorausgesetzt, daß die Vereinbarung in der Folgezeit nicht wieder aufgehoben worden ist. Falls der Nachbar sich weigert, der Vereinbarung nachzukommen, bleibt Ihnen nichts anderes übrig als zu klagen. Selbst wenn eine Vereinbarung nicht getroffen worden wäre, hätten Sie gemäß § 1004 BGB., da die Gefahr besteht, daß Ihr Grundstück auch in Zukunft durch das vom Nachbargrundstuck eindringende Wasser roeUer beeinträchtigt wird, einen Anspruch auf Unterlassung gegen den Nachbar, den Sie ebenfalls im Klagewege geltend machen könnten. HaupnchrlsUeirer: Dr. ^tiehri» Wildelm Lange. Slellveraeler des Hauptzchrl-tieilers- Ernst Blumschein. Verantwortlich für Poitti, und Bilder- Dr. iVr. 23. Lange. für das Feni.leton: Dr. Hans Thyriot; sür Stadi Gießen. Provim, Wir^chmi u. Sport: Ern» Bmmjche n. x Druck tmö Berlag Brüh'.iche Univerutalsdruckere^ R. Lange Xi. ®. Verlaasieiter: Dr.°Ing. Erich Hamann An^eigenie-ter- Hans Beck. Ppr-mhtinrtr-tf) fir b Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Ehrenmitgliedes Heinrich Noll Mit ihm ist einer der Großen unseres Vereins von uns gegangen. Was er in den vielen Jahren seiner Mitgliedschaft für das deutsche Schützenwesen und damit für unser Volk und Vaterland geleistet hat, können nur die ermessen, welche mit ihm gearbeitet haben. Heinrich NoU ist in die Reihen unserer Unvergeßlichen eingegangen. Schützenverein Gießen e.V. iy>am mJzl My/ -Beeren „Immer jünger" machen froh und frischt Sie enthalt aUe wirksamen Bestandteile des reinen unverfälschten Knoblauchs in leicht löslicher, gut verdaulicher Form. endgegem hohen Blutdruck, Magen-, Darm- störungen, Alterserscheinungen, Stoffwechselbeschwerden. Geschmack- und geruchfrei Monatspackung 1.— Achten Sie auf die grün-weiße Packung! Drog. Winterhofr, Kreuzplatz 10; Drog. C. Seibel, Frankf. Str. 39; Drog. E. 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Donnerstag, den 31. Oktober 1940, abends 7*/2Uhr, Neue Anla der Universität Literarische Feierstunde BRUNO BREHM liest aus eigenen Werken Die mitglkder ths Goethe-Bundes und der Kulturellen Vereint ung haben auf Mitgliedsausweis, Kontrollabschnitt Nr. 2 bis zu 3 Plätzen freien Eintritt. Ebenso haben Blitglrder dss Vo tragsrinties der KdF. gegen Vorlegen des Mitgliedsausweises freien Eintritt. Die Mi gheder der Gese ischatt für Erd- und Völkerkunde erhalten gegen Kontrollabschnitt Nr. 2 Karten zum ermäßigten Preis von 50 Pf. MitgUeäer der MS-Frauen- schaff, des Laadschaftsbundes Volkstum und Heimat erhalten Eintrittskarten zum ermäßigten Preis von 70 Pf. Nichtmitgiieder zu RM. 1,25 bei Challier, Neuenweg, Kartenverkaufsstelle der KdF., Seltersweg 60, upd Abendkasse. A~p hörige d-VcranstaliungsrinyesderiSJ. erh. erm. Eintrittskarten zu 30 Pf., Studenten, Militär und die übrigen KJ.- und BD..i.-Angehörlgen zu 40 Pf. Voranzeige: 12. November Lichtbildervortrag Hielscher. 194041 Vor führet: Was den deutschen Soldaten an der front stark macht. Ist das vewufttseln und das wissen, daß hinter Ihm in eiserner öe schlossenheit und fanatischem Willen ein ____________ganzes Volk steht!_____________ Meine Privat-Untersuchungen in der Orthopädischen Klinik das erlösende Fußbad! Durch Überanstrengung geschwollene und schmerzende Füße finden schnell Belebung in einem Saltrat-Fußbad. Denken Sie immer an diese tausendfach bewährte Wirkung — fragen Sie in ein paar Tagen noch einmal nach, wenn Sie Saltrat nicht gleich erhalten. Ihre Füße werben es Ihnen danken - es gibt Saltrat nach wie vor! Ab l.Jioo. 1940 fällt die poliklinische Sprechstunde Mittwochs ganz aus. Die Privat-Untersuchungen des Herrn Prof. Dr. Storck finden nicht mehr an Vormittagen statt. Die Sprechstunden liegen: Montags, Mittwochs und Donnerstags nachmittags von 16 bis 18 Ähr. Orthopädische Sflntt der Ludwigi-ilnwcrsM Ließen. finden ab 1.11.1940 nicht mehr an Vormittagen statt. Die Sprechstunden liegen: Montags, Mittwochs und Donnerstags nachmittags von 16 bis 18 Uhr Prof. Dr. Storck Itiecteitaiig™ Wiederbeginn Ser Proben Montag, den 28. Oktober 20 Uhr im Hörfaal Nr. 13 der Universitätl Eingang Goethestratze, links). Programm: Händel: „Ter Feldherr". Beitritt sangesfreudiger Volksgenossen erwünscht! Anmeldung beim Leiter Professor Temesväry, Fernruf 3690. 47370 Trotkenslikurse beginnen ernt Samstag, dem 26.10. 40, in der Reithalle am Brandplatz pünktlich 20 Uhr. Kostenlos für Mitglieder und Nichtmitglieder 4786d Gkiklub Gießen e. 5. SAMllMWNli.lielev nach der Naturschutzverordnung oom 18. Mär < 1936 (RG ül. I Seile 181, und den ergänzenden Bestimmungen, aus, führlich erläutert von Professor Dr. W Weber, o. ö. Prof, der Nechte und Refereni im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und Prof. Dr. Walther Schoenichen. Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Hugo öernM er benag, Veriln-Mlers. Vermietungen Für sofort oder später schöne S-Zimmerwohnung mit Zubehör, in ruhiger Lage an Dauermieter zu vergeben. Zuschriften unter 03596 a.d.G.A. Keine Ursprungs* seugnisse, ondern nur Zeugnis abjchriften vem Be werbungsi cd reiben beilegen I — Lichtbildei midBewerbungsunrer agen wüsten zur Ber metvung von Verlusten aus ber Nück'eire Namen und Anschrift de« Bewerber« rraaen l Mädchen oder Frau zuverlässig und sauber 4 mal 2 Stund, wöchentlich gesucht. CrmmeliuS, Gutenberg- straße 12 I. <788d Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Geburtsanzeigen Uouens- sleliLng. Für guchepfleg- tenHaushaltwird | für älteres Ehepaar eine durchaus zuverlässige, Stau (oö.»in) mit Familienanschluß gesucht. 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Preise von RM. 0.60 bis 3.10. 47 ‘3 D WWWW §reitag,25 GktoberMO Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Hr.255 Zweiter Blatt Das Ehrenbuch für die kinderreiche Familie Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe gibt SCHAUMPON «91D zulassen. D. (Nachdruck verboten.) 