Donnerstag,24. Dttober 1940 (90. Jahrgang Nr. 252 Annahme atm Ameise« für die DlittagSnummer 6iS8*/1Ubr detzBormiltaaS Arueraen-Prerie 1 Ätueigentetl 7 Utof. le mm bei 22 n»m Beilenbreite# LerneU 60 Rvt. le mm bet 70 mm Beilenbreite Nachlässe: Bieber bolunfl Masstastel l Abschlüsse Mengenssassel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/<» mehr vrfchemt täglich, anker Sonntags und s>eienagS Vetlagert: Die^Utisrrterte (BieRenerftamilienbldtter Heimat miBild DieScholle Monats-Be^ugsvreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.96 Ohne Illustrierte . 1.80 Bwiellgebübr. „ -.25 mich bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernsvrechanschluk 8851 Drabtanschrist:„Anzeiger" Postscheck 116»« Tranks. M > jeye m 4kW d uon,K GietzenerAnzeiger ^.„^L^^General-Anzeigerfür Oberhessen KerzliHer Verlaus der Vesprechung zwischen dem Führer und Franco Oie Zusammenkunft mit dem spanischen Giaaischef im französischen Grenzbahnhof. Neichsaußenmiuifter von Ribbentrop und die Generalfeldmarschälle Brauchiisch und Keitel in Begleitung des Führers. Die Ausweisung Raczinskis steht bevor. Die ehemalige ivlnische Botschaft hat ebenso wie die englische Ge- andtschaft auch bei dem neuerlichen Fluchtversuch des früheren polnischen Außenministers Beck eine Rolle gespielt. Graf Raczinski hatte zwei Millionen Lei von seiner in England sitzenden „Regierung" ür die Flucht Becks angefordert. Vom hiesigen eng. lischen Gesandten Hoare wurde dem Grafen bedeutet, daß Geld in diesem Falle keine R 0 l l e s p i e l e. Wie groß der Geldbetrag war, den Beck bei sich trug, geht schon daraus hervor, daß er dem Polizeifunktionär, der ihn verhaftete, allein 1,5 Millionen Lei anbot, wenn er chn freilasse. Beck sieht wegen dieses Destechungsver- suches und wegen Bruchs seines Ehrenwortes einer strengen Bestrafung entgegen. Rumäniens innere (Sanierung Bukarest, 23. Oft (Europapreß.) Am 22. Ott. fand unter dem Vorsitz von General Antonescu ein Ministerrot statt, tn dem festgestellt wurde, daß die von dem Präsidenten der Vereinigung der jüdischen Gemeinde in Rumänien, Dr. W. Filderman, vorgebrachten Beschwerden über angeblich schlechte Behandlung von Juden im Lande sich als unberechtigt erwiesen haben. Es wurde beschlossen, daß in Zukunft alle, die derartige Beschwerden vorbringen, zusammen mit den Untersuchungsorganen an Ort und Stelle gebracht, und, wenn sich herausstellt, daß diese Beschwerden unbegründet sind, wegen Verbreitung falscher und tendenziöser Nachrichten den Gerichten übergeben werden. Weiter beschloß der Ministerrat die aus dem Wehr- dienst Entlassenen der abgetretenen Gebiete sofort gegen Bezahlung bei Eisenbahnarbeiten zu beschäftigen. In Torda, Arad, Beina sollen besondere Organisationen für die soziale Betreuung der Umsiedler geschaffen werden. Die Einbringung der Ernte auf enteigneten jüdischen Gütern soll beschleunigt und neue Kulturen angelegt werden. Schließlich wurde beschlossen, daß entlassene und pensionierte Offiziere, die auch weiterhin vor Gerichten die Interessen und Beschwerden jüdischer Firmen vertreten, wegen Befleckung ihrer militärischen Vergangenheit aus der Reserve ausgeschlossen werden. Angst in zwei Hemisphären. England schielt nach rechts, England schielt nach links. Wie werden die Präsidentenwahlen in USA. ausfallen? Wann wird endlich die amerikanische Rüstungsindustrie liefern können? Wie räuspert sich Stalin? Was belieben die Japaner zu tun? Wie steht es in Ankara? Die leichte Komik dieses Hilfe- suchens ist unverkennbar. Aber wir können uns bei dieser Komik nicht beruhigen. Wir müssen genau wissen, wo England steht und welches das entscheidende Merkmal seiner Lage ist. Neulich wurde dem englischen Volke in absehbarer Zeit ein Landungsversuch auf dem Kontinent versprochen. Eine Londoner Massenzeitung erzählt dem Publikum, daß die in Ausbildung befindlichen englischen Soldaten in Schottland eifrig Deutsch lernten, well sie es bei einer Landung gebrauchen könnten. Ein anderes englisches Blatt wiederum tröstet: „Trotz der Bombenoerwüstungen auf unserer Insel sind wir ein Nebenschauplatz geworden. Das Zentrum des Krieges hat sich von Großbritannien nach dem Ostende des Mittelmeeres verlagert." Und die Eden-Reise nach Aegypten gibt Anlaß zu der „Feststellung", daß es „niemals die Absicht der britischen Regle- rung gewesen ist, die britischen Streitkräfte auf die Dauer einen Verteidigungskrieg im Mttelmeer führen zu lassen." ri„ v Schälen wir das Wesenlliche all dieser Umstande heraus, so stoßen wir sozusagen auf ein englisches Urgefühl: daß England überall in die Defensive gedrängt ist. Daß es nicht selbst seine Abwehraktionen bestimmt, sondern daß ihm das Gesetz des Handelns vorgeschrieben wird. Alles was die englische Presse schreibt, alles was die englischen Polittker sagen, dient dem Zweck, das englische Volk davor zu behüten, daß es sich dieses Urgefühls mit voller Klarheit bewußt wird. Darum dieses Schielen in beiden Halbkugeln der Erde? In diesem Zusammenhang müssen auch die umfassenden Personalveränderungen im Heer, in der Flotte und in der Luftwaffe wohl verstanden werden. Sie sollen den Eindruck erwecken, daß nun etwas geschieh t. Ä , Am fatalsten ist für das englische Denken der Tatbestand, daß die Flotte weitgehend beiseite Frankreich und die Luden. Äon unserem Ep.'Korrespondenten. 3 n 3 r a n f r e i d), 24. Oft (DJIB. Funkspruch.) Der Führer holte am Mittwoch mit dem spanischen Staatschef Generalissimus Franco an der spa- vlsch - französischen Grenze eine Zusammenkunft. An der Vesprechung, die im herzlichen Geiste der kameradschaftlichen Verbundenheit der beiden Nationen geführt wurde, nahmen der Reichs- miniffer des Auswärtigen von Ribbentrop und der fpanische Minister des Aeußeren Serrano Sauer teil Heber den Verlauf der Zusammenkunft teilt das Deutsche Nachrichtenbüro noch folgende Llu- zelheUeu mit: Der Führer traf zu seiner Vegeg- General Franco. uung mit dem spanischen Slaatschef Generalissimus Franco am Mttwochnachmiltag im Sonderzug au der französisch-spanischen Grenze ein. Der kleine Grenzbahahos auf französischem Boden des besetzten Gebietes war mit den rot-gelb-roten Farben des nationalen Spaniens und hakenkrenz- flaggeu reich geschmückt. kurze Zeit nach Eintreffen des Führers lief d e r Sonderzug des Caudillo, von der Grenze kommend ein. Der Führer, der den spanischen Staalschef auf dem Bahnsteig erwartete. begrüßte den Caudillo, als dieser seinen Zug verließ auf das herzlichste. Nachdem der Führer auch den spanischen Außenminister Serrano Suner begrüßt hatte, stellte der spanische Staatschef dem Führer die Ihn begleitenden Herren vor: den spanischen Botschafter in Berlin, General Espinosa de los Monleros, den Chef des Militärkabinelts des Caudillo, General Moscardo, den stellvertretenden Chef des Militärkabinetts General Uz- q u i a n 0, den Chef des Zivllkabiuelts des Caudillo Monoz Aquilar, den Chef des Protokolls Baron de los Torres, den Generaldirektor der presseableituug Gimenez Ar rau und den Direktor der CFC.-Agentur, Gallego. Außerdem befand sich der deutsche Botschafter in Madrid von Stohr er in der Begleitung des Caudillo. Der Führer stellte sodann dem spanischen Staatschef die zum Empfang erschienenen deutschen Persönlichkeiten vor, den Reichsminister des Aeußeren von Ribbentrop, den Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brau- chltsch, den Chef des Oberkommandos der Mehr- macht, Geueralfeldmarschall Keitel, Reichspressechef Dr. D i e t r i ch, Reichsleiter V 0 r m a n n, Ge- veraloberst Dollmann, Generalleutnant Botz en schätz und Unterstaatssekretär Gauß. Anschließend schritt der Führer mit dem spanischen Generalissimus unter den Klängen der spanischen Nationalhymne die Front des auf dem Bahnsteig angelretenea Ehrenbataillons ab und geleitete den Caudillo zu feinem Salonwagen, wo sofort die Vesprechung begann. 3m Laufe des Abends war der Caudillo Gast des Führers im Salonwagen zu einem 3mbiß, an dem ferner eine JR^e der anwesenden deutschen und spanischen Persönlichkeiten teilnahm. Nach Veendigung der Vesprechung schritt der Führer mit dem Caudillo die Front des Ehrenbataillons ab und geleitete seinen Gast zum Sonderzug. wo er sich von ihm auf das herzlichste verabschiedete. Der Sonderzug des spanischen Staatschefs verließ darauf in langsamer Fahrt den Bahnhof, während das Musikkorps des Ehrenbataillons die spanische Nationalhymne intonierte. ©er Reichsführer^f in Barcelona. Barcelona, 23. Okt. (DNB.) Der Reichsführer h*l und Chef der deutschen Polizei traf von Madrid kommend auf dem Flugplatz Trat ein, wo er von den Behörden und der Falange begrüßt wurde. Dor dem Rollield hatten eine Kompanie der Luftwaffe und eine Kolonne der Falange Aufstellung genommen. Weiter waren mit *bem deutschen und dem italienischen Generalkonsul zahlreiche politische Leiter der NSDAP., sowie des italienischen Fascio erschienen. Das von den wartenden Deutschen begeistert gesungene Deutschlandlied begrüßte den Reichsführer ff, der dann auf Einladung des Generalstabschefs zum Hotel Ritz weiterfuhr. Wir brachten Montag die Nachricht von der neuen Juden-Gefetzgebung in Frankreich. In dem folgenden Bericht unseres Pariser Korrespondenten wird ein Licht auf die Vorgeschichte dieser Gesetze der Regierung Petain geworfen und vor allem auch die Judenfrage im französischen Kolonialgebiet beleuchtet. Paris, Oktober 1940. Die Verhaftung der beiden jüdischen Flugzeugindustriellen Marcel Bloch und P. L. W e i l l e r sowie ihres ebenfalls jüdischen Finanzmannes Raymond Philippe ruft in der französischen Presse neuerdings alle die bitteren Kritiken wieder wach, die leit Jahren an den unglaublichen Mißständen im Flugzeugbau Frankreichs erfolglos geübt worden sind, den Mißständen, die schließlich im Mai und Juni dieses Jahres zum militärischen Zusammen- bruch des Landes geführt haben. Die beiden früheren Luftfahrtminister Guy La Chambre und Pierre Cot sind bereits einige Tage vorher interniert worden, und die Pariser Blätter fordern jetzt mit größtem Nachdruck, daß das Sondergericht von Riom schonungslos gegen die bisherigen Nutznießer der skandalösen Zustände im Flugzeugbau vorgehe, und daß vor allem die Debatten dieses Gerichtshofes der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein Blatt wie „France au Travail" verbreitet sich bereits jetzt ausführlich über die skrupellosen Geschäftsmethoden, durch die Marcel B l 0 ch es ver- standen hatte, seine minderwerttgen Flugzeuge, die schon in Friedenszeiten eine große Anzahl von Todesopfern bei den französischen Piloten gefordert hatten, dem Staat immer wieder aufzuzwingen, ob- wohl diese Mängel bekannt waren. Bloch hat auf den verschiedensten Wegen durch Geldgeschenke und sonstige .Aufmerksamkeiten" die mit der Abnahme der Flugzeuge beauftragten Offiziere und Ingenieure von sich abhängig gemacht. Kostbare Uhren, die Einrichtung von Billards in den Offiziersmessen und ähnliche Geschenke spielten dabei eine große Rolle. Anderen Fliegeroffizieren, die die Apparate abzunehmen hatten, waren gute Posten als Direktoren und Versuchspiloten in den Bloch-Werken versprochen worden Der jüdische Einfluß im französischen Flugzeugbau erstreckte sich nicht nur auf Marcel Bloch und Weiller. Dasselbe gilt auch für P 0 t e z. Der Leiter der Amiot-Flugzeugwerke hieß Wertheimer. Der jetzt verhaftete Raymond Philippe spielte noch eine besondere Rolle als Verbindungsmann zu den amerikanischen Juden, die durch seine Vermittlung in Frankreich eine große Organisation aufgezogen hatten, um die aus Deutschland, Polen und den Balkan-Ländern kommenden jüdischen Emigranten In Frankreich zu beherbergen und ihnen dort einen dauernden Aufenthalt zu sichern. Allein im Jahre 1928 sind nach der „France au Travail" auf Bietern Wege 13 Millionen Dollar aus Neuyork nach Frankreich geflossen: damit wurde ein dauernder Druck auf die französische Presse und die französischen Parlamentarier ausgeübt, um Ausnahmegesetze zugunsten der jüdischen Einwanderer durchzüdrücken. Die Ueberlegung der Neuyorker Millionäre bestand dabei darin, daß es besser sei, daß die jüdischen Emigranten in Frankreich blieben, anstatt nach Amerika zu kommen, wo ihr massenhaftes Auftreten zu einer Verstärkung des Antisemitismus führen könnte. Neben Philippe hat bei der Verteilung der amerikanischen Gelder auch der jüdische Finanzmann Bo lack, der auch Besitzer der „Agence Economigue et Financiere" war, eine hervorragende Rolle gespielt. Die Aufhebung des im Oktober 1870 erlassenen Dekrets, welches den eingeborenen Juden Algeriens die gleichen politischen und bürgerlichen Rechte wie den französischen Bürgern verlieh, wird von den Blättern begrüßt, der „Matin" spricht von einer „historischen Entscheidung". Die im Jahr 1870 einseitig zugunsten der algerischen Juden ergriffene Dorzugsmaßnahme war als „Cremieux-Gefetz" bekannt und fo benannt nach dem aus Frankreich stammenden Juden C r e m i e u x, der unmittelbar . nach Sedan und dem Sturz Navoleons III. es verstanden hatte, in der provisorischen Regierung Iu- sttzminister zu werden. Cremieur war der Gründer der „Alliance Jsraelite Universelle", einer mächtigen jüdischen Organisation, die in den vergangenen Jahrzehnten zu dem Dormarsch des Judentums in Frankreich in unheilvoller Weise beigetragen hat. Sie