Mittwoch, 23. Tltober MV Unterbrechung fortgesetzt. Marineartillerie nahm erneut Dover unter Feuer. Wie bereits gemeldet, beschossen mehrere englische Schnellboote ein Dorpostenboot mit Maschinengewehren. Das Vorpostenboot erwiderte, unterstützt durch küstenbatterien der Kriegsmarine, das Feuer. Lin feindllches Schnellboot wurde versenkt, die übrigen drehten ab. In der Nacht in Deutschland einfliegende feindliche Flugzeuge warfen einige Bomben ab, ohne militärischen Schaden anzurichten. Der Gegner verlor gestern zwei Alugzc. qe, davon eines durch Flakartillerie. Zwei deutsche Flugzeuge Italienischer Wehrmachwericht. Rom, 22.0kl. (DRV.) Der italienische Wehr- machlbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut: Im südlichen R o l e n M e e r liefen in der Nacht zum 21. Oktober unsere Torpedoboote aus, um einen großen feindlichen Geleitzug, der von größeren Zerstörern stark geschützt und von Erkun- dungsflugzeugen ausgemacht worden war, zu stellen. Einem italienjschen Torpedoverband gelang es gegen Mitternacht, den Geleitzug zu entdecken. Er griff trotz des heftigen Feuers der feindlichen Kreuzer und Zerstörer mehrere Einheiten mit Torpedos an. Kurz nach dem ersten Zusammenstotz griff eine weitere italienifche Torpedobootsflottille den Geleitzug ebenfalls an, wobei es gleichfalls gelang, einige Dampfer zu torpedieren. Rach dieser Aktion entspannen sich zwischen linieren Torpedobooten und den überlegenen feindlichen Einheiten heftige Rachlkämpfe, die bis in den frühen Morgen hinein dauerten. Um diese Zeit wurde eia seindlicher Kreuzer vom „Sidney"-Typ (8000 Tonnen), der in den Aktionsbereich der Küstenbatterien der italienischen Kriegsmarine auf den Inseln des südlichen Roten Meeres gelangt war, von einer Küstenbalterie rasch und wirksam unter Feuer genommen. Der wiederholt getroffene und schwer beschädigte Kreuzer mutzte sich in langsamer Fahrt zurückziehen. Später wurde der Kreuzer bewegungslos und in grotzen Schwierigkeilen beobachtet, während andere englische Einheiten zu seiner Hilfe herbeieilten. Insgesamt wurden bei diesen Aktionen sechs Dampfer versenkt und weitere schwer beschädigt. Trotz der heftigen Kämpfe wurde nur ein einziges italienisches Torpedoboot von dem Feuer feindlicher Kreuzer getroffen. Trotz schweren Schadens konnte es In den Schuh der italienischen Küstenbatterien gelangen. Die Verletzungen unter der Vesahung sind leicht. . Beim Morgengrauen wurde der feindliche Geleitzug auch noch von unserer Luftwaffe angegriffen, die mit den gegnerischen Jägern in Kampf geriet und ein Flugzeug vom Typ Gloucester traf. In Rordafrika hat unsere Luftwaffe Fuka, Maaten Bagush, Barackenlager in Marfa Malruk und in El Daba, die Luftstützpunkte von Hamman (wesllich von Alexandria), Helwan (südlich von Kairo) und den Flotkenstühpunkl von Alexan- d r i a bombardiert. Ueberall sind positive Ergebnisse trotz der lebhaften feindlichen Flakartillerie erzielt worden. Die feindliche Luftwaffe hat gegen unsere Truppen Angriffe durchgeführt, wobei es einige Verwundete gab. Außerdem wurden von ihr zwei deutlich gekennzeichnete Feldlazarette In der Gegend von Ugbug angegriffen, wobei acht Insassen verletzt wurden. In O st a f r i k a überraschte bei Ciboi (Kenia) eine unserer Patrouillen feindliche motorisierte Abteilungen und schlug sie in die Flucht. Unsere Flieger bom- bardierten die Hafenanlagen von Aden, einige Last- krastwagen bei Lokilang (Senia) und die befestigten Stellungen sowie den Flughafen von Garisfa, wobei zwei feindliche Flugzeuge am Boden zerstört und ein Jagdflugzeug im Kampf abgeschossen wurde. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Die feindliche Luftwaffe griff Aiscia, Gura, De- comere und Masfaua erfolglos an, ferner Kassala, wobei es einen Verwundeten gab, und Asmara, wo drei verwundete zu beklagen sind und leichter Sachschaden entstand. Handelstor zwischen drei Kontinenten. Schon vor dem Weltkriege und auch in den Jahren danach war der Handel zwischen Deutschland und der Iberischen Halbinsel, namentlich mit Spanien außerordentlich stark. Die Iberische Halbinsel mit ihren zahlreichen Häfen fungierte nicht nur als Tor Europas zur Neuen Welt, andern sie vervollständigte auch die wirtschaftlichen Verbindungen mit Afrika, das durch die europäische Kolonisation und die dadurch heroor- gerufene Steigerung von Ausfuhr- und Bedarfsartikeln namentlich in den letzten 3af)ren sich immer stärker in den Güteraustausch der Kontinente oinschaltete. Darüber hinaus war Spanien mit Portugal der wesentliche Kommissionär zwischen den mitteleuropäischen Staaten und Südamerika, wobei nicht nur der Seeweg, sondern auch der Luftweg mit den verschiedenen ständigen Luftver- dindungen eine große Rolle spielte. Diese sehr lebhaften und ertragreichen Handelsbeziehungen fanden leider in den Bürgerkriegsjahren Spaniens starke Begrenzungen, doch konnte damals Portugal noch einen großen Teil der Aus taufchgu ter im Zwischenhandel übernehmen. Völlig zum Stillstand kam darauf dieser mittel-südwesteuropaische Handel mit der Ueberleitung zum afrikanischen und amerikanischen Kontinent bei Ausbruch dieses Krieges, nachdem der Landweg über Frankreich ver- sperrt war und sich die Einschaltung Italiens als Mittelsmann während der nichtkriegführenden Pe- riode nur im begrenzten Umfange ermöglichen ließ. Inzwischen hat sich die handelspolitische Situation in Richtung Süd Westeuropa wieder wesentlich geändert, da Frankreich als kriegführender Staat auf Seiten Englands ausgeschieden ist. Wenn auch die Verkehrswege durch Frankreich infolge der Kriegsauswirkungen und durch den Rücktransport der Hunderttausende von Flüchtlingen noch mancherlei zu wünschen übrig lassen, so arbeitet man Zahlreiche neue Brände in London. Treffer in Anlagen der Rüstungsindustrie, Truppenlagern und Flugplätzen. Der Führer empfing Laval zu einer Besprechung in Beigem Aibbenlrovs. In Frankreich, 22. Oktober. (DRV.) Während eines Aufenthaltes in Frankreich empfing der Führer den Vizepräsidenten des französischen Ministerrates Laval. Bei der Besprechung war Reichsminifier des Auswärtigen v. Ribbentrop zugegen. Erfolgloser Angriffsversuch auf deutsche Handelsschiffe im Kanal. Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Udr desBormittaas enAemen^Breifci Anzeigenteil 7 Rvt. te mm bei 22 mm Beilenbreite» Wertteil 50 Rvi. ie mm bei 70 mm Mlenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengensiatfel 8 Plabvorschrift a'lder".'ln-eiaen'TheodorKsimm«»! P! N*.6 Gießen (Friedrichstraße 51), den 23. Oktober 1940. 03575 Nach Wochen der Ungewißheit und des Hoffens erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß unser geliebter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Im Alter von 24 Jahren bei Luftkämpfen7 über England sein Leben für Führer und Vaterland gelassen hat Im Namen der Familie: Helene Kipper, geb. Rinke. Jost Wennemar Kipper Oberleutnant der Luftwaffe Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse Empfehlungen Gelbfleischige Wetterauer Winter KartoHelo liefere dauernd jedes Quantum frei Keller. Bestellung. Samstags auf d. Markt nach 11 Uhr, oder Gießen Wetzsteinstr. 