<90. Jahrgang Nr. <2< Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBilü DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte * 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlust 2251 Drahtanschrift: „Anzeige^ PostscheckllbsoFrankf^M. Gietzener Anzeiger SrShIsch« Universtlättdnlckrrtl 8. lange General-Anzeiger für Oberhessen «letzen, Schnlftratze r-4 5rettag,24.Mai <940 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8V2 Uhrdes Vormittags Grundvreise für 1 mmHöhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Textanzelgen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffell AbschlüsieMengenstaffelL Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/<>rnehr Ermäßigte Grundvreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. plutokratische Diktatur in England Die Kriegslage im Urteil der römischen presse England erwacht ans seinen Illusionen Überzeugung, daß der Krieg mehrere Jahre dauern würde und diskutierte eingehend, in welchem Nachteil sich Deutschland bei seiner Oel- und Metallversorgung durch die von England ausgeübte Blockade befände. Die Lage hätte sich nach englischer Auffassung mtt jedem Jahr weiter für Deutschland verschlechtern müssen. Auch nachdem Churchill die neue Regierung bildete, war man noch immer der Ueberzougung, daß England seine unerschöplichen Hilfsquellen ausnützen könne, und gab sich nach wie vor dem gefährlichen Gerede hin, daß die in Flandern und im Artois. Durch bewaffnete Aufklärung vor der Kanalküste wurden drei Transporter und ein Tanker mit insgesamt etwa 20 000 Tonnen versenkt und ein Zerstörer schwer beschädigt. Die Hafenanlagen von Dünkirchen und Dover sind wirksam mit Bomben belegt worden. Deutsche Schnellboote haben vor Dünkirchen einen feindlichen Zerstörer durch Torpedoschuh versenkt. 3m übrigen war die Tätigkeit der beiderseitigen Luftwaffen durch die Wetterlage beschränkt. Der Gegner verlor neun Flugzeuge. Fünf deutsche Flugzeuge werden ver- rniht. Bei Narvik gelang es. einen Schlachtkreuzer am Bug schwer zu treffen, einen Transporter von 3000 Tonnen zu versenken und einen weiteren Transporter schwer zu beschädigen. Auherdem wurden Zelt- und Munitionslager in Brand geworfen. Nachschubkolonnen zersprengt. Batteriestellungen und Landungsanlagen erfolgreich angegriffen. Auch in der letzten Nacht setzte der Gegner seine planlosen Luftangriffe gegen nichtmilitärische Ziele fort. 3n den Niederlanden wurden die Ort Nym- wegen und W a a l w y k von britischen Flugzeugen angegriffen und dabei mehrere Zivilpersonen gelötet. Auf Grund nachträglich eingelaufener Meldungen beträgt, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, die Zahl der durch Flakartillerie in der Zeit vom 10. bis 15. Mai ab- geschoffenen feindlichen Flugzeuge 342. Ueberzeugung, daß England seine unerschöpflichen gewinnen würde. Diese Wunschträume wurden erst durch die Mitteilungen, daß die Deutschen Amiens besetzt hielten, zerstört. Der deutsche Heeresbericht vom Dienstag wurde dann im Wortlaut in England wiedergegeben, und zum ersten Mal las die Allgemeinheit die „schrecklichen" Neuigkeiten über die Vorgänge an der Westfront. Nun e r st sah man den Ernst der Lage ein. Stockholm, 23. Mai. (Europapreß.) In englischen Regierungskreisen macht man kein Hehl aus der Feststellung, daß „Hitler ante por- t a s" stehe. Mit Verwunderung nimmt man auch zur Kenntnis, daß Winston Churchill sich schon wieder zur Klärung wichtiger Fragen n a ch P a r l s begeben mußte, um dort mit Reynaud und Weygand zu konferieren. Erst vor dem Sturz Gamelins hatte sich Churchill in Paris aufgehalten. Man nimmt an, !daß, wenn die Besprechung, die Churchill mit Reynaud hatte, nicht dem Rückzug der englischen Truppe gegolten hat, wieder ein vernichtendes Urteil ähnlich desjenigen über Gamelin gefällt worden ist. „News Chronicle" greift Chamberlain und Sir Hohn Simon heftig an. Das Blatt schreibt, es sei ein Skandal, daß Mitglieder einer Regierung, die verantwortlich für die Versäumnisse und die Verschleppung in der Aufrüstungspolitik des Landes feien, nach wie vor die Geschicke des Landes von Der Regierungsbank aus bestimmten. „Times" stellt fest, daß die Lage jetzt ernster sei als jemals im Weltkriege; nicht nur, daß die Deutschen Amiens, Den wichtigsten Eisenbahnknotenpunkt in Nordfrankreich, und Abbeville, die letzte Brückenverbindung über die Somme genommen hätten, der Feind sei sogar in den Besitz enormer Lebensrnittel- und Brennstoffvorräte gekommen, die für ihn eine große Erleichterung zur Erreichung des nächsten Zieles bedeuteten. Die „Times" rechnet ,damit- daß Frankreich weite Jndustriege- biete durch den deutschen Vormarsch in Nordfrankreich verloren gehen werden. in den Wunschtraum eingewiegt worden, ein i n n e- rer Zusammenbruch Deutschlands sei unvermeidlich. Auch Chamberlain und der Chef des Generalstabes, Lord Gort, hätten sich ähnlichen Illusionen hingegeben. „Die Spötteleien über Deutschland", so fährt der Korrespondent fort, „verstummten plötzlich, als Deutschland eine erste Probe seiner neuen Kriegführung in Norwegen gab. Aber Churchills und vieler anderer siegesgewisse Erklärungen, daß die Westmächte Deutschland nun in die Falle bekommen hätten, zeigten denn doch, wie sehr man noch immer die Schlagkraft des deutschen Heeres unterschätzte. Der Rückzug der Westmächte aus dem Kampfgebiet von Drontheim kam bereits wie eine kalte Dusche, und die folgenden Wochen zeigten nicht nur den Politikern, sondern auch der englischen Oeffentlichkeit, welche Mängel in der eigenen Kriegsbereitschaft vorhanden waren. Hierauf mußte das Kabinett Chamberlain zurücktreten. Aber noch zu diesem Zeitpunkt gab es keinen, der an einem endgültigen Sieg der Westmächte zweifelte. Man war überzeugt, daß die Verlängerung der Maginotlinie gegen die Grenze nach Luxemburg und Belgien genau so st a r k sei wie die eigentliche Maginotlinie. Man war weiter überzeugt, daß jeder Angriff Deutschlands mit blutigen Verluste für den Feind zurück- geschlagen werden würde. Man war der festen Der Wehrmachtsbericht vom Donnerstag. Führerhauptquartier. 23.Mai. (D71B.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3n Flandern gewinnt unser Angriff über d l e Schelde gegenüber starkem feindlichen Widerstand langsam Boden. Bei Balenciennes ist der Kampf noch im Gange. Das Waldge- lände von Wormal, südostwärts Balenciennes, in dem französische Kräfte Zuflucht gesucht hatten, wurde gesäubert. Auch gestern wurden Ausbruchsversuche feindlicher Panzerkräfte bei Lambrai im Zusammenwirken des Heeres mit der Luftwaffe unter schweren Berichten für den Gegner abgewiesen. 3m westlichen Artois sind deutsche Truppen aus dem Durchbruchsteil heraus im Borgehen nach Borden in allgemeiner Richtung Calais. An der gesamten S ü b f r 0 n t von der Somme bis zur Waas ist der Feind überall in der Abwehr. 3n der Festung Lüttich hat sich auch die zweite neuzeitliche Werkgruppe Batlice mit 20 Offizieren und 650 Wann unseren Truppen ergeben. 3n der Südfront von 71 a m u r hält der Feind noch einige Werke. Angriffe der Luftwaffe trafen in erster Linie die rückwärtigen Berbinbungen bes Gegners sowie Rückzugsbewegungen unb Truppenansammlungen Genf, 23. Mai. (DNB.) Der König von England hat ein von beiden Häusern des Parlaments angenommenes Gesetz unterzeichnet, das der Regierung unbegrenzte Vollmachten für die Kontrolle über Leben und Eigentum jeden Staatsbürgers gibt und u. a. die Todesstrafe oorsieht. Das Gesetz wird von der gesamten pluto- kratischen Presse einschließlich der sog. Arbeiterblätter als „befreiende Tat verherrlicht". So schreibt „News Chronicle": „Nun werden wir erst richtig tätig werden. Das totalitäre System wird von uns mit totalen Mitteln angewendet. Private Interessen und private Vorurteile werden hinweggefegt." „Daily Herald" begrüßt die Intelligenz der Staatsmänner, die das neue Gesetz eingeführt haben. Es zeige die Wirklichkeit eines energischen Tatendranges, ohne den man auf einen Sieg nicht hoffen dürfe. „Manchester. Guardian" betont, niemals habe die Existenz Großbritanniens an solch einem Faden gehangen wie jetzt. „Wir müssen unsere Freiheit der Regierung übergeben, einer Regierung unserer Wahl, um sie von ihr später wieder zu erhalten." (!) Die Regierung ließ auf Grund ihrer neuen Vollmachten bereits eine große Anzahl Persocken, die sich aus irgendeinem Grunde mißliebig gemacht hatten, fest nehm en. Unter den Verhafteten befindet sich Sir Oswald Mosley, der Führer der Faschistischen Partei Großbritanniens. Fünf Beamte hatten vor der Wohnung Mosleys gewartet und verhafteten ihn bei seiner Ankunft. Sieben Anhänger Mosleys, darunter eine Frau, wurden ebenfalls festgenommen. Das Hauptquartier der Faschistischen Partei wurde von der Polizei durchsucht. Auch andere Personen, die nicht der Faschistischen Partei angehören, wurden verhaftet, so das Unterhausmitglied Kapitän R a m s a y und der Generalsekretär der britischen Volkspartei, John Beckett. Im Unterhaus teilte der Sprecher mit, daß er von dem Minister für innere Angelegenheiten einen Brief erhalten habe, der besagte, daß der Minister Befehl gegeben habe, Ramsay zu nerhaften. Aus diesem Grunde sei Ramsay in das Brixton- Gefängnis übergeführt worden. Ramsay, der der Konservativen Partei seit 1931 angehört und einen schottischen Wahlkreis vertritt, ist der Schwiegersohn von Lord Gormanston und diente während des Weltkrieges bei der Leibgarde. Später tat er Dienst im Kriegsministerium und war 1918 Mitglied der britischen Kriegsmission für Paris. Die Tatsache, daß der plutokratische Polizeiknüppel zum erstenmal gegen einen Unterhausabgeordneten in Aktion tritt, hat in ganz England ungeheures Aufsehen erregt, da ein derartiger Einbruch in die „geheiligten" Rechte des britischen Parlamentarismus in der englischen Geschichte nur bei ganz außergewöhnlichen Anlässen oorgekommen ist. Das Gesetz, das deutlich die in England herrschende Nervosität und Verwirrung widerspiegelt, gibt der 'Regierung die Vollmacht, Personen, die mit Organisationen in Verbindung stehen, die „unter ausländischem Einfluß oder ausländischer Konttolle stehen", sowie mit Organisationen, die von solchen Persönlichkeiten kontrolliert werden, die mit Regierungen, mit denen Großbritannien sich im Kriege befindet, Verbindung halten oder sympathisieren, zu verhaften. heftiger Gegenangriffe unternommen in Richtung Nord, die gleichzeitig mit Angriffen von Teilen der eingekreisten Heere in südlicher Richtung zusammenfielen. Alle diese Angriffe der Franzosen und Engländer seien an dem Widerstand der deutschen Truppen zerschellt oder durch das unaufhörliche Angreifen der deutschen Luftwaffe zusammengebrochen, die unaufhörlich die Truppen und rückwärtigen Stellungen angriff. In einigen Zonen seien Kolonnen von schweren und schwersten Panzerwagen mitten in große belgisch-französische Einheiten eingedrungen und hätten sie auf dem Marsch oder in den Quartieren überrascht. An verschiedenen Stellen seien während der Nacht die Verbindungswege zerstört worden^so daß sich die feindlichen Truppen am anderen Morgen plötzlich vor zerstörten Straßen fanden und gleichzeitig erneuten Angriffen der Luftwaffe ausgesetzt waren. Eine schwere Schlacht tobe zur Zeit in Flanq dern und in der Gegend von Calais zwischen englisch-französisch-belgischen Kräften, die verzwei- zweifelt einen Ausweg nach den Küstenhäfen suchten, und den deutschen Einkreisungskräften, die Stunde für Stunde den Kreis enger und enger ziehen. Trotz des Widerstandes der belgischen und französischen Kräfte beherrschten die motorisierten Einheiten der deutschen Wehrmacht, unterstützt von der Luftwaffe, vollkommen das Schlachtfeld. Der neue deutsche Sack sei 100 Kilometer lang und 80 Kilometer tief. Weygand unternehme an der ganzen Front eine Serie kleiner Tastversuche in der Hofnung, einen schwachen Punkt zu finden und in ihn einen Keil zu treiben, um dann seine Reserven durchstoßen zu lassen. Aber bisher habe das deutsche Heer allen diesen französischen Tastversuchen eisern standgehalten und mit blitzartigem Gegenangriff geantwortet. Die Kämpfe in der Zone von Valen- ciennes und Arras feien äußerst blutig. Sie würden in Paris mit der Notwendigkeit gerechtfertigt, den größtmöglichen Teil von belgischen und französischen Truppen zu retten, um dem Heer, das sich auch zahlenmäßig in einer äußerst schwierigen Situation befinde, weitere Kräfte zuzuführen. Man verstehe, daß die französische Regierung mit allen Mitteln versuche, wenigstens drei Monate lang vor Paris und Le Havre Widerstand zu leisten, um der In« buftrie Zeit zu geben, eine Menge Rüstungsmaterial zu liefern, um so mehr, als die Besetzung des Jndusttiebeckens von Lille nach der Besetzung Belgiens einen schweren Schlag für die französische Kriegsindustrie darstellt. In der sicheren Annahme, alsbald das Ziel einer deutschen Luftoffensive zu werden, versuche England, seine Marinestütz» punkte und seine industriellen Zentten zu schützen. England habe vor allem Angst vor den deutschen. Fallschirmtruppen, die durch die Verpflanzung des Krieges auf englisches Gebiet die militärischen Fähigkeiten Großbritanniens auf eine harte Probe stellen würden, worüber sich die Engländer selbst keinen Illusionen hingeben. 