Dienstag. 24. September MO 140. Jahrgang Hl 226 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer biS8'/,Ubr deSVormittags Ansetgen-Preifer Anzeigenteil 7 Rpf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel 1 Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Erscheint täglich, auker Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giekener Familienblätter Heimat miBild DieSckolle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Lustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanfchluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Franks M. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesjen -Tessas* Britischer Llebersall aus Dakar. Der Verräter General de Gaulle erscheint aus britischen Kriegsschiffen vor Frankreichs Genf, 24. Sept. (DRV. Funkspruch.) Vor Dakar befindliche englische Flotten st reitkräfte haben Montag nachmittag um 2 Uhr das Feuer auf den französischen Hafen und die dort liegenden französischen Kriegsschiffe eröffnet. Auf einem der englischen Kriegsschiffe befand sich General de Gaulle, der dem französischen Generalgouverneur von Westafrika ein Ultimatum gestellt hatte, die Kolonie jü übergeben. Der französische Generalgouverneur hat dieses Ultimatum a b g e l e h n t, worauf die Engländer das Feuer eröffneten, das von den Franzosen erwidert wurde. 3n einem von der französischen Regierung herausgegebenen Lommunique über diesen Zwischenfall heißt es: „Man konnte annehmen, daß der Ex- General de Gaulle nur deshalb in den Sold Englands getreten ist, um den Kampf gegen unsere früheren Feinde fortzusehen. Die Tatsachen zeigen, dah das nicht richtig ist. Der Ex-General de Gaulle führte nun an der Spitze fremder Kräfte den Angriff gegen seine früheren Mitbürger. Jenen Franzosen, die noch zögerten, sich gegen einen Verräter zu stellen, sind nun die Augen geöffnet." Dakar hat sich Churchill als Schauplatz ausgesucht, um mit Hilfe des Verräters de Gaulle den ehemaligen französischen Bundesgenossen in ihrem afrikanischen Kolonialreich Unbequemlichkeiten zu bereiten, wobei er es vor allem wie schon dec heimtückische Ueberfall in Oran zeigte, auf die in den afrikanischen Häfen liegenden Teile der französischen Kriegsflotte abgesehen hat. Dakar, mit 100 000 Einwohnern die weitaus größte Stadt Westafrikas, liegt mit seinem bedeutenden Hafen, über den die wesentliche Ausfuhr von Kautschuk, Bananen, Kakao, Palmöl, Elfenbein, Kaffee, Baumwolle aus den weiten Gebieten Westafrikas geht, am Grünen Vorgebirge zwischen den Mündungen des Senegal und westafnkanischer Kolonie. Gambiern Es ist Sitz des Generalgouoerneurs von Französisch-Westafrika (das 15 Millionen Einwohner auf 4,7 Mill, qkm zählt), Flottenstation und Flugzeugstützpunkt. Der Flugplatz Dakar ist häufig für Zwischenlandungen auf dem Flug von Europa nach Südamerika benutzt worden. Churchills Anschlag zeigt eindeutig, worauf es den Briten ankommt und wenn der französische Generalgouverneur das freche Ultimatum des Verräters de Gaulle zurückgewiesen hat und das Feuer der britischen Kriegsschiffe erwidern ließ, so sieht man, daß die Franzosen ihre Freunde von gestern durchschaut haben und nicht gewillt sind, vor ihren brutalen Drohungen die Segel zu streichen. Jndochina. Ein japanisch-französisches Abkommen. Tokio, 23. Sept. (DNB.) Wie die japanische Nachrichtenagentur Domei meldet, ist zwischen der japanischen und der französischen Regierung ein Abkommen über Erleichterungen militärischer Art in Französisch-Jndochina für das japanische Heer und die japanische Marine zur Durchführung des Feldzuges in China abgeschlossen worden. Die Besprechungen über das Abkommen haben zwischen dem japanischen Außenminister Matsu 0 ka und dem französischen Botschafter in Tokio Charles Arsens- Henry stattgefunden und wurden im freundschaftlichen Geist geführt Auf Grund dieses Abkommens überschritten die japanischen Truppen am Morgen des 23. September d i e Nords st grenze von Französisch - Jndochina, und zwar südlich von Lungchow bei dem Grenzort Dendang. Bei der Grenzüberschreitung kam es zu einigen örtlichen Zwischenfällen, die jedoch bald beigelegt werden konnten. Der Sprecher des japanischen Außenamtes erklärte auf der Pressekonferenz zu dem Einmarsch der japanischen Truppen in Jndochina, daß Japan keine territorialen Pläne in Französisch- Jndochina verfolge Zustand der drohenden Kriegsgefahr in Aeghpien Stunde der spanischen Außenpolitik werde kommen, sie sei „von sensationeller, historischer Bedeutung ür die Geschicke des Vaterlandes." In welchem Sinne diese Entscheidung gefällt wird, ist klar. England ist von jeher der Todfeind Spaniens gewesen; es hat, wie Frankreich, Spanien in Europa niederhalten und in Afrika schachmatt manövrieren wollen. Daß der Caudillo in London einmal ganz offiziell als „Rebellenführer" bezeichnet wurde und daß z. B. am 1. Juli 1937 das englische Außenamt unter Verweigerung der Rechte Kriegführender an Franco mit Waffenlieferungen für Rotspanien drohte, ist nie vergessen worden. England säte Wind und wird Sturm ernten ... Churchill unter dem Stahlhelm. lÜl® WO , /w Die britische Propaganda erzählt zu diesem von ihr verbreiteten Bild, daß es Churchill an der „Höllenecke" zeigt, wo er einen Luftkampf zwischen deutschen und britischen Fliegern beobachtet. Ganz wohl scheint jedenfalls Herrn Churchill dabei nicht zu sein, denn im Gegensatz zu seinem Begleiter mit der schwarzen Glocke hat er sich kriegerisch mit dem Stahlhelm aufpostiert. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Onglandsahrt. Von Dr. Paul Rohrbach. Dor einigen Jahren unternahm ich, um ein Bild von dem äußeren Zustand Englands zu gewinnen, eine Autobusfahrt von Elgin, nahe der Nord- spitze von Großbritannien, bis in die Nähe von London. Einiges von dem, was ich unterwegs beobachten konnte, scheint mir heute mit Rücksicht auf das Urteil über englische Zustände, der Erinnerung wert — weniger was die großen Städte angeht, über die ja Besonderes nicht zu sagen ist, als mit Rücksicht darauf, wie sich die englische Geschichte und das englische Leben im Bilde des Landes widerspiegeln. Ein besonders starker Eindruck war der des f 0 • zialen Gegensatzes zwischen der reichen, herrschenden Oberschicht und der Masse des Volkes. Bei einer solchen Fahrt kommt dem Besucher aus Deutschland aufs Stärkste zum Bewußtsein, daß England ein Land ohne Bauern ist. Es gibt kaum eigenbesitzliche Bauern in England, sondern auf der einen Seite gibt es nur große und mittlere Grundbesitzer und auf der anderen nur Pächter und Landarbeiter. Der englische Landmann, das heißt der Mann, der den Acker bestellt, kennt schon seit Jahrhunderten nicht mehr die Freude, ein Stück eigenen Grund und Bodens zu besitzen; das Dach über seinem Haupt, den Herd, um den sich seine Familie sammelt, kann er nicht sein Eigen nennen. Das Bauernlegen war schon im Mittelalter ein Hauptgeschäft des grundbesitzenden englischen Adels, und es wurde mit solchem Nachdruck betrieben, daß schon im 16. Jahrhundert dem selbständigen Bauerntum das Rückgrat gebrochen war. Wer durch ein englisches Dorf fährt, der sieht die vielfach dürftigen und veräucherten Häuser mit ihren hohen Kaminen eng aneinander gebaut, wie in der Großstadt. In diesen Häusern wohnen Landarbeiter, dörfliche Hundwerker und kleine Geschäftsleute, und die Häuschen gehören zu allermeist nicht den Menschen, die in ihnen Hausen, sondern dem L a n d l 0 r d, der seine Einkünfte abwechselnd in der Großstadt oder auf seinem Schloß genießt. Es gibt zwei Typen von ländlichen Grundeigentümern, den Squire, der dem gewöhnlichen deutschen Rittergutsbesitzer entspricht und den Lord, dessen Besitz bis zum Umfang eines deutschen Herzogtums hinaufteicht und dem auch in den Städten ganze Straßenzüge und Stadtviertel mit phanta- stischen Mietserträgen gehören. ! Ein englisches Adelsschloß hat Wohnräume für 71 e u y 0 r k, 24. Sept (DRV. Funkspruch.) Daul Associated Preß sott Ministerpräsident Hassan Sabri für ganz Aegypten den Zu st and der drohenden kriegsgesahrr bekanntgegeben haben, nachdem bereits seit dem 1.9; 1939 der Ve - lagerungszustand bestand. Außerdem habe die Regierung durch ein neues Gesetz beschlossen, die Verteidlgungsvorbereitungen zu verdoppeln, den Krieg jedoch nicht zu erklären. Das ägyptische Parlament wird in der nächsten Woche tagen. Aegypten will abwarten. S a n S e b a st i a n , 23. Sept. (DNB.) Nach einer Reutermeldung aus Kairo veröffentlichen die Zeitungen einen Brief der vier ägyptischen Minister, deren Rücktritt am Wochenende bekanntgegeben wurde. Die Minister, alles Mitglieder der Saadistenpartei, erklären, sie hätten eine Politik empfohlen, die eine Verteidigung Aegyptens erfordert hätte für den Fall, daß der Feind aus dem Boden Aegyptens vordrang. Da die Mehrheit des Kabinetts diese Ansicht nicht teile, seien sie gezwungen gewesen, ihren Rücktritt zu erklären. In seiner Antwort schreibt der Ministerpräsident Hassan Sabry Pascha: „Sie haben dem Kabinett einen ernsten Plan vorgeschlagen, der dahingeht, das Land sofort in die Kriegsgreuel zu stürzen, einen Plan, der keinen augenscheinlichen Zwecken dient und ohne zwingende Notwendigkeit ist Das Kabinett hat Ihren Vorschlag einstimmig abgelehnt. Ihre Kollegen sind der Ansicht, daß es weise ist, geduldig und vernünftig zu sein bei der Entscheidung über das künftige Los Aegyptens, bis die gesamten Absichten Italiens bekannt sind." Italiens strategisches Ziel in Aegypten. Rom, 23. Sept. (Europapreß.) Der Schweizer Rundfunk hat aus Vichy gemeldet, daß italienische Truppen Marsa Matruk besetzt batten. In der italienischen Pressekonferenz vom Montag ist dagegen erklärt worden, daß diese Nachricht unrichtig sei Marsa Matruk ssi von den italienischen Truppen nicht angegriffen worden. Marschall Graziani habe in dieser Richtung noch keinen Vorstoß unternommen. In Aegypten herrsche die gleiche militärische Lage wie m den letzten Tagen. Das italienische sttategische Ziel sei die Entfernung der Bedrohung der Grenzen des eigenen Besitzes m Nord- afrika. Italienischer Wehrmachtsdericht. Rom, 23. Sept. (DRV.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Wontag hat folgenden Wortlaut: Aus weiteren Informationen geht hervor, dah der gemäß Wehrmachtsbericht vom Donnerstag von einem unserer Flugzeuge torpedierte feindliche Kreuzer anschließend tg e f u n l e n ist. Die Photographien von dem am 21. September auf das Zentrum von Haifa ausgeführten Bombardement beweisen den glänzenden Erfolg dieser Operation. Ueberall sind heftige und ausge- dehnte Brände hervorgerufen worden. Der Flugstützpunkt Wicabba auf Malta ist neuerdings bombardiert worden. Ein Depot wurde getroffen, wobei ein großer Brand entstand. Die feindlichen Jagdflugzeuge sind einem Kampf aus dem Wege gegangen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. In R 0 r d a f r i k a hat der Feind die Bombardierung der Stadt B e n g h a s i wiederholt und oer- chiedene Wohnhäuser beschädigt. Dank der Schutzmaßnahmen und der allgemeinen Disziplin sind keine Opfer zu beklagen. Lin Luftangriff auf Bar - dia hat weder Opfer noch Sachschaden verursacht. Lin viermotoriges englisches Flugzeug vom Sunber- land-Typ, das von unseren Jägern mit Maschinengewehren beschossen wurde, ist in der Räge der Eyrenaika-Grenze ins Meer gestürzt und mit der gesamten Besatzung untergegangen. Unsere CuftpatrouiHen haben feindliche halbmoto- rifierte Abteilungen erfolgreich angegriffen. Die militärischen Ziele von Marsa Matruk find neuerdings mit Erfolg bombardiert worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. Die Hafenanlagen von Aden wurden einem Rachtbombardement unterzogen. Die gemäß dem gestrigen Dehrmachtsbericht von unserer Luftwaffe während des Angriffes auf einen Geleitzug im Roten Meer getroffenen Schiffe belaufen sich auf drei. Die feindliche Luftwaffe hat Bomben auf Gura, (f aff ata und in der Rähe von Asmara abge- roorfen, wo zwei Eingeborene getötet und zwei verwundet wurden. Leichter Sachschaden. 