6 v. Ernst Köhler Bettenhansen über Lich. lmn» Telefon Lich 383. Kauf sie bei Franz VofiUEo. Gießen Seltersweg 44 Goethestraße 32 Ruf 2464 Am Sonntagmorgen verschied sanft nach kurzer Krankheit mein । lieber, herzensguter Mann, unser überaus besorgter Vater, Schwiegervater und Großvater Philipp Kröck Werkmeister i.R. im Alter von 72 Jahren. In tiefer Trauer: Margarete Kröck, geb. Wehrum Familie Ferdinand Jung w Familie Heinrich Steinmüller. Gießen (Günthersgraben 19 u. 5), den 22. Oktober 1940. Die Beerdigung fand auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt - Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. ____________________________________________________________________03569 Bekanntmachung. Wandergewerbescheine, Hausiererlaubnisscheine und Legitimationskartsn gelten jeweils nur für das laufende Kalenderjahr. Zu Beginn des neuen Jahres häufen sich die Anträge meistens derart, daß sich die Ausfertigung der neuen Ausweise verzögert Es ist daher zu empfehlen, schon jetzt die Anträge auf Neuerteilung der Scheine zu stellen. Nur bei rechtzeitiger AntlAgstellung kann Gewähr dafür übernommen werden, daß die Scheine bei Gebrauch zur Verfügung stehen. Hierbei wird besonders darauf hingewiesen, daß Anträge auf Erteilung von Wandergewerbescheinen oder Stadthausiererlaubnis- sck,einen von den zuständigen Polizeirevieren der Slardt Gießen nur entgegengenommen werden, wenn der Antragsteller durch Vorlage einer Bescheinigung nachweisen kann, daß das für ihn zuständige Arbeitsamt gegen die Erteilung eines solchen Scheines Bedenken nicht zu erheben hat 4761D Gießen, den 16. Oktober 1940. Der Polizeidirektor. _________I-V.: Hellwege Emden. Bete.: Die Dürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger ufro. Bekanntmachung. Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer für seine Arbeitnehmer haftet. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsoerfahren beigetrieben. 47550 Gießen, den 18. Oktober 1940. Der Oberbürgermeister: R i 11 e r. Wir stellen noch: 14762d eine Sleiwihpistln auch Anfängerin, und zwei Frauen für alle vorkommenden Lagerarbeiter: ein. Schriftliche Bewerbung oder persönl. Vorstellung bei Firma Carl Küchel Nachfolger Gießen, Hindenburgwall 10. I Mietgesuche [ 4-5-Zi(DiD.-Wohn. in guter Lage, Ofen- od. Sammelheizung mit Nebengelaß,Bad Sveisekammer, Mansarde, von ölt. Ehepaar sofort oder später gesucht. Schr.Angeb.unt. 4763O a.d.G.A. Bekanntmachung. Die Ausgabe der für die Monate Oktober bis Dezember 1940 gültigen Zufahseifenkarteu für Kinder bis zu 2 Jahren und bis zu 8 Jahren erfolgt durch die Vezirksgeschaflsftellen am: Donnerstag, dem 24. Oktober 1940, von 8 bis 12 und 3 bis 6 Ahr, Freitag, dem 25. Oktober 1940, von 8 bis 12 und 3 bis 6 Ahr, Samstag, dem 26. Oktober 1940, von 8 bis 12 Uhr gegen Vorlage der Lebensmittelpersonalausweise. Die Zusatzseifenkartbn für Aerzte und firanfen- pflegeperfonal auf Zimmer 1. 4756C Gießen, den 22. Oktober 1940. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. — Wirtschaftsamt. — I. D.: Nicolaus. AelteresEhepaar sucht eine 2-h.-Mog. mit Küche evtl. 3 Zimmer. Zu erfr. i. d. Ge- schastsst. d.G.A. Student mit sauberem Hund sucht zum 1. 11. oiill. iimmei. Schr. Ang. unt. 03564 a. d.G.A. KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werben von Tarnenden beaditet unv gelei-'n. Wohnungstausch! Schöne 5-Zi«mhiiuDg 'Mietpreis 50 Mk. gegen UZi'iw Wohnung zu tauschen ges. Schr. Ang. unt. 03576 a.d.G.A. Junge Frau zum Austragen von Zeitungen sofort gesucht. Magien Gießener Anzeigers 4760D | Vermietungen 4-Ziiiifflerwolimg (4. Stck., Mans.) zu vermieten an ruhige Leute, die Hausarbeit übernehmen. Schr. Ang. unt. 03572 a. d. G. A. Stellengesuche Konlnrislin sucht Stellung in größer. Betrieb. Schrift!. Angeb. unter 03574 an den Gieß. Anz. IVerkäufe Billard Dkarke,, Primus" Marmorvlatte zu verkauf. 03O78 Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Greß. Anz. w, MlroniiielP zu verkaufen. Hermann Wagner, Odenbausen/L.9 Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Kaufgesuche WL kaufen gebrauchte möfil.neuwertifie hllwagei gegen Barzahlung Opel, Hießen Rui 2847/48. I Verschiedenes! Am 26. 9. Ecke Frankfurter- — Friedrichstraße einen braunen lilMhauttii verloren. Geg. Belohnung abzugeben unter 4759P a.d.G.A. Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache Dletet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus führungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen BrühPsche Druckerei. Schulstr. 7. Ruf 2251 Sonntag, 27. Okt., nachm. 4 Uhr Schüler-Konzert mit Schubert-Feier bei Cläre Schlesier-Altmann Goethestraße 68 — Eintritt frei Rundeisen kaust «Mv Wilh. Klein,Darmstadt Elisabethenstraße 68. Stadttheater Mittwoch 19.00—22.00 Uhr 6. Mittwoch-Miete Neuinszenierung! WdmsiHM Schauspiel in 5 Aufzügen von Heinrich von Kleist» Preise von RM. 0.60 bis 8.10. 47 '3D 4758 D Die Dewscbe Arbeitsfront NSG. „Kraft M Freude1 Kreisdienststelle Wetterau Mein (jeSckäjt ist alt kaute unedel geo^net und bringt entzückende Neuheiten: Knirpse und Sportschirme Ausführung sämtlicher Reparaturen < Scht- 4fahn (faßen, ^ckuUti. 5 Im Stadttheater Giefeen Samstag, den 26. Oktober, 19 Uhr 3. Theater-Veranstaltung im 16er-Ring Montag, den 28. Oktober, 19 Uhr 2. Theater-Veranstaltung im 8er-Ring Zur Aufführung gelangt an den beiden Tagen das Schauspiel von Kleist: Das Käthchen von Heilbronn Kartenausgabe in der Karten Verkaufsstelle Seltersweg 60. (ve^D Mehr Freude an der Natur iM lemöMcta! 001 •ÜRO-EINWCMTUNGEM Gießen. Bahnhofstraße 767d Mit Heinz Rühntann L Stunden Lädieln . . . Wer möchte nicht dabei sein? n Ein neuer Terra-Film, nach Motiven der gleichnamigen Novelle v. Gottfr. Keller HEINZ RÜHMANN / HERTHA FEILER FRITZ ODEMAR / HILDE SESSAK / HANS STERNBERG / RUD. SCHÜNDLER / ARlBERT WÄSCHER Spielleitung: Helmut Käntner Dieser Film ist wie ein schöner Traum; wir lächeln noch, wenn wir erwachen I NEUESTE WOCHENSCHAU Heute Erstaufführung: LICHTSPIELHAUS Täglich: Hauptfilm 3.90, 5.45 Uhr — Wochenschau 5.15 Uhr 7.45 Uhr letzte Vorstellung. - Sonntag: 3.00, 5.15, 7.45 Uhr Jugend hat Zutritt! Nr. 251 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 23. Oktober M0 17 Geweihe von einem Hirsch weiblichen Rothirsches, der 20 Jahre in einem Zoo- C.K. CHLOR NT Japanische Gastmähler. Don unserem Kp -Äerichterstatter. Tokio, Anfang Oktober. den seidenen flachen Kissen Platz, die in chufeisen- form auf die Tatamis gelegt sind. Man sitzt mit gekreuzten Beinen. Vor jedem Kissen steht ein Lacktischchen, auf dem in einem Lacktablett eine Menge kleiner Schalen aus Lack und Porzellan appetitlich angerichtet sind. Sie sind mit vielen verschiedenen Dingen gefüllt: rohem Fisch, Gürkchen, Meerettich, Radieschen usw. Das ist alles kalt. Run öffnen sich am äußersten Ende des Saales geräuschlos die Schiebetüren, und ein vielstimmiges, freudiges „Ah"! läuft die ganze Länge des Bankettsaales entlang. Fünf bildhübsche Geishas kommen herein. Jede hat eine kleine Porzellanflasche mit Sake (Reiswein) in den chänden. Sie gehen nebeneinander lächelnd durch den Saal, das lange Hufeisen hinauf, an dem über hundert Gäste sitzen, nur Männer. Oben vor dem Gastgeber und dem ihm zunächst sitzenden Gästen knieen sie nieder. Gleich folgen fünf weitere. Die Augen der Gaste begleiten mit Entzücken ihre jugendliche Anmut, ihr strahlendes Lächeln, ihre hübschen Kleider. Immer mehr Mädchen kommen herein. In Wellen zu fünf flattern sie heran, wie Schmetterlinge, und ihre. Kimonos und Obis bllden eine Symphonie von leuchtenden Farben und weiblichem Liebreiz. Sie sind alle zwischen 16 und 20 Jahren. Sie lächeln, sie nicken, sie grüßen, sie knieen nieder und verteilen sich zu beiden Seiten des langen Hufeisens, bis vor