14 Nil dir J tU ' rNn jitotE w S?* 3ltunci. isamt zibt 2 M 1 bei bj W. Jahrgang Nr. H8 scheint täglich, außer onrrtags und Feierlags «eilagen: Die Illustrierte ijeßener Familienblätter । ^imatimBild de Scholle | wnats-Bezugsvreis: !it 4 Beilagen.RM.1.95 ’ hneIllustrierte • 1.80 ustellgebübr... „ -.25 ncb bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern rfolge höherer Gewalt emwrechanschlutz 2251 . rahtanschritt: „Anzeiger" , i ostscheckllössFrankf^M. Dienstag, 25.Juni 19^0 Annahme von Anzeigen für bie Mittagsnummer bis8'/?UhrdesBormittags Grundvreise für 1mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Textanzeigen von 70 mm Brette 50 vf. Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse Mengenstaffelö Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25 "/o mehr Ermäßigte Grundvreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Gießener Anzeiger vrShlsch«UnioerMätrdn, unbef)< \>*\ Rudolf Hetz au den Führer. Berlin, 25. Iuni. (MB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf hetz, hat an den Führer folgendes Telegramm gerichtet: „An den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, Führerhauptquartier. Den Kampf des jungen nationalsozialistischen Bolksheeres gegen Frankreich haben Sie, mein Führer, mit dem glorreichsten Siege der Geschichte gekrönt. Zugleich haben Sie damit dem opferoollen, jahrelangen Ringen der deutschen Frontsoldaten des Führerhauptquartier, 25. Juni. (DRV.) Der Führer hat folgenden Aufruf erlassen: Im September 1939 entstand durch die englisch- französische Kriegserklärung die Rotwendigkeit. Teile der an die Westfront angrenzenden Gebiete von der deutschen Zivilbevölkerung zu räumen, hunderttausende von Volksgenossen wurden von dieser Maßnahme betroffen. Die Räumung selbst geschah nach einem genau vorbereiteten Plan. Trotzdem mutzte sie viele Härten mit sich bringen. Alle Betroffenen haben aber in vorbildlicher weise der Anforderung des Krieges genügt Nun ist die Stunde der Rückkehr in die heimatlichen Städte und Dörfer gekommen. Die Anweisungen für ihren reibungslofen Verlauf werden unmittelbar gegeben. Die Durchführung des tot-Srl- kominen . achen.01 & ** ef« 1 tyoi:. ; »erb;- 1 Sport Port bt: ’Pen K •Ne:- - m Squ(! Hfel upj «ng uri erinnert b befo 'gen inj Vereine, >erturnn -N butQ mit bet iod) nit die SJk- eit selb« und ihre Wiederherstellung unverzüglich ver- anlaht werden, was dem einzelnen während seiner Abwesenheit an Schaden zugesügt worden ist, wird erseht. Partei- und Staatsbehörden sind verantwortlich, dafür zu sorgen, datz den Rück- gekehrten in kürzester Zeit die Hilfe zuteil wird, die zu beanspruchen sie berechtigt sind. Führerhauptquartier, den 25. Juni 1940. gez.: Adolf Hitler. OerDank des deutschen Volkes Der glorreichste Sieg aller Zeiten Ein Ausruf des Führers an das deutfche Volk. 'S ...fnflll erren un durchsetz» als zu ei ter Entsi? Sorstoß bt r. Nachdi! te Schum uten jpötr die Durchführung des Waffen siill- standsvertrages zu regeln und zu überwachen. Die französische Regierung ist aufgefordert worden, ihrerseits Vertreter zu der Waffenstillstandskommission zu entsenden. Bermutft > inte# »eit« W; Diel« » runken- * , hinweg,; 'eine W . Mjolln * -inat>e,e* .dien «* ch-n sich 8* Ur verlustig erklärter Franzose, De «auue, Churchills Wendung von der Nichtanerkennung der Regierung Petain noch unterstrichen. Anschließend -ob dann der Londoner Rundfunksprecher ost,z,ell iekannt, daß „die Regierung Seiner Maiestat d e Regierung von Bordeaux letzt nicht mehr Regierung eines unabhängigen Landes betrachten tonn". Damit ist also die bisherige englisch-st-rnzo MdemMlerttelmusgezeichliet Berlin, 25. Juni. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen: Kapitänleutnant Birnbach e r, Chef einer Schnellbootflottille. Kapitänleutnant Heinz Birnbacher hat sich in Norwegen und im Kampf vor der englischen Küste ausgezeichnet. Sein Beispiel und sein Draufgängertum rissen seine Kommandanten und Besatzungen mit. Während des Norwegen-Unternehmens führte er feinen Verband bei der Einnahme von Bergen und bei Gefechten in den Fjorden, versenkte ein norwegisches Torpedoboot und sicherte Geleitzüge von Dampfern und Truppentransportern. Auf sechs von sieben gefühtten Vorstößen gegen die englische Küste wurden vier feindliche Zerstörer unter schwersten Verhältnissen von seiner Flottille versentt, davon einer von seinem Führerboot. Birnbacher wurde als Rückkehr der Bevölkerung in die geräumten deutschen Gebiete haben. v . Durch solche Erklärungen aber wurde die Regierung in Bordeaux mobil gemacht. In einer Rundfunkrede hatte Marschall Petain bereits nachgewiesen, daß Enaland seine Alli-anzpslichten bewußt vernachlässigte. Am Sonntagabend nahm die französische Regierung noch schärfer gegen England Stellung, und um 9.30 Uhr hielt Marschall Peta-in es für nötig, in einer kurzen Rundfunkansprache klar zu sagen, was ist. Mit schmerzlicher Verblüffung hätten die Franzosen von Churchills Worten Kenntnis genommen. Frankreich — und da traf der Marschall ins Schwarze — verstehe Angst, die sie diktierte", denn Churchill fürchte jetzt „für sein Land di-e Leiden, die das unsere seit einem Monat Der Waffenstillstand in Kraft. Waffenruhe in Frankreich seit heute früh 1.35 tthr. DNB. Führerhaupiquartier, 24. Juni. Heute, am 24. Juni, fand um 19.45 Uhr bei Rom die Unterzeichnung des italienisch- französischen Waffenstillstandsvertrages statt. Um 49.35 Uhr erfolgte die offizielle Mitteilung darüber an die deutsche Retchsregterung. Vas Oberkommando -er Wehrmacht hat die Einstellung der Feindseligkeiten gegen Frankreich angeordnet. Am 25. Zum, 4.35 Uhr teutfcher Sommerzeit, tritt auf beiden Seiten die Waffenruhe ein. Oer Krieg im Westen ist damit beendet. Deutsches Volk! _ , , , Deine Soldaten haben in knappen sechs Wochen nach einem heldenmütigen Kampf den Krieg im Westen gegen einen tapferen Gegner eendet. Ihre Taten werden in die Geschichte eingehen als der glorreichste Sieg aller Zeiten. In Demut danken wir dem Herrgott für einen Segen. Ich befehle die Beflaggung des Reiches für zehn, das Läuten der Glocken für sieben Tage überhäufen". In Ehre, Unabhängigkeit und Würde aber habe das unterlegene Frankreich seine Niederlage eingestanden, es habe niemals weder sein Blut noch seine Mühen geschont, und es lehne vergebliche Pläne und illusorische Projekte ab. Diese wahrheitsgemäße Ansprache hat die englische Gemeinheit vollends enthüllt. Die britischen Verbrecher wollen aus Furcht, sich selbst gegenüber den deutschen Waffen verantworten zu müssen, ihre bisherigen Mitverbündeten bis zum letzten Mann opfern und, tun diese Nationen es nicht oder können sie es nicht, die Revolte gegen deren gesetzmäßige Regierungen fördern. Diese Gangstermanieren haben gerade in Frankreich sehr ernüchternd gewirkt. Die gewaltigen Festlandsschlachten sind beendet, jetzt aber steht die Abrechnung mit England, mit seiner perfiden, verkommenen Moral und seiner unerträglichen Aufgeblasenheit bevor. Die siegreichen deutschen Waffen werden die Punier der Nordsee so treffen, wie es ihre jahrhundertelangen Verbrechen gegen andere Nationen, gegen deren Ehre, Würde und Unabhängigkeit verdienen. Weltkrieges seinen Sinn gegeben. Ihr Glaube und Ihr Wut haben Deutschland zu neuer Grötze geführt. In unsagbarem Stolz und voll tiefer Dankbarkeit ist das deutsche Volk um Sie und Ihre Wehrmacht vereint. In der Rächt der Waffenruhe mit Frankreich gez.: Rudolf hetz." „Das Ganze halt." Berlin, 25. Juni. (DNB. Funkspruch.) In die- er Nacht haben sich die Berliner erst zur Ruhe be- geben, als schon der Morgen heraufzudämmern begann. Als die Meldung bekanntgegeben wurde, daß der historische Vorgang des Beginns der Waffenruhe an der Front durch den Rundfunk übertragen werde, da gab es wohl niemanden, der nicht Zeuge dieser geschichtlichen Stunde sein wollte. 1.34 Uhr. Trommelwirbel und die Frankreichfanfaren. 1.35 Uhr. — „Das Ganze halt!", es erschallte das allen Soldaten wohlbekannte Signal. An der Westfront war in diesem Augenblick die Waffenruhe eingetreten, der Krieg mit Frankreich war damit zu Ende! Noch einmal ertönt das Signal aus weiter Ferne, und dann hätten wir aus dem Lautsprecher Gedanken, die uns alle beseelten, in Worte zusammengefügt. Wir neigten uns in Ehrfurcht vor den toten Helden dieses Feldzuges. Unsere von Dank er- füllten Gedanken gingen zu unseren tapferen Soldaten an der Front, die diesen glänzenden Sieg evsttttten haben, und voll heißer Dankbarkeit schlugen unsere Herzen dem Führer entgegen, der uns aus Zerrissenheit und Schande wieder emporgeführt hat bis zu dem Gipfel dieser Stunde. „Lang lebe der Führer!" Die Stimme in dem Lautsprecher war verstummt. Mit ihren letzten Worten begann d i e deutsche Glocke am Rhein zu klingen. „Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten" stteg feierlich empor und dann die Lieder der Nation. Glockenläufen vom LS.Juni bis^. Juli. Berlin, 24. Juni. (DNB.) Aus Anlaß der siegreichen Beendigung des Krieges mit Frankreich hat der Führer für die Dauer von sieben Tagen das Läuten der Glocken angeordnet. Der Reichs- minister für die kirchlichen Angelegenheiten gibt hierzu bekannt, daß das Läuten der Glocken vom 25. Juni bis einschließlich 1. Juli 1940 einheit- li ch im ganzen Reichsgebiet in der Zeit von 1 2.0 0 bis 1 2.1 5 Uhr stattzufinden hat mit Ausnahme derjenigen Gemeinden, für die eine örtliche Sonderregelung getroffen worden ist. In der Zeit von 12.00 bis 12.15 Uhr soll aus anderem Anlaß nicht geläutet werden. tellung ar ng desjss irger einr de auf k all ges^ 4:1. DH Das Sp iff Schieb ab. zirkssche^ in tapfere rrschast^ cht wahr' ter. ttfampk- s henDi te, gelQir , ttkämpsti \ ieser & i [hing, K ! i, sich e । Mnk s gesteti it und c -j gt wmti iderholmj 'arbeit^ 1 MNg V: , id dien': inst Mil Imäßig cd । “’S' SfcÄn b« SR»* aud; zwischen typisch englisthe Heuchelei und Brutalität war es - 1....... die gleichzeitig im Rundfunk den emigrierten belgischen Exminister Jaspar gegen Belgien und seinen König, den ehemaligen Sprecher des norwegischen Parlaments, den Juden H ambro, gegen Norwegen geifern ließ, weil diese Völker nicht bis zum allerletzten Blutstropfen für England gefochten Rücktransportes übernehmen die gleichen Instanzen, die die Räumung im September und Oktober des vergangenen Jahres geleitet haben. Soweit die Orte und Wohnstätten an der Front durch das Feuer der Artillerie oder durch andere Einwirkungen des I Krieges leiden muhten, wird ihr Wiederaufbaus Wiiie Unterzeichnung bes italienisch - französischen fische Allianz begraben Der diplomatische Krieg von ♦ Kasfenstillstandsoertrages schuf die Voraussetzung England gegen Frankreich erklärt wordem Diese für bas Inkrafttreten ber Waffenruhe auch zwischen ""d Brutalität war es. den deutschen und französischen Armeen. Den glor- i reichsten Sieg aller Zeiten, so stellt der Führer m (linem Aufruf an das deutsche Volk fest, haben die i deutschen Soldaten in einem heldenmütigen Kampf gegen einen tapferen Gegner nach knapp sechs Wochen an ihre Fahnen heften können. In Ehrfurcht neigen wir in dieser denkwürdigen Stunde inser Haupt vor den Helden, die aus den Schlacht- kldern Belgiens und Frankreichs diesen Sieg mit isr Hingabe ihres Lebens erftritten, in tiefer Dank- arkeit gehen unsere Gedanken zu unseren Salaten, die nach schwerem Ringen und unerhörten itrapazen tief im Westen und Süden Frankreichs ehen, und in unsagbarem Stolz, in grenzenloser !iebe und hingebendem Vertrauen richten mir untre Blicke auf den Führer, dessen kühne Entschlos- mheit und geniale Leitung der Operationen diesen ieldzug siegreich beendeten. Mit dem gleichen Vertrauen zum Führer und zu unserer Wehrmacht eht das deutsche Volk nun in die nächste Phase ieses ihm aufgezwungenen Krieges. Sie wird in artem Waffengang die Auseinandersetzung mit ingland bringen, oeffen endgültige Ausschaltung us den kontinentalen Angelegenheiten erst den uropäischen Völkern endgültig den Frieden und eine glückverheißende Zukunft sichern wird. Selbst in Frankreich dämmert schon die Erkennt- nis, welch verruchtes Spiel die Briten mit ihre" hntinentalen Verbündeten getrieben Haven Die Luseinandersetzung zwischen C h u r ch i l l und d<.m greifen Marschall Pätain geben dafür bezeichnende Hinweise. Am Samstagnachmittag war im Walde von Compiegne der Waffenstillstand zwischen Deutschland und Frankreich abgeschlossen worden. Die französische Regierung sowie alle ihre Organe betonten, keine bei von Deutschland gestellten Bedingungen sei schmachoöll gewesen, keine habe un- chrenhaftes von Frankreich verlangt und in volle r F r e i h e i t, ohne Druck des deutschen Gegners, jd die Annahme der Waffenstillstandsbedlngungen cusgefprocben worden. Kaum war diese für England Niederschmetternde Nachricht bekannt geworden, als khurchill sich in einer Tonart gegen die Regierung ton Bordeaux wandte, die in der Geschichte bei- stiellos bleibt. Churchill hat wie Shylock aus dem Schein bestanden, den die Regierung Daladier au Geheiß Chamberlains einst unterzeichnete. Er yai kipp und klar gesagt, daß er den Vorkämpfer Großbritanniens auf dem Festlande niemals aus bem „Vertrage" entlassen würbe, wonach die Franzosen rtit ben Englänbern gemeinsam bie Waffen gegen Deutfchlanb erheben unb sie nicht ohne gewemsame Lerstänbigung nieberlegen mürben. Churchill kann €3 natürlich nicht verstehen, daß Frankreichs R^ie- mg trotzdem zu diesem Schritt gezwungen war Md zieht daraus bie Konsequenz, Englaub werbe sich „trotz bes Aktes ber Regierung von Borbeaux ter Sache bes französischen Volkes annehmen Churchill ruft also Frankreich zur Fortsetzung des Kampfes bis zum Weißbluten auf. er erkennt b e Gültigkeit der Regierung $etam nufjt an bie ibrigens vom Präsidenten Lebrun vollkommen bgal gebildet wurde, er will die Revolte ber Franzosen gegen ihre eigene Regierung schüren, unb em Id) ßonbnn emigrierter unb seines Generalranges Ur verlustig erklärter Franzose, be Gaulle, hat Churchills ÄZendung von ber Nichtanerkennung ber Sohn eines Offiziers 1910 im damaligen österreichischen Villach geboren. 