M. 20 Erstes Blatt 190. Jahrgang Mittwoch, 24.)anuar WO Erscheint tag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Krantturt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilätsdruckerei «.Lange in Siegen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bisL^/zUhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzergen von 70 mm Breite 50 Npf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Churchills Erpreffungsmanöver gegen die Neutralen Die pariser Hetzpresse selundieri Churchill Die Parole Der englischen Plutokratenkaste Durch Senkung des Lebensstandards soll sich Englands Krieg bezahlt machen. nen noch immer nicht dazu veranlaßt gesehen hätten, sich alle zusammen gegen die Gefahr auf- zulehnen. Der „Excelsior" lobt Churchill für die tüchtige Portion Mut, die er dadurch bewiesen habe, daß er den Neutralen den Hauptgrundsatz der Genfer Liga wieder in Erinnerung gebracht habe, nänv lich die Solidaritätspflicht aller Mitglieder zu Gunsten des Angegriffenen. Der Sieg der Westmächte würde einen Alpdruck von den Neutralen nehmen. Diesen Sieg dürften die Neutralen daher nicht durch Zugeständnisse an Deutschland zu lange hinausschieben. Das „Oeuvre" bezeichnet die Rede Churchills als eine deutliche Warnung an die Neutralen. Wenn die deutsche These, daß die westlichen Plutokratien mit allen Mitteln eine Erweiterung des Krieges anstreben, für besonders kritische neutrale Beobachter noch eines zusätzlichen Beweises bedurft hätte, so ist dieser nunmehr durch die Churchill-Rede und das laute Beifallsgeschrei der Pariser Presse endgültig erbracht. Die Reaktion der meisten neutralen Staaten ist daher auch dementsprechend: man kann, ohne zu übertreiben sagen, daß nunmehr die gesamte Weltöffentlichkeit sich darüber einig ist, wer den Frieden der Neutralen stören will. schungen zu bewerten, die hinsichtlich der Eisbewegung und deren Abhängigkeit von den Windverhältnissen angestellt wurden. Hier konnten die Nansenschen Erfahrungen bestätigt und zum Teil berichtigt werden, daß nämlich die Bewegung des Eises nach den Isobaren verläuft, d. h. nach jenen Linien, die die Punkte der Erdoberfläche mit gleichem Luftdruck verbinden. Die Abhängigkeit der Eisbewegung von den Winden ist erneut bewiesen, und zugleich wurden für die Schnelligkeit dieser Bewegung eine Reihe von erprobten Regeln aufgestellt. Die Bedeutung dieser Erkenntnisse für die Polarschiffahrt liegt offen auf der Hand. Es können jetzt nicht nur die Wetterkarten auf der nördlichen Halbkugel vervollkommnet werden, zu gleicher Zeit ist die Möglichkeit gegeben, die Eisbewegung zu beobachten, womit man Klarheit auch über das „Eisregime" auf der Strecke des Nördlichen Seeweges erhält. So wird die Begeisterung verständlich, mit denen man in den Kreisen der Polarforschung in Rußland die „Sedower" begrüßt. Sie haben weitere Pioniertat auf dem Wege der Erschließung der russischen Arktis vollbracht. Deutschland arbeitet, daß es ferner Großdeutschlands Interesse ist, die Wirtschaft in Gang zu halten, damit auch den Warenaustausch und den Verkehr mit allen Ländern und Völkern, die entschlossen sind, für den Frieden zu arbeiten. London hat noch immer alle Völker betrogen, die sich in Zeiten, wenn es England nicht gut ging, für britische Zwecke mißbrauchen ließen. Um sich im Krieg von 1914/18 die Hilfe seiner Kolonien sowie anderer unterjochter Völker zu sichern, hatte die englische Regierung diesen Kolonien Freiheit und Unabhängigkeit feierlich zugesagt. Die Hilfe wurde geleistet, aber Indien kämpft noch heute um feine Freiheit und Unabhängigkeit, ebenso Südafrika, Aegypten und die sogenannten Mandate. England hatte auch freien Völkern alles Mögliche versprochen, um 1914/18 Hilfe und Unterstützung zu erhalten. England hat sie nacheinander alle betrogen, sogar das stolze Frankreich, das heute keine freie und unabhängige Politik mehr führen kann, weil es zu einem willenlosen Werkzeug der englisch-jüdischen Kriegstreiber geworden ist. 'Churchill fleht sogar die Türkei an, die gerade er durch sein Dardanellen-Unternehmen im Weltkrieg vernichten wollte, deren Ländermosse dann von England aufgeteilt wurde. Die englischen Kriegstreiber mit Churchill und Halifax an der Spitze können den Neutralen heute keine territorialen Eroberungen ober auch nur finanziellen Gewinn in Aussicht stellen, denn Englands sagenhafter Reichtum hat sich in Staatsschulden verwandelt, während die Völker und Länder seines Imperiums darauf warten, sich aus diesem Krieg endlich die volle Freiheit und Unabhängigkeit zu erobern. Um dieser Gefahr zu entrinnen, werden die Neutralen von London und Paris aus durch wilde Gerüchte alarmiert und dann umschmeichelt, auf daß sie sich selbst und ihre Freiheit nach polnischem Muster für die verbrecherischen Geldsackinteressen der jüdisch-englischen Kriegsclique opfern sollen. Der einfache Tatbestand sagt aber mehr als alle britisch-französischen Sirenengesänge: Auf der einen Seite steht Deutschland, das den Frieden ehrlich und aufrichtig will und nicht daran denkt, die Schrecken eines Krieges, in neutrale Länder zu tragen; auf der anderen Seite wissen England und Frankreich nicht mehr ein noch aus und fürchten die Schläge ihres eigenen Handelskrieges, so daß diese Kriegsverbrecher nicht davor zurückschrecken, ganz Europa in einen Kriegsschauplatz zu verwandeln. Angesichts dieses nüchternen Tatbestandes dürfte die praktische Nutzanwendung wahrlich nicht schwer sein! Cy. Heimfahrt bes Eisbrechers „S e d o w" durchgegeben werden, der über 800 Tage durch die Arktis driftete und erst am 15. Januar von feinem größeren und stärkeren Bruder, dem Eisbrecher „Stalin", aus der Eisgefangenfchaft befreit werden konnte. Es werden Konzerte und Theatervorführungen veranstaltet, die man auch durch Richtstrahler nach dem Norden überträgt. Im größten Theater Moskaus finden Zusammenkünfte mit den Verwandten der 15 Mann statt, die nach beinahe 27monatiger Eingeschlossenheit im Eise wieder in Die Erwärmung Der Arktis. Nußland in Erwartung der Heimkehr des Eisbrechers „Sedow" Don unserem 7l-LierichterstaÜer. Vrttische Sirenengesänge. Von unserer Berliner Schristleitung. Berlin, 23. Januar 1940. Nun gibt die englische Regierung selbst offen zu, daß sie die Aussichten des Handelskrieges nicht günstig beurteilt. Halifax und Churchill, jeder in feiner Weife, wurden eingesetzt, um dem englischen Volke, aber vor allem den Neutralen klarzumachen, was nach Auffassung der englischen Kriegstreiber zu tun sei, um eine Katastrophe für England zu verhindern. Wer mit den Methoden der englischen Politik einigermaßen vertraut ist, wer sich daran erinnert, wie skrupellos England im Kriege von 1914/18 vorging, der kann niemals im Zweifel darüber sein, daß alle die wilden Gerüchte über die angebliche Bedrohung einzelner Neutraler durch Deutschland englischen Ursprungs sind Selbst ein so gewerbsmäßiger Lügner rote Churchill hat das in seiner Rundfunkrede vom 21. Januar unfreiwillig bestätigt. Der Lügenlord weiß, daß die Westdemokratien den von ihnen frivol heraufbeschworenen Kriegszustand nicht in einen englisch-französischen Sieg verwandeln können. Ihre eigenen Kräfte reichen dazu nicht aus, was sie gewußt Haben, sie aber zunächst nicht ändern konnten, weil die leichtfertig aufgestellte Rechnung von Anfang an falsch war. Nun kriecht Churchill, dieser Prototyp der Kriegshetzer förmlich vor den Neutralen, nun schiebt er ihnen die Aufgabe zu, die angeblich bedrohte Freiheit der Völker zu retten, was doch nur das Eingeständnis ist, daß England und Frankreich allein außerstande sind, die Kastanien aus dem Kriegsbrand der gewissenlosen Plutokratien zu holen. Churchill hat starke Töne gebraucht, hat allen Neutralen im voraus den Orden der Tapferkeit verliehen, die sich dazu verlocken lassen, aus der Neutralität herauszutreten. Es ist schon so, daß die Kriegstreiber in London und Paris sich darauf verlassen hatten, gerade so wie 1914/18 den Kriegsschauplatz nahezu unbegrenzt ausdehnen zu können. Ausgerechnet England das im Weltkrieg die Neutralität mißachtete, das nacheinander Portugal, Griechenland, Rumänien und China, weiter süd- und mittelamerikanische Staaten in die Kriegsfront gegen die Mittelmächte hineinstieß, will es heute so darstellen, als ob das heutige Deutschland ein Jnteress.e daran hätte die Neutralen nach englischem Weltkriegs- mufter zu behandeln. Damals befaß England allerdings die Machtmittel, um die Neutralen zu zwingen, während es heute weder finanziell noch wirtschaftlich, erst recht nicht in militärischer Hinsicht, gegen die Neutralen mit den 1914/18 erprobten Daumenschrauben und Druckmitteln vorgehen kann. Die Neutralen wissen, was England auch weiß, aber nicht wissen will, daß in dem Handelskrieg, den England erzwungen hat, die Zeit für das neue Stockholm, 24. Jan. (DNB. Funkfpr.) Die britischen Sorgen um die Aufrechterhaltung der Ster- lingwährung und die Aufbringung der gewaltigen Kriegskosten werden jetzt auch im neutralen Ausland immer deutlicher erkannt. Der Londoner Berichterstatter des Stockholmer „Svenska Dagbladet" sagt, während die Engländer im Verlaufe des Weltkriegs dank ihrer bedeutenden Auslandsguthaben den Lebensstandard fast unvermindert hätten aufrechterhalten können, feien diese Auslandsguthaben heute nicht mehr so groß, dazu die Anleihe- möglichkeiten sehr ungewiß, so daß die Parole der englischen Regierung jetzt auf Schmälerung des Lebensstandards hinauslaufe. Man fei bei den maßgebenden britischen Stellen ängstlich bemüht, einer immer stärker drohenden Jnsl ati o n s g e fa h r zu entgehen und sehe gegenwärtig die erfolgversprechendste Möglichkeit in einer Verminderung des Verbrauchs. Um dieses Ziel zu erreichen, habe man die Einkommensteuer in England auf die bisher noch nie erreichte Rekord- ziffer von 37,5 v. H. erhöht, wodurch nach Aussage des britischen Schatzkanzlers die Engländer Moskau erwartet werden. Die Presse widmet jedem einzelnen von ihnen Worte der Begrüßung. So bereitet sich Sowjetrußland auf den Empfang der Männer vom „Sedow" vor, die mit ihrer Treibfahrt durch die zentrale Polarregion die Polarforschung wieder um ein Stück weitergebracht haben. Es steht außer Zweifel, daß die Ergebnisse der Messungen und Beobachtungen, die die Mitglieder der Sedow-Besatzung unternommen haben, für die ganze arktische Wissenschaft, insbesondere aber für die Erforschung des sogenannten Großen Nördlichen Seeweges, d. h. der ständigen Verbindung durch das Eismeer nach dem Fernen Osten, von größter Bedeutung sind. Als der Eisbrecher „Sedow" im Herbst 1937 ausgesandt wurde, um eine im Eise steckengebliebene Schiffskarawane zu befreien und heimzuholen, hat noch niemand geahnt, welch große Bedeutung diese Fahrt gewinnen würde. Die „Sedow" wurde in der Nordenskjöld-See selbst bald vom Eise blockiert und mußte schon Ende Oktober einsehen, daß sie ihre Aufgabe nicht durchführen konnte. Am 26. Februar 1938 wurden von Moskau aus drei Flugzeuge auf den weiten Weg nach dem Nördoften geschickt, um wenigstens alle Fahrgäste der eingefroenen Schiffe und vor allem alle Frauen zu befreien. In langer mühevoller Arbeit, in zahlreichen Hin- und Herflügen wurden 184 Personen auf das Festland g e - bracht. Noch einmal, im Sommer 1938, wurde durch Entsendung eines anderen Eisbrechers, der „5 e r m a k", der Versuch gemacht, auch die „Se- doro" zu befreien; aber der Eisbrecher hatte in- zroifchen Ruderfchaden erlitten; er mußte sich ein« frieren lassen. Nur die Mannschaft konnte zum Teil ausgewechselt werden, und der Eisbrecher begab sich seitdem auf die Treibfahrt. Die Drift der „Sedow" ging im großen und ganzen in der Richtung, in der vor mehr als 40 Jahren Nansen mit seiner „Fram" die gleichen Regionen des Polarmeeres zu erforschen ttachtete, — aber wie anders als damals werden heute Polarforschungen betrieben! Vollkommenere Instrumente standen den Leuten von der „Sedow" zur Verfügung als sie Fritjof Nansen hatte, durch ihre Funkstation standen sie stets mit dem Festland in Verbindung, erhielten von dort chre Anweisungen und konnten ihre Beobachtungen weitergeben, und für den Ernstfall standen Flugzeuge bereit, um die Männer zu retten. Während Nansen damals beinahe für drei Jahre verschollen blieb, erfuhr man hier täglich neue Einzelheiten von den Beobachtungen der „Sedow". So ist bereits jetzt die Möglichkeit gegeben, sich ein Bild von den hauptsächlichsten Ergebnissen ihrer wissenschaftlichen Forschungsarbeit zu machen. Durch ein seltsames Zusammentreffen der Umstände hat die Drift der „Sedow" beinahe genau an dem gleichen Punkt begonnen, ■wie die der Nansenschen „Fram", und da die Treib- sahrt auch in der gleichen Richtung ging, ist ein Vergleich der wissenschaftlichen Forschungsergebnisse von größtem Interesse. Es zeigt sich zunächst, daß auf Grund der Tiefenmessungen, die die „Sedow" vornahm, die bisherigen Auffassungen über die Meerestiefe in den Regionen der zentralen Arktis revidiert werden müssen. So wurden Tiefen von 4952, 4980 und nördlich des Franz-Josefs- Landes sogar die Tiefe von 5180 Meter gemessen. Diese Tiefen find nicht nur gegenüber den von Nansen gemessenen überraschend, sondern stellen auch eine Korrektur der von den Papanin-Leuten aus der sog. „Station Nordpol" vorgenommenen Messungen vor zwei Jahren dar. Ferner ist durch die „Sedow"-■Besatzung die B e - schasfenh eit des Meeresgrundes genau erforscht und insbesonder die sogenannte „N a n - sen - Schwelle" untersucht worden, die eine Art Wasserscheide zwischen dem Polarmeer und der Grönland-See darstellt. Von besonderer roissenschast- licher Bedeutung aber sind, insbesondere für Sow- jetrußland, die meteorologischen und hydrographischen Forschungen, die sie unternahmen. Auf diesem Gebiet ist das hervorstechendste Ergebnis der Sedowschen Driftfahrt die Tatsache, daß die Erwärmung der Arktis, die den Wissenschaftlern kein Novum mehr ist und die seit einiger Zeit beobachtet werden konnte, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, ja man könnte beinahe "agen von Jahr zu Jahr, immer m ehr jo r t - ' d) r e i t e t. Hier sind die Vergleiche mit den Feststellungen, die Nansen getroffen