jedem Gast solch ein Püppchen sitzt, das gleich lebhaft zu plaudern beginnt, den Wein em« schenkt und sich ganz darauf konzentriert, dem Gast die Stunden so hübsch wie möglich zu machen. Dieses Hereinkommen der Mädchen ist die Ouvertüre jedes japanischen Gastmahls. Die Geishas gehören zu jedem japanischen Fest. Die Frauen bleiben stets zu Hause. Auszugehen und sich zu amüsieren ist ausschließlich Sache der Männer, und zu ihrer Unterhaltung sind diese hübschen Mädchen da. Kellner gibt es nicht. Die Speisen werden von anderen Mädchen gebracht, die für japanischen Geschmack eine Schattierung einfacher sind als die Geishas, manchen aber noch bester gefallen werden, weil sie natürlicher sind als die etwas ge- aber nie ausgelassen. Rach etwa drei Stunden ist das Fest zu Ende und wird mit einer Taste Tee beschlossen. Dann verabschiedet man sich. einzelhandel überlassen, der die Haushaltungen seiner Kunden kennt und dem gewisse Ausweismöglich, feiten eingeräumt sind, wobei ein Zehntel Raum« meter Brennholz als Normalmaß zu gelten hat. In ländlichen Gegenden und Kleinstädten werden grö. ßere Mengen Brennholz zugeteilt. Sparsame Wärmewirtschaft im Hause muß auf vieles Rücksicht nehmen. Wichtig ist die Wahl des zu beheizenden Zimmers. Man wählt natürlich das Zimmer aus, das oben oder unten seitwärts an solche Nachbarräume grenzt, die nach Möglichkeit Wärmeverluste ausschalten, ferner sind Untüchtig- feiten an Düren und Fenstern tunlichst vor Eintritt des Winters zu beseitigen. Schon im Vorjahr hat der Reichsarbeitsminister für bestimmte Haus- und Grundstückseinrichtungen im Sektor der Wärmewirtschaft, also für häusliche und gewerbliche Feuerstätten, einen Prüfzwang ein« geführt. Durch einen neuerlichen Runderlaß ist dieser für Dauerbrandherde aus Stahlblech, eiserne Dauerbrandöfen und Dauerbrandeinsätze erweitert worden. Für solche Feuerungsanlagen tritt der Prüf, zwang allerdings erst in den Jahren 1942 bis 1943 ein. Von da an können solche Oefen und Herde in Räumen, die zum Daueraufenthalt von Menschen bestimmt sind, baupolizeilich nur genehmigt werden, wenn deren Typen vom Prüfungsausschuß für häusliche und kleingewerbliche Feuerungsanlagen und deren Zubehör bei der Arbeitsgemeinschaft für Wärmewirtschaft in Berlin geprüft worden sind. Harles DoMornbrot, das den Zähnen Arbeit gibt, ist ein wertvoller Bundesgenosse der Zahnbürste. Sparsames Heizen. Häusliche Feuerstätten müssen in Ordnung sein. Die Zeit ist gekommen, in der wir den Ofen richttg zu behandeln haben, damit er an kalten Tagen uns keinen Kummer macht und seine Aufgaben als Wärmespender erfüllen kann. Sparsamer Verbrauch von Kohle und Brennholz ist dabei na- tionale Pflicht. Immer wieder hat es sich gezeigt, daß von den Millionen häuslicher Feuerstätten viele nicht in Ordnung oder veraltet sind, wenn der Winter vor der Tür steht, und daß die Oefen deshalb viel mehr Brennstoff verbrauchen als notwendig wäre. Darum muß jetzt jeder Oefen und Herde in Ordnung bringen, wobei ihm das gut durchgebildete Ofensetzerhandwerk hilfreich zur Seite steht. Größere Reparaturen müssen selbstverständlich sehr viel früher in Angriff genommen werden, am besten in den Sommermonaten. Es liegt ohne weiteres auf der Hand, daß in den 24 Millionen Haushaltungen Großdeutschlands nicht im letzten Augenblick vor dem Beginn der kalten Jahreszett großzügige Erneuerungsarbeiten durchgeführt werden können. Wer im Winter eine warme Stube haben will, der muß auch für eine rechte Bedienung des Ofens und Herdes Sorge tragen. Dazu gehören brauchbare Heiz- unfo Kochgeräte. Schlecht gepflegte Oefen, in denen Asche und Ruß abgelagert sind, verbrauchen bei einer Rußschicht von nur 1 Millimeter Dicke bereits 5 v.H. mehr Brennstoff. Eine der hauptsächlichsten Fehlerquellen liegt darin, daß das Feuer entweder zu viel oder zu wenig Luftzufuhr hat. Zuviel Luft strömt durch undichte Stellen ein und bewirkt ein zu schnelles Wegbrennen der Kohle, während bei zu wenig Luftzufuhr die Flamme sich nicht richttg entwickeln kann. Aber diese Mängel lassen sich sehr schnell feststellen und noch schneller durch den Ofensetzer beseitigen. Durch gewissenhafte Einteilung der den Haushaltungen zugeteilten Kohlen, die nicht für oer= schwenderischen, sondern für sparsamen Verbrauch festgesetzt sind, kann sehr viel zur Entlastung des deutschen Transportwesens beigetragen werden. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß nunmehr auch den Großstädten Brennholz zum Anzünden zur Verfügung gestellt wird. Für jeden Berliner Haushalt z.B. ist ein Zehntel Raummeter Holz zum Anfachen des Feuers im Ofen oder Herd vorgesehen. Die richttge Verteilung ist dem Kohlendeckt ist stets in Hufeisenform, einerlei, ob zehn oder hundert Personen anwesend sind. Die Unter» brißgung macht dem Gasthause gor keine Schwierigkeit. Für zehn Personen braucht man einen einzigen Raum. Je nach Anzahl der Gäste werden einfach die Schiebewände zu den angrenzenden Räumen, die alle ganz gleich sind, fortgeschoben, so daß schließlich ein fünfzig Meter langer Saal entsteht. An der einen Längsseite lauft eine hölzerne Veranda entlang, deren Türen, Fenster und Wände bei schönem Wetter ebenfalls zum größten Teil entfernt sind, so daß man, abgesehen vom Dach, beinahe im Freien sitzt, und die blütenschweren Baumzweige des Gartens in den Saal herein- ragen. Der Anblick eines solchen Festsaales mit seinen fröhlichen Menschen, den Blütenzweigen, dem milden gedämpften Licht und den entzückenden Mädchen ist eine Augenweide. Dazu kommen ungezählte Tafelgenüsse. Immerzu erscheinen neue Schüsseln, die einem von zarter Hand auf das Lacktischchen gestellt werden. Messer, Gabeln und Löffel gibt es nicht. Man ißt mit den zwei Holzstäbchen. Auch das will m Japan gelernt sein, ebenso wie das stundenlange Sitzen auf dem Boden, wobei dem Neuling bald die Beine einschlafen, und das Kreuz lahm wird. Man halt die Stäbchen mit drei Fingern einer Hand. Es ist gor nicht so einfach, auf diese Weise einen gebackenen Hummer zu essen oder sich aus einer Suppe ein Stück Aal zu angeln, ohne die Haut oder die Gräten mit in den Mund zu bekommen. kommenden Jahres erscheinen soll, ist jetzt bereits vergriffen. Beispiele dieser Art ließen sich unschwer vermehren. Das lenkt die Unterhaltung ganz von selbst auf die Frage, was überhaupt eben mit Vorliebe verlangt und was voraussichtlich auch im Weihnachtsgeschäft eine gewichtige Rolle spielen wird. Mit großer Einhelligkeit wird uns der neue Roman von Emil Strauß genannt („Lebenstanz"), daneben die Romane von John Knittel, allerdings nicht ohne Schwierigkeiten und im gewünschten Umfange hereinzubekommen, „Die Barrings' nebst der Fort- etzung „Der Enkel", überhaupt der große Familienroman, noch immer „Vom Winde verweht" von der Mitchell, dann die „Hundert Histörchen" von Schäfer, daneben aber auch Ganghofer, Rudolf Herzog und Richard Voß („Zwei Menschen", mit einer enormen Auflaaeziffer.) lieber die Nachfrage nach aktuellem Schrifttum, nach politischen Werken und Kriegsbüchern, sind die Aeußerungen geteilt; hier cheint, aus verschiedenen Gründen, der erste Anturm ein wenig nachgelassen zu haben. Die junge und jüngste Generation interessiert sich selbstverständlich nach wie vor brennend für die gegenwärtigen Dinge, hier stehen Kriegsschilderungen jederzeit sehr hoch im Kurs; Karl May übrigens auch, aber der ist, wie man uns erzählt, gegenwärttg „hoffnungslos vergriffen". In der inzwischen leider