1930 trat Birnbacher in die Kriegsmarine ein und fand später als Offizier auf Linienschiffen, Panzerschiffen und Kreuzern Verwendung. Im Frühjahr 1939 übernahm er das Kommando über eine Schnellbootflottille, nachdem er früher ein Schnellboot selbst als Kommandant geführt hatte. Holländisches Lazarett von den Engländern bombardiert. Berlin, 24. Juni. (DNB.) Das holländische Marinelazarett in Den Helder ist am Freitag, 21. Juni, von englischen Fliegern a m Hellen Tage bombardiert und vollkommen zerstört worden. Nur dem glücklichen Umstande, daß das Lazarett vorher von den deutschen und holländischen Verwundeten geräumt worden war, ist es zu verdanken, daß nur eine geringe Zahl von Toten und Verwundeten zu beklagen ist. Das Lazarett liegt in der Nähe der alten Artillerieschule der holländischen Kriegsmarine. Auf dem Dach des Lazaretts ist ein etwa 10 Meter im Geviert großes cholzschild mit dem Roten Kreuz auf weißem Grund angebracht. Vom Turm des Gebäudes weht die Rote-Kreuz- Flagge. Am Freitagnachmittag bei vollkommen klarer Sicht tauchte plötzlich eine Staffel von neun englischen Kampfmaschinen am Horizont auf. Kurz vor dem Hafen löste sich die Staffel auf. Die Flieger stießen zum Angriff herab. Zwei der englischen Kampfmaschinen überflogen das Lazarett und warfen — trotzdem das Rote Kreuz deutlich zu erkennen war — mehrere Bomben verschiedener Kalibers und Brandbomben ab. Das Lazarett erhielt zwei schwere Treffer, die sofort das Gebäude in Brand steckten. Nach dem Bombenangriff b e - schossen die englischen Flieger im Tiefflug mit ihren Maschinengewehren das Lazarett und die Umgebung. Hierbei wurden mehrere Zivilpersonen getroffen. Die Löscharbeiten waren vergeblich. Irgend eine Entschuldigung für die englischen Flieger ist nicht möglich, da die Abzeichen des Roten Kreuzes bei der vollkommen klaren Sicht deutlich zu erkennen waren, und da militärische Ziele in der unmittelbaren Umgebung des Lazarettes nicht vorhanden sind — wenn man nicht gerade das uralte Schulschiff der holländischen Kriegsmarine, eine Fregatte aus dem 18. Jahrhundert, als militärisches Ziel ansprechen will. Mit dem planlosen Abwurf auf nichtmilitärische Ziele und Ortschaften, in denen nicht die geringsten wehrwichtigen Anlagen zu entdecken sind, erreichen die Engländer doch eins: sie züchten nicht nur m der deutschen Bevölkerung, sondern auch im neuttalen Ausland immer mehr die Ucberzeugung, daß zur Herstellung eines dauerhaften gesicherten Friedens in Europa der Kampf bis zur restlosen Vernichtung eines solchen Gegners durchgeführt werden muß, denn der Engländer schont mit seiner verderblichen Taktik weder Freund noch Feind — das haben bisher alle mit England Verbündeten erfahren müssen, und das müssen die Bewohner dieser Länder auch täglich neu am eigenen Leibe verspüren. Ailantikküsten bis zur GirondeMündung besetzt. LaVochelleundVochefortgenommen.-VordringenaufGrenobleundChambery Der Wehrmachtsberichi vom Montag. Aührerhauplquartier, 24. Juni. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am Atlantik wurde die Küste bis zur G l - rondemündung beseht, La Rochelle und Rochefort genommen, weiter ostwärts die Gegend nördlich Poitiers.erreicht. Anter der ungeheuren und stündig wachsenden Beute fiel hier ein großes Lager mit Artilleriemunition in unsere Hand. Jn Elsaß-Lothringen haben sich weitere versprengte feindliche Gruppen ergeben. Weitere Werke in der Waginotlinie wurden genommen. Südostwärts Lyon dringen unsere Truppen trotz zähen Widerstandes des Feindes auf Grenoble und Lhambery vor. Deutschen Schnellbooten gelang es in der Rächt zum 24. Juni im Seegebiet von Dungeneß einen bewaffneten englischen Dampfer von 3500 Tonnen und einen weiteren Dampfer von 5000 Tonnen durch Torpedoschuß zu versenken. Lin U-Boot meldet die Versenkung von 23 600 Brutloregistertonnen. Die Tätigkeit der Luftwaffe beschränkte sich gestern auf Aufklärungsflüge Über dem Rordseeraum. Unsere Jäger schossen 2 britische Kampfflugzeuge bei Calais ab. Von etwa 9 britischen Flugzeugen, die am Rachmitlag in die Riederlonde einzufliegen versuchten, wurden 6 durch Jäger und Flak abgeschossen. Unter dem Schuh der Wolkendecke gelangten zwei bis drei von sieben Flugzeugen bis nach Westfalen, wo sie bei dem kleinen Ort Wiescherhäfen Bauernhäuser mit Bomben belegten und die Bewohner mit Maschinengewehren beschossen. Hierbei wurden zwei Zivilpersonen schwer, vier weitere leicht verletzt. Bei Rächt setzte der Feind seine Einflüge über Rord- und Westdeutschland fort. Die an zahlreichen Stellen auf nichlmilitärlsche Ziele abgeworfenen Bomben richteten Sachschaden an und erforderten wieder Todesopfer und Verletzte unter der Zivilbevölkerung. Einige Bomben fielen in ein Kriegs- gefangenlager an der Oftfeeküsle, wobei eine Anzahl Franzosen getötet und verletzt wurden. Jn den Kämpfen südlich T o u l in der Rächt vom 21. zum 22. Juni zwang der Oberleutnant Knote in einem Jnfayterie-Reglment, von nur zwei Zugführern und 20 Mann seiner Kompanie begleitet, durch unerschrockenes und energisches Handeln drei französische Jnfanlerle- und zwei Artillerie-Regimenter zur Uebergabe und Entwaffnung. Mimischer Angriff an der Alpensront. 3n die französischen Stellungen eingedrungen. — Oie französische Krönt im Vücken bedroht. Italienischer Wehrmachtsbericht. Rom, 24. Juni. (DRB.) Der italienische Heeresbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut: Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Alpenfront vom Mont Blanc bis zum Meer haben unsere Truppen am 21. Juni den Angriff begonnen. Gewaltige Verteidigungsanlagen in den Felsen der Alpen, außerordentlich starke Abwahr von selten des Feindes, der entschlossen war, sich unserem Vormarsch zu widersehen, und die durchaus ungünstigen Wetterverhältnisse haben den forschen Angriffsgeist unserer Truppen nicht verringert, die überall beträchtliche Erfolge erzielt haben. Während mit kühnen Llnzelaktionen unsere Abteilungen sich einiger Befestigungswerke bemächtigt haben, wie z. B. des Forts Lhenaillet bei Brianxon und Razet im unteren Rojak-Tal, haben unsere Einheiten in geschlossener Formation die Talsohle der Jsere, Arc. Guil, Ubaye, Tinea und Vesubia erreicht, wobei sie in die Befestigungssysteme des Gegners eingedrungen sind und die gesamte feindliche Front im Rücken gefährden. Der Vormarsch unserer Truppen geht auf der ganzen Front weiter. Jm unteren Tyrrhenischen Meer hat ein ll-Boot- jäger ein feindliches U-Boot versenkt. Unsere Luftwaffe, die sich im Verlause der Operationen zu Lande trotz der schwierigen Wetterver- hältnlsfe glänzend bewährte, hat ferner am gestrigen Tage ihre Offensivaktion durch Bombenabwürfe auf den Flughafen Micabba (Malta) und das Arsenal von Bizerta fortgesetzt. Zwei unserer Jagdflugzeuge find nicht zurückgekehrt. Jn Rord-Afrika sind die Bombenabwürfe auf die Stützpunkte von Marsa Matruh und Sldi Barranl wiederholt worden. Ferner wurde eine große Ansammlung von Panzerwagen und englischen Kraftwagen sehr wirksam mit Bomben und anderen Sprengkörpern belegt. Alle unsere Flugzeuge sind in ihre horste zurückgekehrl. Jn Ost-Afrika sind die Luftflottenstühpunkte von Dschibuti und Berbera und feindliche Truppen in Kenya mit Bomben belegt worden. Einige feindliche Einflüge über Massaua, Assab und Diredaua blieben ohne Erfolg. Am gestrigen Rachmittag hat der Feind auf die Stadt Palermo einen Bombenangriff durchgeführt, ohne militärischen Zielen Schaden zuzufügen, hingegen wurden unter der Zivilbevölkerung 25 Tote und 153 Verletzte gezählt. Ein Flugzeug wurde von unseren Jagdfliegern abgefchossen. Letzte erbitterte Kämpfe in den Vogesen. Der deutsche Angriff auf den Oouou. - Oer umschlossene Feind streckt die Waffen. 22000 Gefangene. - Hiesige Beute. Führerhauptquartier, 24. Juni. (DRB.) heute mittag hat der am Donon in den Vogesen umschlossene Feind die Waffen gestreckt. Ueber 22 000 Gefangene, dabei ein Kommandierender General eines Armeekorps, drei Divisionskommandeure und rund 1000 Offiziere und zwölf ganze Artillerieabteilungen, darunler sechs motorisierte, fielen neben einer riesigen Beute in unsere Hand. ♦ ...., 25. Juni. (PK.) Zurückgeworfen vom Nor, den und Osten, eisern eingeschlossen von deutschen Regimentern, leisten in den schluchtenreichen und un° übersehlichen Tälern der mittleren Vogesen am Großen Donon noch die Reste zweier französischer Divisionen einen letzten, teilweise erbitterten Widerstand. Nur wer die Vogesen aus eigenem Erlebenis kennt, wird die unerhörte und einzigartige Leistung unserer Truvpen richtig ermessen können, die in diesem heimtückischen Gelände, wo mit jedem Schritt von im Hochwalde verborgenen Schützennestern Feuerüberfälle zu erwarten sind, in unverhältnismäßig kurzer Zeit den Feind zurückgeschlagen haben. Mit dem Schützenbataillon eines Infanterie- Regiments marschieren wir durch die Hochwaldschlucht des St. Quirin-Tales, das noch unter französischem Feuer liegt, vorwärts gegen die Dononhöhe. Die Manschaft des Regimentes, das schon an dem Durchbruch durch die Maginot-Linie und dem stürmischen Vormarsch durch Nordlothrin- gen einen hervorragenden Anteil hatte, besteht aus Saarländern, Pfälzern und Badenser. Ihnen ist die große Aufgabe zuteil geworden, auch die Quellen der Saar, die auf dem Donon liegen, zu befreien. In einem Gelände, das dem Jnfanteriekampf alle nur erdenklichen Schwierigkeiten bereitet, stießen in nächtlichem Kampf unsere Truppen vor und warfen den völlig überraschten Feind 15 Kilometer zurück. Trotzdem sind die Wälder immer noch durch Baumschützen gefährdet, deren hinterhältige Karnv- fesweise manches Opfer gekostet hat, bis auch sie von den Bäumen heruntergeyolt sind. Nun gilt es, das letzte Bollwerk der von drei Sie Uebergabe der italienischen WaffenWstandsbedingungen. Auf einem Flugplatz in der Nähe von Rom trafen die französischen Bevollmächtigten für die Waffen- stillstandsverhandlungen mit Italien in einer Maschine der deutschen Luftwaffe ein. — Unser tele- graphisch aus Rom übermitteltes Bild zeigt die Begrüßung der französischen Abordnung durch den Vertreter der italienischen Wehrmacht. In der Mitte General H u n tz i g e r, weiter nach links Botschafter N o ö l, Vizeadmiral L e l u c und General der Luftwaffe B e r g e r e t. — (Scherl-Bllderdienst-M.) Die Uebergabe der italienischen Waffensttllstands- bedingungen an die französischen Bevollmächtigten ist in der Villa Jncisa, einem aus dem 17. Jahrhundert stammenden fürstlichen Landhaus, erfolgt, das an der Via Passia liegt und 19 Kilometer von Rom entfernt ist. Die französischen Devvllmächtig- tigten trafen am Sonntag um 19.28 Uhr vor der Villa ein, an deren Eingang eine Kompanie Ka- rabinieri angetreten mar. Sie wurden vom Protokollchef des Außenministeriums empfangen und sofort in den Sitzungssaal geleitet. Die bereits anwesenden italienischen Bevollmächtigten, an ihrer Spitze Graf E i an o und Marschall Bad o gli o, erhoben sich von ihren Plätzen und begrüßten die französischen Bevollmächtigten mit dem Römischen Gruß, die dann gegenüber den italienischen Vertretern an einem langen Tisch Platz nahmen. Sofort erhob sich Außenminister Graf E i a n o, um mitzuteilen, daß auf Befehl des Duce Marschall B a d o g l i o die Waffenftillftandsbedingungen über- geben werde. Dieser erteilte General Roatto, em Stellvertretenden Generalstabschef des Heeres, das Wort zur Verlesung der italienischen Waffen- stillstandsbeoingungen. Nach der Verlesung erklärte General H u n tz i g e r, daß die französischen Bevollmächtigten von den Bedingungen Kenntnis nähmen und darum bäten, sie ihrer Regierung übermitteln zu können, um dann in der nächsten Sitzung