Samstag, 24. | Sonntag, 25. August (940 (90. Jahrgang Nr. 200 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8'/? Uhr desVormittags Anzeig en-Preile: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nackläffe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaffelL Plabvorschrist (vorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat rmBild DieScholle MonatS-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 OhneIllusttierte w 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanschluk 2251 Drahtanschrift:„Anzeiger" Postscheck llGse Franks M. ) java Santstog, 24m Sc Gietzener Anzeiger mwSS&w General-Anzeiger für Oberhessen S*lei<6en at für Das er vorgeschlagen war, erreichte ihn nicht Ein deutscher Offizier Don Josef Magnus Wehner. Am 17. Mai dieses Jahres frei in Belgien Oberstleutnant Str eil, Kommandeur jenes Regiments, Das die Ueberlieferung des berühmten bayerische Infanterie-Leibregiments im Geiste und in der T> übernommen hat. Im Park von Jttto unter hohen alten Bäumen wurde er nach Mitternacht zur letzten Ruhe gebracht, während zwei Batterien feindwärts feuerten. Sein Name wurde am nächsten Morgen zum Kampfruf Des Regiments. Unter Dem weit- hinschallenden Feldgeschrei „Streil! Streit!" stürmten die Kompanien Das stark befestigte Schelde- ufer und erreichten als erste Truppe Der Division, ja Des Korps, Das jenseitige Ufer. Solch bannenDe Kraft ging von Dem Manne aus, den seine Truppe wohl als Den ewigen Stürmer sah: noch am Iablunkapaß war er. Damals noch Major, die Handgranate wurfbereit schwingend, seinem Bataillon vorangestürmt, Der alte Tapfer- keitsoffizier des Leibregiments, und so stand er den Männern immer vor Der Seele. Das Ritterkreuz, mehr. Don seinen Taten soll zunächst Die Rede sein, obwohl die Gewalt seines Wesens, Die uns alle band, edel gepaart war mit einem hohen Geiste, von dessen Gestalt gleichzeitig zu sprechen sein wird. Schon die ersten Tage Des Weltkrieges stellten diesen Sohn eines schwäbischen Bauern und Schmiedes in die erste Reihe Der nicht geringen Heldenschar Des Leibregiments. Er wurde schnell der gefürchtete Nahkämpfer, der schneidige Patrouillengänger, der sich Nacht für Nacht nicht nur an den Feind heranpirschte, sondern sich durch Die ftanzösischen Linien schlich und weit aus Dem feindlichen Hinterlande wertvolle und genaue Erkundungs- ergebniffe mitbrachte. Als erster noch in Der Kaserne Unteroffizier geworDen, wurDe sein Kommando im Feld „Gruppe Schwung macht einen Sprung" zum geflügelten Worte. Berühmt wurde er Durch seine ersten Versuche mit Handgranaten, Die er sich selber fertigte. Er sammelte Schrapnellkugeln und Schubnägel, pfropfte sie mit Zündstoff in alte Konservenbüchsen und zog bamit los gegen Die feindlichen Gräben, ein Weins „ mit Sand und Stroh gefüllt als Deckung vor sich herrollend. Welche Wirkung seine Würfe hatten, hörte das lauschende Regiment bald am Geschrei der feindlichen Verwundeten. Der Ruhm feiner Taten wuchs, und als er bei Nossoncourt hinter den feindlichen Linien eine schwer zu entdeckende Batterie ausmachte, die alle Sturmversuche bisher zuschanden gemacht hatte, so daß sie nun auf Grund seiner genauen Zeichnung vernichtet werden konnte, erhielt er die Goldene Tapferkeitsmedaille, Das Bataillon präsentierte vor ihm. Dennoch blieb er, was er war, Der schlichte und tapfere Mensch mit der bewegten, frommen und dichterischen Seele. Ost schrieb er Gedichte, die von Mund zu Mund gingen und bis in die Heimat wanderten, echte Soldatengedichte, aus Dem kämpferischen Augenblick entftanDen und oft in großer Müdigkeit irgendeinem Kameraden diktiert. Mancher Nachruf warD einem gefallenen Offizier, so Dem Leutnant La Roste, schnell auf Das Holzkreuz gekritzelt. Er ersang mit Der Poesie aber auch Liebesgaben für seine Kompanie; Die Hauptstadt wetteiferte in guten Gegengaben. Einmal kam von liebender Hand ein Hemd für Streik aus München an, in Dem ein Gedichtlein versteckt war. Die Antwort ließ nicht auf sich warten. Das ganze Personal Der Bäckerei Seidl opferte dem Dichter und seinen Leibern, Der Regimentskommandeur Oberst van Epp wurde auf Den jungen zweiundzwanzig- jährigen Soldaten aufmerksam, Der so gut mit Dem Bajonett wie mit der Feder zu fechten wußte. Auch seine Hütte in den Dolomiten, Schloß Hubertus genannt, und mit einem fabelhaften Orchestrion bestückt, Das seine Leute aus einem zerschossenen Gut geborgen hatten, wurde oft besucht, während Musik gegen die Bergwände schallte und der abgerichtete Hund des Zugführers Streil paradierte. Vor Verdun gab er die höchste Bewährung. Der Sturm auf Fleury, bei Dem er sich Durch kühne Handgranatenwürfe gegen ein feindliches Maschinengewehr hervortat, brachte ihm Die erste schwere Verwundung. Noch im Stürmen Die Handgranate schleudernd, die den Feind zerriß, hatte er zuerst gar nicht die eigenen Wunden gespürt. Er brach plötzlich zusammen; als er erwachte, war er allein, eine pi« einzige Rose aber nickte ihm von einem Hecken- zog rosenstrauch herab. Zwei Tage lag er so, von Gra- ff aß I nuten immer wieder hochgeschleudert. Seine treue Gefechtsordonnanz Sutor hatte ihn mit Erde zugedeckt und mühsam verbunden und war Dan* durch Fleury gestürmt bis zur letzten Hohe, unter Der die Stadt Verdun lag. Wieder zurück nach Douaumont geschickt, sah er seinen Zugführer noch im Trichter liegen, halbnackt und kohlschwarz. Er gab ihm Die Feldflasche, wollte ihn quf die Schulter nehmen, es ging nicht. Unter unsäglichen Schwierigkeiten holte er Bahre und Sanitäter, unterwegs riß es Den rechten VorDermann weg, die Bahre selbst sperrte sich gegen Den Eingang des Forts, kippte und warf Den Bewußtlosen um. Aber Der Lebenswille siegte. Wie schon vor dem Sturm Streil zur allgemeinen Verwunderung aus dem Lazarettfenster im ersten Stock gesprungen und mit verstauchtem Fuß gegen Den Willen des Arztes zur Truppe durchgebrannt war, so hielt es ihn auch Diesmal nicht lange im Lazarett. Weihnachten 1917 wurDe er zum Tapferkeitsofsiz-ier beför- Dert, eine Damals äußerst seltene Ehre. Er blieb auch im Frieden ewiger Soldat. Zunächst als Werbeoffizier für Das Freikorps Epp, Dann als Truppenoffizier. Den roten Räten zeigte er Die Zähne. Er Drang in Dachau in ihr Lager em, hielt eine Rede, wurde von Der Uebermacht trotz feiner kräftigen Fäuste verprügelt und im Dachauer Schloß eingesperrt, wagte aber Den tollkühnen Sprung aus Dem Fenster, Der ihm die Freiheit brachte. Unvergessen bleibt auch Das packende Drama, Das er gegen die schwarze Schmach der Rheinland- besetzung schrieb und gegen ministeriellen Widerstand aufführte, unvergessen seine Tätigkeit als Ausbilder im Hunderttausend-Mann-Heer, in Dem Der Grund zum glänzend durchgebildeten Volksheer Des Dritten Reiches gelegt wurDe. Arbeitslosen KameraDen verschaffte er Durch persönlichen Einsatz Stellungen, über zwanzig KameradenkinDern war er Pate. Als Jnspektionschef der Kriegsschule München wurde er zum beliebtesten Offizier. Seine tiefe Herzensbildung verband sich mit reichem, selbsterworbenen Wissen. Allseitig begabt, Den Künsten offen, ein geschmackvoller Sammler, wahrte er Die Ehrfurcht vor Den großen Schöpfungen Des deutschen Geistes auch mitten im Kriege, persönlichen Mut in allen Lagen, auch im Frieden. Er war ein vortrefflicher Hausvater, die bäuerliche Anlage wertete er auf seinem musterhaft geführten ßanhgute aus. Dieser Tapferkeitsoffizier, Der als Maurer feine Laufbahn begann, wurde zum all- seitigen Menschen, ein neuer Typus unseres Volksreiches, für Das er fiel. Sein Regiment, Das er mit Stolz und Feuer führte, fügte neuen Lorbeer zum alten immergrünen Lorbeer Des Leibregiments: schon am ersten Tage Der Westoffensive überwanD es Drei Wasserläufe, wie einst Das Leibregiment im Alpenkorps Berg um Berg an einem Tage eroberte. Die alten SolDctten feiner Kompanie, die einst ins Feld zogen, grüßen jedesmal bei ihrer Zusammenkunft mit erhobener Hand geschlossen sein Bild, Das im Kompaniezimmer neben Dem Bildnis Epps Die Gefalle ne nta fei hütet. Deutsche Kulturfilme. Wenn Die Waffen sprechen, brauchen Die Musen nicht zu verstummen, wenigstens nicht in Deutschland, bas so reich an schöpferischen Kräften ist wie kein Land Der Erde sonst. Das beweisen Drei neue Kulturfilme, Die uns Die Ufa unD Die Bavaria beschert haben. „Her bst lieh" nennt sich ein Bildstreifen von einzigartiger lyrischer Schönheit, Den Die Ufa soeben fertig-gestellt hat, unD Der uns reizvolle Bilder aus dem Pflanzen- und Tierreich in Den Tagen Des Ueberganges Der Natur zur Winterruhe zeigt. Das liebevoll zusammengestellte Buch stammt von Dr. G. Vriemel, Der auch die Spielleitung hatte. C. Hilbiber hat es verstanden, mit Der Kamera nicht nur Das Leben Der kleinsten und heimlichsten Tiere einzufangen, sondern auch das Weben der großen Natur im Werden und Vergehen. Gleichzeitig wurden zwei neue Kulturfilme ocr Bavaria vorgeführt: „Weltraumschiff I ft arte t", ein packender utopischer Film, Der zugleich ein Denkmal für Die deutschen Pioniere Des Raketenfahrzeugs ist (Buch unD Spielleitung: Anton Kutter, Musik: Ludwig Kusche), und „Das Fähnlein Florian Geyer", ein übermütig froher Pimpfensilm von Geländespiel und Schneeschuhfahrt, her uns vor Augen führt, wie sich des Führers Jugend für künftige Aufgaben stählt (Buch und Regie: Eduard Wieser und A. E. Schneider, Kamera: Albert H o ch t, Musik: Hanns Dierenhammer). Arthur BagemühL Wert, die Schätzungen werden physischer ... Meine „Zukunft": — eine stramme Polytechnikerbildung. Militärdienst: so daß durchschnittlich jeder Mann der höheren Stände Offizier ist, er sei sonst, wer er sei ... Der Zustand Europas im nächsten Jahrhundert wird die männlichen Tugenden wieder heranzüchten: weil man in der beständigen Gefahr lebt ... Die Zeit kommt, wo der Kampf um die Erdherrschaft geführt werden wird, — er wird im Namen philosophischer Grundlehren geführt werden." Also: „Aeußerlich" sah er, wie er wörtlich versichert: das „Zeitalter ungeheurer Kriege, Umstürze, Explosionen" voraus. Er sieht die „feineren Begriffe" der Nationen dem Gefühl einverleibt und sagt: Kriege sind die großen Lehrmeister solcher Begriffe und werden