GletzenerAnzeiger Offene Drohungen gegen die Tieuiralen der Un- m Lange, tsdruckerei hamnn, Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse MengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. Mptmarkt kälber M erlauf. Es en 35 bis ),5, Kälber 25 bis 44, Marburg hat sich dank der aufopferungsvollen Pflege der norwegischen Aerzte erheblich gebessert, so daß nach menschlichem Ermessen keine Lebensgefahr mehr besteht. Das Befinden der drei Besatzungsmitglieder der „Altmark", die im St.-Joseph-Spital in Kristiansand untergebracht sind, ist durchaus zufriedenstellend. Wie die Engländer die LIGA -Post beschlagnahmen. Neuyork, 23. Febr. (Europapreß.) lieber die am 18. Januar erfolgte Beschlagnahme von Post an Bord des amerikanischen Transatlantik-Flugbootes bei feiner Zwischenlandung auf den Bermudas veröffentlicht jetzt die amerikanische Presse Augenze u g enfoeri cht-e. Danach wasserte am 18. Januar das amerikanische Flugboot planmäßig auf dem Flughafen der Pan- american Airways vor Darrell-Island. Nachdem die Passagiere das Flugboot verlassen hatten, erschienen britische Zensurbeamte und verlangten von dem amerikanischen Flugkapitän Sorber die Auslieferung der Po st. Auf die Frage nach dem Grund dieses ungewöhnlichen Ansinnens erklärten die Engländer: „Zensuranordnung der britischen Regierung!" Der Flugkapitän entgegnete: „Das können Sie nicht tun. Dies ist ein amerikanisches Flugzeug!" Die englischen Beamten antworteten darauf: „0 doch, wir können die Post wohl beschlagnahmen. Sie befinden sich auf den Bermudas!" Flugkapitän Länder ließ sich jedoch nicht einschüchtern und erklärte: „Ich gestatte niemand, außer dem Hafenarzt, das Betreten des Flugbootes. Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um eine Entfernung der Post zu verhindern. Ich muß Sie auffordern, das Flugzeug sofort zu verlassen." Hierauf zogen sich die Engländer zurück, jedoch gab ihr Anführer ein weithin vernehmbares Pfeifensignal, worauf sich eine Motor barkasse mit englischen Marinesoldaten mit größter Geschwindigkeit dem amerikanischen Flugboot näherte. Mit aufgepflanztem Seitengewehr stiegen dann die englischen Marinesoldaten auf das amerikanische Flugboot und bemächtigten sich der amerikanischen Postsäcke. Dem Flugkapitän blieb nichts anderes übrig, als der Gewalt zu weichen. Er verließ ferne Maschine und legte bei den englischen Behörden schriftlichen Prote st ein. Mit Ausnahme der für England und Frankreich bestimmten Post wurden sämtliche Postsäcke an Bord des amerikanischen Flugbootes beschlagnahmt. Trotz dem amerikanischen Protest, der von Washington in der Zwischenzeit in London vorgebracht worden ist, setzen die Engländer auf den Bermudas ihre Zensur der amerikanischen Post fort Stockholm, 23. Februar. (Europapreß.) ter der Überschrift „Neue Kriegsschauplätze gesucht" beschäftigt sich „Stockholms Tidningen" mit der Lage der Neutralen und dem englischen Wunsch nach Ausweitung des Krieges. Churchill habe auf die englische Regierung einen großen Einfluß, er habe im letzten Weltkrieg bewiesen, daß er sich skrupellos über Rücksichten hinwegsetzte, wenn damit der Kriegführung Englands gedient sei. Die C o s s a ck"- Affäre fei zweifellos das Werk Churchills, und das harte Auftreten Englands gegen Norwegen stelle nur eine erste Einleitung zu einer Aktivität Englands gegen Norwegen dar. Chamberlain hat nach einer Kopenhagener Meldung auf Druck Churchills die sofortige Verstärkung der englischen Propaganda gegen die neutralen Staaten angeordnet. Jnformationsministerium und Rundfunk wurden angewiesen, schon vor Beginn der Kopenhagener Außenministertagung die skandinavischen Staaten unter verstärkten Druck zu Nehmen. Die norwegische Haltung wird in London als „offene Herausforderung^ angesehen und dementsprechend von der Presse behandelt. Der französische Rundfunk und die Pariser Presse haben von der englischen Regierung Anweisung erhalten, in ihrer Propaganda die gleiche Linie einzuhalten, wie das m England geschieht Das bedeutet das offene Eingeständnis des englischen Zieles, den Krieg auf die neutralen nordischen Staaten auszudehnen. Daß die Urheber des Cossack"-Ueberfalls noch den Mut haben, die norwegische Haltung als angebliche Herausforde- i nt fctt' I * d.» .Unbk wirb I Endliche,, | die die;. ' Hi. 1 Uhr i»iD Besatzungen von Kriegsschiffen, die sich während der völkerrechtlich erlaubten Zeit von 24 Stunden in einem neutralen Hafen aufhalten. Dabei wird auch kein Unterschied hinsichtlich der Form gemacht, in der die Wehrmachtsangehörigen das neutrale Land aufsuchen, und Schiffbrüchige werden nach diesen Empfehlungen ebenso behandelt wie die Besatzungen von Schiffen, die noch seetüchtig sind. Die Empfehlungen sehen ferner vor, daß die Staaten, denen die Internierten angehören, vom Augenblick der Internierung ab sich in keiner Weise mehr in Fragen einmischen dürfen, welche die Situation und Beschäftigung des Internierten betreffen, noch von diesem verlangen dürfen, daß er weiter ihre Befehle ausführe. Bisher liegen zu den Empfehlungen über eine Vereinheitlichung des Jnternierungsrechtes in Amerika argentinische Pressestimmen vor, die durchweg zustimmend sind. Man wird das Echo aus den anderen Ländern abwarten müssen, kann aber jetzt schon die Vermutung aussprechen, daß eine Annahme dieser Empfehlungen durch die meisten amerikanischen Regierungen wahrscheinlich ist. Darüber wird man jedoch nicht vergessen, daß die Behandlung der Jnternierungsfrage nicht zu den wichtigsten Problemen gehört, deren Bereinigung man von der Neutralitätskonferenz erwartet, und daß die Melierten — von denen der nordamerikanische inzwischen bereits die Heimreise nach Washington angetreten hat — die Konferenzpause im Februar kräftig ausnutzen müssen, soll die Konferenz den an sie geknüpften Erwartungen entsprechen und in den wirklich großen Fragen der amerikanischen Neutralität, wie denjenigen der Respektierung der neutralen Zone und des Schutzes der Neutralen gegen Wirtschaftsschädigung durch Blockade, Konterbandelisten, schwarze Listen usw. gängbare Wege weisen. rung zu bezeichnen, richtet sie in den Augen Weltöffentlichkeit von selbst. Französische presse im Londoner Fahrwasser. wart fjj, ; Nn' 1 fastet, Mafien Elnblis geben W an» langen in Mer unb Dorten iss ;il)en unä J) ■a 4.1°' ü 116 a Samstag, 2V$onnfag, 25. Februar MO ▼ - - Annahme von Anzeigen k für bte Mittagsnummer ' bis8'/?UhrdesVormittaas Zn Eis und Schnee. Der russisch-finnische Krieg scheint irt eine neue Phase getreten zu fein. Die Finnen müssen zugeben, daß es den russischen Truppen gelungen ist, in die Mannerheim-Linie einzubrechen, deren vorderste Stellungen an mehreren Punkten von den Finnen geräumt werden mußten. Damit haben die Russen auf dem wichtigsten Kriegsschauplatz einen Erfolg zu verzeichnen, um den sie drei Monate hindurch schwer gerungen haben, denn die - Mannerheim-Linie, nach dem finnischen Oberbefehlshaber, Feldmarschall Mannerheim, genannt, sollte die Karelische Landenge zwischen Ladoga-See und Finnischem Meerbusen gegen den von Leningrad her vermuteten Angriff der Russen verteidigen und sie hat überraschend lange ihre Aufgabe erfüllt, wobei freilich wie auf allen Schauplätzen dieses sich über gewaltige Entfernungen hin erstreckenden Kriegstheaters unter dem Polarkreis der selbst für diese nördlichen Breiten ungewöhnlich harte Winter der beste Verbündete der finnischen Verteidiger war, ein besserer jedenfalls als die westlichen Demokratien, deren großsprecherische Hilfe sich vorläufig auf eine Handvoll Freiwillige, die zudem meist als Angehörige des Roten Kreuzes kamen, auf veraltete Flugzeuge und unzulängliches Kriegsmaterial beschränkte. Das ist ja überhaupt die besonders bittere Seite dieses Dramas, das sich dort oben im hohen Norden abspielt, daß die Finnen trotz des warnenden Beispiels, das die französisch-britische Garantie für Polen und die klägliche Rolle, die England und Frankreich dann während des deutsch-polnischen Feldzuges gespielt haben, ihnen vor Augen geführt hatten, doch gemeint haben, sich auf die Westmächte verlassen zu können. Als Rußland im Herbst vorigen Jahres zu einer Revision der Stellung schritt, die ihm der Ausgang des Weltkrieges durch das Entstehen der sog. Randstaaten und eines selbständigen Finnlands im Nordwesten seines Reiches auferlegt hatte, hatten feine Bemühungen um den Zugang zu eisfreien Häfen der Ostsee und seine militärische Sicherung insofern Erfolg gehabt, als sowohl Estland wie Lettland einsichtig' genug waren, in Verhandlungen mit Moskau den Russen soweit entgegenzukommen, daß Rußland wieder feine traditionelle Stellung als Ostseemacht beziehen kann, ohne daß die Integrität und Souveränität der Randstaaten angetastet wurde. In Helsingfors fehlte indessen diese Einsicht, als sich die Russen mit ähnlich gearteten Forderungen an Finnland wandten. Die Russen wünschten damals eine Vorverlegung ihrer Grenze auf der Karelischen Landenge, weil man es als untragbar ansah, daß diese Grenze nur knapp 50 Kilometer von Leningrad entfernt war, ferner wünschten sie den einst im Frieden von Dorpat 1920 an Finnland abgetretenen Petsamo- Korridor zurückzuerhalten, um damit neben Murmansk auf der andern Seite der Fischerhalbinsel einen zweiten eisfreien Zugang zum offenen Meer zu erhalten, denn Wladiwostok am entgegengesetzten Ende des Riesenreiches ist, obwohl fast dreißig Breitengrade südlicher, also etwa auf der Höhe Südfrankreichs gelegen, mehrere Monate hin- Die amerikanische Neutralität Von unserem as-Korrespondenien. pv. Jahrgang Itr.^z Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt »I en W : „Neutralität - eine Fabel". England und Frankreich setzen die Daumenschrauben den neutralen Staaten auf. Sie brandmarken die „passive Neutralität", d.h. die eigenständige Neutralität und verlangen unverhüllt eine Polizeiaktion in den skandinavischen Ländern. Der „Temps" schreibt: „Finnland helfen, bedeutet Hitler-Deutschland einen direkten Schlag zu versetzen und den Krieg aus der Bewegungslosigkeit zu erlösen." Die Westmächte müßten „die Initiative des Krieges noch akzentuieren". Die belgische Presse hat nun die Gewohnheit, sich aus Pans und London von Journalisten bedienen zu lassen, die hauptberuflich an den Blättern dieser beiden Städte arbeiten. So führt denn der Leitartikler des „Temps", den wir eben zitiert haben, auch im Brüsseler „Soir" aus, daß alle Prinzipien in der allgemeinen moralischen Verwirrung ihren Sinn verloren hätten. Die Unabhängigkeit und Neutralität der nordischen Staaten müssen endgültig darauf geprüft werden, wie weit „diese beiden Begriffe überhaupt noch mit der Wirklichkeit der Tatsachen übereinstimmen". Dann kommt die Schlußfolgerung: „Die Lage der nordischen Staaten ist schwierig: sie wird sich so lange nicht bessern, als die nordische Neutralität nicht im Sinne der We st Mächte gehandhabt wird." Der in London, seßhafte polnische Jude Augur- Poljakow beschäftigt sich über die skandinavischen Länder hinaus mit den neutralen Staaten überhaupt und sagt: „Die Neutralität der kleinen Staaten ist eine Fabel, die nur so lange Geltung hat, als die stärkeren Mächte sie respek- t i e r e n wollen.