Mittwoch.2q.ZuIi MO Annakme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Ubr des Vormittags Anzeigen-Vreife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse MengenstaftelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat rmBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen NLummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Druck und Verlag: Uniuerfttätsbriiderei R. tauge 190.Jahrgang Ur. 175 1 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen -iehen^Zchulstrahe 7-9 Mische Heuchelei kann die Welt nicht täuschen Die italienische presse zur Halifax-Rede. Späte Sparmaßnahmen in England gutheißt und jeden in die Verbannung schickt, der es wagt, gegen den britischen Terror Sturm zu laufen. Das sind die heuchlerischen frommen Sprüche der Hohenpriester der Plutokratie, die das englische Volk aus dem Munde eines seiner bekanntesten Vertreter hören muß. Der Führer hat im Namen des deutschen Volkes alles versucht, unnötige Opfer zu ver- meiden. Er hat an dievernunft appelliert, aber Herr Halifax hat es vermieden, auf dieses Thema auch nur irgendwie einzugehen. Die Machthaber in London wollen den Krieg mit all seinen Folgen, vor denen sie gewarnt wurden. Ihnen ist das Schicksal des englischen Volkes gleich- gültig. Sie haben ihr Gold, ihre Familien und Rennpferde nach Kanada in Sicherheit gebracht. Sie werden, sobald die Sache schief geht, ihr eigenes Volk mit der gleichen Skrupellosigkeit im Stiche lassen, mit der sie das polnische, das norwegische, das holländische, belgische und das französische Volk verraten haben. Das Weltgericht wird furchtbar sein. jetzt ein Ende haben. Mit nicht mehr zu überbietender Heuchelei wagte Halifax die freche Behauptung: „Wir haben niemals den Krieg gewollt". Wer hat denn diesmal wie vor dem Weltkrieg jahrelang zum Kampf gehetzt, wer hat jede friedliche Revision der Pariser Vorortverträge sabotiert und wer hat denn diesen Krieg erklärt? Und wer besteht jetzt auf der Weiterführung des Kampfes? „Was meinen* wir nun", so geht es weiter, „wenn wir sagen, daß wir für d i e Freiheit kämpfen? Wir wünschen unser Leben leben zu können, wie wir es leben wollen. Wir wollen einen Gottesdienst und eine Verehrung von Gott, wie es uns beliebt, und diese religiöse Freiheit beruht auf gutem Gewissen. Gewissen ist nicht etwas, was Sie jedem Beliebigen sonst weitergeben können. Aber in Deutschland haben die Deutschen ihr Gewissen an Hitler übergeben, und so ist das Volk zur Maschine geworden, die nur die Befehle ausführt, ohne zu erwägen, ob sie recht oder unrecht sind." Das also ist die Vorstellung, die diese elende Plutokralenclique vom deutschen Arbeiter und Soldaten hat. Die deutschen Soldaten, stolz, einem großen und innerlich einigen Volke anzugehören, werden den Engländern schon beweisen, ob sie die „traurigen, gewissenlosen Sklaven" sind, für die Herr Halifax sie augenscheinlich hält. Einen kleinen Vorgeschmack haben die Briten in Norwegen und in Flandern schon erhalten. Nachdem dann das alte Märchen von der beabsich- Igten deutschen Weltherrschaft aufgewärmt wird, wird natürlich auch M u s s o l i n i auf billigste Weise angegriffen: „Weiter im Süden wird es möglicherweise Mussolini, der berauscht ist durch Triumphe über Frankreich, das er nicht bekämpft hat, erlaubt sein, die Rolle eines Herrn über das Mittelmeer zu spielen, das er nicht erobert hat." England wirft also Italien Feigheit vor, dieses selbe England, das es während des Abessinienkrieges trotz der Unterstützung von 52 Staaten nicht wagte, obwohl man es gar zu gern getan hätte, Italien anzugreifen. Mit üblen Beleidigungen des Führers geht es anschließend weiter. „Schlechter Glaube, Grausamkeit und Verbrechen werden zum Recht durch die Tatsache, daß Hitler es ist, der sie anordnet. Das ist die fundamentale Herausforderung des Antichristen, die wir als Christen mit allen in unserer Macht stehenden Mitteln bekämpfen müssen. Alle Völker des Britischen Reiches zusammen mit all denen, die Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit lieben, werden nie die neue Welt Hitlers annehmen." Das ist der Prototyp des englischen Heuchlers, der Christus sagt und Baumwolle meint, der einen Kreuzzug aufzieht, um die Vorrechte und * den Besitz einer kleinen Plutokratenclique zu retten. Die törichten Verunglimpfungen des Führers werden die von Halifax herbeigesehnte Endabrechnung nicht gerade mildern. Am widerlichsten ist der Schluß dieses geistlosen Sermons, denn nun bemüht Herr Halifax den lieben Gott persönlich für die Interessen seiner Gruppe. „Wohin wird Gott uns führen? Sicherlich nicht auf Berlin, 23. Juli. (DNV.) Englands Außenminister Hal am Wonlagabend in einer Rundfunkrede den Appell des Führers an die Vernunft ebenso hochmütig wie verant- ,wortungslos abgelehnt. Nachdem Presse und Rundfunk während der letzten Tage bereits mit unerträglicher Arroganz für Fortführung des Krieges gehetzt hatten, hat nunmehr das Plutokra- tenkabinettt selb ft den letzten Weg zu einer Verständigung verbaut. Das wahrhaft großmütige und von tiefstem Verantwortungsbewuhtsein getragene Angebot des Führers war also u m s o n st. Die Schuld, die sich die Kriegsheherclique aufgeladen Hal, ist unermeßlich. Das Schicksal nimmt nun seinen Lauf. Konserven. Jede Büchse könne in Notzeiten einmal von höchster Bedeutung werden. Er müsse dringend raten, sich mit dem „bescheidenen Angebot" an frischem Gemüse zu begnügen. Gleichzeitig ersuchte der Minister um Verständnis für die Notwendigkeit, „möglichst viele" Frischgemüse und Obst der Verwertungsinvusttie zuzuleiten. Englands Finanzminister Sir Kingsley Wood begründete im Unterhaus in ernstem Ton den Kriegs-Staatshaushalt, der große Steuererhöhungen sowie ein Abstoßen der in Ue- berfee deponierten Gold Vorräte und eine stärkere Heranziehung der Dominien und Indiens zur Finanzierung des Krieges vorsieht. Kingsley Wood stellte fest: „Wir wissen alle, warum unsere finanzielle Lage jetzt auf die Probe gestellt werden muß und wir weittragende Maßnahmen zu ergreifen haben. Als die Regierung im April dieses Jahres mit allem Vorbehalt die Kriegsausgaben des laufendem Finanzjahres auf zwei Milliarde n Pfund bezifferte, hatten wir keine Kenntnis davon, daß sich die Ausgaben höher stellten. In der letzten Zeit beliefen sich die Ausgaben wöchentlich auf 50 Millionen Pfund, in den letzten vier Wochen sogar auf rund 57 Millionen. Nach dieser Berechnung würden sich die Kriegsausgaben für das ganze Jahr auf nahezu 2,8 Milliarden Pfund belaufen, doch ist anzunehmen, daß die Ausgaben für den Rest des Jahres noch weiter steigen. Alle Angaben über die Kriegsausgaben müssen auch in Zukunft mit größtem Vorbehalt gemacht Gayda im halb amtlich en „Giornale d'Jtalia" die Rundfunkrede des britischen Außenministers. Es handele sich um eine Wiederholung der wohlbekannten Methode der britischen Politik, um den typischen Ausdruck ihrer raffinierten Heuchelei. Der ganzen Welt sei es wohlbekannt, daß die englische Politik ausschließlich den eigenen Hegemonieinteressen diene, sich aber dabei erhabene Grundsätze als Deckmantel umhänge. Der fromme Lord Halifax sei mobilgemacht worden, um von einem Kreuzzug des Christentums" und von einem hohen Ideal des „Friedens in der Gerechtigkeit" zu sprechen, die die Triebfeder des englischen Krieges gegen die totalitären Mächte seien!" Zwanzig Jahre lang habe Großbritannien nach dem verhängnisvollen Fehler von Versailles die Möglichkeit gehabt, diesen Willen zur Gerechttgkeit durch eine Zat oder wenigstens eine Geste kundzutun. Statt dessen habe Großbritannien niemals auch nur ein Anzeichen davon, verraten. Jedermann werde also verstehen, daß die plötzliche Begeisterung für die Gerechtigkeit in der letzten Stunde lediglich ein verzweifeltes, aber vergebliches Manöver sei, mit dem England sich ein Alibi für die Verteidigung jener tatsächlichen Ungerechtigkeiten verschaffen wolle, die in dem ganzen System der britischen Hegemonie kristallisiert seien. — „Tribun a" sagt, aus den Herzen der Völker steige ein einziges Gebet auf. Aber dieses Gebet sei nicht das, von dem Lord Halifax gesprochen habe, der an der Seite des internationalen Judentums von einem „Kreuzzug des Christentums" zu reden wage. Vielmehr sei es ein Gebet, das sich mit dem unerschütterlichen Siegeswillen der Achse decke: für immer die barbarische Herrschaft Englands zu stürzen, die die Welt in ein Blutbad getaucht und jedes Prinzip der menschlichen und göttlichen Gerechttgkeit mit Füßen getreten habe. Unter der Ueberschift „Jene, die den letzten Autobus versäumen" stellt die Turiner „Gazzetta del Popolo" fest: die britischen Machthaber werden früh genug bereuen, den Worten Hitlers fein Gehör geschenkt zu haben. — Die „Stampa" stellt die Frage, ob sich für die Engländer feit dem 3. September 1939 denn gar nichts geändert habe. Hätten die Engländer nicht bemerkt, daß sie endgültig vom Kontinent abgeschnitten und im Mittelmeer eingekapselt worden seien? Es fei der Starrsinn dessen, der am Grunde eines Brunnens nicht bemerken wolle, daß ihm das Wasser bis zum Halse steige, und daß er I ertrinken werde. Und dies werde schnell der Fall sein. leichten und angenehmen Pfaden. Was er aber tun wird, ist, daß er denjenigen, die ihn darum bitten, einen Geist verleiht, der durch keine Gefahren gestört werden kann. Diejenigen von uns, die nicht bei den Truppen dienen können, müssen in anderer Weise ihr Bestes tun, um unseren Streitkräften zu helfen. Es gibt ein Ding, das sich vielleicht als viel nützlicher erweisen wird, als wir denken, und das ist das Gebet. Ich hörte neulich von einem Dorf in Porkfhire, wo nach all den Gerüchten über eine fünfte Kolonne die Leute übereingekommen sind, eine sechste Kolonne zu bilden, und sich verpflichteten, jeden Tag einige Minuten zum Gebet im Gotteshaus zu verweilen. Dieses also ist der Geist, in dem wir zusammen in diesem Kreuzzug für die Christenheit marschieren. Wir und die großen Dominien über See stehen und werden auch weiterhin standhaft stehen gegen die Mächte des Gegners." Es kann einem übel werden, wenn man sich vergegenwärtigt, daß solche Worte ausgerechnet aus dem Munde eines Vertreters jener Clique kommen, deren Hände so viele Jahrhunderte hindurch bis auf den heutigen Tag blutbefleckt waren und sind. Sie können es sich gar nicht anders vorstellen, als daß der liebe Gott ein geborener Engländer sei, der alle Verbrechen, die von England begangen werden, England hat gewählt. Halifax sagt nein. - Oie britischen Plutokraten wollen den Krieg werden, die Staatsausgaben eingerechnet. Sie werden voraussichtlich auf 3,467 Milliarden Pfund steigen, d. h. daß wir einen Fehlbettag von etwa 2,2 Milliarden zu decken haben werden/ Oie Lustbedrohung Englands. Stockholm, 23. Juli. (Europapr.) „Deutschlands Luftarmada ist b e r e i t", schreibt der Luftfahrtsachoerständige von „Stockholms Tid- ningen" in einer Bettachtung, in der die Ueber- legenheit der deutschen Luftwaffe über die englische bewiesen wird. Der Zeitpunkt zur Einleitung der künftigen Offensive gegen ^England sei für die deutsche Luftwaffe überaus günstig. Die lieber- legenheit dürfte nun d i e denkbar größte sein. Während die französische Luftwaffe ausgeschaltet sei, stehe die italienische an der Seite der deutschen. Die amerikanische Hilfe für England habe sich noch nicht geltend machen können. Demgegenüber behatte Deutschland seinen Produktionsoorsprung. Der deutschen Luftlandetechnik könne England nichts entgegensetzen, zumal die deutschen Flugausgangspunkte, die sich vom mittleren Norwegen bis zur Bretagne erf frechen, deutlich die gewaltigen Proporttonen des nun abgeschlossenen Aufmarsches gegen England offenbarten. Die Luftbedrohung Englands habe nun ihr Maximum erreicht. Zwangsrekrulen für eine Mische Fremdenlegion. Lissabon, 24. Juli. (DNB.) Die Engländer kön- nen sich noch immer nicht mit dem Gedanken abfinden, daß sie im letzten entscheidenden Stadium des Kampfes um ihren Raubftaat auf sich g a n z a l l e i n angewiesen sind. Kriegsminister Eden kündigte des- halb die Bildung einer Fremdenlegion an. Dabei handelt sich um die Staatsangehörigen aller jener Länder, die durch Englands Schuld in den Krieg gegen Deutschland getrieben wurden. Die Unglücklichen, die bei Kriegsausbruch in England ansässig waren, sollen nun mit echt britischer Unverfrorenheit gegen ihren Willen in die Reihen der Fremdenlegion gepreßt werden, während ihre Heimat sich längst der durch Deutschlands Waffen gesicherten Ruhe erfreut. Von diesen Zwangsrekruten und sogar einem Teil der Internierten — also Juden und anderen Emigranten — verspricht England sich wirksame Hilfe! Eden verkündete ferner im Unterhaus, daß sich die Regierung an König Georg mit der Bitte gewandt habe, aus den freiwilligen Heimatschutz- verbänden, die 'eine Mitgliederzahl von 1300000 aufweisen, eine militärische Einheit zu machen. Die Rekrutierungskampagne zur Aushebung von Heimatschutzverbänden hätte allerdings eingestellt werden müssen, da nicht genügend Waffen zur Ausrüstung der Heimatwehroerbände vorhanden sind. Bernhard Shaw wird mundtot gemacht Mailand, 23. Juli. (Europapreß.) Die englischen Zeitungen haben, wie der „Sortiere della Sera" meldet, Weisungen erhallen, keine Artikel mehr von Bernhard Shaw abzudrucken, weil er in einem Interview erklärt hatte, England werde den Krieg verlieren. Staatssekretär Nicolson habe in einer Sitzung des Jnformattonsininisfetiums vorgeschlagen, die Schriften Shaws zu verbieten. Diesen Vorschlag habe Duff Cooper jedoch abgelehnt und seinerseits vorgeschlagen, dem Dichter durch Freunde nahezulegen, feine politischen Ansichten mehr zu äußern. Stockholm, 23. Juli. (Europapreß.) Mit welcher Fieberhaftigkeit England Maßnahmen trifft, um dem erwarteten deutschen Angriff begegnen zu fönnen, beweist ein Befehl des Innenministeriums an die Hausbesitzer unb Mieter, alle Boden- f ammern und Speicher zu räumen. Die Bevölkerung wird verpflichtet, alles Altmaterial der Speicher dem Staat zur Verfügung zu stellen. Die Nichttäumung der Speicher wird schwer bestraft. Der Minister für die Herstellung von Flugzeugen, Lord Beaverbrook, gibt bekannt, daß die Alumi- nium-Einsammlung am kommenden Sonntag ab geblasen wird. Die Aktion war ein ausgesprochener Fehlschlag. Deshalb wird schon jetzt eine neue Aluminium-Sammlung angefünbigt. Die Regierung wird dann mit polizeilichem Druck vorgehen. Die Zinnknappheit veranlaßt das Ministerium für Materialbeschaffung zur Einleitung einer sofortigen Einsammlung von Zinn-Büchsen und dergleichen. Außerdem wird es in Zukunft keine Konserven in Zinnbehältern mehr geben. An Stelle dieses selten gewordenen Metalls soll Pappe treten. Andere Sparmaßnahmen betreffen Tabak-, Zigaretten-, Kakao-, Schokolade- und andere Verpackungen. Zigaretten sollen in Zukunft sofort vom Ladentisch zur Westentasche wandern, weil auch an Pappe und Papier gespart werden müsse. Der englische Ernährungsminister Lord W o o l t o n , der einst den Mund nicht voll genug nehmen konnte über „Sie drohende