10. Fortsetzung. OvObl M lischt us. Igen zeige» eil#1 m be- ins- und )f. Dr. i statt. Hts ytn der Bedeutung fein. Denn fein Besitz gibt die Gewähr, daß die Förderung einer Familie zuteil wird, die sie nach ihrem biologischem Wert und chrer Stellung in und zu der Volksgemeinschaft auch verdient. Selbstverständlich hat das deutsche Volk keinen Grund, Menschen zu fördern, die Bindungen kennen, denen sie den Vorrang vor der deutschen Volksgemeinschaft zugestehen. Auch asoziale Großfamilien scheiden natürlich als Mitglieder für den RDF. und damit als Besitzer des Ehrenbuches aus. Inhaber des Ehrenbuchs werden in Zukunft überall als „Ehrenbürger des Staates" anerkannt und berücksichtigt werden. Das stolze Bewußtsein ihrer Bedeutung und ihres Wertes für unser Volk wird diese kinderreichen Famüien nicht zu hohlem Dünkel und zu uferlosen Ansprüchen an die Gemeinschaft verleiten. Es wird ihnen im Gegenteil einhämmern, daß sie besondere Verpflichtungen gegen ihr Volk zu übernehmen haben, gegen dieses Volk, das sich dereinst aus ihren Enkeln zusammensetzt. Möge bald die Zeit kommen, da jedes gesunde deutsche Elternpaar auch Besitzer des Ehrenbuchs ist, dann wird das Werk des Führers, das Dritte Reich der Deutschen, als Heimat eines edlen, freien und glücklichen Volkes für die Ewigkeit gegründet sein! Am kommenden Sonntag, 27. Oktober, 15.30 Uhr, indet in der Aula der Ludwigsuniversität zu Gieren die feierliche Erstverlechung des „Ehrenbuchs ür die deutsche kinderreiche Familie" an etwa 50 Familien aus dem Kreise Wetterau durch den Kreisleiter Pg. Backhaus statt. Die Feier ist öffentlich, und alle Volksgenossen sind dazu yerzlich einge- laden. Das Ehrenbuch wird für den künftigen Aufbau und den Bestand unseres Volkes eine hervorragende Bedeutung erhalten. Die Familien, welche das Ehrenbuch erhalten, werden einer viel eingehenderen Ueberprüfung unterzogen, als dies bei der Verleihung des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter geschieht' Die Inhaber des Ehrenbuchs sollen eine biologische Auslese darstellen, und dies Buch wird nur solchen kinderreichen Familien verliehen, die Träger wertvollen Erbgutes sind. Sein Besitz setzt die Mitgliedschaft beim Reichsbund Deutsche Familie voraus, der vom Führer zum Sammelbecken der deutschbewußten, erbtüchtigen und kinderfrohen Familien bestimmt wurde. Bei allen Förderungsmaßnahmen des Reichs und der verschiedenen staatlichen und gemeindlichen Stellen wird in Zukunft der Besitz des Ehrenbuchs für die kinderreichen Familien von ausschlaggeben- st'ch, d°r nds- lvie „So naß wie wir sind, Anni, können wir nicht im' Wagen schlafen. Wir müssen sehen,„ daß wir ein Haus finden, wo wir übernachten." „3n dieser Finsternis, Peter, und in diesem Land, wo man höchstens alle zwanzig Kilometer auf ein Lebewesen stößt?" „Hilft nichts, Nuschka. Wir schließen den Wagen ab und tippeln los." Sie stolperten über Wurzeln und Geröll und fanden allmählich die Straße. Die Landschaft erttank in Regen und Schwärze. Plötzlich schrie Peter auf: „Sie doch dort drüben ein Licht — jetzt ist es weg — nein, es flammt wieder auf — du, da muß ein Haus fein!" ,Za, ich sehe es auch, aber es liegt abseits von der Landstraße in den Wiesen. Anni klammerte sich an Peter, ,der Boden ist so weich und matschig', am Ende war es ein Irrlicht und wir geraten ins Moor." „ . „Mädchen, Mädchen, deine Phantasie und einen Sack voll Geld, da würde ich die Welt erobern." „Wir wollen lieber sehen, daß wir ein Nachtquartier finden." Anni war am Weinen. Das Licht wurde deutlicher. „Ich prophezeie dir ein prächtiges Federbett in einem Bauernhaus", sagte Peter. „Weiß du, so eins, wo man mit der Leiter hinaufsteigen muß." Anni lachte. Sie kämpften sich durch den zähen, aufgeweichten Boden, bis sie endlich vor einem Hau« standen. Zu ihrer Ueberraschung fanden sie die Tür offen. Sie traten ein; warmes Herdfeuer brannte in der rußigen Küche. An der Decke hingen ge- trotfnete Kräuter. „Du, ich glaube, wir sind bei einer Kräuterhexe eingebrochen , sagte Peter und rieb sich wohlig die Hände. „Auf alle Fälle haben wir ein Dach über dem Kopf." „Peter, findest du es nicht seltsam, daß die Tur offen ist? Mitten in der Nacht?" „Besser, als wenn sie verschlossen gewesen wäre." Peter untersuchte den Raum, ging ins Treppenhaus, stieg die knarrende Holztreppe empor, öffnete eine Tür, durchleuchtete mit der Taschenlampe einen Schlafraum, in dem ein Bett stand, das beinah seiner Phantasiebeschreibung entsprach. (Fortsetzung folgt) mit in einer tragenden Rolle vorstellt. Bühnenbild: Karl Löffler. 6. Freitag-Miete. Ortszeit für den 26. Oktober. Sonnenaufgang 8.10 Uhr, Sonnenuntergang 18.07 Uhr. — Mondaufgang 1.02 Uhr, Monduntergang 15.49 Uhr. Aufnahme der Straßenbenutzer in Lustschuhräumen. ge. > die aus- nicht hbar «leibt reibst «rben Ge- kunft lende rtud) rben- ei der ■ und hriot; M. Sie». 9b .6. fannt: Zur Aufnahme der Straßenbenutzer, besondere der Fahrgäste von Straßenbahnen Omnibussen, bei Fliegeralarm dienen in erster Linie die durch Hinweisschilder gekennzeichneten öffentlichen Luftschutzräume. Wo öffentliche Luftschutzräume nicht eingerichtet sind, ist es selbstverständlich Pflicht, bei Fliegeralarm schutzsuchende Wegebenutzer in dem eigenen Luftschutzraum aufzunehmen, soweit die verfügbaren Plätze dies nur irgend und verrate Sif° nur 1860 uchs Ute Ao, iQdj-. ins ltags ir. w Pulver* n ilrot' M.1-50 M. 0.75 'kommt Wachsen unä chzeitig be.Al50 ie beim ,chs ie es! 4784Ä n ende Hab. Wir« nmal Me ;Wr! Aus der Stadt Gießen. Ernte vom Rosenstrauch. 23on M. A v. Lütgendorff. Auf ungezählten Tausenden von Wildrosensträuchern leuchten jetzt die hochroten Hagebutten und laden zum Pflücken ein. Nur muß man beim Abnehmen schon wissen, wofür man sie verwendet, denn gerade bei den Hagebutten kommt es auf eine zeitrichtige Ernte unbedingt an. Will man sie zu Mus verkochen, so kann man ruhig die ersten Nachtfröste abwarten, weil durch die Kätteeinwirkung das Fruchtfleich weicher und der Geschmack aroma- ttscher wird. Sollen die Hagebutten aber als ganze Frucht gekocht ober entfernt getrocknet werden, darf es zu dieser Hochreife nicht kommen, denn zu diesem Zweck muß das Fleisch noch fest sein, auch die Kerne oder Nüßchen lassen sich aus der festfleischigen Frucht leichter entfernen. Verarbeiten soll man die Hagebutten immer möglichst bald nach dem , Pflücken. Hagebutten lassen sich von jedem wildwachsenden Rosenstrauch ernten, ja die Früchte der Wildrosen schmecken sogar besser als die der Edelrosen, doch gibt es auch besondere gut tragende Fruchttosen- sträucher, die sich leicht im Garten ziehen lassen, wie zum Beispiel die Apfelrose. (Rosa pomifera) mit ihrer großen, kugeligen und zartfleischigen Hagebutten und die aus Japan eingeführte Rösa rugosa, die noch größere Früchte liefert, alle schön in der Farbe und vortrefflich im Geschmack. Die Hagebutte zeichnet sich durch eine Eigenschaft aus, die sie fast unter allen anderen Edel- und Wildobstarten hervorhebt, denn kaum eine andere Frucht enthält so viel Vitamin C als die kleine rote Wildrosenfrucht. Nun muß aber Vitamin C in der täglichen Nahrung des Menschen, wenn auch nur in den winzigsten Spuren — ungefähr 50 Tausendstel Gramm — enthalten sein, weil es mithilft, die schädliche Wirkung der in den Körper eindringenden Krankheitserreger — namentlich die von bestimmten Ansteckungskrankheiten — zu vermindern und die Vermehrung dieser Keime zu unterbinden, weil es außerdem der Zahnfäule vor- 3000Kilometer SteBe Roman von Olly Boeheim Lornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 19 bis nach 21 Uhr „vr. meck. Hiob Prätorius". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Leben lang". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kleider machen Leute". Zladtthealer Gießen. Am heutigen Freitag wird „Dr. med. Hiob Prätorius", Facharzt für Chirurgie und Frauenleiden", eine Geschichte ohne Politik in 6 Bildern von Curt Goetz zum ersten Male aufgeführt. „Dr. Prätorius" gehört zu den erfolgreichsten Komödien des bekannten Schauspieler-Autors Curt Goetz, dessen „Towarisch", dessen „Napoleon ist an allem schuld" (Film) und dessen „Tote Tante" neben vielen an- deren seiner Werke zum bleibenden Bestand der sattrischen Komödie an unseren Bühnen und un Film geworden sind. Die Spielleitung hat Hans Geißler. Die Titelrolle spielt der neuoerpflichtete 1 Held und Bonvivant Joachim Ernst, der sich da- raschelte es; kleines Raubzeug knisterte im Gebüsch. Wenn Anni sich mit ihren Gedanken an den Geliebten verlieren wollte, riß sie immer wieder ein neuer Schreck hoch. Nachdem Peter die pompöse Beleuchtung gelöscht hatte, mar es im Zett stockfinster. Die Nacht war sternenlos. Anita richtete sich auf. Peter schlief. Sie fühlte sich doppelt allein. Mit zusammengezogenen Knien hockte sie in ihrem Schlafsack und lauschte. Waren das nicht Schritte? Sie fröstelte. Sie hatte sich wohl getäuscht. Wieder schrillte ein Tierruf durch den Wald, und neben dem Zelt knisterte und raschelte es. Anni zog die Decke über den Kopf und rückte eng an Peter heran. „Nuschka, geliebte kleine Schwester", flüsterte Peter im Halbschlaf und legte den Arm um ihre Schulter. In einem warmen Gefühl von Geborgenheit schlief das Mädchen endlich ein. Peter Renz träumte, er wäre gefangen, und von der Decke seines Kerkers tropfe Wasier auf feine Stirn. Er versuchte, seine Fesseln zu sprengen, wälzte sich in seinem Schlafsack zur Seite und erwachte. Die Nacht war noch immer von undurch- ficf)tiger Schwärze; durch die Dunkelheit rauschte der Regen und sickerte in langsamen schweren Tropfen durch das Zelt. Anni schlief den eisernen Schlaf der Jugend. Ratlos stierte Peter auf das undichte Zelt. Kein Zweifel, es tropfte immer heftiger. „Schöne Pleite", seufzte er und kroch leise heraus. Allmählich wurde es ein wahrer Wolkenbruch. Peter flüchtete unter feine Decke und dachte nach. Die Uhr zeigte zwölf Uhr nachts. Inzwischen war auch Anni erwacht. „Wir müssen in den nächsten Ort fahren und im Hotel schlafen", tröstete Peter, „das Zett von Onkel Franz scheint ebenso alt zu sein wie er selbst. Komm, Nuschka, einpacken, los!" Aber Onkel Franz war nicht aus seinem Schlaf zu rütteln. Peter startete, kurbelte an, versuchte es mit freundlichen Worten und mit Drohungen — Onkel Franz rührte sich nicht. Anni saß schlotternd vor Kälte im Wagen und sah zu, wie Peter sich um den Wagen bemühte und mit der Taschenlampe im Regen herumfuchtelte, als beschwöre er einen heidnischen Gott, aus seiner Starre zu erwachen. Endlich versuchten sie es mit Anschieben, was doppelt schwierig mar, meil sie in einer Waldschneise geparkt hatten. Schließlich gaben sie es auf. latz.10 3153- 7. Kapitel. „So habe ich mir immer mein Brautgemach vor- qestellt", sagte Peter Renz und hängte ein buntes Lampion an die Zeltdecke. Anita kuschette sich in den Schlafsack, klopfte das Kissen zurecht und meinte: „Ich finde es 'wundervoll, Peter. Hörst du die Bäume rauschen? Mein Gott, ist das einsam hier. Man könnte beinah Angst^bekommen!" Du hast einen Beschützer, der sein Leben für dich in die Schanze schlägt", rief Peter theatralisch und roarf sich in die Brust. „Horch mal!" „Was denn?" „Ein Käuzchen oder eine Eule?" „Schöner Schlafgesang, Nuschka, rnie? Besser als das Knirschen der Straßenbahn in Berlin. Er schloß die Zeltwand und kroch ebenfalls in seinen Schlafsack. Er seufzte. „Hast du Kummer, Peter?' „Immer den gleichen —" „Kann ich dir helfen?" „Gerniß —" „Wodurch?" „Dadurch, daß du dich endlich mal m mich verliebst, Nuschka!" „Zu spät, Peter!" Hat's rnirklich eingeschlagen mit dem Seeosfi- zier?" „Hundertprozentig! . . e . ,£) rneh! Hoffentlich ist er treulos, und du kehrst reuig in meine stets geöffneten Arme zurück." * Er ist nicht treulos. Mach mich nicht traurig. 'Abmarten, Nuschka. Gute Nacht!" ''Gute Nacht, Peter." „Liegst du auch gut? Soll ich dir noch eine Decke neben?" Nein, aber du sollst endlich den Mund halten! ''Damit du ungestört an ihn denken kannst!" „Erraten! Gute Nacht." Wenn die beiden Städter dachten, die Nacht in der Waldeinsamkeit sei ruhig, so hatten sie sich aründlich geirrt. Der Wald erwachte zu unheimlichem Leben; in der Ferne bellte ein Rehbock seinen rauhen Liebesruf. Eine Eule schnarchte vom Tan- nenmipfel herab; ein Uhu tutete feinen dumpfen Nachtgesang durch die Dunkelheit. Manchmal ftreifte I ein schwerer Flügelschlag das Zelt. Im Laub Berufsaufklärung und Werbung für den Landdienst der HZ. In diesem Winter findet in den Einheiten des Deutschen Jungvolks eine Berufsaufklärung statt. In diesen Heimnachmittagen werden Parteigenossen des Reichsnährstandes, der Gruppe Holz, der Gruppe Bau und der Gruppe Einzelhandel zu den Jg. sprechen. Die beiden Kreisschulämter haben an diesen Tagen „schulfrei" angeordnet. Hierzu treten an: am Samstag, 26. Oktober um 15.30 Uhr: in Gießen, die Angehörigen der Fähnlein 1, 2, 3, 4, 5, 7, 19 und die Spielschar, sowie der gesamte Fanfarenzug mit Instrumenten vor Der Aula Der Universität in Gießen, Goethestraße. Bei dieser Veranstaltung können die Ettern teilnehmen; in Lich, vor der Volksschule, die Angehörigen des Fähnlein 13; in Butzbach, vor der Volksschule, die Angehörigen des Fähnlein 26; in Bad-Nauheim, vor. der Volksschule, Die Angehörigen des Fähnlein 31; in Friedberg, vor der Augustinerschule, Die Angehörigen der Fähnlein 33 und 34. Für die Angehörigen der folgenden Fähnlein sm* det dieser Heimnachmittag aus organisatorischen Gründen am Samstag, 2. 