Samstag, 23. / Sonntag, 24. Mär; MO 3$ 56414) 11 i7 083,1) Ion Daladier zu Aehnaud 48402,71) 97000, L-*i 103000,- 377149,59 454672,31; 200090,- WV 366724,99 Der 864074,08 Berlin, 21.März. (DNB.) Das OKW. gibt bekannt: An der Westfront zwischen Mosel und 86666,A 06197,7? 6000,- Ü1898749 2977 149,50 IU 335512,05 225^ 36286/77 3402,28 Glauben heißt Sieg! Eine militärische Osterbetrachtung. Von Oberstleuinant a. D. Erhard Wegeli. Aus britischem Geleiizug 42000 SM. versenkt. Wehrmachtsbericht vom Donnerstag. Druck und Verlag: vrühlsche Umverfitatrdruckerei 8. Lange £F> Berlin, 22. März. (DNB.) Einer der Teilnehmer an einer Fahrt ausländischer Pressevertreter nach Sylt, die dort Gelegenheit hatten, zu sehen, wie erfolglos der englische Angriff geblieben war und daß die englischen Behauptungen in keiner Weise der Wahrheit entsprechen, schilderte sachlich und nüchtern, was er auf der Insel Sylt gesehen hatte. Wir sind, so erzählte er, mit der Eisenbahn über den Hindenburgdamm bis nach Westerland gefahren. Am Hindenburgdamm war keine Spur' von Beschädigungen zu sehen. Die Fahrt über den Hindenburgdamm ging langsam vor sich und Pressevertreter hatten Gelegenheit auszusteigen, um sich selbst davon zu überzeugen, daß nichts von Beschädigungen zu sehen war. Ich habe aufgepaßt und nichts gesehen. Bon Westerland ging es dann nach Hörnum. Zunächst haben wir den schlimmsten T r e f f e r gesehen, das Lazarett, das von einer mittelschweren Bombe getroffen war. Das Dach war durch die Explosion der Bombe schwer beschädigt. Der diensthabende Arzt erzählte mir, daß er gerade in der Empfangshalle stand, als die Bombe einschlug. Er hat sich darauf in den Luftschutzkeller begeben, wo die in dem Lazarett liegenden Patienten bereits untergebracht waren, so daß auch von ihnen keiner verletzt worden ist. Im Operationszimmer war nur eine große Fensterscheibe entzwei, sonst war hier und in anderen Räumen keine Belchädigung zu sehen, Wir gingen 19354,1t '08 50548 3871,43 Pfälzerwald örtliche Artillerie- und Spähtrupptätigkeit. Deutsche Kampfflugzeuge griffen am 20.7Närz gegen Abend einen durch Kreuzer, Zerstörer und Flugzeuge stark gesicherten britischen Geleitzug in der höhe von Scapa Flow sowie ein bewaffnetes Handelsschiff im Englischen Kanal erfolgreich an. Der Geleitzug wurde zersprengt. Neun Kriegs- und Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von zirka 42 000 Tonnen sind versenkt worden. Zwei weitere Handelsschiffe mit einer Ge- samttonnage von zirka 11 000 Tonnen wurden schwer getroffen, eines der feindlichen Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. Lin eigenes Flugzeug wird vermißt. Am Vormittag des 20. März wurden einzelne britische Aufklärungsflugzeuge in der Nähe der off- uni) nordfriesischen Inseln gesichtet und von der deutschen Abwehr abgewiesen. Die Verluste der britischen Fliegertruppe bei ihren Angrisfsversuchen gegen die Insel Sylt in der Nacht vom 19. zum 20. März haben sich nach den abschließenden Feststellungen auf drei Flugzeuge erhöht. in den Restaurants des Hotels, das die Pressevertreter besuchten, war Hochbetrieb. Wenn man diese nüchternen Feststellungen des ausländischen Pressevertreters hört, dann tritt die Verlogenheit der britischen Behauptungen um so klarer zutage, hatten doch die Engländer behauptet, ein Munitionsdepot sei getroffen worden, die ganze Insel habe in Brand gestanden, hohe Flammen seien emporgestiegen und der hindenburgdamm sei zerstört worden. Wie schnell haben sich die Siegesmeldungen des „fliegenden Löwen" wieder als das erwiesen, was sie sind: erbärmliche Lügen. * Der Londoner Nachrichtendienst, der mit unverhohlener Schadenfreude festgestellt hatte, daß ausländischen Journalisten durch die deutschen Behörden der Wunsch versagt worden war, die von der britischen Luftwaffe „schwer