^ Den neutralen Läydern wird damit gedroht, daß die Westmächte, die 1919 die Neutralen von den Pariser Friedensverhandlungen ausgeschlossen haben, diesmal nach dem Krieg ihre wirtschaftliche und militärische Vorherrschaft den neutralen Staaten klar mach en werden. Ihrer Geduld sei nur eine sehr enge Grenze gezogen. Wenn die Neutralen ihren Handel mit Deutschland fortsetzen, so könnten sie eines Morgens ohne jede Vorankündigung vor neuen Tatsachen stehen. — Diese Zeugnisse sind wohl so klar, daß ein zusätzliches Wort nur ihren Eindruck schwächen könnte. £>ie englischen Krjegsauswettungspläne. Brüssel, 24. Febr. (Europapreß.) Die Pariser Presse wendet ihr Interesse erneut der Haltung der West möchte gegenüber den Neutralen zu und hält es dabei für angebracht, in anmaßendem Tone düstere Drohungen auszustoßen. „Ordre" und „Oeuvre" geh-en dabei soweit, Norwegen das Recht abzusprechen, selbst über die Verteidigung seiner Derritorialgewässer zu wachen. Das „Ordre" begrün* det diese französische Anmaßung damit, „daß die Westmäckste keine Einschränkungen ihrer Souveränität hinnehmen könnten". Gleichzeitig versucht das Blatt, die Neutralen mit dem Hinweis einzuschüch- tern, daß binnen kurzem zwischen den Westmächten und der Gesamtheit der Neutralen noch andere Fragen erörtert würden, nämlich im Zusammenhang mit der Blockade der Westmächte gegen die deutsche Ausfuhr. Das Blatt spricht von der bisher „umsichtig" ausgeübten englisch^französischen Seekontrolle und kündigt an, daß die seither gewährte „Gnadenfrist" bald enden würde. Das bisherige englisch-französische Vorgehen sei ungenügend. Nach diesen Andeutungen stcht also eine wesentliche Verschärfung der Blockademaßnahmen gegenüber den Neutralen bevor. In einem Artikel des „Matin" wird für die Westmächte das Recht in Anspruch genommen, „nachzusehen, was bei den Neutralen vor- gehe", während im „Jour" eine scharfe Attacke gegen die Neutralen geritten wird, die es wagen, als Lieferant Deutschlands aufzutreten. Zu neuer Aeutralitäisverlehung aufgefordert. Oslo, 24. Febr. (Europapreß.) Die norwegische „Handels- und Schiffahrts-Zeitung" befaßt sich mit der englischen Presse, in der mit einem Angriff auf d i e Verschiffung von Erzen aus Norwegen, also mit einem neuen Uebergriff gegen die norwegischen Hoheitsrechte, gedroht wird. Das Blatt führt aus: „Die englische Presse scheint vergessen zu haben, daß die Erzverschiffungen aus Narvik in llebereinftimmung mit dem Handelsab kommen zwischen England und Schweden vonstatten gehen. Das Erz, das in dem norwegischen Hafen Narvik verladen wird, ist schwedisches Erz. Es verwundert uns, daß England Norwegen wegen dieser Transporte angreift, nachdem England feinen schwedischen Freunden das Recht zum Erzexport zugestanden hat. Wir erwarten nicht, daß man auf uns Norweger viel Rücksicht nehmen wird, aber mit Schweden ist das etwas ganz anderes. „Daily Expreß" fordert Mister Churchill jetzt auf, die norwegische Neutralität entgegen einer ausdrücklichen Abmachung zwischen England und Schweden zu brechen. Wir werden dem „Daily Expreß" diesen Vorschlag genau so wenig vergessen wie die unbewiesenen Beschuldigungen wegen der Versenkung von englischen Schissen in norwegischen Gewässern und wie die Tatsache, daß der englische Premierminister es unterlassen hat, der englischen Oeffentlichkeit volle und richtige Auskunft über den Fall „Cossack" zu geben. Oer Dampfer „Attmark" wieder freigekommen. B e r 11 n , 23. Febr. (DNB.) Der Dampfer „Alt- mar k", der sich, um der Kaperung durch die Engländer zu entgehen, noch während des Ueberfalles mit dem Heck auf Strand gesetzt hatte, ist jetzt durch hervorragende Leistung des Kapitäns und feiner Besatzung wieder freigekommen und liegt im Jössing-Fjord vor Anker. Der Zustand der im Krankenhaus in Kristiansand liegenden schwerverletzten deutschen Seeleute Buenos Aires, 22. Februar 1940. Panama-Konferenz aller amerika- mschen Staaten, die bereits gegen Ende des ersten Knegsmonates stattfand und Normen für die Neu- : trahtat der amerikanischen Länder in diesem Kriege : festlegte, hat unter anderem zwei st ä n d i g e Ausschüsse ins Leben gerufen, von denen der eine sich mit Wirtschasts- und Finanzfragen, der andere mit Fragen der Neutralität zu beschäftigen hat. Wahrend der Wirtschafts- und Fi- nanzaus schuß bereits im November in Wa- I {gington seine erste Zusammenkunft abhielt und dabei namentlich die Frage der Schaffung einer ! „amerikanischen Zentralbank"' einer Prüfung unterzog, trat der amerikanische Neu- - tralitats aus schuß erst Mitte Januar in I N i o de Janeiro zu seiner ersten Tagung zusammen. Sieben amerikanische Nationen, darunter die größten des Kontinents, USA., Brasilien und Argentinien, sind in diesem Ausschuß und auf der ' Konferenz von Rio de Janeiro vertreten, deren ! Leitung der brasilianische Delegierte Mello Franco innehat. - Kürzlich wurde bekannt, daß die Neutralitäts- i fünferen^ von Rio de Janeiro beschlossen hat, wäh- ! rend des Monats Februar, abgesehen von den Tagungen verschiedener technischer Unterkommissionen, keine Sitzungen abzuhalten, sondern die sachlichen Konferenzberatunaen bis Ende dieses Monats zu vertagen. Inzwischen ist es den Delegierten freigestellt, Rio de Janeiro zu verlassen und in j ihre Länder zurückzukehren, um notfalls persönlich neue Instruktionen ihrer Regierungen einzuholen. Lediglich für Dringlichkeitsfälle ist die Einberufung der Konferenz durch den Präsidenten im Laufe des Monats Februar vorgesehen. Gleichzeitig mit der Vertagung der Neutralitätskonferenz wurde I eine Verlautbarung der Regierung von Uruguay bekannt, in welcher diese daran erinnert, daß die I Panama-Konferenz seinerzeit dem Neutralitätsausschuß die Behandlung der Frage der Blockadelisten I und der sogenannten „schwarzen L i st e n" über» I wiesen habe, ohne daß der Ausschuß sich bisher auf I seiner Tagung in Rio de Janeiro zu dieser alle I neutralen amerikanischen Länder angehenden Frage | geäußert hat. lieber die Vorgänge auf der Konferenz, die zu I dem mindestens als ungewöhnlich anzusprechenden I Beschluß ihrer Vertagung für einen Monat führten, I ist wenig an die Oeffentlichkeit gedrungen, wie sich I überhaupt die bisherige Berichterstattung über die I Tagung von Rio de Janeiro im wesentlichen auf I die Wiedergabe der Konferenz-Kommuniques be- I schränkt hat. Betrachtet man das, was die Konfe- I renz bisher tatsächlich besprochen und beschlossen I hat, im Lichte der Aufgaben, die ihr zu lösen blei» I den, so Lommt man zu dem Schluß, daß der Weg | der Vertagung offenbar gewählt wurde, um Zeit I und die Möglichkeit zu gewinnen, eine Einigung I über die wesentlichen Fragen vorzubereiten. In der Tat sind die Probleme, zu denen sich die I Neutralitätskonferenz zu äußern hat, dis sie aber I bisher noch nicht behandelte, erheblich zahlreicher I und wichtiger als die, mit denen sie sich bereits be- I schäftigte. So heißt es in dem Beschluß der Pa- I nama - Konferenz über Kriegskonterbande und I schwarze Listen, daß der Neutralitätsausschuß „so- I gleich mit dem Studium dieser Fragen beginnen I und individuelle oder kollektive Aktionen emp- I fehlen solle, welche die amerikanischen Regierungen I unternehmen werden, um die nachteilige Wirkung I der Blockadelisten und anderer Wirtschaftsmaßnah- I men auf den Handel der amerikanischen Republiken I zu verhindern ..." Bisher aber hat sich der Neu- I tralitätsausschuß mit diesem Problem — wie aus I der Verlautbarung der uruguayifchen Regierung I hervorgeht — noch nicht beschäftigt, wahrschein- I lief), weil es bisher noch nicht möglich war, unter I, den auf der Konferenz vertretenen sieben Staaten I eine einheitliche Haltung in dieser Frage herzu- I stellen. Mehr noch, man hätte erwarten dürfen, daß ■ der Neutralitätsausschuß, ber beim Beginn feiner I Konferenz gerade die englische Antwort- I note auf den amerikanischen Protest vom 23. De- I zember wegen der Verletzung der in Panama oe- I schlossenen Neutralitätszone (durch die Seeschlacht I von Punta del Este und andere kriegerische Ereig- I Nisse innerhalb dieser Zone) vorfand, sich für die I Behandlung dieser Frage als zuständig erklärt hatte. I Denn die englische Note rollt die Frage des ame- I rikanischen N e u t r a l i t ä t s g ü r t e l s m grund- I sätzlicher Form auf und enthält eine glatte Ab- I l e h n u n g dieser völkerrechtlichen Neuerung. Als I solche ist die Antwort, wie das Interview der I argentinischen Zeitung „La Naci6n" rmt Außen- I Minister Cantilo beweist, auch von amtlicher argen- I tinischer Seite aufgefaßt worden, und Cantilo yar I in seinen Erklärungen bereits die Erwiderung vor- I gezeichnet, welche die Note von den amerikanischen I Staaten erhalten müßte. Um so verwunderlicher ist I es, daß in Rio de Janeiro bisher in dieser Frage |o ■ gut wie nichts erfolgt ist, was nur den Schluß zu- I läßt, daß auch in diesem Punkte noch f ein e I Einigung möglich war. Bekanntlich stieß schon I die Abfassung der amerikanischen Protestnote vom I 23. Dezember 1939 auf Schwierigkeiten, da Argenti- I nien sich für eine schärfere Fassung entsetzte und I namentlich die Aufnahme der Androhung von I <5 a n f t i o n e n gegen Schiffe der Kn eg führenden I die sich einer neuen Verletzung der Neutralitatsz I schuldig machten, verlangte. Nach.langwierigen Ver- I Handlungen setzten die Argentinier Meß «h Ae I Forderung durch. Auch jetzt war Argentmlen, wie ■ aus der unmittelbar auf die Veröffentlichung I englischen Antwort erfolgten Erklärung des Auß n I Ministers Cantilo hervorgehU wiederum d^iemge I Land, das - obwohl die Schaffung der Neutra I l'tätszone auf einen nordamerikanischen Vorschlag I zurückgeht — am energischsten auf der Respektierung I des Neutralitätsgürtels durch die Kriegführenden I bestand. Unter den wenigen Fragen, über die es im Neutralitätsausschuß zu Verhandlungen und schließlich auch zu einer Einigung kam, ist diejenige der J n- ternierung von Wehrmachtsangehörigen kriegführender Staaten die wichtigste, um so mehr, als kürzlich, nach der Internierung der Besatzungsmitglieder des „Admiral Graf Spee" in Buenos Aires und Montevideo, Auseinandersetzungen über die völkerrechtliche Zulässigkeit dieser Maßnahmen entstanden. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Empfehlungen, welche die Neutralitätskonferenz in der Form von acht Artikeln an die amerikanischen Regierungen richtete, nicht zuletzt mit Rücksicht auf diese Auseinandersetzung besonders weitgehend gefaßt worden sind und so gewissermaßen den Versuch darstellen, das Vorgehen der argentinischen und der uruguayischen Regierung, das ja hinsichtlich der Internierung der Besatzungsmitglieder des deutschen Schiffes Vorstellungen der Reichs- regierung heroorrief, nachträglich zu rechtfertigen. Die Empfehlungen stellen u. a. fest, daß für die Jnternierungsmaßnahmen die Haager Konvex tionen V und VIII sowie die hierzu erlassenen internen Bestimmungen der einzelnen amerikanischen Nationen maßgebend seien. Interniert sollen grundsätzlich alle Wehrmachtsangehörigen der kriegführenden Nationen werden, die, einzeln oder in Gruppen, das Gebiet eines neutralen amerikanischen Staates betreten, abgesehen von denjenigen, die das mit besonderer Erlaubnis des betreffenden neutralen Staates für eine begrenzte Zeit tun, wie z. B. uefl D.&rtuM i Naturfreund Ä ite Kreatur | । Wasser, > und Halm rrl Otto Bartels. Mraufnahinm m Leben der nie- Oerwell mit er« ibenBilbunteti :n, Namensan« . ausführlichem 52 Seiten). M Geleitwort von |.-Dr.®eegenet, rfität Berlin. 