3m südlichen Thyrrenischen Meer ist ein unbeladener italienischer Dampfer von einem feindlichen U-Boot versenkt worden. Spanien und das neue Europa tion unserer Berliner Schristleiiung. Mit außerordentlichem Interesse hat Spanien die Unterredungen verfolgt, die in Rom zwischen Reichs- außenminister von Ribbenttop, dem Duce und dem italienischen Außenminister Graf Ciano stattgefunden haben. Madrid ist sich bewußt, daß in diesen Unterredungen, die für die Gestaltung des neuen Europa unS die Neuordnung der Verhältnisse in Afrika von grundlegender Bedeutung sind, auch der Anteil Spaniens an der künftigen Regelung der Verhältnisse besprochen worden ist, und zwar gemäß dem Leitstern, unter dem die neue spanische Polittk des Caudillo steht. Diese Richtlinie wird einmal durch die imperialen Interessen Spaniens bestimmt, die sich aus der ganzen Entwicklung der letzten Jahre ergeben und traditionsgemäß dort wieder anknüpfen, wo einst Spaniens Bedeutung für Europa ^Der italienische Angriff gegen die militärischen Ausfallstore Albions in Aegypten trifft das englische Empire ins Herz. Die Neuordnung in Afrika hat begonnen und wird diesen Erdteil zu einem integrierenden Bestandteil jeder europäischen Festlandspolitik machen. In Spanien hat man sich nicht nur zu einer Solidaritätserklärung für die Aufbaupolitik der Achsenmächte verstanden, sondern weiß auch, daß die Achsenmächte die Ansprüche des neuen Spanien bei dieser Neuordnung berücksichtigen werden. In der Zeitung der spanischen Falange „Arriba" schrieb herraiz, die entscheidende Vergeltungsangriffe gegen London fortgesetzt. Der Wehrmachtsbencht vom Montag. Berlin, 23. Sept (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Eines unserer Schnellboote versenkte beim Vorstoß gegen die englische Küste ein bewaffnetes feindliches Handelsschiff von 3000 BRT. und setzte ein Vewachungsfahrzeug außer Gefecht. Die Luftwaffe führte gestern bewaffnete Aufktärungsftüge durch, bei denen kriegswichtige Ziele in London und anderen Orlen Süd-Englands bombardiert wurden. In der Rächt nahmen die Vergeltungsangriffe auf London in voller Stärke ihren Fortgang. Hafenanlagen, Docks und andere kriegswichtige Ziele find erfolgreich mit Bomben aller Kaliber angegriffen worden. Britische Flugzeuge warfen in der Rächt zum 23. September in Rorddeutschland Bomben und zerstörten mehrere Bauernhöfe. Einzelne feindliche Flugzeuge gelangten bis nach Berlin, ohne hier jedoch Schaden anzurichten. Abschüsse feindlicher Flugzeuge wurden nicht beobachtet. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt. Das Jagdgeschwader des Majors M ö l d e r s hat bisher 5 0 0 C u f t- fiege errungen. An den im Wehrmachtsbericht vom 21. September gemeldeten Unterseeboots-Erfolgen war das unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Lüth stehende kleine U-Boot mit der Versenkung von vier feindlichen Handelsschiffen mit 29 000 BRT. beteiligt 21 britische Flugzeuge abgeschoffen. B e r t i n, 23. Sept (DRV.) 3m Laufe des heutigen Tages unternahmen unsere Flugzeuge bewaffnete Aufklärungsflüge im Raume von Südengland. Dabei kam es zu einigen Luftkämpfen, bei denen 21 britische Flugzeuge abgeschossen wurden. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt 9er Führer überreicht Major Melders das Eichenlaub. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat — wie wir schon berichteten — am Sonntag dem erfolgreichsten Jagdflieger der Luftwaffe, Major Moelders, das ihm aus Anlaß des 40. Luft- sieqes verliehene Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes m der Reichskanzlei persönlich über- reicht Major Moelders ist, nach dem Helden von Narvik, General Dietl, nun der zweite Offizier der Wehrmacht, der diese hohe Auszeichnung erhielt. — (Presse-Hoffmann-M.)' den Wochenendbesuch oder die Jagdgesellschaft von Dutzenden von Gästen, jedes Zimmer mit ollem luxuriösen Komfort und eigener Bedienung für den Gast. Das Schloß steht in einem ummauerten Park, der groß genug ist, um Spazierfahrten und Reit- Partien in ihm zu machen. Wollte man die Parks der englischen Schlösser zusammen nehmen, so könnten auf ihrem Areal Hunderttausende von Bauernfamilien sitzen. Dieser Grund und Boden ist der Volkswohlfahrt entzogen und dient dem reinen Luxus der Oberklasse. In Schottland gibt es große Bezirke, die so dünn bevölkert sind, wie Innerafrika, mit nur vier bis sechs Menschen auf den Quadratkilometer, nicht weil der Boden keinen Wald oder keine Kornfelder tragen könnte, sondern weil der Eigentümer eine größere Rente von ihm bezieht, wenn er sie für ein fabelhaftes Geld zur Jagd auf das schottische Moorhuhn an die Mitglieder der Londoner Gesellschaft verpachtet. Schottische Großgrundbesitzer haben ganze Dörfer ousgesiedelt oder zur Auswanderung nach Amerika veranlaßt, um das Land für die Moorhuhnjagd zu verpachten, die alljährlich im August aufgeht. England ist abseits von den großen Metropolen der Industrie und des Handels voll von kleinen L a n d st ä d t ch e n, in denen jedes Haus ein Zeuge des seit Jahrhunderten angesammelten nationalen Reichtums ist. Der englische Boden hat nicht, wie der deutsche, eine seit dem Dreißigjährigen Kriege ununterbrochene Folge von feindlichen Invasionen gesehen. Es ist der Stolz jedes Gutsbesitzers und jedes wohlhabenden Städters, der sich einen Land* sitz kaufen kann, auf ihm ein Wohnhaus aus der Tudorzeit unter Elisabeth, oder aus der Regierungszeit der englischen George im 18. Jahrhundert, sein Eigen zu nennen, natürlich im Innern modernisiert, wie es den Ansprüchen des Komsorts entspricht. In den Kaufangeboten auf den ersten Seiten der „Times" figuriert stets die Angabe: „Tu- dorstyle" oder „Geo'rgianstyle". Die großen Gesellschaftswagen halten zum Frühstück, zum Lunch und zum Dinner meist in den bürgerlichen Hotels kleiner Städte, wo der wohlhabende Geschäftsmann und gelegentlich auch der Landadel verkehrt, und es wird selbstverständlich das Beste vom Besten serviert. Das geht den Industriearbeiter nichts an, und ebensowenig den Landarbeiter, die nicht daran denken können, die Lebensweise des wohlhabenden Mittelstandes mit- zumachen. Der englische Arbeiter lebt schlecht, nicht zuletzt darum, weil seine Frau, man möchte sagen, grundsätzlich nicht zu wirtschaften versteht. Man sieht das schon an ihrem schlampigen Anzug. Es gibt nichts einer deutschen Haushaltungsschule Aehnliches, und die Schenke ist nicht nur die Zuflucht des Mannes, sondern mitunter auch die stille Liebe der Frau aus dem Volk. Der Engländer unterscheidet den „oberen" und den „unteren" M i t t e l st a n d. Der obere fängt dort art, wo man sich ausgiebige Bedienung halten kann, die in England doppelt so viel kostet wie auf dem Kontinent. Ein Jahreseinkommen von 500 Pfund Sterling — das sind nach dem Geldwert vor der Abwertung des Pfundes soviel wie 10 000 RM. — reicht kaum aus, um aus dem unteren in den oberen Mittelstand versetzt zu werden. Auf Schritt' und Tritt spürt der deutsche Reisende in England, wie sich auf diesem Boden seit dreihundert Jahren die Erträgnisse der Plünderung und Ausbeutung fremder Länder, vor allem Indiens, des bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ausgiebig betriebenen Sklavenhandels und der monopolistischen Versorgung der übrigen Welt mit Webstoffen, Eisenwaren und Kohle angesammelt haben. Rach England ist immer nur Reichtum eingegangen. Generation um Generation hat Gewinne aus fünf Erdteilen gesammelt, und daraufhin hat sich bei der Oberschicht, die allein im Genuß dieses Zuflusses stand, der Anspruch entwickelt, daß eine Lebensführung des Luxus für sie selbstverständlich sei. Deutsche Lt-Boote im Atlantik Ein neutraler Bericht über die ständige Bedrohung feindlicher Geleitzüge. Stockholm, 25. Sept. (Europapreß.) lieber die erfolgreiche Tätigkeit der deutschen U-Boot-Waffe schreibt ein neutraler Beobachter, der als Zeitungskorrespondent sich an Bord eines englischen Zerstörers befand, in „Dagens Ryheter": „Ich befand mich auf einer wochenlangen Fahrt auf einem britischen Zerstörer im Nordatlantik, der einen G e - leitzug von etwa 50 Handelsschiffen begleitete. Auf der Fahrt erlebte ich eine Anzahl deutscher U-Boot, und Luftangriffe. Die Besatzung des Zerstörers mußte ständig auf der Wacht sein. Tag und Nacht, bei Sturm und Regen, mußte sie an den Geschützen und Wasserbombenvorrichtungen stehen sowie die Flakgeschosse bereithalten, denn die Deutschen waren bei -ihren Angriffen sehr emsig an der Arbeit. Die Ausgabe des Zerstörers war es, den in westlicher Richtung fahrenden Geleitzug b i s zur Mitte der Atlantik zu begleiten und vor U-Booten zu schützen, um bann wieder einen neuen Geleitzug durch die Gefahrenzone um England zu lotsen. Am fünften Tage unserer Fahrt ereignete sich eine ohrenbetäubende Detonation, und ein 4000-Tonnendampfer, der sich in unserem Geleitzug befand, wurde torpediert und versenkt, und zwar aus einer Entfernung von nicht weniger als fünf Seemeilen. Die Verfolgung des U-Bootes war erfolglos. Ein neues Greuelmärchen Churchills. Neuyork, 23. September. (DNB.) Die Neu- yorker Morgenpresse bringt eine Londoner Meldung, wonach ein ungenannter englischer Dampfer, der sich mit Flüchtlingen an Bord auf der Fahrt nach Kanada befunden habe, während eines Sturmes 500 Meilen vom Land entfernt am 17. September angeblich torpediert worden ist. Rührselig wird dann geschildert, daß dabei zahlreiche Flüchtlingskinder ums Leben gekommen seien. Als Grund für die verdächtig späte Bekanntgabe des Ereignisses wird angegeben, daß man erst die Eltern der umgekommenen Kinder beenachrichtigen wollte. Ferner wird mitgeteilt, daß sich unter den Opfern.angeblich auch das als übler Hetzer bekannte britische Parlamentsmitglied Oberst Baldwin Webb, ferner der zum Geschäftsträger der „Polnischen Botschaft" in Washington ernannte Dr. Gallinsky sowie der Emigrant Rudolf Olden und Frau befunden hätten. * Von Zeit zu Zeit hält es Churchill für notwendig, durch ein raffiniert ausgehecktes Schwindelmanöver zu versuchen, die amerikanische Oesfentlichkeit gegen Deutschland aufzuputschen. Die Verschiffung von Plutokratenkindern, die zusammen mit Rennpferden, Windhunden und anderen „Wertgegenständen" den zu heiß gewordenen Boden der britischen Insel verließen, gibt neue Möglichkeiten verbrecherischer Brunnenoergistung. So ließ Duff Cooper bereits anfangs August durch den Londoner Nachrichtendienst die Mär verbreiten, ein deutsches Unterseeboot habe einen Dampfer torpediert, der mit evakuierten Kindern nach Amerika unterwegs gewesen sei. Nachdem amerikanische Nachrichtenagenturen diese Schauergeschichte übernommen hatten, ließ Duff Cooper die ganze Geschichte dementieren. Und da soll die Welt diesen neuesten Schwindel glauben. Selbst wenn tatsächlich ein britischer Dampfer unter den angegebenen Umständen untergegangen sein sollte, würde die Verantwortung für den Verlust von Menschenleben ausschließlich Churchill und seine Plutokratenclique treffen. Deutschland hat, um den ihm aufgezwungenen Krieg beschleunigt zu einem siegreichen Ende zu bringen, Die totale Blockade um die englischen Küsten erklärt. Der Dampfer, der, wie die Times offen zugibt, im Geleitzug fuhr und sicherlich — wie alle britischen Schiffe — bewaffnet war, hat Krieasgeblet durchfahren und mußte daher mit Verwickelung in Kriegshandlungen rechnen. Es ist, wie von deutscher Seite wiederholt betont wurde, ein unverantwortlicher Leichtsinn. Kindertransporte einer derartigen Gefahr auszusetzen. Die Schuld für alles, was den Kindern dabei zustoßen könnte, trifft einzig und allein die britische Regierung. Wenn man sich allerdings die Namen der weitem ren angeblichen Opfer ansieht, so erscheint dieser vermeintliche „Kindertransport" in einem besonderen sehr eigentümlichen Licht. Es handelte sich um einen Transport übelberüchtigter Hetzer, die in Amerika gegen Deutschland Stimmung machen wollten. Diesem Transport hat man offenbar ein paar Plutokratenkinder angeschlossen, um auf jeden Fall einen Propagandaerfolg buchen zu können — entweder mit lebenden Hetzern ober mit den toten Kindern. Wahrlich ein teuflischer Dreh. Ebenbürtig dem echt englischen