es sein." Und er fährt fort: „Dann kommen soziale Kriege — und wieder wer- den Begriffe einverleibt werden!" Noch deutlicher wird er: „Die sozialen Kriege sind namentlich Kriege gegen den Handelsgeist ..." Und abermals deutlicher: „Um aber mit guten Aussichten in den Kampf um die Regierung der Erde einzutreten — es liegt auf der Hand, gegen wen sich dieser Kampf richten wird —, hat Europa wahrscheinlich nötig, sich ernsthaft mit England zu „verständigen": es bedarf der Kolonien Englands zu .jenem Kampf ebenso, wie das jetzige Deutschland, zur Einübung in seine neue Vermittler- und Maklerrolle, der Kolonien Hollands bedarf. Niemand glaubt mehr daran, —" so sagt Nietzsche etwa 1888 — „daß England selber stark genug sei, seine alte Rolle nur noch fünfzig Jahre fortzuspielen: es geht an der Unmöglichkeit, die homines novi von der Regierung auszuschließen, zugrunde, und man muß keinen solchen Wechsel der Parteien haben, um solche langwierige Dinge vorzubereiten: man muß heute vorerst Soldat sein, um als Kaufmann nicht seinen Kredit zu verlieren. Genug, hierin, wie in anderen Dingen, wird das nächste Jahrhundert in den Fußtapfen Napoleons zu finden sein, des ersten und vorwegnehmendsten Menschen neuerer Zeit. Für die Aufgaben des nächsten Jahrhunderts sind die Arten „Oeffentlichkeit" und Parlamentarismus die unzweckmäßigsten Organisationen ..." Er sah also recht klar, was die Zukunft, unsere Zeit bringen mutzte. Freilich — das las damals niemand. Es war noch kaum zu lesen, da es mit Mühe erst durch die Schwester aus verstreuten Zettelkisten herausgesucht und gesammelt werden mußte. Als es dann da war, verstand es kaum jemand. Wie sollte es auch „jemand", jedermann verstehen! Eine Ahnung ging auf, als der Weltkrieg kam. Und doch bedurfte es erst des Zusammenbruchs, um zu begreifen, was Nietzsche meinte, als er etwa in demselben Kapitel- sagte: „Einsicht in die Zunahme der Gesamtmacht: ausrechnen, in wiefern auch der Niedergang von Einzelnen, von Ständen, von Zeiten, Völkern einbegriffen ist in diesem Wachstum ... Verschiebung des Schwergewichts einer Kultur. Die Unkosten jedes großen Wachstums: wer sie trägt! Inwiefern sie jetzt ungeheuer sein müssen ..." Daß er den letzten Satz unterstrich, zeigt, wie wichtig ihm dieser Gedanke erschien. Er sah die Verwandlung der Bildung. Er sah weiter als gewisse heutige Intellektuelle, die meinen, die Welt ihrer Bildung gehe unter, weil gewisse überzarte Triebe dieses fragwürdigen Baumes gegenwärtig mit härteren Händen angefaßt werden ... Ihnen sagt er weiterhin: „Wir trennen das Große nicht mehr von dem Furchtbaren." Damals, vor vierzig Jahren, als der Seher ein- aing „aus langer Nacht zur längsten Nacht sah kaum einer, was nottat, George ausgenommen. Aber keiner begriff wohl den Satz Nietzsches: „Die organisatorischen Genies fangen an zu fehlen. Wer wagt es nunmehr noch, Werke zu unternehmen, zu deren Vollendung man auf Jahrtausende rechnen mühte ..Und wer sah die von ihm geforderte „Vernichtung der verfallenden Rassen" so greifbar vor sich wie wir Heutigen? — Er hatte das Gefühl für die nach ihm kommende harte und erbarmungslose Zeit des Gerichts — er, der zarte Musikmensch. Er sagte: „Eine organisierende Gewalt ersten Ranges, z. B. Napoleon, muß im Verhältnis zu der Art sein, welche organisiert werden soll ..." Und: „Wer bisher mit dem Menschen im großen Stile zu tun hatte, taxiert ihn nach den Grundeigenschaften:' es hat keinen Sinn, die zarteren Nuancen zu berücksichtigen. So tat es Napoleon. Er machte sich nichts aus den christlichen Tu- aenden, nahm sie als gar nicht vorhanden (— er hatte ein Recht dazu)." Wir erfahren heute, wie recht er hatte. Wrr erkennen aber vielfach auch erst die wahre Bedeutung seiner Worte. Und wir ahnen ihre Tragweite ... Wir neigen uns in Ehrfurcht vor ihm, der da sagte: „Der Tod ist das Siegel auf jede große Leidenschaft und Heldenschaft, ohne ihn ist das Dasein nichts wert. Für ihn reif sein ist das Höchste, was erreicht werden kann, aber auch das Schwierigste und durch heroisches Kämpfen und Leiden Erworbene ... Drücken wir das Abbild der Ewigkeit aus unser Leben! Dieser Gedanke enthält mehr als alle Religionen, welche dies Leben als flüchtiges verachten und nach einem unbestimmten anderen Leben Hinblicken lehrten." Italienischer Wehrmachtsben'cht. Rom. 23. Aug. (DRV.) Der italienische Wehr- machtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: Das im gestrigen Heeresbericht erwähnte eng- l i f ch e U - V o o t ist von dem italienischen Torpedoboot „Papa" versenkt worden. Das englische U-Voot hatte ohne jeden Erfolg drei Torpedos gegen das italienische Torpedoboot abgeschossen, das sofort zum Angriff gegen das U-Voot überging, um es zu rammen und sodann zahlreiche Unterwasserbomben auszuwerfen. Das entscheidend getroffene U-Voot kam kieloben nochmals qn die Wasseroberfläche und versank kurz darauf. Der Hafen von Alexandrien (Aegypten) ist neuerdings von einer unserer Flugzeugformationen bombardiert worden. Line andere Flugzeugformation hat einen feindlichen, von zwei Torpedobooten geschützten Geleitzug im östlichen W l t t e l m e e r festgestellt und einem lebhaften Bombardement unterzogen. Vei beiden Aktionen sind alle unsere Flugzeuge zurückgekehrt. Feindliche Luftangriffe von geringer Wirkung sind in Rordafrika auf Vomba und D e r n a durchgeführt worden, wo ein Toter und fünf Verwundete zu beklagen sind. Vei anderen Angriffen in Ostafrika auf Wogadiscio wurden fünf Askaris und fünf Eingeborene verwundet, sowie zwei Flugzeugschuppen getroffen, in denen vier Kraftwagen untergestellt waren. 3n Rlassaua und auf der Insel h a r m i l (Wassaua) wurden weder Schäden noch Verluste verursacht. Italien und Aeaypten. Rom, 23. Aug. (Europapreß.) Zu der vom Londoner Rundfunk dem ägyptischen Ministerpräsidenten zugeschriebenen Erklärung, daß auch für Aegypten der Kriegsfall eintreten werde, falls die italienischen Truppen die ägyptische Grenze überschreiten sollten, ist in der Pressekonferenz bemerkt worden, daß diese Nachricht mit Vorsicht aufzunehmen sei. Die Haltung Italiens gegenüber Aegypten sei klar und von maßgebendster Stelle dahin festgelegt worden, daß Italien Aegypten nicht angreifens werde. Tatsache sei aber auch, daß von ägyptischem Gebiet aus von England zahlreiche Angriffe auf italienisches Gebiet in Afrika unternommen worden seien. Natürlich könne Italien auf die Dauer nicht alledem gegenüber ein ruhiger Zuschauer bleiben. Wenn sich tatsächlich, wie in London erklärt werde, die rechtliche Lage ändern sollte, so müsse Italien naturgemäß d e m Rechnung tragen. Selbst wenn Italien sich gezwungen sehen sollte, in ägyptisches Gebiet einzudringen, so werde es nur die englischen Truppen bekämpfen, falls nicht, wie dies London behauptet, eine Aenderung der Haltung Aegyptens eintreten sollte. Oiplomatenschub in Japan. Tokio, 23. Aua. (Europapreß.) Außer den japanischen Botschaftern in Washington, Ankara, Rio de Janeiro und Vichy, werden auch noch neunzehn Gesandte abberufen, darunter die in Mexiko, Spanien, Kanada, in der Südafrikanischen Union, in Peru, Ungarn, Argentinien, Finnland, Rumänien, Chile, Kolumbien, Venezuela, Aegypten, Panama, Bulgarien und im Irak. Besondere Bedeutung legen die Tokioter Blätter der Tatsache bei, daß alle diplomatischen Vertreter Japans i n d e n südamerikanischen Staaten zurückgerufen worden seien. Dies sei ein Anzeichen für den Wert, den Japan der Förderung seiner Beziehungen mit Südamerika beimesse. Die Zeitungen erwarten, daß jüngere tatkräftigere Persönlichkeiten auf die Diplomatenpvsten in den südamerikanischen Ländern entsandt werden. Wirtschastsausgaben im Generalgouvernement. Das Generalgouvernement umfaßt etwa 95 OOO Quadratkilometer mit etwa 13 Millionen Einwohnern. Das ist eine Bevölkerungsdichte von etwa 130 Einwohnern auf den Quadratkilometer. Es handelt sich um ein Gebiet mit überwiegend agrarischem Charakter, in dem jahe^ehntelang Raubbau getrieben worden ist, um Ueberschüsse herauszuholen, die zwar nicht für die eigene Bevölkerung, wohl aber für die Ausfuhr zur Verfügung stehen sollten. Die Bodenbearbeitung war zurückgeblieben, so daß die Hektarerträge etwa 40 v. H. unter den deutschen lagen. Dazu kam noch eine Zersplitterung des Bodeneigentums, die zur Bildung von leistungsunfähigen Zweigbetrieben geführt hatte. In der Hauptsache war es aber die grenzenlose Bedürfnislosigkeit der von den Juden ausgesogenen Bevölkerung, die überhaupt diese Besiedlungsdichte ermög- Bcc Optiker am Fahnhof Lieferant- auch Ihrer Krankenkasse lichte. Im heutigen Generalgouvernement gab es außerdem noch eine standortmäßig sehr zersplitterte I n d u st r i e mit einer mangelhaften Rohstoffbasis. Lediglich Kohle war und ist in reichem Maße vochanden, wenn auch nur aus dem benachbarten Oberschlesien. Schon aus- dieser Darstellung kann man erkennen, wie schwierig es für die deutsche Verwaltung ist und zukünftig noch sein wird, hier gesunde wirtschaftliche Verhältnisse durchzusetzen. Zunächst ist es gelungen, die vorjährige und diesjährige Ernte sicherzustellen, um damit die Ernährung der Bevölkerung zu gewährleisten. Die deutschen Kreisland- wirte, die von der Verwaltung zur Bewirtschaftung der größeren Güter herangezogen worden sind, haben auf diesem Gebiet eine großartige Leistung vollbracht. Saatgut ist aus Deutschland in die östlichen Distrikte gebracht worden, ebenso wurde Kunstdünger in weitaus größerem Umfange verwandt als früher in Polen. Wie Dr. Freiherr du Prel in seinem Buch „Das Deutsche Generalgouvernement Polen" feststellt, konnte der Kaliverbrauch um 250 v. H., der Stickstoftverbrauch um 140 v. H. und der Superphosphatverbrauch um 100 v.H. gesteigert werden. Viele Landmaschinen sind nach Dort aus dem Reich gebracht worden, darunter z. B. über 1600 Drillmaschinen und 11 000 Pflüge, ferner zahlreiche Traktoren und Getreidemäher. Jetzt ist man dabei das Reparaturhandwerk auf dem Lande zu organisieren, um die Verwendungsfähigkeit der Landmaschinen sicherzustellen. Eine weitere Aufgabe, die jetzt an- aepackt wird, gilt der Vermehrung des Vieh- b e st a n d e s und der