Mittwoch, 25. September 1940 (90. Jahrgang Ur. 227 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer biSSViUbr desBormittags Anzetgen-Preiie r Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Terttetl 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nackläüe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrist (vorherige Vereinbarung) 25U/O mehr ä nmtroc Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen "ES* Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat imBild DieScholle Monats-Berugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte • 1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Franks. M riefen Der Reichsmarschall in einem Fliegerhorst im Westen Hier zerstörte eine Sprengbombe nahezu alle Stockwerke eines Berliner Wohnhauses. — (Scherl.) Schaden angerichtet. Der Gegner verlor gestern 2 4 Flugzeuge lm Lustkampf. eines wurde durch Flakartillerie abgeschossen. Sechs deutsche Flugzeuge werden vermißt. Am Dienstag 18 Briten abgeschossen. Wiederholte Angriffe auf kriegswichtige Ziele in Südengland. B e r l i n, 24. Sept. (DAV.) 3m Laufe des Dienstags unternahmen unsere Kampfflugzeuge wieder- holte Angriffe auf kriegswichtige Ziele in Südengland. So wurden die Tilbury-Docks und eine Flugzeugfabrik in Southampton erfolgreich mit Bomben belegt. Dabei kam es zu mehreren Luftkämpfen, bei denen nach bisher vorliegenden Meldungen 18britifcheFlugzeuge abgefchoffen wurden; ein deutsches Flugzeug wird vermißt. Heue briiische Angriffsversuche aus Berlin. Nur geringer Gebäudeschaden in einigen Wohnvierteln. — Wieder Opfer unter der Zivilbevölkerung. — Keine kriegswichtigen Ziele getroffen. Unser Bild zeigt den Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Reichsmarschall Göring. bei einer Ansprache vor Flugzeugbesatzungen. — (PK.-Cltel-Lange-Scheri-M.) Vergeltung für Heidelberg. Oie englische Universitätsstadt Cambridge mit Bomben belegt. Hauptziel Berlin an. Die Bombenwürfe in Außeuvierteln und Wohnbezirken Berlins Beschädigungen an Wohnhäusern hervor. Eine Anzahl Zivilpersonen wurde gelötet oder verletzt. Weder in Berlin noch in anderen Orten wurde militärischer Kein Gchlas mehr für die Londoner Wachsende Abspannung unter den deutschen Lustangriffen. Der Wehrmachtsbericht vom Dienstag. Berlin, 24. September. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: BeibewaffnetenAufklärungsflügen über Süd-England belegte die Luftwaffe auch gestern kriegswichtige Ziele mit Bomben. Dabei kam es zu mehreren für uns erfolgreichen Luftkämpfen. 3n der Nacht fetzten Kampffliegerverbände ihre Angriffe auf London und andere kriegswichtige Ziele Englands fort. Bei den Willwall- und Jvdia-Docks in der Nähe von Vauxhall und des hyde-parks, sowie an anderen Stellen konnten starke Brände beobachtet werden. 3n Liverpool entstanden ebenfalls starke neue Brande. Als Vergeltung für britifche Bombenwürfe auf die alte deutsche Universitätsstadt Heidelberg, die keinerlei kriegswichtige Anlagen aufweist, wurde Cambridge mit Bomben belegt Einige feindliche Häfen wurden erneut vermint 3n der Nacht zum 24. September griffen britische Flugzeuge einige Orte in Norddeutschland und als Berlin, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die britische Luftwaffe wiederholte in der Nacht zum 25. 9. ihre Angriffsversuche auf Berlin. Bereits in den westlichen und nördlichen Außenbezirken der Reichshauptstadt gerieten die feindlichen Flugzeuge in den Sperrfeuergürtel der Flakartillerie, die wirkungsvoll jeden Angriff auf größere Ziele verhinderte. Infolgedessen richteten Bombenabwürfe des Gegners nur geringen Gebäudeschaden in einigen Wohnvierteln an. Allerdings sind wieder verschiedene Opfer unter der Zivilbevölkerung zu oeklagen. Wie nicht anders zu erwarten war, versuchte das britische Luftfahrtministerium aus dem bisher größten Luftangriff auf die Reichshauptstadt Dienstag- Fracht möglichst viel propagandistisches Kapital zu Stockholm, 24. Sept. (Europapreß.) Der Luftalarm, den London auch in der Nacht zum Dienstag erlebte, wurde, wie der britische Nachrichtendienst am Dienstagvormittag um 7.15 Uhr mitteilte, „eben beendet". Die Hauptangriffe sollen sich insbesondere gegen Z e n t r a l - u n d N o r d- we st-London gerichtet haben. Ein großer Teil der deutschen Maschinen soll auchdie Außenbezirke der Hauptstadt unter Feuer genommen haben. Schließlich wird vom britischen Nachrichtendienst mitgeteilt, daß „viele anderen Teile des Landes, u. a. die Midlands, Nordwest- und Südwestengland sowie Wales, in der Nacht zum Dienstag Lustangriffen ausgesetzt waren". „Dagens Nyheter" berichtet aus London, daß die im Nord west en gelegenen Londoner Vororte sicher die schwersten Luftangriffe erlebt hätten. Zwanzig schwere Sprengbomben seien in der Nähe eines großen Gebäudes, das in dem Bericht ungenannt bleibt, niedergegan- würfe diesmal von Flugzetteln mit dem Titel: „Das zweite Jahr des Hiller-Krieges." Zunächst weiß nicht nur ganz Großdeutfchland, sondern auch die übrige Well, soweit sie ehrlich ist, welche großzügige Friedens- und Befriedungspolitik Adolf Hitler getrieben hat. Es weiß also mithin jedermann auch, daß es keinen „Hitler-Kriegs', sondern nur wieder einen englischen Krieg gibt. In diesem Krieg hat England ein so hohes Kapital an Vertragsbrüchen, Völkerrechtsbrüchen und gemeinen Verbrechen investiert, daß schon diese Taten eine unnachsichtliche Vergeltung nach sich ziehen müssen. Seitdem aber England den Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung führt, ist Englands Maß übergelaufen. Die britische Spekulation, die darin liegt, daß die englische Luftwaffe den Angriff auf militärische Objekte geradezu vermeidet und ihre Bomben ausschließlich gegen die Zivilbevölkerung richtet, ist zu dumm, als daß wir demgegenüber die eiserne Disziplin der im Nationalsozialismus Hnfere englische Buchführung Don unserer Berliner Schristieitung. Die .Königliche" Luftwaffe hat in letzter Zeit nach zwei Richtungen die Kritik der Oesfentlichkeit auf sich gezogen. Infolge der immer starker wer- denden deutschen Dergeltungsangriffe auf London war in der britischen Oesfentlichkeit immer dringlicher die Frage erhoben worden, wo denn eigentlich die englische Luftwaffe bleibe; ausländische Beobachter hatten schon die Vermutung geäußert, England wolle sich seine Luftwaffe nach den schrecklichen Verlusten der letzten beiden Wochen für den eigentlichen Entscheidungskampf reservierem Zwischendurch erschienen dann in englischen Blattern jene bekannten Zeugnisse britischer Humanität in denen die Vernichtung deutscher Städte mitsamt ihren Einwohnern betrieben wurde. Nach alledem scheint sich die britische Luftwaffe vorgenommen zu haben, den Nachweis zu erbringen, daß sie noch da ist. Sie tut das auf ihre Weise, auf ihre echt englische Weise, mb emi [iß ihre nächtlichen Bombenwürfe auf ausschließlich -ivile Wohngegenden, Krankenhäuser, Kirchen u w. in verstärktem Maße fortsetzt. Außer anderen Orten in Deutschland hat dabei auch Berlin wieder Tote und Verwundete sowie Schaden an Wohnbauten, darunter in einer Siedlung der Nationalsozialistischen KriLgsopferversorgung zu beklagen gehabt. Begleitet waren diese nächtlichen Bomben- auszeichnung für die Zivilbevölkerung ankündigte, ist ein Teil dieser Kampagne. Eine weitere Maßnahme, die besonders die Stimmung unter d e n Arbeitern der Rüstungsindustrie heben oll, ist der Plan, solchen Arbeitern in regelmäßigen Zwischenräumen 48ftünöige Ruheaufenthalte auf d e m Lande zu gewähren, wo sie Aussicht haben, sich einmal ohne Fliegeralarm auszu- chlafen. Allerdings hat dieser Plan die Schwierigkeit, genügend Quartiere auf dem Lande für die Arbeiter zu finden, da bereits die normalen An- orderungen der Wehrmacht in den nächsten Monaten die verfügbaren Unterbringungsmöglichkeiten vollauf in Anspruch nehmen dürften. Auch das Heer hat anscheinend eine Aufmunterung nötig. Wie „Daily Telegraph" berichtet, hat Kriegsminister Eben Pläne aufgestellt, um die „kämpferische Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhasten und den Angriffs- geist zu entwickeln". Schließlich bedürfen die L u f t- chutzwarte in London dringend der Ablösung und Erholung. „Daily Sketch" führt Beispiele an, aus denen sich ergibt, daß viele dieser Männer seit zwei oder drei Wochen überhaupt keine Nacht mehr ins Bett gekommen sind. Die Frage ihrer Ablösung sei bereits mit Churchill besprochen worden. Das Blatt schlägt vor, die Londoner Luftschutzwarte für einige Zeit durch solche aus bisher noch ruhigen Gegenden in der Provinz ablösen zu lassen. Auf diese Weise könne man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, da die ländlichen Luftschutzwarte nach einigen Wochen mit praktischen Erfahrungen aus London in ihre Wohnorte zurückkehren könnten. Die Festung London. Die Opfer unter der Londoner Zivilbevölkerung kommen auf Churchills Konto. Berlin, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Immer wieder gibt England in Rundfunk und Presse seiner tiefsten Empörung Ausdruck über die „unmenschlichen Verwüstungen", welche die deutsche Luftwaffe gerade unter der zivilen Bevölkerung Londons täglich erneut anrichten soll. Wenn England so zahlreiche Opfer unter der Londoner Zivilbevölkerung zu beklagen hat, so hat nur seine Regierung se 1 bst die Schuld. Die „Daily Mail" hat in ihrer Ausgabe vom 19.9/ selbst zugegeben, daß die britische Hauptstadt eine F e - ft u n g sei, die jetzt bereite-14 Tage unter feindlichem Feuer liege. Seit der immer wieder angekündigten deutschen Vergeltungsaktion hätte die britische Regierung Zeit genug gehabt, die Stadt zur Hauptsache zu evakuieren. Von den acht Millionen Einwohnern der Riesenstadt sollen IV2 Millionen London bereits verlassen haben, doch sind es neben den besitzenden Klaffen meist nur solche Bevölkerungsschichten, deren Abwanderung sich für die Landesverteidigung nicht nachteilig auswirkt. Bei dem in London verbliebenen größeren Teil aller industriellen Unternehmungen handelt es sich um Betriebe selbst klein st er Handwerker, die direkt oder indirekt für d i e britische Rüstungsindustrie irgendwie tätig sind. Der britische Minister Macdonald sagte zum Schluß seiner Rundfunkansprache vom 23.9. selbst: „Die Einwohner Londons sind ebenso Soldaten wie die Fronttruppen." Warum beklagt man sich, wenn auch diese Einwohner Londons Verluste wie Frontsoldaten erleiden? gen und hätten große Verwüstungen angerichtet. Aehnliche Feststellungen könne man im Sudin e st e n der Stadt machen, wo Bombentrichter von rund zwanzig Meter Breite und zehn Meter Tiefe keine Seltenheit seien. „Stockholms Tidningen" verweist wieder auf die zahlreichen abgesperrten Straßen in London, die große Verkehrsumleitungen mit sich brächten. Ein großes Warenhaus fei dem Beispiel kleinerer Geschäfte gefolgt und halte einen sog. „Bomben- ausverkauf" ab. Ein sicheres Zeichen für die Wirkung, die die deutschen Luftangriffe in stetig zunehmendem Maße auf die Moral der englischen Bevölkerung ausüben, sind die Bemühungen, die die Regierung auf den verschiedensten Gebieten um eine Aufmunterung der Volksstimmung unternimmt. Die Rundfunkrede König Georgs, in der er die seit langem von vielen Seiten geforderte Stiftung einer Kriegs- Englands Krieg gegen die Weltwirtschaft. Englands Kriege waren von jeher Wirtschaftskriege. Sie richteten sich aber nicht nur gegen den eigentlichen Feind, sondern zumeist auch gegen die an dem Konflikt nicht beteiligten kleinere» Völker, ja, sogar gegen die eigenen Bundes- genossen. Das gleiche Merkmal zeigt auch der gegenwärtige Krieg. Seinen weltweiten Ausmaßen entsprechend und seiner bewußten Vorbereitung als Wirtschaftskrieg gemäß, sind die wirtschaftlichen Auswirkungen auf fast alle unbeteiligten Völker heute sogar stärker als in den früheren Kriegen Englands. Lediglich die raschen Siege Deutschlands haben diese Folgen im engeren europäischen Bereich nicht ganz zur Auswirkung kommen lassen. Immerhin ist heute bereits der früher so be? deutsame Begriff des Weltmarktes zerstört und zu einem Wort ohne Inhalt geworden. Das ist nicht nur eine theoretische Feststellung, wie es vielleicht manchem Deutschen vom Standpunkte der weltmarktunabhängigen und durch eine kluge Wirt- schaftspolittk gesicherten deutschen Versorgung erdfernen möchte, sondern das ist für alle die Länder, deren Wirtschaft eine enge Verflechtung mit dem Weltmarkt aufwies, eine recht harte und einschneidende Wirklichkeit. Alle Absatz- und Lieferbeziehungen dieser Länder, wie sie sich enffprechend ihrer Wirtschaftsstruktur, ihrer klimatischen und sonstigen Produkttonsmöglichkeiten in langen Jahren eingespielt hatten, sind von England rücksichtslos und brutal zerrissen worden. Zu den vorbereitenden Maßnahmen der englischen Kriegführung gehörte z. B. eine großzügige Ankaufsplanung, die im wesentlichen darauf hinauslief, soweit wie nur möglich kriegswichtige Rohstoffe in den Empireländern zu kaufen. ohne Rücksicht darauf, von welchem Lande man sie bisher bezogen hatte. Davon wurden in erster Linie die südamerikanischen Staaten betroffen, deren Hoffnung auf umfangreiche Kriegslieferungen in Getreide, Fleisch usw. dadurch enttäuscht wurden. Die strukturelle Wirkung der Störung der Marktbeziehungen dritter, am Kriege unbeteiligter Länder wird besonders deutlich am Beispiel Argentiniens und Brasiliens. Da Argentinien den Briten nicht so zu Willen war, wie sie es wünschten, bestraften sie dieses Land durch Verlagerung des größten Teils ihrer Fleischeinkäufe nach Brasilien. Dadurch rückte an die Stelle des bisher in der Ausfuhr führenden Kaffees nun das Fleisch. Für Argentinien sowohl wie für Brasilien ergaben sich aus dieser britischen Rücksichtslosigkeit ernsthafte geschulten Volksgemeinschaft noch besonders zu unterstreichen brauchten. Um so nachdrücklicher erinnern wir an die deutschen Feststellungen zu Beginn des englischen Luftkrieges gegen die Zivilbevölkerung: Jeder Einflug, jede Spreng- und jede Brandbombe ist gezählt! Den Anfang der Vergeltung erlebt England seit 2V2 Wochen. Daß das Höchstmaß dieser Vergeltung noch nicht erreicht ist, hat auch das Ausland wiederholt festgestellt. Gerade jetzt entlarvt kein Geringerer als der britische Luftmarschall Joubert den eigentttchen Zweck der