1 Der Siegeszug des deutschen Heeres. ^on Major a. O. von Keifer. Gewaltiges erleben wir Deutschen heute, so Großes und Schicksalhaftes wie kaum eine Generation vor uns. Der alte preußische Geist des „Ran an den Feind!", verbunden mit dem revolutionären Schwung des jungen nationalsozialistischen Deutschlands, hat kriegerische Leistungen vollbracht, deren kein anderes Volk in der Welt fähig wäre. In 18 Tagen wurde Polen, in noch nicht vier Wochen Norwegen, in fünf Tagen Holland, in genau einer Woche der größte Teil Belgiens einschließlich Brüssel trotz schärfsten feindlichen Widerstandes über den Haufen gerannt. Und jetzt — wir alle fühlen es am Rhythmus des großen Schlachtgeschehens im Westen — ist unser Heer zu dem gewaltigen Waffengange angetreten, der die weltgeschichtliche Entscheidung bringen soll in dem Kampf zwischen dem überalterten britischen Weltreich unb dem jugendfrischen und zukunftsftohen Großdeutschen Reich. Wieder einmal ist der Führer den Feind- möchten zuvorgekommen. Diesmal gingen sie aufs Ganze, diesmal wollten sie durch Belgien und Holland, ihre getreuen Helfershelfer, in das Ruhrgebiet einfallen und diese wichtigste Waffenschmiede des Deutschen Reiches in Besitz nehmen. Im entscheidenden Augenblick, unmittelbar vor dem beabsichtigten Einfall, schlug die deutsche Wehrmacht zu^ Durch den überraschend schnellen Einmarsch der deutschen Truppen in Holland, Belgien und Luxemburg, durch das Ueberrennen des ersten feindlia^n Widerstandes in Grenznähe und.durch die Einnahme von Lüttich, dieses stärksten Eckpfeilers der belgischen Grenzbefestigungen, riß die deutsche Heeresleitung sofort die Initiative an sich und zwang dem Feinde das Gesetz des Handelns auf. Durch die Absetzung von Luftlandetruppen und von Fallschirmjägern um Rotterdam wurde dieser stärkste Stützpunkt der berühmten „Festung Holland" bereits nach wenigen Tagen so schwer bedrängt, daß er schon am 14. Mai kapitulieren mußte, worauf die ganze holländische Armee die Waffen streckte. Mit der Besetzung des gesamten holländischen Küstengebietes — nachdem auch die Provinz Zee- land kapituliert hatte — ist Holland nicht, wie Herr Churchill es sich so schön gedacht hatte, zur britischen Flugbasis gegen Deutschland, sondern zur deutschen Flugbasis gegen England geworden. Das wahnsinnige britische Wort „Englands Grenze liegt am Rhein" läßt sich heute — strategisch betrachtet — umkehren in das Wort: „Deutschlands Grenze liegt an der Rheinmündung/ Was das für die britische Kriegführung bedeutet, spürt England schon jetzt an den furchtbaren Schlä- „Svenska Dagbladet" berichtet, London gleiche einer befestigten Stadt. Maschinengewehr- nefter und große Mauern von Sandsäcken seien überall in den Straßen und Parkanlagen festzu- stellen. Entlang der Themse seien Maschinengewehre aufgestellt, um den Fluß zu beherrschen und jede Möglichkeit auszuschließen, daß hier feindliche Wasserflugzeuge eine Landemöglichkeit finden könnten. Paris spricht sich Mut zu. Rom, 24. Mai. (Europapreß.) Mit welch bitterem Ernst jetzt auch die französische Oeffentlichkeit die kritische Lage Frankreichs erkennt, geht auch aus der Presse hervor. Die französischen Zeitungen sind gehalten, die diktatorischen Forderungen der Regierung mit allen Mitteln zu unterstützen. So schreibt z. B. die Zeitung „Juftice", es müsse jetzt eine bis zur Brutalität gehende Strenge überall Platz greifen. Das „Journal" verlangt neue Methoden unb macht das Eingeständnis, daß in Frankreich alles versagt habe. Es sei zwecklos, sich zu verhehlen, daß Frankreich sowohl auf materiellem Gebiet wie auch auf dem der Intelligenz geschlagen worden sei. Der „Figaro" bezeichnet die Niederlage an der Maas als die Folge eines krankhaften Gemütszustandes, den acht Monate eines ereignislosen Krieges in Frankreich geschaffen hätten. Mitten im Kriege habe Frankreich nicht an den Krieg geglaubt. Um so erschütternder sei jetzt das Erwachen. Während die Blätter versuchen, der Bevölkerung Mut einzureden, spricht gleichzeitig aus den Kommentaren der militärischen Sachverständigen ein sehr pessimisttscher Ton. Nur mit dem Gefühl der Bangigkeit veranstaltet man ein Rätselraten über die weiteren Pläne der deutschen Wehrmacht. Als besonders kritisch wird die Lage der umzingelten französisch-englischen Truppen im Kanalgebiet angesehen. Oer Ring wird immer enger. Feindliche Ausbruchsversuche überall abgewiesen. — Vormarsch in Richtung aus Calais Dem „Svenska Dagbladet" schreibt der Londoner Korrespondent des Blattes, der im ,.Times"-Ge- bäube sitzt und daher ein recht anschauliches Bild von der Lage und ihrer Beurteilung in England •geben kann, die letzten Berichte von der Westfront hätten dem englischen Volk einen furchtbaren Schock gegeben, zumal da es eine Niederlage nie in den Bereich der Möglichkeiten gezogen habe., —~ Während des ganzen Winters seien bit Engländers ersten Niederlagen bedeutungslos seren. Man map. Rom, 24. Mai. (Europapreß.) Heber die Umzingelungsschlacht im Westen Belgiens und in Nordfrankreich schreibt die italienische Presse, die englisch-französischen Panzerdivisionen seien unfähig, den stählernen Ring, der sie umschlossen halte, nach Süden zu durchbrechen. Die bisherigen Verluste der Westmächte an Menschen und Material müßten außerordentlich schwer sein. Den Westmächten seien wichtige Industriezentren und Bergwerke verloren gegangen. Der Ernst der Lage habe dazu geführt, daß bas englische Unterhaus in weniger als zwei Stunben ein Gesetz angenommen habe, burch bas bas liberale Staatssystem in ben Wurzeln getroffen werde. Churchill habe sich zu einem in T-facher Potenz alles überragenden Tyrannen aufgeworfen. In Frankreich, so schreibt „Popolo di Roma", wechselten Verttauensinjektionen mit Alarmrufen ab. General Weygand habe erklärt, vertrauensvoll zu sein, „unter der Voraussetzung, daß jedermann energisch und hartnäckig seine Pflicht tue". Reynaud habe aber gleich hinzugefügt, Frankreich könne dann gerettet werden, „wenn es sich einen Monat hindurch halten könne". Für den tödlichen Ernst der Lage der Westmächte spreche der Umstand, daß Churchill am Dienstag wieder mit Beratern aller Waffengattungen eine Luftreise nach Paris gemacht habe und nach Beratungen mit Weygand unb Reynaub am gleichen Abenb eiligst nach London zurückgekehrt sei. „Messaggero" erklärt, das große Manöver bes beutschen Generalstabes entwickele sich seinen vorgezeichneten und wesentlichen Zielen entsprechenb: Einkreisung unb Vernichtung ber Einheiten ber Westmächte, die nicht mehr rechtzeitig aus dem belgischen Sack herauskommen konnten und Eroberung der gesamten französischen K a n a l - K ü st e. Der noch auf den Erfahrungen des Weltkrieges fußenden Kriegskunst der Befehlsstellen der Westmächte setze die deutsche Heeresleitung eine neue und eigene Krieg- führun g entgegen, die vom Führer selbst ausgedacht sei und deren wichtigste Kennzeichen die absolute Kühnheit auf strategischem und taktischem Gebiet, der Ideenreichtum, die schnelle Anpassung an die Landschaft und die wechselnden Situationen, die vollkommene Organisation bes Nachschubes unb bie unbestreitbare technische unb mechanische lieber- legenheit zu ßanbe und in der Luft bildeten. Die Westmächte seien infolgedessen bisher stets geschlagen worden. Sie hätten die unerwartetsten und mörderischsten Schläge erhalten, bevor sie auch nur Zeit zu einer Abwehr gefunden hätten. Der Militärsachverständige der „Agenzia Stefani" schreibt, die Anstrengung Weygands ziele daraus ab, die französischen Kräfte auf einer neuen Wider st andslinie, die mit dem Lauf der drei Flüsse Somme, Aisne und Maas zusammenfalle, zu konzentrieren. Zum anderen wolle er die größtmögliche Zahl belgisch-sranzösisch-eng- lischer Divisionen aus ber beutschen Umklammerung in Flanbern und der Zone von Calais l 0 s l ö s e n. 1 Dazu habe ex ® der Zone von Peronne eine Reihe Frankreichs wirtschaftliche Verluste Der kühne Einsatz der Fallschirmjäger zählt, das wissen wir, gleich übergeben wurde, Panzerangriff abgeschlagen Wald von 340 schossen. In tosendem Feuerwirbel der Granaten des sorgsam gelegten Feuerüberfalls der Franzosen mußten sie wieder herunter. Ein deutscher Aufklärer strich die französischen (Stellungen ab. Da schwieg das Feuer der gegnerischen Geschütze. Sie wollten ihre gut getarnten Stellungen nicht verraten. Dem Aufklärer waren in einem Wald ein paar Kilometer weiter südostwärts stärkere Bewegungen ausgefallen. Aber als er in die Nähe gekommen war, war alles erstarrt und nichts zu erkennen. Er flog ein wenig höher, und kehrt« 70 v. H. der gesamten französischen Förderung. Frankreich verliert über die Hälfte der Hütten- kokserzeugung (rund 4,5 Millionen Tonnen), ferner etwa die Hälfte des für die Sprengstoffherstellung wichtigen Benzols und etwa ein Drittel des Teeres. Ein schwerer Verlust für die französische Rüstungsindustrie ist auch der Ausfall von S ch w e r ch e m i k a l i e n für die Pulver- und Sprengstofferzeugung. So gehen auf dem Gebiet der Herstellung von synthetischem Stickstoff rund zwei Drittel der Gesamtkapazität verloren. Auch Waffen- und Munitionswerke befinden sich im nordfranzösischen Operationsgebiet, so daß für die Versorgung der Wehrmacht Frankreichs jetzt mehrere Flugzeugfabriken, Geschützfabriken, Panzerwagenfabriken sowie Werke für- die Herstellung von Sprengstoffen, Munition und Bomben ausfallen. Schließlich verliert Frankreich mit - den Industriebezirken von Lille, Roubaix und Tour- coing die wichtigsten Standorte seiner Textil, i n d u st r i e: fast die gesamte Juteindustrie im Be- zirk von Dünkirchen und im Somme-Tal sowie 30 v. H. der Baumwollindustrie und 60 v. H. der Kammgarnspinnereien sind schon jetzt verloren. Recht erheblich ist auch die Ernährungswirt, schäft Frankreichs durch den Ausfall der nord- französischen Agrargebiete getroffen. ziel bestimmten französischen Kanalhafen. Mit blitzartiger Schnelligkeit ist die Lage dort unten erkannt. Ein riesiger Transporter liegt am Kai und wird von Tankschiffen aus getankt. EinzweiterTransporter passiert gerade die Schleuse. Das sind Ziele für deutsche Bomben! Außerdem werden im Augenblick mehrere kleine Schiffe erkannt, anscheinend Frachter, die be- oder entladen werden. Kette auf Kette der deutschen Bomber ist jetzt im Angriff. Die Wirkung ist fürchterlich. Von zwei Bomben getroffen bäumt sich der große Transporter in der Hafenschleuse auf. Eine wohl 200 Meter hohe Stichflamme zeigt die Wirkung der Bombentreffer. Dann ragt das Heck steil in die Höhe, und zerschmettert bleibt das große Schiff in der Schleuse Bombe« auf franzöfischeu Kanalhafen. Transporter und Tanker vernichtet.