Verbesserung der Zuchtrassen. Dagegen dürfte es noch länger dauern, bis auch die Umlegung der kleinbäuerlichen Betriebe durchgeführt wird, die unbedingt notwendig ist, um eine Gesundung herbeizuführen. Im Bezirk Krakau beträgt z. B. der Anteil der Zweigbetriebe 85 v. H. Bedeutend sind auch die Aufgaben, die die deutsche For st Verwaltung zu lösen hat. Auf diesem Gebiete ist ein noch viel größerer Raubbau betrieben worden als in der Landwirtschaft. Die Bewaldungsdichte beträgt nur noch 18 v. H. der Gesamtfläche und ist damit weitaus kleiner als im Reich. Es handelt sich um rund 1,7 Mill. Hektar Wald, der erst jahrelanger deutscher Pflege bedarf, um einen höheren Holzertrag als heute zu liefern. Da es sich teilweise um ausgezeichneten Waldboden handelt, sollen etwa 700 000 Hektar neu aufgeforstet werden. Auch hier herrscht eine heillose Besitzzersplitterung; 55 v. H. befinden sich im Besitz von Kleinbauern. Die Industrie, es handelt sich dabei in der Hauptsache um Textil-, Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie sowie um Metall und Elektrotechnik, Chemie und Nahrungsmittelindustrien, beschäftigt rund 350 000 Arbeitskräfte. Sehr schwierig wird es in manchen Fällen sein, die notwendigen Rohstoffe herbeizuschaffen. Immerhin wird es mit Hilfe der großdeutschen Wirtschaft gelingen, auch das gewerbliche und industrielle Leben wieder in Gang zu setzen und die Konsumkraft der Bevölkerung zu heben. Die Beteiligung des Generalgouvernements an der Ostmesse in Königsberg war auf dem Wege zur Gesundung ein verheißungsvoller Anfang. D. Aufhebung der Mehreinkommensteuer. Im „Reichsgesetzblatt" wird eine Verordnung verkündet, nach der die Mehreinkvmmensteuer für 1940 und die folgenden Jahre nicht mehr erhoben wird. Die Mehreinkommensteuer war zum ersten Male für 1939 erhoben worden, und zwar nach dem Mehreinkommen, das natürliche und juristische Personen im Jahre 1938 gegenüber dem Jahre 1937 erzielt hatten. Zu der Aufhebung der Steuer bemerkt Staatssekretär Reinhardt im „Völkischen Beobachter": Es hat sich ergeben, daß der Begriff „Mehreinkommen" in vielen Fällen etwas sehr Problematisches ist. Dahin- zu kommen die mannigfachen Veränderungen der Einkommensverhältnisse während des Krieges und nach Beendigung des Krieges. Diese sind nicht geeignet, als Grundlage für die Ermittlung von Mehreinkommen zu dienen. Die Personen mit Mehreinkommen, die eine Mehreinkommensteuer nicht mehr zu entrichten haben, werden den entsprechenden Betrag, viele sogar den gesamten Betrag ihres Mehreinkommens, in Schuldtiteln des Reiches a n l e g e n , die sie bei allen Bankunternehmungen in Stücken verschiedener Größe und mit verschiedener Laufzeit erwerben können. Derbriiis-edombenMschlagallfdaMalisolwmIlSmarcks Nach der historischen Kirche von Derichsweiler im Rheinland und dem Gartenhäuschen Goethes in Weimar war das Mausoleum BisMarcks im Park von Friedrichsruh das neueste Luftpiratenziel. Zum Glück saßen die Bomben schlecht und schlugen etwa 200 Meter von dem Mausoleum entfernt ein, ohne dieses zu beschädigen. — Unser Bild zeigt einen der Bombentrichter in einem Kornfeld, 200 Meter von dem Mausoleum Bismarcks entfernt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Kleine politische Nachrichten. Reichsarbeitsführer Hier! eröffnete mit einer cblichtcn Feierstunde in der Festhalle des Reichssportfeldes dieAusstellungdesReichsarbeits- dienstes für die weibliche Jugend, zu der sich eingefunden hatten der bulgarische Gesandte, der sowjetrussische Botschafter, die Gattin des italienischen Botschafters, der Kommandeur des bulgarischen Arbeitsdienstheeres, Reichssportführer von Tschammer und Osten, Korpsführer Hühnlein. Auf einer Besichtigungsreise im Westen trafen Reichsminister Dr. Todt und Reichsorganisations- leiter Dr. Ley im Bereich des Arbeitseinsatzes der Organisation Todt zusammen. Auf einer großen Baustelle fand ein Appell zur Verleihung von Westwall-Ehrenzeichen statt, bei dem Dr. Todt die Unterstützung Dr. Leys bei der Betreuung der Frontarbeiter würdigte und ihm die Erkennungsmarke und das Dienstbuch Nr. 1 der Organisation Todt überreichte. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley stattete in Brüssel auch dem deutschen Soldatentheater einen Besuch ab. Dr. Ley sprach seine Genugtuung über die vorbildliche Fürsorge der KdF. für die deutschen Soldaten aus und wohnte inmitten der Soldaten der Abendvorstellung des Soldatentheaters bei. Die Abordnungen der deutschen, italienischen und ungarischen Studentenschaft, die an dem Internationalen Studentenkongreß in 6t ar a Zagora (Bulgarien) teilnehmen werden, sind eingetroffen. Die deutsche Abordnung besteht aus Dr. Roneber- ger, Dr. Seidner und Gruler. Die italienische Abordnung steht unter Führung von Professor Sis- mondi. * General Noguesist seines Postens als General- resident von Marokko enthoben worden, da er die Altersgrenze erreicht hat. Zum Oberbefehlshaber der französischen Truppen in Marokko wurde General D e r g e z ernannt, während General 21 übet der Oberbefehl über die französischen Truppen in Tunis übertragen wurde. Der ehemalige französische Ministerpräsident Tar- d i e u, einer der Hauptverantwortlichen des Versailler Diktats, ist in ein Sanatorium für Geistes- kranke aufgenommen worden. Tardieu hatte sich schon vor dem Kriege aus Gesundheitsrücksichten aus dem politischen Leben zurückgezogen. * Nachdem in Argentinien auch die naftonaldemo- kratische Partei beschlossen hat, gegen die Annahme des Rücktrittsgesuches des Präswenten Roberto M. Ortiz zu stimmen, ist die einhellige Zurückweisung seiner Rücktrittserklärung durch den Kongreß sicher. Anlaß des Rücktrittsgesuches war eine F i n a n z a f f ä r e, die in Argentinien große Erregung hervorgerufen hatte. Die Regierung hatte für das unweit Buenos Aires gelegene Land, das für den Flugplatz ElPalenar bestimmt ist, den fünffachen Preis gegenüber dem Normalwert gezahlt. Aus aller Welt. Katastrophe eines Verkehrsflugzeuges auf der Strecke Bukarest—Wien. Das Freitagmorgen um 8 Uhr von Bukarest nach Wien abgeflogene planmäßige Verkehrsflugzeug der rumänischen Luftfahrtgesellschaft „Lares" geriet östlich von Arad im Gebirge in einen schweren Sturm und mußte notland'en, wobei das Flugzeug beschädigt wurde. Von den Fluggästen und der Besatzung, insgesamt 21 Personen, wurden 14 g e - tötet. Vier Flugzeuggäste sollen verletzt sein. Die Unfallstelle liegt hoch im Gebirge, und bis zur nächsten Siedlung ist ein vier Stunden weiter Weg, so daß die Bergung längere Zeit in Anspruch nahm. Allem Anschein nach ist das Flugzeug in einem Hagel st urm v e r e i st und bei der Notlandung zu Bruch gegangen. Unter den Fluggästen befindet sich der Direktor des rumänischen Fremdenverkehrsamtes und fünf rumänische Journalisten, die zur Leipziger Messe eingeladen waren, ferner zwei Mitglieder des Presseamtes der AO. der NSDAP, und mehrere andere Reichsdeutsche. 10 Jahre Zuchthaus für Felbposimarber. Die Ehefrau Else Dietrich aus Siegen hatte sich als Poftaushelferin an Feldpoftpäckchen vergriffen. Sie hatte den Inhalt teilweise selbst verbraucht, teils verschenkt oder verkauft. In 16 Fällen konnte sie überführt werden. Das Sondergericht verurteilte sie als Volksschädlina wegen fortgesetzter Amtsunterschlagung, Urkundenunterbrückung usw. zu zehn Jahren Zuchthaus. ___________________________ i^^Kathreiner/^W^ Das galt immer fchon,und jetzt erft recht. Herde in allen Ausführungen Dienstag und Freitag Zeit 3768V 1 Volontärin zeigenfrenz Mainz. 3753V 707V gekauften Hüte. 38oeD H. 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Schon um drei Uhr begann die Arbeit der Drescher beim trüben Oellämpchen. Durch lange Wochen hindurch riß die Arbeit in der Scheune nicht ab. Heute hat die Dreschmaschine die Herrschaft auf der ganzen Linie. Sie ist wohl die erste Maschine, die sich in der Landwirtschaft heimisch gemacht hat: denn der Vorteil des Dreschens mit der Maschine ist so in die Augen springend, daß einer schon sehr am Alten hängen müßte, wenn er auch heute noch seine Frucht mit dem Flegel ausdreschen wollte. Schön ist die Arbeit bei der Dreschmaschine freilich nicht. Wohl sehnt der Landmann den Tag herbei, an dem er seine Vorräte dem Dreschwagen übergeben kann, aber noch froher ist er, wenn der Tag vorüber ist. Die Maschine krönt ja gewisser- niahen die Erntearbeit, indem sie das Getreide fein säuberlich in die aufgehängten Säcke schüttet, und je mehr es gibt, desto mehr lacht das Herz des Bauern. Aber es ist doch ein harter Tag für alle, für Frauen und Männer: denn es sind gar viele Hände nötig, um die Arbeit bei der Dreschmaschine fortlaufend zu bewältigen. Schon früh am Tage wird begonnen. Kaum steht die Maschine auf ihrem Platz, da fahren schon die hochbeladenen Leiterwagen heran. Die Pfeife ertönt, langsam setzt sich das Schwungrad der Maschine in Bewegung, und der Dreschwagen wird lebendig. Die Garben werden vom Wagen herübergereicht, eingeschoben, und die Hämmerchen im Innern vollbringen in kurzer Zeit die Arbeit, die mit den Dreschflegeln nur langsam vonstatten geht. Die goldnen Körner werden in die angehängten Säcke gesammelt, das Stroh kommt an der Hinterseite heraus, unter dem Dreschwagen häuft sich die Spreu. So geht es ununterbrochen bis xur Mittagszeit. Es gibt nur einen kurzen Halt, wenn andere Siebe und Walzen beim Fruchtwechsel eingesetzt werden müssen. Scheint die. Sonne sehr heiß, bann mischt sich unter den unendlich vielen Staub, der überall, in der Scheuer, im Hof, im Garten aufwirbelt, viel viel Schweißt Wie sehen die Gesichter der Helfer am Abend aus! Denn eine Familie kann in den seltensten Fällen die Arbeit bewältigen. Da muß die ganze Verwandtschaft,, auch der Nachbar, mithelfen. Frisch und tatfroh griffen alle an, als in der Morgenfrühe die Maschine chren Pfiff ertönen ließ. Abgehetzt, verstaubt, mit entzün^ten Augen vorn Schmutz, sagen alle am Abend: Endlich! Aber ist der Tag noch so schwer, der Abschluß gleicht wieder alles aus, und ein Nachtessen am Dreschtag ist nicht zu verachten. Das ist recht so. Frisch gewaschen, mit gutem Appetit versehen, erscheinen die Arbeitsleute dann bei Tisch. Beim Dreschernachtessen wird alle Mühe vergessen, und eine laute Unterhaltung kommt in Fluß. Manck>e Schnurre wird erzählt und manche alte Geschichte wieder aufgewärmt. —h. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Die drei Codonas". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ihr erstes Erlebnis". — Bezirks-Turn- und Sporttag: 16 Uhr auf den Städt. Tennisplätzen: Tenniswettbewerbe. Tageskalendec für Sonntag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Die drei Codonas"; 11 Uhr Wochenschau-Sondervorstellung. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ihr erstes Erlebnis". — Bezirks-Turn- und Sporttag: 7 Uhr, Schützenhaus: Radrennen: 9 Uhr, Universitäts-Sportplatz: turnerische und leichtathletische Mehrkämpfe, Schwerathletik, Tennis- und Radwettbewerbe: im Militär- Schwimmbad: Schwimmen; 13.30 Uhr: leichtathletische Bezirksmeisterschaften, Handball- und Fußballspiele: Geräte-Kürturnen und Kinderturnen: 17 Uhr: Siegerehrung — Heimatvereinigung Schiffenberg: 16 Uhr auf dem Schiffenberg Jahreshauptversammlung mit anschließender Familienzusammenkunft. Aufruf. An alle Betriebsführer der fireifes Wetterau. Den Vetriebsjugendwaltern zur Kenntnisnahme! Gemeinschastsempfang der berufstätigen Jugend. 3m Rahmen der Aktion „Weltanschauliche und geistige Betreuung der Jugend im Kriege" spricht am kommenden INonlag, 26. August, vormittags 8 Ahr Gauleiter Greiser in einer Reichssendung zur deutschen schaffenden Jugend. Sämtliche Betriebsführer wollen aus diesem Anlaß sofort in Verbindung mit dem Vetriebsjugend- matter alle Vorbereitungen zum Gemeinschasts- empfang treffen. Das Antreten zu diesen Appellen hat jeweils in HI.- bzw. BDM.-Aniform zu erfolgen. 3« Gießen fleht den Betrieben und Schulen, welche nicht in der Lage sind, einen Gemeinschaftsempfang durchzuführen, das Haus der DAI., Schanzenstrahe Rr. 18, zum Gemeinschaftsempfang zur Verfügung. Die hierfür in Frage kommenden Betriebe wollen sich sofort mit dem Kreisjugendwalter der DAF. in Verbindung sehen. heil Hitler! 3.v.: gez. Schmidt, Kreisobmann. Oie DersorguugSlage im Rhein-Main-Gebiei. Das Landesernährungsamt Hessen teilt u. a. mit: Die Rodung der mittelfrühen Kartoffeln, die in diesem Jahre verstärkt angebaut wurden, ist in vollem Gange. Die Nachfrage zu Einkellerungszwecken hat noch nicht eingesetzt, da aber die Kartoffeln voll ausaereift sind, ist die Gefahr des Verderbs nicht zu fürchten. Am Obstmarkt ist für die Belieferung der Mittelstädte eine Verbesserung der Transportverhältnisse für Obst und Gemüse im Gange. Auf den Viehmärkten nimmt das Angebot von Großvieh efipas ab. Auch die Schweineauftriebe gingen, wie alljährlich um diese Zeit, zurück. Durch Umleitungen von Märkten außerhalb Hessen-Nassaus und Zuschußlieferungen der Reichsstelle für Tiere werde solche Saisonerscheinungen ausgeglichen, ohne dem Verbraucher besonders zum Bewußtsein zu kommen. Die Qualitäten waren bei Großvieh mittel bis gut, bei Schweinen und Kälbern mittel. Milch, Oele, Fette und Käse sind in ausreichendem Maße zur Bedarfsdeckung innerhalb der Kartensätze vorhanden. Die Ausgabe der letzten drei Eier wurde vorwiegend mit dänischer, deutscher und teilweise schwedischer Frischware durchgeführt. Bacon in Gießen. Am heutigen Samstagvormittag sind zwei Waggons Bacon-Schweinefleisch in Gießen eingetroffen. Das Schweinefleisch, das bekanntlich aus Dänemark kommt, wird von der Fleischerinnung an die hiesigen Metzgereien verteilt und vom kommenden Montag ab in der üblichen Weise, d. h. gegen Abgabe der Fleischmarken, zur Ausgabe gelangen. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n , 24. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, V» kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 11^, Kartoffeln, kg 6,1, 5 kg 60 Rpf., 50 kg 4,70 RM., Wirsing, % kg 7 bis 8 Rpf., Weißkraut 5, Rotkraut 10, gelbe Rüben 7, Spinat 20, rote Rüben 8, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15 bis 18, (gelb) 16 bis 21, Erbsen 30, Tomaten 20, Zwiebeln 14, Rhabarber 10, Kürbis 7, Pilze 50, Frühäpfel 20 bis 25, Falläpfel 7, Birnen 20 bis 35, Pflaumen 20 bis 25, Zwetschen 20 bis 25, Mirabellen 30 bis 35, Renekloden 20 bis 25, Blumenkohl, das Stück 10 Rpf. bis 1 RM., Salat 8 bis 10 Rpf., Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken 1% bis 4, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Sellerie 30 bis 50, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Stück 10 Rpf. ** Auszeichnung von Angehörigen der Langemarck-Schule. Studienrat Ernst H ö l z e l, Inhaber des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse und des Hausordens von Hohenzollern aus dem Weltkrieg, wurde als Major und Bataillonskommandeur für seinen Einsatz in diesem Kriege im Westen mit den Spangen zum E. K. I. und II. Klasse ausgezeichnet. — Als Anerkennung für 40jährige treue Dienste verlieh der Führer dem Studienrat Professor Dr. Otto E m m e l das Goldene Treudienst. Ehrenzeichen. ** 25 Jahre Kraftfahrlehrer. Am kom- menden Montag, 26. August, kann der Kraftfahrlehrer Heinrich Appel, Kaiserallee 49, Inhaber der Fahrschule Appel, auf eine 25jährige Tätigkeit als Kraftfahrlehrer zurückblicken. Herr Appel war am 26. August 1915 zum Militärkraftfahrlehrer ernannt worden, dann betreute er nach kurzer Tätigkeit in Frankfurt a. M. als Feldwebel eine motorisierte Fahrzeugkolonne im Felde. Sein vorbildliches Wirken als Militärkraftfahrlehrer wurde damals in einem Divisionsbefehl der 1. Garde-Jnfanterie- Divifion besonders anerkannt. Nach dem Weltkriege übte er den Beruf als Kraftfahrlehrer auch im Zivilleben aus, im Jahre 1926 gründete er seine Fahrschule, welche die staatliche Konzession erhielt. Seit 1933 hat Herr Appel neben seiner Ziviltätigkeit als Fahrlehrer auch noch viele Kraftfahrer der Wehrmacht ausgebildet und dafür besondere Anerkennung von militärischer Seite erhalten. Heinrich Appel ist als alter Weltkriegssoldat Inhaber des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse und der Hessischen Tapferkeitsmedaille. ** Berkehrssünder. In der Zeit vom 9. bis 15. August schritt die Polizei im Bereich der Polizeidirektion Gießen (einschl. des Polizeiamtes Bad- Nauheim-Friedberg) gegen Kraftfahrzeugführer mit 1 Anzeige ud 2 gebührenpflichtigen Verwarnungen, gegen sonstige Fahrzeugführer mit 7 Anzeigen, 1 gebührenpflichtigen und 2 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Radfahrer mit 1 Anzeige, 40 gebührenpflichtigen und 12 gebührenfreien Verwarnungen, gegen Fußgänger mit 1 gebührenpflichtigen und 12 gebührenfreien Verwarnungen ein. Zum Einkochen von Obst ungeeignet. NSG. Eingehende Prüfungen und praktische Versuche im Laboratorium wie in Haushaltungen haben gezeigt, daß die zur Zeit für die Haushaltskonservierung verwendeten lackierten Schwarzblechdosen hinsichtlich ihrer Beschaffenheit und Qualität sehr große Unterschiede aufweisen, und daß die vorhandenen, für Weißblechdosen bestimmten Verschlußmaschi« nen zum Verschließen von lackierten Schwarzblechdosen vielfach nicht gaüz geeignet find. Diese Umstände und der Mangel an Kenntnissen und praktischen Erfahrungen auf feiten der Hausfrau, dig noch in der Entwicklung befindlichen lackierten Schwarzblechdosen demgemäß richtig zu behandeln und zu verwenden, machen die größte Sorgfalt sowohl beim Einkauf wie bei der Benutzung der Dosen! dringend erforderlich. Die lackierte Schwarzblechdose ist zum Konservieren von Fleisch, insbesondere von fettigem Fleisch und von Wurst, hinreichend geeignet, zum EinkocheN Die gepflegte Küche verwendet PAHIERMEHL von Obst dagegen gänzlich ungeeignet. Bei sehr sorgfältiger Konservierung wird die Lagerdauer Dort Fleischkonserven in lackierten Schwarzblechdosen mit etwa sechs bis neun Monaten angegeben. Zum Einkochen von Gemüse ist es zweckmäßig, galvanisch verzinnte Blechdosen zu verwenden: diese Dosen! ähneln den Weißblechdosen: äußerlich erkennbar sink» sie an der matten, etwas stumpfen Blechoberfläche^ Die galvanisch verzinnten Blechdosen werden in! einigen Wochen in den Handel kommen. Aus den hier angedeuteten Gründen und auch deshalb, weil bei dem derzeitigen Entwicklungsstand die lackierte Schwarzblechdose im allgemeinen nuK einmal verwendet werden kann, wird empfohlen, für die Haushaltskonservierung möglichst galvanisch verzinnte Blechdosen ober Glasgefäße zu verwenden^ Im übrigen ist es ratsam, die alten und bewährten Konserierngsmethoden nicht zu vergessen. Vezirks-Turn- und Sporttag in Gießen. Oer Einsatz der Radfahrer. Am morgigen Bezirks-Tum- und Sporttag starten die Radfahrer zu ihrem Wettkampf um 7 Uhr in Gießen am Schützenhaus. Die Wettfahrt geht über eine Strecke von insgesamt etwa 120 Kilometer von Gießen (Schützenhäus) über Lich — Hattenrod — Burkhardsfelden — Oppenrod nach Gießen (Schützenhaus): diese Strecke muß von den Mannschaften viermal durchfahren werden. Ilm 9 Uhr starten die von der HI. eingesetzten Radfahrer, die einmal die etwa 30 Kilometer lange Strecke Gießen (Schützenhaus) — Lich — Hattenrod — Burkhardsfelden — Oppenrod — Gießen (SchiHenhaus) durchfahren. Die Mannschaft der HI. wird gegen 10.15 Uhr am Ziel erwartet, die übrigen Manschasten dürften etwa von 11 Uhr an am Ziel eintreffen. Am Sonntag von 14 Uhr ab werden die Radfahrer Radballspiele und Kunstfahren in der Halle des VfB.-Reichsbahn zeigen. Dom Fußball. Stadtmannfchaft gegen WahenbornSteinberg-Grohen-Bufeck komb. Wie schon in der allgemeinen Vorschau darauf hin- geroiefen wurde, spielen die Gießener gegen diese Kombination. Bei der von Spiel zu Spiel sich nach oben bewegenden Leistungskurve der Stadtmannschaft kann man auch unter Berücksichtigung einer etwas abgekürzten Spielzeit von ihr eine ansprechende Leistung erwarten. Man hat bei der Stadt- mannschaft bewußt darauf verzichtet, um die Einheitlichkeit des Mannschaftsgefüges nicht zu gefährden, neue Spieler einzustellen, da die Kombinierten keine Zeit zu Versuchen eines Sichzusammenfindens lassen! werden. Don den Kombinierten werden wir bestimmt ein Spiel zu sehen bekommen, das ausschließlich auf den Erfolg eingestellt ist. Eine glückliche Mannschaftsaufstellung bietet die Gewähr für diese Annahme. Genannt sind folgende Mannschaften: Kombiniert: Mohr (Gr.