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Die Russen boten Finnland neben erheblichen wirtschaftspolitischen Vorteilen noch umfangreiche Gebietsabtretungen in dem zum Teil von finnischen Lappen bewohnten Ostkarelien als Kompensation an, aber in Helsingfors waren Kräfte am Werk, die einen friedlichen Ausgleich verhinderten, dann freilich, als es zum Kriege kam, das irregeleitete Finnland elend im Stich ließen, denn mit ein paar Freiwilligen und veralteten Flugzeugen BARENT6-SEE ORDMEER UNION ;^l"^)REVAL iUhtchpcrf ESTLAND läßt sich der Kampf eines 3Vs-Millionen-Volkes gegen die russische Weltmacht nicht beeinflussen. Wenn auch Rußland nur die Truppen der nordwestlichen Militärbezirke aufbot, so waren diese doch in einer Stärke von etwa 500 000 Mann der finnischen Armee, die etwa 350 000 Mann im Höchstfälle mobil gemacht haben dürfte, zahlenmäßig beträchtlich überlegen. Auch waffentechnisch waren die Russen, die mehrere hundert Panzerwagen und eine starke Luftflotte einsetzen konnten, den Finnen weit voraus, da diese wehrwirtschaftlich in hohem Maße vom Ausland abhängen und bei den finanziell begrenzten Mitteln des dünn bevölkerten Landes über leiftungs- fähige eigene Waffen- und Munitionsfabriken kaum verfügen. Freilich hat die kleine finnische Armee eine vorzügliche Ausbildung genossen und wird von einem ausgezeichnet geschulten Ofsizierkorps geführt. Der finnische Oberbefehl liegt in den Händen des schon genannten Feldmarschalls Mannerheim, die russischen Truppen werden von General Stein geführt. Den Russen lag daran, sich möglichst schnell in den Besitz der umstrittenen Gebiete zu setzen. Das gelang ihnen zuerst im äußersten Norden, wo der schmale Petsamo-Korridor, der zwischen russischem und norwegischem Gebiet Finnlands Zugang zum Eismeer darstellt, von den schwachen finnischen Grenztruppen gegen den russischen Vorstoß nicht zu halten war. So besetzten die Russen am 1. Dezember den Hafen Linahamari und den finnischen Teil der Fischerhalbinsel und drangen dann entlang der erst vor wenigen Jahren vollendeten berühmten Eismeerstraße, die über mehr als 500 Kilometer hinweg den Eisenbahnendpunkt Rovaniemi mit Linahamari verbindet, nach Süden bis nach Nautsi am Südende des zu Norwegen gehörenden Gebietsstreisens vor. Dann wurde die Kälte, die in diesen arktischen Tundren die Temperaturen unter 40 Grad sinken ließ, zum besten Verbündeten der finnischen Verteidiger. Die ungeheuren Entfernungen und das Fehlen von Straßen erschwerte den Russen das Heranbringen von Nachschub und Verstärkungen, sie konnten ihre zahlenmäßige Ueberlegenheit nicht entfalten, der Einsatz von Kraftwagen wurde durch Schnee und Kälte äußerst erschwert, die Russen zogen sich daher auf Salmiiärvi zurück. Damit ist es hier zu einem Stillstand der Operationen gekommen. Der wichtigste Abschnitt des Kriegsschauplatzes wurde natürlich die Karelische Landenge zwischen Ladoga-See und Finnischem Meerbusen. Hier war die schon genannte Mannerheim- Linie, die von Taipale im Osten über Suwanto und Summa nach Koivisto (dem einst viel genannten Björkö) verläuft, das Rückgrat des finnischen Widerstandes gegen den russischen Vorstoß. Die Mannerheim-Linie wird als ein im Gegensatz zum deutschen Westwall und der französischen Maginot- linie loses System von MG.-Nestern und betonierten Artilleriestellungen geschildert, das unter geschickter Ausnutzung des außerordentlich unübersichtlichen, von zahlreichen Seen durchzogenen Geländes angelegt ist und als Rückhalt den Duok, den sich seen-> artig verbreiternden Ausfluß des Saimaa-Sees, in die Verteidigung einbezogen hat. Dieser Befesti- aungsgürtel ist auch durch Landminen stark verseucht, so daß die Russen hier vor einer schwierigen Aufgabe standen. Mehrere Durchbruchsver- suche, die die Russen zu Anfang des Krieges mit fünf Infanterie- und einer Panzer-Division unternahmen, blieben denn auch in den ersten finnischen Verteidigungslinien stecken. Das war wohl auch der Grund für den Versuch, die Mannerheim-Linie nördlich des Ladoga-Sees zu umgehen. So wurde von Petrosawodsk aus der Angriff einer dritten russischen' Armeegruppe angefetzt, der bis Tol- vajärvi vorgetragen werden konnte, dann aber nach einem Gegenangriff der Mnnen geaen Weihnachten zum Stehen kam und seitdem bei Äegläjärvi, etwa 50 Kilometer jenseits der Grenze, in Stellungskampf überging, auch weiter nördlich bei Liekfa und Kuhmo herrscht seit langem schon Stellungskrieg. Der vierte russische Hauptstoß richtete sich pegen den sog. Flaschenhals zwischen der russisch-finnlschen Grenze und oem Bottnischen Meerbusen, wo sich die Breite des finnischen Gebietes zwischen den Städten Raate und Oulu (schwedisch: Uleaborg) von etwa 600 Kilometer auf rund 200 Kilometer verengt. Das strategische Ziel des russischen Oberbefehlshabers lief hier auf eine Isolierung Nordfinnlands unt) eine Abschnürung der im Süden konzentrierten finnischen Verteidigungskräfte von der Landverbin- dung mit Schweden hinaus. Der Angriff wurde etwa 50 Kilometer vorgetragen. Dann kam es bei Suomusfalmi und an den Ufern des Kuantajärvi- Sees zu erbitterten Kämpfen. Der finnische Heeresbericht meldete Anfang Januar einen durchschlagenden Erfolg der finnischen Waffen, jedenfalls blieb hier der russische Vorstoß ebenso in Schnee und Eis stecken, wie der weiter nördlich über Salla auf Peltoseniemi und Savukofki angesetzte, hier liegt die Front immerhin etwa 120 Kilometer jenseits der Grenze. Die Ausgangslinie des russischen Vormarsches an der über etwa neun Breitengrade hin gestreckten Ostfront ist die im Weltkrieg entstandene Murmanbahn. An ihr liegt im Süden das schon genannte Petrosawodsk am Onega-See unt) im Norden an einer Bucht des Weißen Meeres das russische Militärlager Kandalakscha. Aber je weiter sich die russischen Truppen von der Bahnlinie entfernen, um so größer werden in diesem ganz spärlich besiedelten und wegearmen Gelände die Schwierigkeiten des Nachschubs. Wenn man sich dann noch die bittere Kälte und die ungeheuren Schneemassen dieses Winters vor Augen hält, kann man die Anforderungen ermessen, die an die hier kämpfenden russischen Truppen gestellt werden. Seit dem 11. Februar haben sich daher die Angriffe der Russen auf die Mannerheim-Linie auf der Karelischen Landenge konzentriert mit dem Erfolg, daß nach russischen Heeresberichten die finnische Stellung bei Summa und Kamärä durchbrochen wurde und die Russen sich auf dem Vormarsch auf Mpuri (schwedisch: Mborg) befinden, das schon im Feuer ihm Artillerie liegen soll. Koivisto (Biörkö) in oen finnischen Schären ist bereits in russischem Besitz. Da die Russen auch die Einnahme „Ist das Neutralität?" Mißbrauch der belgischen Flagge zur Tarnung eines englisch-amerikanischen Gchiffskaufs. Berlin, 24. Febr. (DNB.) Unter der Ueber- schrift „Ist das Neutralität?" schreibt der „Völkische Beobachter": Aus Belgien und aus den Vereinigten Staaten kam in den letzten Tagen die Nachricht, daß die amerikanische United States Line acht ihrer Handelsschiffe mit insgesamt 65 000 Tonnen an eine neugegründete belgische Reederei verkauft habe. Es ist noch bekannt, daß sich die United States Line Mitte Dezember bemühte, die Schiffe auf eine zu diesem Zweck neu- gegründete norwegische Reederei „North Atlantic Transport Compagnie“ zu überführen, daß aber die norwegische Regierung ihre Zustimmung zu diesem Flaggenwechsel verweigerte, nachdem sich herausgestellt hatte, daß es sich um ein von englischer Seite durchgeführtes Tarnungsmanöver handelte, daß'in der norwegischen Öffentlichkeit eine lebhafte Ablehnung ausgelost hatte. Da die amerikanische Reederei offensichtlich fest entschlossen war, unter Umgehung des amerikanischen Neutralitätsgesetzes ihre' Schiffe in irgendeiner Form wieder für den Verkehr nach England einzusetzen, hat sie nunmehr das mit Norwegen gescheiterte Manöver mit Belgien w i e- derholt und ist dabei erfolgreich geblieben. Die Tatsache, daß zur Uebernahme der amerikanischen Schiffe auf die belgische Flagge erst am 13. Februar mit dem Sitz in Antwerpen eine neue Reederei gegründet wurde, deren Aktienkapital sich nur auf 500 000 Franken beläuft, wobei fast die Hälfte der Aktien im Besitz der United States Line verbleiben, beweist, daß es sich um eine getreue Wiederholung des mit Norwegen versuchten Manövers handelt. Die ,Libre Belgique" stellt fest, daß diese Transaktion in belgischen Schiffahrtskreisen mit größtem Erstaunen aufgenommen worden sei, wobei man sich besonders über den angegebenen Verkaufspreis von vier Millionen Dollar wundere, da die angekauften Schiffe tatsächlich mehr als das Doppelte wert seien. Auffällig ist überdies, daß die Schiffe für den Handelsverkehr zwischen den Vereinigten Staaten und Belgien, England und Frankreich eingesetzt werden sollen. Bemerkenswert ist Btt Optiker amJSohnhof Lieferant auch Ihrer Krankenkasse weiter, daß die belgische Regierung ihre für den Flaggemvechsel erforderliche Zustimmung erteilt hat. Durch diese Duldr»ng des amerikanisch-englischen Scheinmanövers, das wegen der Erfolge der deutschen Seekriegführung die Einstellung neutralen oder neutral-getarnten Schiffsraumes m britische Dienste bezweckt, hat sich die belgische Regierung einer bedenklichen Verletzung ihrer Neutralitätspflichten schuldig gemacht. Man hätte annehmen dürfen, daß sie sich ebenso wie die Regierung Norwegens gegen einen so offen erkennbaren Mißbrauch ihrer Flagge energisch zur Wehr gesetzt und geeignete Maßnahmen zur Verhinderung derartiger Scheingeschäfte ergriffen hätte. W/m: mesi ummäi Kivennapa von Muola im Zentrum der finnischen Verteidigungsstellung melden, wird es fraglich, ob die Fin» nen den östlichen Teil der Mannecheim-Linie wer- den halten könnten, da sie fürchten müssen, umgangen zu werden. Mit Wiborg, einer bedeutenden Industrie- und Handelsstadt mit 73 000 Einwohnern, würde den Russen die zweitgrößte Stadt des Landes in die Hände fallen. In Helfingfors gibt man zu, daß h'be Lage überaus ernst ist, zumal das mildere Wetter den Russen erlaubt, ihre Panzerverbände und die den Finnen weit überlegene Luftwaffe in erheblich größerem Umfange als bisher einzusetzen. So kann der Ausgang dieses Krieges, auf den sich die Firmen in törichtem Vertrauen auf eine Hilke der westlichen Plutokratien eingelassen haben, trog der zähen Tapferkeit der finnischen Truppen, denen die genaue Kenntnis des schwierigen Geländes zustatten kam und trotz umsichtiger Führung der finnischen Operationen bei der Ueberlegenheit der Russen kaum noch zweifelhaft sein. In Helsing- fors hat man nicht rechtzeitig begriffen, daß Finnland genau so wie Polen lediglich mißbraucht werden sollte als ein Bauer auf dem Schachbrett der westlichen Kriegsmacher unb es trotz aller phrasenreichen Beteuerungen rücksichtslos fMen gelassen wird, wenn die Herren in Paris und London, di« Finnland in den aussichtslosen Kampf gehetzt haben, das Spiel hier oben im Norden verloren geben. Seit Wochen gchen die Bemühungen dieser Herren, auch Schweden und Norwegen in den Krieg hineinzuziehen. Aber König Gustaf von Schweden hat in seiner Erklärung vor dem Staatsrat jede militärische Intervention Schwedens strikt abgelehnt, und es scheint, als ob das schwedische Volk trotz aller Agitation gewisser aktivistischer Kreise vernünftig genug ist, um den verantwortungsbewußten Standpunkt seines Königs zu teilen. Nicht anders steht es in Norwegen, das ja eben erst durch den empörenden Piratenüberfall auf den deutschen Dampfer „Altmark" innerhalb der norwegischen Hoheitsgewässer eine bittere Lehre erhalten hat, mit welch zynischer Brutalität England die Rechte kleiner Völker mit Füßen tritt, wenn es ihm darum zu tun ist, sie zu Werkzeugen seiner Kriegspolitik zu machen. Wenn nun auch der britische Generalstabs- chef, General Jronside, der schon 1919 die englisch» französischen Jnterventionstruppen befehligte, die ft#t TUttil von vielen Das mir empfohlene Hustenmittel Husta-Glycin war von ganz außerordentlicher Wirkung. Ich bin direkt begeistert davon, denn ich verlor dadurch meine Bronchitis, wogegen ich schon alles mögliche versucht hatte. Auch bei meinem 5jährigen Töchterchen hat es bei hartnäckigem Halsschmerz durch Gurgeln ebenso hervorragend gewirkt. Husta-Glycin wird nie in meiner Hausapotheke fehlen. Baronin Inge von Söhligen, Berlln-W., Admiral - von - Schröder-Straße io, 4. Oktober 1934. — Tausende ähnliche Urteile liegen vor. Husta-Glycin hilft auch Ihnen. Erhältlich in Flaschen zu 1.00 RM. in Apotheken und Drogerien. 