- Die deutsche Luftwaffe leistet ganze Arbeit „Schlachtfeld Rotterdam." 3n letzter Minute war die große Hafenstadt trotz mehrfacher RäumungS« aufforderung stark befestigt worden. Eine Kundgebung der Llniverfität 3Rom. Rom, 23. Mai. (Europapreß.) Ein Besuch des Unterrichtsministers in der römischen Universität gab Veranlassung zu einer großen Kundgebung für den Duce, an der der Rektor, die Professoren und die Studenten teilnahmen. Der Rektor verlas eine Botschaft, Lehrer und Studenten der Universität Rom hätten bisher in strenger Disziplin ihre Entrüstung über die Drohungen von Nationen, die die junge Kraft des faschistischen Italiens er- drosseln möchten, gezügelt, am Ende des Studienjahres aber wollten sie ihre Fahnen zum Himmel erheben, ihre Begeisterung bekunden und mit revolutionärem und kriegerischem Geist ihren Willen kundtun, das Imperium, das zur Verwirklichung seiner Einheit und zur Erfüllung seiner Mission Herr seines Meeres sein müsse, von anmaßenden Hegemonien zu befreien. Lehrerschaft und Studenten erneuerten dem Duce das Versprechen des unverbrüchlichen Gehorsams. Sie seien bereit, diesen Gehorsam in der Stunde zu beweisen, in der er ihnen die stolze Ehre gewähren wette, unter seiner Führung und unter den Befehlen des König- Kaisers für die Freiheit und Unabhängigkeit des italienischen Imperiums zu kämpfen. Berlin, 23. Mai. (DNB.) Am 10. Mai, vier Wochen nach Beginn der Norwegenunternehmung, galt es, als der Gegner über Belgien und Holland ins Reichsgebiet einzufallen drohte, vor Einleitung der Gegenoperationen die Niederlande rasch in Besitz zu nehmen und die belgischen Be- festiqungslinien zu durchbrechen. In aller Ruhe, aber mit größter Energie, hatte Generalfeldmarschall Göring aus der Elite der deutschen Jugend das FallslKrmjäger- und Luftlandekorps geschaffen. Mit modernsten Kampfmitteln ausgerüstet, stoßen diese Stoßtrupps unmittelbar aus der Luft in das Herz des Landes vor. Besonders wichtige Punkte sind ihr Ziel. Tollkühner Mut, höchste Opferbereit« schäft und eiserne Nerven erfordern die Aufgaben der Fallschirmjäger. Mitten in Feindesland auf sich selbst gestellt, müssen sie nicht nur kämpfen, sondern auch die Sicherung von Uebergängen, Aufrechterhaltung von Verbindung usw. übernehmen. Diese Truppe war es, die, in zahlreichen einzelne Stoßtrupps aufgelöst, im Morgengrauen des 10.5. von ihren Horsten unter Führung des Generals der Flieger Student zum Einsatz startete. Das Moment der Ueberraschung ausnutzend erzwangen diese Sturmabteilungen der Luftwaffe durch ihr kraftvolles Zupacken dem deutschen Heer die Tore zu den Befestigungen in Holland und Belgien. Im Rücken des Feindes gelandet, besetzten sie die wichtigsten Maasbrücken und verhinderten die Sprengung durch den Feind bis zum Eintreffen der ersten Heeresteile. Sie besetzten blitzartig die Ardennen st raße und schafften so die Vor* Nach der Kundgebung begaben sich der Unter* richtsminister und der Rektor zum Palazzo Venezia, um dem Duce die Kundgebung zu überbringen. „Messaggero" schreibt, die Botschaft der Studenten sei der aufrichtige, begeisterte und nicht mehr zu zügelnde Ausdruck der gesamten italienischen Jugend, die ihrerseits die tiefsten Gefühle des Nationalbewuhtseins interpretiere. 24. Mai. (PK.) Wieder steht die Kampfstaffel startbereit. Der Stasfelführer bespricht in den wenigen Minuten, die noch zur Verfügung stehen, mit den Besatzungen die Angriffsziele. Eisenbahnknotenpunkte bei Paris, aus denen durch Fernaufklärer Truppentransporte festgestellt wurden, sollen mit Bomben belegt werden. Die Bodenmannschaften sind mit den letzten Handgriffen an den Kampfflugzeugen beschäftigt, da jagt ein Melder auf dem Krad über das Rollfeld und bringt einen neuen Einsatzbefehl: Ziel des bevorstehenden Feindfluges ist die f r a n z ö s i s ch e Kana l k ü st e und die dortigen Häfen, in denen sich flüchtende Engländer einschiffen. Der Staffelkapitän pfeift durch die Zähne: Das ist ein Auftrag besonderer Art! Kurz sind seine Befehle an die zum Einsatz kommenden Besatzungen. Hier ist die Freude groß. Sofort ist alles an den Maschinen. Einer summt noch vor sich hin jene Melodie aus dem Feuertaufe- Fliegerlied: „Der Befehl ist da, wir starten." Dann dröhnt das gewaltige Lied der Luftschrauben durch die vorsommerliche Mittagshitze. Die Ketten der Staffeln hauen ab, sammeln sich zur befohlenen Formation und nehmen Kurs West. Während frei St. Quentin eine durchbrochene Haufenbewölkung noch Erdsicht gestattet, schließt sich allmählich die Wolkendecke. Die deutschen Bombenflieger sichten gerade noch eine an vielen Stellen brennende Stadt, und hier machen sie auch Amiens aus, das beim Rückzug der Franzosen in Brand gesteckt .... 23. Mai. (PK.) Schwach schien die sinkende Sonne den Infanteristen, die sich am Hang der Höhe 311 eingegraben hatten, in den Rücken. Seit 48 Stunden schon ging es um diese Höhe, die der Franzose nicht hergeben wollte, weil sie die beste Sicht gegen Montmedy gab und ihm selbst die Einsicht in das Tal des Chiers gewährte. Wie- verholt waren die Infanteristen, die hier am Hang lagen, den Berg hinauf- und wieder herunterge« kommen, hinauf in einer Feuerpause, die Maschinengewehre bekämpfend, die flankierend aus dem die die Aufräumung durchführen, zu unseren Wagen und wollen mit uns reden. Und immer wieder ergibt sich dabei, daß diese Männer, von denen ja selbst eine Reihe ihr Hab und Gut verloren hat, keineswegs von Haß erfüllt find. „Ich war", erzählt unter Heiterkeit seiner Kameraden ein Arbeiter, „gerade dabei, mich mit meinen Kanarienvögeln zu beschäftigen. Meine Frau brutzelte an einer leckeren Scholle herum. Da ging es los. Wir flüchteten gleich, denn fast kein Haus besitzt Keller. Sie müs- sen wissen, daß hier überall Grundwasser ist. Das Bombardement hatte ein halbe Stunde gedauert; wie es hier dann aussah, sehen Sie ja selbst. Eine Berlin, 23. Mai. (DNB.) Neben der Unterbindung der holländischen, belgischen und luxemburgischen Lieferungen bedeutet der Ausfall der Wirtschaft des jetzigen Operationsgebietes nördlich bzw. nordöstlich der Linie Abeville—Laon— Rethel—Longwy einen schweren Verlust für d i e Kriegswirtschaft der Westmächte und besonders Frankreichs. Die französische R ü - tungsindustrie verliert mit diesem Gebiet xoße Teile ihrer Produktionsbasen sowie zahlreiche Berte, die für die französische Wehrmacht arbeiten. Bei einer Gesamterzeugung von nicht ganz 8 000 000 Tonnen jährlich fällt für die französische R o h - eisenindustrie mit dem Gebiet von Longwy eine Jahreskapazität von 2 000 000 Tonnen und mit dem Departement Nord und Pas de Calais eine Kapazität von einer Million Tonnen, zusammen also 3 000 000 Tonnen und damit erheblich mehr als ein Drittel der gesamten Jahreserzeugung aus. Der Verlust in der Rohstahlerzeugung stellt sich auf rund 3 000 000 Tonnen bei einer Jahresproduktion von 8 000 000 Tonnen. Die Zink- Verhüttung dieses Gebietes stellt sich bisher mit 30 000 Tonnen auf rund ein Drittel des französischen Jahresverbrauches. Die Steinkohlenförderung dieses Gebietes beträgt 36 Millionen Tonnen jährlich oder (PK.) Rotterdam, 23. Mai. (DNB.) Das also ist Rotterdam. Schon von weitem kündet sich die Stadt. Auf der gewaltigen Brücke, die das holländische Diep überspannt, liegen deutscheFlak- i ch e r u n g e n. An der Maas überragt den Stra-- zenrand ein B u n k e r k l o tz, auf dem uns Worte entgegenleuchten, die vom ersten Einsatz unserer Fallschirmjäger künden. 300 Meter weiter lagen holländische Truppen in einem gut getarnten Holzlager. Heute ist es ein Durcheinander von Stahlhelmen, Gasmasken, Wickelgamaschen und Blechkanistern. Heber Dordrecht sicherten vier unserer Fallschirmjäger die Flußübergänge, räucherten die Feindstellungen aus und deckten so unseren Vormarsch auf Rotterdam, bis di e Panzer zu ihnen stießen und die Verbindung herstellten. Die prachtvolle Autostraße wird von Wracks umsäumt. Autos und Lastwagen liegen am Rande, von den Holländern auf eiliger Flucht im Stich gelassen. Hier, am Diep, hat der Engländer einmal den be« cheidenen Versuch gemacht, zu landen. Als er beut« ches Feuer zu spüren bekam, verschwand er ebenso autlos, wie er gekommen war. Seither ist Ruhe. Rotterdam wurde bereits am 10. Mai Kriegsschauplatz. Die Holländer selbst machten die Stadt zum Friedhof, als sie vom Nordufer der Maas versuchten, die von uns besetzten Brücken wieder in Besitz zu nehmen. Schon am 13. Mai wurde der Feind durch einen Parlamentär, einem holländischen Pfarrer, auf ge fordert, das Nordufer zu räumen, um die Stabt keiner Zerstörung auszusetzen. Der Gegner lehnte ab. Tags darauf mürbe erneut ein Parlamentär zum Gegner gesandt, der eine Frist für die Uebergabe und die Räumung der Stadt üverbrachte. Der holländische Kommandant war zu Derhandlungen bereit, verzögerte sie bann aber plötzlich unb ließ die Frist verstreichen. Erst als die wenigen beutschen Truppen angegriffen hatten, erfolgte bie Uebergabe. Damit hatte ber holländische Befehlshaber die Verantwortung für das Unglück übernommen, das nun notwendigerweise über Rotterdam hereinbrach. Die Frage konnte nicht ausbleiben, ob es wohl notwendig war, Rotterdam zu bombardieren. Die Stadt mit ihren gewaltigen Hafenanlagen, mit ihren weit ins Land hineinwachfenden Werken und Häuschen, sei doch unbefesttgt. Die holländischen Truppen hatten jedoch alles getan, um noch in letzter Minute, ähnlich wie in Warschau, die Hafenstadt zur Verteidigung herzurichten. Die Stadt wurde schwer befestigt. Barrikaden mürben errichtet, Unterstände ausgebaut und (Stellungen ausgehoben. Als am Morgen des 14. Mai deutsche Flugzeuge überraschend unter der Brücke der Nieuwe Maas landeten und Stoßtrupps in Schlauchbooten in Sekundenschnelle die ber Stadt zu gelegenen Häuserblocks besetzten, stießen sie auf wohlgerü- stete Feldste 11unaen. Hier begann der Kampf um die verteidigte Stadt; holländische Bomben unb Brandgeschosse setzten das Viertel in Flammen. Inmitten eines Gewirrs von Trümmern stehen unbeschädigt ein Ufa-Theater unb die Ostmolen, die schlanke, auf sichrem Säulenbein ruhende Windmühle. Heber dem ganzen Viertel, einem Hauptgeschäftsteil der Stadt, liegt eine graue Staubmolke. Immer, menn ein menig Zett dazu ift kommen die Arbeiter, Schutz unserer Waffen zu stellen? ,Llein", davon hat kein Mensch etwas erfahren, das Memoran- dum ist hier unbekannt geblieben, die Regierung hat es unterdrückt unb bamit die Wahrheit nicht zuzugeben gewagt, sie hat gewußt, warum. Denn das holländische Volk sollte in den deutschen Truppen den Eindringling sehen, der gekommen war, den Frieden dieses Landes zu stören. So hat tatsächlich kein Holländer etwas von den Gründen erfahren, die uns zwangen zu handeln, um Englands Pläne zu verhindern. Eine Staffel Bomber kommt in niedriger Höhe über das Trümmerfeld. „Deutsche Flieget, sagen die Arbeiter, „für uns ist der Krieg zu Ende." Sie haben recht. Sie wissen auch, daß der Engländer den Frieden dieses Landes nicht mehr bedrohen wird, es steht in unserem Schutz und diese Menschen hier haben erfahren, wie furchtbar unsere Waffen zuschlagen können. Verwunderlich ist nur bas eine, daß es noch immer