-B.) Dambmann (Gr.-B.) Fett (W.-St.) Burger (W.-St.) Harbach Boller (beide Gr.-B.)' Martini Heil Schmitt Hochstein Harnisch (sämtlich W.-St.) (Gr.-B.) (W.-St.) Hofmann Funk Hörster Kraft Ehmann (beide VfB.-R.) (beide 1900) (VsB.-R.) Pankok Jäger (beide 1900) Mattern (VfB.-R.) Goß (1900) Schlitz (DfB.°R.) Fischer (1900) Iugendfußball der Sp.-Dg. 1900. 1900 1. 3gb. — Sportverein 05 Wehlar 1. 3gb. Die 1. Jugend der Spieloereinigung 1900 empfängt am morgigen Sonntag die 1. Jugend des Sportvereins 05 Wetzlar zu einem fälligen Rückspiel. Dis Gäste konnten im Vorspiel mit 2:1 Toren den Sieger stellen. Die Gießener schicken eine starke Mannschaft ins Feld. Der Kamps kann als vollkommen offen bezeichnet werden. Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! (Nachdruck verboten.) 4. Fortsetzung. Roman von Helene Kalisch Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München Er erhebt sich hastig mit schmerzenden Gliedern und stammelt: „Erschrecken Sie nicht! Ich habe ja nur ... Ach, erschrecken Sie doch nicht fo! Warum springt er nicht vor, stößt die Ueberraschte Mr Seite und flieht hinaus in die Dunkelheit? ... Nein, er folgt dieser klaren Weisung seines Verstandes nicht, sondern wiederholt noch einmal bittend:-„Erschrecken Sie doch nicht ... Ich habe mich ,in der Nacht hier einge schlichen, weil ... ich kein Unterkommen hatte. Es war ekliges Wetter und ... mich fror ... Auch ein paar Aepfel habe ich nur hier genommen." Er steht scheu und geduckt neben dem Holzstapel — ein Bettler ... Die Frau hat sich gefaßt. „Na, wissen Sie, da kann man ja den Tod auf der Stelle haben! ... Aber wenn Sie wirklich hier nichts weiter ... Äem Obdach haben Sie? ... Du lieber Gott, bet solchem Wetter!" Ein wenig ängstlich, aber auch mitleidig sieht sie ihn an. Ihr Gesicht ist weiß und rosig, em Hauch von Sauberkeit und Frische scheint von ihr auszugehen. Klaus greift nach ihrem Korbe. „Wollten Sie Hl>lz holen?" Als sie nickt, bückt er sich und schichtet die Holzscheite in den Korb. Seine steifgewordenen Glieder wollen ihm dabei nur schwer gehorchen. „Na, da haben Sie sich gewiß krumm und lahm gelegen da auf der Erde? Und erbärmlich Ijaben Sie doch gewiß auch hier in dem r^och. bemerkt teilnahmsvoll bie «junge Frau und betrachtet ihn jetzt etwas zutraulicher. „Draußen ist's schlimmer", entgegnet er, unD dann bedankt er sich, daß sie ttotz ihres Schrecks so viel Nachsicht mit ihm habe, ihm nicht gleich mit Geschrei Leute auf den Hals hetzt. Sie schüttelt den Kopf. „Was ist da schon zu danken? Wenn's einem Menschen schon so schlecht geht, soll man ihn da auch noch schlecht behandeln. Er blickt sie erstaunt an. „Das ist aber m Der Welt Brauch." Sie nickt. „Js schon wahr ... Wo wollen Sie denn nun hin? Warum gehen Sie nicht ins Asyl für Obdachlose, wenn Sie keine Bleibe haben?" „Da war ich schon öfters", entgegnete er. „Man darf nicht alle Tage kommen. Und es sind auch zu viele, die da .warten." „Sie sind arbeitslos, nicht wahr? Aber die kriegen doch jetzt älle Unterstützung!" „Damit hat es auch zuweilen Schwierigkeiten... Wenn man zum Beispiel im Gefängnis war ... Sie fragen einen da immer so viel." Das Zutrauen der Frau erhält durch die letzte Erklärung sichtlich einen Stoß. Sie sieht ihn betroffen an; bann streift ein unruhiger und mißtrauischer Blick über die im Raum aufgestapelten Vorräte. < Ein trübes Lächeln huscht über sein Gesicht. „Nun kriegen Sie Furcht und denken, ich habe es aufs Stehlen angelegt ..." „Bewahre!" wehrt sie gutmütig ab und lächelt, weil das Wort „St—ehlen", wie er es spricht, mit einem scharfen St am Anfang ihrem Ohr ungewohnt klingt. „Dahin kann einer ja auch wegen was anderem kommen!" Er nickt und blickt zu Boden. Er kämpft mit sich und will sich nicht anwerken lassen, wie ihi Mitleid und ihr noch zaghaftes Zutrauen ihn erschüttern. „Ich will nun fort", murmelt er. „Warten Sie man noch ein Weilchen", sagt sie rasch. „Ich habe mir eben Kaffee gekocht, davon können Sie was abhaben und sich erst noch auf« wärmen, ehe Sie sich wieder draußen 'rumtreiben. Ich bin gleich wieder hier!" Mit kräftigen Armen hebt sie Den Holzkorb an und enteilt ins Dunkel. Die Laterne hat sie stehenlassen. Klaus Tjaden blickt um sich und reibt sich die Stirn. Ihm ist, als gaukle ein Traum ihm etwas vor von menschlicher Güte und Freundlichkeit. Er hat es verlernt, daran zu glauben. Er steht und horcht und vernimmt alsbald die flinken Schritte der jungen Frau wieder. Sie kommt mit einem Holzbrettchen in den Händen, aus dem ein dick eingehülller Topf steht und ein paar mit Butter gestrichene Brotschnitten liegen. Sie nimmt die Wollhülle von dem Topf, aus dem es dampft. „So, nu setzen Sie sich her ... Nehmen Sie sich die kleine Kiste da! Trinken und essen Sie! Dann geht sich's nachher leichter in den Tag hinein", sagt sie munter Klaus Tjaden glaubt ihr das unbedingt. Er meint sogar, daß er selbst ohne das ihm freundlich gespendete, seinem ausgehungerten Leibe so nötige Frühstück in einer anderen Verfassung als sonst in den Tag hinausgehen würde, denn er erlebt ja etwas, was er noch immer nicht recht begreift. Er umspannt den Topf mit seinen oerflammten Händen, trinkt mit vorsichtigen Schlucken, greift nach einer der Brotschnitten und bricht sie durch. Das abgebrochene Stück entgleitet seinen Fingern. Er hebt es auf und ißt — ißt gant langsam, seinen wütenden Hunger zügelnd. Er sucht Die Zeit zu dehnen bei dieser Mahlzeit, die ihn die köstlichste dünkt, die er jemals genossen hat. Er blickt dabei zu der Frau hin, die mit kräftigem Zufassen im Schuppen herumhantiert, verschiedenes unter den Vorräten auswählt und hinausträgt. Er hort, wie sich ihre Schritte nach dem Hause zu entfernen und wiederkommen. Einigemal ist sie so hin und her gegangen. Dann ist die letzte Krume verzehrt und der Kaffeetopf leer. Klaus fühlt sich erwärmt und gestärkt; aber er ist traurig. Doch diese Traurigkeit ist etwas ganz anderes als die stumpfe Verzweiflung, das Elendsgefühl der Nacht, der Tage und Wochen, die hinter ihm liegen. Er ist jetzt traurig, weil er sich nun endlich davonmachen muß, von hier fortgehen muß, wo ihm wohl gewesen ist. War ihm jemals an einem Ort so wohl, wie hier in dieser letzten halben Stunde? Fortgehen aus her Nähe eines Menschen, der gut zu ihm ist — wie schwer ihm das fällt ... Aber das kommt wohl von der Schwäche her. Hunger und Kälte haben ihn zu sehr mitgenommen. Wieder kommt die Frau von draußen herein. „So", sagt sie, stützt die Hände in die Seiten, sieht sich um und blickt dann auf ihn. Er versteht: Ihre Arbeit hier ist getan; er darf sie nicht länger aufhalten. Da bedankt er sich. Mühsam nur findet er die Worte, es zu tun. Sie macht eine abwehrende Handbewegung, wobei ein prüfender Blick über ihn hingeht. „Jetzt müssen Sie für Ihren Mann noch einmal Kaffee kochen", sagt er. Da lächelt sie und schüttelt den Kopf. „Ich habe keinen Mann! Das Geschäft da vom im Hause gehört meinem Vater oder vielmehr meiner Stiefmutter. Die ist schon in die Jahre gekommen und so dick und schwerfällig. Da ist's ihr mit der Arbeit zuviel geworden. Und mein Vater kann schon gar nichts mehr richtig tun. Dec is in den Sechzigern und hafs fo mit dem Rheuma. Aber sie dachte an die Pension, als sie ihn nahm. Na, und nun mache ich hier alles. —- Js auch nich immer leicht, das können Sie mit! glauben!" Klaus Tjaden hört ernst und teilnehmend zu, wie sie offen und zutraulich wie zu einem Freunde spricht — zu ihm, dem obdachlosen Vagabunden, dem entlassenen Sttäsling. Wieder mustert ihn ein schräger Blick. „Sagen Sie mal, wollen Sie eigentlich arbeiten, ober .. ♦ machen Sie sich nich viel daraus, wie so mancher? ■ Ihre Frage klingt streng und ein wenig mißtrauische Er blickt zu Boden. „Ich will schon, und es wäre mir auch ganz gleich, was ich tue. Zuerst, als ich 'rauskam, hatte ich ein paarmal einen kleinen Verdienst. Jetzt ist das vorbei. Man muß jedesmal zum Arbeitsamt, und die fortwährende Fragerei da ..." Er schüttelt mit verdüstertem Gesicht den Kopf. „Ich gehe da nicht mehr hin." „Wollen Sie nicht mal in der Zenttalmarkthattö nachfragen? Da werden immer Leute gebraucht." „Da bin ich auch schon gewesen und wurde abgewiesen", entgegnet er auf ihre Bemerkung. „Aber wenn Sie meinen, kann ich ja heute nochmal hin; es ist ja gleich, wo ich hingehe." „Ich meine nicht, daß Sie da aufs Geratewohl Herumfragen sollen", sagt sie eifriger. „Da is nämlich ein Bekannter, ein Fuhrmann Pahl, der bringt mir immer die Ware. Manchmal fahre ich auch auf seinem Wagen mit nach der Halle. Er hat hier weiter draußen ein kleines Grundstück und 'n Häuschen. Er steht mit seinem Fuhrwerk jeden Tag bei der Zentralmarkthalle — nahe dem Eingang in der Rochstraße. Und Sie würden ihn nicht schwer finden, denn sein Pferd is eine Schecke, so ’n allerliebstes buntes Tier. Und der Pahl sieht auch ’n bißchen komisch aus, auf den ersten Blick fast zum Fürchten, weil er so ’n großes dunkles Mal hier über dem linken Auge hat. Aber er is ein guter Kerl! Ein sehr anftänoiger Mensch! Also den suchen Sie mal auf und bringen ihm 'ne Empfehlung von Fräulein Ellrich. Das bin nämlich ich! Und ob er nid) ’ne Hilfskraft brauchen könnte ober Ihnen jagen könnte, wo es für Sie in der Halle ein paar Grojchen zu verdienen gibt. Ich ließe ihn recht schön bitten, sagen Sie, nicht wahr? Wenn der das möglich machen kann, tut er’s — schon mir zu Gefallen, denn er hält viel von mir." (Fortsetzung folgt.) , n m 6 7 7 10 ll 8 15 30 1 4 bis 6 Die Tabelle für Knabenbekleidung IV III 14 Die Reichskleiderkarte für Frauen 83 6 4 bis 6 23 12 7 Die Miderkarte für das Kleinkind 13 20 22 IV 15 30 25 6 5 1 4 bis 6 Die Reichskleiderkarte für Männer n in iv 5 8 3 2 6 5 5 19 22 14 6 24 Unterkleider, Unterröcke, auch gewirkt oder gestrickt. . — Leibchen (Unterkleidung), auch gewirkt oder gestrickt. 