11., u m 15.3 0 U h r statt, und zwar Fähnlein 6, 9, 23, ,32 und 37. Die Angehörigen der Fähnlein 8, 10, 11, 12, 14, 15, 16, 17, 18, 21, 22, 24, 27, 28, 29, 30, 35, 36, 38, 39, 41, 42, 43 und 44 treten am Samstag, 26. 10., vor ihrer Schule an. Die Führer dieser (Einheiten setzen sich sofort mit dem Drtsbauenv sichrer in Verbindung, der von der Kreisbauern- schäft Anweisung erhalten hat, einen Vortrag zu halten. Säuglingspflege-Kursus. Gfs. In der Kinderklinik findet demnächst ein Kurs zur Erlernung der Säuglingspflege statt. Der vom Mütterdienst im Deutschen Frauenwerk veranstaltet wird. Kein junges Mädchen, keine junge Mutter sollte versäumen, an diesem Kurs teilzuneh- men. Lernt sie doch auf diese Weise, das kostbarste Gut, das uns in die Hand gegeben wird, richtig zu pflegen und zu betreuen. Die Anmeldungen werden in der Frankfurter Straße 1, Kreisgefchästsstelle der NS.-Frauenschaft, entgegengenommen. Gießener Kundgebung zur Woche des deutschen Buches 1940 Im Rahmen des Gießener Vortragsringes wer. den der Goeche-Bund, die Kulturelle Vereinigung Gießen und die Volksbildungsstätte Gießen zusammen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen 'und der Arbeitsgemeinschaft des Gießener Buchhandels am Donnerstag, 31. Oktober, 19.30 Uhr, in der Neuen Aula eine Kundgebung aus Anlaß der Woche des deutschen Buches 1940 veranstalten. Zu Beginn der Feierstunde wird der Oberbürgermeister der Stadt Gießen sprechen. Dann wird der ostmärkische Dichter Bruno Brehm, Der zu Den bedeutendsten Vertretern unseres zeitgenössischen Schrifttums gehört, aus eigenen Werken lesen. Der Dichter und der Historiker in ihm bestimmen In- halt und Gestaltung seiner Bücher gleichermaßen. Nicht der einzelne erfährt in der großen Kneys- trilogie, die Den stärksten Werken vom Weltkrieg zugerechnet werden muß, seine Darstellung. Bruno Brehm wurde 1939 mit dem Nationalen Buchpreis ausgezeichnet. Hausfrauen, übt Kaufdisziplin! Es gibt leider noch allzu viele Frauen, Denen es kurz vor Ladenschluß einfällt, daß sie noch etwas beim Kaufmann, beim Metzger oder Backer zu besorgen haben. „Mein Gott, jetzt habe ich kern Salz mehr!" Also schnell zum Kaufmann! Dort aber ein schöner Beruf. schästigen. Dann ging auch mein Wunsch in Erfüllung, einmal die Arbeit in einem Kinderheim kennenzulernen. Ich wurde in einem Erholungsheim als Helferin eingesetzt. Diese Zeit habe ich eifrig dazu benutzt, noch weitere Erfahrungen auf erzieherischem Gebiet zu sammeln. Wie glücklich war ich abends, wenn ich meiner Kinderschar gute Nacht sagte und wußte, daß ich ihnen wieder einen schönen Tag gegeben hatte. Ich lernte auch die Arbeit in den Kindergärten kennen, machte mich m der Abteilung „Jugendhilfe" mit der Betreuung gefährdeter und verwahrloster Jugendlicher vertraut. Ich führte Schutzaufsicht durch und besuchte zahlreiche Pflegestellen, nahm Fühlung mit den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. So ging mein praktisches Jahr seinem Ende zu. Es hatte mich eingeführt in die vielseitige Arbeit der Volkspflegerin. Eine zweijährige Lehrzeit in der Frauenschule schloß sich an, und nach bestandener Prüfung hatten auch alle meine Klassenkameradinnen schon ihren festen Platz, auf dem sie nun wirken würden, die einen bei der NSV., die anderen bei staatlichen Aemtern oder beim Mütterdienst. Eine Kameradin ging in die Führerinnenlaufbahn des RAD., eine andere hatte Der BDM. für seine hauptamtliche Arbeit bestimmt. Heute stehen alle diese Mädel in einer verantwortlichen Stellung und erfüllen ihre Arbeit, nicht aus Mitleid mit den schwächeren Menschen, sondern einzig und allein aus der Pflicht heraus, unserem Volke mit der eigenen größtmöglichen Arbeitskraft zu dienen. Dolkspflegerin - Dolkspflegerin — das ist ein Beruf, der . heute mehr denn je Interesse findet, weil er eben ein ausgesprochener Frauenberuf ift Eine junge Dolkspflegerin berichtet uns hier von chrer vielseitigen praktischen und theoretischen Ausbildung. Allen Mädeln, die nun wieder vor der Berufswahl stehen, möchte ich hier einmal von Der Vielseitigkeit und Schönheit dieses Berufes, der Den ganzen Menschen fordert, aber auch unendlich viel Schönes schenkt, erzählen. Schon als Schulmädel hatte ich das Bedürfnis, Menschen, die irgendwie in einer Notlage waren, zu helfen. Und ich ließ mir Dann viel von Diesem Beruf erzählen, Der das Ziel hat, Menschen, die Gefahr laufen, in ihrem Leben in körperliche und seelische Not zu geraten, davor zu bewahren, und solche, Die schon in dieser Not sind, zu befreien. Ich war also fest entschlossen. Den Beruf Der Volkspflegerin zu wählen. So begann ich bei Der Kreisamtsleitung Der NSV. mein einjähriges Praktikum. Es galt zunächst einmal, mit all Dem Neuen fertig zu werden, Das auf der Dienststelle an mich ijerantrat. Zuerst war ich beim Hilfswerk „Mutter und. Kind", Da wurden SonDerzuteilungen bearbeitet, Mütter verschickt, und auch Hausbesuche machte ich mit der Sachbearbeiterin. Als Dann in Der wärmeren Jahreszeit die Erholungsverschickung begann, gab es Hochbetrieb bei uns. Ich Durfte einen KinDertrans- port nach Ostpreußen begleiten. Es mar gar nicht so einftch, Kinder auf so einer langen Fahrt zu be= Sie blinzelte, von Der Sonne geblendet, zu ihm auf: „Was, um alles in der Welt?" „Daß du mich verhexen wurdest, immer habe: ich mir gesagt: verlieb dich nicht am Sisiansee. Jetz ist es zu spät. Jetzt lasse ich Dich nicht mehr fort, Vera. Jetzt mußt Du meine kleine WalDsrau werden — willst Du Das?" . „ „Ich will alles, nur bei Dir sein. „Unb Dein Leben Draußen?" „ Interessiert mich nicht mehr." „Vera?" ÄabVeine Bitt-, hörst dm Siebe mich, wie ■ -ich bin' Frage nicht viel unD belüge mich mchk Schwindle mir nicht vor daß du eine berühmte Tänzerin bist; bas macht feinen Einbruch auf mich. Bleibe meine kleine Waldfrau, bis du meiner müde bist. Oh, bu wirst es nicht lange aushalten, hier m ber Einsamkeit, Sera." Sich