hat, besonders aufschlußreich. Obwohl es sich nur um einen so relativ geringen Zeitunterschied handelt, wie es 40 Jahre tn der Arktisforschung darstellen, sind in die Augen pringende Veränderungen festgestellt worden. Die Gletscher grenze auf „den Nordmeer - Jnseln ist weiter augenfällig 3 urückgetret en, die „Eishalttgkeit" der umliegenden Meere hat sicy von unnötigen Ausgaben ab gehalte n werden sollen. Im weiteren Aufbau dieser Maßnahmen müßte sich bas englische Volk noch auf hohe ind irekte Steuern und auf eine weitere Verschärfung der Rationierung gefaßt machen. Die englische Arbeiterschaft sei zwar nicht gewillt, die Kriegspolitik ihrer Regierung auf ihrem Rücken austragen zu lassen und wolle von Lohnforderungen keineswegs Abstand nehmen, aber die Regierung sehe gegenwärtig in den Lohnerhöhungen eine Hauptursache für bie Jnslationsgefghr. Auch aus biefem Bericht eines schwedischen Beobachters geht also einwandfrei hervor, daß die britische Regierung infolge ihrer schwachen Finanzlage geywungen ist, die Haupttasten ihres Krieges gerade dem Mittelstand und den ärmeren Schichten bes englischen Volkes aufzubürden. Mit brutaler Offenheit wird der britische Arbeiter auf lange Zeit hinaus um seinen gerechten Lohn betrogen und zur Armut verdammt, damit die herrschende pluto- kratische Oberschicht ihren Krieg gegen Deutschland führen kann. Brüssel, 24. Januar. (DNB. Funkspruch.) Churchills Drohung an die Neutralen findet die volle Billigung der Pariser Presse. Seine Aufforderung an bie Neutralen, schleunigst gemeinsame Sache mit den Westmächten zu machen, wird be- aeiftert begrüßt. Darin zeigt sich deutlich, daß die Aeußerungen Churchills lediglich als Auftakt zu einem großangelegten Eins chüchte- rungs- und Erpressungsmanöver der Westmächte gegenüber den neutralen Mächten anzusehen sind. Sie benötigen, koste es, was es wolle, neue Bundesgenossen, die bereit sind, dem polnischen Beispiel zu folgen und ihr Blut und ihre Existenz für die Sache der Westmächte einzusetzen. Das „Journal de Debats" schreibt, die Westmächte hätten sich mit Recht über bie Tendenz verschiedener Neutraler, ihre Länder aus dem Krieg herauszuhalten, „g e ro unb e r t". Um den Neutralen mehr Mut zu geben, fei es zunächst erforderlich, mit allen Mitteln Finnland zu unterstützen. Besonders begeistert äußert sich der jüdische Journalist Elie Bois im „Petit Parisien" über die Rede. Mit Churchill habe der populärste Minister Großbritanniens gesprochen. Nichts von dem, was er gesagt habe, dürfe unterschätzt werden, denn Churchill sei heute der Sprecher der britischen Nation. Die Neutralen, müßten heute zwischen den autoritären Staaten und den Westmächten wählen. Man würde mit Recht erstaunt sein, daß sich die bedrohten kleinen Natto- wesenttich verringert, und bie Dicke des Polareises ist so erheblich geringer geworden, daß die Verwaltung des Nördlichen Seeweges mit neuen Hoffnungen in die Zukunft blickt. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß all diese Erscheinungen auf Grund einer genau feststellbaren Erwärmung der mittleren Jahrestemperatur in den Polarregionen eingetreten sind. Es will schon etwas besagen, wenn die „Sedow" als größte Eisdicke nur noch 218 Zentimeter feftgefiellt hat gegenüber 365 Zentimeter, die noch Nansen gemessen hatte. Während Nansen auf der „Fram" die niedrigste Temperatur von 52 Grad zerzeichnen konnte, ist jetzt „nur" noch eine Kälte von 44,1 Grad gemessen worden. In Verbindung mit dieser zunehmenden Erwärmung der Arktis sind auch bie Resultate der For- Neutraler Außenhandel im Kriege. Mit Interesse hat man nicht nur bei uns, sondern auch in der übrigen Welt den Veröffentlichungen der neutralenßänber über den Außenhandel im Kriege entgegengesehen. Es hat sich gezeigt, daß nur wenige Länder in Voraussicht des bewaffneten Zusammenstoßes der drei europäischen Großmächte in gewissem Umfang eine Vorratsbildung Dorgenommen haben Zu diesen wenigen Ländern gehören Schweden und die Schweiz. Don Vorräten besonders entblößt scheinen Belgien und Dänemark in die Kriegszeit eingetreten zu fein. Im allgemeinen muß berücksichtigt werden, daß — als Folge einer internationalen Wirtschaftsbelebung — der Außenhandel in den ersten acht Monaten 1939 auf einer höheren Ebene lag als der Außenhandel in der gleichen Zeit des Jahres 1938. Für die von den wirtschaftlichen Kampfmethoden Grobbritanniens am schwersten betroffenen beiden Nordwesttänder, Belgien und bie Niederlande brachte der erste Kriegsmonat einen scharfen Rückgang der Ein- und der Ausfuhr. Dies erklärt sich daraus, daß die von den britischen Blockadeschiffen aufgebrachten Ueberfeebampfer wochenlang in den Kontrollhäfen festgehalten wurden. Im Oktober und November 1939 trafen dann in den neutralen Häsen zahlreiche Schiffe ein, die im September fällig gewesen waren, die aber wochenlang in den berüchtigten britischen „Downs" und anderen Kontrollhäfen zurückgehalten worden waren. Am wenigsten bettoffen von den nördlichen Neutralen war Norwegen, weil es den Sperrgewässern am fernsten liegt und weil feine Handelsflotte auf der weniger überwachten Nordroute ein- und ausreisen kann. Deutlich ist zu erkennen, daß die Neutralen im zweiten und dritten Kriegsmonat alles aufboten, um an wichtigen Lebensrnitteln und Rohstoffen, aber auch an gewissen überseeischen Genußmitteln Vorräte anzusammeln, um einer etwaigen ro eiter en Verschärfung der Blockade mit leidlicher Ruhe entgegensehen zu können. Im allgemeinen hat sich die A u s- fuhr der neutralen Länder weniger gut gehalten als die Einfuhr. So ging von August auf Oktober die belgische Ausfuhr um ein reichliches Viertel, die holländische Ausfuhr sogar um meyr als vierzig vom Hundert zurück. Eine Ausnahme macht jedoch Schweden, dessen Eisenerz für die kriegführenden Mächte einen begehrten Einfuhrartikel bildet. Man ist sich in den neutralen Ländern Moskau, Januar 1940. In diesen Tagen sitzt das ganze russische Volk mit größter Spannung an den Lautsprechern und verfolgt Wort für Wort die Ansagen, die über die darüber klar, daß man e r st a m A n f a n g der wirt» schaftlichen Leiden im allgemeinen und der Außen» Handelsstörungen im besonderen steht. Das reiche England hat die neutralen Länder nicht nur in bezug auf Lieferungen (Kohle und Eisen), sondern auch in bezug auf Warenbezüge im Stich g e« lassen. Die Londoner Regierung hat für eine Reihe neutraler Erzeugnisse Einfuhrverbote erlassen, so für schweizerische Uhren und Stückwaren. Es ist bestrebt, den Neutralen die Lage so weit wie möglich zu erschweren. Der Zweck ist der, daß die Neutralen allmählich weich werden, sich den britischen Wirtschaftskriegswünschen gefügig zeigen und möglichst offen für die Alliierten Partei ergreifen sollen. Natürlich weiß man in London ganz genau, daß sich Deutschland eine Mitwirkung der Neutralen bei der gegen Deutschland gerichteten Blockade nicht gefallen lassen wird. Aber auch hier handelt England nach dem Satz, daß es keine billigere Kriegführung geben kann als die mit dem Gut und Blut anderer. Ein besonders eindrucksvol- les Bild von den wirtschaftlichen Folgen, die Großbritanniens rücksichtslose Blockade für die Neutralen gehabt hat, bieten die Verkehrszahlen in den belgischen und niederländischen Nordseehäfen. Wäh- reno in der Zeit von September bis November 1938 im Antwerpener Hafen über 3000 Schiffe einliefen, stellte sich diese Zahl in der gleichen Zeit des Jahres 1939 auf weniger als 1000. Der Tonnengehalt der im niederländischen Hafen Rotterdam einlaufenden Schiffe ermäßigte sich von 3,2 Millionen Bruttoregistertonnen im August 1939 auf knapp 0,8 Millionen Bruttoregistertonnen im Oktober 1939. Dazu kommen die schweren Verluste an Schiffsraum, welche die Neutralen durch die britische Minensperre und durch den von den Alliierten heraufbeschworenen Seekrieg erlitten haben und weiter erleiden. Die Engländer machen es nicht anders als Jene Nürnberger, die auch keinen henkten, — sie hätten ihn denn. Es ist selbstverständlich, daß die Neutralen jedes Mittel benutzen, um ihren Außenhandel aufrecht zu erhalten. Mit fast ollen benachbarten Ländern hat Deutschland Abmachungen über die Fortsetzung des Warenaustausches mindestens auf dem bisherigen Stande getroffen. Die Verhandlungen der Neutralen mit Großbritannien dauern bereits Monate und haben immer noch kein Ergebnis gehabt. Der englische Blockademinister Croß hat im Londoner Unterhaus erklärt, daß England ein über die ganze Welt reichendes Informationsnetz besitze und feststellen könne, wo ein neutraler Kaufmann Deutschland „begünstige". Herr Croß sieht auch die Fortsetzung des Handels auf Vorkriegsbasis als „Begünsttgung" an, die er nicht dulden will. Großbritannien hat entgegen allen internattonalen Uebereinkünften das Kaperrecht gegenüber allen Waren deutschen Ursprungs verfügt, gleichgültig ob das Besitzrecht an ihnen inzwischen auf Neutrale übergegangen ist ober nicht. Als Zweck dieser Maßnahme wurde es bezeichnet, Deutschland die Auslandseinkünfte zu verkümmern und ihm damit die Kaufmöglichkeiten zu schmälern. In Wirklichkeit bringt Großbritannien die neutralen Staaten in ernste Verlegenheiten. Es nimmt ihnen — wie beispielsweise den Niederlanden — die Möglichkeit, überseeische Gebiete mit Industrieerzeugnissen zu versorgen. Gegen die Handelsstörungen, die Großbritannien den nicht am Kriege beteiligten Ländern bereitet, sind besonders die großen Länder: Italien, Sowjetrußland und Japan mit scharfen Protesten her- öorgetreten. Auch die amerikanische Union hat gegen die ihr zugefügten Außcnhandelsstörungen Verwahrung eingelegt. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts hat ein angesehener französischer Seekriegsrechtler die Hoffnung geäußert, daß sich die Neutralen zu gemeinsamer Wahrung ihrer Außenhandelsinteressen gegenüber der brutalen britischen Wirtschaftskriegfnhrung zusammenschließen möchten. Noch versuchen die Neutralen, getrennt ihre doch recht gleichlaufenden Interessen zu verteidigen. Das hat ihnen nichts anderes eingetragen als weitere ungeheuerliche Steigerungen in den britischen Zumutungen. Wenn Deutschland sich nicht den geringsten Verstoß der Neutralen gegen echte wirtschaftliche Unparteilickkeit gefallen läßt, leistet es nicht nur den Neutralen, sondern auch dem gesamten internationalen Wirtschaftsverkehr einen Dienst. Cr. Ne HeuHen provoziert. Llandinavische Blätter weisen Churchills Anrempelung scharf zurück. Stockholm, 23. Ian. (Europapreß.) Scharf greift die Stockholmer Abendzeitung „Aftonbladet" Winston Churchill an. Das Blatt schreibt, daß Churchill in der Frage des „D o r b e i h a u e n s" im großen Stile oorgel)e. Die Rede Churchills hätte die Aufforderung an die neutralen Staaten enthalten, ihre Unabhängigkeit aufzugeben. Sie habe in unverblümter Weise d i e englische Großmachtpolitik entschleiert. Durch Churchills Hervortreten sei die Politik Englands durchschaut worden, nicht nur von Schweden, sondern von der ganzen Presse des neutralen Europas, die scharf reagiert und sich für die Anweisungen Churchills bedankt habe. Was Churchill in feiner Rede begehrt habe, sei nichts anderes gewesen, als daß die Neutralen England zu Hilfe kommen sollten. Das Osloer „Norges Handelsoog Sjöfartstidende" schreibt: „Die neutralen Staaten scheinen die Rede Churchills alle als eine Anrempelung empfunden zu haben, die ebenso unnötig w i e ungeschickt ist. Derartige Aeußerungen verantwortlicher Staatsmänner kriegführender Mächte haben eine provozierende Wirkung. Sie können sogar vorbeugende Maßnahmen der Gegner nach sich ziehen. Der britische Marineminister erinnert sich vielleicht noch daran, daß die britische Flotte einstmals die dänisch-norwegische Flotte auf der Reede von Kopenhagen überfallen hat. Churchills Aussprüche lassen die Gedanken auch auf die Ereignisse vor der heuttgen Entwicklung zurückschweifen." „Inlandsposten" sagt: „Wenn diese Rede Churchills nicht als ein Zeichen englischer Schwäche zu dettachten ist, so kann man sie nur als ein Versuch werten, der die Einmischung der neutralen Staaten in den Krieg zum Ziele hat. Aber dieser Versuch ist zu plump. Winston Churchill mag sein, was er will, ein Psychologe ift er jedenfalls nicht. Ein neutraler Staat, der Selbstachtung besitzt, muß sich gegen provokatorische Aeußerungen dieser Art zur Wehr setzen." Amerikanischer Protest gegen die britische Kontrollproxis. Washington, 23. Januar. (Europapreß.) Eine amerikanische Note über die Behandlung der USA- Schiffahrt durch die englische Kriegsmarine wurde, dem englischen Botschafter in Washington, Lord Lothian, überreicht. In dieser Note wird Pro« t e st erhoben gegen die Behandlung und Durchsuchung von amerikanischen Schiffen, insbesondere durch das Eindringen der Schiffe in den Hafen von Gibraltar. Ausdrücklich wird erklärt, daß die gegenwärtige Situation eine Diskriminierung der amerikanischen Souveränität darstelle und daß Abhilfe geschaffen werden müsse. Staatssekretär Hüll wird ferner in einer scharf gehaltenen Note der englischen Negierung erklären, daß die Antwort Englands auf den Protest der Vereinigten Staaten von Nordamerika gegen die Beschlagnahme der P o st von nordamerikanischen Flugzeugen die Regierung der Vereinigten Staaten nicht befriedigt hat. Hüll fordert die volle Achtung des internationalen Uebereinkommens. -ÄV ochsende Erregung in Japan. Tokio fordert Freilassung der 21 Deutschen der „Asama-Maru" und droht mit Gegenmaßnahmen. Tokio, 24. Januar. (DRV. Funkspruch.) Die dreiste und herausfordernde englische Aktion gegen das japanische Motorschiff „A s a m a - M a r u", die von der Dresse als „Piraterie vor den Toren Tokios" treffend gekennzeichnet wird, wirkt sich immer stärker auf die Stimmung des japanischen Volkes aus. Immer neue Entschließungen von Parteien und Verbänden, die Ankündigung von Massenversammlungen sowie häufige Besprechungen innerhalb des japanischen Kabinetts lassen erkennen, daß Japan offenbar entschlossen ist, seinem Protest gegenüber England auf jeden Fall Anerkennung zu verschaffen. Der japanische Vizeaußenminister Tani hat dem britischen Botschafter in Tokio nahegelegt, England I möge die auf