Vorschlag, deutsche Kriegs- und Zivilgefangene an besonders gefährdeten Stellen unterzubringen, damit die Deutschen ihre Bombardierungen unterlassen. Wie dem auch fei, das Blut der englischen Kinder, die als Opfer raffinierter Propa- gandatricks ums Leben gekommen fein sollten, kommt ebenfalls über das Haupt Churchills und feiner Clique. Georg VI. als Sachwalter Churchills. Stockholm, 24. Sept. (Europapreß.) König Georg von England sprach in den Abendstunden des Montags über den Rundfunk zum englischen Volk und zu den Völkern des britischen Weltreiches. Wer die Reden des Königs seit seiner Thronbesteigung verfolgt hat, konnte beobachten, daß noch niemals die Worte des Monarchen von einem derartigen Ernst getragen waren wie am Dienstag. Der Anlaß zu der Rede war die Stiftung eines Verdienstkreuzes für Frauen und Männer des englischen zivilen Hilfsdienstes. Einleitend erinnerte Georg VI. daran, daß es gerade ein Jahr her fei, daß der Krieg begonnen habe. Seit Beginn des Krieges habe sich viel ereignet, große Nationen seien gefallen. Den Ernst der Lage charakterisierte das englische Staatsoberhaupt mit den Worten: „D i e Schlacht steht vor unserer Tür. Die Jnvasionstruppen sind kaum 20 Kilometer von unseren Küsten entfernt. Wir stehen mitten in der Frontlinie. Tag und Nacht werden wir von der feindlichen Luftwaffe angegriffen." König Georg erinnerte bann an alle bie Alliierten und Snmpathisterenben, bie heute auf Englanbs Seite ftünoen. Er hob in diesem Zusammenhang besonders Amerika hervor, dessen Unterstützung er mehr als einmal unterstrich. Mit besonderem Nachdruck beschäftigte sich der König mit dem Schicksal Londons., das die gefährlichste Stellung in der Frontlinie einnehme. Die Stadt fei ständig den Bombenabwürfen des Feindes ausgesetzt, und zwar in einem stärkeren Ausmaß, als bas bei anberen Städten der Fall sei. London trägt zur Zeit bie Hauptlast bes Krieges", rief König Georg aus. Daher fei es auch recht unb billig, wenn er ber Londoner Bevölkerung besondere Worte des Dankes und der Anerkennung für ihre Haltung zolle. Er und die Königin hätten viel von dem Elend gesehen, das innerhalb der Londoner Bevölkerung angerichtet worden fei. Ihre Herzen feien bei ihnen, unb die Hoffnung bes Königspaares auf eine Besserung bes Loses fei groß. Die Entschlossenheit Englanbs, im.Sinne ber Chur- chillschen Forberung weiterzukämpfen, auch wenn London in Trümmer gelegt werde, kennzeichnete König Georg mit den Worten: „Die Mauern Londons mögen zertrümmert werden, aber ber Geist dieser Stadt wird bestehen bleiben." Das gleiche gelte auch für England, das eines Tages dastehen werde als die Bastion der Freiheit unb bie Bastion bes Kampfes gegen bie Unterbrückung. König Georg schloß mit dem Hinweis, daß der Bevölkerung des Landes unb befonbers ber Hauptstadt im kommenden Winter große Leiben bevorstehen würben. Der Winter sei kalt unb bunte!, aber man habe die Hoffnung, baß nach biefer Kälte unb dem Dunkel wieder Licht werde. * In der allgemeinen Rede-Inflation, die der britischen Bevölkerung mehr die Nervosität ihrer regiereben Hetzerclique verrät, als daß sie ihr, wie beabsichtigt, Trost unb Mut im Hagel deutscher Bomben einflößen könnte, wurde jetzt das letzte Pferd aus dem Stall geholt. König Georg ist im bombensicheren Keller des Buckingham-Palastes ans Mikrophon gestellt worben. Wie nicht anders zu erwarten, hielt er sich als getreuer Sachwalter ber plutokratifchen Kriegstreiber an ihre Rezepte unb setzte seinen ßanbesfinbern einen reichlich abgestandenen Ausguß aus abgebrauchten Schlagwörtern vor, der genau bas Gegenteil von dem erreichen muß, was beabsichtigt ist. Eine Erbärmlichkeit ist es, wenn sich sogar der König herabläßt, an der erneuten ruchlosen Greuelhetze teilzunehmen, mit der England seine letzten abgenutzten Karten im Ausland auszuspielen sucht, und von „zerstörten, an Schönheit reichen unb interessanten Gebäuden und blindlings angegriffenen kleineren Behausungen" spricht. Wer hat ungeschützte Wohnviertel und einsame Bauerngehöfte monatelang mit Bomben belegt? Wer hat deutsche Kirchen, Gedenkstätten und Nationalheiligtümer bewußt zerstört? Auch das Zeugnis britischer Flieger hat eindeutig ergeben, daß diese Ziele vor dem Abwurf forgfältig mit Leuchtschirmen ausgemacht waren. England ist es, dessen König sich nun nicht schämt, die Schuld anderen aufzulaben, die sein eigenes Gewissen bedrücken müßte. Eine Erbärmlichkeit sondergleichen aber war es, wenn Georg VI. sich ans Mikrophon zerren ließ, um seinem „Kummer" über das torpedierte Erst wenn wir unsere Zähne richtig pflegen; werden sie nicht mehr unsere Sorgenkinder sein. CHL0R0D0NT Kinderschiff Ausdruck zu geben. Wenn auch noch nicht feststeht, daß das Schiff tatsächlich von einem deutschen U-Boot torpediert wurde, so steht jedenfalls so viel fest, daß sich an Bord des bewaffneten Schiffes plutokratifche Hetzer befanden, die die Kinder nur zur Tarnung gebrauchten, um von dem heißen Boden Englands ungestraft in sichere transatlantische Gefilde gelangen zu können. Anscheinend ist es aber dem Scharfsinn Georgs entgangen, daß er seine Greuelmärchen selbst Lügen straft, wenn er erklärt: „Die Männer unb Frauen in den Fabriken unb auf ben Eisenbahnen, die ohne Rücksicht auf alle Gefahren ihre Arbeit erfüllen und alle Dienste und Notwendigkeiten unseres gemeinsamen Lebens aufrechterhalten, bie unsere Frontstellung besetzt halten unb sie mit Waffen versorgen, verbienen ihren Platz mitten unter den Helben dieses Krieges." Damit ist dem Lästerer das unfreiwillige Geständnis entschlüpft, daß tatsächlich die deutsche Luftwaffe bei chren Angriffen kriegswichtige Anlagen zum Ziele macht, daß Waffenfabriken und Verkehrslinien als ein Zentrum britischer Kriegsanstrengungen dem deutschen Vergeltungsschlage zum Opfer fallen. „Oie Deutschen in Deutschland selbst treffen." Stockholm, 23. Sept (DRV.) 3n einer Mgi- tationsansprache, die der britische Luftmarschall im Rundfunk an Amerika richtete, entschlüpfte ihm das Geständnis, daß es der englischen Luftwaffe bei ihren Einflügen gar nicht um militärische Ziele, sondern einzig und allein um Angriffe auf die Bevölkerung deutscher Städte zu tun ist. „Wir haben es satt", sagte er, „Bomben auf militärische Ziele niederzuwerfen. Wir wollen auch die Deutschen in Deutschland selb st treffen, und das ist es, was wir vor allem tun wollen. Berlin, Stettin, Leipzig, Bremen und Hamburg, alle diese Städte fühlen regelmäßig die Wucht unserer Bombenangriffe. Und selbst wenn wir einen langen und beschwerlichen Flug dorthin zurücklegen müssen, so ist die Anstrengung schon der Mühe wert." * Damit ist Churchills brutaler Mord befehl auch von kompetentester Seite bestätigt. Nachdem verschiedentlich englische Zeitungen aüsgeplaudert hatten, daß das Ziel der nächtlichen Mordflüge kein anderes sei, als der lieber fall auf d ie deutsche Zivilbevölkerung und nachdem bie Praxis ber RAF.-Flieger uns das Nacht für Frau Alltagssorge. Lon Felix JRiemfaften. Ein jedes Schiff muß ein bestimmtes Mindestgewicht an Ballast haben, sonst liegt es nicht gut. Sind Waren ober Güter nicht da, so nimmt ber Schiffer Sand als Ballast ein. Besser dies, als gar nichts. Nur ein armer Laie kann meinen, so ein Schiff müsse boch um so besser fortkommen, je weniger es belastet sei. Der Mann von^der Waterkant denkt anders. Ballast ist immerhin noch etwas mehr, als nur Ballast. Beim Schiff kann man es messen, man stoßt auf Tatsachen und Erfahrungen, aber beim Menschen kann man bie Tatsachen nicht messen, unb die Erfahrungen liegen tief innen und sind nicht klar nachweisbar. Ein gewisser Ballast muß vorhanden sein, eine kleine Portion Sorgen beschwert uns sehr gut. Aber das will niemand alauben. Keine Sorgen zu haben, bas muß herrlich sein, denken viele, unb je jünger sie finb, um so lieber und eher denken sie so. Es dürste sich lohnen, tiefer in diese Sache einzusteigen. Oder lohnt es sich nicht allemal über dies Ding, das wir unser Leben nennen, nachzudenken? Unser ganzes Leben dreht sich allein ums Denken. Das Nichtdenken gehört nämlich zum Leben so gut wie bie Rückseite zur Vorderseite. Nur im Schlafe sind wir erlöst vom Denken, aber selbst da arbeitet das Traumdenken in uns fort. Und nun gucken wir uns den wachen Tag einmal an. Gott fei Dank haben wir zu arbeiten, und die Arbeit leitet unser Denken sehr bequem. Sie springt uns an mit tausend Fragen, und indem wir überlegen, wie wir dies unb das am besten ausführen können, sind wir schon hinaus über etliche Stunden des Daseins. Und alle diese Gedanken sind — Sorgen! Ober ift das keine Sorge, stets zu überlegen, wie wir unser Bestes tun können? Was hält uns denn anders in Spannung als die leise Furcht (und Hoffnung), alles möge gut und richtig gewesen sein?! Nein, von den Sorgen leben wir geradezu, ohne unsere Sorgen hätten wir nicht unsere Gedanken, unsere Gedanken aber find unser einziger Halt. Wenn du in deinem Leben langsam immer mehr eine gewisse Leere aufkommen fühlst, eine allzu große Sicherheit, eine geradezu sichere Zuversicht, eine — sagen wir es ruhig — eine gar zu fette, faule Zeit ohne Angst vor Ueberraschungen, dann fühlst du dich keineswegs besser, fonbern schlechter. Das Leben bedeutet dann nichts mehr, es schreckt dich nicht, es nötigt dich nicht, und wenn nun auch sonderlich große Hoffnungen ebenfalls fehlen, bann geschieht dem Menschen etwas schlechthin Unerträgliches: es geht ihm zu gut, und er langweilt sich! In diesem Zustande gibt es außer einem erneuten Wettrennen zu einem ganz überraschend großen Glück eigentlich nur ein einziges anderes Heilmittel: ein ganz gewaltiges Erschrecken, eine groß auf- stehende Angst, eine nagende Sorge! Plötzlich bist du wach unb munter geworden, plötzlich bist du alarmiert, plötzlich weißt du, daß bu noch da bist, leben willst, leben mußt, unb daß du alle deine Kräfte jetzt nötig hast. Und das wieder macht dich bewußt, das hebt dich, spannt dich an, es gibt dir eine riesige Neugier auf den kommenden Tag. Wer aber neugierig ist auf morgen, der wünslyt, morgen zu leben, er bejaht das Dasein. Hätte allein der Mensch die Wahl, so würde er natürlich lieber bie süße Medizin nehmen, nicht die bittere. Also von Freude zu Freude unb vom Glück zu neuen und größeren Glücken. Aber alsdann müßte ber Baum wohl in ben Himmel hineinwach- sen, zuletzt, nicht wahr? Und barum ist es weise und für uns und unserer Art passend, daß die Natur uns mit Sorgen beschenkt. Die Sorgen geben uns andauernd etwas zu tun. Sie stellen uns lauter Ausgaben, halten uns beständig wach, sie schenken uns lauter kleines Glück durch bie vielen kleinen Siege, mit denen wir gegen bie Sorgen staubhalten. Einen Groschen zu sparen durch kluge, kleine Tricks, das ist kein geringerer Triumph, als einen Groschen äu verlieren ober zu finben, und wenn wir uns fragen, weshalb manche unscheinbaren Leute so stolz sind, so zufrieden, so voll von guter Meinung auf sich, so finden wir hier eine Erklärung. ©re haben sich mit ihren kleinen Sorgen gut geschlagen, und durch die kleinen Sorgen haben sie erst die Erfahrung gemacht, was für Teufelskerle sie eigentlich seien. Gar nicht so dumm, gar nicht so unfähig, im Gegenteil, höchst schlau, sehr tapfer, sehr widerstandsfähig, das sind sie. Da macht es ihnen Spaß. Nein, wer ihnen-die Sorgen sämtlich wsgnähme, der nähme ihnen mehr als nur Sorge. Man muß sich einmal vorstellen: gar keine Sorgen! Das ergäbe eine sehr große Sorge, nämlich die, wie so ein Mensch überhaupt noch leben kann. Was für Dummheiten er nun nächstens wieder ausbrüten wird, um nicht ganz und gar zu verfetten unb zu verdämmern. Diese Ueberlegung brauchen wir aber gar nicht anzustellen. So hartherzig ist die Natur nicht, daß sie die Menschen ins Leben stieße, ohne" ihnen wenigstens etliche große Dauersorgen unb einen ganzen Schwarm von kleinen, beftänbig wechselnden Alltagssorgen als notwendigen Ballast mitzugeben. Nur an einem gewissen Punkt werden Sorgen bedrohlich, nämlich bann, wenn sie unsere seelischen Kräfte übermäßig beanspruchen, und wenn der Kampf gegen sie