eingegangenen Wochenschrift „Deutsche Zukunft" war vor einiger Zeit eine hitzige und durch etliche Nummern sich hin- Vom 27. Oktober bis zum 3. November begehen l wir in ganz Deutschland die Woche des beut« i chen Buches. Dieser Termin, alljährlich und i mch im Kriege wiederkehrend und bereits zu einem eften Kalenderbegriff geworden, war uns Deran- 1 lassung, einen kleinen Rundgang durch etliche Gieße- 1 ner Buckhandlungen zu machen und uns von den < Buchhändlern einiges erzählen zu lassen. Daß sie । ihrerseits den Anlaß begrüßen und wahrnehmen und : beispielsweise ihre Schaufenster mit besonderer i Sorgfalt und Liebe ausschmücken werden, ist selbstverständlich; das ofsizielle Plakat wird mit dem Motto „B u ch und Schwert" die allgemeine Richtung weisen; daneben bleibt der persönlichen Jnittative, eigenen Einfällen und eigener Tchema- wahl für die Gestaltung einer geschmackvollen, den Leser und Bücherfreund anziehenden Auslage reichlich Spielraum^ Natürlich wird auch der Buchhandel dn der vom Goethe-Bunde aus Anlaß der Buchwoche veranstalteten ersten Dichterlesung, die den Staatspreisträger Bruno Brehm an den Vortragstisch bringen wird, lebhaften Anteil nehmen. Ueber den aktuellen Anlaß hinaus war aber auf unserem kleinen Spaziergang durch die Buchläden willkommene Gelegenheit, ein paar allgemeinere Fragen zu stellen und zu erfahren, wie es gegenwärtig im deutschen Buchhandel aus sieht, welche Fragen und Probleme für den Buchhändler wie für den Käufer im Vordergründe des Interesses stehen. Zunächst ist die erfreuliche Tatsache festzustellen, daß die Kriegskünste nicht etwa ein Nachlassen des Geschäftes, der Nachftage nach Büchern und des Lesebeoürfnifses bewirkt haben — ganz im Gegenteil: ein uns vorliegender kleiner Bericht über die Lage des Buchhandels (vom September dieses Jahres) besagt ausdrücklich, daß das Geschäft — von den allerersten Kriegswochen abgesehen — durchaus gut war, das letzte Weihnachtsgeschäft sogar ausgezeichnet, und selbst in den notorisch stillen Sommermonaten war es besser a l s i n früheren Friedensjahren. Nun wird natürlich nicht zu übersehen sein, daß der gesteigerte Absatz nicht ausschließlich auf ein gesteigertes Lesebedürfnis, auf eine Vertiefung des Lebensgefühls und der Lebensansprüche zürückzuführen ist; es ist zu bedenken, daß Bücher eine marken- und bezugscheinfreie Ware sind, und daß mancher den Weg in den Buchladen und zum Buch gefunden hat, der früher fein Geld lieber für andere Sachen ausgab: es ist in diesem Zusammenhänge auch auf den Wegfall oder die Einschränkung mancher Vergnügungen und Unterhaltungsmöglichkeiten, auf die Einziehung des Autos und auf die Verdunkelung aufmerksam gemacht worden. All dies hat sicher mitgespielt; wesentlich ist indessen, daß der Buchhandel hier eine seltene Chance und eine lohnende Aufgabe erkennt: einen möglichst großen Teil der neuen Kunden, die aus der Not eine Tugend machten, bei der Stange zu halten, das heißt, sie zu Bücherkäufern nicht aus Not oder Verlegenheit, sondern aus Freude, aus Ueberzeugung und innerem Bedürfnis zu machen. . Es ist natürlich auch von allerlei Schwierigkeiten die Rede, die durch den Krieg verursacht und unvermeidbar sind. Wir hören z. B. Klagen über Mangel an Personal, an geschulten Fachkräften, an brauchbarem, jungem Nachwuchs; es gibt ferner, was nicht ausbleiben kann, gewisse Lieferschwierigkeiten, was übrigens weniger auf eine Papierersparnis zurückzuführen ist als auf den Umstand vor allem, daß die Buchbindereien, wiederum infolge des erwähnten Mangels an Arbeitskräften, den sehr gesteigerten Bedarf nicht so schnell zu befriedigen vermögen, wie es — zumal jetzt, im Hinblick auf Weihnachten — wohl wünschenswert wäre. Der Buchhändler muß sehr zeitig und sehr überleat disponieren; man muß in manchen Fällen 100 Exemplare eines Werkes bestellen, wenn man damit rechnen will, 25 geliefert zu kriegen. Es kann aber auch passieren, daß statt der gewünschten hundert Jnselbändchen nur deren fun ankommen. Ein anderes sprechendes Beispiel in . diesem Zusammenhang: die neue Auflage des großen Wilhelm-Busch-Albums, die im Februar des Eine Sammlung von Geweih ab würfen eines Rothirsches wurde in einer Jagd- und Geweih-Aus» stellung in Kassel gezeigt und fand viel Beachtung. Sie umfaßte 17 Jahrgänge, vom ersten Spießgeweih bis zum Sechzehnender, die wohlgeordnet nebeneinander^ standen, der letzte war schäbekecht, die anderen waren auf Kunstschädeln aufmontiert Es war sehr interessant, schreibt Forstmeifter Rörig in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau", an diesem seltenen Material den schrittweisen Aufbau und die Weiterentwicklung der Geweihstangen zu beobachten. Die typische Form kehrte in jedem Jahre wieder, nur die beiden letzten Jahre ließen deutlich einige Krümmungen der sonst stark aufftrebenben Stangen erkennen, was als Alterserscheinung zu deuten war. Der Hirsch, der mindestens ein Alter von 18 Jahren erreicht haben muß, befand sich ständig in einem Wildgatter. Der Geweihabwurf findet, wie man in Zoologischen Gärten beobachtet hat, in jedem folgenden Jahr fast an demselben Tag statt, und in diesem Fall konnte so der Augenblick des Abfalls einer Stange selbst beobachtet werden, während der Hirsch unruhig in Erwartung eines mitgebrachten Leckerbissens sich in seinem Gatter bewegte. Das Tier war durch den plötzlichen Verlust eines Teils seines Kopfschmucks so nieberge« drückt, daß es die sonst heiß begehrten Zuckererbsen- schalen nicht mehr in Empfang nahm. An dem durch den Abfall der Stange entblößten Teil des Stim- zapfens zeigte sich sogleich ein blutender Ring, der den Aufbau des neuen Geweihes einleitete. Handelte es sich hier um einen Hirsch, der wenigstens 18 Jahre alt geworden mar, so hat man doch schon Tiere beobachtet, die ein noch höheres Alter erreichten. In der Skelettsammlung des Museums der Senckenbergischen - Naturforschenden Gesellschaft zu Umschau und Umfrage beim Buchhändler Zur kommenden Woche des deutschen Buches. ziehende Diskussion über das Thema entbrannt: was wollen unsere Soldaten lesen, was soll man ins Feld schicken? Diese Frage spitzte sich allmählich auf die Alternative: Ernstes ober Heiteres? zu, und nach unfern persönlichen Erfahrungen im Kriege, wie nach ben Aussagen der Buchhändler, die es ja wissen müssen, scheint uns das Heitere hier zum mindesten in der Mehrzahl der Fälle das Richtige zu sein. Der Begriff ist übrigens keineswegs so eng begrenzt, wie es auf den ersten Blick scheinen mag; was heiter ist, braucht noch lange nicht flach zu sein. Andererseits leuchtet es ein, daß man einem Landser, der in Polen, in Norwegen und an der Maginotlinie vorne dran und mit dabei war, nicht gerade ein Kriegsbuch zum Geburtstag schicken wird. Die deutschen Verlage und der deutsche Buchhandel haben hier erfreulich vorgesorgt und halten gerade an handlichen Feldausgaben und für Feldpostfen« düngen eine Menge guter und brauchbarer Dinge bereit, die auch äußerlich — was den Preis, die Verpackung, das Gewicht und das Format betrifft — den Anforderungen gerecht werden. (Gerade Gewicht und Format eines Buches spielen für die Wahl des Soldaten, der stets feine ganze Habe mit sich schleppen muß, eine nicht gering zu schätzende Rolle.) — Dies ist eine kleine Auswahl, beileibe nicht alles, von dem, was man bedenkt und zu hören bekommt, wenn man, in Erwartung der Buchwoche, einen kleinen Spaziergang durch die Buchhandlungen macht. — r — Die meisten Bissen taucht man noch, bevor man sie zum Munde führt, in ein Schälchen mit brauner Schoju-Tunke, wobei sie dem Neuling oft ben Schabernack spielen, sich unterwegs selbstänbig zu machen unb statt auf ber Zunge auf ber Rockklappe zu lanben, Servietten gibt es nicht. Aber solche kleinen Mißgeschicke begegnen in Japan nur liebenswürdigster Nachsicht, und wem sie passieren, fühlt sich keinen Augenblick bedrückt, sondern von so viel herzenswarmer Gastlichkeit unb Fröhlichkeit umgeben, daß man sie weniger ernst nimmt --------- • • ■ - als irgendwo sonst, obwohl Japan das Land der Frankfurt a. M. beftndet sich der Schckbel eines formvollendeten Etikette ist. weiblichen Rothirsches der 20 Wem einem Zoo. Während des Mahles werden Pausen eingelegt, logischen Garten gelebt hatte. Nach andern Anin denen die Mäb^ Musik machen und Tänze gaben kann der Rothirsch sogar em Alter von 39 aufführen. Die Stimmung wird sehr beschwingt, Jahren erreichen. c- K. Aus der Stadt Gießen. Maidenarbeit im Herbst. Vor einigen Wochen erst haben die Lager des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend die neuen Arbeitsmaiden ausgenommen, hat das Lager ein neues Gesicht erhalten und — ist doch das gleiche geblieben. Wieder tönt morgens in aller Frühe der Gong, wieder stürmen die Arbeitsmaiden zum Frühsport aus den Schlaffälen, spritzen sich übermütig beim Waschen und bauen sauber ausgerichtet ihre Betten. Die gleiche Fahne steigt am Morgen in den klaren Herbsthimmel, und der Fahnenspruch weist jeder Arbeitsmaid Richtung dieses Tages. Und wie die gleichen frohen Lieder in den Morgen klingen, so gehen oder fahren eine halbe Stunde später die Arbeitsmaiden in den leuchtend blauen Kleidern und den roten Kopftüchern zu ihren Bauern — grab, als wäre es nie anbers gewesen. Dabei kommen sie doch alle aus einem ganz anberen Leben, aus einer ganz anderen Arbeit unb sind erst wenige Wochen zusammen. Wohl steht manche zuerst etwas ratlos vor ber Futterküche ober dem Kochtopf — ober gar vor bem weiten Feld mit ben enblos fcheinenben Furchen, die reihauf und reihab die reifen Kartoffelstauden tragen. Aber sie gehen tapfer hinter dem Kartoffelroder her, der die Furchen aufreißt unb die frischen Kartoffeln freilegt. Eifrig werden sie in die Körbe gesammelt, und wenn der Rücken auch schmerzt und man meint, die Reihe hätte kein Ende — es wird durchgehalten! Nicht überall geht der Kartoffelflug über das Feld. Da müssen die Früchte mühsam mit ber Kurzhacke geerntet werden. So ungewohnt die Arbeit auch ist, ein frohes Gesicht unb ber gute Wille schaffen es doch. Wie oft steht die Bäuerin allein vor so einem großen Feld — da ist eben jede Kraft nötig. Und dieses Bewußtsein des unbedingten Gebrauchtwerdens gibt fo viel Schwung und Freude, daß am Abend im Lager der schmerzende Rücken vergessen ist. Man ist stolz und glücklich über die geleistete Arbeit. Oder, ist es vielleicht einfach, im kalten Herbstwind, im Regen oder Schnee auf den Rübenfeldern die Runkeln abzuklopfen, nachdem sie vorher von der klebrigen, feuchten Erde befreit worden sind? Dann ist noch bas Einlegen ber großen Mieten, die den Wintervorrat an Kartoffeln und Rüben bergen, und die sehr sorgfältig angelegt werden müssen. Da rechnet ber Dauer — ober wenn er im Felde ist, die Bäuerin — fest mit der Hilfe ber Arbeitsmaiden, unb jebe einzelne tut ihr Bestes, um nicht zu versagen. Liegt dock die Dringlichkeit der Arbeit selten so deutlich vor Augen wie in dieser Zeit, da ein neuer Kriegswinter vor der Türe steht unb die letzten Früchte geerntet werden müßen. Dornotize«. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Das Käthchen von Heilbvsrm". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Verklungene Melodie". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kleider machen Leute". Sladtthealer Gießen. Am heutigen Mittwoch kommt in neuer Inszenierung das Schauspiel von Kleist „Das Kächchen von Hettbronn" zum ersten Male zur Aufführung. Spielleitung: Hansjoachim Büttner. Bühnenbild: Karl Löffler. In den Hauptrollen wirken mit: Anneliese Garbe, Hilde Heinrich, Hella Henzky, Hannelore Hinkel, Rose Stirl; Hansjoachim Büttner, Hans Eaninenberg, Joachim Ernst, Gert Geiger, Hans Geißler, Siegfried Lowitz, Karl Dolck. 6. Mittwoch- Miete. Ortszeit für den 24. Oktober. Sonnenaufgang: 8.07 Uhr, Sonnenuntergang: 18.11 Uhr. — Monduntergang: 14.45 Uhr, Mondaufgang: 0.49 Uhr. Das Goldene Treudienstehrenzeichen verliehen. Dem Lokomotivführer Heinrich Eckhardt beim Bahnhof Gießen, Wetzlarer Weg 51 wohnhaft, wurde vorn Führer für 40jährige treue Dienstzeit das goldene Treudienst-Ehrenzeichen verliehen. Dem verdienten Beamten wurde die Auszeichnung vom Leiter seiner Dienststelle feierlich überreicht. Im Zuge ber augenblicklichen allgemeinen Spar- beroegung sind auch bem japanischen Gastwirtsge- werbe Höchstpreise vorgeschrieben worbew Sie sind so gering bemessen, daß kostspielige Gastmahler künftighin kaum mehr werden veranstaltet werden können. Bei einem solchen Gastmahl, mie• J5 ™ normalen Zeiten in Japan Brauch ist, kostet bas einzelne Gedeck an die'50 Pen, (RM. 30,—). Nicht nur durch diesen Preis, sondern auch durch alles übrige unterscheidet sich em lapamsches Festmah so sehr von einem europäischen, daß em Verlauf hier kurz geschildert sei. An der Schwelle des Gasthauses zieht man zu- näcktt die Sckuhe aus. Darum vor allem bei einer japanischen Einladung: tadellose Strümpft. Der Fußboden aller Jnnenräume besteht aus Elchen, Hellen Strohmatten, ben sogenannten Tanami. M Stiefeln auf die zarten Tatamis zu treten, lst ge radezu unangenehm. Man hat i»° Empstndung, ihnen weh zu tun. Darum geht man “f fen, wobei wir Europäer uns allerdings immer komisch vorkommen. Wir merken erst m 3apan, wie 'Lenswichtig die Absätze sur uns-r- Wurde fintiima unb Autorität sind. Das geht unieren s. °ber auch den Herren der Schöpfung geht er nicht besser. - Rur °uon°hmswe.st st ach der Einladung zu e.nem lapamschen Bankett em besonderer Anzug vermerkt Jr! der R-^et man kommen, wie man will. Das 1 beim im Frack ober Smoking fühlt man sich u g-müllich da man ja rncht vor T.fchen und ach Stühlen sondern auf dem Fußboden ich - SS Abendanzug stillos w.rkt und bald ..rtnnUhnT* Eine Bankettemladung lautet zumeist a^ 18 Uhr. Man braucht nicht punkt- fiA m fein denn der Gastgeber erwartet s-me Gaste im SHebenSpal, wo Cocktails gereicht ween.r^ “5 puppenhaften Geishas. Auch die Speisen- wo man rauschend und plaudernd noch eme St trägerinnen setzen sich plaubernb bei ben Gästen umhersteht,! -he man zu Tstchf g-ht., L- W nieder. Sie sind etwas weniger elegant angezogen !ch°n r°chNungr,g, weun^Gastgeber^um^ 1^. <*er W minder hübsch. - G°- 3000Kilometer Liebe Noman von Otly Boeheim 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Weißt bu, Peter", sagte Anni leise, „so muß die Welt am Schöpfungstage ausgesehen halben. Himmel, Erde und Meer eine einzige graue Unendlich, fett, und dann der erste Sonnenstrahl, das Lächeln Gattes." # „Ja", sagte Peter nach einer langen Pause, „wenn man so etwas sieht, Anni: ist es dann nicht ganz gleichgültig, ob man Geld in der Tasche hat oder nicht? Soll uns dieses Glück etwa Herr Ohlsen. ein säumiger Zahler aus Stockholm nehmen?" „Dieses Glück kann uns keiner nehmen", erwiderte Anni leise, und sie dachte an die Mondnacht in der singenden Stadt und an zwei warme zärtliche Lippen. Sie nahm die Kappe ab und ließ den Wind in ihren rotblonden