Vertreter der West- Mächte gibt, welche die WarnungWarscha us nicht verstanden haben. Ihnen fei deshalb Rotterdam in die Erinnerung gebracht. Wer Toledo, Madrid, Casa de Campo im Spanienkrieg und wer dann Warschau und jetzt Rotterdam gesehen hat, der wird einsehen müssen, daß die Verteidigung von großen Städten das ruchloseste Verbrechen ist. Es gibt auch jetzt noch Menschen, die bereit sind, solche Angriffe herauszufordem, indem sie solche Städte befestigen oder in Schlachtfelder verwandeln. von Esebeck. ausfetzung für den reibungslosen Vormarsch. Sie drangen in das Fort Eben Emael, das als der stärkste Eckvfeiler der Festung Lüttich die Maas« Übergänge beherrscht, überraschend ein. Auf die gleiche Sßeife nahmen sie die wichtigsten Flugplätze Hollands in ihren Besitz und ermöglichten es, daß bereits am frühen Vormittag des 12.5. deutsche Flugzeuge in Holland landen konnten. Im engen Zusammenwirken mit Truppenteilen unter Führung des Generalleutnants Graf (Sport e tf , vorbildlich unterstützt durch deutsche Stoßkampfverbände, hielten die vorgeworfenen Fall- schirmleute und ßanbetruppen ihre eroberten Stellungen. Nur so war es möglich geworden, daß in kürzester Frist Holland die Kapitulation anbot und das belgische Besestigungssystem vom deutschen Heere durchbrochen und umgangen werden konnte. Diese nach Art und Durchführung einzigartige Kriegshandlung wird der deutschen Jugend für die Zukunft Vorbild und Ansporn sein. Nur ganze Männer können große Taten vollbringen. Dies haben die deutschen Fallschirmjäger, an der Spitze ihr Führer General Student bewiesen. Die deutsche Luftwaffe hat durch den kühnen Einsatz aller hier zur Verfügung stehenden Kampfmittel gezeigt, daß sie auch blitzartig Gebiete besetzen kann, die in der Reichweite ihres langen Armes liegen. So verfügt die deutsche Luftwaffe über genügend Mittel, den Verlauf des Krieges entscheidend zu beeinflussen. Das ist der Stolz des Generalfeldmarschalls, des Schöpfers ber deutschen Fallschirmtruppe. südöstlich Sedan in einer Breite von 100 Kilometer durchstoßen. Wiederum scheitern bei Sedan französische Gegenangriffe, die mit schwersten Panzern unternommen werden, während südlich Mau- beuge durch deutsche Panzerkräfte zwei feindL^e Divisionen vernichtet werden. Der Feind flutet, von den deutschen Armeen aufs schärflte verfolgt, über die ganze Linie von Antwerpen bis südlich St. Quentin nach Westen zurück, wobei bie englischen Truppen anscheinend nur den einen Gedanken haben, genau wie in Norwegen so schnell wie möglich die rettenden Schiffe am Kanal zu erreichen. Eine französische Armee, die am 19. Mai zwischen Valenciennes und Maubeuge nach Südosten durchzubrechen versucht, vermutlich um die Gegend von Paris zu erreichen, wird zurück geworfen unb muß ihren Rückzug in westlicher Richtung auf ben Kanal fortfetzen. Ebenso witt ein französischer Panzerangriff, der von Laon her in nördlicher Richtung gegen bie linke Flanke bes verfolgenden deutschen Heeres geführt wirb, unter schwersten Verlusten für ben Feinb abgewiesen. Am 20. Mai aber — zehn Tage nach Beginn der Offensive — stehen deutsche Panzer bereits an der Svmmemün- bung und leiten damit das letzte Kapitel der gigantischen Hmfassungsschlacht in Flanbern ein. Witter tritt bie ausschlaggebende Bedeutung ber Luftwaffe im neuzeitlichen Großkampf klar in bie Erscheinung. Unfere Flieger haben in zehn Angriffstagen mit verhältnismäßig geringen eigenen Verlusten etwa 1750 feindliche Flugzeuge, teils am Bvben, teils in ber Luft vernichtet. Die feinbliche Einwirkung aus ber Luft auf bie verfolgenben beutschen Truppen witt immer geringer, während bie weit überlegenen beutschen Kampfflieger im Rücken bes Gegners feine Bvbenorganifationen, feinen Nachschub, seine Truppenansammlungen unb seine Verbinbungsanlagen mit ungeheurer Wucht zerschlagen. Auch bie deutsche P a n z e r w a f s e hat sich überall, wo sie mit feindlichen Panzerkraften zusammengetroffen ist, überlegen gezeigt, wie überhaupt die feindlichen Panzeranginffe nirgends Erfolge errungen haben. Das Schicksal geht seinen Laus, Frankreich darf sich nun wirklich „bis zum letzten Mann" für Englands Ziele schlagen. Das deutsche Volk aber gedenkt in Treue und Dankbarkeit seiner tapfer kämpfenden Brüder an ber Front. bann noch einmal rasch zurück. Es waren Pan- z e r, bie gegen 311 vorginaen. Wenige Minuten später krachten bereits bie ersten gut gesetzten beut- schen Mörsergranaten in ben Wald. Unb boch kamen sie heran. Oben auf ber Höhe erkannte ein Unteroffizier, ber sich am weitesten rechts eingegraben hatte, bas Raffeln ber Raupen. Er gab bie Panzerbeckung durch. Leuchtkugeln stiegen auf. Trompetensignale ertönten, unb in kurzer Zeit war bie deutsche Stellung auf den Panzerangriff vorbereitet. Panzer- jäger schleppten ihre Geschütze in Stellung. Flak richtete sich auf den Erdbeschuß ein. Oben auf der Höhe schwoll bas Rasseln der Maschinengewehre. Die Panzer kamenheran. In breiter Front waren bie schwersten französischen Panzer, 32 Tonnen, ausgerüstet mit einer 7,5-cm- unb einer 4,7-cm- Kanone unb je zwei MG.s, übermannshoch heran- gerollt, 12 an ber Zahl, eine ganze Kompanie. Als sie auf bie Höhe herüberkamen unb ihr heftiges Feuer in bie beutschen Jnfanteriestellungen jagten, da schlug ihnen bas Abwehrfeuer der Panzerjäger, der Flak unb der Panzerabwehrbüchsen entgegen. Die MG.s ber Infanteristen hielten auf die Sehschlitze. Der erste Panzer fiel aus. Der (gefreite an einer Panzerabwehrbüchse hatte ihn beim fünften Schuß genau getroffen. Auf ber rechten Raupe rauschte er, noch ein paar Meter sich drehend, weiter. Dann blieb er stehen. Zwei andere Kampfwagen wurden von der Flak vernichtet. Gleichzeitig kamen bie Schüsse ber Panzerjäger. Ein Kanvnen- panzer nach dem anderen blieb liegen. Nur einer rollte unentwegt feuernd in bie deutschen Stellungen. Mahlend krochen seine breiten Raupen durch bie Grasnarbe bes Ginsterhügels. Die Kanonen schossen, die MG.s belferten genau vor ben Schlitz, unb da blieb er auch schon stehen. Don zwölf schwersten Panzern waren acht abgeschossen morden. Joachim Fischer, würbe. Nun ist um bie oorroärtsftürmenben deutschen Bomber nichts als blauer Himmel über ihnen unb weiße Wolkenlanbfchast unter ihnen. Balb ist bas Meer erreicht. „D e r K a n a l!" brüllt einer der Besatzung dem Flugzeugführer zu. Der lächelt und meint: „'s muß ja stimmen." - Unb es stimmt auch! Die einzelnen Ketten fmb Das war ein eingeschwenkt unb stoßen mit einer großartigen Präzision burch die Wolkendecke auf den als Angriffshalbe Stunde!" Die Gesichter der Männer werden nachdenklich. In ihren Augen flackert noch einmal das Grauen auf. „Unb warum" fährt ein anberer fort, „warum hatte uns unsere Regierung nicht gewarnt? Warum haben wir überhaupt gekämpft? Wir wis- sen bas alles nicht. Aber was man sich hier er« baß nämlich Rotterbam nicht a. v o be, weil bie Regierung es vorgezogen hatte, sich unb unser Golb, ja» wohl, unser Golb, in Sicherheit zu bringen. Die Engländer sind in England, das weiß der Himmel, aber es hat Narren bei uns gegeben, die erklärten, • sie werden kommen, uns zu helfen." — „Wir haben aber auch gekämpft", unterbricht ein junger Sol- bat, weil ein Mann nicht wert ist zu leben, ber nicht um feine Freiheit kämpft." Gut unb tapfer gesprochen, aber wer hat euch benn gebroht? Habt ihr bas Memoranbum ber Reichsregierung nicht gelesen, in bem euch ber Führer aufforbert, uns keinen Wiberstanb zu leisten? Sonbern bie Neutralität bes Laubes unter ben gen, die auf seine Kriegs- und Transportflotte täglich in wachsendem Maße herabsausen. Dom 10. bis zum 23. Mai sind nach den deutschen Wehrmachtberichten allein im Seegebiet vor der niederländisch- belgisch-ftanzösischen Küste versenkt oder in Brand geschossen morden: 5 feindliche Kreuzer, 10 Zerstörer, 3 H-Boote, 1 Kanonenboot, 1 Hilfskreuzer, 36 Transport- unb Hanbelsfchiffe mit teilweise sehr großem Tonnengehalt. Ferner getroffen unb meist schwer beschädigt: 3 Kreuzer, 10 Zerstörer, 24 Transport- unb Handelsschiffe, 3 Tankdampfer. Das sind Verluste, die auch die stärkste Flotte nicht lange ertragen kann, ohne in ihrer Schlagkraft schwer geschädigt zu wetten. In Belgien näherten sich bereits am 14. Mai die deutschen Truppen in der Verfolgung ber an ber G e tte geschlagenen belgischen, britischen unb fran- zösisHen Kräfte der sehr starken Verteidigungsstellung Antwerpen—Löwen—Namur—Givet, der Verlängerung der französischen Maginotlinie nach Norden, von der man im Lager der Westmächte mit Sicherheit einen so lange dauernden Widerstand erwartet hatte, bis die britischen unb ftanzösischen Armeen in voller Stärke eingreifen konnten. Nottostwärts Namur werfen sich ben verfolgenden deutschen Truppen ftanzösische Panzergeschwader entgegen, wetten von den deutschen Pan- zerkräften in der ersten Panzerschlacht der Weltgeschichte in großartigem Zusammenwirken mit Luftkarnpfverbänden entscheidend geschlagen und fluten auf die Dyle-Stellung zurück. Diese sowie die starke Maasstellung südlich Namur, wo ebenfalls französische Panzerkräfte auf dem Westufer mehrfach mit großen Verlusten geworfen wetten, wetten in wenigen Tagen in breiter Front durchbrochen, und genau eine Woche nach Beginn der Offensive kapituliert die belgische Hauptstadt Brüssel, während unmittelbar darauf ber starke Stützpunkte Antwerpen, ber nördlichste Eckpfeiler der Dyle--Stellung fällt unb bamit ben deutschen Truppen das weitere Vorbringen über die nördliche Schelde freigibt. Arn 19. Mai folgt Namur, bas bereits seit Tagen weit im Rücken ber verfolgenden deutschen Truppen liegt. Am 15. und 16. Mai wird auch die nordwestliche Verlängerung der Maginotlinie entlang der fron- zösisch-belgischen Grenze zwischen Maubeuge und liegen. Ebenso ergeht es bem andern großen Transporter. Er steht in hellen Flammen, getroffen und vernichtet! Der Tankdampfer, der neben dem einen Transporter festgemacht hatte, geht in die Luft. Von den kleinen Frachtdampfern werden mehrere von Bomben getroffen, legen sich zur Seite oder sacken ab. Der Hafen brennt buch stäblich an allen Ecken. Riesige Qualmwolken zeigen an, daß dort Brennstofflager gewesen sind. Gewesen ... Nur wenige Minuten hat der deutsche Bombenangriff auf den französischen Kanalhafen gedauert, aber es ist ganze Arbeit geleistet worden. Nun hängen sich die deutschen Kampfflugzeuge hinter die Wolkendecke und nehmen wieder Kurs auf die freie See. Zu spät erscheinen unter ihnen feindliche Jäger, die angreifen wollen. Im Feuer der deutschen Bordwaffen bricht der Angriff zusammen. Nach mehreren Stunden landen die deutschen Ma- schinen in ihrem Heimatflughafen. Der Staffelkapitän, Hauptmann Pf., steigt als erster aus seiner Maschine. Er schüttelt seinen Männern die Hand. in Angriff, der sich gelohnt hat. Lothar Mehrer. B e -c L ■s eck. I I *3» h. 3 s ,! • X Z Ä 2 :-u :« ; * L a 5 s O E H M Ä C Z r S Ab« W buill nrol'l »Rfliw end l|jiP|ln tlonW | ii»<(l I tubltn; )iin""' i fl* ©Ille" MM Dllll^ in dH r* b" ft". .5 . uflin W di •" o s: Uj X K< •>«:*** PI s 3 O *s anbei rolje« 9Rt» iii|tn : nui Will- a ui olltn M b n>« I ljol ilflUM en i[l ■ slä |ti , von Herz-, Magen u. Darmemvfindlichen bestens ver^ tragen: Machen Sie sofort einen Versuch! Originals Packung 20 Tabl. uur 79 Pfg. In all. Apoth. erhällliÄ oü. Trineral GmbH., München A.27/547. Verlangen Li« kostenlose Broschüre „Lebensfreude durch Gesunöheify Bekanntmachungen. Die Schlachtviehpreise ab 25. Mai. Die am 27. Dezember 1939 bekanntgemachten Preise für Rinder, Kälber und Schafe bleiben für die Zeit vom 25. Mai bis einschließlich 12. Juli 1940 bestehen. Auf der Verteilungsstelle Friedberg gelten mit Wirkung vom 25. Mai 1940 