hoffnungslos zur Niederlage vorausbestimmt ist. So weit aber kommt es nicht allzu oft. Im allgemeinen richtet der Mensch sich auf seine Sorge ein. Was sollte sonst werden aus jenen, die chronisch krank sind? Sie mußten dem Verstände nach alle umkommen vor Verzweiflung, aber sie kommen nicht um. Sie sagen „mein Leiden", unb siehe da, „ihr Leiden" wirb zu ihrem Leben, zu ihrer großen Hauptsache, jum Angelpunkt für sie, unb indem sie sich bamit umher schlagen, haben sie etwas, das sie munter hält unb ihre Kräfte in Umlauf bringt! Aber ist es nicht das? Eben das? In Umlauf sein, tätig sein, Erwartungen haben, Sorgen und Hoffnungen?! Das ist es. Daß wir leben. Erst sehr weit hinten kommt bie ganz andere Frage, wie wir leben. Obwohl auch diese eine Frage von großem Gewicht ist. Jeder Philosoph gibt uns eine „Gebrauchsanweisung für bas Leben". Leider widersprechen sich diese Gebrauchsanweisungen. Ermüdung und Müdigkeit. Die körperliche Ermüdung wird, ohne daß man sich über bie letzten Hintergrünbe bereits im klaren wäre, mit einem Verbrauch ber Muskelkräfte begründet, der durchaus nicht immer bewußt erlebt wird. Es gibt leichtere Grade von „Ermüdung", bie sich bei dem betreffenben Menschen noch nicht als „Mübigkeit" äußern. Geistig fühlen wir uns erst bann mübe, wenn uns bewußt wird, daß Aufmerksamkeit unb Konzentrationsfähigkeit nachlassen, baß unter Gebächtnis uns im Stich läßt, baß unsere Schlagfertigkeit erlahmt unb baß unsere Aus- brucksfähigkeit nicht mehr auf der gewohnten Hohe ist. Körperlich macht sich bie Ermübung bei uns als Müdigkeit bemerkbar, wenn unsere Bewegungen nicht mehr so frisch unb zielstrebig finb, wenn die körperliche Kraft im allgemeinen nachläßt, und unsere Leistungen immer mehr Unsicherheitsfaktoren aufweifen. Die Tatsache, daß die geistige Aufnahmefähigkeit bei der Ermüdung in gewissem Grade versagt, so daß wir beispielsweise em gesprochenes Wort zwar noch Horen, dem Sinn der Rebe aber nicht mehr folgen können, beruht in einer Beeinträchtigung der Tätigkeit der Großhirnrinde, die bis zur völligen Ausschaltung führen kann. Es ist bekannt, daß der Schlaf nicht allem durch bie zunehmenbe Ermüdung und durch die Abnahme der geistigen unb körperlichen Leistungsfähigkeit erzwungen wird, fonbern baß auch psychische Vorgänge wie bie Langeweile ober Eindrücke aus der Umwelt — denken wir an einen monotonen Vortrag — an das Gähnen eines Nachbarn, an gleichmäßige Geräusche — an der Entstehung des Schlafes Mitwirken können. Diese Erkenntnis hat man sich in der ärztlichen Heilkunde schon längst zu eigen gemacht, um durch beruhigenden Zuspruch, durch gleichmäßiges Streichen unb durch suggestive Mittel ben Schlafzustand zu erzielen, wenn er sich auf natürlichem Wege nicht einftellen will. Das Gefühl bes „Ausgeschlafenfeins" macht sich erst bann bemerkbar, wenn bie durch ben Kräfteverbrauch eingetretenen physikalisch-chemischen Veränberungen im Organismus burch die erholende unb erfrischenbe Wirkung bes Schlafes mieber ausgeglichen finb. Ist ein Schlaf vorzeitig unterbrochen worben, so wirb immer ein „Schlafbesizlt" selbst bann bestehen bleiben, wenn man sich den Tag über für eine Zeit frisch und leistungsfähig fühlt. Eine völlige lleberroinbung ber Mübigkeit und eine wirkliche Erholung geschieht tatsächlich nur burch ben Schlaf, ber nicht nur zur Wiederherstellung der vorher verbrauchten Spannkraft führt, sondern ber auch eine Erfrischung bes Körpers zum Beispiel nach schwächenben Infektionskrankheiten bewirkt. Die Ueberroinbung ber Mübigkeit, die Erholung unb die Erfrischung des Selbes unb der Seele kann, das steht fest, durch körperliche und psychische Ruhe allein nicht erzielt werden. Tiere liegen dem Schlafentzug eher als dem Nahrungsmittelmangel. Tatsächlich fühlen sich bie Menschem die an Schlafarmut leiden (völlige Schlaflosigkeit ist wohl selten festzustellen), auch dann, wenn sie nachts geruht haben, den Tag darauf wenig frisch und wohl, sie sind in ihrer körperlichen unb seelischen Leistungsfähigkeit entschieden beeinträchtigt. GIG Gewaltige Brände in London 4«/« Mine öet Wtn WWW oon 1940 LMM- und ZWWSM« 2. der Zeit vom 24. September bis 8. Oktober 1940 3. 4. 6. 6. II. Ieichnungsbedingungen 1. Der Zeichnungspreis beträgt 993/4o/o 4265V Berlin, im September 1940. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop traf Montagabend mit den Herren seiner Begleitung von Rom kommend in Berlin ein. Er begab sich sofort zur Berichterstattung zum Führer. Am Sonntag verließen zwei Schiffe der Umsiedlungskommission mit über 13 00 Volksdeutschen aus Bessarabien den Hafen von Ga- latz, um die Heimfahrt ins Reich anzutreten. nicht erhoben. . v „ Die zum Umtausch gelangenden Zertifikate sind mit einem nach Gruppen, Nummern und Abschnitten geordneten Verzeichnis einzureichen. Die Dividendenbezugsscheme für das Jahr 1940 und folgende sind miteinzuliefern. , Ueber die zum Umtausch eingereichten Zertifikate werden den Einreichern nicht übertragbare Quittungen erteilt, gegen deren Rückgabe die Schuldverschreibungen der 4% Reichsbahnanleihe, soweit ihre Ausfertigung bantragt wurde, nach Erscheinen von denjenigen Stellen ausgehändigt werden, welche die Quittungen ausgestellt haben. Die Lieferung der Stücke der neuen Reichsbahnanleihe erfolgt baldmöglichst. Anmeldungen auf bestimmte Abschnitte können nur insoweit berücksichtigt werden, als dies mit dem Interesse der übrigen Abnehmer verträglich erscheint. 7. Die im Umtausch beantragte 4% Reichsbahnanleihe gilt als voll zugeteüt. Oer Reichsverkehrsmlm'ster und Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dorpmüller. Eine „Moskiionachi" im Kanal Deutsche Schnellboote versenkten 11000 BRT. Don Kriegsberichter Gustav Schütt. L Umtauschbedingungen 1 Bei dem Umtausch werden die Zertifikate der Deutschen Reichsbank über die Vorzugs- aktien der Deutschen Reichsbahn zu dem in den Ausgabebedmgungen vorgesehenen Einlosungswert von 120% abgerechnet, und zwar werden für je GM 500,— Zertifikate RM. 600,— 4% Reichsbahnanleihe gewährt. Außerdem erhält der Umtauschende eine Barvergütung von 7y2%, die wie folgt errechnet ist: 1 Die Dividende für das Geschäftsjahr 1940, die erst am 2. Januar 1941 und nach Festsetzung der Bilanz etwa Ende Juni 1941 mit je 3%% fällig werden wurde, wird vorzettig in voller Höhe mit 7% bezahlt; 1/n/ m 2 der Umlauschende erhält ferner eine besondere Vergütung von y2% vom Nenn- wert der Zertifikate, so daß für ihn der Erwerbspreis der neuen Reichsbahnanleihe vorteilhafter ist als bei der Neuzeichnung. Zertifikatsinhabern, die von dem vorliegenden Umtauschangebot keinen Gebrauch macken, entgeht die Verzinsung der neuen Reichsbahnanleihe für die Zeit vom 1. Ok- Die obige Vergütung von 7%% wird durch die Umtauschstellen an die Umtauschenden bar ausgezahlt, sobald die Deutsche Reichsbank in Berlin im Auftrage der. Deutschen Reichsbahn die eingereichten Zertifikate auf ihre Richtigkeit und daraufhin geprüft hat, ob sämtliche Dividendenbezugsscheme, beginnend mit den zur Erhebung der Dividende für das Jahr 1940 vorgesehenen Dividendenbezugsscheinen miteingeliefert worden sind. , Die Anmeldung zum Umtausch hat unter gleichzeitiger Emreichung der Zertifikate in (PK.)...... 23. Sept. (DNB. Funkspruch.) Dem Engländer liegen die deutschen Schnellboote schwer im Magen! Sie haben seiiren einst so sicheren Kanal in Gewässer des Todes und des Verderbens verwandelt. Am Tage find die britischen Schiffe vor den deutschen Bombengeschwadern und der deutschen Küstenartillerie nicht mehr sicher und nachts tauchen diese teuflisch schnellen Boote an allen Ecken und Enden der englischen Ostküste auf und stürzen sich wie Wölfe auf jedes feindliche Schiff, das sich yier blicken läßt. Moskitoboote nennt der Engländer in feiner Verzweiflung die deutschen Schnellboote, die er wegen chrer gefährlichen Torpedowaffe, ihrer Wendigkeit und Schnelligkeit so sehr fürchtet. Eine mondhelle Nacht liegt über dem Kanal! Die deutschen Schnellboote sind aus ihren Stützpunkten zu nächtlichen Vorstößen gegen die englische Küste ausgelaufen. Der ganze englische Küsten- Sn am Kanal ist auch heute nacht wieder von kleinen wackeren Schiffen der deutschen Kriegsmarine umlauert. Ab und zu versucht der Tommy, im Schutze der Dunkelheit mit seinen Schiffen an seiner Küste oorbeizuschleichen. Die deutschen Schnellboote haben sich auf zahlreiche Positionen verteilt und jagen mit hoher Fahrt durch die englischen Küstengewässer. Nichts ist heute nacht vom Tommy au sehen. Dor wenigen Tagen stöberten die Schnellboote erst einen englischen Geleitzua auf, zerrieben ihn vollkommen und versenkten 39 000 BRT. Handelsschifssraum und einen feindlichen Zerstörer. Ob der Tommy noch die Nase voll hat von diesem Schlag? Zwei Schnellboote sind weit nördlich gegen die englische Ostküste vorgestoßen. Der Kommandant des einen Bootes ist vor kurzem erst mit seinem Boot an die Front gekommen; er brennt natürlich besonders vor Tatendrang. Wenn sich doch nur der Tommy blicken lassen wollte. Das weitere will er schon besorgen. Aber so aufmerksam und gründlich auch die Nacht mit den scharfen Gläsern durchbohrt wird, von dem Tommy ist weit und breit nichts zu unter Verrechnung von Stückzinsen (s. Ziffer 4). Eine Börsenumsatzsteuer ist nicht zu entrichten. 2. Zeichnungen werden gleichfalls in der Zeit vom 24. September bis 8. Oktober 1940 bei den gleichen Firmen, bei denen der Umtausch anzumelden ist, entgegengenommen und können auch durch Vermittlung der in Ziffer 2 der Umtauschbedingungen bezeich- neten Geldanstalten angebracht werden. Vorzeitiger Schluß der Zeichnung bleibt Vorbehalten. 3. Die Zuteilung auf Grund der Zeichnung erfolgt nach Maßgabe des für die Zeichnung zur Verfügung stehenden Betrages baldmöglichst nach Ablauf der Zeichnungssrrst und bleibt dem Ermessen der Zeichnungsstellen überlassen. Wegen der Beantragung bestimmter Abschnitte güt das unter Ziffer 6 der Umtauschbedmgungen Gesagte. Ern Anspruch auf Zuteilung kann aus etwa vorzeitig eingezahlten Beträgen nicht herge4. Die zugeteilten Nennbeträge sind am 15. Oktober d. I. zuzüglich Stückzinsen vom 1. Oktober d.J. (einschließlich) bis zum Zahlungstage bei derjenigen Stelle zu bezahlen, welche die Zeichnung entgegengenommen hat. Bei früherer Zahlung sind Stückzinsen bis zum 15. Oktober vom Zeichner zu ent- ^Zeichner erhalten zunächst nichtübertragbare Kassenquittungen, gegen deren Rückgabe später die Stücke, soweit ihre Ausfertigung beantragt worden ist, durch die Zeichnungsstellen ausgegeben werden. , Die Lieferung der auf die Zeichnungen zugeteilten Stücke der neuen Reichsbayn- anleihe erfolgt baldmöglichst. bei den in der Anlage zu diesem Angebot genannten Geldanstalten und deren deutschen Zweigniederlassungen während der üblichen Geschäftsstunden zu erfolgen. Der Umtausch kann auch durch Vermittlung aller übrigen Banken, Bankiers, Sparkasse«, Girokassen und Kreditgenossenschaften bei den Umtauschstellen vorgenomme« werden. Früherer Schluß des Umtauschgeschästs bleibt Vorbehalten. Da der kleinste Abschnitt der neuen 4% Reichsbahnanleihe über RM. 100,— lautet, ist die Einlieferung der umzutauschenden Zertifikate in einem durch 50Q teilbaren Nennbetrag erforderlich. (Laut Ziffer 1 werden für je GM 500,— Zertifikate RM. 600,— 4% Reichsbahnanleihe gewährt.) Nötigenfalls wäre der umzutauschende Zertifikatsbetrag durch Zu- oder Verkauf auf einen durch 500 teilbaren Nennbetrag auf- oder abzurunden, sofern die Umtauschstellen nicht in der Lage sind, durch Zusammenfassung mehrerer Posten einen durch 500 teilbaren Betrag zum Umtausch zu bringen. Eine Provision für den Umtausch wird den Einreichern von den Umtauschstellen nicht berechnet. Die Hergabe der Zertifikate unterliegt als Tügungsgeschäft nicht der Börsenumsatzsteuer. Ebenso wird für die Abgabe der Reichsbahnanleihe eine Börsenumsatzsteuer Die vorstehend bezeichneten _ „„ M „A,A RM. 1500000000,— 4% Anleihe der Deutschen Reichsbahn von 1940 werden hiermit den Inhabern der zum 1. Juli 1941 zur Einziehung aufgerufenen Zertifikate der Deutschen Reichsbank über Vorzugsaktien