Haaren spielen. Er kam vom Süden, war weich und zärtlich und streichelte die ersten Primeln und blassen Dellchen des Nordens wach. „Peter", sagte Anni in einem jäh aufwalle n- den Gefühl von Dankbarkeit, „du bist ein lieber Kerl; diese Reise verdanke ich doch dir." Peter trat den Gashebel tiefer als nötig, um seine glückliche Verlegenheit zu verbergen. Onkel Franz tat einen entsetzten Sprung, daß Anni fast hintenüber fiel. Sie sahen sich beide an und lachten. „Aber das Beste kommt erst", schrie Peter ins Dröhnen des Motors hinein, „das Frühstück!" Er hatte nicht zu viel versprochen. Das kalte Büfett in Malmö übertraf ihre kühnsten Erwartungen. „Das reicht für den ganzen Tag", sagte Peter, „roir können unseren Proviant zum Abend auf- heben." „Meine schlanke Linie!" stöhnte Anni. „Vergiß nicht, daß wir bald hungernd und frierend am Straßenrand stehen werden", ulkte Peter. „Da die Bank erst um neun Uhr öffnet, müssen wir mindestens noch eine halbe Stunde weiter essen." Nachdem Peter unvorstellbare Mengen von Salaten, kaltem Fleisch und Pasteten vertilgt hatte, war es endlich Zeit, auf die Bank zu gehen. Nack kurzer Zeit erschien er wieder mit hochrotem Kops. „Gott sei Dank!" schrie er der etwas bedrückt wartenden Anni entgegen. „Also hat Ohlsen geschickt?" rief sie erleichtert. „Im Gegenteil", erklärte Peter. „Und da sagst du Gott sei Dank?" „Natürlich! Gott sei Dank, daß ich hierher gefahren bin, um dem faulen Kunden persönlich auf die Pelle zu rücken." „Das nenne ich Optimismus", sagte Anni überwältigt. „Und was machen wir jetzt? ' „Wir fahren nach Stockholm." „Womit?" „Mit Onkel Franz natürlich." „Und das Benzin?" „Wird getankt —" „Und dös Geld dazu?" „Ach, Anni, du Kleingläubige! Hindernisse sind dazu da, um genommen zu werden; sonst hätten sie doch gar keinen Sinn im Weltganzen." „Du bist ein Philosoph!" „3mmer gewesen", sagte Peter und kramte in den Taschen, um das Frühstück zu bezahlen. Dann machten sie gemeinsamen Kassensturz. „Wenn wir zelten und einen Klappennabob finden, dann halten wir glänzend durch bis Stockholm", erklärte Peter. „Die Hauptsache ist, wir sind vorläufig satt, denn wir haben gefrühstückt wie Karl der Dicke." Weiter ging die Fahrt am Meer entlang. Peter Renz äugte nach rechts und links, aber es fiel kein Mitfahrer, der sich am Benzin beteiligen wollte, vom Himmel. „Mach doch einen Zettel an", rief Anni, „die Schweden sind vielleicht etwas schwerfällig und getrauen sich nicht, einen ausländischen Wagen an» zubalten." Peter nickte eifrig. Glänzende 5bee! Gewiß gehörte Mut und Entschlossenheit dazu einen Wagen wie Onkel Franz zu besteigen. In Bjärred lenkte Peter den Wagen, der vor Eifer dampfte und rauchte, unter eine Allee von zartgrünen Buchen. Anita hatte sich in den Kopf gesetzt, zu schwimmen, und ging den schmalen, fangen Seesteg entlang, der zur Badeanstalt führte. Die Anstalt selbst war Es handelt sich hier um die Stells, die vom Reichs- arbeitsminifter anerkannt worden ist. Bei der Durchführung von Maßnahmen, die hieraus resultieren, dürste das Ofensetzerhandwerk herangezogen werden. Schließlich sind auch für den Anschluß der Feuerstätten an die Schornsteine neue Bau-, Güte« und Prüfbestimmungen herausgegeben, deren Be- auffichtigung zu den Aufgaben des Schornsteinfeger- Handwerks gehören wird. Me Mtt d MMrml Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswallung Wetterau, Gießen, gibt nachstehend die Sprechzeiten des Kreisobmannes und der einzelnen Abteilungen be» kanut. Diese Sprechzeiten sind von den Volksgenossen einzuhalten, da Abfertigung außerhalb der vorgesehenen Sprechzeiten nur nach telephonischer Rücksprache erfolgen kann. Die Sprechzeiten sind: Für Kreisobmann und Fachabteilungswalter: freitags von 9 bis 13 Uhr, samstags von 8 bis 13 Uhr; Verwaltungsstelle: täglich von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr; Rechtsberatungsstelle: montags von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von .9 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr, freitags von 9 bis 13 Uhr; Abt. Berufserziehung: täglich von 8 bis 13 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr (Samstag nur von 8 bis 13 Uhr). 4700D Wer will Marineoffizier werden? Schüler höherer oder diesen gleichzuachtenden Lehranstalten, welche zu Ostern 1941 in die 8. Klasse versetzt werden, können sich sofort als Bewerber für die Seeoffizier- und Jnäenieuroffizierslausbahn der Kriegsmarine melden. Auskunft erteilen die Marineoffiziere bei den zuständigen Wehrbezirkskommandos. Vordrucke für die Anmeldung überfenbet die Inspektion des Bildungswesens, Kiel, Annahmestelle, die auch zu weitergehenden Auskünften bereit ist. Angenommene Bewerber erhalten das Reifezeugnis, wenn die zuständige Schulbehörde Führung und Leistung als ausreichend anerkennt. Gießener Schlachtviehmartt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Diehver- steigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 35,5 bis 45 Rpf., Bullen 28 bis 49,5, Kühe 17 bis 43,5, Färsen 40 bis 44,5, Kälber 35 bis 57, Schafe 20 bis 45 Rpf. je % kg Lebendgewicht, Ziegen 18 bis 26 RM. pro Stück. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,14 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 bis 135,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg 1,08, d (80 bis 99,5 kg) 1,02, e bis f (unter 80 kg) 0,98, gl (fette Specksauen) 1,14, i (Altschneider) 1,12, g2 (andere Sauen) 1,02, h (Eber) 1,02 RM. Markt- verlauf: Austrieb gut, alles zugeteilt. Obevhessischer Gebirgsverein, Zweigverein Gießen. 40 Dcmderfrsunde des Oberhessischen OebirasDer- eins, Zweigoerein Gießen, trafen sich am Sonntag zu der Oktober-Wanderung. Dem alten Steinbacher Weg nach ging's durch Den herbstlich gefärbten Wald. Bald schien die Sonne durch bas bunte Laub und verhieß einen schönen Tag. Nach Passie- ren des Forsthauses und des Hochwart-Berges man- berte man auf einsamen Walbwegen burch den Fernewald. Stets wechselnde Partien des farbenprächtigen Waldes erfreuten bas Auge. In ber Straßenwirtschaft Ganseburg wurde kurze Einkehr gehalten. Durch Felber, später am Waldranbe entlang, ging es bann zum Enbziel Großen-Buseck. Ein Teil der Wanderkameraben ließ es sich nicht nehmen, nach ausreichender Rast über Alten-Buseck und ben Hangelstein zur Straßenbahn in Wieseck zu roanbem unb bamit ben Tag bis zur Neige auszukosten. ♦ ** Mit dem Schutzwall-Ehrenzeichen ausgezeichnet. Der Führer hat dem Telegraphenarbeiter Heinrich Schnegelsberg aus Großen-Buseck für verdienstvolle Arbeit zum Schutze Deutschlands bas Deutsche Schutzwall-Ehren- zeichen verliehen. Die Auszeichnung wurde ihm in feierlicher Form unter gleichzeitiger Anerkennung des (Sonderbeauftragten für ben Westausbau und Aussprache ber Glückwünsche des Präsidenten der Reichspoftdirektion überreicht. । Wafserstand soweit gesunken feht wird, um die Bergung der Karpfenernte durch erfahrene Fischer Amtsgericht Gießen durchführen zu können. Der Karpfenfang wird von ber Stadt an die Gießener Fischgeschäfte zur Ab- gabe an die Verbraucherschaft überlassen. ♦ ** Gemeinschaftsfeier mtt Italleni- chen Arbeitskameraden. Am kommenden Sonntagnachmittaa veranstaltet die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, im „Burghof" eine ©e» meinfchaftsfeier mit den in Gießen tätigen italieni« chen Arbeitskameraden. Die Veranstaltung soll zugleich Erinnerungsfeier des faschistifchen „Marsches auf Rom fein. Theaterring ber KbF. Am Samstag, 