dem japanischen Dampfer „Asama- Maru" völkerrechtswidrig gefangen genommenen 21 Deutschen freiwillig ausliefern, da Japan sonst gezwungen würde, offiziell die Auslieferung Der Deutschen zu fordern. In Tokio erwartet man, daß England dieser Anregung Folge leisten werde. Der Direktor der europäischen Abteilung des japanischen Außenamtes, N i s h i, verwies in einer Aussprache mit dem britischen Botschaftsrat auf die gewaltige Erregung, die der Fall in der japanischen Nation verursacht habe. Nishi ersuchte den Botschaftsrat, dafür zu sorgen, daß weitere Aktionen gegen japanische Schiffe unterbleiben. Außenminister Ar i t a hat dem britischen Botschafter C r a i g i c erklärt, daß Japan Maßnahmen zur Selbstverteidigung treffen werde, um weitere Zwischenfälle zu verhindern, falls die von Amerika zu erwartenden japanischen Dampfer nochmals illegalen Aktionen ausgesetzt würden. Arita betonte weiter, daß e r nft e Auswirkungen auf die japanisch-englischen Beziehungen nicht ausbleiben könnten. Die soziale Massen-Partei verlangt in einer Entschließung, daß die japanischen Gewässer unverzüglich von den britischen Piraten gesäubert werden müssen. Japan solle die sofortige Herausgabe der verhafteten Deutschen, eine klare Entschuldigung Englands sowie Garantien zur Verhinderung ähnlicher Vorfälle verlangen. Weiter erwartet die Partei, daß die Schifffahrtsgesellschaft Nippon Puson Kaischa, die Besitzerin des von den Briten überfallenen Motorschiffes „Asama-Maru" 3ur Verhinderung weiterer britischer Spionage alle englischen Angestellten entläßt und sich überhaupt von Eng- land weitgehend unabhängig macht. „Asahi Schimbun" meldet, daß eine Reihe höherer Seeoffiziere, die zu Besprechungen in Tokio weilten, sich sofort auf ihre Posten 3 u r ü cf begeben hätten. Weiter berichtet das Blatt, es feien bereits bestimmte Gegenmaßnahmen getroffen worden, um weitere Zwischenfälle HU verhindern. Arn Freitag wird in Tokio eine anti- englische Protestkundgebung veranstaltet werden, bei der Admiral Suetsugu und Kapitän Kingoro Hashimoto das Wort ergreifen werden. Kapitän Hashimoto befehligte das japanische Kriegsschiff, das im vergangenen Jahr das englische Kanonenboot ,Lady Bird" in chinesischen Gewässern angegriffen hat. Zerschlagung Deutschlands. pertinax enthüllt das Kriegsziel der französischen Diplomatie. Amsterdam, 23. Jan. (DNB.) Im Londoner „Daily Telegraph" unternimmt es der französische Leitartikler Pertinax, die Kriegsziele Frankreichs mit schonungsloser Deutlichkeit klar zu legen. Die Zerschlagung Deutschlands in kleine Staaten sei das Ziel der französischen Berufsdiplomaten, deren Ansichten bei einem sogenannten Friedensschluß entscheidend feien. Es genüge nicht, daß man nach dem Siege eine militärische Vorherrschaft aufrechterhalte. „Bis zum Aufbruch einer neuen Ordnung" müßten die Westmächte durch eine Rheinlandbesetzung in weitergehender Form als vor 20 Jahren eine strategische Herrschaft über Deutschland Herstellen. Sie würden natürlich keine imperialistischen Ziele habens!), dennoch würde es wünschenswert sein — denn damit wurde man jeden Verdacht töten — wenn Deutschlands Nachb arn, die jetzt in ihrer Neutralität gelähmt seien, mit den beiden großen West möchten vertraglich verbunden würden. Der französische Leitartikler, der unterstreicht, daß seine Aeußerungen die Ansicht maßgebender fron« zö fisch er Berufsdiplomaten seien, entwirft sodann ein Bild von einer neuen Genfer Liga, die einer vollständigen und brutalen Herrschaft der englischen und französischen Plutokraten dienen soll. Er erklärt, daß in anderer Hinsicht die französischen Unterhändler bei einem Friedensschluß zweifellos versucht sein würden, „in gewisser Beziehung^ d i e B e ft i m m u n g e n von Versailles wiederherzu st eklen. In der neuen Genfer Liga müßte eine französisch- englische Exekutive aufrechterhalten werden, die nicht in dem Kontakt mit den übrigen Mitgliedern der Liga untergehen dürfe. Dieses Programm sei noch keineswegs etwa fix und fertig entworfen, aber diese Gedankengänge deckten sich mit denen der französischen Diplomatie. Der srideriziamsche Soldat und die Gegenwart. Der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Brauchitsch veröffentlicht anläßlich des 228. Geburtstages Friedrichs des Gr 0. ß e n im „Völkischen Beobachter" einen Aufsatz. Nach einleitenden Worten über die geschichtsbildende Kraft der Gedanken des großen Preußenkönigs, die kein geringerer als der Führer am 21. März 1933 und in seiner Reichstagsrede vorn 1. September 1939 anerkannt habe, schreibt Generaloberst von Brauchitsch: „Der srideriziamsche Soldat ist in unseren Augen das Beste, was militärische Erziehung und Ausbildung zu schaffen vermögen. So sehr er als ein Bestandteil der Linearordnung, des taktischen Systems, des friderizianischen Heeres anzusehen ist, so stark steht er doch gleichzeitig als Kämpferpersönlichkeit da. Er ist hart, tapfer und unerschrocken. Er vermag selbst ohne Aeußerung eines Schmerzes zu sterben, wofür viele Zeugnisse vorliegen. Seine Disziplin besteht jede Probe. Er marschiert zur Schlacht mit dem Liede: ,Herr, lass' mich tun mit Fleiß, was mir zu tun gebühret.' Mit Recht sprechen wir in unseren Tagen immer wieder von dem friderizianischen Geist. Er war es, der jeden Offizier, Unteroffizier und Mann erfüllte, der das Heer sieben Jahre lang dem König folgen ließ und der es immer wieder zu größten Anstrengungen befähigte. Er ließ die kleinere Zahl über die größere siegen. Untersuchen wir diesen Geist näher, so stellt er b i e Summe der soldatischen Tugenden dar, wie sie seit fast 300 Jahren von Generation zu Generation sich vererbt und wie sie in den großen Führergestalten unserer Geschichte immer wieder ihren zusammengefaßten Ausdruck bis auf den heutigen Tag gesunden hat. Es ist besser, darüber nicht viele Worte zu verlieren. Sie sind zu leben, im kleinen wie im großen, im Täglichen wie im Ungewöhnlichen, im Frieden wie im Kriege. An dem friderizianischen Soldatentum hat sich der Geist der Freiheitskriege entzündet, von ihm hat die alte deutsche Armee immer wieder aufs neue Kraft emp- pfangen. Der Blick auf ihn hat uns in den Tagen des Niederganges gehalten. Er tft beute in uns aufs neue lebendig. Wer Nationalsozialist ist, bekennt sich gleichzeitig zum friderizianischen Sol- datentum. Wieder stehen wir, wie es auch dem großen König beschieden gewesen ist, im ernsten Ringen. Wir sind uns unserer Kraft ebenso wie unseres großen soldatischen Vorbildes bewußt. Wir wissen uns auch heute in seinem Geist geführt. Kämpfen wir also alle — jeder an seinem Platz, gleich, ob Soldat oder Arbeiter, friderizianisch und zeigen wir uns des stolzen Erbes jener Zeit immer aufs neue würdig!' Thüringen gedenkt des 23.3onuor 1930 Eine wichtige Etappe auf dem Weimar, 23. Jan. (DNB.) Nach dem gewaltigen Siege der Bewegung Adolf Hitlers bei der chüringischen Landtagswahl am 8. Dezember 1929 30gen vor zehn Jahren zum ersten Male Nationalsozialisten in eine deutsche Regierung ein: Reichsinnenminister Dr. Frick wurde damals thüringischer Minister des Innern und für VolksbiHung, und den heutigen Ministerpräsidenten M a r s ch l e r entsandte der Führer als Staatsrat in das Kabinett. Anläßlich der Wiederkehr jenes 23. Januar 1930 fand im Festsaal des Schlosses der Gauhauptstadt ein Staatsakt statt. Gauleiter und Reichsstatthalter S a u ck e l gedachte des Tages, Beethoven-Klänge leiteten über zur Rede des Reichsministers 'Dr. Frick, in der dieser sagte: Es ist Ausdruck und Bewußtsein deutscher Stärke, wenn wir uns heute zu diesem festlichen Staatsakt hier vereinigt haben. Sv groß ist die Kraft der Nation, daß mir mitten im Kriege, der jeden deutschen Menschen, unser ganzes Volk anspannt und beansprucht, in dem um die letzte Entscheidung, um Sein oder Nichtsein gerungen wird, in feierlicher Form dieses Tages gedenken können. Das Wahlergebnis vom 8. Dezember 1929 war die Frucht jahrelanger Aufopferung und selbstlosen Einsatzes. Wir können heute mit Beftiedigung feststellen, daß die knappen 15 Monate nationalsozialistischer Regierungs« Wege zur wehrbereiten Nation. tätigteit in Thüringen in die Geschichte des Kampfes um Deutschland als eine Zeit der B e - Währung unserer Weltanschauung eingegangen sind. In dieser Zeit wurde Thüringen im Gefüge der deutschen Länder zum deutschen Gewissen, unsere Bewegung im wachsenden Maße zmn Gewissen der Nation. Von dem thüringischen Kraftquell aus ergossen sich Strome des Antriebes und der Belebung in • oas ganze Reich. Die in sieben arbeitsreichen Jahren durchgeführte Neugestaltung des Reiches sichert die Konzentration der Kräfte, mit der wir uns siegreich gegen den Angriff erbitterter Feinde behaupten werden. Eine Clique gewissenloser Gesellen in England, denen es um nichts anderes als um ihre eigennützigen Geldsackinteressen geht, hat die Fackel des Krieges entzündet. Diesen englischen Kriegshetzern und Steig- bügelhaltern des Judentums tritt die wehrbe - reite deutsche Nation in geschlossenem Abwehrwillen und mit dem klaren Ziel entgegen, das Lebensrecht der deutschen Nation zu verteidigen, eine neue gerechte und dauerhafte Ordnung in Europa zu schaffen und eine gesunde Verteilung der Güter dieser Welt herbeizuführen. Das deutsche Volk marschiert — an der Front und in der Heimat — im Gleichschritt. Zum Wall aus Eisen und Beton, Kronibesuch Josephine Dakers. Die Negersängerin und -tänzerin Josephine Baker gab jetzt eine Reihe von Gastspielen für die Poilus an der Front. „Finden Sie nicht, Colonel, daß Sie die Sorgen des Krieges vergessen, wenn Sie mich anschauen?" — „Im Gegenteil, Madame, ich sehe — schwarz!" — (Zeichnung von Bonath — Scherl-M.) zmn Wall unserer feldgrauen Kämpfer gesellt sich der Wall der deutschen Seelen, erfüllt und getragen von der Gewißheit des Sieges, erfüllt und getragen vom gläubigen Vertrauen zu Deutsch- lanbs erstem Soldaten. Oer Wehrmachtsbericht vom Dienstag. Berlin, 23.Jan. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Grenzgebiet südostwärts Pirmasens machte ein Spähtrupp ohne eigene Verluste einige Gefangene. Der Feind hatte außerdem mehrere Tote. Die Kriegsmarine führte auch in den letzten Wochen in Nordsee, Atlantik und Ostsee erfolgreichen Handelskrieg. Die Tätigkeit der Minensuch- und Vorpostenverbände wurde ebenfalls planmäßig durchgeführt. Britischer Zerstörer vernichtet. B e r H n, 24. Jan. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In der Nordsee wurde der britische Zerstörer „Exmouth" vernichtet. Sonst keine besonderen Ereignisse. Freistellen für die Wehrmacht an Nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Im Heeres-Verordnungsblatt wird auf dis Wehrmacht-Freistellen und Stellen mit ermäßigtem Er- ziehungsbeitrag an den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten, die mit besonderem Erfolg für die Heranbildung des künftigen Ofsiziernachwuchses wirken, sowie an mehreren anderen Internaten hingewiesen. Zahlreiche Offiziere und Beamte haben auch von diesen Vergünstigungen Gebrauch gemacht. Da aber offenbar diese Möglichkeiten einer verbilligten Erziehung nicht überall bekannt geworden sind, wird es als erwünscht bezeichnet, daß die Kommandeure ihre Offiziere und Beamten über die Vergebung von Freistellen usw. aufklären und es ihnen insbesondere zur Pflicht machen, die Witwen gefallener oder verstorbener Kameraden auf diese Hilfsmaßnahme aufmerksam zu machen und sie gegebenenfalls zu beraten. Richtlinien für den Einzelhandelsschuh Der Reichswirtschaftsmimster hat die seit Kriegsbeginn ergangenen Erlasse zum Einzelhandelsschutz in Richtlinien zusammen gefaßt. Hinsichtlich der Hinzunahme des Vertriebs bisher nicht geführter Waren soll sowohl eine Branchenbereinigung als auch eine Branchenvermischung wie bisher unterbleiben. Die Sperre für die Errichtung von Einzelhandelsgeschäften hat sich auch im Kriege bewährt und wird aufrechterhalten. Sie soll der Vorbereitung einer wirtschaftlichen Gesamtplanung für den Einzelhandel dienen und möglichst streng gehandhabt werden. Die Uebernahme von Einzelhandels- betrieben, auf die die Tatbestands der Verordnung zur Beseitigung der Uebersetzung im Einzelhandel zutreffen, soll nicht zugelassen werden. Einzelhandelsbetriebe, die wegen (Einberufung zum Heeresdienst oder infolge der BewirifchaftungsmaßnalMen geschloffen werden, dürfen ohne Genehmigung wieder eröffnet werden, wenn die Tatsache der Schlie- ßung unverzüglich der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel ober der zuständigen Untergliederung mitgeteilt worden ist. Ministerialdirigent Dr. Michel kündigt gleichzeitig eine Sperre für die Errichtung und Uebernahme von Großhandelsunternehmungen an, um solchen Kräften das (Einbringen in Sen Großhandel zu unterbinden, die die Warenknappheit zu unsauberen Geschäften benutzen könnten. Kleine politische Nachrichten. Der norwegische Dampfer „Mauritia" (1570 Vri.) muß als verloren gelten. Zwei Matrosen wurden von einem englischen Kriegsschiff in einem Rett tungsboot tot aufgefunden. Der norwegische Dampfer „Pluto" (1598 Bri.), der in Hau gesund beheimatet ist, und der in London beheimatete britische Dampfer „Baltanglia" (1523 Bri.) sind an der Nordwestküste auf Minen gelaufen und gesunken. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. * Der schweizerische Bundesrat ist zu einer Trauersitzung zusammengetreten, in der Bundes Präsident Pilez-Golaz des verstorbenen Bundesrats Motta gedachte. Die Fahnen auf dem Bundeshaus wurden auf Halbmast gesetzt. — Aus der ganzen Wett sm- zahlreiche Beileidskundgebungen in Bem eingetroffen. * Das Leichenbegängnis für Senator Dorah hat am Montag in den Mittagsstunden in feier« licher Weise stattgefunden. Zu dem Trauerakt u Oer britische Flotillensührer „Grenville" dürfte. Die derzeitige Lage des europäischen Kohlen- inarktes läßt den Dänen eine direkte Belieferung Dänemarks mit Kohle aus einem dänischen Hafen wünschenswert erscheinen. 