892V Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 9; Drog. Plerenkemper, Seltersweg 69; Drog. Bornemann, Bahnhofstraße 17; Drog. Elges, Seltersw. 66; Drog. Seibel, Frankf.Str. 39 Der Dichter und der Winter. Von Wilhelm von Scholz. Das Schönste, was je ein Dichter vom Winter gesungen oder erzählt hat, ist wahrscheinlich das kleine Märchen von Andersen „Der Schneemann". Da schildert der große dänische Dichter, der wie kaum ein anderer die einfache Seele des Kindes und des schlichten Mannes zu belauschen verstand, die seltsame und fast unbegreifliche Sehnsucht eines solchen weißen Gesellen nach dem hitzesprühenden Ofen, den er aus seiner Kälte hinter den befrorenen Scheiben im behaglichen Zimmer glühen sieht. Ja, nicht nur die Seele des Menschen ist oft närrisch — die der Märchengestalten ebenso! Aber das ist doch zu toll, daß ein Schneemann nach dem Ofen Sehnsucht haben soll, an dem er schmelzen und seine Seele aushauchen mühte, nicht wahr? Wie schön und tiefsinnig ist die Lösung des Rätsels, die der Tauwind bringt, als er den armen sehnsüchtigen Burschen schmelzen läßt, bis er zusammenfällt und nur noch ein schmutziges Häuflein ist: der Stock, den der Schneemann als Halt und Seele im Leib haben muß, damit er fest und aufrecht stehen kann, war bei unserem Freunde — der Stiel der Kohlenschaufel! So war er von vornherein eigentlich zum Schneemann verdorben. Den Kohlenschaufelstiel trieb es aus seiner jahrelangen Gewohnheit zum eisernen Wärmespender — und der Kohlenschaufelstiel war ja doch die Seele des Schneemannes. Aus dem Winter hat der Dichter dies Geheimnis gefunden, weil er gefühlt hat, wie der Winter des Jahres und des Lebens, wenn es ringsum weiß und still geworden ist, die Menschen mehr von ihrem Innern, von ihrer Seele führen und die erstaunlichen Widersprüche darin zutage treten läßt, als das ganze übrige Jahr, 'wo sie tätig und in ihre Arbeit eingespannt sind und nicht so viel Zeit haben, groß auf ihr Inneres zu achten. Die Dichter sind wohl alle Liebhaber des Frühlings. Und wenn Goethe im Osterspaziergang sagt: Der alte Winter in seiner Schwäche Zog sich in rauhe Berge zurück. Von dorther sendet er fliehend nur Ohnmächtige Schauer körnigen Eises In Streifen über die grünende Flur. Aber die Sonne duldet kein Weißes — spricht er so recht die Freude des echten Dichters aus, der im Herzen immer ein Mann des Volkes ist, über den ausgetriebenen Herrn von Schnee und Eis, wie das in zahllosen, zum Teil noch heute auf» geführten, sinnbildlichen Spielen vom Winteraustreiben dargestellt ist. Da wird mter lustigen SpotL- versen, Hallo und Tanz zum Schluß eine weiß an- gekletdete Strohpuppe, die den Winter vorzustellen hat, verbrannt. Aber dem Zauber des Winters haben sich die Dichter dennoch nie entziehen können. Das Lautlos- und dabei Licytwerden der Welt, die den Blutlauf ihrer Adern, der Bäche, anhält, das Sicheinhüllen der Natur in die meldeten, rveißeften Daunendecken, die es gibt, dabei die scheinbare Erstarrung des Lebens, das doch nur auf seine Wiedererweckung wartet wie Dornröschen — dies Märchen verdankt nach einer Deutung einem Winter-, Lenz-, Naturmythos seine Entstehung — hat die Dichter stets im Innersten berührt: Nicht ein Flügelschlag geht durch die Welt, Still und blendend lag der weiße Schnee. Nicht ein Wölkchen hing am Sternenzelt, Keine Welle schlug im starren See. Aus der Tiefe stieg der Seebaum auf, Pis sein Wipfel in dem Eis gefror; An den Aesten klomm die Nix' herauf, Schaute durch das grüne Eis empor. Auf dem dünnen Glase stand ich da, Das die schwarze Tiefe von mir schied; Dicht ich unter meinen Füßen sah Ihre weiße Schönheit Glied um Glied. Mit ersticktem Jammer tastet sie An der harten Decke her und hin — Auch hier ist aus der Anschauung des Winters für einen großen deutschen Dichter, Gottfried Keller, ein Schicksal und zugleich ein Naturmythos geworden: freies Elementarwesen und Mensch in ihrer Sehnsucht zueinander und ihrer ewigen Trennung voneinander, wie es viele Nixenmärchen schildern, sind hier im Bilde des Winters zu ergreifendem Ausdruck gebracht. Eins aber scheint allem gemeinsam, wozu der Winter die Dichter angeregt hat: Sehnsucht ist überall in der Dichtung des Winters! Sie ist nicht stets als Sehnsucht nach dem Wiedererwachen des Lichtes, der Wärme, nach dem Steigen der Sonne und dem Erblühen der Natur ausgesprochen. Sie verkappt sich wie beim Schneemann in die Sehnsucht nach dem warmen Ofen oder, wie bei der Nixe, in die nach dem Menschen-Mann. Aber sie ist immer das Sprengenwollen der Fesseln des Winters. Selbst wenn sie sich scheinbar ins Gegenteil vermummt, ist sie echte Sehnsucht. So singt Lenau: „Frost, friere mir ins Herz hinein, Tief in das heißbewegte, wilde! Daß einmal Ruh' mag drinnen sein, Me hier im nächtlichen Gefilde," _ Nächtlicher Fischfang in der Adria. Von Anion Schnack. Die dreiundzwanzigste Stunde nachts ist eine schöne Stunde, wenn sie vom südlichen Meere geboren wird und mit dem unmittelbar bevorstehen- den Aufgang des Mondes zusammenfällt. In der dem Mittag ausgesetzten Steinbrüstung der Terrasse eines am Meer gelegenen Hauses an der Adria zittert noch leise Wärme, kein Windzug, nicht der stillste Lufthauch blättert in den Gehölzen, schwarz, grenzenlos und leblos liegt d-er Meerspiegel. Wo mögen nun die Kobolde umhergehen, die nach den Vorstellungen des bosniakischen Schäfers Höhlungen unter den Lorbeerbäumen haben? Irren sie umher mit winzigen bläulichen Laternen in den Händen oder an den Zipfeln der Mützen? Wohin hat sich, die Schnauze auf die muschelsplittrige Erde gedrängt, der Igel begeben, der während der versengenden Mittagsglut unter den Reisighaufen am Ziegenstalle schlief? Möge seine nächtliche Jagd auf Kerfen, Spinnen und Würmer erfolgreich sein; man muß das Tier lieben; denn in seinen flinken Augen funkeln Klugheit und List. Der ewig irrende Silen, den der aus den Kellern der Bauern gestohlene blutschwarze Wem müde und berauscht gemacht hat, ist, an den Stamm des Olivenbaumes gelehnt, in einen bleiernen Schlaf gesunken, den Mund voll Asphodelosbeeren, seine behaarte Hand ist zum Schlupfwinkel für die Nachtkröte geworden, auf die Motte lauernd, die mit gesprenkelten Flügeln und rotem Kopfhöcker aus dem Besengebüsch des Goldginsters aufsteigt. Oh undurchdringliche und geheimnisvolle Schwärze, die breite Flügel, mit höllischer Farbe gezeichnet, weithin über Meer und Bergwand geschlagen hat! Noch immer sucht der schnaufende und dicke Hirte Ivo ein verirrtes Schaf im Geklüft der Gebüschwildnis. Langsam wandert sein Windlicht, verlöscht und taucht wieder auf. * Nun gleitet an der Küste ein anderes Licht heran. Von der Insel Daxa und von einem Felsenvorsprung der Halbinsel Lapad lösen sich zwei andere. Der Mond, der in dieser Nacht fast volle Gestalt annimmt, ist noch nicht zu scheu. Der große Pinien- und Zypressenberg hält die runde Scheibe hinter seinem steinernen Vorhang. Nur ein sanfter grünlicher Schein schwimmt ungenau in den erzenen Zyprchenrvlplefir. Das iß die SMe, in chm Viertelstunde das schöne Gestirn aufsteigen und die ganze Meeresbucht in eine brennende und funkelnde Metallschmelze verwandeln wird. In dieser Zeitspanne stockschwarzer Nacht liegen das Geheimnis und der Reichtum des Fischfangs mit der Stechgabel. Die Fischer schlagen der Neugierde der Fische ein Schnippchen — dem kalten Fisch äuge wird durch die Azetylenlamve, die an der Bootsspitze angebracht und mit starken Blendspie- geln versehen ist, eine heftige und künstliche Sonne vorgetäuscht, die den Fisch aus der Tiefe an die seichte Oberfläche lockt. Im stechenden Strahl der Lampe wird der glatte Meerspiegel, der nur leise und kaum gefvahr atmet, im Umkreis von fünf bis sechs Metern durchsichtig und glasgrün; man kann die Steine des felsigen Strandgrundes sehen und zählen und der Fischstecher stößt den Speer nur da, wo das Meer nicht mehr als zwei Meter Tiefe hat, und tiefer ist der ganze Rand dieser steinverkruste- ten Küste nicht. Lautlos ist der Schlag des verhalten und schwermütig singenden Ruderers, lautlos ist der nieder- stoßende Stich' der mit Widerhaken versehenen Gabel. Ein Fisch in der Größe eines halben Armes zappelt am herausgezogenen Dreizack; her schlagende Fischschwanz wirft einen jähen, kurzen Silberblitz. Als die Hand des glücklichen Stechers nach dem Fisch greift und ihn aus den Widerhaken löst, habe ich den Eindruck eines dünnen, absterbenden Schreies, vom Fische ausgestoßen, von dem es doch heißt, daß er ein stummes Wesen sei. Trotzdem ist das nächtliche Bild herrlich und schön. Ich liebe den Dreizack des Poseidon. Mit ihm hat vor zweitausend Jahren der römische Kolonist an dieser klippenreichen Küste nach der Zahnbrasse, her Goldbrasse und dem Wolfsbarsch gestoßen, von der harzreichen Holzfackel aus den algenbewachse- nen Spalten her Tiefe in das flache Rand gemässer gelockt. Denke niemand, daß dieser nächtliche Fischfang leicht sei — her Fisch ist scheu und schnell und Entfernung und Wassertiefe täuschen. Noch einen Fisch streift her Mann von her Gabel; diesmal hat sie ihn meisterlich zwischen den Kiemen aufgespießt. Dann steigt her Mond über hie blau angelaufene Hügellinie und das Meer in der runden Bucht ist eine einzige Metallscheibe, die unter dem heimwärtsgerichteten und nun heftigen Ruderschlag zerbricht und flimmernd wieder zusammenschießt. So ist manchmal diese Vormitternachtsstunde im Süden von mythischer Art, als wären zweitausend Jahre Vergangenheit für eine kurze Zeit zurückgekehrt oder aufgehoben, und als wäre der Zuschauer im zypressenümstandenen Haus ein römi- IM Dichter ifl M ÄerbaMUvL Htzraz meimtroegM Aus Stockholm wird die Verurteilung zweier weiterer Spione gemeldet, Göteborger Seeleute, die wegen Handelsspionage zu einem Jahr bzw. sechs Monaren Zuchthaus verurteilt wurden. Sie gesellten sich zu den im Dienst des britischen Intelligence Service arbeitenden fünf Spionen, die bereits von einem Stockholmer Sondergericht abgeurteilt wurden. Aus aller Welt. Gerechte Sühne für gemeinen Verrat. Der vom Volksgerichtshof wegen Landesverrat zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte Walter Hartmann sowie der ebenfalls-vom Volksgerichtshof wegen Landesverrat und Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 46 Jahre alte Fridolin E n d r a ß aus Mariabrunn bei Tettnang find am wurde das Institut für italienische Kultur in Belgrad eröffnet. Der italienische Unterrichtsminister Bottai hielt den ersten Vortrag über den Neohumanismus der Schule. »Mnar- von der MurmaEste fcr noch Rukland hinein vMMstoßen suchten, 150 (XX) FrZwM« - $Dfen' Tschechen und Woolter — den Finnen $u Hilfe schicken will so At kanm noch em Zweifel, daß diese Aktionen brckische Schaumschlagereien sind, die den Finnen "U6en "°rden und den skandinavischen Machten mir eine neue Warnung sind, vor den KrregMusweitungsplänen der Plntokratien aus der Hut $u fern. Dr. Fr. W. Lange. Die Kämpfe auf der Karelischen Landenge. Mo-kau, 23. Febr. (DNB.) Nach dem Heeresbericht des Militärbezirks Leningrad haben die Sowiettruppen auf der Karelischen Landenge die Finnen zuruckgeworfen und 21 befestigte Stützpunkte, darunter 15 betonierte Artillerieforts besetzt. Die Operationen der Luftstreitkräfte seien durch heftige Schneestürme behindert worden. Nach dem finnischen Heeresbericht haben die Russen auf der Karelischen Landenge in Richtung auf den Bahnhof K ä m a r ä zwischen Muolaanjärvi und Vuoksen heftia angegriffen. Die Russen sollen nach harten Kämpfen abgewiesen worden sein. Nord- ostwärtsdesLadoga-Sees hätten die Finnen einen russischen Stützpunkt genommen. Die russischen Flieger sollen neben Rovaniemi in Nordfinnland auch im Heimatgebiet mehrere Ortschaften angeariffen haben. Eine Anzahl russischer Maschinen soll abgeschossen worden sein. Am Grabe Horst Weffels. B e r l i n , 23. Februar. (DNB.) Anläßlich der 10-jährigen Wiederkehr des Todestages Horst Wessels fanden in der Reichshauptstadt würdige Gedenkfeiern statt. Schon in den frühen Morgenstunden war auf dem Nikolai-Friedhof eine Ehrenwache seines Sturmes aufgezogen, und zahlreiche Volksgenossen pilgerten zum Grab, um Blumenschmuck niederzulegen. Eine Ehrenabordnung der SA. war an der Weihestätte angetreten als Stabschef Lutze am Grabe einen Kranz niederlegte. ^Der Stabschef würdigte den Opfertod des Freiheitshelden, der Millionen von Deutschen für die nationalsozialistische Idee entzündet habe. Mit dem Gelöbnis, jederzeit bereit zu sein, fürs Vaterland das Leben zu wagen, legte Stabschef Lutze hierauf einen Kranz des Führers nieder. In der Dr.