ihre Beschlüsse vorzulegen. Den französischen Bevollmächtigten, die Gäste der italienischen Regierung waren, stand eine direkte Telephonleitung zum Verkehr mit der französischen Regierung in Bordeaux zur Verfügung. Seiten eingeschlossenen und bereits schvzer dezimierten Divisionen den 1100 Meter hohen Donon zu nehmen. Ohne Rücksicht auf das feindliche Feuer, das noch auf einigen Stellen der 'einzigen Bor» rnarfchstraße in der St. Quirin-Schlacht liegt, rückt das Regiment nach vorn, an der Spitze ein schneidiger Oberst, der bereits im Weltkrieg an allen Fronten im Westen, Osten und im Orient als In- fanterieofsizier und Flieger gekämpft hat. Uns entgegenkommen bereits di e ersten Gefangenen dieses Morgens, zum größten Teil Elsässer, die froh find, der fiöUe von Donon entronnen zu fein. Neben den elsässischen Gefangenen torkeln dunkle und.zweifelhafte Gestalten, die — wie sich her aus stellt — einem Sträflingsbataillon angehören, talwärts in die Gefangenenlager. Gesichert durch zwei leichte Pak-Geschütze und eine Jnfanterievorhut erkämpft sich das Regiment, unter Ausnutzung der Ueberraschung des Feindes entschlossen vorgehend, den Weg bis etwa 6 Kilometer unterhalb des Kleinen Donon, der dem Großen Donon vorgelagert ist. Hier hat sich der Franzose in der letzten Nacht eingenistet, um den deutschen Vormarsch aufzuhalten. Plötzlich erhält d i e Spitze Feuer von einem Baumschützen, zwei Mann flno schwer verletzt. Sofort schwärmt ohne Artillerievorbereitung die Infanterie nach vorn und seitwärts gegen die Waldstücke, in denen sich der Feind, gut getarnt, verteidigt. In zweistündigem Nahkampf, der wirkungsvoll durch Pak unterstützt wird, wird der Feind mit Handgranaten und Karabinern aus seinen Nestern geholt. In Trupps zu 20 und 30 Mann ergeben sich die Franzosen. Völlig demoralisiert kommen sie auf dem Schluchtweg an. Die Spitzenkompanie macht allein fast 300 Gefangene in einer Stunde. Das Beispiel ihres jungen Kompaniechefs hat sie mitgerissen. Schwer verwundet durch Kopf- und Knieschuß liegt er am Boden. Trotzdem gibt er, blutüberströmt, weitere Befehle an feine Kompanie. Sanitäter, die ihn nach rückwärts bringen wollen, wehrt er ab. Nur sehr gering sind die eigenen Verluste der tief vorstoßenden deutschen Truppen. Trotz des ungünstigen Geländes, da gegen Steilhöhen angerannt werden mußte und die feindliche Artillerie nicht mit Munition sparte, waren die Verluste so gering, weil der Feind sein Ziel viel weiter rückwärts wählte, und nicht mit der Kühnheit dieses blitzartigen Vorstoßes auf einer kaum gesicherten Straße rechnen konnte. Unübersehbar werden gegen Abend die Zahlen der Gefangenen. Endlos ist die Beute an Munition, Waffen, Fahrzeugen, Pferden. Nur noch wenige hundert Meter trennen die deutschen Truppen vom Gipfel des Großen Donon, der bereits unter dem Hagel der schweren deutschen Artillerie sturmreif geschossen. Das letzte Bollwerk des französischen Widerstandes in den Vogesen steht vor dem Fall. Das deutsche Heldentum in den Vogesen, für das im Weltkriege bereits so viele Beweise auf diesem heißumkämpften Boden erbracht worden sind, ist mit dem Sturm auf den Donon um ein weiteres Blatt bereichert worden. Wilhelm Jung. Gesamtdemission des ägyptischen Kabinetts. Stockholm, 24. Juni. (Europapreß.) König Faruk von Aegypten hat am Sonntagnachmittag das Rücktrittsgesuch des Ministerpräsidenten Ali Mäher Pascha angenommen. Zusammen mit dem Ministerpräsidenten ist auch das gesamte Kabinett zurückge treten. — Radio Ste- fani berichtet aus arabischen Kreisen Tetuans, die Bombardierung Alessandrias durch italienische Flieger habe starke Rückwirkungen auf die Stimmung der ägyptischen Bevölkerung gehabt. In der Bevölkerung mache sich eine große Beunruhigung bemerkbar, nachdem trotz der englischen Geheimhaltungsversuche die Vernichtung des Stützpunktes Marsa Matruh durch italienische Flugzeuge bekanntgeworden sei. Die englandfeindliche Haltung der ägypttschen Bevölkerung trete immer deutlicher zutage. Einsatzbereit gegen England! In den OKW.-Berichten der letzten Tage nahmen die Kampfhandlungen zwischen Deutschland und England einen immer größeren Raum ein, während die Meldungen vom französischen Kriegs- schauplitz allmählich an Umfang verloren. Das heißt nicht, daß den teilweise noch sehr harten Kämpfen unserer Truppen in Frankreich während der Waf- fenstillstandsverhandlungen keine Bedeutung mehr zugekommen wäre. Im Gegenteil! Gerade die Kapitulation der französischen Ostarmeen im Bereich der Maginotlinie, am Tage von Compiegne, zeigte der Regierung PLtain mit letzter Eindringlichkeit, daß ihr nichts anderes Übrig blieb, als die Waffen zu strecken. Nur acht Tage haben die deutschen Angriffsdivisionen, die zahlenmäßig ihrem Gegner weit unterlegen waren, gebraucht, um das als unüberwindliche Wunderfestung gerühmte Maginot- system vollkommen zu zerschlagen. In zehn langen Jahren mit dem Schweiß der französischen Nation und mit den Milliardenbeträgen der französischen Steuerzahler errichtet, war die Maginotlinie gewissermaßen die höchste Verkörperung des französischen Sicherheitsbedürfnisses und — und brach doch in wenigen Tagen wie ein Kartenhaus zusammen. Eine ganze Epoche der französischen Politik ist damit zu Grabe getragen, der materialistische Geist der Sicherheitsfanatiker ad absurdum geführt. Neben diesem gern eifrigen Schauspiel des Zusammenbruchs treten die Verfolgungskämpfe im Gebiet der Atlantikküste und die Vorstöße gegen die Alpenpässe nicht so sehr hervor, obgleich hier wie dort deutsche Soldaten noch bis zum Augenblick der Waffenruhe ihr Leben für die Sicherung und Ausweitung des besetzten Gebietes Hingaben. Der unverändert schnelle deutsche Vormarsch hat an der Westküste Frankreichs das Gebiet von La Rochelle und Rochefort erreicht. Das Gebiet liegt auf gleicher Höhe wie Lyon und ist von der Mündung der Gironde nur noch etwa 35 Kilometer entfernt. Kurz vor dem Abschluß der Kämpfe ist Frankreich in nur 19 Tagen zu zwei Dritteln in deutsche Hand gefallen, ohne daß für das restliche Drittel noch irgendeine Aussicht auf Verteidigung bestanden hätte. Wie die Kapitulation ganzer französischer Armeen in der» dritten und größten Schlacht des französischen Feldzuges, in Elsaß-Lothringen, oder die Auslösung ganzer Truppenteile oder das Ueberlaufen geschlossener Formationen, ober die Erbeutung völlig unversehrter Munitions- und sonstiger Lager zeigen, find die Reste des französischen Heeres zu einem einheitlichen Kampf nicht mehr in der Lage. Ein ausgesprochen zäher Widerstand wurde nur noch südostwärts Lyon festgestellt, wo sich der Vorstoß der deutschen Truppen in Richtung auf die Alpenpässe zu bewegte. Die Blicke der Oeffentlichkeit in Deutschland und im Ausland richten sich nun immer mehr auf die Kanal- und Nordfeeküste. Man erwartet den Angriff auf England. Eine offizielle Nachricht betagt, daß sich Großadmiral Dr. h. c. Raeder schon von der Einsatzbereitschaft seiner in Holland, Belgien und Nordfrankreich stehenden Verbände gegen England überzeugt hat. Die resignierten, aus Angst und Borniertheit seltsam gemischten Reden Churchills beweisen, daß Britannien in dumpfer Ahnung schon die Stunde der Abrechnung herannahen fühlt. Daher auch die nervösen Versuche der Royal Air Force, durch Ein- zelakttonen den gefürchteten deutschen Gegenschlag aufzuhalten. Diese Versuche, die beispielsweise gegen ein deutsches Schlachtschiff und gegen die Küstengebiete Frankreichs und Hollands unternommen wurden, sind sämtlich gescheitert. Wenn aber England glaubt, durch seine planlosen nächtlichen Born» barbierungen im deutschen Heimatgebiet ober durch die bei Tageslicht unternommene Beschießung westfälischer Bauern das deutsche Volk einzuschüchtern, dann befindet es sich in einem katastrophalen Irrtum. Churchill kann versichert sein, daß er mit feinen feigen Luftüberfällen auf nichtmilitärische Objekte genau das Gegenteil seiner Absicht erreicht- Kr.148 Zweites Blatt Gießener Anzeiger tSeneral-Anzeigrr für Oberheffen) Dienstag, 25. Zum WO Aus der Stadt Gießen. Die rote Traumblume. Wenn die brennend roten Blüten des Klatschmohns die sommerlichen Aehrenfelder weithin leuchtend durchsetzen, so beweist das eine voranae- gangene Trockenheit, die das Wachstum von Korn und Weizen empfindlich hemmte, so daß das rasch wuchernde Unkraut überhandnehmen konnte während es in regenreicheren Perioden von den 'dichten Schwaden der üppig aufschießenden Halme leichter erstickt wird. So malerisch ein von wildem Mohn durchflammtes Feld wirkt, der Bauer der im Schweiße seines Angesichts Korn und Weizen ausgeworfen, verwünscht den roten Wildling, den der Feind gesät". Dennoch war im vorchristlichen Altertum der rote Mohn die heilige Blume der Demeter, der Kornmutter und Göttin der Feldfrüchte. Als sie einst auf der Suche nach ihrer von Hades in die finstere Unterwelt entführten Tochter Persephone wehklagend umherirrte, fiel ihr in der Umgebung der pelopon- ncsischen Stadt Sikyon ein riesiges Mohnfeld auf, und sie deutete die Blumen als Grüße und Träume ihrer Tochter, die diese aus dem Schattenreich in die Gefilde des Lichts emporsandte. So erhielt die Stadt den Namen Melone, die Mohnstadt, und die Blume wurde als Träumebringerin und sanfte Ber- söhnerin mit dem Tod verehrt. Ihrer haben die Dichter immer wieder in Rauschund Traumliedern gedacht, die an die Tiefen ihres Wesens rühren, verdanken wir doch ihr das gefährliche Morphium und Opium. „Schmück' dir das Haar mit wildem Mohn, die Nacht ist da, die Nacht ist da, all ihre Sterne glühen schon!" beginnt Richard Dehmel ein lockendes und aufrührerisches Gedicht, während Uhland vor dem Träumen im Mohnfeld warnt, weil es uns der Wirklichkeit entrücke und dem wahren Leben entfremde. Wer in das tagwache, zu Taten rufende Leben und sieht des Traumgottes Morpheus Arme sinkt, verschläft das tagwache, zu Taten reifende Leben und sieht am Ende all die berauschenden Bilder seiner Phantasie in Nichts zerflattern. Träume sind Schäume! Wie die leicht im Winde verwehenden Blütenblätter des Mohns find sie flüchtig, und man behält von dem Strauß, den man im Verlangen nach immer schöneren, von tieferer Leuchtkraft glühenden Blüten gesammelt, am Ende nicht viel mehr als .kahle Stengel in der Hand. So stehen auf dem rot flammenden Mohnacker die Gegensätze: Leben und Traum, das Brot bringende Getreide und die rote Traumblume. Jenes vermittelt die Kräfte, deren wir zu einem gesunden Leben bedürfen, zu Tätigkeit und Werk, die eine Nation stark machen, ihre Aufgabe auf der Erde zu erfüllen. Der Mohn aber, der den Morphium- und Opiumgenuß 'ermöglicht, ist ein Betäubungsmittel für Schwächlinge, die der harten Wirklichkeit nicht gewachsen sind. Er erschlafft die Nerven, und seine zum Unheil sich auswirkenden Kräfte können nur im Dienste eines gewissenhaften Arztes einem Kranken heilsam werden. Roter Mohn, so leuchtend und lockend, und doch Widerton des wachen Lebens, der kraftvollen männlichen Tat. P. B. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Wehrwissenschaftlicher Vortrag der Ludwigs- Universität: 20.30 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, spricht der Rektor Professor Dr. Kranz über „Soldatentum auf rassischer Grundlage". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Lauter Liebe". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Sommer, Sonne, Erika". Notizen für den 25. Juni. Sonnenaufgang: 5.04 Uhr, Sonnenuntergang: 21.51 Uhr. — Monduntergang: 11.03 Uhr, Mondaufgang: 24.29 Uhr. ZM.-Untergau 116 Wetterau. Alle Teilnehmerinnen des Schulungslagers Marburg bringen am Freitag bis 18 Uhr ihre Nährmittelkarte zum DM.