der Deutschen Reichsbahn zum Umtausch angeboten. Soweit sie nicht für den Umtausch benötigt werden, werden sie hiermit unter den nachfolgenden Bedingungen zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. stellten Tankfabrik, zum Bau neuer Waffen- und Pulverfabriken, zusätzlicher Flug- 3 eua w erke sowie zur erheblichen Erweiterung der Werften. Allein im August dieses Jahres sind für 115 685 000 Dollar Kriegsmaterial aller Art aus den Vereinigten Staaten v e r s ch is f t worden. Hiervon hat England für 100 Mill. Dollar Material übernommen. Weiter cheiht es in der Aufstellung, die auf einer Veröffentlichung des nordcrmerikanischen Außenministeriums beruht, daß von der Gesamtausfuhr an W als en und Munition aus den Vereinigten Staaten im Werte von 530 614 000 Dollar auf Englands Konto 372 280 000 Dollar entfallen. Die Deutsche Reichsbahn hat die von ihr ausgegebenen Vorzugsaktien Serie I—V durch Bekanntmachung im Deutschen Reichsanzeiger Nr. 216 vom 14. September 1940 zum 1. Juli 1941 zur Einziehung aufgerufen. Hiermit werden auch die von der Deutschen Reichsbank über die Vorzugsaktien ausgegebenen Zertifikate Gruppe I—V zum 1. Juli 1941 zur ^U^^n^'nhabern der Zertifikate schon jeht den Umtausch in eine neue Reichsbahnanleihe zu ermöglichen, begibt die Deutsche Reichsbahn RM. 1500 000 000,— 4% Anleihe. Die Ausgabe dieser Anleihe erfolgt auf Grund des § 8 des Gesetzes über die Deutsche Reichsbahn vom 4. Juli 1939. Die Schuldverschreibungen der Anleihe werden in Abschnitten zu RM. 100, 500, 1000, 5000, 10000 und 50000 ausgefertigt und lauten sämtlich auf den Inhaber. Jeder Schuldverschreibung sind 20 halbjährige Zinsscheine Nr. 1—20 sowie ein Erneuerungsschein für die nächste Zinsscheinreihe beigegeben. , y Den Erwerbern der Anleihe wird zur Wahl gestellt, statt der Ausfertigung von Schuld- verschreibungen^eren Anlegung in ein Sammeldepot bei einer Wertpapiersammelbank oder die Eintragung des zugeteilten Betrages in das bei der Reichsschuldenverwaltung geführte Reichsbahnschuldbuch auf ihren eigenen Namen oder den einer Wertpapiersammelbank zu b^ntra^en. L £)ttot)er 1940 an nut jährlich 4 vom Hundert in halbjährlichen Teilen am 1. April und 1. Oktober j. I. verzinst. Der erste Zinsschein wird am 1. April 1941^eh^nletf)e wird in 15 annähernd gleich große Gruppen eingeteilt. Je eine dieser Gruppen wird zur Rückzahlung zum 1. Oktober der Jahre 1951 bis 1965 ausgelost werden; die Rückzahlung erfolgt zum Nennwert. Die Auslosungen finden in dem vor dem Ruckzahlungstage endenden Vierteljahr statt. Die jeweils ausgeloste Gruppe wird im Deutschen Reichsanzeiger bekanntgegeben. . ~ _ Die vorzeitige Rückzahlung der Anleihe oder eines Teiles hiervon zum Nennwert, jedoch nicht vor dem 1. Oktober 1945, bleibt Vorbehalten. - Die Auszahlung des Kapitals erfolgt bei Fälligkeit , soweit Schuldverschreibungen ausgefertigt worden sind, gegen deren Rückgabe bei der Reichsschuldenkasse in Berlin und durch Vermittlung der Deutschen Ver- kehrs» Kredit-Bank Aktiengesellschaft, Berlin, und ihrer Zweigniederlassungen sowie durch Vermittlung sämtlicher Reichsbankanstallen, soweit die Eintragung in das Reichsbahnschuldbuch erfolgt ist, gegen Löschung der Schuldbuchforderung. , t ,, .. w t ., .. , Die Schuldverschreibungen und die Schuldbuchforderungen über die Anleihe sind aemäß § 1807 Ziffer 2 BGB. in Verbindung mit § 8 Abs. 3 des Reichsbahngesetzes mündel- Schuldverschreibungen der 4% Reichsbahnanleihe können nach Erscheinen im Lombardverkehr der Deutschen Reichsbank sowohl in Stücken als auch in Sammelbestandanteilen bei Wertpapiersammelbanken beliehen werden und sind auch tm Lombardverkehr bei der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) als Deckung zugelassen; ebenso sind die Schuldbuchforderungen über diese Anleihe beleihbar. Die Einführung der 4% Anleihe der Deutschen Reichsbahn von 1940 an den Deutschen Börsen wird alsbald nach Erscheinen der Stücke veranlaßt werden. Nacht von neuem bewiesen hat, brauchen wir keine weitere Klarheit. Churchill gesteht durch den Mund des Luftmarschalls, daß es Englands höchstes Ziel ist, deutsche Frauen und Kinder zu morden! Oie Aufrüstung in USA. Washington, 23. Sept. (Europapreß.) Aus einem Bericht des Nationalen Verteidigungsrates geht hervor, daß 7,25 Milliarden Dollar während der letzten vier Monate an Lieferungs- und Bauverträgen für die Aufrüstung vergeben worden find. Darunter fallen die Verträge zum Bau der ersten auf Massenproduktion einge- Mayfair-Hotel oder der Nachtclub „Coconut Grove" schließen bereits um neun Uhr abends. Die großen Teehäuser von Lyons, die die ganze Nacht über geöffnet waren, haben nicht weniger als 95 o. H. ihrer Gäste verloren. Plünderungen und Diebstähle während und nach Fliegerangriffen nehmen einen immer größeren Umfang an. Besonders bedenkliche Anzeichen für die sinkende Moral sind die sich mehrenden Fälle, in denen Angehörige der Wehrmacht und Polizei sich an solchen Ausschreitungen beteiligen. In einer einzigen Nummer des „Daily Expreß" sind vier Fälle von Verurteilungen solcher beamteten Plünderer verzeichnet. Die Räubereien erstreckten sich auf Wein, Lebensmittel und Bekleidungsstücke aus beschädigten Privat- und Geschästsgebäuden. tober 1940 bis zum 30. Juni 1941 — die sich auf 3,6% vom Nennbetrag der Zertifikate beläuft —, weil auf die Vorzugsaktien nach den Ausgabebedingungen für das Jahr ihrer Einziehung eine Dividende nicht mehr gewährt wird. Außerdem entgeht ihnen der nur beim Umtausch gewährte höhere Kursnachlaß auf die neue Reichsbahn- anleihe. sehen. Schon glauben die Schnellbootmänner, daß die Engländer heute »acht nichts mit ihnen zu tun haben wollen. Dann aber plötzlich: Zwei Schatten am dunklen Horizont bewegen sich dort voraus. Der „Rottenknecht" meldet dem Rottenführer: Backbord voraus zwei englische Bewacher.! Die Bewacher werden umgangen. Und die Engländer scheinen auch zu glauben, daß die Luft rein ist. Kaum sind die Bewacher passiert, da wird ein englischer Ge- leitzug ausgemacht. Die beiden Boote laufen sofort zu mA na riff an! Bevor sie aber in Schußweite an den Geleitzug herangetommen sind, taucht urplötzlich vor ihnen rin englischer Zer- st o r e r auf, der sofort aus allen Rohren zu „spucken" beginnt. Durch geschicktes Manövrieren gelingt es, den Zerstörer abzuschütteln. Der englische Zerstörer vermutet seinen Geleitzug nun wohl in Sicherheit. Unbekümmert trottet er deshalb hinter den Schützlingen seines Geleitzuges her. Aber wie die Moskitos im nächtlichen Dunkel ihr Opfer finden, so tauchen jetzt auch die deutschen Schnellboote blitzschnell vor dem feindlichen Geleitzug wieder auf. Ein Boot bleibt zurück und steht „Schmiere", damit von Achtern nichts passiert. Der junge tatendurstige Schnellboottommanüant pirscht sich mit seinem Boot auf einige Entfernung an den Geleitzug heran. Ein Frachter und ein Tanker werden mit schnellem Entschluß aus Ziel genommen und der Torpedoschuß gelöst. Ehe die Engländer überhaupt begriffen haben, was los ist, hat das Schnellboot schon wieder Kehrt gemacht und haut ab. Die Augen der ganzen Besatzung an Deck aber hängen an den Torpedobahnen. Jetzt: die erste Detonatton! Der Aal hat gesessen! Eine große Stichflamme schießt aus dem Frachter heraus, sein Heck hebt sich und sackt dann ab! Von dem Schiff ist nichts mehr zu sehen! Da: die zweite Detonatton! Der Tanker ist gettoffen! Hurra! Um 11 000 BRT. ist Churchills Schiffsraum weniger. Inzwischen ist der englischen Zerstörer auch wach geworden. In wildem Zickzackkurs kommt er Stockholm, 23. Sept. (Europapreß.) Ueber die Aktivität der deutschen Luftwaffe über England werden am Montag vom britischen Rundfunk nur dürftige Mitteilungen gemacht. Es heißt lediglich, daß die deutschen Flugzeuge die englische Hauptstadt in Wellen anflogen, und daß London wieder das Hauptziel der deutschen Nachtangriffe war. Ueber die Angriffe am Sonntag bericytet „Stockholms Tidninaen", deutsche Gesckwader seien immer wieder über den Vororten Londons gemeldet worden, in den Abendstunden hätten die Deutschen im Schutz der Wolken einen Angriff apf die Stadt unternommen. „Bomben wurden an verschiedenen Stellen abaeworfen, nicht ganz ohne Ergebnis ", heißt es in dem Bericht. „Die östlichen und südlichen Teile Londons waren wieder das Hauptziel der deutschen Angriffe. Eine große Anzahl von Bränden konnte festgestellt werden. Ein Teil von ihnen war so gewaltig, daß eine Bekämpfung aussichtslos war. Der Angriff war heftiger als in den letzten Tagen." Das Londoner Nachtleben ist wegen der ständigen deuffchen Bombenangriffe lahmgelegt worden. Das 1 gesamte Gebiet um den P i c c a d i l l y - C i'r c u s, wo sich zahlreiche Restaurants, Kneipen, Vergnü- gungslotale und Nachtklubs befinden, liegt tot d a. Nur eine Handvoll Klubs, die unter die Erde gegangen find, halten noch in den Abendstunden ihre Tore geöffnet, doch selbst das populäre Cafä Royal oder der Embassy-Elub, das Trocadero, das angebraust. Aber das zurückgebliebene Schnellboot lenkt ihn auf sich und beschäftigt ihn so lange, bis das andere Boot ungehindert sich fortmachen kann. Jetzt wird es aber auch Zeit für die beiden Boote, nach Haufe zu kommen! Der Tommy schießt noch ein paarmal hinter ihnen her. Die beiden Boote aber laufen mit hoher Fahrt ihren Heimathafen an, und stolz meldet der junge Schnellbootkommandant im Morgengrauen dem Flottillenchef seinen ersten großen Erfolg. Mehr als 22 Millionen am ersten Opfersonntag. Berlin, 23. Sept. (DNB.) Während Churchills Luftpiraten glauben, unser Volk durch sinnlose und gemeine Luftüberfälle weich machen zu können, hat Räumungs- Angebot! Erdbeerpflanzen in den Sorten: Neuheit Eva Macker, Oberschlesien, Deutsch Evern usw. Monatserdbeeren, Himbeerpflanzen Preuhen ldie beste Sorte). Bestellung von Obstbäumen werden schon jetzt tu nprfnuf Bestellungen durch alle Buchhandlungen LicherStr.37 II r ÖUflO vernMier verleg,öeriili-Mlers. besonders bei Fett- und fettähnlichen Flecken. Nicht feuergefährlich! Auch so gut wie die bekannten Stoffarben Erhältlich: Drogerien, Landapotheken u. anderen Fachgeschäften ein dö MARYIAN erfolgreicher Kosmetik 5 § Heute Dienstag Neuaufführung Ein herrlicher Ufa-Film Königswalzer ist eine Schöpfung, die es verdient, als Spitzenwerk heiterer mnsikerfflllter Filmkunst angekttndlgt zu werden t j + *. •«., Wo. 3.80 5.30 7.45 Jugend hat Zutritt! ~ So. 8.00 5.15 7.45 4250 A ___________________________ mit Willi Forst Paul Hörbiger Heli Finkenzeller Carola Höhn Dienstag, 24- September 1940 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 22b Zweites Blatt Aus der Stadt Gießen. I Hauptversammlung des Westerwald-Vereins Der Apfel. alarm Am heutigen Dienstag wird die Lustsplel-Operetie | Minuten später auf und begibt sich mehrere Minuten Goldregen " uraufgeführt. Die Verfasser dieses hei- früher zur Ruhe. ELASTOCORN gewesen ist. Mehreremal Verteilung von Bohnenkaffee. Der Gießener Zweigverein hatte den Vertretern des Westerwald-Vereins anläßlich ihrer Houptver- sammlung in Gießen den Saal im „Frankfurter Hof" mit Blumen geschmückt. Der Vorsitzende des Zweigoereins, Mader-Gießen, entbot den Willkommengruß der Stadt Gießen. In Vertretung des erkrankten Vereinsfuhrers, Derwaltungsgerichtsdircktors a. D. U l r i c i - Wiesbaden, eröffnete dessen Stellvertreter, Rektor W i \ • senbach aus Frankfurt a. M., die Tagung mit einem stillen Gedenken für die Gefallenen und Ver- lastung erteilt. , . Wander wart Lauer- Herborn konnte berichten, daß trotz der Zeitoechaltnisse im We-sterwald gewan- dert wird. Mit den Soldaten wird enge Verbindung unterhalten. Wie der Werbeobmann, Bürgermei. ster Sohrn- Marienberg, mitteilte, wird die Werbeprämie auch weiterhin gewährt. Den Z w e i g v e r - ein Gießen bezeichnet er als vorbildlich, auch der Zweigverein Neuwied konnte gute Erfolge aufwei- neusten Werkes berechtigt. Spielleitung hat Harr»; Grüneke, die musikalische Leitung Arthur Apelt, von teren Werkes sind die Brüder Manfried Roßner, der den Text schrieb, und Hellmut Rößner, von dem die Musik stammt. Sie haben sich in der vergangenen Spielzeit mit ihrem musikalischen Lustspiel Karl III. und Anna von Oesterreich" einen glan- zenden Erfolg — auch in Gießen — errungen der zu großen Erwartungen für die Uraufführung ihres sind Angaben über die Sammler der Zweigvereine für das WHW. und die von ihnen erzielten Beträge erforderlich. Der Kassenbericht wurde in Ord- nug befunden. Der Verein hat mehr als 4000 RM. für Wegemarkierungen aufgewandt. Dem Schatzmeister und dem Vorstand wurde einstimmig Ent- Es vergehen zwei Wochen. Waren bish^ m der Zeit eines seelischen Katzenjammers die Gedanken an Dictmuthe Röhl stets quälend, so sind sie auch in dieser Zeit unlustbetont. Aber — und das istdas Neue: sie sind jetzt öfters überhaupt nicht da die Frau entschwindet ihm, er merkt es nut einer ge- missen Unruhe und traut sich selber nicht. Die Unruhe aber bleibt und wird siarker. „Weggehen möchte ich", denkt er öfters bei der Arbeit ,/km fach alles liegenlassen und daoonlaufenl Ein Ge^ tübl drängt in ihm, noch dunkel und unklar sich aufzumachen und den Weg zu sich selber zu suckem An einem sdstinen Maitag, an dem nicht sehr viel zu tun ist, überläßt er die Behandlung der Patienten seinem Assistenten allein, geht zum nächsten St odtb ah nhof und fährt m den Grünewald hinaus. In Nikolassee steigt er aus und schlendert öfters Nachmittags-Fremdenvorftellungen. Am kom- mcnben Sonntag, 29. September, findet die erste Fremdenvorstellung mit dem großen Lustspielerfolg „Hochzeitsreise ohne Mann" von Leo Lenz statt. Kleine Preise. Schulbeginn nach Fliegeralarm erst um 10 !lhr. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat angeordnet, daß der Unterricht für die Volks-, Mittel- und höheren Schulen forole die Berufe- und Fachschulen allgemein er t um 10 Uhr vormittags beginnt, wenn in der Nacht vorher zwischen 20 und 6 Uhr Flieger- Fremdenvorstellungen im Stadttheater. Damit dem auswärtigen Publikum ebenfalls aus- reichend Gelegenheit zum Theaterbesuch geboten ist. veranstaltet das Stadttheater Gießen von jetzt ab ohne bestimmtes Ziel durch den Wald. Lichtgrün chimmert junges Laubgrün zwischen dem Dunkel )er Kiefern, und aus den toten, raschelnden Blattern am Boden sprießen junge Halme und Kräuter, blickt hier und da ein Helles Blumenauge. Fin- ken schmettern, und Wildtauben gurren, lieber den dunklen Wipfeln segeln weiße Wolken, die, höher leigend, sich als langgezogene, hauchzarte Schleier- gebilde vor das leuchtende Mau des Himmels fprel- baur — Gilbachtal — Oberhof — Nassau. Vereinsführer 111 r i c i - Wiesbaden wurde einstimmig bis 1942 erneut als Vereinsführcr gewählt. Die Obmänner wurden in ihren Aemtern bestätigt. Der im Jahre 1929 herausgegcbcnc und mittlerweile vergriffene „Führer durch den Westerwald" ist in neuer Bearbeitung in Vorbereitung. Auch die Land karten des westlichen und des östlichen Gebietes sollen später neu gedruckt werden. Der Geschäftsführer des Reichsbundes der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, Dr. Götz- Darmstadt, erstattete den Bericht über den Reichs- Kriegswandertag in Marburg. Pus seinen Ausführungen war zu entnehmen, daß neue Satzungen in Arbeit sind, die "in nächster Zeit herausgegebcn wer- den. Er gab auch praktische Winke für die Förderung des Wandergedankens. Für diese Zwecke werden Bezirkssternwanderungen empfohlen. Als die vornehmste Arbeit der Wanderer für die Heimatfront empfahl er die Mitnahme möglichst vieler Volksgenossen. Auf Anregung von Rektor Wissenbach soll allen Soldaten des Westerwaldes das vom Landesfremdenverkehrsverband herausgegebene Faltblatt „Kamerad Humor" ins Feld gesandt werden. Die Verbindung mit den Soldaten will man noch enger gestalten. Rektor Wissenbach ließ die Tagung ausklingen in einem Bekenntnis zur engeren Hei- mat. Im Rahmen einer Auszeichnungsfeler überreichte Dr. Götz den „Treuesten der Treuen" die Ehrennadel des Westerwaldvereins. U. a. wubden flusge- zeichnet: für 100 Wanderungen Heinrich H e*n k e l - mann und Karl Manuel, beide z. Z. im Felde, vom Zweigverein Gießen. Nach einer Mittagspause übernahmen die Gie- ßener Wanderkameraden die Führung ihrer Gäste durch unsere Stadt. machen will, muß von der gegenwärtig gültigen Nährmittclkarte 15 für Normalverbraucher, die vom 23. September bis 20. Oktober gilt, bis zum 28. September bei seinem Kaufmann den Einzelabschnitt N 30 abtrennen lassen, um den Bohnenkaffee beziehen zu können. BezugSnachweise und Punkte beim (Sfrumpffouf. Die Bezugsnachmeise für Strümpfe auf der ersten Reichskleiderkarte dürfen nur in Verbindung mit Punkten der ersten Neichskleiderkarte zum Bezug von Strümpfen verwandt werden. Wer allo auf der ersten Neichskleiderkarte keine Punkte mehr hat, kann auch die an'hängenden Bezugsnachweife für Strümpfe nicht mehr verwenden. Das ist aber dann möglich, wenn noch einige Punkte auf der alten Karte sind: zur Ergänzung können in solchen Fällen Punkte der zweiten Neichskleiderkarte hinzugenommen werden. Niehen-Wieseck. Die erste WHW.-Straßensammlung konnten die Wieseckcr Turner und Sportler zu einem Erfolg ge- stalten. Außer dem Verkauf der Abzeichen wurden noch verschiedene Sondervcranstaltungcn durchge- ührt. Die Kegler setzten sich voll und ganz ein und konnten größere Summen veisteuern. Ebenso haben die Turner und Turnerinnen durch Vorführungen an verschiedenen Stellen der Straßen mit dazu beigetragen, das Ergebnis der Sammlung günstig zu ge- teilten. Sammlung von Roßkastanien durch die Schulen. Da die Roßkastanie kriegswirtschastlich als Futtermittel und als Rohstoff zur industriellen Verarbei- tung von besonderer Bedeutung ist, hat der Reichs- erziehungsminister angeordnet, daß sich die Schulen nach den bereits für die Sammlung von Heilkräutern veröffentlichten Grundsätzen an der Sammlung der Roßkastanie beteiligen sollen. Bei der Sammlung von Heilpflanzen und TeekräuterN hat sich der Einsatz der Schulen bisher schon recht gut bewährt und trotz der Behinderung durch feuchtes Wetter auch gelohnt. Dieser Einsatz wird auch in der Zeit der Sammlung von Kastanien ohne Ein- fchränkung fortgesetzt. Weitere Einzelheiten werden den Schulen von den Gausachbearbeitern der Reichs- stelle für Heilpflanzenkunde im Benehmen mit den Schulaufsichtsbehörden mitgeteilt. Gießener Wochenmarktprelse. * G i e ß e n, 24. Sept. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Wirsing, kg 5 bis 6, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbo Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 18, Römischkohi 10, Bohnen (grün) 15 bis 18, (gelb) 20, Unterkohlrabi 7 Npf., Feldsalat 1 NM., Tomaten 15 bis 16 Rpf., Zwiebeln 12, Schwarzwurzeln 30, Rhabarber 10, Kürbis 7, Kartoffeln 4, Falläpfel 4 bis 6, Aepfel 15 bis 25, Birnen 15 bis 30, Zwetfchen 14, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bund 10 Rpf. Es gibt kaum einen erfreulicheren Anblick als einen Apfelbaum zur Zeit feiner Reife, wenn er, schwer beladen von seinen goldigen und rotbäckigen Früchten, die aus dem dunkelgrünen Laube schimmern, seine Aeste erdwärts neigt, die oft von unten gestützt werden müssen, um unter der reichen Last nicht zu brechen. Inbegriff strotzender Fülle und Fruchtbarkeit scheint so ein Baum, und so ist er von jeher schon von unseren Vorfahren empfunden worden. Der uralte Weltbaum der Germanen wurde,. o. bald als riesige Esche, bald als Apselbaum gedacht, storbenen-, dem Wirken des Vorsitzenden des Vim- die leuchtenden chimmelsgestirne als die Fruchte, die burger Aweigucreins «tudienrat Atzmann jede Nacht frisch reifen. Auch den Paradiesbaum emem Kenner des Westerwaldes unb stellen wir uns nie anders denn als Apfelbaum vor, der engeren fyumot des Rektors, S d; um d nn die „verbotene Frucht" als Apfel, obwohl der biblische Herborn, des „Letzten Herborners , der die Her- Bericht nur vom „Baum" im allgemeinen und von borner Tradition verkörperte, ferner des Land ate feiner Frucht" spricht. 4 Lorch-Westerburg, eines eifrigen Förderers des Der Äpfel der älteste Obftbaum der Germanen, Westerwaldes, sowie des Buchdruckers!^ der nicht nur in unserem Vaterlands wild wuchs, n e r •■ Sjadycnburn mtömek er etnsn W sondern auch schon in frühesten Zeiten kultiviert ruf: In das Gedenke» schloß auch den für ba wurde und dessen Frucht an Wohlgeschmack, Be- Vaterland gefallenen Gießener Wanderkameraden kömmlichkeit und Nährwert auch heute noch von Winkel!) aus- «jn. - . , foIatcn 6cr «L -S »KS-LKKL---: Durch die Aepfel der Iduna, der Göttin der Jugend, tenden Schatzme rs Rek or W r b e' au er »rftbrbare Lebenskraft. Apfelbaume pflanzten die «-'-der Der D ram wird fernen SoOatcn «iw gefahr, denn nach dem allgemeinen Glauben blieb 9lMnn(;„„ ,ihnr hi(, Sammler der Vweigvereine dieser heilige Baum vom zerspaltenden Blitz, vom Hammer Thors, verschont. Noch heute bewahrt mancher Volksglaube Reste dieser uralten Ueberltejcrung. So ist die Sitte weit verbreitet, daß am Altjahrsabend die Mädchen Apfelschalen hinter sich werfen, um aus der Art, wie die Schalen fallen, den Namen des Zukünftigen herauslesen zu können. Wer einen Apfel schält, ohne daß die Schale dabei zerreißt, soll ein neues Kleid als Geschenk bekommen. Auch in der Volks- Medizin spielt der Apfel eine wichtige Rolle. Dor allem soll er die wunderbare Kraft besitzen, die Mehrmals bleibt Bergholz stehen und atmet tief. Dabei kommt ihm das Märchen vom „Armen Heinrich" in den Sinn. Drei Ketten waren es, die zerspringen mußten, ehe er frei wurde. Bei ihm nur zwei... Sind sie schon zersprungen?... Wenn ja, o ist das noch ein ungewohnter Zustand. Heute aber ist ihm zum erstenmal nach langer Zeit bei- nahe wohl zumute. Der weiche Frühlingstag, sehr geeignet, das Blut schwer und den Sinn benommen zu machen, ihm schenkt er eine eigentümliche belebende Frische, die aus dem erdigen Geruch des Waldbodens bringt, über den er schreitet, und klare, starke Empfindungen kommen ihm — er weiß nicht ^Das Gelände um ihn wird hügelig. Statt durch falbes, raschelndes Laub schreiten seine Fuße über den hellgrünen Samt jungen Rasens. Ein Wasserspiegel blinkt auf. Drüben, von den jenseitigen User- höhen, schimmert das Weiß blühender Bäume au< dem vielfach getönten ßaubgrün der Garten am abfallenden Hang. Darunter zieht sich ein yutge- pflegtet Uferweg hin, und man sieht Spaziergänger dort wandeln. . , . rt ,. m Auf der Kuppe des Hügels stehend, sieht Bergholz, wie plötzlich drüben Leute zusammenlaufen und mit aufgeregten Gebävden in den See hinaus- deuten. Dicht unter ihm schreit eine Frau- „Gott im Himmel! Die fällt ja ins Wafser! Jammernd und händeringend läuft sie hin und her. Ihr Mann nejtelt an seinem Paletot und blickt sich ratlos um. Die Frau hängt sich ihm an den Arm. „Um Gottes willen, Mann! Du kannst das doch nicht!... Du b0©ienl?rblirfi Bergholz, der mit ein paar langen Schritten die Anhöhe herabeilt und sich bnbei Man- tet und Rock abstreift. Er wirft beides auf den Bo- den, den Hut dazu, händigt dem Mann seine Brief- tasche, Geldbörse. Schlüssel unb alles aus, was er WWmM» Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München 30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die Abende sind schwer zu ertragen. Oft befällt ihn schon während der Tagesarbeit förmliche Angst vor der Verlassenheit der Wohnung, vor der be- drückenden Stille. Voll leidenschaftlicher Ungeduld hat er das Alleinsein herbeigesehnt. Jetzt ist es ihm keine Erlösung. Es ist ihm, als flute das Leben an ihm vorbei. Um sich zu zerstreuen geht er aus be- sucht Theater, Kinos, Kasfeehau er; auch frühere Bekannte sucht er auf. Und dann flieht er wieder tn die lastende Stille seines Heims. Einmal findet er sich vor dem Hause, in dem Käte Weber wohnt. In einem Gefühl schmerzender Leere, in einer dunklen, wehen Sehnsucht nach 1 Wärme und Güte, nach Verständnis und Teilnahme ist er wie nachtwandelnd hierhergelangt. Er mochte zu ihr hinaufgehen, kämpft mit sich — und mtoer- steht. Wie soll er Käte gegenubertreten? Alles Mißlungene, Falschangefangene seines Lebens fühlt er schmerzlicher und beschämender m ihrer Nahe. Er könnte nicht anders, als daran vorbeireden, und ** Kriegsauszeichnung. Der Fahnenjunker-Unteroffizier Willi Herrmann, Sohn des Prokuristen H. Herrmann, wurde für feine Tapferkeit bei den Kämpfen in Frankreich mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. , _,, ** Ernennung z u wissenschaftlichen Assistenten. Der Rektor der Ludwigs-Universität hat den Dr. med. vet. Franz Arthur Göbel zinn dem Rand des Kahnes und hebt mit dem anderes Arm den Körper höher, den er umfaßt hält. Ein blasses Gesicht taucht aus dem Wasser, halb bedeckt von langem aufgelösten Haar. „Die is rooll schon bot?" fragt der Angler und chickt sich an, die Leblose in den Kahn zu Heden- Bergholz hilft, und er erfewnt dabei, daß es beU Tuchmantel der Unglücklichen war, der, voll Wafsev gesogen, sie so schwer machte. „Tot ist sie nicht. Eben bewegte sie fid) noch ein wenig", sagt er keuchend und stemmt sich unter die Last. Dann liegt die Bei wußtlose in dem kleinen Kahn. „Nu Sie noch! Mann, is bet 'ne Würjerei!" sagt der Angler. „Ich schwimme zum Ufer zurück, da sind mein* Sachen", entgegnet Bergholz — er lallt es zähne« klappernd. „Rudern Sie nur rasch, damit bald ge« hoffen wird", setzt er noch hinzu und stößt fid) vonl Kahn ab. Am Ufer hat sich eine Gruppe von Leuten zu« sammengefunden, die ihn erwarten. Als er aus denl Wasser steigt, umringen sie ihn und reden auf ,hN ein mit allerlei guten Ratschlägen. Er hätte sich amt liebsten davongemacht, willigt dann aber doch in den Vorschlag des Mannes ein, der feine Sachen gehü« tet hat, mit ihm nach dem am Ende des Sees ge« legenen Gartenlokal zu gehen, wohin schon feind Frau Doraufgegangen sei, um sich dort wegen trat« fener Kleidung für ihn zu bemühen. „Das ist sehr freundlich. Und einen Schnapp könnte ich audj vertragen. Also gehen wir", sagt er« In zehn Minuten erreichen sie das Ausflugslokal. Dorthin hat der Angler auch die aus dem See ae« rettete Lebensmüde gebracht, und es bemühen sich um sie ein paar Menschen mit Wiederbelebungs« versuchen. Unter Hans Bergholz' Anleitung gestalt« ten sie sich sachgemäßer, und es macht sich alsbald der Erfolg bemerkbar. Das Blut beginnt wieder irt dem erstarrten Körper zu kreisen, und das ersij kaum merkliche Atmen wird tiefer. Ein Krankenauto fährt in den Hof. Mit den Sa« nitätern zugleich entsteigt ihm ein Polizist. Diesen^ gibt der Bootsverleiher eine Handtasche. Die Le« bensmübe hatte sie bei ihm zur Aufbewahrung und , gleichzeitig als Pfand für bas auf eine Stunbe ge« liehene Boot gelassen. Keine Spur von felbftmörbc« rischen Absichten sei ihr anzume^ken gewesen, be« I richtet er. Sie habe ruhig und fnmnblid) mit ihnl l gesprochen, e (Fortsetzung folgt.) , In ben Wintermonaten wirb auf Anorbnung bes Reichsministers für Ernährung unb Lanbwirtschaft mehrere Male Bohnenkaffee ausgegeben werben. Alle Versorgungsberechtigten, bie bas 18. Lebensjahr uoUenbet haben, erhalten bie Möglichkeit, an Stelle von Kaffee-Ersatz ober Zusatzmitteln auf ben hierfür vorgesehenen Abschnitt ber Nährmittelkarte Bohnen- faffee zu beziehen. Alle Einzelheiten über bie Durch- führung ber Verteilung werben örtlich von ben Ernährungsämtern bekanntgegeben. In ber Versorgungsperiode vom 21. Oktober bis 17. November haben die über 18 Jahre alten Ver- sorgungsberechtigten die Möglichkeit, an Stelle von 125 Gramm Kaffee-Ersatz oder Zusatzmittel 75 Gramm Bohnenkaffee zu beziehe». Wer von dieser B ezu gsm ö gl i ch ke i t für Bohnenkaffee Gebrauch Braucht Martha sich noch länger zu ärgern? Ober ihre dummen Hühneraugen! Nein, da gibh ein besseres Mitte!» Elastocorn mit dem Filzring drauf- legenl Dann hat sie koineSchmerzen mehr beim Gehen, und in ein paar Togen ist sie ihre Hühneraugen los. in ben Taschen hat. Während die Frau aufgeregt I berichtet, wie sie das kleine Boot beobachtete, in bem eine Frau saß und langsam die Ruder be- l roegte, bann biefe einzoa und sich über ben ^and bes Bootes ins Wasser fallen ließ, entlcbigt er sich auch ber Schuhe, wirft einen bie Entfernung ab- chätzenden Blick nach der kleinen treibenden Jolle und den schwachen weit- und weiterziehenden Wellenkreisen auf der glatten Fläche. Da... etwas Dunkles taucht heraus und verschwindet gleich wie- der. Neue Wellenkreise entstehen an der Stelle. Bergholz gibt auch seine Brille zum Aufbewah- ren, tritt dicht ans Wasser. Statt wird es noch sein ... Er holte tief Atem und machte einen weiten Hechtsprung ... Ja, es ist noch schneidend kalt, und um seine Füße wickelt sich Pflanzenzeug wie hemmende Stricke. Doch er reißt sich vorwärts, sck-wimmt mit langen Stößen auf die Stelle zu, wo die Frau untergegangen ist. Zum Gluck ist es mn)t weit vom diesseitigen Ufer. Er taucht, reißt die Augen auf, sieht nur fahlgrünes Wassergewirbel. Da endlid)... wie einen Schatten einen dunklen Körper. Mit ein paar Stößen unter Wasser ist er heran, saßt die Frau und wird von ihrer Schwere tiefer gezogen. Hoppla! Nicht absacken!... Nach oben müssen wir! . Mit bem rechten Arm unb mit ben Beinen arbeh tenb, sucht er zur Oberfläche zu kommen, unb bas Brausen unb Zischen in feinen Ohren schwillt ba- bei zum Dröhnen an, ber pressenbe Druck will bie Lunge zersprengen. Da enblich Luft — ein Asemzug — unb roieber zieht ihn die Schwere des Körpers, ben er umfaßt hält, unter bie Wasseroberfläche: aber er läßt nicht los. In ben Sekunben, die ein Kampf werben, wie ihn Hans Bergholz nie gekämpft -- ein Kampf um sein unb ein anderes Leben, als er feine Kraft nachlassen fühlt unb weiß, daß es nur noch um Augenblicke geht, läßt er nicht los. Er muß bas kleine Boot erreichen!... Das Boot!... Herrgott hilf! Das Boot... _ . . ,, . Da stößt er gegen etwas. Seine Hand tastet Holz — eine Stange, nein, ein Ruder. Er kann den i Kopf über Wasser heben, atmen, husten, unb das । verschluckte Wasser von sich geben. . „Hamse ihr?" fragt eine Stimme. Em Angler ist , ihm mit seinem Kahn zu Hilfe gekommen. Der zieht : ihn mit bem Ruder heran. Bergholz greift nach en. Der Westerwald-Verein hat außer den 1941 Kilometer Hauptwegestrecken und ben örttid) 3U betreuenden Wanderwegen, wie der Obmann, Amtsbürgermeister M unter- Daaden, berichtete, nun auch die Nord-Süd-Wandertinie, soweit sie burd) den Westerwald zieht, zu markieren. Diese Strecke durchquert ben Westerwald wie folgt: Freusburg — Kirchen — Druidenstein — Herdorf — Hohenseel« bad) Kopf — Tröbelstein — Steegskops — Salzburger Kopf — Marienberg — Dreifelder Weiher — Steinen — Hartenfels — Selters — Monta- Gicht zu vertreiben. Eine besondere Bedeutung erhielt ber Aepfel als Sinnbilb ber Vollkommenheit ber Welt. In frühester christlicher Zeit würbe ber Apfel mit einem Kreuz darauf für Kaiser unb Könige bas Zeichen ihrer Herrschaft, ber Reichsapfel, ber noch heute in allen Krönungszeremonien eine Rolle spielt. 2(uÄ bie । vaiul.tu, ■ ,{j - h ■ T Sitte zu Weihnachten golbene Aepfel unb Nüsse zu dem auch die Bearbeitung für moderne Tanz verschenken und den Weihnachtsbaum mit ihnen zu orchester-Besetzung und Herrenquartett — in der schmücken, geht auf die Vorstellung zurück, die in Art des Meistersextetts — stammt. Das Herrenquar. diesen Früchten Sinnbilder des Lebens sieht. In tett steht unter Leitung von Fritz Dietzmann. E. manchen Gegenden hat sich ein alter Braud; erhol- wirken nut: Anneliese Garbe, Hella Henzky Luise ten den Kindern an ihrem ersten Geburtstag einen Prasser, Kurt Bosny und Walter Erlex^das H^ren Apfel, efa Geldstück und ein Buch auf ben Fuß- guartett Walter Kohlermann, Ottmar Mayr, Georg hoben zu legen, um aus bem Gegenftanb, ben bas Ritter, Ernst Zahn. Buhnenbilber. Karl Löffler. Kinb ergreift, Schlüffe auf feinen Charakter unb 2. Dienstag«ete. feine Fähigkeiten zu ziehen. Greift es nach bem Ortszeit für den 25. September. Gelbstück, so hat es Sin» für Nützlichkeit unb Ev- Sonnenaufgang 7.16 Uhr, Sonnenuntergang 19.16 werb, nimmt es bas Buch, so entscheidet es sich ... _ Monbuntergang 15.26 Uhr, Monbaufgang bamit für Gelehrsamkeit, wählt es aber ben Apfel, Q 47 Ucr so ist es vor allem dem Genuß unb ben Freuden ' ' Aorfiftflnffitlfl der Welt zugänglich. Auch in dem bekannten Wort, VervfsaNsaNg. baß in ber Kinbererziehung ber Apfel immer bei 23 September um 5.46 Uhr MEZ. überschritt ber Rute sein solle, ist ber Apfel Inbegriff alles Sonne in bem am Himmel gebuchten Grabnetz Erfreulichen unb Angenehmen. L-&en Aequator von ber nörblidjen zur (üblichen Hörttöfiien. Seite unb trat bamit in bas Tierzeichen ber Waage , , , x -nurnc-un Damit begann ber astronomische Herbst, wahrenb Tageskalender für Dienstag. „ man fn ber Meteorologie schon ben ganzen Septem- Stabttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Golbregen . — bcr mit ^um herbst zählt. Astronomisch zeigt sich bie Gloria-Palast, Seltersweg: „Konigswalzer . — Licht- $ unb Nad)gleiche baburch an, baß auf ber ganzen spielhaus, Bahnhofstraße: „Rakoczy-Marsch . ^rbe Tag unb Nacht fast genau gleich lang finb. Stadttheater Gießen. | Vom 23. September an geht bie Sonne täglich einige Oberarzt, den Dr.med. Otto Cimbal, Dr.med. vet Adolf Ellenb erger, Dr. phil. Heinrich Götz, Dr. phil. Walter Greb, Dr. med. Wolrad Klapp, Dr. med. Walter Pförtner, Dr. med. vet Waldemar Runge, Dr. med. Rolf Walter Schäfer und Dr. med. Franz von Schorle m e r durch Urkunde vorn 30. August 1940 zu wissenschaftlichen Assistenten ernannt. Aus der engeren Heimat. Schieß-Wettbewerb alter Soldaten. Am Sonntagoonnittag traten die Kriegerkarne- raüschaften Daubringen, Lollar und Ruttershausen mtt ihren besten Schießgruppen auf dem Schießstand der Kriegerkameradschaft Daubringen an, um einen Wanderpreis herauszuschießen. Geschossen wurde mit Kleinkaliber, 10 Schuß liegend freihändig auf 50 Meter Entfernung. Sieger des Tages war die Kameradschaft Daubringen. Bester Schütze wurde ihr Mitglied und Schießleiter Heinrich Bierau. Das Ergebnis war folgendes: k.k. Daubringen: Heinrich Bierau 112 Ringe; Ludwig Mohr 105; Friedrich Bierau 100; Ludwig Reinhard 94; zusammen 411 Ringe. K.-K. Lollar: Ludwig Klinkel 102 Ringe; Adolf Göttlich 95; Heinrich Biehl 93; Willi Barschel 92; zusammen 382 Ringe. K.-K. Ruttershausen: August Becker 102 Ringe; Karl Erdmann 94; August Schön 91; Heinrich Läufer 78; zusammen 370 Ringe. Um dem Schießen weiteren Ansporn zu verleihen, wurden von 16 teilnehmenden Kameraden zwei Ehrenscheiben aus Sperrholz herausgeschossen. Geschossen wurden diese von Kamerad Heinrich Bierau, Daubringen, und Kamerad Martin Säubert, Lollar. Die Kameradschaften haben für die nächsten Sonntage weiteres Vergleichschießen in Aussicht genommen. Bei der Arbeit tödlich verunglückt. * Wetzlar, 23. Sept. Der Arbeiter Emil Blum aus Grävenwiesbach verunglückte auf dem Gelände der Röchling-Werke dadurch, daß er beim Rangieren von Güterwagen zwischen die Puffer zweier Wagen geriet. Der bedauernswerte Mann wurde dabei so schwer verletzt, daß der Tod allf der Stelle eintrat. Eine Frau und drei Kinder trauern um den Verlust ihres Ernährers. Schweinemarkt in Dich. * Lich, 23. Sept. Auf dem heutigen Schweine- markt waren 231 Ferkel aufgetrieben. Der Geschäftsgang war schleppend, es verblieb Ueberstand. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Ferkel 16 bis 20 RM., acht bis zehn Wochen alte Tiere 20 bis 25 RM. pro Stück. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 24.Sept. Der heutige Schweinern arkt war mtt 347 Ferkeln beschickt. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel,bis 14 RM., 6 bis 8 Wochen alte 14 bis 17 RM., 8 bis 10 Wochen alte 17 bis 22 RM. pro Stück, Das Geschäft verlief anfangs schleppend, wurde später aber lebhafter. Es verblieb Ueberstand. Kreis Alsfeld. (D Alsfeld, 20. Sept. Heute begleitete ein zahlreiches Trauergefolge den am vergangenen Dienstag an einem Herzschlag im Alter von 62 Jahren verstorbenen Oberreallehrer Karl Dotter zur letzten Ruhe. Seit dem Jahre 1906 hatte der Verstorbene an der Oberrealschule in Alsfeld als Lehrer gewirkt. Ein bleibendes Verdienst hat sich der Verstorbene neben den im „Gießener Anzeiger Nr. 223 vom 20. September bereits erwähnten, auch durch das von ihm verfaßte Festspiel anläßlich der 700-Jahrfeier der Stadt Alsfeld im Jahre 1922, das wiederholt aufgeführt wurde, erworben. Auch auf dem Gebiete des musikalischen Lebens hat sich Oberreallehrer Dotter in Alsfett» sehr verdient gemacht durch die Gründung des Alsfelder Musikvereins und des Alsfelder Jugendorchesters. Die ehrenden Nachrufe und Kranzniederlegungen der Vertreter der Oberschule für Jungen, der Stadtverwaltung und des NS.