Samstag, 25. /Sonntag, 26. Ulai MV ^amsiag.zö./ Gietzener Anzeiger -.23 General-Anzeiger für Oberhessen Von unserer Pak in Brand geschossen Schriftleitung und Geschäftsstelle: Gießen, Schnlstraße 7-9 Druck und Verlag: vrühlscheUnlversttStsdruckereiS. Lange eingestehe, so sei dies eine Anklage gegen die mangelnde Voraussicht, die Korruption und die Unehrlichkeit der ganzen in Frankreich regierenden Klasse. Wie könne unter solchen Umständen Frankreich den Krieg gegen einen so kriegstüchtigen Gegner, wie das Deutschland Adolf Hitlers, aushalten? Auch „Giornale d'Italia" sagt, überzeugt von dem unfehlbaren Ergebnis der Wirtschaftsblockade, hätten England und Frankreich passiv und zaudernd auf die unvermeidliche Selb st Vernichtung Deutschlands gewartet. In dieser Illusion seien ihr Kriegsgeist, ihre Wachsamkeit und ihre kriegerische Vorbereitung verlorengegangen. Englands 3nfellaae zur Quelle militärischer Schwäche geworden Moskau, 24. Mai. (DNB.) In einem Leitartikel „Die Bedeutung des Aermelkanals" würdigt das Organ der russischen Kriegsmarine „K r a s n y Flöt" die strategische Bedeutung des deutschen Vormarsches zur Kanalküste. Die Insellage Großbritanniens, die solange für England sich nur im günstigen Sinne ausgewirkt habe, sei jetzt z u r Quelle einer militärischen Schwäche geworden. Die gefährliche Sage, in der sich England nunmehr befinde, bestehe darin, daß das von London geschaffene Bündnissystem Großbritannien nicht lang außerdem, sechs beladene Transporter zu ver- enken. Wie nachträglich bekannt wird, sind am 21. und 22. 2Hai bei den verzweifelten Durchbruchsversuchen des Feindes nach Süden außer zahlreichen onft vernichteten Panzern allein durch Einsatz der Flakartillerie 56 feindliche Panzerkampfwagen vernichtet worden. Die Verluste des Gegners in der Luft betrugen gestern insgesamt 49 Flugzeuge: davon wurden im Luftkampf 25, durch Flakartillerie 8 Flugzeuge abge- schossen, der Rest am Hoben zerstört. 16 deutsche Flugzeuge werden vermißt. Vei Rarvik griff die Luftwaffe massierte Erd- ziele, Zelte und Tragtierkolonnen, Truppenansammlungen und Ausladungen mit Erfolg an. Ein feindlicher Jäger wurde abgeschossen, ein Kreuzer und ein Transporter durch Bombentreffer beschädigt. Auch in der Rächt zum 24. 5. flog der Gegner nach West-Südwest-Deutschland ein und wiederholte seine planlosen Bombenwürfe auf nichtmilitärische Ziele. Neuer Erfolg der deutschen Lustwaffe im Geegebiet bei Narvik. Berlin, 24. Mai. (DRV.) Im Seegebiet bei Rarvik erzielte die deutsche Luftwaffe am 23. Mai einen bedeutenden Erfolg. Ein Kreuzer wurde durch zwei schwere Bomben, ein anderer Kreuzer durch fünf schwere Bomben getroffen. Mit dem Totalverlust der beiden Kriegs- schiffe ist zu rechnen. Weitere Bomben mittleren Kalibers trafen ein Schlachtschiff und einep Kreuzer oder Zerstörer und richteten auf Der Wehrmachtsbericht vom Freitag. Zührerhauptquartier, 24.Mal. (DRB.) Dcs OKW. gibt bekannt: Der Roum, in dem die feindlichen Armeen in Brdfrankreich und Belgien eingeschlossen sind, nr.rbe am 23.5. burch erfolgreiche Angriffe unserer Truppen von allen Seiten weiter eingeengt 3n Flanbern burchbrachen unsere Divisionen bl befestigte Schelbestellung unb stießen b i s auf tos Westufer ber Lys vor. Tournai ist gnotnmen. Die hinter ber Front Hegenbe franzü- fijfje Festung Maubeuge ist nach Einnahme ber ittten Außenwerke in deutscher Hand. . Im Ar tois eroberten unsere Truppen bie im Mltkrieg stark umkämpfte Lorettohöhe, norb- Wslllch Arras. Die zwischen Arras unb bem Meer ncch Rorben vorgegangenen starken beutschen Panzer kräfte näherten sich am 23.5. ben französischen Linalhäfen. Ein schwacher feinblicher Vorstoß von Siben auf Amiens würbe abgewiesen. An ber Süb- svnt sonst keine besonberen Ereignisse. Die Luftwaffe unterstützte mit starken Kräf- (n ben Kampf bes Heeres gegen bie im belgisch- fnnzöfifchen Raum eingeschloffenen feinblichen Arven. Auch an ber Sübfront bekämpfte bie Luft- ®iffe Verkehrsanlagen, Transportbewegungen unb iTippenanfammlungen. Vei ber bewaffneten Auf- tlär u ng an ber Kanatküfte würben vor I>ulogne ein großes Kriegsfahrzeug, wahrscheinlich ci n Kreuzer, unb b r ei Zerstörer burch Ftrnivrechanschlust 2251 2 ahtanschrift: „Slnaetger" H>stscheckll6s6Frankf^M. (90. Jahrgang Ur. 122 ^scheint täglich, außer nntags und Feiertags AmLndederzweiCenWoche. Die beiden letzten Wehrmachtsberichte über die weiteren Kämpfe am Rande der großen. (Etnfret* ungskessel im äußersten Nordwesten Frankreichs und Belgiens lassen erkennen, daß die Kampfkraft der hier eingeschlossenen feindlichen Armeen noch bedeutend ist, das gilt vor allem für die Franzosen, die genau wissen, was auf dem Spiele steht und daß sie mehr zu verlieren haben, als eine Schlacht. Der Fran.zose war immer ein ausgezeichneter Soldat und er zeigt sich als solcher auch hier wieder in zäher Verteidigung gegen den Ansturm der deut- chen Truppen, wobei er jedes natürliche Hindernis geschickt auszunützen versteht, aber auch in immer wieder mit dem Mut der Verzweiflung vorgetragenen Gegenstößen, durch die er sich einen Ausweg aus dem eisernen Ring der Umklammerung zu bahnen sucht. Auch der Engländer, der entschlossen war, sein Expeditionskorps möglichst schnell aus der gefährlichen Schlinge zu ziehen und sich dann Hals über Kopf auf seine Insel zu begeben, hat inzwischen einsehen müssen, daß dies nicht mehr so einfach ist, zumal nicht nur seine Einschiffungsbasis, die kontinentalen Kanalhäfen, sondern nun auch schon der wichtigste Landungsplatz an der eigenen Küste, Dover, unter den Bomben der deutschen Luftwaffe liegt, die hier längs der ja nur chmalen Meerstraße des Pas de Calais die Abriegelung der feindlichen Armeen in deren Rücken vollendet. So hat sich auch der Engländer genötigt gesehen, wieder eigene starke Truppenverbände in die Schlacht zu werfen, um zumindest Zeit für den Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch begrüßt Oberstleutnant M i - k o s ch und Feldwebel P o r t st e f f e n (links), die ich bei der Eroberung des Forts Eben Emael be- onders ausgezeichnet und dafür vom Führer das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz erhalten haben. — (PK.-Borchert-Scherl-M.) in bezug auf Material wie Kampftechnik ihre absolute Ueberlegenheit über die britischen bewiesen. Was die englischen Flugzeuge anbelange, so sei ihr der Versuch, die deutschen Stukas nachzuahmen, trotz der individuellen Tüchtigkeit der Piloten, völlig gescheitert, denn die britischen Flugzeuge würden sich nicht für Sturzkampfangriffe eignen. Zahlreiche Flugzeuge seien von der deutschen Luftabwehr abgeschossen worden, durch das Eingreifen der deutschen „Jäger" sei der Luftangri restlos in Trümmer gegangen. Die schweren britischen Tanks hätten, als sie gegen die deutschen Tanks und die Stukas allein geblieben seien, in weniger als zehn Minuten so schwere Verluste erlitten, daß sie sich unter Verzicht auf weiteren Rückzug zu gewinnen. Freilich, der Erfolg ist ausgeblieben, denn in Ostfl andern ist es den deutschen Divisionen nach heftigen Kämpfen gelungen, die befestigte Schelde-Stellung zwischen Gent und Tournai zu durchbrechen und bis auf das Westufer der Lys vorzustoßen. Das letzte natürliche Hindernis, das die deutschen Truppen von der nur noch rund fünfzig Kilometer entfernten belgischen Küste . trennt, ist damit überwunden, es wird vermutlich dem sich zäh gegen den deutschen Ansturm wehrenden Gegner schwer fallen, sich noch einmal in einem neuen Abschnitt festzuklammern. T o u r n a i, das flämische Doornik, ein durch seine Gobelin- und Teppichweberei berühmtes Städtchen von 36 000 Einwohnern nahe der französischen Grenze und mehrfach auch in französischem Besitz gewesen, dessen Geschichte bis auf die fränkischen Merovingerkömge des 5. Jahrhunderts zurückgeht, ist in deutscher Hand. Die Lys, in Belgien Leye genannt, ist ein linier Nebenfluß der Schelde, der auf dem Plateau von Artois entspringt und bei Gent in die Schelde mündet. Die obere Lys fließt westwärts von Kar - trijk ein Stück an der französisch-belgischen Grenze entlang und hier durch die flandrischen Schlachtfelder des Weltkriegs, deren Namen durch die Erinnerung an den Heldentod so vieler deutscher Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bisg'/rUhrdesVormrttags Grundpreise für 1 l"mHöhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzergen von 70 mm Breite 50 Pf- Wiederholung Malstaffel I AbschlüfseMengenstaffelV Plabvorfchrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. R o m, 25. Mai. (Europapreß.) In den Berichten L er den Vorstoß der deutschen Truppen über die Scheide und die Lys, sowie über den Vormarsch notorifierter Kolonnen aus Calais unterstreichen >i“ römischen Blätter, daß einmal die B e - ive g u n gs s r e i h e i t der eingeschlossenen Trup- M der Westmächte in dem Maße eingeengt i°rde, in dem sich der ihnen zur Verfügung sichende Raum vermindere, und daß zum anderen kr Krieg sich in immer bedrohlicherer Weise Lmgland selbst nähere. Die belgischen und jmnzösischen Kanalhäfen lägen bereits in Reich- isite der deutschen Truppen. Der Kanal selbst ir°rde vollständig von den deutschen Fliegern und km Schnellbooten der deutschen Kriegsflotte be- harscht, und der englische Krieashafen Dover sei }trm‘ erstenmal von einem deutschen Luftgeschwa- ixir mit Bomben belegt worden. Alles das, so fc-reibt „Giornale d'Jtalia", bedeute, daß Groß- tnitannien auf die Benutzung eines ganzen Hafen- hftems verzichten müsse, das sowohl für militä- chche als auch für kommerzielle Zwecke außer- dS)entlief) wichtig sei. . Illeber die AbsichtenWeygands herrscht in Nom noch Unklarheit. Es überwiegt die Meinung, !>:sß Weyganü den hartnäckigen Widerstand in Belgien nur angeordnet habe, u m Ze i t zu zs w i n n e n. Im Grunde bleibe dieser Widerstand aussichtslos, denn das Schicksal der Truppen ir. belgischen Sack sei besiegelt. Auch die von Wey- z nd an der Somme, Aisne und Maas geplante itsue Verteidigungslinie werde als w e - ir: g aussichtsreich beurteilt, da die deuftchen T'uppen sich auch hier bereits zahlreiche Brücken- tijpfe geschaffen hätten, von denen aus sicherlich erfolgreiche Vorstöße würden vorgetragen werden kennen. Die schweren deutschen Tanks, so sl-lllt der Sonderkorrespondent der Agenzin Stefnni pst, haben in der Einkreisungsschlacht im Westen Kampf schleunigst in Richtung auf das Meer zurückzogen. Zahlreiche englische und französische Verbände versuchten, sich in den Häfen einzuschiffen, um so der Gefangennahme zu entgehen, während die Belgier, die bereits schwere Verluste erlitten hätten, geopfert würden. Bei der Einschiffung hätten die Engländer den Vorrang. Trotz der zur Hebung der Moral des französischen und englischen Volkes verbreiteten optimistischen Nachrichten, sei das Oberkommando der Westmächte in äußerster Besorgnis. Die von Reynaud angeordnete Untersuchung über die Ursachen der militärischen Katastrophe führt die Niederlage auf folgende Ursachen zurück: Die Mentalität des französischen Soldaten, daß der Krieg ohne Schlachten gewonnen wird; ungenügende Kriegsvorbereitung; die durch die neue Technik beim Kommando wie bei den Truppen angerichtete Verwirrung; schwere Nachlässigkeiten eines Armeekommandos an ber Somme, Aisne und Oise; eigene Ueberroertung von selten des Oberkommandos und mangelnde Kaltblütigkeit. In den Erfolgen der deutschen Waffen sieht „Po- polo di Roma" das wirksamste diplomatische Jnstru- .. ment Deutschlands. Die Neutralen seien den'mehr retten könne. „Der britische Imperialismus !for Antwerpen wurde dieser belgische Panzerkampfwagen von unserer Pak in Brand geschossen. Unmittelbar darauf wurde diese Aufnahme gemacht. — (PK.-Psitzner-Scherl-M.) Sie Kriegslage im Spiegel der italienischen presse muß jetzt zum ersten Male s e l b st um seine Existenz kämpfen." England liege jetzt im Schußfeld der deutschen Waffen, di« ihre Stützpunkte in Norwegen, Holland, Belgien und Nordfrankreich besitzen. Eine Truppenlandung großen Maßstabes sei damit in den Bereich des Möglichen gerückt. Ferner eröffnet sich für die deutsche U-Bootflotte der kürzeste und bequemste Ausgang in den Kanal und in den Atlantischen Ozean. Wenn man berücksichtige, daß Deutschland eine sehr bedeutende U-Bootflotte besitze, die sich bei ihren Operationen in den britischen Gewässern auf die Luftwaffe stützen könne, so könne man sagen, daß die Zeit gekommen ist, da die Blockade ber britischen Insel gleichermaßen in den Bereich des Möglichen rücfej Dem Zugriff der deutschen Wehrmacht ist die Metropole des größten Weltreichts ausgesetzt. Die Bedrohung des Aermelkanals ist zugleich die unmittelbare Bedrohung Großbritanniens. Worauf England hofft. Stockholm, 24. Mai. (Europapreß.) In Eng- land hatte man, wie „Dagens Nyheter" aus London meldet, nicht gedacht, daß der deutsche Vormarsch mit einer solchen Schnelligkeit oorgetragen werden könnte. Die Berichte über den Kriegsschauplatz würden in England immer spärlicher. Dies sei ein Anzeichen dafür, daß man die Lage in England, in gut unterrichteten politischen und militärischen Kreisen, nach wie vor als sehr e r n st ansehe. Dies gehe auch aus dec Rede Winston Churchills hervor, der feststellte, daß die Verbindungslinien gefährdet zu sein schienen. In England hofft man auf den großen Gegenangriff, der schnell eine Aenderung der Lage herbeiführen soll. Bittere Kommentare enthält die englische Presse über die Versäumnisse der Regierung Chamberlain. Praktisch wird Chamberlain jetzt für die Niederlage Englands, die sich in Frankreich mit jedem Tage deutlicher zeigt, verantwortlich gemacht, man hält es für nicht ausgeschlossen, daß Chamberlain in naher Zukunft die Regierungsbank verlassen muß. Das Ermächtigungsgesetz, das der britischen Regierung Diktaturvollmachten gibt, glaubt „Daily Mail" rechtfertigen zu können durch die Losung, man müsse jetzt einige Monate Widerstand leisten, dann werde das Gleichgewicht wieder hergestellt. Im übrigen setzen die Blätter große Hoffnungen auf Hilfe von außen. Nur „Daily Expreß" denkt nüchterner und warnt vor Illusionen. Der Ausgang des Krieges, so schreibt das Blatt, hänge nicht von fernen Freunden ab, sondern von den Leistungen der Engländer selb st. Duff Coopers Erklärung, daß Boulogne und Calais in Gefahr feien, hat das Vertrauen zu der Diktatur-Regierung keineswegs gestärkt. Die „Times" betont die Tragweite des Verlustes von Amiens als eines der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte in Nordfrankreich und verschweigt nicht, daß die Wegnahme von Abbeville auch dadurch Bedeutung hat, daß hier dem Feinde der Uebergang über bie Somme ermogi licht wirb. Lockungen Englands und Frankreichs nur noch wenig zugänglich. In ber Türkei und in Aegypten zeige sich Zurückhaltung. Die Werbung Englands in Rußland könne als enb gültig gescheitert gelten. Das sprechenbste Anzeichen bafür, als wie gefährlich die Wirkungen der immer katastrophaleren Lage ber Westmächte in Englanb und Frankreich selbst empfunden werden, sieht die römische Presse im Uebergang der beiden Westmächte zur diktatorischen Regierungsfarm. Die drakonischen Maßnahmen der englischen Regierung gegenüber ihren inneren Feinden fänden in ber Geschichte Englands kaum ein Gegenstück. Reynauds heißester Wunsch wäre sicherlich, das Beispiel'Churchills nach - z u a h m e n und auch in Frankreich eine offene Diktatur zu errichten. „Popalo di Roma" ist jedoch der Meinung, Reynaud könne einen solchen Versuch nicht riskieren. Wenn er auch von zwei Persönlichkeiten wie Petain und Weygand gestützt werde, so sei er doch „ein zu neuer Mann", um eine Herausforderung der Mehrheit des. französischen Volkes mögen zu können. Es sei ja bekannt, baß sich sein Kabinett mehr auf Stimmenthaltungen als auf bie Zustimmung ber Abge- orbneten des französischen Volkes stütze. habe die Zweideutigkeit bestanden, daß die Westmächte einen Krieg erklärt hätten, ohne wirk- „Lavoro Fascista" schreibt, von Kriegsbeginn an l i ch zum Kampfe entschlossen zu fein. Die Westmächte hätten sich in dem Traum gewiegt, einen bequemen Krieg, einen Belagerungsund Blockadekrieg, führen zu können. Dieser grundlegende moralische Irrtum habe zu einer rein defensiven strategischen Auffassung geführt, als ob man den Ansturm des Gegners hinter den stark ausgebauten Befestigungen der Maginotlinie ab« warten könne. Ein Heer aber, das auf die Offensive verzichte, fei von vornherein dem Untergang geweiht. Man müsse sich fragen, wohin die drei- bis vierhundert Milliarden Franken gegangen feien, die Frankreich in zwanzig Jahren für militärische Vorbereitungen ausgegeben habe. Wenn man heute die ungenügende Vorbereitung frwere Bomben getroffen. Unsere Flug- . _ jcige fliehen dabei auf starke Flakabwehr. Ls ge- den Vorschiffen schwerste Beschädigungen an. v ilagen: Die Illustrierte ©ebener Familienblatter HkimatimBild DieScholle Wnats-Bezugsvreis r gflit4Beilagen .RM.1.95 OmeIllustrierte „ 1.80 1 istellgebühr..... .2? a ch bei Nichterscheinen v n einzelnen Nummern htolge höherer Gewalt Der Vorstoß auf Calais. Deutsche Truppen am Westufer der Lys. - Eroberung der Loretto-Höhe. — Erfolgreicher Einsatz der Flak gegen Panzerwagen. Ä VMiü .4 '; ... V h, M Ach iO- men Kriegführung, daß stigen Marschall P 6 t < \ Man ain, England? Wer war es, Deutschland ihre brutale Herrschaft