26. Oktober, finbet bie 3. Vorstellung im 16er-Ring, und am Montag, 28. Oktober, die 2. Vorstellung im 8er-Ring statt. Beide Male kommt Kleists Schau- piel ,Käthchen von Heilbronn" zur Aufführung. Die Vorstellungen beginnen wegen ber längeren Spieldauer bereits um 19 Uhr. ** Eine Ehrung kinderreicher Familien wird der Reichsbund Deutsche Familie, Kreisgruppe Gießen, am nächsten Sonntagnachmittag in einer Feier in der Großen Aula der Universität vornehmen. Kreisleiter Backhaus wird dabei mit einer Ansprache den kinderreichen Eltern die verliehenen Ehrenbücher überreichen. Instrumentale, deklamatorische und gesangliche Darbietungen der Spielschar des Bannes 116 der HI. und der Jugendgruppe der Frauenschaft werden die Feier- tunde bereichern. ** Eine reiche Karpfenernte erhofft man sich am nächsten Freitag und Samstag von dem Abfischen des Karpfenteichs an der Schlageter- Anlage. Das Wasser des Teiches läuft bereits seit einigen Tagen ab, sodaß bis zum Wochenende der Soziale Verbesserungen In Anerkennung der Bedeutung der Berufserziehungsarbeit gewährt die Deutsche Reichsbahn auf Antrag des Fachamtes der DAF. „Energie — Verkehr — Verwaltung" solchen Reichsbahnarbeitern, die an einem Derufserziehungslehrgang allgemein fachlicher Art des Fachamtes teilnehmen, Freifahrt ohne Anrechnung. Die Teilnahme an den Lehrgängen und Kursen muß durch eine Bescheinigung der zuständigen Gaufachgruppe Reichsbahn nachgewiesen werden. Um den vollbeschäftigten weiblichen Gefolgschaftsmitgliedern, die einen eigenen Haushalt und Angehörige, besonders Kinder unter 14 Jahren zu versorgen haben, Gelegenheit zu geben, auch ihre häuslichen Aufgaben zu erfüllen, kann ihnen auf Wunsch Dienftbefreiung an zwei Werktagen im Monat, oder in der Woche an zwei Tagen eine verkürzte Arbeitszeit gewährt werden. Für die weiblichen Ge- folgfchastsmitglieder, die unter die Dienftdauervor- schriften fallen, sollen die Dienstpläne so gestaltet werden, daß von den planmäßigen Ruhetagen im Zeitraum von vier Wochen zwei Ruhetage von mindestens 32 Stunden auf Werktage fallen. Außerdem Ein Mann in Gießen-Klein-Linden hatte einen Strafbefehl über 25,— RM. erhalten. Er war beschuldigt, am 27. Januar beim Einfahren mit einem Personenkraftwagen in die Neuen Säue, von der Sonnenstraße kommend, die Linkskurve geschnitten zu haben, sodaß er mit einem anderen Personenkraftwagen zusammenstieß, an dem einiger Sachschaden entstand. Gegen den Sttafbefehl hatte er Einspruch eingelegt In der Hauptverhandlung wurde eine gewisse Mitschuld des anderen Fahrers festgestellt und auf eine Geldstrafe von 5,— RM. erkannt. Strafkammer Gießen. Die Geschwister Max T. und Betty T. in Friedberg waren angeklagt, sick im Jahre 1939 als Geschwister der Blutschande schuldig gemacht zu haben. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurden Max T. zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr, Betty T. zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt Das Geständnis und die seitherige Unbestraftheit der Angeklagten wirkten strafmildernd. im Reichsbchndiensl. ist verfügt, daß weiblichen Gefolgschastsmitgliedern, deren Männer nach Beendigung des Kriegsdienstes in die Heimat entlassen werden, ein Urlaub von drei bis vier Wochentagen aus Anlaß der Rückkehr des Ehemannes zu gewähren ist, wenn es die dienstlichen Verhältnisse irgendwie ermöglichen. Sofern keine Urlaubsansprüche bestehen, kann im Einvernehmen mit dem Gefolgschaftsmitglied auf einen zukünftigen Urlaubsanspruck vorgegriffen werden. Vor kurzem sind nun aucy die Richtlinien für die Gewährung von Unterstützungen an Arbeiter erweitert und verbessert worden, insbesondere beziehen sich jetzt die Richtlinien auf Fülle der Anschaffungen für Kinder bei Uebernahrne in das Jungvolk oder in den BDM. bzw. bei Schulent- lasiung und Eintritt in das Berufsleben. Weiter hat der Reichsverkehrsminister bestimmt, daß Reichsbahnarbeiter bei der Entlassung aus dem Wehrdienst einen bis zwei Tage vor Wiederaufnahme des Dienstes unter Fortzahlung des Lohnes vorn Dienst befreit werden können, wenn dies zur Ordnung persönlicher Angelegenheiten erforderlich ist. Das gleiche gilt für Beamte und Angestellte. Aus der engeren Heimat. Wegen Schwarzschlachtungen und Steuerhinterziehung ins Gefängnis. * Alsfeld, 22. Ott. Das Sondergericht beschäftigte sich hier in mehrtägiger Verhandlung mit Siner Anklage gegen den Metzger Wilhelm Hartmann aus Romrod und dessen Tochter Maria Becker, geborene Hartmann. Der Angeklagte hatte sich der S ch w a r z s ch l a ch t u n g von Schweinen und Kälbern schuldig gemacht, seine Tochter hatte die Buchführung besorgt und war da- durch an den strafbaren Machenschaften beteiligt gewesen. Die beiden Angeklagten erhielten wegen Verbrechens gegen die Kriegswirtschaftsverordnungen und wegen Steuerhinterziehung je zwei Jahre Gefängnis und je 500 RM. Geldstrafe. Landkreis Gießen. A Watzenborn-Steinberg, 21. Oft. Dieser Tage wurde der älteste Einwohner unserer Gemeinde, der frühere Zimmermeister Balthasar Schmandt, im Alter von 88 Jahren zu Grabe getragen. Bis in die 80er Jahre hinein war Schmandt noch als Zimmermann im Geschäft seines Sohnes mit tätig. Im Jahre 1869 half er den Gesangverein „Eintracht" Watzenborn-Steinberg gründen. Er überlebte alle anderen Mitgründer und war lange Jahre Ehrenmitglied des Vereins. Als letzten Abschiedsgruß trug die „Eintracht" an seinem Grabe unter der Stabführung von Chormeffter Harnisch zwei Chöre vor. # Mainzlar, 22. Oft. In unserem Dorfe ift gegenwärtig die Kartoffel dämpfkolonne eifrig tätig. Es gilt, die zahlreichen Futtersilos in den Betrieben unserer Bauern und Landwirte mit gedämpften Kartoffeln zu füllen, um damit eine gute Futterreserve zu schaffen. + Grünberg, 23. Oft. Am Dienstagabend fand in der Turnhalle die erste Veranstaltung im Grünberger Feieraben dring statt. Gegeben wurde das Lustspiel „Großer Herr auf kleiner Insel" von Scheu und Stiller, das als Gastspiel der Rhein-Mainischen Landesbühne . zur Aufführung gelangte. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 21. Oft Die sog. hölzerne Pionierbrücke, die im Jahre 1937 von damals hier einquartierten Pionieren unterhalb des Gehöfts des Landwirts Brandau über die Ohm gebaut wurde, erfuhr jetzt einen teilweifen Umbau, den Männer der Technischen Nothilfe aus Alsfeld vornahmen. Die Brücke hatte nämlich im vorigen Winter durch Witterungseinflüsse und durch Eisdruck, sowie im Frühjahr beim Aufbruch der Ohm durch Eisschollen erheblich gelitten. Durch die jetzi- gen Umbau- und Verstärkungsarbeiten wurde die Brücke wieder vollkommen ttagfähig gemacht, so daß sie nun wieder benutzt werden kann. Kreis Lauterbach. * Ulrichstein, 22. Oft. In seinem Jagdrevier hatte Dr. med. Bruchhäuser von hier das Jagdglück, ein weißes Reh erlegen zu können. Erne derartige Jagdbeute gehört nach den Erfahrungen alter Jäger zu den größten Seltenheiten. G. A.-Sport. Lugendfußball der Sp.