3m Laufe der letzten Aahre sind die faeroerischen Kohlenminen mit einem Uuswande von einer Millionen Kronen ausgebaut X mnrhnn ind modernisiert worden. Alugzeuge skat» Bahnpost in Dänemark. Die Vereisung des Großen Belt hat die nmanbfl as Ober- mgS' 8. Regenschirm! Heidelberg-Rohrbach getigerter im Ianuar 1940 3«0öW jedes Quantum Pferd ML T SU verkaufen 0232 Donnerstag, den Angebote an Bel 25. öS. Mts., (smil Braun MR| MI Hlelit Steuöt m öet Salut öuttH SeMietSWt! 8Ä6»’ &*» DEnü!LL4 Stieoenslic. 1U k. Möbelhaus Reuh i-*5 LckuMrabe 6. Stadttheater Irma* Detlöfle m meh- ’en Ich ee er* Mflgtdl nver* igeffifjrf. Zerstörer ten Er- Riet Riemannsweg 137 Pbine 1 für nicht, ocr. •i3m Wiederbringer Belobnung. (0230 auf den Namen ' erro" hörend. Mutter, rasch Essigsäure Tonerde, ich bin iw Dunkeln mit Jemandem -usammengelaufen^ Trobeb.Giessen, Te!.Gr>BuieckLö Leuchte mit der abgeblendeten laschen* lamp« nur noch unten (nicht in die Augen der Entgegenkommenden!) 9. Wirft Du -«blendet, dann geh' besonder- vorsichtig weiter! 10. toib acht mit Deinem Spazierstol, *«x rüchtiae SltzllMeM in od. äusser dem Hause gesucht. bestand aus rund 200 Mann. Acht Mann kamen ums Leben, 73 werden vermisst und 118 wurden Meine Verlobung mit Fräulein 3lfe 3'scher zeige ich hiermit an Unser Bild zeigt einen Störungstrupp, der auf der Suche nach einer Störung in die Leitung 19.30 bis mich 22.80 Uhr 16. Mlttwoch-Micte: 86?D Die Fledermaus Operette von Johann Strauß. Preise: UM. 0.00 bla HM. 3.00. Die Verlobung ihrer Tochter 3(fe mit Herrn Or.med. Theo Lellarius geben bekannt Prof. Or. A. W. Fischer Direktor der Chlr. Ürnv.-Kllnlk und Frau Mathilde, geb. Jaeger Or. med. Theo Cellarius Assistenzarzt am Tuberkulose-Krankenhaus Schr.Angeb.unt. 293 V and.HA- e Wehr- fem Ei- gen Er- •folg für hivuchsil ulen W'1 te hoben gemacht, r ocrbil* zeworden dah die über die i unb anischen Amtsblatt wurde die Konzession ,ur Hebung der im Jahre 1702 in der Bucht von Vigo versenkten Schätze ausgeschrieben Damals flüchteten drei mit Gold und Sci)ätzen beladene, aus La Plata kommende Galeeren in die Bud)t vor der Verfolgung der englischen Flotte unter Admiral Rooks. Dort wurden dann die Schiffe mitsamt ihrem Goldschatz versenkt. Donnerötaa, den 25., Ilan. 1940, «achm. 2 Uhr, versteigere irf) an Ort unb Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Bcrsteigerungslokal Neuenweg 28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 150 Maschen Wein, 1 Damen- Armbanduhr, 2 Kautschs, zwei Klaviere, 1 Büfett, 1 Sofa, 2 Bücherschränke, ! Lederwalze, 1 Vitrine, 1 Wanduhr, 1 Plüsch- diwan, 1 Negistralurschrant, eine Schreibmaschine,! Staubsauger, 1 Mantelkessel, 1 Nandkessel, Salon-Verdunst., Sturmlatern., Kesselöfen, Herde. »mD Gerichtsvollzieherin Giessen lllUU Ludwigstr. 33 I, Tel. 3239. . Gut erhaltenes I i ginotthell P. K. „Die Luftwaffe fetzte ihre Aufklärungstätigkeit fort .. .", meldet der Bedicht des Oberkommandos der Wehrmacht. Wer weiss, wieviel sich hinter diesen knappen Worten verbirgt, wieviel Erlebnisse unserer deutschen Fernaufklärer, ja, man könnte fast sagen, wieviel Abenteuer. Jeder Fing über feindlichem Gebiet bringt eine Fülle von Erlebnissen, von Einzelheiten, trägt in sich eine gehäufte Menge von interessanten und meist gefährlichen Situationen. Die Maschine, deren Besatzung fetzt wieder wohl- behalten im heimatlichen Fliegerhorst sitzt und er- zählt, war am frühen Morgen nach Westen gestartet und hatte einen Auftrag mitbekommen, der sie weit nach Frankreich hinein fliegen liess. „Schon kurz nach Heb er fließen der Grenze sing die Flak an, aus allen Röhren zu feuern", erzählt der De- obachter. „Verdammt nahe tauchten die schwarzen und weihen Wölkchen neben den Tragflächen auf, und wir mussten machen, dass wir die ungastliche Stätte hinter uns liessen. Aber statt besser wurde es immer schlimmer. Wir kannten das Gebiet schon vom Vortage her und bogen wieder in der Rich- tung ab, aus der wir am Tage vorher kein Feuer erhalten hatten." Bei unserer Nachrichtentruppe im Westen. Kinderwagen in grosser Auswahl. 1869«A Fr. Groß Ncucnwcg 32. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den BleßiBirÄMOllM lein Jäger stört mehr den Fernaufklärer bei feiner Arbeit. Der Karte nach mühte man eigentlich bald über Paris sein, aber so weit lautet der Auftrag nidst. Wenn der Auftrag erfüllt ist, wird der Aufklärer wieder Kurs auf Deutschland nehmen, selbst wenn auch jeder der Besatzung den brennenden "Wunsch hat, sich Paria mal aus der Luft anzusehen. Vielleicht das näd)ftc Mal ... Der Auftrag ist erfüllt. Aber im selben Augenblick, als der Beobachter das Luftbildaerät ausschaltet, ruft der Bordfunker: „hinter uns feindliche Jäger! Jetzt gilt es! Jeder Handgriff fitzt, die Reaktion auf einen feindlichen Angriff, tausendmal geübt, setzt so- ort ein. „Das hatten sie sich so schön ausgedacht", agt der Bordfunker, der letzt hier mitten zivischen einen Kameraden sitzt, „ausgerechnet vor Paris wollten sie uns fassen! Aber es gelang ihnen nicht. Unsere treue Maschine hat ihnen, wie schon oft, ein Schnippchen geschlagen, ja, und jetzt sitzen wir wieder hier. Aber dass es nicht leicht nxir, die Ver- folger abzuschütteln, das könnt ihr uns glauben. Ich glaube auch, bafe einer von ihnen eine gehörige Portion in den Rumpf bekommen hat, sie waren ja so nahe, dah ich fast die Einschüsse aus meinem MG. sehen konnte." Ein paar Feuerstösse hatten sie abbekommen. die Franzosen, doch als sie selbst beginnen wollten und den deutschen Aufklärer schon in Gedanken vor sich abstürzen sahen, da drehte die Maschine plötzlich bei und ehe die Jäger folgen konnten, waren sie schon an ihr vorbeigerast. Eine Wolkenwand kam wie ge- legen. Rad; dem weiten Bogen, den die Geschwindig- keit den Jägern vorschrieb war von der deutschen Maschine nichts mehr zu sehen. Als die Franzosen wieder aus ihrem Molkendunst herauskamen, sahen sie sich allein. Der Fernaufklärer aber flog sicher und wohlbelialten zum deutsd)en Heimathafen zurück, wertvolles Aufklärungsmaterial an Bord... Hans Herbert Hirsen. Zu vurkaufen: 1 dunk;. Herr. Mantel mit Samtkragen mlttl.Or., wenig getr. 1 Paar Knickerbocker für 14-16|ähr. Jungen 1 Paar hohe Schuhe u.1 Paar Halbschuhe Größe 43, gut erhalt. 1 elektr. dreiarmige Messing Lampe 1 Klnderbettchen Ldialngatr. 18 *■ Postkarten bei Brühl, Gießen Der Bordfunker erzählt weiter. „Aber auch da war es nicyts. Das Flakfeuer lieh wohl etwas nach, aber auf einmal sah ich hinter uns drei fran- zöfifcl)e Jäger vom Typ Moräne 406, die aus den Wolken über uns kamen. Id) gab meine Beobad)- tung an den Piloten weiter, aber ehe wir dazu kamen, etwas zu unternehmen, geschah das Wunder unto die Moräne brausten unter uns weg. Da wir nad) unserer ersten grossen Kurve die Sonn« für ein paar Kilometer vor uns hatten, und die Franzosen hinter uns waren, mögen sie uns wol>l in der Helligkeit Nicht gesehen haben; jedenfalls verschwanden sie sehr rasch tief unter uns." Die beiden Motoren arbeiten auf vollen Touren. Ruhig und ohne Abweid)ung zieht der deutsche Fernaufklärer dahin, immer weiter geht es hinein iiad) Frankreich. Strassen, Seen, Flüsse und Dörfer gleiten unter der Maschisse dahin, gleichsam, als zöge sie die Geschwindigkeit wie einen Teppich unter ihr hinweg. Ein Blick auf die Karte bestätigt immer wieder die Kursrichtung. Stimmt, das da ist X, und da drüben liegt 3, also behalten mir den Kurs bei. Bald ist die Maschine über dem Landstrich, der auf- geklärt werden soll. Das grosse Vildgerät arbeitet; Aufnahme um Aufnahme entsteht, keine Flak und IO ,,aufheNeude" Mitregunec* für Juhgäoger: 1. Geh« recht« auf dem Bürgersteig uwb höchstens zu «wett nebeneinander. 1. Hoste und jag« nicht — WmIk bleibt die „erste Bürgerpflicht-! 2. Gehe nur über den Damm, wenn er völlig frei ist! Hilf alten und gebrechlichen Leute«! Bleibe nicht im Strom der Fussgänger stehen! Rechne mit vorgörten, Briefkästen, Pfählen und Bäumen! Sei vorsichtig, wenn Du mit dem Hund anf die Strasse gehst, damit niemand über die Leine stolpert! riuüfgesüchy ßfillflUftll - c . r . rurzhaar. braun- hMM ...... ! konische Postverwaltuna veranlasst, zur Aufrecht- ' Erhaltung des Postverkehrs mit Jütland, Bornholm unb anderen Inseln vier Fluazeuge bereitzu- । Men. Die Landungsplätze sind durch Militär her- gerichtet worden. Der Dienst wird in dem Augen- E sich Q[t(f beginnen, da die dänische Staatsbahn gezwun- erfiiiit gen sein wird, den Fährverkehr über den Belt ein- ■ erfüllt »ustellen. Das kann schon in den nächsten 24 Stun- deutsch. ben der Fall sein. Wo es nid)t möglich ist. auf den Inseln zu landen, soll die Post in Säcken ab- . geworfen werden. Da die Fährverbindung nach )l Schweden bereits jetzt stellenweise eingestellt werden musste, sind zwischen Kopenhagen und Malmö zwei weitere Passagierflugzeuge eingesetzt worden. Sturmflut in Venedig. Venezien und Istrien wurden von neuen Schneefällen heimgesucht, die in den Städten Trieft, Udine, Pola und Fiume den Strassenverkehr fast völlig lahmgelegt haben. In Venedig sind irber 30 Zentimeter Schnee gefallen. Während die Schneefchipper an der Arbeit waren, um Strassen und Plätze von den Schneemassen freizumachen, setzte eine um diese Jahreszeit ausserordentlid) sel- tene Sturmflut ein, die den Markusplatz völlig unter Wasser setzte. Es mussten Rot- siege errid)tet werden. Mehrere Gondeln wurden losgerissen und trieben zwischen den Säulen des Dogenpalastes umher. Die Fahrten auf dem Canäle Grande mussten wegen des hohen Wassers zum grössten Teil eingestellt werden. In Florenz machte ein eisiger Sturmwind die Kälte besonders unerträglich. In Mailand hat der harte Frost drei Todesopfer gefordert. Bei Görz wurden drei Wölfe gesichtet. In Genua ist die Temperatur bei eisigem Wind auf 5 Grad unter Rull gesunken, eine Kalte, die man seit Menschengedenken an der Riviera nicht erlebt hat. Die Passagiere des Motorschiffes ..Vrazio" gerettet. Die ttalienischen Blätter berichten aus Marseille, dass die Passagiere des-Motorschiffes „Orazio" ge- rettet worden sind. Don der 231 Köpfe Suhlenden ‘Matyung des Schiffes foll ein Mann des Maschl- Personals fehlen. Der Präsident der Seemanns- des Tyrrhenischen Meeres, Admiral Rizzo, er Sd)iffahrtsgesellschaft Tri-estina zur Ver- an die an dem Rettungswerk beteiligt ae- n Mannschaften den Betrag von 100 000 Lire eien. Einen gleich hohen Bettag hat auch achisttsche Uufallversicherungsgefellfchaftals lsschuh i Krieg'- tbehW der Angeführt« : gung er unter- n Einzel-1 . bewährt Vordere!- i । für den । I ' elhandels- ?rorbnung nzelhandel - Ein*"' n W jfjnaW!” - « M Lrrichtu"S j *-e; [rentnapP* 5 jnnten- chten- ia'(‘5i0 * jS inem * 1 * ' Sri.) 1'5 Rückversicherer der Seemannskasie der Irieftina überwiesen. Zwei Jahre Zuchthaus für Abhören ausländischer Sender. Das Sondergeridst Stuttgart verurteilte den 58jährigen August Mayer aus Sindelstngen (Württemberg) wegen Abhörens ausländischer Sender zu zwei Jahren Zuchthaus. Mayer hatte in den Monaten September und Oktober vorigen Jahres fein Rundfunkgerät wiederholt auf den Empfang ausländischer Sender eingestellt und das Gehörte an seiner Arbeitsstätte weitererzählt. Gemeiner Volksschädling hingerichtet. Am 23.1.1940 ist der am 2. Juli 1910 in Stuttgart geborene Adolf E mm i n g e r hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Stuttgart am 22. De- Wie schon gemeldet, ist der englisd-e Flottillen- 12-cm ^Geschütz en, acht Torpedorohren in Vierlings- fü)hrer ®r en oille" in der Nordsee gesunken, sätzen und acht Fla-Maschinengewehren. Die Lange linier Bild xeiat den Zerstörer der im Jahre 1935 betrug 102 m, die Breite 10,4 m. Die Besatzung vom Stapel gelaufen 'unb 1485 Tonnen gross war bestand aus rund 200 Mann. Ad>t Mann kamen sowie eine Geschwindigkeit von 36 Seemeilen ent- u™ ßeben, 73 roerijen vermisst wickeln konnte. Seine Bewaffnung bestand aus fünf gerettet. (Scherl-Bildarchiv-M.) nach Dänemark eingestellt werden. Der Ab- lau der Faeroer-Kohle ist alt, die vorhandenen Jager werden auf rund hundert Millionen Tonnen geschätzt, und wenngleich der Brennwert der Kohle 1 geringer ist, als der deutscher und englischer Quali- lat, so birgt eine stärkere Ausnutzung der hier ergebenen einzigen Heizstofsquellen Dänemarks zu grosse Vorteile in sich, als dass man die vorhandenen Werte unbead)tet lassen Siirtte. Die derzeitige Lage des europäischen Kohle V MA.» . KM ■ ■ k- * ... Strafkammer Gießen. Der 5). F. in Lollar, zur Zeit in Untersuchungshaft, war der Wilddieberei und des unbefugten Waffenbesitzes beschuldigt. Er hat am 10. und 12. Oktober v. I. in einem fremden Jagdgebiet unberechtigt je einen Hasen erlegt. Der wiederholt einschlägig vorbestrafte Angeklagte war geständig. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde der Angeklagte zu einer Gesamtgefängnis st r a f e von drei Jahren, abzüglich drei Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Die Vorstrafen kamen straferschwerend, das Geständnis des Angeklagten und seine Pflichterfüllung im Weltkrieg kamen strafmildernd in Betracht. A. E. aus Diez a. d. Lahn, zur Zeit ohne festen Wohnsitz, war durch Urteil des Amtsgerichts Gießen vom 21. November 1939 wegen Bettelns und Landstreicherei zu einer Haftstrafe von sechs Wochen und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde (Arbeitshaus) verurteilt worden. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung ein. In der jetzigen Berufungsverhandlung wurde er überführt. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde die Berufung verworfen. An ihrem 98. Geburtstag gestorben. (D Schotten, 23. Jan. An ihrem gestrigen 9 8. Geburtstag ver st arb die älteste hiesige Einwohnerin Frau Elisabethe Rühl, geb. Neeb, Witwe des früheren Nagelschmieds und Landwirts Johannes Rühl. Noch bis in ihr höchstes Alter hinein erfreute sich die Verstorbene einer außergewöhnlichen geistigen und körperlichen Rüstigkeit, so daß sie noch in ihren letzten Lebensjahren laÄwirtschastliche Arbeiten verrichten konnte. Sie stammte aus Helpershain; chre Familie siedelte zu Anfang unseres Jahrhunderts infolge Ankaufs der hiesigen sogenannten Gänsmühle nach Schotten über. Landkreis Gießen. J) Laubach, 22. Jan. Im Rahmen der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" gab am Sonntagabend ein Musikkorps der Luftwaffe im „Solm- jer Hof" ein Militärkonzert. Welch lebhaftes Interesse nicht allein von der hiesigen Einwohnerschaft, sondern auch von den benachbarten Orten hierfür gezeigt wurde, beweist der Umstand, daß bereits vor Beginn des Konzerts der geräumige Saal des „Solmfer Hofes" bis auf den letzten Platz besetzt war. Von der gut gewählten Musikfolge verdienen vor allem die Militärmärsche hervorgehoben zu werden. Die Erwartungen, die man an die Ausführung der reichhaltigen Vonraasfolge geknüpft hatte, wurden bei weitem übertroffen. Stürmischen Beifall erntete die Kapelle nach jedem Musikstück, so daß sie sich gezwungen sah, immer wieder neue Einlagen zu geben. Nach dem zweistündigen Konzert wurde den dankbaren Zuhörern zum Tanz aufgespielt. Trauerkleidung und Bezugscheinpflicht. Volltrauerkleidung ist bezugschein- und kartenfrei, sie darf aber nur gegen Vorlage einer amtlichen Urkunde an die engsten Familienangehörigen des Verstorbenen abgegeben werden. Als Volltrauerkleidung ist ausschließlich das Damenoberkleid, gegebenenfalls Rock und Bluse, auch mit Kostümjacke zu verstehen. Traueroberkleidung für Männer kommt nicht in Frage, der als Traueranzug übliche Gehrock ist ohnehin bezugschein- und kartenfrei. Aber Mäntel für Männer und Frauen sind ebenso wie z. B. schwarze Kittel unter keinen Umständen bezugschein- oder kartenfrei auszuhändigen, sie unterliegen der Bezugscheinpflicht bzw. sind auf die Punkte der Kleiderkarte anzurechnen, ebenso wie auch Strümpfe, Unterkleidung oder Schuhe. Wirtschaft. Gießener (Schlachtviehmarkt. JMuf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Viehverstei- gcrungshalle Rhein-Main kosteten Ochsen 45,5, Bullen 33,5 bis 44,5, Kühe 25 bis 43, Färsen 40 bis 44,5, Kälber 34 bis 63, Hämmel 25 bis 45 Rpf. je Vi kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,09, bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,09, c (100 bis 119,5 kg) 1,07, d (unter 100 kg) 1,01, e—f (unter 80 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,09, i (Altschneider) 1,09, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. — Marktverkauf: Zugeteilt und ausverkauft. Ahein-Mainische Börse. Tendenz ruhig. F r a n t f.u r t a. M., 23. Januar. Der mäßige Auftragseingang von der Kundschaft führte auch an der heutigen Börse zu nur sehr geringem Geschäft. Die Zurückhaltung hielt in vollem Umfange an, besonders am Aktienmarkt war die Unternehmungslust denkbar klein. Dagegen war das Interesse am festverzinslichen Markt weiterhin verhältnismäßig rege. Bei den Dividendenwerten blieb die Kursentwicklung infolge der Zufälligkeit der Orders uneinheitlich, wobei aber im allgemeinen wieder nur geringe Abweichungen eintraten. Montanwerte waren vernachlässigt und stellenweise etwa 0,50 bis 1 v. H. schwächer, Hoesch, Buderus und Rheinstahl aber voll behauptet. JG.-Farben bröckelten 0,40 v. H. ab auf 169,40, Metallgesellschaft unv. 129,25. Im übrigen kamen u. a. zur Erstnotiz: Daimler 126,50 (125,25), Heidelberger Zement 151 (150,50), Zellstoff Aschaffenburg 107,75 (107) und Rheinmetall unv. 127. Am Renten markt herrschte in Pfandbriefe weiterhin Materialmangel, was größtenteils wieder zu Streichungen oder Repartierungen führte. Leb- Hafter gesucht wurden Reichsschatzanweisungen, auch für Industrie-Anleihen blieb Interesse. Verhältnismäßig rege gingen Reichsaltbesitz mit 141 (140,75) und Reichsbahn-VA. mit 127,13 bis 127 (127) um. Staatspapiere und Stadtanleihen wenig verändert. Liqui - Pfandbriefe unterlagen Schwankungen bis 0,25 v. H. Lebhaft umgesetzt wurden weiterhin Reichsbahn-VA., die wieder 127,13 nach 127 erreichten. Freiverkehrsrenten waren wenig verändert. Der Freiverkehr lag still und behauptet, höher Frankfurter Handelsbank mit 60 (58). Tagesgeld unv. 1,75 v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 24. Jan. (Vorbericht.) Der heutige Schlachtviehmarkt war ausreichend beschickt. Es kosteten je 50 kg Lebendgewicht: Kälber 30 bis 65 RM.. Hämmel 35 bis 51, Schafe 25 bis 44, Schweine 49,50 bis 55,50 RM. Hauptschriftleiter Dr, Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur .Reit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. 380 A Das große Spezialhaus Sköhler ist nicht nur Ihr Berater in allen Kleider- u. Punktfragen. KÖHLER sorgt auch für die laufende Pflege Ihrer Zivil- u. Uniform - Bekleidungsstücke: Ändern, Flicken, Modernisieren Nur das Bringen und Abholen müssen Sie in der Kriegszeit selbst besorgen Eigene Maßschneiderei für Anzüge und Uniformen in höchster Vollendung Gießen, den 23. Januar 1940. Die Trauerfeier und Beisetzung fand in der Stille statt. 376D Familiendrucksachen Verlobungsanzelgen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.7 Suche zwei jugendliche für leichte Arbeit Lari Schlüter Hindenburg wall Nr. 17. [392D Fritz Schreiner und Familie Karl Keitzer und Frau Emmi, geb. Schreiner. Zum baldigen Eintritt ein Mädchen für Hausarbeit und ein Mädchen für Küche (Spülmaschine) gesucht Bahoholfiaststätten Gießen. 390d Gestern abend 10 Uhr entschlief nach langem, schweren Leiden unsere liebe, treue Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Marie Laucht, geb. Laucht im 75. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Ernst Drescher Familie Wilhelm Laucht Familie Albert Bepperling. Gleiberg, den 23. Januar 1940. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 25. Januar, nachmittags l8/4Uhr, vom Sterbehaus Hintergasse 23 aus statt. _______________________________________________________383D Am Donnerstag, dem 18. d. M., verschied plötzlich und unerwartet an einem Herzschlag unser guter Bruder, Schwager und Onkel Paul Schreiner Nachruf! Am 21. Januar verschied nach kurzem schweren Leiden der Kirchendiener der Luthergemeinde Herr Adam Becker Seit 10 Jahren war er als Kirchendiener der Luthergemeinde tätig und hat stets treu und gewissenhaft sein Amt ausgeübt und dadurch sich die Liebe der ganzen Gemeinde erworben. Der Kirchenvorstand und die ganze Gemeinde wird diesen treuen Menschen nie vergessen. Im Namen des Kircbenvorstandes der Luthergemeiode L V.t Missionar Walther. Ordentliches MW bei gutem Lohn baldmst gesucht. Hubing, Schiffenberger Weg 23. Tüchtiges MW gegen hohen Lohn gesucht. Hotel Schütz, Gießen. Viel ruhiger geworden, nicht so nervös, kräftiger, gesunde Gesichtsfarbe, guter Appetit und mehr Schaffensfreude. Alt und jung erleben das nach einer Kur mit Lebens-Elixlr „Dr. Schieffer* dem wohlschmeckenden lecithii*- u eisenhaltigen Kräftigungstrank. Gr. Flasche 2*75 Kurflasche 4.90 Univ.- Apotheke zuin gold. Engel, A. Habrich, Marktplatz» Stimdcnfran für täglich bei hohem Lohn gesucht. 379D Frau ©ertruö MN Gießen, Hitlerwall 43., Kleine Am eigen im Gießener Anzeige« werden von Tausenden beachtet und geleken. [Stellengesuche] äoiunuiiiii ausderGetränke- u. Lebensmittelbranche sucht per baldStellnngals öuWIter. Schriftliche Am geböte unt.393D an den Gießener Anzeiger erbet. Apotheker Theodor Schwieder im 70. Lebensjahr. Gießen (Moltkestraße 1), den 24. Januar 1940. Die Einäscherung hat in aller Stille stattgefunden. Von Kranzspenden und Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 377D Am 20. Januar entschlief nach kurzer Krankheit unser lieber Bruder und Onkel Für die Hinterbliebenen: O. Schwieder, Oberforstrat Giekenev Taschensavvvlan gültig vom 21.3mtuor 1940 an Verkaufspreis 10 Rpf. nebst einem Ergänzungsblatt mit den zurzeit in Gießen ankommenden und abfahrenden Zügen. Zu bereits verkauften Taschenfahrplänen wird das Ergänzungsblatt von den zuständigen Verkaufsstellen kostenlos nachgeliefert. Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8 jähriger Schulbildg. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits vor Ostern stattfindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. Ein- und halbjährige Handelsfachklassen für Schüler mit Volksschulreife und höherer Schulbildung, bei Sekundaoder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude Sieben, Goethestr. 32 Ruf 2486. Eine [Stellenangebote Mündlich können Sie es nm wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen 3-4 Mohn. sofort ob. svtest. 1. März 1940 in derKaiserallee o. Umgebung ges. Schrift!. Angeb. unt.343D an den Gießen. Anzeig. gesucht. [388D Iritz Meister Metzgerei Seltersweg 43,, 2-3-3immer- BJoönnno in Gießen oder Umgebung gesucht. Schriftl. Angeb. unter 0237 an d. Gieß. Anzeiger. Junge, berufstätige Frau sucht freundlich., heizbares mödl.ZImM Schriftl. Angeb. unter 0235 an Gieß. Ameiger. Möbl. Wohn-und Schlafzimmer mit 2 Betten u. Kochgelegenheit von alt. Ehepaar sofort ob. später gesucht. Schr. Ang. unt. 0234 a. b. G. A. MM am liebsten mit voller Pension für sofort gesucht. Angebote unter 0231 a. d. G. A. Möbl. Zimmer mit Zentralheizung, Hinden- burgw.-Gegend, sofort gesucht. Schr. Ang. unt. 0233 a. d. G. A. Keine Ursprungszeugnisse, lonbern nur Zeugnisabschriften dem Be werbungsichre iben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Ver meidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Zuverlässiger Halw Soeben erschienen und mit vorläufigen Einschränkungen in Kraft getreten: heißes Wasser sparen und damit auch gleichzeitig Reinigungsmittel, wünscht sich jede Hausfrau. In einer Holzstoffwanne Ist das möglich. Denn darin erkaltet das Wasser nicht so schnell. Sehen Sie sich diese Wanne mal an bei igjiJ.B. Häuser jpb Gießen, a.Oswaldsgartcn (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-214ß Bekanntmachung. Zusahbrolkarten bei karloffelmangel. Der anhaltende Frost der letzten Wochen hat zu unvermeidlichen örtlichen Schwierigkeiten in der Kartoffelversorgung geführt, die aber lediglich als vorübergehend zu betrachten sind. Um jedoch allen Versorgungsberechtigten, die zur Zeit ohne genügende Kartoffelvorräte sind, die ausreichende Ernährung sicherzustellen, ist angeordnet worden, daß diese auf Grund einer Bescheinigung der örtlichen Dienststellen der NSV. zusätzliche Reisebrotmarken erhalten. Die zusätzlichen Karten gelten über 1750 g Brot oder nach dem üblichen Umrechnungssatz (1000 : 750) auch für Mehl. 381D Anspruchsberechtigt sind nur die Verbraucher, die über keinen größeren Kartoffelvorrat als für zwei Tage verfügen, wobei je Kopf und Tag 500 g Kartoffeln anzurechnen sind. Volksgenossen ohne genügenden Karwffelvorrat können sich bei ihrer NSV.-Ortsgruppe eine Bescheinigung ausstellen lassen, auf die das zuständige Ernährungsamt die Reisebrotmarken ausgibt. Falsche Angaben über die Kartoffelbestände in der zu unterschreibenden Erklärung sind strafbar. Die Bescheinigungen werden immer nur für eine Woche im voraus ausgestellt und müssen gegebenenfalls neu eingeholt werden. 7635 A Vogtsche Privat-Hondelsschuie Gießen, Goefhestr.32 Der Teufel und die Weltkugel. Von Richard Gerlach. Er balanciert sie auf der Spitze seines Degens, jener gemütliche Teufel aus einer Zeit, als keiner mehr an ihn glaubte. Ich habe ihn geerbt: er sitzt im Kostüm des Mephistopheles in einer geräumigen bronzenen Muschel, selbst aus Bronze, aber wenn er frisch geputzt ist, hat er fast das Ansehen von Gold. Der Leser errät schon, daß es sich um einen Aschbecher von falschem Renaissance-Stil.handelt. Ich habe einmal Ibsens Wohnung in Oslo gesehen, dazu hatte er gepaßt. Er verschwindet immer wieder eine Weile nn Schrank, weil ich ihn eigentlich nicht leiden mag; aber weil die neuartigen Gefäße dieser Art nicht so dauerhaft sind, kommt er, wenn wieder eins aus geschliffenem Glas oder gebranntem Ton zerbrochen ist, von Zeit zu Zeit auf den Tisch. Ich streife dann an seinem Degen meine Zigav- renasche ab, und er läßt sich den Spaß gefallen wie irgendeine Karnevalsfigur. Feuer und Asche liebt er ja; wir wissen das von der frommen Helene, die Wilhelm Busch schließlich auch schmoren, ließ, weil sie in Rotwein gebadet hatte, bevor sie die Schuhe der demutsvollen Seelenruhe benützte. Der arme Teufel hatte es damals nicht leicht. In der Zeit der satten Bürgerlichkeit lächelten Leute aus ihrem gesicherten Dasein heraus nur noch herablassend und beinahe wohlwollend über ihn, obwohl seine Rolle, wie sich später zeigen sollte, keineswegs zu Ende gespielt war. Die Dichter ließen die freundliche Allegorie von den Engeln gelten, jedoch der Höllenfürst war seit dem „Faust" wenig mehr bemüht worden. Man empfand das grimmig Diabolische nur noch matt als wirkende Kraft und setzte den Geist der Finsternis auf den Aschbecher. Der alte Satan aber hatte die verräterischen Pluderhosen längst abgelegt. Schon Peter Schlemihl begegnete er als unauffälliges graues Männchen. Später betätigte er sich unerkannt abwechselnd als Erdölmagnat, Rüstungsfabrikant und Devisenhändler, zog sich den weißen Erfinderkittel an, um das Giftgas zu erzeugen, und ehe man's gedacht, hatte er die Weltkugel doch wieder auf feiner Degenspitze und ließ sie Dort mit infernalischem Grinsen sich drehen. Die unheimliche Macht des Bösen erschien plötzlich niemand mehr als eine harmlose Posse, der Schwefelphul des Dämons zischte und brannte wieder, unb er trieb's so munter wie je. So kommt es, wenn man die beharrlichen Symbole für den Hausgebrauch zähmt und zurechtbiegt und wähnt, er und seine Großmutter wären Diener, während sie das Garn zu mannigfacher Verstrickung über den Erdball strudeln lassen. M. 20 Zweites Blatt Nomone der Flaschenpost Man weiß auch heute noch nicht, wie weit eine olche Flasche reisen kann. Eine wurde bei Kapstadt ns Meer geworfen und 4V2 Jahre später an einer Shetland-Insel aufgefischt. Reisen dieser Flaschenposten auf Strecken bis zu 20 000 Kilometer sind berichtet worden, und man schätzt, daß die durch- chnittliche Geschwindigkeit einer solchen Flasche etwa i Kilometer in der Stunde ist. Einige Romane, die mit Flaschenposten verknüpft sind, leben in der Gerichte der Schiffahrt fort, so zum Beispiel der des Ostindienfahrers Kent, der im März 1825 in der 3ai von Biscaya in Brand geriet. Es waren Truppen an Bord, die nach Indien bestimmt waren, und 'm letzten Augenblick kam noch Hilfe. Ader vorher alte schon ein Major McGregor fein letztes Lebewohl an feine Familie einer Flasche anvertraut. Die Jotschaft wurde im Herbst des folgenden Jahres in i N w 30 frj >!5 A«e,g« . nctüw* z ib fidele • w ’ Mi ■ Hl# 15121I