ab die gleichen Preise für Rinder wie am Mittelmarkt Wetzlar und auf der Verteilungsftelle Gießen. Die Schweinepreise erfahren in allen Schlachtwertklassen an den Schlachtoiehmärkten Frankfurt am Main, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden, an den Mittelmärkten Worms und Wetzlar, auf den Verteilungsstellen Alzey, Bad Ems, Dillenburg, Friedberg, Gießen und Limburg und außerhalb der Schlachtviehmärkte und. Verteilungsftellen einen jahreszeitlichen Zuschlag von RM. —,50 je 50 kg Lebendgewicht. Seit dem 26. Februar 1940 sind die Schlachtwertklafsen c und d bei Schweinen abgeändert. Von diesem Zeitpunkt ab umfaßt die Schlacht- wer-tklasse c die Schweine im Gewicht von 90—119,5 kg, die Schlachtwertklasse d die Schweine im Gewicht von 80 bis 89,5 kg. (2525D Regelung der Schweineenlhäutung in Hessen-Rassau. Alle gewerblich Schlachtvieh schlachtenden Betriebe sind ab 18. Mai verpflichtet, eine bestimmte Anzahl der ihnen zugeteilten Schweine zu enthäuten. Die Anzahl der von jedem Betrieb wöchentlich oder monatlich zu enthäutenden Schweine wird durch Bekanntmachung des Viehwirtschaftsverbandes oder des jeweils zuständigen Marktbeauftragten geregelt. Die Anrechnung der enthäuteten Schweine auf die Zuteilung geschieht in der Weife, daß 6,5 kg je abgelieferte Schweinehaut vom ermittelten Schlachtgewicht abgezogen werden. Für jede abgelieferte Schweinehaut ermäßigt sich die festgesetzte Abgabe von Schlachtfett für ein Schwein um 1,5 v. H. Gteonwreise fite Haushaltungen. Aus Grund der Verordnung des Herrn Reichs- kvmmissars für die Preisbildung vom 25. Juli 1938 (Tarifordnung für elektrische Energie) führen wir mit dessen Zustimmung nachstehenden Tarif ein, welcher erstmalig mit der Juniablesung Anwendung findet. Die Doppel- und Dreifachtarife werden mit Wirkung vom 1. Juni 1940 ab außer Kraft gesetzt, alle übrigen Tarife behalten bis auf weiteres ihre Gültigkeit. Der Haushalttarif ist vorläufig zur wahlweisen Einführung vorgesehen. Es ist nach oben angeführter Verordnung erforderlich, daß die Abnehmer ihren Tarif, nach welchem sie künftig beliefert werden wollen, selbst wählen. Näheres hierüber ist aus den nachstehenden „Allgemeinen Bestimmungen" ersichtlich. Es haben somit die Abnehmer, die den neuen Tarif für den Bezug elektrischer Energie wählen, den Antrag schriftlich bei den Stadtwerken Gießen zu stellen. Allgemeine Tarisprcise für die Versorgung mit det- Irischer Energie aus dem Leitungsnetz der Stadtwerke Gießen. Die Stadtwerke Gießen stellen zu den jeweils geltenden allgemeinen Bedingungen elektrische Energie zu folgenden Tarifen zur Verfügung: Der Strompreis setzt sich aus einem Jahresgrundpreis für die Bereitstellung der Anlagen und einem Arbeitspreis für die abgenommene elektrische Arbeit zusammen. Die Höhe des Grundpreises richtet sich bei dem Haushalttarif nach der Zahl der Räume. Haushalt-Tarif. 1. Die Verrechnung erfolgt nach folgendem Tarif, dessen Wahl dem Abnehmer freisteht. Als monatliche Teilbeträge des Jahresgrundpreises werden erhoben: für 1 Raum.......RM. 1,20 „ 2 Räume........ 1,20 „ 3 Räume......... 1,80 „ 4 Räume........ 2,40 „ 5 Räume........ 3,— „ jeden weiteren Raum. . „ 0,60 Der Arbeitspreis beträgt 8 Rpf./kXVh. 2. Als Raum wird ohne Rücksicht auf das Vorhandensein oder Umfang einer elektrischen Anlage jeder bewohnbare Raum und je Haushalt höchstens eine Küche angesetzt. 3. Außer Ansatz bleiben: a) Räume von weniger als 6 qm Grundfläche; b) Flure, Dielen, offene Veranden, Baderäume, Toiletten, Keller- und Bodenräume, Waschküchen, Bügel-, Holz-, Kohlen-, Heiz- und ähnliche Räume;" c) Garagen, die nicht gewerblich genutzt werden; d) vieh-, land- und vorratswirtfchaftlich genutzte Räume des Haushalts, wie Ställe, Scheunen, Speicher, Vorrats- und Futterkammern. Die unter a) bis d) genannten Räume bleiben nur solange außer Ansatz, als sie vorwiegend den bezeichneten Zwecken-dienen. 4. Ställe mit mehr als 50 qm Gesamtgrundfläche werden für je angefangene weitere 50 qm Grundfläche mit einem Raum angesetzL 5. Treppenhäuser in Einfamilienhäusern rechnen als je 1 Raum. > 6. Grundpreisfrei bleiben Treppenbeleuchtungsanlagen in Mehrfamilienhäusern und Außenbeleuchtungsanlagen, sofern sie das übliche und notwendige Maß nicht überschreiten und ihr Stromverbrauch über die Zähler der einzelnen Wohnungen gemessen wird. 7. Werden die in Absatz 3 genannten Räume von mehreren Parteien benutzt und wird zugleich der Stromverbrauch in diesen Räumen über einen besonderen Zähler, über den Zähler des Hauswirts, oder Hausmanns gemessen, so wird der Grundpreis für diese Anlagen nach dem Gewerbetarif bestimmt. Unter den gleichen Voraussetzungen wird auch der Grundpreis für Treppen- und Außenbeleuchtungsanlagen in Mehrfamilienhäusern nach dem Gewerbetarif bemessen. 8. Soweit einzelne Räume in Wohnungen gewerblichen oder beruflichen Zwecken dienen (z. B. Werkstätten, Läden, Amts-, Sprech-, Wartezimmer usw.), wird der Grundpreis für sie bzw. für die in ihnen vorhandenen Verbrauchseinrichtungen nach den Gewerbetarifen berechnet. 9. Wochenendhäusern, Fremdenheimen mit begrenzter Saison wird ein Abschlag von 33%% auf den Grundpreis gewährt, soweit sie nicht als Gewerbebetriebe behandelt werden. Der Nachlaß wird in diesen Fällen so verrechnet, daß nur in den Monaten März bis Oktober einschließlich der monatliche Teilbetrag des Jahresgrundpreises gemäß den unter 1/1 genannten Sätzen erhoben wird. 10. Wohnungen, deren sämtliche Räume (einzeln genommen) 6 qm Grundfläche nicht erreichen, werden wie Einraumwohnungen behandelt. 11. Abnehmer mit Anlageteilen gemäß 7, 8 und 9 werden bis zum Inkrafttreten entsprechender Grundpreistarife für Gewerbe nach den seitherigen Tarifen weiter verrechnet. Nachtstrom-Tarif. Für Wärmespeicherzwecke (Heißwasserspeicher, Futterdämpfer, Speicheröfen usw.) beträgt der Arbeitspreis in der Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr 4 Rpf./lc^ti. Für die zur Messung dieses Verbrauches erforderlichen Meßeinrichtungen wird ein Zuschlag zum Grundpreis nach den unter „Allgemeine Bestimmungen" angegebenen Sätzen erhoben. Allgemeine Bestimmungen. 1. Die Abnehmer haben den Stadtwerken Gießen (Abtlg. Elektrizitätswerk) alle zur Bildung des Grundpreises notwendigen Angaben zu machen. Sie sind verpflichtet, den Stadtwerken Gießen (Abtlg. Elektrizitätswerk) jede Aenderung der tatsächlichen Verhältnisse, die eine Aenderung des Grundpreises zur Folge hat, spätestens bis zum nächstfolgenden Ablesezeitpunkt mitzuteilen. Die Anzeigepflicht gilt erst dann als erfüllt, wenn die Anzeige von den Stadtwerken Gießen (Elektrizitätswerk) schriftlich bestätigt ist. Wird bei einer Prüfung festgestellt, daß sich die Verhältnisse geändert haben, die für die Festsetzung des Grundpreises maßgebend waren, ohne daß dem Versorgunasunternehmen Anzeige gemacht worden ist, so kann der Grundpreis für den ganzen Zeitraum seit der letzten Feststellung des Grundpreises nachberechnet werden. 2. Macht der Abnehmer von dem ihm eingeräumten Wahlrecht Gebrauch, so ist er an die gewählten Tarife erstmalig bis zum Ablauf des Rechnungsjahres der Wahl, später bis zum Ablauf des Rechnungsjahres des Versorgungsunternehmens gebunden. Die Bindung gilt jeweils für ein weiteres Rechnungsjahr, wenn der Abnehmer nicht spätestens einen Monat vor Ablauf dieses Jahres dem Versorgungsunternehmen schriftlich mitteilt, welche Wahl er treffen will. 3. Erklärt sich ein Abnehmer nicht, so kann ihn das Bersorgungsunternehmen nach fruchtlosem Ablauf einer angemessenen Erklärungsfrist mit verbindlicher Kraft in einen Tarif einstufen, längstens jedoch für ein Jahr. Die Vorschrift in Ziffer 2 Satz 2 gilt entsprechend. 4. Der Abnehmer behält sein Wahlrecht, wenn er nachweist, daß er zur rechtzeitigen Abgabe der Erklärung ohne Verschulden nicht in der Lage war. 5. Soweit die allgemeinen Bedingungen eine vorzeitige Kündigung oder Auflösung des Ver> 0,50» 0,50« tragsverhältnisses mit dem Abnehmer vorsehen, wird dieses Recht durch die Bindung nach Ziffer 2 und 3 nicht berührt., 6. Rückrechnungen finden bei einem Wechsel des Tarifs nicht statt. 7. Die Kosten einer Meßeinrichtung sind int Grundpreis jedes einzelnen Tarifs enthalten. Für zusätzliche Meßeinrichtungen werden nachstehende Zuschläge zum Grundpreis erhoben: Bei einem Zweileiterzähler bis 10 Amp. Meßbereich monatlich . RM. 0,50' O,60ii 0,7ii 0,80 1,00 2,00«' 0,80'1 1,00 1,30'1 1,60 2,00 t1 Bei einem Drei- und, Vierleiterzähler bis 5 Amp. Meßbereich monatlich . n 10 „ „ „ • „ 20 „ ,i 30 „ „ » • über 30 „ „ „ • Bei einem Doppeltarifzähler bis 5 Amp. Meßbereich monatlich . n 10 ii H ii • ii 20 „ „ „ • „ 30 „ „ n • über 30 „ „ „ • Bei einem Höchstleistungsmesser monatlich............ Bei einer Schaltuhr monatlich . . . 8. Wird der Stromverbrauch eines Abnehmers nach mehreren Tarifen abgerechnet, jedoch üb ec weniger Zähler gemessen, so.sind für die erspar-' ten Meßeinrichtungen Abschläge vom Grundpreis gemäß vorstehenden Sätzen zu Machen. 9. Ueber die Anwendung der Tarife im Einzelfalls entscheiden die Stadtwerke Gießen. Für die Abnehmer im Ueberlandgebiet, dis bisher den Lichtstrom nach Tarif A 1 bezöge« haben, bleibt dieser Tarif bis zur endgültigem Umstellung der Gesamttarife in Kraft, jedoch werden neu hinzukommenden Abnehmern ode« solchen, bei denen — bedingt durch eine Aendc- rung ihrer Anlagen (Wohnungswechsel, Erweiterungen bzw. Verkleinerung ihrer Anlagen usw.) — eine Neueinstufung notwendig wird, diese Tarife nicht mehr eingeräumt. Diesen Abnehmern steht aber die Wahl des Kleinstabneb- mertarifs (A 1) mit 43 Pf. Arbeitspreis md entsprechendem Grundpreis freu 10. Der vorstehende Tarif tritt am 1. Juni 1940 in Kraft. Gleichzeitig bleiben die bisherigen Tansr in Kraft, mit Ausnahme des Doppel- und Drei-- fachtarifs für Haushaltungen. Gießen, den 22. Mai 1940. 2526^ Stadtwerte Gießen — Abt. Elektrizitätswerk. ~ Eine stolze Eroberung. Zische in heimischen Gewäffern. I r_ S-ft-nd in »er £<*t. - @ul 6ur* 6en Sinter 9«n. .c. ...... bnS lekten die Nachzucht. Nach diesen Richtlinien ist die Ab. 1 Erfreulicher Bestand in der Lahn. »■? (PK.-V. d. Papen-Scherl-M.) GeneralGiraud nach seinerGefangennahme r Brief von der Front Don Kurt Günther von Fischer. 7 x Dome höre, was drinnen steht! dem Ruf des ' " m7P;ni> inniastaeliebte k Mehr denn je Hot im Verlaufe des letzten Jahres die Sportfischerei in unseren hemn. (dien Gewässern Anhänger gefunden, die Dort mit Eifer dem Angelsport obliegen, lieber die Bedeutung des Fischbestandes in den Gewässern des Kreises Gießen, die der Sport- sischerei ihr Wirkungsfeld geben, haben wir uns mit dem Bezirksführer des Bezirks VIII vom Oberbezirk Hessen-Nassau des Reichsoer- bandes der deutschen Sportfischer, Syndikus i.R. Röhr unterhalten, der uns auf Grund seiner reichen Kenntnisse der Sportfischerei in unserer engeren Heimat interessante Aus- Bor 70 Jahren im Großen Hauptquartier 1 Kugelregen sei. erm Büro des Großen Generalstabs waren stets Eisenbahnkarte von Mitteleuropa, die nebst Zirkel und Lupe stets auf seinem Arbeitstisch liegen mußte. 8?SSft *H!