möchte immer hierbleiben." "Ja heute, wo bie Sonne scheint. Aber wenn bi Tage grau werben Vera legte Die Hand auf feinen %lunb: „An goldenen Tagen soll man nicht an die grauen denken!" „Kleine Geliebte —" „Großer Geliebter — „Hast du gar ferne Angst? . Ich habe ja nichts zu verlieren als mem Herz, und bas gehörte vom ersten Augenblick an Dir. Vera!" Er jubelte es förmlich tynaus Bann yo er'fie auf feine Anne: ..Du ich machte d.ch m den blauen Himmel hinaufwerfen aber ich surchte. daß RhÄuÄ braunen Armen ins Haus. beugt und mit einem Wort bem Körper einfach unentbehrlich ist. Allerbings finbet sich gerabe Dieses Vitamin auch in anderer pflanzlicher Nahrung, in Früchten, grünen Gemüsen, getrockneten Erbsen unD Pilzen, aber /nicht in so großer Menge wie in Den Hagebutten. Hat man Doch berechnet. Daß ein Mensch, um sich mit Dem ihm für Den Tag nötigen Vitamin-OZusatz zu versorgen, täglich nur einen Löffel Hagebuttenmarmelade zu verzehren braucht. Zudem enthält Die Hagebutte auch viel Kali — nur ber Avfel enthält mehr — Dann auch Natron, Kalk unD Eisen und mehr als 10 v. H. Magnesia, eine Menge, Die in dieser Höhe unter Den Früchten überhaupt fast einzig dasteht. Am besten munden Die Hagebutten als Mus. Rührt man Das gesüßte Mus mit einer Einbrenne an und verkocht es gar noch mit einem kleinen Gläschen Wein zu einer Soße, so wird geradezu ein Feinschmeckergericht Daraus, namentlich Dann, wenn man Die Soße zu Wildbret reicht unD in diesem Fall noch ein wenig Wildbratensaft Daran gibt. Soll sie pikant schmecken, so würzt man sie mit saurem Senf, Darf aber natürlich trotzdem Zucker und Salz nicht vergessen. Als Mus werden Die Hagebutten mit nicht zuviel Wasser weichgekocht, bann burchs Haarsieb getrieben unb gut gezuckert, worauf die Masse unter beständigem Rühren bick eingekocht und noch heiß in bie Einmachglaser gefüllt wirb. Will man sie ganzfrüchtig zu Kompott verwenden, so müssen vorher Kerne und Härchen entfernt unb Die Hagebutten nun mit Wasser unb einem Schuß Rotwein weichgekocht werben Nur eine Vorsichtsmaßregel sollte man beim Einkochen Der Hagebutten immer gewissenhaft befolgen: Die fertige Fruchtmasse Darf nur in Gefäßen aus Glas, Porzellan, Holz unD Dgl. und auch nicht mit Deckeln aus Metall verschlossen, aufbewahrt werben, weil sich die Berührung mit Metall schädigend auf die Früchte auswirkt. £ . Ein altes deutsches Sprichwort Jagt: „an per Hagebutte sieht man nicht, baß sie einmal eine Rose war", man kann biefen Sinn aber auch umkehren, benn ber zarten, buftigen Wilbrose sieht man es wirklich nicht an, daß soviele Verwendungsmöglichkeiten in ihr stecken.__, sind schon die anderen, viel zu vielen Hausfrauen versammelt, denen auch „eben" eingefallen ist, daß sie noch unbedingt dies oder jenes zum Abendrot „dringend" brauchen. Und dazwischen stehen dann geduldig die werktätigen Hausfrauen, die sich zum Kriegseinsatz in wichtigen Betrieben zur Verfügung gestellt haben, und die nach Arbeitsschluß ihren notwendigen Bedarf decken müssen. Und so staut sich beim abgehetzten Kaufmann (der es jetzt im Kriege bestimmt auch nicht leicht hat!) die Menge der Hausfrauen, die ungeduldig auf Bedienung warten. Wieviel schneller könnte das gehen, wieviel eher könnten die in den Betrieben müde gearbeiteten werktätigen Hausfrauen nach Hause kommen, wenn jene gedankenlosen Frauen nicht wären, die ihre Einkäufe auf die letzte Minute vor Geschäftsschluß verschieben. Wir wollen auch auf diesem Gebiet Disziplin halten. Es ist ja so einfach, und bei gutem Willen geht alles. Hausfrauen, die nicht werktätig sind, sollten grundsätzlich nur die Vormittagsstunden für ihre Einkäufe benutzen. Sie sparen sich und dem Kaufmann Zeit und Aerger, und sie helfen damit jenen vielen werktätigen Frauen, die an den Plätzen der im Felde stehenden Männer stehen und schaffen. Hausfrauen, übt Kaufdisziplin! Fahnen- und Wimpel-Lleberaabe. Beim Deutschen Roten Kreuz der Bereitschaften in Laubach, Lich und Watzenborn-Steinberg findet am kommenden Sonntag die feierliche Uebergabc von Fahnen und Wimpeln statt. Um 9.45 Uhr beginnt die Feier der Wimpel-Ueber^abe an die DRK.-Bereitschaft (w) Gießen 3 in L a u b a ch, um 11 Uhr folgt die Uebergabe der Fahne an die DRK.-Bereitschaft (m) Gießen 3 in Lich, um 12.15 Uhr wird die Fahne an die DRK -Bereitschaft (m) Gießen 2 in Watzenborll-Stein- berg überreicht, zugleich auch der Wimpel an die DRK.-Bereitschaft (w) Gießen 2 in Watzenborn- Steinberg. Der DRK.-Oberfeldführer, Landrat Dr. Lotz, wird die Fahnen bzw. Wimpel mit einer Ansprache überreichen, ferner wird der Hoheitsträger der Partei im Kreise Wetterau, Kreisleiter Backhaus, zu den Kameraden und Kameradinnen des Deutschen Roten Kreuzes sprechen. Bei den Feiern werden auch der DRK.-Kreisstellenstab, die Ortsgruppenleiter mit ihren Stäben, SA., ff, HI., BDM.. die Ortsfrauenschaftsleiterinnen, Abordnungen der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks, sowie die Bürgermeister und Gemeindevertretungen zugegen sein. 'XV «NN der Landser ei'nkanst. Uon Kriegsberichter Gert Eachs Soldaten Pachulke er-qing die Nummer der Hausschuhe und der Strümpfe vertauscht und da- P. K. . und dann wollte ich dich noch bitten . schreibt Frau Schulze aus weiter, weiter Ferne an ihren Mann, der irgendwo in Frankreich als Gefreiter seinen Dienst tut. Wer von uns kennt nicht Briefe solchen Inhalts. „3a, dann wollen wir mal ..meint nun Karl zu Hans an einem dienstfreien Nachmittag, und schon ziehen die beiden los: einkaufen. Das Einkäufen ist ein gewisser Dienst bei den Landsern geworden, ein Dienst, dem alle Dienstgrade gern obliegen. Er ist gleichermaßen ein Liebesdienst. Wo werden so viel Ueberlegungen angestellt, wo wird so wacker versucht, Wünsche in die Wirklichkeit zu übertragen, wie beim Einkauf? Es sind keine großen Sachen, keine tollen Wertobjekte, die dieser oder jener ersteht, um seinen Lieben daheim zu zeigen, wie er' auch im letzten Fischerdorf an der Atlantikküste an sie denkt. Männer, die früher nicht einmal mit einem Buch in der Hand durch die Straßen ihrer Heimatstadt gingen, „weil sich so etwas nicht schickt", sie wallfahrten heute straßauf, straßab, mit mehr oder weniger gut eingewickelten kleinen Einkaufsergebnissen unterm Arm. So ändern sich die Zeiten ...! Die meisten Frauen wissen gar nicht, was