hatte u. a die Presse fast ganz in ihre Hände gebracht, getreu den Worten Cremieur', der seinen Glaubensgenossen zugerufen hatte: „Mit der Presse werdet ihr alles besitzen." Cremieur hatte so die völlige Verwirrung, die nach dem Zusammenbruch von Sedan in Frankreich herrschte, dazu benutzt, um Sondermaßnahmen zugunsten der algerischen Juden ohne jede Kontrolle durchzusetzen. Die „Emanzipation" der algerischen Juden hatte sofort blutige Unruhen der muselmanl- ichen Eingeborenen zur Folge, die über die Bevorzugung der Juden und die ihnen eingeräumten Rechte empört waren. Diese blutigen Unruhen haben sich seit siebzig Jahren ständig wiederholt, besonders in Algier, Oran und Constantine, denn die Juden in Algerien benutzten die ihnen eingeräumten Sonderstellung zur schamlosen Ausbeutung der Muselmanen, besonders auf dem Weg der Wuchergeschäfte und des Zinswuchers, mit dem sie allmählich große Telle des mufelmanisch«n Vermögens in ihre Hände brachten. Die jetzt von der Regierung des Marschalls P 61 a i n ergriffene Maßnahme, die ein siebzigjähriges Unrecht wieder gutmacht, kann als das Zeichen des Willens betrachtet werden, auch in Algerien mit den schreiendsten Ungerechtigkeiten auf dem Gebiet der Judengesetzgebung aufzuräumen. Auch in Frankreich felbft scheint man nun entfpre- chende Maßnahmen zur Brechung der wirtschaftlichen Macht der Juden durchführen zu wollen, ob mit der nötigen Energie und Folgerichtigkeit bleibt abzuwarten. Dobrudscha gekommen. Die Volksdeutschen stammten ursprünglich aus Südwestdeutschland (Schwaben, Pfalz, Hessen, Elsaß) oder aus Norddeutschland. Durch ihre Herkunft und nach dem Weltkriege durch die gemeinsame rumänische Staatsangehöriakeit standen die Deutschen der Dobrudscha in enger Eer* bindung mit denen in Bessarabien. Die „Deutsche Zeitung Bessarabiens" gab seit 1934 in einem de- anderen Teil „Dovrudscha-Nachrichten" heraus. Von der Bukowina, dem Buchenland, wie fern deutscher Name heißt, werden non dem nördlichen Teil mit Czernowitz als Mittelpunkt, den die Sowjetunion besetzt hat, die Deutschen bereits jetzt ausgesiedelt. Nun kommen auch diejenigen des südlichen Teiles, der Rumänien verblieben fit, an die Reihe. Es wurde bereits früher ausführlicher über die Ansiedlung der Deutschen dort berichtet. Sie kamen in mehreren Siedlungswetten, nachdem das Land im Jahre 1774 als Herzogtum der Habsburger Monarchie eingegliedert worden mar. Es tarnen Deutsche aus Böhmen, dem Sudetenland und anderen Gebieten. Unter ihnen befanden sich Bauern, Holz- und Glasarbeiter, Derwaltungs- beamte und Soldaten. Sie werden nach ihrer Aussiedlung nun auch innerhalb der Grenzen des groh- deutschen Dolksreiches eine neue Heimat finden. Dos polnstck« Aot'chastspersonal in S'ifareft verkostet Bukarest, 23. Ott lEuropavreh.s Das Perso. nal der früheren polnischen Botschaft in Bukarest, mit Ausnahme des Botschafters Graf Raczin- s k i ist v e r b a f t e t worden, well die Polen unter dem' Schutz ihrer ihnen noch immer gewährten . diplomatischen Immunität sich an Iben eng« , lischen Sabotageplänen beteiligten. Heimkehr -er Volksdeutschen aus der Dobrudscha und dem Güdbuchenland. Deutsch-rumänischer UmsiedlungSvertrag unterzeichnet. sische Regierung durch Gesetz den Erwerb von Grund und Boden durch Ausländer untersagt und die deutschen Kolonistenschulen der russischen Schulverwaltung unterstellt hatten. Damals wurden vor allem südlich der Bahnlinie Cemavoda—Constanza deutsche Dörfer gegründet. Teilweise stammen die Deutschen aus den russischen Gebieten um Cherson, Taurien und Wolhynien. Auch nach den Kriegen in den Jahren 1923/25 und 1930/32 sind noch- mals deutsche Bauern aus Bessarabien in die Bukarest. 23. Oft (DNB.) Am 22. Oktober wurde hi Bukarest der deutsch-rumänische Vertrag über die Umsiedlung der Volksdeutschen aus der Südbukowlua uud der Do- brud scha von dem Bevollmächtigten der deutschen Regierung. Generalkonsul ^-Oberführer w. Rodde, und dem Bevollmächtigten der rumänischen Regierung. IMnlster 3. Broschu, unter- zelchuet. Nach der Unterzeichnung gab der deutsche Gesandte Dr. F a b r l c l u s für beide Delegationen ein Essen In der deutschen Gesandtschaft wobei m Trlnksprüchen die wirtschaftliche nnd politische Bedeutung des Vertrages hervorgehoben wurde. h«h,n bisher ranb 87 000 die russische Grenze und über 60 000 die Reichsgrenze üb°Nchntten^V°n der Nord-Bukowina stnd bereits über 22 000 zurua gekehrt Bei der Volksgruppe aus der Dobrudscha Bsi äs «är-Ä ^Dobrudscha zieht sich 'üblich der Donau- ”Ä$ «T WMZWT roftne bte erften öteoier, i ) f5rna machten, ten bewohnten Dor, 2Puii «ranWJg Es entstanden 1871 die lerte, wanderte Dobrudscha an. ™Vn70r Stfrtndne ganze Anzahl So jntftanö m Den Siedlungswelle er- £*890/91 E Bessarabien, nachdem bte rus. geschoben ist. Die Flotte war sa immer die ureigentliche Waffe Englands. Ihre Manövrierfähigkeit, ihr weitreichender Aktionsradius erlaubte den Engländern strategische Punkte dort zu suchen und zu finden, wo die Landmacht selbst durch einen kleinen Einsatz englischer Truppen unverhältnismäßig „gebunden" war. Man denke nur einmal an die Rolle Wellingtons, im spanischen Kampf gegen Napoleon oder auch an die manchmal übersehene Bedeutung, die Sizilien und Neapel für Nelson hatte. Das ist heute ganz anders. Der Krieg ist in die englischen Gewässer und in den englischen Luftraum selbst hineingetragen. Die Sperre der Straße von Sizilien durch die italienische Flotte und Luftwaffe läßt die starken englischen Flottenstreitkräfte im Dreieck Alexandrien—Cypern—Haifa beiseite. Die Folgen sind aanz unmittelbar. Während England noch vor wenigen Monaten an die Eroberung Abessiniens dachte, und den ehemaligen Negus nach Khartum reisen ließ, fühlt sich schon heute die bri- tische Expeditionsarmee in Aegypten „in der Luft hängen". Der italienische Wehrmachtbericht vom 22. Oktober, der die Vernichtung eines englischen Geleitzuges im Roten Meer meldet, ist ebenso wie die wiederholten Bombardierungen von Aden und Perim und nun auch der Bahrein-Inseln ein eindrucksvoller Beleg, wie der englischen Expeditionsarmee im Nahen Osten noch die verhältnismäßig freie Schlagader in dem Indischen Ozean abgebunden wird. Die Wahrheit über den Besucb Edens in Aegypten ist, daß ihm der dortige englische Oberbefehlshaber Wavell eine lange Liste der fehlenden modernen Ausrüstungen für seine zahlenmäßig zu geringen Truppen überreicht hat. Das alles haben sich die Engländer ganz an* der s vorgestellt Sie wollten uns in der Lage haben, in der sie jetzt selbst sind. Sie wollten uns das Gesetz des Handelns vom Osten und Südosten her vorschreiben. Sie haben nicht geahnt, daß mii der französischen Katastrophe der Eckstein ihres kontinentalen Verteidigungzsystems herausgebrochen würde. Ihre Angst hat gute Gründe. Und eben weil diese Angst so wohlbegründet ist, betreibt die englische Regierung systematisch Verschleierung. Die Hoffnungen auf Moskau sind genau so Derschleie- rungsmanöver wie die Hoffnungen auf die Der- einigten Staaten. Aber der Bluff ist keine Ware, die sich einpökeln läßt. Dr. Ho. f Zahl der Opfer liege niedrig. Gleichzeitig mußte be- । stätigt werden, daß die schlechte Wetterlage in der Nacht zum Mittwoch jede englische Flie- geraktivität verhinderte. Nichtsdestoweniger hätten die Deutschen ihre Angriffe fortgesetzt. Wieder britische Bomben auf die Jteichshaupistadi. Nur leichter Gebäudeschadeu und kleinere Brande. Berlin. 24. Oft (DNB.Fmrkspruch.) 3n der Nacht zum Donnerstag versuchten britische Flug- zeuge einen größeren Angriff auf die Reichshaupt- stadk durchzuführen, jedoch nur wenige feindliche Flugzeuge erreichten den Luftraum von , Groß-Berlin. Es wurde Fliegeralarm gege- I den, und Flakartillerie trat in Tätigkeit. Der Gegner warf Brandbomben und Brandplättchen, vereinzelt auch Sprengbomben ab. An mehreren Stellen — insbesondere im Westen der Stadt — verursachte er leichten Gebäudeschadea und kleinere Brände, die bald gelöscht wer- den konnten. Einige Verletzte sind gemeldet. Bomben auf Port Said. Der italienische Bericht vom Mittwoch. Rom. 23. Oft sDRB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: 3n Nordafrika haben feindliche Flieger untere Truppen zwischen Sollum und Sidi Baranl angegriffen. Es gab einen Toten und einige Verwundete. 3m Gebiet von Bug-Buc hat eines unserer Jagdflugzeuge zwei feindliche Bomber vom Typ Wellington angegriffen und in die Flucht geschlagen. Siner der Bomber wurde schwer getroffen, fo daß er wahrscheinlich abgestürzl ist. Unsere Bombeuflieger haben den Flottenstützpunkt Port Said mit Bomben belegt. Das Bombardement der Flotteubasis von Alexandrien, das im Wehrmachtbericht vom Dienstag erwähnt wurde. Der ASeyrmachlbmcht vom Miwoch. Berlin. 23. Okt. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Leichte Kampsverbände belegten während des Tages London und andere kriegswichtige Ziele erfolgreich mit Bomben. Mit Einbruch der Dunkelheit feh-en schwere Kampsverbände die Vergeltungsangriffe gegen die britische Hauptstadt und die Zentren der englischen Rüstvagsin- dustrie fort Zu beiden Seiten der Themse entstanden neue Brände. 3n Coventry und Birmingham erhielten kriegswichtige Betriebe schwere Treffer. Feindliche Einflüge nach Deutschland fanden gestern nicht statt Masvr M o e l d e r s schoß, wie schon bekannt- gegeben. in einem Luftkampf gegen zahlenmäßig überlegene feindliche 3äger seinen 49., 50. und 51. Gegner ab. — Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt. Stockholm, 24. Okt. (Europapreß.) Die deutschen Luftangriffe im Laufe des Mittwochs haben sich nach den Erklärungen des englischen Luftfahrtministeriums bis zu den Abendstunden in engem Rahmen gehalten, weil das Wetter jeder Fluginitiotive überaus ungünstig war. Es heißt lediglich, eine Stadt im Südosten und zwei Punkte im Groß-Londoner Raum seien angegriffen worden. Der Schaden wird als gering bezeichnet; die dauerte insgesamt zwei Stunden und hatte in den Lagern und Depots des Hafens schwere Explosionen und Brände zur Folge. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt 3n Ostafrika haben unsere Flieger den Flugplatz von Bura am Tana-Fluß angegriffen, die Treibstofflager und Flakstellungen mit Maschinengewehrfeuer belegt und zerstört Die feindliche Luftwaffe hat erfolglose Angriffe auf Burgavo und die Flughäfen von Asmara und Gura unternommen. £>er ital eniiche Angriff auf den Geleifzua im "Noten Meer. Rom, 24. Okt (Europapreß.) Zu dem kühnen italienischen Torpedobootsanariff gegen einen von überlegenen Streitkräften geschützten britischen Geleitzug schreibt Gayda im „Giornale d'Italia", der Geleitzug sei in Aden aus zwei verschiedenen Geleitzügen zusammengestellt worden, deren einer von Indien, der andere von England rund um Afrika gekommen sei. Der Zug habe 36 große Dampfer gezählt Er habe in lieber- fluß Kriegsmaterial und Taus ende von Menschen mitgebracht, mit den England seine an sich bedeutenden Streitkräfte in Aegypten noch weiter verstärken möchte. Zehntausende britische Soldaten seien aus Singapore gekommen, eine ganze Kolonialdivision aus England. Die britische Flotte lasse in jedem 'Treffen einige ihrer kostbaren Federn. Die Achsenmächte enthüllten jeden Tag ihre Stärke. Die Bahrein -Inseln und LlZA. Keine nordamerikanischen Erdölinteressen verletzt. Rom, 23. Okt. (Europapreß.) Bei der Besprechung des italienischen Fliegerangriffs auf die Bahrein-Inseln im Persischen Golf ist in der nordamerikanischen Presse betont worden, daß die nordamerikanischen Oelgesellschaften Standard Oil und Texas Oil Company an der Erdölgewinnung auf diesen Inseln mit Kapital beteiligt seien. Dieser Hinweis oll offen- sichtlich beweisen, daß durch den italieni chen An- ?riff nordamerikanische Unteres en oer- etzt worden seien. Das laßt man aber in Rom nicht gellen. Man erklärt: 1. Die Inseln der Bahrein-Gruppe stehen unter englischem Protektorat. 