britischen Luftangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung mit den Worten: „Wir haben es satt, Bomben auf militärische Ziele niederzuwerfen. Wir wollen auch die Deutschen in Deutschland s e l b st treffen, und das ist es, was mir vor allem tun wollen." An dieses Wort, das abstoßendste Zeugnis britischer Brutalität, mögen sich die Engländer erinnern, wenn wieder Tausende und aber Tausende von Bomben auf ihr Land und seine Hauptstadt herunterkrachen. Bombe um Bombe? Nein — aber für jede über deutschen Wohngebieten abgeworfene englische Bombe eine ganze Ladung deutscher Bomben! Wir haben unsere englische Buchführung über diese Art von Luftkrieg und gedenken auch in diesem Falle von einer deutschen Gründlichkeit zu sein. schlagen, um das längst verlorengegangene Prestige in der Weltöffentlichkeit aufzufrischen und die äußerst niedergedrückte Stimmung der ernheimischen Bevölkerung zu heben. Um das riesige Ausmaß der angeblichen Schäden ins rechte Licht zu setzen, meldete Radio London, daß der Bevölkerung die Be- sichtigung der getroffenen Stellen durch polizeiliche Anordnung bei Strafandrohung streng verboten worden sei. Und dann lügt Reuter auf amtliche Anweisung das Blaue vom Himmel herunter. Wieder einmal sollen der Potsdamer und der Lehrter Bahnhof sowie die größten Berliner Kraftwerke zerstört worden sein. Dabei wird betont, daß die schwersten Angriffe auf vorher schon festgeschte Ziele erfolgt seien, und daß die Flugzeuge 50 Minuten über diesen Zielen geblieben seien, um sie mtt größter Genauigkeit treffen zu können, obgleich Bodennähe und ungünstige Witterungsbedlngungen die Beobachtung sehr schwierig gemacht hatten Das brttische Luftfahrtministerium scheint nicht zu merken wie sehr es damit die militärischen Fähigkeiten seiner Piloten kritisiert. Denn von den genannten Zielen ist n i ch t e i n s g e t r 0 f f e n worden. Nach unserer Erfahrung sollte auch kein kriegswichtiges Ziel getroffen werden. Vielmehr war offenbar wieder em Masse n a n g r i f f auf die Berliner Bevölke- rung aus der Luft geplant, er war vorher genau festgesetzt und wurde befehlsmäßig durchgeführt, Das chm so verhaßte deutsche Volk, seine fleißige werktättge Bevölkerung will Churchill treffen und vernichten. Denn nur ein toter Deutscher ist für ihn ein guter Deutscher, daher gibt es fern - Pardon. Dieser wohlorganisierte Massenmord aus der Lust schreit nach Vergeltung. Wie können der festen Zuversicht sein, daß unsere ßuftmaffe dem deutschen Volk diese Genugtuung verschaffen wird. - Parteisekretär den nun erfolgten Rücktritt nahezulegen. Dabei ist es nicht ohne Ironie, daß Roberts' Rücktritt mit geschäftlicher Ueberlastung begründet wird. USA. über die Volks,üblung enffeht Washington, 24. Sept. (Europapreß.) Die ersten, erschreckenden Eindrücke über die in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Nordamerika einzigartige Verlangsamung des Bevölkerungszu- Groteske Greuelmärchen. Stockholm, 25. Sept. (DRV. Funkspruch.) Im Gegensatz zu den erfundenen Behauptungen Churchills, daß die Angriffskraft der deutschen Luftwaffe im Abflauen begriffen sei, meldet jetzt auch der Londoner Berichterstatter der argentinischen Zeitung Nation, daß die britische Bevölkerung mit wachsender Besorgnis die sich täglich steigernde Bombardierung der englischen Hauptstadt verfolge. Größte Skepsis, so schreibt das Blatt, würde den Regie- rungsverstcherungen über angebliche neue wirksamere Abwehrmethoden entgegengebracht. Von diesen Vertröstungen sei wohl lediglich der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen. Man sei allgemein der Ansicht, daß der Krieg bis zur völligen Vernichtung Englands geführt werde. Angesichts dieses ständig zunehmenden Bombardements steht das Gespenst einer* ßanbung deutscher Truppen drohender denn je vor den Augen der gereizten und nervösen Bevölkerung. Mit der gewohnten Taktik der Lüge und Vertröstung versucht darum Churchill England bei der Stange zu halten. Dahin gehört auch folgende groteske Meldung des Londoner Nachrichtendienstes: „Die deutsche Jnvasions- flotte, die aus taufenden von Leichtern und kleinen Schiffen bestände, wurde aus den Häfen entfernt, und entlang der flandrischen Küste verankert. Der Sonntag hätte die Flotte bereit ge- ehen, den Kanal zu überqueren. Aber durch die chreckliche Niederlage, die der Naziluftflotte zugefügt wurde — 185 Maschinen (!!) seien in den schlachten über Großbritannien abgeschossen worden (!!) — wären die Befehle zur Abfahrt gestoppt worden. Am Montag hätte dann ein Südweststurm durch den Kanal gefegt, der zu einer Todesfälle (I!) geworden wäre. Die deutschen Schlepper hätten verzweifelt versucht, die Schiffe in Sicherheit zu bringen; aber sie seien überrannt worden und 60 000 Soldaten seien ertrunken. (!)" Vollkommene Solidarität der Achsenmächte. ganges wurde durch das Studium der über das Wochenende veröffentlichten ersten Ergebnisse der Anfang des Jahres durchgeführten Volkszählung noch vertieft. Bekannte Sozivlogen bezeichnen das Ergebnis der Volkszählung als höchst bedenklich. Sie verweisen darauf, daß die fünf volkreich- ft en Staaten des Ostens und des Mittelwestens nur eine durchschnittliche Devölkerungszunahme von einem Fünftelder Zunahme in den zehn Jahren von 1910 bis 1920 zeigten. Diese von A bis Z erfundene Schauergeschichte wird noch überboten durch eine Greuelmeldung, die offenbar von London aus in gewisse amerikanische Hetz- und Sensationsblätter gebracht wurde. „N e w York Sun" veröffentlicht in großer Aufmachung den Bericht eines Passagiers des USA.=2)ampfer5 „Exeter", der um Geheimhaltung seines Namens gebeten habe (!) und erzählt haben soll, daß mindestens 10 000 deutsche Soldaten bei den Lan- dungsmanövern ihr Leben verloren hätten (!). Viele Soldaten hätten den Gehorsam verweigert (!) und seien, wie er gesehen habe, gefesselt (!) und waggonweise nach Deutschland transportiert worden (!). Damit die Bevölkerung in den Städten sie nicht zu Gesicht bekäme, hätte man vorher Luftalarm (!) gegeben. Abgesehen davon, daß diese Geschichte an sich so grotesk ist, daß kein vernünftiger Mensch sie glauben kann, wird sich die Welt an die alte Taktik Churchills erinnern, der im November vorigen Jahres nicht müde würbe zu erklären, Deutschland habe den Versuch, Holland und Belgien in den Krieg einzubeziehen", längst aufgegeben. Um so überraschter waren England und nicht zuletzt Herr Churchill selbst, als der Führer irn Frühjahr an einem Zeitpunkt, den er für den richtigen hielt, den Absichten der Westmächte zuvorkam. Alles Rätselraten, alles Bestimmen von Terminen, alles Erdichten von Schauermärchen, hinter dem Churchill seine eigene Unsicherheit, fein eigenes Bangen vor dem, was geschehen wird, verstecken will — alles das ist zweck- und nutzlos. Es wird den Führer auch nicht im mindesten in seinen Entschlüssen beeinflussen. Den Zeitpunkt, wann der entscheidende Schlag gegen England geführt wird, bestimmt er selbst. Nur eines steht fest, das Wort, das der Führer in feiner Reichstagsrede am 4. September den britischen Kriegstreibern ins Stammbuch geschrieben hat, wird wahr: „Beruhigt euch — er kommt!" Störungen ihrer inneren Wirtschaftsstruktur, Arbeitslosigkeit usw. Aehnliche Erfahrungen machte die Türkei. Hier war es die englische Lieferunfähigkeit, die ganze Industrien der Türkei lahmzulegen drohte. A e - gypten zahlt die Abhängigkeit von England in seiner Baumwollausfuhr mit größten Versvrgungs- schwierigkeiten und mit einer Aufzehrung all seiner finanziellen Reserven. In der englischen westafrikanischen Kolonie „Goldküste" mußten riesige Vorräte von Kakao vernichtet werden, und die B a l - kanländer bezahlten die britische Aufkaufspolitik kriegswichtiger Rohstoffe um jeden Preis mit einer bedenklichen Steigerung ihres inneren Preisniveaus, so daß zeitweise die Gefahr einer Inflation bestand. Ueberall rief das englische Kapital als Mittel der wirtschaftlichen Kriegführung schwere Störungen des Warenverkehrs und damit auch der Produktion hervor. Freilich erstreckten sich diese Wirkungen zunächst nur auf den Außenhandel der neutralen Länder. Nun ist England prinzipiell zum System der Na- vicertblockade übergegangen und hat in dieses System so gut wie alle Länder einbezogen, die überhaupt noch für einen überseeischen Handel in Frage kommen. Selbst die Philippinen müssen sich z. B. dem englischen Navicertsystem fügen. In diesem System liegt eine weitere Gefahr für die Wirtschaft der neutralen Länder. Es ist ja bekannt, daß die britischen Konsulate, die die Unbedenklichkeitsbescheinigung zu erteilen haben, Einsichtnahme in die internsten Angelegenheiten der Betriebe verlangen, ehe sie eine solche Bescheinigung erteilen. Uebelste Handelsspionage verbirgt sich in Wahrheit hinter diesem Navicertsystem. Die Länder, die sich auch heute noch den britischen Wünschen fügen, werden diese Bereitwilligkeit sehr bald mit ernsten Störungen der Wettbewerbsoerhältnisse auch in ihrem eigenen Lande bezahlen müssen. Das Gift der englischen Plutokratie wirkt zersetzend überall, wo man ihm, in falschem Glauben an das Bestehen einer längst verschwundenen englischen Macht, auch weiterhin Eingang öffnet. Oer japanische Einmarsch in Jndochina. Tokio, 24. Sept. (Europapreß.) Die Agentur Domei schreibt, die japanischen Truppen seien auf der Hochfläche 100 Meilen östlich von Hanoi angekommen, nachdem sie einen Zusammenstoß mit indochinesischen Patrouillen gehabt hätten. Der Generalgouverneur von Jndochina hat einen Appell an die indochinesische Bevölkerung gerichtet, damit sie mit Ruhe das Militärabkommen mit Japan aufnimmt. Admiral Descux unterstreicht, daß das Militärabkommen in keiner Weife die gebietsmäßige Integrität Französifch-Jndochinas antastet. Die Tokioter Presse berichtet einstimmig, daß die Aktion in Uebereinstimmung mit dem französisch- japanischen Abkommen durchgeführt wurde und daß Japan keine Gebietsforderungen gegenüber Französisch-Jndochina habe. Die Machenschaften Amerikas und Englands hätten ein früheres U eher eint am men verhindert. Japan fei entschlossen, eine Einmischung dritter Mächte mit entsprechenden Maßnahmen zurückzuweisen. Für die japanische Reaierung sei es eine absolute Notwendigkeit gewesen, in Französisch-Jndochina Truppen zu stationieren. Nun sei Japan in der Lage, einen entsprechenden Druck auf Tschiangkaischek auszuüben. Das Abkommen habe gleichzeitig die anti- japanische Stellung in Französisch-Jndochina beseitigt, Japan werde das Uebereinfommen dazu benutzen, um mit der Lösung des Chinaproblems einen auf der Wohlfahrt aller beteiligten Länder aufgebauten gemeinsamen Lebensraum im Fernen Osten zu schaffen. Sollten dritte Mächte versuchen, diese Mission Japans zu verhindern, so werde Japan solchen Aktionen zu begegnen wissen. Demokratischer Parteisekretär in USA. zurückgetreten. Washington, 24. September. (Europapreß.) Der demokratische Parteisekretär Roberts übermittelte dem demokratischen Parteiausschuß sein Rücktrittsgesuch, das sofort angenommen wurde. Der Rücktritt Roberts', den diese mit „privaten Geschäften" begründete, stellt eine Auswirkung dar auf die kürzlichen Enthüllungen, wonach eine Roberts nahestende Konstruktionsfirma in den letzten zwölf Monaten vom Marinedepartement Honorare von nahezu einer Million Dollar für Konstruktionsgutachten bezogen hat. Die Korruption war so kraß, daß Präsident Roosevelt selbst sich veranlaßt sah, dem Berlin, 24. Sept. (DNB.) Nach Abschluß der Besprechungen in Rom hat Reichsminister von Ribbentrop beim Verlassen Italiens an den italienischen Minister des Aeußem Graf Ciano das nachfolgende Telegramm gerichtet: Bei meiner Rückkehr nach Deutschland gedenke ich mit besonderer Freude und aufrichtigem Dank Jyrer herzlichen Gastfreundschaft. Es hat mich mit großer Genugtuung erfüllt, daß ich im Auftrage des Führers gerade in dieser Phase der Niederringung Englands wichtige Fragen der gemeinsamen politischen Zielsetzung und der zukünftigen Gestaltung und Sicherung unserer Lebensräume mit dem Duce und Ihnen besprechen und hierbei wie immer die völlige Uebereinstimmung unserer Auffassungen feststellen konnte. Ich bitte Sie, Ihrem Duce meinen wärmsten Dank für den herzlichen Empfang und meine aufrichtigsten Gefühle zu übermitteln. Mit meinem Dank an Sie, lieber Ciano, für Ihre Gastfreundschaft verbinde ich den Gruß an die Bewohner der Hauptstadt des Imperiums, die in so spontanen Kundgebungen ihrem Bekenntnis zur siegreichen Politik der Achse Ausdruck gegeben haben. In freundschaftlicher Verbundenheit Joachim Ribbentrop. Der italienische Außenminister hat dem Reichsaußenminister mit folgendem Telegramm geantwortet: Ich danke Ihnen sehr, lieber Ribbentrop, für die Botschaft, die Sie mir am Ende Ihres hochwillkommenen Aufenthaltes in Italien gesandt haben. Die Besprechungen, die Sie in Rom führten, haben wieder einmal in diesem historischen Moment die vollkommene Solidarität der Achsenmächte und die absolute Ueberein ft immun g der Gedanken über die Neuordnung bewiesen, die der Führer und der Duce nach dem endgülligen Sieg unserer beiden Völker schaffen werden. Ich bitte Sie, dem Führer meine ergebenen Gefühle zu übermitteln. Ihnen, lieber Ribbentrop, drücke ich meine lebhafte Genugtuung für die Resultate des Treffens von Rom aus uno sende Ihnen in kameradschaftlicher Freundschaft meine herzlichsten Grüße. * Zu dem Telegrammwechsel schreibt Corriere della Sera: In dieser knappen, aber bezeichnenden politischen Kundgebung findet der kameradschaftliche G e ist in der konkretesten und totalsten Weise seine Bestätigung, der die beiden Staatsmänner, die beiden Regierungen und die beiden Völker vereinen. Weiter komme darin die volle Gleichheit der Gesichtspunkte Italiens und Deutschlands hinsichtlich der Methode für die Weiterführung des Krieges gegen England bis zum siegreichen Ende als Voraussetzung für die künftige Gestaltung Europas nach der Ausschaltung der englischen Vorherrschaft zum Ausdruck. England empfinde es, daß in Rom auch über fein Schicksal entschieden wurde. Es fühle, daß weitere Punkte jenes Programms festgelegt wurden, die die Befreiung Europas von der englischen Vorherrschaft zum Ziele haben. Man begreife, daß der volle Erfolg der römischen Besprechungen den Kampf bis zum äußersten Ende gegen den noch übriggebliebenen Widerstand in Europa und außerhaw Des Kontinents bedeute. „Popolo d'Jtalia" schreibt: Aus dem Besuch des spanischen Ministers Sun er in Deutschland hat man den Beweis für das Gefühl Spaniens gegenüber den Achsenmächten erhalten. Dieser Besuch habe die klare Bedeutung einer großen Solidaritätserklärung gegenüber der Achse. Der Schiedsspruch von Wien schuf im Donauraum eine neue Ordnung. Die Besprechungen von Rom seien der Markstein für die neue Entwicklung in Europa Auch Major Galland mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Telegramm des Führers zur Erringung seines 40. Luftsieges. Berlin, 24. Sept (DNB.) Major Galland hat Hal seinen 4 0. Luftsieg errungen. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat Major Galland aus diesem Anlaß das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Der Führer hat Major Galland mit folgendem Telegramm von dieser Verleihung Mitteilung gemacht: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen zu Ihrem 40. Luftsieg als drittem Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." * Major Galland wurde 1912 zu Westerholt, Kreis Recklinghausen als Sohn eines Rentmeisters geboren. Er besuchte das Gymnasium zu Buer i. W. und bestand dort 1932 die Reifeprüfung. Im Februar 1934 als Schütze im Infanterie-Regiment 10 eingetreten, wurde er am 1. September 1934 zum Fähnrich befördert. 1935 trat er zum Reichsluftfahrtministerium über und wurde als Leutnant und Fluglehrer bei der Jagdfliegerschule Schleißheim eingestellt. 1937 wurde er in eine Jagdgruppe versetzt und, nachdem er Geschwaderadjutant gewesen war, am 1. November 1938 Staffelkapitän einer Jagdstaffel, am 1. Oktober 1939 Hauptmann. Er nahm als Staffelkapitän am polnischen Feldzug teil und wurde außer der Reihe zum Major befördert. und Afrika. Auf jedem Gebiete finde Englanb feinen perfiden Intrigen den Weg verschlossen, während sich auch im Fernen Osten durch den japanischen Einmarsch in Jndochina eine neue Lage ankünde. Oie Zukunft Afrikas. Kolonialminister Teruzzi über seine Deutschlandreise. 3t o m, 24. Sept. (DNB.) Der italienische Kolonial» minifter General Teruzzi hat im Rundfunk über feine Besprechungen mit dem Reichsstatthalter Rit - ter von Epp erklärt, daß die Ergebnisse ganz auf jene totalitäre Vorstellung der Reorganisation Afrikas abgestellt waren, die einen der Eckpfeiler der europäischen Neuordnung bildet. Er erinnerte an die von ihm der deutschen Presse gemachten Erklärungen über die Kolonialpolitik des faschistischen Italiens, das, wie er betonte, „in Afrika nicht unterdrückt, sondern zivilisatorisch arbeite t". Das nationalsozialistische Deutschland lasse sich vom gleichen Gesichtspunkt leiten, „so daß das in einer nicht fernen Zukunft von der -englischen Unterjochung befreite Afrika jenen Wohlstand kennenlernen wird, auf den feine intelligente und arbeitsame Rasse, die bisher schonungslos auf die grausamste Weise tyrannisiert und ausgebeutet wurde, einen Rechtsanspruch hat". Die Unterredung mit dem Reichsaußenminister von Ribbentrop habe ergeben, daß die italienisch-deutsche Kolonialpolitik sich in den Gesamtrahmen der politisch-sozialen Revolution Europas einfüge. Der letzte Akt des gewaltigen Konfliktes habe bereits begonnen, den die westliche freimaurerisch-demokratische Plutokratie in der verbrecherischen Hoffnung entfesselte, noch einmal ihre Pirate'nmetho- den den jungen und gesunden Völkern aufzwingen zu können, die nichts anderes suchten, als in einem gesunden und verantwortungsbewußten Europa in Frieden zu leben und zu arbeiten. Zur gleichen Zeit, in der in dem grauen nordischen Himmel der englischen Insel die deutsche Luftwaffe ustbestritten den Luftraum beherrsche, bahnten sich die ruhmreichen italienischen Legionen in der glühenden Sandwüste den Weg, der ins Herz der englischen Vorherrschaft in Afrika führe. Deutschland und Italien scharten sich heute in absoluter Siegessicherheit enger denn je um ihre Führer, denen auch „jene farbigen Völker dankbar sind, die sich danach sehnen, im Lichte der Gerechtigkeit leben zu wollen". Wieder Bomben auf Marsa Mairuk. Der italienische Wehrmachtsbericht. Rom, 24. Sept (DNB.) Der italienische Heeresbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: In Rordafrika ist das befestigte Lager von Marsa-Matruk erneut mit Erfolg bombardiert Gießener Gtadttheater. Manfried und Hellmut Rötzner: „Goldregen." Aach die Sparsamkeit, sonst eine oft und hoch geschätzte Tugend junger Ehen, tannriibertrieben werden und wir Jr>erren der Schöpfung" müssen es nun einmal in Kauf nehmen, daß man uns für geizig hält, wenn wir nur sparsam sein wollen. Nicht immer finden wir dann eine hilfreiche Göttin, die uns auf eine so scharmante Weise auf den im wahrsten Sinne des Wortes goldenen Mittelweg zurückführt, wie der schon in reichlich jungen Jahren recht verstaubte und eigensüchtige Professor in diesem amüsanten Lustspiel, dem die eigene Frau sehr nachdrücklich beibringt, wie sie sich einen eleganten Haushalt vorstellt. Das Rezept ist freilich nicht für alle Chen brauchbar, denn nicht überall steht eine Zwillingsschwester aus Neuyork bereit, deren mondäne Maske man sich ausborgen kann, um dem von soviel Reizen ganz verzückten, und vor soviel Energie ganz hllflosen Gatten die Leviten zu lesen. Sehr quivive nutzt die kluge kleine Frau ihre Stunde, stink und mit Ausdauer schwingt sie, von guten Freunden wohlmeinend beraten und trefflich sekundiert, die Wünschelrute, und was diese hervorzau- bert, ist „Goldregen", wenn auch nicht mehr von jener zart duftenden Art, die einst den Anstoß w dieser nicht ganz ungefährlichen, auch nicht gerade billigen — die vierstelligen Schecks flattern geradezu märchenhaft in der Luft herum —, aber, wie man annehmen darf, dauernden und gründlichen Bekehrung eines Geizkragens gab. * Die Brüder Rößner hatte» sich schon in dem netten Spiel xu zweien: „Kari III. und Anna von Oesterreich" als Talente entpuppt, die die Bedürfnisse der Bühne kennen und dabei Geschmack und Witz genug haben, eigene Ideen auf pikante Weise anzurichten und in nicht alltäglichen Formen zu servieren. Mit ihrem neuen Stück haben sie gezeigt, daß ihr Opus 1 keine (Eintagsfliege und kein Zufallstreffer war. Auch dieses Lustspiel meidet ausgetretene Pfade und leeres Geplätscher. Es packt ein nicht unernstes Thema mit überlegener Heiterkeit und leichter Ironie an. Der flüssige, gut pointierte Dialog, der auch besinnlichere Untertöne nicht scheut, läßt keine Langeweile aufkommen. Diö Charaktere sind sehr sicher und eindeutig Umrissen. Freilich ein paar Unwahrscheinlichkeiten muß man hinneymen und der gute Professor ist für leine Jugend nicht sehr zeitgemäß geraten, selbst wenn man ihm für seine hochgradige Verkalkung die emsige Beschäftigung mit der Attertumswifsenschaft zugute hält. Daß Herz und Gefühl Nicht zu kurz kommen, dafür sorgen die in gefälliger Musik bargebotenen, hübschen und eingängigen Couplets, denen man hier und da aktuell- und lokalgefärbte Lichter aufgesetzt hatte. ♦ Die geschickte Regie Harry Grünekes, die sichtlich darauf bedacht gewesen war, die richtige Temperatur zu treffen, verhalf der reichsdeutschen Uraufführung zu einem vollen Erfolge. Das kleine Ensemble war sehr munter bei der Sache. Besonders Fräulein Prasser hatte sich mit viel Liebe in die zwar dankbare, aber nicht ganz leichte Rolle des kleinen Frauchens vertieft, das die Heilung des Gatten von Geiz und Eigensucht selbst in die Hand nimmt. Verschüchtert und ein wenig elegisch sieht sie den Fall schon als hoffnungslos an, zieht aber dann mit dem feschen Kostüm ä 1’amSricaine auch einen anderen Menschen an und verdreht ihrem Manne mit kokettem Temperament und Charme höchst pläsierlich den Kopf. Sehr frisch und natürlich machte Anneliese Garbe die gewitztere Freundin. Mit der komischen Figur des etwas trottelig gezeichneten Professors, der über den Damen der Pharaonen die eigene Frau schmählich vernachlässigt, schließlich aber doch verlegen kichernd ein Faible für bas weibliche Geschlecht entdeckt, fand sich Kurt B o s n y gut ab. Still vergnügt und mit überlegener Ruhe gab Walter (Erler den erfahrenen Frauenarzt. Hella H e n z k y war mit viel Humor ein guter Hausgeist, der mit erfrischender Grobheit seine Meinung herauspoltert. Für eine aparte Dekoration des einzigen Bühnenbildes hatte Karl Löffler gesorgt. Arthur A p e 11 hatte das musikalische Rankwerk leicht und dezent gestaltet. Das Herren- auartett Kohlermann, Mayr, Ritter und Zahn unter Leitung von Fritz Diekmann konnte sich manchen Sonderapplaus holen. In bester Laune unterhielt sich ein voll besetztes Haus bei dem lustigen Spiel und dankte zum Schluß mit viel Hervorrufen und Blumen. Dr. Fr. W. Lange. Der „taubstumme" Maurer. Don Erich Pfeiffer Betti. In dem ersten Jahr, da man in Florenz die Kirche Santa Maria Novella zu bauen anfing und bereits etwa zehn Meter über den Straßenboden hmausgekommen war, hatte ein junger Maurer, Battista Mirone, das Unglück, zwei ziemlich große Backsteine vom Gerüst herabfallen zu lassen. Er stand auf einer Leiter und schickte feinem Arbeitsgenossen die Steine, die er von unten erhielt; je zwei und zwei, wie ein Paket zu. Dabei rief er jedesmal mit lauter Stimme: Achtung, Achtung!, damit sich die Passanten drunten vorsähen, denn ein Zufall kann es immer fügen, daß einem Maurer der Stein entgleitet und einem Vorübergehenden auf den Kopf fällt. Battista Mirone hatte gerade ein wenig geträumt — von ©uiletta, einer hübschen Bauerntochter aus dem nahen Fiesoie — als er das Stein paar nicht 3U fassen bekam, und die zwei braunen Klotze prasselnd und polternd bas Gerüst herabhüpften, derart, daß sie den ehrbaren Mesier Francesco de la Portula mit gelinder Gewalt am Rücken, genauer am Gesäß trafen, ohne ihn jedoch erheblich zu beschädigen. Gewiß war, daß Battista noch wenige Sekunden vor dem Mißgeschick fein „Achtung" gebrüllt hatte, gewiß war aber auch, daß Messer Francesco nichts (Eiligeres würde zu tun haben, als zum Richter zu eilen, um den Maurergesellen zu verklagen: auf Schadenersatz, sechs Ellen blauen flandrischen Tuchs für eine neue Hose. Der Richter kannte den Battista Mrono, da dieser ihm einmal im Garten mit Geschick einen Brunnen neu gemauert hatte, er kannte aber auch den Herrn de la Portula, der im ganzen Florenz als scheelsüchtiger Querulant verschrien war. Also ließ der Richter den Maurer zu sich kommen und sagte: „Battista, das fit ein verteufelter Fall. Wenn es uns nicht gelingt, dem fetten Portula zu entlocken, daß er dich hat rufen gehört, dann mutzt du zahlen und sechs Ellen flandrischen Tuchs sind nicht billig. Aber ich will versuchen, dir aus der Pafiche ztt helfen. Wenn ich euch morgen einander gegenüber- stelle, hast du nichts, gar nichts zu tun. Verstanden, Battista? Du machst ein blödes Gesicht und hälfit den Mund." Als Messer Francesco de la Portula am nächsten Tag das Stadthaus betritt, das zerrissene Beinkleid über dem Arm und die eigene Rückseite verbunden und bepflastert, ließ er den Richter kaum zu Worte kommen. (Er hielt eine flammende Rede, stuchte grimmig und wies nicht nur auf die zerfetzte Hose, sondern auf den Körperschaden, den er erlitten hatte. Der Maurer aber stand daneben und sagte nichts, er guckte wie ein Fisch auf den fetten Herrn, der da so kämpferisch brüllte und gestikulierte. Als Messer de la Portula nun merkte, welch geringe Wirkung seine Rede auf den Angeklagten tat, hielt er etwas ratlos inne. Da sagte der Richter: „Ihr hättet ruhig weniger laut sprechen können, Messer Francesco, denn ich höre gut und der Mann dort, der Maurer von Santa Maria Novella, ist leider taubstumm!" „Taubstumm?" brüllte da wie ein Stier Messer de la Portula, „taubstumm, der?" Daß ich nicht lache! Bei der Madonna von San Miniato, ich hav ihn ja die ganze Zeit auf dem Gerüst „Achtung, Achtung" rufen hören!" „Leider habt Ihr nicht danach gehandelt", sagte der Richter, indem er die Sitzung schloß. Gelb vor Wut wie eine Zitrone verließ der dicke Mann das Rathaus, während der Maurer Mirone, nachdem er sich bei seinem Richter aufs herzlichste bedankt hatte, nach Fiesole eilte, um abends rechtzeitig bei seinem Mädchen zu fein, das mehr für ihn bereit« hielt, als eine Flasche Chianti-Weins. Dover im Feuer unserer Marineartillerie. Von Kriegsberichter Irih Vrunner. DNB. ... 