Hungersnot in Deutschland" erlpßt jetzt dringliche'Warnungen zur Schonung von Die Art, wie Halifax zur Rede des Führers Stellung nahm, war geradezu widerlich. Die Frivolität, mit der die letzte Entscheidung über das Schicksal Großbritanniens gefällt wurde, war mit heuchlerischen Phrasen und frommen Sprüchen verziert. Daß Lüge und Verleumdung nicht fehlten, war vvrauszusehen. Sv behauptete Halifax zu Beginn seiner Rundfunkansprache, die einzigen Argumente des Führers seien „Drohungen gewesen. Dabei weiß jedermann, der die Rede hörte oder las, daß sich der Führer jeder Drohung enthalten und lediglich die harten Folgen einer Fortsetzung des Krieges angebeutet hat. „Infolge bes Gegensatzes in den Auffassungen", so fuhr der Kriegsverbrecher fort, „bleiben wir durch Drohungen unberührt. In jedem Teile Großbritanniens herrscht ein unerschütterlicher Geist der Entschlossenheit." — Genau so haben sich einst Herr Beck und Herr Rydz-Smigly in die Brust geworfen, als sie aus dem sicheren Rumänien das polnische Volk zum Aushalten aufriefen. Genau so mutig zeigte sich Herr Reynaud, als eine Fortsetzung des Kampfes bereits sinnlos geworden war. „Wir werden", meinte Halifax weiter, „d e n Kampf durchführen ,auch wenn er uns alles kosten m a g." — „Es hat niemand irgendwelche Zweifel darüber, daß, wenn Hitt?r Erfolg haben würde, dies das Ende für vieles bedeuten würde von allen denjenigen Dingen, die das Leben lebenswert machen." — Hier hat der alte Heuchler in gewisser Hinsicht recht. Denn was hat das Leben für die Plutokraten lebenswert gemacht? Die U n - terbrüefung so vieler anderer Völker, ihre unbarmherzige A u s b e u t u n g und das blutbefleckte Z u f a m m e n r a f f e n unerhörter Reichtümer. Diese Art von Lebensauffassung wird OieWürfel find gefallen Von unserer Berliner Schrifileiiung. England besteht auf der Fortsetzung seines plutokratischen Krieges, dem es schon ein halbes Dutzend fremder Völker geopfert hat. Das ist der klare Sinn der Rede, die der Außenminister Lord Halifax als Sprecher der britischen Regierung im Rundfunk gehalten hat. Die Rede strotzt geradezu von Verleumdungen und Beschimpfungen gegen Deutschland und seinen Führer, ebenso aber auch von einer geradezu widerwärtigen Heuchelei. Der Lord, der in der englischen Hochkirche als Bibelforscher und Sonntagsprediger eine Rolle spielt unb den Urtyp des Pharisäers der englischen Gesellschaft verkörpert, bringt es fertig, zu behaupten: „Niemals haben wir den Krieg gewollt!" Als wüßte nicht die ganze Welt, daß Halifax schon im Kabinett Chamberlain Außenminister war unb zusammen mit feinem bamaligen Regierungschef die Kriegserklärung an Deutschland unterzeichnet hat, nachdem England seit München diesen Krieg durch seine Einkreisungspolitik, durch die Verpflichtung zahlreicher Staaten im Wege von „Garantien" und Hilfsversprechen auf die Sache Englands verpflichtet und schließlich andere Völker in die vorderste Kampflinie geschickt hatte! Unb jetzt versichert Lorb Halifax im Wiberspruch zur geschichtlichen Wahrheit: „Wir haben niemals den Krieg gewollt, unb sicherlich wünscht auch feiner von uns, baß der Krieg länger als notwendig fortgesetzt werbe." Nicht länger als notwenbig? Aber doch eben so lange, bis sich bas Kapital der Kriegsinteressenten, das sie in ihre Rüstungsfabtiken gesteckt haben, mindestens verdoppelt hat! Darum wollen sie den Kampf fortsetzen, dessen Ende sie zugleich fürchten. Seit Jahrhunderten haben sie die West betrogen, in Indien, Irland und Südafrika, in der ganzen Welt die Völker versklavt und müssen nunmehr sehen, wie der Sieg einer ganz anderen .Auffassung näher rückt, der Auffassung nämlich, daß Völker unb Meere frei von englischen Ketten werden sollen unb die ungeheuerliche Anmaßung einer englischen Bevormundung alles dessen, was Gott erschaffen hat, aufhöre. Alle Barrieren politisch- militätischer Art gegen diese Befreiung zerbrachen, in ber Dschecho-Slowakei, in Polen, in Norwegen, Dänemark, Hollanb, Belgien, Frankreich. Die Völker haben ihre Haut für England zu Markte ge- Rom, 23. Juli. (Europapreß.) Die Beanttvor- ' tung ber Mahnung Adolf Hitlers durch Halifax be- ' urteilt die römische Presse als ausgesprochen negativ : unb jesuitisch. Der englische Außenminister, schreibt : „Popolo di Roma", habe die Vorschläge des Füh- : rers kritisiert, weil sie „keinen Frieden der Gerech- < tigfeit einleiten". Jene Macht, die immer Gewalt 1 und Ungerechtigkeit geübt habe, habe es gewagt, durch den Mund ihres Außenministers jene Formel । Mussolinis über das europäische Zusammenleben zu beflecken und zu fälschen, die vor allem durch Ver- , schulden Englands zur rechten Zeit unbeachtet ge= i lassen worben sei. Aber noch andere Scherzhaftigkeiten fänden sich in der Rede Halifax': das Bewußtsein, „alles zu wagen", die Anmaßung, „bie Pläne Hitlers über den Haufen zu werfen , „ber Kreuzzeug der Christenheit gegen die Achsenmächte" (zu dem die Juden aufrufen) und das Einwirken der „Sechsten Kolonne des Gebets". „Auf welchen Grad der Dummheit", ruft „Popolo bi Roma" aus, „ist bie Politik eines Imperiums herabgesunken!" Und bann, so fragt dieses Blatt weiter, ist denn Großbritannien noch ein demokratischer Staat? Die autoritative Art Churchills, der das englische Volk in einen Zerstörungskrieg hineinzwänge und somit ruhig über das Leben des Volkes entscheide, lasse ernsten Zweifel als gerechtfertigt erscheinen. Die Rede des britischen Außenministers bezeichnet „Messaggero" als die eines „zitternden Helden". „Blutspender" für England seien in Europa nicht mehr aufzutteiben. Deshalb habe Halifax „zu den Dominions" gesprochen. In Amerika, Afrika und Australien suche England neue Blutspender zu seiner eigenen Rettung. Halifax habe den Engländern das Gesetz des „Pflichtselbstmords" verkündet. Der „(Sortiere della Sera" schreibt, unter der Bedrohung durch bie große deutsche Offensive verlange der britische Außenminister einen Frieden, der mit dem wahren Frieden und der wahren Gerechtigkett nichts zu tun habe. Den britischen Frieden und die britische Gerechtigkeit habe bie seit mehr als zwei Jahrhunderten tyrannisierte und aus gebeutete Welt kennengelernt. Es sei klar, daß Furcht bie britischen Minister verblende. Weder ber von den Juden angeführte christliche Kreuzzeug noch die sechste Kolonne der Gebete der „Brandstifter" würden den Lauf der Geschichte aufhalfen und den Anbruch des Friedens ber Gerechtigkeit verhindern können. Einen Appell an den Fanatismus der Völker Englands und der Vereinigten Staaten nennt | Luftaufklärung über England vnd Schottland von Tankfallen und Unterständen, die Bekämpfung von Tanks und so weiter. Der Artikel schließt mit den Worten: „Deine Waffe mag eine Büchse mit Explosivstoff sein oder auch ein Gewehr, das nur auf 5 Yards trifft. Bewahre es, damit Du Gelegenheit hast, einen Deutschen zu töten. Wenn Du auch nur einen triffst, dann hast Du dazu beigetragen, Hitler zu schlagen»" Eine Zeichnung zeigt, wie Frauen und Greise auf einer Straße Flaschen zerschlagen, deren Scherben als Hindernis gegen Kraftradschützen dienen sollen. Diese traurigen Dokumente zeigen, wie weit die Goistesverwirung in England gediehen ist. Wir wiederholen demgegenüber noch einmal unsere Warnung unter Hinweis auf das Schicksal, das den polnischen Heckenschützen und Mordbanden picht erspart werden konnte. Zivilpersonen, die gegen einen Soldaten der deutschen Wehrmacht zur Waffe greifen, sind nichts anderes als gemeine M ö r - d e r. Das schlimmste Verbrechen aber begeht die britische Regierung, die diese offenen Vorbereitungen zur Bildung von Mordbanden auf jede Weise , fördert. Englands Rüstungsindustrie und militärische Stützpunkte. sitzungen zum Tauschobjekt oder Kampfgebiet der sich befehdenden Mächte in Europa würden. Sobald die Lage es gestattet, sollten jedoch die Besitzungen den Eigentümern zurückgegeben oder für selbständig erklärt werden, falls sie zur Selbstverwaltung imstande seien. Diese ganze Phraseologie erinnert uns allzu lebhaft an die Behandlung der deutschen Kolonien nach dem Weltkriege, als daß wir nicht merkten, wohin der Hase läuft. Auch das Mandatssystem, das die geraubten deutschen Kslonien unter die kollektive Schirmherrschaft der Genfer Liga stellte, Auf unserer Karte sind die wichtigsten Kohle- und Eisenvor- kommen des Jnselreiches (entsprechend den Erklärungen oben rechts) sowie die Kriegs Häfen verzeichnet. Ueberall, wo Kohle und Eisen gefördert werden, entwickelten sich bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts mächtige Industrien. Sie stellen heute die Kerne der Rüstungsindustrie dar, die also ziemlich gleichmäßig über die ganze Insel verteilt sind; keines der großen Industriezentren ist viel weiter als 100 Kilometer von der Küste entfernt. — Ein Vergleich mit den OKW. ° Berichten der letzten Woche beweist, daß nahezu alle kriegswichtigen Plätze bereits von unseren Bombern erfolgreich besucht wurden. (Zeichnung v. Heincke — Scherl-M.) plähe in Gegend Portsmouth und am B t i - stol - kaual wurden mit Bomben belegt. 3m Kanal und an der englischen Ostküste wurden drei Handelsschiffe durch Bombentreffer beschädigt. Feindliche Flugzeuge setzten auch in der Nacht zum 23.7. ihre Angriffe gegen nichtmilitärische Ziele in Nord- und Westdeutschland fort. Dabei sind in einem Dorf die Kirche und einige Häuser beschädigt worden. Ein feindliches Flugzeug wurde durch Flakartillerie abgeschossen, ein deutsches Flugzeug wird vermißt. Wie nachträglich bekannt wird, sind bei dem in der Nacht zum 21.7. staktgefundenen Angriff auf Wilhelmshaven zwei weitere feindliche Flugzeuge abgefchossen worden. Damit erhöht sich die Zahl der bei diesem Angriff durch Flakartillerie der Kriegsmarine abgeschossenen Flugzeuge auf sechs. weg um die Nordspitze Irlands erreicht werden. Diese einschneidenden Bestimmungen der britischen Admiralität sind eine unmittelbare Folge der g e - steigerten U - B o o t s b edrv h u ng und der Tatsache, daß Deutschland imBesitzederfran- zösischen Kanal- undAtlantikküste ist. Erst vor wenigen Tagen hatte der Erste Lord der Admiralität, Alexander, behauptet, daß der Besitz der ausgedehnten Küsten von Narvik bis zu den Pyrenäen für Deutschland ein Nachteil sei, da es nunmehr auf viele tausend Kilometer einer Jn- vasionsgefahr ausgesetzt sei. Diese unsachliche Bemerkung dürfte im englischen Publikum ebensowenig geglaubt worden sein wie bei den Fachleuten der Admiralität, die trotz der überheblichen Sprache ihres Ersten Lords die bisher meist benutzten Atlantikrouten der englischen Westhäfen sperren mußten. Berlin, 23. Juli. (DNB.) Vor kurzem mußte bereits einmal mit Nachdruck darauf hingerviesen werden, daß die gegenwärtigen, größtenteils kopflos betriebenen Vorbereitungen in England für den Krieg im eigenen Lande völkerrechtswidrig find, da sie darauf abzielen, die englische Zivilbevölkerung zum Heckenschützenkrieg zu erziehen. Die deutlichen Warnungen, die demgegenüber von deutscher Seite ausgesprochen wurden, will man offenbar in London unbeachtet lassen. Es liegen jetzt neue dokumentarische Beweise dafür vor, daß die Vorbereitung des englischen Volkes zur Bildung von bewaffneten Banden offensichtlich mit Wissen und Einverständnis der britischen Regierung durchgeführt wird. ^So sind, wie bereits gemeldet, in den Vereinigten Staaten Pressephotos eingetroffen, die die Ausbildung von Zivilisten im Gebrauch von Schußwaffen aller Art zeigen. Noch kennzeichnender ist der Artikel eines englischen Militärschriftftellers in der Bilderzeitschrift Picture Post, der die Ueberschrift trägt: „Bewaffnet die Bürger!". Der Artikel enthält Anweisungen über den Gebrauch von Waffen, das Ausheben von Schützengräben, den Bau Dann aber sprach er in der altbekannten Art von dunklen Kräften, die innerhalb Amerikas am Werke seien, um es ausländischen Zwecken gefügig zu machen. Dor dieser Kulisse einer erzeugten Angstpsychose entwickelte er danach ein Programm von Abwehrmaßnahmen auf wirtschaftlichem Gebiet, hinter dem sich höchst eindeutige Protektoratsbestrebungen der USA. über die südamerikanische Wirtschaft verbergen, und schnitt auch zum erstenmal offiziell die Frage einer „kollektiven Schirmherrschaft" über europäische Besitzungen in Amerika an, weil Amerika es nicht dulden könne, daß diese Be- Heckenschühen sind gemeine Mörder! Deutschland wiederholt seine Warnung. Der Wehrmachtsbericht vom Dienstag. Berlin, 23.Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Eines unserer kleinen U-Boote hat 1 80 00 B KI. feindlichen Handelsschiffsraumes aus stark gesicherten Geleitzügen herausge- chossen und versenkt. Die Luftwaffe klärte über England und Schottland auf und griff am 22.7. und in der Nacht zum 23. 7. mit Kampfverbänden Hafenanlagen, Flugplätze, Flak- und Scheinwerferstellungen des Feindes an. Besonders die Häfen P e m b r o k e mit einen Erdöllagern, Ehatham, Sheerneß, Edinburgh und Aberdeen sowie Flug- England muß wichtige Atlantikrouten sperren Eine Folge der gesteigerten !l-Bootstätigkeit. Berlin, 23.Juli. (DNB.) Die steigende Unter- eebootsgefahr hat die britische Admiralität veranlaßt, neue einschneidende Maßnahmen für die gesamte Schiffahrt nach der englischen Westküste zu treffen. Sie hat sich ge- Ben gesehen, die Eingänge zum St.