*s?eBÄ &SS Wenn wir heute das atemraubende Tempo der Kampfhandlungen, die ungeheure Ausdehnung des Schlachtfeldes, auf dem große Armeen gleichzeitig in Beweaung find, und die Kompliziertheit der Waffentechnik erleben und uns vorstellen, daß dieses aiaantische Ringen von einem Hauptquartier aus oelellet wird so können wir uns kaum einen gr°- hören Kontrast denken, als die Schilderungen ver- ühiebener Offiziere des Großen Generalstabs von ffÄ Ä«I. in dem Mittelpunkt des Ge- -in°r ° Stad, zur «ntern »orturfte, wurde, wenn ein neues Quartier erreicht wurde, zunächst in einem geeigneten Raum das Büro em. Gerichtet Hier erschienen an sedem Morgen die Os nziere bei Moltke zum Vortrag, und es ^and eine Besprechung der Kriegslage statt. Dann begab sch Moltke zum Vortrag beim König, der außer a Marsch- und Gesechtstagen regelmäßig um 10 Uhr vormittags stattfand. In wichtigen Fallen er ch^en er wohl auch zur Nachtzeit bet seinem königlichen Herrn Während der Schlacht befand er ftd) Jtets - mit dem Generalquartiermeister, der ihn in allem - 7u unterstützen hatte, in unmittelbarer Nahe des : Königs. Nur einmal wich er von bles^ Regel a f kurze Zeit ab, und zwar in der Schlacht von Gra velotte und St. Privat, bei der er den Angriff des II Armeekorps bis weit ins Feuer hmem beglei. te uTb er^non feinen Offizieren daran erinner^ werden mutzte, dutz fein P-atz n.cht mitten nn übte Moltke gcinz in ein,ürmigcn Rhythmus wie ihn des Dienstes gleichgestellte Uhr mit sich brachte. Nach dem Frühstück macht«- Mattke hau^ Spazierfahrten in tue Umgegend non Paris, um die Stellungen der Truppen kennenzulernen. MU erstaunlicher Leichtigkeit fprang der Siebzigiahnge im Bereich des feindlichen Feuers aus dem Wagen und blieb mit seltener Ausdauer stunden-mig unterwegs, wobei er alle Schwierigkeiten des Getan- des leicht überwand. War das Wetter zu olchen Ausfahrten zu schlecht, dann verwert - °r s°st s °ts nach dem Frühstück in der berühmten G-m^de aalerie von Derfailles und lieh sich trotz aller War nungen und anonymen französischen Drohungen v°n°,e"nem Kunstgenuß nicht abhalten. Dabe. war er stets allein, denp Furcht kannte er nicht. ijivDi.ii ............ ' in Versailles war, schlösse gab. Die Lahn enthält an Fischen, die für die menschliche Ernährung wertvoll sind, Weißfische, daneben aber auch Raubfische, wie Hecht und B a r s ch , und zur Zeit des La.chganges der Aale große Bestände an Aalen. * • treckt sich in unserer Gegend die Sport ischere — von einer solchen kann im hiesigen Bezirk nur die Rede sein, da wir eine Berufsf.schere, auf unseren Gewässern nicht haben - auf den Fang von Weißfischen und verwandten Arten darunter als besonders werwollen auch au den Karpfen. Gerade der Karpfen zahlt du Der Klasse der für die menschliche Ernährung wertvollsten Fische. Die Lahn hat einen erheblichen Bestand an Weißfischen, obwohl die ®erunhr;nin(l9u"9 des Wassers durch schädliche Abwasser m den letzten Jahren eher stärker, als geringer geworden ist. Zur (Steigerung des Fischfanges durch die Sportflfcher sind auf Veranlassung des Reichsernahrungsmini- sters Anordnungen des Reichsverbandes der deutschen Sportfischer dahin ergangen, die Gewas er nach bester Möglichkeit abzufischen eboch unter Wahrung aller wirtschaftlichen Gesichtspunkte für Freude. „Ein Brief!" jauchzte sie auf. ,Mn Brief, von Georg! Wie geht ihm k Was schreibt er? Die, LUUZ> MH»»“1 ' ' . er i „Meine innigstgeliebte kleine Frau Nach drei Tagen eines Vormarsches, der mir faum Zeit zum Schlafen ließ, erhielt uh heute Dein Zchreiben, d7- Jo ganz ungefüllt ist pon der Sorge Deines kleinen Herzens. Ich kann es verstehen, daß Du, mein Einziges, der das Schick- lal bisher glatte Pfade beschieden hat, das alles nun nicht ertragen zu können vermeinst, und dennoch bitte ich Dich, Liebste: fei stark Mr männer hier im Westen geben unser ^etzws s hip Heimat Die Heimat: das bist Du, Das qi mein? alte Mutter und unser «ES Bübchen lind das Brot, das es einmal essen (oll. ^oer diese Opfer sollen einen Sinn haben. Deshalb. Tapfer fein Zähne zusammen beißen! Du wirst nnn nun an Dein Schicksal aufrecht ertraaen, nicht gleich meinen, wenn Die Feldpost Derspa- tuna bat und Deinen Platz in Der Front Der Heimat voll unD ganz ausfullen! Das versprichst Du m,^j1I9eeIrt(eid)ter|t Damit vieles „ Auch außerhalb Des Dienstes verkehrte er viel mit Den Offizieren seines Stabes. Man fanb sich regelmäßig nachmittags um sechs Uhr zu Dem einfachen Mittagsmahl im „Hotel Des Rsfervoires zu Versailles ein. „Hier speiste Moltke , erzählt oe damalige Major v. Blume, „mit seinen Offizieren an einer Quertafel im Hintergründe Des großen Speisesaales, beim Ein- unD Austritt achtungsvoll begrüßt von Den deutschen Fürsten "ud Pnnzen, sowie von den ab- und zugehenden Offizieren und FremDen, welche alle an einer Langstafel unD vie len kleinen Tischen in Demselben Raum hr Mal einnahmen. An Der Unterhaltung sich selbst nur beteiligenD, wenn ein ihn besonders 'vteress erenbe Thema angeschlagen rourDe, erfreute er (ich doch sichtlich an Der guten Laune, welche stets m seiner Umgebung herrschte. Im Essen und Trinken war er bekanntlich sehr anspruchslos ""D mäßig, was ihm vorgesetzt rourhe, war ihm gleichgültig, wenn es nur ^ausreichte, seinem bedürfnislosen Körper das Notwendige zuzuführen. Nach Tisch züchte er mit Behagen ein oder zwei Zigarren, zu andern Tageszeiten fast niemals." kommenden Herbst mag rch machen lasen, sollte aber auch dieser Gedanke nicht durchführbar fein, so wäre wohl zu erwägen, den Te ch durch Die Sportsischer in . Der Form eines Wettangelns be ^Der Fischbestand in den Gewäs f ern D e s Kreises Gießen und in Den unmittelbar angrenzenden Gebieten hat ebenfalls erfreulicherwei e während Des vorigen Winters kaum irgenDwelche Schädigung durch Frost- unD Eiseimvirkung erfahren. Hier kommen als Fischereigewässer dleWieseck, die Lumda, die Aeschersbach, die Lauter, Die Wetter und Die Horloff in Betracht. In diesen Gewässern befinden sich streckenweise noch Edelfische, nam id) Forellen, also wertvollstes Gut fui: die menschliche Ernährung. Leider gehen Diese Bestände in folge Verunreinigung Des Wassers immer mehr z - rück-, besonders treten Diese Schädigungen des Fisch bestandes in der Lauter, der Wetter und der unteren Horloff durch den Zufluß adlicher Abwasser immer mehr in Erscheinung-, auch Setzte Auswen düngen für Den Fischnachwuchs durch den Emsatz von Brut und Setzlingen konnten bisher diese Scha den am Fischbestand nicht aU5^eifcn,, int Reinen Zuchtzwecken dienen die Fischbestande tm Albacher Teich bei Lich, in den Menge! s- häufet Teichen bei Garbenteich und m den Teichen im B e?gwerkswald bei Gießen. Hier hot besonders die Karpfenzucht bisher gute Erfolge gebracht. Der Fangertrag aus diesen suchten wird zum Besetzen anderer Gewässer venvandt, darunter auch des Schlageterteiches in Gießen. In e m gen anderen Teichen im Kreise Gießen durften, soweit bekannt, keine oder keinerlei nennenswerte Be- stände an Fischen vorhanden sein. Die von Fein schmeckern besonders geschätzten Krebse sind, neben Forellen, vor allem in der Aeschersbach und in der Wetter onzutresfen. . Die Erträge des Fischfanges m unseren heiml- toen ®Än Huben im Verlause des vor gen Jahres zum Teil wesentlich unter den ständigen Wasseroerönderungen, d. h. des sortdauernden18 .)• (eis ber Höhe des Wasierstandes und der Tempe raturen. gelitten. Dadurch bedingt war leider auch saft ständig ein W m taWiM W bie Nachzucht. Nach diesen Richtlinien ist die Ab» ischung der Lahn bisher streckenwelse durchgefuhrt worden, wobei man verhaltmsrnaßig erfreuliche Erträge an Fischen für den Verbrauch gewinnen ^Alle Fußgänger, die die Straße zu überqueren batten, lächelten Dem ungleichen Paare SU, wobei Siele wohl der Ansicht waren, der kleine Sohn des Verkehrsbeamten habe seinen Vater ttn^l ausge- ucht und wolle ihm nun bei seinem anstrengenden Dimst helfen. Manche riefen ihm daher ein lustiges Wort der Anerkennung und Aufmunterung zw Kein Wunder, daß da Der Kleine ganz ferne Mutter DerT?a5 muß sie fein!" dachte der Schupo als er eine aufgeregte Frau gewahrte, Die einen KmDer- roagen auf Dem Bürgersteig stehenließ und gelaufen -am. Er nahm den Knirps noch einmal hoch und tief ab! ihm zu winken. Und da war die Frau auch schon da,"und. die Freudentranen standen n chren Äugen, da sie ihren Jungen wieder an der Hand 1)0Tier aber wandte sich um und rief ^em Verlassenen den Trost zu: „Ich komme wieder Onkel Schupo!" 1 • Bei Lustabwehr Schutzraum aufsuchen. Auch wenn kein Fliegeralarm gegeben wurde. Es ist in der letzten Zeit wiederholt beobachtet worden, daß bei Abwehr überraschender feindlicher Luftangriffs für die aus besonderen Gründen FUe- aeralarm nicht gegeben wurde, Teile der Bevolke- ?ung aus Neugierde sich auf die Straße begeben haben Hierzu wird erneut darauf hmgeroiefen, daß durch Derartiges Verhalten unnötige Klüfte unter Der Zivilbevölkerung entstehen können. GrunDsatzlich ist bei Fliegeralarm ober bei Abwehr uberraschenbe Angriffe, b. h. bei eigenem Flakfeuer, Der Schutz-1 raum aufzusuchen. Letzteres ist tnsbefonDere bei Der Planlosigkeit englischer Angriffe erforDerhd), D um Unruhe unD Betriebsstörungen zu oermetben nicht grunbsätzlich sämtliche in Frage fummenben Gebiete gewarnt werben können. sstcher angewiesen, den Ertrag ihrer Fischerei, so Di- oom Reichsverband der deutschen Spvrtstfch actrossenen Anordnungen zielen ober.nicht nur dar aus hin, di- Mitglieder zu estrigem Fischsang anzu- halten, sondern stc enthalten auch die Anregung an die Verbandsvcreine, stets dasur Sorge 3“ trafle ' datz in den besischten Gewässern sur den-r°rd-r lichcn Nachwuchs durch Eustatz neuer Fstchbestand weitgehend Sorge zu tragen > t Der vcrgangenc strenge Winter hat nach ben Erfahrungen ber Sport » sischer in unserer engeren Heimat erfreulicherweis dum eine Beeinträchtigung dcs F'schbestanbes m ber Lahn burch Frost- unb Eisschaben Sstr Folge Wf gehabt Die Sportfischer können also aus eine Aus-1 b-uie an Weitzfischen und zum.^erbstauch an Hech- ten unb Barschen hoffen, bie ihre Eiwartungen er Der Abenb würbe bann, selbst in Den Zeiten höchster Spannung Der Kriegslage, wi Dem ,Mau- ber-Whist" Das Point zu 1 oDer höchstens 5 Pfen- nig beschlossen, Den der FelDmarschali so sehr hebte unb bem er sich mit großem Elser wiDmete Drin- aenbe Dienstgeschäfte würben zwlschenburch erlebigt. Rankt 11 Uhr streckte er sich auf seinem einfadjen So bescheidene jjuisuwuw -v- Nsh-rhlick I Felbbett zur Ruhe aus unb schief bis großen Kenntnissen, ^um ben staubigen Ueberblicf | ö aud) DOr großen Entscheibungstagen^ Der S ch l a g e t e r t e i ch an ber SchlAtzrieran- laqe, unmittelbar neben ber Wieseck irn.Wlefenge- länbe vor bem Philosophenwald, ift. fei• Jahren mit K a r p f e n besetzt. Dort bekanntilch im Oktober 1937 bei einem umfassenben Abfischen eme reiche Ausbeute an Karpfen geerntet worden ^7en^ auße^orb enMch'' große Nachwuchs gebracht I ein Reiter-Spähtrupp kehrt mit emererbeuteten Diese Tatsache ist ein Beweis Daß der Teich j franzosischen^Trikolor^ von^emem A^f^ g einen guten Futtergrund für bie Karpfen hat uno infolgebessen auch für die Zukunft als günstige Zuchtstätte anzusehen ist. Die Stadtverwaltung hatte bereits für ben vorigen Herbst wieder unstassen bes Abfischen bcs Teiches vorgesehen bas aber in folge ber Kriegsverhältnisfe nicht durchgofuhrt wer den konnte. Vielleicht wirb sich dieses Abfischen iw Vor zwölf Tagen war Georg Daterlanbes gefolgt. innerer I Herma, seine unge Frau, schritt von innerer Unruhe aepeinigt im Wohnzimmer auf und ab. ^ihr Herz flatterte wie ein verängstigter kleiner Dogel^ Warum schrieb er noch immer nicht, warum nnh pr nicht bas kleinste Lebenszeichen? (Sie blteb 9 h lins fah mit Augen voll wilbem Schmerz! kL sich Dt°'g°nz7W°hnÜng, jedes kleinste Möbel- ftücf erinnerte an ihn. Stanb hier nicht noch der hn>ite Ledersessel halb zur Seite geruckt, vor dem ...... ns WWWZWM» SSr-NMWW Aus der Stadt Gietzeu. „Onkel Schupo!" Hoch unb schlank überragte der Derkehrsschutz- nünn auf seinem Posten in Der Sttaßenkreuzung bös Hasten ber Autos, Motorräber und Fußgänger, t* es alle so eilig hatten, als seien sie auf ber Duckst ober zu einer bringenden Verabredung unter- nxgs. Mit überlegener Ruhe und