24. Sept. (PK.) An einem klaren Herbsttag stehen wir auf dem Gefechts st and einer unserer Küstenbatterien, die ftit der Besetzung durch unsere Truppen gegenüber der englischen Steilküste dicht nebeneinander und untereinander gestaffelt das britische Jnselreick bedrohen. Wenn man die gewaltige deutsche Abwehr sieht, die hier in wenigen Wochen förmlich aus dem Boden gestampft wurde, und wenn man weiß, mit welchen Mitteln unsere Artilleristen ihre Batterien aus- aebaut haben, dann empfindet man es als eine Ironie des Schicksals, daß es meist Geschütze französischen Ursprungs sind, oft bezahlt mit englischem Geld, die nun ihre Granaten gegen England schleudern. Ein Fernsprecher rasselt. „Herr Kapitänleutnant, Sie werden am Apparat verlangt." Der Batteriechef greift zum Hörer. Seinen gespannten Zügen ist anzumerken, daß eine wichtige Meldung durchgegeben wird. Im Hafen von Dover sind unter dem Schutze der Nacht 13 Dampfer eingelaufen, acht größere Fahrzeuge und fünf kleinere. Das Kommando „Feuererlaubnis" bringt Leben in die Batterie. Die Rohre, die noch eben getarnt in den Dünen lagen, haben sich drohend emporgerichtet gegen das Ziel, das klar erkennbar vor uns liegt. Deutlich sind die Türme von Dover auszumachen. Die Berechnungen sind beendet. Jetzt kommt der Augenblick. Der Batteriechef gibt nur ein Wort durch den Fernsprecher: „Feuern I" Donnernd kracht die erste Salve aus den Rohren, aus deren Mündungen das Feuer blitzt und dunkler Qualm aufsteigt. Zischend ziehen die schweren Geschosse über unsere Köpfe hinweg. Alle warten gespannt und zählen die Sekunden. Der Ausguck meldet: Aufschlag! Drüben peitscht, mit dem bloßen Auge erkennbar, eine Rauchsäule auf. Die Schüsse lagen gut. Wieder Kommando: Salve und — Feuern! So jagt Salve auf Salve hinüber zur englischen Küste. Mit den scharfen Gläsern werden die Aufschläge feftgestellt, die bald den ganzen Hafen von Dover durcheinanderbringen. Die Schiffe verhohlen von einer Hafenseite zur anderen, aber es nützt ihnen nichts, unablässig speien unsere Rohre ihren Stahlhagel mitten zwischen die feindlichen Fahrzeuge hinein. Einer der Männer am Ausguck meldet: Mündungsfeuer schwerer Batterie bei Dover. Aha, der Engländer antwortet. Er will mit uns ein Duell von Küste zu Küste. Die Sekunden verrinnen, bis der Einschlag kommt. Er liegt zu kurz. Wir feuern unentwegt weiter hinein nach Dover, aus dessen Hafen jetzt einige Fahrzeuge zu flüchten versuchen. Sie werden weiter unter Beschuß genommen und bald kann auch auf diesen Schiffen Rauch- und Brandentwicklung festgestellt werden. Währenddessen schaltete sich eine weitere deutsche Batterie in den Kampf ein. Sie nimmt das schwere englische Geschütz unter Feuer. Das Gefecht geht hin und her. Granaten zischen hinüber und herüber. Einige Aufschläge der Engländer liegen etwas besser, jedoch gelingt es ihnen nicht, uns Schaden ^uzufügen. Rach etwa zweistündigem Kampf schweigt das britische Geschütz. Unser Erfolg ist klar: Der Hafen von Dover und das Hafenviertel haben mehrere Treffer bekommen. Don den Fahrzeugen ist eines voll getroffen, ein weiteres wurde abgeschleppt, und die englische Ar- tillerieabwehr mußte ihren vergeblichen Beschuß einstellen. Am nächsten Tag meldet ein Aufklärer unserer Luftwaffe, daß im Hafenbecken von Dover wieder sechs Schiffe von je etwa 3000 t ankern und daß weitere Fahrzeuge am Kai feftge- macht haben. Auf Grund dieser Beobachtung erhält die Batterie wieder Feuererlaubnis. Auch heute wieder ist klare Sickt. Wolkenfetzen ziehen über den Himmel, unter denen sich aanz deutlich die hellgelben Kreidefelsen der enalischen Küste abheben. Deutlich sieht man das Aufbliben der Mündungsfeuer, deren Sperre immer wieder von unseren Fliegern durchbrochen wird. Eben erhält die Marinebatterie Feuerbefehl. Dumpf rollt die erste Salve aus den Rohren und nach kurzer Zeit schon sitzen die Schüsse mitten im Ziel. Im Hafenviertel von Dover steigen wieder Rauchsäulen auf, Brände werden beobachtet, auf den Kais und Molen schlagen unsere Granaten ein und richten im Hafen Verwirrung und Verheerung an. Einer der 3000-Tonner erhält einen Volltreffer und brennt. Bereits nach wenigen Salven liegt ein weiteres Fahrzeug mit schwerer Schlagseite am Pier von Dover. So wird die Lage des Briten von Tag zu Tag bedrohlicher. Nirgends an seiner eigenen Küste ist er mehr vorm Zugriff der deutschen Waffen sicher. ' worden. Feindliche Lufteinflüge auf Tobruk und Barbia haben keine Opfer und nur geringen Schaden zur Folge gehabt. In Ostafrika haben unsere Spähtrupps Zusammenstöße mit feindlichen Truppen in der Nahe von T o d i g n a c und L i u a n (Rudolf-See) gehabt und sie zum Rückzug gezwungen. Unsere Luftformationen haben den Flugplatz von Port Sudan bombardiert, wobei 10 feindliche Flugzeuge am Boden schwer beschädigt wurden. Eine andere Formation hat den Dasserflughafen von Aden bombardiert. Der Feind hat seine Luftbombardierungen in Gura, Adi Ugri, Sciasciamana und Diredaua erneuert. Ls gab einen Verwundeten und nur leichten Sachschaden. Oer Ueberfall auf Dakar. Ein englischer Kreuzer von französischem U-Boot versenkt. - Britische Landungsversuche vereitelt.—Oe Gaulle zieht sich zurück. Genf, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Dichy gemeldet wird, haben die Engländer vor der Beschießung Dakars zunächst Katapultflugzeuge ge st artet, die auf dem Flughafen von Dakar landeten, um die dort befindlichen Fliegertruppen zu veranlassen, sich General de Gaulle anzuschließen. Die Insassen der englischen Flugzeuge wurden dabei verhaftet. Daraufhin setzten die vor Dakar vrsammelten englischen Flottenstreitkräfte zwei Motorboote aus, an deren Bord sich mehrere Offiziere befanden, die dem französischen Oberkommissar das Ultimatum de Gaulles und Englands überbrachten. Nach der Ablehnung dieses Ultimatums eröffneten die Engländer unverzüglich das Feuer auf die Stadt. Bei dem sich daraus entwickelnden Kampf wurde ein englischer Kreuzer durch das französische Unterseeboot „PersLe" versenkt, bas seinerseits von den Engländern in Grund geschossen wurde. • Es verlautet, daß die Beschießung von Dakar den Ganzen Montag über andauerte und um 8 Uhr noch nicht beendet war. Am Montagabend wurden die französischen Verluste mit sechzig'Toten angegeben. Die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten ist noch unbekannt. Die Agenzia Stefani berichtet auch Vichy, daß das englische Geschwader, welches Dakar bombardiert hat, aus zwei Schlachtschiffen, vier Kreuzern, einer Anzahl von Torpedoboots-Zerstörern, echs Hilfskreuzern sowie aus Truppen-Transport- chiffen bestanden hat. Im Hafen von Dakar hätten ich vor kurzem eingetroffene französische Kriegschiffe, darunter die Kreuzer „Mont Calme", „Georges Leygues" und „Gloire" befunden. In der Meerenge von Gibraltar wurden Dienstagnach- mittaa ein englischer Kreuzer, vier Zerstörer und zwei U-Boote gesichtet, die mit Kurs Atlantik tn südlicher Richtung verschwanden. Man nimmt an, daß die enalischen Einheiten ebenfalls gegen die französischen Kolonien^ an der westafrikanischen Küste eingesetzt werden sollen. Zwei Landungsoersuche, die die Engländer Dienstag früh um 1 Uhr bei Dakar mit starken Streitkräften unternckhmen, wurden von den Küstenschiffsbatterien upd den in Dakar stationierten französischen Truppen vereitelt. Die erste Landung wurde in R u f i s q u e , einem einige Kilometer von Dakar entfernten kleinen Hafen, angesetzt, ohne daß die Engländer das Land erreichen konnten. Der zweite Angriff, der sich unmittelbar gegen Dakar richtete, wurde ebenfalls von den Franzosen zurückgeschlagen. Ein englischer Kreuzer soll dabei beschädigt worden sein. Da von der ftan- zöstschen Sende st ation in Dakar seit gestern nachmittag keine Informationen zu eryalten sind, vermutet man, daß diese Station von den Engländern beschossen und zerstört wurde. In Dakar befinden sich nur schwache französische Streitkräfte. Nachdem die Garnison vor einigen Tagen um 2000 Mann verstärkt wurde, dürften sich etwa 4000 bis 5000 Mann an Ort und Stelle befinden. Der Londoner Nachrichtendienst verbreitet ein Kommunique des französischen Emigrantengenerals de Gaulle in dem es heißt, daß der General von vielen „freien" Franzosen, die darauf gebrannt hätten, den Kampf gegen Deutschland weiterzuführen, nach Dakar berufen worden sei. Die Marinebatterien von Dakar hätten aber das Feuer auf Abgesandte des Generals eröffnet; von 5 Hauptleuten seien zwei schwer verwundet worden. Ein Landungsoersuch sei von den Küstenbatterien erneut vereitelt worden; zwei der Schiffe der Flotte de Gaulles hätten ernsthaften Schaden erlitten, auch Opfer seien zu beklagen. Da General de Gaulle nicht die Absicht habe, an einem Kampf zwischen Franzosen teilzunehmen, habe er sich zurückgezogen. SPANIEN ALGERIEN Bathurst Marokko Dem räuberischen Ueberfall auf die kampfunfähige französische Flotte bei Oran hat Churchill den Piratenstreich gegen Dakar folgen lassen. Wie vorher im Falle Oran hat der französische Befehlshaber auch diesmal das Ultimatum zur Uebergabe der Kriegsschiffe abgelehnt und den ungleichen Kampf gegen den ehemaligen Bundesgenossen ausgenommen. Diese Haltung steht durchaus im Einklang mit den Bestimmungen des Waffenstillstandes von Compiögne, wo den besiegten Franzosen zur Wahrung ihrer kolonialen Interessen gewisse militärische Vorteile eingeräumt wurden. Im Rahmen dieser kolonialen Interessen spielt Dakar eine nicht unwichtige Rolle. Als Hafenstadt der Kolonie Senegal, an der Südküste der Halbinsel des Kap Verde gelegen und von der gegenüberliegenden Insel Gorse durch einen zwei Kilometer breiten Meereskanal getrennt, hat es nicht nur wirtschaftliche, sondern auch strategische Bedeutung. Frankreich nahm 1857 von Dakar Besitz. Die Hafenanlagen, mit deren Herstellung man 1862 begann, wurden 1931 modernisiert uno erweitert. Im Jahre 1938 wurde ein östliches Hafenbecken ausgebaut, in dem drei große Kreuzer vor Anker gehen können. Dakar ist durch eine Eisenbahnlinie mit St. Louis an der Mündung des Seneaalflusses verbunden. Ein weiterer Schienenstrang fuhrt quer durch die Kolonie nach Kayes im französischen Sudan. Dakar ist außerdem der südliche Ausgangspunkt der großen Sahara- Autostraße, der sogenannten „Route imperiale”, die über St. Louis und Agadir nach Casablanca in Marokko führt. Da in Friedenszeiten auch zahlreiche Flug- und Schiffahrtslinien die Hafenstadt berühren, muß Dakar als eins der bedeutendsten Derkehrszentren im westlichen Afrika gelten. Etwa 150 Kilometer weiter südlich liegt B a t h u r st, die Hauptstadt der kleinen britischen Kolonie Gambia an der Mündung des gleichnamigen Flusses. Das Scho in Frankreich. Genf, 24. September. (Europapreß.) Der „Petit Dauphinois" schreibt zu dem Zwischenfall von Dakar. Der Montag stand im Zeichen einer gemeinen lat von außerordentlicher Tragweite. Die Nachricht über den britischen Angriff auf Dakar hat in Regierungskreisen eine ungeheure Erregung ausgelöst. Man bemerkt, daß es sich diesmal nicht darum handelt, französische Kriegsschiffe unter dem Vorwand, sie könnten sich deutschen oder italienischen Geschwadern anschließen, zu zerstören. Es handelt sich um die Aneignung französischen Gutes. Die Welt wird über diesen neuen Angriff unseres Verbündeten von gestern urteilen. Sie wird darin den Wunsch Englands sehen, die Verluste, die es auf kolonialem Gebiet erlitten hat, wiedergutzumachen, indem es sich einen Teil oder sogar unser ganzes Kolonialreich aneignen möchte. Das Lyoner Blatt „N o u v e l l i st e" sagt, Frankreich sei noch fähig, sich zu verteidigen, und es werde sich auch verteidigen. England führe sich nun Frankreich gegenüber als erklärter Feind auf. Die Regierung Churchill gebe sich heute zu einer Perfidie, die noch von außerordentlich erschwerenden Umständen begleitet sei. Der größte Schmerz für die Franzosen sei aber die Gegenwart eines Repräsentanten der Franzosen, der angäbe, dem Marschall Pötain in Patriotismus eine Lehre erteilen zu müssen. Be- CÜLDENRINC MIT &MUNDSTÜCK 4 PF. Der C ÜLO EN RING-flauerer hat jetzt den Nutzen davon, dass wirvor Jahresfrist auf die JCerstedung unserer wertvodsteru Marken verzichteten.Denn die kost Garen {Tabake, die wir dafür öereitgestedt hatten, kommen der Mischung dieser 4 {Pfennig- Zigarette zugute. So können wir 6ei der CÜLDENRINC mit thMundstück aufCange Zeit hinaus für eine hervorragenderem orientaCiscfje STabak-duaCvtat einstehen. eit alterst)er ist Der Tabak ein guter Kamerad des Soldaten.Auch heute soll ihm die Zigarette ein zuverlässiger Gefährte fein unö ihn niemals enttäuschen.Lo setzen wir alles daran,ihm unsere Marken tadellos verarbeitet und in bester Tabak-Qualität zu liefern. KlSSHER k • HlV H •> A H H o> H H A H-A K.>.» S S«> > 5» H K «> S D S -> S 2 ° <• < €• <3 e- C« C« <5 <- <• <- € <- C < <- <- C <- <• <- <- C C« <- H H E 6 sonders die Anwesenheit des Exgenerals de Gaulle, der im Augenblick des größten Unglücks anstatt sich an die Spitze einer Jnfanteriebrigade zu stellen, sich über den Kanal gerettet habe, sei es, die in ihrer Würdelosigkeit betrübe. Nun habe aber die französische Regierung den Befehl erteilt, jeden Schlag zu erwidern und bis zum Ende gegen die überlegene englische Flotte zu kämpfen. Kleine politische Nachrichten. Zwischen Brasilien und Japan ist ein Kulturabkommen unterzeichnet worden, das einen gegen« eckigen Austausch auf den Gebieten von Wissen- chaft, Kunst, Musik, Literatur, Theater, Film, Rund- unf und Sport vorsieht. Das als überfällig gemeldete nordamerikanische Heeresflugzeug ist in Georgia zerschmettert aufgefunden worden. Brigadegeneral Money Cut und die beiden anderen hohen Offiziere, die sich an Bord befunden hatten, sind tot. * Zu judenfeindlichen Kundgebungen ist es in Französisch-Marokko gekommen. Im Judenviertel von Fez haben französische Offiziere die Juden verprügelt. Es ist auch von Schußwaffen Gebrauch gemacht worden. Ein Jude wurde getötet Reichserziehungsminister Rust traf, von Frorenz kommend, wo er das Agrartechnische Institut und die deutsche Schule besichtigt hatte, in Rom ein. Der Duce hat im Beisein des italienischen Unterrichtsministers den Minister empfangen und mit ihm eine herzliche Besprechung gehabt. Den Nachmittag widmete der Minister dem Besuch der deutschen kulturellen Einrichtungen. Zu Ehren des Ministers hat der italienische Minister für nationale Erziehung, Bottai, einen Empfang veranstaltet. ♦ Der Reichsleiter für die Jugenderziehung der NSDAP. Baldur von Schirach verlieh dem Schriftleiter Heinrich Baron, der vor dem Krieg als Pariser Korrespondent der Führerzeitschrift der HI. „Wille und Macht" tätig war, das goldene Ehrenzeichen der Hitler-Jugend. Baron war in Paris unter fadenscheiniger Begründung, wobei ihm auch seine Tätigkeit für „Wille und Macht" zum Vorwurf gemacht wurde, zum Tode und seine Gattin zu fünfjähriger Zwangsarbeit verurteilt worden. Durch den raschen deutschen Sieg wurden beide befreit und gerettet. * Reichsjugendführer Axmann traf in Begleitung des Stabsführers der Hitler-Jugend, M ö ck e l, zu Besprechungen mit dem Reichslecker für die Jugenderziehung der NSDAP. Baldur von Schirach in Wien ein. * Der Reichsgesundheitsführer und Hauptdienstlecker der NSDAP. Dr. Conti hat' den Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung, Dr. Ramm, zum Beauftragten des Hauptamtes, für Volksgesundheit der NSDAP, für d i e Krebsbekämpfung in Deutschland ernannt. Ihr Auftrag bezweckt die Zusammenfassung und einheitliche Ausrichtung aller auf diesem Gebiete tätigen Einzelkräfte und Organisationen. Lord Byron und die Briten. In einer Glosse unserer Berliner Schriftleitung: „Englands schönste Stunde" waren Verse aus einem Gedicht Lord Byrons „M inervas Fluch" zckiert, in denen der große britische Dichter der Romantik feinem Volke den Untergang prophezeite. Was Byron zu jenem Gedicht veranlaßt hatte, mögen unsere Leser aus einer Zuschrift erfahren, in der es heißt: „Byron kam auf feiner ersten Mittelmeerreife 1809 bis 1811 auch nach Griechenland und hielt sich lange in Athen und Umgegend auf. Zu der gleichen Zeit war ein anderer Engländer von