-Lehrerbundes zeugten von der allgemeinen, großen Wertschätzung für den Verstorbenen Kreis Büdingen. k Schotten, 23. Sept. Die Bewirtschaftung der Club Häuser des VHC. auf dem Hohe- r o d s k o p f ist ab 1. Oktober der Frau Metzger, seitherige Inhaberin der bekannten „Gerbermühle"' bei Frankfurt, übertragen worden. Lange Jahre war der altbekannte Clubwirt Stein dort tätig, der in Breungeshain seine Wirtschaft noch betreibt. Elf Jahre lang hatte zuletzt Clubwirt Wilhelm Bender auf dem Hoherodskopf die Wirtschaft geführt. 1936 wurde das alte Clubhaus durch einen modernen Anbau erweitert, zuvor war es auch mit Zentralhettzung verschen worden. Der VHC. hat keine Kosten gescheut, um die Clubhäuser auf zeitgemäßer Höhe zu halten. tim die Gaumeisterschast der Schuhen. Durch die ungünstigen Bahnverbindungen mußte das diesjährige Schießen um die Gaumeisterschaft des Gaues Hessen im Deutschen Schützenverband in drei Abteilungen herausgeschossen werden, und zwar gleichzeitig in Kassel, Gießen und Frankfurt. Das Schießen auf die Gaumeisterschaft in Gießen wurde auf den städtischen Schießständen abgehalten und stand unter Leitung des Kreisschützen- führers Eduard G o n d n e r (Gießen). Trotz schlechter Sicht sind sehr schöne Resultate erzielt worden. Besonders ist hier die Leistung des Schützen Karl Heuser (Hermannstein) hervorzuheben, der in gebrauchsmäßiger Pistole auf die lOringige Figurenscheibe auf 25 Meter Entfernung in den drei Uebungsarten mit 30 Schuß, bei 300 möglichen, 290 Ringe schoß. Angetreten waren insgesamt: 9 Jungschützen- Mannschaften ä 4 Mann, 5 Jungschützen-Einzelschützen, 17 Schützen-Mannschaften ä 4 Mann, 7 Schützen-Einzelschützen, 4 Altersschützen-Mannschaften ä 4 Mann, 1 Schütze mit gebrauchsmäßiger Pistole und 6 Schützen in Scheibenpistole, zusammen also 139 Schützen. Das Resultat von Gießen: Kleimkaliber, 50 Meter, militärischer Anschlag, 12er Ringscheibe: 3. Die Jungschützen vom Schützenverein Launsbach: Franz Mandler 141 R., Willi Bittendorf 98 R., Hch. Müller 137 R., Hans Hartmann 132 R., zusammen 508 Ringe. — 7. Die Jungschützen der Schützengefell- schast 1926 Gießen: Gerhard Luft 95 R., Heinz Rau 102 R., Kurt Petri 114 R, Günter Sundheim 114 R., zusammen 425 Ringe. — 8. Die Jungschützen v. KKSV. Blitzenrod: Aug. Döring 69 R., Ldg. Dietz 112 R., Rich. Fricke 97 R., Val. Klitzsch 96 Ringe, zusammen 374 Ringe. — Als Einzelschüßen schossen die Jungschützen: Wagner, Eisenbach, 125 R., Schäfer, Postsport Gießen 123 R. — Als einer der besten Jungschützen erhielt Franz Mandler, Launsbach, mit 141 Ringen als Anerkennung für gute Schußleistung 100 Stück Kleinkaliber- Patronen. Sch ützen mit Kleinkaliber, militärischer Anschlag. ^.-Klasse: 2. Schützenverein Gießen 566 Ringe, und zwar die Schützen Hch. Appel 155 R., Wlli Georg 135 R., Wich. Schwinn 130 R., Georg Schilling 146 R. — L-Klasse: 2. Sportgemeinde Steinbach bei Gießen 573 Ringe, und zwar die Schützen Karl Nicolaus I. 146 R., Hch. Klingelt;öfer 139 R., Ldg. Haas VI. 139 R., Hch. Ldg. Haas 149 R.; 3. die Schützengesellschaft 1926 Gießen 560 Ringe, und zwar die Schützen Karl Heitz 150 R., Hch. Baltzer 132 R., Willi Becker 134 R., Dr. Hans Wilhelmi 144 R. E-Klasse: 3. Schützenverein Blitzenrod 526 Ringe, und zwar die Schützen Friedr. Stock 153 R., Otto Grünewald 120 R., Konr. Faust 122 R., Hch. Homivius 141 R.; 4. Postsportgemeinde Gießen 521 Ringe, und zwar die Schützen Herrn. Paul 124 R., Willi Flach 141 R., Hch. Kern 124 R., Otto Scheller 132 R.; 5. KKSV. Düdelsheim 515 Ringe, und zwar die Schützen Hch. Peter Kraft 139 R., Karl Klipper 131 R., Ewald Preußer 113 R., Hugo Koch 132 R. Einzelschützen: W. Fink, Lauterbach, 135 R., H. Hor- meister, Büdingen, 119 R. Altersschützen: 2. KKSV. Herbstein mit 468 Ringen, und zwar die Schützen Lorenz Schaad 106 R., Engelbert Vötting er 112 R., David Leister 120 R., Hch. Dehn 130 R.; 3. Schützengesellschaft 1926 Gießen 420 Ringe, und zwar die Schützen Konrad Becker 96 R., Hch. Blum 97 R., Hans Götz 107 R., Ed. Gondner 120 R. Schütze Hch. Appel, Gießen, mit 155 Ringen erhielt für gute Schußleistung 100 Kleinkaliber-Patronen. Kleinkaliber mit beliebigem A n- schlag, ^-Klasse: 2. Schützenverein Gießen 565 Ringe, und zwar die Schützen Hch. Appel 151 R., Willi Georg 132 R., Hch. Schwinn 130 R., Georg Schilling 152 Ringe. Sch eib enpistole, 50 Meter, 30 Schuß, 2 0 e r Rin gs ch e i b e: 1. Georg Schilling, 455 R., 2. Hch. Appel 448 R., 3. Willi Georg 446 R., 4. Willi Kunert 394 R., sämtliche Schützenverein Gießen, 5. Otto Scheller, Postsport Gießen, 319 R., 6. Herrn. Paul, Poftsport Gießen, 210 R. Anschließend an das Schießen gab Kreisschützenführer Ed. Gondner, Gießen, die Resultate bekannt, dankte den Schützen, die von weicher nach Gießen geeilt waren, um ihre Schießkunst unter Beweis zu stellen, für ihr Erscheinen, und wies darauf hin, daß die besten Schützen am 6. Oktober zu dem Schießen auf die Verbandsmeisterschaft nach Köln einberufen würden. Sport in Watzenborn-Steinberg zugunsten des WHW. Während der Straßensammlung am Sonntag- vormittag fand in Watzenborn-Steinberg ein Staffellauf zwischen einer Jugendmannschaft des Turnvereins uni) einer Jugendmannschaft des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg statt. Die Mannschaft des Turnvereins fetzte sich aus 16 Läufern zusammen, während die „Teutonen" nur 11 Mann zur Stelle hatten. Erstere gewannen den Lauf mit 51 Sek. Vorsprung. Nachmittags trat die Jugendmannschaft der „Teutonen" der gleichen vom Sportverein Wißmar gegenüber. Die Gäste stellten eine überraschend gute, körperlich kräftige Mannschaft ins Feld, die das Spiel verdient mit 5:3 Toren (Halbzeit 5:1) für sich entschied. Anschließend spielte die Jugendmannschaft des Turnvereins Watzenborn-Steinberg im Handball gegen die Jugend vom Turnverein Haufen. Die Gäste hatten nur 9 Mann zur Stelle, die fehlenden 2 Spieler konnten auch nicht durch Eifer ersetzt werden. Bis kurz nach Halbzeit hieß es noch 3:2. Dann aber war Watzenborn-Steinberg stets mehr im Angriff und stellte das Resultat bis zum Schlußpfiff auf 6:2 Toren. Alsdann betraten eine kombinierte Mannschaft von Garbenteich/Steinbach und die 1. Mannschaft der Watzenborn-Steinberger „Teutonen" mit Schiedsrichter Post, Wieseck, den Platz. Gleich von Anfang an zeigte sich die Platzmannschaft überlegen, und der erste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Der Halblinke Häuser schoß eine Kombination mit dem 1. Treffer. Nach kurzer Zeit fiel durch Schmitt das 2. Tor, Häuser erhöhte dann auf 3:0. Ein Weitschuß von Schmitt brachte den 4. Erfolg, der gleiche Spieler stellte das Halbzeittesultat von 5:0 her. Nach Halbzeit, als die Kombinierten mit der Sonne im Rücken spielten, kamen sie hie und da einmal durch, doch Fett, der das Tor hütete, war allen Angriffen gewachsen. Der Linksaußen der Platzmannschaft erhöhte.auf 6:0, und der 7. Treffer durch den Halbrechten Heil ließ nicht lange auf sich warten. Häuser brachte den 8. Treffer an. Die Ile- berlegenheit der Platzmannschaft dauerte an. Die Läufer, insbesondere Mittelläufer Hedrich, tauchten manchmal vor des Gegners Tor auf, Mittelstürmer Schmitt erhöhte durch 4 weitere Tore auf 12:0, und nachdem Linksaußen den Ball durch wuchtigen Schuß zum 13. Male in die Maschen gesetzt hatte, beschloß Schmitt mit einem 14. Treffer den Tor- reigen, während den Kombinierten, bei denen der Torhüter Deuker sowie der Läufer Zinke die besten Leute waren, selbst das verdiente Ehrentor versagt blieb. Die Teutonen hatten folgende Mannschaft zur Stelle: Fett; K. Schmandt, Buß; Burger, Hedrich, Martini; Hirz, Heil, Schmitt, Häuser, Harnisch. Das Gesamtsammelergebnis in Watzenborn-Steinberg am Sonntag kann als ausgezeichnet angesprochen werden. Kurze Gportnotizen. Giesela Mauermayer war bei dem Turiner Frauensportfest zweimal erfolgreich. Sie gewann das Kugelstoßen mit 13,14 Meter und das Diskuswerfen mit 40,52 Meter. * Weltmeister Erich Metze gewann in Nürnberg ein 60-Kilometer-Dauer-Radrennen vor Schön (Wiesbaden), Zims (Berlin) und Lehmann (Bochum). ooc-' anat'Dingctuanfete-’IBebnnatht stellen größte Anforderungen an den j» bewältigen^bau fft geroaitig^oo Güterwagenpark. Alles kommtdaher gestiegen. Vierjahresplan. darauf an. jeden ooeban» Rüstungsbetriebe, verlor- denen Güterwagen bis guag der Bevölkerung und zum le tuen auszunutzen. 5. H. I jleidifiiitfff > • -M auf jeSen Zettel kommt es an! Hilf vcr Deutschen Reichsbahn und Du hilfst Dir selbst! Ditte ausschneiden, aufheben und immer wieder lesen! 3. pünktliche An- u. Abfuhr der Güter. Hlit der Be- und Entladung sogleich nach lvagenbecettstellung beginnen 3. Dagen rechtzeitig und nur für den tatsächlichen Bedarf bestellen Angebotene Ecfatzwagen verwenden, selbst wenn kleine Unbequemlichkeiten damit verbunden stnd. 1 • Güterwagen schnellstens be- und ent» laden Rückgabe der Dagen möglichst vor Ablauf der Ladefristen. Überschreitung der Ladefrist bat Ausfall wertvollen Laderaums zur Folge. 4« Für Güterwagen gibt es fetzt keine Sonntagsruhe. Daher Güter, wenn möglich, auch Sonntags verladen Für eingegangene Güter besteht die Pflicht zur Entladung an Sonntagen S. Güterwagen beim Be- und Ent- laden nicht beschädigen Lademaste inne» halten Güter ordnungsmässig und be» triebssicher verladen 6. Durch zweckmästlge Ladegeräte und Hilfsmittel das Be- und Entladen erleichtern V. Auslastung der Dagen bis zum Ladegewicht und nach Möglichkeit jetzt im innerdeutschen Verkehr bis 1000 kg über die am Dagen angefchnebene Tragfähigkeit. Raumersparnis durch geschicktes Stapeln der Güter, ganz be» sonders durch sachgemässes und überlegtes verladen sperriger Güter. 8. Vicht mehr Gütet zu gleicher Zeit beziehen, als rechtzeitig entladen wer» den können. 9. Entladung sogleich beim Eingang der Versandanzeige des Absenders oder bei der Voravisierung durch die Güter» abfertigung oorbereiten. Fuhrwerke und Ladepersonal schon im voraus für die Zeit der bevorstehenden Entladung frei» halten BO. Frachtbriefe und sonstige Begleit» papiere sorgfülttg ausfüllen zur vet» meidung von Verläufen. Sdjon bet verspätete Eingang eines Briefes wegen ungenauer oder unleserlicher Anschrift kann die unliebsamsten 5olgen haben. Oer Dttlauf eines Güterwagens, der durch unachtsame Ausfüllung dec Frachtbriefe oder der anderen Begleitpapiere verursacht wird, kann Ohren ganzen Betrieb zum Stocken bringen. Vicht nur Sie selbst werden dann geschädigt, sondern mit Ohnen eine große Anzahl anderer am Güterverkehr Beteiligter; denn jede Stunde, die ein Güter- wagen auf falschem Dege rollt, geht dem Wagenumlauf und damit der Versorgung des ganzen Volkes verloren. Well hoch im Norden der Bestimmungsbahnhos im Zrachtbries nicht tarifmäßig richtig angegeben wurde, muß vielleicht ein Volksgenosse in der Ostmark auf lebenswichtige Güler unnötig warten. Sorgen Sie darum dafür, daß jeder einzelne Frachtbrief genad und vollständig nach der Anleitung des Vordrucks ausgefüllt wird, und daß dem Frachtbttef alle erforderlichen Begleitpapiere beigelegt werden. Wenn schon vom Absender im Frachtbrief die etwa gewünschte besondere Entladestelle angegeben wird, so erleichtert dies die Bereitstellung am Bestimmungsbahnhof. Der Deutschen Reichsbahn werden zeittaubende Verschiebearbeiten und Jbnen werden Standgelder erspart. Achten Sie also auf peinlich genaue und vollständige Ausfertigung der Frachtbriefe und sonstigen Begleitpapiere und klären Sie Zweifelsftagen rechtzeitig vorher bei der Güterabsertigung, die bereitwilligst Auskunft erteilt Die Frachtbriefe müssen bei beendeter Beladung sogleich mit dem Wagen dem Ladeschaffner übergeben werden. Beachten Sie diese 10 wichtigen Regeln für den Verfrachter k