-Goebbels-Heimstätte am Friedrichshain fand dann die Einweihung eines von dem Bildhauer Heickeldey geschaffenen Horst - Wessel - Standbildes statt. Auch im Sterbezimmer und an der Mordstelle waren Ehrenwachen aufgezogen. Gauleiter Reichsminister Dr Goebbels legte ebenfalls auf dem Nikolai-Friedhof einen Kranz nieder. Am Grabe waren Träger des goldenen Gau-Ehrenzeichens angetreten, an die sich Dr. Goebbels in einer kurzen Ansprache wandte. Die Kulturpreise der SA. Berlin, 23. Febr. (DNB.) Die Kulturpreise der SA. verlieh der Stabschef an den Maler E l k Eber, be% Dichter Herybert Menzel und an den Komponisten Erich Lauer. Elk Eber erhielt den Kulturpreis für die hervorragenden soldatischen Bilder des letzten Jahres, während ihn Erich Lauer für die „Reichsparteitag- fanfare" und das SA.-Liederbuch verliehen bekam. Herybert Menzel wurde für sein dichterisches Gesamtschaffen ausgezeichnet, das in seiner erlebnis- haften und zeitnahen Gestaltung zu dem Besten gehört, was die nationalsozialistische Bewegung hervorgebracht hat. Herybert Menzel wurde 1906 in Obornik (Westpreußen) geboren. Als SA.-Mann erlebte er die Kampfzeit und schuf in diesen Jahren die besten seiner Gedichte und Lieder. 1933 erschienen sie unter dem Titel „Im Marschtritt der SA." Bekannt sind auch seine „Gedichte der Kameradschaft", die 1936 erschienen, lieber das Erlebnis unserer großen Zeit hinaus aber schrieb Menzel als Sohn seiner Heimat Gedichte, Sagen, Balladen und Erzählungen aus ihrer Vergangenheit. Heute steht er als Soldat an der Westfront. SA.-Truppführer Erich Lauer wurde 1911 in Leidenstadt (Baden) geboren. Lauer, der sich der Zeitungswissenschaft und der Musik widmete, schenkte uns „Das deutsche Gebet", „Volk an der Arbeit", die „Feiermusik zum 9. November" und das „Trommellied der Hitler-Jugend". Auch das SA.-Liederbuch ist eine seiner Schöpfungen. Obersturmführer Prof. Elk Eber, geb. 1892, ist besonders mit seiner Kriegsmalerei hervorgetreten. Der Weltkrieg sah ihn in vorderster Front, wo er verschüttet wurde und schließlich verwundet zurüH kehrte. Frühzeitig trat er der Bewegung bei. Der Polenfeldzug sah ihn wieder mit hinausziehen und hier schuf er seine meisterlichen Kriegsbilder. 15 Millionen • am »Tag der deutschen Polizei". Berlin, 23. Februar. (DNB.) Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei gibt das Ergebnis der Geldspenden und Sammlungen und der eigenen Spenden der Polizei und ihrer Hilfs- organifationen zum „Tag der deutschen Polizei" für das Kriegs-Winterhilfswerk mit 15 018 952 Reichsmark bekannt. Die Männer der Ordnungspolizei, Sicherheitspolizei, der ff, der Feuerwehren, der Technischen Nothilfe und des NSKK. haben aus eigenem Vermögen zu diesem Ergebnis 1500 000 Reichsmark erbracht. Besonders erwähnenswert sind die Sammelergebnisse im Sudetenland, im Protektorat Böhmen- Mähren, in der Ostmark und in den befreiten Ostgebieten. So konnte Aussig, das 1939 ein Sammelergebnis in Höhe von 322 421,53 RM. hatte, in diesem Jahr seine Spenden verdoppeln. Auch die Stadt Wien hat ihr Ergebnis vom Jahre 1939 von 294 371,64 RM. auf 475 383,72 RM. in diesem Jahre erhöht. Kattowitz spendete 293 464,42 RM. Posen 147 581,18 RM. Wenn es noch eines Beweises für die Beliebtheit unserer Polizei bedurft hätte, so ist er am Tag der deutschen Polizei erbracht worden. Das feindliche Ausland wird von diesem herrlichen Ergebnis keine Notiz nehmen, schon weil es zu Vergleichen anregt, die den Dortigen Machthabern wenig angenehm sein dürsten. Dafür sucht man die deutsche Polizei mit allen Methoden der Greuel- propaganda zu verdächtigen als wäre sie eine Gemeinschaft, die nur vom Mord, Raub, Terror und Vergewaltigunaen lebe. Besonders im Osten des Reiches wüte diese Polizei in schamlosester Weise. Der Osten hat diese Greuelpropaganda mit klingender Münze widerlegt. Auslese im Hochschulstudium. Nachdem der Reichserz'iehungsminister die beson- bereft Anforderungen beim Hochschulstudium wäh^ rentk des Krieges klargestellt Hai, stehl fest, daß trotz Kürzung der Gesamtausbildungszeit kein Nachlassen in den Lei st ungen geduldet werden kann. Es sind deshalb, wie das Zentralorgan des NSD.-Studentenbundes, „Die Bewegung", schreibt, Maßnahmen getroffen worden, um Nichtgeeignete, die es an her notwendigen Eignung, Leistung, der angemeffenen Haltung und dem Einsatz während ihres Studiums fehlen lassen, aus der Hochschule zu entfernen. ®ine Nachprüfung der Eignung, Leistung und Haltung des einzelnen Studenten wird jetzt im Kriege schon vor der Ablegung von Prüfungen vorgenommen. Sie werden nur diejenigen bestehen, deren Ausbildungsstand eine erfolgreiche Tätigkeit im Berufsleben gewährleistet. Kleine politische Nachrichten. Der Reichskommissar für die Preis- bil düng hat gegen eine größere Berliner Holzhandelsfirma wegen erheblicher Verstöße gegen die Bestimmungen der Nadelschnittholz- und Rohholz- preisverordnung sowie gegen die Verordnung über das Verbot von Preiserhöhungen bei Lieferungen an öffentliche Auftraggeber im Unterwerfungsverfahren eine Ordnungsstrafe von 50 000 RM. verhängt. * Die Wirtschaftsoerhandlungen in Oslo zwischen einer deutschen und einer norwegischen Delegation sind jetzt zum Abschluß gekommen. Die Vereinbarungen regeln die Fortführung der deutsch-norwegischen Warenverkehrs unter den durch den Krieg geschaffenen besonderen Verhältnissen. In einem Kommunique der britischen Admiralität heißt es, das S. M. Trawler „Fif eshir e" durch einen feindlichen Luftangriff versenkt wurde, nur ein einziger Mann ist mit dem Leben davon- gekommen. Zwei Offiziere und 19 Mann werden vermißt. Wie Reuter meldet, haben deutsche Flugzeuge am Donnerstag wiederum die englische Nordostküste angegriffen. * Die russische S ch w a r z m e e r f l o 11 e hat dieser Tage große Hebungen abgehalten. Einheiten aller Klassen, die Küstenartillerie und die Luftwaffe der Marine haben an den Manövern teilgenommen. Zwei Drittel der Flotte bestand aus Schiffen, die in der letzten Zeit auf russischen Werften erbaut worden sind. * Der ägyptische Ministerpräsident Mäher Pascha erklärte, Aegypten werde, entgegen gewissen umlaufenden Gerüchten, keine Truppen nach Europa schicken. In Oslo wurde bekanntgegeben, daß die norwegischen Verluste in Diesem Kriege sich auf 49 Schiffe mit einem Gesamttonnengehalt von 168 000 Tonnen belaufen. * Nach Berichten aus Johannesburg (Südafrika) hat die neue Partei des Generals H e r tz o g und des Dr. Malan bei den Ergänzungswahlen Im Bezirk von Kumuran einen Sitz erobern können. * In. Anwesenheit des Prinzregenten Paul, der Prinzessin Olga und der jugoslawischen Regierung Frostbeulen und andere Frostschäden treten In diesem Winter besonders häufig auf. Sie sind lästig und hinderlich und verursachen mehr oder weniger starke Schmerzen. Bei ihrer Behandlung ist darauf Bedacht zu nehmen, hptz die von Frost betroffenen Hautpartien stärker durchblutet werden. Das erreicht man, indem man diese Stellen mit der bewährten Sepso-Tinktur bestteicht, die in Flaschen zu sünfund- fünfzig Pfennig und in Tupf-Röhrchen zu neunund- vierzig Pfennig in allen Apotheken und Drogerien erhältlich ist. Sepso-Tinttur ist besonders geeignet, diese verstärkte Durchblutung des Gewebes zu bewirken, weil lie die erforderliche große Tiefenwirkung besitzt. 23. Februar 1940 hingerichtet worden. Hartmann war als Arbeiter am Westwall beschäftigt. Er floh nach einem Diebstahl an einem Arbeitskameraden nach Frankreich und verriet Je ine Kenntnisse über Befestigungsbauten an französische Agenten. Endraß hat bis Mitte 1938 einem Emigranten als Spion landesverräterische Nachrichten geliefert Umsichtiges Verhalten bei der Festnahme eines Spionageagenten. Einem G a st w i r t in Worms, durch dessen umsichtiges Verhalten es gelang, einen gefährlichen Spionageagenten unschädlich zu machen, wurde als besondere Anerkennung des Chefs der Sicherheitspolizei eine Geldbelohnung von 250 RM. ausgehändigt. Durch verdächtige Fragen aufmerksam geworden, war der Gastwirt dem Agenten nach Verlassen seiner Gaststätte unauffällige gefolgt, bis ef seine Festnahme durch einen PÄtzeibeamten veranlassen konnte. Lawinenunglücke in den Salzburger Alpen. In den Salzburger Bergen fanden zwei Schiläufer bei einer Besteigung des Schafberg- gipfele durch eine Lawine den Tod. Am Tage zuvor gerieten drei Schifahrer aus Zell am See an der Saustieae unter eine riesige Lawine. Die Verunglückten konnten bisher nicht geborgen werden, so daß mit ihrem Tode gerechnet werden muß.__ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., Derlagsleiter: Dr. Erich Hamann, alle in Gießen. Ihre Verlobung geben bekannt Fridel Pauly Dr. med. Fritz Suffrian, Unterarzt z. 3. lm Felde Gießen, Frankfurter Str. 11 0666 Ihre Verlobung geben bekannt Anneliese Rinsland Rudolf Schmidt Gesr. in einem Fns.-Rgi. Gießen Gießen-Wieseck Hammstraße 20 z. 3- im Felde 24. Februar 1940 Ihre Vermählung geben bekannt Robert Hillenbrand San.-Uffz. bei einem Jnf.-Regt. Emmi Hillenbrand, geb. Seibert z.Z. Gießen Gießen-Weseck Feuerbachstraße 6 Gießener Str. 65 24. Februar 1940 918D Willi ülm Masch.-Maat auf einem Kreuzer Liefet Ulm, geb. Kimmel Vermählte Kiel G'°ßen Dalltorstr. 32 Trauung: Sonntag, 2 Llhr, Stadtkirche 933D Keimende (jaßckenke für Verlobung, Hochzeit, Geburtstag usw. in größter Auswahl am Lager Wir kaufen laufend leere (Elise Bock) Cremdosen und Flaschen 947A Öffentliche Handelslehranstalt der Industrie- u. Handelskammer Gießen Wemerwall 11/15 Handelsschule für Jungen Handelsschule für Mädchen Voraussetzung für die Handelsschule ist achtjähriger Schulbesuch und Bestehen einer Aufnahmeprüfung. Die Prüfung findet am 8. März 1940, 8 Uhr vormittags, statt. Spätere Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Einjährige Höhere Handelsschule Zweijährige Höhere Handelsschule Für beide Abteilungen der Höheren Handelsschule wird Sekundareife oder Mittelschulreife verlangt. Anmeldungen bis zum Beginn des neuen Schuljahres (4. 4. 40). Ausführliche Druckschriften kostenlos. Fernruf 2480. 927D Oberschule für Jungen in Grünberg (Oberhesien) (Bollanstalt für Knaben und Mädchen) Anmeldungen für alle 8 Klassen des Schuljahres 1940/41 Mittwoch, den 28. Februar, von 11.30 bis 12.30 und von 16 bis 17 Uhr in der Schule. Vorzulegen sind Abgangszeugnis, Geburts- und Impfschein. HütbwobI, Oberstudiendirektor. 