Rang in Attika, Lord Elgin, der englische Gesandte am Hofe des Sultans. Elgin war ein fanatischer Sammler von, Altertümern. Er hatte sich vom Sultan die Erlaubnis geben lassen, daß er in Attika, das ja wie ganz Griechenland damals noch unter türkischer Herrschaft stand, nach Altertümern in und auf der Erde forschen und „Transportables und Interessantes" also nicht nur Abgüsse von Skulpturen sondern auch „Steine mit alten Inschriften und Figuren" mitnehmen dürfe. Elgin machte in echt englischer Bescheidenheit von dieser Erlaubnis den weitgehendsten Gebrauch. Wo er etwas Wertvolles vermutete, ließ er durch feine aus England mitgebrachten Leute nachgraben. Er kaufte auch Häuser auf und ließ sie rücksichtslos abreißen, um in den Fundamenten nachforschen zu können. Je mehr er fand, desto gieriger wurde er. Zuletzt scheute er selbst nicht mehr davor zurück, auch an dem Tempel der Göttin Pallas Athene auf der Akropolis Hand an- zulegen. Die am Giebel angebrachten herrlichen Skulpturen, von der Meisterhand des Phidias vor mehr als 2000 Jahren aus pentalischem Marmor verfertigt, reizten feine Gier. Er ließ sie von ihrem Hintergrund loslösen und einpacken. Zum Andenken an seine Tat wurde sein Name in die leere Giebelwand eingemeißelt. Alle auf diese Weise gefundenen und geraubten wertvollen Altertümer wurden auf 33 Schiffen nach England gebracht. Auf einem dieser Schiffe fuhr auch der Dichter Lord Byron zurück. Mit Ingrimm hatte er gesehen, auf welche Weise Elgin die toftbaren Altertumsschätze zusammengebracht hatte und besonders wie er den berühmten Tempel seines schönsten Schmuckes beraubt hatte. Wie oft hatte der Dichter auf der Akropolis vor dem Tempel gestanden und sich gelabt an den Denkmalen einer großen Kunst. Die Tat Lord Elgins galt Byron als eine schändliche Entweihung. Als dann Elgin nach feiner Ankunft in England die in Griechenland zusammengeraubten Kunstwerke des Altertums, für deren Aufnahme feine Schloß in Schottland sich als viel zu klein erwies, für 35 000 Pfund an den englischen Staat verkaufte und dieser sie im Britischen Museum aufstellen ließ, war Byrons Zorn so groß, daß er ihm in einem Gedicht mit der Ueberschrift „M i - nervös Fluch" Ausdruck geben mußte. In diesem Gedicht schildert er, wie Pallas Athene (Minerva) nachts zwischen den Säulen ihres geschändeten Tempels erscheint, in Lord Byron einen Briten erkennt, und von ihm drohend Rechenschaft für den Raub verlangt. Mazedonier und Römer, Goten und Normannen hätten bei der Eroberung Athens das Heiligtum nicht anzutasten gewagt, was nun geschehen, sei schamloser Diebstahl. Byron sucht in seiner Antwort sich und sein Volk mit der Bemerkung zu verteidigen, der Räuber Lord Elgin sei kein Brite, sondern ein Schotte, und zwischen ihnen und den Briten sei der gleiche Unterschied wie zwischen einem Böotier und einem Athener. Doch entrüstet weist Athene den Einwand zurück mit dem Bemerken, der englische Staat habe ja den Raub von dem Dieb gekauft, dessen Krämer- aeist seine Lust am Stehlen noch übertreffe. Die Göttin flucht den Briten und weissagt Eng* land den Untergang: „Schweig und vernimm, was Pallas prophezeit! Vernimm und glaub, den Rest enthüllt Die Zeck. Blick nach dem. Ganges, dessen Sklavenherden den Grundbau deines Reichs erschüttern werden. Schau hin! Die Rache für Erschlagene schnaubt, der Aufruhr hebt sein geisterbleiches Haupt. Bis Indus' Flut in dunklem Purpur loht, des Nordens bhitgen Schuldbrief fordernd, droht So mögt ihr untergeht! Mit stolzen Rechten hat Pallas euch geschmückt nicht um zu knechten. Noch einen Todeskampf besteht ihr, einen! Eh England Ketten trägt, wird Frankreich meinen. Mit welchem Auge sehn vom Dünensttand die fliehenden Bürger ihrer Städte Brand, Und schaun die Flammen wild entfacht am Themsestrande züngeln durch die Nacht. Murr, Albion, nicht, denn jener Brand war dein, der sich vom Tajo wälzte bis zum Rhein. Zu spät die Reue, euer Grauen vor Brand und Tod — Leben für Leben heischt das ewige Gebot." Aus alter Wett. von einem Schneebrett tödlich getroffen. Zwischen Nebelhorn und Laufbachereck im Allgäu ereignete sich ein schwerer Bergunfall. Der sechzig Jahre alte Kaufmann Karl Wetzel aus Köln machte mit einer Partie die Ueberschreitung des Höhenweges. Auf dem Grat traf Wetzel, der etwas abseits stand, ein zwei Meter breites Schneebrett, das sich vom Grat gelöst hatte. Wetzel konnte nicht mehr beifeitefpringen und wurde 250 Meter in die Tiefe gerissen, wo er tot liegen blieb. Kinobrand in Kolumbien. Im Vorführungsraum eines Kinos in Sogamoso (Kolumbien) brach Feuer aus. Obwohl der Brand nicht auf den Zufchauerraum Übergriff, entstand unter den Zuschauern eine Panik. In dem entstehenden Gedränge wurden 23 Kinder getötet; 28 Personen erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Htmptschriftlefter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bet Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik Feuilleton und Bllder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche NniversttütSdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. zusätzliche Zu haben : In Apotheken, Drogerien usw. - Wo nicht erh<llch, Versand von Kurpackungen mit 10 Flaschen zu RM.6.70 Inkl. Verpackung, portofrei, durch Alleinhersteller HackerSrim München ges. gasch. W 4274 D Wieder Milchvieh- Versteigerungen in Borken i.W. Tagenden oder frischmelkenden Kühen och, 2 Oktober 1940, bei den örtlichen Anmeldungen von hochtragenden oder frischmelkenden Kühen und Rindern bis Mittwoch, 2 Oktober 1940, bei den örtlichen viehverwertenden Genossenschaften oder der Veranstalterin, die Die nächste Milchviehversteigerung findet statt am Freitag, dem 11. Oktober 1940 mittags 12 Uhr, In Borken; Versteigerungsplatz wird noch bekanntgegeben e.G.m. b.H., Münster i.W., Windthorststraße 20, Ruf 26644-45. Ständige Vermittlung von Vieh aller Art: Fett- und Weidevieh / Ferkel / Läufer / Pferde usw. ________ 4261 V [Stellenangebote) Kebie Ursprungs- Zeugnisse, andern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben bet- legen I - Lichtbilder «ndBewerbuugsunte» lagen müssen zur Ber- Meldung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift bei Bewerber» tragen l IM* oHMin für Buchbinderei gesucht. 4271D Verlag Karl Christ Wetzsteinstr. 8. Wz- arbriter sofort gesucht. Georg Bellof, Auto- LackierwerMatte Gießen, In Löbers Hof 6 Ordentlicher oder 4264D flinker Junge nicht unter 15 Jahren, f. Hausarbeit u. Botengänge gesucht. Heinrich Hehler Konditorei und erst. WienerCaf^ Ehrliche, saubere Sliiittffl für 2X wöchentlich 2 Stunden vormittags ges. Koehler, Gartenstr. 18 II Tüchtig., solides MWll für Haus und Küche gesucht. SelmMekllek Konditor, u. erst. Wien.Caf^. 4263d Beachten Sie auch immer-? Am 24. September d. J. entschlief unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Wilhelm Luft im 80. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebener!: Wilhelm Luft Gießen (Alicenstraße 42), den 25. September 1940. Die Trauerfeier findet Freitag, den 27. September, 14 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt M.-MNOMM für tieöesgoöen. Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die DRK.- Annahmestelle für Liebesgaben im früheren Hotel Lenz zu Gießen zur Versorgung des Wehrmachtsunterkunftsheims und der Erfrischungsstelle im Bahnhof Gießen sowie der hiesigen Lazarette fortbesteht. Spenden lebet Art werden dort zu jeder Zett entgegengenommen. Gießen, den 23. September 1940. Deutsches Rotes Kreuz, Kreisstelle Gießen. Dr. L 0 tz, DRK.-Oberfeldführer. 4275D 6-5i0H0.'®0|llHO0 mit allem Zubehör sofort od. später zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote unt. 4278D an den Gießener Anzeiger erbeten. Hiesiger Industriebetrieb sucht für feine Einkaufsabtetlung zur Rechnungskontrolle tüchtige Kontoristin Bewerberinnen, die ähnl. Posten bereits ausgefüllt haben, werden gebeten, ausführlich. Angebot nebst Lebenslauf u. Zeugnisabschriften einzureichen unter 4270D an den Gießener Anzeiger. Drogen - Chemikalien Parfümerien Hygienische Artikel Photo - Photoarbeiten Projektion Schmalfilm-Kino kaufen Sie bei Kreuzplatz 9 und 10 Sammelruf 3153 504A 2-4-3immer- Mirnng zu mieten gesucht. 2-Zimmer- Wohnung in gut. Hause kann evtl, in Tausch gegeben werden. Schr. Ang. unt. 03227 a.d.G.A. Mühl. Wohn- und Schlafzimmer evtl, mit voller Pension, Marktplatznähe, sofort gesucht. Schr. Ang. unt. 03225 a.d. G. A. Nähe Universität 4-Zimm.-Wohnung nebst Küche, zwei Bodenräume, Bad (nicht eingerichtet), Keller für 59 RM. ein- schl. Wassergeld, Treppenbeleucht, ist per 15.Okt. zu vermieten. Schr. Angebote unter 03229 an den Gieß.Anz. erbet. | Vermietungen"! inwden'Wobng. 3 Zimmer,Küche u. Abschluß, neu hergerichtet, zu vermieten. Schr. Ang. unt. 03226 a.d. G.A. Suche für sofort oder später 1 kl. trockenes Lager mit Keller und Garage, evtl, mit 4—5 - Zimmerwohnung. Schr. Ang. unt. 03208 a. d. G. A. Meine'Arneigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. Das große Spezialhaus Sköhler ist nicht nur Ihr Berater in allen Kleider- u. Punktfragen. KÖHLER sorgt auch für die laufende Pflege Ihrer Zivil- und Uniform-Bekleidungsstücke: Aendern, Flicken, Modernisieren. Nur das Bringen und Abholen müssen Sie in der Kriegszeit selbst besorgen. Eigene Maßschneiderei für Anzüge und Uniformen in höchster Vollendung 3175A Einige SMeimrMIen zum sofortigen Eintritt gesucht. Einstellung erfolgt über das Arbeitsamt Gießen. EmU S. Müllev Holzwarenfabrik Gießen, Schillerstraße. _______________________________4267 D WM«! mit Zentralheizung zum 1. Oktober an Dauermieter zu verm. Schr. Ang. unt. 03223 a. d. G. A. pVlietgesuche | 2 möblierte SWWmer in gutem Hause zum 1. Oktober oder später ges. Schr. Ang. unt. 03228 a. d. G. A. ^,Hlvestfülische promnitel-lliehllerwertungsgenoslenlchaft Selbständige WsWlerjn od.ANeinmädch. per sofort oder 15. 10. zu älter. Ehepaar in der Nähe Frankfurts gesucht. Dauerstellung. Angeb. an Job. Adam, Neu-Isenburg, Moltkesfr. 43 I. Tüchttges MW für Haushalt bei sehr gutem Lohn für sofort oder auch später ges. Metzgerei Otto Von-Eitt, Bismarckstr. 14. Nachlässe von3«, 20 v. S. erhalten 6k bei wiederholten Auf. nahmen einer Am eia» ÄS M (Statt Karten Oie glückliche Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen in dankbarer Freude an Margarete Nöh, geb. Krombach Siegfried Röh Gießen, den 24. September 1940 Frankfurter Straße 24 (z.Z. Kath. Schwesternhaus) 03231 Verkäufe Gisela Kriemhild Fillmann Walter Nietzold tt.-Wachtmelster, z. Zt. im Felde geben ihre Verlobung bekannt Marburg (Am Grün 28), den 24. Sept. 1940 4272 D MWM m. 3 x 5-Zimuu- Wohn.,m.Balk., Gatten u. freier Einfahrt, in best. Lage Gießens, z. verkaufen. 42691) Adolf Schmidt, Haus- u. Hypothekenmakler u. Hausverwalt. Gießen, Licher Sttaße 5. Zn verkaufen: Wohnzimmer- lampe, Zuglampe Kleiderschrank Eisschränkchen Bttcber(Märchen) Mädchenbücher (Romane) [03230 Frank!. Str. 29 II. Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Günstig.Gelegenheit Schöner, yroßer, mod. wenig gebr. weiljeiM (Roederherd) m.Nickelbeschläg. 3Kochstellenusw. umständehalber preiswert zu verkaufen. 4262V Wo? sagt die Ge- schäftsst. d. G. A. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 | Verschiedenes | Student erteilt Nachhilfe unterricht in Latein, Grie- chisch.Französisch Deutsch und Geschichte. Schr. Ang. unt. 4257D a.d.G.A. Kaufgesuche | SAWesel Grötze 41 gut erhalten, in Größe 43—44 zu tauschen ges. £flnögtafennr. 411 Wii kaufen gebrauchte mölLneawertifie Magno gegen Barzahlung. Opel. Gießen Rui 2847/48. Verkaufe gut erhaltenes Berren-Fahrrad meine gebraucht, tteitachifle Schr. Ang. unt. 03221 a.d. G.A. Stadttheater M Mittwoch j| Gut erhaltene WMWne sowie DWOeflen ges. Schr. Ang. m.näher.Ang.u. 4276Oa.d.G.A. 19.80—22 Uhr 2. Mittwoch-Miete Johannisfeuer Schauspiel von Sudermann. Preise: RM. 0.60 bis RM. 3.10. Geige, 03222 Laufställchen u. Damen-Schube, Gr. 37, zu verk. Anzusehen ab 19 Uhr. Wo? sagt die Geschäftsst. des Gieß. Anz. Mittwoch, 25. September 1940 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Br. 227 Zweiter Blatt Start eines Strolch. JÜ' w Start frei! — (Aufn. [2]: Laue.) (Nachdruck verboten.) 81. Fortsetzung. i kommt ihm gar nicht recht. Er will losen Blättern besteht, die mit den Randstreifen von Spielball der ganz unberechenbaren Briefmarken zusammengeklebt find. Auf dem äutze- nicht mehr ein Ein jeder erlebt es, daß ihn der Tod einmal streift. In der Regel ist das ein Augenblicksgeschehen — ein Moment der Gefahr, fast immer erst hinterher erkannt — der einen Schauer hinterläßt und bald vergessen wird. Anders aber, wenn man mit ihm um eine Beute geringen hat, in überheller Wachheit feine Allgewalt spürte und ihm die eigene, ach, so enge Begrenztheit entgegensetzte. Ja, das vergißt man wohl niemals. Und das ist ein Umschmelzungsprozeß. Darum muß Hans Bergholz eine Minute lang in der Diele stehen und sich umblicken, als sei er in eine fremde Behausung ein- Am Nachmittag kommt ein Polizist zu Pahls und fragt nach Klaus Tjaden. Pahl sieht ihn mißvergnügt an und fragt mürrisch: „Na, wat is denn nu wieder los?" Er klopft an die Kammertür bei Klaus, der wie immer morgens um drei aufgestanden ist und sich jetzt zu ein paar Stunden Schlaf hingelegt hat. Er muß abends in die Sportschule. „Du, komm mal 'raus! Hier is een Schupo, der will wat von dir!" Noch einigen Minuten erscheint Klaus, und der Beamte gibt ihm den merkwürdigen Brief, der aus Arbeit zum Wohle unseres Volkes bringen. In diesem Zusammenhangs machte er den jungen Angehörigen unserer Universität verständlich, wie außerordentlich chwer namentlich die Menschenbehandlung im Alltagsleben ist, wie hierbei noch gegen mancherlei Egoismus, Vorurteil, falsche Meinungen, mangelnden Gemeinschaftsgeist usw. anzukämpfen ist,' um den im Geiste der echten Volksgemeinschaft überall erforderlichen Idealismus auch im Alltagsleben zur Geltung zu bringen. Aus seinen reichen Erfahrungen in 15jähriger Tätigkeit als Politischer Leiter und Mitkämpfer des Führers gab er seinen gespannt olgenden Hörern interessante Beispiele dafür, was von der Grundlage der Volksgemeinschaft aus als gut zu bewerten ist und was von diesem Blickpunkt aus einer solchen Prüfung nicht standhält. Auch an diesen Ausschnitten wurde deutlich erkennbar, wie bei der Erfüllung solcher Aufgaben der Menschen- Es gibt einen alten, in der Erfahrung unentwegt bewiesenen Grundsatz erziehungswissenschaftlicher Natur, der in seiner volkstümlichen Form jedem bekannt ist: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr". Er ist in den letzten Jahren etwas erschüttert worden insofern, als mancher Hans wider feinen Willen doch noch manches gelernt hat, der es vordem wohl nicht für möglich oder notwendig gehalten hat. Trotzdem aber, bleibt das Wesentliche jener Volksweisheit unberührt. Dies gilt in nicht zu übersehender Weise für die gesamte Fliegerei. Es gab eine Zeit, da sahen nicht nur Unverständige in der Flugmodellbauerei nichts als eine zeitraubende und zudem teure Spielerei. Manches Hänschen zog sich darob den Groll — wer wollte eine Berechtigung dazu bestreiten— seines väterlichen Erziehers zu, wenn Zeugnisse und sonstige Notwendigkeiten, unter dem „Blödsinn" allzusehr litten. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß diese Spielerei doch einen Sinn hatte, den zu unterdrücken auch Gewalt nicht vermochte. Wichtig war nur, daß eine verständnisvolle Erziehung diese Sache aus der Willkür und Planlosigkeit heraus in wohlgeordnete Bahnen lenkte. Denn was die Jugend hier, vielleicht instinktiv, aber dennoch unvollkommen trieb, war — so unwahrscheinlich das auch klingen mochte — ernste Arbeit und war Lernen in seiner ursprünglichsten Form. Jedes Lebensalter lernt anders, wenn überhaupt der Trieb da- ren Blatt steht sein Name geschrieben, und er erkennt Marta Ellrichs Handschrift. „Kennen Sie die Absenderin?" fragt der Polizist. Klaus nickt und müht sich, mit unsicheren Fingern die Blätter zu entfalten. Pahl und seine Frau stehen dabei und blicken mit erschrockenen, fragenden Mienen auf ihn und den Polizisten. Plötzlich rennt Klaus vorwärts, nach der Straße zu, erreicht sie aber nicht, schreit auf, wie ein Tier in Todesnot schreit, bricht in die Knie und schlägt mit der Stirn gegen die Zaunplanke. Pahl und der Polizeibeamte laufen zu ihm hin und richten ihn auf. Er starrt sie mit den Augen eines Irrsinnigen an; seine fahlen Lippen bewegen sich in lautlosem Stammeln; Blut rinnt ihm über das Gesicht. Er wird in die Küche des kleinen Hauses geführt; Frau Pahl wäscht ihm das Blut ab und verklebt die Stirnwunde mit Heftpflaster. Dann vernehmen die drei Menschen von Marta Ellrichs Verzweiflungstat — die ihr aber nicht das Leben gekostet hat, weil ein Retter zur Stelle gewesen ist. Sie hören, daß sie sich im Westend- Krankenhaus befindet. Klaus braucht lange Zeit, um den Brief zu Ende lesen zu können. Dann sitzt er wie geistesabwesend da und bleibt stumm auf alle Fragen des Ehepaares. Er leidet es, daß ihm Frau Pahl die Blätter aus der Hand nimmt und den Inhalt vorliest. Und wie er nun die Sätze, die eben seine Augen lasen, stockend und halblaut aussprechen hört, weicht die Betäubung, und es kommt ihm ein klares Begreifen. „Mein lieber Klaus", schrieb Marta, „nun ist es so gekommen, daß ich nicht mehr weiter kann und bloß noch einen Weg zu gehen weiß. Den Weg, den ich schon vor vierzehn Jahren gehen sollte und nicht konnte, weil ich damals noch ein dummes Kind war und mich fürchtete. Es tut mir nur um Dich leid, weil ich Dir Schmerz zufügen werde. Auch um meinen alten Vater tut es mir leid, aber ich kann ihm nun nicht mehr helfen. Ich habe mir alle Mühe gegeben, gutzumachen, was ich ihm früher an Kummer und Verdruß bereitet habe. Jetzt kommt das noch einmal und ist viel schlimmer als damals. Und ich kann das nicht noch einmal ertragen; alle die Beschimpfungen und daß ich bei den Leuten als schlechtes Frauenzimmer gelte. (Fortsetzung folgt.) zu vorhanden ist. Wer aber einmal Flieger werden will — und welcher echte Junge wollte dies nicht — der wird schon dann anfangen, Flugzeuge zu bauen, wenn er gerade gelernt hat, seine fünf Sinne halbwegs anständig zu gebrauchen. * Am Anfang aller Fliegerei steht heute der Flugmodellbau, und wenn es nur so ein Papierflieger ist, wie wir ihn alle nach ewig vererbten Regeln in der Schule hinter dem Rücken Kleine Ursachen — Grvtze Wirkung! Kleine Verletzungen aller Art gehören im Haus« halt wie im Berufsleben und beim Sport zu derr Alltäglichkeiten. Meist beachtet man solche kleine Schädigungen wenig oder gar nicht. Wie häufig hat aber diese Vernachlässigung schwere und schwerste Folgen! Denn das Eindringen von Schmutz in eine an sich harmlose Wunde bedeutet fast stets eine Wundinfektion, die Entzündungen und Eiterungen und bisweilen eine Gefährdung des ganzen Organismus zur Folge haben kann. Es ist deshalb geboten, Wunden jeder Art rechtzeitig zu desinfizieren, um auf diese Weise zu verhindern, daß schädliche Bakterien in das Blut gelangen. Hierzu empfiehlt sich der Gebrauch der bewährten Sepso-Tinktur, die wie Jod-Tinktur desinfiziert und genau so angewandt wird. Sie ist in allen Apotheken und Drogerien in Fläsch« chen zu fünfundfünfzig Pfennigen und in Hand-, lichen Tupfröhrchen zu neunundvierzig Pfen-, nigen erhältlich. Infolge ihrer großen Tiefenwirkung desinfiziert Sepso-Tinktur rasch unöi 1 gründlich und verhindert Entzündungen. führung immer das oberste Ziel maßgebend ist: allü Kräfte einzusetzen und auszurichten auf den hohen Gedanken der Volksgemeinschaft im Dienste beg, ganzen deutschen Volkes. Abschließend lenkte der Kreisleiter die Gedanken seiner Hörer noch auf die großen Taten des Füh« rers und seiner Wehrmacht im Verlaufe des verflossenen ersten Kriegsjahres hin und stellte dabei die noch zu lösende Aufgabe des Endkampfes gegen unseren Hauptfeind, England, in den Vordergrund aller Willensbildung. Er stärkte dabei in dem Bewußtsein der Hörer die tiefe Ueberzeugung, daß auch hier der Führer als unser großes Vorbild immer zur rechten Zeit durch die richtige Entscheidung allen deutschen Menschen mit bestem Beispiel vorangehen wird im Dienste für unser ewiges deutsches Volk. Die fesselnde und aufschlußreiche Rede des Kreis« leiters wurde oft von starkem Beifall der Hörer« schäft unterbrochen, die am Schlüsse dem Redner erneut mit starker Zustimmung für seine richtungweisenden Worte dankte. Dann wurde der Abend nach kurzem Schlußwort des Studentenführers in üblicher Weise geschlossen. B. Aus der Stadt Gießen. Bunt sind schon die Wälder. Herbsttage ziehen über das Land. Die ersten welken Blätter wurden von den Bäumen gerissen. Die leeren Aecker wissen: der Herbst kommt und vergeht, sie aber bleiben. Die wartende Erde für die Saat, sie bleibt. In ihr offenbaren sich geheimste Kräfte des Lebens. Wieder werden Körner in das dunkle Erdreich gelegt. Sie werden sich regen, und neues Grün wird den Acker zieren. Wohl fielen die ersten dürren Blätter, einzelne Aeste sind schon kahl. Die meisten Blätter aber hängen noch fest am Baum. Nun leuchten sie in allen Farben. Vom Baden her, der schon mit gelbem Laub bedeckt ist, wächst die Pracht. Die Büsche, umrankt von dunklen Brombeerruten, stehen in buntem Herbstgewand. Dahinter erheben sich die stolzen Buchen. Rote und gelbe Blätter leuchten aus dem Grün. Funkelnd fangen die bunten Blätter die Sonnenstrahlen auf. An der Seite stehen schmale, hohe Tannen, die wie schwarzgrüne Schatten das farbenfrohe Bild einrahmen. Der Waldbach rauscht und rieselt. Auf den Wiesen blühen Herbstzeitlosen. Leicht bewegen sie sich im Wind. Es ist, als ob sie frören. Die schlanken Birken haben ein goldgelbes Kleid angezogen. Die Eichen sind noch grün. Sie lassen nur langsam ihr Laub fallen. Aber auch ihre Blätter sind am Rande schon gelb gefärbt. Die reifen Eicheln fallen zur Erde, hier und da liegen sie wie gesät. Und dort, eben noch sahen wir den buschigen Schwanz, klettert das Eichhörnchen hinauf hinter die schützenden Aeste. Es kann jetzt ernten und Vor- gedrungen. Dann geht er ins Schlafzimmer und kleidet sich um. Er sucht aus dem Schrank einen Anzug hervor, den er nicht mehr trägt, legt Wäsche dazu und macht ein Paket für den Kellner zurecht, der ihm mit seinen schon recht abgetragenen Kleidungsstücken ausgeholfen hat. Der Mann hatte ihn gebeten, sie ihm bald zurückzugeben, weil er außer seinem Kellneranzug weiter nichts an Kleidung besitze, er sei lange ohne Arbeit gewesen. Darauf begibt sich Bergholz in das Behandlungszimmer. Der Assistent berichtet ihm kurz, was ihm von der Arbeit während der paar Stunden der Abwesenheit des Ehefs zu erwähnen nötig dünkt. Da klingelt im Nebenzimmer das Telephon. Bergholz geht an den dort stehenden Schreibtisch und meldet sich. Wieder durchzuckt ihn der Schreck — er hört Dietmuthes Stimme im Apparat. Sie äußert Verwunderung über seine völlige Unsichtbarkeit. „Ich bin allein! Doktor Bergholz, und langweile mich", hört er die Stimme sagen, die einen so gefährlichen Zauber auf ihn ausübte. »Kläre ist fortgegangen ... Wollen Sie kommen?" Nein, er will nicht!... Er will wirklich nicht — und hört sich doch „ja" sagen. In seinem Kopf saust und dröhnt es. Leise und undeutlich hort er die Stimme im AppaBat. „Sind Sie völlig überwältigt und darum so einsilbig?" Ein leises, girrendes Lachen folgt. „So kommen Sie, Doktor Hans, wir plaudern..." Ein Knacken im Apparat kündet ihm, daß sie den Hörer aufgelegt hat. Auch er legt auf, hält aber die Hand noch um den Griff gespannt und starrt mit gerunzelter Stirn darauf. „Verflucht!" stößt er zwischen den Zahnen hervor. Nein, dieser Anruf, diese ganz unerwartete Gunstbezeugung kommt ihm gar nicht recht. Er will Vergleichsfliegen für Gegelflngmodelle Beim NS.-Fliegersturm 6/75 Gießen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Johannisfeuer". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Königswalzer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rakoczy-Marsch". Stadttheater Gießen. Am heutigen Mittwoch kommt Sudermanns Schauspiel „Johannisfeuer" in neuer Inszenierung zur Ausführung. Spielleitung: Hans Albert Schewe. Bühnenbild: Karl Löffler. Es wirken mit: Anneliese Garbe, Hella Henzky, Marie Karden, Hilde Kneip, Luise Prasser, Isabella Theresia Richter; Hans Ca- ninenberg, Gert Geiger, Siegfried Lowitz, Hans Seitz. 2. Mittwoch-Miete. Ortszeit für den 26. September. Sonnenaufgang 7.18 Uhr, Sonnenuntergang 19.14 Uhr. — Monduntergang 16.09 Uhr. Päckchen und Feldpostpäckchen sorgfältiger Herrichten. Verpackung und Aufschrift der Päckchen und Feld- postpäckchen lassen noch immer zu wünschen übrig. Die Deutsche Reichspost bittet erneut, nur widerstandsfähige Pappschachteln und starke Papierumhüllungen zu verwenden und dabei Hohlräume der Päckchen mit Papier, Holzwolle oder Aehnlichem auszufüllen, damit nicht der Inhalt oder andere Sendungen beschädigt werden. Wenn schon benutzte Pappschachteln und Umhüllungen von neuem als Hülle verwendet werden, müssen frühere Aufschriften oder Vermerke usw. vollständig überklebt werden. Häufig fehlt auf den Päckchen, besonders auf den Feldpostpäckchen, die Angabe des Absenders. Zur Aufschrift sollten nur Tinte, Schreibmaschine oder nicht glänzender und unverwischbarer Tintenstift verwendet werden.. Um Unzuträglichkeiten einzuschränken und die große Zahl beschädigter und unzustellbarer Sendungen zu verringern, werden die Postämter mangelhaft verpackte oder beanschriftete Päckchen (auch Feldpostpackchen) künftig nicht aünehmen oder, wenn sie durch Briefkasten eingeliefert werden, dem Absender zurückgeb em________________________ Die Arbeit der Partei im Frieden und im Kriege Kreisleiter Backhaus spricht vor Studenten der Universität Gießen. räte einheimsen. Leise und fast unbemerkt fallen einzelne Blätter von Birken und Buchen. Sie haben ihre Arbeit getan, sie gehen zur Ruhe. Aber ihr Platz bleibt nicht leer. Schon sehen wir die jungen Knospen, ein- gehüllt in schützende Blättchen, die im kommenden Jahre an die Stelle ffer Blätter dreien werden. So liegt im Sterben der Blätter schon zukünftige Früh- " ' " H. Launen dieser Frau feinEr hat es schon oft nicht gewollt... Und doch... Aber heute hatte er sich ein herrliches Gefühl mit heimgebracht: Die Gewißheit, sich als ganzer Kerl bewiesen zu haben! Soll ihm das und die damit wiedergewonnene Selbstachtung nur geschenkt sein, um beides alsbald wieder zu verlieren? Die Gefahr besteht — das ist nicht wegzuleugnen — diese letzte Kette des „Armen Heinrich" ist noch nicht zersprungen. „Aber man muß eine Gefahr verneinen, bann ist sie bereits halb überwunden", sagte er sich, während er sich zum neuen Fortgehen fertig macht. Er denkt an den Vermerk im Buch der Lebensmüden — an die undeutlich gekritzelte Adresse Dietmuthe Röhls. Er wird sie fragen, was das bedeute, und hat das dunkle Gefühl, damit eine Waffe — nicht eine des Angriffs, vielmehr eine der Deckung, der Abwehr zu haben. — Bergholz geht nach der Meinikestraße. Gleich nach ihm biegt ein großes dunkles Auto auch in diese ein. Dieser Wagen, in dem Bergholz auch einmal gefahren ist, bleibt hinter zwei anderen am Straßenrand haltenden stehen. Ein älterer Herr steigt aus, steht eine Minute wie überlegend und zieht langsam die Handschuhe aus. Dann geht er über den Fahrdamm und auch in das Haus hinein, in dem Dietmuthe Röhl wohnt. Er benutzt nicht wie sonst den Fahrstuhl, sondern geht die zwei Treppen zögernden Schrittes empor. Er öffnet die Wohnungstür mit einem Schlüssel, tritt leise ein und zieht die Tür vorsichtig, bestrebt, jedes Geräusch zu vermeiden, zu. Dann verschwindet er wie ein Schatten in einem der Zimmer. Der NS.-Deutsche Studentenbund in Verbindung ' mit dem NS.