-Untergau. Außerdem müssen zum Schulungslager noch Schlafsack, Dirndlkleid und Schwimmzeug mitgebracht werden. Raucher im Walve kann jeder verhasten. Waldbrände sind fast ausschließlich darauf zurückzuführen, daß Spaziergänger und Ausflügler im Walde in sträflicher Verantwortungslosigkeit rauchen, oder sonstwie mit Feuer hantieren. Die Werte deutschen Volksoermögens, die auf diese Weise alljährlich vernichtet werden, sind unübersehbar.. Es geht hier nicht nur um die Erhaltung des deutschen Landschaftsbildes, sondern zugleich um den Schutz einer unserer wichtigsten Rohstoffquellen, die gerade während des Krieges besonderer Pflege bedürfen. Daher ist es selbstverständlich, daß der nationalsozialistische Staat jeden, der sich in frevelhafter Weise an diesem wertvollen Gemeinschaftsgut versündigt, als Volksschädling betrachtet und mit hohen Strafen belegt. Das Strafgesetzbuch und die Verordnung 3um Schutze der Wälder, Moore und Heiden gegen Brände drohen bei Zuwiderhandlungen gegen die einzelnen gesetzlichen Bestimmungen neben Geldstrafe auch «empfindliche Freiheitsstrafen an. Es muß auch immer wieder darauf hingewiesen werden, daß nach § 127 der Strafprozeßordnung jedermann befugt ist, jemanden, der bei Verstoß gegen die zum Schutze des Waldes gegen Brandgefahr erlassenen Bestimmungen auf frischer Tat betroffen oder verfolgt wird, bei Fluchtverdacht oder bei nicht sofort gegebener Möglichkeit der Personalfeststellung auch ohne richterlichen Befahl vorläufig festzunehmen. Auch die Bestimmung des § 330 c des Strafgesetzbuches ist in diesem Zusammenhang von erhöhter Bedeutung, wonach derjenige, der bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe keiftet, obwohl dies nach gesundem Volksempfinden seine Pflicht ist, insbesondere, wer der polizeilichen Aufforderung nicht nachkommt, Geld- oder Freiheitsstrafe verwirkt hat. Ebenso wie die polizeilichen Organe angewiesen sind, gegen Waldbrandstifter als Volksschädlinge rücksichtslos einzuschreiten, wird auch von jedem anständigen Volksgenossen erwartet, daß er beim Antreffen derartiger Frevler im Walde im Interesse des Volksganzen in der angedeuteten Weise oorgeht. „Der letzte Sprung des alten Löwen." Dortragsabend des Gießener DörtragSringeS. Der Gießener Vortragsriizg (Goethebund, Kaufmännischer Verein und Volksbildungsstätte Gießen) hatte für den gestrigen Montagabend zu einer Dortragsveranstaltung in die Neue Aula der Universität eingeladen, die, wie kaum eine andere, die Züge einer unmittelbaren Aktualität trug. Kreisleiter Backhaus sprach zu Beginn in großer Ueberschau von den gegenwärtigen großen und umwälzenden Ereignissen, die für die nächsten Jahrhunderte für ganz Europa von entscheidender Bedeutung sind. Er stellte die Ignoranz Englands heraus, das seit Jahrhunderten, wie mit Blindheit geschlagen, die naturgegebenen Notwendigkeiten der Völker mißachte und vor allem der Auffassung gewesen sei, das 80-Mil- lionen-Volk der Deutschen, das rassisch hochwertigste Volk, in seinen Lebensrechten beschneiden zu können. Englands Trabanten seien jetzt nacheinander unschädlich gemacht worden. Frankreich, Englands mächtigster Bundesgenosse, habe nun die Waffen strecken müssen, und jetzt richte sich die ganze deutsche Kampfkraft gegen den Urheber alles Unglücks auch in diesem Kriege: gegen England! In kurzen Zügen sprach der Kreisleiter davon, wie gerade dieser Abend den Zuhörern das Bild Englands vermitteln solle, wie es von bedeutenden Engländern selbst gesehen wurde. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, da England die Schuld von Jahrhunderten zu sühnen habe. Or. Leonhard Blaß sprach dann über das Thema „Der letzte Sprung des alten Löwen". Der Redner, der sich zunächst mit der Geschichte Englands beschäftigte und Englands Haltung den Völkern des Kontinents gegenüber charakterisierte, führte heran an eine Reihe von Persönlichkeiten, die in England die Politik vor dem Weltkrieg gestalteten. In einem längeren Zitat ließ er hierauf den bekannten Dichter Bernard Shaw zu Worte kämmen, der in klarer Erkenntnis der Dinge Englands Weg kennzeichnete und sein Ende voraussagte, wie es sich nun anbahne. In klaren Sätzen sprach der Redner dann davon, wie es England mit seiner Bündnispolitik immer wieder verstanden habe, andere für feine (Englands) Interessen ins Feuer zu schicken und die Bundesgenossen dann im entscheidenden Augenblick zu verlassen. Zahlreiche Beispiele ließen diese Politik Englands durch die Jahrhunderte erkennen. Dann führte Dr. Blaß in die jüngste Vergangenheit zurück und zitierte einen der bedeutendsten Engländer, der als Freund der Deutschen zu hohem Ansehen gelangte, wenn auch nicht in den Augen der Engländer: Huston Steward Chamberlain. Er sei der Seher des Dritten Reiches schon während des Weltkrieges gewesen. Chamberlain sprach von der Brücke, die das englische Volk mit dem deutschen von der rassischen Grundlage her verbinden könnte, er wußte aber auch, wie dos englische Volk durch seine Regierung bewußt irregeführt wurde im Urteil über den artverwandten deutschen Menschen. Er habe England in seinem ganzen moralischen Verfall und in all seiner Lügenhaftigkeit erkannt und das Lügenspiel Englands, mit dem eine ganze Welt während des Weltkriegs vergiftet wurde, als das größte Verbrechen gebrandmarkt. Schon im Jahre 1916 habe er gesagt, daß Deutschland um der Welt willen in diesem Kriege siegen müsse. Deutschland müsse Weltfaktor werden und ein Wahrer des Weltfriedens, der England niemals sein könne. Der Seher Huston Steward Chamberlain habe aber auch den Führer Adolf Hitler vorausgeahnt, als den Mann mit dem starken Herzen, und er sei der erste Ausländer gewesen, der den Führer nach einer kurzen Begegnung im Jahre 1923 in Bayreuth als den Mann der deutschen Zukunft erkannt habe. Wörtlich habe er schon damals geschrieben: „Deutschland, dieser Adolf Hitler wird einst deine Zukunft gestalten!" In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich der Redner in lebendiger Vortragsweise mit einer Reihe weiterer englischer Schriftsteller, die ihrem eigenen Vaterland mit klarer Offenheit und mutigem Herzen den Spiegel vor das Gesicht hielten, das Regierungssystem geißelten, die Politik Englands scharf treffend charakterisierten und harte Anklagen erhoben. In diesem Zusammenhana nannte er Shakespeare, Thomas Carlyle, Lord Byron, John Hestings, Edward, Carpenter und Strickland. Abschließend beschäftigte sich der Redner mit der Gewaltherrschaft und Grausamkeit der Enaländer in ihrer Kolonialpolitik. Er erinnerte an den Opiumkrieg, an das Verbrechen an den Buren, an die Schandtaten in Indien, an die Ausrottung der Indianer in Nordamerika, und er ließ erkennen: wie es England dabei nie um das Wohl der Kolonialvölker ging, sondern immer um Englands nüchterne Interessen. Mit Worten bzw. Liedern und Gedichten des Tirolers Renk, von Knut Hamsun, Gorch Fock und Hermann Löns fand der aufschlußreiche Vortrag seinen Abschluß. Nachdem Kreisleiter Backhaus noch die nach Mitternacht eintretende Waffenruhe im Westen bekanntgeben konnte, des Führers und unserer siegreichen Wehrmacht gedacht war, fand der Vortragsabend mit den Liedern der Nation seinen Abschluß. 50 Rpf.-Aickelmimzen außer Kurs. Nach einer Verordnung des Neichsministers der Finanzen gelten die Nickelmünzen im Nennbetrag von 50 Rpf. ab 1. August 1940 nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel. Die Münzen behalten also ihre Kaufkraft nur noch bis zum 31. Juli 1940. In dem folgenden Monat, also bis 31. August 1940, werden die Münzen noch von allen Reichs- und Landeskassen sowohl in Zahlung genommen, als auch gegen andere Zahlungsmittel umgetauscht. Mit dem 31. August 1940 hört die Einlösungspflicht auf. Die Münzen haben dann nur noch ihren Metall- wert. Zur Vermeidung von Verlusten ist es ratsam, die 50-Rpf.-Stücke aus Nickel umgehend bei einer Kasse einzuzahlen. Achtung vor dem Kornfeld! Das Feld, auf dem jetzt das Brotgetreide mehr und mehr heranreift, soll von allen Volksgenossen mit der Schonung und Achtung behandelt werden, die seiner Bedeutung für die Ernährung zukommt. Diese Mahnung ist gerade jetzt besonders angebracht, wo Kornblumen und Mohn blühen und Kinder und Spaziergänger gerne geneigt sind, sich einen Strauß der blauen Blumen zu pflücken, oder eine Mohnblume zu brechen. Nicht immer sind diese Blumen vom Rande des Kornfeldes aus zu erreichen, und oft kann man beobachten, wie sich Kinder und Erwachsene hinüberneigen, erst einen Fuß in das Kornfeld setzen und — wenn auch das noch nicht zum Ziele führt — den zweiten folgen lassen. Aber auch bei den Spaziergängen auf den Wegen durch die Kornfelder wird nicht genug Aufmerksamkeit aufgebracht. Man weicht vom Rain ab und tritt mit den Füßen Kornhalme nieder. Ja, wahre Pfade führen zeitweilig durch das Kornfeld. Der Bauer bemüht sich mit allen Mitteln und unter Anwendung seiner eigenen und seiner Mit- ® Zuckerkrankheit Seit 10 Jahr, leide ich an Zuckerkrank^ heil. Nachdem ich Ihren Karlssprudel regelmäßig getrunken habe, zeigte dieärztl. Untersuch. ca.*/i %. Ich trinke dieses Wasser weiter. Hans Busch, Buchdr.-Besitzer, Arnsberg (Westf.), Jägerstr. 30.9.36- 20 grobe Flasdien RM 12.60, SO grobe Flasthen RM 25.—. Fradit hin> und zurüdt trägt der Brunnen. Heilquelle Karlssprudel, Biskirchen Ai Helfer Kräfte, die Ernährung des deutschen Volkes sicherzuftellen. Darum haben die Kinder und Erwachsenen die Pflicht, äußerste Sorgfalt beim Blumenpflücken und beim Spaziergang walten zu lassen. Jeder muß darauf achten, daß das Brot, das nun heranwächst, nicht mit Füßen getreten wird. Jeder muß mithelfen und derartige Beschädigungen der Getreidefelder zu verhindern suchen. Anzeigepflicht bei Geschästsschließungen Durch Erlaß des Reichswirtschaftsministers vom 12. Oktober 1939 und 10. Januar 1M0 wurde bestimmt, daß Einzelhandelsverkaufsstellen, die infolge von Zwangsbewirtschaftungsmaßnahmen oder der Einberufung des Inhabers geschloffen werden, nach Beendigung des Krieges genehmigungsfrei wieder eröffnet werden können, sofern die Schließung der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel angezeigt wird. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel hat mit Genehmigung des Reichswirtschaftsministers eine entsprechende Anordnung erlassen, wonach die Meldungen der Unterabteilung Einzelhandel der zu- ftänoigen Wirtschaftskammer zu erstatten sind. Der Reichswirtschaftsminister hat in einem Bescheid vom 8.4.1940 festgestellt, daß diese Regelung für alle Einzelhandelsverkaufsstellen gilt, ohne Rücksicht daraus, ob und in welcher Organisation der gewerblichen Wirtschaft der Inhaber der Verkaufs- stelle als Mitglied erfaßt ist. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 25. Juni. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: Markenbutter, X> kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Eier, ausländische, 10 bis 11, Kartoffeln, alte, % kg 5, 5 kg 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM., neue, kg 17 Rpf., Wirsing, grün, 22 bis 25, Gelberüben, das Bund 21 bis 25, Spinat, Vi kg 12 bis 15, Römischkohl 15, Bohnen, grjin, 35, Erbsen 35 bis 40, Mischgemüse 12, Tomaten 37 bis 65, Zwiebeln 17, Meerrettich 70, Rhabarber 10 bis 12, Himbeeren 50 bis 78, Kirschen 43 bis 50, Stachelbeeren 23 bis 28, Johannisbeeren 30, Erdbeeren 40 bis 55, Blumenkohl, das Stück 20 bis 80, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 60, Vom Kriege. Friedrich Theodor Vischer der große Prediger des Schönen, der zugleich selbst ein echter Dichter und ein kernhafter deutscher Mann war, hat im Kriege 1870 spät im Silberhaar das große Erlebnis feines Daseins gefunden und fein Weltgefühl auf eine ganz neue Warte gestellt. Er, der seinen lieben Deutschen so oft im zornigen Ernst und derben Spott einen Spiegel ihrer Unsitten und Fehler vorgehalten, er wurde zum Lobredner des geeinten Vaterlandes und sang sein Heldengedicht vom deutschen Krieg. Dem Monumentalwerk seiner Aesthetik hat er damals ein neues Kapitel angefügt, in dem er in uyvergänglichen Worten das Schöne im Kriege darftellte. „Der Krieg ist darum nicht unästhetisch, weil, er wild, weil er furchtbar ist", sagt Vischer. „Denn auch das Schreckliche hat ästhetischen Reiz. Wir legen den Homer nicht weg, wenn wir lesen, mit welcher grausamen Genauigkeit er Verwundungen beschreibt, — wir steigen gern die Treppe des Kapitols hinauf, um die Statue des sterbenden Fechters zu sehen, wie er, zu Boden gesunken, mit der breiten Wunde in der Brust, noch einen Augenblick den Oberleib aufrecht hält." Aber von dieser Schauerwelt furchtbarer Gefühle, in die uns das Bild der Zerstörung versenkt, wenden wir uns empor zum Bild der zerstörenden Kraft und fühlen uns eins mit dem Helden, wachsen an ihm und mit ihm. „Der Krieg läßt die Kraft erscheinen." So leuchtet uns das Bild des wilden, hohen, furchtbar schönen Heros, wenn Achilles auf die Feinde einwütet, „wie ein wirbelnder Wald brand , wenn die herrlichen Gestalten der altgriechischen Tempelreliefs gegeneinander stürmen. ,,-00(9 nur im Kampfe der einzelnen liegt das vnnlict) Schöne des Krieges: Das Getümmel, die JJtenge, ter Drang, der unaufhaltsame Sturm und Stotz Ton Massen vereinigt die tätigen Kräfte zu einer gehäuften und dadurch für Auge und Phantasie umso aeroaltigeren Wirkung." VonHben äußeren machtvollen Erschernuno^n des Krieges steigen wir auf zu seinem höheren Inhalt „6s ist die mächtige Bewegung der Seele, es ist das Bild des Willens, der im höchsten Aufschwung leiner ganzen Kraft die Schrecken des Todes nicht -fürchtet, es ist noch mehr das Bild feiner Grßaberp heit in dem furchtbaren Augenblicks wo von dem hingeopferten Leibe scheidend der Geist noch im letzten Seufzer bezeugt, daß es Güter gibt, die ihm mehr gelten, als das Leben. Heldentod ist schöner und großer Tod, am schönsten dann, wenn der Sterbende noch wissen darf, daß der Sieg gewiß ist. „Legt mich in die Sonne, wendet mich nach der Sonne." Sie wissen, einer der unfrigen sagte es, als er tödlich getroffen niederfiel am blutigen Tage von Villiers, er schaute hinein, bis