S| X Kur h- ch. Mv M. uZH । Aus der Stadl Gießen. Verschlossene Ohren. Eigentlich sollte es ja keine verschlossenen Ohren geben. Wenigstens nicht im übertragenen Sinne Denn es ist bekanntlich nicht gut, tauben Ohren zu predigen, aber taub sind die Ohren in Wirklichkeit "Uch nicht, von denen hier die Rede fein soll Sie [mb nur verschlossen, und zwar so dicht, daß' von ihnen mchts mehr sichtbar ist. muß ein praktischer Mensch gewesen sein, der zuerst den Gedanken hatte, Ohrenklappen anzufertigen. Gewiß, Ohrenklappen an Pelzkappen und ^?ortm"tzen hat es schon vor langen Zeiten qe- geben. Aber der heute übliche Herrenhut ließ keine Möglichkeit für Ohrenklappen zu, womit die Männer sich bei niedrigen Temperaturen wohl oder übel abfinden mußten und deshalb häufig mit rotgeschwollenen Ohren herumliefen. Schön war dieser Zustand nicht, weshalb jener praktische Mensch den guten Einfall hatte, solche Ohrenklappen herzustellen, die sich für jede Kopfbedeckung verwenden ließen. Und siehe da: der Erfolg war unbeftreitbar. Die mit einem einfachen Bügel aus Metall versehenen Ohrenklappen erwiesen sich als ganz vortrefflich. Bei erträglicher Temperatur ließen sie sich in die Tasche stecken und bei empfindlicher Kälte schützten sie eben die Ohren. Weshalb wir jetzt jahrein, jahraus im Winter das Schauspiel der verschlossenen Ohren genießen können. Wenigstens bei den Männern. Es gibt Aestheten, die von diesem Anblick nichts wissen wollen und sich um der Grundsätze willen lieber kalte Ohren holen. Andere wiederum verulken die Ohrenschützer als Kopfhörer und meinen, daß man doch nicht fortwährend am Radio hängen solle. Aber wie dem auch fei: die meisten Männer wissen das Angenehme dieser Vorrichtung zu schätzen und laufen in dieser Zeit mit verschlossenen Ohren umher. Was wiederum die Frauen nicht schlafen ließ und sie veranlaßte, in gründlicher Weise darüber nachzugrübeln, wie man den Männern auch in dieser Beziehung den Rang ablaufen könnte. Und tatsächlich war es bald geschafft: eines Tages erschien die erste Kapuze im Stadtbild. Die Kapuze war schön bunt und hatte ein nettes Streifenmuster. Sie umschloß den ganzen Kopf einschließlich der Ohren und ließ nur noch die Gesichtspartie frei. Zuerst wurde die Kapuze kritisch gemustert, vor allem von den Frauen selber. Aber dann wurden rasch weitere Exemplare sichtbar, und jetzt ist sie bereits in einer erstaunlichen Zahl vorhanden, wobei eine immer noch bunter erscheint als die andere. Damit ist also erreicht, daß nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen mit verschlossenen Ohren Herumlaufen. Man könnte auch sagen, daß solchermaßen manche Evastochter jetzt unter die Haube gekommen ist. Unter eine Haube jedenfalls, die die Eigenschaft hat, ihre Trägerin an Kopf und Ohren warmzuhalten. Was von den Ohrenschützern der Männer leider nur in bedingtem Maße gesagt werden kann. H. W. Sch. Amtliche Bekanntmachungen im Anzeigenteil. Zur (Erfüllung staats politisch wichtiger Aufgaben muß die deutsche Presse in Befolgung bestehender Bestimmungen eine klare Trennung von Text- und Anzeigenteil durchführen. Der Gießener Anzeiger wird darum von jetzt an alle behördlichen und offiziösen Verlautbarungen mit Bekanntmachungs- chavakter im Anzeigenteil veröffentlichen. Wir weisen unsere Leser auf die notwendige Regelung hin und bitten, die Bekanntmachungen im Anzeigenteil zu beachten. Verlag und Schriftleikung des Gießener Anzeigers. ein glich &ei Lohns^ si»° Mill 1W eßen,,, O> 'S Wogen anzuvertrauen. Man findet solche Flaschenposten in Marinemuseen aufbewahrt; es sind Nachrichten, manchmal mit Kohle oder sogar mit Blut auf Hemdstücke oder auf mit Salzwasser vollgesoge- nes Papier geschrieben. Die verzweifelten Männer, die mit Aufbietung ihrer letzten Kräfte diese Worte hinkritzelten und in der Flasche verschlossen, wußten, daß nur eine schwache Möglichkeit dafür bestand, daß anäöige Strömungen durch die ungeheure Weite der Ozeane die Botschaften nach Monaten an eine dewohnte Küste befördern würden. nge. Slum, nb die ^ro. Sport Han; leigen: sch in Beßlich 15 $ "Stag; r Seit gültig, '6D Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Tierseuchen im Kriege. Wehrwissenschastlicher Vortrag der Universität. Die Reihe der wehrwifsenschaftlichen Vorträge unserer Universität wurde gestern abend mit einem weiteren interessanten Vortrag fortgesetzt. Die Der- anftaltung war gut besucht. Insbesondere sah man eine stattliche Anzahl Studierender unserer Universität unter den Hörern, aber auch Angehörige der Partei, sowie viele Offiziere und Soldaten nahmen ted und folgten den Ausführungen des Redners mit größter Aufmerksamkeit. Professor Dr. Beller, der Direktor des Tierseucheninstituts unserer Universität, sprach frus reichem Wissen und ebenso reicher praktischer Erfahrung über das Thema „K r i e g s t i e r s e u ch e n". Seinen Darlegungen sei folgendes entnommen: Der Begriff „Kriegstierseuchen" bedeutet keine Beschränkung auf die seuchenhaften Erkrankungen der unmittelbar am Kriegsgeschehen beteiligten Tierarten, in erster Linie also der Pferde, Maultiere und Maulesel, sondern stellt eine ursächliche Beziehung Zum Kriege her. Wie man Bodenseuchen, Wasserseuchen, Hungerseuchen, Handelsseuchen unterscheidet, so gibt es Tierseuchen, die gewissermaßen durch den Krieg bedingt werden, sei es, daß der Ansteckungsstoff nur in Kriegszeiten bei uns Eingang ftndet, fei es, daß feine Verbreitung infolge der veränderten Verhältnisse erleichtert wird. Zum Ausbruch einer Seuche bedarf es nicht nur eines Ansteckungsstoffes. Vielmehr sind für das Kommen und Gehen von Menschen- und Tierseuchen die verschiedenartigsten technischen, wirtschaft- lichen und selbst soziologischen Bedingungen von ebenso großer Bedeutung wie der Erreger, und zwar in positiver wie in negativer Beziehung. Seuchen sind Massenerscheinungen, die in ihrem Werden und Vergehen von Massenwirkungen aus- gehen, wie sie beim Aufmarsch der Armeen auf engsten Raum . auf treten. Die Truppenverschiebungen bringen eine erhebliche Vermehrung der Be- rührungs- und damit der Uebertragungsmöglich- feiten ansteckender Krankheiten mit sich. Unter Umständen sind damit so einschneidende klimatische und ernährungsphysiologische Veränderungen verbunden, daß Seuchenveranlagungen entstehen, die aus sonst unbedeutenden und örtlich beschränkten Seuchen- herden Epizootien und Panzootten werden lassen können. Wechselbeziehungen zu anderen Tierarten und zum Menschen, die Boden- und Wasserverhältnisse und selbst die Handelspolitik können von Einfluß auf die Verbreitung der Tierseuchen werden. Deutschlands zentrale Lage in Europa brachte es mit sich, daß feine Tierbestände bei allen europäischen Seuchengängen stets stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die oft langen Kriege früherer Jahrhunderte, die stets große Menschenmassen mit ihrer ganzen Habe in Bewegung brachten, sorgten für eine weite Verbreitung der Seuchen. Auch im modernen Kriege spielt das Der feine große Rolle. Einerseits stehen heute im FeDheer trotz der Motorisierung mehr Pferde als früher. Anderseits sind die Rinder- und Schweinebestände für die Ernährungssicherung der Front und Heimat höchst lebenswichttg. An Hand von Kurven ging der Vortragende auf einige der hn Kriege wichtigsten Tierseuchen ein, so z. B. auf den Malleus (Rotz), die Rinderpest, die Maul- und Klauenseuche, die Tollwut, Die Pferderäude und vergleichsweise auf den Milzbrand, der im Weltkriege keine Zunahme, sondern im Gegenteil mit dem Stocken der Häute- und Futtermitteleinfuhr einen raschen Rückgang fand. Manche von ihnen gewann mittelbar strategische Bedeutung. So hat z. B. die Räude der Pferde 1812 Napoleons Zusammenbruch in Rußland und 1871 die Niederlage der französischen Revolutionsarmee mit besiegest. Auch im Weltkrieg 1914/18 spielte die Räude an einzelnen Frontabschnitten eine schwerwiegende Rolle. Ihre vorbeugende Ueber- wachuna ist im jetzigen Krieg eine der Hauptaufgaben des Deterinäroienstes. Das gleiche gilt vom Malleus, dem Pferderotz, der bis in den Weltkrieg in jedem größeren Feldzug, zumal im Osten, eine Rolle spielte und strengste Vorbeugungs- und Abwehrmaßnahmen erforderte (Tierblutuntersuchungsstellen). Nach Kriegsschluß 1918/19 ist die Veterinärpolrzei seiner rasch Herr geworden. Die andere Geißel früherer Kriege war die ebenfalls aus dem Osten kommende Rinderpest, von der wir im Westkriea wie durch ein Wunder verschont blieben. Eine ähnliche Rolle spielt heute für uns die Maul- und Klauenseuche, deren heftiges 2hif treten in den letzten drei Jahren uns wohl für die nächste Zeit trotz des Krieges vor einer größeren Gefahr schützen wird. Erhöhte Ausmerksamkett ist im Kriege auch noch der Tollwut zu schenken, die ebenfalls vorwiegend an der östlichen Grenze abgehalten werden muß. Die Tierseuchenlage in Deutschland war zu Beginn des Krieges dank der Weltkriegserfahrungen günfttg und ist es bis heute auch nach dem Polenfeldzug geblieben. Für unsere Versorgung mit Fleisch und sonstigen tierischen Erzeugnissen sind also Rückschläge durch größere Seuchenschäden nicht zu befürchen. Das gleiche gilt für die Gespanntiere und bannt für die Schlagkraft unseres Feldheeres. Die uns feit Jahren aufgezwungene Nutzster-, Lebens- und Futtermittelversorgung aus eigener Erzeugung hat wesentlich mitgeholfen, unsere Lage besonders gegenüber den vom Ausland her kommenden Tierseuchen zu bessern und zu sichern. Die vom Führer erstrebte völkische und wirtschaftliche Zusammenfassung aller Deutschen in Europa und die Festigung des geschlossenen deutschen Lebensraumes stellt also auch von diesem Standpunkt aus eine biologische Notwendigkeit dar. Der Dorttag, der "sehr beifällig aufgenommen wurde, erfuhr eine besondere Bereicherung durch die im Lichtbild wiedergegebenen graphischen Darstellungen des Verlaufs von Seuchenzügen. Neben solchen Darstellungen aus Deutschland zeigte der Redner auch Aufzeichnungen aus der Türkei, wo er mehrere Jahre in wissenschaftlicher Tätigkeit verbrachte. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr „Die Fledermaus". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Befreite Hände". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,^ongo- Expreß". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Stadttheater Gießen. Am heustgen Mittwochabend wird die wegen mehrerer Erkrankungen am vergangenen Mittwoch abgesagte Vorstellung der Operette ,^Die Fledermaus" von Johann Strauß nachgeholt. Musikalische Leitung Heinz Markwardt. Spielleitung Harry Grü- neke. Ehöre Richard Boeck. Tänze Thea Maaß. Bühnenbild Karl Löffler. 16. Vorstellung der Mittwoch- Miete. Deutsches Frauenwerk. Die Nähstube des Deutschen Frauenwerks findet zur Zeit nicht in der DAF., Schanzenstraße, statt, sondern in der Kreisgeschäftsstelle des Deutschen Fragenwerks, Frankfurter Straße 1. Man berichtet, daß Columbus auf feiner Entdeckungsfahrt, als er fürchtete, daß feine kleinen Karavellen vom Meer verschlungen werden würden, einen Bericht seiner Reise auf Pergament nieder- schrieb und in einem Kasten über Bord warf. Es besteht freilich wenig Aussicht, daß dieses kostbare Dokument noch aufgefunden werden könnte. C. K. Reue Fabeln. Von Wilhelm Gcharrelmann. Der Höher und der Dompfaff. „Was für einen häßlichen Schrei du dir angewöhnt hast!" sagte ein junger Dompfaff zu einem Häher, der unablässig rätschend in einer Buchen- frone saß. „D", antwortete der Häher, „wenn du vielleicht glaubst, daß du mit deinem Liede die Tiere des Waldes ebensogut vor Gefahren zu warnen vermagst, wie ich — bitte! Ich trete dir gern meine Stelle ab." „Gefahren? Wiefo?" fragte der Gimpel. „Ich sehe keine." „Das ist es eben!" antwortete der Häher, rätschte noch einmal und strick) eilig ab. Eitel und selbstgefällig wollte der ahnungslose Gimpel gerade von neuem wieder feine Strophe beginnen, als ihn der Marder erwischte, vor dem ihn der Häher hatte warnen wollen. „Dachte ich es mir doch", rief dieser. „Die Stimme des Warners ist selten beliebt — aber nur der Törichte schilt, daß sie ihm nicht lieblich genug ins Ohr dringe!" Die beiden Buchfinken. Ein Buchfinkenmännchen war bei der Gattenwahl Der Vögel ohne eine Gefährtin geblieben und sah nun neiderfüllt einem Genossen zu, der eben beschäftigt war, seiner künfstgen Familie ein Nest zu bauen. , Mit welchem Recht hat mich das Schick,al von dem Glück ausgeschlossen, welches du genießt?" klagte er. r „Wie kann man nur so fragen?" antwortete ihm das andere verwundert. „Hast du das, was du dein Schicksal nennst, dir nicht selber bereitet?" Ich mir selber bereitet? Wie kannst du mich für so 'töricht halten?" wehrte sich der Einsame, entrüstet über den Vorwurf, der in den Worten seines Gefährten lag. , _, , ., „Dann habe ich wohl nicht recht gesehen, als ich dich im Kampf um das Weibchen, das du dir er- wählt hattest, vor deinem Nebenbuhler fliehen und dich im dichtesten Buschwerk verstecken sah? Wie könntest du auch sonst erwarten, ein Glück zu genießen, das nun einmal erobert sein will und sich dem Feigen versagt?" Der Storch und die Katze. Ein Storch hatte im Dorübergehen eine Feldmaus erwischt und sie mit Appetit verschlungen. Eine Katze, die seit Stunden vergeblich vor einem Mauseloch gesessen, hatte ihm voller Neid dabei zugesehen. „Was würden Sie sagen, wenn unsereins jetzt anfangen wollte, den Fröschen nachzustellen?" rief sie dem Storch zu. „Bleiben Sie also in Zukunft bei Ihrem Geschäft, wenn's gefällig ist, ja?" Verwundert guckte sich der Storch nach ihr um und sagte: „Bitte, wenn Ihnen Frösche schmecken — nehmen Sie sich ruhig die Freiheit. Es sind genügend da." ,Lch danke?" sagte die Katze verärgert. „Frösche sind meine Sache noch nie gewesen." „Schade!" bedauerte der Storch. „Vielleicht, daß die Anlage zum Neid dann in Ihnen nicht so groß geworden wäre, meine Beste! Denn je weniger Erfolg, desto größer die Mißgunst! sagte unsere Mutter schon, als sie uns Jungstörche zum erstenmal mit ins Feld hinaus nahm und wir dort anfingen, uns zu streiten." „Ach, reden Sie nicht, erboste sich die Katze. „Erst stören Sie hier die Ordnung der Natur, und dann halten sie sich noch für berechtigt, anderen moralische Belehrungen zu erteilen!" „Vortrefflich gesagt", antwortete der Storch. „Denn um seinen Egoismus und seine Mißgunst zu verbergen, gibt es kaum ein besseres Mittel, als sich den Anschein zu geben, eine höhere Idee verteidigen zu müssen." Die Spinne und die Grille. Eine Grille sah einer Spinne zu, die emsig beschäftigt war, ihr • halbzerstörtes Netz wieder herzurichten. „Welch unnützer Eifer!" sagte die Grille. „Denn schon der nächste Windstoß wird dein Werk von neuem beschädigen, der nächste Regenguß es vielleicht völlig zerstören. „Möglich", antwortete die Spinne. „Aber wenn wir jede Arbeit unterließen, nur weil mir wissen, daß unser Werk der Vergänglichkeit unterworfen ist — was meinst bu, daß unser aller Schicksal wäre?" Mittwoch. 