3 m iv 1 4 bis 6 17 25 28 0 Maskt&bHiße 29/30 - 2/U. Allemhersteller: P.jos.Mobs Setfenfabriken. Giessen 15 15 II 24 11 S 21 14 13 9 20 15 8 4 9 15 18 12 10 4 6 6 3 2 5 12 6 6 11 15 15 18 6 10 23 18 38 33 25 28 10 21 16 28 21 19 14 III 23 25 10 10 11 11 11 9 6 14 9 IV 30 36 16 16 17 17 15 12 9 14 7 14 10 7 14 11 18 7 19 29 11 6 11 8 6 11 9 15 13 6 6 9 7 20 12 10 12 22 30 18 14 10 7 6 10 17 14 6 8 15 38 18 20 37 40 16 6 24 11 2 1 3 2 16 S 14 11 21 21 8 4 11 8 9 20 6 3 2 5 8 3 IV 6 8 6 15 38 18 20 10 17 8 4 11 8 9 20 5 11 18 6 50 40 16 8 5 4 2 5 10 20 5 7 II 42 56 18 26 20 17 50 75 12 25 45 40 6 12 3 4 10 14 4 3 6 4 8 5 m 23 10 7 5 5 12 80 14 16 IV 30 12 10 m 13 7 7 7 4 7 6 8 3 8 6 11 11 12 7 8 3 4 3 6 8 6 5 8 17 3 7 11 3 4 10 5 5 IV 20 10 10 9 5 9 8 10 5 14 11 16 16 11 11 7 IV 25 6 11 18 18 9 17 25 44 25 25 35 56 . 60 120 . 65 III 5 5 6 12 30 14 16 45 75 10 20 n 42 30 45 14 7 14 10 7 14 11 -20 5 6 16 24 11 8 8 7 I 16 — 16 — 9 — 7 4 btS 6 Berufsjacken, gewirkt oder gestrickt Windjacken und Windblusen........... Gummimäntel, Gummiumhänge, Mäntel und Umhänge aus Oeltuch u. ä............ Popelinemäntel, ungefüttert Lodenmäntel, Lodenkotzen und Pelerinen Winterjoppen, Lodenjoppen...... Wintermäntel ..........1 Sonstige Mäntel.......... Arbeitsschürzen Schals, Vierecktücher Handschuhe und Fäustlinge aus Spinnstoffen gewirkt mit Futter oder gestrickt........... Krawatten, Querbinder und Schleifen II III gestrickt............... Höschen, unter 50 cm Gesamtlänge, gewebt . Unterkleider (soweit keine Sonderregelung) . Unterröcke jeder Art............ Büstenhalter............... Strumpfhaltergürtel Hüfthalter (Meder) Büstenmieder (Korseletts) ........ Strümpfe.............. . Söckchen................ Turn- und Sporthemden . . Turn» und Sporthosen.......... Badeanzüge ............... Bademäntel............... Trainingsanzüge Trainingshosen, Eislaufhosen Trainingsjacken............. Taschentücher.............. Strick» und Handarbeitsgame 100 g Die Klemkinder-Karte hatte bisher mir 70 Punkte. Die neue Kleidertarte hat 150 Punkte. Wegen ihres Gewichtes und des Stoffverbrauches find viele Artikel für das Kleinkind in der Punktbewertung erhöht worden. Diese Erhöhung wird aber durch die starke Vermehrung der Gefamt- Kleiderkartenpunkte von 70 auf 150 mehr als aus» i il 80 — 42 — 39 — Hemdhosen, plattiert — Schlüpfer und Beinkleider (soweit keine Sonderregelung) ....... — Höschen, unter 50 cm Gesamtlänge, gewirkt oder Bei der Männer-Kleiderkarte ist der Anzug von 60 auf 80 Punkte erhöht worden. Der Wintermantel kann nunmehr auch gegen 120 Punkte auf Kleiderkarte gekauft werden. Gleichzeitig kann der Wintermantel aber, wie bisher, bei Nachweis des Bedarfs auf Bezugschein ohne Abgabe von Kleiderkartenabschnitten bezogen werden. Wer also trotz des hervorragenden Zustandes seines Mantels gesteigerten Wert auf die Anschaffung eines zweiten Mantels legt, muß dafür 120 Punkte seiner Kleiderkarte bergeben; nur das Vorhandensein eines sehr schlechten oder gar keines Wintermantels ist die Voraussetzung für Gewäh- rung eines Bezugscheins. Es kann ferner in Zukunft auf die Männer-Kleiderkarte Meterware bezogen werden, was bei der alten Kleiderkarte nicht möglich war. Die Punkttabelle sieht wie regelung)..... Leibchen, Strumpfhaltergürtel Strumpshatterhemden . . . Sttümpfe aller Art..... Söckchen Turnhemden Turnhosen......... Badeanzüge Bademäntel........ Trainingsanzüge 4 Trainingshosen, Eislaufhosen. Trainingsjacken Taschentücher Strick- und Handarbeitsgame 10 Z» 6 — 6 bchwarMkßitz KchumrMeiß Bleich-Soda löstüber NachtdenSchmutz aus derWäsche und macht hartes Wasser weichO Strumäfhalterhemden . . . Sttümpfe jeder Art....... Söckchen jeder Art Badeanzüge.......... Trainingsanrüge Trainingshosen Trainingsjacken Taschentücher......... Strick- und Handarbeitsgarne 100 g i n Anzüge, dreiteilig (mit Weste) 50 Anzüge, zweiteilig • • • • • • 40 Jacken, Joppen, Janker gefüttert, auch gewirkt oder gesttickt • 26 Jacken, Joppen, Janker, ungefüttert, auch gewittt sacken, gewirkt oder gesttickt....... Hemdchen, unter 90 cm Gesamtlänge, gewebt . Nachthemden............... Schlafanzüge • • . Nächtjacken................ Hemdhosen, gewirkt oder gesttickt Hemdhosen, gewebt....... Arbeitshemden (ohne Kragen)........ . Taghemden (Oberhemden, sog. Spotthemden, Hemden mit Halsbund), auch mit einem zugehöttgen Kragen .................. Polo- und Charmeusehemden, mit langem Aermel. . Polo» und Charmeusehemden, mit kurzem Aermel. . Polo- und Charmeusejacken (mir kurzem Aermel). . . Nachthemden................. Schlafanzüge Unterhemden (ohne Halsbund), Unterjacke», mit Aermel.................. Nehunterhemden und Nehunterjacken Unterhosen, lang und %»Iang.......... Unterhosen, kurz................ Netzunterhosen, kurz Hemdhosen............... Netzhemdhosen Kragen .................... Socken, gesttickt................ Socken, gewirkt................ Strümpfe, gesttickt, Spottsttümpfe und Sportstutzen. Strümpfe, gewirkt 8 8 20 11 9 Ortszeit für den 25. August. Sonnenaufgang 6.24 Uhr, Sonnenuntergang 20.29 Uhr. — Monduntergang 13.50 Uhr, Mondaufgang 23.36 Uhr. Ortszeit für den 26. August. Sonnenaufgang 6.26 Uhr, Sonnenuntergang 20.26 Uhr. — Monduntergang 14.59 Uhr, Mondaufgang 0.15 Uhr. Turnhemden jeder Att, Grubenhemdeu und »jaden. Turn- und Sporthosen...........- Badehosen, auch Dreieckhosen........- Badeanzüge................- Bademäntel................. Trainingsanzüge Trainingshosen, Eislaufhosen. . . Trainingsjacken Taschentücher Strick- und Handarbeitsgarne 100 g Kundenlisten für Schuhmacher. Um die Schuhausbesserungsaufträge gleichmäßig auf die Schuhmacher zu verteilen, hat die Reichsstelle für Lederwirtschaft angeordnet, daß vom September an jeder Schuhmacher Kundenlisten anlegen muß. Die Höchstzahl der Kunden, die jeder Schuhmacher annehmen darf, wird von den Kreishandwerkerschaften im voraus festgelegt, dadurch wird ein übermäßiger Andrang bei einzelnen Schuhmachern verhindert. Sollten einzelne Volksgenossen keinen Schuhmacher finden, der sie noch in seine Liste aufnehmen kann, so werden sie durch Vermittlung des zuständigen Wirtschaftsamtes oder der vom Wirtschaftsamt besonders hiermit beauftragten Stells einer Schuhausbesserungswerkstatt zugewiesen. Falls in einem Ort oder Bezirk nicht genügend Schuhmacher tätig sind, werden die auszubessernden Schuhe gesammelt und in einer Schuhfabrik ausgebessert. Zur Vermeidung von Doppelanmeldungen wird die erste Reichskleiderkarte des Kunden zur Kennzeichnung der Eintragung mit dem Stempel des Schuhmachers versehen. Die Eintragung in die Kundenliste erfolgt in der Zeit vom 2. vis 14. September 1940 gegen Vorlegung der ersten Reichskleiderkarte. Anzüge, zweiteilig, nicht wollhalttg, gewebt, je 1 Tell = 6 bzw. 9 Punkte............. Kleidchen, nicht wollhalttg, auch gewirkt oder gestrickt (Sommerkleidchen), auch gesttickte Spielanzüge . Spiel- und Luftanzüge, gewebt.......... Knabenschürzen........... Mädchenschürzen ......... Blusen, auch Waschblusen Oberjacken und Janker Leibchen (Obettleidung) Pullover, Strickwesten, mit Aermel» Pullover, Strickwesten, ohne oder mit A-Aermeln. . Ueberziehhvschen, Trägerhöschen......... Ueberziehjackchen ...... Mäntel.................... Gamaschenanzüge ........ . Gamaschenhosen ....... Gesttickte Mützen ..... Schals.................... Handschuhe und Fäustel Hemden, auch Polo- und Charmeusehemden und •jaden, Unterhemden und »jaden Nachthemden . . . Schlafanzüge und Schlafsäcke Hemdhosen................ . Kinderjäckchen, gewittt oder gesttickt Schlüpfer und Unterziehhäschen......... Kleider — Röcke, Leibchenröcke, Hosenröcke, Hosen, gewebt. . . — Röcke, Leibchenröcke, Hosenröcke, Hosen, gewirkt oder gesttickt — Blusen, auch gewirkt oder gestrickt — Dirndlblusen — Polo» und Charmeusehemden oder Blusen — Polo- und Charmeufejacken (mit kurzen öermehü . . 6 SpielhöSchen . . — Schürzen — Die Säuglingskarten werden bis auf weiteres mit der gleichen Punktzahl und der gleichen Bewertung ausgegeben, mit Kittel, Kittelschürzen, Berufsrnäntel und Kleider» schürfen, auch Arbeitskleider — Trägerschürzen, Warpschürzen — Sonstige trägerlose Schürzen, Dirndl- und Ansteckschürzen ............... Schals, Vierecktücher, Kopftücher, Erntehauben ... — Handschuhe und Fäustlinge aus Spinnstoffen, gewirkt mit Futter oder gesttickt...........3 Krawatten, Querbinder und Schleifen 1 Taghemden mit Bollachsel, ab 90 cm Gesamtlänge, gewebt..................— Taghemden mit Trägern, auch alle gewittten oder gesttickten Taghemden, ab 90 cm Gesamtlänge . — Hemdchen, unter 90 cm Gesamtlänge, auch Unter- Auf der Srauen-Kleiderkarte ist das Wollkleid von 40 auf 42 Punkte erhöht worden, ebenso sind wollhalttge Kostüme, Komplets und Jacken höher bewertet worden, während alle kunstseidenen Stoffe und alle Ferttgkleidungsstücke erheblich niedriger bepunktet sind. Der Frauen-Wintermantel kann nunmehr auch auf Kleiderkarte zu 75 Punkten bezogen werden. Auch das Umschlagtuch kann auf Kleiderkarte gekauft werden. Beides wird auch weiterhin auf Bezugschein b ei nachgewiesenem Bedarf ohne Abtrennung von Kleider- kartenabschnitten abgegeben. Söckchen können ohne Abtrennung des Strumpfabschnittes zu 3 Punkten bezogen werden. Die Punkttabelle sieht fol- folgt aus: Anzüge, dreiteilig (mit Weste) Sakkos, Janker gefüttert............. Sakkos, Janker halbgefüttert Janker, Jacken (Sornmerttachtenjacken, Seinen», Wasch-, Sommerzwirn- und Lüsterjoppen, Sommer-Lodenjoppen und Jacken) ungefüttert . . . Hosen..................... Stoffwesten Pullover mit Aermeln Pullover ohne Aermel Strickwollen mit Aermeln Strickwesten ohne Aermel Die neue Reichskleiderkarte. Beweise deutscher Wirtschastsstärke: Zweimonatige Zusatzversorgung in Textilien durch Vorverlegung der Laufzeit Höhere Punktzahl. — Verlängerung der alten Karte und verbesserte Bezugsmöglichkeiten. gendermaßen aus: Kleider Kostüme Röcke, Hosenröcke, Hosen, gewebt Dasselbe, gewirkt oder gesttickt Blusen, gewebt................ Blusen, gewirkt oder gesttickt Polo» und Charmeuseblusen Polo- und Charmeusejacken (mit kurzen Aermeln) . . Dirndlblusen................. Pullover mit Aermeln Pullover ohne oder mit y4 Aermeln Sttickwesten mit Aermeln............ Strickwesten ohne ober mit y4 Aermeln Jacken, gewebt, gefüttert............ Jacken, gewebt, ungefüttert........... Jacken, gewirkt oder gestnckt........... Windjacken und Windblusen........... Gummi-, gummierte und imprägnierte Regenmäntel und Regenumhänge, ungefüttert, ungefütterte Popelinemäntel, ungefütterte Kompletmäntel . Sommermäntel und Umhänge, auch gefütterte Regenmäntel, Gabardinemäntel.......... Wintermäntel................. Umschlagtücher bis 1 qm groß Umschlagtücher über 1 qm groß. geglichen. j Anzüge, zweiteilig, wollhalttg, gewirkt oder gesttickt (Winteranzüge), je 1 Teil — 9 Punkte.....IS Anzüge, zweiteilig, wollhalttg, gewebt, je 1 Tell = 12 Punkte...............24 Kleidchen, wollhalttg, auch gewirkt oder gestrickt (Winterkleidchen), auch gesttickte Spielanzüge . . 15 Röcke, auch Falten» und Sttickröcke........— Anzüge, zweiteilig, nicht wollhalttg, gewirkt oder gestrickt (Sommeranzüge), je 1 Tell = 6 Punkte. 12 gen worden. Dabei find wollene Stoffe, die bisher bis 94 Zentimeter Breite mit 14 und über 94 Zenti- meter Breite mit 18 Punkten bewertet wurden, auf 16 Punkte bei 143 Zentimeter Fertigbreite heruntergesetzt worden. Kunstseidene und kunstfeidenhaltige Stoffe sind entsprechend ihrem geringeren Gewicht und weil sie aus einheimischen Rohstoffen hergeftellt und reichlicher vorhanden sind, mit 6 Punkten je Meter in der Normalbreite von 90 Zentimeter gegenüber früher 8 Punkten bewertet worden. Alle übrigen Stoffe, die bisher mit 8 Punkten bis 94 Zentimeter Breite bewertet waren, find bis zur Breite von 90 Zentimeter mit der gleichen Punktzahl angefetzt. Die Anzahl der auf Kleiberkarte zu kaufenden Waren ist erheblich vergrößert worden. Eine Reihe von weniger gefragten Waren, die aus Raumgründen auf der Kleiderkarte nicht aufgeführt werden konnten, find in einem Katalog zur zweiten Reichskleiderkarte aufgenommen worden, der bei allen Einzelhandelsgeschäften vom Verbraucher eingesehen werden kann. Auch in der neuen Kleiderkarte ist eine V o r g r i f f s mö gli ch k e it auf noch nicht fällige Kleiderkartenabschnitte für den Erwerb von Großstücken vorgesehen. (Äenfalls haben die neuen Kleiderkarten Sonderab- schnitte, auf die zusätzlich Spinnstoffwaren nach besonderer Bekanntmachung abgegeben werden können. Ferner sind für Näh mittel vier Sonderabschnitte mit bestimmten Fälligkeitsterminen vorgesehen. Auf die Männer- und Frauen-Karte gibt es jetzt je 1 Paar Strümpfe zur Normalpunktzahl mehr. Die zusätzlichen zwei Paar Strümpfe ober Socken bei Männern und Frauen werden nicht mehr mit doppelten, sondern nur noch mit IVrfachen Punktzahlen bewertet. Die Fälligkeiten der neuen Reichskleiderkarte sind folgende: 40 Punkte ab 1. September 1940, 30 Punkte ab 1. Dezember 1940, je 40 Punkte ab 1. Mäm und 1. Juni 1941. Wichtig ist endlich, daß die alte Kleiderkarte bis 31. März 19 41 gilt. Wenn bei der alten Kleiderkarte nicht mchr genügend Punkte für den Kauf eines bestimmten Gegenstandes vorhanden find, kann die neue Kleiderkarte mit verwendet werden. Schlafanzüge, gewebt. . . ... Schlafanzüge, gerotrlt ober gestnckt Unterjacken jeder Art...... Hemdhosen, gewebt Hemdhosen .gewirkt oder gesttickt •••••••• 6 Schlüpfer und sonstige Beinlleider, auch gewirkt oder gestrickt........... Unterkleider und Unterröcke (soweit lerne Sonder» oder gesttickt • Hosen, auch gewirkt oder gesttickt Leibcbenhosen, Anknöpfer, auch gewirkt oder gestnckt Waschanzüge Waschhosen Waschblusen Waschjanker und -jaden Spiechöschen Schürzen Pullover, Sttickwesten mit Aermeln Pullover, Sttickwesten ohne Aermel Kletterwesten Windjacken und Windblusen Gummi» und gummierte Mäntel und Umhänge. . Lodenmäntel, Lodenkotzen und Lodenumhänge . . Sommer» und Uebergangsmäntel Wintermäntel Gamaschenamüge Gamaschenhosen Gesttickte Mützen der einen Aenderung, daß für das zweitgeborene Kind in Zukunft nicht 30, sondern 6 0 Punkte gegeben werden. Neben der Reichskleiderkarte läuft noch eine Versorgung mit Arbe,its - und Berufskleidung. Berufskleidung wird auf Bezugschein ohne Anrechnung auf die Kleiderkarte, die Arbeitskleidung (b. i. solche Kleibung, die auch außerhalb der Arbeit getragen werden kann) unter Anrechnung von Vs der Reichskleiberkartenabschnitte abgegeben. Dirndlschürzen Pullover, Sttickwesten, mit Aermeln Pullover, Sttickwesten, ohne oder mit ^-Aermeln. . Jacken aus Wolle und wollhalttg, gefüttert, gewebt. . Jacken, ungefüttert, auch gewirkt oder gestrickt. . . . Janker, auch gewirkt oder gestrickt Kletterwesten Windjacken und Windblusen Gummi-, gummierte und imprägnierte Regenmäntel und Regenumbänge ungefüttert, ungefütterte Popelinemäntel Sommermäntel, auch Umhänge und gefütterte Regenmäntel Wintermäntel Gamaschenanzüge ' Gamaschenhosen Gesttickte Mützen Schals, Vierecktücher, Kopftücher und Erntehauben . Handschuhe, auch Fäusllinge aus Spinnftoffen, gewirkt mit Futter ober gestrickt .... Krawatten, Querbinber unb Schleifen Tagbemden, gewebt Taghemden, gewirkt ober gestrickt. . Nachthemden Die Karlen für Knaben und Mädchen. Die Kleiberkarte für Knaben unb Mäbchen wird bis zum vollenbeten 15. Lebensjahre aus gegeben. Vom vollenbeten 13. bis zum vollenbeten 18. Lebensjahre erhalten bie Knaben und Mäbchen auf Antrag, jeboch ohne Prüfung, eine zusätzliche Kleiderkarte von 50 Punkten für bie Knaben und 40 Punkten für die Mädchen. Diese Zusatzkarten werden so rechtzeitig ausgegeben, daß sie spätestens am 1. März 1941 in den Händen der Der- braucher sind. Die zur Zeit gellende Regelung für Uebergrößen bleibt bestehen. Auf den Kleiberkarten ür Knaben unb Mäbchen sind 7_ Bezugsnachweise ür je 1 Paar Socken ober Strümpfe vorgesehen, die zusammen mit den Punktabschnitten ab getrennt werden müssen. Der Knabenanzug ist auf 50 Punkte erhöht, entsprechen!) die übrigen Teile der Oberkleidung. Auch die übrigen Positionen sind zum Teil erhöht worden, was aber ausgeglichen wird durch die Erhöhung der Punktzahl von 100 auf 150 Punkte und durch die zusätzliche Kleiderkarte vom vollendeten 13. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Bei der Mädchen-Kleiderkarte wirkt ich die Punktermäßigung für Kunstseide zum Teil erheblich aus, während für die wollhalligen Kleidungsstücke eine Erhehöung eingetreten ist. Die Tabelle für Mädchenbekleidung. Nach wochenlangen Beratungen eines aus den beteiligten Wirtschafts- und Konsumentenkreisen zusammengesetzten Ausschusses ist die zweite Reichskleiderkarte fertiggeftellt worden, die vom 1. September 1940 bis 31. August 19 41 gilt. Die Ausgabe der neuen Kleiderkarte erfolgt ab 1. September d. I. Ihre Hauptmerkmale, die zugleich als überzeugender Beweis für die wirtschaftliche Stärke des Großbeutfchen Reiches im Kriege gelten können, find einmal die Vorverlegung ihrer Laufzeit — die alle Kleiderkarte war bis. zum 31. Oktober 1940 ausgestellt —, wodurch der Verbraucher eine zuf ätzliche Derforgun g in Textilien für volle zwei Monate erhält, und zweitens eine wesentliche Verbesserung der Bezugsmöglichkeiten. Don größter Wichtigkeit ist daneben, daß die Gültigkeit der alten Reichskleiderkarte bis zum 31. März 1941 verlängert wird, so oah kein Verbraucher, der Punkte gespart hat, gezwungen ist, sich setzt sofort mit Textilwaren einzudecken, um seine Punkte nicht zu verlieren. Die ourchaus beftiedigende und planmäßige Gestaltung der Rohstofflage im Textilsektor hat die Grundlage für die bessere Ausstattung der neuen Kleiderkarte gegeben. Die zweite Reichskleiderkarte wird, wie die erste, ausgegeben für Frauen, Männer, Mädchen und Knaben (diesmal bis zum vollendeten 15. Sehens« jcchre) und für das Kleinkind (2. und 3. Lebensjahr). Die Gesamtzahl der Punkte ist — gegenüber 100 Punkten auf der alten Karte — auf 150 erhöht worben. Außerbem unterscheidet sich die neue Reichskleiderkarte von der alten im wesentlichen dadurch, daß vier Rubriken für die Bewertung je nach der Spinnstoffzusammensetzung eingeführt worden sind. Die erste Rubrik umfaßt die Waren, bet deren Punktbewertung kein Unterschied bezüglich der Spinnstoff zusammensetzung gemacht wird. In Spalte II werden die wollenen und wollhalttgen Waren, in Spalte III die kunftseidenen und kunstseidenhaltigen und in Spalte IV die Spinnstoffwaren aus anderen Stoffen aufgeführt. Bei der Punktbewertung in jeder Stoffgruppe ist von einem Durchschnittsgewicht ausgegan- Schals, Vierecktücher • Handschuhe, auch Fäusllinge aus Spinnstoffen, gewirkt mit Futter ober gestrickt Krawatten, Querbinder, Schleifen 1 Taghemden aus Geweben (Oberhemden, sog. Sporthemden und sonsttge Hemden mit Halsbund), auch mit einem dazugehörigen Kragen Taghemden, gewirkt Polo- und Charmeusehemden Polo- und Charmeusejacken (mit kurze» Aermeln) . . Nachthemden Schlafanzüge auS Geweben Schlafanzüge, gewirkt oder gestrickt . . . Unterhemden (ohne Halsbund), Unterjacken Netzjacken........... Unterhosen, lang ober % »lang . . Unterhosen, kurz, Schlüpfer . . . Netzunterhasen, kurz Hemdhosen Netzhemdhosen Leibchen Kragen Söckchen Kinderstrümpfe aller Art ... . Sonsttge Strümpfe Socken, gesttickt Socken, gewnckt Turnhemden. Turnhosen Badehosen, auch Dreieckhosen . . Badeanzüge Bademäntel Trainingsanzüge Trainingshosen, Eislaufhosen. . . Trainingsjacken Taschentücher Strick- und Handarbeitsgarne 100 g 60 20 6 2 10 9 8 8 3 4 16 9 7 16 6 4 9 6 14 5 6 11 6 8 6 8 7 18 8 9 17 8 5 8 6 4 6 8 4 8 20 11 9 Sonntag, 25. Ang., vormittags 11 Uhr Wochenschau- Sondervorstellung u. a. Ostmesse in Königsberg - Kriegsbeute wird verschrottet— Bei unseren Soldaten im besetzten Gebiet - Der Führer überreicht den neuernannten Generalfeldmarschällen die Marschallstäbe — Italiens Luftwaffe in Britisch-Somaliland — Deutsche Fernartillerie einsatzbereit Luftangriff auf England Vorher: Wiederholung d.Wochenschau Siegesfahnen über Deutschland Erwachsene - 40, Wehrmacht u Kinder-.20RM 38 02A Tanz-Unterricht Unsere diesjährigen Winter-Kurse beginnen im September und anfangs Oktober. — Einzelstunden zu jeder Tageszeit. Eig. Parkett-Unterrichtssaal Gefl. Anmeldungen erbeten Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 Ruf Nr. 3835 3799 D Mr zeigen in dankbarer Freude die Geburt unseres zweiten Sohnes Wolfgang an Anneliese und Karl A. Oenninghoff Gießen, den 23. August 1940 02841 Von der Reise zurück Prof. Brüning Llebigstraüe 26 02826 Für 14 Tage verreist Frauenarzt Dr. Koch 02 33 Osten Sl »erstellen. D bei Ihrem Hindler. den Winter ............................................................................................. ■ 1111111111111 111111111111111 TAGESPREISE: Gießen, im August 1940. 