sie sank, die Siegeskunde erreichte ihn noch, und mit dem herrlichen Gestirn des Tages sank auch sein jugendliches Mannesleben hinab." Groß und schön ist der Mut des Kriegers im Kampfe, ist die Ruhe des Feldherrn mitten im Feuer, ist das unerschütterte Ausharren ganzer Scharen im Angesicht des ringsum mähenden Todes. „Man sollte meinen, ein Leben, wo jede Stunde solche Schrecknisse bringen kann, müsse eine Menschenseele verdüstern. Aber die Stimmung des Tapfern ist frei und heiter. Es liegt ich weiß nicht welcher Druck der Bangigkeit auf dem Leben; man braucht nicht feig zu fein, um oft von einem Gefühl beängstigt zu werden, als lauern Gespenster hinter den bekannten Gestalten des Lebens. Es gibt mehr als einen Weg, sich von dieser Angst zu befreien; Arbeit, Wissenschaft, Kunst, Religion — die reine nämlich, denn die trübe macht nur noch mehr Angst — aber einer dieser Wege und nicht der letzte ist außer Zweifel die Fassung des Geistes im Kriege. Wer abgeschlossen hat mit dem Leben, wer entschlossen ist, dem wird das Gemüt hell und wolkenlos mitten unter den drohenden Bildern des Todes, ja doppelt und dreifach genießt er das Gefühl des Lebens. „Gefaßt fein ist alles." Offenbart so der Krieg alle Wunder der Kraft, so schafft er freilich auch eine Welt des Leidens. „Die Kunst aber, der Genius des Schönen folgt ihm auch auf diese seine Leidenswege: der Krieg ist darum nicht unästhetisch, weil er Leiden bereitet. Leiden rührt zum Mitleid, das Mitleid aber ist schön, weil es die Fremdheit zwischen Mensch und Mensch aufhebt, weil es getrennt Töne zu einem Akkord vereinigt." Da ist der rührende Schmerz des Abschiedes, wie ihn Homer so wundervoll in dem Bilde verklärt, da Hektor von Andromache und seinem Knäblein scheidet. „Den Anblick trauernder Bräute, Frauen, verwaister Familien, denen die geliebten Häupter nicht wiederkehren, wie mag ihn die Kunst in immer neuen Darstellungen uns bringen? Und wie weit ist das Feld der pflegenden, heilenden, tröstenden Tätigkeit der Liebe, die, im Kriege selbst tätig, eine Welt von sittlicher Schönheit hart neben die klaffenden Wunden, Bäche des Blutes und brechenden Augen stellt. Man behauptet, daß den Krieg nicht beurteilen könne, wer nicht ein Feldspital gesehen habe. Wahrlich, auch in die Stätten der Krankheit, der Wunden, des Todes kehrt mit dem Erbarmen der Menschlichkeit der Engel des Schönen ein." Und ohne Krieg., keinen Sieg. Ohne Sieg keinen Heimzug, nicht das Bild der blumengescymückten Scharen, der Freudentränen, des Jubels und Jauchzens im wimmelnden Volk, dies Wunderbild, das das Schöne im Kriege bekrönt. C. K. Hast du die Sorge nie gekannt? Von Hans Brandenburg. Hast du die Sorge nie gekannt? So fragt sie selbst, die Sorge, den greifen Faust. Während ihre drei Geschwister Mangel, Schuld und Not in die verschlossene Tür des reichen Mannes nicht eindringen können, schleicht sich die Sorge durchs Schlüsselloch ein. Sie spricht: „Wen ich einmal mir besitze, dem ist alle Welt nichts nützö ... Er verhungert in der Fülle ..." Die wahre Sorge, die unheilbare, scheint also nur dem Reichtum beigegeben zu sein, und ihn wollen wir ihr ruhig überlassen. Wer die andere Art von Sorge, die Sorge aus Not, kennt, der erfährt viel leichter auch den Segen der Not, vor dem das Gespenst der Sorge flieht. Gewiß gibt es Sorge und Not genug, und erst recht in einer schweren Zeit wie der heutigen. Wir wollen sie nicht übersehen und gering schätzen, wir wollen sie nach Kräften lindern helfen, aber wir müssen doch andererseits jedem Bedrängten zugleich zu verstehen geben, daß in einem Augenblick, wo ein ganzes Volk um seine Existenz kämpft, auch die größte Sorge des einzelnen zurückzutreten hat. Das kann um so leichter gelingen, als gerade in dieser Zeit die Volksgemeinschaft ihr Hilfswerk mit verdoppelter Opferwilligkeit fortsetzt und den einzelnen heute erst recht nicht darben lassen möchte. Wir wollen uns also keine Sorgen einbilden, keine Sorgen machen. Und Misere Frauen sollten dies häßliche Hauptwort nur noch in der schönen Form des Tätigkeitswortes „sorgen" kennen. Wenn sie für ihre Familie wirklich sorgen, so wird ihnen unser Dank und unsere Liebe heute und in Zukunft noch mehr denn je gehören, geräde weil dies Sorgen und Fürsorgen unter erschwerten Umständen geschieht, weil sie die Lebensmittelmarken studieren und einteilen, an Bezugscheinstellen und in Läden anstehen oder gar mit ungewohnter Berufsarbeit in die Breschen der Männer springen müssen. Die weibliche Erfüllung all dieser tausend Alltagspflichten bewundern wir, aber wenn sie wirklich mit allerhand kleinen Sorgen unvermeidlich verbunden ist, so dürfen sich die Frauen doch sagen, daß sie durch solches Tun sich und uns und unser ganzes Volk nur vor größerer Not und Sorge schützen und daß ihre Männer und Söhne draußen noch viel mehr auf sich nehmen, ja, jeder« zeit ihr Leben zu opfern bereit sind. Weil dies so ist, darum sollen die Frauen ihren Männern draußen nicht mit den noch erhöhten Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten ihres Alltags beschwerlich fallen. Jene können in den gewal- Hgen Geschehnissen und Anforderungen des Krieges solchen Klagen höchstens das Ohr öffnen, um sich mit ihnen das Herz überflüssig zu belasten. Das ist kein Mangel an Verständnis. Denn wofür zieht der Mann ins Feld? Gewiß für das Vaterland; doch das Vaterland ist ihm kein leerer und allgemeiner • Begriff, sondern es lebt für ihn in der leibhaftigen Wirklichkeit von Heimat und Scholle, von Weib und Kind, von 5)aus und Herd. Der wahre Soldat wird seinen Lieben daheim ebenfalls nichts vorjammern, er wird sie nicht quälen und aufregen mit der Erzählung seiner Strapazen und Gefahren. Dennoch, und erst recht deshalb, wird die liebende Frau, weil sie zwischen den Zeilen zu lesen versteht, in einem geheimen Wissen ermessen und fühlen, wieviel er auf sich nimmt. Daß solch wissendes Geheimnis, solch rücksichtsvolles und beredtes Schweigen wieder zwischen den Menschen sein kann, ist eine schöne und edle Frucht des Krieges und seiner schmerzlichen • Trennungen. Das Männerheer draußen und das Frauenheer daheim, die äußere und die innere Front sind ebenbürtig und eins, wenn sie sich gegenseitig erheitern und aufrichten und unter der Oberfläche tapferer Haltung, frischer Lebensberichte, erkämpfter Gelassenheit erst recht erkennen, wie sehr sie nur füreinander dulden und ausharren, daß sie nur desto enger verbunden, nur füreinander da fink Oie Lebensmittelrationen im Juli * Müttererholung in ASV.-Heimen am ist. Landkreis Gießen. auf GJl.-fpovt JmarVlanI * * * * * * * * Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf. MARYLAN ein feststehender Begriff erfolgreicher Kosmetik * * * * * * * NSG. Die NSV. im Gau Hessen-Nassau hat stets ihr besonderes Augenmerk auf die Gesunderhaltung von Mutter und Kind gerichtet. Zahlreiche Äugend- und Müttererholungsstätten wurden in den Jahren des Aufbaues eingerichtet. Kinderreiche und werktätige Mütter sowie erholungsbe- dürftige Kinder finden in den entsprechenden Hermen für mehrere Wochen Aufnahme. Aber auch für werdende und für Mütter mit Kleinkindern find von der RS.-Volkswohlfahrt Heime geschaffen worden, die in ihren' Einrichtungen in vorbildlicher Weife aus die besonders geartete Verfassung der Betreuten abgestimmt sind. Der Weiterführung der Müttererholungspflege muhte im Kriege erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Unseren erholungsbedürftigen Soldatenfrauen, den Kriegerhinterbliebenen und erst recht den erwerbstätigen Frauen und Müttern sollen diese Stätten der Kräftigung und Besinnung zur Verfügung stehen. Richt vergessen werden sollen vor allem unsere Landfrauen, von denen jetzt oft eine doppelte Leistung verlangt und erwartet wird. Während Frauen, die in der Industrie ihre Kräfte einsetzen vor allen Dingen in den Sommermonaten Erholung finden sollen, sind die Erholungszeiten für unsere Landfrauen für die Wintermonate vorgesehen. Wenn man heute vom Fraueneinsatz spricht, dür- fen auch der soziale Frauenschutz und nicht zuletzt Bitsch. , , Zum Auftakt der Gutenberg-Festwoche wurde die von der RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete Ausstellung „Mainzer Druckkunst" eröffnet. Im Auftrag des Kreisleiters wurde fie durch den Kreiswart „Kraft durch Freude" Müller-Kling- fpor der Oeffentlichkeit übergeben. Die Ausstellung gibt einen guten Querschnitt durch die Vielseitigkeit der Verwendungsmöglichkeiten des Druckes. Geschmackvolle Briefbogen, Werbeschriften, Gedenkblät- ter, Weinkarten, Flaschenbeschriftungen in gefälliger Form sind zu sehen. Die besten Stücke sind aber Werke unseres Schrifttums, bei denen die äußere Form dem inneren Gehalt würdig zur Seite tritt. Wir sagen nicht zuviel, wenn wir behaupten, daß die Ausstellung dem Laien und dem Fachmann viel zu geben hat. Äuteriberg-Festwoche in Mainz. Mainz, 24. Juni. Die Veranstaltungen der Gutenberg-Fe st woche in Mainz nahmen am Montag mit der Uraufführung des Kulturfilms „Die schwarze Kunst des Johannes Guten- berg" ihren Fortgang. Dieser Ufa-Kulturfilm, nach dem Drehbuch und unter der Regie Kurt Ruplis, hat die Aufgabe, allen Volksschichten die weltbewegende Erfindung der Druckkunst näher zu bringen. Die Uraufführung des Films, dem die Prädikate „kulturell wertvoll", „volksbildend" und „Lehrfilm" zuerkannt wurden, erfolgte in Anwesenheit des Regisseurs vor geladenen Gästen von Partei, Wehrmacht, Behörden, Kunst und Wissenschaft. Am Dienstag folgt im Stadttheater die Uraufführung des Schauspiels „Der schwarze Apostel" von Heim. Auch in der Zeit vom 1. bis 28. Juli 1940 bleiben die Lebensmittelrationen unverändert. Der Erlaß des Reichsernährungsministers enthält einige wichtige Maßnahmen, bie die gesicherte Lage der deutschen Nahrungsversorgung erkennen lassen. Die günstige Entwicklung der Butterversorgung durch die Steigerung der Jnlandserzeugung und der Ginfuhren aus Dänemark und Holland hat es möglich gemacht, zunächst für den Monat Juli dre bi^ her noch ausgegebenen Margarinemengen durch Butter zu ersetzen. Damit die Verbraucher die zu Beginn der Versorgunasperiode noch im Handel befindliche Margarine, sowie im gleichen Umfange wie bisher Speiseöl beziehen können, wird der wahlweise Bezug von Margarine, soweit noch Bestände bei den Verteilern liegen, und von Speiseöl in der bisherigen Menge weiter zugelassen. Die Gesamtfettration bleibt unverändert. Es ist bei dem gegenwärtigen Stand der Käseerzeugung und Einfuhr möglich, vorübergehend die Käserationen nochmals um 62,5 Gramm Käse oder 125 Gramm Quark für eine Zuteilungsperiode zu erhöhen. Für Kinder besteht wieder die Möglichkeit, an Stelle eines Teils der Kakaopuloerration ungefüllte Tafel- oder Blockschockolade zu beziehen, soweit Vorräte vorhanden sind. die Betreuungsmaßnahmen für die erwerbstätige Frau nicht unerwähnt bleiben. Es ist ein, wenn nicht d e r Kernpunkt unserer heuttgen sozialen Maßnahmen, daß erhöhten Leistungsanforderungen verstärkte Betreuungsmaßnahmen entsprechen müssen. Die RSV.-Hilfsstellen „Mutter und Kind" meröen hierdurch vor große Aufgaben gestellt. Unsere Mütter sind vielfach aus verständlichen Gründen einer Trennung von ihrer Familie im Augenbtick weniger zugänglich, da sie auch ihren Einsatz zu Hause für unentbehrlich halten. Und doch muß gerade wegen dieses doppelten und erhöhten Einsatzes für ihre Gesunderhaltung Sorge getragen werden! Die Entsendung muß deshalb in erster Linie in Heime des eigenen Gaugebietes vorgenommen werden. Es ist für eine Mutter beruhigend, zu wissen, daß sie ge- gebenenfalls schnell wieder zu ihrer Familie zuruck- kehren kann, sobald besondere Umstände dies erfordern sollten. 1 . Die NSV. im Gau Hessen-Nassau ist infolge vorsorglicher und weitschauender Maßnahmen in der glücklichen Lage, trotz durch den Krieg bedingter Einschränkungen monatlich einer größeren Anzahl Frauen und Mütter Erholung zu gewähren. Es ist Iwohl eine der schönsten und beglückenden Aufgaben der Heimat, unserer deutschen Mutter zu helfen und ihre Sorgen und Freuden itei das Leben ihrer Kinder mitzuttagen. e» Eberstadt, 24. Juni. Hier wurde der Anregung unseres Bürgermeisters Rühl errichtete NSV. - Kindergarten seiner Bestimmung übergeben. Er ist in der freigewordenen großen Wohnung des früheren Hofgutes „Pfaffenhof am Südausgang unseres Dorfes eingerichtet. In den hellen, großen Räumen des Wohnhauses haben die Kinder chren Schlafraum, einen großen Spielraum, sowie einen weiteren Raum zur Aufbewahrung von allerhand Spielsachen, die von der NSV. beschafft wurden. Die Möbel und die übrige Einrichtung stellte ebenfalls die NSV. In nächster Nähe, im Garten des früheren Hof- gutes, „Pfaffengarten" genannt, haben unsere Kleinsten unter schattigen Obstbäumen eine große Spielwiese mit Sandkasten. Die Gemeinde, besonders aber die Mütter, die während ihrer harten Feldarbeit ihre Kinder im NSV.