retten zu können glauben. Die schleunige Verhaftung von namhaften Führern des britischen Faschismus als erste Auswirkung der neuen Vollmachten zeigt die innere Unsicherheit der herrschenden Kaste. Gleichzeitig beweist aber auch das Eiltempo, mit dem Churchill das Vollmacht-Gesetz durch beide Häuser des Parlaments peitschte, wie sehr es den Londoner Machthabern unter den Nägeln brennt. Aber auch über diesem Verzweiflungsakt steht das Wort „zu spät". Schon prägt man in London das Wort „Hitler ante portas" in Abwandlung des Verzweiflungsrufs, mit dem einst die Römer nach der Schlacht von Cannae den siegreichen Hannibal vor ihren Toren erwarteten. Und mit dem erfolgreichen Angri deutscher Bombengeschwader auf Dover klopft ja der Krieg tatsächlich sehr energisch an die Tore Englands. Herr Reynaud in Paris sucht inzwischen in der Vergangenheit Trost. Er beschwört den Schatten Clemenceaus und proklamiert den Glauben an das „Wunder", das Frankreich 1914 und 1918 gerettet habe. Aber die Vergangenheit wiederholt sich nicht, zumal die wichtigsten Voraussetzungen für das „Wunder" fehlen, auf das Reynaud seine ganze Hoffnung setzt. Denn — wir sagten es schon — diesmal können dem deutschen rechten Flügel die starken Kräfte nachgeführt werden, um das strategische Ziel des Durchbruchs zur Küste bis zum letzten zu erreichen. Im Zweifrontenkrieg des Jahres 1914 wurden aus dem schwenkenden Flügel zwei Armeekorps herausgenommen und nach dem Wik wissen, daß unseren tapferen Truppen noch harte Kämpfe bevorstehen, bis das Ziel der groß- angelegten Operation, die Vernichtung der hier au immer enger werdendem Raum zusammengepreßten feindlichen Armeen, erreicht sein wird. Wir wissen aber auch, daß Führung und Truppe ihr letztes hergeben werden, den Sieg zu einem vollkommenen zu machen. Daß man in Paris und London nur mit größter Sorge die Blicke auf den nordwestlichen Kriegsschauplatz richtet, dafür spricht ja schon der Wechsel im Oberbefehl der verbündeten Heere. Mit dem französischen Kriegsminister Daladier muhte auch General Gamelin weichen, der in der Schule Marschall Osten entsandt, die dann in der Marneschlacht gefehlt haben. Und in der großen Frühjahrsoffen' sive 1918 fehlten nach vier Jahren Krieg gegen die ganze Welt die Reserven an Truppen und Material, um Nachstößen zu können. Zudem ist hib junge deutsche Wehrmacht mit den modernsten uni- besten Waffen ausgerüstet, während ihre Gegner' trotz ihrer unausgesetzten Rüstungen viel veralteten Material mitschleppen müssen, weil schon aus finanziellen Gründen es ihnen gar nicht möglich war. ihre Bewaffnung immer auf dem neuesten Stand« der Waffentechnik zu halten. Und die modernem deutschen Waffen haben neue Formen der Kriegführung erlaubt, die, wie alle Berichte auch unvoreingenommener neutraler Beobachter bezeugen, deiu Gegner völlig überrascht haben. Nein, die deutsche; Wehrmacht wird unter der genialen Führung Adolf Hitlers und getragen von der Liebe unöi dem Vertrauen des deutschen Volkes dafür sorgen daß das „Wunder", auf das Herr Reynaud seins Hoffnung setzt, nicht wiederkehrt. Dr. Fr. W. Lange. Heue Inhaber des Ritterkreuzes. Für tapferen Einsatz und hervorragende Führung. Berlin, 24. Mai. (DNB.) Der Führer Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Generalseldmarschalls Göring das Ritterkreuz des Eisernen ^Kreuzes folgenden Offizieren der Luftwaffe verliehen: dem Kornmanbeui eines Fallschirmjägerregiments Oberst Bräuer, für heldenmütigen persönlichen Einsatz bei der Fuh' rung seines Regiments, wobei wichtige Verbindung gen bis zum Eintreffen von Verstärkungen gehalten wurden. Dem Kommandeur eines Fallschirmjäger^ bataillons Hauptmann Fritz Prager, der trotz schwerer Verwundung und überstandener schien Operation mit seinem Bataillon unter persönlichen Führung feindliche Stellungen genommen und eimg" wichtige Brücken gegen überlegene Angriffe gehalten! hat. Dem Kommandeur eines Fallschirmjäger- bataillons, Hauptmann Karl Schulz, der mit se>' ner Truppe einen Flugplatz, der mit zahlreichen Bunkern gesichert war, eroberte und hielt. Dem Kommandeur eines Fallschirmjägerbataillons-^ Hauptmann Erich Walther, der mit stark unterlegenen Kräften einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt besetzte und in tapferster Gegenwehr hielt: Dem Oberleutnant eines Fallschirmjägerregiments Horst K e r f i n, der einen wichtigen Brückenkopf die Vorstöße nach Norden deuten auch darauf hin, daß er noch nicht die Hoffnung aufgegeben hat, wenigstens Teile seiner im Nordwestzipfel einge- kreisten Armeen aus der Umklammerung heraus- zrchauen. Das ist freilich ebenso wie die immer wieder unternommenen Ausbruchsversuche der eingekreisten Armeen nach Süden an dem eisernen Riegel der deutschen Truppen gescheitert. Italienische Mili- tärschriststeller sprechen davon, daß Weygand die Berlin, 24. Mai. (DNB.) Die Botschaft des Kaisers und König am Tag des Empires gipfelte in der Feststellung, es gehe jetzt für Großbritannien um Tod oder Leben. Man müsse jetzt offen zum englischen Volk sprechen. Eine Niederlage würde nicht eine nur vorübergehende Verdunkelung ür England bedeuten. Selbstverständlich fehlte nicht )ie Behauptung, daß das britische Weltreich nur auf den Idealen der „Freiheit, Gerechtigkeit und des Friedens" gegründet sei. „Unser Gewissen", so heißt es in dieser Botschaft, „ist rein. Unser einziges Ziel ist immer nur der Frieden gewesen. Die- en Frieden haben sie uns genommen." Das sagt der König des Landes, das in den letzten Jahrhunderten unter allen Völkern der Erde die mei- ten Kriege geführt hat, das wieder wie vor dem Weltkrieg, eine Einkreisung Deutschlands versuchte und das Deutschland zusammen mit seinen französischen Vasallen am 3. September 1939 den Krieg erklärt hat. ganze Front abtaste, um eine schwache Stelle für einen Einbruch ausfindig zu machen, aber vergebens, denn das deutsche Heer halte allen solchen Tastversuchen eisern stand. Wie unsanft man in England aus den Illusionen geweckt wird, sich selbst aus dem Krieg mit der Waffe heraushalten zu können, bezeuaen alle die Berichte neutraler Beobachter aus London, bezeugt nicht minder die Proklamation der Diktatur Churchills in einem Umfang, wie man es niemals während des Weltkrieges für erforderlich gehalten hat. Die neuen Vollmachten, die sich Churchill vom Parlament hat geben lassen, bedeuten nichts anderes als die rücksichtslose und totale Ausschaltung des Volkswillens zu Gunsten der regierenden Plutokratenclique, ein unerhörter Vorgang im Geburtslande der Demokratie, das für die „Rettung" eben dieser Demokratie angeblich überhaupt nur in den Krieg gezogen ist. Es ist natürlich ein aufgelegter Schwindel, wenn die britischen Plutokraten ebenso wie ihre Pariser Spießgesellen so tun, als ob sie nun Regierungsverhältnisse „wie in Deutschland" Men hätten und also der Erfolg nicht ausblei- nne. Aber der gewaltige Unterschied liegt klar auf der Hand, denn während bei uns in Deutschland ein Mann des Volkes die Führung in fänden hat und dies Volk ihm im Laufe von sieben Jahren immer wieder eindeutig bezeugt hat, daß er sein vollstes Vertrauen besitzt, ist das neue Regime in England — und in Frankreich ebenso — nichts anderes als die nackte Diktatur eines Klüngels skrupelloser Plutokraten, die nicht anders rück? England! Wessen Gewissen also hat den Krieg und seine Schrecken zu verantworten? Nicht Deutschland, sondern England! Nicht wir, sondern Sie, Georg von England! Das ist die Wahrheit! Trotzdem haben Sie, König Georg, die Stirn, in dieser Stunde, da Ihnen vor den Folgen Ihres Krieges graut, Ihrem Volke die Lüge zu sagen: „Diesen Frieden hat uns Deutschland genommen!" Sie, ein König, erniedrigen sich jetzt, wo nach Ihrem eigenen Willen die Waffen sprechen, soweit dem deutschen Volk, das zu Frieden und Freundschaft mit England bereit war, das Wort zu bieten: „Gegen unsere Ehre steht Ehrlosigkeit, gegen unsere Treue Verrat, gegen unsere Gerechtigkeit brutale Gewalt." Welcher Abgrund an Gesinnung tut sich hier auf. In diesem niedrigen, unritterlichen Wort eines Königs über einen Gegner, mit dem es auf Tod und Leben die Klinge kreuzt, enthüllt sich England ganz. Die deutschen Waffen werden Ihnen, Georg von England, die Antwort geben, die Ihnen gebührt! Sie, Georg VI. von England, haben in einem Augenblick, in dem Sie beginnen davor zu zittern, daß das Verbrechen Ihrer Reaierung durch das deutsche Schwert vergolten wird, eine Ansprache verlesen, die das Ungeheuerlich st e. därstellt, was jemals die Welt aus dem Munde eines Königs vernahm. Ihre Ansprache, Georg von England, war nicht königlich, sondern erbärmlich! „ Wenn Sie ein Mann wären, dann hätten Sie sich jetzt in der Stunde der Entscheidung als der Herausforderer, der jetzt seinem Schicksal ins Auge sehen muh, aus dem Schlachtfelde mit offenem Visier zu dem bekannt, was England diesen Krieg entfesseln ließ, statt sich heuchlerisch hinter moralischen Prinzipien zu verkriechen, die anzurufen Sie nicht eine Spur von Recht besitzen. Sie wagen es, davon zu sprechen, „daß das englische Commonwealth auf dem Ideal der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens begründet" sei. Müssen wir die Völker der Erde, deren Mitleid Sie jetzt anrufen, an die Geschichte der Entstehung Ihres Reiches erinnern, das nicht auf Idealen, son-. dern auf Brutalitäten, nicht auf Freiheit, sondern auf Unterdrückung, nicht auf Gerechtigkeit, sondern auf Deraewaltigung, nicht auf Frieden, sondern auf schamlosen Untaten errichtet ist? Sie riesen der Welt zu: „Unser einziges Ziel ist immer nur der Friede gewesen. Unser Gewissen ist rein, lieber uns ist das Böse hereingebrochen, und alle unsere auf den Frieden gerichteten Anstrengungen waren erfolglos. Sie elender Heuchler! Wer hat Polen gegen Deutschland in den Krieg getrieben und es dann verraten? England! Wer hat Norwegen, Holland und Belgien skrupellos seinen Interessen hingeopfert? bester Georg von England, der diesen Krieg erklärte, dessen Schrecken, wie Sie scheinheilig behaupten, Sie der Welt ersparen wollten? England! Wer aber hat der Welt immer wieder den F r i e- den geboten? Deutschland! Wer war bereit, um des Friedens willen, Frankreichs Grenzen anzuerkennen: Deutschland! Wer hat England imfner aufs neue d i e Hand zum Bündnis gereicht und war sogar entschlossen, mit seinen Waffen den Bestand des britischen Empire zu garantieren? Deutschland! Wer aber wies des Führers Friedensanschlag zu- Soldaten uns allen heilig sind. Schon auf französischem Boden liegt die Stadt Armentiöres und das Schlachtfeld des „Unternehmen Hagen", das als zweiter Stoß der großen deutschen Frühjahrsoffensive 1918 nach dem größeren gegen Amiens gerichteten „Unternehmen Michael" mit dazu bestimmt war, die Fronten aus der zermürbenden Erstarrung des Stellungskrieges zu lösen und die Entscheidung in offner Feldschlacht in einer letzten großen Operation der Bewegung zu suchen. 36 deutsche Divisionen der deutschen 4. und 6. Armee treten an, der Uebergang über die Lys wird schon am 9. April erzwungen, der Angrifsskeil bis 10 Kilometer vor Hazebrouk vorgetrieben, doch in den verschlammten Trichterfeldern bleiben Artillerie und Nachschub stecken, Engländer und rasch herangeholte franzö- sische Verstärkungen drücken auf die Flanken der Einbruchsstelle, der Angriff kommt nicht mehr weiter, der strategische Durchbruch glückt hier ebensowenig wie bei Amiens. Weiter südlich über die bekannten Kampforte La Basste und Böthune kommen wir an den breiten Höhenrücken des Artois, der als Fortsetzung der Ardennen mit seinen letzten Ausläufern bis an die Küste reicht und bis zu Höhen von 180 und 200 Meter ansteigt. Hier haben wir in den letzten Tagen auch wieder berühmte Schlachtfelder des Weltkrieges betreten, denn hier, etwa 15 Kilometer nordwestlich von Arras, haben Franzosen und Briten besonders heftigen Widerstand geleistet. Trotzdem ist es der Tapferkeit deutscher Truppen gelungen, die zu 165 Meter ansteigende Loretto-Höhe zu erobern, deren Besitz von wesentlicher Bedeutung ist, weil von diesem Höhenrücken aus die flandrische Ebene offen daliegt für die aus Süden vorstoßen- den deutschen Kampfverbände. Im Wettkrieg kamen die Deutschen von Norden — ein sehr bezeichnender Unterschied in der Anlage der Operationen — und behaupteten hier auf der Loretto-Höhe, die eine berühmte Wallfahrtskapelle trägt, ihre Stellung, die in erbitterten, monatelang sich hingehenden Kämpfen im Juli 1915 verlorenging. Das ist ja überhaupt ein charakteristisches Merkmal der genial angelegten und mit unerhörtem Schneid von Führung und Truppe durchgeführten deutschen Durchbruchs- und Umklammerungsoperatton, daß sie den Feind zwingt, gleichsam mit verkehrter Front zu kämpfen, soweit er durch den Keil der deutschen Durchbruchsarmeen nach Norden abgedrängt ist. Dieser Keil hat sich in den letzten Taaen schon zu einem breiten Gürtel erweitert, der diese feindlichen Heeresteile nördlich der Somme abschließt. Durch den Vorstoß auf das Westufer der Lys im Nord- osten und das Dorrücken starker deutscher Panzerverbände zwischen Arras und dem Meer auf die Kanalhäfen im Nordwesten werden die hier kämpfenden feindlichen Armeen wie in einer Zange zusammengepreßt. Einen Ausweg gibt es für sie ebensowenig wie für die im Raum von Dalen- ciennes eingekesselten und sich noch immer tapfer wehrenden Franzosen und Belgier. Das Zurückweisen eines von Süden gegen Amiens angesetzten feindlichen Vorstoßes beweist ebenso wie der ruhige Verlauf des letzten Kampftages an der langen Südfront am Oise-Aisne-Kanal, längs der Aisne und weiter nach Nordosten bis in den Raum von Mont- medy, daß auch der äußere Rand des breiten Gürtels, von dem wir sprachen, stark genug ist, jedem feindlichen Entlastungsversuch aus dem Innern Auch dort waren 1 , Kämpfe von vielen Tagen nöti, den Widerstand aufgab. Hier im _;, sich aber nicht nur um zahlenmäßig viel größere Truppenmassen, sondern auch um die Elite des französisch-belgischen Heeres und das für den Kampf in Frankreich besonders ausgesuchte britische Expeditionskorps, beide mit modernsten Waffen ausgerüstet und mit reichlichem Kriegsmaterial aller Art versehen. Wenn trotzdem schon nach einer so kurzen Zeitspanne der strategische Erfolg der Umklammerungsoperation auszureifen beginnt, so ist das ein befonderes Ruhmesblatt für die Überlegenheit der deutschen Führung und den Angriffsgeist des deutschen Soldaten. Es ist zudem ein Zeichen dafür, daß den ungestüm vorstoßenden Schnellen Truppen überrafchend schnell hinreichend starke Kräfte der Infanterie nachgeführt werden können, deren Einsatz im hervorragenden Zusammenwirken mit Panzer- uerbänfon und Stukas überall den Erfolg sichert. Joffres großgewordene, hinhaltende, nach genau ausgearbeiteten Plänen operierende Defensivstratege dem General W e y g a n d , dem Schüler des Marschalls Fach, der von diesem das aggressive Temperament und den brennenden Ehrgeiz geerbt hat. Aber es ist charakteristisch für die Art der franzö- ---- -— gleichzeitig den be- _________z... ,r . . Gegenpol Fochs im Weltkrieg, in bas Kabinett berufen hat. Gamelins Operationsplan, der vermutlich auf das Halten der verlängerten Maginot-Linie (der sog. Daladier- Linie) längs der Maas und weiter nach Norden der Grenze entlang und im Falle ihres Durchbruchs auf einer beweglichen Verteidigung aus dem mittelfranzösischen Raume her aufgebaut war, wurde ihm aus der Hand geschlagen, als die deutsche Führung seinen Nordarmeen die Bewegungsschlacht aufzwang und in dieser so überraschend schnell nach Nordwesten durchstieß. Weygand steht nun vor der schwierigen Aufgabe, in einer neuen Front zu sammeln, was noch zu sammeln ist und die Abwehr zu organisieren. Nach Mitteilungen italienischer Militärsachverständiger soll er seine Anstrengungen au die Herstellung einer neuen Widerstandslinie längs der Somme, Aisne und Maas konzentrieren. Aber Schlageter. Auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf steht ein 35 Meter hohes Stahlkreuz, em Mahnmal, das schon aus der Ferne die Blicke aus sich zieht und gerade infolge seiner Schlichtheit den Besucher anspricht. Das Kreuz in der Sandgrube von Golz. heim ist ein stummer und doch so lebendiger Mah. ner an jene Zeit, da französische Habgier sich des Ruhrgebietes bemächtigt hatte, da Vaterlandstreue und Opfergeist tief im Kurse standen und Verrat und Gemeinheit triumphierten, es gibt aber gleich, zeitig Kunde von dem Einsatz des ewigen deutschen Soldaten, der, so tief der Zusammenbruch auch gewesen fein mag, immer dann aussteht, wenn die Not am größten ist. Tausende wallfahren Jahr um Jahr zu diesem Kreuz von Stahl und gedenken in tiefer Ergriffenheit des Helden Albert Leo Schlageter, dessen Leben sich hier am 26. Mai 1923, vor nunmehr siebzehn Jahren, unter ^den Kugeln eines französischen Exekutionskommandos erfüllen sollte. Stolz und aufrecht ging er in den Tod, selbst dem Feinde Achtung abnötigend. Als die Schüsse in der Golzheimer Heide Der. hallt waren, ging ein Grauen — so schrieb man - durch das deutsche Vaterland. War es wirklich so? Stand die deutsche Welt starr, stumm, atemlos? Nein! Die Zeit war noch nicht erfüllt! Millionen über Millionen gingen ihrer Tagesarbeit in ge. wohntem Lauf nach, scherzten, lachten, tranken, tanzten, lebten und wußten nichts, nichts vom toter, den