-Dg. 1900. Am Sonntag weilte die 1. Jugendmannschast des Turn- und Sportvereins Gladenbach zu einem Freundschaftsspiel in Gießen. Die Blauweißen, die ihre stärkste Mannschaft zur Stelle hatten, konnten einen verdienten 4.2-Sieg erringen. Die Gäste begannen das Spiel überraschend schnell und gestalteten die erste Viertelstunde überlegen, so daß die Verteidigung der 1900er alle Hände voll zu tun hatte. Torerfolge bliebxn jedoch aus. Bei einem ihrer Vorstöße wurde von 1900 ein Handelfmeter verursacht, der von den Gästen jedoch verschossen wurde. Nach dem Wechsel zogen die Blauweißen vor das Tor des Gegners und kamen nach ungefähr zehn Minuten zum Führungstreffer. Doch diese Freude dauerte nicht lange. Bei einem Gegenangriff kamen die Gäste durch ihren Halbrechten zum Ausgleich und gingen sogar einige Minuten später 2:1 in Führung. Das war für die Blauweißen zu viel. Sie gestalteten jetzt das Spiel überlegen und kamen dann auch zum Ausgleich. Durch den Linksaußen der Blauweißen wurde das 3. Tor erzielt. Durch einen verwandelten Elfmeter kamen die Gießener zum 4:2-Ergebnis. Die 2. Jugend blieb, da der Gegner nicht antrat, wiederum ohne Spiel. Die 1. Schüler empfingen die gleiche des DfB.-R. zu einem Rückspiel. Die Blauweißen, die das Vorspiel mtt 2:0 gewannen, verloren diesmal knapp 2:1. Fußball in Daubringen. Daubringen I — Steinbach I 3:1 (3:0). Die erste Mannschaft von Daubringen empfing am Sonntag die gleiche des Sportvereins Steinbach zu einem Freundschaftsspiel. Sofort nach SlnftoB entwickelte sich ein schnelles Spiel. Beide Mannschaften versuchten, sofort zu Torerfolgen zu kommen, was dem Gastgeber auch gelang. Daubringen konnte dann bis zur Pause noch zwei weitere Tore erzielen. Nach dem Wechsel versuchte Steinbach, das Resultat zu verbessern. Aber die Hintermannschaft, insbesondere der Tormann der Platzbesitzer, war auf der Hut, konnten jedoch nicht verhindern, daß die Gäste zu einem Gegentor kamen. Daubringen versuchte dann noch einmal, das Resultat zu erhöhen, aber vergeblich. Die zahlreich erschienenen Zuschauer fafyen einen spannenden Kampf, den die junge Elf von Daubringen verdient gewann. Daubringen 1.3gb. — Londorf 1.3gb. 5:2 (3:2). Die seitherige 2. Jugend von Daubringen, die nunmehr, nachdem die frühere 1. Jugend 1. Mannschaft spielt, als 1. Jugend spielt, kam am Sonntag M einem schönen Erfolg. Sie schlug die 1. Jugend von Londorf sicher mit 5:2 Toren. Deutschlands Schützen siegten. Die deutschen Schützen haben den Länderkampf gegen Ungarn in Budapest gewonnen. Der letzte Wettbewerb mit dem Freien Gewehr wurde nicht mehr ausgetragen, da die deutsche Mannschaft rechtzeitig abreisen mußte, um zum Dreiländerkampf in Berlin pünktlich zur Stelle zu fein. In der Gesamtwertung der durchgeführten vier Mannschaftskämpfe mit dem KK.-Gewehr, Militärgewehr, der automatischen unb der Scheibenpistole siegte Deutschland mit 29:19 Punkten. Briefkasten ber Rebattion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Familienunterhalt. Die Leistungen, die ein Gefolgschaftsführer oder ein Betrieb neben dem Familienunterhalt gewährt, sind freiwillig. Es besteht also fein gesetzlicher Anspruch darauf. Wird die Einkommenshöchstgrenze durch derartige Leistungen überschritten, so ift der diese Grenze übersteigende Betrag auf den Familienunterhalt voll anzurechnen. Also bis zur Einkommenshöchftgrenze, die in jedem einzelnen Falle zu ermitteln ist, können Zuschüsse durch den Arbeitgeber gewährt werden, ohne daß dadurch der Familienunterhalt beeinflußt wird. tumptn find wichtig für die tertitolrtfdiofte tost fit nicht den Motten jum srqß, gib sie an dos nächste Schulkind weitert noch nicht eröffnet. Anita zog sich am Steg aus und sprang in das graue salzige Wasser. Manchmal berührten ihre Füße Baumstümpfe, versunkene Wälder der Vorzett, die jetzt ben Meeresgrund bildeten. Wild unb weit war der Sund, und die Wellen schienen härter als die sanften Wasser der Ostsee; sie kamen von weicher; sie waren rauh und unbändig und hoben den schmalen Mädchenleib auf ihren schaumweißen Rücken, trugen ihn landwärts und warfen ihn ihren heran- jagenden Schwestern zu, die ihn mit Gischtarmen empfingen und mit brausendem Gelächter tm Kreis drehten. Ms sie sich mit dem Menfchenwesen müde gespielt hatten, warfen sie es an den Strand, und taumelnd vor gesättigter Lust erklomm Anita die Treppen zum Steg. Als sie den Wagen erreichte, traf sie Peter in einer pantomimischen Auseinandersetzung mit einem jungen Mann an, die darin gipfelte, daß der Fremde sich bereitwilligst zwischen den Benzinkanister und das zusammengerollte Zell in die Klappe zwängte. Er wollte nach Helsingborg. „Wie hast du diesen Klappennabob so rasch aufgegabelt?" fragte Anni voll Anerkennung. „Schicksal", erklärte Peter. „Glück, Sckweln! Der Junge hat mich angequatscht. Ich verstehe ja leider nur ein paar Brocken Schwedisch, aber die haben genügt, daß wir einig wurden. Er wird in Helsing- borg das Tanken bezahlen, dann sind wir schon ein gutes Stück weiter. Proviant haben wir reichlich, und heute nacht zellen wir irgendwo im Wald." „Wuickervoll", stimmte Anita begeistert zu. In Helsingborg steuerte Peter auf die erste Tank- stelle zu. Der Mitfahrer krabbelte aus der Klappe, verdolmetschte dem Tankwärter Peters Benzinwünsche und drückte beiden die Hand. „Danke schon", sagte er herzlich. Peter Renz bedeutete Anni, daß sie im Wege sei Er habe jetzt mit dem jungen Mann geschäfllich zu reden. Ob sie sich ein wenig Helsingdorg ansehen wollte, vielleicht Kärnan, die Ueberrefte einer im vierzehnten Jahrhundert errichteten Festung. Anita stieg gehorsam die Stufen zu dem alten Festungs- turm hinauf. Die Sonne war schon im Sinken. Anita trat in einen dunklen, kalten Raum, aus dessen Schatten sich ein zwerghaft kleiner, hinkender Mann löste. Ohne viel Worte kaufte sie eine Eintrittskarte. Das Verlies war unheimlich, modrig und feucht. In den unausgeleuchteten Ecken huschten Ratten umher. Sie mar die einzige Besucherin der Festung. Glitschige Felsenstufen wanden sich endlos um das Innere des Turmes. Hie und da gewährte eine Schießscharte den Ausblick über den Hafen, das schöne Rathaus, das dem Stadtbild einen venezianischen Zauber verlieh. Dann kamen nur noch nasse Wände Halbdunkel und der hohle Klang ihrer eigenen Schritte. Plötzlich hörte sie jemand hinter sich, lehnte sich über die Brüstung und sah in hastigem Elfer ben hinkenden Wärter die Treppen emporsteigen. Sem Gesicht hatte einen grinsenden Ausdruck, den das Zwielicht ins Groteske verzerrte. Angst nahm Anita den Atem. Der Mann sah aus wie ber Glöckner von Notre Dame in Victor Hugos granbiosgrauen- haftem Roman. Sie war allein, ganz allein, von meterdicken Mauern eingeschlossen. Sie begann zu laufen. Ihr schwindelte. Sie war übermüdet, überreizt. Immer näher klapperten bie Schritte des Un- heimlichen. Jetzt machte er ihr Zeichen. Er hatte etwas vor. Vielleicht wollte er sie überfallen; sie sah etwas schweres Eisernes in ihrer Hand. Am Ende gehörte er gar nicht in die Festung; vielleicht war er wahnsinnig. In atemloser Angst taumelte sie bie Stufen empor. Endlich öffnete sich ein schmaler Lichtstreif, sie war oben. Aber was half ihr das? Der Turm ftanb einsam gegen den Himmel, niemand konnte chren Hllfeschrei hören. Winzig lag der Hafen am Rande der Stadt. Die parkenden Autos glichen schlafenden Käfern; ein Dampfer, der nach der dänischen Küste abfuhr, sah wie ein Kinderspielzeug aus. Immer näher kamen die Schritte. Anita lehnte sich an den kalten Stein, der ein halbes Jahrtausend alt war, bann stand ber Mann ihr gegenüber. Im Tageslicht sah sie, daß er auch noch schielte. Sein schiefer Mund verzog sich zu einem verlegenen Lächeln. Sein unbestimmter Blick sah sie an und doch an ihr vorbei. Dann kam er lanasam näher. Sein Lächeln wurde zum Grinsen. Anita wich entsetzt zurück. Der Mann sagte irgend etoas, bas sie nicht verstand, wartete eine Weile unb wiederholle sein Gestammel. (Fortsetzung folgt.)