-Kindergarten wohlgeborgen wissen, sind der NSV. und unserem Bürgermeister für diese segensreiche Einrichtung dankbar. Die Betreuung der vielen Kleinen, nahezu 40, die gerne jeden Morgen ihren Kindergarten aufsuchen, hat die NSV.-- Kindergärtnerin Fräulein Weiß übernommen. * \__________— V* * ******* Besonders wichtig ist die im Erlaß vorgesehene Umtauschaktion von Marmelade in Zucker, die jetzt zur Erleichterung des Einkochens in den Haushaltungen verbunden ist mit der Möglichkeit einer Vorausbelieferung für vier Monate. Es kann die an Stelle von Marmelade zu beziehende Zuckermenge für die nächste und die drei weiteren Zuteilungsperioden bis einschließlich 20. Oktober im voraus bezogen werden. Diese Neuregelung machte eine Umgestaltung und Trennung der bisherigen Rcichskarte für Marmelade und Zucker erforderlich. Wie in der letzten Zuteilungsperiode besteht auch jetzt wieder die Bezugsmöglichkeit von 100 Gramm Reis auf Nährmittelkarte. Auch die Möglichkeit, an Stelle von Nährmitteln Kondensmilch und Konserven zu beziehen, bleibt aufrechterhalten. Gelegentlich seiner jüngsten Anweisungen stellte der Reichsernährungsminister fest, daß immer wieder aus den Kreisen der Verbraucher Klagen über die Behandlung in den Kartenstellen laut würden. Demgegenüber erinnert der Minister an den Erlaß des Vorsitzenden des Ministerrats für die Reichsverteidigung, Generalfeldmarschall Göring, und macht es den Leitern der Kartenstellen im Sinne der grundlegenden Anweisungen des Generalfeldmarschalls zur Pflicht, die das Publikum abfertigenden Beamten und Angestellten zu einer höflichen und zuvorkommenden Behandlung anzuhalten. arbeit ist zu sorgen. Die Aufstellung von Sport, dienstgruppen ist vom Reichssportsuhrer angeordnet. Die Lehrarbeit muß ganz besonders gepflegt werden. Mit der Kampfrichterschulung soll zugleich eine kameradschaftliche Bindung angestrebt werden. Die Sportabzeichenprüfer müllen mit neuen Ausweisen versehen sein und sollen der Kampfrichter- gemeinschaft angeboren. B Die sehr rege Aussprache im Kreise erfahrener Sportkameraden gab jedem Anwesenden Anregung zur Gestaltung seiner Arbeit und zur Uebermin- düng der Schwierigkeiten. *»• Handball im Bezirk Gießen. Io. Lützellinden — Turngemeinde Hanau 18:6 (10:2). Bei den Kämpfen um die gebietsbeste Handballoereinsmannschaft gab es einen eindeutigen Sieg unseres Vertreters. Lützellinden fpielte diesmal auch ausgezeichnet zusammen und ließ dem Gegner ♦♦ Ein Siebzigjähriger. Am morgigen Mittwoch, 26. Juni, wird der Lokomotivführer i. R. Justus Henning, Liebigstraße 96 wohnhaft, 70 Jahre alt. Der Jubilar weilt, mit Ausnahme weniger kurzer Unterbrechungen, seit über 40 Jahren in Gießen und stand fast vier Jahrzehnte lang als Lokomotivführer im Dienst der Deutschen Reichsbahn. Bei Erreichung der Altersgrenze trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Als begeisterter früherer Artillerist erfreut er sich, neben der Wertschätzung im Kreise seiner früheren Berufskameraden, auch in den Reihen der alten Artilleristen allgemeiner Beliebtheit. Dem alten Herrn, der seit vielen Jahren zu der Deziehergemeinde des Gießener Anzeigers gehört, gelten zu seinem 70. Geburtstage auch unsere herzlichen Glückwünsche. *♦ Das Vortragsthema „Soldatentum aufrassischer Grundlage", an Stelle eines früher angekündigten Vortrags über „Raffe unb Wehrkraft", behandelt am heutigen Dienstagabend im Rahmen der Wehrwissenschaftlichen Vorträge der Universität Se. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. Kranz. ♦♦ Ihren schweren Verletzungen erlegen. Vor einigen Tagen wurde, wie wir berichteten, eine Frau aus Wieseck beim Einholen von Futter für ihr Vieh von dem beladenen schweren Wagen überfahren. Mit schweren inneren Der- 'letzungen mußte die bedauernswerte Frau der Chirurgischen Klinik zugeführt werden, mo sie gestrigen Montagnachmittag leider verstorben Oer Reichswerbetag für das Kinderturnen in Gießen. . In vielen Vereinen konnte bisher das Kinderturnen nicht durchgeführt werden. Nun sind die Schwierigkeiten beseitigt, die der Weiterführung im Wege standen. Der Bezirk 8 des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen hat den Vereinsübungsleitern in einem Lehrgang in Gießen das Rüstzeug zu fröhlicher Weiterarbeit gegeben. Dazu muß in den Vereinen noch die Werbung kommen. Die beste Werbung ist ein gut geleiteter Vereinsbetrieb. Es ist nur notwendig, ihn in das Blickfeld der größeren Oeffentlich- keit zu stellen. Dies soll am R e i ch s w e r b e t a g für das Kinderturnen geschehen, der an einem der nächsten Sonntage durchgeführt werden soll. Die Kinder werden im Rahmen einer öffentlichen Der- einsturnstunde ihr Turnen und Spielen zeigen, ein buntes Rasenbild gestalten. Geturnt wird das, was auf dem Boden unserer Kinderarbeit gewachsen ist, was bei den Kindern und den Zuschauern Freude auslöst und den Wunsch in den Eltern aufkommen überhaupt feine Möglichkeit, sich in irgendeiner Form zu entfalten. Nachdem schon im ersten Ansturm ein klarer Vorsprung erzielt worden war, ließen die Platzbesitzer nicht mehr locker, und auch die wenigen Gegenangriffe tonnten sie nicht aus der Ruhe bringen. Mit diesem Sieg hat sich Lützel- linden den Eintritt in die Vorschlußrunde erkämpft. Tv. Hörnsheim — Tv. Hochelheim 8:9 (4:5). Zu einem schönen, ganz und gar nicht den Charakter eines Lokalkampfes tragenden Entscheidungsspiel tarn es in Hörnsheim. Die Gäste hatten schwer zu kämpfen, und leicht hätte das Ergebnis auch anders aussehen können. Trotzdem blieb öle 'Begegnung stets anständig. 2Htö. Gießen — Tv. Heuchelheim 15:10 (5:7). Auf neutralem Gelände — in Allendörf (Lahn) — trafen sich beide Mannschaften, um den Staffelsieger und Teilnehmer an den Endspielen unter fick auszumachen. Wenngleich Heuchelheim anfänglich wett mehr vom Spiele hatte und der Mtv. sich ganz und qar nicht fand, gelang Gießen trotzdem der Sieg, weil sich Heuchelheim zu Mitteln hinreißen ließ, die sich stets nur ungünstig auswirken können. Aus jeden Fall stehen mit Mtv. Gießen und Hochelheim nunmehr auch die letzten Staffelsieger der Lahnpokalrunde fest, so daß die Endspiele beginnen können. , . , Freundschaftsspiele. Tv. Garbenheim — Tuspo W.-Niedergirmes 20:9 Tv.^Hochelheim Jgd. — Tv. Grüningen Jgd. 14:3 Tv. Lützellinden 2. Jgd. — Tv. Klein-Linden Jgd. 8:3. läßt, auch ihre Kinder an den Turnstunden teilnehmen zu lassen. Leichtathletik-Warte tagten in Gießen. Auf Einladung des Bereichsfachwarts für Leichtathletik und stellvertretenden Bezirksfportwarts May (Kassel) traten am Sonntag die Bezirkssportwarte und die Bezirksfachwarte für Leichtathletik der 12 Bezirke des Bereichs XII Hessen im NS.-Reichsbund für Leibesübungen in Gießen zusammen. Neben der Besprechung der in den nächsten Monaten durchzuführenden Arbeiten wurde auch eine persönliche Fühlungsnahme der zum Teil vertretungsweise in den verantwortungsvollen Aemtern arbeitenden Kameraden angestrebt. Nach der Begrüßung, in der Kamerad May den letzten Einsatz in unserer großen Zeit forderte, wurde die gesamte Sommerarveit durchgesprochen. Voraussetzung für ein gutes Arbeiten der Vereine ist das Vorbild des Amtsträgers. Bei der Vorbereitung der Ortsfporttage müssen die Vereine unterstützt, ältere Kameraden zur Mitarbeit Öezogen werden. Die Verbindung mit der muß bestehen, für eine gute Zusammen- Denkt an Würzkräuter für den Winter! Um auch im Winter die schmackhafte und gesunde Würze von Kräutern nicht entbehren zu müssen, ist schon jetzt dafür zu sorgen, daß diese in richtiger Weise für den Winter aufbereitet werden. Dazu stehen verschiedene Wege offen: das Trocknen, die Verarbeitung zu Würzfalzen und die Herstellung von Kräuteressig. Zum Trocknen eignen sich Boh- nenfraut, Estragon, Majoran, Pimpinelle, Thymian und Basilikum. Das Trocknen der zu kleinen Bündeln zusammengefaßten Kräuter soll möglichst schnell erfolgen, jedoch niemals an der prallen Sonne, weil dadurch die Farbe und die Würzkräfte verlorengehen. Die Aufbewahrung muß stets in geschlossenen Gesäßen erfolgen. Würzfalze sind ebenso leicht selbst herzustellen. Feingewiegte und dann gettocknete Kräuter füllt man in einen Gazebeutel und klopft ihn aus, damit die Kräuter als feiner Staub herauskommen. Diesen mischt man sodann mit Salz und erhält so ein Würzsalz, das man zu Suppen, Tunken usw. verwenden kann. Zur Her- ftellung von Kräuteressig eignen sich am besten Basilikum, Borretsch, Dill, Estragon, Majoran, Pe- Lersilie, Pimpenelle und Schnittlauch.__________ . Keine Spur von Hauck. Roman von Lharlotte Kaufmann. 25 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Nicht, daß Huith so ohne weiteres gleich den wohlgemeinten Rat der Bettina Krug befolgt hätte! So leicht war er denn doch nicht zu beeinflussen. Es war vielmehr ein Zufall, ein kleiner spöttischer Zufall, den der Teufel oder auch das Schicksal ausgeheckt haben mochte, daß er mit Gesine Wing an diesem letzten Weihnachtsfeiertag im Caft Corso saß. Sie war ihm einfach nachmittags über den Weg gelaufen. Nicht etwa in Teek. Nein, hier in der Stadt. Er hatte vorgehabt, ins Kino zu gehen, und dort fah er sie. Sie stand mit vielen und wartete, daß die Vorstellung beginnen sollte. Er kannte sie gleich mit ihrem dunklen Mantel, dem hellgrauen Krimmerkragen. Sie war sonntäglich angezogen. Das flachsige Haar lugte unter dem Hut hervor, und ihr Gesicht war unglaublich jung. Zuerst hatte er so getan, als sähe er sie nicht. Er betrachtete die Bilder, die Filmstars darstellten: schöne Frauen, viele schöne Frauen. Aber dann konnte er nicht umhin, ihr guten Tag zu sagen, als er ihren Blicken begegnete. Er mußte fragen, ob sie allein hier sei oder vielleicht mit einer Freun- Gestne war allein hier. Niemand von den Geschwistern war dabei. Der Bruder war zwar auch in der Stadt, doch er ging in ein anderes Kmo. Drüben am Markt. Er wollte lachen, während sie selbst auch gern einmal etwas Trauriges sah. „Dann muß ich immer meinen", erzählte sie ihm. „Und wenn das Licht wieder angeht, weiß'ich nicht wie ich mich am besten unter meinem Hut verstecke. Aber zu Hause denke ich bann acht Tage immer wieder daran. Wenn ich etwas Lustiges sehe, habe ich es bald vergessen." Es blieb ihm nichts anderes übrig, als sie nach der Vorstellung zu fragen, ob sie noch Lust habe, in irgendein Caf6 zu gehen. Er redete sich wenigstens ein, daß er gar nicht anders konnte. Sie errötete, als er sie einlud, und das ärgerte ihn fast ein wenig. Er verfolgte durchaus keinerlei Absichten, wenn er mit ihr ins Caf6 ging. Und nun saßen sie im Cafe Corso. Es wurde getanzt, was Huith unangenehm fand: Aber sie hatte hierher gewollt. Ihre Kolleginnen, berichtete fie, im Geschäft, die anderen Angestellten gingen auch immer hierher. Ob sie selbst schon einmal hier gewesen sei? Nein, o nein. Sie hatte keine Gelegenheit dazu. Die Kapelle spielte Tanzmusik, weiche, schmiegsame Tanzmusik, die Huith in keiner Weise gefiel. Die Paare fchleiften übers Parkett. Es war sehr voll und kein Stuhl mehr zu bekommen, und die Kellner balancierten unermüdlich Taffen und Gläser und Weinflaschen durch die Tische. Sie trank eine Tasse Kaffee und bekam langsam rosige Wangen. Huith mußte Hinsehen. Sie waren mit einem weißen Samthauch überzogen, wie bei seinen Kindern in der Schule. Er merkte, daß sein Blick sie verlegen machte und drehte den Kopf. Er rauchte eine Zigarette. „Hat Ihnen der Weihnachtsmann viel Geschenke gebracht?", fragte er beiläufig. Sie nickte eifrig. „O ja! Mutter hat mir einen Sweater gestrickt, und der Vater hat mir ein Paar Schuhe gekauft." Sie war geneigt, ihm die Schuhe zu zeigen, die sie heute zum ersten Ma'" trug. Es fiel ihr jedoch noch rechtzeitig ein, daß das vielleicht nicht paffend fei. Sie trank ihren Kaffee in klein chlvcken, zaghaft, langsam. Ihr Gesicht branmc. Das Licht der zahllosen Lampen verfing sich in ihren blauen Augen, bis sie nichts mehr sah als kreisrunde, undeutliche Gestalten inmitten runder Marmortische, die aufblitzten im Schein der Lichter wie taufend Schwerter. , „ . , „Wollen Sie auch mal tanzen?", fragte Huith. Da nickte sie. „Ja. Ich weiß nur nicht, ob ich es noch kann. In Teek tanzt man so selten." „Aber getanzt haben Sie doch schon?" „O doch. Das letztemal, als meine große Schwester geheiratet hat." Danach waren sie 'einander sehr nah. Undeutlich fühlte er, als er sie im Arm hielt, daß sie kräftig war, jung und blutvoll und gesund. „Das wäre eine Frau für Sie", hörte er die Bettina sagen. „Keine vom Land, keine von der Stadt. Aber sie hat von allem etwas." Ja, sie roaf bestimmt sehr tüchtig und fleißig. Dem Haushalt konnte sie sicher gut vorstehen, den Garten pflegen. Er stellte sich vor, wie sie sich über Beete neigen würde. Kraftvoll und weich, eine junge Frau. Er konnte sich auch vorstellen, daß sie einmal viele Kinder haben würde. Kinder mit flach- figen