24.3anuar 19^0 Apotheker Theodor Schmieder f. Im siebzigsten Lebensjahre ist am Samstag nach kurzer Krankheit der in Gießen und weithin m der Umgegend bekannte ApothekerTheodorSchwie- d e r gestorben. Am gestrigen Dienstag wurde er, seinem Wunsche und seinem schlichten Wesen entsprechend, in aller Stille zur letzten Ruhe aebracht. Mit seinem Heimgang verliert unsere Stadt einen Mann, der sich mit ihr, seiner Wahlheimat, seit vielen Jahren eng verbunden wußte Theodor S ch w i e d e r war am 11. Oktober 1870 in Frankenberg a. d. Eder als Sohn eines Gutsbesitzers geboren. Schon in seiner Jugendzeit kam er nach Gießen, um hier im Realgymnasium seine Schulausbildung zu erhalten. Nach deren Abschluß studierte er an der Universität Gießen. Hieraus ging er zur weiteren Ausbildung nach auswärts, kehrte aber im Sommer 1899 nach Gießen zurück, wo er die alte Engel-Apotheke käuflich erwarb, die sich damals in dem Hause Ecke Kaplaneigasse-Kirchen- platz befand, in dem heute ein Wollwarengeschäft betrieben wird. In Gießen fand er dann auch seine Lebensgefährtin, die der Familie Schwall entstammte und ihm vor etwa acht Jahren im Tode vorausging. Unter seiner Leitung nahm die alte Engel-Apotheke einen starken Aufschwung, so daß schon nach einigen Jahren die Räumlichkeiten in dem alten Hause nicht mehr ausreichten. Er kaufte daher die an der Ecke Schulstraße-Marktplatz gelegenen Grundstücke und errichtete dort das große Wohnhaus mit der jetzigen Engel-Apotheke, die er nach etwa zwanzigjähriger Führung an den jetzigen Inhaber ab gab. Durch seinen Beruf war er mit weiten Kreisen der Bevölkerung in Stadt und Land bekannt geworden, die ihm wegen seines volksverbundenen, charakterfesten und aufrechten Wesens große Wertschätzung entgegenbrachte. Den kommunalen Vorgängen wandte er schon während feiner Berufstätigkeit als Apotheker großes Interesse zu. An vielen öffentlichen Ereignissen, die der Förderung unseres Gemeinwesens dienten, war er uneigennützig mit guten Ratschlägen und praktischen Anregungen beteiligt. Als warmherziger Freund der Pferde, die ihn schon in der Jugendzeit stark beschäftigten, wurde er in Gießen im Jahre 1907 in die städtische Pferdemarktdeputation entsandt, der er ununterbrochen ein Dierteljahrhun- bert lang bis zum Frühjahr 1933 angehörte. In dieser Deputation hat er sich um die Entwicklung der Pferdemärkte in Gießen und damit um die Förderung der Pferdezucht in Oberhessen große Verdienste erworben. Von 1923 bis Anfang 1933 gehörte er dem Gießener Stadttat an, in dessen Kreis er eine rege Tätigkeit entfaltete. Besonders wirkte er in der land- und forstwirtschaftlichen Deputation, in der Wohnungsdeputation, in der Schlachchofdepu- tation, im Marktausschuß, hier namentlich für die Pferdemärkte. Ferner war er mit großem Eifer tätig im Bauausschuß, in der Wohlfahrtsdeputation und in der Deputation für das Turn- und Sportwesen, sowie als Mitglied des Verwaltungsrats mehrerer Stiftungen, die von der Stadt als Vermächtnis treuer und fozialgesinnter Einwohner verwaltet wurden. Am 10. März 1926 übernahm Theodor Schwie« 3n den Familienblättern beginnen wir heute mit dem Abdruck des neuesten Romans von Ernst Zahn: „Die tausendjährige Straße". In diesem Werk berichtet der wohl bekannteste Schweizer Erzähler der Gegenwart mit der ausgewogenen Klarheit und bedäch. tigen Güte des ins Greisenatter Tretenden von den untergründigen Wegen des menschlichen Herzens, von Treue und Liebe, haß und Rache, die in biederen Schweizer Bürgersleuten wie die Dämonen der alten Ribetungensage zu furchtbarem, unerbittlichem Kampf gegeneinander antreten. bei Eltern, Schilder als Mchfolger von Keine unnötigen 'Reifen! S.Uport Llm den Reichsbund-Pokal. Gedenket der hungernden Vögel! Pläne der deutschen Tennisspieler. (Nachdruck verboten.) 30 Fortsetzung. «r iUwivÄ»» v-a l-r" Ü^L-Hr°r^ fSÄjirte'uneinfl^äntt« «SrM lein« °°r?el°tz'°n°rde g-s.ch^ wenn diese Arbeit durch reiche Fruchte m Gestalt von Massenbesuch bei den Veranstaltungen belohnt war, so erblickte er darin die ihn voll befriedig ei^>e Mit seiner Schule bis zuletzt aufs engste verbunden, hat er immer regsten Anteil genommen an den Geschicken der Anstalt, ihrer zahlreichen Lehrer und der großen Schülerschar, die er bei seinem vorzug- liehen Personengedächtnis in zwei Geschlechterfolgen kennenlernen durfte. Grotz ist daher auch die Zahl derer, die des Verstorbenen in freundschaftlicher Hochachtung gedenken. Denn sein schlichtes, freund- liches Wesen, sein zuverlässiger 'Charakter, ferne männliche Güte, seine vorbildliche Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit, seine Umsicht und Tatkraft, haben im Düsseldorfer Rheinstadion erleben. Der Niederrhein hat in der Hintermannschaft bekannte und bewährte Spieler, während man im Sturm wieder blutjunge Talente hat. Westfalen kommt mit zehn Spielern des großdeutfchen Meisters Schalke 04. Irenes Lippen sind ganz blutleer, sie hebt die rechte Hund — die Hand zittert, sie darf mcht zittern, jetzt MrMMMstWOlis Roman non $ri6anetW CARL DUNCKER VERLAG . BERLIN W 35 für Irene tun? r . _. m Sie überlegen lange, was zu tun sei. Die Pegels und Anne wollen nichts unversucht lassen, um Irene zu helfen. Franz soll sofort in der Kreisstadt «ne zuverlässige Pflegerin bestellen, denn dieser doppelten Pflege ist Luise nicht gewachsen. Luise stehl indes Irenes Briefschaften durch, ob nicht .irgend- wo die Adresse eines Verwandten zu finden ist, den sie benachrichtigen könnte. Eltern hat die Stranre nicht, aber Luise findet einen ganzen Packen Briefe vor, die alle mit dem gleichen Absender verschen sind. Wahrscheinlich ist es Irenes früherer Verlobter. Luise schreibt ihm, legt in kurzen Worten den Sachverhalt klar und bittet ihn, falls er der Kranken irgendwie naheftoht, zu kommen. So hat noffen ausgerichtet war. m M Theodor Sch wieder war in seiner Person, fn seinem vornehmen Charakter und m semem sozialen Wirken ein deutscher Mann bester Art, der sich durch seine Werke viele Freunde ermorden hatte Bei khnen witd sein Andenken über das Grab hinaus in guter Erinnerung bleiten. Hausmeister Adolf Sortier t. wird im Februar und März an den großen nord- amerikanischen Hallenveranstaltungen teilnehmen und vielleicht anschließend noch nach Südamerika fahren. * Fünfzehn unserer besten Eishockey, sp ie le r werden ab 24. Januar in Garmisch-Par. tenkirchen einem Sondertraining obliegen, um bestens gerüstet am Sechsländerturnier im Rahmen der Internationalen Wintersportwoche in Garmifch- Partenkirchen vom 1. bis 4. Februar teilnehmen zu tönnen. Itundsunkprogramm Donnerstag, 25. Januar. 610 Uhr: Morgengymnastik. 6.30: Frühfonzert 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolk, merk' auf! 8.10t Gymnastik. 9.15: Was wir Frauen heute wiffen mühen. 9.30: Schulfunk (Mittel- und Oberstufe). Sang und Klang in der Schule. 10: Frohe Weisen. 11: Unterhaltungskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 11.50: Stadt un£ Land — Hand in Hand. 12: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.45: Bücher für unsere Soldaten. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10t Nachrichten. 18: Ruf ins Land. Berichte des Landes- ernährungsamtes. 18.25: ,Herz, aufglühe dem Blut". Eine besinnliche Sendung für unsere Käme« . raten am Westwall. Worte von Theodor Körner. 1910: Nach des Tages Arbeit: Konzert. Dazwischen 19.10: Berichte. 19.45: Politische Zeitungsschau. 20: • Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschland, i sender. Dazwischen: 22 bis 22.15 und 24 bis 0.15t ■ Nachrichten. eröffneten neuen Halle in Bologna in Aussicht genommen. Europameisterschaften im Eissegeln. Als bisher einzige Europameisterschaft des Schres 1940 scheint bisher diejeniae im Eissegeln gesichert zu sein. Sie soll vom 3. bis 5. Februar vor Stock- Holm ausgetragen werden. Wie aus Schweden bekannt wird, sind die besten Eissegler aus Deutsch land, Estland, Lettland und selbstverständlich aus dem Gastlande Schweden dazu eingeladen worden. Neue Termine der Handballgauklasse. /Auch Italiens Schiläufer kommen zur Wintersportwoche nach Garmisch-Partenkirchen. Genannt wurden u. a. die bekannten Abfahrtsläufer Chieronni, Marcellin und Zannl sowie die Lang- läufer Gebrüder KompagnonL Deutsche Meisterläufer stellten sich am Dienstagnachmittag bei einem Eissportfest in Dres» den vor. Lydia Deicht und Horst Faber wurden stürmisch gefeiert. Finnlands Weltrekordläufer Mätt wird am 24. Januar in Begleitung von Nimm die schon lange geplante O5^.-Reise antreten. Maki Die hohe Auffasiung seiner Pflichten als treuer Hauswalter des ihm anoertrauten Gutes, aber auch als Haupt der Familie, ließ ihn den Mut und die Kraft finden, rauhe Schickungen des Schicksals mannhaft zu tragen die lange, schwereErkrankung und den Heimgang seiner Lebensgefährtin und den allzu frühen Tod des Vaters zweier unversorgter ^^is'an sein Lebensende haben ihn soldatsicher Geist und streng nationale Gesinnung ausgezeichnet. Ein großer Schmerz war es daher dem Daterlai^s- freund, daß sein hohes Alter und (em körperliches Befinden es ihm nicht gestatteten, die Vertretung seines zum Kriegsdienst emberufenen Amtsnach- o Adolfs ö r n^rs^Name wird mit der Geschichte der Langernarckschule in ganz besonderem Maße verknüpft fein, nicht weil er so lange an ihr tätig sein durfte, sondern durch die Art, wie er (eines Amtes 1 „Liiert die Aufstellung des Spielplanes etwas, ?rdgt aber mit dazu bei, alle SHwt«nMn zu Überbrüden und selbst aus dem „Notbehelf vorbildliche spielerische Kameradschaft erstehen zu lassen. __ . „ Nachstehend die neuen Termine. _ 4.2.: Dornholzhausen — Mio. Gießen, Katzen furt — Garbenheim; Holzheim Hutzel 11. 2.: ffochech°im - Mtv. ©ießen; Lützellmd°n Katzenfurt; Holzheim — Dornholzhausen. 18.2.: Mtv. Gießen — Katzenfurt; Dornholzhausen — Garbenheim. 25. 2.: Katzenfurt — Dornholzhausen. Keine Spiele im Handball! Der Leiter der Staffel Oiefeen der fianbbaMau. tlaife, Kreisfachwart Luh (Allendrns a. d. Lahn), teilt mit, dafe infolge der augenblicklich herrschenden Witterung am 28. Januar keine Spiele EgetrE« werden. 3m übrigen bleibt ine neue soweit nicht in der Zwischenzeit weitere Absagen verfügt werden, bestehen. Kurze Sporlnotizen. Für die Vorschlußrunde im Fußball-Reich^und- pokal-Wettbewerb haben sich bisher erst, zwei Mannschaften qualifiziert, nämlich Bayern und Sachsen, die ihre Zwischenrundenspiele gegen Sudwest und Pommern siegreich gestalten konnten. Die beiden wideren Kämpfe der Zwischenrunde mußten seinerzeit aus zwingenden Gründen verlegt werden und sollen nun am kommenden Sonntag nachgehott werden. Mit Rücksicht auf die Derkehrsverhaltnisse konnten allerdings die ursprünglichen Paarungen nicht beibehalten werden. Nach der neuen Einteilung kämpfen nun Niederrhein B^e st - falen in Düsseldorf und Ost mar k - Schl e - ien in Wien um die zwei noch freien Platze m der Vorschlußrunde. Beide Spiele werden bestimmt am Sonntag stattfinden. Mit besonderer Spannung sieht man dem Ausgang des Wiener Treffens ent- gegen, wo die starke Ostmark-Auswahl auf den Pokalverteidiger trifft, der im vergangenen Jahre, ebenfalls in der Zwischenrunde, die Wiener mit 4:1 (cklua. An der Donau möchte man natürlich diese Wel unserer Mahn eintritll Das gilt sowohl für den Fernverkehr als auch für die Fahrten in die engere Umgebung, z. B. die Wintersporffahrten, die man in der nächsten Umgebung unserer Stadt durch eine Fußwanderung voll ersetzen kann. Jeder mann rnufe sich in diesen Tagen immer »°r klugen halten, dafe bei der Reichsbahn iefet unter •aUen Umständen der Gütertransport, namentlich die m förderung der Lebensmittel, und Kohlenzuge, vor sidem anderen Verkehr den Vorrang Hadenmuß. Je umfassender dieser Güterverkehr durchgefuhrt werden kann, desto besser ist es für alle Bevolke rungskreise in den Städten und auf dem Lande. Wie wir auf Anfrage beim Bahnhof Gießen er fahren, hat der Reiseverkehr in unserem engeren Bezirk erfreulich nachgelassen. Die jetzt noch ver kehrenden Personen- und Schnellmge sind mäßig oder normal besetzt. Der Berufsverkehr nach Lollar Wetzlar ufro., und der Berufsverkehr von den ländlichen Orten in die Stadt Gießen bietet natürlich das bis- ^Mt^Genugtuung kann man also der Giehener Bevölkerung bescheinigen, daß sie dle 9totwenLlgkelt dieser Tage verstanden und die Disziplin unserer Volksgemeinschaft auch hier wieder bewiesen yal. * ** Gendarmerie-Personalie. Der Leutnant der Gendarmerie Richard Dreyer sech im Dienste der Gendarmerie des Landkreises Gie ßen, wurde mit Wirkung vorn, 1. Februar a^s Gendarmerie-Kreisführer nach Rendsburg (Schleswig- Holstein) versetzt. im Frühjahr 1925 für den Bau ^r Dolk^e ein, deren weitere Ausgestaltung er an führender^Stelle des Dolkshallevereins allezett eifrig forderte. Er war auch ein eifriger Vorkämpfer des Feuerbestattungs- mefene, bem bie Errichtung des Krematoriums in Gissten mit zu verdanken ist. Eng verbunden wußte er sich tem Gießener Korps Hafsia, tem er bis zuletzt als Alter Herr angehörte fach in desien Rahmen er sich tee Folterung des akademischen Nachwuchses angelegen sein ließ. Er mar weiter lange Jahre als Vorsitzender des em- stigen Bezirksvereins Nordost und des Gießener Geflügelzuchtvereins tätig, in früheren Dafa en stand er auch als Vorsitzender an der Spitze der Gießener Ruder-Gesellschaft, und viele Jahre lang war er auch Vorstandsmitglied des