2. Die Gesellschaft zur Gewinnung des Erdöls untersteht, wie auch die nordamerikanischen Betrachter zugeben, der englischen Rechtsprechung; ihr Besitz ist somit feindliches Eigen» t u m. 3. England Hai sich durch einen Vertrag mit dem Emir der Inseln nicht nur auf politischem, sondern auch auf wirtschaftlichem Gebiet eine Vorherrschaft gesichert. Deshalb hat es England auch erreichen können, daß die Erdölgesellschaft der Bahrein-Inseln Japan, das bis zu jenem Zeitpunkt der einzige Abnehmer des Erdöls der Bahrein-Inseln war, das Erdöl weggenommen und es nach Aden gebracht hat lieber die Ergebnisse des italienischen Flieger» angriffs auf die Inseln der Bahrein-Gruppe schweigt man sich in London noch immer aus und begründet dies mit den verspätet einlaufenden Nachrichten infolge der großen Derkehrsschwierigkellen. Da es aber heute eine radiotelegraphische Verkehrs- Möglichkeit gibt, so jagt „Popolo di Roma", fei dies nur eine kindliche Ausflucht. In Wirklichkeit wolle London nur wieder Zeit gewinnen, um auszuklü- geln, wie auch der neue Schlag in einen strategischen Rückzug verwandelt werden könne. Infolge des Umfanges der Erfolge der Achse werde dies für London aber von Tag zu Tag schwieriger. Gesicherte Kohlenversorgung. Berlin, 23. Okt (DNB.) Der letzte Rekordwinter hat die Aufmerksamkeit auf die Kohlenwirtschaft gelegt Vereinzelte Haushalte, die noch keine oder erst wenig Kohlen im Keller haben, aber auch die große Mehrzahl, die bereits die Hälfte oder noch mehr ihres Bedarfes eingefahren haben, denken mit Sorge daran, ob sie ihre Lieferungen noch rechtzeitig bekommen werden. Reichskohlenkommissar Walther erklärte nun der Presse: Wir haben in den Monaten April bis August 160 Millionen Zentner mehr Kohle für den Hausbrand gefahren als in den gleichen Monaten irgend eines der letzten Jahre. Im Durchschnitt des Reiches befindet sich heute die Hälfte des angemeldeten Bedarfes in den Kellern Der Verbraucher bzw. auf den Lagerplätzen des Kohlenhandels. Unsere Industrie verfügt heute zumeist über eine mehrmonatige Kohlen» reserve. Aus der Wehrmacht sind viele Tausende Bergarbeiter während der letzten Wochen in die Bergbaureviere zurückgekehrt Weitere Tausende werden folgen. In den Frühjahrs- und Sommermonaten haben wir einige Zehntausend ausländische Arbeitskräfte im Bergbau angesetzt. Wir werden sie vorläufig an ihren Arbeitsplätzen belassen. Auch die Beschaffung von Holz, Eisen und Maschinen ist zufriedenstellend. Es werden in Deutschland ini Jahr rund 7 Milliarden Zentner Kohle bewegt Die Kohle belegt ein Drittel aller Transportmittel mit Beschlag. Wir haben im Monat August d. I. arbeitstäglich 130 000 Tonnen an Kohlen mehr durch die Reichsbahn abgefahren als im vergange- nA- Jahr. Die Versorgungslücken, die hier und da — besonders im Osten — vorhanden sind, werden in den nächsten Wochen geschloffen werden. Die Kohlenhändler, die in ihrer Belieferung unter dem Reichsdurchschnitt liegen, werden in diesen Wochen auf den Reichsdurchschnitt gebracht. Der Kohlenhandel feinerfeüs ist verpflichtet worden, unter allen Umständen dafür zu sorgen, daß bis zum Einbruch der Falten Tage jeder deutsche Haushall über einen Kohlenvorrat verfügt. Hier und da hört man die Ansicht, daß es doch bei dem Kohlenreichtum Deutschlands möglich sein müßte, den gesamten Hausbvandbedarf berells während des Sommers und des Herbstes einzufahren. Wollte man diesen Wunsch erfüllen, so mußte man einen Teil bei Gruben im Winter schließen und ihre Bergmänner nach Hause schicken. Dies wäre auch vom Standpunkt der Bergbautechnik und unseres Transportwesens ganz undurchführbar. Eine zweite Frage ist, ob es nicht möglich wäre, die Zwangsbewirtschaftung der Hausbrand- kohle aufzuheben und wieder jedem das zu geben, was er anfordert. Denn wenn auch der bei weitem größte Teil unseres Volkes, der mit verhältnismäßig vielen Menschen wenige ofenbeheizte Räume bewohnt, kaum Einschränkungen durch Das Punktsystem unterworfen ist, so sind doch Famllien zweifellos benachteiligt, Die mit wenig Menschen viele Zimmer bewohnen. Alle Haushalte in z e n • tralbeheizten Gebäuden müssen auch in diesem Winter noch gewisse Einschränkungen — auch bei Der Warmwasserversorgung — in Kauf nehmen. Ohne Zwangsbewirtschaftung hätten sich Die Kreise unseres Volkes mit überdurchschnittlichem Kohleverbrauch während Der Sommermonate so zu bevorraten versucht, Daß sie selbst einen Winter wie Den letzten ohne Einschränkungen in der Hei- zung hätten Überstehen können. Die Folge wäre, daß ein Teil unseres Volkes über sehr reichliche und Der andere Teil über geringe oder gar keine Vorräte verfügt hätte. Durch die Zwangsbewirtschaftung ist heute mit ganz geringen Ausnahmen jeder deutsche Haushalt im Besitz eines angemessenen Kohlenoorrats. Insbesondere die Arbeiterschaft unserer Großstädte, die früher hinsichtlich der Kohle von der Hand in den Mund lebte, verfügt heute über Kohlenoorräte. Solange die Ge- famthett des Volkes noch nicht über Mengen verfügt, die jedem Haushalt mindestens einen gut beheizten Raum garantieren, darf in einem Kriegs- winter der über größere Wohnungen verfugende Teil unseres Volkes nicht verlangen, daß auf seine Bequemlichkeit oder seinen erhöhten Wohnraumbedarf Rücksicht genommen werden kann. 3ch bin allerdings bereit, um die 3ahres- wende eine Lockerung in der Bewirtschaftung von S t e 1 n k o h l e zu prüfen. 3nwieweit dies auch bei Braunkohlenbriketts und Steinkohlenkoks möglich sein wir-, ftrnn noch nicht gesagt werden. Für die Dauer des Krieges muh sich jeder sagen, daß der Zentner Kohle, den er spart, im 3nteresse Deutschlands gespart wird. Wir entlasten damit Bergmann und Transportwesen. Dir sichern dadurch den erhöhten Kohlenbedarf unserer Kriegswirtschaft und schaffen Möglichkeiten, Kohle im Auslande gegen die für die Kriegführung und die Ernährung unseres Balkes notwendigen Rohstoffe einzutauschen, d. h. also, daß wir mit jedem Zimmer, das wir weniger Heizen, mit jedem Brikett, das wir sparen, unserem Daterlande helfen, den uns aufgezwungenen Krieg zu gewinnen. Gießener Giadttheaier. Kleist: „Das Käthchen von Heilbronn." Mit dieser Neuinszenierung hat sich die Theater- leitung ein unbestreitbares Verdienst erworben; seit vielen Jahren (zuletzt 1927) ist Das „Käthchen" hier nicht mehr gespielt worden, Das volkstümlich7-' unter allen Stücken Kleist s, Das heiterste unD märchenhafteste unter seinen ernsten Dramen. „Ein großes romantisches Ritterschauspiel": im „Käthchen von Heilbronn" hat eine heute lange verschollene, einst ungeheuer beliebte unD verbreitete Gat- tung von Theaterstücken ihre Krönung und Unsterblichkeit gefunden, — obwohl wir heute auf diesen Gattungsbegriff gewiß kein besonderes Gewicht mehr legen werden. Zwar trägt die Handlung mit Fehmgericht, und Traumerscheinungen, mit Feuer- lärm und Zweikampf und manchen anderen Zügen durchaus die charakteristischen Merkmale jener Gat- tung, aber darauf kann Ton und Nachdruck so wenig liegen wie auf Dem im landläufigen Sinne „Romantischen", Das bei Kleist hier wenig mehr bedeutet als bei Schiller in der „Jungfrau von Orleans" und vor allem besagt, daß hier nichts quellenmäßig historisch zu begreifen oder aufzuspüren sei. ♦ Die sehr junge Heldin ist eine der zartesten und lieblichsten Mädchengestalten, welche die deutsche Dichtung überhaupt hervorgebracht hat, in manchen Zügen Dem Gretchen bei Goethe benachbart und verwandt, — aber im Reigen der Kleistschen Frauengestalten folgt sie unmittelbar auf die Penthesilea, als deren vollkommenes Gegenbild sie am schärfsten Umrissen ihren Platz im Seelenraume und Weltbilde eines großartigen dichterischen Gesamt- wertes behauptet: es gibt keine krasseren Gegensätze als die amazonische Fürstin einer sagenhaften Antike und das schwäbische Bürgerkind, Die heimliche Kaisertochter des deutschen Mittelalters; Das einzige, was beide, aus Dem Denken unD Dem Lebensgefühl Kleists üerbinbet, ist Dies, Daß in ihnen Die äußersten Gegenpole und Steigerungen jener berühmten tragischen oDer nah ans Tragische streifenden Verwirrung des Gefühls sichtbar und magisch wirksam werden, Die als eine Der immer wiederkehrenDen, untergründigen Triebkräfte in Kleists Dichtung er- kannt wurde. * In der kleinen Heilbronnerin wie in der von rasendem Stolz und beleidigtem Weibgefühl bis zum Wahnsinn entzündeten Griechin sind Die ewig geheimnisvollen, dunklen Seelenmächte wach, die man nicht erklären, sondern nur hinnehmen kann; aber während sich in der Amazone die natürlichste und urälteste Gesühlsbeziehung zwischen Weib und Mann in das blutige und tödliche Widerfviel entsetzlich entfesselten Hasses verkehrt und besinnungs- los überschlägt, erniedrigt sich in Katharina Die reinste unD zarteste Regung eines mädchenhaften Herzens bis an Die letzte, kaum noch überschreitbare Grenze Der Demütigung. Weil aber ihr Gefühl ebenso tief und unschuldig wie unbeirrbar unD unzerstörbar ist, well es nicht nur gläubig, sondern auch beständig ist, geht das kindlich rührende Geschöpf mit traumwandlexischer Sicherheit unversehrt durch jedes Fegefeuer hindurch. Wie im Traume oder nachtwandlerisch: Das ist Das entschei- DenDe Wort; Die Heilbronnerin handelt unter hem gleichen zauberischen Zwang wie das Mädchen von Orleans, wie Der preußische Prinz von Homburg. Man kann kaum sagen, daß sie handelt; was sie tut, tut sie unterbewußt, fast schon ohne eigenen Willen, es geschieht chr, sie könnte gar nicht anders und sie ist durch keine Anfechtung ernstlich zu verwirren oder zu erschüttern: sie muß diesen Ritter lieben. Der ihr im Traume erschien, muß chm folgen wie fein Knecht, fein Hund, sein Schatten, ihm gehorchen, ihn retten, immer und allein für ihn Da jein:’ so ist es ihr bestimmt. Solche UnbeirrbarfeU des visionär entflammten Herzens, solche unfehlbare und unanfechtbare Liebeskraft eines jungfräulich-zärtlichen Geschöpfes macht Den unvergänglichen Zauber dieser Dichtung aus, Die zum Deutschesten und Innigsten gehört, was Kleist in seinem kurzen Leben geschrieben hat; ein ^dyll wie Die Holunderstrauch-Szene am zerfallenen Mauerring Der Burg, „Dort, wo Der Zeisig sich Das Nest gebaut. Der zwitschernde", gibt es in Der gesamten Literatur nicht wieder; sie ist Das blühende Herzstück Des Dramas und überstrahlt und sammelt, auch dramaturgisch entscheidend, in sich alles, was sonst in diesem figuren- und erfindungsreichen Märchenstück sich begibt. — » Wenn die Holunderstrauch-Szene nicht allein, wie oben angedeutet wurde, als das dichterische Herz- stück, sondern als dramatisch entscheidender Wende- und Höhepunkt Des Schauspiels begriffen wird, dann war Die von Hans Joachim Büttner geleitete Aufführung sinnvoll auf Diese innere Mitte bin komponiert und alle übrigen Szenen in einer schön aufsteigenden und sich Dem märchenhaft glücklichen Ende zuneigenden Linie beziehungsreich an- geordnet; Das ergab ein erfreulich geschlossenes Ge- samtblld. Dieser inneren Linienführung entsprachen Herrn Löfflers Szenenbllder, die ohne lieber- treibung und lleberlahung zwischen Märchenstil und freundlicher Wirklichkeit einen harmonischen Aus- gleich fanden; besonders anmutig die Holunder- strauch-Szene, an die Sllhouette des Braunfelser Schlaffes erinnernd die Strahlburg, angenehm ge- dämpft und ohne wilde Theatereffekte die nächtliche Feuersbrunst. Daß dieses Stück, wie alles von Kleist, nicht nur szenisch, sondern vor allem sprachlich sehr hohe Anforderungen stellt, dürfte bekannt sein; auch ihnen wurde Die Inszenierung im wesentlichen, jedenfalls in Den entscheidenden Szenen und tragenden Rollen, gerecht. Darüber hinaus ist der Regieführung zu danken, daß sie spürbar bemüht war, von außen nach innen zu spielen, auf billige Pointen verzich- tete und im romantischen Ritterschausviel das Seelendrama aufspürte und sichtbar werden ließ. * Solche Absicht steht und fällt mit der Verwirklichung der Titelrolle. Hannelore Hinkel spielte Das Käthchen. Wenn, wie für Shakespeares Julia Die Balkonszene, hier wiederum die Holunderstrauch- Szene als Prüfstein gelten soll. Dann hat sie Die Probe schön und vollgültig bestanden: sie bringt im halblauten, schüchternen, dennoch unbeirrbaren Tonfall, in Der scheuen Kindlichkeit Der Erscheinung unD der zarten Kraft Des Gefühls alle Voraussetzungen für dieses rührende Geschöpf dichterischer Phan- taste mit; man muß ihren Worten glauben, wie sie in jeder Regung und Bewegung gläubig dem Geschick vertraut, das ihre Wege so traumhaft-wunderbar lenkt und zum guten Ende führt. Herr Caninenberg gab den Grafen Wetter vom Strahl. Der Spielleiter hat im Programmheft einige Anmerkungen gemacht, die, wie uns scheint, die Auffassung der Rolle glücklich beeinflußt haben: sie wurde, geflissentlich abseits Der land- läufigen Bühnentradition, jugendllcher angelegt, als man sie gemeinhin sieht, nicht nur auf Den schroffen, stahlrasselnden Kontrast zu der schreckhaften Zartheit des Mädchens, wovon ohnehin noch genug übrig bleibt. Der Ritter wurde auf solche Weise zu. gleich tiefer In die Märchenwelt einbezogen, beut- licher noch, auch er, ein Geschöpf Kleists, ein Mensch, her sich aus anfänglicher großer Sicherheit unver- sehens selbst in Geheimnis und Zauber verstrickt sieht. • Die Kunigunde, ooÄ Hilde Heinrich gespielt, ist, wenn nicht die undankbarste, so doch im Gefüge Des Ganzen gefährlichste Rolle. Sie kann, was man selten erlebt, unter den Händen einer klugen und geschickten Darstellerin, unheimlich wirken. Fräulein Heinrich griff die Figur von einer an- Dem Seite her an und nahm sie theatralisch bis an die Grenze des Selbstironischen, was zu billigen ist, wenn die Gestalt dadurch, wie es hier geschah, bei aller Falschbeit und schillernden Bosheit peinlicher Komik entrückt bleiben soll. (Man hatte chr gerechterweise einige fatale Passagen gestrichen.) _Herr Geiger war, von echtem väterlichen Ge- fühl bewegt, der redliche alte Waffenschmied Friede- '1orn; besonders seine große Anklagerede in der Fehmgerichtsszene war mtt Bedacht aufgebaut und sprachlich wohlgegliedert. Herr Dolck machte, von leiser Heiterkeit umwittert, vortrefflich den gemütvoll biederen Knecht Gotti^ fp Die Erzählung der Brigitte svrach Hella H e n z k y , Frau S t i r l umgab die Gräfin Helena mit ruhiger Würde« j)err Büttner, nicht ohne einen wohltuenden Anflug von Humor, war der Kaiser. — * Die Aufführung sand verdientermaßen herzlichen Beifall. Hans Thyriot »Kleider machen teufe." Gottfried Kellers köstlich-schalkhafte Geschichte von dem Schneidergesellen aus Sridwyla, den ganz wider seinen Willen der Eifer der biederen Bürger von Golbach zum geheimnisumwitterten polnischen Grafen avancieren läßt, und der nach feiner Entlarvung doch noch fein Glück macht, hat Helmut Käutner, mtt einigen