-Georgs- und zum Bristol-Kanal zu sperren durch die Erklärung eines Warngebietes, das in 50 Seemeilen Breite von Cornwall bis zur Südküste Irlands verläuft. Alle Schiffe, die Häfen der englischen Westküste anlaufen wollen, müssen ihren Weg durch den Nordkanal und die zwischen England und Irland gelegene Irische See nehmen.. Damit ist die normale Handelsroute für die Schiffahrt nach Bristol, Cardiff, den übrigen Häfen von Südwales, sowie die Hauptroute nach Liperpool aufgegeben worden. Alle Häfen der englischen Westküste können nur noch auf dem erheblichen Umtragen und sind nachher von der englischen Selbstsucht verlassen worden. Sie sind Schlachtopfer auf den Altären des englisä)en Hochmuts gewesen und erkennen nun mit Entsetzen, Ab scheu und Beschämung, wie echt plutokratisch-jüdisch sich der Brite gebärdet. Kein Nicht-Brite glaubt heute noch den Phrasen, die Halifax mit der gleichen Stirn vorträgt, wie es die Ministerpräsidenten Asquith und Lloyd George während des Weltkrieges taten. Asquith hatte ge- , sagt, für die Freiheit der kleinen Nationen, nicht für sich selbst, kämpfe England, Lloyd George sprach . von der Befreiung aller Nationen und — war Mit- 1 Urheber der Versailler Schande, die Deutschland unter das Joch einer fremden Finanzdiktatur und ganz Europa in die politische und wirtschaftliche Abhängigkeit vom internationalen Leihkapital brachte. Halifax glaubt nun, mit den gleichen Mitteln operieren zu können, indem er emphatisch versichert, England kämpfe für die Freiheit aller. Nun, gleich darauf umreißt Halifax, was England unter Freiheit versteht: „Wir wünschen, unser eigenes Leben leben zu können, wie es uns beliebt." Wie lebt denn England? Eine kleine plutokratische Gaunerschicht unterwarf sich die Schätze der Erde und ihre Erzeuger, um allen Luxus und alle Vorteile genießen zu können, während die rechtlose Masse in furchtbarstem Elend dahinvegetierte. Es sind Parasiten, die der Freiheit und dem Selbstbestimmungsrecht der ganzen Welt Fesseln angelegt haben, und wir glauben, daß gerade die Vernichtung dieser schmarotzenden englischen Politik die Freiheit der Völker wesentlich fördern wird, so sehr auch Halifax von seinem beschränkten Standpunkt aus klagen muß, daß dies „düs Ende für viele unter uns bedeuten würde, vor allem für diejenigen Dinge, welche das Leben lebenswert machen". Wir begreifen durchaus, daß für die regierende Ausbeuterkaste Englands Hitlers Sieg das Ende aller Dinge bedeuten würde, die uns das Leben lebenswert machen". Diese Kaste kann sich kein Leben vorstellen, in dem nicht Hunderte von Millionen Angehörige fr ernt) er Völker ausschließlich für ein paar hundert englische Familien fronen. Als Besitzender die Habenichtse zu verachten, von deren Erwerb zu leben, das ist die unmoralische Gundlage, auf der die englische Plutokratenherrschaft errichtet werden konnte, und diese Gundlage wird ihnen jetzt fortgezogen. Daher der Aufruf der Pharisäer zum Gebet, daher die Oraanisierung des Heckenschützenkrieges, daher der Aufruf an „alle Städte, Dörfer und Siedlungen Großbritanniens, nicht nachzugeben". Daher schließlich auch die Behauptung des Lords, daß dieser Kampf dem „Antichrist" gelte, gegen den Halifax natürlich auch die Vereinigten Staaten wieder aufbieten möchte. Die führenden Plutokraten dies- und jenseits des Großen Teiches sind unter der Patronanz des Weltjudentums natürlich eins, niemand in Deutschland denkt daran, den Bürgern der USA. etwas anzutun, und der britische Propagandabotschafter Lord L o t h i a n in Washington mag vergeblich barmen, England sei die letzte Maginotlinie für die Amerikaner. Aber es ist immerhin eine der vielen Ungeheuerlichkeiten des Lord Halifax, daß er behauptet, die Nordamerikaner hätten sich ihr Haus nicht aufgebaut, um es „diesem Fanatiker", nämlich Adolf Hitler, auszuliefern. Die Yankees bauten ihr Haus im härtesten Kampf gegen die englische Plutokratie, die als einzige Macht in zwei blutigen Kriegen den Frecheitswillen der Nordamerikaner zu unterdrücken versuchte. Satz für Satz dieser gewissenlosen Rede des englischen Außenministers ist nach der typisch britischen Methode formuliert, dem Gegner alles das zu unterstellen, was Englartd an politischem Terror und an politischer Heuchelei als leitende Grundsätze seiner imperialistischen Bevormundung Europas ansieht. Halifax behauptet, die Rede des Führers habe „nicht ein Wort von Frieden enthalten, der auf Gerechtigkeit und auf dem Recht zur Selbstbestimmung basiere" — die englische Auffassung von Gerechtigkeit und Selbstbestimmung hat Europa ja zwanzig Jahre lang in den 440 Artikeln des Versailler Diktates zu erproben Gelegenheit gehabt. Halifax schwatzt von der Freiheit der Völker und lügt der Welt vor, das Europa, wie Deutschland es sich vorstelle, würde von ihrer Freiheit beraubten Völkern bewohnt sein. In der Tat unterscheidet sich das Europa, wie es Deutschland vorschlägt, von dem durch England terrorisierten und machtpolitisch aufgesplitterten Europa genau so, wie sich das Deutschland der vielen Dutzende von binnenländischen Zollgrenzen zur Zeit Friedrich Lists von dem heutigen Grobdeutschland unterscheidet. Das Europa der plutokratisch-englischen Hegemonie wird dem Europa der sozialen Gerechtigkeit Platz machen. Kein Wunder, daß Halifax auch Mussolini schmähte und den Italienern den Vorwurf der Feigheit machte, obgleich es das gleiche Italien war. vor'dem sich noch im Aethiopienkrieg die Engländer feige verkrochen. Lord Halifax und mit ihm seine Jehowa-Genossen mögen versichert sein: nicht die Deutschen haben „ihre Gewissen an Hitler übergeben und sind zu Maschinen geworden, die nur Befehle erfüllen, ohne zu erwägen, ob sie recht oder unrecht sind", sondern die Engländer haben ihre Seele dem Plutokratismus verschrieben, der verpestend auf alle Verhältnisse wirkt. Nein, der deutsche Wille, Hölle und Tod und Teufel zu trotzen, bat in männlicher Reife alle Vorfeldbefestigungen der britischen Plutokratie niedergerungen, er wird reinen Gewissens auch den Endkampf siegreich entscheiden. Lord Halifax aber, der im Namen der Churchill-Regierung jetzt den letzten Appell Adolf Hitlers ablehnte, wie er ihn schon am 3. September und am 8. Oktober 1939 abgelehnt hatte, wird sich noch sagen müssen, daß er sein Land und Volk ins Verderben gestürzt hat in maßloser Überheblichkeit und in völliger Gleichgültigkeit. Diese englische Regierung ist also belastet mit der ungeheuerlichsten Verantwortung, die jemals Kriegshetzer auf sich geladen haben. Nun sind die Würfel gefallen. Das deutsche Schwert hat jetzt allein das Wort. LIGA.-Wünsche in Havanna. „Kollektive Schirmherrschaft" über europäische Besitzungen in Amerika. Havanna, 23. Juli. (DNB.) Am Montag fand die erste formelle Sitzung der Havanna-Konferenz statt. Nachdem der kubanische Außenminister Campa als Stimme seines Herrn die Gefahren der fünften Kolonne ausgemalt und der Außenminister- Panamas, G a r a y , ihn dabei nach Kräften unterstützt hatte, wies der mexikanische Finanzminister Suarez darauf hin, daß ein interamerikanischer Plan nicht die Isolierung Amerikas bedeuten dürfe, da Amerika die Welt und die Welt Amerika brauche. Der USA.-Außenminister Hüll beteuerte, daß man frei vom Geiste der Feindschaft gegen irgend eine Nation sei und daß es nicht in der Absicht der USA. liege, natürlichen Handelsbeziehungen mit Europa irgendwelche Hindernisse sntgegenzustellen. ▲ ▲ EisuterzmiMM UtscHe ONDOl 'SlmMve* ' set > wulht" »RiSiet- Ufxt IRLAND dPtHrltXl o .... * o Bum« < A I KoMtwbeiktn [■vMclmgow fall in HQhp.ua Japan. Der Rücktritt der Regierung Yonai und die Neubildung des Kabinetts durch den Fürsten Konoy e ist von der Selbstauflösung der großen japanischen parlamentarischen Parteien, der Sai- y u k a i und der M i n s e i t o , begleitet. Japan will den Weg eines autoritär regierten Staates betreten. Es entsagt freiwillig dem Parlamentaris- mus, der in jo vielen Staaten der westlichen Welt chmählich Schiffbruch erlitten. Dabei'muß jedoch vermerkt werden, daß das Parlament in Japan nicht die Rolle wie in manchen Ländern der westlichen Demokratien gespielt hat, denn das Reich der aufgehenden Sonne ist immer unbekümmert um parlamentarische Zwischenspiele auf dem Wege vorwärts geschritten, den es Kodo, d. h. den kaiserlichen Weg, nennt. Der Ministerpräsident in Tokio ist nicht der Vertrauensmann dieser oder jener Partei und Mehrheit, er ist der Soldat des Tenno, des Kaisers, der allein ihn beauftragt und abberuft. Aber trotz aller Einschränkungen und Korrekturen begann der Parlamentarismus auch in Japan Verfallerscheinungen aufzuweisen. So erklärte Ministerpräsident H a y a s ch i vor der Auflösung der letzten Kammer, daß das Parlament anscheinend geglaubt habe, anstatt sich zur Mitarbeit mit der Regierung zu melden, ihr Programm sabotieren zu dürfen. Mit einem solchen Parlament sei es unmöglich, das Werk der Staatserneuerung durchzuführen. Es fei betrüblich, fuhr Hayafchi fort, daß die Parteien ihre Sonderintereffen in den Vordergrund stellten und Sklaven vorgefaßter Meinungen seien. Die Regierung aber sei entschlossen, ihren Willen, der der Wille der Nation sei, zur Entfaltung zu bringen, und das neue Parlament Habs sich diesem Willen zu fügen. Das Parlament wurde darauf durch ein kaiserliches Dekret aufgelöst. Die darauf folgenden Wahlen änderten jedoch nur wenig an der Zusammensetzung des Parlaments. Nach wie vor behielten die beiden großen Parteien der Saiyukai und Minfeito die absolute Mehrheit. Bemerkenswert war es vielleicht, daß die sozialdemokratischen Tschokai-Taishuto 17 Sitze eroberten. Das war ein Beweis dafür, daß marji*. stische Gedankengänge in gewisse Industriezentren Japans Eingang gefunden hatten, jedoch hat es die Regierung verstanden, diesen Zersetzungszellen jede Einflußnahme auf den Gang der. Politik zu nehmen. Meji-Restauration und Showa-Restauratiyn, das sind im Grunde die beiden Pole, zwischen denen sich jeder Wahlkampf in Japan ab spielte. Meji-Restauration bezeichnet jene Erneuerung des japanischen Staates im Jahre 1868, die nach dem Herrschaftsnamen der damaligen Kaiserlichen Aercr benannt wurde. Unter ihr wurde der westliche Halb-Konstitutionalismus in Japan eingeführt. Showa-Restauration bedeutet Ausschaltung der libe- ralistisch angehauchten, unjapanischen Periode. Der wurde nur erfunden, um die Tatsache der gewaltsamen Annexion dieser Gebiete durch England und Frankreich zu verdecken. Nun sind, nachdem die USA.-Diplomaten ihr Bestes getan haben, um die europäischen Völker in den Krieg zu Hetzen, die holländischen, belgischen und französischen Kolonien gerade gut genug, um dem angelsächsischen Imperialismus als willkommene Beute zu dienen. Doch begnügt sich Washington mit diesem Happen nicht. Indem Hüll das Schreckgespenst einer deutschen Gefahr vor die Augen der erstaunten Havanna-Delegierten zauberte, — pragische Beispiele hat man bereits anderswo erlebt. Hiergegen Abwehrmaßnahmen zu treffen, kann einem kein fremder Staat verargen" — suchte er sie scheinheilig zu dem Vorschlag zu bekehren, sich doch unter die politische und wirtschaftliche Protektion des starken, aber edlen und wohlwollenden Dollarika zu begeben. Das berühmte interamerikanische Wirtschaftskartell, von den Neuyorker Judenbanken finanziert, und zur restlosen Unterwerfung der ibero-amerikanischen Nationalwirtschaften ausersehen, soll die erste Station auf diesem Wege sein. Wir sind gespannt, was die Südamerikaner zu diesem famosen Plan sagen werden. England - „die Maginotlinie Amerikas". Stockholm, 23. Juli (Europapreß.) Abergläubische Engländer fühlen sich peinlich berührt von einer Rede, die der englische Botschafter in Washington, Lord L o t h i a n, an mehrere Millionen amerikanische Rundfunkhörer hielt. Um die Amerikaner für den Krieg zu begeistern und ihnen zu beweisen, daß England für Amerika kämpft, rief Lord Lothian aus: „Wir sind heute die Maginotlinie Amerikas. Wenn diese Linie nachgibt, gibt es keine Trennungslinie mehr zwischen Hitler und Amerika." In England erinnert man sich, daß die Maginotlinie in dem Augenblick zusammenbrach, in dem der deutsche Frontalangriff begann. Italienischer Wehrmachtsbericht Korn, 23. Juli. (DNB.) Der italienische Wehrmachtsbericht hat folgenden Wortlaut: 3n Nordafrika sind im Gebiet von warfa walruh und Sidi Barani wirkungsvolle Angriffe mittels Bomben und anderer Sprengkörper an der ägyptischen Grenze durchgefuhrt worden. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt. 3n Ostafrika hat unsere Luftwaffe erneut mit Erfolg wajir mit Bomben belegt. Der Feind hat wiederholt Diredaua bombardiert, ohne Schaden anzurichten. Lin Eingeborener wurde getötet. Die Zukunst Syriens. Rom, 23. Juli. (DNB.) Der Erste Sekretär der Politischen Abteilung im Ministerium für Italienisch- Afrika, Baione, schreibt in der „Azzione coloniale": Syrien fei von jeher ein Land für Eroberer gewesen. Es liege auf dem Wege für Orientvölker bei deren Drang zum Mittelmeer und für Mittel- meeroölker bei ihrem Expansionszuge nach Osten. Nach einer langen wechselvollen Geschichte von Eroberungen, wobei jedes erobernde Volk seine Spuren in Syrien und von dort im ganzen Orient hinterlassen habe, sei es zuletzt Frankreich gewesen, unter dessen Obhut und Einfluß Syrien gekommen sei. Französische Kultur und ein französisches politisches System im Verfall habe sich mit einem noch nicht voll entwickelten national- arabischen Gefühl in Syrien getroffen und statt einer neuen kulturellen Schöpfung größte Verwirrung angerichtet. x Es sei also historisch notwendig, daß die junge expansionskräftige Mittel- meermacht galten die Nachfolge Frankreichs in Syrien übernehme. Eine gesunde italienische Kultur und ein lebensfähiger arabischer Nationalismus könnten in ihrer Verschmelzung eine neue lateinisch- arabische Ostmittelmeerkultur schaffen. -3k". MM- - L. jedoch Bark* Fo&eni Volute aß die he er* marp« entreir «s die n jede i neh. rati-n, mschen spielte, ig der h dem i Aera - estliche ieführt. ir libe- e. Der , Wrs° r an der le unsere neut mH er Zeind Schaden lt. 1 die rfttn ?bei, >ai. «Pan Sbe. ariz. Delt edoch QPan west, ^eich Mert Wizr kni, sident oder t des t und Kor. n via* klarte ösuna Ni« >t mit tierei, s un* rchzu* :'N order* ungen ihren intfol* Habs lurbe bergläu* lhrt von Lashing- en ame« erikaner !eweisen, Lothian tlinie gibt es fyn nun sich, saimnen« begann, erilht e wehr- & SÄ’ ienE r Vittel' te -,S» j Syl'? n iftS x-S frei^L(, S r ge- durch i sind, getan Krieg franzö- angel» Beute diesem st einer «unten ie Bei- irgegen m kein mheilig iter die starken, zu be- nische uyorter Unter- irtschnf- diesem dameri- ien. Oer Glückwunsch des Reichsmarschalls u. st. Mi Balkan-Staatsmänner besuchen Deutschland. bindet." Anschließend besichtigte der Duce alle Einrichtungen des Flakzuges und schritt die Reihen der deutschen Besatzung wie auch der italienischen Artilleristen ab, die die Bedienung des Zuges übernehmen werden. Sodann beobachteten der Duce und seine Begleitung von einer Tribüne aus einige Ziel- und Schießübungen, in deren Verlauf schon bei der ersten Salve eine Zielscheibe wenige Meter über dem Meeresufer getroffen wurde. Bei weiteren Schießübungen, die mit Leuchtspurmunition durchgeführt wurden, zeigte sich die ungeheure Treffsicherheit der deutschen Flakgeschütze und ihre überraschende Reichweite. land kommen. * Der deutsche Gesandte in Belgrad hat sich im Auftragedes Reichsaußenministers von wbben- trop bei dem erkrankten jugoslawischen Außenminister Cincar*Markowitsch nach dessen Gesundheitszustand erkundigt und ihm freundliche Wünsche zur Genesung zum Ausdruck gebracht. Cincar-'Markowitsch bat den Gesandten, seinen Dank für die Aufmerksamkeit dem Reichsaußenmimster zu übermitteln. _ Rom, L~. k,—- x------ - . , . , Agenzia Stefani meldet, am Montag einen Eisen Reichsmarschall Göring beglückwünscht in Karinhall den Generalobersten Ud et zu seiner soeben vom Führer ausgesprochenen Beförderung. — (Kropp-Scherl-Bilderdienst-M.) Kaiser soll danach von allen parlamentarischen und mammonistischen Einflüssen befreit fein, man will wieder an den halblegendären Ripponismus anknüpfen. Neben dem Parlament zählt man in Japan etwa 250 patriotische Verbände, deren Einfluß und Macht nicht unterschätzt werden darf. Mit ihnen sympathisieren die Reservisten und Jungmännerverbände, und teilweise auch aktive Einheiten des Heeres. Dieser Ripponismus ist im Grunde eine politische Religion. Die ihr zugehörige Tenriko- Sekte, die über acht Millionen Anhänger zählt, enchält Sprüche und Psalmen, die von einem fanatischen Glauben an die Zukunst Japans beseelt find. Es mag noch bemerkt werden, daß bei den Wahlen zum letzten Parlament eine erstaunlich große Wahlenthaltung festgestellt wurde, die in manchen Großstädten, wie