Albert Leo Schlageters. Und nur allzuviele ragten: Wer war Albert Leo Schlageter? Trotzdem aber stieg, erst langsam, dann immer stärker aus den toten Gebeinen dieses nun lieber, irdischen etwas herauf, das nicht Ruhe fand: das Gewissen. Scheu fühlte man, daß sich ein Großer für das heilige Deutschland geopfert hatte. Wer war Albert Leo Schlageter? Er war das deutsche Gewissen, das Gestalt annahm in dem Kreuz von Golzheim. * Als im November 1918 die letzten gegen den Feind gerichteten Schüsse verhallt waren, als dos verratene deutsche Heer heimwärts zog, da mar« feierte unter ihnen auch der Batterieführer Schlo. geter. Er war ein Soldat, ein Soldat im besten und echtesten Sinne des Wortes, ein Kämpfer, der es nicht über sich brachte, sich auf den beque- men „Boden der Tatsachen" zu stellen, der es beut, lich spürte, daß man in den kommenden Monaten und Jahren noch mehr als einmal wirkliche Sol. baten würde brauchen müssen. Und so zog er den grauen Rock nicht aus, blieb er das, was er im- mer gewesen war: ein Soldat. So war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, daß er überall da anzu- treffen war, wo um und für Deutschland gekämpft wurde, in Oberschlesien bei der Erstürmung des Annaberges, im Baltikum bei der Befreiung Riyas, und dann im Ruhrgebiet, das der Feind wider alles Recht und Gesetz besetzt hatte. In diesem stil. len und stummen Krieg, der hier geführt wurde, stand Schlageter, der sein Leben der Fahne eines Mannes geweiht hatte, von dem damals noch nicht allzuviele etwas wissen wollten: Adolf Hitler, in vorderster Front. Immer versteckter, immer gehei. mer wird der Krieg an der Ruhr. Vom offenen Kampf in offener Feldschlacht geht's in nächtliche, fast ohnmächtige Abwehr. Geheimnisvolle Explo. fionen erschüttern die Nacht, Brücken fliegen in die Luft, Bahnkörper sind unbrauchbar geworden, und auf den Gleisen, die wie durch die Hand eines Riesen auseinandergerissen sind, können nun keine Kohlenzüae mehr nach Frankreich fahren. Bis auf einmal Verrat im Spiel ist, bis auf einmal bet Held durch den Schurkenstreich einiger Lumpen in die Hand des Feindes fällt. Das Urteil, das gefällt wird, ist nur noch eine Farce. Viele Jahre sind über Schlageterck Tod hinweg- gegangen. Das deutsche Volk Adolf Hitlers hat den toten Helden der Ehren teilhaftig werden lab fen, die dieser unerschrockene Vorkämpfer für ein neues Deutschland der Ehre und der Freiheit ner. dient hat. So ist der Opfertod Albert Leo Schla- geters nicht vergeblich gewesen, denn auch in bet Golzheimer Heide wurde das Samenkorn für em neues Deutschland gelegt. Aus feinen Gebeinen wuchs das gereinigte und geeinte Deutschland, bas nun im gewaltigsten Freiheitskampf feiner Geschichte steht, um eine Wiederholung der Tragöbie 1 von 1923 für immer unmöglich zu machen. Frankreichs Trotz zu bieten. Bei dieser Gesamtlage ist es selbstverständlich, daß jetzt der Raumgewinn der deutschen Truppen nicht annähernd so groß sein kann, wie in den Tagen des Vormarsches und unmittelbar nach dem Durchbruch. Man braucht sich nur der beiden großen Einkreisungsschlachten des polnischen Feldzuges bei Radom und Kutno zu erinnern, um das zu begreifen, nach der Einkreisung noch schwere r. o------ bis der Feind Westen handelt es Weiter erklärte der König, er spreche diesmal mit einer „neuen Vision" des englischen Reiches vor seinen Augen. Die Vision bestand allerdings darin, daß er das Empire in scharfem Konflikt mit einem „üblen System" sah, das gegen den „Imperialismus" kämpfe. „Wir freien Völker des Reiches", so hieß es dann, „schleudern dieses Wort in die Zähne des Feindes zurück". , , Zum Schluß verriet die britische Majestät der Welt, daß „die Völker seines Reiches im gegenwärtigen Augenblick überrascht seien. Die Heimsuchung, der alle Engländer ins Auge blicken müßten, sei gefährlich. Er habe zwar Vertrauen, aber Vertrauen allein genüge nicht. Man müsse Opfer bringen. Die Engländer wollten auf ein himmlisches Wunder hoffen, damit sie das „Recht" verteidiaen könnten. „Laßt uns", so schloß die Botschaft des Königs, „wie ein Mann mit einem Lächeln auf den Lippen, unseren Kopf hoch erheben, unser Ziel verfolgen." Antwort an einen König Don Dr. Otto Diettich. Eine schneidige Leistung vollbrachte ein mit vier Mann besetzter Panzerwagen bei Phllippeville. Bei seinem Borstob sah er sich nicht weniger als 191 Franzosen gegenüber, die er durch sein entMo senes Auftreten in die Gefangenschaft absührte. - Unser Bild zeigt einen unserer Panzersoldaten im Gespräch mit zwei bei dieser Gelegenheit gefangenen farbigen Franzosen. — (PK.-Boesig-Scherl-M.i „Es geht um Tod oder leben!" Eine englische Königsbotschast im Zeichen der Kriegshetze. . dte1 j drc des den 6ti den ■ üdl Stl tüQ I pi ma De an b uii* leben noch wie Op! tut den Di ßan W lat. Einberufungen in Rumänien l 0 »■ 2540 V (Ein guter Teil des deutschen Volkes ist mit Kathreiner aufgewachsen/ Q ® elöt: eh eit > r [em - ffi; ie 6 acht: W Hit) 'M 'M -e int llch h Bits I leie-, ih >lh 11 A ij Pir Iona achlt A n ir len, ib ! in t Bimo! IW 15 gl hiir leis rben für aus. Die Stadt brannte schon lichterloh. Ich wollte zu Admiral v a « d e r S t a d, er war plötzlich mit unbekanntem Ziel a b g e r e i st. Ein junger Oberleutnant, der behauptete, das Kommando zu haben, war nicht imstande, zu helfen. Die Verwirrung unter unseren Offizieren war V T‘r'~ daß ich wußte, jetzt ist es aus! Wir fühlten alle, daß die Nachricht von der Kapitulation Die Tragödie Middelburgs Don französischen Granaten in Brand geschossen. hlachi ieg ipen" rinß' Erst warm es Wmige. die ihn tranken. Hunderte. Tausende; bann Hunderttausende. Stetig wuchs die Zahl, Jahr um Jahr, bis der Weltkrieg diese Entwicklung unterbrach. 1918 gab es keinen Kathreiner mehr, wie es auch keinen Bohnenkaffee mehr gab. Als aber bald nach dem Ende des Krieges der Kathreiner wieder auf dem Markt erschien, zeigte es sich, daß seine alten Freunde ihm die Trme gehalten hattm, und neue Hunderttausende hinzukamen. Und das geschah, obwohl die Einfuhr aus Übersee jetzt wieder nahezu unbeschränkt war, der Kathreiner also in scharfem Wettkampf mit dem Bohnmkaffee stand. Es wurde immer mehr Kathreiner getarnten, je mehr die wirtschaftlichen Folgm des Weltkrieges überwundm wurdm - und am meisten in dm letzten Jahren! Worauf ist das zurückzufWM Wir habm es gründlich Oebii" [flnb,' inet1 Tros untersucht und wollen das Ergebnis unserer Untersuchung gerade heute Mitteilen, wo wir wirklich nichts zu untemehmm brauchm, um dm Verkauf des Kathreiner durch Werbung anzuregmr Der Verbrauch von Kathreiner hat sich immer stärker ausge- breitet, je mehr Menschen danach »erlangten, ihr Leben besser zu gehalten, vernünftiger zu leben, gesünder zu essen und zu hinten. Ein natürliches und allgemeines Verlangen, das besonders von Sebastian Kneipp gefördert wurde — jenem Manne, dem man dm Kathreiner verdankt, dm Kneipp-Malzkaffee! Nicht allein, weil er so gesund ist - auch weil er gut schmeckt, deshalb hat der Kathreiner tm Laufe der Jahrzehnte so viele Millionen tteuer, überzeugter Anhänger gewonnen! Ein guter Teil des deutschen Volkes ist mit ihm auf- gewachsen. Und ist mit ihm groß geworden! Trostloses Durcheinander bei den Evakuierten aus Nordsrankreich * w K K Hi * % Üi •I flr>. persönliche Tapferkeit bei Einsatz und Landung. Folgenden Offizieren des H e e r e s: Dem Kommandeur eines Infanterieregiments Oberst Krey- ina für die kühne und erfolgreiche Führung fernes Regiments. Er erkannte mit klarem Blick frühzeitig eine Flankenbedrohung und verhinderte durch schnell ausgeführte und zäh durchgehaltene Maßnahmen das Vordrängen einer feindlichen Division. Dem Bataillonskommandeur in einem Infanterieregiment Oberstleutnant o. C h o t i tz , der in schneidigem Vorwärtsdringen wichtige Brücken besetzte und sie trotz heftigen flankierenden Artillerrefeuers und feindlicher Gegenangriffe hielt. Er meisterte jede im Laufe des Kampfes auftretende Krise und hielt an dem Entschluß fest, später eintreffenden Pan- ! zerkräften den Weg frei zu halten. antwortet: . , , ,. . Die Nachricht von der Kapitulation der holländischen Armee durch General Winkelmann erfuhren wir durch Radio. Konteradmiral Dan der Stad, der gleichzeitig Kommandeur von Seeland und Stadtkommandant war, ließ sofort eine Bekanntmachung «schlagen, diese Radionach- r-icht sei ein deutscher Schwindel; der Widerstand in Zeeland sei f o r t z u s e tz e n ! Da Der Admiral in telegraphischer Verbindung mit der Regierung stand, glaubten wir, er hätte entspre- . a. . _____Li______ CIA mnr hormthf K E nun0^: i« 'n M chii^ t\ *£ >5 K urteilungen solcher Kriegsgewinnler auf Kosten des französischen Volkes. Selbst in dem landwirtschast. lichen Departement Savoyen nimmt die Zahl der Preistreiber immer mehr zu. So ist in Annecy eine Reihe Lebensmittelhändler wegen Preistreiberei betraft worden. Unter den Angeklagten befindet sich elbst ein Bürgermeister, der feines Amtes enthoben wurde. In Paris, in den den Operationsgebieten benachbarten Norddepartements, in der Pyrenäen- aegend und im Departement Niävre macht sich eine leigende Lebensmittelknappheit bemerkbar. Die Verpflegung der in die Millionen gehenden Flüchtlinge ist nur auf gewisse Zeit gesichert. Es ist beispiellose Heuchelei, wenn angesichts die- ser Tragödie die Pariser und Londoner Zeitungen nun über die Not der Flüchtlinge in sentimentalen Phrasen jämmerlich barmen. Der Krieg Eng. lands und Frankreichs ist es, der dieses Unglück heraufbeschworen hat! Der Führer wollte die Probleme, die gelöst werden muhten bereinigen, „ohne daß Millionen von Menschen verblute- ten und Milliarden von Werten zerstört wurden . Noch am 6. Oktober 1939 nach dem Feldzug in Polen hat der Führer den Westmächten die Hand zur friedlichen Auseinandersetzung geboten. Sie haben darüber gelacht und geglaubt, den Krieg als die bessere Lösung ansehen zu müssen. Nun haben sie, was sie wollen. Daß das Volk dabei leidet, ist einzig und allein die Schuld der Plutokraten, die mörderisch den Krieg vom Zaun brachen. Mitschuldige an diesem Verbrechen sind die englandhörigen Regierungen der kleinen Staaten. Sie waren durch Worte und Erfahrungen immer wieder gewarnt. Sie wollten sich nicht belehren lassen. Es ist ihre Schuld, es ist die Schuld Englands, Frankreichs und ihrer hörigen Vasallen, wenn jetzt Hunderttausende obdachlos auf verstopften Straßen durch das Land irren. Alles Unglück und Leid, das die Vertriebenen tragen müssen, kommt allein auf das blutige Schuldkonto der Plutokratenkaste. jiegierung jiunu, uw«««» * *>---- * chende Informationen bekommen. Ich war bemüht, die Stadt nicht zum Kampfplatz werden zu lassen und bat den französischen General Duran, der mit seinem Stab und einer Kompanie vor der Stabt stand, Quartiere außerhalb zu nehmen. Der General gab mir den Rat, die Bevölkerung zu evaluieren. Zusammen mit dem Gouverneur und Lern Admiral wurde vereinbart, die Bevölkerung zum freiwilligen Räumen der Stadt aufzufordern. Die Proklamation hatte zur Folge, daß Frauen mnd Kinder die Stadt verließen. Am 16. abends kam die Nachricht, daß die Deutschen den unweit der Stadt verlaufenden Kanal «überschritten hätten. Aber an die Kapitulw rtion wurde immer noch nicht geglaubt, warum,! -kann nur der Admiral van der Stad beantworten.^ -„Am 17. früh eilte ich zu dem französischen Stad , -berichtete der Bürgermeister weiter, „em Bataillonskommandeur versprach mir, die Stadt zu schonen. Am selben Tage 13 Uhr schlugen di e ersten Granaten in die Stadt. Wir richteten telephonisch an die Königin die Bitte um Hilfe. Wahrend wir warteten, schlug G ranate um Granate in untere Stadt! Endlich kam der Bescheid, die Königin sei schon in England. Ich eilte hin- nfiki- veiik nie st- glicht ■en b nM let ich ie W irK I taiib n 'M. (PK.) Wir sind auf einer Erkundungs- ahrt in Zeeland. Mühsam erkämpfen sich nsere Kraftwagen, die alle das Kennzeichen W. M. Wehrmacht-Marine" tragen, den Weg durch das Schlachtfeld von gestern. Ein schmaler Deich, mit- rn im Ueberschwemmungsgebiet, ist unsere Straße. Sie ist zerrissen von eingeschlagenen Granaten und nit den Trümmern harter Kämpfe übersät. Zwi- hen zerstörten Fahrzeugen und Geräten liegen roch die Toten, meistens junge Holländer, die, oie sich später zeigen wird, einer Lüge zum Opfer gefallen sind. Vor uns steht eine tun fit Rauchfahne am Horizont. Es ist M i d d e l - iurg. Die letzte Stadt vor Vlissingen, seit Stunden in deutscher Hand. Die ganze Stadt ist ein Trümmerhaufen. Langsam fuhren wir durch Sttaßen, die von Nauerresten fast verschüttet sind. Die Bevölkerung hmüht sich, die immer wieder aufflammenden gründe zu löschen. Das Rathaus, eines der iltesten und schönsten in Holland, ist ausgebrannt. Wenige Häuser sind unbeschädigt. Eines toroon ist die Marinestation von Zeeland, der Sitz !»es holländischen Admirals van der Stad. Der gürgermeister von Middelburg empfängt uns in >en Räumen, die noch die Verwirrung der letzten Stunden zeigen. Er trägt eine silberne Kette um t>en Hals, das Zeichen feiner Würde. Ein Kor- »ettenkapitän der deutschen Kriegsmarine hat die Station übernommen. Er fragt den Bürgermeister, »arum in dem Gebiet Zeeland trotz der Kapitulation des holländischen Generals Winkel- mann der Widerstand fortgesetzt wurde. Der Bürgermeister Dr. van WcllrL de Bordes geschnitten von seinen Kameraden, unter tapfer- iem Einsatz der eigenen Person hielt trotz erhal- mer Erlaubnis, sich zurückzuziehen. Dem Leutnant fr Reserve Wolfgang Graf Blücher, der un- tr hervorragendem persönlichen Einsatz in unge- ümen Vorwärtsdrängen ein stark besetztes feind- jches Bunkernest nahm. Dem Major i. G. einer almschirmjägerdivision Heinrich Trettner, der rn Einsatz der Truppe mustergültig vorbereitete nd in persönlichem Einsatz bei der abgesetzten nippe die Führungsunterlagen beschaffte und die ierbindung aufrechterhielt. Dem Kommandeur einer ransportgruppe, Oberst Diplom-Ingenieur Gerard Conrad für hervorragende Verdienste bei Ährung seines Verbandes in Vorbereitung und lurchführung des Einsatzes und für vorbildliche Bukarest, 24. Mai. (Europapreß.) Alle Bukarester Blätter bringen am Freitagmorgen kurze Erläuterungen zu den am Mittwoch ergangenen Einberufungen für eine große Anzahl von Offizieren und Soldaten des Beurlaubtenstandes, lieber all wird darauf hingewiesen, daß diese Einberufungen nur für dreißig Tage gedacht seien und diese Zeit streng eingehalten werde. Die Einberufungen hätten lediglich den Zweck, die Offiziere und Mannschaften mit den neuen Kriegsmethoden und dem neuen Kriegsmaterial vertraut zu machen. Durch die Einberufungen und durch die Rückberufung der Urlauber sind etwa 300 000 Mann zum rumänischen Heer eingezogen worden, uci xjluhuc «uv v»*. — I—— —-o- - ., 1 Eine private Schätzung hat ergeben, daß Rumänien zu helfen, das ohne unsere Schuld über unsere Stadt nunmehr etwa 1,3 Millionen Mann unter den gekommen ist." Waffen hat, die «sich aus Angehörigen von mtnbe» Soweit der Bericht des Bürgermeisters von Mid- ften5 20 Jahrgängen zusammensetzen. delburg. Er hat als Holländer zu Deutschen ge- sprachen und sicher nicht das ganze Maß seiner vlCUC <ÖOI||C Enttäuschung zum Ausdruck gebracht. Aber eines 6ßr ^ÜstUNgswerte lN NeUyvrk. ist gewiß, dieser Mann hat aus eigenem Erleben ' irte Ueberzeugung gewonnen, daß sein Volk der N e u y 0 r k, 24. Mai. (Eurovapreß.) Die in Er- demokratischen ^iegführung der Westmächte Aum Wartung großer Bestellungen Der Westmächte von Opfer gebracht worden ist. A. Zell. foer Spekulation in die Höhe getriebenen Rüstungs- Änmbenanariff werte in den Vereinigten Staaten hatten am Don- feiger -üOnwenaiigrin e nerstag an der Neuyorker Börse erneut merk- auf deutsche Samiätskompagme. Hebe Kurseinbußen zu verzeichnen. Diese Berlin 24. Mai. (DNB.) Die feindlichen Lust- Baissebewegung ist darauf zurückzuführen, daß die ftreitfräfte haben sich in verschiedenen Fällen Born- Spekulation angesichts der Verschlechterung der benangriffe auf Ziele zuschulden kommen lassen, die Kriegslage für die Westmächte nordamerikamsche deutlich durch das Rote Kreuz ge kenn- Rüstungswerte m großem Umfange auf den Markt zeichnet waren. So meldet die Sanitätskompanie geworfen hat. ÄÄÄ'.'.«»“SÄ Kleine politische Uachrichle». non 150 Meter angegriffen wurde. Durch Frank beging am Donnerstag seinen 40. Ge- Bombenabwurf wurden ?ier Mann getötet burtstag. Dr. Frank wurde 1933 Zum kommissa- unb acht Mann leicht verletzt, ferner wurden die rischen Justizminister in Bayern ernannt. Kurze g esamten Sanitatsfahr z eu g e zerstö r1.1Zeit darauf wurde er Reichskommissar für Die Erneuerung der Justiz, am 19. Dezember 1934 Reichs- minifter ohne Geschäftsbereich, im September 1939 Chef der obersten Zivilverwaltung beim Oberbefehlshaber Oft und dann Generalgouverneur für Die besetzten polnischen Gebiete. Aus Anlaß des 40. Geburtstages des Generell- qouverneurs Dr. Frank führten seine Mitarbeiter (Beamte, Angestellte und Arbeiter) in der deutschen Verwaltung des Generalgouvernements eine Sammlung für das K r i e g s h i l f s w e r k des Deutschen Roten Kreuzes, durch die wett über eine Million Zloty erbrachte. Reichsstuddentenführer Dr. Scheel traf mit einer deutschen Abordnung zum Besuch der Wettkämpfe der faschistischen Studenten in Turin ein. Er wurde vom DiZesekretär der Faschistischen Partei, Dr. Mezzasoma, willkommen geheißen. <• * Auf einer Arbeitstagung des Reichsheimstättenamtes der DAF. erklärte Reichsleiter Dr. Ley: „Wir werden nach dem deutschen Siege dem deut- schen ^olk nicht mit leeren Händen begegnen, und wir werden mit derselben Aktivität, mit der wir jetzt Bunker und Kanonen gebaut haben, Sied- langen und Wohnungen bauen." * Um den vielseitigen Einsatz der Partei zur Erfüllung stacttspolitisch wichtiaer Aufgaben erfüllen zu können, hat der Reichsschatzmeister im Einvernehmen mit dem Sonderbeauftragten für die Spinnstoffwirtschaft den Bezug von Uniformen der Partei, ihrer Gliederungen und an^eschlossenen Verbände einheitlich geregelt und die Ausgabe von Uniformbezugscheinen verfügt. Hauptjchriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter be8 Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenletter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen .-Theodor Kümmel. Pl.Nr.6. Stockholm, 25. Mai. (Europapreß.) Die deutsche Offensive in Nordfrankreich hat die nördlichen Departements auf vielen Gebieten fast völlig unvorbereitet getroffen. Das brennende Problem ist nach wie vor das Los der Flüchtlinge. Selbst unter den von Staats wegen Evakuierten aus den nördlichen Grenzgebieten herrschen die unglaublich st en Zu stände. Unzählige Familien sind durch die schlechte Organisation auseinandergerissen worden. Minister Chautemps hat in einer Sitzung, an der alle Parlamentsabgeordneten der betroffenen Departements teilnahmen, ein trostloses Bild der Evakuierten geben müssen. Die Zahl der infolge der schlechten Organisation Vermißten geht in die Xau- j sende. Um den unhaltbaren Zuständen beizukommen, ist ein Nachrichtendienst für die Evakuierten in Paris geschaffen worden. Die Bevölkerung von Reims ist nach Nevers evakuiert worden. Die Einwohner von Diedenhofen sind nach ftodje- •n™ „ mit dem i^zosftchen Admi- be- nimmt bie der Wucherer und Pr ei s- ral La Font in Vlissingen telephomsch in Derbm- Leiber aufs neue mit der ansteigenden Lebens- dung. Er zeigte sich sehr verbittert, daß wir an niittelknappheit zu. Am laufenden Band berichtet Uebergäbe dachten. Die Offiziere unserer Manue- & französische Presse von Verhaftungen und Der- statton hatten völlig den Kopf verloren. Eme ®ra- |lu'd 1 1 7 * -- nate war in den Hof des Gebäudes geschlagen und hatte die Verwirrung noch gesteigert. Wieder rief ich den französischen Admiral La Font an und ragte, wie wir mit den Deutschen Kontakt nehmen ollten. Er antwortete: „Sie gehen aufs Rathaus und erwarten den feindlichen Kommandanten! Das konnte ich allerdings nicht tun, denn unser Rathaus stand nicht mehr. Um 18 Uhr hörte die Beschießung auf. Kurz darauf tarnen die Deutschen. Ein Korporaltelegraphist namens F. Mink hatte ohne Befehl sich auf ein Motorrad gesetzt, eine weiße Flagge am Beiwagen besestigt und war durch die deutsche Feuersperre bis in die deutschen Linien gefahren. Dort hat er dem Kommandan- ten der deutschen Truppen die K a p i t u l at io n der Stadt an geboten. Für uns blieb nur das Loschen der Brände und der Versuch, das Unglück lindern Karl Novak im Alter von 32 Jahren. Frau Elise Demi, geb. Muth im 53. Lebensjahre, Gießen, den 24. Mai 1940. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. 01879 Gießen, den 25. Mai 1940. sofort gesucht. 01892 01890 g. u. 2445D d. Gies;. Anz. | Empfehlungen Photo Drogen iarer Klein-Linden. den 25. Mai 1940. ver bald gesucht. 2498D Oerter, BflhöboW 161. Wilhelm Luh 2536V Lang-Göns, den 25. Mai 1940. Die Beerdigungen finden Montag, den 27. Mai, nachmittags 13.30 Uhr statt 2556 D Vertretung für Kühl-Antagen Gefl. Zuschriften erbeten unt. H.6. 9156 (2535V) an den Gießener-Anzeiget Heute verschied nach langer sclrttterer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Nach aufopferndem Leben starb am 24. Mai meine liebe Frau und meine gute Mutter Die Beerdigung findet statt: Sonntag, den 26. Mai, nachmittags 2% Uhr, vom Sterbehaus Wilhelmstraße 3 aus. AN! an Silber und Doublt auch Silbermünzen und Zahngold kauft Carl Schmidt Bahnhofstraße 10 A.G.-Nr. Ä.uC.40/11350 im 64. Lebensjahr. Am gleichen Tage verschied im Alter von 85 Jahren unser lieber Vater, Großvater. Urgroßvater, Bruder und Schwager Konrad Wilhelm Rompf, Landwirt. Die trauernden Hinterbliebenen; Katharina Luh, geb. Rompf Wilhelm Richard Luh und Familie Willi Luh und Familie Wilhelm Karl Rompf. Tod dem Hausschwamm Beseitig.auf ehern. Wege,ohneAb- bruchv. Mauerwerk, 10 j. Garant. F. A. Carl Weber, Frankfurt/Maln Sandweg 6, Gartenh. Ruf 46566 Christian Görnert, Zugführer i.R. nach langem schweren Leiden im Alter von 70 Jahren zu sich zu nehmen. In tiefer Trauer; Emma Görnert, geb. Serth Frieda Görnert Albert Jung und Frau Anna, geb. Görnert und 3 Enkelkinder. 233 x 248 großer verschlietzb. BURO-EINRJCMTUNGEN Gießen, Bahnhofstraße. 767d Wioüöjsl Bahnhofstr. 39 Telephon 2980 Im Namen aller Angehörigen: Lehrer Franz Demi, Oblt bei einer mob. Truppe Robert Demi, Unterarzt in einem Reservelazarett. In tiefer Trauer: Familie Wenzel Novak. Junge Frau sucht möbliertes Zimmer m. Küchenben., auch autzerhalb. Schr. Ang. unt. 01877 a.d. G.A. Wir kaufen gebrauchte mögl.neuwertige Kraftwagen zum Taxwert und erbitten Ihr Angebot SveIHWo Ruf 2847/48. NORDDEUTSCHE MASCHINENFABRIK G.m.b. H. 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Diese wenigen Beispiele zeigen schon, welche enge Verflechtung das Versailler Diktat auseinandertrennte. Die Stadt Eupen ist der wirtschaftliche und geistige Mittelpunkt des ganzen Kreises. Hier laufen alle Fäden zusammen, hier erscheinen die Zeitungen, hier sind die höheren Schulen. Mit ihren 13 500 Einwohnern ist die Stadt bei weitem der größte Ort des ganzen Gebietes. Eupens Blütezeit lag im 18. Jahrhundert. Es ist die gleiche Zeit, in der auch Aachen auf der Höhe seiner wirtschaftlichen und industriellen Bedeutung stand, als die Tuche aus beiden Städten in ganz Europa und weit nach Asien und Afrika hinein verkauft wurden. Die alten Eupener Geschäftsbücher berichten nicht nur von regen Handelsbeziehungen mit dem ganzen Deutschen Reich, mit den Niederlanden, mit Polen, Rußland und Italien; selbst bis zur Levante und nach Indien wurden die Eupener Tuche versandt. 1764 arbeiteten in Eupen mehr als fünftausend Tuchmacher an 340 Web- stühlen. Außerdem wurden nach 10 Walkereien und 14 Färbereien betrieben.__________________________ densritter siegreich auslöschte, so wird das heroische Sterben des Weltkrieges in diesen Wochen des Aufbruchs eines Weltvolkes zur siegreichen Auferstehung eines neuen Jahrtausends. Bei der Einnahme der holländischen Hafenstadk Rotterdam mußten die deutschen Waffen ihre harte Sprache sprechen, nachdem der holländische Befehls- Haber — fraglos in der sicheren Erwartung englischer Hilfe — die Stadt im letzten Augenblick trt Befestigung^ und Verteidigungszustand gesetzt und die Verhandlungen mit der deutschen Armeeführung hinausgezögert hatte. Unser Bild zeigt eine Barri- kadenstellung in einer Straße Rotterdams eine Stunde nach der Einnahme der Stadt. (PK.-Wiedemann-Atlantic-M.) Lieferant auch Ihrer Krankenkasse Stunde der Bewährung. Ein Soldatenbrief. Flensburg, 16.August 1914. ' Wer niemals den Ernst, den bitteren Ernst des Daseins empfand, und wiederum nie in seinem Glück alles um sich vergaß und sich als den Menschen dünkte, der hat nimmer gelebt? — Und das Bewußtsein dieser Wahrheit läßt mich so froh sein über unsere Zeit, unsere große Zeit. Sie rüttelt alles auf aus ihrem verträumten Dasein und tritt fordernd ins Haus und verlangt das Schönste. Keine Träne ändert den Lauf des Geschicks, kein Mutterherz kann ihren Sohn zurückhalten, alles reißt sie mit sich fort und stellt den einzelnen unter das Gesetz des Staates, des alles Persönliche zurückhaltenden Gesamtwillens und der politischen Gerechtigkeit. Oder sollen wir zittern um unser Sein, wenn es ein höheres Sein gilt, das alles Individuelle enthält? Bringst Du es nur unter Seufzen und Tränen fertig, das Liebste, was Du hast, zu lassen? Man sagt: „Was soll nachher werden, wenn soviel tüchtige Leute unserem Lande, der Familie entzogen werden? Muß es da nicht notwendig zurückgehen?" Richtig: Wieviel Tüchtiges, wieviel gute, edle Gedanken, wieviel Familienglück liegt tot unterm kühlen Rasen? Und doch — was würde die Antwort auf unser Seufzen sein? „Wir haben ja das Schönste im Leben erfahren; denn nicht starben wir für uns allein, für unser kleines enges Ich — wir für Euch! Darum gilt jetzt: Ihr für uns! Was wir der Welt nicht fein konnten, weil wir ihr nicht dienen durften fernerhin mit unseren Gedanken, Werken und unserer Liebe, diese große Aufgabe haben wir in Eure Hände gelegt! Doppelt angestrengt müßt Ihr arbeiten und alle Eure Kräfte zur Entfaltung bringen, wollt Ihr den Gegenwartswerten treu bleiben und das, was wir mit unserem Blute erkauft, erhalten." (Der Schreiber dieses Briefes, Karl Heinrich Steffens, fiel am 6. April 1916 bei St. Eloi in Flanderns unterscheidet er sich nicht sehr von seinen Berufsgenossen der deutschen Nachbargemeinden. Hier wie dort ist der Eifelboden karg und mehr geeignet zur Weidewirtschaft als zum Getreidebau. Hier in der Malmedyer Landschaft baut der Bauer sein Haus wie in den angrenzenden Gebieten der Eifel, die beim Reich blieben. Hinter einer haushohen Wmd- und Schneeschutzhecke aus Weißbuche errichtet er sein Gehöft. Einst kannte er nur den Fachwerkbau, das auf der Windseite fast bis zur Erde heruntergezogene Dach mit Stroh gedeckt. Heute ist das schiefergedeckte Steinhaus immer mehr an die Stelle dieser ursprünglichen Form getreten. Wie aber die Eifelbauern heute wieder mehr zur ursprünglichen bodenverwurzelten Bauweise zurückkehren und die alten Formen, den neuzeitlichen Gesichtspunkten oct Wohnhygiene und Technik angepaßt, wieder aufgreifen, so wird sich auch vielleicht einmal der Malmedyer Bauer durch dieses Beispiel anregen lassen. Für die eindeutig deutsche Haltung der preußischen Wallonei gibt es kein eindringlicheres Zeugnis als den Blutzoll, den sie im letzten Kriege dem Reiche geleistet hat. Die Verluste der Gemeinde Malmedy überschritten den Reichsdurchschnitt, und von 1200 Malmedyern, die im Felde standen, wurden 80Q mit dem' Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Schicksalsströme im Westen. Von Josef Magnus Wehner. Madame de Stael, die berühmte Schwätzerin, spottete einmal in einer Gesellschaft über die Ver- icilung der Erde: den Engländern sei das Wasser gegeben worden, den Franzosen die Erde, den deutschen aber — die Luft. Das war zur Zeit Na- p oleons und Goethes, als es noch keine Flugzeuge ; ab. Der Spott der klugen Französin ist zur Prophezeiung geworden und zum Verhängnis für oie Zesitzer des Landes und des Wassers. Das Flugzeug hat das strategische Denken in Räume ge- wungen, deren Größe vorher unvorstellbar war. Dem „träumenden" Deutschen mit seiner faustischen Phantasie blieb es vorbehalten, in Flugraumen zu senken und sich zuerst in jenen Räumen einzunch- len, deren Höhe und Weite die Herren des Wassers Lnd der Erde abschreckte und zu deren Bewältigung tlbensoviel Kühnheit wie Abstraktionsfähigkeit gehört Der Großraum des modernen Schlachtfeldes reicht «i siebentausend Meter Hohe und pferlt fünfhundert ms tausend Kilometer in die Ferne hinein. Die Beherrschung dieses ungeheuren Kraftzentrums durch ^as Flugzeug zwingt den Operationen auf dem Boden ein höchstaktives Tettipo auf, das sich m den blitzartigen Vorstößen der Panzer und in Gewal - Märschen der Infanterie entlädt. Das Heer eilt liegend über den Boden, kaum sind Einschnitte in I en" Bewegungen festzustellen, hundert Einzelhand- mnqen wirken das Bild einer einzigen, einaktigen Schlacht, an der das ganze Volk fiebernd teilnimmt; ('S ist anqesteckt von dem Glauben, daß nun alles m einem Zuge, im Flugzeugtempo, zu Ende geht. Wer stundenlang in großer Höhe im Flugzeug über die Länder fliegt, der weiß, was hier unter Abstraktionsfähigkeit verstanden ist. Das Land da drunten verliert sein Gesicht, Städte werden kleine Steinhaufen, Gebirge leise brodelnd? Steinseen, die Beschichte, ja die Erinnerung verlischt — es ist wie i.or der Schöpfung. Nur eins behalt da unten im :ibstrakten Kartenraum sein Leben: die Strome und Flüsse: an sie klammert sich das Ichwm- lienbe Gedächtnis wie an funkelnde Taue, die ihn in die Gegenwart erinnern. Aehnlich ist es in die- »em Kriege. Wer auf seiner Landkarte mit oen entstand. Malmedy, die Stadt der preußischen Wallonen, hat früher eine besondere Stellung im Reiche eingenommen. Im äußersten Westen Deutschlands hat sie einst die Wache gehalten. Obwohl sie im wallonischen Sprachgebiet liegt, ist sie immer und bis auf den heutigen Tag gut deutsch gesinnt gewesen und sieht in Deutschland ihre wahre Hei- inat. Malmedy ist Mittelpunkt eines wallonischen Gebietes, das etwa 10 000 Seelen umfaßt. Zu ihm gehören außer der Stadt noch fünf Landgemeinden. Mit großer Treue hängen diese Menschen an ihrer völkischen Eigenart. Das Wallonische ist weder Französisch noch ein französisches Platt. Es stellt eher eine selbständige romanische Sprache dar, die neben einer Reihe lateinischer und keltischer auch deutsche Lehnworte enthält. Wallonisch wird außer in der preußischen Wallonei auch in einigen Teilen Nordostfrankreichs und in der belgischen Wallonei gesprochen. Doch unterscheidet sich diese Art von der Malmedyer Mundart bedeutend. Fast jeder Malmedyer spricht außer seinem Wallonisch auch Deutsch und Französisch, so daß man hier eine eigenartige Vielsprachigkeit antrifft, die den Fremden in Erstaunen setzt. . Das Aeußere Malmedys ist ebenso wie in Eupen durch die Zeit der großen Kaufmannsfamilien bestimmt worden, die eine rege Bautätigkeit entfalteten und prächtige Patrizierhäuser errichten ließen. Die Stadt ist jahrhundertelang durch ihre Gerbereien berühmt gewesen. Das Wasser der Warchenne ist für die Lederbearbeitung besonders günstig, und so entwickelte sich hier ein Handwerk, das sich zu bedeutender Höhe emporarbeitete und rege Handelsbeziehungen mit dem Reiche pflegte. Jährlich fuhren die Malmedyer Kaufmannszüge zur Ledermef nach Frankfurt. Ihr Weg führte den Namen „Lederstraße". lieber alle wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat sich die Malmedyer Lederindustrie hallen können. Vor dem Kriege lieferte sie den größten Teil ihrer Erzeugung an die preußische Heeresverwaltung. Viele hundert Arbeiter fanden dabei Brot und Beschäftigung. Die Abschnürung vom Reich hat dieses Gewerbe dann fast vollständig zum Erliegen gebracht. Nur wenige Gerbereien arbeiten noch, die meisten sind ein Opfer der belgischen Annexion geworden ulld haben ihren Betrieb schließen müssen. Die zahlreichen zerfallenen Lederspeicher sind ein trauriges Wahrzeichen der wirtschaftlich schwer getroffenen Stadt. In den letzten Jahrzehnten hat sich in Malmedy eine angesehene Papierfabrikation entwickelt. „ ... Aehnlich wie der Malmedyer lebt der wallonische Bauer des Malmedyer Ländchens. In feiner Akt In der späteren Zeit hat die Eupener Tuchindustrie ihre europäische Deutung nicht mehr in diesem Maße behaupten können. Sie blieb aber ein blühendes Gewerbe, das erst durch die Abschnürung von Deutschland zum Erliegen gekommen ist. Das bedeutendste Eupener industrielle Unternehmen ist heute ein großes Kabel- und Gummiwerk. Daneben gibt es noch Spinnereien und einige kleinere Leder- und Filztuchfabriken, die ebenfalls unter der Ungunst der Zeit leiden. Als die Eupener Tuchindustrie im 18. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte, hat auch die Stadt ihr heutiges Gesicht erhalten. Zahlreiche Pntrizierbau- ten erstanden, die Tuchherren ließen sich prächtige Wohnhäuser und große Fabriken errichten. Das reichgewordene Bürgertum war bestrebt, seinem Ansehen und seiner wirtschaftlichen Bedeutung auch den entsprechenden Ausdruck zu geben und sich mit einer Pracht auszustatten, die bis dahin ein Vorrecht des Adels gewesen war. Die gleiche Entwicklung spielte sich in Aachen ab. Auch hier findet der Kunstfreund heute noch eine große Zahl prachtvoller Barockbauten, die vom Reichtum und Ansehen der früheren Aachener Tuchmacherfamilien zeugen. Das gibt dem Aeußeren der beiden Orte manche Aehnlichkeit, obgleich Aachen sich zu einer Großstadt von mehr als 160 000 Einwohner entwickelt hat und Eupen ein bescheidenes Städtchen geblieben ist. Die Volksart der Eupener hat sich urwüchsig und ungebrochen erhalten. Bräuche und Volkstrachten sind freilich fast ganz entschwunden, aber das Wesen der Menschen ist über den Wandel der Zeiten hinweg unverändert geblieben und mit ihm die Mundart. „Moddersprok änn Moddersang lue fin et Leve lang", sagt ein Eupener Sprichwort, und es gilt heute noch so gut wie vor Jahrhunderten, als es Noch einmal wird uns die Marne zum Verhängnis, im Juli 1918, als unser Angriff hier und in der Champagne scheiterte. Wir stießen damals auf kräftige amerikanische Divisionen, das Ende kündigte sich an, der Gegner hatte durch deutsche Plaudersucht von unseren Absichten erfahren, außerdem verstand er sich jetzt, unserem erstarrenden Angriffsschema gegenüber, auf die Ausweichetechnik. Am 12. September durchbrachen amerikanische Korps an der Maas bei St. Mihiel unsere Stellungen, damit war nach der Lys, der Somme und der Marne auch der letzte vorspringende deutsche Bogen an den Strömen eingedrückt. Dafür sah d i e 21 i s n e im April 1917 einen der glänzendsten Deutschen Abwehrsiege. Als die Franzosen, anderthalb Millionen Mann stark, nach zehntägiger Artillerievorbereitung vorbrachen, während ihre Kavalleriekorps schon zum Ritt gegen die Maas, am Chemin des Dames vorbei aufgesessen waren, verloren sie in kurzen Tagen über 61 000 Tote. Schon stehen unsere Truppen teilweise wieder in der alten Siegfriedstellung des Jahres 1917, die von Arras über St. Quentin und La Fere bis nach Laon reichte. Denkt ihr noch, ihr alten Soldaten, an die Kathedrale von Peronne, an St. Radegonde, Hall, Maurepas, Guillemont, Combles, Curlu, Maricourt? An die strohgedeckten Häuschen und die urweltlichen Schilfgebiete der Somme, in denen nachts unbekannte Vögel schrien, vom Schall der Granaten aufgeweckt? Dort blüht und grünt jetzt alles, und unvergleichlich schneller als vor einem Vierteljahrhundert schreitet der Krieg über die Flur. Auch die Ströme sind längst kein Hindernis mehr; sie haben die Kraft des Verhängnisses verloren, da ein geeintes Volk das Schicksal in seiner eigenen Brust trägt. Das Tempo der Schlacht ist von Flugstunden auf Flugminuten herabgedrückt. Und wenn manchem von uns jetzt weh ums Herz werden will, wenn die alten Namen wie Friedhofschilder vor ihm auftauchen: die Welt hat sich verwandelt, und wie das Tannenberg von 1914 das Tannenberg der Or- Truppen vorgeht, sucht zuerst die Flüsse. Diel zu rasch fallen die Städte, Landschaften und Gebirge laufen dem Heer gleichsam unter den Füßen ort, aber die Flüsse sind die ruhenden Taue, an denen sich die fliehende Front wenigstens für Stunden festhält und die auch uns gestatten, uns zu erinnern. , Das Schicksal des Weltkrieges, der schon einmal über die westlichen Ströme ging, wird uns noch einmal lebendig, indem es sich umprägt. Alte Namen verwandeln ihren Klang, werden Heller, sieghafter, stürmischer wie die Motive eines lang verklungenen ersten Satzes, die im Finale presüssimo, wiederkehren. Ja, der Weltkrieg war der e r st e A k t dieses ungeheuren Völkerdramas, m dessen letz- t e m Akt, der Auferstehung, wir uns nun befinden. Da ist der schlangengleiche Strom der Müas, der in wilden Windungen von der Maginotlinie heraufkommt und im rechtwinkligen Knick bei Namur sich ostwärts wendet. Ihm folgte schon 1914 der Vormarsch der Hauptmasse unseres Heeres: erste und zweite Armee nördlich der Maas über Brüssel—Namur, dritte bis fünfte Armee gegen die Maaslinie Namur bis nördlich Verdun mit dem Drehpunkt bei Diedenhofen. Damals fiel Lüttich erst nach zehntägigem Kampf, erst am 18. August trat die Hauptmasse des deutschen Heeres aus der Rheinprovinz her den Vormarsch an. Dinant, Gwet, Verdun, Namur, Mons — Namen von taktischem Glanz, aber ohne strategische Entscheidung, offenbarten schon das Fehlen einer starken obersten Leitung Le Cateau am 26. August sah den Sieg über die Engländer, doch hatte die Oberste Heeresleitung, durch verfrühte und übertriebene Siegesmeldungen verwirrt, schon den verhängnisvollen Entschluß ge= faßt, zwei b£t Namur frei gewordene Korps nach dem deutschen Osten zu senden. Peronne und St. Quentin, das Sommegebiet also, tauchen zum ersten Male am 29. und 30. August auf, die Armeen schwenken nach Süden gegen die Oise in Richtung Compiegne. Hier in der Sudrich- tung traf sie der französische Gegenstoß von nördlich der Marne her, der am 6. September d t e Marneschlacht eröffnete und das Schicksal des Krieges entschied — mitten aus dem französischen Rückzug heraus. m e . Schicksalsströme! Keiner der alten Weltknegs- tämpfer wird sie vergessen, die blutgetränkten Namen an den Flüssen. Chateau Thierry, Meaux, Chalons an der Marne; Compiegne, Soissons, Reims, Argonnen im Gebiet der Oise, Verdun mit den zahlreichen Friedhöfen an der Maas und gar die ldyllischen Namen der kleinen Dörfer und Städte an der Somme, die nun erneut in unser Blickfeld treten. Die Mitteilung der Besetzung von Amiens und Arras hatte in Paris niederschmetternde Wirkung. Wieder wird man in den Straßen von Paris Derteiüigungseinrichtungen sehen, wie diese von Sandlackbarrikaden umgebene Flakstellung vor dem Jnvaliden-Dorn, die zu Beginn des Krieges bereits errichtet wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Eupen-Malmedys Heimkehr ins Reich. Die Kreise Eupen, Malmedy und St. Vith sind i ficht nur politisch tausend Jahre lang deutsches ! Land gewesen, sie waren es auch in ihrer Kultur. : Die Fäden ihrer geistigen, ihrer künstlerischen und Wirtschaftlichen Beziehungen liefen hauptsächlich nach lern Osten. Man erkennt schon am Bild der Landschaft, wie eng die Beziehungen des Eupener Krei- ?s zum angrenzenden reichsdeutschen Gebiet sein nässen. Fast unmerklich geht das Aachener Land in ie wellige Wiesenlandschaft von Hauset, Raeren nd Walhorn über. Man sieht, daß die alte deutsche Stadt Aachen und ihr Vorland um die Stadt Lupen eine organische Einheit gebildet haben. Das and seinen geschichtlichen Ausdruck in der Aackener Gerichtsbarkeit, in den Besitzungen des Aachener Rünsterstiftes, das zeigte sich in der engen wirtschaftlichen Verflechtung. Die Dörfer des Eupener Kreises waren bis zur Annexion des Gebietes durch Belgien die Lieseran- len der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Aachen be- §og Butter und Milch, Käse und Obst von diesen iroßen Bauernwirtschaften, die das ganze Land -wischen der Stadt und Eupen bedecken. Inmitten !er weiten Viehweiden und Obstwiesen liegen Hun- lerte von großen und oft prächtig gebauten Bauern- höfen. Manche von ihnen sehen einer Burg ähnlicher als einem einfachen Hof, und wirklich haben liefe Bauern des Eupener Landes immer in guten wirtschaftlichen Verhältnissen gelebt. Aachen war hnen als Verbraucher ihrer Erzeugnisse sicher. Erst He Grenzziehung des Versailler Diktates schus für |ie eine Lage, Die sie in schwerste Bedrängnis brachte. Mit einem Male waren sie von der nahen Stadt abgeschnitten, sie verloren ihre Abnehmer, tnd es war ihnen nicht möglich, die Erzeugnisse ihrer Arbeit auf belgischen Märkten zu verkaufen. ! Nicht nur die Bguern des Eupener Landes leb- !en von Aachen. Tausende junger Männer zogen vor dem Kriege täglich in die nahe Großstadt und □nöen dort ihre Arbeit. Eine amtliche Denkschrift lus dem Jahre 1920 gibt an, daß 3000 Arbeiter Lus dem Kreise Eupen im Reich Beschäftigung iantien. Durch die Grenzziehung wurden sie zum c roßen Teil brotlos. Der Verkehr ist stets ein Gradmesser der Verbundenheit zweier Gebiete. Die Eupener haben vor lern Kriege nur wenig Verlangen gezeigt, sich in l-as benachbarte! Belgien zu begeben. Im Jahre 11913 beförderten die Aachener Straßenbahnen im Kreise Eupen 1 123 029 Personen, während nur 6.0 785 Personen die nahen belgischen Linien be° p.,„„.. MM mm .UXEMBVRGj öttidi Wrviers | • Aachen fMa[esnet Maastricht MEDfiUANDEe Aus der Stadt Gießen. IM Kreditaktion für die Hausbrandbevorratung währen. IM Kohlenwirtschastsjahr 1940/41. MO-Meler-Jillnwochenschau von der Westfront GemeinschastsgedankeinderWohnungswirtschast Gute Arbeit der Gemeinnützigen Baugenoffenschast 1894 Gießen. Wenn Augen versagen Magnus-Brillen, tragen! gewerblichen Verbrauchern, auch den Hausbesitzern, in entgegenkommender Weise Kredithilfe zu ge. wird. ' 1. Betriebsgemeinschaft: Die Betriebs- ührer sind aufgefordert worden, die Sicherung der Hausbrandversorgung im Kohlenwirtschaftsjahr 1940/41 durch eine entsprechende Dorschußgewährung an ihre Gefolgschaftsmitglieder zu unterstützen. Betriebsführer, die nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen, wenden sich zweckmäßigerweise an eine Bank oder Sparkasse. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, der Deutsche Genossenschaftsverband, der Zentralverband des deutschen Bank- und Bankiergewerbes haben sich namens der ihnen angeschlossenen Geldinstitute bereitgefunden, derartigen Kreditgesuchen schnellmöglichst und unter angemessenen Bedingungen zu entsprechen. 2. Familien-Unterhaltsempfänger, also Familien, deren Ernährer im Felde steht, oder die infolge der militärischen Operationen evakuiert worden sind, wenden sich — sofern sie den für die Bezahlung der Kohlen erforderlichen Geldbetrag nicht alsbald nach Lieferung aufbringen können — an die zuständige Dienststelle des Stadt- oder Landkreises, von dem sie den Familienunterhalt ausge- zahlt erhalten. Die Dienststellen erteilen ihnen eine Bescheinigung, worin sie sich verpflichten, die Rechnung des Kohlenhändlers aus den Mitteln des Familienunterhalts zu bezahlen. Die Dienststelle des Stadt- und Landkreises zahlt die Rechnung unmittelbar an den Kohlenhändler und behält den Betrag in entsprechenden Raten vom Familienunterhalt der auf die Lieferung der Kohlen folgenden drei Monate ein. 3. Die RS.-Volkswohlfahrt und die öffentlichen Fürsorgeämter werden den von ihnen betreuten Familien, im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in den Vorjahren, die Kohlenanweisungen bereits im Frühsommer aushändigen. • 4. Angehörige der freien Berufe, sowie jene Gefolgschastsmitglieder, die aus Gründen irgendwelcher Art von der Kreditaktion der Betriebsgemeinschaftennichterfaßtwurdemwenden Mit Staunen und Bewunderung steht man angesichts der neuen Filmwochenschau nicht nur vor den Waffentaten der deutschen Soldaten, sondern auch vor der Leistung der Männer an der Kamera, wie auch der Filmindustrie, die es möglich gemacht haben, uns am gestrigen Freitag bereits Ereignisse vor Augen zu führen, die zeitlich und ihrem wirklichen Geschehen nach am Anfang der Woche lagen. Der Film erreicht mit dieser Wochenschau eine Unmittelbarkeit in der Veranschaulichung der deutschen Waffentaten, die nicht zu überbieten ist. Die Filmbilder selbst führen ganz nahe heran an die Ereignisse dieses Krieges. Mit besonderem Interesse verfolgt man die ersten Bilder vom Einsatz der Fallschirmjäger und Luftlandetruppen bei Rotterdam, sieht die Fallschirmjäger, die in kürzesten Ab- tänden hintereinander aus den Flugzeugen springen und sich bereitmachen für ihre todesmutigen Aktionen inmitten des feindlichen Gebiets, ganz auf sich geteilt, so lange, bis die Panzerwaffe zu ihnen vor- stößt und die Verbindung der Fallschirmjäger und Luftlandetruppen mit der Infanterie wieder herstellt. Der Film schildert weiterhin das Antlitz des Krieges, eines Krieges, den der verbrecherische Wahnwitz der Feindmächte heraufbeschwor und sie nun mit aller Verantwortung belastet. Man sieht Rotterdam in Flammen, sieht die Zerstörungen, die über die Stadt kommen mußten, da sie, so wie Warschau, zur befestigten Stadt gemacht worden war, sinnloserweise, wie sich erwies, denn die Stadt vermochte In der Wohnungswirtschaft in Gießen steht die Gemeinnützige Baugenossenschaft 189 4 an hervorragender Stelle. Ihre Aufgabe als Genossenschaft zur Beschaffung von gutem Wohnraum bei starker Betonung des sozialen Gedankens und der weitreichende Umfang ihrer bisherigen Leistungen im Wohnungsbau geben ihr eine Bedeutung, die weit über den Durchschnitt sonstiger genossenschaftlicher Betätigung hiüausragt. Zwar ist jetzt im Kriege die Bautätigkeit der Genossenschaft eingestellt, aber die Planungen für die Zukunft sind von so erheblichem Ausmaß, daß sie als ein verheißungsvolles Zeichen für den gemeinnützigen Arbeitswillen und für die wirtschaftliche Kraft dieses Gemeinschaftsunternehmens anzusehen sind. Diesen Eindruck gewinnt man bei einem Blick in den Geschäftsbericht 1939 der Gemeinnützigen Baugenossenschaft, der am kommenden Samstag die Jahreshauptversammlung beschäftigen wird. Aus diesem Bericht ist die Absicht zu erkennen, schon jetzt alle vorbereitenden Arbeiten für ein Bauprogramm auf lange Sicht zu leisten, an dessen wichtigster Stelle die Errichtung von Arbeitersiedlungen steht, damit nach der Wiederaufnahme der Wohnungsbautätigkeit diele Pläne alsbald verwirklicht werden können. Gegenwärtig hat die Geofsenschaft einen Besitz von 40 Mehrfamilienhäusern mit 183 Wohnungen, ferner das dem Ansturm der deutschen Waffen, der Angriffs, kraft der deutschen Luftwaffe noch keine Stunde zu widerstehen. In den Verbänden des Heeres hat auch die Leibstandarte Adolf Hitler an Erfolg und Sieg starken Anteil; die Männer der Leibstandarte kämpfen in vorderster Front. In vielen Bildern sieht man die Panzerwerke der Festung Lüttich, wie auch der Maginotlinie bei Sedan, über die der Sturm hinweggebraust war und sie in hoffnungsloser Zerstörung zurückließ; man sieht die vorrückenden Kolonnen der Infanterie auf ihren strapazenreichen Märschen, verfolgt die An- griffe der Panzer und erlebt tn eindrucksgewaltigen Bildern die Vernichtung der feindlichen Panzer, die in großer Zahl im Gelände liegen. Auch die deut« schen Flieger hatten oftmals den Kameramann neben sich sitzen, und so gestattet der Film auch die Anschau, ung ihrer großen Leistungen. Roch viele andere Szenen aus dem ungemein vielfältigen Geschehen dieses Krieges sind festgehalten. Mit Schrecken und Abscheu verfolgt man die Bilder, in denen gezeigt wird, welches Menschenmaterial an •• Hilfsvölkern aus Afrika Frankreich „zur Verteidi- gung der europäischen Kultur" aufgeboten hat. Dank dieser großartigen Wochenschau vermag auch die Heimat,dem Kriegsgeschehen in klarer Borstel- lung zu folgen, mit heißem und dankbarem Herzen fühlt man sich neben den Soldaten, die mit dem Einsatz des eignen Lebens unsere Heimat vor der Härte des Krieges schützen. H. L. Neuner. Eigentum von 95 Einfamilienhäusern aufzuweisen. In diesen Häusern befinden sich 9 Wohnungen bis zu 3 Räumen einschl. Küche, 207 Wohnungen bis zu 4 Räumen einschl. Küche, und 62 Wohnungen bis zu 5 und mehr Räumen einschl. Küche; dazu kommen die üblichen Nebenräume, außerdem konnte den meisten Mietern noch je ein Stück Gartenland zum Teil bis zu 300 Quadratmeter zugeteilt wer- den. Aus den Angaben über die Mitgliederbewegung — am Ende des Geschäftsjahres 1939 zählte die Baugenossenschaft 528 Mitglieder mit 604 Anteilen — ist hinsichtlich der sozialen Gliederung ersichtlich, daß von den Mitgliedern 93 Angestellte, 188 Beamte, 97 Arbeiter, 24 Angehörige der freien Berufe, 37 Witwen und 89 Handwerker und Ge- werbetreibende waren. Aus dem Jahresabschluß für das Jahr 1939 ist bei dem Vermögen ersichtlich, daß die bebauten Grundstücke mit 2 170 130,38 RM. in der Jahresrechnung stehen. Als sonstiges Umlaufsvermögen sind u. a. 72 393,80 ^KM. aufgeführt, von denen sich, sofern sie finanziell nicht m der Lage sind, die ihnen angebotenen Kohlenmengen abzunehmen, an eine Sparkasse bzw. Bank zwecks Aufnahme eines Darlehens. Der Sparkassen- und Giroverband, der deutsche Genossenschaftsverband und der Zentralverband des deutschen Bank- und Bankiergewerbes haben sich namens der ihnen angeschlossenen Institute bereit erklärt, die Darlehnsanträge bevor- zugt und beschleunigt zu behandeln und zu bearbeiten. 