Zutaten versehen und zu einem behaglichen Biedermeieridyll ausgesponnen, im Filmmilieu angesiedelt. Der kleine Schneider, der so unversehens zum Mittelpunkt der Hautevolee eines ganzen Städtchens wird, ist nicht ganz der reine Tor geblieben wie in der Keller scheu Novelle. Seine rege Phantasie hatte ihm schon bei seinem Seldwyler Meister manchen Streich gespielt, so findet er sich recht schnell in Die ihm auf- gedrungene Rolle, und als dann noch das schöne Nettchen ihn bestrickt, ist es ganz um ihn geschehen. Schließlich wird der von Käutner neu einaesührte echte Graf zu feinem Entrepreneur und Fürsprecher, so daß ihm selbst die Rache eines hellhörigen Nebenbuhlers nicht mehr zu schaden vermag. Die Seldwyler, die aetommen sind, durch einen großartigen Mummenschanz den hochgestochenen Sohn ihrer Stadt wieder auf hie Ebene des nüchternen Alltags zurückzuführen, müssen in Goldach eine gründliche Abfuhr einstecken, und das schöne Nettchen hält ihrem Erkorenen auch als Schneidergesellen die Treue. — Es ist ein besonderes Verdienst Der Regie Helmut Käutners, Der Kamera Ewald Daubs und der Bauten 'Robert H e r 11 h s, daß etwas von her vergnüglich lächelnden Ironie Gottfried Kellers auch der Film mitbekommen hat. Es ist keine boshaft witzige Satire geworden, sondern hie heitere Kleinstadtidylle geblieben, wie sie uns Keller behaglich schmunzelnd erzählt. Heinz Rüh - mann macht das in seinen Träumen versponnene Schneiderlein, das man gleichsam zum Hochstapler preßt, mit einem feinen, stillen Humor. Das schlechte Gewissen steht ihm im Gesicht geschrieben, aber man läßt ihn nicht aus seiner Rolle, kein Widerstreben hilft, er muß sie zu Ende spielen. Ilm ihn herum die behäbigen Bürgersleute, höchst geschmeichelt von der Ehre des gräflichen Besuchs, sind in famosen Typen liebevoll skizziert (wir nennen nur Hans © tiebner als gefd)äftiaen Wirt, Hans Sternberg und Aribert Wäscher). Das Nettchen itt Hertha Feiler, ein sehr reizendes Die- dermeleriigürchen, Hilde S e s s a k macht die leicht überspannte Dame Serafin, Fritz O d e m a r ist sehr charmant, mit weit ausladender Geste der echte Graf, Rudolf Sch und le r, verkniffen und bissig, der eifersüchtige Kollege von der Elle. Dr, Fr. W. Lange» g n te 13 r« i« er ui sU n, r, e» rt3 ea lei ne in. •il ?r, en )ie liier III- ib« ien len Es >rn ins h« »ne 1er hte der er« ihn -ei' in tut ins ett- sie- icht ehr -hte sig- 1. wM ■> - v' Mch • *£"*"'■* nuupiidicrtieiter: Di .vneondi ton heim L'ange eteiihemetei oei Hauvnchri.neuere 5rnft Blumstbetn. «eianiroottii» rfit PoMi, und Bi.ver Dr itr. W- i'ange für vas ^euNie'on: Dr. HanS Thnriot) Üi Stahl Kieben. Prvvin., ü-inidiar u. Sport: Ern» Ämmiche n. DrucI unc j'eriaq ibrfthbth? Unirer-tiateDrurferet >H. Uanqe *r .n-irr*-!-* (h b*n "triMb hpr-.'Jn t-wn Therbnr ftfimmei l«l w» 6. Das Ritterkreuz für den Führer der Minensuchboote. Berlin, 23. Oktober. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Kapitän V $. und Kommodore Rüge. Als Führer der Minensuchboote zeichnete er sich wahrend des JJo- lenfeld zuges durch hervorragenden persönlichen Schneid aus. An der Aufslellung und schnellen und gründlichen Ausbildung der Mincnsuchverbande und an den ununterbrochenen und erfolgreichen Minen- unternehmungen unserer Kriegsmarine hat der Kommodore überragenden Anteil. Bel der Norme- gen-Aktion nahm er an Stich- und Raumfahrten teil und leitete Unternehmungen bis weit hinauf in nördliche Seeräume. Eine von Kommodore Rüge perfönlich geführte Räumbootflottille durchstich als erster Verband die Dover- Strahe bei Tage. Die Tätigkeit der Räumverbände ist inzwischen bis zur Spaniengrenze ausgedehnt worden. ♦ Kapitän z. S. Rüge wurde 1894 zu Leipzig geboren. 1914 trat er in die Kriegsmarine ein Wah- rend des Weltkrieges zeichnete er sich durch hervorragende Leistungen aus. Dann war er Wachoffizier auf Torpedobooten und Kommandant eines Minensuchbootes. Ab 1928 war er in der Inspektion des Torpedo- und Minenwesens. Nach einem Kommando als Chef einer Minensuchhalbflottille und als Admiralstabsofsizier beim Kommando der Marinestation der Ostsee wurde Rüge 1937 Führer der Minensuchboote. ches Verfahren billige. Die Kaiserin Friedrich, damals noch Kron- Prinzessin, trat in einem Brief vom 13. Aprll 1864 den englischen Vorwürfen energisch entgegen mit In die Wohnzimmerkrone gehören mindesten- 40 .W-tt> Oiram-Q'£ampen. Achten Sie beim Einkauf darauf, daß Sie Osram-M-Lampen erhalten. Das Europa von morgen. Eine Unterredung mit Sven Hediu. Helsinki, 23. Okt. (Europapreh.) Das Europa von morgen ist das Thema eines Interviews mit Sven Hedin, dem berühmten schwedischen Forscher, das das Blatt des finnischen Schutzkorys,, Hakka- peliitta", veröffentlicht. Sven Hedin erklärt. Asien werde sich nach dem Kriege voraussichtlich noch stärker als bisher von Europa isolieren. In wirtschaftlicher Beziehung werde Asien jedoch in gleicher Weise wie Afrika f u r Europa von erhöhter Bedeutung fern. Diese beiden Kontinente seien imstande, die europäische Wirtschaft mit allen notwendigen Rohstoffen zu versorgen. Amerika aber werde für sich eine Einheit bllden. Nach dem Kriege könne Europa mit einem großen Aufstieg rechnen. Jetzt werde das neue Zeital ter g e- b o r e n. Die Organisation des neuen Europas könne einen langen Frieden garantieren Eine Friedensperiode von hundert Jahren Jet wahrscheinlich. Die Menschen würden im neuen Europa Arbeit und Brot erhalten. Die Ausi aabe der nordischen Länder werde erst nach Friedensschluß umrisien werden, fieute stehe jedoch schon fest, daß chre Zukunft eine gute fern werde. Chilenifch-argknlinilches Handelsabkommen. Die' Engländer haben die Burmastraße wieder für die Tschungkingregierung geöffnet, um dieser den Nachschub an Kriegsmaterial zu ermöglichen. Die Japaner beantworteten diese Aktion mit heftigen Bombenangriffen auf den chinesischen Teil der Strecke. Auf der Strecke zwischen Kueiyang und Kunming in der Provinz Yünnan zieht sich die Straße serpentinartig die Höhe hinaus. (Scherl-Bilderdienst-M.) Meine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels empfing italienische Zeltschriften-Schriftleiter. die auf Einladung der Reichsregierung eine Studienreise durch Deutsch- land machen. Ebenso empfing Dr Goebbels eine Delegation von bulgarischen Journalisten, die ebenfalls auf Einladung der Reichsregierung in Deutschland weilen. * Am 24. Oktober fährt sich zum zehnten Male der Tag an dem der Führer einen seiner bewährtesten Gefolgsmänner. Albert Forster, zum Gauleiter von Danzig ernannte. Aus der Gauhauptstadt des Warthelandes traf Stabschef Lutze in Litzmannftadt ein. An der Grenze des Regierungsbezirkes wurde der Stabschef vom Gauinspektor Regierungspräsidenten Uebelhör und dem Führer der Brigade Lltz- mannstadt empfangen. Die deutsche Bevölkerung bereitete ihm einen begeisterten Empfang. Eine deutsche Presseabordnung unter der Leitung des DRK Generalführers Reiners weilte in Genf zum Besuch des Internationalen k o mi - tees vom Roten Kreuz. Es wurde ihr Ge- Washington, 23. Okt. (Europapretz.) Das Handelsabkommen zwischen Chile und Argentinien steht vor dem Abschluß. Das Abkommen wird m amerikanischen Wirtschaftskreisen, ähnlich wie das kürzlich abgeschlossene b r a f U i a n i f d) • a r g e n « tinische Abkommen, als em Zeichen für Die wachsenden Bemühungen Iberoamerikas angesehen feine Erportverluste durch den Ausfall Europas a u s e i g e n e r K r a f t zu kompensieren und zugleich auch gegen lb i e "Hemisphären- Politik" der Vereinigten Staaten einen Schlag zu führen. Das Abkommen sieht u. die Mo- bernifierung der Transanden- B ah n und der die beiden Länder verbindenden Landstraßen sowie die Dorzugsbehandlung in zollvolitischer Hinsicht gewissen Austauschgütern gegenüber vor. Schwedische Hiuozeuqe in USA. »be'ch'aanabmt*. der Rat der Botschaft als Vorsichtsmaßnahme hingestellt. Das ist die Burmastraße. Die Minerallager Spaniens, die sehr reichhaltig 1 sind, aber in der Vergangenheit kaum ausgenutzt , wurden, sollen näch einer staatlichen Verfügung in erhöhtem Maße abgebaut werden, wobei in erster ; Linie an die wertvollen Blei- und Quecksilberminen gedacht ist. In Verbindung mit der sich steigernden Produktion an Roherzen wird auch die Eisen- und Stahlerzeugung stark aktiviert, so daß Spanien nach dieser Richtung unabhängig von der Einfuhr wird. Die allgemeine wirtschaftliche Erschließung fordert eine Verdichtung des Verkehrsnetzes, da weite Landgebiete, die bisher kaum bevölkert waren, nunmehr Schwerpunkte des Wirtschasts- lebens werden. Auf diesem Sektor befindet sich Spanien in einer besonders schwierigen Lage, roetl während des Bürgerkrieges ein wesentlicher Bestandteil an Lokomotiven, Personen- und Guterwagen vernichtet worden ist. Im Rahmen des Fumjahres- programms find daher alle Maßnahmen ergriffen, um die Herstellung von Lokomotiven und sonstigen verkshrswirtschaftlichen Einzelheiten auf ein Maxi- mimt zu steigern, so baß der dem Besucher 6pa- niens vielleicht am meisten ausfallende Uebelstand her Derkehrsverhältnisse sehr bald behoben werden wird. Seiner Lage zum Mittelmeer und zum Allan- tik entsprechend ist Spanien als Se ehand e s- ft aal zu betrachten. Auch der Seehandel mürbe während des Bürgerkrieges durch Verlust von Schi,- fen bis zu kleinen Fifcherbooien fo stark daß Spanien gezwungen mar, eine Fischem'uyr zu beginnen. Auch dieser Mangel rnird durch die Erstellung von Neumaterial für Dte zahlreichen tnscher- kolonien am Mittelmeer bald beseitigt merdm können. Im übrigen merden natürlich rur die Handelsschisfahrt wie auch für die Kriegsflotte Neubauten am laufenden Band durchgefuhrt. Dah bei all diesen Vorhaben ein längerer Zeitraum er forderlich ist ergibt sich aus der beklagenswerten Nach? daß die spanische Wirtschaft nicht nur durch den lcuigdauernden Bürgerkrieg auf allen Sektoren schwerste Schäden erlitt, sondern auch vorher unter der Regierung des Königshauses durch Mißwirtschaft und ®Ieid)flültiflteit würbe Man preßte aus dem spanischen Dolk den letzten Defeten heraus, gab sich aber keine Muhe^ die Vor- Sungen für die' Entsprechende Einku^ und insbesondere für eine Anpassung an den hohen m dustriellen Stand der übrigen Staaten Europas zu S t o ck h o l m , 23. Okt. (Europapreß.) Aus Lon- don liegt eine Meldung vor, die bestätigt daß die Regierung der Vereinigten Staaten NO auf schwedische Rechnung in den Vereinig, ten Staaten hergestellte Mil'tarflug. , » u ae beschlagnahmt und an bte Reaierung von Kanada ausaellesert hat. Es handelt sich um 60 Ja ad- und 50 Bombenmaschinen. Der englische Nachrichtendienst berichtet, daß man ursprünglich versucht habe, die Flugzeuge von Schweden zu erwerb e n, daß diese Verhandlungen aber fehlgeschlagen seien, so daß man gegen den Willen Schwedens die Flugzeuge an England bzw Kanada verkaufte. Oie Engländer sollen China und 3opon verlassen. Stockholm, 23. Okt. (Europapretz.) Es bestätigt sich, daß die englische Botschaft in Tokio und die englischen Behörden in Schanghai allen englischen Staatsangehörigen in Japan u n ö im besetzten chinesischen G e b e t den Rat geben, die Heimreise anzutreten. In London^wird Die Kaiserin Friedrich. Tochter der Königin Victoria von England, dis zum Jahre 1888 preußische bzw deutsche Kronprinzessin, ist zeit chres Sehens im Herzen immer englisch gesinnt geblieben. Das geht aus ihren Briefen ganz klar her- vor. Aber ih aufgeregten Zeiten, besonders während der Kriege 1864, 1866 und 1870 hat sie sich von der nationalen Strömung ergreifen lassen und bann energisch für Deutschland bzw für Preußen Partei genommen Das geht besonders hervor aus einem Brief vom 13 April 1864. der an ihre königliche Mutter gerichtet war Nachdem es dem dänischen General de M e z a gelungen war, die dänische Armee aus der Dane- werk-Stellung fortzubringen nach Düppel, war es die Aufgabe der Verbündeten, die Düppel-Stellung zu nehmen. Mit dieser Aufgabe wurde Prinz Friedrich Karl betraut. Am 2 Aprll 1864 begann die Beschießung Düppels und der Daneben liegenden Stadt Sonderburg auf Alfen. Bei _ der Beschießung der Stadt am 3 April, die den Dänen vorher angekündigt war, wurden mehrere Bewohner Sonderburgs darunter auch Frauen und Kinder, von den preußischen Granaten getroffen. Das war den Engländern ein willkommener Anlaß, um den Preußen Vorwürfe zu mackem In England war die Stimmung durchaus dänen freund- l i ch und gegen Preußen. Die Königin Victoria selbst war deutschfreundlich und hat jedes bewaffnete Eingreifen Englands zugunsten Dänemarks verhindert. Aber der englische Gesandte in Berlin Sir Andrew Buchanan richtete ein privates Schreiben an Bismarck und fragte an. ob es wahr fei, daß man Sonderburg ohne vorherige Anzeige bombardiert habe, ob Frauen und Kinder umgekommen feien, ob die preußische Regierung em sol- folgenden Worten: „Ich kann in der Beschießung Sonderburgs nichts Unmenschliches oder Ungehöriges finden Sie war notwendig, und wir hoffen, ie war nützlich Was würde Lord RuffeU sagen, wenn mir alle Augenblicke Nachforschungen an- stellen würden, was m Japan vor sich geht, wo Admiral Kuper keine solch ungeheuren Skrupel hinsichtlich Beschießungen hegte?' Admiral Kuper hatte nämlich mit einem englischen Geschwader die japanische Stadt Kagosirna bombardiert und zu einem großen Teile zerstört, weil ein