Geistesgegenwart üferfchaute er das Treiben unb gebot ben anbran» Mriben Wogen mit gelassen ausgebreiteten Armen. Schon seit einigen Minuten gewahrte er eine Äicnschenansammlung auf einer Bürgersteigecke, Die jin wohl zeitweilig verlief, aber immer wieder an- drooll und sich aufs neue zu einem Knäuel verachtete. Schließlich winkte er eine Frau zu sich, um ? erfahren, was Denn Da los fei. Ein kleiner iahe habe feine Mutter verloren unD fei am einen, weil er keinen Weg nach Haufe wiffe. So Je! habe man durch Fragen bereits von ihm er- l fthren können, daß er als Behüter eines KinDer- > Mgens vor einem Schaufenster von feiner Mutter urücfqelaffen worden war, währenD diese Einkäufe gl macht habe. Vorbeifin-genDe SolDaten hätten Dann L Knirps verlockt, ein Stück Wegs mitzuzlehen tilb als ihm KinDerwagen unD Mutter wieder em- «>fallen feien, habe er sich nicht mehr zurechtge- Der Schupo ließ sich von Der Frau Den Jungen brbeibringen. Er werDe in einigen Minuten ab» >löst unD Dünn die Heimbringung des Kindes ve- T/ien. Er nahm Den Knaben hoch und zeigte ihm, )ie man auf eine Armbewegung hm Autos und Abgänger zum Stehen bringen oder zur Werten- ihrt zum Weitgehen bewegen konnte. Sehr rasch alte'der kleine Mann, Der sich nun sehr groß vor- am, seinen Lehrmeister begriften und ließ wie Die. >r seine Arme seitwärts schnellen. Dabei verlor rr mit keinem Blick die Fußgänger aus Dem Auge la ihm Der Schupo gesagt hatte, einmal werDe ciich feine Mutter baherkommen und mcht wemg (ritaunt über ihren großen Jungen sein. Er war euch qar nicht enttäuscht, als ihn Der Schupo nachher absetzte, um seinen müden Arm zu entspannen, onbern ahmte mit rührendeni Eifer ^d urvvermin- ■ Werter Begeisterung sein großes Vorbild nach, an !»ern er zuweilen mit leuchtenden Augen empor- »“-WS 5 mar bei der Rückkehr con einer ersten Bestch lgung der Fr 1 Gesungen,chaft geraten. . das überlegt. Unser Großer, drüben auf der Belzig- brauerei, das ist doch Unsinn! Der älteste Gräfe gehört auf den Hof. Hermann soll hier bleiben, ich will das so, und ich sag's euch jetzt, damit ihr's alle wißt. Und der Lena, der gönnen wir's ja alle, daß sie nun hier, genau wie ihre Schwester, die Mutter, regieren wird. Ein jeder von euch wird gerne im Gräfehos einkehren, wenn sie da ist. Und ich nehme die Kluttigen mit, das alte Reibeisen, an das ich nun schon seit Jahr und Tag gewöhnt bin; die mag drüben in der Belzigbrauerei nach Herzenslust rumschanzen und den Hausdrachen spielen, und den Jupp, den nehme ich auch mit. Bis Ostern mag er noch die Schule durchmachen, dieser Nichtsnutz mit seinen Dreien und Vieren. Dann stecke ich ihn in eine richtige Lehre, zuletzt auf die Brauhochschule und dann rein in die Belzigbrauerei, die ich inzwischen in Schwung bringe. Ja, so habe ich mir alles gedacht, und, will's Gott, wird alles richtig und gut werden." Sie sind zuerst alle still, die Gräfekinder. Her- mann und Lena sehen sich mit einem tiefen Glücksgefühl in die Augen. Doch einer kann den Mund nicht halten, und das ist natürlich Jupp. Jupp, der von Jutta die Erlaubnis erhalten hat, in der Krachledernen zu erscheinen, trotz des festlichen An- lasses. Selbst Tante Ottilie hat das richtig gefun- den. Polterabend ist ja auch nicht Hochzeit! Jupp ahnt, weshalb er Generalpardon hat. Hat er doch heute frühzeitig den Fleifcherwenz mit dem Brühtrog nach dem Schlöffe fahren sehen. Natürlich ist dort Schweinschlachten, damit die Hofleute morgen zur Hochzeit etwas Ordentliches zu schmausen haben. Die Jutta hat Verständnis: soll er sich vielleicht im Konfirmationsanzug ein Wellwürstel oder eine Grützewurst aus dem Wurstkessel langen? Das heißt, augenblicklich denkt Jupp nicht an das Schweinschlachten. Augenblicklich ist ihm der Kamm mächtig geschwollen. Brauhochschule! Jupp als Braustudent! F „Und ein Bier werden wir dann brauen! Großer, da wirst du die Ohren hinter legen!" (Schluß folgt) auf dem dafür gegebenen Wege ein. Uhr Schar 4 und und am 3 1/116 3 2/116 3 3/116 12.00 3 4/116 36. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) 8.30 9.00 10.30 11.00 9.30 10.00 10.00 10.30 8.30 9.00 9.30 1/116 1/116 2/116 2/116 2/116 3/116 3/116 3/116 4/116 4/116 5/116 5/116 1 3 5 1 2 4 1 2 4 1 3 und BDM.-Werk-Gr. la/116 Uhr Schar 1 und 2 der M.-Gr. 2/116 und BDM.-Werk-Gr. 2a/116 Uhr Schar 1 und 2 der M.-Gr. 3/116 weit sie ihn nicht für den eigenen Haushalt verwenden können, zum Verbrauch in anderen Haushaltungen, namentlich auch in Familien von Einberufenen, abzugeben, oder ihn solchen Mitgliedern der Sportfischer-Vereine zu überlassen, die durch Wehrdienst, stärkste Inanspruchnahme an ihren Arbeitsstätten usw. verhindert sind, den Angelsport und BDM.-Werk-Gr. 3a/116 11.30 Uhr Schar 1 und 2 der M.-Gr. 4/116 Die Scharen treffen sich v o r dem Platz, gehen geschlossen mit ihren Führerinnen auf den Platz. Listen nicht vergessen und Sportgeräte (Bandmaß, Stoppuhr, Schlagbälle und Schleuderbälle). Sonntag, 2 6. Mai, treten alle Mädel und 11.00 . 11.30 12.00 12.30 13.00 13.30 BDM.-Werk-Mädel ebenfalls mit Sportzeug Universitätssportplatz an wie folgt: Uhr Schar 1 und 2 der M.-Gr. 1/116 Mst öim Waffen,Lena? Nommi von fflnrflno eckortchelm Universitätssportplatz wie folgt an: ' und 2 der JM.-Gr. 1/116 und BDM.-Werk-Gr. 4a/116 12.30 Uhr Schar 1 und 2 der M.-Gr. 5/116 Auch von den Mädelgruppen werden Sportgeräte mitgebracht. Die Mädel treffen sich scharweise vor dem Universitätssportplatz. Listen nicht vergessen. Damit alles reibungslos vonstatten gehen kann, erwarte ich Pünktlichkeit von allen Mädeln und Jungmädeln. Neue Strompreise für Haushaltungen. Mit Wirkung vom 1. Juni ab treten bei der Abteilung Elektrizitätswerke der Stadtwerke Gießen neue Strompreise für Haushaltungen in Kraft. Die Doppel -und Dreifachtarife werden vom gleichen Zeitpunkt ab außer Kraft gesetzt, alle übrigen Tarife behalten bis auf weiteres ihre Gültigkeit. Der Haushalttarif ist vorläufig zur wahlweisen Einführung vorgesehen. Landkreis Gießen. s. Lang-Göns, 24. Mai. Unsere Mitbürgerin Frau Anna Elisabeth Wagner Wwe., geb. Velten, Pinggasse, kann bei voller körperlicher und geistiger Frische am 27. Mai ihren 81. Geburtstag begehen. Wir wünschen der Jubilarin viel Glück für ihren weiteren Lebensabend. Schweinemarkt in Grünberg. + Grünberg, 23. Mai. Der Auftrieb betrug 138 Ferkel. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel 6 Wochen alt 26 bis 28 RM., 6 bis 8 Wochen alt 30 bis 34 RM., 8 bis 13 Wochen alt 38 bis 44 RM.. Marktverlauf: flotter Handel, ausverkauft. selbst auszuüben. Diese Verwendung des Fischereiertrages über den eigenen Bedarf hinaus schließt auch eine gewisse Versorgung anderer Volksgenossen ....... ~ B. Weiß man nicht, was man sagen soll, wenn man so viel auf dem Herzen hat? Lena fängt an zu reden. „Was wolltest du denn von mir, Hermann?" Hermann hebt aus einer glücklichen Versunkenheit den Kopf. „Ich konnte nicht warten, bis die Geldsache in Ordnung gebracht ist. Ich wollte eigentlich bis dahin nicht wieder auf den Hof kommen — aber das ist zu schwer, übermenschlich schwer: nur immer abends am Zaune stehen und nachsehen, ob dein Fenster noch hell wird — ob du noch da bist." Die Glut in Hermanns Worten steigt. „Ich mußte dich wieder einmal sehen oder wenigstens deine Stimme hören." „Und wenn ich nun fortgegangen wäre, wie du es wolltest, Hermann!" „Ich weiß nicht was dann aus mir geworden wäre. Ich habe jeden Tag gesegnet, an dem ich in deinem Fenster noch Licht sah." Lenas Hände liegen auf ihrem Schoß und sind fest geschlossen wie zu einem Gebet. „Da habe ich doch das Rechte getan." „Ja, das hast du, Lena. Ich denke, daß ein Mensch wie du immer das Rechte tun wird." „Oh, das ist schwer. Man muß grübeln und suchen." Ich weiß, aber schließlich findet man es doch, wenn man ein ordentlicher Kerl ist! — Und was sagt nun der andere, daß du nicht zu ihm kommst?" Lena schweigt noch. Aber da schießt schon wieder die Gräfesche Lei- denschaft in Hermann hoch: „Wenn ich Gottfried wäre, ich nähme dich einfach in meine Arme und trüge dich fort!" Und nun hat er sie wieder mit festem Griff bei Tageskalender für Freitag. Volkstümlicher Vortrag der Ludwigs-Universität: 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Lud- wigstraße 34, Professor Bollnow über „Volk, Sprache und Erziehung in der Zeit der Deutschen Erneuerung, III. (Arndt)". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebesschule". Notizen füt den 25. Alai. Sonnenaufgang: 5.16 Uhr, Sonnenuntergang: 21.28 Uhr. — Monduntergang: 9.00 Uhr, Mondaufgang: 24.42 Uhr. BOM., Üntergau 116, Wetterau. Stelle für Leibeserziehung. Betr.: DienstbefehlfürSamstag/Sonn- tag zu den Reichsfportwettkämp- f e n. Im Standort Gießen treten die JM.-Gruppen am Samstag, 2 5. Mai, mit Sportzeug am Wandervorschläge für den Gonnlag Die ein hübscher Blick auf den Schiffenberg. Nach einer guten Stunde erreichen wir Watzenborn, hinter dem unser Zeichen in der Nähe der Grüninger Warte auf den Pfahlgraben stößt. Das gewaltige Kulturwerk aus der Römerzeit hatte hier seine nördlichste Ausdehnung, was durch ein einfaches Denkmal mit lateinischer Inschrift (von Geh. Rat Sommer errichtet) bekundet wird. Nahezu drei Stunden, zumeist durch schöne Waldung, währt der Marsch an dem alten Grenzwall entlang, der kurz vor dem Endziel Butzbach verlassen wird. Einen reizvollen Blick auf die Wetterau genießt man noch von der Höhe oberhalb des Butzbacher Wasserbehälters, dann geht es hinab in das freundliche Städtchen. Gesamtdauer der Wanderung 4V2 Stunden. kahenfurl — Greifental — Elgershausen — Greifenstein — Herborn. Bei der Station Katzenfurt, dem Beginn der Wanderung, überschreiten wir die Bahngeleise und gehen auf der.mit zahlreichen Obstbäumen bestandenen Landstraße durch die ehemalige Hugenottenkolonie Greifenthal, an dem Forsthaus Langen- grunb, das sich einer idyllischen Lage erfreut, vorüber bis zur blauen Strichmarkierung, wo sich ein schöner Blick über das Ulmbachtal bietet. Wir folgen jetzt den blauen Strichen nach rechts und kommen an dem in einem stillen Tal liegenden Waldhof Elgershausen vorüber nach Greifenstein, wo wir nicht versäumen dürfen, die hochragenden Ruinen der ehemaligen stolzen Feste und die Kirche mit ihrem reichen Barockschmuck zu besichtigen. Prächtig ist der Blick von dort oben auf das liebliche Dilltal mit verschiedenen Orte und die umliegenden Berae. Zum Weitermarsch benutzen wir dann die rote ri-Markierung, die uns in anmutigem Wechsel von Berg und Tal auf aussichtsreichen Wegen, vorbei an dem weithin sichtbaren Merken- bacher Wasserturm, nach unserem Endziel Herborn bringt. Wanderzeit 4Vz Stunden. Gießen — Wellenberg — Wißmar — Badenburg — Wieseck. Eine hübsche Wanderung ohne Bahnfahrt ist die folgende: Wir gehen zunächst die Krofdorfer Straße entlang bis zum Wegweiser nach Launsbach und folgen dann schwarzen Punkten, die uns auf den Wettenberg, im Dolksmund „Sieben Hügel" genannt, führen. Hier treffen wir den roten Ring der Markierung „Rund um Gießen", der jetzt unser Wegzeichen bildet. Auf dem nunmehrigen Höhenweg bieten sich immerzu prächtige Blicke über das breite Lahntal mit Gießen und dem Schiffenberg im Hintergrund und in der Ferne die Höhen des Vogelsberg und des Taunus. So kommen wir nach einiger Zeit an der Waldecklärche, einem aussichtsreichen Ruheplatz, vorüber, steigen abwärts, umgehen einen großen Teil von Wißmar, überschreiten auf der Eisenbahnbrücke die Lahn, an deren Ufer wir abwärts gehen und zur Badenburg gelangen. Nach einer Erholungspause in der alten Burgruine steigen wir wieder aufwärts zur Marburger Straße, um bei dem Abzweig, der nach Daubringen führt, in den Wald einzubiegen und an den Hängen des Hangelsteins