5. Gewerbliche Verbraucher, Anstalten und Hausbesitzer. Durch die Bevor- ratungsaktion werden auch die sogenannten „nichtmeldepflichtigen" gewerblichen Verbraucher erfaßt, wie Schlachthöfe, Betriebe des Gaststättengewerbes, Badeanstalten, Warenhäuser, Landwirtschaften, Krankenhäuser und Erziehungsanstalten. Sowohl der Deutsche Genossenschaftsverband, als auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband und der Zentralverband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes haben sich verpflichtet, den vorgenannten Der Sachbearbeiter der Reichsstelle Kohle machte über die Kreditaktion für die Hausbranübeoorra- tung bemerkenswerte Ausführungen, denen wir folgende Einzelheiten entnehmen: Der Reichskohlenkommiffar hat für das Kohlenwirtschaftsjahr 1940/41 eine Reche von Maßnahmen «rn, die den Kohlenbedarf der Wehrmacht, irtfchaft und der Haushaltunaen sicherstellen wird. Mit der Anordnung vom 3. April 1940 hat er daher Anweisungen getroffen, die nicht nur jedem Hausorandverbraulyer jene Mengen Brennstoff ichern, die ihm zustehen, sondern auch den Verbraucher zu jener Dorratswirtschaft zwingen, die tm Interesse unserer Kriegführung als unbedingt notwendig erachtet werden muß. Die jedem Verbraucher im Kohlenwirtschaftsjahr 1940/41 zustehende Kohlenmenge ist bis zum Herbst von der Grube über den Händler zum Verbraucher zu schaffen und von diesem abzunehmen. Brennstoffbezieher, die die ihnen angebotenen Mengen lagern können und sich der Abnahmepflicht entziehen, verwirken jeden weiteren Anspruch auf Brennstoffmittel. Deutschland lebt im Kriege: Sowohl der Reichs- kohlenkommissar als auch die Organe des Verkehrswesens können nur kurzfristig disponieren. Die Händler und die Verbraucher müssen daher damit rechnen, daß ihnen zu einem unvorhergesehenen Zeitpunkt Kohlenmengen geliefert werden, die dem ofortigen Abnahmezwang unterliegen. Hieraus ergibt sich für die Kohlenbezieher die Pflicht, rechtzeitig die Geldmittel bereitzuhalten, die sie zur Bezahlung der angelieferten Kohlen benötigen. Der Kohlenhandel ist bei der großen Anzahl der von ihm betreuten Kunden und dem Umfang ber von ihm ausgelieferten Mengen angesichts feiner eigenen Verpflichtungen gegenüber den Vorlieferern nicht in der Lage, zahlungsschwachen, -unfähigen oder unwilligen Verbrauchern Kredit zu gewähren. Andererseits kann es einem Teil der Verbraucher nicht zugemutet werden, unvermittelt größere Geldbeträge zu verausgaben, die sie für ihren Lebensunterhalt oder zur Aufrechterhaltung ihrer Betriebe dringend benötigen. Der Reichskohlenkommiffar hat es daher für feine Pflicht gehalten, die damit verbundenen Fragen der Geldbeschaffung zu klären. In Zusammenarbeit mit den Dienststellen der Partei, den interessierten Ministerien, Vertretern der Wirtschaft und der Geldinstitute konnte eine Losung gefunden werden, die allen Bedürfnissen der Produktion, des Handels und der Verbraucher gerecht Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast, Seltersweg: 11 Uhr Wochenschau, Sondervorstellung „Neueste Usa-Ton-Woche" und „Die Bauten Adolf Hitlers"; 13.30 Uhr: Sonder- Vorstellung „Brennende Wildnis" und „Neueste Ma- Ton-Woche"; zu den bekannten Zeiten „Liebesschule". — Oberhessische Viehversicherungsanstalt: 14.30 Uhr im „Burghof" ordentliche Mitgliederversammlung. Gießener Sonzerk-Verein. Das Solistenkonzert der ausgezeichneten Cellistin Ilse B e r n a tz und des bekannten Frankfurter Pianisten Georg Kuhlmann ist nunmehr au Donnerstag, 30. Mai, an Stelle des ursprünglich vorgesehenen vierten Orchester-Konzertes festgelegt worden. Das abwechslungsreiche Programm nennt u. a. Werke von Eccles, Beethoven, Schumann, Reger, Smetana und R. Strauß. Das Konzert findet in der Universitäts-Aula statt. HHeinWaf! M KM öut® We Wir machen darauf aufmerksam, daß morgen, Sonntag, den 26. Mai, wiederum eine Stadtführung unter Stadtbaudirektor Gravert statt, findet. Treffpunkt 10 Uhr Kirchenplatz. Unkosten- beitrag 20 Pf., Militär 10 Pf. 2553V Waldwanderungen. Wenn jetzt die Sonne strahlend am Hirnpiel steht, wenn ringsum auf Wiesen und an den Hecken Blüten über Bluten prangen, bann können wir nicht zu Hause bleiben. Wir wollen die Natur erleben, wir wollen die Blütenpracht da draußen in vollen Zügen genießen, und deshalb wandern wir. Uns Deutschen sitzt ja die Wandersehnsucht im Blut. Wir müssen immer wieder einmal hinausziehen in die schone Natur, auf Wegen, die abseits von der großen Landstraße durch anmutige Täler und fülle Dörfer führen, und die Reize der Landschaft in uns aufnehmen. So ist uns das Wandern zur inneren Notwendigkeit geworden. Nichts aber erquickt uns mehr als eine Wanderung durch den deutschen Wald. Wer einmal längere Zeit fern von der Heimat in einem Lande gelebt hat, das keinen Wald besitzt, der weiß erst, was uns der deutsche Wald bedeutet. Die grenzenlose Liebe bricht dann in unferm Herzen hervor, und eine Sehnsucht durchzittert uns, wenn mir in der Ferne an unfern Wald denken. Glücklich der, dessen Heimat von WäDern umgeben ist! Täglich kann er auf kurze oder längere Entdeckungsfahrten gehen und dem geheimen Weben des Waldes lauschen. Und so treibt uns auch die Sehnsucht in diesen ernsten und doch so großen Tagen hinaus in unfern Wald. Die erhabene Ruhe und die feierliche Stille, die uns dort umfangen, legen sich lind und weich wie eine Mutterhand auf unser Denken und Fühlen. Staunend schauen wir die Pracht des jungen Waldes. Vom Frühling wachgeküßt entfalten sich die zarten Blätter der Laubbäume, aber auch die Ton- nen und Kiefern haben ihre hellen Kerzen aufgesteckt, und in allen Zweigen und Büschen jubiliert es. Die Vögel singen ihre Liebeslieder ... Stumm versunken bleiben wir auf einer Wald- wiese stehen und schauen hinauf zum tiefblauen Himmelszelt. Einzelne weiße Wölkchen ziehen langsam ihre Bahn. Im Wiesengrund leuchtet die Blütenpracht. Ganz leise rauschen die Blätter der Buchen, aber die Düfte von Bäumen und Blumen erfüllen betäubend die Luft. Hier unter hohen Säumen zu rasten, das bringt Kräftigung. Wie Balsam bringt diese geheimnisvolle, zauberhafte Waldesruhe in unser Herz. Einige Stunden im Frühlingswald helfen uns mehr als alle Zerstreuungen, denn das eigentlich Erhaltende in der Natur ist die Ruhe. Auch im Menschenleben sollte es so sein. Dort im Walde legt sich unsere Ungeduld, unser Eifer. Wir werden still und lauschen wie Kinder auf das leise Rauschen der Bäume ... Da hören wir plötzlich das Summen eines Motors. Dort hinter den weißen Wölkchen sehen wir das herannahende Flugzeug, und wir stehen wieder im großen Geschehen der Zeit. Wir können noch hinauswandern in unsere Wälder, wir können uns an der Schönheit der Landschaft erfreuen; denn eine starke Wehr schützt unsere Heimat. Dieses Flugzeug Da oben zwischen den Wolken, dem jetzt noch zwei weitere folgen, gibt uns die Sicherheit, daß unser Führer und unsere unvergleichliche Wehrmacht immer für unfern Schutz Sorge tragen werden. Dankbar winken wir hinaus zum Himmel und freuen uns der großen Vogel. Der Wald gab uns neue Kraft und Zuversicht. Still beglückt wandern wir unserm Heime zu. H. Bornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebesschule". — 16 Uhr: Sondervorstellung „Brennende Wildnis" und „Neueste Ufa-Ton-WoHe." NS -Irauenfchast/Frauenwerk. Das offene Singen der Jugendgruppe der NS.. Frauenschaft, zu dem alle Frauen eingeladen sind, findet am Montag, 27.5., 20.15 bis 21.30 Uhr am Schwanenteich statt. Heil Hitler! L. Hummel. * Am 30. Mai beginnt vom Mütterdienst im Deutschen Frauenwerk ein Kurs für häusliche Kranken, pflege. Beginn 20 Uhr in der SA.-Standarte 116, Landgraf-Philipp-Platz 2. Mitte Juni beginnt wieder em Nahkurs des Mütterdienstes. Anmeldungen Frankfurter Straße 1. MM «Waffen,LM? Homtm von Martina LckariHelm (Schluß.) Aber da ist schon wieder der bedächtige Vater dazwischen und sorgt dafür, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. „Nein, nein, das gibt’s nicht, Konkurrenz oder so! Auch das bringe ich in Ordnung. Familienaktiengefellschaft, damit Erni und Rudolf auch was davon haben! Ach Erni! Wo ist denn eigentlich Erni?., Sie geht zwischen den beiden Brautpaaren etwas hilflos und überflüssig hin und her, hat nirgends ricytigen Anschluß. „Na, Erni, hat er geschrieben?" fragt Jutta augenzwinkernd. Erni mtrb rot. „Erni, wann kommt er denn?" Erni errötet noch mehr. „Erni, hast du dir das auch richtig überlegt? So weit fort und in diese Einsamkeit! Da gibt es nichts von Kino in Weißenberg oder Eisschleckern in Bautzen!" „Euer dummes Gerede!" braust Erni auf. „Ich weiß schon, was ich tue!" Alle lachen, und Jupp sagt: „Furchtbar mit eurer Derloberei! Schließlich wird man noch angesteckt!" „Bursche, ich hab' dich neulich gesehen!" fällt es Rudolf ein. „Deine Stenostunde wurde wohl ausnahmsweise im Bautzener Stadtpark ab geh alten? Deine Flamme schien auch nicht sehr schuleifrig zu sein." Es ist ein wahres Glück für Jupp, daß man gerade an der Stelle angelangt ist, wo Jutta sagen kann: „Hier soll nun also unser wackerer Friedrich- Karl beigesetzt werden!" Ein schöner Platz, Blick ins freie Land, ein kleines Wiesenrund von Fichten umgeben. Jupp ist über die Ueberführungsfeier schon im Bilde. , „Ganz große Sache wird das! Am 14. Oktober, am Tag der Schlacht von Hochkirch, findet sie statt. Für Glathe-Gustav, der die Rede halten will, habe ich schon Bücher aus der Stadtbücherei besorgen müssen. Das Bläserorchester von der Feuerwehr wird den Chopinschen Trauermarsch, später den Fride- ricus spielen. Prima wird das!" Aber Jupp hat noch mehr Neuigkeiten zu berichten. „Sie sagen alle im Dorf, es käme sogar ein General aus Dresden! — Ältta", er hängt sich dann tm Weitergehen an den Arm seiner Schwägerin, die er besonders schätzt, „nicht wahr, wir gehören doch nun ganz zu deiner Familie!" Jutta versteht erst nicht. „Na ja, weißt du, damit wir vorn stehen' bei der Feier, ich mochte den General richtig sehen. Man kann nicht wissen, ob nicht einer von Der Ufa filmt. Ich habe jetzt gerade die Schnur bekommen — als KameradschaftHsührer." Jutta lacht hell auf. „Natürlich, Jupp, gleich neben Tante Ottilie stellst du dich, damit du auch richtig in der Wochenschau zu sehen bist!" Ist ein Morgen je so schön gewesen? Jutta drückt Rudolfs Arm fest an sich. „Du, war es nicht richtig, daß wir sie alle abholten?" Rudolf findet fcs sehr richtig, ja, es ist wie eine Erlösung, dieser mittägliche Gang über den Berg, dieses Plänemachen, dieses Wandern, gleichsam in die Zukunft hinein. Der Himmel lacht noch immer in Reinheit und strahlender Sonne. Sie scheint auch über das Gelände, das nun bald für die Baustelle der Autobahn abgesteckt wird. Bald wird sich der Bagger ins Land fressen, bald werden kleine, bunte Buden auf dem Erdwall stehen. Schienen werden gelegt werden, und eine kleine Feldbahn mit einer Reihe Kipploren wird hin und her fahren. Sticht man dort nicht schon die Grasnarbe, den Mutter- hoben, den man bann wieder für die Bepflanzung des Mittelstreifens braucht? Auch an die Baume Iwird man nun bald gehen, man wird versuchen, sie zu versetzen, aber dort drüben, auf diesen saueren Wiesen wird ein neuer Park entstehen. „Jutta zeigt hinüber. „Und brühen, am Ende unseres Parks, jenseits nach Bautzen zu, wo das alte Gartenhaus steht, spendiere ich noch einen Picknickplatz. Die Autowanderer sollen einen guten Eindruck von Plessen-Roda mit in die Welt hinaus- nehmen!" Vater Gräfe ist mit allem restlos einverstanden. Ja, er ist sogar begeistert! Welche Wandlung! Und nun gehen sie genau wie damals die Freitreppe hinauf nach der Säulenhalle des Schlosses. Jupp wäre am liebsten sofort ins Leutehaus abge- fchwenkt, aber Rudolf erwischt ihn noch. „Erst mal 'hier geblieben, Bursche, verstanden?" Ja, und nun wird der Gräfevater wieder so merk- würdig befangen, diese Halle, diese pompöse Treppe, das ist doch nichts für ihn. Aber Jutta nimmt ihn an den Arm. „Komm, Vater, wir zwei, wir machen den Anfang." Oben steht Tante Ottilie, sie streckt die Hände so freundlich zum Willkommen entgegen. Ja, sie nimmt nun Gräfes Arm und läßt sich von ihm in den blauen Salon führen — jawohl, in denselben Salon, den er damals mit schmetterndem Krach verlassen hat. Der Gedanke daran ist natürlich ungemütlich. Vater Gräfe zieht verlegen die rechte Schulter hoch und tritt unruhig von einem Bein aufs andere. Aber da ist ja bas Fräulein Schmidtchen und da sind ein paar Plessensche Verwandte, die ihm freundschaftlich die Hand schütteln. Fräulein Schmidtchen kann freilich nicht umhin, zu vermerken, wie jetzt die Sonne, dieses freundliche Gestirn, wieder so heiter über Gräfehof und Schloß scheine und alles häßliche Gewölk vertrieben habe. Aber sonst ist alles, was sich zugetragen hat, wie ausgelöscht. Eine Freude ist es, zu sehen, wie sie alte mit blanken Augen im Kreise stehen und sich anlachen; besonders Hermann Gräfe ist. so gar nicht wiederzuerkennen. Tante Ottilie sagt ein über das andere Mal: „Wie reizend, welch ein schöner Tag!" Aber Hermine Schmidtchen, die so gerne auch dem leisesten Schatten nachspürt und einen so trefflichen Spürsinn besitzt, wenn irgend etwas noch nicht in Ordnung ist, bemerkt mit bedauerndem Unterton: „Unser liebes Fräulein Erni ist ein wenig schmal geworden und hat dunkle Schatten unter den Augen!" Und seufzend fährt sie fort: „Es ist ja auch keine Kleinigkeit, einen Schatz in einer Gegend zu wissen, wo manchmal noch Wolfe um die Gehöfte streichen." Dieser Jupp, der wahrscheinlich niemals gute Sitten lernen wird, lacht dröhnend, als wenn er allein auf der Welt wäre. Aber Jutta lacht auch. Sie nickt Erni mit verschmitztem Gesicht ZU. „Schreib' ihm mal lieber ab, (Erni! Schlag' ihn bir aus dem Sinn und bleibe in Roda, wo es garantiert keine Wolfe gibt!" Auch Lena lacht Erni an, und der Große auch, alle haben sie so etwas Rätselhaftes im Blick. Was haben sie denn nur? Erni hat keine Zett nachzudenken, denn jetzt offnen sich die Flügeltüren zum Speisesaal. Blitz-Jo- Hann steht da mtt unendlich feierlicher Miene. Jupp hat schon die Nase gehoben und unauffällig, aber stetig Richtung auf die Tür genommen. Da stellt Jutta sich mit ausgebreiteten Armen davor. „Halt, einen Augenblick noch! Hermine Schmidtchen hat ganz recht, es ist noch nicht alles Jo, wie es sein müßte in unserem Kreise. Es soll sich aber keiner mit Schatten unter den Augen an meinen Hochzeitstisch setzen!" » Sie winkt jemandem, der noch verborgen ist, zu. Tut sich der Himmel auf, (Erni? Nein, Zusehen darf man eigentlich nicht, wie die zwei, Erni und Gottfried, sich begrüßen, obwohl einem dabei das Herz aufginge vor Mitfreude. Hermine Schmidtchen hat wieder das Wort. „So viel Glück auf einmal? Mir graust vor der Gotter —" Weiter kommt sie nicht, denn Jutta hält ihr den Mund zu: „Wir werden schon dafür sorgen, daß wir das Glück verdienen, wir Gräseleuter Sehr stolz hat Jutta Plessen gesprochen.. Und nun ist es endlich so wett, daß Blitz-Johann sagen kann: „Die Suppe ist aufgetragen! IS anderen Gründen nicht mehr der angegebenen ielbpoftnunrmer zugeteilt sind, müssen an die Ab- Kampf gegen den Kartoffelkäfer. wenigen Angeklagten er- Gsfängnis, zwei an- ■11 rechnen. Schützt Jeldpostfendungen vor dem Verderb. Die heimische Landschaft, die sich jetzt 311 schönster Frühlingspracht entwickelt hat, gibt mehr als je Anlaß, Ruhe und Erholung vor der Stadt zu suchen. Zur Landschaft gehört auch die Tierwelt. Wir haben, um einmal einen Ueberblick geben zu können, Herrn Dr. Kessel vom Zoologischen Institut unserer Universität über die verschiedenen Tiervorkommen in unserer engsten Heimat befragt. Das Ergebnis der Unterhaltung ist in nachstehenden Zeilen festgehalten. hielten zwei je vier Monate C , v dere je drei Monate, einer sieben Monate und eine Angeklagte vier Monate. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten W. aus Gießen wurde aufrechterhaltem Zahlreiche Feldpostsendungen mit Liebesgaben an mpfänger, die versetzt, verwundet, vermißt oder lltf das vornehme ,067D Familien-Cafe in Gießen hören. Man sieht also, unsere Heimat ist reich m ihrer Tierwelt. Es lohnt sich, auf Spaziergängen aufmerksam zu sein und damit das Erlebnis eines Ausfluges zu vertiefen. N. Platzkonzert vor dem Liebigbau. Am morgigen Sonntag von 11 bis 12 Uhr wird iin Musik ko rps der Wehrmacht auf dem Platze vor (em Liebigbau (Alte Klinik) wiederum ein Platz- iOnzert geben, zu dem die Bevölkerung unserer Stadt herzlich eingeladen ist. Leseholzfammeln bis Ende Juni verboten gen und nutzt der Gefamtwirtschast wei^r durch Vermeidung von Lagerverlusten beträchtlich. Zieichsjugendwettkampf heute morgen begonnen. tatkräftig unterstützt. Gießener Dochenmarktpreise. * G i e ß e n, 25. Mai. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,80 RM., Mtktte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, gelbe Rüben, Vi kg 15, rote Rüben 15, Spinat 15 bis 20, Spargel 38 bis 68, Unterkohlrabi 8, Erbsen 30, Zwiebeln 15 bis 17, Rhabarber 13 Rpf., Feldsalat 1,20 RM., Aepfel, kg 45 Rpf., Tauben, das Stück 50, Salat 10 bis 30, Salatgurken 60 bis 75, Oberkohlrabi 25 bis 30, Lauch 5 bis 15, Rettich, das Bund 40 bis 55, Radieschen 10 bis 15 Rpf. Strafkammer Gießen. Am gestrigen Freitag hatten sich die Wilhelmine Wenzel aus Gießen wegen gewerbsmäßiger Abtreibung und sechs weitere Angeklagte — Frauen und Männer aus Gießen, Münchhausen, Frank- jMj kann man beim Wehen Oerßerufsroäfche sparsam gebrauchen. 