Haaren, wie sie alle Kinder hier an der Küste bekamen. „Sie tanzen recht gut, Fräulein Gesinesagte er zu ihr herunter. Sie lächelte. Em inniges, junges Lächeln. Em Lächeln, das in nichts zu vergleichen war mit dem, das manchmal auf Sibylle Haucks Lippen lag, das aber nicht minder rein und unberührt war. Danach ließ fie zu, daß er ein Glas Wein für ie bestellte. Schwerflüssigen, tiefdunklen Wein. „Was verkaufen Sie eigentlich so die Woche über", wollte er wissen." „Oh, ich bin in einem Kaufhaus angestellt. In der Hutabteilung." „Ah, in der Hutabteilung." „Ja, es gibt viel Arbeit dort." „Kann ich mir denken. Ist es nicht anstrengend, so den ganzen Tag zu stehen und den Kunden Hüte aufzusetzen, den Spiegel zu halten und zu bewundern? Ich stelle mir vor, daß Sie den ganzen Tag Frauen sagen müssen, sie sähen hübsch aus in Dem neuen Hut." Sie lachte kurz. „Ja, das muß man. Aber man gewöhnt sich daran." Man gewöhnt sich daran! Dieses Wort, das sie immer hier sagten! Ihr Blick kam eine Sekunde lang zutraulich zu ihm, lag ganz offen da. Sie mochte ihn wohl leiden. „Alle Mädchen sehen Ihnen nach", hatte die Bettina erklärt. Huith war ein bißchen stolz und ein bißchen erhaben darüber. Was er sich schon daraus machte! Die Mädels sahen ja immer hinter den jungen Männern her. Warum sollten sie es auch nicht tun? Sie wollten doch alle einmal geheiratet werden. „So, so", sagte er. „Wieviel Geschwister haben Sie denn eigentlich neben der verheirateten Schwester?" „Drei Brüder noch. Der eine, der heute auch hier im Kino ist, fährt mit Vater zum Fischfang. Er ist sechzehn. Und einer fährt zur See. Der ist einundzwanzig. Der Dritte wird nächstes Jahr konfirmiert." „Dann geht er zur See?" „Wahrscheinlich. Das ist hier so." Ja, das war so in Teek. So, wie sie bei ihm zu Hause Heidebauern wurden, so gingen fie hier zur See, wurden Fischer und Seeleute. Sie fuhren in die fremde Welt, und die Frauen blieben zu Hause, allein. Sie ließen sich dann erzählen von der Weite und bekamen einen Ausdruck um den Mund, als wüßten sie viel von dem, was draußen vorging. Kein Wunder, waren ihre Gedanken doch nie daheim, wanderten fie doch Nacht für Nacht hinter ziehenden Schiffen yer. „Sie müssen trinken", mahnte er. „Heute ist doch Feiertag." „Ja, eine Woche noch, dann kommt em neues Jahr." v t Ihre Augen waren jetzt dunkelrot, heiß und fiebrig. vom Licht und vom Wein. Schwer lag die Musik in ihrem Blut. „Wir wollen noch einmal tanzen", sagte er. Er schob sich durch Menschen, durch viele Menschen, Frauen und Mädchen. Matrosen in Uniform, Männer in Zivil. Es gefiel ihm jetzt, wenn er seinen Arm um sie legen konnte. Sie war so warm und ein wenig taumelig. Es machte ihm Spaß, sie zu stützen. Er mußte an einen verirrten Schmetterling über dem weiten Blau des Strandes denken. An lichttrunkene, verirrte Falter. Er vergaß, daß Sibylle in den Bergen war, mit einem Mann, mit einem Ingenieur der Scheffield- Werke. v Er ließ eine Flasche Wein kommen und lachte über den entsetzten Ausdruck von Gesines Kindergesicht. „Das ist Verschwendung", sagte sie. „Eine ungeheure Verschwendung." Aber sie saß nun doch stolz an seiner Seite. Unermüdlich spielte die Musik, rauschte und flirrte über die Köpfe der Menschen. , Mehr als einer der Männer sah zu Gesine herüber, zu ihren flachsigen Haaren, zu ihren schwimmenden Blauaugen und ihrem Kindermund. Männer mit hellen Haaren, mit dunklen Ovaren, elegante Männer, weniger elegante Mnner. Fremde Männer, alles fremde Männer, die Karsten Huith nicht kannte. Oder kannte er sie doch-' War nicht dahinten, ganz weit weg, an der gelben Wand unter dem Lichterpaar mit den buntschillernden Schirmen auf den Köpfen, ein Gesicht, bas ex kannte?, (Fortsetzung folgQ Frankreichs Antwort an LhurchM III. U gen mit als die an- * Norwegens Wiederaufbau 20:9 Die Unterzeichnung des Waffenstillstandes t. herrscht ein Leben und Tr.ei- zuvor an bieten Plätzen be« -h n. Aus [beim !ahn« innen iegtt aus« weit und Nea, 14:3 30b. er n9 n. Arbeitern zu decken. Moere und Romsdal den, wie es niemals obachtet worden ist. lho« ngs. )wer auch Le. iner An« vor auq aus in» I* lag lil iter! sunde üflen, htiger Dazu n, die ellung I Loh' I! rjmian I BUN' schnell kj Sonnt, I e Dtp ' in / eben« ) bann ebeutel feintr sodann nan zu ir Hel- besten in, Kammer und Senat sprechen pstain ihr Vertrauen aus. G e n f. 25. Juni. (DNV. Funkspruch.) Am 2Hon- iig haben sich, wie der französische Rundfunk mit- ittli, inBordeauxdie dort anwesenden Senatoren und Abgeordneten im Saal des Theaters versammelt. Die INinister Laval und Narquet ergriffen das Wort. Sie unterstrichen die Rotwendigkeit, daß die Volksvertreter am Sih ier Regierung blieben. Die Aufgabe der Paria- nentarier habe sich nun auf praktische Dinge zu er- decken. Die Versammlung stimmte diesen Ausfüh- lungen zu Und sprach dem Winisterpräsidenten 2Har- chall petainfür seine letzten Erklärungen ihren )ank und ihr Vertrauen aus. Hochverräterische Aktion Reynauds. Drei angebliche Sekretäre Rehnauds mit mtwendeten Dokumenten an der spanischen Grenze verhaftet. bren m i Hause r Weilt mb, alt e er. le * U#* fo ** i ben^ n»J* Line Seite-. ejin« K L Jy arbeiten beschäftigt. In Haugsbygd wird das zweite Lager in dieser Woche eröffnet Hier werden 150 Mann einen Weg bauen, der über 10 000 Morgen Wald erschließen soll. Insgesamt werden 65 Bauernhöfe Nutzen aus diesem neuen Weg ziehen. Bei Kolbu und Lena, nördlich von Oslo, sowie an an« deren Stellen — beispielsweise in Westnorwegen und um Drontheim — sind weitere Arbeitslager in Vorbereitung. Die norwegische Industrie steht zur Zeit im Zeichen der Hochkonjunktur. An der Osloer Börse halten die Kurssteigerungen der Industrie« Aktien an und haben zum Teil die Kursverluste der zweiten Aprilwoche wett gemacht, in einzelnen Fcil-j Nervosität in London. Plutokratische Luftschutzkeller. Stockholm, 24. Juni. (Europapreß.) Die Lebensmittellage in England scheint bedenklich zu werden. Wie der britische Rundfunk am Montagabend mitteilte, »weigerte sich der englische Ernährungsminister Lord W o o l t o n, Stellung zu der Frage zu nehmen, wie es mit der Lebensmittellage in England stehe. Lord Woolton Kronen ausgeworfen worden. Die Dampferlinien im Oslo-Fjord verkehren wieder im alten Umfang. Man hat die Heizung der Kesfelanlagen in der Küstenschiffahrt auf Holz umgestellt, und diese neue Methode hat sich überaus bewährt. Die Brennholz« einschläge in den Waldunaen find mit Rücksicht hierauf entsprechend ausgeoehnt worden. In den kriegsbetroffenen Gebieten wird besonders intensiv gearbeitet. Hier reichen die verfügbaren örtlichen Arbeitskräfte bei weitem nicht aus, den Bedarf an Besonders in den Aemtern tagabend mitteilte, Bordeaux verlassen. In seiner Begleitung befand sich das gesamte von Paris nach Bordeaux geflüchtet^ Botschaftspersonal. Ob die englische Botschaft zukünftig ihren Sitz weiter in Frankreich behalten wird, läßt sich noch nicht ersehen. Aus Londoner Andeutungen geht aber hervor, daß die britische Regierung einen Abbruch der diplomatischen Beziehun der französischen Regierung, die nur not, „Regierung von Bordeaux" bezeichnet wird, strebt. Kopenhagen, 24. Juni. (Europapreß.) Die norwegische PrHfse bringt ausführliche Schilderungen über die Wiederaufbauarbeit des Landes. Mit frischem Mut und allen Kräften tritt heute die ganze Nation an zur Arbeit für ein neues Norwegen. „Wir kämpfen nicht für unser Land, sondern wir arbeiten, und daraus wird ein neues Norwegen entstehen, großer und besser als jemals zuvor, ein Land — unser Land —, in dem jeder sich wohlfühlen muß und neue Geschlechter unter besseren Bedingungen für ihre Arbeit der Faust und der Stirn leben werden." So verdolmetscht „Summoers Posten" den Geist und den Wiederaufbauwillen des norwegischen Volkes. In vielen Gebieten, fo berichten die norwegischen Zeitungen weiter, ist die Arbeitslosigkeit wie weggeblasen. Eisenbahnbrücken und Straßenbauten in den Provinzen Oslo und Akerhus und an zahlreichen anderen Plätzen des Landes nehmen alle verfügbaren Kräfte in Anspruch. Für Brückenbauten allein sind etwa zwei Millionen len sogar überholt. In Papieren der HolAver- edelungs-Industrie wurden seit Wiedereröffnung der Notierungen Steigerungen bis zu 20 Punkten erzielt, wodurch einzelne Werte über Den Kurs vom 8. April zu liegen kamen. Diese Er« cheinung steht in engstem Zusammenhang nut dem deutsch-norwegischen Handelsvertrag, durch welchen in der Holzveredelungs-Indtt- trie die Beschäftigung für lange Zeit gesichert ist- Auch rechnet man mit einem starken Export an Zellulose für Futterzwecke. Die großen Konservenfabriken in Stavanger und an anderen Plätzen arbeiten unter Hochdruck an der Erledigung der deutschen Fischbeftellungen, die den größten Auftrag überhaupt darstellen, den die norwegische Konserven-Jnduftrie jemals ausgeführt hat. Dank der Ueberwachungstätigkeit der norwegischen Preis- kontroll-Behörden ist es gelungen, die Lebenshaltungskosten im Laufe von 14 Tagen um fünf Punkte zu senken. Die Preisindexziffer für Le- bensmittel, die am 2. Juni auf 120 lag, ist am 17. Juni auf 115 gedrückt worden. Als Basis für die Berechnung ist der Stand von 1938 mit 100 angesetzt. Wie die Engländer in Norwegen hausten. Oslo, 24. Juni. (Europapreß.) In einer Unterredung mit einem norwegischen Unteroffizier, der von den nördlichen Provinzen nach Oslo zurückkehrte, schildert „Tidens Tegn" unter der lieber- schrift „Kämpften unsere Alliierten in Norwegen für ihre eigenen Interessen?" die Stimmung bei den norwegischen Soldaten gegenüber den Engländern, deren Haltung und Auftreten als „das Unheimlichste alles Erlebten" bezeichnet wird. Das Blatt schreibt: „Die Engländer, die uns als Elitesoldaten geschildert worden waren, hatten weder Haltung noch Disziplin. Im norwegischen Heer verbreitete sich dann auch sehr schnell die Auffassung, daß wir sehr viel besser gefahren wären ohne diese „Hilfe". Während der Flucht von Tausenden von Engländern nach Andalsnes war der ganze Rückzugsweg mit Waffen und Vorräten bestreut. Das einzige, was die Engländer nicht wegwarfen, war ihr Revolver. Mit ihm erzwangen sie sich alles, was ihnen fehlte und was sie brauchten. Das ging so weit, dah die Engländer bei der panikartigen Flucht selbst die norwegischen Po st en, die ihren Rückzug decken sollten, mit der Schußwaffe bedrohten. Sie verlangten in den Ortschaften, durch die sie kamen, Zigaretten und Lebensrnittel. Aus ihrem Weg holten sie die Pferde aus den Ställen und ließen sie dann später wieder laufen. Man konnte glauben, sie hätten diese Art zu flüchten, bereits eingeübt, bevor sie nach Norwegen tarnen, oder auch, daß diese Art ihre besondere Methode war, auf die deutschen Angriffe zu reagieren. Denn dasselbe wiederholte sich in der Provinz Trondelag. Die englischen Offiziere waren ausgestattet mit allem, was man sich nur denken konnte: von der Luxusgasmaske bis zum Golfschläger hatten sie alles mit. Sie behandelten uns, wenn sie mit uns zu tun hatten, w i e „Eingeboren e". Sie ließen uns im Stich, wo es sich nur irgend machen ließ. Es fiel ihnen nicht einmal ein, uns Bescheid zu geben, wenn sie ausrückten und aus ihren Stellungen flüchteten. So liefen sie bei Namfos genau so, wie sie es bei Andalsnes gemacht hatten. Irgendeine Scham kannten sie nicht. Sie dachten nur Daran, nach den Häfen zurückzufliehen, um auf einem Schiff eine Fluchtmöglichkeit ausnutzen zu können.- An her spanischen Grenze. Madrid, 24. Juni. (Europapreß.) Die spa- rischen Behörden haben am Sonntag um 19 Uhr üc völlige Schließung der spamsch-sranzo- Men'Grenze beschloßen. Gleichzeitig wurden zur Verstärkung der Grenzüberwachung zusätzliche um- leiten Grenzpolizei und. MMärabteilungen emae- stzt. An wichtigen Straßenpunkten wurden DcÄ.- Gruppen in Stellung gebracht. Die Grenzsperrung vurbe veranlaßt durch die Mitteilung p o r tu g t e» Uscher Behörden, daß sie keine Emigran- ben mehr aufnefjmen. Besonders Masche Emigranten werden an der portugiesischen Grenze jifort in Konzentrationslager abgefuhrt. Die -öer» t-ärfung der spanischen Grenztruppen war dadurch rotwendig geworden, daß man s u d fr an zo - stsche Konzentrationslager aufloste und iamit gefährliche spanische Emigranten freigab. um (inen Grenzübertritt dieser Elemente zu verhindern, tiurbe die Grenzüberwachung entsprechend vermarkt. Solche Verstärkungen wurden nicht nur vei ftftun, sondern auch in dem gesamten Pyrenäen- । Gebiet durchgeführt. ... Unter den zahlreichen politischen Persönlichkeiten, & in dem großen Flüchtlingsstrom aus Frankreich spanischen Boden betreten, befindet sich auch der albanische Exkönig Achmed Zogu. Zugleich mit ihm hat der französische Multimillionär P a t e» nötre, ein ehemaliger Volksfrontminister, das panische Konsulat in Bordeaux um ein Einreisevisum gebeten. Die spanische Regierung hat jedoch dem früheren rumänischen Außenminister Iitute 5 c u die Einreiseerlaubnis verweigert. Aus Jrun wird berichtet, daß für einen großen Teil der Flüchtlinge Zahlungsschwierigkeiten entstanden sind, weil die spanischen Behörden nur 500 französische Franken in Peseten einwechseln und Hotels und Restaurants in Spanien keine fremden Zahlungsmittel entgegennehmen. 