z. B. in Osaka und Kioto, zwischen 40 und 50 v. H. der Wählerschaft schwankte. Diese Tatsache kann dahin ausgelegt werden, daß der Parlamentarismus in Japan keine tiefen Wurzeln geschlagen hat. Die Auflösung der Parteien wird demnach keine merkliche politische Ein deutscher Eisenbahn-Nakzug für den Duce 6in Geschenk des Führers. - Besichtigung durch den Duce. die Blaurake kann ich noch einordnen in diese Poleufahrt; dagegen überwältigt mich mit jedem Tag von neuem die Freude am Pirol. Es müssen viele Tausende von ihnen hier die Sommerzeit verbringen; ich sah die strahlend gelben Vogel im Bruch, im hohen Eichenwald, über dem Heidefeld der buschigen Wacholder, in einem Schloßpark des Industriegebietes und vorgestern sogar über den Steinhäusern einer großen Stadt. Schön ist der Anblick dieses schnellen, rauschenden Fliegers der wie ein Goldpfeil durch den Himmel schwirrt;' doch hundertfältig schöner dünkt mich sein Gesang, der volltönende Ruf der Liebe em Glockenläuten, dunkel und sanft bei aller Stärke, das wahrend dieser Wochen von früh bis spät m meinen Ohren klang. Es kann sein, daß gar nicht so viele Pirole hier beheimatet sind; am Ende belebt ein Paar allein den ganzen Umkreis eines. Walder, denn unermüdlich lockt das Weibchen den goldenen Hahn im Zickzack hinter sich her von Baum. zu Baum. Und immerzu erklingt der Liebeslaut: Pirol. Ja, der Name ist gut gewählt als Klangbild dieser Stimme; noch schöner und singender finde ich die lateinische Bezeichnung Ono us galbula Daß man den , Vogel Bülow" auch „Bieresel" nennt habe ich lange nicht begriffen es ist jedoch ebenMs eine Umschreibung seines Lockrufes: „Pirol — Bulow Bier hol'n! Alfred Brehm hat als Knabe ,^iri- piriol" gesagt, und daß ist als Deutung besonders viele Namen hat der beliebte Vogel mit den langen, spitzen Flügelschwingen: Pirreule, Goldamsel, Regenkatze, Pfingstvogel. Er kommt erst spat Erinnerung ♦.. Don Geno Ohlischlaeger. Zwei Dinge wünscht sich das Menschenherz: vergessen zu können und sich erinnern- zu können. Vergessen möchte man das Trübe, das Schwere, das Bittere vergangener Erlebnisse; immer im Gedächtnis behalten möchte man die Erinnerung an frohe, erhebende, schöne Ereignisse, die hinter einem liegen. Leider ist es nicht so eingerichtet, daß man das Unangenehme leichter vergißt als das Angenehme, und es ist auch nicht so einfach, sich an die Weisung zu halten: „Glücklich ist, wer vergißt, was nicht mehr zu ändern ist!" Die alten Griechen hatten in ihrer Phantasie den Fluß Lethe erfunden, den Strom der Vergessenheit in der Unterwelt, aus dem die Seelen der Verstorbenen tranken, um jede Erinnerung an die Mühsale des Erdenlebens aus ihrem Herzen zu tilgen. Ich bin nicht traurig daß dieser Lethestrom nur eine Schöpfung der Mythologie ist; denn einmal half er nur den Toten, und dann löschte er ihnen ja notwendigerweise mit den bösen auch die schönen Erinnerungen aus! , Ueberhaupt möchte ich das Erinnern-Können nicht missen, wenn man damit auch das Nichtvergessen- Können in Kauf nehmen muß. Freuen wir uns, daß unser Gehirn die wunderbare Fähigkeit hat, den Ablauf unseres Lebens wie ein großes Tage- Blaurake und Pirol. von Paul Kipper. Nun fahre ich schon in der siebenten Woche kreuz und quer durchs Generalgouvernement zwischen Weichsel, Bug, Tanef und San. Jeden Abend wird meine Leinwand in einer anderen Ortschaft aufgebaut; der Dorführapparat schnurrt, und wahrend die Elche, Hasen, Steinböcke, die Bären und die Murmeltiere im Film vorüberziehen, erzähle ich den deutschen Soldaten von der „Wildtierwelt unserer im Jahr aus den afrikanischen Winterquartieren zu uns, wenn das Maiengrün die Pfingsten schmückt, und reist schon im August wieder davon. Die Laubwälder der Ebene liebt er besonders; so scheu er vor den Menschen ist, so mutig verteidigt er seine Brut. Das Nest habe ich noch nickt gesehen; es soll besonders kunstvoll gestochten fein, als napf- förmiger Beutel angeklebt an einen Ast, innen weich ausgepolstert mit Federn und feinstem Gras. Heute war den ganzen Tag Gewitterschwüle in der Luft; der Vogelsang fehlte diesmal meiner Rast; nur die Mücken schwirrten als unerfteulicher Ersatz. Doch jetzt, da ich mich anschicke, ins Soldatenheim zu gehen und vor den Kameraden zu sprechen, fliegt im großen flachen Bogen ein Pirolweibchen mit grauen Flügeldecken über den Kasernenhof, und aus der Eiche tönt es voll in schmelzenden Kaskaden: Pirol, piripiriol, schöner goldener Pirol! Lücke entstehen lassen. Das Programm der neuen Einheitspartei läßt sich in sieben Punkten zusammenfassen: 1. eine nationale Politik; 2. Rüstung; 3. Beitrag Japans zu einer neuen Weltordnung; 4. Schaffung einer neuen nationalen Wirtschaft; 5. nationale Erziehung; 6. Anpassung der östlichen und der westlichen Kultur; 7. Erhaltung der japanischen Rasse. Dieses Programm ist auch vom Fürsten Konoye während der ganzen stürmischen Periode des China- konfliktes betont worden. Er hat aber mit der radikalen Durchführung gezögert, weil es bisher unmöglich erschien, die traditionellen, sich gegenseitig bekämpfenden großen Parteien, die Minseito und Saiyukai, auf denselben Nenner zu bringen. Er hat sich, seit er 1939 vom Posten eines Präsidenten des Staatsrates zurücktrat, der Bildung der Einheitspartei gewidmet. Er hat mit dem Siege seines Gedankens eine neue Periode in der Geschichte seines Landes eingeleitet. Fürst Konoye ist ein für die japanische Politik noch verhältnismäßig junger Mann, er ist 1891 geboren, er nahm am Beginn seiner politischen Karriere an der Versailler Friedenskonferenz teil und wurde 1933 Präsident des japanischen Herrenhauses. Er hat an allen großen Entscheidungen der japanischen Politik der letzten Jahre maßgebend teilgenommen und ist entschlossen, sein Land auch weiter auf dem Wege zu führen, der Japan einen Platz an der Sonne sichert und es dazu befähigt, die großen Aufgaben im ost- asiatischen Raum zu erfüllen. U. St. 23.Juli. (DRV.) Der Duce hat, wie die lichkeit stellt sie eine außerordentlich wirk- oieiuru mciuei, um ivium.«« vmv.» v.|v.i» fanie n g r i f f 5 3 u n d D ert e i di g ungz* Flakzug besichtigt, der ihm vom Fuh- waffe dar, Von tapferen itattemschen Soldaten be° ü ~ ' - - ------X1---if* rc* dient fhöge sie, wenn notig, tm Dienste des Duce 'glänzende Erfolge bei allen ihr gestellten Aufgaben erfüllen. Mit diesem herzlichen Wunsche übergebe ich im Namen des Führers und im Auftrage von Reichsmarschall Göring diese Waffe Euer Exzeb lenz." Hierauf antwortete der Duce: „Ich habe bereits dem Führer gedankt und danke nunmehr Ihnen, Herr General, für dieses Geschenk, das ein neues Zeichen der unverbrüchlichen Waffenbrüderschaft ist, die Groß-Deutschland und Italien im Frieden wie im Kriege ver- Dec Mer bei seinen Soldaten und Arbeitern in Vayreuth. Wagners „Götterdämmerung" im Rahmen der Kriegsfestspiele. fenden aus den verschiedenem Rüstungswerken statte* ten aus überglücklichem Herzen ihrem Führer durch Kundgebungen bei seiner Anfahrt und während dec Pause den Dank der fast 20 000 Volksgenossen ab, denen durch den Willen und das Geschenk des Führers in diesem Kriegsjahr der Besuch der Festspiele im traditionsgeiyeihten Theater Richard Wagners ermöglicht worden ist. Die Kunde von der Teilnahme des Führers an der Vorstellung der „Götterdämmerung" hatte in wenigen Stunden ganz Bayreuth in eine gehobene Stimmung versetzt. Die einheimische Bevölkerung und Tausende aus der Umgebung bereiteten dem Führer bei seiner Fahrt vom Haus Wanfried zum Festspielhügel begeisterte Kundgebungen der Freude und der Dankbarkeit. Am Portal des Festspielhauses empfingen die Hüterin des Wag- nerschen Vermächtnisses, Frau Winnifred Wagner, Reichsleiter Dr. Ley, der im Auftrage des Führers die Kriegsfestspiele durchführt, und Frau Ley den Führer. Als er in der Mittelloge Platz nahm, begrüßte ihn die innerlich bewegte Kunst- aemeinde getreu den Ueberlieferungen des Festspielhauses schweigend mit erhobener Rechten. Deutschlands würdigste Sängerdarsteller Wagner- scher Heldengestalten, seit Jahren im verpflichtenden Dienst am Jdealkunsttverk von Bayreuth geschult, schufen sodann vor den gebannt lauschenden Zuhörern eine Darbietung des letzten Werkes im Nibelungenring, die die weltberühmte Leistungshöhe 1 der Bayreuther Aufführungen den zum erstenmal an ihnen teilnehmenden Volksgenossen zu einem unvergeßlichen Erlebnis werden ließ. In der Inszenierung des bedeutendsten Wagner-Regisseurs und künstlerischen Oberleiters der Bayreucher Fest* spiele, Staatsrat Heinz Tietjen, von der die monumentalen und stimmungsvollen Bühnenbilder . von Emil Preetorius und chr technischer Einsatz durch Paul Eberhardt nicht zu trennen sind, sangen unter Franz von Hoeßlins musi* kalischer Leitung Max Lorenz den Siegfried, = Märta Fuchs die Brünhilde, Ludwig Hofmann : den Hagen, Hans Reinmar den Gunter, Margarete Klose die Waltraute und Käte H e i d e r s - - bad) die Gudrune. Die Ergriffenheit der Zuschauer von dieser im > Spiel und Gesang bis in die kleinste Rolle vorbild- > lichen Aufführung kam in bewegten Dankesbe- ) zeugungen nach jedem Akt zum Ausdruck. Die Fest- - spielbefucher und die Bevölkerung von Bayreuth r bereiteten dem Führer, als er nach Schluß der Vor- : stellung die Stadt wieder verließ, nochmals heget» i fterte und überwältigende Kundgebungen. Oie Aaland-Inseln. Helsinki, 23. Juli. (DNB.) lieber die Auslegung der Bestimmungen über die Aaland-Jnseln als neutrale und unbefestigte Zone unter den jetzigen Verhältnissen wird vonzu ständiger finnischer Stelle folgendes erklärt: Nach der Beendigung der den Ostseeraum umfassenden Kriege und der Stabilisierung der unruhigen . Lage sowie der damit verbundenen Beseitigung der Ursachen, die Finnland dazu veranlaßten, der Aalands-Konvention entsprechend Bereitschasts- nahmen auf Aaland zu treffen, ist nun mehr mit der Zurückziehung von Truppen und Material aus der neutralen Aalands- Z o n e begonnen worden. Heimat". Diele Stunden täglich kämpfe ich mit dem Staub und den Schlaglöchern der polnischen Landstraßen; doch jeder Tag bringt mir auch eine ungetrübte Freude: die Rast im Walde. Es gibt zahlreiche Wälder in diesem Ostgebiet; sie sind meist nicht sehr groß, aber schön, üppig und von ursprünglicher Vielfalt. Ich sah die Frühlingsblumen alle kommen, die Haselnuß grün werden und die Linde; nun sind auch die Eichen schon längst belaubt, und das Unterholz ist ganz dicht zusammengewachsen. Ich oente »urück: Wildrosen blühten hier und dort; die machtvollen polnischen Kiefern hatten lichte Kerzen triebe aufqesteckt. Nun ist der Liebeschor der Frosche schon wieder verstummt, und ich kann die ersten Walderdbeeren pflücken. Noch nie erlebte ich eine so mannigfaltig abwechslungsreiche Vogelwelt; tausendstimmig war die Luft erfüllt von Zwitschern und jubilieren. Kaum daß mein Auto abgebremst war, wir zwei Menschen langgestreckt am Waldbädern lagen, tönte rings um uns die Sinfonie des Vogelfrühlings. Einmal stund nachmittags um 3 Uhr eine Nachtigall E Meter entfernt von mir frei auf einem und ver- schwendete ohne Unterlaß den süßen Wohlklang ihrer Kantilenen, bis nach einer Dierttlstunde der Neuntöter sie verjagte. Ich sah den Wiedehopf über den Jungfichten hin und her streichen sah> em« Dohle bei der Nestarbeit an einer Silberpappel, doch das schönste für mein Auge sind die Begegnungen mit der Blaurake, dem großen, schimmern- den Edelstein dieser Wälder. Ich gestehe, daß ich beim erstenmal völlig v^- dutzt mar. Da hing am Stamm einer alten Eiche angeklammert ein krähengroßer Vogel, und weil rer zum Geschenk gemacht worden ist. Er wohnte anschließend einigen Hebungen bei, die die außerordentliche Feuerkraft des Zuges zeigte. Die Besichtigung fand an der tyrrhenischen Küste unweit Roms statt. Der Duce, der die Uniform des ersten Marschalls des Imperiums trug, befand sich in Begleitung des Staatssekretärs im Shriegsminifterium, General Soddu. Er wurde bei feiner Ankunft vom deutschen Botschafter von Mackensen begrüßt. Nachdem er die Front der Ehrenkompanie abgeschritten hatte, erfolgte im Namen des Führers die lieber» gäbe des Zuges durch General Ritter vonPohl mit folgender Ansprache: „Exzellenz! Ich habe die hohe Ehre, Ihnen zwei Spezial - Eisenbahn - Flakwagen mit ihrer deutschen Besatzung vorzufuhren. Der Führer hat Euer Exzellenz diese Flakbatterie zum Geschenk machen wollen, die Sie in Zukunft auf Ihren Reisen begleiten soll, um Ihr Leben, das für das italienische Volk und die deutsche Natton so wertvoll ist, zu schützen. Die deutsche Luftwaffe mit dem Reichsmarschall an der Spitze ist stolz, Euer Ex - zeUenz eine solche Eisenbahn-Flakbatterie zu übergeben. Mit ihren 16 modernsten Geschützen, mit ihrer mächtigen Feuerkraft und dank ihrer Bewegbuch aufzuzeichnen und in seinen Kammern zu bewahren. Da braucht man nur die Augen zu schließen und Band für Band aufzublättern, dann erschließt sich einem die Vergangenheit, und die Erlebnisse erstehen lebendig wieder vor unseren Augen. Es ist allerdings seltsam, daß man gewisse Ereig» nisse, Lebensabschnitte, ja selbst Menschen, die man gut gekannt hat, völlig vergessen kann, und noch wunderbarer ist, daß das »Vergessene durch bestimmte Anlässe manchmal wieder an die Oberfläche unseres Bewußtseins kommen kann. Ein Brief, den wir unerwartet finden, kann uns an Dinge erinnern, die völlig vergessen in der Tiefe unserer Seele schlummerten. Insofern hat auch jener unbekannte Werbekünstler recht, der den Satz erfand: „Wer photographiert, hat mehr vom Leben!" Bilder halten in der Tat die Erinnerungen fest, so daß sie Jahrzehnte überdauern, denen sie sonst zum Opfer gefallen wären. Wenn man eine schöne Zeit erlebt hat, so ist es etwas Wunderbares, sich ihrer hinterher in stillen Stunden erinnern zu können. Es gibt 'Menschen, die leben überhaupt nur von und in Erinnerungen. Doch auch wer es'nicht nur mit der Vergangenheit hält, beschwört sie gern von Zeit zu Zeit heraus. Man träumt sich in die Stimmung und Gedanken von damals hinein, man genießt die schönen Stunden im Geist noch einmal. Und diese Versunkenheit hat nur einen Fehler: man empfindet , es, wenn man aus ihr erwacht, wehmütig, daß es keine Möglichkeit gibt, jene versunkene Welt wieder auferstehen zu lassen. Ja, mag der Technik jeder früher für unmöglich gehaltene Fortschritt gelingen — das Maschinengetriebe des Chronos, des Zeit- gottes, vermag keine noch so geniale Erfindung auch nur um einen einzigen Zahnradgrat zurückzudrehen. Weil alles im Leben fließt, ist es gut, daß man sich angenehmer Erlebnisse später in der Erinnerung freuen kann. Jener faustische Wunsch, zum Augenblick sagen zu können: „Verweile doch, du bist so schön!" Ist ja leider unerfüllbar! Welches Glück also ist die Gabe der Erinnerung, die uns solche köstlichen Augenblicke wieder erleben läßt, und man versteht die Weisheit des alten arabischen Sprichwortes, das von der Erinnerung sagt, sie sei „das einzige Paradies, aus dem wir nicht ver* ; trieben werden können". Geburtstag des Gauleiters. Grutz und Glückwunsch seines