Tierschutzverems. Ueterall gab er als warmherziger Dolksmann Einern Wir. ken einen stark ausgeprägten foMen Zug, der m- mer nur auf die Förderung des Gemeinwohls und te^ wirtschaftliche Hebung der schaffenden Dolksge- Tv. Münchholzhausen ebenfalls ausgeschieden! Dem Turnverein Hörnsheim ist nunmehr auch der To. Münchholzhausen gefolgt. Er hat seine Mannschaft aus der laufenden Runde infolge Spielermangel zurückziehen müssen. So bedauerlich diese Tatsache ist, so läßt sie sich doch mcht umgehen. Die Mannschaften, und vornehmlich die Landvereine, haben es heute besttmmt nicht leicht, sich über Wasser zu halten. Um so anerkenneswerter ist es ttotz- dem, daß sich jeder Dereinsspielwart bis zum Schluffe bemüht, durchzichalten und allen Widerwärtigkeiten zum Trotz die bestehenden Schwierigkeiten zu meistern. Nach tem Ausscheiden von Münchholzhausen setzt sich die Staffel Gießen der Handball-Gauklasse nunmehr noch aus folgenden Mannschaften zusammen: Mtv. Gießen, Tv. Holzheim, Tv. HochAenn, Tv. Dornholzhausen, Tv. Lützellinden, Tv. Garbenheun und Tv. Katzenfurt. Es ist anmnedmen, daß die Runde in dieser Besetzung abgeschlossen werten kann. Im Hinblick auf die vor einiger Zeit normen» big gewordenen Spielabfetzungen und die eingangs erwähnten Absagen, ließ es sich nicht umgchen, eme neue Terminliste herauszugeben. Nicht zuletzt aber war das schon um deswillen notwendig, weil durch die einfache Runde keinerlei Härten aufkommen dürfen. Alle Mannschaften müssen die gleiche Zahl von Heimspielen haben, und schließlich fall auch dar- doch, doch. So ist das Leben und so sind die Men- chen, nicht so püppchenhast, wie du es dir vielleicht ausmalst. Ich liebe dich, verstehst du das? Eiir kleines dummes Mädel wird krank und wieder ge- ung für irgendeinen anderen Mann. Das bißchen Theater muß schon mal dabei (ein, sonst wäre das Leben unerttäglich langweilig. Ich liebe dich, Anne Wegner, und jetzt kannst du machen was du willst, ich lasse dich nicht frei." Anne stemmt ihre Hände gegen seine Brust. „Rühren Sie mich nicht an, lassen Sie mich los. Ich bin verlobt, Herr Würz." , , r „Unsinn!" Er lacht. Es klingt unheimlich, dieses Lachen, well Annes Keuchen dazwischensteht. Si-s ringt mit dem Mann, der ihr an Kräften bei weitem überlegen ist. Damals im Stall hielt er sie nicht so fest, damals im Stall nicht. Sie versucht ihm zu entkommen, ein Stuhl fällt um. ,^aß das To« den, es nützt dir doch nichts." Wie er lächett, meint sie ihm doch ins Gesicht schlagen tännte, aber er hält ihre Handgelenke so fest, als säßen sie in Schraubstöcken, und er läßt sie so, lächelnd, ihre Kraft vergeuden; er spürt es genau, daß sie au« mählich matter wird. Anne Wegner meint Sie sagt kein Wort mehr, aber sie weint über die eigene Schwäche, über das Gefühl zunchmender Matttgkeit. Und Paul Würz lacht: ,Laß doch das Toben, Kindchen, was nützt das schon." Er ist der Stärkere, ein Sieger ist Pin« man für das Kind Irene das Menschenmögliche getan, alles andere muß die Kraft der Jugend tun. Anne ist (ehr niedergeschlagen. Sie denkt: Was ist das Leben? Es ist wie ein Hauch. Es kann schön oder schlecht sein, aber wie ein Hauch ist es dahin, so und nicht anders. Franz Pegel, Klünsia und Irene. Ja, das Leden ist kurz, man sollte es ^Wollen Sie wohl gleich das Ding da hmlegen, ' was fällt Ihnen ein, Irene?" Anne duckt (ich, der Schuß geht ins Fenster, die Scheibe zerbricht klirrend „Her mit tem Revolver, Sie dummes Ding, wollen Sie sich und tfad) unglücklich machen? Emen Augenblick steht Irene taumelnd vor Anne. Sie weint, lauttos und ohne zu schluchzen, Tranen stürzen aus ihren Augen, dann bricht sie mit einem kleinen, hellen Vogellaut zusammen. Anne kniet nieder. Anne ist blaß und kniet neben ihrer Feindin. Sie reißt die Kleider auf und reibt das Herz des Mädchens. Lieber Gott, wie mager ist Irene geworden, kaum zu glauben. Wo tjt Luise? Sie wird Luise holen, aber erst mal die Kranke auf die Couch legen. Irene ist leicht wie ein Kind, wie eine Feder liegt sie in Annes Armen. Ihr Atem geht kurz und schnell, die Augenlider flattern. Grete kommt aus ter Küche, sie hat das Klirren ter Scheibe gehört. Anne schiebt Franz Pegels Revolver unter Die Papiere. „Denke dir, Irene ist ohnmächttg geworden, sie stand am Fenster und die Scheibe zerbrach. Blew o lange hier, Grete, bis ich Luise geholt habe. Anne sagt auch zu Luise kein Wort von tem Schuß, auch Luise erzählt sie das Märchen oon ter zerbrochenen Scheibe. Ader wie ist das, weiß Luise Bescheid? Sie sieht Anne nachdenklich an und nickt. „Ein krankes Kind, ein einsames, krankes Kmd! agt sie. Sie nimmt Irene auf die Arme und tragt ie hinüber ins Verwaltungsgebäude und legt. |ie ’m ihr Bett. Wie ein Kind trägt sie die Kranke über ten Hof, und ihr Muttergefühl ist groß und stark genug, um zu verstehen. Am Nachmittag kommt Schworm. Er sagt, oay es ein vollkommener Nervenzusammenbruch ist, yoss- nungslos bei dem Gesundhellszustand der Kranken, wenn kein Wunder geschieht. Was kann man denn Für Anne kann es aber nur schön fein, wenn iffe es gemeinsam mit Christian verbringt. In wenig Tagen kommt Klaris'su zurück, und gleich in der Stunde der Ankunft will sie ihr alles fagen. Sie wird zur Bahn fahren, und bis zum Birkenhof hat sie sich wohl das vom 5)erzen geredet, was sie sagen muß. In dieser ersten Stunde des Wiedersehens wird Marissa nicht nein sagen. Ach, Anne weiß ja selbst, wie weich man ist, wie tief vom Gefühl des Wiedersehens angerührt. So lange muß Christtan schon noch warten, ob er will ober nicht. „Siehst du das ein. Krischtian?" Die Zeit der letzten Heumahd ist da. Selten standen die Wiesen so in Saft wie in diesem Jahr. Es hat viel geregnet. Eine Freude tft es, durch die Moorwiesen zu reiten, „in de Wisch" wie sie hier sagen. In der kommenden Woche fängt die Mahd an. Ob Franz schon genügend Leute in Balke bekommen hat? Es fällt ihm alles noch schwer, vie- leicht muß sie selbst mal rüber reiten. Anne nimmt sich vor, mit Franz zu sprechen, sowie sie zum Dir- kenhof kommt. „Sos, Koni!" Sie traut tem Pferd mit der kleinen Weidengerte das rechte Ohr, und Konifere fliegt wie ein Pfeil dahin. Bald darauf betritt Anne das Büro. Es ist der Raum mit dem kleinen, schiefen Spiegel an der Wand über den Regalen. Franz ist nicht hier, nur ■ Paul Würz sitzt vor feinem Schreibtisch. Er steht ! auf, als er Anne sieht. „Wollen Sie mich sprechen, Fräulein Wegner?" , „Nein, eigentlich Franz. Aber ja, Herr Wurz, wissen Sie, daß Irene Waitz sehr schwer krank ist?" Sie legt die Weidengerte vor sich auf den Tisch. „Ja, und--? Er sieht sie mit gerunzelter Stirn von unten herauf an. ,^st Ihnen auch bekannt, daß Schworm gesagt hat, es müßte ein Wunder geschehen, wenn sie die Krankheit überstehen soll?" „Warum sagen Sie mir das, Fräulein Wegner?" „Warum?" Anne tritt einen Schritt näher an ihn heran, ihre Augen sind dunkel. „Wie können Sie das fragen, Herr Würz? Sie allein haben chr Leben auf dem Gewissen." „Ich? Wie kommen Sie darauf? Irene Waitz ist eine hysterische Großstädterin, sie hat bei Gott man faen Freund gehabt, ich fühle mich nicht verant- worttich. Aber wenn Sie von schuldig reden, dann sind Sie es so gut wie ich. Sie stießen mich zurück, du nahm ich Irene Waitz. Ein anderer Mann hätte das auch getan." „Nein", sagt Anne, und sie tritt von chm fort rum Fenster, weil ein Ekel sie im Halse zu würgen beginnt. Da aber ist er neben ihr, da legt er die Arme um sie und reißt fie an sich. „Doch, Anne Wegner, Bett sitzen. rr Doch heute geht es ihr bedeutend besser. Ihre I dunkelumschatteten Auge folgen Paul Würz, der vorübergeht. Jetzt bleibt er stehen. Auch Anne : Wegner ist da, sie stehen beieinander und unter» , halten sich, Irene sieht, wie (eine Augen an ihr hängen, oh, das sieht Irene wohl. Ihr Atem geht rasselnd, ihre Pulse schlagen. Und wieder über- fällt sie das Zittern so, daß sie sich kaum aufrecht- halten kann. Sie will sich aber aufrechthalten, sie will diesen Schmerz bis zur Neige auskosten. Jetzt trennen sich die da draußen. Paul verbeugt sich, und Anne geht ums Haus. Sie trennen sich, um sich an anderer Stelle wieder zu treffen, da, wo Irenes Augen ihnen nicht folgen können. Wie ist die Schwerkranke nur in die Kleider gekommen, wie ist sie über ten Hof gekommen? Wenn fie darüber nachdenken würde, müßte es mr selbst ein Rätsel sein, aber sie denkt nicht darüber nach. Ihre letzte Kraft wird aufgepeitscht, wird von ihrem tiefen Haß aufgepeitscht und läßt sie wie eine Betrunkene über den Hof schwanken. Jetzt ift sie beim Haus, ihr Atem geht hecß und schnell. Wenn fie nur nicht so zittern würde, wenn sie doch mcht so jammervoll elend wäre! Sie steht an der Haw-tur, lehnt an den Pfosten und tastet sich weiter durch bte Diele. Nun ist sie an der Tür zum Eßzimmer. Kaum zu ertragen ist dieses unsinnige Herzklopfen. Was hat sie vor —— ist sie verrückt? Nein, es ist rrchllg (o, es ist alles in Ordnung; so und nicht anders mutz es lein. Nun ist Irene im Eßzimmer. Sinne sitzt am Tisch über Papiere gebeugt. Da ift ihr Kopf, er ist chmal und hell. Also dieser Kopf, - ja, ter Jetzt hebt sie ihn, jetzt sieht sie auf. „Mem Gott, 5rene was ist mit Ihnen los? Sie gehören ms Bett, Kind, ich telephoniere sofort nach dem Arzt ich — Ach, das Leben ist schwer und die Liebe bttttr. Irene liegt mit einem weißen und blutleeren Gesicht im Bett. Ihr ist schwindlig. Wenn sie ausiteht, ist ihr so schwindlig, daß sich das Zimmer mit ihr rundurndreht. Abends kommt das Fieber und schut- teü sie und erschüttert ihre Gesundheit mehr und mehr. Aber wenn Luise davon spricht, daß em Arzt kommen soll, wird Irene wild und gehässig, ihre Augen werten dunkel und wütend. Sie will keinen Arzt. Ja, um alles in ter Wett, was will Irene denn, will sie vielleicht sterben? Und nun ist es wirklich so,, daß das Kranksein auf dem Birkenhof nicht abreißt. Am Tag liegt Irene in ihrem Bett und starrt mit aufgenffenen Augen gegen die Zimmerdecke, oder sie richtet sich auf und sieht über ten Hof. Sie kann von ihrem Bett aus die Schmalseite des Hauses sehen, und manchmal sieht sie Paul Würz, auch wohl Rudolf und Frank, die jetzt wild und frei wie die jungen Füllen umhertoben, oder Anne kommt in ihren hohen Stiefeln über ten Hof. Dann zittert Irene jedesmal so, daß sie sich wieder legen muß, und es kommt das Fieber, und sie kann nicht mehr um Würz. Doch plötzlich ist da noch eine Stimme. Hint^ Sinne ist eine Stimme, die sie vor Glück laut aus' schreien läßt. Franz Pegel sagt: „Was hat tennl das zu bedeuten, was fällt Ihnen ein, Würz, wol'l len Sie Fräulein Wegner sofort loslassen?" I Der Verwalter wird blaß, er ist so unbeherrscht | daß er Anne von sich stößt, daß sie taumelt. „Sfa | da, Herr Pegel! Sie haben es notig, sich aufjU'l spielen Fällt sich zum Krüppel, weil er zu einer I schönen Frau uns Fenster steigt und spiett sich m auf. Aber ich will doch gleich Ihre Frau mal faH gen, ob sie weiß, was hinter diesem vermutliche Radunfall des Herrn Gemahls gesteckt hat." Franz ist weiß wie die Wand, er kann sich kaum I auf den Füßen halten, er zittert am ganzen W'l per. „Sie sind fristlos entlassen. Würz, in einer] halben Stunde schicke ich Ihnen Ihre Papiere ujl Ihr Gehalt runter. Sie bleiben feine Nacht nw I auf dem Hof, verstanden? Haben Sie verstandenf I „Verzeihung — ich kündige und gehe, nicht cj haben mir zu kündigen. Wenn hier gekündigt wmjl hat nur die alte Wegner mir zu kündigen. Und halbes Jahr Gehalt im voraus, sonst sollen Sie mwl kennenlernen!" Der Verwalter schlägt die Tür 1 Zimmers hinter sich zu, daß ein großes Stück W tel aus der Füllung fällt. , Anne steht am Fenster und sicht über den Da liegt er vor ihr. Es regnet jetzt, graue Nevs' fchleier liegen über den Wäldern, doch welch Duft steigt aus den Wiesen auf, welch ein gjm*' wundervoll starker Duft. Man sollte die Mensch^' vergessen uui> nur an das Land denken. 1 (Fortsetzung folgt) Am Montag starb nach kurzem, schwerem Krankenlager ter Hausmeister i. R. Adolf Körner, em uy, — -----v- w - ,v weit über die Grenzen der Stadt und des Hessen- Scharte auswetzen. Ein gutes Spiel durste man auch fantes hinaus bekannter und geschätzter Mann. =- traten Der Nieder- Nach IZjähriger Dienstzeit beim Hessischen Garde- teaaonerreqiment in Darmstadt wurde chm am 2 Mai 1904 der Posten des Hausmeisters an der damals großen Doppelanftalt, dem Realgymnasium und ter Oberrealschule, übertragen. Nahezu 32 Jahre lang hat er sein arbeitsvolles, schweres Amt betteltet, bis er am 1. 4. 1936 wegen Erreichung der Altersgrenze in den wohlverdienten Ruhestand ge- Vereinsführung fiel die am 5. Mai 1930 einstimmig beschlossene Verschmelzung des früheren Der- schonerungsoereins mit dem ^e.r^r^5-rein' elftem den Namen „Verkehrs- und Derschonerungs. verein Gießen" führte, bis er tm Jahre 1935 im 3uge der Neuordnung des gesamten deutschen Fremdenverkehrswesens die Bezeichnung „Fremtenver. kehrsverein Gießen" erhielt An der Spitze des Verkehrs- und Verschönerungsvereins wirkte Theo ter Schwieder bis zum Mai 1933, wo er das Am des Dereinsvorsitzenten an den früheren Bürgermeister Dr. Hamm ab gab. Wahrend der faben- jährigen Arbeit des Verkehrsoerems unter Ofame- ders Leitung wurde eme außerordentttch rührige Werbetätigkeit zur Forderung des ^.^nv^rkehrs in Gießen entfallet Unsere heimische Wirtschaft konnte aus dieser Arbeit vielfältigen Nutzen Ziehen. Während jener sieben Jahre war es lusbesondere Theodor Schwieder, dem kein Weg und ferne Sir beit zu viel waren, wenn es gatt, für die vom, Verfehrsverein erstrebten Ziele sich emzusetzerr Und waltete. . . . n« « • i v____l ttvumU in inPiTnir Wenn auch der SÖinter tm allgemeinen d« falle Zeit hn TenNiSsport tft, so wollen unsere Spieler doch nicht ganz rosten. Nach tem Gaftfprel einer deutschen Mannschaft bei den Jnternatiomrlen Mei- sterschcrsten in Kopenhagen, an denen auch Heinrich Henkel teilnahm, ist für Anfang Marz in H a m - bürg ein Länterkcrmps geplant; doch steht noch nicht fest, wer unser Gegner wird. Sodann hofft das Fachamt, in ter Osterwoche in Bremen die deutschen Hallen - Kriegsmeisterschaften veranstalten ihn voll vesneoigenve Mehr als ie foröert ^e GegE<^t von allen