-Deutschen Dozentenbund eröffnete eine Vortragsreihe dieses Trimesters der Univerität für die politische Erziehung der Kameradschaften des NSDStB. am gestrigen Dienstag abend mit einem Vortrag in der Aula, zu dem sich die Studenten und Studentinnen des ersten Semesters eingefunden hatten. Nach kurzen Grußworten des Studentenführers Stein, der besonders die gute Zusammenarbeit zwischen der Partei und dem NSDStB. betonte, prach der Hoheitsträger im Kreise Wetterau Kreisleiter Backhaus als erster Redner der Vortragsreihe über „Die Arbeit der Partei i üi Frieden und im Krieg e". Er wies zunächst auf die großen außen- politischen Erfolge des verflossenen Jahres hin, die nur möglich waren, nachdem der Führer die innenpolitischen Voraussetzungen dafür geschaffen hatte. Als das Ziel alles Wollens des Führers bezeichnete der Redner das Bestreben, Deutschand und das deutsche Volk zu neuer Blüte emporzuführen. Das Instrument dazu fei die NSDAP. Anschließend schilderte der Kreisleiter seinen mit aroßer Spannung lauschenden Zuhörern den organisatorischen Aufbau der Partei. Er machte dabei u a. mit den Aufgaben bekannt, die von der kleinsten Einheit, dem'Block, bis hinauf zu den höheren Dienststellen der Partei bei ihrem Wirken für die deutsche Volksgemeinschaft zu erfüllen sind. Insbesondere schilderte er als nächstliegendes Arbeitsgebiet den organisatorischen Aufbau und die Arbeiten der Kreisleitung, die durch ihre verschiedenen Aemter eine außerordentliche Fülle von Aufgaben wahrzunehmen hat; die alle miteinander unter dem überragenden Gedanken der politischen Menschenführung und der Hinführung aller deutschen Menschen zur wahren Volksgemeinschaft stehen. Weiter machte der Redner die Zuhörer mit den Gliederungen der Partei und den angeschlossenen Organisationen, sowie ihrer Beziehungen zur Trägerin des Ganzen, der Partei, vertraut. In aufschlußreicher Weise schilderte er sodann die Arbeitsaufgaben der verschiedenen Kreisamtsleiter und die weitreichenden, mit höchster Verantwortung ausgestatteten Arbeiten des Kreisleiters selbst, der als Hoheitsträger seinem nächsten Dienstvorgesetzten, dem Gauleiter, für alle politischen und wirtschaftlichen Vorgänge, für die Besetzung von Behördenstellen usw. im Bereiche der Kreisleitung ebenso verantwortlich ist, wie für die große und verantwortungsvolle Verpflichtung der Menschenführung im nationalsozialistischen Sinne und damit für den Aufbau der deutschen Volksgemeinschaft. Den auf der Gemeinschaft der Familie, von hier aus auf der Gemeinschaft an den Arbeitsstätten, weiter auf der Gemeinschaft in den Wohnorten sich vollziehenden Aufbau der großen deutschen Volksgemeinschaft stets und überall zu pflegen und diesen großen Gedanken in allen Kreisen durchzusetzen, das sei die besondere Aufgabe der Partei. Der Vortragende erläuterte den jungen Hörern weiterhin in eindrucksvollen Worten den tiefen Sinn des Führerprinzips in der Partei und stellte ihnen anschaulich die hohe Bedeutung des guten Vorbildes vor Augen, wie es dem ganzen deutschen Volke vor allem in der Person des Führers selbst tagtäglich immer wieder sichtbar ist. Dieses gute Vorbild im Leben und im Handeln zu jeder Zeit, treu befolgt von allen zur Mitarbeit an den Aufgaben der Partei berufenen Menschen, bezeichnete der Redner als die beste Erziehungsmethode für das ganze deutsche Volk. Alle Arbeit im Sinne und Geiste unseres höchsten Vorbildes, des Führers, sei immer auszurichten auf das Ziel, das deutsche Volk in jeder Beziehung aufwärtszuführen. Nachdem der Kreisleiter noch von der verantwortungsvollen Aufgabe der Auslese unter der Heranwachsenden Jungmannschaft für den Führernachwuchs der Partei gesprochen hatte, gab er einen weiten Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Dinge, die täglich der Partei eine Unsumme von Der Beamte öffnet die Tasche und untersucht den Inhalt. Er findet ein Merkbuch, das auf der ersten Seite den Namen Marta Ellrich aufweist, dazu einen Friedenauer Straßennamen nebst Hausnummer. Auch ein Brief ist in der Tasche, der zwar in keinem Umschlag steckt, sondern aus einzelnen Blättern besteht, die aus dem Notizbuch herausgerissen und nach Beschreiben mit den Randstreifen von Briefmarken zusammengeklebt sind. Das obere Blatt trägt als Aufschrift den Namen Klaus Tjaden und die Bezeichnung einer Straße der gleichen Gegend. „So, das wäre ja ziemlich klar. Vielleicht ist noch irgendwo ein Hinweis", murmelt der Beamte und blättert in dem Buch. Die Eintragungen bestehen zumeist aus reihenweifen Aufstellungen von Waren, und einzelne Anmerkungen weisen auf einen 5)am del mit Lebensrnitteln hin. Genauigkeit und Ordnungsliebe verrät das kleine Buch. „Hier auf der letzten Seite steht noch ein Name, aber undeutlich geschrieben. Können Sie das lesen?" Der Polizist hält Bergholz das Merkbuch hm. Wie ein elektrischer Schlag durchzuckt es diesen, stein', entgegnet er heiser und wendet sich ab. Er hat Dietmuthe Röhls Adresse gelesen. Die Sanitäter haben die noch Bewußtlose auf Die Bahre gelegt. Bergholz blickt noch einmal in das blasse Gesicht der Fremden, um deren Leben, das sie wegwerfen wollte, er mit dem Einsatz des seinen bis zum äußersten gekämpft hatte. Auf unbegreifliche Weise fühlt er sich hineingezogen in dunkle ttagische Zusammenhänge. Frostschauer schütteln tf)n — er steckt noch immer in den nassen Sachen. Ein Kellner bringt ihm einen Kognak. Der Polizist steigt mit in den Krankenwagen Eine Stunde später ist Bergholz zu Hause. Hier ist der Alltag nicht unterbrochen. Ein Patient tritt gleich hinter ihm ein und begibt sich ins Wartezimmer. Vom Laboratorium her klingt Lachen und Sprechen. Khusfänyt ein neufislfibßii an Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München lingshoffnung. Dornotizen. S.Jl.-tfport Zugendfußball der Sp.-Dg. 1900. Spieloereinigung 1900 1.3gb. — Gr.-Linden 1.3gb. 6:1 (2:0). Die 1. Jugendmannschaft der Spielvereinigung 1900 weilte am Sonntag zu einem Freundschaftsspiel in Großen-Linden und konnte dort einen verdienten 6:1 Sieg erringen. Das Spiel begann mit schön vorgetragenen Angriffen der Gießener. Die verdienten Tore blieben jedoch vorerst aus. Nach wiederholten Durchbrüchen konnte 1900 durch zwei Tore das Halbzeitergebnis herstellen. Nach dem Wechsel hatte Großen-Linden nichts mehr zu bestellen. Die Blauweißen konnten noch 4 weitere Tore erzwingen. Die Großen-Lindener kamen durch einen Handelfmeter zum Ehrentor. Die Blauweißen in der Aufstellung Schmitz; Schänke, Weniger; Seeg, Theis, Barschel, Dinges; Rüspeler, Habeth, Schlich und Dahmer, die erstmals wieder komplett antraten, lieferten eines ihrer besten Spiele. * Danbringen 1. 3irgend — Alten-Buseck 1. 3ngend 9:1 (2:1). Diese Jugendmannschaften trafen sich am Sonntag zu einem Freundschaftsspiel auf dem Wald- spörtplatz in Daubringen. Sofort nach Anstoß entwickelte sich ein spannender Kampf, wobei Alten- Buseck in den ersten Minuten mit 1:0 in Führung gchen konnte. Daubringen versuchte den Ausgleich zu erzielen, der ihnen auch gegen Mitte der ersten Halbzeit gelang. Die Platzmannschaft spielte nun etwas überlegen und konnte kurz vor Schluß der ersten Spielhälfte mit 2:1 die Führung übernehmen. In der zweiten Halbzeit beherrschte Daubringen vollkommen das Spiel und konnte in regelmäßigen Abständen noch weitere 7 Tore erzielen. Saubringen 2. 3ugenb — Alten-Buseck 2. 3ugenb 1:0 (1:0). Vorher standen sich die 2. Jugendmannschasten beider Vereine gegenüber. Beide Mannschaften zeigten ein schönes Spiel, das Daubringen knapp mit 1:0 gewann. Garbenleich — Rödgen 1:3. Am Sonntag trug die 1. Jugend von Rödgen ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Jugend von Garbenteich aus. Die Mannschaft von Rödgen bestritt das Spiel mit nur 9 Mann. Trotz der schlechten Platzverhältnisse entwickelte sich vorn Anpfiff ein flottes und spannendes Spiel, von dem die Platzbesitzer anfänglich mehr hatten. Die Rödgener fanden sich jedoch bald und erzielten den Führungstreffer. Bei dem Stande von 1:0 ging es in die Pause. Nach dem Wechsel nahm Rödgen das Heft in die Hand, jedoch gelang es Garbenteich, auszugleichen. Die Blau- Weißen stellten in den letzten 6 Minuten das Endergebnis von 3:1 Toren her. 2. Gießener Kanu-Siadimeisterschasten. Das Bezirksfachamt Kanu XII/8 benutzte die Gelegenheit der WHW.-Schauveranstaltung am Schwanenteich zum Austrag der im Vorjahr mit Rücksicht auf die Kriegsverhältnisse ausgefallenen 2. Gießener K a n u - S t a d t me i st e r s ch a f - t e n. Brachte die Länge des Schwanenteiches es auch mit sich, daß nur eine sehr kurze Strecke (400 Meter) ausgeschrieben werden konnte, so hatte die Verlegung der Rennen von der Lahn auf den für Zuschauer zugänglicheren Heinen Teich den Vorteil der größeren Werbekraft. Das hat die große Zuschauermenge am Sonntagnachmittag, wenn sie auch nicht der Paddler allein wegen gekommen ist, eindeutig bewiesen. Die beiden Rennen um die Stadtmersterschaft im Wanderfaltboot-Einer und -Zweier wurden umrahmt von zwei Rennen der Hitler-Jugend, Klasse A, und einer Schwanenteich-Stafette über 4X800 Meter. Die Kurzstrecken-Rennen nahmen alle bei guter Besetzung einen spannenden Verlauf und zeigten guten Sport. Die Stafette hatte zwar nur zwei Mannschaften an den Start gebracht, doch hat auch sie mit sehr beachtlichen Leistungen das volle Interesse der Zuschauer gesunden. Bedauerlich ist, daß die Rennen mit Ausnahme der Gießener Rudergesellschaft nur von Fahrern der Paddlergilde Gießen bestritten worden sind. Es wäre dringend zu wünschen, daß auch die anderen Gießener Vereine, die zum Teil an Zahl sehr starke Kanuabteilungen aufzuweisen haben, an den Regatten Anteil nehmen würden. Die Meisterschaften wurden von der Paddler- ailde e. V. unter Leitung ihres Gemeinschafts- führers Dr. E. Schwarz maier, Bezirksfach- roart Kanu XII/8, durchgefuhrt. Die Siegerehrung nahm Bezirksführer Stein vor. Ergebnisse: Einer-Wanderfaltboot W r I, Hitler- Jugend, Klasse A: 1. Wilhelm Büttner. (PGG.) 2:40,9; 2. Karl-Heinz Falkenhainer (PGG.) 2:42,6; 3. H. Eller (GRG.) 2:49,4. Zweier-Wanderfaltboot WFII, Hitler-Jugend, Klasse A: 1. W. Düttner/KH. Falkenhainer (PGG.) 2:39,5; 2. H. Eller/W. Wagner (GRG.) 2:40,5. Einer-Wanderfaltboot W FI, Stadt- meisterschaft: 1. D. Thiemann (PGG.) 2:43,6; 2. Hans Weil (GRG.) 2:45,9; 3. Karl Rohn (PGG.) 2:47,9. Zweier-Wanderfaltboot Vi/FII,Stadt- m e i st e r s ch a s t: 1. K. Rohn/KH. Falkenhainer (PGG.) 2:40,5; 2. D. Thiemann/W. Rühl (PGG.) 2:41,0. Zwei Boote ausgescksieden (PGG.). Schwanenteich-Stafette, Wanderfaltboot: 1. Jugend-Mannschaft PGG. 9:13,0; 2. Aktiven-Mannschaften PGG. 9:20,4. Sprechstunden der Gauleitung. NSG. Für die Dienststellen der Gauleitung im Adolf-Hitler-Haus in Frankfurt a. M. ist ab sofort folgende Sprechstundenzeit festgelegt worden: Montags bis Freitags 9 bis 12 Uhr, nachmittags und samstags finden keine Sprechstunden statt. Das Gaupresseamt bleibt von dieser Regelung ausgenommen. Die Bevölkerung wird bei dieser Gelegenheit nochmals daran erinnert, sich in allen rat- und hilfesuchenden Fragen zunächst an den zuständigen Hoheitsträger (Ortsgruppenleiter) zu wenden, der tm der Mehrzahl der Fälle bereits in der Lage ist, entsprechend zu helfen, zumindest aber notwendige Vorarbeiten zur weiteren Behandlung der Angelegenheit bei den Kreisleitungen und der Gauleitung leisten kann. des Vordermanns in weniger interessanten Stunden aus Heftseiten gefaltet haben, um ihn dann in der Pause zu starten. Bequemere haben in schönen blauen, roten oder grünen Tüten schon vor dem letzten Krieg beim Krämer für fünf Pfennige die netten Blechpropeller samt Startvorrichtung gekauft und stundenlang diese schwirrenden und schwebenden Dinger in die Lust getrieben. Die Hersteller dieser Sachen haben damals allerdings kaum geahnt, daß sie bereits auf ihre Art für die Fliegerei Propaganda getrieben haben. Dann haben wir Drachen gebaut. Rote, grüne, gelbe, solche in Papier oder in Stoff, eckige, runde. Älche mit langen oder kurzen Schwänzen; auch solche ohne allen Anhang. Die standen zwar im Wind, aber mehr auch nicht. Das genügte unfern Ansprüchen nicht. Da kamen die Flugmodelle. Und was damals vereinzelt einige Besessene taten, ist heute Allgemeingut der Jugend geworden und, wenn man will, Gegenstand der ersten Schulklasse im NS.-Fliegerkorps. Getreu dem Grundsatz, daß aller Anfang schwer ist, aber auf jeden Fall ein Anfang gemacht werden muß. Das NS.-Fliegerkorps stellt dazu die Ausbilder und das nicht billige Material, die Werkstätten und die Werkzeuge' Alles andere kommt gewissermaßen von selbst. In genau ausgewählten Stufen baut der Junge dann, beginnend mit einfachsten Mustern, im Einklang mit der fortschreitenden Erfahrung schwierigere Modelle, bis hin zu den erprobten und in Bauplänen festgelegten Hochleistungsmodellen, und ganz zuletzt Eigenkonsttuk- tionen. Es gibt feine bessere Art des Lernens, wo der Junge, seiner Sehnsucht und seinem Betäti- gungstrieb folgend, im Bau von Flugmodellen ohne besondere Mühe die Summe aller jener Begriffe und Gegebenheiten in sich aufnimmt, die nun einmal zur Fliegerei gehören. Aufbau, Telle urtb Maßoerhältnisse der Flugzeuge, ihre Beziehungen zueinander, ihre Bedeutung für den Flug — es ist unmöglich alles zu nennen. Es ist nur so: wie das ABC Voraussetzung ist aller weiteren Erkenntnisse, so sind die in dem Flug«Modellbau erworbenen Se griffe und Kenntnisse das ABC der Fliegerei. Am Ende alles Bauens und Schaffens steht die Erprobung der gebauten Mo delle im Flug am Hang, oder mit der Gummischnur und Umlenkrolle. Am vergangenen Sonntag konnte alles besichtigt werden. Der NS.