Gaues. NSG. Gauleiter und Reichsstatchalter Sprenger beging am 23. Juli seinen 56. Geburtstag. In einer Zeit, die in ihrer Gröhe und schick- salhaften Entscheidung für unser Volk den Blick auf das Einzelleben im allgemeinen nicht zuläßt, ist es dennoch nicht verwehrt, der persönlichen Festtage jener Männer zu gedenken, deren Leben, Kamps unb Arbeit mit dem sieghaften Ausbau des Reiches unmittelbar verbunden ist. Als diesen Gefolgsmann des Führers grüßen Männer und Frauen und die Jugend des Gaues Hessen-Nassau heute mit ganz besonderer Herzlichkeit ihren Gauleiter. Sie wissen, daß seine schönste Festfreude das Erlebnis der Tatsache ist, mit dem politischen Einsatz seines Gaues einen wertvollen Beitrag am Aufstieg Großdeutschlands geleistet zu haben. Dazu bedurfte es feines unermüdlichen, zähen, kämpferischen, vorbildlichen Einsatzes, mir kennen ihn, und dazu bedurfte es der treuen Gefolgschaft der alten Kämpfer der Bewegung, der Parteigenoffen und schließlich der gesamten Bevölkerung, er hat sie erfahren dürfen und in unzähligen Kundgebungen und Versammlungen dafür Dank zu sagen gewußt. Der Gau Hessen-Nassau wünscht am heutigen Tage seinem Gauleittzr für dieses Werk der nationalsozialistischen Volksführung weiterhinGlück und Gesundheit. In Erinnerung der in der Vergangenheit mit ihm gemeinsam gebrachten Opfer und der mit ihm erlebten Kampfkameradschaft und angesichts der auf dieser Grundlage sichtbar errungenen Erfolge geloben die Nationalsozialisten feines Gaues, weiterhin in Treue zu feinen Befehlen zu stehen, um mit ihrer Befolgung dem Führer — dem jedes Handeln und jede Tat unseres Gauleiters gilt — stets nahe zu sein. betrieben, um gemeinsam mit ihnen den künstlerischen Genius Richard Wagners in einem feiner unsterblichen Werke zu erleben. Wie die Bayreuther Festspiele dieses Kriegsjahres eine in der Welt einzig dastehende Kulturtat bedeuten, so wirkte dieser einmalige Besuch Adolf Hitlers bei feinen Gästen wie ein Sinnbild für die unlösliche Gemeinschaft zwischen Führer und Volk in Kamps, Arbeit und Freude. Die Verwundeten und Urlauber der Front, die Soldaten aller Wehrmachtsteile und der Waffen---, die Arbeiter der Organisation Todt, die Männer und Maiden des Arbeitsdienstes und die vielen namenlos Schas- Bayreuth, 23.Juli. (DNB.) Die Bayreuther Bühnenfestspiele, die im Kriegsjahr 1940 von der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude für <5ob baten und Arbeiter als Gäste des Führers durch- aeführt werden, erreichten am Dienstag ihren Höhepunkt mit dem Besuch Adolf Hitlers im Festspiel. Inmitten der Repräsentanten des kämpfenden und schaffenden Volkes wohnte der Führer einer überwältigenden Aufführung der Gotter- dämmerung" bei. Der erste Soldat und Feldherr des Reiches weilte unter feinen bewahrten Kämpfern, der erste Arbeiter des Volkes unter den opferbereit schaffenden Arbeitern aus Rustungs- die Sonne ihn beschien, : flimmerte por meinen Augen ein Feuerwerk von Himmelsbläue, Ultramarin und samtig sattem Dunkelblau, irisierte plötzlich nach Grün, zeichnete braune Zimmettone, wurde wieder himmelblau und licht mit schwarzen Säumen. Später beobachtete ich manche Blaurake mit Bewußtsein und Genauigkeit, sah die prangende Herrlichkeit ihres Gefieders, wenn sie reglos aufge- baumt war, wenn sie herabstieh aus dem hohen Aether oder im Gaukelflug über dem Waldsee sich vergnügte; ich hörte ihre unschöne Stimme, das Rätschen sowohl als das namengebende, hoch schnarrende Rak-Rak. Der blaue „Galgenvogel' lärmt sehr viel und schwatzt und schreit im menschenleeren Berlin, 23.Juli. (DNB.) Der bulgansche nrfterpräfibent Filoff und der bulgamsche Außenminister P o p o f f treffen Ende der Woche auf Einladung der Reichsregierung zu einem kurzen Besuch in Deutschland ein. Ebenso werden der rumänische Mnisterpräsident G i g u r t u und der rumänische Außenminister Manoilescuim Lause der Woche zu einem kurzen Aufenthalt nach Deutjch- Wie die Mginot-Linie durchbrochen wurde. Zwischen Saaralben und St.-Avold. — Auf den Spuren deutscher Siege. Von unserem K. B.-Sonderberichterfkatter. Holoingen, Juli 1940. Die Schlacht ist vorübergebraust. Sonnentage wechselten schon mit Regennächten. Ungeheures geschah in dieser Zeit und das französische Volk, das die Waffen gegen das deutsche Volk erhoben hatte, wurde vernichtend geschlagen. Hier auf der Straße von Saaralben nach St. Avolü sieht alles so aus, als ob es gestern gewesen wäre, nur daß die Toten dieses Kampfes unter dem grünen Rasen ruhen. Auf ihren Soldatengräbern liegt der Stahlhelm und die Inschrift kündet schlicht, daß alle, die hier unten liegen, für Groß-Deutschland starben. Sonst aber sicht es so aus, als ob der Durchbruch durch die Maginot-Linie gestern erfolgt wäre. Da liegen die Ausrüstungsstücke französischer Soldaten, Seitengewehre, Gurte, Patronentaschen, Marschstiefel, Gummischuhe, zerrissene Wäschefetzen, angefangene und nicht vollendete Briese, Maupassants Novellen in billiger Ausgabe und dazu Munition in rauhen Mengen. Die Aufräumungsarbeiten in diesem Gebiet werden noch wochenlang dauern. Als wir auf der beherrschenden Höhe von Holvin- gen stehen, sind wir im Mittelpunkt der Kämpfe. Weithin geht derBlick über das sommerliche Land und man muß schon zugeben, daß die Befestigungsanlagen der Franzosen ausgezeichnet und mit großem Geschick gewählt worden sind. Sowohl von dieser Höhe aus als auch von Cappel und Marienthal konnte der Gegner seine Feuergarben weit über das Land schicken und nach menschlichem Ermessen hätte jeder Angriff schon im Keim erstickt werden müssen. Um so größer ist das Erstaunen, daß hier am 14. und 15.Juni der Durchbruch durch die Maginot-Linie erzwungen wurde. In der sommerlichen Luft fingt die Lerche ihr Lied. An jenen beiden Kampftagen in der Juni- mitte war freilich nicht viel von Lerchenliedern zu hören. Da tackten die Garben der leichten und schweren Maschinengewehre. Da zerschlugen Flakgeschütze und Artillerie oft in direktem Schuß auch die stärksten Befestigungswerke der Gegner und der Donner starker Gewitter wurde nichtig im Vergleich mit dem Zerkrachen der Bomben schwersten Kalibers, die Sturzkampfflieger auf die großen Werke warfen. Diese Wirkung unserer Stukamänner sehen wir immer wieder und erstaunen jedesmal aufs neue. Wse müssen jene Männer erschüttert worden sein, vor deren Augen häusertiefe Löcher aus krachendem Feuer entstanden. Die französischen Soldaten, die oft im Kampf Mann gegen Mann ihre Tapferkeit bewiesen haben, wurden moralisch wehrlos gemacht durch diese Wirkung, auch wenn sie ihr Maschinengewehr noch in der Hand hielten und wie durch ein Wunder der Vernichtung entrannen. Ganze Häuser sind wie weggeblasen. Man sieht nicht mehr wo sie geblieben sind und wo sie gestanden haben. Warum erfolgte der Durchbruch gerade zwischen St. Avold und Saaralben? Um eine Begründung dafür zu geben, muß man auf die Kämpfe der vergangenen Monate eingehen, die sich im Warndt, in dem Raum um Ford ach und bei Saarbrücken abgespielt haben. Die Stadt Saarbrücken wurde von den deutschen Bewohnern geräumt, weil sie im Feuerbereich der französischen Geschütze lag. Dieses Feuer hätten auch die Befestigungswerke des Westwalls nicht verhindern können und deshalb erschien eine Räumung zweckmäßig und notwendig. Es folgte dann der französische Vorstoß in das Warndt-Gebiet, der als riesiger Sseg in die Welt hinaus- pofaunt wurde. Der Jubel aber hielt nicht lange an, denn im Gegenstoß wurde der Gegner bald wieder herausgeworfen und deutsche Regimenter besetzten nunmehr stürmend die Spicherer Höhen, die bisher in französischer Hand waren. Das alte blutgetränkte Schlachtfeld von 1870 wurde nun ein Feld der Auseinandersetzung zwischen Deutschen und Franzosen. Die Kämpfe im Raum um For° bad) hielten seitdem an, und zwar wurde hier auch schon vor Beginn der großen deutschen Offensive um jedes Dorf, um jedes Haus gekämpft. Es trat aber niemals eine Erstarrung ein und deshalb erschien gerade hier der Uebergang zum Bewegungskrieg als erfolgversprechend. Hier war noch nicht jenes festgefügte Grabensystem entstanden, wie wir es im Weltkrieg kennengelernt haben. Hier war ein Hin und Her, aus dem dann ein Vorwärtsstürmen der deutschen Truppen werden sollte. Das Gebiet zwischen St. Avold und Saaralben ist von Natur aus so geschaffen, daß es für die Franzosen ein natürliches Hindernis bilden konnte. Deshalb glaubte man auch, auf die Befestigungsanlagen größten Ausmaßes verzichten zu können. Nördlich und südlich dieses Gebietes sind diese allerdings wieder anzutreffen. Hier aber hatte man eine Saartalsperre, eine Seen-Enge, die nach der Meinung der Franzosen nicht zu durchstoßen war. Dazu war man im Begriff, ganze Wälder umzuschlagen, um besseres Schußfeld zu.ethal- ten. In diesem Vernichtungswerk, das die Franzosen verübten, sind sie allerdings durch den deutschen Angriff gestört worden. Es gelang ihnen auch nicht mehr, die Bunker, Artillerie- und Maschinengewehrstellungen bis zum letzten auszubauen, und das kann als ein Zeichen dafür genommen werden, wie planlos und unsystematisch sie überhaupt gebaut haben. Die Maginot-Linie ist zweifellos ein ganz großartiges Werk französischer Festungsbaukunst gewesen, aber sie wurde entwertet nicht nur durch die Tatsache, daß die Franzosen schließlich mit verkehrter Front kämpfen mußten, sondern dadurch, daß letzte und entscheidende Dinge einfach nicht getan wurden. Wir haben an. vielen Stellen Feldbahnen und Baugerät in großen Mengen her- umliegen sehen und Stellungen, die kurz vor der Vollendung standen, die aber bei dem deutschen Durchbruch noch nicht benutzt werden konnten. Ungeheure Mengen von Stacheldraht sind durch die Felder gezogen. Diese Stacheldrahtzäune stehen heute noch so, wie sie angelegt wurden. Wenn die Franzosen geglaubt haben, daß das für deutsche Soldaten ein Hindernis gewesen wäre, so haben sie sich sehr geirrt. Wenige Tage vor der Junimitte sind die deutschen Angriffstruppen in die Wälder südlich von Saarbrücken in Bereitstellung gegangen. Das Wetter war damals keineswegs erfreulich. Es regnete was vom Himmel herunter wollte, aber die Führung der Kampftruppen wußte, um was es ging. Nach der Schlacht in Flandern und nach der Schlacht in Frankreich mußte auch in diesem Gebiet der Angriff vorgetragen werden, um die Vernichtung zu vollenden. Die Aufgabe der Angreifer war alles andere als leicht. Eine 8V2 Kilometer tief gestaffelte Feldbefestigung mußte genommen werden und wenn das gelungen war, kam es darauf an, den Durchbruchserfolg zu erweitern und zu vertiefen. So standen die Truppen am Morgen des Angriffstages bereit Das Wetter war diesig, aber trocken. Auf einen kurzen aber äußerst heftigen Feuerstoß der deutschen Artillerie kam der Befehl zum Sturm, und nun zeigte sich, von welchem Geist der deutsche Soldat beseelt war und was er gelernt hatte. Die Stukas warteten über Saarbrücken. Aber sie konnten angesichts der Wetterlage vorerst noch nicht eingreifen und erst, als es sich im weiteren Verlauf des Tages klärte, konnten sie ihre Bomben auf die Bunker loslassen. Als dann auch die deutschen Geschütze ihre Treffer auf die Schießscharten setzten, war es an zahlreichen Stellen schon mit der französischen Kampfkraft zu Ende. An anderen Orten freilich, so z. B. auf der Straße zwischen Cappel und Marienthal wurde heftigster Widerstand geleistet und der Befehl, der von einem Frontalangriff sprach, mußte insofern geändert werden, als die vorgehenden Truppen flankierend die französische Stellung in Besitz nahmen. Was in diesem Raum zwischen St. Avold uni) Saaralben geleistet wurde, wird für immer zu den Großtaten deutscher Soldaten gehören. Im Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht ist ja jene Werksgruppe von .Sa ar alb en besonders genannt worden, die in deutschen Besitz kam. Jeder, der an diesem Durchbruch durch die Maginot-Linie teilgenommen hat, berichtet, daß das keineswegs ein Spaziergang gewesen ist, sondern daß der letzte Einsatz notwendig wurde, um das gestellte Ziel zu erreichen. Man hat gerade in jenen Tagen von der Schlacht in Frankreich, von dem Einmarsch in Poris und von Compiegne gesprochen. Unvergeßlich für alle Zeiten wird auch dieser Waffenruhm bleiben, den sich diejenigen deutschen Truppen errangen, die hier jene Befestigungslinie durchbrachen, die Frankreich für unzerbrechlich hielt. Deutsche Soldaten haben das Unmöglichscheinende möglich gemacht. Dieser Durchbruch vollendete dann in wirksamster Weise mit die Einkreisung und Vernichtung der französischen Armeen. Eine Oichiersahrt in das Kampfgebiet des Westens. Berlin, 23. Juli. (DNB.) Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und das Oberkommando der Wehrmacht führen eine Fahrt deutscher Dichter in die Kampfgebiete des Westens durch, um diesen Gelegenheit zu geben, das Kampfgebiet der Maginotlinie, die Schlachtfelder bei Verdun, an der Seine und Somme, im Artois und Flandern kennen zu lernen. Im Gespräch mit der Truppe werden sie die Möglichkeit haben, von diesen Kämpfen zu erfahren. An der Fahrt nehmen teil: Hans Friedrich Dlunck, Bruno Brehm, Karl Dröger, Burte, Hermann Eris Busse, Friedrich Griese, Fritz Helke, Hanns Johst, Kurt Kluge, Kolbenheyer, Wilhelm Pleyer, Friedrich Schnack, Hans Watzlrk und Erwin Wittftock. Sie werden im Auftrag des Reichspropagandaministeriums von Regierllngsrat Dr. Erckmann und des Oberkommandos der Wehrmacht von Leutnant Siegmund Graff begleitet. Lockerung des Tanzverbotes Beklin, 23.Juli. (DNB.) Auf Anordnung des Führers find Mittwochs und Samstags öffentliche Tanzlustbarkeiten nach 19 Uhr zugelassen. Die Llnisiedlung der Volksdeutschen aus Bessarabien und der Nordbukowina. Moskau, 23. Juli. (DNB.) In Moskau traf eine deutsche Kommission ein zu Verhandlungen über die Umsiedlung der Volksdeutschen aus Bessarabien und der Nordbukowina nach dem Deutschen Reich. Die Delegation wird von Generalkonsul N ö l d e k e geleitet. Obergruppenführer L 0 - r e n z wird an den ersten Verhandlungen teilnehmen. Die Kommission wurde von Botschafter Graf von der Schulenburg begrüßt. Von sowjetrussischer Seite hatten sich der stellvertretende Leiter der Rechtsabteilung des Außenkommissariats, Ar-- k a d j e w, und der stellvertretende Generalsekretär des Außenkommissariats, W a s u k 0 w , zum Empfang im Flughafen eingefunden. Kleine politische Nachrichten. In Berlin fand in Anwesenheit führender deutscher und italienischer Journalisten die erste Berliner Veranstaltung des „D e u t s ch - I t a l i e n i- schenPresseverbandes" statt, der unter dem gemeinsamen Präsidium des italienischen Volkskulturministers Pavolini und des Reichspressechefs Dr. Dietrich steht. Zwischen Deutschland und den Niederlanden ist in beiden Richtungen der Postanweisungs- und Post- überweisungsverkehr wieder ausgenommen worden. Den bevorstehenden Besuch des französischen Politikers Camille Chautemps in Südamerika kündigte der französische Botschafter in Rio de Janeiro dem brasilianischen Außenminister an. Er erklärte, daß Chautemps von Marschall Petain beauftragt worden sei, die in Südamerika akkreditierten französischen Diplomaten über die letzten Ereignisse und die gegenwärtige Lage Frankreichs zu unterrichten. Haupttchrtflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» Hauptfchrtftleiters! Heinrich Ludwig Neuner. Verantworllich fürPolttU, Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Smye: für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt); i. L.: Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heürrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsbruckerei R. Lange K. G. Verlagsletter: Dr.