922V e Allen Verlobten und zukünftigen Eheleuten in Gießen und Umgebung gewidmet ist das vornehm ausgestattete, reich bebilderte Haus- und Kochbuch Praktische Winke und Ratschläge für die Hausfrau ’ Kostenlose Vermittlung des Buches nur an Verlobte durch die Geschäftsstelle des Verlages Schulstraße 7. Elektro? motoren in jeder Größe und Stromart Ankauf! Verkauf! auch zur Miete. Sümag Neu-Isenburg bei Frankfurt a. M. Tel. 708. [7350 Besorgen Sie sich rechtzeitig Karten für die nächsten Aufführungen der großen Erfolge im STADTTHEATER GIESSEN Die Fledermaus Operette in 3 Akten von Johann Strauß, am Sonntag, dem 25. Februar, 19 Uhr, und Sonntag, dem 3. März, 19 Uhr Karl III. und Anna von Oesterreich Lustspiel in 6 Bildern von Manfried Rössner, am Dienstag, dem 27. Februar, 20 Uhr, und Freitag, dem 1. März, 20 Uhr Kartenbestellung: Johannesstraße 3 (Tel. 2930) werktags 10-13 Uhr, Dienstag, Mittwoch, Freitag auch 17-18 Uhr; sonntags 11-12.30 Uhr. — Abendkasse: Werktags V, Stunde sonntags 1 Stunde vor Beginn der Vorstellung 932D l GeneraivertneL Baums & Treihig Gießen Bahnhofstr. 26 Ruf 3700 M2A ? cZi/nct tfie tutcA 4n Apotheken und Drpgeren Zuverlässige für sofort oder später. 9630 Ile em ab «Lager oder Werk 496 A Eugen Dürr & Co., Gießen LÜC CU*U*Mr4o6t IMm* (yiÄw, ,42 Sctunben aus. Da wir aber den 5 6lun= 48 Minuten und 46,42 Sekunden keine Ertra- @nn1En' leJ3en wir sie drei Jahre lang a“f S-'l Wc Kante und geben sie im vierten Jahr al- Schalttag aus. Dieser geniale Gedanke ist van Casar verwirklicht worden im Julianischen jtalen. der, der aus dem Jahre 46 n. d, Ztr, stammt, und ging auch ein in die gregorianische Kalenderresorm sind 9°^rß5 1581/ an öie roir ^ute noch gebunden Dieser gelehrten Vorbemerkung lassen sich eine ganze Reihe von Bedenklichkeiten anhängen, je nachdem man seine Nutzanwendungen aus dem auf 366 Tage aufgewerteten Jahr zieht. Wenn es bloß einen 32. Dezember gäbe, dann würden doch nur jene die Dummen fein, die an diesem 32 Dezember geboren wären. Man hat aber den Schalt- tag dem sowieso zu kurz gekommenen Februar ein» OieZllustrierte des Gießener Anzeigers fällt heute aus als Folge des harten Winters und der damit zwangsläufig verbundenen Güterverkehrseinschränkungen. Sie können nicht ohne Einfluß auf die Papierbefchaffung sein, fo daß die Illustrierte vorübergehend alle zwei bis drei Wochen einmal nicht erscheinen kann. Die Bezieher werden um Verständnis gebeten für diese besondere Lage, die nur von kurzer Dauer sein wird. Verlag des Gießener Anzeigers gefügt, womit eigentlich die ganze Ordnung ins Wanken kommt. Ziehen wir nämlich den 29. Februar einfach ab, dann müßten danach alle Sonntage auf den Samstag fallen, alle Montage auf den Sonntag ufw. Lassen wir aber den 29. Februar stehen — wozu wir laut Gesetz der Kalendermacher verpflichtet sind — dann dürfen wir zwar anno 1940 wieder einen Tag länger leben, kommen aber auch um einen Tag Gehalt zu kurz. Man sage nicht, daß das nichts ausmache, das ist in hundert Jahren fast ein ganzer Monat. Wer am 29. Februar geboren ist, hat nur alle vier Jahre Geburtstag, wird dafür aber immerhin mit einem Schlage auch um vier Jahre älter. Wer hingegen am 29. Februar geheiratet hat, muß hundert Jahre warten, ehe er seine silberne Hochzeit feiern kann, genießt dafür aber wieder einen schrecklich langen Honigmond (es sollte wenigstens so sein). Wer am 29. Februar 1900 geboren wurde, müßte rechtmäßig jetzt erst im Jahre 1910 leben, würde also nach unserer Zeitrechnung gewissermaßen hinter dem Mond zu Hause sein. Denn für ihn würde es z. B. mindestens noch einmal 40 Jahre dauern, ehe der Rundfunk erfunden würde. Ein kleiner Fehler ist da unterlaufen — einen 29. Februar 1900 hat es nicht gegeben, weil wir nämlich zur Jahrhundertwende einen andern Dreh machten und den fälligen Schalttag ausfallen ließen, da wir auf Vorschuß gelebt hattett. Es ist übrigens auch wieder ein Irrtum, daß der 29. Februar der Schalttag ist, sondern die Ehre fällt in diesem Jahre dem 2 4. Februar zu. Da merkt man es dann nicht so, daß ein Tag hinein- gemogelt worden ist, denn einen 24. Februar gibt es in jedem anderen gewöhnlichen Jahre auch, womit wiederum nachgewiesen ist, daß man auch an einem Schalttag geboren sein und doch jedes Jahr Geburtstag haben kann. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Deutsche Stenografenfchaft: 20 Uhr „Stadt Lich" Jahresversammlung. — Gloria-Palast (Seltersweg): ,Lwei Welten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Brand im Ozean". Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 Uhr „Die Fledermaus". — Glo- ria-Palast (Seltersweg): „Zwei Welten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Brand im Ozean". Insgesamt 8818,86 KM. Wie der Leiter der Polizeidirektion Gießen, Ma- jor und Kommandeur der Schutzpolizei.H e 11 - w e g e - E m d e n uns mitteilt, beläuft sich das nunmehr endgültig feftgefteüte Ergebnis der Sammlung am „Tag der deutschen Polizei zum Besten des Kriegs-Winterhilfswerks im Bereich der Stadt Gießen auf 8818,86 RM. Die Polizeibeamten haben dieses außerordentlich erfreuliche Ergebnis mit größter Befriedigung vermerkt. Major Hellweg e-Emden spricht daher heute noch einmal ollen Spendern, Holsern und den Angehörigen der NSV. im Namen der gesamten Polizei herzlichen Dank aus für die anerkennenswerte Opfer- und Spendenfreudigkeit und die darin zum Ausdruck gebrachte enge Verbundenheit der Bevölkerung mit unserer Gießener Polizei. Die Umtauschstelle für Kinderschuhe. Gfs. Die Umtauschstelle des Deutschen Frauen- Werkes für Kinderschuhe in der Kreisgeschaftsstelle der NS.-Frauenschaft in Gießen, Frankfurter Straße, erfreut sich größten Zuspruchs und 'st eme allgemein begrüßte Einrichtung geworden. Wenn der kleine Liebling sagt: „Mutti, mich druckt der Schuh!", dann ist das keine Sorge mehr für die Mutter, sondern sie wird am nächsten Tag m der Umtauschstelle sicher ein schönes, sauberes fr sch besohltes und passendes Paar Schuhe für ihr Kind finden. Denn wohl über hundert Paare liegen auf der Umtauschstelle bereit. Mit großer Freundlich- feit werden auch hier den Klemen Paar um anprobiert, bis das Passende gefunden 'st und der kleine Fuß sich nun ungehindert weiter entwickeln Gießener Wochenmarklpreife. • ® i e fe e n, 24. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg'1,60) im, Matte 25 Rpf., Käse, das Stuck 6 bis 10 Rp ., Kartoffeln, 50 kg 3,65 RM., Wirsing, kg Rpl„ Weißkraut 11 bis 12, Rotkraut 15, h?lbe Ruben 12 bis 15, Unterkohlrabl 1 bis 10, Zwiebeln 1- Gegen die Rachitis in Stadt und Kreis Gießen. Oie Beobachtungen während der ersten Wochen der Bekämpfungsaktion. Im Gießener Anzeiger Nr. 17 vom 20./21. Januar 1940 berichteten mir in einem Auffatz des Direktors der Unioerfitäts»Äinberflinif Professor Dr. Keller von dem Beginn einer vom Reichsministerium des Innern für das ganze Reich angeordneten groß- zugigen Rachitis-Bekämpfungsaktion, die gegenwärtig von der NS.-Dolkswohlfahrt in Gemeinschaft mit dem Staatlichen Gesundheitsamt, in Gießen mit der Universitäts-Kinderklinik durch - geführt wird. Die Maßnahme verfolgt den Zweck, unsere Kleinstkinder schon im ftühesten Alter vor der Geißel der Englischen Krankheit (Rachitis) zu schützen und dadurch gute Vorarbeit für die Gesundheit des Nachwuchses unserer Volksgemeinschaft zu leisten, lieber die Wahrnehmungen bei dem bisherigen Verlauf des Kampfes gegen die Rachitis in der Stadt und im Landkreis Gießen haben wir den Direktor der Universitäts-Kinderklinik Professor Dr. Keller als zuständige Stelle für den Stadtbereich und das Staatliche Gesundheitsamt als zuständige Dienststelle für den Landkreis Gießen um Auskunft gebeten. Nach dem heutigen Stande ist folgendes zu berichten. 3n der Stadt Gießen. Die Sprechstunden für Mütter mit Kindern im Alter von drei Monaten zur Rachitis-Bekämpfung sind seit einigen Wochen regelmäßig im Gange. Sie finden in Gießen in den NSV.-Dienststellen der Ortsgruppen Gießen-Nord, Walltorstraße 38, und Gießen-Ost, Kaiserallee 34, ferner in Wieseck und in Klein-Linden statt. Es kommen aber auch viele Mütter mit ihren Kleinstkindern zur Kinderklinik, um dort die Kindlein zur Untersuchung vorzustellen. Der bisherige Verlauf der ärztlichen Untersuchun- gen in der Stadt Gießen hat die unbedingte Notwendigkeit der Rachitts-Bekämpfungsaktion über» zeugend erwiesen. Die weit überwiegende Mehrzahl aller im Gießener Stadtbereich zur Untersuchung gebrachten drei Monate alten Bübchen und Mädchen zeigte bereits die ersten sicheren Anzeichen einer beginnenden Englischen Krankheit (Rachitis), sodaß also die Anwendung der Bekämpfungsmaß- nahmen dringend notwendig wurde. Erfreulicherweise zeigen die Mütter volles Verständnis für die Ausgaben, die ihnen im Interesse ihres Kleinchens hier erwachsen. Sie nehmen die Ratschläge der Aerzte und bas ihnen zur prophylaktischen Behandlung des Kindchens verabreichte Vigantol bereitwillig entgegen, und man darf auch damit rechnen, daß die empfohlenen Maßnahmen mit aller Sorgfalt durchgeführt werden. In manchen Fällen sahen sich die Aerzte veranlaßt, neben der Verabreichung des Vigantol noch weitere Maßnahmen gegen die Rachitis bei einer Anzahl Kinder anzuwenden, um mit allem Nachdruck gegen die in diesem Fällen bereits vorgeschrittene Krankheit vorzugehen. Die Bekämpfungsaktion erstreckte sich auch in Gießen auf die fog. Winterkinder, d. h. die vom Oktober bis einschließlich Januar geborenen Kinder. Den Müttern wird stets der dringende Rat gegeben, ihren Kleinstkindern bei der Nahrung möglichst viel Gemüse, Obst und Zitronensaft zu geben, die Kindchen außerdem an jedem Tage in die frische Luft zu bringen und sie vor allem die Wohltaten der Sonne genießen zu lassen. 3m Landkreis Gießen. Die Rachitisbekämpfung erstreckt sich auf die fog. Winterkinder, d. h. auf die vom Oktober bis einschließlich Januar geborenen Kleinen. Sobald ein Kind im dritten Monat seines Lebens steht, kommt es für die Maßnahmen zur Bekämpfung der Rachitis in Betracht. In den Orten des Landkreises Gießen werden zwei Wege der Kinderbesichtigung gegangen: in den größeren Ortschaften kommen die Mütter mit ihren drei Monate alten Kindern auf Einladung durch das Staatliche Gesundheitsamt in die Mütterberatungsstunden, wo die Fürsorgerinnen die kleinen Erdenbürger in Augenschein nehmen, in allen übrigen Orten, in denen es sich jeweils nur um einige wenige Kinder handelt, werden die Kleinsten bei Hausbesuchen der Fürsorgerinnen besichtigt. Zeigt sich, daß ein Kleinstkind im dritten Lebensmonat bereits von der Rachitis erfaßt ist, so wird unverzüglich die Vorstellung dieses Kindes beim Arzt veranlaßt, damit auf Anordnung und unter Kontrolle des Arztes der Kampf gegen die Krankheit durchgeführt wird. Die Mutter jedes Kleinstkindes erhält ein Fläschchen des erprobten und bewährten Rachitis-Schutzmittels Vigantol ausgehändigt, das sie dem Kindlein nach den entsprechenden Vorschriften bei der täglichen Nahrung innerhalb von zwei Monaten verabreichen muß. Nach Ablauf von zwei Monaten wird bas Kindchen erneut vom Arzt bzw. von den Fürsorgerinnen in Augenschein genommen. Ist das Kind bann frei von Rachitis, fo ist bamit bie Angelegenheit abgeschlossen unb für bie Gesunb- heit des kleinen Menschleins insoweit alles getan. Zeigen sich aber nach Ablauf von zwei Monaten immer noch Rachitis-Erscheinungen, so erhält die Mutter ein zweites Fläschchen Vigantol, das sie dem Kindlein wiederum während der nächsten zwei Monate verabreichen muß. Nach diesem Zentraum ist im allgemeinen mit dem Verschwinden der Rachitis zu rechnen, es fei denn, daß ein Kleinstkind durch mancherlei Ernährungsfehler noch nicht den gewünschten Gesundheitszustand erreicht hat oder späterhin noch einmal von der Rachitis befallen wird. Neben der Verabreichung des Vigantol kann auch durch richtige Ernährung sehr viel für die Gesundheit des Kleinstkindes getan werden. Vor allem ist es für jede Mutter eines solchen kleinen Kindes von größter Wichtigkeit, daß sie ihrem Kleinchen möglichst viel Gemüse, Obst unb vor allem auch Zi- tronenfaft gibt. Zur Zeit kommen namentlich Karotten unb