Engländer in Japan ermordet mar. Dann tadelt aber die Kronprinzessin das Benehmen ihrer Landsleute mit harten Worten, indem sie schreibt: „Englands ständige Einmischungen in die Angelegenheiten anderer Leute sind im Ausland so lächerlich geworden, daß man beinahe aufhört sich darüber zu ärgern." Das sind ausgezeichnete Worte, die heute "genau so zutreffen wie damals. Die Kronprinzessin fährt bann fort: „Aber für em englisches Herz ist es nicht schön zu sehen, wie die Würbe bes eigenen Lanbes Fomprimittiert und heruntergedrückt wird." Diese Worte sind Darum so wichtig, weil sie beweisen, daß die Kronprinzessin sich ganz als Engländerin gefühlt hat. Dann kommen weitere Worte, die ebenfalls noch heute paffend sind: „Der höchstpathetifche, philan- tropifche und tugendhafte Ton, in welchem alle Angriffe gegen Preußen gehalten sind, hat etwas ungemein Lächerliches Wenn die Engländer sich in einem Krieg befänden würden sie es nicht lieben, wenn man ihnen in pompösem Stil diktierte, wie sie chn zu führen haben." Es ist höchst interessant festzustellen, wie hier eine Engländerin ihren Landsleuten so energisch die Wahrheit sagt, wie es von deutscher Seite nicht besser geschehen konnte. Die Kaiserin Friedrich beurteilt eben ihre Landsleute vollkommen richtig, und wir können chren Worten nur zustimmen. KaisermFriedrichüberEngiandunddieLngländer Don profeflor Dr. Hans MeyerfahM'Kiel. Aus aller Wett. Der Henrik-Steffens-Preis für die finnische Dichterin Malta Talvio. Die Hansische Universität feierte ihren lieber- eetag in Dem im Sachsenwald gelegenen Reichsin- tut für ausländische und koloniale Forstwirtschaft Reinbek. Der Rektor Professor Dr. Gundert anbte sich an die finnische Schriftstellerin und ziale Kämpferin Frau Ma i l a Talvio - M i k - )la aus Helsinki, die den für geistige Führer ib Förderer der germanischen Kulturgememschast den nordischen Ländern bestimmten hansischen enrit-Steffens-Preis für 1939 erhalten hat. Die eise Dichterin und verdienstvolle Mittlerin deutsch- unsicher Zusammenarbeit dankte mit Worten auf- chtiger Bewegung, in denen sie der Verbindung oischen Deutschland und Finnland in der Ge- lichte ihres Volkes und ihrer eigenen Familie -dachte. Professor Dr. Rein teilte dann mit, daß •r Henrik-Steffens-Preis für 1940 dem Rektor der tockholmer Hochschule Profesior Thulberg und ?m Germanisten der Universität Lund Professor o t h zugesprochen sei. Der Dekan der mathe- :atisch - naturwissenschaftlichen Fakultät, Professor r Raethje, gab der Promovierung des emeretier- n ordentlichen Professors der Mechanik und mathe- latischen Physik an der Universität Lund (Schwe- en) Dr. Vage Walfrid Ekman, der die Kennt- is von dem physikalischen Verhalten des Meer- .asiers bereichert, die Methodik der Beobachtun- en auf See gefordert und den Vorstellungen von en Meeresströmungen eine neue Grundlage gege- en hat, zum Doktor der Naturwissenschaften ehren- alber der Hansischen Universität bekannt. Geheimrat von Worgihky 80 Jahre all. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeld- larschall von Brauchitsch, hat dem Ministerialrat D. Wirklichen Geheimen Kriegsrat von Wor- i tz k y zu seinem 80. Geburtstag am 23 Oktober >ine und des Heeres herzliche Glückwünsche aus- esprochen. Er gedenkt dabei der hervorragenden Verdienste des Jubilars auf dem Gebiete der Heeres- Verwaltung, besonders in seiner Eigenschaft a l s Armee-Intendant im Weltkriege und als Abteilungschef im Reichswehrministerium. Den Glückwünschen des Oberbefehlshabers hat sich der Chef des Heeresverwaltungsamtes im Oberkommando des Heeres, Generalmajor Oster lamp , angeschlossen. Riefenfeuer in Schweden. (Ein verheerender Brand hat sich in Djarnum in der Nähe von Kristianstadt (Südschweden) ereignet Sämtliche Fabrikgebäude der Ortschaft, insgesamt fünf brannten bis auf die Grundmauern nieder. Eine Reihe von Löschzügen mußte aus der weiteren Umgebung herangeholt werden. Doch erwiesen sich die Löscharbeiten als zwecklos, da sich das Feuer mit unheimlicher Schnelligkeit ausbreitete. Der Scha- den wird auf über eine Million Schwedenkronen beziffert. Das zweite Geleis der Simpionbahn dem Verkehr übergeben. Das zweite Geleis der Simplonlinie wurHe auf der längs des Lago Maggiore verlaufenden Strecke zwilchen Arona und Baveno dem Betrieb übergeben, am 26. Oktober wird die weitere Teilstrecke zwischen Dornodossola und Cuz- in go folgen. Zugleich werden die Fahrzeiten die. ser Etappe verkürzt, doch erfolgt die Aenderung des Fahrplanes erst nach der Fertigstellung Des Doppelgeleises auf Der ganzen Strecke. Die ForlschickUe anzuerkennen. Die Spanien in wem- gen Jahren machte und jetzt unter Den erschwerten Verhältnissen Der Kriegslage in Europa behauptet. Spanien auf dem Wege zur Autarkie. Diele Jahrzehnte hat Spanien in Der Rangordnung Der europäischen LänDer an unbeDeutenber Stelle gestanDen Dieser im Mittelalter so mächtige Staat ging namentlich nach Dem Weltkrieg politisch und wirtschaftlich einer Zersetzung entgegen, Die Den BestanD Der Nation völlig unterhöhlte unD schließlich zur nationalen Erhebung und dem Bürgerkrieg führte. Die Folgen Diefes Bürgerkrieges sind für Die spanische Wirtschaft von katastrophaler Wirkung gewesen. weil gerade die Zentren des spanischen Wirtschaftslebens zerstört bzw. unbrauchbar gemacht waren. Noch heute wird Dadurch Der Rhythmus Der Aufbauarbeit Spaniens gehemmt. Im übrigen hat aber die Regierung Spaniens alle Mittel ergriffen, um die Wirtschaftsführung Dem hohen Stand Der Achsenmächte näher zu bringen, mit dem Ziele Der völligen Autarkie. Diese Zielsetzung Der spanischen Aufbauarbeit ist von höchster Bedeutung nicht nur für die Neuordnung Europas, sondern auch für Die Stellung Spaniens als kommender Kommissionär Europas nach Ueberfee und Afrika. Nach den letzten statistischen Unterlagen hat Spanien auf den verschiedensten Wirtschaftsgebieten bereits große Erfolge zu verzeichnen. Die Eisenerzproduktion ist im Vergleich zum Jahre 1936 um mehr als eine halbe Million Tonnen gestiegen, wobei zu berücksichtigen ist, daß eine An- zohl neuentdeckter Erzlaaer noch nicht erschlossen werden konnte. Eine der schwierigsten Dersorgungs- fragen Spaniens, der Kohlenbedarf, ist durch eine Mehrförderung von rund 60 v. H. gegenüber 1934 wesentlich verbessert worden, und zwar oerteilt [uh die Förderungszunahme gleichmäßig auf Steinkohle, Anthrazit und Braunkohle. Da weitere Kohlenlager in absehbarer Zeit in Betrieb genommen werden können, wird Spanien auf diesem Wirtschaftssektor, der in allen Staaten Südeuropas die schwierigsten Probleme stellt, demnächst als autark betrachtet werden können. legenheit geboten, in die Organisation der Zentral, agentur für Kriegsgefangene Einblick zu nehmen. — Der Präsident Des Internationalen Komitees, Professor Dr. Max Huber, empfing Die deutschen Gäste. fdÄ ist Spanien auf dem We«e zur mrstchos«. licken Autarkie, wobei es auch Die neuen Erkennt nisfe der Rohftosfwisf-nfchaften. die n°ni°nll,ch non D-uifchland aueflinflen auf bas eipene Land ki e ^rodu'monamdiiUchLen hÄian^» der Betrieb erst in eiaiflen werden können, weil dafür ^nächst inDustn^ue i Sveiialeinrichtungen sowie die entsprechenden ? briten Ä“n werben muhten. Die ^ptmnV oerarbeitd Reisstroh. 3m «a^n F Liefen Sektoren die Erzeuqunq von 15 a.f). aut 50 o.fr des Eiaendebaris «I“!« “ noch die ßälfte dieser Erz-u-,niff- etnflefubrt zu “gnteteffa’Ä übewuntnb für ble fpanifd)« 3"i. Äüf ÄftWm ©ebiet W r Äettuloib abhänpiaen Firmen, bte bisher menen Ä Un'Au'ch'Llur^ der fpanb Ä H a n‘ tXV nunmehr stark" e^ei^rt. f° baß der hohe Prozentfoh der Einfuhr^oon Sticks ftoffDünger schnell berabsmkt und 3U, Erzeugung auf eigener Scholle entsp nimmt. Wie kaum em anderes Land in Europas- Spanien heruntergewirtschaftet gewes . is Büraerkrieg überstanden hatte. Um so Hoyer LAM PE N WichtigeRatschlägefürwerdendeMütter. Was mußt du bedenken bei den Vorbereitungen auf die Geburt? Wann sollst du die notwendigen Dinge für dich und dein Kind besorgen? Wohin wendest du dich mit deinen Fragen? 1. Sobald sich die ersten Anzeichen der Schwangerschaft einstellen, gehe zur Hebamme oder zum Arzt, um dich untersuchen zu lassen unt) um dir für den weiteren Verlauf der Schwangerschaft und für die Entbindung Rat zu holen. 2. Laß dir bei dieser Gelegenheit mehrere Schwangerschaftsbescheinigungen ausstellen. (Nach 8 Wochen sind die Bescheinigungen erneut anzufordern.) 3. Das Ernährungsamt oder die Lebensmittel- kartenftelle gewährt dir auf Vorlage einer Schwangerschaftsbescheinigung sofort zusätzlich Nährmittel und Vollmilch (die NSV. „Mutter und Kind", Abt. Schwangerschaftsbetreuung, vermittelt mancherorts der Frau den Berechtigungsschein für Vollmilch und Nährmittel von der zuständigen Kartenstelle oder dem Ernährungsamt). Im siebenten Schwangerschaftsmonat wird von der gleichen Stelle anstatt eines Teiles der bisher erhaltenen Nährmittel wahlweise Butter bewilligt. Minderbemittelte werdende Mütter können auf Antrag bei der NS.-Volkswohl- fahrt (siehe oben) Gutscheine erhalten zum Einkauf der zusätzlichen Lebensmittel. 4. Im Anfang des fünften Schwangerschaftsmonats erhältst du — ebenfalls gegen Vorlage einer Schwangerschaftsbescheinigung — die Säuglingskleiderkarte beim zuständigen Wirtschaftsamt. Gleichzeitig kannst du für dich selbst die notwendigen Wäsche- und Kleidungsstücke (Büstenhalter, Umstandskleid, Unterlagen für Hausentbindung) beantragen. Für das erste Kind erhältst du die vollständige Säuglingskleiderkarte, ebenso, wenn seit der Geburt des letzten Kindes mehr als fünf Jahre vergangen sind, für jedes weitere Kind die Säuglingskleiderkarte mit 60 Teilabschnitten. 5. Bettwaren und Bettwäsche können zusätzlich auf Bezugschein geliefert werden bis zu den festgesetzten Höchstmengen für einen Säugling. 6. Besorge dir bei der NS.-Volkswohlfahrt (siehe oben) einen Einkaufsausweis für die bevorzugte Abfertigung in Geschäften usw. Er kann vom Tage der Feststellung der Schwangerschaft an beantragt werden und gilt bis drei Monate nach der voraussichtlichen Geburt des Kindes. Die Ortsgruppe des Deutschen Frauenwerks ist gern bereit, dir Wege und Besorgungen abzunehmen, die dir infolge zu starker Arbeitsbelastung oder körperlicher Behinderung Schwierigkeiten bereiten. 7. Im siebenten bis achten Schwangerschaftsmonat soll alles für die Entbindung und das Neugeborene vorbereitet und die entsprechenden Stellen verständigt sein: die Säuglingsausstattung, das Entbindungszimmer, die Hebamme, die Hllfe für den Haushalt (evtl, durch Vermittlung des Deutschen F^auen- werkes zu besorgen), Anschrift und Telephonnummer des nächsten Arztes; rät der Arzt zur Anstaltsentbindung, rechtzeitige Anmeldung dort. 8. Bist du berufstätig, vereinbare rechtzettig mit deinem Betriebsführer den Zeitpunkt, an dem du die Arbeit niederlegst. Benachrichtige die Krankenkasse entsprechend und erkundige dich nach der Regelung bezüglich des Lohnes, des Wochengeldes, der Famllienwochenhilfe usw. Bist du nicht in einer Krankenkasse versichert, und kannst du die Kosten für die Entbindung nicht selbst tragen, so stelle einen Antrag auf Wochenhilfe beim zuständigen Bezirksamt. 9. Nach der Geburt ist gleichzeitig mtt der standes- amllichen Meldung das Ernährungsamt bzw. die Lebensmittelkartenstelle von der Geburt des Kindes in Kenntnis zu setzen, um die entsprechenden Le- Ueber die Geschwindigkeit des Kraftfahrzeuges bei Dunkelheit hatte das Reichsgericht den Grundsatz entwickelt, daß die Geschwindigkeit so einzurichten sei, daß der Bremsweg keine längere Strecke benötigt, als zu übersehen ist. Während des Krieges entstanden Zweifel, ob dieser Grundsatz ange- sicbts der Abdunkelung der Scheinwerfer aufrecht- eryalten werden könne. Es wurde geltend gemacht, daß bann nur noch so geringe Geschwindigkeiten möglich seien, daß praktisch der Kraftverkehr lahmgelegt werde. Wie die „Deutsche Justiz" mitteilt, haben Nachprüfungen ergeben, daß zumeist in den Fällen, in denen diese Vorstellungen erhoben wurden, die Lichtquellen mehr als erforderlich verringert waren. Wenn die Lichtschlitze der Scheinwerfer genau den Bestimmungen entsprachen, blieb eine Sichtweite, die eine angemessene Geschwindigkeit durchaus noch gestattet. Durch die Einführung der Wehrmacht- iarntoeirtroerfer ist diese Sichtwette weitgehend normalisiert, so daß sie jetzt erst recht für ausreichende Geschwindigkeiten gesichert ist. bensmittelfarten für den Säugling zu erhallen. Du selbst bekommst wetterhin bis zu 6 Wochen nach der Geburt bzw. solange du dein Kind stillst, zusätzliche Lebensmittel. 10. Als stillende Mutter hast du außerdem An- spruch auf Stillgeld und, falls du berufstätig bist, auf Stillpausen (ohne Lohnausfall). 11. Nähere Auskunft über alle diese Fragen erteilt die NS.