0er britische Botschafter hat Bordeaux verlassen. Stockholm, 25. Juni. (Europapreß.) Der britische Botschafter in Bordeaux, Sir Ronald Campbell, hat, wie der Londoner Rundfunk am Mon- „Die große Schwierigkeit, welche sich der Wiederaufbauarbeit entgegenstellte, war Geldmangel. Dieses Problem Darf heute im großen und ganzen als gelöst betrachtet werden , schreibt „Astenposten" in einem Reisebericht aus der zerstörten Stadt Namsos. „Die Wiedererrichtung der Stadt ist in vollem Gange. Alle Kräfte werden eingesetzt. Das Gefchäftsleben entwickelt sich von neuem. Mit der zunehmenden Besserung der Verbindungen nach außen schreiten die vorbereitenden Arbeiten für den Aufbau rasch fort. Nam jo s wird nach einem einheitlichen Plan als gänzlich neue Stadt entstehen." Aus Treungen bei Skien wird gemeldet, daß die vorbereitenden Arbeiten für die Betriebsaufnahme bei den Gruben in Sostestad beendet SnD und die im März eingestellte Arbeit in vollem mfang "wieder ausgenommen worden ist. Bei Eidsvoll ist das erste Arbeitslager des freiwilligen norwegischen Arbeitsdienstes vor einigen Tagen eröffnet werden. Es zählt eine Mannschaft von 120 Arbeitsmännern. Sie find mit Wege- habe festgestellt, daß er über die Ernährungslage ebenso wenig Ausschluß geben könne wie das Kriegsministerium über den Stand der Rüstungen. Weiter hat Lord Woolton einen Appell an die Bevölkerung gerichtet, den Tee-Konsum ein« zuschranken. Er stellte fest, dah dieses Lieb- lingsgetränk der Engländer, besonders seitdem die Bevölkerung Fliegeralarm erlebt habe, in zu großem Maße genossen werde. Man möge in Zukunft auch hier eine Einschränkung vornehmen. Zur Beruhigung der Oeffentlichkeit hat die englische Regierung das Schlange stehen vor den Le- vensmittelgeschästen durch eine Sonder- oerorbnung verbieten müssen. In der letzten Zeit war Dieses Anstehen vor den Lebensmittelgeschäften zu einem öffentlichen Aergernis geworden, weil damit im Volk die Ansicht entstand, daß sich die Versorgungslage Englands fast stündlich derart verschlechtert, dah man jede Kaufgelegenheit benützen müsse. Ebenso ist das Schlangestehen vor dem Evakuierungsbüro am Berkeley Square verboten worden. Nachdem in den letzten Tagen und Wochen die englische Presse fast täglich eine deutsche Invasion angekündigt hatte, war die Oeffentlichkeit derart nervös geworden, dah die Zahl der freiwilligen Meldungen für Evakuierungen sich täglich erhöhte. Sie belief sich heute auf 7000, zu denen noch die Zwangsevakuierten kommen. In Zukunft muß jeoer Evakuierungsantrag schriftlich eingericht werden. Die Londoner Blätter teilen mit, dah tief unter den Fundamenten des Buckingham-Palastes der bombensichere Luftschutzkeller für das englische Koni g s p a a r fertiggestellt worden sei. In diesen Schutzräumen sei für alles gesorgt. Man habe sogar eine Vorrichtung angebracht, um während des Luftalarms Teewasser für das Königshaus bereiten zu können. Die Keller hätten fließendes warmes und kaltes Wasser und ein Wasserklosett. Ferner teilen die Blätter mit, daß für die übrigen in London lebenden Fürstlichkeiten, wie Königin Wilhelmine von Holland, König Haakon von Norwegen, den Ex-Negus von Abessinien, sowie für die Angehörigen der ehemaligen polnischen, tschechischen, norwegischen, holländischen und belgischen Regierung die gleichen Sonderschutzmahnahmen ergriffen wor- 1 ben feien. Hauptschrtftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauptschrtftleiterS: Ernst Blumschein. Berantworlltch für Politik, Feuilleton und Bllder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blunychein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche UntversitätSdmckerei R. Lange K. ®. VerlagsleilrTk: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenletter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Rr.S. Genf, 24. Juni. (Europapreß.) Die französische ßresse bringt unter großen Schlagzeilen und an (rfter Stelle bie Antwort bes Marschalls sZetain an ben britischen Ministerpräsidenten khurchill und verbittet sich ganz energisch dessen ßinmischungsversuche in französische Dinge. Sie :ennt seine Unterstützung des desertterten und emigrierten ftanzöfischen Generals de Gaulle eine u n - Glaubliche Frechheit, nachdem Frankreich ur England Gut und Blut opfern durfte. Zur Wafsenstillstandsunterzeichnung schreibt „La Setite Gironde": „Im Wald von Compiegne fürsten bie französischen Illusionen Zusammen, Illusionen, Irrtümer und Fehler , ton zwanzig Jahren." Der „Petit Parisien" stellt M, daß die Präambel des Waffenstillftandsver- rages keine Anklage enthält, sondern im Gegenteil tine Ehrung des tapferen französischen Soldaten und ter Tapferkeit des besiegten Gegners. Frankreich fabe am Ende seiner Kräfte nur einen Ausweg gehabt; das sei der gewesen, den Pätain in Inner Ansprache vom Sonntag, ben 16. Juni, gezeigt tobe. „La Libertö de Sud-Ouest" schreibt: „Wenn Narschall Pstain beschlossen hat, den Waffenfttll- fanbsüertrag zu unterzeichnen, dann deshalb, weil keine Klausel unehrenhaft ist. Unsere khre ist unangetastet geblieben." In Kreisen, die noch unmittelbar Verbindung zu ler französischen Regierung in Bordeaux Haden, wird ietont, daß bas Geheimnis ber Haltung des französischen Generals de Gaulle nun seine Klärung gefunden habe. General de Gaulle, von dem |>it jeher In Offizierskreisen bekannt war, daß er tuf sehr großem Fuße und weit über eine Verhältnisse lebte und der wegen terfdjiebener Vorkommnisse lange Zeit nicht bie militärische Verwendung finden konnte, die seinen Fähigkeiten wohl entsprochen hätte, hat sich bse- leits seit langem englische Geldquellen irschlossen. Auf englischen Einfluß hin wurde ar von dem ehemaligen Ministerpräsidenten Rey - raub als Generalsekretär des Obersten Kriegs- rates berufen, was allgemeines Aufsehen erregt kalte. Aus zuverlässiger Quelle in Bordeaux erfährt nan nun, daß dem General de Gaulle von ber mglischen Regierung das Angebot einer ange- nessenen Entschädigung für jedes aus Frankreich nach England kommende Kriegsschiff, Handelsschiff, Flugzeug und jedes Stück Kriegsge, rat gemacht worden ist. Die französische Regierung in Bordeaux ist bereits am Sonntag im Besitz bie- kr Informationen gewesen^ Deshalb würbe bie zu- lächst unverstänbliche Anbeutung weiterer vchritte, die gegen General de Gaulle ergrif-. »n werden sollten, gemacht. Die Verfehlungen des Emigranten de Gaulle gehören nun in das straf- 'schtliche Gebiet. Wie aus Bordeaux amtlich mit- ceteilt wird, soll General de Gaulle einem Kriegsgericht überwiesen werden, weil tr sich geweigert hat, nach Frankreich zurückzukeh- ren, und weil er vorn Ausland aus einen Appell cn die französischen Soldaten gerichtet hat. Die historische letzte Vierkelskunde im Valde von Lompldgne. Links: Der Führer der französischen Delegation, General Huntziger, bei ber letzten Besprechung im Verhanblungswaaen unmittelbar vor ber Unterzeichnung bes Abkommens. — Rechts: Nach ber Unterzeichnung haben sich, einer Aussorberung bes Generalobersten Keitel folgenb, bie Angehörigen beider Delegationen zu einer Minute Wen Gedenkens vn die Gejaüensn DeutfchlandL und Frankreichs, echyben» « Mufnahmen M.-Lritichler-^chert-AÜ Madrid, 25. Juni. (DNB. Funkspruch.) Am ,, Lonntagnachmittag verhafteten Grenzbeamte an ier internationalen Brücke bei Jrun d re i Der« ihm zu iächtige Franzosen, die in drei Autos ander M h tarnen, und in zahlreichen Koffern viele Millionen ftanzösische* Francs in Gold und geheime Staatsdokumente undeklariert nach Spanien tinzufchmuggeln verfuchten. Die Verhafteten hatten cis angebliche Sekretäre Reynauds die fpa- ior'M | rische Einreiserlaubnls erhalten. Ihre Koffer wur- D(f) me len aber doch, wie bei allen jüdischen Reisenden t Hinlik äner eingehenden Kontrolle unterzogen. Die Untersuchungen ergaben, daß die Dokumente über ist doch Frankreichs politische und wirtschaftliche Beziehun- ten zum Ausland handelten und verschiede n e n - neue5 Ministerien entwendet worden sind. Die 1 riesigen Geldsummen entstammten dem Finanz- ninister ium. , R, Die Untersuchungen ergaben weiter, daß es sich im eine hochverräterische Aktton bes ehemaligen ftcmzöslschen Minlsterpräsibenten R e y n a u b pan- leit, ber durch seine Agenten dem „sranzoftschen itationaltomitde in London wertvolles Material in lie Hände spielen wollte, um Pätains Sturz herbei, ruführen. Der französische -Botschafter m ötabrtb öurbe burch die spanische Regierung unterrichtet. f EM ..x. X Gießen lz. Z. Kath. Schwesternhaus), den 22. Iuni 1940 02229 Heuchelheim, Nieder-Moos, den 24. Juni 1940. 3002 D RN Nachdruck verböte» Ohne Gewähr 21. Juni 1940 1. Ziehungstag In der Vormittagsziehung wurden gezogen 255942 119408 In der Nachmittagsziehung Gießen (Friedensstraße 11), den 25. Juni 1940. In der Bormittagsziehung wurden 239093 Von Beileidsbesuchen bitte ich abzusehen. 135769 331280 02219 3 Gewinne jq 50000 RM. 247480 93908 330599 352177 Gießen -Wieseck, den 25. Juni 1940. 02227 Gießen, im Juni 1940 3001D 02225 Gewinne und Prämien Öie Ziehung der 4. Klasse der 3. Deutschen NeichS- lotterie findet am 16. und 17. Tsuli 1940 statt. 187619 31157 293283 237342 35338 45852 60089 254845 311177 222850 126522 alle lästig. Haare Leberflecken Pickel, Sommer^ svross. usw. entf. u.Gar.kür immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr.W. Henkel Svrechstund.jetzt Mittwochs.Gießen Am Riegelpfad 32. 9-17 Uhr darchg, gezogen 114332 235741 187495 265773 76607 204931 Am 5. Juni fiel im harten Kampfe vor St Fuscien südlich Amiens mein herzensguter Mann Wer dich gekannt, wird unseren Schmerz ermessen. 117928 394439 287886 1761 7450 31119 36382 36491 im 31. Lebensjahre. Er fiel für uns und im Glauben an ein ewiges Deutschland. wurden 100052 70102 82860 im blühenden Alter von 26 Jahren. - Er kannte nur die eine Pflicht, dem Vaterland zu dienen und gab sein junges Leben wie sein Vater im Weltkrieg 1914. Am 5. Juni 1940 starb an den Folgen seiner schweren Verwundung in einem Feldlazarett bei Amiens den Heldentod für Führer und Vaterland mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, mein guter, braver Sohn, Bruder, Enkel, unser lieber Schwiegersohn, Schwager und Onkel | Verkäufe""] Rote friesische Kahrkuh mit Mutterkalb zu verkauf. [02230 Alten-Buseck Schwarztorweg 2 22. Zuni 1940 gezogen Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. Juni, um 16 Uhr in Wieseck, vom Trauerhause, Kirchstraße 39, aus statt. 3005 D Gewinnauszug 3. Klaffe 3. Deutsche Reichslotterie Friede Siegler, geb. Wollheim Otto Siegler Ein überaus heiterer Ufa-Film mit Karin Hardt, Paul Klinger Fritz Genschow, E. v. Thellmann Will Dohm, Frieda Richard Spielleitung: Rolf Hansen Eine Ferienfahrt im Faltboot, belebt und beschwingt von allen guten Geistern des Humors und der Liebe 3n dankbarer Freude geben wir die Geburi unseres Einhard Friedemann bekannt im fast vollendeten 20. Lebensjahre. In tiefer Trauer: • Familie Karl Zörb nebst allen Angehörigen. Großen-Linden, den 25. Juni 1940. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 26. Juni, um 15 Uhr, vom Trauerhause, Alte Heerstraße 15, aus statt. In tiefem Leid: Frau Gretchen Kreiling, geb. Rinn Elisabethe Kreiling Wwe., geb. Reuschling Familie Paul Kreiling Familie Bürgermeister Friedrich Karl Rinn Jakob Kreiling VI., Postagent im Ruhestand. In tiefer Trauer: iLenchen Poppe, geb. Kirchhoff und Angehörige. Heute morgen entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Mann, mein treusorgender Vater, Schwiegervater, Schwager und Pate Johannes Diehl, Schuhmachermeister im Alter von 71 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Maria Diehl, geb. Schmitt Familie Hermann Diehl Familie Heinrich Philipp. Schmitt Albach, Rödgen, den 24. Juni 1940. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 26. Juni, nachmittags 3 Uhr statt. 9 Gewinne zu 3000 RM. 18 Gewinne zu 2000 RM. 268572 282830 21 Gewinne zu 1000 RM. 343558 379214 397750 2. Ziehungstag In tiefer Trauer: Karl Reuter V. und Kinder. Julius Schulze Kreuzplatz. w> vornehm/ Geschmackvolll Persönlich I pieee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Am 24. Juni starb plötzlich und unerwartet durch einen tragischen Unglücksfall im Alter von 75 Jahren in der Klinik zu Gießen meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter,Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Reuter geb. Bierau. 3 Gewinne zu 25000 RM. 145013 3 Gewinne zu 5000 RM. 289304 3 Gewinne zu 4000 RM. 6 Gewinne zu 3000 RM. 18 Gewinne zu 2000 RM. 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