-Fliegerstürm hatte nicht nur die Türen feiner Werkstätten aufgemacht und jedem Eintritt gewährt, der sich dafür interessierte, sondern er gab auch Gelegenheit, die Modelle im Flug zu sehen und ihre Leistungen im Wettbewerb miteinander zu vergleichen. Vielleicht hat mancher erst die Werkstatt suchen müssen und hat dann möglicherweise kopfschüttelnd vor unserm „Luftschloß" gestanden, in dem die Flugmodelle gebaut werden. Es ist wahr, repräsentativ ist der Bau nicht, aber es ist Krieg. Die Hauptsache ist aber: die Arbeit ruht nicht und es wird gebaut. Davon konnten sich die Besucher überzeugen, wenn sie den Jungens die Freude gemacht haben, ihre Modelle zu besichtigen. Es steckt eine Menge Arbeit in den kleinen unscheinbaren Konsttuktionen. Nicht nur, daß jeder Teil vorher nach Größe und Stärke planmäßig genau berechnet ist. Der Zusammenbau kostete manchen Tropfen Schweiß, viel Ausdauer, Energie, Genauigkeit, Sauberkeit, Willenskraft und Hingabe. Manche Mutter daheim sieht allerdings nur die betrüblichen äußeren Begleiterscheinungen des Betätigungsdranges ihres Sohnes, als da sind die heimtückischen Kaltleimfl^cken an den Buxen, Taschentücher, die nie mehr erraten lassen, daß sie jemals weiß gewesen sind, und sonsttge Spuren der Versunkenheit der jungen Flugzeugbauer bei ihrem schweren Werk. * Doch auch das vergißt sich wieder, wie so manches Unangenehme, das uns die liebenswürdige Betrügerin Erinnerung so gerne unterschlägt. Das Wetter sehr schön, als am Sonntagnachmittag die Jungens geschlossen zum Startfeld hinter dem Gericht gezogen kamen. Unter den Klängen des Lautsprechers vom Schwanenteich herüber wurden die technischen Vorbereitungen getroffen, und der Leistungswettbewerb konnte beginnen. Die Gießener haben's schön gehabt, und das gute Wetter lockte viele heraus. Ein kleiner Rundgang brachte ihnen auf unsrer Seite einen Flugtag im Kleinen und auf der anderen Seite Sport und Spiel. Bequemer kann man's wohl kaum haben. Der Besuch war dementsprechend über alles Erwarten gut und die Jungens glücklich, die unter soviel interessiertem Publikum ganz stolz wurden. Der Sturm fühlt sich darum auch zu Dank verpflichtet, sowohl den Besuchern der Werkstätten, als auch den Zuschauern beim Vergleichsfliegen. Das bewiesene Interesse gibt den Jungens neuen Antrieb und Stolz für ihre Arbeit. Sie ist auch wirklich Aufmerksamkeit und Interesse wert, denn nichts lähmt schließlich mehr jede Schaffensfreude, als Gleichgültigkeit und Geringschätzung, die mir dem Tun unsrer Jungens entgegenbringen. So wurden die Ereignisse auf dem Fluggelände mit großem Eifer verfolgt und begutachtet. Die Stimme des Volkes wurde mehrfach gehört und je nach Ereignis in den verschiedensten Variationen. Ruse des Bedauerns, fröhliches Gelächter, Laute der Bewunderung wechselten miteinander ab. Je nachdem, ob bei dem schwierigen Hochstart mit der Umlenkrolle das Modell entweder ausbrach und mit Vollgas ohne auszuklinken in den Boden raste, oder die Ohren anlegte, d. h. beide Tragflügel schon beim Anziehen abbrachen, weil die Holme dem Druck der Luft nicht gewachsen waren, oder bei gelungenem Start nun in wunderbar leichtem Schweben durch die Lust glitt, die Stoppuhr Sekunde um Sekunde zählte und der glückliche Besitzer mit klopfendem Herzen dsbei stand und nichts sehnlicher wünschte, als daß es eine Rekordzeit geben möchte. Ein Wort des Dankes auch der Diszipliniertheit des Gießener Publikums, das es der Startleitung leicht machte, den Betrieb störungsfrei abzuwickeln. Gegen 18 Uhr wurden die letzten Modelle gestartet. Zu den inzwischen angetretenen Wettbewerbsteilnehmern sprach kurz der derzeittge K-Führer des Sturmes 6/75, Cröniger. „Nicht jedem ist ein Sieg vergönnt. Es gilt auch aus den Enttäuschungen zu lernen, wie es beim nächsten Male besser zu machen ist. Jedes Bessere ist der Feind des Guten, und das ist schließlich der Sinn der Der- gleichsfliegen, im ehrlichen Wettbewerb miteinander das Bessere zu finden. Der Verlierer dieses Jahres ist oft der Sieger im nächsten. Alles soll dienen der Förderung der Arbeit und der Erfüllung der gestellten Aufgabe. Damit gebührt jedem Teilnehmer Anerkennung für feine Leistung. Die Siegerverkündung nahm der Segelflugmvdellbausachbe- arbeiter des Sturmes im Krieg, Jg. Erwin Ewald. Der Sieger des Tages war Jg. Wolfgang Helfen, Gießen, der mit 372 Punkten die längste Zeit herausholen konnte. Er wurde damit auch Gewinner des von der Fa. I. B. Häuser gestifteten wertvollen Preises. Die übrigen Sieger verteilen sich nach einzelnen Klassen wie folgt: Klasse I. (Modelle unter 1 m Spannweite). WM Roth (1. und einziger Sieger). Klasse II. (Modelle von 1 m bis 1,50 m Spannweite). 1. Jürgen Rohweder, Gießen, 252 Punkte; 2. Erich Schuchmann, Gießen, 246; 3. Georg Debus, Wieseck, 220 ; 4. Peter Hel - ferich, Gießen, 220; (durch Los entschieden); 5. Joachim Soppard, Gießen, 162; 6. Walter Petri, Wieseck, 155 Punkte. Klasse III. (Modelle über 1,50 m Spannweite). 1. Wolfgang Heisen, Gießen, 372 Punkte (Tagessieger); 2. Karl-Heinz Schmidt, Wieseck, 305; 3. Hubert Texto r, Gießen, 173; 4. Karl Möser, Wieseck, 171; 5. Hermann Lenz, Gießen, 165; 6. Karl Möser, Wieseck, 39 Punkte. Cröniger. meldet: Ein Fünshunderter in Gießen. Ein Gewinn von 500 Reichsmark auf Nr. 1 480 036 Reihe 4 wurde am gestrigen Abend in einer Gießener Gaststätte gezogen und von der Geschäftsstelle Gießen der Reichslotterie der NSDAP, ausbezahlt. Ein Unteroffizier der Wehrmacht, der an feinem letzten Urlaubstag hier noch einen Abschiedsschoppen nahm, war der glückliche Gewinner. Einstellung von Offiziersanwärtern. Das Oberkommando des Heeres gibt bekannt, daß die Einstellung der Bewerber für die Offizierslaufbahn, die sich bis zum 1. 9.1940 bei den Wehrbezirkskommandos gemeldet haben, in der Zeit vom 15. bis 30.10. erfolgt. Nur elektrische Heizkörper für Lustschutzräume. Wie der Oberbefehlshaber der Luftwaffe bekanntgibt, ist nichts dagegen einzuwenden, daß während der kalten Jahreszeit in den Luftschutzräumen elektrische Heizöfen oder andere elektrische Heizkörper ausgestellt werden. Neue Beitragsmarken der Deutschen Arbeitsfront. Die zur Zeit gültigen Monatsbeitragsmarken der Deutschen Arbeitsfront werden mit Wirkung vorn 31. Oktober 1940 außer Kraft gefetzt. Vom 1. November 1940 an dürfen nur noch die neu herausgebrachten Beittagsmarken für die von diesem Zeitpunkt ab gezahlten Beiträge geklebt werden. Beitragsrückstände und etwa seit dem 1. August 1938 entstandene Beitragslücken müssen deshalb bis zum 31. Oktober 1940 beglichen sein. Die Leistungseinrichtungen der Deutschen Arbeitsfront können nach den Bestimmungen über die Zugehörigkeit zur Deutschen Arbeitsfront nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Beitrag laufend und der Höhe des Bruttoeinkommens entsprechend gezahlt worden ist. Es wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß jedes Mitglied seiner Ansprüche verlustig geht, wenn es nicht die vorhandenen Beitragsrückstände und die etwa seit dem 1. August 1938 entstandenen Beitragslücken bis zum 31. Oktober d. I. restlos ausgeglichen hat. Nähere Auskünfte erteilen die Straßen-, Block- und Zellenobmänner, die Betriebsobmänner und die Verwaltungsstellen der Deutschen Arbeitsfront. Die in den Baubetrieben eingeführten Teilmonats- (Wochen-) Beitragsmarken werden von dem Umtausch nicht betroffen. Diese Marken behalten also nach wie vor ihre Gültigkeit. Das gleiche gilt auch für die Monatsmarke der Klasse 4 W mit dem Aufdruck 1940 züm Werte von 60 Rpf., die für die zur Wehrmacht eingezogenen Mitglieder geschaffen wurde. Für die Wehrmachtsangehörigen besteht somit nicht die Gefahr des Verlustes der Mitgliedsrechte, solange sie ihrer Dienstpflicht genügen müssen. Im Interesse dieser Mitglieder liegt es allerdings, wenn gemäß Abschnitt II Ziffer 5 der Bestimmungen über die Zugehörigkeit zur Deutschen Arbeitsfront eine ordnungsmäßige Meldung an die zuständige Verwaltungsstelle erfolgt. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 45,5 Rpf., Bullen 34,5 bis 49,5, Kühe 14 bis 44,5, Färsen 33,5 bis 47, Kälber 25 bis 57, Hämmel 30 bis 38 je Yi kg Lebendgewicht und Ziegen 8 bis 32 RM. das Stück. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgend Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,14 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,14 b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg) 1,08, d (80 bis 99,5 kg) 1,02, e bis f (unter 80 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,14, i (Altschneider) 1,12, g2 (andere Sauen) 1,02, h (Eber) 1,02 RM. Marktverlauf: Alles zugeteilt. Kranke und Gebrechliche bei Fliegeralarm. Trotz wiederholter Hinweise besteht in der Oeffent- lichkeit immer noch Unklarheit darüber, wie mit Kranken und Gebrechlichen bei Fliegeralarm zu verfahren rft. Es kann nicht davon die Rede sein, daß kranke aber gebrechliche Personen in ihren Wohnungen „zu bleiben haben. Vielmehr f ön n e n sie in ihren Wohnungen bleiben. Die X. Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz sagt hierzu: Alle Personen, die sich in Gebäuden befinden, haben sich bei Fliegeralarm sofort in die Luftschutzräume zu begeben. Die Verpflichtung zum Aufenthalt im Luftschutzraum erstreckt sich aber nicht auf Personen, deren körperlicher Zustand dies nicht zuläßt, einschl. des Pflegepersonals. Wenn also ein alter, gebrechlicher Volksgenosse den Luftschutzraum aufsuchen will, so müssen die Luftschutzwarte ober andere Selbstschutzkräfte ihm dabei behilflich fein. Hat er dagegen die Absicht, in seiner Wohnung zu bleiben, so ist hiergegen nichts einzuwenden. Mhmittel auf die zweite Reichskleiderkarte. Gegenüber Unklarheiten in der Verbraucherschaft wird darauf hingewiesen, daß ein 4. Sonderabschnitt der alten Kleiderkarte für die Belieferung mit Nähmitteln nicht freigegeben worden ist. Im laufenden Versorgungsvierteljahr findet vielmehr die Abgabe von Nähmitteln bereits auf die zweite Reichskleiderkarte statt. Dabei sind, gemäß Anordnung des Reichsbeauftragten für Klettmng und verwandte Gebiete, auf den Abschnitt „Nähmittel 1" der 2. Reichskleiderkarte Nähmittel im Gegenwert von 25 Rpf. abzugeben mit der Maßgabe, daß bet Abgabe von Nähseide nur die Hälfte des Wertes auf den Abschnitt anzurechnen ist. Fahrräder nur zu notwendigen Fahrten. Für die Erteilung von Bezugscheinen für Ersatz- bererfungen von Fahrrädern gelten strengste Maßstäbe. Die Notwendigkeit längere Wegstrecken zurückzulegen, muß nachgewiesen werden. Dem Ersatzbedarf kann daher nicht voll entsprochen werden. Unter diesen Umständen ist es, wie ein Erlaß des Reichserziehungsministers ausführt, nicht tragbar. 3n bet Tlot frißt bet Teufel Fliegen, sagt man, wenn man zwar gern etwas Altbekanntes haben möchte, aber nehmen muß, was gerade da ist. Jetzt ist durch die Erdal-Nachfüllpackung eine Erleichterung geschaffen. Man kann wieder wählen, und jede Erdalfreundin nimmt natürlich das altbewährte Erdal! Ist Erdal in Blechdosen mal nicht da, dann nimmt man die Erdal-Nachfüllpackung und setzt sie in die leere Erdal-Blechdose ein. Einfach und sauber, gleich viel und gleich gut wie in der Erdal-Blechdose! daß die Jugendlichen und Schulkinder, die noch über Reifen verfügen, mit ihren Rädern Spazier- und Ausflugfahrten unternehmen, wobei die Reifen oft nicht schonend genug behandelt werden. Es steht zu hoffen, daß auch weiter von einer Beschlagnahme gebrauchter Fahrradreifen Abstand genommen werden kann, wenn dieser Mißbrauch künftig vermieden wird. Die Schüler und Schülerinnen aller Schulen sollen eindringlich auf ihre Pflichten im Gebrauch ihrer Fahrräder hingewiese» werden. * / ** JM.-Untergau 116. Zur JM.-Bestäti- gung des Jahrgangs 1929/30 treten alle IM.« Gruppen von Gießen-Stadt am Freitag, 27. September, 15 Uhr, an der Eisbahn an. Alle Neuaufnahmen, die bereits Tracht haben, bringen Tuch und Knoten mit, alle anderen das HJ.-Metall-Ab- zeichen. ** Polizei gegenVerkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 13. bis 19. September im Bereich der Polizeidirektion Gießen, einschl. des Polizeiamtes Bad-Nauheim^Friedberg, gegen Kraftfahrzeugführer mit 3 Anzeigen, 4 gebührenpflichtigen und 6 gebührenfreien Verwarnungen, gegen sonstige Fahrzeugfuhrer mit 1 Anzeige, 2 gebührenpflichtigen und 3 gebührenfreien Verwarnun- en, gegen Radfahrer mit 2 Anzeigen, 14 gebührenpflichtigen und 8 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Fußgänger mit 7 gebührenpflichtigen und 9 gebührenfreien Verwarnungen ein. ** B e i derArbeittvdlich verunglückt. Am gestrigen Dienstagnachmittag verunglückte der 24 Jahre alte Arbeiter Hermann Kranz von hier an seiner Arbeitsstätte in Gießen tödlich. Der bedauernswerte Mann hatte auf ein Lastauto springen wollen, war dabei aber ab gestürzt und entweder von dem Hinterrad des Wagens überfahren worden oder auf den gepflasterten Boden außerordentlich hart aufgefchlagen. Er mußte mit schweren inneren Verletzungen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden, wo er bald nach feiner Einlieferung verstarb. Strafkammer Gießen. Der K. H. in Bad Hornburg war durch Urteil des Amtsgerichts Vilbel vom 26. Juni zu einer Geldstrafe von 5,— RM. verurteilt worden. Er war beschuldigt, am 27. Dezember 1939 in der Gemarkung Nieder-Eschbach als Teilnehmer am öffentlichen Straßenverkehr sich nicht so verhalten zu haben, daß der Verkehr nicht behindert oder gefährdet wurde. Er befuhr mit einem Lieferwagen die Straße, ohne die rechte Fahrbahnhälfte einzuhalten. Durch einen in großer Geschwindigkeit überholenden Lastkraftwagen wurde fein Fahrzeug angefahren. Gegen das Urteil legte der AngeHagte Berufung ein. In der Berufungsverhandlung wurde festgeftellt, daß den Angeklagten keinerlei Verschulden trifft. Das angefochtene Urteil wurde aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen. Der I. D. in Hitzkirchen hatte sich wegen Wilderei und versuchter Blutschande zu verantworten. Der Angeklagte war teilweise geständig. Der Anklage- oertreter beantragte wegen Wilderei eine Gefängnisstrafe von einem Jahr, wegen versuchter Blutschande eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und aus beiden Strafen eine Gesamfittafe von zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis. Der Angeklagte wurde der Wilderei und der versuchten Blutschande, letztere in 2 Fällen, schuldig erkannt und zu einer Gesamtgefängnis st rase von zwei Jahren, abzüglich drei Monate und drei Wochen Untersuchungshaft, verurteilt. Bei der Wil» derei kamen der große Vertrauensbruch gegenüber dem Jagdpächter, dessen Jagdaufseher der Angeklagte war, bei der Blutschande die Häufigkeit der Fälle und der Umstand, daß ein Teil der verwerflichen Handlungen verjährt ist, sttaferschwerend in Betracht. Ein Junge von einem Auto überfahren * Bad-Nauheim, 25. September. Auf der Landstraße Bad-Nauheim — Friedberg wurde am Dienstag gegen Abend ein siedenJahre alter Junge, der auf einem Fahrrad unterwegs war, von einem 'entgegenkommenden Auto überfahren und so schwer verletzt, daß der Tod des bedauernswerten Kindes auf der Stelle eintrat. Die Ursache des Unglücksfalles unterliegt noch den behördlichen Ermittlungen. Bolksschädling hingerichtet. LPD. Frankfurt a. M., 24. September. Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Am 24. September 1940 ist der 29 Jahre alte Karl Semmler aus Frankfurt a. M. hin gerichtet worden, den das Sondergericht in Frankfurt a. M. als Volksschädling zum Tode, sowie zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat. Semmler, ein vorbestrafter gefährlicher Gewohnheitsverbrecher, hat zahlreiche Einbrüche verübt und dabei in vielen Fällen die Verdunkelung ausgenutzt.