-Ing. Erich Hamann,' Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich fürdenJnhaltderAmeigern TheodorKümmel PI.Nr.S. Unser lieber, kleiner sucht Werner 02512 mit zwei Scbauf enstern Sicherer Mietzahler. Gießen, den 23. Juli 1940. 1 Hage | Mietgesuche 3352 D 2 leere Zimmer 02510 CAFEW1IEN Heute Mittwoch, ab 20 Uhr *TA\NZ Marktstraße 28 Telefon 3795 -S4 6> >B> >6» >6> 6> e> Angebote erbeten unt. 3342V an den Gießener Anzeiger. <8< Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr.7 ist nach drei Tagen wieder von uns gegangen. >&> In tiefem Schmerz: Else und Walter Leib Warzen- u. Haarentfernung, Gesichts- u. Teilmassagen, Packungen, Höhensonne, Maniküre erstklassige Hautpflegeartikel ärztlich geprüfte Diplom-Kosmetikerin Sprechstunde: 9—1 und 2—6 Uhr. Gießen, Bismarckstraße 44 II. Stock Die Tanzdiele ist geöffnet! 3346A erhalten Sie bei Gertrud Jöckel für sofort imOst- viertelod.Stadt- mittfr gesucht. Umgehende Angebote unt.02516 a. d. Gieß. Anz. Bahnhof-Gaststätten Gießen 3345 D Zuverlässiges Mädchen für ganze oder halbeTagefür sofort od.spät. gesucht. 3349D Schanzenstraße 22 I. Ab heute Bodenseeblaufelchen Flußhecht Keine Ursprungszeugnisse, »andern nur Zeugnisabschriften dem 8^ werbungsichre tben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunte» lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Na- men und Anschrift des Bewerbers tragen I Nur erhältlich: Parfümerie Doll <8^ <Ä< <8< <8< 10.8. 1940 Anmeldungen bis spätestens Mittwochs m unserer Verkaufsstelle, Seltersweg 60. Chor- und Orchester-Konzert für die Verwundeten. 2ter Gesangverein „Viktoria Garbenteich und der SA. - Musikzug Lol l a r veranstalteten im Reservelazarett II, Gießen, emChor- und Orchester-Konzert in einem größeren Rahmen. Dor dem Portal ließ der Musikzug unter Leitung von Musikzugführer May (Lollar) frohe Marschweisen und Soldatenpotpourris erklingen. In den Pausen brachte innerhalb des Lazarettes der Chor (Leitung K. Sommer, Watzenborn-Steinberg) mehrere Volks- und Silcherlieder zum Vortrag. Gerade diese einfachen und schlichten Weisen fanden bei den Verwundeten großen Anklang. Als Abschluß brachten Chor und Orchester gemeinsam den Chor: ,^m 1 Paar kunstseidene Damenstrümpfe Zweiter oder geringerer Wahl, 1 Paar Damenkniestrumpfe oder 1 Paar Damenunterziehstrumpfe):!! (bis 26.April 1940: 1 Paar gewirkte Stoffhandschuhe): lU (Nah* mittel im Gegenwert von 20 Rpf. bzw. Nähseide im Gegenwert von 40 Rp.): IV (Nähmittel im Gegenwert von 25 Rpf. bzw. Nähseide im Gegenwert von 50 Rpf.): V (Nähmittel un Gegenwert Dort 20 Rpf.): VI (wahlweise 1 Paar Damenstrumpse! aus Naturseide, 1 Paar kunstseidene Damenstrumpfe; zweiter oder geringerer Wahl, 1 Paar Damen knie- strümpfe 11 Paar Söckchens oder 1 Paar Damen-, unterziehstrümpfe). Don der Reichskleiderkarte für Knaben und K l e i n k i n d e r : III (Nähmittel im Gegenwert von 25 Rpf. bzw. Nähseide im Gegenwert von 50 Rps.); IV (ab 15. Juni 1940: Nähmittel im Gegenwert von sonnen hin und her. Der Handwagen und der Koffer sind bereits verstaut. „Da büst du ja all wedder", sagt Gottlieb Kurzmg. '„Ja", sagt Tilde. „ „Tante Malwine lauert schon. „Laß sie-lauern." . Gottlieb Kurzing ist wirklich zeitlos. Er ist immer halbrasiert und hat in seinem verwitterten Fischergesicht eine erfreulich leuchtende Nase. „Solltest doch rüber nach Steinbergen , mahnt er. „Gleich. Nur noch ein bißchen wissen, mos los ist. Nix is los", brabbelt Gottlieb. „Der Fisch wird all" weniger. Den einen frißt- der Wels, und den Hecht wollen die Leute nicht fressen. Wegen der Gräten. Als ob so 'nen Hecht mehr Grätens hatt als 'nen anderen Fisch." „Und Waldmühle? ~ e „Da hockt noch immer der olle Doskopp. Tilde weiß nun, wie sie die Dinge anfassen wird Zuerst einmal besieht sie rasch Lottekens Faltboot a und stellt fest, daß der Zweisitzer noch gut bei- ;a einander ist. Gottlieb Kurzings Warnungen schlagt ■= | sie m den Wirck». „Morgen früh hole ich mir das Boot ab." „Wirst noch absaufen mit dem .Lotteken. „Wieso mit Lotteken?" „Heißt so, das Gummiding", sagt Gotttieb vev- o^Jmintest mir ein bißchen Paste zum Ausrn^eln besorgen, Gottlieb. Morgen zieh' ich die alte Kluft an und nehme mir das Ding vor. Morgen früh. • „Meinswegen", sagt Gottlieb Kurzing. 9. Tilde wird als bevollmächtigte Vertreterin der Firma Hellwig & Holzmann gleich heute ein bißchen herumhorchen. . , Die Türglocke schlägt genau so rosttg wie stuher an der Provisor steht hmterm Ladentisch, wittert sofort etwas Großstädtisches und stteckt das Kmn vor. „Was steht zu Diensten?" „Ich möchte Herrn Küstner —* fierr Küstner ist —" Herr Kustner ist schon .da, kommt hinten aus seinem Verschlag Ich'-bt die Brille auf die Sttrn, aus der fid) über der Nasenwurzel schon zwei ttefe Löcher befinden und erkennt zuerst nicht. Z^ll Grüße von Lotteken bestellen, Papa ^^Ach^ die Tilde — oder muß man fetzt Fräulein Rohloff sagen?" „Tut nicht not, sonst sag' ich Herr Apotheker zu Sä » - kommen Si« doch mit^nach hintem Nicht? Keine Zeit? Ach so, Fraulein von Rueper wartet - und der P°p°- S°h^ Sie so wird das, wenn man aller wird, märtet man immerzu aus seine Kinder, spater sogar auf Tilde hat ihn bewundernd angesehen. „Sie entwickeln sich, Holzmännchen, Sie werden mit der Zeit wirklich der große Cham Ich glaube, Sie haben das Zeug zu einem borstigen Chef in sich. „Erste Fahrt unter Führung oon Fräulein Tilde Rohloff nach Utrin", sagte der große Chan noch einmal, als der Zug bereits fährt. „Sonnabend mittag zwei Uhr Abfahrt Gendarmenmarkt. Wenn <5te den Frühzug nehmen, sind Sie rechtzeitig in Berlin. Hellwig holl Sie ab, und natürlich fahren wir beide mit. Spätestens Donnerstag müssen Sie anrufen. <5ie haben Vollmacht." Vollmacht, mit so etwas kann man schon etwas rasch ,gehen Sie doch nicht wieder-fort." "Ges^chäst/?^°wundert sich der Apotheker. „Na, wollen Sie ein paar Karamellen oder lieber Cachou? Oder ist man dazu schon zu erwachsen. Jahre wurden durch diese eine Frage ausgeloscht. Wenn Sie Blockmalz hätten, Papa Küstner. »Natürlich, Blockmalz." Der Provisor fährt auf der kleinen Leiter hinauf und herunter, drei Tuten Blockmalz liegen vor Tilde. Sie reißt die erste auf, steckt die anderen in die Tasche und stopft das klebrige Ding in den Mund. „ Wiederschen, Papa Kustner. Neben der Apotheke liegt der Märkische Hof, in dessen großem Saale die Tanzstunden stattfinden. Ein Schild zeigt an, daß Fräulein Bierheim, Mi - glied des Bundes deutscher Tanzlehrer, bereit ist, Einielstunden.zu geben und Zirkel zusammenzu- stL Rund- und moderne Tänze steht da. Die gute Bierheim mit dem Klavier auf dem das A defekt war, und die durchaus Nicht begreifen konnte, warum ihre Schülerinnen immer ausgerechnet am SEwall d-n Schülern die einzelnen Tauren nach einmal erklären mußten. Sie können mich doch fragen. Das hat man ZU Tildes Zeit nicht getan und das tut man heute nicht. Aber jetzt wird es Zeit, an das Geschäft zu denken. Tilde kämpft gegen jede Regung noch einmal hier oder da abzubiegen, mit Erfolg an und fanbet an dem Wassergrundstuck von Gottlieb Kurzing. Unten am Steg dümpelt Breite der Stein- ; Kahn. Erich hockt drin und schunkell ver-lsie Glauben! , .... ,, Wir haben in den letzten Wochen Höhepunkte deutscher Gefchichte erlebt und erleben sie noch. In gewaltigem Geschehen stürmt die Gegenwart aus Das sind unvergeßliche Tage. Sorgen wir dafür, daß sie weiterwirken in unserm Herzen, daß sie uns ein Ansporn sind zu neuer Arbeit, zu neuen Leistungen! n* Dornoüzen. Tageskalenher für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: „So endete eine Siebe . _ Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Sundenbock . Notizen für den 25. Juli. Sonnenaufgang 5.34 Uhr, Sonnenuntergang 21.27 Uhr. — Monduntergang 11.59 Uhr, Mondaufgang 23.41 Uhr. Mond in Erdferne. nHemeinM M kraft dumme Aus der Stadt Gießen. Unvergeßliche Tage. Tag für Tag erleben wir deutsche Geschichte. Fast stüMich kommen Nachrichten, die uns die Alltagssorgen vergessen lassen. Kommende Geschlechter werden uns beneiden um diese erlebnisreiche Zeit. Es sind Höhepunkte im Leben des deutschen Volkes, wie sie uns das Schicksal bis jetzt noch nicht schenkte. Das Bewußtsein der Verbundenheit durch gemeinsame Geschichte und durch gemeinsames Schicksal lenkt den Blick ganz auf die Gegenwart. Wir sollen diese Höhepunkte aber nicht nur erleben, sondern auch — wie unsere tapferen, unvergleichlichen Soldaten — vorbildlich wirken und schaffen und damit den kommenden Geschlechtern ein Wegweiser sein. Immer wieder müssen wir fühlen, daß wir nur ein Glied in der langen Kette von Generationen Diese Gedanken kommen uns ganz von selbst, wenn wir diese Tage voll in uns aufnehmen. Ein Hauch von Größe umweht uns. Neue Kräfte fühlen wir in uns wachsen. Sie zeigen uns den Weg, zu dem wir — inmitten des deutschen Volkes — berufen sind. Die Hauptsache aber ist, daß wir begreifen: Hier auf deinem Platze stehst du, hier hast du heldisch und gläubig deine Aufgabe zu erfüllen. So sind diese tage Erlebnisse, die hinfuhren auf den Weg des Lichtes. Und dieser Weg zum Licht ist immer Kampf. Wer diesen Weg gehen will, der muß auch den Mut haben, dunkle Strecken zu ten Biest." . — Tilde setzt sich neben ihn und sieht über den See. Drüben liegt Steinbergen, und ein leichter Zlbeno« wind kräuselt über die Wasserfläche. „Wie ist denn das so mil der Schiffahrt, Gottlieb? Hat Schiffsführer Apel seinen »Theodor noch? „Den soll er woll haben, den »Theodor, der lauft noch lang hin, was hier zu fahren is." „Habt ihr denn keine Sommerfremden? „Doch, aber nicht genug. Aber ab und an laßt Apel feinen ,Theodor' doch fahren." „Kann man den mieten?" „Willst du ihn mieten, Mädchen? feine Enkel." Er strahlt. „Wird bei Ihnen auch noch kommen, Tilde." ..... , „Na, mik den Enkeln hat s za noch Zelt. „Sehen Sie, nun sitzt das Lottekmd in Berlin und ich sitze hier, und das schöne Obst im Garten wird alles eingemacht und hlngeschickt, und es könnte so schön ..." Der Blick, der den Provisor streift, spricht Bände. Er sagt, daß ein Provisor, der zugleich Schwiegersohn wäre, viel erwünschter wäre als dieser Provisor, der eben nur Provisor ist und der jetzt Stielaugen auf Tilde wirft: Sieh mal an, so was ist in Utrin gewachsen. „Morgen komme ich noch mal vorbei, Papa Wenn die Morgensonne über dem See liegt und die Nebel noch wie ein Schleier im Schilf brauen, ist es wunderschön zu fahren. Tilde sitzt, zünfttg.angezogen, im Boot und paddelt mit langen Schlagen auf Utrin zu. Das geschieht am Montag früh. Der Sonntag hat Vatern und Tante Malwine gehört und der Umstellung. Man muß sich doch zuerst einmal daran gewöhnen, daß man nach dem Aufwachen ins Grüne sieht, daß die Sonne ms Zimmer scheint, daß Hähne krähen. Ueberhaupt, ja! Wie soll man das am besten ausdrücken, daß eine andere Art von Unruhe um einen ist, eine Unruhe, die eben keine Unruhe, sondern Ruhe. Merkwürdig, aber es ist so. . Don der Entdeckungsreise hat Tante Malwine nicht viel wissen wollen, aber Daterns Laß doch, Malwinchen' hat geholfen und den Aerger in einen Eifer verwandelt, den man auch wieder dämmen muß. Denn, wenn es nach Tante Malwine gegam gen märe, das Boot wäre bestimmt unter der Menge der Lebensmittel und Fressalien, die sie Tilde hatte mitgeben wollen, ab gesackt. Am Sonntag gegen Abend ist fachmännisch gestaut worden. Gut, daß „Lotteken" ein Zweisitzer ist. Man macht vorn dicht mit Spritzdecken, sitzt hinten und hat alles bequem erreichbar. Der Treiber ist natürlich gesetzt. Zelt Gummimatratze, Schlafsack, Primuskocher, Wassertank, Brot, Wurst und Einer, nichts ist vergessen. Mit dem Eingemachten kann man auf Entfettungskur trainieren. • _ Weil Vater keineswegs Fachmann für die meliere Umgebung ist, hat im Salon vorn „Theodor" ein Palaver stattgefunden, an dem Gottfried Kurzing : und Schiffsführer Apel beteiligt und bei dem viel ’ geraucht und merkwürdigerweise Grog getrunken t worden ist. So kalt war es eigentlich gar nicht. (Fortsetzung folgt.) „Hat er auch, Gottlieb." ,Hat er nid). Wenn ich den Wels nur kriegen könnte! Das ganze Netz is hin von dem verdamm- wandern. t . Beharrlichkeit zu zeigen, ist das Ergebnis einer guten Willensbildung. Allen Neigungen des Augenblicks, allen Stimmungen zum Trotz siegt immer wieder die Beharrlichkeit. In allen Lebenslagen Mäßigung und Selbstbeherrschung einhalten, Mühsal und Anstrengungen zu ertragen, das sind die Früchte der Beharrlichkeit. Nicht im richtungslosen Ausleben jeder Regung, nicht im Aerger über alltägliche Sorgen um Kleinigkeiten, sondern in der Beherrschung, der Selbstzucht, der Fassung und Ueberwindung aller Widerstände, darin offenbart sich die Stärke eines Volkes, aber auch im starken deutschen Geist und Herzen", sowie den mit großem Beifall aufgenommenen Marsch „Friderlcus Rex zum Vortrag. Einer der Verwundeten widmete den Musikern und den Sängern herzliche Dankesworte, ebenso der Vertreter des Kreisleiters, Pg. Haas, Gießen. Nach dem Treugelöbnis an den Führer unternahmen die Sänger unter Führung von Feldwebel Stumpf einen Gang durch die Raume. Die Sänger hatten es sich nicht nehmen lasten die Verwundeten mit Rauchwaren und einigen Flaschen Wein zu beschenken. Neue Richtlinien zur Ausstellung von Bezugsscheinen für Arbeits- und Berufskleidung. In der Verordnung über die Verbrauchsregelung für Spinnstoffwaren vom 14.11.1939 ist auch der Bezug von Arbeits- und Berufskleidung geregelt. Nunmehr hat der Reichswirtschaftsminister neue Richtlinien für die Ausstellung von Bezugsscheinen für Arbeits- und Berufskleidung durch die Wirt- schaftsämter erlassen. Dabei ist bedeutsam daß Anträge auf Ausstellung derartiger Bezugsscheine nur | bearbeitet werden können, wenn eine B e s ch e i - Nachdem unser neuer Intendant Hans Walter < Klein sein Amt angetreten, feine Aufgaben ins i Auge gefaßt, sich mit dem bisherigen Charakter unserer Bühne vertraut gemacht, ihre technischen \ Möglichkeiten kennengelernt und mit dem bisherigen i Ensemble die Verbindung genommen hat, nachdem auch, unter reichlich schwierigen Umständen, durch ihn neue Kräfte für unser Stadttheater ge= wonnen und verpflichtet wurden, liegt nun auch schon der Entwurf für den Spielplan für die begehende Spielzeit 1940/41 vor. Der neue Spielplan ist interessant. Der neue Spielplan läßt auch erkennen, was der neue Intendant will. Sichtlich: er hält es mit dem Wort aus dem „Vorspiel auf dem Theater": „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen!" So