sie an ihren Männern eigentlich haben. Das gute Herz kommt hier im fremden Land vielleicht stärker als sonst zum Durchbruch. Was wird nun gekauft? — Kleinigkeiten sind es, Dinge, die aus dem Geldbeutel der Landser bestritten werden können, „Souvenirs“, Seidensachen, em Paar Strümpfe für die Frau, ein Halstuch für Paula, die Schwägerin, ein kleines Schürzchen für Lieselotte, die Tochter — eigentlich braucht sie ja gar keine, aber eine Schürze aus Frankreich! Schließlich ist das etwas Besonderes, noch dazu, wenn der Vater niemals in seinem arbeitsreichen Leben nach Frankreich gekommen wäre, wenn nicht die Staatsreisen mit der „Firma Wehrmacht" ihm dieses Geschenk beschert hätten. Gute Ehemänner denken wohl auch an Pfeffer, Zimt, Nelken und Muskat, wie ja auch das Gummiband neben vielen anderen Kleinigkeiten bei unseren Frauen viel Freude erweckt. Den Freund überrascht man mit einer geschmackvollen Seidenkrawatte; in dem Papiergeschäft, wo es kleine Kartons, Pack- und Briefpapier gibt, sowie Schnur zum Einpacken, ist Hochbetrieb. Hier kann man wohl auch Wörterbücher und Hefte mit ferttgen Redewendungen für 15 Pfennige erwerben. Altes gutes Schulfranzösisch kommt schnell wieder zu Ehren. Aber oft hapert es noch mit der Verständigung. Wir wollen ganz offen feststellen, daß man sich auf der „anderen Seite" durchaus bemüht, uns entgegenzukommen und nicht übers Ohr zu hauen. Französische Käufer und Käuferinnen vermitteln auch oft zwischen diesseits und jenseits des Laden- ttsches, gleichzeitig fachlich beratend. Das gute Verhältnis zur französischen Bevölkerung kommt auch hierbei zum Ausdruck. Viel trägt dazu das vorbildliche immer höfliche soldatische Benehmen unserer Soldaten im besetzten Gebiet bei. Taten, wie sie aus einer nahe der Küste gelegenen Hafenstadt an der Seine berichtet wurden, wo drei deutsche Unteroffiziere und Gefreite unter eigener Lebensgefahr sechs französische Arbeiterinnen aus einer brennenden Weberei bargen, bleiben nicht ohne Rückwirkung auf das Zusammenleben. Worüber die meisten Verkäuferinnen erstaunt waren, das war der häufige Einkauf von Baby- Garnituren und Baby-Wäsche. Verständlich in einem kinderarmen Land wie Frankreich! Es kann einem auch passieren, daß man — wie es dem Leiflvngsfieigerung durch richtige Ernährung. Eröffnung der Reichsschule für Gemeinschaftsverpflegung in Frankfurt a. M. BezuasbeWränkt» Mützen. Der Reichsbeauftragte für Kleidung und verwandte Gebiete teilt mit: „Es find Zweifel auf getaucht, welche Arten von Mützen bezuqsbeschränkt sind. Zur Klarstellung wird folgende Entscheidung getroffen: Gewirkte und gehäkelte Mützen sind wie gestrickte Mützen zu behandeln und demgemäß bezugsbeschränkt. In Abweichung von diesem Grundsatz gelten jedoch Baskenmützen feder Art, unabhängig davon, ob sie aus gewirkten, gestrickten oder gehäkelten Geweben bestehen, und Chenille-Mützen, als nichtbezugsbefchränkt." Auch für Gchutzhunde Futtermittelscheine. Der Reichsernährungsminister hat feine Anweisungen über die Erteilung von Futtermittelschemsn, für Hunde ergänzt. Es handelt sich dabei um die Bereitstellung bestimmter pflanzlicher Futtermittel. Die bisherige Regelung sah Futtermittelscheine im wesentlichen für Polizeihunde und für gleichgestellte Fälle vor. Nunmehr wird bestimmt, daß auf Antrag Futtermittelscheine auch ausgehändiyt werden können für Schutzhunde schwerhöriger und tauber Personen, sowie für Wach- und Schutzbünde in kriegswichtigen Industriebetrieben. Als Nachweis für den Besitz solcher Hunde gelten entweder eine Bestätigung des Reichsbundes der Deutschen Schwerhörigen bzw. seiner Untergliederungen, oder eine Bescheinigung der Werkluftschutz-Bezirksoertrauens- stelle der Reichsgruppe Industrie. ** BDM. -Werkgruppe 4/116, Nord. Am Sonntag, 27. Oktober, treten alle Mädel der Gruppe pünktlich um 9 Uhr morgens mit Turnzeug bzw. Trainingsanzug an der Volkshalle zum Waldlauf an. ** Kriegsauszeichnung. Dem Gefreiten Arthur Balser aus Gießen, Walltorftrabe 65, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Ferner erhielt er das Verwundeten-Abzeichen und für seinen Einsatz beim Bau des Westwalls das Schubwall-Ebrenzeichen. ** 82 Jahre alt. Frau Louise Rühl, Witwe des verstorbenen Gastwirts Karl Rühl in Gießen, die jetzt bei ihrem Sohne in Rockenberg lebt, beging dieser Tage in voller Frische ihren 82. Geburtstag. * Watzenborn-Steinberg, 25. Okt. Frau Christine Häuser Witwe, geborene Schmandt, in Steinberg, vollendet am moroiqen Samstag, 26. Oktober, in körperlicher und geistiger Frische ihr 84. Lebensjahr. Trotz ihres hohen Alters hilft die Jubilarin ihren Kindern und Enkeln noch täg- j lich bei der Arbeit in Haus und Feld Der Jubila-1 rin gelten unsere herzlichen Glückwünsche zu ihrem : morgigen Geburtstage und für einen weiteren schönen Lebensabend. NSG. Mit einem Empfang der Stadt Frankfurt wurde die Reichsfchule für Gemeinschaftsverpflegung eröffnet Gauamtsleiter Bürgermeister Kremmer begrüßte zahlreiche Ehrengäste und die Teilnehmer des Ausbildungslehrganges für Gemeinschaftsverpflegung. Grundlegende Ausführungen machte dann der Leiter des Amtes Arbeitseinsatz der DAF. M e n d e über die Frae der Werksverpflegung. In weiser Voraussicht und nicht aus einer Mangellage wurde feit Kriegsbeginn die Bewirtschaftung der Lebensmittel eingeführt. In diese Regelung wurde auch die Versorgung der Schaffenden während der Arbeitszeit eingeschlossen. Die Parole der Deutschen Arbeitsfront „Warmes Essen im Betrieb" ist nicht neu, aber gerade während des Krieges hat die Werksverpllegung ihren Wert gezeigt. Als besonders wichtig behandelte Pg. M e n d e die Stellung des Kochs, von dessen Arbeit Gesundheit, Zufriedenheit und Leistung seiner Arbeitskameraden abhängen. Das Ernährungsproblem ist durchaus ein politisches Problem, denn es stellt die Aufgabe, durch die Gemeinschaftsverpflegung die Schaffenden zu höchster Leistung fähig zu machen. Reichsamtsleiter Gallert ging nach einem Rückblick auf die bisherige Entwicklung der Gemeinschaftsverpflegung und der Reichskoch- und -Sprachenschule in Frankfurt auf die Gründe ein, die zur Errichtung einer „Reichsschule für Gemeinschaftsverpflegung" geführt haben. Die Deutsche Arbeitsfront hat hier eine neuzeitliche, großangelegte Berufserziehungsstätte geschaffen, die sich in der kurzen Zeit ihres