1 Daher reicht bei normaler ßefchmutjung für 5 «Eimer Wafler> Heimische Tierwelt in Wasser und Lust Eine zoologische Exkursion rund um Gießen. Rach einer Anordnung der Hessischen Landesregie- rung ist im Hinblick auf die Setzzeit des Wildes im Rai und während des ganzen Monats Juni das Sammeln von Leseholz in allen Waldungen vertaten. Rach dem Ablauf dieser Sperrfrist dürfen nur m___- OAtAknfi fnrnmplrt hip VON dkM AU5 merkwürdige Weist. Wiederum im BergwerkswaD, der geradezu ein Dorado für diese Art Tierwelt ist, kann man den melodischen Ruf der Unke Horen. Es handelt sich dabei um die gelbbauchige Unke; die rotbäuchige Art ist bei uns noch nicht gesehen worden. t Ä , Reben Molchen, Frösche» und Kröten gibt es aber auch noch anderes Getier, das manchem Volksgenossen sympathischer erscheinen mag. Die lebhaft bunte Zauneidechse ist hinlänglich bekannt. Auf Waldwegen und Waldblößen begegnet man der bräunlichen, gedrungeneren, kleineren Berg- eidechse. Die Smaragdeidechse kommt bei uns nicht vor. Die Blindschleiche, die ebenfalls zur Familie der Eidechse» gehört, wird öfter ge- Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. Z Albach, 25. Mai. Am heutigen Samstag, 25. Mai, kann der Gastwirt und Landwirt Wilhelm Heinrich Lauer in guter Gesundheit seinen 7 0. Geburtstag begehen. Dem Jubilar unsere herzlichen Glückwünsche. Kreis Büdingen. h Schotten, 23. Mai. In einer großen öffentlichen Kundgebung sprach am gestrigen Abend irt der dicht besetzten Turnhalle Reichsredner Pg. Langeheine zur politischen Lage in_fesselnden Ausführungen, die reichen Beifall auslösten. Mit musikalischen Vorträgen und Darbietungen des BDM. war der Vortrag umrahmt. — *Reun ver- dienstvolle Arbeitskameraden, die lange Zeit am Westwall beschäftigt waren, wurden in einer schlich- furt a. M., Höhr-Grenzhausen und Velbert — wegen Beihilfe bzw. Anstiftung zur Abtreibung und wegen dieser Straftat selbst vor der Strafkammer in Gießen zu verantworten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der Staatsan- walt beantragte gegen die Wilhelmine Wendel eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren und Abertc nung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von 5 Jahren, gegen die übrigen Angeklagten Gefängnisstrafen von drei, vier, fünf und sechs Monaten. Das Gericht verurteilte die Hauptangeklagte Wenzel zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten, abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft, ferner wurden ihr die bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von 5 Jahren aberkannt. Von den übris sehen Mit Schlangen ist unser Heimatgebiet sehr spärlich versehen. Giftige Schlangen gibt es weit und breit nicht! Die Kreuzotter ist hier kaum zu Hause. Ringelnattern auch nicht. Bei Braunfels und bei Birkenfeld sind Ringelnattern bekanntere Erscheinungen. In der Nähe unserer Stadt, im Steinbruch an der Hardt, am Hangelstein auch, kann man, wenn auch nicht etwa häufig, der sehr beweglichen und jähzornigen Glattnatter begegnen. Zornig zischt sie den Störenfried an, der ihr überraschend in die Nähe kommt; sie beißt auch, aber ihr Biß ist leicht und ungefährlich. Gewandt schlängelt sie sich durch das Geäst der Straucher. Mit einigem Interesse wird man ferner hören, daß es bei uns die verschiedensten Arten von Fle- dermäusen gibt. In stattlicher Schar haust im Stadt- kirchenturm die Mausohrfledermaus; Langohrfledermaus, Wasserfieber- mausund Zwergfledermaus sind da und dort anzutreffen, aber schwer zu beobachten. Als Schädlings- und Jnsektenvertilger sind sie, dank ihrer beispiellosen Gefräßigkeit, sehr nützlich. In diesem Zusammenhang sei noch von einigen interesianten Vögeln gesprochen, die entweder hier nisten, oder aber auf dem Durchzug hier Aufenthalt nehmen. Unweit unserer Stadt nistet zum Beispiel der große Raubvogel, der Rote Milan. Auch der Schwarze Milan ist hier schon gesehen worden. Bussarde gehören zur alltäglichen Erscheinung. In einem Wiesental im Südosten der Stadt kann man den Habicht stoßen sehen. Im Tal der Lahn und an der Wieseck erscheint immer wieder der elegante stahlblaue Fischreiher. Schon ist es, die Wiesecker Störche fliegen zu sehen. Im Heidenturm des Alten Schlosses haust der Steinkauz. Im Philosophenwald, an der Grünberger Straße und im Schiffenberger Wald kann man den W a l d k a u z hören. In Wald und Feld fällt die Bekassine ein. An der Hardt kann man das Rebhuhn aufscheuchen und wird über seinen aufgeregten plötzlichen Ruf erschrecken. An der Hardt, an der Badenburg und bei Annerod sieht man den Fasan. In den Wiesen hinter dem Amtsgericht und in den Eichgärten gibt es den Wachtelschlag zu hören. An anderer Stelle, die hier aber nicht verraten sei, schlägt sogar eine Nachtigall. An der Lahn wurden schon Fischadler ge- ■ sehen, die auf ihren Reisen hier Station machten. , Jährlich zu bestimmten Zeiten erscheinen die K r a - • niche über unserer Landschaft. Als vor einiger , Zeit einer dieser großen Vögel beim Elektrizitäts- : werk gegen eine Stromleitung geriet, gingen in t einigen nahen Dörfern die Lampen aus. Das stolze ‘ Tier wurde mit gebrochenen Flügeln in das Zoolo- . gische Institut gebracht. An der Lahn kann man zur : Zeit den Z w e r g t a u ch e r und den Eisvogel sehen, als Wintergäste erscheinen Spieß- und Schellnenten sowie auch Saatgänse, die meist und fälschlich im Volksmund „Schneegänse" genannt werden. Ringel-, Hohl- und Turteltauben lassen sich in Wäldern und in Gärten Die ganze Gießener Hiller-Jugend tritt am heuti- gen Samstag und am morgigen Sonntag zum Reichsjugendwettkampf an, durch den jeder Junge und jedes Mädel herausgefordert wird, körperliche Leistungsfähigkeit zu beweisen. Ju^madel und Pimpfe traten heute morgen an, Mädchen des BDM. und Hillerjungen folgen. Schon gegen 8 Uhr trafen die ersten Jungmadel zum Wettkampf auf dem Universitatssportplatz em. Scharweise rückten sie im Laufe des Vormittags nach und legten ihre Hebungen ab, die von leoem Mädel und von jedem Pimpf bestritten werden mußten. Für die jüngsten Jahrgänge waren Ballweitwurf, ein 60-Meter-Lauf und Weltsprung verlangt. Mit großer Freude beteiligen sich bie Mao, chen auf dem frischgrünen Rasen des Universttats- sportplatzes an dem Wettkampf und mit großer Aufmerksamkeit wurde jeweils das Abschneiden der Konkurrentinnen verfolgt. Insgesamt sind 180 Punkte zu erringen, und der Ehrgeiz aller geht darauf hinaus, diese Höchstzahl zu erreichen. Es wird nicht allen gelingen, aber der gute Wille, es zu er- reichen, will den tieferen Sinn dieses Wettkampfes der deutschen Jugend darstellen. Die Pimpfe trafen sich auf dem Mto.-Sportplatz am Hegstrauchweg und auch dort entwickelte sich schon in der frühen Morgenstunde ein lebhafter -VUIUC UV UIIUIUU I------ I . tung von Haken, Stricken usw. zum Um- oder Ab- i>eißen von dürrem Holz und die Anwendung von Lägen und ähnlichem Werkzeug oerboten. Wer c egen diese Bestimmungen verstößt, hat mit Strafen Betrieb. Fähnlein um Fähnlein rückte auf den Platz nach und stellte sich zum Wettkampf. Aus Anlaß des Reichsjugendwettkampfes ist die Schule für heute morgen ausgefallen, fo daß sich tatsächlich die ganze Gießener Jugend der sportlichen Betätigung widmen kann. Die Kämpfe werden im Laufe des heutigen Nachmittags und morgigen Sonntags ortgesetzt. Gammelt Wildpflanzen! Das Hauptamt für Volksgesundheit in der Reichsleitung der NSDAP, und die ihm angeschlos- ene Reichsarbeitsgemeinscbaft „Ernährung aus dem Wald" leitet in Zusammenarbeit mit dem NSD.-Aerztebund und dem NS.-Lehrerbund eine großzügige Sammelaktion in die Wege, die alle wildwachsenden Naturprodukte, wie Wildgemüse, Pilze, Beeren für das deutsche Volk nutzbar machen soll. Wald und Flur bieten eine Fülle hochwertt- ger Nahrungs- und Heilmittel, die wegen ihres großen Vitamingehaltes besondere Bedeutung haben. Abgesehen von der gesundheitlichen, darf auch die volkswirtschaftliche Bedeutung der Aktion nicht unterschätzt werden. Auf das Reich entfällt jährlich allein ein Pilzvorkommen mit einem chätzungsweisen Wert von 60 bis 80 Millionen Reichsmark. Hiervon wurde bislang nur der zehnte Teil im Werte von 6 bis 8 Millionen Reichsmark geerntet. In Kriegszeiten kann natürstch auf die bisher nicht eingebrachten Mengen keineswegs ver- zichtet werden. Mit der Durchführung der Aktton beauftragte der Reichsgefundheitssiihrer den Verbindungsmann des Hauptamtes für Volksgesundheit zum Dierjahres« plan und Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft „Ernährung aus dem Wald" Reichsamtsleiter Dr. Bernhard H ö r m a » n. Auch der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat innerhalb feines Arbeitsbereiches die Sammelaktion Wer auf feinen sonntäglichen Spaziergängen rings um die Stadt Gießen oder auf Ausflügen in oie nähere Umgebung die Augen offenhält, und einmal bewußt auch der Pflanzen- und Tierwelt seine Aufmerksamkeit schenkt, wird finden, wie reich unsere heimische Pflanzen- und Tierwelt ist. Um die reiche Pflanzenwelt soll es in diesen Zeilen nicht gehen. Eine Führung am vergangenen Sonntag zum Hangelstein gab den Freunden der heimischen Flora eine reiche Anschauungsmöglichkeit und in einer weiteren Führung war auch den Singvögeln nachgegangen worden. Hier soll einmal von jener Tierwelt die Rede sein, die sich i» Teich und Tümpel, im Bannkreis des Wassers aufhält, schließlich sollen aber auch einige andere Tierarten genannt werden, deren Auftreten in unserer nächsten Umgebung nicht jedermann bekannt sein dürste. Interessant ist die Tatsache, daß wir in und bei heimischen Tümpeln von vier Molch arten, die es in Deutschland überhaupt gibt, drei in unserer unmittelbaren Nähe antreffen. Es sind dies der Große Teich- oder Kamm-Molch (er sieht aus, wie ein Drache en miniature), der Kleine Teich- oderStreifenmolch und der B er g- m 0 lch, der etwas kleiner ist als feine beiden Vettern. Der Fadenmolch, dessen Schwanz in einem feinen Faden ausläuft, kommt bei uns nicht vor. Der Große Teichmolch ist, soweit es das Männchen anbetrifft, sehr schön blaugrau gefärbt, besonders während der Paarungszeit, die Bauchseiten dagegen sind gelb und tragen in unregelmäßiger Anordnung J schwarze Punkte. Der Kleine Teichmolch trägt diese 1 Punkte in streifenförmiger Anordnung. Die Weibchen sind in der Farbe durchweg bescheidener aus« gestattet. Der Bergmolch gar zeigt sich nur in schlichten Brauntönen. Ein Geselle aus der Verwandtschaft dieser Lurche ist der Feuersalamander. Während seine drei genannten Vettern viel im Wasser leben, geht er nur zur ^Laichzeit in das Wasser. Sonst, insbeson- . dere nach einem Regen, bewegt er sich gemächlich auf feuchtem Moos und fällt dabei sehr auf. Er vertraut aber feinen Warnfarben (schwarz und gelb), er vertraut seinen Drüsen, die im Fall der Gefahr und eines Angriffs ein Sekret abgeben, das feine Feinde in die Flucht schlägt. Im Bergwerkswald, in den Teichen am Schiffenberger Weg, im Fohn- bachtal, in den Albacher und in den Mengels- häufer Teichen findet man die erwähnten Molche als ständige Bewohner. Auch an Fröschen (sie zählen, zoologisch gesehen, ebenfalls zu den Lurchen) gibt es verschiedene Arten in unserem engeren Heimatgebiet. Da ist der gewöhnliche Mass er frösch (grün und braun), der Grasfr 0 sch (braun), und schließlich der Laubfrosch anzutreffen. lieber den Laubfrosch, I der jedermann bekannt fein dürfte, ist einiges zu sagen. Seine Fähigkeit zur Wetterprophette gehört in das Reich der Fabel. Er vermag auf Bäume zu klettern. Er vermag sogar die Farbe zu wech- senl. Wenn er an der Baumrinde bleibt, ändert er sein Grün in Bxaun. Uebrigens ist er natur gesetzlich geschützt. Wer ihn fängt, macht sich strafbar! An Kröten finden wir die sehr nützliche Erd- träte, die nächtlicherweile oft große Wanderungen unternimmt; bann die Kreuzkröte, die einen feinen grünen Längsstrich über dem braunen Rücken trägt und schließlich noch die Geburtshelferkröte, die im Bergwerkswald, in einem Steinbruch bei Krofdorf, aber auch im Steinbruch an der Hardt vorkommt. Ihre Fortpflanzung geschieht — und davon hat sie ihren eigenartigen Namen — auf eine sehr der eigentlichen Haupternte. Von ausländischem Gemüse stehen italienische Erbsen zur Verfügung. Die Fleischversorgung geht reibungslos vor sich. In Schweinen blieben die Auftriebe sehr hoch, wodurch die Rinderzufuhren etwas eingeschränkt werden können. Bei steigender M i l ch a n 1. i e f e r u n g war der Verbrauch an Trinkmilch rückläufig, so daß die Butter - und K ä s e erzeugung weiter ausgedehnt werden konnte. Daher ist es möglich, von > verschiedenen Arten wieder Vollfettkäse, der den Vorteil längerer Lagerfähigkeit aufweist, herzustellen. Mitarbeit. Mr haben zusammen Nachtdienst am Bahnhof gehabt. In einer ruhigen Stunde erzählt mir die andere: „Ja, ich bin längst Großmutter, und meine Schwiegerkinder lachen mich aus, daß ich mich so abschaffe. Wissen Sie, ich habe sieben Söhne im Feld, und die sollen wissen, daß ihre Mutter weiß, was es heißt: ,Jm Kriege steht der Mann, vor dem Feind, aber die Frau in der Heimatfront. Manche jungen Frauen haben noch immer nicht begriffen, was das Wort Krieg heißt. Im Weltkriege hatte ich ja noch nicht alle sieben Söhne, aber einen Teil schon, und da mußte ich sehen, daß ich das Geld für unseren Unterhalt verdiente. Mein Mann war draußen, und ich war Straßenbahnschaffnerin, vich weiß, was Kriegszeit heißt, und deshalb tue ich auch heute gern wieder freiwillig mein kleines Teil. Wenn man doch allen Frauen einmal begreiflich machen könnte, daß der EinfStz aller wirklich notwendig ist. Die nächsten Wochen fordern auch von den Frauen daheim erhöhten Einsatz. Würdig und vollwertig möchten wir uns an unserer „Front an die Seite der kämpfenden Soldaten stellen; das geht aber nur, wenn jede ihr Teil tut und Arbeit für die Allgemeinheit übernimmt. Es gibt doch so viele Möglichkeiten! Da sind der Bahnhofsdienst, die Nähstube, die Nachbarschaftshilfe, der Flickbeutel ■ der auch zu Hause im eigenen Heim bearbeitet : werden kann, und dann kämmen die Erntehilfe und l der freiwillige Fabrikdienst. Irgendetwas kann jede : 1 übernehmen. Meldet euch zur Arbeit! 72000 RM. auf die zugesagten Hypotheken für die Neubauten am Tannenweg entfallen, die noch nicht in Anspruch genommen werden mußten; hierdurch verfügt die Genossenschaft über genügend sofort greifbare Mittel, um beim Wiedereinsetzen der Bautätigkeit sogleich mit der Arbeit beginnen zu tön- nin. Unter den Schulden ist der Bestand der Gkschäftsguchaden der Mitglieder am Schlüsse des Birichtsjahres mit insgesamt 139 234,12 RM. aus- gtanefen. Die gesetzliche Rücklage wird mit 32 120,14 M. und damit um 1230,17 RM. höher als im Brrichtsjahr 1938 angegeben. Die Gesamthöhe der Bauerneuerungs-Rückstellungen beziffert sich auf 46105,90 RM. und erreicht jetzt wieder den Stand ton 1936, womit die damalige Entnahme von rund 18000 RM. zur Durchführung eines großen Jn- stendsetzungsprogramms dem Vermögen der Ge- Menschaft wieder Angeführt wurde. Die Gesamtverbindlichkeiten an Hypothekenschulden beliefen sich cm Schlüsse des Berichtsjahres auf 1900 544,85 M-, also um 37 797,33 RM. weniger als Ende 1838; Zugänge find im Geschäftsjahre nicht erfolgt. Aus der Verlust- und Gewinnrech- nung ist ersichtlich, daß an Mieten, Gebühren nrb Umlagen eine Gesamteinnahme von 173 652,40 AN., das sind 6 645,05 RM. mehr als 1938, als El trag eingingen. Dem Gesamtertrag mit 175 323,11 AM. stehen Aufwendungen 'in Höhe von 167 063,78 AM. gegenüber, sodaß sich als Ueberschuß aus 1139 ein Reingewinn von 8 259,33 RM. ergibt. Da- otn sollen zur gesetzlichen Rücklage 889,65 RM., *r Bauerneuerungsrückstellung 400 RM., zur Wasser- und Frostschädenrückstellung 1200 RM., zur Rückstellung für Geländekauf in der Licher Straße flO RM. und zur Verteilung von 4 v. H. Dividende chf 129 360,22 RM. insgesamt 5169,68 RM. ver- ttanbt werden. Zun wirtschaftlichen Lageder Genossenschaft wird mitgeteilt, daß sich das Gesamt- »rmögen auf 2 274 707,52 RM. beläuft, davon fremdes Kapital 1 909 493,05 RM. sind, sodaß sich &s eigene Vermögen der Genossenschaft auf K5 214,47 RM. beziffert. Das Genossenschaftsver- ttögen beträgt ca. 16,05 v. H. des gesamten Ge- sc.äftsvermögens. Hinsichtlich der Zahlungsbereit- maft ist besonders bemerkswert, daß den kurz- und mittelfristigen Verbindlichkeiten der Genossenschaft ir Höhe von 6557,26 RM. an flüssigen und schnell pssig zu machenden Mitteln der Betrag von T 273,57 RM. gegenübersteht, somit also ein Ueber- sc>uß von 70 716,31 RM. für die Zahlungsbereit, (naft der Genossenschaft bereit ist. B. illche Personen Leseholz sammeln, die von dem zu- ränbiqen Forstamt eine Leseholzkarte für besonders -stgesetzte Tage erhalten haben. Dor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang darf kein Holz im Salbe gesammelt werden, ferner ist die Derwen- ö ___ ..1 Tw« nnor vlns inber zurückgesandt werden. Solche Sendungen er- ilten die Absender infolge der Hin- und Rück- mbung häufig beschädigt und mit verdorbenem nhalt zurück. Dies kann vermieden werden, wenn er Absender bie Sendung für diesen Fall dem Truppenteil zur beliebigen Verwendung zur Der- ugung stellt. Es wird durch den Vermerk etwa fol- »nben Inhalts erreicht: „Wenn unzustellbm, zur erfügung des Truppenteils." Damit wird nicht nur ertoolles Volksgut vor dem Verderben geschützt, i nbern es erhält auch mancher Soldat eine Siebes- gäbe, den sonst keine erreichen würde. Oie Versorgungslage im Mein-Main-Geviet. lieber die Dersorgungslage im Bereich des Lan- 1 esernährungsamtes Hessen wird u. a. berichtet: Die Versorgung mit Kartoffel "gestaltet sich nir Zeit befriedigend, da sowohl aus Mitteldeutsch- und, als auch aus Bayern größere Zufuhren kommen und noch im Anrollen sind. Beim Gemüse letzt Spinat im Vordergrund, der bet starkem 2uv oll unbedingt mehr verbraucht werden mutz, oa° mit er bei seiner mangelnden Haltbarkeit nicht der Sefahr des Verderbs ausgesetzt ist. Die Entwick- ung der Temperaturen hatten den Spargelanfall urückgehen lassen, und auch Salat steht erfror Landjahrpflichtige in der Bauernarbeit. Im Einvernehmen mit dem Reichsernährun-gs- minister hat der Reichserziehungsminister für die Dauer des Krieges Anordnungen über den Einsatz der Landjahrpflichttgen in der Bauernarbeit getroffen. Grundsätzlich erfolgt die Arbeit beim Bauern und Siedler nur halbtägig. In den Haupt- zeiten landwirtschaftlicher Arbeiten und bei örtlichen Erfordernissen können die Landjahrpslichtigen zeitweise mit einer täglichen Arbeitszeit bis zu acht Stunden eingesetzt werden. Die wöchentliche Jär= beitszeit darf bann aber 45 Stunden einschließlich der An- und Abmarschwege nicht überschreiten. In besonderem Maße ist darauf zu achten, daß Heber- anftrengungen und gesundheitliche Schädigungen per noch im Entwicklungsalter stehenden Landjahrpflich- ttgen vermieden werden. Aus gesundheitlichen Gründen sind auch die Landjahrpflichttgen nicht unmittelbar nach ihrem Eintreffen im Lager, sondern erst nach einiger Zett in der Bauernarbeit einzusetzen. Marttwerterhöhung bei Obst durch planvolle Schädlingsbekämpfung Durch systematisch durchgeführte Versuche der Außenstelle Darmstadt des Pflanzenschutzamtes Gießen wurde in der Gemarkung Kömgsstatten (Kreis Groß-Gerau) ein beachtenswerter Beweis dafür erbracht, welchen Nutzen eine planvolle Schädlingsbekämpfung besitzt. An 34 etwa ^jährigen. Apfelbäumen der Sorte Schafsnase wurden bte Ergebnisse der Sommerspritzung von Aepfeln gegen Apfelwickler (Obstmade) und gegen Schorf durchge- führt. Sie zeigten, daß Arsenpräparate im Gegensatz zu Nikottn den Apfelwickler wirksam bekämpften und daß mit Pomarsol gespritzte Bäume durchschnittlich 75 v.H. schorffreie Früchte hatten. Bei den unbehandelten Bäumen der Versuchsreihe ging über 70 v. H. des Fallobstes, das wiederum 70 v. H. der Gesamtfrüchte ausmachte, auf den Apfelwickler zurück. Planvolle Schädlingsbekämpfung am Obstbau läßt also den Marktwert der Früchte wegen des größeren Anteils an erster Sorte erheblich stei- Bei der Bedeutung einer ausreichenden Kartoffel- isrsorgung für die Ernährung und für den Futter- jrittelmarft muß die Bekämpfung des Kartoffel- tifers auch während des Krieges ohne Einschran- Lmg weitergeführt werden. Im allgemeinen werden tvher die Maßnahmen, bie sich in den vergangenen' Wen bewährt haben, beibehalten. Eine Aende- ung und Ausgestaltung erfährt die Kartoffelkäfer- tefampfung durch die vom Reichsminister für Er- iöhrung und Landwirtschast erlassene 8. Derord- iiinq zur Abwehr des Kartoffelkäfers insofern, als h dem zur Feststellung des Schädlings veranstal- -i ten Suchdienst bei Bedarf auch andere Personen eis die Kartoffelanbauer herangezogen werden kön- Tca. Diese Maßnahme hat sich als notwendig er- niesen, um bie stark mit Arbeit überhäuften Kar- tiffelanüauer zu entlasten. Die eigentliche Bekamp- ung wird vom Kartoffelkäferabwehrdienst in der iistzerigen Weise durchgeführt. \ [Rheumam ■ Hexenschuß. Gicht? Nach dem ur. WW Ä alten Heilprinzip der..Ableitung auf VH Hk die Haut“ bewirkt HManaxol“W rasche Schmerzlinderung ■ Das gute biologische Hausmittel: M 1 LWWi Söa Pr...75.i2o.iioMbÜeeeritiÄÄ 192A LUDWIGS-UNIVERSITÄT GIESSEN 3. 