werden das klastische Schauspiel, das moderne, ernste Stück, das Lustspiel, die Oper und die Operette den Spielplan zu angemessenen Teilen und in reichem Wechsel bestimmen. Wer von den Besuchern unseres Stadttheaters sich an den Versmaßen und am Gehalt edlen Geistes im klassischen Schauspiel begeistern und mitreißen lassen will, wird für sich finden, was er vom Theater erhofft. Wer lediglich um der Unterhaltung willen in das Theater kommt, für den gibt es Lustspiel und Operette, für den Freund der großen Musik und des Gesangs sieht der Spielplan Opern vor, die vom Können der großen deutschen und italienischen Komponisten getragen find. Angesichts der bunten Fülle des Programms muß von vornherein betont werden, daß dabei dem künstlerischen Gewissen keine Konzession gemacht wird, denn, wie wir hören, ist es dem Intendanten gelungen, trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit, in der die Engagements im allgemeinen als abgeschlossen gelten können, eine Reihe ausgezeichneter Kräfte unserem Theater zu sichern. Sowohl Schauspiel, wie auch Oper und Operette sollen von Künstlern bestritten werden, die unserem Theater ein beachtliches Niveau sichern. Lediglich der „schwere Held" fehlt Die Auswahl im Spielplan berücksicht diese Tatsache. Wir hören ferner, daß das Ballett auf volle Stärke, au zchn Mitglieder, gebracht werden wird. Hinzu kommt, daß sowohl ein Oberspielleiter, wie auch ein musikalischer Leiter von beachtlicher künstlerischer Leistungsfähigkeit gewonnen wurden. Mehrere Opernaufführungen, wie auch einige der klastischen Schauspiele wird der Intendant selbst inszenieren. Der Spielplan verzeichnet im einzelnen folgende In Anbetracht dessen, daß die Forstverwattungen in jüngster Zeit unter einem empfindlichen Mangel an Waldarbeitern und Waldarbeiterinnen zu lewen haben und ihre Aufgaben, insbesondere die Pslan-' zungen, oft nur unter Schmierigkeiten erfüllen können, folgte unser hiesiges gor ft amt Schiffen- berg einer Anregung des Kreisleiters, m der Zu fammenarbeit mit der Direktion der Oberfchule für Mädchen und dem Untergau 116 des BDM. eine I stattliche Reihe von Mädchen heranzuzlehen, Die sich in den Dienst der volkswirtschaftlich wichtigen Arbeiten der Forstwirtschaft stellten. Der Einsatz ge^ schah im wesentlichen in den Tagen um Mitte Mai, Eine stattliche Anzahl Mädchen erhielt: für den 10. Mai schulfrei, um sich der Arbeit im Wald widmen zu können. Darüber hinaus wurde aber auch -----. - am 11., am 14. und am 15. Mai ®aIDarteit ge* ein her Textil-Zeitung" wird folgendes in Er- leistet. Die zahlenmäßige Beteiligung an der Wald- innerung gerufen: Von den Sonder abschnitten der arbeit durch die Kameradinnen und Schule nnnen Frauen-, Mädchen-, Knaben- oder Kleinkinderkarten war gi£ , . . wurden bisher s°lgmd- prüfen: Di« Mädchen wrn^en hur die Arbert rm Waw SSWWWM wn 50 Rps>; V Mähmittel im Gegenwert von M 8"°^. . ß en - L ind e >1 mC”r «OTS Ä “‘so? der Lich^derkaL/fiir .Frauen-1 Mte Kiefern etnge- gegeben werden wird. Ferner sieht der Spielplan vor: chymnen: „Die Petersburger Krönung, Bethge: „Rebellion um Preußen", Frank: „Dschungel", Hauptmann: „Der Biberpelz" und von Sudermann „Johannisfeuer". Das Theater beabsichtigt ferner, in dieser Reihe einem jungen Dichter in einer Uraufführung zum Worte zu verhelfen. An L u ft \ p i e le n weist das Programm 11 Einstudierungen auf, und zwar folgende: Halberg: „Maskerade" (verbunden mit Ballettabend): Fnese- Felmar: „Der Mann in der Wanne": Corra: „Der 1V ^uu w,vum ........... .... ^.o.. . Elfte aus der Reihe"; Rindom: „Der Triumph 25 Rpf. bzw. Näseide im Gegenwert von 50 Rps.)l Tobias"; Anzengruber: „Das vierte Gebot" oder v (Nähmittel im Gegenwert von 20 Rpf.). „Der G'wistenswurm": Raimund: „Der Derschwen- 93on ber Reichskleiderkarte für Mädchen: Ul der": Niccodemi: „Scampolo"; ^oetz^,,Or.mea.Hlvb (Nähmittel im Gegenwert von 20 Rpf. bzw. Pah- Praetorius"; Hellwig: „Irrfahrt der Wunsche : Neu- Gegenwert von 40 Rpf.): IV (Nahmittel ner: „Das lebenslängliche Kind"; Fitz: „Kinder. Gegenwert von 25 Rpf. bzw. Nähseide im Ge- Kinder!". , yenwert von 50 Rpf.); V (Nähmittel im Gegenwert In der Reihe der v p e r s t t e n a b e n d e begeg= DOn 2o Rpf.). ' net man manchem klingenden Namen: Zeller: „Der A<-ikAe. Dogelhändler", Dostal: „Die ungarische Hochzeit , SiCIOCt5 UttO CDu)Ut)C Lehar: „Paganini", Künneke: ..Liselotte von der • Ernteeinsatz der Jugend. Pfalz", Suppe: „Bocaccio, Strecker: „Aennchen von " annhmirfd Tharau" und Stolz: „Mädi". Als reichsdeutsche Ur- Zur Versorgung der zur^Hilfe in der Landwirt aufführung kommt Roßners „Goldsegen" heraus schäft eingesetzten Jugendlichen nut etwa noch feh An Oper nauf führ ungen ist zunächst lenden Bekleidungsgegenstanden und Schul)en ist Waaners Lohengrin" zu nennen. Für diese Auf- eine ergänzende Regelung ergangen. Eme Bereit-' siihrung sollen Chor und Orchester erheblich ver- stellung besonderer türkt werden. Ferner sind vorgesehen: Rossini: erfolgt im Hinblick auf die im Marz d.J. für 3u Der Barbier von Sevilla, Puccini: „Ttabame genMi^^e gesoffene 3uJ^?teit),er^arte Buttersln", Mozart: „Don Juan", Lortzing: „Die darfsfalle ist Die Zusatzkleider karte in Anspruch Zrt beiden Schützen" Verdi: „Die Macht des Schicksals nehmen. In Fällen, m Denen auf Grund des Em und Schultze: „Schwarzer Peter". - satzes zur Erntehilfe die verwendeten eigenen Schuhs Das Ballett wird mit zwei geschlossenen Ballett- soweit oerbraucbt wurden E Neumischafsung abenben beroortreten. un^dmgt erforderlich ist, erhalt der .JugenDiidje t Die praktischen Vorbereitungen für die ersten einen Ermächttgungsschein zum Bezug von einem » Aufführungen beginnen zu Anfang des Monats Pnar Sttaßenschuhe. Die Ausgabe der ErmackM i Auaust Die Spielzeit beginnt am 1. September, gungsscheine erfolgt nach Abschluß des Einsatzes, 1 Zäs Stadttheater tritt An Tagen vom 1. bis ! frühestens ab 15. September 1940. Ein kleiner T .l - 8 September mit einer Werbewoche hervor, in non Ermächttgungsschemen zum Bezug von Bur- der verschiedene Abende ein buntes Programm schen- oder Madchenarbeltsschuhenwurde f o f o r t bringen werden. Das Orchester wird einige Stand- bereitgeftellt. Diese Ermachtigungsscheme könne f o n9i e r t e vor dem Stadttheater oeranftaüen. in Den Fällen abgegeben werden, in her un Mai? hofft ferner, einen Konzertabend mit bedingt erforDerIid)e (£lnfa^^ eines Mozartscher Musik in einem besonders ftirnrnungs- lediglich Deshalb in Frage gestellt ift, meal Der Jö_ vollen Rahmen, vielleicht im Hof des Alten Schlos- treffende überhaupt kein Schuhzeug besttztz das er ses veranstalten zu können. Die zweite September- bei der Erntehilfe tragen konnte. moche wird als L u st s p i e l w o ch e der heiteren gungsscheine werden dem einzelnen jugendlichen Muse gewidmet sein und die Aufführungen „Mäd- durch Die Dienststelle, die feinen Einsatz veranlaßt chenparadies", „Kinder, Kinder!" (oder „Das Fe- > a&as«* rienkind"), sowie „Hochzeitsreise ohne Mann bringen. Den Auftakt für den ernsteren Teil des Spiel- plans bildet dann die Aufführung der dramatischen Ballade „Sieger" von Christian Siemens. In die Goethe-Festwoche im Marz des nächsten Jahres fallen die Ausführungen von Hauptmanns „Der Biberpelz", Lortzings „Die beiden Schützen" und Suppäs „Booaccio". an- Aus der engeren Heimat Strafkammer Gießen es ist, gerade den Dach- um Sieber Aliersireffen in Heuchelheim <1 eine* : Fran rourfc innere —.— Homberg, 22. Juli. Der Wander verein nahm am Sonntagabend eine Nachtwanderung vor, die durch Ober-Ofleiden über den Hohen Berg führte. 25 Mitglieder beteiligten sich daran. —.— Horn b e r g, 22. Jmi. Ein schwerer Unfall ereignete sich hier am Samstagnachmittag. Mitten in der Stadt, in einer unübersichtlichen Kurve, begegneten sich ein Bauernwagen von hier und ein Personenauto aus Nieder-Gemünden. Hierbei stieß das Auto an den Wagen und wurde durch den Anprall nach der entgegengesetzten Dichtung ab- gelenkti es rannte heftig gegen die Eingangstüre Mainz und am 17. Juni d. I. wiederum in Gießen je ein Fahrrad entwendet zu haben. Der in vollem Umfang geständige Angeklagte wurde dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend zu einer G e - fängnisstrafe von 1 Jahr verurteilt. vorgelegten Schulzeugnis der Volksschule in L. die schlechten Noten in gute umschrieb, um so eher bei der ^Gewährung des Ehestandsdarlehens berücksichtigt zu werden. Die Angeklagte ist geständig. Nach dem Gutachten des Sachverständigen ist die Angeklagte Der Bezirks-Turn- und Sporttag des NSRL.» Bezirks Friedberg in Bad-Nauheim nahm mit über 900 Wettkämpfern aus allen Fachgebieten der Leibesübungen einen sehr erfolgreichen Verlauf. Die von Bezirksfachwart Bitten darf geleiteten Wettkämpfe der Radfahrer waren über den Bezirk Friedberg auch offen für den Bezirk Gießen. In dem Straßenrennen der Klaffe A (20 endet mit einer Abschlußprüfung. Der Ausbilder (Zahnarzt oder Dentist), der einer besonderen Zulassung für die Ausbildung bedarf, ist verpflichtet. nicht vorliege, auf 5 RM. ermäßigt. Der W. F. aus Mainz war angeklagt, am 12. April d. I. in Gießen, am 11.. Mai d. I. in gerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 28 bis 44,5 Rpf., Bullen 39,5 bis 49,5, Kühe 15 bis 50, Färsen 34,5 bis 49, Kälber 25 bis 57, Hämmel 31 Rpf. je 7 kg Lebendgewicht. — Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,16 RM., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,16 RM., c (90 bis 119,5 kg) 1,14 RM., d (80 bis 89,5 kg) 1,08 RM., e—f (unter 80 kg) 1,04 RM., gl (fette Speckfauen) 1,16 RM., i (Altschneider) 1,16 RM., g2 (andere Sauen 1,08 RM., h (Eber) 1,08 RM. — Marktverlauf: gut, alles zugeteilt. die bei ihm ausgebildete Helferin zur Prüfung zumelden. Zuchtschweine aus Oberheffen für den Warthegau. Landkreis Gießen. - Mainzlar, 23.Juli. Die SA. und die Wehrmannschaften des Sturmgebietes Lollar, Sturm 2/116 (Lollar, Mainzler, Staufenberg und Daubringen), traten am Sonntag auf dem Sportplatz in Daubringen an. Dort fand eine Besichtigung durch Standartenführer Lutter statt. SA. und Wehrmannschaften ernteten volles Lob und Anerkennung und würden angespornt, auch weiterhin eifrig tätig zu sein. + Ettingshausen, 22. Juli. Unteroffizier Emil Dp p er, ein Sohn unserer Gemeinde, erhielt für besondere Tapferkeit bei dem Panzerdurchbruch durch die Weygandlinie bei Amiens das Eiserne Kreuz II. Klasse. Diese Tatsache ist um so bemerkenswerter, als dem Genannten, der die Kämpfe in Spanien mitmachte, schon damals für hervorragende Tapferkeit eine Reihe von hohen Orden verliehen wurde. So ist er Träger zweier hoher spanischer Auszeichnungen und, was besonders hervorzuheben ist, Inhaber des Spanienkreuzes mit Schwertern in Silber. Kreis Alsfeld. Schweinemarkt in Grünberg. *Grünberg,24. Juli. Auf dem heutigen Markt waren 171 Ferkel, darunter 15 Läuferschweine, aufgetrieben. Es kosteten sechs Wochen alte Ferkel 24 bis 28 RM., sechs bis acht Wochen alte 28 bis 33 RM., acht bis dreizehn Wochen alte 33 bis 38 RM., Läuferschweine 45 bis 48 DM. Tendenz mäßig; der Markt war ausverkauft. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 24. Juli. (Vorbericht.) Kälber 25 bis 59 RM., Hämmel 30 bis 51, Schafe 12 bis 44, Schweine 53 bis 59 RM. Marktverlauf: alles aus-> verkauft, Das oberhessische Kriegs-Bergfest. Am 18. August in Buhbach. I Kaustball um die Bereichsmeisterschast. Tv. 1846 Gießen Endspielleilnehmer. Die am vergangenen Sonntag in Bad-Nauheim im Rahmen Des Bezirks-Turn- und Sporttages durchgeführten Schlußkämpfe im Faustball brachten | zwei Siege Gießens gegen Hanau und Bad Homburg. In diesen beiden Spielen war die Gießener Mannschaft nun vor schwerere Aufgaben gestellt als in den Vorrunden gegen die Bezirke Limburg und Westerwald, und da durch unerwartete Ausfälle eine vollständige Umstellung der Mannschaft vorgenommen werden mußte, erschien ein Erfolg nicht von vornherein als gesichert. Ausgezeichnet war wie immer der Aufschlag Riexingers, der viele Punkte einbrachte und damit die Grundlage für den Sieg schuf. Im Spiel gegen den Polizeisportverein Hanau hatte Gießen eine sehr gute erste Halbzeit (30:11), und es konnte seine Ueberlegenheit voll ausspielen, wohingegen nach dem Wechsel Hanau eine völlig gleichwertige Partie lieferte, den großen Vorsprung natürlich nicht mehr aufholen konnte. Fast den gleichen Verlauf nahm der Kampf gegen Homburg. Auch hier lief das Gießener Spiel in der ersten Hälfte sehr erfolgreich und brachte den Gegner mit 16:30 so stark ins Hintertreffen, daß ihm jegliche Gewinnaussichten genommen waren. Dann entwickelte sich ein Aufschlagduell, das beiden Mannschaften im gleichen Verhältnis Punkte einbrachte, am Gesamtstand jedoch nichts ändern konnte. Für den Erfolg des Tv. 1846 waren verantwortlich: Riexinger, Trapp, Teubner, Dr. Pfeffer, Repp. Mit diesem letzten Erfolg hat sich nun der Turnverein Gießen wiederum und zum siebenten Male die Teilnahme am Endspiel um die B e - reichsmeisterschaft gesichert. Ergebnisse: Gießen — Hanau 46:30 (30:11); Homburg — Hanau 40:35 (25:17); Gießen — Homburg 56:39 (30:16). Erfolgreiche Gießener Radfahrer. Kreisleitung besucht das Äfliiul für Pflanzenbau Vortrag und Führung. Ober-Westerwald. LPD. Westerburg, 23. Juli. Auf einer Bahn- fahtt nach Aumenau, wo es die Schule besuchte, stürzte ein Mädchen aus dem fahrenden Zuge. Es war a u f d er <5telle tot. Schwere Bluttat. Lpd. Frankfurt a. M., 23. Juli. Wie die Mordkommission mitteilt, wurde am 20. Juli 1940, gegen 15 Uhr, eine 2Ajährige Büroangestellte aus Frankfurt a. M., die zur Zeit in Schwickershausen im Kreis Limburg ihre Ferien verbringt, in der Feldgemarkung Schwickershausen von einem unbekannten Mann überfallen und durch zahlreiche Stiche schwer verletzt. Das Mädchen hatte sich in der Nähe eines Wald- Am gestrigen Dienstagnachmittag erhielt das Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung unserer Universität Besuch. Kreisleiter Backhaus und sein Mitarbeiterstab fanden sich gegen 15 Uhr in der Senckenbergstraße ein, um einmal einen Einblick in die Arbeit dieses Instituts zu gewinnen. Der Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Professor Dr. S e s s o u s , hieß im Hörsaal die Gäste auf das herzlichste willkommen und hielt sodann einen Vortrag, in dem er einen Einblick in die Art der Arbeit des Instituts vermittelte. Er wies darauf hin, daß sich die Landwirtschaftlichen Institute unserer Universität in vier Fachabteilungen gliederten, deren jede ihre besondere Aufgabe zu verfolgen habe. Die Arbeit in der Abteiluna Pflanzenbau- und Pflanzenzüchtung, die er im besonderen vertrete, sehe sich insbesondere vor reichswichtigen Ausgaben, die durch den Forschungsdienst der Landbauwissenschaften auf mehrere Institute an deutschen Universitäten verteilt würden. Durch diese Art der Aufgabenstellung werde es erreicht, daß Anbau- und Züchtungsversuche, die sich sonst über Jahre erstreckten, unter den verschiedenartigsten Boden- und Klimaverhältnissen in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum durchgeführt und zu Ergebnissen gebracht werden können, die der Landwirtschaft sehr rasch praktische Hinweise und Richtlinien vermitteln. In seinen weiteren Darlegungen erläuterte Pro- ** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am morgigen Donnerstag, 25. Juli, kann Frau Sophie Lehr, Wilhelmstraße 51, in aller geistigen und körperlichen Frische ihren 75. Geburtstag feiern. Frau Lehr gehört seit 51 Jahren zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. (Wir beglückwünschen herzlich zum Geburtstag!) ** Ein Einundsiebzigjähriger. Am kommenden Freitag, 26. Juli, kann unser Mitbürger Karl Weber, Marktstraße 15, in aller Rüstigkeit seien 71. Geburtstag begehen. (Wir beglückwünschen!) sM LS'!? hin anschaulich werden ließ. Der aussichtsreichste Fahrer, Preis (Radf.