Karottenfaft als sehr zweckmäßige Nährmittel für bas Kind von drei Monaten in Betracht. Im Frühjahr ist es auch sehr wichtig, diesen Kleinen die ersten Wildgemüse, nämlich Brennesselu, Spitzwegerich und die jungen Blätter des Löwenzahn zu reichen, die wie Spinat gedämpft — mög» liehst wenig Wasser und nicht etwa kochen! — wer* den und dem Kindlein gesundheitlich außerordentlich bekömmlich sind. Im dritten Lebensmonat empt stehlt es sich, dem Kindchen auch schon Aepfel in geriebener Form zu geben. Vom vierten Lebens* monat ab kommen neben dem vorerwähnten Wild-- Semüfe alle anderen Gemüsearten und wiederum bst, Brei usw. in Betracht. Im sechsten Lebensmonat kann man zum Nutzen des Kindleins Matte, also Quark, in die Ernährung cinscbalten. Von größter Wichtigkeit ist es ferner,' die Kindlein möglichst viel der Sonne und der frischen Luft zugänglich zu machen. Das gilt auch jetzt in den Wintermonaten während der schonen Tagesstunden. Auf dem Lande muß man sich von der veralteten unb völlig falschen Vorstellung frei machen, daß im Winter das Kleinstkind nicht aus der Stube heraus- -McMhaus J?uhl < 9/30 -2". /-. kommen dürfe unb auch bie Fenster des Aufent* Haltsraumes des Kindes geschlossen zu halten feieru Hier, wie auch in der Stadt, heißt es: Unter allen Umständen während der schonen Tagesstunden bas Kleinstkind hinaus ins Freie! Dazu sind gerade auf dem Lande viel mehr Gelegenheiten gegeben als in der Stadt. Auch hier gilt das Wort: „Wo Ma Sonne hinkommt, braucht der Arzt nicht hinzu- kommen!" Die Rachitis- Bekämpfungsaktion ist während bei? Sommermonate nicht notwendig, da dann die Einwirkung der Sonne und der Sommerluft, sowie dis reichen Vorräte an Gemüse aller Art die beste« Mittel gegen die Rachitis sind. Nach dem bisherigen Stand ist die Zahl betf rachitiskranken Kinder im Landkreis Gießen erfreulicherweise nicht allzu groß. In den meisten Orten kommen nämlich nur wenige Kinder im Alter von drei bis fünf Monaten in Betracht, und von diesen ist glücklicherweise die größere Anzahl gesund. Ueberall haben die Fürsorgerinnen bei den Müttern volles Verständnis unb größte Bereitwilligkett! für die Bekämpfungsmaßnahme gefunden, ein Be* weis dafür, daß die vom Reichsministerium des Innern für das ganze Reichsgebiet angeorbnete Maßnahme zur Forderung der Volksgesundheit in den breiten Volksschichten die verdiente volle Würdigung sind et, B. bis 13, Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln 35, Aepfel 15 bis 35, Birnen 15 bis 20, Blumenkohl, das Stück 36 bis 39, Endivien 20 bis 30, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Rpf. * ** Populärwissenschaftliche Vorlesungen der Universität. Der gestern vermerkte populärwissenschaftliche Vortrag von Professor Dr. Dietz war irrtümlich für den gestrigen Freitagabend angekündigt. Der nächste Vortrag von Professor Dr. D i e tz findet am kommenden Montag, 26. Februar, der letzte Vortrag dieses Gelehrten am 11. März im Härsaal des Chemischen Instituts statt. (Straffommer Gießen. Eine Frau aus H. hatte sich wegen Urkundenfälschung zu verantworten. Sie hatte zwei vom Bürgermeister ausgestellte Bezugscheine abgeändert, und zwar den einen, der auf ein Paar Schuhe lautete, in „zwei Paar" und den anderen, der auf ein Hemd lautete, in „ein Paar Schuhe." Die Angeklagte war geständig. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von drei Mo- naten. Die Angeklagte wurde der schweren und der einfachen Urkundenfälschung schuldig erkannt und unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gesamtgefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt. Der R. Th. aus Frankfurt a. M., zur Zeit in Untersuchungshaft, hatte sich wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung zu verantworten. Er hatte im Herbst vorigen Jahres in Assenheim mit einem Taschenmesser dem Pferd des Bauern K. in den Hals gestochen, sodaß das Tier erheblich verletzt wurde und während 14 Tagen nicht gefahren werden konnte. Es entstand ein Schaden von etwa 1,50,— bis 200,— RM. Der Angeklagte war geständig. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnisstrafe von acht Monaten und Unterbringung des Angeklagten in einer Trinkerheilanstalt. Der Angeklagte wurde wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung zu einer Gefängnis st rase von a d) t Monaten, abzüglich zwei Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Auf Grund des § 42 c StrGB. wurde feine Unterbringung in einer Trin- kerheilanftalt angeordnet. Straferschwerend mürben die erheblichen Vorstrafen und das brutale unveranlahte Vorgehen des Angeklagten, strafmil- dernd dagegen sein Geständnis und der Umstand, daß der Angeklagte unter dem Einfluß erheblichen Alkoholgenusses stand, berücksichttgt. Amtsgericht Gießen. Der W. G. aus Magdeburg, zur Zeit ohne festen Wohnsitz, war der fahrlässigen Brandstiftung und des Bettelns beschuldigt. Er hatte am 16. Dezember 1939 in Grebenhain, wo er in der Herberge unter- gebracht war, den Ofen überheizt, wodurch das Inventar (Tisch, Bank, Pritsche usw.) in Brand geriet und ein Schaden von 40 bis 50 RM. entstand. Außerdem hatte er zu dieser Zeit in Grebenhain gebettelt. Der Angeklagte war in vollem Umfang geständig. Dem Antrag des Anklagevertreters ent- sprechend wurde der 2Ingenagte wegen fahrlässiger Brandstiftung zu einer (9 e f d n an i s ft r a f e von brei Monaten und wegen Bettelns zu einer Haftstrafe von zwei Wochen verurteilt. Ferner wurde die Einweisung in ein Arbeitshaus ange- orbnet. SJ.-fpor( Oie Kriegsmeisterschast der Bezirksklaffe. 1900 Gießen — SpV. 05 Wetzlar. ©.-Steinberg — VfB.-Rb. Gießen. Burgsolms — Naunheim. Sportfreunde Wetzlar — Rodheim. 1900 Gießen erwartet den Sportverein 05 Wetzlar. Beide Partner sind als gleichwertig anzuspre- chen. Der Platzverein wird alles daranfetzen, die Punkte in Gießen zu behalten. Die Grün-Weißen fahren nach Watzenborn mit der Absicht, dort zu gewinnen. Doch die Teutonen sind, zumal auf eigenem Gelände nicht fo leicht zu bezwingen. Die Naunheimer werden die Burgsolmser ohne Punkte heimfchicken. Die Rodheimer sind zu Gast bei den Sportfreunden Wetzlar. Es ist ein Spiel ohne Punktwertung. 1900 — Wetzlar. Neben dem Spiel in Steinberg ist es dieser Kamps, der morgen am meisten von Interesse fein dürfte. Beide Mannschaften haben durch Niederlagen Boden verloren. Und damit dies nicht weiter der Fall ist, wird es der hauptsächlichste Grund des morgigen Spieles sein, durch entsprechendes Abschneiden wieder einen Ausgleich herbeizuführen. Wetzlar mit der Mannschaft Dormann; Teske, Meinhardt; Hahn, Baumann, Blech L; Diddlapp, Engelmann, Baumann, Zehner 11., Blech II., wird alles versuchen, dem seitherigen negativen Abschneiden eine Wendung zu geben. Für die Blauweißen gilt es besonders, ein weiteres Absinken zu vermeiden, und da der in Urlaub weilende Hormel die Mannschaft Dinges; Schneider, Goß; Carstens, Jäger, Günther; Kraft, Pechaufcheck, Hormel, Balz, Heuser wesentlich verstärken wird, darf man erwarten, daß die Platzbesitzer nicht ohne Hoffnungen in den Kamps gehen. Watzenborn-Steinberg I. — VfS.-N. Sieben I. Nachdem die Watzenborn-Steinberger „Teutonen" am vergangenen Sonntag durch das Ausbleiben des Gegners wieder ohne Spiel waren, erwarten sie am morgigen Sonntag die 1. Mannschaft des DfB.- Reichsbahn Gießen auf eigenem Platz wm Meister- fchaftsfpiel. Die Gäste aus Gießen, Die am vergangenen Sonntag im Lokalkampf überraschend mit 2:1 verdient gewannen, werden versuchen, morgen zu zwei weiteren Punkten zu kommen. Bei der Platzmannschaft dagegen gilt es, den bis dahin er- kämpften Punktvorsprung weiterhin auszubauen. Vfv.-Reichsbahn 1. 3gb. — Tv. Heuchelheim 1. 3gb. Zum zweiten Bannmeisterschaftsspiel empfangen bie Grün-Weißen diesmal die Jugend aus Heuchelheim. Obwohl die Grün-Weißen am letzten Sonntag durch ein gutes Ergebnis überraschten, dürften sie jetzt wohl kaum um eine Niederlage herumkommen, ba der Gegner auch körperlich viel stärker ist, -4.^2, Lydia Veicht wieder deutsche Iugendmeisterin. In den Wettkämpfen im Kunsteisstobion in Garmisch-Partenkirchen errang am späten Freitagabend Lydia Deicht (Hochland) bie Eislaufjugendmeister- schäft des BDM. Kurze Sportuotizen. Bei den 5. Winterkampfspielen ber HI. in Garmisch-Partenkirchen wurden am Freitag* vormittag die Eishockey-Zwifcheurundenkämpfe gestartet. Ostland schlug Berlin mit 7:2, während sich Düsseldorf und Kärnten 0:0 trennten. B e i den 5. Winterkampfspielen b e c H I. in Garmisch-Partenkirchen nahm am Freitag der deutsch-italienische Länderkampf mit dem Schi- Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Langlauf über 6 km feinen Anfang. Auf jeder Seite standen fünf Jungen im Kampf; Italien siegte mH! 14,8 Punkten und sicherte sich damit die Führung in der Gesamtwertung. Bester Einzelläufer war der Italiener Gastone dalle Ave mit einer Sekund« Vorsprung vor dem Deutschen Laffentaler (Kärntens 1150 Jahre Attendorf (Lahn). Am 27. Februar 1940 sind es 1150 Jahre! her, seit das Dorf A11endorf an der Lahn zum erstenmal in bas Licht der Geschichte trat, denn in einer Urkunde vom 27. Februar 790 kommt sein Name zum erstenmal vor. Seit wann bas Darf besteht, ist nicht bekannt. Ueber bie interessante Geschichte Allenborfs werden wir demnächst einen Aussatz aus der Feder von Pfarrer Germer (Großen, Linden) in der „Heimat im Bild" oeröffentticher^ Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Frau V. in A.-V. In Ihrem Falle dürfte der Anspruch auf einen Fettverbilligungsschein begründet fein. Den Antrag müssen Sie bei dem Bürgermeister Ihres Wohnortes stellen. L. H. in £. Ehemalige Frontkämpfer des Wett» trieges erhalten, ebenso wie die Veteranen aus früheren Kriegen, sobald sie das 70. Lebensjahr erreicht haben, einen monatlichen Ehrenfold vo« 10 RM. Antragsformulare find beim Verforgunas» amt in Gießen erhältlich. Dorthin sind auch die An» träge mit den erforderlichen Untertanen zu richten« Nähere Einzelheiten können Sie bei dem Kamerad-' schaftsführer der NS.-Kriegerkameradschaft in Ihrem Wohnort erfahren, der Sie ja wohl auch als Siird angeboren. (Nachdruck verboten!) 23. Fortsetzung 192A Gießen (Walltorstraße 6), den 24. Februar 1940. Auf Wunsch des Verstorbenen fand die Trauerfeier in der Stille statt Gießen, 24. Februar 1940. Die trauernden Hinterbliebenen, Gießen, Krofdorf, den 24. Februar 1940. 0654 Gießen-Wieseck, 24. Februar 1940. 938D 0639 Gießen (Kirchenplatz 14), den 24. Februar 1940. 515 A Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 1 Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. Februar, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Meine Anzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. Nadi schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden verschied am 22. Februar unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Roman von Frank F. Braun Copyright by Deutscher Verlag, Berlin Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 25. Februar, nachmittags 1 Va Uhr, vom Sterbehaus Wieseck, Karlstraße 10, aus statt. Die Beerdigung findet am Montag, dem 26. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8 jäh riger Schulbildg. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits am 8. März statttindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. Ein-und halbjährige Handelsfachklassen für Schüler mit Volksschulreife und höherer Schulbildung, bei Sekunda oder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Anmeldungen #ür das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schaißebfiade Giehen, Goethetir. 