02822 Schwaabs Weiistuben 3774 D 3771 D ..........................................................................................................................................1111111111117 192A GLORIA STADTTHEATER GIESSEN Frau Dr. Marx Bleichstraße 10 verreist 3805 D 2354V Gehen Sie noch heute zur Kasse des Stadttheaters Johannes- straße 3! (Ruf 2930.) Kassestunden werktags von 10-13 Uhr. Geburtsanzeigen bei Brühl. Gießen Der Betrieb ist wieder voll aufgenommen! Harrs Noll, Ludwigsplatz Germania-Drogerie Carl Seibel, Frankfurter Straße 39 Medizin al-Drogerie H. Elges, Seltersweg 66 Kronen-Drogerle Gebr. Michel Inhaber August Michel, Walltorstraße 29 Die Stamm-Miete hat je 32 Vorstellungen an den Tagen Dienstag, Mittwoch, Freitag und zwar 17 Schauspiele, 7 Opern 8 Operetten, dazu Vorzugsgutscheine, Umtauschgutscheine 5 E - Die Wahlmiete ist gültig zu allen offenen Vorstellungen und zwar zu 16 Vorstellungen nach Wahl Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorm. Begor Nacht BandagistenmeisL Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung L. Kaietsch Heilpraktiker Gießen, Frankfurter Straße 37 02823 Ab heute wieder Sprechstunde An alle Theaterbesucher und Stamm-Mieter! Die Vorstellungen im Stadttheater beginnen bis auf weiteres ab 1. September punkt 19.80 Uhr Für große Opern und Operetten wird die Anfangszeit auf 19 Uhr festgesetzt Die Theaterbesucher werden höflichst gebeten, die in der Presse angegebenen Anfangszeiten täglich genau zu beachten. Die Vorstellungen beginnen pünktlich zu den angegebenen Zeiten Die Kasse ist an den Spieltagen außer zu den üblichen Vormittagsstunden von 16.30 Uhr bis 17.80 Uhr zum Vorverkauf geöffnet Meiner Kundschaft zur gefälligen Kenntnis, daß meine Annahmestelle bis auf weiteres geschlossen bleibt und ich vorläufig meine Kundschaft selbst besuche. Erbitte jedoch schriftliche Nachricht. Lieferung erfolgt prompt sgoaD Friedr. Schmidl / orlh. Schubin. Roßbach 40 üb. Wetzlar L. verreist bis 24. September / Für die uns zu unserer goldenen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten banken wir herzlich. Peter Kofmann uüd Frau. Siadtiheaier Gießen Werdet Vlatzmietev in dev «Spielzeit 1 €>40/41! Hans Mangelsdorff Dentist Die Vorteile der Platzmiete: Ermäßigung bis zu 50%! - Stets den gleichen guten Platz! Kein Anstehen an der Theaterkasse! Hühnerauge« sollten Sie niemals selbst schneiden, weil Sie sich dadurch der Gefahr einer Blutvergiftung aussetzen. Es gibt eine einfache,sichere Methode: SAHÜKO- Hühn eräugen-Tropfen entfernt in 6Tgn. schmerzlos Hühneraugen, Ballen u. harte Haut mit Stumpf und Stiel. Packg. 65 Pfg. Zu haben bei: Drogerie Bornemann Bahnhofstraße 17 Central-Drogerie Emil Karn, Schulstraße Löwen-Drogerie M. Pierenkemper, Seltersweg 69 Kreuz-Drogerie August Noll, Bahnhofstr. 53 Ludwi gsplatz- Drogerie herausgegebenen Anordnungen und Befehle wurden den Kameraden bekanntgegeben. Eine längere Aussprache betraf das Schießwesen. Hier wird Dem Ehrennadelschießen mehr als seither Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die bestschießende Gruppe des Bundes-Wettkampfschießens nimmt am nächsten Sonntag an der Austragung des Endkampfes in Gießen teil. Der Kameradschaft wurde für ihre Teilnahme mit Fahne am Großdeutschen Reichskriegertag 1939 von der Bundesführung ein Fahnennagel verliehen. Der Propagandawart wies in einer Ansprache auf die Kriegsereignisse hin, die dank der Genialität unseres Führers mit wenigen Opfern zu großen Erfolgen geführt haben und die uns auch des Endsieges gewiß sein lassen. Sein Sieg-Heil galt dem Schöpfer der orohdeutschen Wehrmacht, der in weiser Boraussicht ein schlagfertiges Heer zum Schutze unseres herrlichen Reiches geschaffen hat. gfs. Muschenheim, 23. Aug. In fröhlicher Gemeinschaftsarbeit haben die Frauen des Deutschen Frauenwerks Bohnen gepflückt und gespendet. Abends wurden diese gemeinsam geputzt und als Vorrat für den kommenden Winter verarbeitet Ebenso wurden Beerenblätter au Tee und heilkräftige Kräuter gesammelt. Alle Diese Dinge werden den Stellen zugeführt, die für die richtige Verteilung im Winter sorgen. Wir freuen uns sierklingen, Tabak und Likör, ferner etwa 22 RM. gestohlen. Der Angeklagte war geständig. Entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 8 Monaten unter Anrechnung von 1 Monat und 28 Tagen Untersuchungshaft verurteilt. Strafmildernd kamen die Jugend, die seitherige Unbescholtenheit und das Geständnis des Angeklagten in Betracht. Neue 4%ige Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1940. Das Reich stellt mit Wirkung ab 23. August d. I. auf den Inhaber lautende 4w. H.-Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1940, Folge VI, fällig am 16. August 1960 mit Zinsscheinen per 16. Februar 1941 ff. zur Verfügung. Der Zinslauf beginnt am 16. August d. 3. Die Schatzanweisungen sind gestückelt in Abschnitte von 100 bis 500 000 RM. Dis Abgabe erfolgt zum Kurse von 99,75 v. H. unter Stückzinsenberechnung zuzüglich Börsenumsatzsteuer. Die Lombardfähigkeit der Schatzanweisungen ist vorgesehen, ebenso wird nach Erscheinen der Stücke die Einführung in den amtlichen Börsenhandel erfolgen. Es ist erwünscht, daß im Interesse der Arbeitsersparnisse in weitestem Umfange von der Möglichkeit der Schuldbucheintragung und der Sammelverwahrung Gebrauch gemacht wird. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. T Großen-Linden, 24. Aug. Am morgigen Sonntag, 25. August, wird Frau Christine Peppler, geborene Stamm, am Bahnhof, bei verhältnismäßig guter Gesundheit, 90Jahrealt. Der Jubilarin gilt auch unser herzlicher Glückwunsch zu ihrem Geburtstag. Innerhalb der letzten 60 Jahre war es in unserer Gemeinde nur drei Personen vergönnt, das 90. Lebensjahr zu erreichen. <£ Leihgestern, 21. Aug. Der Kameradschaftsappell der hiesigen RS.- Kriegerkameradschaft am vorigen Sonntag stand im Zeichen des Gedenkens der Feuertaufe unserer hes iscyen Regimenter im Kriege. Der Kameradschafts ührer wies nach Begrüßung der Kameraden au den 18. August 1870, Tag von Gravelotte, wo ein Leih- aesterner den Heldentod fand, und den 22. August 1914, Tag von Anloy, der aus unserer Gemeinde vier Soldatenleben forderte, hin. Weiterhin gedachte er der im, jetzigen Kriege Gefallenen, unter denen sich auch ein junger Soldat aus unserer Gemeinde befindet, ferner der seit dem letzten Appell verstorbenen Kameraden Johann Heinrich Velten und Kaspar Häuser, deren Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde. Die vom Kreiskriegerführer immer wieder, wie fteudig unsere Frauen bei jeder praktischen Arbeit zugreisen und immer hilfsbereit sind. Amtsgericht Gießen. Wegen Betrugs in vier Fällen hatte sich der M. B. aus Gießen zu verantworten. Obwohl er kein Geld hatte, ließ er sich von einem Kraftfahrer mit dessen Mietauto umyerfahren, ohne den Fahrvreis bezahlen zu können. In verschiedenen Gastwirtschaften machte er Zechen, dann verschwand er heimlich, ohne zu bezahlen, in einem weiteren Falle erklärte er nach der Zeche, daß er kein Geld habe. Der Angeklagte wurde zu 5 Monaten Gefängnis, abzüglich 2 Wochen Untersuchungshaft, verurteilt. Eine Frau aus Staufenberg hatte weaen Beleibt- aung und übler Nachrede einen Strafbefehl über zwei Wochen Gefängnis erhalten, gegen den sie Einspruch erhob. Die Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 50 RM., ersatzweise 10 Tage Gefängnis, verurteilt Strafkammer Gießen. Der I. P. in Gießen hatte sich wegen schweren Diebstahls zu verantworten. Er war im Juni in Gießen gewaltsam in eine Kantine eingedrungen und hatte dort Zigaretten, Zigarren, Schnaps, Ra- __________________________________3766d Stottern Auskunft über Beseitigung durch natürliche Methode erhalten Sie sofort kostenlos u. unverbindlich von ehemaligem schweren Stotterer,ber selbstdurch die Tiefen seelischerZer- rültungen gegangen ist. tFalls Zusendung in verschloss.Umschlag ohne Ausdruck gewünscht wird, bitte ich um Einsend. von 24 Rpf. in Briefm.i Prakt. Acrzte und Lehrer, die selbst Stotterer waren, wurd. nach anderweit. Mißerfolgen b.meine Methode in 10-20 Tagen gründl. von ihrem Nebel befrett.Originalzeugnisse zur Verfügung. Keine Anwendung von Medikamenten ob. Hypnose. Nur die Sprechangst muß durch systematisch. Neuaufbau der Sprache beseitigt werden. 35iäbrige Praxis L. Warnecke, Berlin SW 68, Seydelstraße 31a, (fcMOv. Ring Schauspiel Oper Operette I 3.- 4.- 3.50 II. 2.50 3.- 2.80 III. 1.80 2.50 2.25 IV. 1.30 2.- 1.80 V. 1- 1.50 1.30 Ring Mietpreis 32 Vorstellungen I. 7.50 80.- II. 1.90 61.- III. 1.40 45.- IV. 1- 32.- V. -.80 25.60 Tanzsdiule LKielerdorf und Fran Telephon 3783 Trainingsstunden Einzelunterricht 3764 D Herbst- oder Stoppelrüben Gelbsenfsaat Winter-Raps. Hochzucht Winter-Wicken Inkarnatklee Welsches Weidelgras Landsberger Gemenge Feldsalat oder Nü&chen Winter-Spinat Winter-Kopfsalat Wirsing, Weißkraut Rotkraut. Radies Rettich und Frühlingszwiebeln diesjährigen Winter-Kurse Gesellschaftstanz — Turniertanz — Steptanz beginnen im September und Oktober, (gefällige Anmeldungen frühzeitig erbeten Für die jetzige Aussaat und Garten Bahnhofstraße 42 Unsere GERTRUD DAPPER staatlich geprüfte Musiklehrerin, Gießen. Iheringstraße 9 3762D Nach bestandenem Examen an der staatL Hochschule für Musik in Frankfurt am Main erteile ich Hosikunterncht in Klavier und Blockflöte Blumensamen, wie: Stiefmütterchen. Vergißmeinnicht, Maßliebchen, Nelken usw. Heinrich Hahn, Samenhandlung Bahnhofstrabe/Ecke Wolkengasse - Fernruf 3403 3694A IHRE VERMÄHLUNG ZEIGEN AN Heinz Lieh Oberleutnant u. Kp.-Chef Irma Lieh, geb. Schramm z. Z. Im Felde Groß-Auheim Adolf-Hltier-Str.15 24. August 1940 02799J FAHNEN eingetroffen 3784a C. Röhr & Co. Bahnhofstraße 44. Tel. 3600 Einmaliges Gastspiel des weltberühmten Dirigent: Boris Ledkovsky. ein ungeheurer Erfolg! 87