-Frauenschaft-Deutsches FrauenwerU Das Reichsgericht hat deshalb auch für die gegenwärtigen Verhältnisse in einer neuen Entscheidung an seinem Grundsatz festgehalten. Daß freilich durch die Verdunklungsvorschriften eine Verringerung der Geschwindigkeiten notwendig ist, muß in Kauf genommen werden. Eine Aufhebung des Grundsatzes des Reichsgerichts während des Krieges ist umso weniger möglich, als damit eine ungeheure Gefährdung des übrigen Straßenverkehrs, besonders der Fußgänger, eintreten würde. Selbstverständlich muß der Fußgänger ganz besonders auf das Heran- nahen eines Kraftfahrzeuges achten, da er das Kraftfahrzeug viel weiter sehen kann als dessen Fahrer ihn. Daß trotzdem der Fahrer die Straße im Auge haben muß, ist bei dem vielfältigen Verkehr eine unumgängliche Notwendigkeit, da er immer wieder einem überraschten Fußgänger begegnen oder plötzlich einen Radfahrer oder einen Handkarren vor sich erblicken kann, deren Fahrer das Kraftfahrzeug nicht kommen hörten. Bei den Straßenbahnen ist diese Gefahr einer Ueberraschung für andere Verkehrsteilnehmer sehr viel geringer. Oer Bremsweg muß zu übersehen sein. im Alter von 74 Jahren. im 60. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Nadi Gottes unerfor schlich em Ratschluß entschlief sanft nach langer Krankheit unser lieber, stets treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Im Namen der Hinterbliebenen: August Noll. Gießen (Mäusburg 7), den 24 Oktober 1940. Die Einäscherung fand in aller Stille statt. — Von Beileidsbesuchen und Blumenspenden bitten wir Abstand zu nehmen. Georg Staufs Lokomotivführer Nach einem langen, mit großer Geduld getragenem Leiden entschlief am 21. Oktober unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Noll Hiesige Leheosmiltel-Großhandlong sucht ver sofort oder später tüchtigen jüngeren Herrn oder Zräulein für Büro. Schrift!. Angeb. unter 03583 an den Gieß. Anzeiger erbet. Gießen, Erfurt, Düsseldorf, Wetzlar, den 22. Oktober 1940. Hillebrandstrahe 1211 4770 D Junge Frau zum Austragen von Zeitungen sofort gesucht. Verlages Gießener Anzeigers ........................... Geschwister Horn. 03584 Gießen (Mühlstraße 31), den 23. Oktober 1940. 4772 D Freibankverkauf im 58. Lebensjahr. von 9-10 Uhr Nr 451- 500 Gießen (Stephanstraße 41), den 23. Oktober 1940. Altersvereinigung 1883-1933 Die Beerdigung findet Freitag, den 25. Oktober, 15.00 Uhr, auf Unser lieber Alterskamerad 477SD dem Neuen Friedhof statt Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. 03585 Der V erstand. wird gebeten. Am 22. Oktober d. J., abends, starb plötzlich und unerwartet unser Prokurist ist die billigsteI BrühTsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Harnsäure Gießen, den 23. Oktober 1940. 4777 D von 10-N Uhr Nr 501- von 11-12 Uhr Nr 551- 550 600 Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Für die liebevollen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang unserer geliebten Mutter danken wir herzlichst LaAläffevonZdb 20 v. 6. erhallen 6U frei wiederholten Aus- nahmen einer Siutifl# 477»A 450 am Freitag. 25. Ott. 1940 von 8-*9 Uhr Nr. 401- Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma A. Ringel Le Sohn. am Samstag, 26. Oktober 1<<4O von 8- 9 Uhr Nr 601-650 von 9-10 UbrNr. 651-700 von 10-11 Uhr Nr. 701-750 StAdt. Schlachthof, Gießen. Christoph Studt ist am 22. Oktober plötzlich verschieden. Die Beisetzung findet Freitag, den 25 Oktober, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung Photobüdier helfen Lehrgeld sparen! Von den 75-Pfennig-Heften der Fotorat-Reihe bis zu den kostbarsten Bildbänden finden Sie bei mir eine große Auswahl. Die Beerdigung findet Freitag, den 25. Oktober, nachmittags 2¥a Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Todes* Anzeige. Plötzlich und unerwartet verschied Dienstag abend infolge eines Herzschlages mein lieber, guter Mann, mein treusorgender Vater In tiefer Trauer: Frau Bertha Studt, geb. Volp. im Übermaß, Gicht, Rheuma, Magen- Darmkalarrh, sowie Arterienverkalkung, SaureS Brennen, Gallen- u. Nierensteine sind Zeichen schlechter Magenpflege. Mtt Sa! digestlvus Kattermans bereitet man sich ein Heüwasser, das übermäßige Harnsäure auS- schwemmt, das Blut und die Säfte reinigt und den Magen richtig Pflegt Die wohltuende Wirkung ist bald festgestellt. Glas: L25 dt in Apoth. u. Drog. Universitäts-Apotheke zum goldenes Engel, A. Habrich, MarktpL (uleD Herr Christoph Studt, Prokurist Inhaber des E. K. II, der Hessischen Tapferkeitsmedaille und des Fiontkämpferehrenzeichens Herr Christoph Studt im Alter von 57 Jahren. Fast 35 Jahre hat der Verstorbene in treuer Pflichterfüllung die ihm gestellten Aufgaben gewissenhaft und vorbildlich erfüllt Seine jederzeit gezeigten aufrichtigen Charaktereigenschaften und seine stete Hilfsbereitschaft erwarben ihm die uneingeschränkte Achtung und Wertschätzung all derer, die mit ihm arbeiteten. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre lA/erbung wirksam unterstützen Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nützen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache • eie Photo - Kino Kreuzplatz 9 4766A Fernruf 3153 Gutmöbl. Zimmer von alleinstehendem Herrn ges., ver sofort oder 1. 11. 40. Zentrale Lage, Hei- zung u.fließendes Wasser, Garage beim Haus oder in der Nähtz erwünscht. Angebote mit Breis- angb. unt. 47730 anoenGieß.Anz. Interessent ist Dauermiet., viel abwesend, zahlt Miete voraus. Student mtt sauberem Hund sucht zum 1. 11. mölil. Zimmer. Sehr. Ang. unt. 03564 a.d.G.A. Kameradschaft Landwehr - Infanlerie - Regt 116 Gießen. Unser lieber Kamerad Christoph Studt wurde zur großen Armee abberufen. 477M Beerdigung am Freitag, dem 25. Oktober, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. — Teilnahme aller Kameraden ist Ehrenpflicht. Der Kameradschaftsfiihrer. [Stellengesuche] SMM selbständig, sucht auf 3 Tage in der Woche Beschäftigung. Schriftl. Änfrag. unter 03590 an denGieß.Anzeig. j Vermietungen] Abgeschlossene gut möblierte Mansard.-Wohnung m. Veranda und Zentralheizung 2 Wohn- und 3 Schlafz., Bad u. Zubeh. Auch mit elektr. Herd und Warmwassersp. anDauerm. z.v. Hmdeowwall 141. | Mietgesuche"] Suche 2 Zimmer- Wohnung möglichst m. Bad ; 1. Dezember. Schriftl. Angeb. unter 03581 an den Gieß. Anz. Donnerstag, 24 Oktober 1940 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 252 Zweites Blatt werden. (Nachdruck verboten.) 9. Fortsetzung. korken tanzte. Dera sah still zu ihm hinüber, und wahrend der leise Frühlingswind in ihrem Haar spielte, wußte sie plötzlich, daß sie diesen Mann liebte. Mit einer töricht süßen, ganz jungen Liebe, vor der sie heimlich erschrak. Der Fischer jedoch war völlig in seine Arbeit versunken. Er starrte in das Wasser, als gelte es, das Rheingold zu heben. Vera kletterte über das Felsgeröll. Ihr Herz klopfte wie das Herz eines Schulmädchens, das sich zum ersten Male mit dem Angebeteten trifft. .Guten Morgen!" sagte sic lachend, verlor das Gleichgewicht und klammerte sich an den Arm, der die Angel hielt. Der Korken zuckte empor. .Hetzt haben Sie ihn zum zweitenmal veriagt , sagte der Mann. . ... .. Ach ja, ich weiß, den größten und schlausten Hecht vom Slljansee. Wie kann ich das wieder qutmachen?" _ r., „ . In seinem ebenmäßigen Gesicht zuckte em kleines Lächeln. teig: 125 g helle Marmelade. 125 g Zucker. 1 fläfchdien Dl Oetker Rum-Rroma, 1 gelte, leel gemahlener Anis oder Zimt oder 1/4 fläfdidL Dl Oetker fiuchengeiDÜg-flcoma. 1 päckck. Da Oetker Soßenpute. Dan.-6efdim. 1/8-1/4 l entrahmte frifchmikh. 500 g IDeizenmehl. 1 Päckchen Dl Oetker „Barfuß”. 100 g Rosinen. 50 g Korinthen. Bum Bestreuen: Öms pufceQU&L schützt und pflegt die Haut selten auch noch mit Wachtelschenkeln verziert. Das ist dann freilich ein lukullisch Mahl! Aber gar so viel Drum und Dran braucht es gar nicht, auch in einfachster Zubereitungsart ist der Karpfen äußerst wohlschmeckend, vorausgesetzt freilich, daß er sich einige Zeit in fließendem Wasser aufgehalten hat und kein gar zu bemoostes Haupt ist. Vorläufige Konzessionsperre in Hessen. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat eine Verordnung erlassen, wonach mit sofortiger Wikkung bis zum 31. Oktober 1943 im Lande Hessen Erlaubnisse für neu zu errichtende Gast- und Schantwirtschaften grundsätzlich nicht erteilt und bestehende Schankerlaubnisse auf nicht zugelassene Arten von Getränken nicht ausgedehnt werden dürfen. Ausnahmen dürfen nur in ganz besonders gelagerten Fällen von den Landräten und staatlichen Polizeiverwaltern zugelassen werden. Der Beginn der Vorstellungen im Stadttbeoter. Bon der Intendanz des Stadtcheaters Gießen wird uns geschrieben: Abgebrochene Vorstellungen sind kein ungetrübter Genuß, weder für das Publikum, noch für das Theater selbst. Das Publikum will natürlich seinen Schluß haben, und das Theater will ihm diesen Schluß auch geben. Deshalb hat sich die In- tendanz des Stadttheaters Gießen entschlossen, den Beginn aller Vorstellungen von nächster Woche ab mit backenahne Gier und Jett-und dach gut? fflameladen-l^ 3000Kilometer Siebe Noman von Olly Boeheim vom Jahr 1739 mit achtzehn Zubereitungsvorschriften; die Zahl von acht Karpfenrezepten, die das niedersächsische Kochbuch des Itzehoer Stadtkochs Marcus Looft anführt, mutet dagegen fast dürftig an. Im „Hamburgischen Kochbuch" vom Jahr 1788 finden sich bann wieder fünfzehn Kochanweisungen, und über ein Dutzend weist auch ein Wiener Kochbuch vom Jahr 1824 auf. Da die Rezepte in den verschiedenen Kochbüchern keineswegs miteinanber übereinstimmen, so sollte man glauben, daß für jedermanns Geschmack gesorgt gewesen sei. Und doch sind nicht alle des Karpfens Freund: Brillat-Saoa- rin erwähnt seiner ebensowenig, wie die bedeutenden Gastronomen Rumohr und Blumenröder! Sicherlich ist aber keiner von ihnen beeinflußt worden durch den alten Aberglauben, daß durch den Genuß des Karpfenfleisches ,cher Magen leichtlich erkältet, der Stein im Geblüt gemehret, Verstopfung und ein tägliches Fieber erfolgen kann; sonderlich werden die denen, so zum Stein und Colik geneigt, gar verboten". (Solch seltsame Mär nämlich steht zu lesen in älteren Werken. Ebenda aber wird zur Heilung fast aller dieser Hebel der sogenannte „Karpfenstein" aus dem Rückgrat des Fisches empfohlen, so daß also Unheil und Heilung gleichzeitig dargeboten wurde.) Wenn heutige Kochbücher auch nicht mehr achtzehn Rezepte aufmarschieren lassen, so steht doch auch heute eine so stattliche Anzahl davon zur Der- pigung, daß die Hausfrau die Qual der Wahl hat. Hier eine kleine Auslese: da ist zunächst der schlichte, blau gekochte Karpfen, dem nicht selten eine Rotweintunke beigegeben wird, dann der gebackene, daneben der mit saurem Rahm (im Krieg mit Buttermilch) gebratene; auch mit Meerrettich kann Karp- • ftn fertig gemacht, ober unter Zutat von Rotwein und allerlei Gewürzen eine Matelote aus ihm bereitet werden. In manchen Gegenden herrscht un° Entschädigung bei Fliegerschäden. Ausgleich von Einnahmeausfätlen oder Mehraufwendungen. - Oie Schaden- feststellung bei Gebäuden. auf 19 Uhr festzusetzen. Sie ist dabei überzeugt, daß diese Maßnahme das Verständnis des Publikums finden wird, zumal damit die Möglichkeit gegeben erscheint, daß alle Theaterbesucher in den vollständigen Genuß der Vorstellungen kommen. Die Vorstellungen werden so in Zukunst spätestens um 22 Uhr beendet sein. Infolge dieser Aenderung mußten auch einige Umstellungen im vorgesehenen Spielplan vorgenommen werden. So wird als nächstes klassisches Schauspiel Schillers ,Labale und Liebe" vorbereitet, die Oper hat mit den Proben zu d'Alberts „Tiefland" begonnen, und in der Operette rotrb an dem Werk von Stolz „Der Tanz ins Glück" gearbeitet. Als nächstes Lustspiel ist die Komodie „100 000 000 Dollars" von Coubier angenommen. Neue Spielzeiten in den Kinos. Von heute ab sind für den Vorführungsbeginn in den beiden Gießener Lichtspielhäusern neue Zeiten festgesetzt worden. An Werktagen beginnt die Vorführung der Hauptfilme um 14.45, 17.00 und 18.45 Uhr. Die Wochenschau für die beiden ersten Vorstellungen läuft ab 16.15 Uhr. An den Sonn- tagen beginnen die Vorführungen um 14.00, 16.1a und 18.45 Uhr. Straßenbahn gegen Lastzug. Am gestrigen Mittwoch gegen 14 Uhr ereignete sich an der Straßengabelung Neuen Bäue/Neuen- weg/Iohannesstraße, gegenüber vom Stadttheater, ein Zusammenstoß zwischen einem Stra- ßenbahnwagen und einem Lastzug aus Bischofs- bedingt der in Bier gekochte, sogenannte „polnische" Karpfen, dem häufig neben allerlei Kräutern und Gewürzen auch Honigkuchen und Rosinen zugesetzt werden. (Eine Zutat von braunen Lebkuchen und Zuckersyrup enthält neben allerhand Gewürzen auch der „schwarze" oder „böhmische" Karpfen.) Andere wieder kochen den Karpfen „ä la Bourguignonne in Burgunder und würzen die Tunke mit Thymian, Basilikum, Sardellen und Kapern. Recht wenig kriegsgemäß wäre es, den Karpfen mit Hechtfrikasse zu füllen und ihn goldgelb zu backen, um ihn dann in einer Hülle aus Butterteigschuppen mit Eier- überstrich mit Krebsschwänzen und Sardellensauce zu Tisch zu geben. Nur der Kuriosität halber sei die Zubereitung „ä la Chambord" genannt: der mit Speck und Trüffelstreifen gespickte Fisch wird in Weißwein mit allerhand ausgeklügelten Zutaten weich gedämpft, glasiert und mit Champignons, würflig geschnittener Zunge, Krebsschwänzen, nicht „Das ist überhaupt nicht wieder gutzumachen. Hechte sind von Natur aus mißtrauisch und beißen schwer an." „Es gibt auch Menschen, die ähnlich sind, sagte Vera ärgerlich. „Die schwer anbeißen, meinen Sie?" „Nein — die mißtrauisch sind." „Bei mir trifft beides zu", sagte Arne und prüfte angelegentlich die Angel. „Sie fragen gar nicht, wie es mir geht, rief Vera wütend. „Das werde ich noch früh genug erfahren! Er drehte sich zum erstenmal während des Gesprächs um und sah sie voll an: „Können Sie Kaffee kochen?