hergehend später die Ludwigsburg zu erreichen. Hier verlassen wir die Zeichen, gehen auf der Landstraße nach unferm Vorort Wieseck, um von hier nach etwa vierstündiger Wanderung die Straßenbahn zur Heimfahrt zu benutzen. Gießen — Wahenborner Weg — Watzenborn — Pfahlgraben — Butzbach. Wir beginnen unsere Wanderung an der Universitäts-Bibliothek und folgen von hier blauen Keilen, die uns während der ganzen Wanderftrecke begleiten. Den Schreiberweg und einen Teil des „Nizza" entlang führt uns das Zeichen hinüber zu den Eisteichen, weiter den alten Watzenborner Weg, eine stille Waldschneise. Unterwegs kreuzen wir die gelbe Punktmarkierung, an dieser Stelle bietet sich gesamt acht erhöht, so daß von jetzt ob vier Paarungen zum Austrag gelangen können. Die Heuchelheimer empfangen den Tabellendritten, die Elf aus Garbenteich. Den Gästen geht ein guter Ruf voraus, die Platzherren dagegen haben lange nicht gespielt, es bleibt daher abzuwarten, wie sich die Heuchelheimer Mannschaft zurechtfindet. Klein-Linden I — Steinbach I. ___ Steinbacher reisen nach Klein-Linden. Im Vorspiel konnten sie einen zweistelligen Sieg erzielen, doch diesmal dürfte es wesentlich anders werden, zumal die Gäste auf Nachwuchs zurückgreifen müssen. Die Gastgeber haben aus ihrer Niederlage in Hungen gelernt und sind keineswegs gewillt, wiederum als Punktlieferant zu gelten. VfB. - Reichsbahn II — Hungen I. Auf dem Waldsportplatz empfangen die Grünweißen den Gegner aus Hungen. Bis jetzt gelang es den Platzherren nicht, einen Sieg zu erringen, die Elf wird auch am Sonntag kämpfen müssen, zumal die Hungener durch ihren Sieg in chrem Selbstbewußtsein gestärkt sind. Grüningen I — Großen-Buseck I. Der Tabellenführer fährt nach Grüningen. Obwohl die Platzherren ihr erstes Spiel hoch verloren, darf sich der Tabellenführer nicht verführen lassen, das Spiel zu leicht zu nehmen, denn zu Hause waren die Grüninger schon immer sehr gefährlich. Trotzdem glauben wir an einen Sieg der Gäste. Handball-Länderkampf Deutschland-Ungarn. 35 Länderkämpfe, 35 Siege — das ist die stolze Bilanz der deutschen Handballspieler, die in diesen 35 Spielen ihre Kräfte mit den Vertretern von neun Nationen maßen. Die meisten Kämpfe wurden gegen Ungarn ausgetragen, das am kommenden Sonntag in Graz zum zehnten Male der Gegner der deutschen Nationalelf ist. Jedesmal waren die Magyaren tapfere Gegner, wenn sie auch stets die Ueberlegenheit Deutschlands anerkennen mußten. Das letzte Spiel fand im Oktober 1938 in Budapest statt und endete mit einem deutschen 14:5 Sieg. Am kommenden Sonntag ist die steirische Hauptstadt Graz der Schauplatz der zehnten Begegnung und diesmal steht eine deutsche Vertretung im Feld, in der man neben bewährten Nationalspielern wieder einige talentierte Nachwuchskräfte findet. An der Windmühle trennen sie sich. „Ich kann jetzt nicht mit dir zu anderen Menschen gehen", sagt Hermann. „Mit einem Wunder muß man noch eine Weile allein sein!" Auch Lena ist es nicht möglich, in die Lampenhelle der Gräfestube zu treten. Auch sie will ihr Gluck für eine Zeit für sich behalten. Aber dann ist doch alles offenbar geworden, und die Tatsache, daß Lena und Hermann sich gefunden haben, trägt die Gräfeleute aus aufgeregten Wochen in eine Zeit beruhigten Schaffens. Ein neuer Abschnitt beginnt, und als helles Licht steht an feinem Anfang die Hochzeit von Jutta und Rudolf. Rauher Herbstwind rüttelt schon an den Bäumen, als die Gräfeleute sich eines Tages auf den Weg machen, um zum Schloß Pleffen-Roda hinüberzugehen. Polterabend ist heute. Gottlob, daß man wieder Feste feiern kann! Jupp ist ganz außer Rand und Band in seiner Vorfreude. Ihm ist es gar nicht recht, daß der Umweg über den Hutberg gemacht wird. Aber das Brautpaar, Jutta und Rudolf, wollen ihren Gästen dort oben entgegenkommen und sie bei sich einholen. „Sieh, Lena, dieser weite Blick! Siehst du die Belzigbrauerei, siehst du den Krr..z der Städte, Weißenberg, Löbau, Bautzen?" Ach, jeder möchte ihr etwas Neues zeigen. Sie können- es nicht erwarten, daß sie bei ihnen ganz heimisch wird. Ja, das wollen sie alle, die Gräfeleute, die heute nun vollzählig beisammen sind. Mit Stolz sieht Christoph Gräfe auf seine Söhne. Mit allen ist er auf einmal einverstanden. Da ist der Große mit seiner Prachtfrau, die er nun bald heiraten wird, dort der Rudolf, der den Namen Grafe hinüber aufs Schloß trägt, und zuletzt der Jüngste, der Jupp, der zwar noch nicht trocken hinter den Ohren ist, aber bestimmt auch seinen Weg machen wird. „Uebrigens, Kinder! Damit ich es euch sage, da wir nun gerade mal alle beisammen sind und unseren Grafehof so vor Augen haben. Ich hab' mir Oie UebungSgemeinschast der Gießener Leichtathleten. Infolge der geringen Trainingsmöglichkeit der noch vorhandenen wenigen Leichtathleten in den einzelnen Vereinen wurde bereits in einer früheren Arbeitstagung der Bezirksführung 8, Gießen, darauf hingewiesen, daß alle Leichtathleten zu einer Uebungsgemeinschaft zusammengefaßt werden sollen. Das Fachamt Leichtathletik hat nunmehr die hierzu erforderlichen Vorarbeiten beendet und beginnt bereits in der nächsten Woche mit einer planmäßigen Schulung. Ganz besonderer Wert wird dabei neben der notwendigen Führung der Spitzenleistung auf eine gute Entwicklung de r Breite n a r b e i t gelegt. Die Traningsstunden sind zeitlich so festgelegt, daß es jedem möglich ist, daran teilzunehmen. Insbesondere sollen neben den Aktiven die Jugendlichen und die Frauen teilnehmen. Erst- mals findet ein Trainingsabend am kommenden Mittwoch- auf dem Sportplatz des VfB.-Reichsbahn statt. Sofern eine gute Beteiligung festzustellen ist, wird dieser Trainingsabend fernerhin an jedem Mittwoch durchgeführt. Mit diesem Training werden gleichzeitig zur Steigerung der Leistungen in einigen Konkurrenzen Abendwettkämpfe durchgeführt. Die Festlegung der einzelnen Wettbewerbe erfolgt jeweils vor Beginn und wird sich im übrigen nach der Teilnehmerzahl richten. Vorherige Meldungen hierzu sind nicht erforderlich. Bei dieser Gelegenheit sei gleichzeitig darauf hingewiesen, daß auch in diesem Jahre die Vereinsmeisterschaften in der Leichtathletik für Männer, Frauen und Jugend zur Durchführung gebracht werden. Nun wird es an dem guten Willen der NSRL.° Gemeinschaften und seiner Mitglieder liegen, diese Gemeinschaftsarbeit zum Erfolg zu führen; die Bezirksführung und das Fachamt Leichtathletik werden keine Mühe scheuen, den Sport auch während des Krieges in jeder Hinsicht vorwärts zu bringen. Spannende Kämpfe in der 2. Klaffe. Heuchelt; eim I — Garbenteich I. Nachdem sich nunmehr auch Heuchelheim bereit erklärt hat, an den Spielen um die Kriegsmeisterschaft teilzunehmen, hat sich die Zahl der Vereine auf ins- der Hand. Ganz nah sind seine Augen über den ihren. „Sag', was soll nun werden?" „Gottfried wird eure Erni zur Frau nehmen — wir haben eingesehen, daß wir nicht zueinander passen, er und ich. Unsere Liebe war ein Irrtum." Ruhig bleiben bei dieser Erklärung, wenn man ein Gräfe ist? Aufgesprungen ist Hermann, rennt vor Lena hin und her, die Hände im Kreuz verkrampft. Und dann steht er ganz still vor ihr und schaut in ihre Augen. „Ist das wahr, daß du mich, liebst?" Was braucht es Antwort! Eine lange, unausdenkbar schöne Zeit liegt vor ihnen, alles, was sie füreinander auf dem Herzen haben, in tausend kleinen Liebestaten auszusprechen. Hermann schließt Lena in die Arme. Beide wissen, wie ernst das Leben ist, wissen, welche Verantwortung sie tragen. Aber sie wissen auch, daß sie alles miteinander teilen werden, Gutes, Ungutes, so wie es ihnen geschickt wird. ,Zch muß nun heim", sagt Lena, und sie meint damit den Gräfehof. „Heim", sagt auch Hermann und atmet tief. Er sieht dabei nicht hinter sich, wo jenseits des Wassers im Schatten der Heidekiefern die Belzigbrauerei liegt, sondern er geht mit Lena gegen Westen, wo im Licht der Abendsonne der Rodaer Kirchturm sichtbar wird. Von der Napoleonlinde herab blicken sie auf das geliebte Land mit den Dörfern und Städten, Wiesen und vielen mattschimmernden Teichen und breiten Aeckern. Schlanke Kirchtürme, dunkle Bergkuppen, bevor die große Ebene meer- wärts läuft. Lausitzer Land! Während sie wieder abwärts steigen, erzählt Lena alles, was sich im Gräfehof ereignet hat. Wie Jutta die endgültige, glückliche Lösung der Autobahnfrage verkündet hat, wie der Vater Gräfe zuerst auf einer Woge der Freude hochgetragen, schließlich wieder den Kopf hängen ließ, weil Hermanns Forderung auf ihm lastete. „Ich habe ihm alles gesagt, Hermann, wie es zwischen uns wird. Und daß ich ihm nun die Last abnehmen werde. Mein Erbteil, wenn auch nicht so groß wie das der Gräfekinder, hilft uns allen!" Gehr feste Aktienmärkte. Auch Renten lebhast begehrt. Frankfurt a. M., 23. Mai. Im Gegensatz zu den Weltbörsen, insbesondere London und Neuyork, die täglich enorme Kurseinbrüche erlebten, setzten die deutschen Wertpapiermärkte ihre Aufwärtsbewegung kräftig fort. Der Ablauf der militärischen Ereignisse führte zu umfangreichen Käufen der Kundschaft und des Berufshandels, und das Geschäft nahm zeitweise lange nicht erlebte Ausmaße an, weil auf dem erhöhten Stand auch Gewinnmitnahmen erfolgten und außerdem bestimmte Stellen den Anstieg durch Treuhänder-Abgaben etwas bremsten. So kam es auf nahezu allen Gebieten des Aktienmarktes zu fast täglichen durchschnittlichen Kursgewinnen von 1,50 bis 3 v. H., wobei verschiedene Spezialwerte auch darüber hinaus befestigt waren. Als ganz besonders gesteigert seien Schiftahrts- papiere erwähnt, von denen sich Hapag am 23. Mai auf 92,50 gegen 76,40 am 17. Mai und Nordd. Lloyd auf 93,50 gegen 77,40 v. H. stellten. Im übrigen wurden weiterhin westdeutsche und badische Werte bevorzugt. Arn letzten Derichtstage erfuhr die Steigerung eine Bremsung. Einsichtige Bank- kreise wiesen ihre Kundschaft darauf hin, daß trotz der berechtigten Zuversicht die augenblickliche einseitige Orientierung auf die Dauer nicht tragbar st- Es ist zweifellos weniger die Aufgabe als die Eigenart der Börse, kommende Ereignisse in der Kursentwicklung sozusagen vorwegzunehmen. Man muß aber auch berücksichtigen, daß in den letzten Monaten große Beträge Anlage suchten, die bei einem kommenden Umschichtungsprozeß wieder anderweitig gebunden werden. So kam es vielfach zu leichten Verkäufen, die aber, gemessen an den oor- angegangenen Steigerungen, nur geringe Rückgänge auslösten, zumal weitere Käufe erfolgten. Vom Be- rufshandel wurde stark beachtet, daß die Staats- zeche Hibernia AG. im Hinblick auf die allgemeine Zinspolitik ihre Dividende um 1 v. H. auf 4 v. H. senkte. Die Börse behielt feste Grundstimmung. An den Rentenmärkten erfuhr die Lage keine Veränderung. Die Nachfrage setzte sich unvermindert fort. Das Geschäft fand aber in dem beschränkten Angebot weiterhin seine Grenze. Größere Umsätze entwickelten sich in 4'/rprozentigen Reichsschatzanweisungen, ferner in verschiedenen 4prvzen- tigen Werten. Sehr fest lagen erneut Reichsanleihe- Altbesitz, die einen neuen Rekordhöchststand von 150 v. H. (in der Vorwoche 147,75) erreichten. Auch andere Altbesitzanleihen zogen entsprechend an. Ruhiger lagen Industrie-Obligationen und Stadtanleihen, während am Pfandbriefmarkt nach wie vor reine Geldnotierungen vorherrschen. Unter lebhaften Schwankungen gingen schließlich 7prozentige Reichsbahn-Vorzugsaktien um, die sich zwischen 129,50 bis 130,50 bewegten. Das war eine Gtuka-Bombs. Eine einzige deutsche Bombe, die ein Sturzkampst flieget auf einen Bahnhof in Belgien abwarf, riß diesen riesigen Sprengtrichter auf, wodurch die Gleisanlage zerstört und damit eine Verbindung bes Gegners unterbrochen wurde. (PK.-Schlickum-Scherl-M.)