Bestandes ausgezeicynet bewährt hat. Während des Krieges zur Ausbildung von Heerestöchen der Wehrmacht zur Verfügung gestellt, wird sie nach Kriegsende wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zurückgegeben werden. Die enge Zusammenarbeit mit Wehrmacht, Reichsarbeitsdienst usw. hat die Notwendigkeit ergeben, die bisherige Schulungsstätte zu einer „Reichsfchule der deutschen Koch- k u n st" cmszuweiten und in dieser der Gemeinschaftsverpflegung einen besonderen Rahmen zu geben. Die neue „Reichsschule für Gemeinschaftsverpflegung" soll der Mittelpunkt der gesamten beruflichen und fachlichen Erziehung für alle Gruppen werden, die an der Gemeinschaftsverpllegung und in ihr an der Werks- und Lageroerpflegung irgendwie Anteil nehmen. Reue Pflichisprünge der HZ. Das Amt für Leibesübungen in der Reichsjugendführung hat für die Meisterschaften der HI. und des BDM. im Kunst- und Turmspringen des Schwimmsports neue Pflichtübungen ausgeschrieben. Diese Erneuerung des Wettkampfprogramms, die im Gegensatz zu den Altersklassen für die Jugend alle zwei Jahre erfolgt, ist das Ergebnis von Beobachtungen, die in den Uebungsftunden, ßehrgängen und in den Wettkämpfen gemacht worden sind. Die Vorschriften gelten sowohl für die Meisterschaft vom kleinen als auch vom 3-m-Brett. Neben dem Kopfsprung aus dem Stand, dem Salto vorwärts und einem Auerbach-Hocksprung ist für die Zukunft auch ein Fuß-Hechtsvrung zur Pflicht gemacht, da diese an sich leichte Hebung eine ausgezeichnete Körperbeherrschung ooraussetzt, die bei vielen nicht mit her gewünschten Sicherheit zum Ausdruck kommt. Für die Mädel ist außerdem die Zahl der Kürsprünge auf zwei erhöht worden. Mannschastskampf im Rasenkrastsport. Arn Sonntagoorrnittag stehen sich auf dem Waldsportplatz der Athletenclub 88 Marburg und die Schwerathletikabteilung des VfB.-Reichsbahn (früher I. Kraft- und Sportclub 93) zu einem Kampf im Rafenkraftfport gegenüber. Gekämpft wird in vier Gewichtsklassen, und zwar Federgewicht bis 135 Pfund Körpergewicht, Leichtgewicht bis 150 Pfund, Mittelgewicht bis 165 Pfund und Schwergewicht über 165 Pfund. Dabei werden folgende Hebungen ausgetragen: Hammerwerfen, Gewichtwerfen und Steinstoßen. Jeder Verein stellt pro Klasse einen Wettkämpfer. Die Marburger haben ihre besten Kräfte im Federgewicht, wo der deutsche Meister Hermann kämpft, und im Schwergewicht, wo Gary an den Start geht. Gießen tritt mit Götz, Klotz, Noeller und Dr. Luh an. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Die Gießener Mannschaft ist durch den Start von Dr. Luh sehr gestärkt und man kann gute Leistungen erwarten. Trockenschikurse in Gießen. Wie in jedem Herbst, so finden auch fetzt wieder die Trockenschikurse des Schiklubs Gießen statt. Durch geprüfte und anerkannte Lehrwarte wird den Anfängern schon in der Reithalle die Technik des Schilaufens gezeigt. Aber nicht nur die Anfänger, sondern auch die Fortgeschrittenen haben hier Gelegenheit, durch die Gymnastik sich für den Winter vorzubereiten. Ein Lehrfilm, der zum Schluß der Trockenschikurse den Teilnehmern vorgeführt wird, soll das Erlernte nochmals im Bild festhalten. durch eben daheim großes Entsetzen hervorruft. „Ja, ja", werden die Frauen manchmal sagen, „wenn man schon die Männer einkaufen läßt ..." Auch seidene Kombinationen werden gefragt, etwas Seife, Parfum. Die lieblichen Gerüche werden dem heimkehrenden Soldaten nach Wochen oder Monaten lieblich entgegenduften. Wenn mal einer eine Quelle entdeckt hat, in der Kaffee und Tee oder Schokolade „strömt", wenn er dann selbst vielleicht ein halbes P'und nach langem Kämpfen ereicht, dann ift. ein besonderer Glückstag. Ob auch die Heimat solche kleinen Kaffee- sendungen richtig zu würdigen versteht? Weiß man denn, wie schwer es ist, oft auch nur eine Kleinigkeit zu erreichen? Weiß die Frau, daß ihr Mann manchmal zu Gunsten seiner Angehörigen auf die eigene Tasse guten Kaffees, die auch ihm wohl tun würde, verzichtet? Hat nun mal einer wirklich im Laufe b^r Zeit etwas mehr Geld in der Börse, weil er sonst sehr sparsam ist, und er könnte vielleicht mehr nach Hause schicken, dann erscheint ihm der „Streichbold", jener Mann aus der Kompanieschreibstube nämlich, der unbestechlich den Rotstift schwingt und nicht duldet, daß die von der Wehrmacht zugelassenen vier Päckchen zu je 500 Gramm auch nur um ein ganz, ganz kleines Paketchen überschritten werden. Es kommt natürlich auch vor, daß mal ein Paket zu Hause nicht ankommt. In der Mehrzahl der Fälle sind die Absender selber Schuld. Sie haben, obgleich es ihnen bekannt ist, daß die Gewichtsgrenze nicht überschritten werden darf, ungenau eingepackt Die Feldpost wiegt sehr genau, und so manches Päckchen wandert dann wegen Hebergewichts zur NSV. Tröste dich, armer Absender, so mancher von der NSV. Betreute im Reich freut sich über deine nette Gabe. Oie Börse. Anfangs schwach, im Verlaufe wieder fest. Frankfurt a. M., 24. Okt. Die Börsenstimmung war im Berichtszeitraum überwiegend zur Schwäche neigend. Anlaß dazu waren die auch aus Publikumskreisen kommenden dauernden Abgaben von Aktienmaterial. Man scheint sich doch etwas eingehender mit dem Verhältnis der Kurs- Höhe zur Rendite befaßt zu haben, so daß auf fast allen Märkten zu den hohen Kursen Material herauskam. Diese Abgabeneigung war nur von kurzer Dauer, bewirkte jedoch mehrprozenttge Kursor- mäßigun^en. Da keine anregenden Momente vorlagen, ebbte die Geschäftstätigkeit immer mehr ab. 3m Wochenverlauf kamen allerdings wieder fle-ine Kaufaufträge an die Börse, die — angesichts einer ausgesprochenen Marktenge — bei einzelnen Werten wieder zu Kursbesserüngen führten. Der Schluß der Berichtszeit konnte wieder als fest angesehen werden. Hmsatzmäßig ist das Geschäft klein, zumal am Rentenmarkt für das anlagesuchende Publikum die Aussicht auf eine neue Tranche der 4prozentiaen Reichsschatzanweisungen, die inzwischen am Mittwoch erstmals zur Ausgabe gelangten, zur Zurückhaltung am Aktienmarkt veranlaßen. Am Rentenmarkt wandte sich das Interesse vor allem den Steuergutscheinen I zu, die zuletzt etwa 104,5 notierten und damit gut 2 v. H. über dem Wochenbeginn lagen. Hier spielt der bevorstehende Jahresabschluß eine Rolle. Auch die 4ll-prvzentigen Reichsschätze fanden einiae Beachtung. In Reichsbahnvorzügen kamen geringe