6. Mo. 1940 5.6. Mi. 6. 6. Do. 2532 D 7. 6. Fr. Mo. 10. 6. MI. 12.6. Do. 13.6. Do. 20. 6. ar (z.Z. Sophienhaus), den 24. Mai 1940 Weim 2547 D Glaskasten Mi. 26. 6. Fr. 28.6. Do. 25. 7. an der Rodheimer Straße, 1 Wiese am Gleiberger Weg und die Feldwege, Flutgräbr ■lutyrdben im Neustädten wieder eingetroffen. 2652 A 2555 D geböte an 2538D Si£tonnEn$^wa5 lieiem ab Lager oder Werk 1 496 A bleibt Eugen Dürr & Co., Gießen Kleiderschränke kaufen Sie bei Stühle Tisthe 25ZV Fr. 21.6. Mo. 24. 6. Fr. 14.6. Mo. 17.6. Beachten Sie auch immer-? Vormittags Straße): 1 Wiese Serffn W62 Kurfürstenstraße 82 Kreuzplatz 9 und 10 Sammelruf 3153 604a Meine Verlobung mit Fraulem Gretel Strube zeige ich hiermit an Unsere Beate hat ein Brüderchen bekommen, in großer Freude Gießen Posener Straße 17 Die Verlobung ihrer Tochter Gretel mit Herrn Or.jur.Ludwig Lellarius geben bekannt Henny Erhard, geb. Sommerkorn Ernst Erhard z.Z. im Felde fieschäftsdrucksacheh Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr. 7 Drogen - Chemikalien Parfümerien Hygienische Artikel Dr. jur. Ludwig Cellarius Intendanturrat im Oberkommando der Wehrmacht Photo - Photoarbeiten Projektion Schmalfilm-Kino Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 500 A iL Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Stangenbohnen Korhiüller und Phänomen Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorm. Heger Nach!. Bandagistenmelst. Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung Fischer: Indiens Stellung im Britischen Weltreich I.; Kunstw. Inst. Weitz: Wie entdeckt man ein chemisches Element? Chemisches Inst., Ludwigstr. 21. Sessous: Pflanzenkrankheiten und Pflanzenarzt; Landw. Inst. Rolfes: Entwicklung und Stand der britischen Landwirtschaft I.; Landw. Inst. Beller: Auf den Menschen übertragbare Tierkrankheiten und ihre Bekämpfung; Tierseuchen-Inst., Frankfurter Str. 87. Rolfes: Entwicklung und Stand der britischen Landwirtschaft II.; Landw. Inst. Hildebrandt: Moderne Schmerzbekämpfung mit Vorführungen; Pharmakol. Inst., Gaffkystr. 7. Eger: Vom Kaufen und Verkaufen I.; Kunstw. Inst. Fischer: Indiens Stellung im Britischen Weltreich LI.; Kunstw. Inst. Klüpfel: Vulkane einst und jetzt I. (Vogelsberg, Ätna und Vesuv, ein Vergleich); Geolog. Inst., Braugasse 7. Eger: Vom Kaufen und Verkaufen II.; Kunstw. Inst. Klüpfel: Vulkane einst und jetzt II.; Geolog. Inst., Braugasse 7. Küster: Gartenkunst in drei Jahrhunderten; Botanisches Inst., Brandplatz 4. Frölich: Zur Rechtsgeschichte der untergegangenen Ortschaften, bes. in Hessen und den Nachbargebieten. Mit Lichtbildern; Kunstw. Inst. Scharrer: 100 Jahre Agrikulturchemie; Agrikulturchemisches Inst., Braugasse 7 a. 2543d fort zu entrichten. Gießen, den 23. Mai 1940. Der Oberbürgermeister. 3.&1 AiLslsuÄ, ' zur Reinigung des Gesichts und der Hönde benutzen. Dr. Gaudlitz-Mandelkleie hat nicht nur dieselbe Reinigungskraft wie Seife, sie ist auch von alters her ein bewährtes Schönheitsmittel l Sie ist sauerstoffhaltig und macht Ihr Gesicht Montag, den 27. 2Nai 1940: 8 Uhr (Zusammenkunft Rodheimej Die kleine Schreibmaschine mit den großen Vorzüge* Generalvertrieb Baums & Treibig Gießen Bahnhofstr. 26 I Ruf 3700. ItfzA wiltzelmGoilMeTonwerkeA. G. Gießen. Nachlässe von 3 bis 20 v. H. sä halten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige> Nadel- und Laubholz, Schnittmaterialien aus eigenen großen Produktionen Ostpreußisches Kiefernschnittholz Sperrholz - Lsolierplatten - Furniere Hartplatien für Fußboden usw. Bekanntmachung. Grasversteigerung der Stadt Gießen. Die Stadt Gießen läßt Montag, den 27., und Dienstag, den 28. Mai 1940, folgende Grasnützum gen für das ganze Jahr öffentlich versteigern: Feld. Vormittags 9Vs Uhr (Zusammenkunft HarnmstraßS beim Elektrizitätswerk): Wieseckböschungen und Wege auf der Insel. Vormittags 10 Uhr (Zusammenkunft an der Klatt anlage): 1 Wiese an der Kläranlage sowie die Feldwegs und Flutgräben daselbst. Vormittags 10Vs Uhr (Zusammenkunft am unterer! Bachweg an der Unterführung): Die Grasnutzung von den Feldwegen und Flute grüben im Gemarkungsteil Klein-Linden. Mittags 12Vs Uhr (Zusammenkunft an der Schubert« straße, Ecke Aulweg): 3 Wiesen daselbst und die Wege im Selters berger Feld. Dienstag, den 28.2Nai 1940: Vormittags 8 Uhr (Zusammenkunft Erdkauterweg vor dem Bahnübergang): 8 Kleestücke und 1 Wiese daselbst, 1 Wiese am Bruchgraben, anschließend sämtlich« Feldwege, Flutgräben im Alten Feld. Vormittags 10 Uhr (Zusammenkunft Schlageten allee, Ecke Philosophenwaldweg): 1 Kleestück und 1 Wiesenstück sowie die Wiesen« Löschungen, Feldwege und Gräben zwischen dek Wieseck und der Lahn. Nachmittags 2Vs Uhr (Zusammenkunft in der Phtltt sophenstraße bei der Oberlach): Die Grasnutzung von den Wegen und Graben im Gemarkungsteil Wieseck. Kleinere Beträge sind bei der Versteigerung fr* WWmO zu kaufen gesucht. Waffenerwerbschein vorhanden. An- Gassichere Schutzraum-Tnren aus feuerschützend. Aruverbindung und Holz, DR GM. 1470 647. Größe 90X190 cm und 75X175 cm. Die stahlspar. Schutzraumtür aus massiv. Sperrholz. Gegen Eindring, v. Feuchtigk. geschützt, wasserfest. Besond. bewährt in Kellerräumen. Lieferbar sofort fix und fertig zum Einsetzen (ohne Kennziff.) Vertrieb nach § 8 Luftschutzges. genehmigt. Alleinverkauf für Gießen, Alsfeld, Friedberg, Marburg,Wetzlar: (25ooD Dan i. Fn Gießen-Klein-Linden, KdU U IU. Brandweg 11,Tel.4202. Gemeinschastspflichien im Straßenverkehr Was jeder bei Verkehrsunfällen zu beachten hat. Heinrich Hahn Samenhandlung Bah nh of stra fie Telephon 3403 Volkstümliche Abend-Vorlesungen I der Ludwigs-Universität Der Vortrag Prof. Dr. Weitz „Wie entdeckt man ein chemisch.Element“ wird wegen des am 29. Mai stattfindenden Vortrages von Colin Roß auf Mittwoch, den 5. Juni, verlegt (Chemisches Institut). Der Vortrag Prof. Dr. Hildebrandt „Arzneimittelprüfnng an überlebenden Organen“ (mit Vorführungen) am 30. Mai 1940 fällt aus. 2512V Hühneraugen? Das sicherste Mittel, sich von Hühncraugen,Ballen und harter Haut zu befreien, besteht darin, einfach morgens und abends S A H U K O - Hühner, augentropfen auftragcn. Nach 6 Tagen kann man sie mit Stumpf und Stiel entfernen. Packung 6zPfg zu haben bei: Drogerie Bornemann Bahnhofstraße 17' Central-Drogerie Emil Karn, Schulstraße Löwen-Drogerie M. Pierenkempet, Seltersweg 69 Kreuz-Drogerie August Noll, Bahnhofstr. 53 LudwigspUtz-Drogerie Hans Noll, Ludwigsplatz Germania-Drogerie Carl Seibel, 2354V Frankfurter Straße 39 erlaß des Reichsinnenministers vom 30. August 1939 gründeten sich auf die Voraussetzung, daß die erforderliche Anpassung und Erhöhung der Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Bürgermeister und Beigeordnete nach dem Runderlaß vom 6.1.1939 über Maßnahmen zur Hebung der Derwaltungskraft kreisangehöriger Gemeinden schon vorgenommen worden sei. Wie der Reichsinnenminister einer Reihe von Berichten entnimmt, ist dies nicht überall der Fall. Der' Minister weist dckher zur Behebung von Zweifeln darauf hin, daß es nicht in ^der Absicht des Vereinfachungserlasses lag, die not- ■■■ Bestimmt zu hab.bei: V //Z'timemonn In der „Deutschen Justiz" nimmt Staatssekretär Dr. Freister vom Reichsjustizministerium das Wort zu der neuen Verordnung übssr Aenderung der Strafoorschriften bei fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Flucht bei Derkehrsunfällen. Seme Ausführungen sind insbesondere auch für jeden Teilnehmer am Straßenverkehr von Bedeutung. Auch außerhalb der Kreuzungen, so sagt der Staatssekretär u. a., benutzen an sich auf den Bürgersteig angewiesene Verkehrsteilnehmer den Fahrdamm, queren die Straße. Soweit das mit der Verkehrsregelung als zulässig übereinstimmt, ist dagegen nichts einzuwenden. Aber aus betn sittlichen Gesetz der Derkehrsgemeinschaft folgt, daß der hier den Fahrdamm querende Fußgänger sich als den hier nur im Rahmen des Abfließens des Fahrdammverkehrs Zugelassenen betrachtet; daß er die Verpflichtung in sich fühlt, selbst durch besondere Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und Einordnung die Gefahren von sich und anderen fernzuhalten, die sein Erscheinen auf dem Fahrdamm heroorruft oder vergrößert. Damit soll nicht gesagt werden, daß in solchem Falle der Fahrdammverkehrsteilnehmer rücksichtslos auf sein ,,Recht" pochen dürfte. Die Volksgemeinschaft verlangt weiter von der Verkehrsgemeinschaft, daß sie das Kind vor Gefahren behütet. Es ist ein Ruhmesblatt der deutschen Rechtspflege, daß sie den Satz aufgestellt hat, daß der Kraftfahrer in erheblichem Umfang mit einem unvernünftigen Verhalten des Kindes auf der Straße rechnen muß. Daran ändert die jetzige Gesetzesänderung nichts. Selbstverständlich muß1 trotzdem der ernste Ruf an Eltern und Erziehungsberechtigte gehen, nach Möglichkeit die Kinder beim Spiel von der Straße zu halten. Entsprechendes gilt für das Verhalten gegenüber Gebrechlichen und Verkehrsungewandten. Dagegen fordert der Gemeinschaftsgedanke nicht, den Erwachsenen, durch nichts besonderes Auffallenden als möglicherweise gebrechlich anzusehen. Insoweit darf jeder Verkehrsteilnehmer, wenigstens in nicht besonders schwierigen Lagen, mit einem vernünftigen Verkehrsverhalten des anderen Derkehrs- teilnehmers rechnen. Der Staatssekretär unterstreicht, daß jeder nur verkehrsbereit am Verkehr teilnehmen darf. Ein Anfänger am Steuer darf nicht im dichtesten Verkehrstrubel einfahren. Auch dürfe niemand meinen, verkehrsbereit zu sein, wenn der Alkoholgehalt seines Blutes gerade eben noch unter dem Hundertsatz des „Zuviel" bleibt. Einer der schwersten Verstöße, die Flucht des am Derkehrsunfall Schuldigen, könne nun seiner ■ Feigheit und Gemeinheit entsprechend schwerer bestraft werden. Mit Hinweis auf den neuen § 139a, der entsprechende Verstöße bedroht, empfiehlt der Staatssekretär jedem Verkehrsteilnehmer, ob Unfallbeteiligter oder Unfallzeuge, zur Feststellung seiner Person an Ort und Stelle zu bleiben. Eine bloße Ordnungswidrigkeit ohne Folgen im Derkehrsleben erfordere das jedoch nicht, denn sie sei kein Unfall. Anderseits brauche die Unfallfolge nicht ein Personen-, sondern könne auch ein Sachschaden sein. Volkstümliche Vorträge (Fortsetzung) im 2. Trimester 1940 (Alle Vorträge finden abends 20.15 Uhr statt.) Deutsches Volksbildungswerk in Verbindung mit dem N8**6tudenteribund t Neue Aula der Universität, Eingang tioetbestraße, Mittwoch, den 29. Mai, 20 Uhr, Vortrag 'Colin (ftoß »Die Welt zwischen Atlantik und Pazifik« Eintritt RM. -.80, Wehrmachtsangehörige RM. -.50. Karten sind erhältlich in der Kartenverkaufsstelle Seltersweg 60 und an der Abendkasse und Steh-Leitern am Lager Möbel-Sommerlad Gießen, Bahnhofstraße 65 2541 Oie Aufwandsentschädigung ehrenamtlicher Bürgermeister. r Die Vorschriften über die Vereinfachung der Ver- wckltung im gemeindlichen Bereich noch dem Rund- e------- > . ■— jen Feier mit dem Westwallehrenzeichen dekoriert. Ebenso fand eine Feierstunde der Partei mit den kinderreichen Müttern am Muttertag statt, 9 Mutterehrenkreuze wurden hier den Müttern überreicht. — Die Vogelsberger Volks- bank hielt gestern ihre Jahreshauptversammlung ab. Die Jahresrechnung zeugte von einer günstigen Aufwärtsbewegung der Bank. — Ein außergewöhnlich günstiges Ergebnis hatte die Sammlung am vergangenen Sonntag zu Gunsten des Roten Kreuzes, bei der über 2100 RM., das fünffache des Ergebnisses der früheren Sammlungen, eingingen. Auf den Kopf der Bevölkerung entfiel über eine RM., ein ehrenvolles Zeichen des Opfersinnes der Einwohnerschaft, die für die edlen Ziele des Roten Kreuzes in der gegenwärtigen Kriegszeit freudig alle Opfer bringt. Schwere Zuchthausstrafe für einen Unverbesserlichen. LPD. Frankfurt a.M., 23. Mai. Wegen Rückfalldiebstahls, Rückfallbetrugs und schwerer Urkundenfälschung verurteilte die Strafkammer den ^jährigen Heinrich Hildebrandt zu fünf Jahren Zuchthaus und 150 RM. Geldstrafe. Der Angeklagte hatte innerhalb 20 Tagen fünf Fahrräder bei Tage von der Straße gestohlen und verkauft. Er gab sich ferner bei Frauen als Kohlenträger aus und wollte in der Lage fein, Kohlen liefern zu können. In zwei Fällen bekam er die gewünschten Vorschüsse, die bis zu zehn RM. gingen. Die Bestellerinnen hatten das Nachsehen. Als der Angeklagte bei einem Schreiner beschäftigt wurde, erbat er sich einen Vorschuß und bekam eine Amveisung, sich 5 RM. an einer bestimmten Stelle M holen. Die Summe änderte der Angeklagte in 25 RM. um, die er auch erhielt. Notizen für den 26.2Uai. Sonnenaufgang: 5.15 Uhr, Sonnenuntergang: 21.29 Uhr. — Monduntergang: 10,05 Uhr, Mondaufgang: 1,12 Uhr. Notizen für den 27. Mai. Sonnenaufgang: 5.14 Uhr, Sonnenuntergang: 21.39 Uhr. — Monduntergang: 11,10 Uhr, Mond« aufgang: 1.40 Uhr. wendige Erhöhung der Aufwandsentschädigung, soweit sie noch nicht stattgefunden hatte, zu verhindern und daß demnach eine solche Anpassung auch heute noch möglich ist. Wieder Fettkäse als Folge der günstigen Entwicklung der Milcherzeugung. Berlin, 23. Mai. (DNB.) Die günstige Entwicklung der Milcherzeugung macht es möglich, den Fettgehalt bestimmter Käsesorten, der bei Kriegsbeginn im Interesse der Fettersparnis gesenkt worden war, für die Sommermonate wiederzuer- höhen. Die Hauptvereinigung der deutschen Milch, und Fettwirtschaft hat angeordnet, daß bestimmte Käsesorten, wie z. B. Tilsiter-, Edamer-, Goudakäse usw. jetzt wieder als Vollfettkäse hergestellt werden dürfen. Der Fettgehalt dieser Käse war im September 1939 auf höchstens 20 v. H. festgesetzt worden. Er darf nach der neuen Anordnung 45 v. H< in der Trockenmasse nicht überschreiten. Die Herstel- lung dieser Vollfettkäse muß sich mengenmäßig im Rahmen des festgesetzten Kontingents halten. Die Erhöhung des Fettgehaltes bewirkt eine größere Haltbarkeit, die vor allem während der Som- mermonate erwünscht äst. Die günstige Entwicklung der Milch- und Käseerzeugung gibt ferner trotz der vor einigen Wochen erfolgten Erhöhung der Käse- ration die Möglichkeit, erhebliche Käsevor, röte anzulegen, die im Winter dem Verbrauch zu- geführt werden sollen, wenn die Milcherzeugung aus jahreszeitlichen Gründen nachläßt. 3000 Medizinstudenten famulieren. Der Reichsstudentenführer hat die Organe der ftu< dentischen Erziehung beauftragt, den Nachwuchs für die geistigen Berufe im Osten auszulesen und für ihren späteren Einsatz zu erziehen. Im Rahmen dieser Aufgabe führt die Reichsfachgruppe Volks- gefundheit einen Einsatz von Famulanten in den Ostgebieten einschließlich des Generalgouverne- mente durch. 200 Einsatzstellen wurden an Kliniken, Krankenhäusern und bei Aerzten zur Verfügung ge- stellt, und mehr als 200 Studenten meldeten sich freiwillig für diesen Einsatz, um später als Landarzt oder Krankenhauschef im Osten zu bleiben. Etwa 3000 Studenten und Studentinnen der Medizin befinden sich insgesamt seit dem 1. April in Kliniken und Krankenhäusern zur Ableistung ihrer Pflichtfamulatur. Büchertisch. — Karl Springenschmid: Ein TirS* le r geht nicht unter. Heitere Geschichten Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. In Seinen geb. 4 RM. Karl Springenschmid, der Sohn der Tiroler Berge, schenkt uns siebzehn Kurzgeschichten aus dem Leben der Tiroler Bergführer, Holzknechte, Hirten und Jäger, Bauern und Soldaten, meist heitere, die keiner ohne Schmunzeln lieft, aber auch ernste und besinnliche. In den Hütten und Wirtshäusern, beim Fensterln, auf ihren Bergen und beim Einsatz in Polen hat Springenschmid seine Geschieh- * ten erlauscht. Die Deutsche Arbeitsfront K. Kratt durch Freude Kreisdienststelle Wetterau Streudose CM 0.90 NochfüllbeuJeJ KM 0.45 Chem. Fabrik Dr. Gaudlitz & Arndt, Leipzig. Bezugsscheinfrei I Robert Strube konz. Markscheider Frau Margarete, geb.Meisier 26. Mal LÄUFER Transmissionsteile Paul Lauter Gießen Wagengasse, Nähe Marktplatz LÄUFER x&Z