-" Dera nickte eifrig. „In der Küche finden Sie alles —" Dera ging etwas übertrieben humpelnd davon. Dann faßen sie vor dem kleinen Haus und frühstückten. Die Schwalben schossen wie silberne Pfeile durch die Luft. Arne hatte den Kaffee gekostet und beifällig genickt. Diese Kritik machte Vera mehr Freude als eine halbe Spalte in der Zeitung. Dann steckte der Mann fid) eine kurze Shagpfeife an und sagte langsam: „Was soll nun werden?" Dera wurde plötzlich traurig. Was sollte werden? Dieser Robinson schien nur ein einziges Interesse an ihr zu haben: nämlich sie möglichst schnell wieder los zu werden, damit er sich ungestört der Ueberliftung des ,Rektors" hingeben konnte. „Ja" antwortete sie gedehnt: „Sie werden wohl noch ein paar Stunden opfern müssen, um mich nach Leksand hinüberzurudern." „Ganz nette Tagestour", sagte der Mann ver- „Laufen kann ich beim besten Willen nicht', rief Vera entrüstet. „Zeigen Sie mal her!" Gehorsam legte sie ihren Fuß auf fein Knie. Mit sachkundigen Händen untersuchte er das Gelenk; dann holte er Salbe und begann zu massieren. Der kleine, klassisch schöne Fuß der Tänzerin bebte leise unter seinen Händen. Dera schloß die Augen. Die Frühlingssonne hüllte sie in einen Mantel von Gold und Wärme. Sie begann zu träumen. Warum machen es sich die Menschen so schwer? dachte sie. Das Glück ist so einfach! Eine Hütte, ein lachender See, einen Menschen, den man gern hat. Ihr Blut begann zu fingen. Seine Stimme riß sie jäh aus ihrer Verzauberung. hin. So ein Abenteuer hatte sie auf keiner ihrer vielen Tanztournees durch die Welt erlebt. Das mußte ausgekoftet werden. Sie sprang aus dem Bett und bemerkte, daß der Knöchel weh tat. Gott ei Dank, jetzt konnte sie mit gutem Gewissen den Tanzabend in Göteborg absagen. Es lag ihr nicht das geringste daran. Sie hatte überhaupt die Tan- zerei satt. Heber dem erloschenen Herd hing als armselig verknautschtes Bündel ihr weißes Sportkleid. Kurz entschlossen schlüpfte sie in die weiten Manchesterhosen und zog das gewürfelte Hemd wieder an, das ihr Gastgeber ihr am Abend vorher zur Verfügung gestellt hatte. Dann stieß sie die Tür auf und blieb überwältigt stehen. Die Sonne hatte den Siljanfee in schimmerndes Silber verwandelt. Schwarz lagen die großen Tannenwälder am Ufer, und tiefblau leuchtete die Ferne hinter einem zarten Vorhang aus Dunst. Vera dachte, daß sie noch in keinem Land den Begriff der blauen Ferne so wirklich erlebt hatte wie in Schweden. Sie kannte die halbe Welt. Aber nirgends blaute die Ferne so rein wie in diesen glasklaren Weiten. Auf einem großen Stein stand vom Sonnenlicht umflossen die hohe, schlanke Gestalt des Anglers. Sein Oberkörper war nackt und die Muskeln Spielten unter der braunen Haut. Die Sonne krönte seinen Kopf mit einem Goldhelm und warf zitternde Kringel in das Wasser,' in dem der Angel- Aus der Stadt Gießen. Oer Karpfen. Die Gießener Hausfrau lebt in freudiger Erwartung der Karpfenernte aus dem Teich an der Schlageteranlaae, mundet doch der Karpfen in jeder Form wahrhaft köstlich? Deshalb blickt er auch auf eine lange Geschichte als Bestandteil der guten Küche zurück. Das Schwarze Meer ist die Urheimat des Karpfens, der bisweilen ein wahres Methusalemalter erreichen soll — so berichtet beispielsweise der Naturforscher Buffon von einem 150 Jahre alten Karpfen — und ein recht ansehnliches Gewicht (40 bis 50 Pfund) wirklich erreicht. Schon Cassiodor erwähnt diesen Fisch, und früh erscheint er als Klosterfisch am Bodensee. Ferner wissen wir, daß er ,im Jahre 1514 durch Leonhard Mascal von Nordfrankreich nach England gebracht wurde, in Dänemark führte ihn 1560 Peter Oxe ein. In Deutschland wurde der Karpfen allgemeiner bekannt zuerst in Schlesien, von wo ihn 1588 der Oberst Burggraf von Nostiz in die Mark Brandenburg brachte. In Altpreußen aber fand der treffliche Fisch erst Eingang ums Jahr 1769, in Amerika sogar erst 1850. Das 18. Jahrhundert kannte eine große Auswahl von Karpfenrezepten. An der Spitze — was die Anzahl betrifft — steht ein französisches Kochbuch filan rührt die Marmelade glatt und gibt nach und nadi den Zucker, die 6ewürze und das mit etwas milch ungerührte Sossenpulver hinzu. Das mit..3ackin" gemischte und gesiebte mehl wird abwechselnd mit der übrigen _ - Milch untecgerührt. Man verwendet nur so viel Milch, dass der leig fchiner A (reissend) vom Löffel fällt Die gereinigten Rofmen und Korinthen werden WÄdUTUSi zuletzt unter den leig gehoben. Man füllt ihn in eine gut gefettete, mit m , , ZI pe n geriebener Semmel ausgestreute Rapfhudienform. BQ±31Lk EhDQ 60 DClCKpUW€r„V<5aCftl11> Minuten bei schwacher Mittelhitze. Der buchen wird nach dem Sacken mit l*UAl.e?ih i etwas Puderzucker beltLubt. Bitte ausfchncibonl UtiMwwUT e .Was wollen Sie?" flüsterte Anita. Auf ihren Schläfen perlte der Angstschweiß. Der Mann schüttelte den Kopf, und plötzlich fuhr er mit der Hand, die er bisher auf den Rücken gehalten hatte, herum. Eisen klirrte. Anita schloß sekundenlang die Augen und erkannte schließlich ein geroaltiges Schlüsselbund. Der Mann deutete auf feine Uhr„ die die fünfte Stunde anzeigte, und klapperte mit den Schlüsseln. Der Festungsturm sollte geschlossen werden. Ihre Knie waren noch schwach, als sie dem armen Invaliden die endlosen Treppen hmabfolgte. Sie schämte sich grenzenlos und gab ihm beim Hinausgehen ein Trinkgeld, das ihre Dermogens- verhältnisse bei weitem überstieg. . Dor der Tankstelle traf sie Peter und feinen Fahrgast in schönster Harmonie bei einem 2"ibiß an. „Denke dir, der Junge ist em Wanderbursch , rief Peter und lud Anni zum Sitzen ein. Er hatte feinen Oer in der Tasche, der arme TeufA, und war außerdem noch hungrig. Em wahres Gluck, daß wir Ein Glück für ihn", lächelte Anita. „Na und ob! Du hast doch nichts dagegen wenn wir ihm etwas von unferenr Proviant abgeben. 2^er3e^ap;ennSiC5paOtfte sich fW bk schatt, Sie' haben die Zigaretten °^8-!I°n^Ichn- Peter ihm nach und steckte ihm eine Schachtel ^L^n"t°b': Ä zu einem Abendbrot ein 2lnni denn du hast eine ganz weiße 1* * /nrDa verlangt. Hnd da man in Schweden nur Alkohol bekommt, wenn man gleichzeitig etwas zum Essen bestellt, müssen wir uns wohl oder übel den Gesetzen dieses Landes beugen. Für die Schadenfeststellung bei kriegszerstörten Gebäuden, zu denen also auch die durch Fliegerangriffe zerstörten Gebäude gehören, sind maßgebend die Wiederaufbaukosten. Nach dem Runderlaß im Ministerialblatt Nr. 42 sind Wie- öeraufbaufoften diejenigen Kosten, die zur Errichtung eines für den Geschädigten gleichwertigen Neubaus an der Stelle des zerstörten Gebäudes aufgewendet worden find, oder im Zeitpunkt der Feststellung aufzuwenden wären. Die Wiederaufbaukoften find um einen angemeffeneii Betrag zu kürzen, wenn das zerstörte Gebäude für den Geschädigten einen erheblich geringeren Wert hatte. Soweit es jedoch die Billigkeit erfordert, kann auch von diesem Abzug abgesehen merbem Der Wert verwertbarer Reste ist auf den Vorschuß anzurechnen. Als Wiederaufbaukosten gelten nach dem Runderlaß auch die Mehrkosten für die Ausführung eines Neubaus an anderer Stelle, sowie für Verbesserungen und s o n st i g e Aender'ungen, soweit baupolizeiliche, feuer- polizelliche, wohnungshygienische, städtebauliche, er- nährungswirtschaftliche oder allgemein wirtschaftliche Gründe oder andere Anforderungen im öffentlichen Interesse zu diesen Mehrkosten Anlaß gegeben haben und der Wert des Gebäudes sich hierdurch für den Geschädigten nicht wesentlich erhöht. Anstatt durch Hergabe von Geld kann die Behörde auch den Schaden unmittelbar in natura beseitigen lassen, indem sie selbst den Auftrag zum Wiederaufbau erteilt. Mit diesen Runderlassen sind einige Zweifelsfragen geklärt worden, die für die von Fliegerschä- den betroffenen Volksgenossen rlon äußerster Wichtigkeit sind. Sie sind in einer Weise gelöst worden, die wieder zeigen, daß im nationalsozialistischen Deutschen Reich — anders als bei den westlichen Plutokraten — die Gefahren des Krieges gemeinsam getragen werden und der entstandene Schaden in ausreichendem Maße ausgeglichen wird. Sechstes Kapitel. Als Dera am nächsten Morgen erwachte, stand die Sonne schon hoch am Himmel Sw dehnte sich wohlig und blinzelte mit halbZeschlosi-nen Lidern in den Saum. Er war leer. Sie lächelte vor ,,ch Der Reichsminister des Innern hat im Ministerialblatt des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern N. 41 und 42 zwei Runderlasse herausgegeben, die sich mit der Entschädigung bei Fliegerschäden befassen. Der Runderlaß Nr. 41 des Ministerialblatts betrifft die Zerstörung, die Beschädigung oder den Verlust von Sachen, ferner die Schäden an Leib oder Leben und die Schäden durch Einnahmeausfälle ober Mehraufwendungen. Der zweite Runberlaß betrifft die Schadenfeststellung bei kriegszerstörten Gebäuden. Was die Zerstörung und den Verlust von Sachen betrifft, so ist die Regelung schon im September vorigen Jahres durch die Sachfchädenfeststellungs- verordnung getroffen worden. (Reichsgesetzblatt I, Seite 1754). Das gleiche gilt für die Schäden an Leib ober Leben, für bie bie Perfonenfchäbenver- orbnung vom 1.9.1939 (Reichsgesetzblatt I, Seite 1623) die Ausgleichsleistunaen festfetzt. Heber biefe reinen Sach- und Personenschäden hinaus entstehen nun ben betroffenen Volksgenossen vielfach noch Schüben durch Einnahmeausfälle ober Mehraufwendungen. Zum Ausgleich facher Schäden hat der Reichsfinanzminifter jetzt Mittel zur Verfügung gestellt, über deren Verwendung der Reichsminister des Innern folgendes anordnet: Sofern Fliegerfchäden den Verlust von Einnahmen oder erhöhte Aufwendungen unmittelbar zur Folge haben, wird dem betroffenen Volksgenossen, also demjenigen, dem die Einnahmen entgangen ober dem die erhöhten Aufwendungen entstanden sind, zur Vermeidung unbilliger Härten der eingetretene Nachteil in angemessener Weise ersetzt. Der Ersatz, der in Höhe der entgangenen Einnahmen abzüglich der ersparten Ausgaben gewährt wird, darf RM. 2000,— monatlich nicht übersteigen. Daneben — ober allein — können ferner entftanbene Mehraufwendungen, ebenfalls soweit sie angemessen finb,. ersetzt Vornottze«. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Leben lang". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kleiber machen Leute". , Ortszeit für den 25. Oktober. Sonnenaufgang 8.09 Hhr, Sonnenuntergang 18.09 Hhr. Monbuntergang 15'18 Hhr, Monbaufgang —- Mit NIVEA gepflegte Haut ist geschmeidig, glatt und wetterfest. „Ich glaube wirklich, es wirb bie höchste Zeit, daß Sie zurückfahren." Sie schrak empor. „Warum denn?" fragte sie, und hatte Lust, biefen blonben Riesen vor Wut zu schütteln unb zugleich in seine Arme zu sinken. „Weil —" Seine Augen lagen mit unergründlichem Ausbruck auf ihrem Gesicht, «well ich mich sonst unweigerlich in Sie verlieben würbe." Der Mann setzte Veras Fuß auf ben Boden und ging, ohne sich umzusehen, feinem Angelplatz zu. Alles Blut strömte Vera zum Herzen. Sie rührte sich nicht. Ich liebe, dachte sie; alles- andere ist be- deutungslos. Diese eine Minute, diese Regungslosigkeit, in der seine Worte in mir nachklingen — Worte der Abwehr — kaum Worte der Liebe, birgt mehr Glück für mich als von Äußerlichkeiten erfüllte und doch fo leere Jahre. Ein verfrühter Schmetterling flatterte über das Wasser. Er war blaßblau und sah aus wie ein Stückchen Himmel, das herabgefallen war, um über ben See zu tanzen. Gab es noch etwas in der Wett außer dieser Hütte, dem glitzernden Wasser, aus dem Fische schnellten, dem fernen Kuckucksruf und dem Dust des jungen Grases? Gab es noch Städte, durch die Menschen hasteten? War dieser Schmetterlingstanz ins Himmelblaue nicht mehr wert als jeder Tanzabend? Vera war frei Dieser Gedanke, der sich oft mit einer Gefühlsleere verbunden hatte, tat ihr heute unendlich wohl. Sie konnte tun und lassen, was sie wollte. Sie würde absagen. In Göteborg, vielleicht auch in Stockholm. Sich treiben lassen! Endlich einmal nicht mehr müllen! Keine Termine, kernen Fahrplan vor der Nase haben! Nicht an morgen denken! Sie streckte sich ins Gras und träumte in den hellen Himmel. Dann war plötzlich ein Gesicht über ihr, ein geliebtes, fremdes Gesicht, das ihr so vertraut war, als hätte sie es vor einem Jahrtausend kennengelernt. Sie breitete die Arme aus, als wollte sie alles umarmen; den Himmel, die weiche Luft, den Kuckucksruf unb bas leise Zirpen der Grillen. Sie fing bas All ein und hielt alle Seligkeit in ihren Armen, als sie feinen blonben Kopf zu sich herabzog, feine Sippen fühlte und fein blondes Haar, in dem der bittere Duft des Waldbodens hing. Als sie müde und fattgeküßt in das Gras zurückfiel, sagte er langsam: „Das habe ich gefürchtet." (Fortsetzung folgt.) W heim bei Hanau. Mit weithin hörbarem Knall, den man sogar bis zum Marktplatz vernahm, stieß ein vom Ludwigsplatz her in Richtung Bahnhof fahrender Straßenbahnwagen gegen den rückwärtigen Teil des von der Johannesstraße herkommenden Lastwagens, dessen Bulldogg-Zugmaschine bereite über das Schienengleis hinweggefahren war. Bei dem Zusammenprall wurde die Hintere Achse des Lastwagens etwa 50 Zentimeter nach dem Bürgersteig der Neuen Baue zu auf die Seite geschoben. Die vordere Plattform des Straßenbahnwagens wurde völlig zertrümmert, die Glasscherben und zum Teil auch Holzstücke der Plattform auf die Straße geworfen. Der Aufbau der Schaltanlage und der Bremsvorrichtung des Straßenbahnwagens wurde in das Innere der Plattform hrn'eingsdrückt. so daß der gan.ze Vorderteil des Wagens mit den völlig zertrümmerten Glasscheiben und den zersplitterten Holzrahmen ein wüstes Trümmerfeld bildete. Wie durch ein Wunder kam der Wagenführer nur mit einem kleinen Kratzer im Gesicht und einer leichten Prellung des rechten Unterarms davon, während von den Fahrgästen niemand verletzt wurde. Die Polizei begann sofort mit den für die Schuldfraae erforderlichen Fest- stellunaen. Der Betrieb der Straßenbahnlinie wurde durch Umsteigen an der Unfallstelle ausrechterhalten, dis der schwerbeschädigte Straßenbahnwagen abgeschleppt werden konnte. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 24. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10. Kartoffeln, Vi kg 4, 5 kg 40, Wirsing, XA kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 7, rote Rüben 6. Spinat 10 bis 18, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 18, Unterkohlrabi 5, Grünkohl 6, Rosenkohl 15 bis 18, Tomaten 16, Zwiebeln 12, Meerrettich 30, Schwarzwurzeln 15, Kürbis 7, Feldsalat (llto) 8, Aepfel, J4kg 15 bis 30, Birnen 15 bis 25, Blumenkohl. das Stück 10 bis 40. Salat 8 bis 10, Endivien 10 bis 15, Pberfobfrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 5 bis 30, Rettich 5 bis 20, Radieschen 8 bis 10 Rpf. ** N S.-.F rauenfchaft Gießen-Mitte Hertte, Donnerstag, 24. 10., findet im „Burghof" pünktlich von 20 bis 21 Uhr der Gemeinschaftsabend statt. Vortrag: „Die Behandlung der Buren durch die Engländer". ** Reichsbahnpersonalien. Reichsbahnrat Behren, Vorstand des Reichsbahn-Verkehrsamts Gießen, wurde zur Reichsbahndirektion Posen und Reichsbabnrat W i l h e l m i von der Reichsbahndirektion Villach als Vorstand zum Reichsbahn- Verk-drsamt Gießen versetzt. Aus der engeren Heimat. Krrnd-rt 3dbre im Dienst am (Hast. LPD Nidda, 23. Oft Die altangesehene Gaststätte „Zur Traube" am Marktvlatz zu Nidda blickte in diesen Tagen auf einen lOOsähria-n Dienst am Gast zurück. Das heute von Walter Menge! geführte Haus hatte, als noch keine Eisenbahnen, Kraftwagen und Motorräder fuhren, einen oroßen ^uhrwerksbetrieb. der mittels Ebgisen die Reisenden in den abgeschiedenen Vogelsberg brachte. Sei i>?r Arbeit schwer verunglückt. * Storndorf (Kreis Alsfeld), 24. Oktober. Bei seiner Arbeit in der hiesigen Molkerei verunglückte am gestrigen Mittwochnachmittag der Arbeiter Johann Martin von hier schwer. Der bedauernswerte Mann wurde von einem Treibriemen erfaßt und so stark geschleudert, daß er nach Gießen in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden mußte. Dort liegt er mit inneren Verletzungen darnieder. Don einem 2imo überfahren und tödlich verl-ht -Aßlar (Kreis Wetzlar), 23. Okt. Auf der Umgehungsstraße bei Aßlar wurde am Dienstagabend der 67 Jahre alle Schuhmacher Adam W k tz e l von hier von einem Auto aus Hochelheim angefahren. Dabei wurde der bedauernswerte Mann so schwer verletzt, daß der Tod bald darauf eintrat. Die Ermittlungen über die Schuld frage sind noch im Gange. Eine Hamil e vorn Auto onqe^ohren Der Vater getötet. Frau und Kind verletzt. Lpd. Offenbach a. M., 23. Oktober. Auf der Straße Seligenstadt—Froschhausen ereignete sich ein schwerer Autounfall. Dom Bahnhof Seligenstadt waren ein Ehepaar mit seinem Kind, die aus Steinfurth bei Bad-Nauheim kamen, nach Froschhausen gegangen. Dabei wurde die Gruppe von einem Auto angefahren und zu Boden geworfen. Der Mann wurde so schwer verletzt, daß er bei der Einlieferung ins Krankenhaus in Seligenstadt starb. Die Frau und das Kind liegen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Bei dem Kind besteht Lebensgefahr. Landkreis Gießen + © r ü n b e r g , 23. Okt. Infolge Versetzung in den Ruhestand verläßt Dekan Schmidt dieser Tage Grünberg, um seinen Wohnsitz nach G i e ße n zu verlegen, lieber 42 Jahre war er im Pfarrdienst tätig, zuerst von 1898 drei Jahre lang in Treis (Lumda) und seit 1901 bis jetzt in Grünberg. Seit dem Jahre 1925 bekleidete er auch das Amt eines Dekans. Durch sein aufrichtiges und allezeit freundliches und hilfsbereites Wesen erfreute er sich in weiten Bevölkerungskreifen allgemeiner Beliebtheit. Rege Bogelschuharbeit auch im Kriege. Arbeitstagung des LogelschuhvereinS für Hessen in Frankfurt a. M. Am vergangenen Sonntag hatte der Dogelschutz- verein für Hessen außer seinen Vorstandsmitgliedern und Kreisvertrauensmännern Vertreter sochver- wandter Stellen, wie der Reichsstelle für Naturschutz, der Stadtverwaltung Frankfurt a. M., der Voaelschutzwarte Frankfurt a. M. und der Dogel- kundlichen Beobachlungsstation „Untermain" der Staatlichen Vogelwarte Helgoland zu einer Tagung nach Frankfurt a. M. geladen. Der Bericht über Das verflossene Vereinsjahr zeigte, daß trotz des Krieges rastlos gearbeitet wurde. Die Zahl der Zweigvereine konnte durch 3 Neugründungen auf 17 erhöht werden. Belehrung der Bevölkerung durch Vorträge, Anbringung von Vogelschutzgeräten im Freien, sowie durch den vergangenen Winter notmenDig gewordene verstärkte Schutzmaßnahmen forderten von den Mitgliedern restlosen Einsatz. Trotzdem haben verschiedene Vogelarten, besonders die Eulen, stark gelitten. Einige schätzenswerte Gebiete gehen ihrer Unterschutzstellung entgegen, außerdem ist die Schaffung einer Wasser- und Sumpfvogelfreistätte geplant. Höchste Anerkennung fand die Arbeit der Dogel- schützer durch eine Anordnung des Reichsbauern- führers, die einen warmherzigen Wunsch des Führers nach verstärktem Vogelschutz zum Gegenstand hat. Anschließend sprach der Vertreter der Reichsstelle für Naturschutz, Dr. Glasewald, über die Aufgaben der im Reichsbund für Vogelschutz zusam- mengeschlossenen Vereine in Zusammenarbeit mit den Vogelschutzwarten und den Naturschutzbehörden. Belehrung der Bevölkerung und Werbung für den Vogelschutzgedanken durch Vorträge, Rundsunkvor- träge und Verösentlichungen in oer Presse, sowie praktische Schutzmaßnahmen wie Anbrinaen von Seräten, Winterfütterung, Abwehr überhandneh- er schädlicher Dogelarten, Hege der freibrü- tenben Vögel durch Anpflanzung und Erhaltung natürlicher Hecken und Sträucher, Schaffung von Schutzgebieten find Ausgaben, die im Vordergrund der geplanten Arbeiten stehen. Eine rege Aussprache beschloß diesen Teil der Tagung, dem eine Besichtigung der Frankfurter Vogelschutzwarte im Rödelheimer Schloß folgte. Gartenbaudirektor B r o m m e zeigte den Teilnehmern die Leistungen der Stadtverwaltung Frankfurt auf dem Gebiete des Dogesschutzes, während der Leiter der Vogelkundlichen Beobachtungsstation „Untermain", Seb. Pfeifer, in eindrucksvoller Form den Wert und die große wirtfchafttiche Bedeutung des Vogelschutzes hervorhob. Eine Besichtigung der Räume, der Bücherei und der wissenschaftlichen Sammlungen leitete über zür Vorführung praktischer Dogelschutzmaßnahmen im Freien und neuzeitlicher Geräte zum Vogelfang im Dienste der wissenschaftlichen Dogelberingung. Den Abschluß der Tagung bildeten Begehungen des Rödelheimer Schloßparkes, des Brentanoparkes und des Naturschutzgebietes Enkheimer Ried. 9 Jl.Sport Der kommende Handballsonntag. Vereichsklosse. Mtv. Gießen — Hochelheim Kirchgöns — Hörnsheim Garbenheim — Lützellinden Katzenfurt — Dornholzhausen. Die Gießener Männerturner müssen eine sehr stark' Einheit auf die Beine bringen, wenn sie ein achlb.res Ergebnis erzielen wollen. Sie können sich keineswegs darauf verlassen, daß ihnen der Zufall vielleicht einen Sieg in die Hände spielen würde. Hochelheim, die bekannte Kampfmannschaft, wird sich mit derartigen Sachen nicht abgeben, sie wird auch in diesem Spiele wieder zeigen, was sie kann, und ganz Darauf aus sein, ihren Vorsprung weiter auszudehnen. Hörnsheim hat am vorigen Sonntag gründlich versagt. Die Mannschaft wird auch diesmal nicht auf Die Beine kommen, wenn sie wieder in den gleichen Fehler verfällt. Denn Kirchgöns ist zu Haufe stete gefährlich und hat bis jetzt auf eigenem Gelände noch kein Spiel verlor-n. Garbenheim brennt Darauf, wieder einmal ein Spiel auf heimischem Gelände auszutragen, nach- Dem es am letzten Sonntag im Stich gelassen wurde. Hoffenllich erfüllt Lützellinden die in die Mannschaft gesetzten Erwartungen und liefert ein Spiel, an dem man feine Freude haben kann. Dornholzhausen wird — wenn es seine Form beibehält — kämpfen müßen, wenn es Katzenfurt auf eigenem Platze schlagen will. I. und II. Klasse. Wetzlar — Krofdorf Grüningen — W.-Niedergirmes Lang-Göns — Atzbach *• Nauborn — Großen-Linden Garbenteich — Lich Wenn es Krofdorf nicht gelingt, mit einer starken Vertretung anzutreten, werden die Wetzlarer vielleicht leichter als erwartet zu einem günstigen Ergebnis kommen Grüningen hat es in der Hand, Den Vorspielsieg zu wiederholen, wenn sich Die Mannschaft im ent- scheiDenden Augenblick findet. Sie hat Die Punkte schon um deswillen nötig, weil Wetzlar bedrohlich oufgerückt ist. In Lang-Göns rechnet man mit einem ausgeglichenen Kampf, weil beide Mannschaften sich vollkommen gleichwertig sind. Großen-Linden hat Aussichten, das Nauborner Spiel zu gewinnen. Der Kampf in Garbenteich wird darüber Aufschluß geben, wer im Augenblick über Die stärkste Einheit verfügt. Im Vorspiel gab es eine kleine Ueberlegenheit Der Garbenteicher Mannschaft. Jugenbfpide: Bann 116. Garbenteich v- W.-Steinberg Hausen — Wieseck Mtv. Gießen I — Heuchelheim 1900 Gießen — Großen-Buseck Holzheim — Lang-Göns Mtv. Gießen II — Grüningen. Lehraangsarbeii im Fachamt Hanbbakt. Es ist immer wieder auf den Schtedsrickstermanqel hingewiesen worden, der besonders die Handballer betroffen hat. Die Bemühungen gehen deshalb schon feit geraumer Zeit dahin, neue Kräfte heranzubilden, um so die vorhandenen Lücken aufzufüllen. Ilm die Lehvarbeit so einfach wie möglich zu gestalten, find auch diesmal wieder Lehrgangsgemeinfchaften gebildet worden, in denen alle Gemeinschaften der näheren Umgebung zusammengezogen sind. Im Rahmen der Zusammenkünfte werden alle einschlägigen Fragen erörtert, wird die praktische Regelauslegung betrieben, und zwar in Zusammenarbeit mit erfahrenen Schiedsrichtern. Deutscher Boxersieq über ^innlonM Amateure. In Der von 8000 Zuschauern gefüllten Messehalle von Helsinki fand am Dienstag Der vierte Borländerkampf zwischen Finnland und Deutschland statt. Unter Den Ehrengästen sah man auch Den finnischen Ministerpräsidenten Ryti, den Präsidenten Des Finnischen Sportverbandes Rangell, Den Dberbüroer« meister von Helsinki und Den Deutschen Gesandten von Blücher. Das Ergebnis war ein 10:6°Sieg der deutschen Boxer, Die damit ihren Königsberger Sieg zahlenmäßig wiederholten. Es war der 70. Länderkampf Der deutschen Amateurboxer und Der dritte Erfolg über Finnland, das bisher nur einmal ein Unentschieden erreichen konnte. lieber Naturschutz und Naturkunde mit >en aDgemeinoerftän Hdten tfdjetn es Hugo Dermühler Verlages, Berlin Lichterfelde. Bitte oerlangen Sie noch i eme oon Obrem Gießener Buchhändler bat AUS 'iLrHd) debil e t, 2BerbrbIatt greun'-e er Natur finb ftreunbe guter Bücher- Berliner ■n—num i um iiiiiiiari i mM» Jlluftrirte Bilder von der Front, aus Addis Abeba, Padua, Berlin, Mittenwald, Bessarabien, Rumänien, USA., Paris, Amsterdam, Tokio usw. 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V.: H ellwege Emden. Gewlnnauszug 1. Klasse 4. Deutsche Reichslotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogen« Nummer find drei gleich bohe Gewinn« gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen 1, ll und 111__________ 1. Zlehungstag 22. Oktober 1940 Zn der Lormittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 50000 NM. 246652 6 Gewinne zu 5000 NM. 104475 139402 9 Gewinne zu 4000 RM. 43596 89627 143542 9 Gewinne zu 3000 RM. 8865 94213 173414 15 Gewinne zu 2000 RM 80776 90360 206848 221953 325523 30 Gewinne zu 1000 RM. 12972 37662 90797 163889 197129 203723 218917 242511 322927 333572 66 Gewinne zu 500 NM. 31815 34565 60129 62286 66661 71623 66669 87446 97640 122887 124419 149177 149651 157125 162423 167090 168207 216085 222314 280660 304812 384228 Zn der Rachmittagsziehung wurden gezogen 254689 5000 NM. 4000 NM. 3000 RM. 2000 NM. 1000 RM. 172252 341579 392177 66884 168661 93511 101930 383253 42455 88231 251405 275453 279092 93 Gewinne tu 500 RM. 8202 18538 26974 29784 30844 37547 48035 53787 56388 68340 102837 109930 132883 147135 151242 200781 205065 207898 217323 232398 240156 252398 268648 282648 300603 320694 352578 366165 378421 391997 3 Gewinne zu 100000 RM. 28374 3 Gewinns zu 10000 RM. 68498_ 3 Gewinne zu 6 Gewinne zu 6 Gewinne zu 9 Gewinne zu 18 Gewinne zu Heute Donnerstag Erstaufführung des schönsten Paula-Wessely-Films | PQLQST ■wii n (^)( um Ein Hymnus auf Treue und Liebe einer Frau. — Die Schick- salswege zweier Menschen, die über alle Hindernisse hinweg ■■ ■ ....... zueinander finden - Ein Gustav-Ucicky-Film der Wien-Film im Verleih der Tobis Mit: Joachim Gottschalk Maria Andergast Jane Tilden / Lina Woiwode / Gustav Waldau Spielleitung: Gustav Ucicky 4769a Eine neue Meisterleistung Gustav Ucickys, des Spielleiters von „Mutterliebe“ und „Der Postmeister“ DEUTSCHE WOCHENSCHAU Achtung! Aenderung der Spielzeiten! Wochentags: Hauptfilm 2.45, 5.00, Wochenschau 4.15 Uhr, 6,45 Uhr letzte Vorstellung. - Sonntag 2.00, 4.15, 6.45 Uhr