Hm- sätze auf der Basis von 126,5 zustande. Jndustrie- obligationen waren weniger beachtet, das zunächst überwiegend bestandene Angebot hat jedoch nachgelassen, und die Haltung, ist hier ziemlich ausgeglichen. In Stadtanleihen waren kaum Hmsätze zu verzeichnen. In Pfandbriefen kam nur vereinzelt kleines Material heraus, das zu 102 25 glatte Un« terfunft fand, ohne daß die große Nachfrage auch nur einigermaßen befriedigt werden konnte. Die 4prozentigen Pfandbriefe und Kommunalobligationen wurden nach den niedrigen Einführungskursen nach mehrfachen Streichungen heraufaesetzt.' Der Freiverkehr lag ohne größere Veränderungen, banegen wurden im Televhonverkehr in letzter Zeit stärkere Tätigkeit in Zellstoff- und Zellwolleaktien beobachtet, die nennenswert anzieben konnten. Der E i n h e i t s ma r k t hat sich im großen und ganzen der Allaemeintendenz angeschlossen. Tagesgeld unv. l3/< v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. Okt. Es kosteten: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 40 bis 42,5, c) 37,5. Bullen a) 43,5 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c) 34 bis 35.5. Kühe a) 43 bis 44 5, b) 39 bis 40,5, c) 30 bis 34,5 d) 20 bis 25. Färsen a) 44 bis 45,5, b) 40 bis 41,5, c) 33 bis 36,5, d) 24 bis 28. Kälber Sonderklasse 65 bis 74, a) 59, b) 56 bis 59, c) 46 bis 50. d) 35 bis 40. Hämmel b2) 48 bis 51, c) 40 bis 44. Schafe a) 42 bis 44, b) 37 bis 40. c) 18 bis 32. Schweine a) 58. bl) 58, b2) 57, c) 55, d) 52 e) 50, g) 58 RM. Marktoerlauf: lebhaft, alles zugeteilt. Lumpen finö wichtig für die lenitwirlfchoft. toß sie nicht den Motten jum srqA, Gib sie an das nächste Schulkind weitert Die unheimliche Wanölung des Äler Rokher ,^Haben Sie schon mal was vom Parcel,us-Museum läuten hören?" fragte Wachs ein wenig mühsam. Er wiegle sich merkwürdig aus seinem Stuhl hin und her, als muffe er inmitten schweren Seegang» immer wieder das Gleichgewicht suchen. Um ihn und den Fremden, der vor einer Halden Stunde an seinem Tisch Platz genommen hatte, braust« der Lärm de» überfüllten klemen Lokals. Schnaubend wie ein Walroß schob sich der dicke Frank«, wi« ft« den Wirt nannten, durch di« feterabendlich ausgelaffrnen Stammgast« der Kneip« „Zum guten Freund". Er griff nach den beiden Ittren Biergläsern, und der Fremde nickte nachdrücklich. „Jawoll, noch einmal!" heischt« er. Gleich« zeitig beantwortet« er die Frage (eines Gegenüber». „Natürlich, Parceltu». Museum!" erklärt« er. „Das weiß doch feder Mensch in Bremen." „Na also", murmelt« Wachs und versuchte seinen Rtesenschnurrbart zu drehe». Aber die Geste gelang nicht ganz; er sah au», als wolle seine Hand unterwegs einschlafen. Wieder pendelte er seltsam hin und her. „Da bin ich Wärter", nickte er in müdem Stolz. "Ach so", meinte der Fremde mit anscheinend neiderfüllter Bewunde. rung. „Wärter tm Parceliue-Museum. Tja, da» ist denn fa wohl sicher tut hübscher Posten." Der Wärter Wach» seufzte tief auf. Erstaunt musterte ihn der dicke Franke, der gerade da» neue Bier brachte, und zog die Augenwülste hoch. „Nanu", brummelt« er, „was ist denn mH dir los, Gustav?" Gustav Wachs beachtete ihn nicht. Er starrt« plötzlich wie hypnotisiert auf die Linke des Fremden. An dieser Hand fehlten die oberen ©lieber de» zweiten und dritten Finger». Der Fremde fühlte sich sichtbar durch die- Starren geniert. Er steckte die Linke in die Tasche, hielt aber doch eine Er. klärung für angebracht. „Schreiner ist nicht so ein harmloser Posten wi« Museumswärter", sagt« er kurz. „Ich bin da mal in die Fräsmaschine ge. raten." Er sah sich unmerklich im Lokal um. Dann fuhr er schnell und gleichsam wie segnend über die beiden gefüllten Biergläser, was eine komische Angewohnheit von ihm zu fein schien; denn Wach« hatte sie schon ein paarmal bei ihm beobachtet. „Na, vrost!" sagte der Fremde und trank dem Wärter zu. Schweigend tat ihm Wach» Bescheid. Eigentlich wollte er viel fragen - zum Beispiel, wie denn fein freigebige» Gegenüber, dieser Schreiner, der da vor einer halben Stunde an seinen Stammtisch gefunden hatte, beiße, und ob er Geburtstag oder da» Große Los gewonnen habe. Er vermochte aber nur den Mann, der tatsächlich wie «in biederer älterer Handwerker zu Feierabend aussab, mit plötzlich erschreckend rollenden Augen ^nzustieren. Ein merkwürdiger Laut kam über seine wie zu einem Schrei ausgeriffenen Ltppen; e» klang wi« ein Seufzer kindlichen Erstaunens. Dann stockte plötzlich das Pendeln feine» Körper». Er schlug mit seinem Stuhl schwer nach hinten. Der Tisch folgt« und fiel auf ihn. Die Gläser zerkrachten am Boden. Der Wärter Wach» lag inmitten einer großen Bierlache. Er räkelt« sich noch einmal wie ein Schläfer, der im Bett die bequemste Lage sucht; dann schnarchte er auch schon. Der fremde Schreiner war aufgesprungen. Mit ihm beugten sich einige Gäste über den Mann am Boden. Auch der dicke Franke schob sich heran. „Verflucht", schnaufte er „ich hab' mir doch gleich sowas gedacht!" „Was gedacht?" fragte der Schreiner und sah ihn böse an. „Daß mit dem Wachs was los war", bellt« d«r Wirt zurück. „Er ist Stammgast bei mir, aber noch nie war er nach vier Glas Bier so stockde- trunken. Der Mann ist krank." Der Schreiner zuckte die Achseln, musterte noch einmal den schnarchen, den Wärter und meinte gelaffen: „Jedenfalls muß man ihn nach Hause bringen. Wiffen Sie, wo er wohnt?" „Nur ein paar Häuser weiter, Nummer 55", meldete sich ein Stammgast. „Ne sowas! Los, wer packt mir an?" Sie hoben den scheinbar schwerbetrunkenen Wärter Wachs aus. „Hat er nichts bei sich gehabt?" fragte einer von den hilfsbereiten Männern. „Keine Dienstmütze, keinen Mantel, keine Tasche oder so?" Niemand besann sich. Der dick« Frank« sah sich nach dem Fremden, dem Schreiner um, der mit Wachs am Tisch gesellen hatte. Aber der Mann war schon verschwunden. Keiner von den Stammgästen kannte ihn. ♦ Die Kriminal-Polizei wird diesen Unbekannten suchen müffen, denn aus dem harmlosen Dämmer.Schoppen entwickelt sich ein Kriminal-Fall, der die Welt in Atem hält und den Lesern ter „Grünen Post" fetzt viel Spannung bereiten wird. Die große Sonntag.Zeitung beginnt soeben mit dem Abdruck ihres neuen Romans, besten Anfang Sie hier gelesen haben. Kaufen Sie sich noch heute die „Grüne Post" und lesen Sie mit Die „Grüne Post" ist für 20 Pfennig überall zu haben.