32 Ruf 2486 Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorm. Heger Nacht Bandaßistenmeist. Marktstr.16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Johannette Ferger Wwe. nebst Kindern, In tiefer Trauer: Ludwig Jung V., z.Z. Wehrmacht und Frau Lina, geb. Deibel. lieber Naturschutz und Naturkunde mit oen allgemeinverständlichen 'bi che.n es Hugo BermüHler Berlages, Berlin- Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler dos ausführliche bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" zur Reinigung des Gesichts und der Hände benutzen. Dr. Gaudlitz-Mandelkleie hat nidit nur dieselbe Reinigungskraft wie Seife, sie ist auch von alters her ein bewährtes Schönheitsmittel I Sie ist sauerstoffhaltig und macht Ihr Gesicht jugenbfcifch^ ßUiienmnl Streudose RM 0.90 Nochfüflbeviet RM 0.45 Frei e*6lnl» le allen fodtfleiMne* Johannes Martin im vollendeten 80. Lebensjahre. Mittwoch früh entschlief nach längerem Leiden mein lieber Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder Fritz Schreiner, Gastwirt Ik« Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Gqethestr.32 Vorgestern verschied nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Mann, unser treusorgender, guter Vater, Bruder, Schwiegervater, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Franz Ferger im Alter von 43 Jahren. Heute entschlief nach langer Krankheit und mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere einzige Tochter und geliebtes Kind Eischen im jugendlichen Alter von 17 Jahren. Noch bis zur letzten Stunde setzten wir alle Hoffnung für die Gesundung unseres Lieblings. Sie schenkte uns in ihren jungen Jahren nur Fröhlichkeit und Freundlichkeit. Trotz aufopfernder Pflege nahm eine tückische Krankheit ihr die Kraft für ein weiteres Gedeihen und so mußte sie ihr junges Leben dem Schicksal lassen. zu bedeuten? Kybander legte das Blutt erstmal beiseite. Er nahm den obersten Brief auf. Eine Frau hatte ihn geschrieben. Die Schrift war ungelenk, aber klar und fest. Trotzdem bestand kein Zweifel, daß die Schreiberin eine Frau gewesen war. Sie schrieb wie tausend junge Frauen seit tausend Fahren an junge Männer schreiben, die sie lieben und von denen sie getrennt sind. Sie denke immer an ihn, sie werde niemals aufhören, ihn zu lieben, und er möge ihr schreiben, daß auch er sie nicht vergefsen habe. Die Briefe, einander alle ähnlich, waren mit Maria unterzeichnet. Einmal war von dieser Maria ein Hotelbnef- bagen genommen. Sie schrieb aus Ragusa, daß es ihr gut gehe. Ob er, Ludwig, nicht bald einmal käme, um sie zu besuchen. Jwanka habe die Masern gehabt, sei aber wieder ganz gesund. Der Bries endete wieder wie die meisten: deine dich liebende Maria. Kybander legte ihn vor sich auf den Tisch. Er sah das gelb gewordene, in den Kniffalten brüchige Papier nachdenklich an. „Jwanka hat die Masern gehabt", sagte er sinnend, sah das Datum an und wiederholte zu sich selber: „Jwanka hat im Jahre 1928 in Ragusa die Masern gehabt..." Dann saß er eine Weile reglos und ließ die Erkenntnis auf sich eindringen. lachte, leider konnte er das nicht sehen. Er hörte nur den Tonfall und fuhr rasch fort: „Ick, habe Sehnsucht, mit Ihnen zu plaudern, verstehen Sie. lieber die Tournee zum Beispiel. Sie haben so nette Einfälle. Wir könnten noch die Kleider für die Girls besprechen. Ich hätte da gern Ihren Rat. Wollen wir uns auf einen Tee treffen?" „Warum nicht? Recht gern." „Kann ich zu Ihnen kommen?" Einen Augenblick war es still. Dann sagte Jwanka: „Wenn Sie es wünschen, gewiß. Aber ich gestehe Ihnen, ich möchte Sie nicht gern in dieser Wohnung empfangen." , Da an der Ecke des Kurfurstendamms ist doch so . ein' kleines Cafe, sagte Boury. „Wollen wir uns in einer Viertelstunde dort treffen?" „Gern", sagte Jwanka. Ihr Herz klopfte rascher. „3d) werde pünktlich sein", verhieß sie. Boury hatte mit Bedacht ein Tischchen in einer Nische gewählt, an dem sie allein, ungestört und ungehört bleiben würden; denn er gedachte sich an diesem Nachmittag die Seele und das Herz frei zu reden. Aber was will man machen, wenn zwei empfindungslose Schachspieler das Lokal betreten und gerade den Tisch dicht vor den beiden mit Beschlag belegen? Vielleicht waren diese beiden Schachspieler nicht einmal die schlechtesten, tröstete sich Charles Boury. Sie bestellten Kaffee, ließen sich das tarierte Wachstuch und den Kasten mit den Schachfiguren bringen und bauten ihr Spiel auf. Es waren passionierte Spieler. Sie schauten kaum von den Königen, Damen und Türmen auf; rührten nur manchmal in ihren Kaffeetassen und tranken einen Schluck, um sich dann sofort wieder auf den Angriff der Springer und die Abwehr der Läufer zu stürzen. Charles Boury beachtete sie nicht mehr. Er schaute Jwanka an, die an einem Sahnenbaiser löffelte. Immer kam die spitze rote Zunge gewissermaßen vorahnend ein Stückchen zwischen den Lippen zum Vorschein. Es war ein reizendes Bild, fand Direktor Boury. Weiß auf Purpur. Er war sich dabei aller Sach- und Fachkenntnis nicht einmal ganz klar, ob die Lippen geschminkt oder wirklich so rot durchblutet waren. Boury kannte den Blick nicht von ihr ab wend en. (Fortsetzung folgt.) _________ SvLiwlMsev Sevkauf. Am 1. und 2. März, vormittags von 9 bis nachm. 6 Uhr kommen in Heuchelheim, Bachstraße 25, folgende Gegenstände aus freier Hand geg. Barzahlung z. Verkauf: Eine Anzahl eis. Iauchepumven u. Einlaufrohre/Vogelgestelle, eiserne Kastenkarren 120 Ltr., starke Bauart, eine Anzahl verzinkte Blechschablonen für Kastenkarren, ein Schraubensiaschenzug lOZtr.Trag- kraft, 7 Meter Hub, eine schwere Kette 6 Meter lang, mehr. Svann- ketten, Zugketten mit Sillscheiten und Rückenriemen, Hals- u. Bauchriemen, 1 Stoßkarren, 1 Schrotsäge, 1 Säulenbohrmaschine, 1 Amboß, 1 Schraubstock, 1 Rohrschraubstock, 1 Rohrabschneider, 1 Blechschere, 1 Pionier, 4 Gasgewinde- klupven von l/9-3 Zoll, LD.-Rohr, Muffe u. Verbindungsstücke a. Art, eine Anzahl Holz- u. Eisenbohrer, Schloßschrauben i.versch. Größen, Rundeisenstäbe 25-30 mm usw. loser Kybander steckte den Vorwurf ein. Im Hof trennten sie sich. Der Kommissar hatte die Schlüssel der hinteren Ladentür mitgenommen. Er schloß auf und trat ein. Vorsichtshalber schloß er von innen hinter sich zu. * Durch die vorderen beiden großen Fensterscheiben fiel Licht. Der Laden war aber selbstverständlich nach der Straße zu abgeschlossen. Den jungen Verkäufer hatte man für die nächsten drei Tage nach Hause geschickt. Es war sehr still in dem Raum. Ein paar leere Erdnußschalen erinnerten, wo Asmus, der Papagei, gestanden und gesessen hatte. Julia hatte ihn in die Wohnung genommen. Kybander schaute sich um. Die eigentümliche Atmosphäre dieses Raumes drängte sich ihm auf. Hier müßte man Geschichten erfinden können, dachte er, hier war eine Fundgrube für Dichter und Schriftsteller. In der Ecke lehnte der japanische Eisenritter. Holländische Landschaften hingen an der Wand. Chinesische Keramik mit sonderbaren Drachenmuster. Brücken aus Teheran und Belutschistan. Ein arabischer Gebetsteppich. — Man kann seine Augen ziemlich weit von sich wegschicken, ging es ihm durch den Kopf. Ein paar hundert Meter. Aber das ist nichts gegen die Entfernung, die unsere Gedanken und Vorstellungen zurücklegen können. Wer hatte einst auf diesem arabischen Teppich gekniet? Der Emir von Kabul oder seine Lieblingsfrau? Und die Beule im Visier des Daimyo, stammte sie von einem Schwerthieb der Samurai, an dessen Folgen der Ritter starb? Ludwig Carotti hatte in seinem Schreibtisch auf Ordnung gesehen. In der vorderen Ecke stand die Zur selben Stunde gelangten die beiden Beobachter vor dem Hause Jwanka Gospiks, der Privatdetektiv Zacharias und der Kriminal-Assistent Henke, gemeinsam wie sie jetzt nach ihrer Bekanntschaft arbeiteten und Hand in Hand, zu dem gleichen Wisfen. Allerdings waren sie gezwungen, ganz andere Wege zu gehen. Herr Direktor Charles Boury war em alter Theaterhase. Aber auch die ältesten Hasen kommen einmal zu Fall. Herr Direktor Boury aus Metz konnte sich trösten und entschuldigen, daß gerade in seiner Heimat vor ihm unzählige Theaterdirektoren dem Scharm und Liebreiz ihrer Darstellerinnen erlegen waren. Er hatte sich sogar lange gewehrt. Er war wie gesagt fein heuriger Hase; aber Jwanka Gospik hatte es ihm angetan. Sie warf feine Glutblicke, sie lächelte ihn nur manchmal, wenn es angebracht war, ein bißchen an. Sie sprach fühle, vernünftige Worte, regelte die Kostüknfrage mit ihm und hielt sich bei den Proben überraschend irgendein buntes Tuch um und fragte ihn, ob ihr das stehe. Sie behandelte ihn als Direk- tor, als Kollegen, als guten Freund; nur nicht als Liebhaber. Und gerade danach sehnte sich Charles Boury allmählich. Er begann an ihrem Eis zu fratzen. Es gab nach und bröckelte ab; aber dann war es plötzlich wieder nachgeeist und er erfältete sich an ihrer Sachlichfeit. So warf sie ihn hin und her. Er schwankte in seinen Gefühlen. Er ertappte sich bei dem Gedanken, daß es reizend sein müsse, Jwanka als Frau, als richtige Ehefrau versteht sich, zu besitzen, ganz allein für sich. Gleichzeitig meldeten sich Bedenken. Da war ein anderer Mann vor ihm gewesen. Dieser Ludwig Carlotti. Gewiß, er wußte davon. Aber was hatte es für Zweck, sich darüber zu ärgern. Er selher war ja auch kein unbeschriebenes Blatt mehr. Unversehens kam ein neuer Gedanke. War das nicht zu bedenken: er hätte damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ein Theaterdirektor, der mit feiner besten Darstellerin einen solchen Ehe- oertrag macht, ist ihrer wirklich sicher. Sie kann ihm nicht vor der Nase bei Saisonschluß wegengagiert werden. Er rief sie an. „Jwanka", sagte er, „ich habe Sehnsucht nach Ihnen." „Aber, Direktor, was reden Sie denn da? ote im 48. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Minna Schreiner. bei DpS(?iweS P^/bringt die leichte Maße^ von DL» -^"Giesser Friedrichstr.7 Lieferant aller Kassen Heute morgen entschlief nach langem Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater, Schwiegervater und Großvater Karl Heimes Schuhmacher im Alter von 51 Jahren. In tiefer Trauer: Marie Heimes, geb. Möller und alle Angehörigen. Gießen, den 23. Februar 1940. Die Beerdigung findet Montag, den 26. Februar, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere hebe Mutter und Großmutter Frau Margarete Übrig, geb. Hölscher im Alter von 85 Jahren zu sich zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen: Elise Wagner und Sohn und alle Angehörigen. Gießen, den 24. Februar 1940. Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. Februar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 0644 Meere Papphülle, die zur Aufbewahrung des Revolvers gedient hatte. Man erkannte deutlich den Abdruck in der Watte. Eine Schachtel, noch neunzehn Patronen enthaltend, stand daneben. Von einer Klammer zusammengehalten lagen da weiterhin die Ausweispapiere des Verstorbenen. Paß, Anmeldung, ein paar Mitgliedskarten. Eine kleine, braune verschlossene Mappe lag etwas weiter zurück. Kybander zog sie heraus. Sie war zwar verschlossen, aber der Schnappverschluß sprang nach einigen Bemühungen auf. Sie enthielt Briese. Alte, private Briefe, die schon vergilbt waren. Kybander las sie. Ein Blatt fiel ihm als erstes in die Hande, das ihn erstaunen ließ. Es war ganz offenbar aus einem Hotelbuch herausgerissen. Es wies mit gelbgewordenen Schriftzügen die Eintragung auf, daß Ludwig Carlotti am 15. Mai 1919 im Hotel „Modern" in Agram übernachtet habe. Was hatte das Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Karoline Köhler, geb. Winkenstern. Am 22. Februar hat es Gott dem Allmächtigen gefallen, meinen lieben Mann, unseren guten, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt. Johann August Köhler Postbeamter i. R. im 72. Lebensjahre plötzlich und unerwartet in die Ewigkeit abzurufen. 0626 0646 0663