-Vg. Kreisleiter Backhaus dankte zum Schluß mit Gießen), mußte in der zweiten Runde den Reifen herzlichen Worten für den überaus anregenden wechseln und fiel deshalb fünf Minuten zurück. Be- Nachmittag und gab seiner Freude darüber Aus- sonders stark setzte sich nun der Gießener Willi druck, daß mit diesem Besuch eine schöne Verbin- Förster ein, der das Rennen in 49:04 Min. für düng zwischen Partei und Universität hergestellt sich entscheiden konnte. Auf dem 2. und 3. Platz worden sei, die sich in bestem Sinne auswivken finden wir die bekannten Gießener Radsportler werde. . ' Ernst L. Preis (54:30 Min.) und Helmut B g u - mann (54:30 Min.). Wie das Feldbergfest in diesem Jahre infolge der erschwerten Derkehrsverhältnisse nicht durchgeführt werden kann, ist auch die Abhaltung unseres beliebten Bergfestes auf dem Hoherodskopf aus denselben Gründen nicht möglich. Der NSRL.-Be- zirk Friedberg, der Betreuer des Bergfestes auf Dem oberhessischen Heimatberg, führt deshalb das Hoherodskopf-Berqfeft am \ am mit dem Weidi - na, fuhrt Des, 18. August gemein- lam mit dem Weidia-Bergfest auf dem Schrenzer bei Butzbach als oberhessisches Kriegs-Erinnerungs-Bergfest durch. Butzbach ist günstig gelegen und bei guten Bahnverbindungen aus Den Bezirken Gießen und Friedberg, die die Hauptzahl der Besucher unserer oberhessischen Bergfeste stellen, auch während des Krieges gut zu erreichen. Das oberhessische Kriegs- BerAest ist bereichsoffen für Hessen und Südwest. um 22.15 Uhr, in feinem Hause im 2. Stock ein Fenster nach Eintritt Der Dunkelheit nicht vorschriftsmäßig verdunkelt, so daß ein Lichtschein nach außen gedrungen war. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. Der Angeklagte wandte ein, seine Tochter habe auf kurze Zeit das Licht eingeschaltet, wobei das Fenster nur wenig geöffnet gewesen sei. An sich sei das Fenster vorschriftsmäßig verdunkelt gewesen. Durch Zeugen wurde aber nachgewiesen, In Verbindung mit dem Bereichsalterstreffen ^r Lichtstrahl auf der gegenüberliegenden führt das Fachamt Turnen seine Bereichsmeister- gesehen wurde und nach oben zu bemerken schäften im Zwölfkampf durch, ferner die Bereichs- $cr. ^hkla^evertreter beantragte die gleiche meisterschaften in Faustball und Korbball. Man Strafbefehl. Die Geldstrafe wurde kann mithin schon von einer größeren Bereichsver- nwt Darauf daß ejne grobe Fahrlässigkeit anftaltimg sprechen, die am 4. August iy unserem ' s --- turnfreudigen und turnfteundlichen Nachbarorte Heuchelheim zur Durchführung kommt. Auch Sommerspielmeisterschosten in Heuchelheim. In Heuchelheim bei Gießen werden am 4. August auch die Sommerspielmeistersch asten des Bereiches Hessen entschieden. Im Faustball trifft der Tv. 1846, der sich durch eindeutige Siege über Polizei Hanau und TG. Bad Homburg ins Endspiel durchkämpfte, auf den Vertreter des Gaues Kurhessen. — Auch im Korbball bestreiten die Sieger aus Kurhessen und Hessen-Nassau die Endrunde. Gleichzeitig findet die Zwölfkampfmeisterschaft der hessischen Turner statt. Die Turner Des Bereichs Hessen im NSRL. führen am 4. August in Heuchelheim eine große Gemeinschaftsveranstaltung durch. Der Erfolg deS vorjährigen Bereichsalterstreffens in Heuchelheim hat Den Bereichsfachwart für Turnen, Hermann S ch ä - f e r (Kastel), ermuntert, auch in diesem Jahre, wieder ein Alterstteffen mit turnerischen und volkstümlichen Wettkämpfen durchzuführen. Daß man Heuchelheim wieder als Veranstaltungsort wählte, hat seinen Grund einmal in Der günstigen Lage im Mittelpunkt Des Bereichs und in Den ausgezeichneten Hallen- und Platzverhältnissen, dann aber auch in Der Einsatzbereitschaft Der Gemeinde Heuchelheim, Die bis jetzt alle großen Veranstaltungen Der ßeibesübung immer in vorbildlicher Weise freuDig gestaltet hctt. NSG. Als im Jahre 1937 vom Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe die Entrümpelungsverordnung erlassen wurde, begann in jedem Haus ein großes Aufräumen. Es gab niemanden, der es nicht eingefehen hätte. Wie wichtig und notwendig es ist, gerade den Dachboden von jeglichem Gerümpel ftei zu halten, um so Die Brandgefahr auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Doch im Laufe ver Zeit scheint so mancher Den Sinn und Zweck dieser Maßnahme vergessen zu haben. Denn anders ist es nicht zu erklären, daß sich auf zahlreichen Dachböden so nach und nach wieder allerlei Dinge angefammelt haben, die nur im Wege stehen uno die Brandgefahr erhöhen. Gerade heute, da wir es fast täglich erleben, daß Feindflieger ihre Brandbomben wahllos auf Städte und Dörfer zum Abwurf bringen, stt die strenge Befolgung der Enttümpelungsverordnung notwendiger denn je. Es geht nicht an, daß durch die Ge- dankenlosigkett einzelner wertvollstes Volksgut und Menschenleben in Gefahr gebracht werden. Hier gibt es auch keine Enstchuldigung, denn jeder weiß, worauf es ankommt. Der Fr. Kl. in Unter-Scbmitten ist angeklagt, in Flestchwunden auch einen schweren Beinbruch. &en fahren 1930 bis 1940 fortgesetzt mit männlichen Beide Verunglückte wurden in die Klinik nach Gie- Personen unter 21 Jahren bzw. unter 14 Jahren ßen gebracht. unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. 1 Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnis- 1 träfe von zwei Jahren. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, abzüglich Drei Monate und zwei Wochen Untersuchungshaft, verurteilt. Das Geständnis, die seitherige Unbescholtenheit und das hohe Alter des Angeklagten wurden ftrafmil- dernd berücksichtigt. Die A. O. geb. I. in Lehrbach hatte sich wegen Urkundenfälschung zu verantworten. Sie hat im November v. I. eine öffentliche Urkunde verfälscht und von derselben zum Zwecke Der Täuschung Gebrauch gemacht, indem sie in einem von ihr dem Gesundheitsamt zur Erlangung eines Ehestandsdarlehens setzten Mädel erreicht den günstigen Prozentsatz von 65 v. H. Der Leistung einer Waldarbeiterin. In Der Försterei Lang-Göns wurden in 384 Arbeitsstunden 2600 dreijährig verschulte Fichten ausgehoben und verpflanzt, ferner Beete im Pflanzgarten umgegraben und 1000 Stück Lärchensämlinge verschult. Auch hier betrug die Arbeitsleistung der Mädchen 65 bis 70 v. H. Der Leistung einer Waldarbeiterin. In der Försterei Großen-Buseck waren die Mädchen für 152 Arbeitsstunden eingesetzt, in Denen 400 Stück vierjährig verschulte Fichten verpflanzt und Die hierzu erforderlichen Pflanzlöcher gehackt. Durch Den Einsatz in seiner Gesamtheit wurden 3000 Fichten und rund 14 000 Kiefern gepflanzt, 12 laufende Meter Schuppstreifen gehackt, mehrere tausend Pflanzen verschult, sowie Beete umgegraben und gereinigt. Ohne diesen Einsatz wäre diese Arbeit wohl nicht, oder nicht rechtzeitig geleistet worden. Teilergebnisse der Volks- und Berufszählung vom 12.20iai 1939. FWD. Im neuesten Heft von Wirtschaft und Statsttik werden weitere Teilergebnisse der Volks- unD Berufszählung vom 17.5.1939 veröffentlicht, Darunter auch Die über Hessen und Hessen-Nassau. In Hessen stieg die Bevölkerung von 1,429 auf 1,446 Mill. Der Anteil der Beschäftigten in Land- und Forstwirtschaft ging auf 19,4 (21,5) zurück, der Anteil von Industrie und Handwerk betrug 42,9 (41,1), von Handel und Verkehr 13,9 (15,3), von öffentl. Dienste und private Dienstleistungen 9,2 (7,5), Häusliche Dienste uno. 1,6, Der selbständigen Berufslosen unv. 13,0 v.H. In Hessen-Nassau nahm Die Bevölkerung seit 1933 von 2,585 auf 2,633 Mill, zu, davon waren 18,4 (21,2) v. H. in der Land- und Forstwirtschaft, 39,6 (37,6) v. H. in Industrie und Hanowerk, 16,4 (17,8) v. H. in Handel und Verkehr, 10,1 (7,8) in öffentlichem Dienst und privaten Dienstleistungen, 1,9 (2,0) v. H. in Häuslichen Diensten und 13,6 (unv.) selbständige Berufslose. Jahresbericht 1939 der Hessischen Pilz-Beratungsstelle in Darmstadt. Die bereits über 20 Jahre bestehende Beratungsstelle ist auch den ihr gestellten kriegswichtigen Aufgaben in besonderer Weise gerecht geworden. Sowohl selbständig wie in Verbindung mit den Reichs- arbeitsgemeinschaften „Schadenverhütung" und „Ernährung aus Dem Wald" und mit anderen Organisationen wurden über 50 Lehrröanderungen und Vorträge mit über 1200 Teilnehmern veranstaltet. In Der Beratungsstelle sprachen über 600 Besucher vor, wobei über 1100 Pilzbestimmun g e n verzeichnet wurden und nochmals so viele bei Den Lehrwanderungen. Dazu kommen noch ungefähr 1600 telephonische Beratungen und ungefähr 700 Zusendungen durch die Post. Briefsendungen wurden ungefähr 9000 erledigt, dazu nochmals über 3000 Sendungen mit Tausenden unserer aufklären- Den Merkblätter für die mit uns arbeitenden Organisationen, für Die Presse, für Die Schulen usw. Ha.usschwammfälle wurden über 200 bearbeitet mit nahezu 1000Einzelberatungen. Für diese gesamte Aufklärungstätigkeit wurden über 250 000 km zurückgelegt. An Veröffentlichungen erschienen 6 neue Merkblätter, ein neuer Jahrgang der Zeitschrift für Pilzkunde, Die Fortsetzung der „Pilze Mitteleuropas" und zwei besonders wichtige Haus- schwamm-Arbeiten, Die von Den Reichsinnungsmeistern für das ZimmerhanDwerk und für Das Dachdeckerhandwerk herausgebracht wurden. Diese umfassende Tätigkeit zeigt, wie diese Arbeit gerade unter Den bestehenden Verhältnissen im Rahmen des Dierjahresplanes und der Kriegsmaßnahmen noch immer weiter ausgebaut und gefördert werden muß. Gerümpel gefährdet Besitz und Leben. Zum drittenmal werden aus Dem Gebiet Des Tierzuchtamtes Gießen Zuchttiere» in Den im Aufbau befindlichen Warthegau gesandt. Die Landesbauern- schast Hessen-Nassau liefert jetzt 90 Zuchtsauen, darunter einen Eber, dorthin. An dieser Lieferung sind alle Tierzuchtämter der Landesbauernschaft beteiligt. Oberhessen stellt den Eber und 10 Zuchtsauen, Die aus Lehnheim, Stangenrod, Klein-Felda und Burg- Gemünden stammen. Das Tierzuchtamt Gießen, das auch diese Sammlung wieder zusammenstellt, unterhält nicht nur mit dem Warthegau, sondern auch mit dem Protektorat rege Beziehungen. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Derteilungsmarkt) in Der Biehverstei-- fessor Dr. Sessous Die Grundlagen der Züchtung, Züchtungsmethoden und Schwierigkeiten der ZüH tung und ließ Damit feinen Zuhörern einen tiefen Einblick in Dieses Forschungsgebiet gewinnen. Gleichzeitig wies er auf Die Spezialaufgaben hin, Die Das Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung unterer Universität in Der Gegenwart beschäftigen: Die Förderung des Anbaues von Ravs und Rübsen als wichtige Oelfrüchte und Die Versuche um Die Feststellung Der Anbauwürdigkeit neuer Faserpflanzen nicht nur hinsichtlich ihres .Fasergehaltes, sondern auch im Hinblick auf Die Anbauwürdigkeit. An Den interefsanten Vortrag schloß sich Dann eine Besichtigung Des Instituts und seiner Einrichtungen an, wobei Dem Kreisleiter Die einzelnen Mitarbeiter vor gestellt wurden. Gerümpel hat auf Dem Dachboden nichts z u suchen. Auch Gegenstände, Die nicht brennen, bilden eine Gefahr, Da sie Die Brandbekämpfung behindern. Ist Die * Entfernung irgendwelcher Gegenstände nicht möglich, so müssen sie in Der Mitte des Bodenraumes ausgestellt werden, Damit Die Ecken und Winkel frei bleiben. Je leerer Der Boden, desto geringer 'die Brandgefahr! Wer nach Diesem Grundfatz handett, macht es richtig. Sprechstundenhilfe bei Zahnärzten als Lehrberuf. NSG. Die Deutsche Zähnärzteschaft hat in Ueber- einstimmung mit dem Fachamt „Freie Berufe" in Der Deutschen Arbeitsfront, dem Jugendamt und Dem Amt für Berufserziehung und Betriebsführung auf Grund eines genau erarbeiteten Berufsbildes den Beruf der Sprechstundenhilfe bei Zahnärzten als Anlernberuf erklärt. Damit ist eine durchaus mitverantwortliche Tätigkeit, Die auch Können voraussetzt, aus Der Beurteilung ungelernter Tätigkeit zur Anerkennung als Anlernberuf ge=\ kommen. Zur Regelung der bereits als Sprechstundenhilfe Tätigen wurde folgendes vereinbart: Diejenigen Helferinnen, die am 1.10.40 zwei Jahre ununterbrochen als Helferin in Der Zahnbehandlung tätig sind, erhalten auf Antrag ohne Prüfung die Anerkennung als Sprechstundenhelferin, wenn sie Den Bedingungen und Anforderungen des BerufsbiDes entsprechen. Helferinnen, die am 1.10. 40 noch nicht zwei Jahre tätig sind, müssen sich spätestens innerhalb eines Jahres nach Beendigung des Krieges der Prüfung unterziehen. Sie- haben Gelegenheit, vorher Fachkurse des Berufserziehungswerkes Der DAF. zu besuchen. Grundsätzlich Dauert die Ausbildung 12 Monate. Sie kann auf genommen werden von Jugendlichen über 15 Jahren und nach Erledigung des Land- jcchres oder Der hauswirtschaftlichen Tätigkeit. Sie randes auf eine Wiese gesetzt und in einem Buch gelesen. Der Täter trat unbemerkt von hinten an _____ fie heran, hielt ihr längere Zeit die Augen zu und vermindert zurechnungsfähig und ihr der Schutz druckte sie zu Boden. Als das Mädchen um Hilfe des § 51II StrGB. zuzubilligen. Der Anklagever- yißf' frat er vor sie, würgte sie am Halse, zog tretet beantragte eine Gefängnisstrafe von zwei schließlich ein Messe» und stach blindlings Monaten. Die Angeklagte wurde zu einer Ge° aufsie ein. Nach dem ganzen Tatablauf handelt fängnisstrafe von 25 Tagen verurteilt, ■es sich bei Dem Täter zweifellos um einen Sittlich- Es wurde ihr der Schutz des § 51II zugebilligt; des keitsverbrecher. Die Ueberfallene blieb zunächst am weiteren wurde die seitherige Unbescholtenheit straf- Tatort besinnungslos liegen, so daß der Verbrecher mildernd berücksichtigt. unerkannt entkommen konnte. Später schleppte sich Die Angeklagte hatte um eine* Geldstrafe gebeten, das Mädchen blutüberströmt in den Ort zurück, von Es wurde ihr aber klargemacht, daß dies im vorlie- wo es ms Krankenhaus eingeliefert wurde. genden Fall nicht möglich sei und sie wegen Um- Der Täter ist etwa 30 bis 35 Jahre alt, zirka Wandlung der Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe auf 1,75 Meter groß, schlank und hat dunkles volles den Gnadenweg verwiesen. « c, v Haar. Er trug graugrünen Leinentittel und war ^''uhgeschafts. Die aus Dem Laden kommende I ohne Kopfbedeckung. Personen, Die zur Sache irgend- •*iniT0flCrtCPi CSICyCtL "nd die zufällig vorübergehende Frau W. welche Mitteilungen machen können, werden ge- ~..T A ei schwer verletzt. Während Frau W. beten, dies bei der nächsten Polizeistation zu tun. -t/rö