beschädigten" militärischen Anlagen auf der Insel Sylt zu besichtigen! — woraus die Richtigkeit der englischen Behauptung hergeleitet wurde — sah sich nun vor der peinlichen Aufgabe, seinen Hörern schonend beizubringen, daß eine solche Besichtigung dennoch stattgefunden hat. Die Berliner Korrespondenten der drei großen amerikanischen Nachrichtenbüros, Associated Preß, Untied Preß und INS. sowie der „New Port Times" hatten neben anderen ausländischen Journalisten Gelegenheit, die „riesenhaften Erfolge" des sechsstündigen Angriffes zu sehen. Wir sind wirklich gespannt, wie sich nun London herausreden wird. Dürfen wir uns int übrigen die bescheidene Frage erlauben, welchen neutralen Journalisten Herr Churchill unmittelbar nach dem deutschen Angriff auf S ck a p a Flow die unversehrte und von keiner deutschen Bombe getroffene Homefleet vorgefuhrt hat. Sie ist doch völlig unbeschädigt, oder ...? „Bomben fielen ins Meer und in die Dünen." N e u y 0 r k, 22. März. (DNB.) In einem Berichk des Associoted-Preß-Korrespondenten Stein köpf aus Hörnum heißt es: Auf der Fahrt über den sechs Meilen langen hindenburgdamm, auf den! der langsam fahrende Zug öfter anhielt, konnten wir keine Anzeichen einer Beschädigung der strategischen Kleinbahn erkennen, die bie Lebensader Sylts ist. Die Sanddünen im Südende der Insel waren mit britischen Bomben bestreut, und Zivilisten und Soldaten untersuchten wißbegierig die Krater. Wir konnten keinS Anzeichen sehen, daß irgendein Hangar direkt getroffen wurde. Eine Brandbombe fiel auf einen großen Stahlkran, aber die Bombe sprühte nach der eisernen Plattform. Explosionen in der Nähe des Hangars zerbrachen Fenster, und ins Meer fallende Bomben wirbelten große Eisschollen auf. In dem Krankenhaus wurden alle gerettet, aber das Dach flog auf und die Wände bekamen Riffe. Das einzige ändere Gebäude, das ausgedehnte Beschädigung äufwies, war ein Kleinbauwerk« worin Zielscheiben aufbewahrt wurden. 41837$ ; LWOr s Oie Wahrheit über Sylt Ausländische Journalisten berichten über ihre Feststellungen an Ort und Stelle Oie Ausbreitung und der Sieg des Christentums ü ’r das Heidentum beruhte auf dem felsenfesten Gauben an die göttliche Sendung des Heilands, ci em Glauben, für den eine anfangs kleine Schar via Männern und Frauen sich mit Gut und Blut, aich mit dem Opfer ihres Lebens einsetzte und der. Mit dem Bibelwort zu sprechen, Berge zu ver- se en zu vermochte. Der Glaube und mit ihm die uiermüdliche Arbeit für das, was sie als richtig ci annten, beseelte alle großen Männer der Gesuchte, seien es Staatsmänner, Herrscher, Erfin- dl', Heroen des Geistes, und brachte ihnen Erfolg Zn drei Tagen über 32000 Tonnen versenkt Oer Wehrmachtsbericht vom Freitag. B e r l i n, 22. Wär;. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen keine besonderen Ereignisse. Die Luftwaffe klärte trotz ungünstiger Wetterlage bis in die nördliche Nordsee auf. Die Unternehmungen unserer Seestreitkräfte i m Handelskrieg waren weiterhin erfolgreich. 3m Verlauf allein von drei Tagen wurden 32 694 BrL feindlichen und dem Feinde nutzbaren handels- fchiffsraumes versenkt. * Diese Versenkungsziffern beziehen sich auf Erfolge unserer S e e st r e i t k r ä f t e und dürfen nicht mit den 42 000 Tonnen verwechselt oder zusammengefaßt werden, die das Opfer der Angriffe unserer Luftwaffe geworden sind. ? rnsvrechanschluk 2251 Dabtanichrift: „Anzeiger" ÄMcheckll6s6Frankf.M. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhrdes Bormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 „Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse MengenstanelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/ome6t Ermäßigte Grundpreise Bäoeranzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. dann zu den Radiotürmen. Etwa 7 Meter von dem einen Turm entfernt befand sich ein etwa 5 Meter breiter und 2,5 Meter tiefer Bomben- trichter. Diese Bombe hatte aber an dem Radioturm keinen äußerlich sichtbaren Schaden angerichtet. Nur eine in der Nähe stehende Scheune, die sehr leicht gebaut war, ziemlich zerstört. Die Pressevertreter hatten dann Gelegenheit, d i e Flugzeughallen selbst von innen und außen zu besichtigen. In der Nähe einer Halle ist ein Bombentrichter zu sehen, der anscheinend von einer ziemlich kleinen Bombe herrührt. Auf dieser Seite der Halle waren natürlich die Fenster zu Bruch gegangen und auch die Außenwand durch Splitter beschädigt. An der zweiten Halle dagegen war gar nichts zu merken. Die Flugzeuge standen drinnen und auch draußen und, soweit ich sehen konnte, war alles vollkommen normal. Ein großer h e b e k r a n wurde von kleineren Brandbomben getroffen, diese haben aber keinen Schaden angerichtet. Eine Brandbombe hatte auch eine kleine Muni- tion stifte getroffen. Sie riß in den Deckel ein Loch von 3 bis 4 cm Durchmesser und fing dann an zu brennen. Soldaten haben die Munition kaltblütig entfernt, so daß nichts passiert ist. Ich habe etwa 20 solcher ausgebrannter Brandbomben gesehen. Soweit ich feststellen konnte, haben sie nirgends in Hörnum größeren Schaden verursacht. Im übrigen berichtete der Pressevertreter noch, daß das Leben aus der Insel völlig normal war. In Westerland pulsierte das Leben aus den Straßen. Regierungskrisen sind in Frankreich seit dem Bestehen der dritten Republik eine alltägliche Erscheinung, die dem parlamentarischen Betrieb, wie sie die französische „Demokratie" der hundert Familien mit ihren Advokaten und Finanzgrößen im Vordergrund bis zur Virtuosität ausgebildet hat, ihr charakteristisches Gesicht gibt. Aber eine Regierungskrisis in Kriegszeiten ist darüber hinaus ein Merkmal spürbaren Unbehagens, dem die in Paris regierende Clique der Kriegstreiber und Kriegsverdiener nicht mehr anders beikommen zu können glaubte, als durch eine Verschiebung der Kulissen dem über das Ausbleiben jeglicher Erfolge der bisherigen Kriegführung bitter enttäuschten französischen Volke einen neuen Auftrieb vorzugaukeln. Durch die Beendigung des Konfliktes zwischen Finnland und der Sowjetunion sahen die Pariser Kriegsmacher, die selbst um den Preis der krassen Verletzung der Neutralität der skandinavischen Länder auf eine Ausweitung des Kriegsschauplatzes, die berühmte „Frontverlängerung" im Norden, hinarbeiteten, mit einem Schlage ihre Felle fortschwimmen. Wieder einmal war man zu spät gekommen. Die Zusammenkunft am Brenner, über die man in Paris ohne jede Information geblieben war und über die nun alles Rätselraten ohne Ergebnis blieb, verstärkte noch das Mißbehagen, dem sich auch Ab" geordnete und Senatoren nicht mehr länger entziehen konnten. Bisher hatte Daladier es immer wieder verstanden, durch irgendeinen Coup die Unzufriedenheit im Parlament im Keime zu ersticken. Jetzt ist es ihm nicht mehr gelungen. Solange die Kritik sich damit begnügte, nur einzelne Punkte der französischen Kriegführung wesentlich innerpolitischer Art unter die Lupe zu nehmen, wie Mängel der Kriegswirtschaft und der Rüstung, unzureichende Unterstützung der Soldatenfamilien odep schlechte Versorgung der aus den östlichen Grenzgebieten Rückgeführten, solange war es Dalcrbier gelungen, durch Versprechungen upb halbe Maßnahmen diese Kritik zu beschwichtigen. Aber nun wurde die Sonde an die große Linie der französischen Kriegführung' angelegt und die absolute Planlosigkeit in politischer wie wirtschaftlicher Hinsicht angeprangert, der man schuld gibt, daß in diesem von England und Frankreich angezettelten leichtfertig heräusbeschworenen Krieges weit über das Leistungsvermögen der Nation geht, ist den französischen Politikern noch nicht gedämmert. Ihnen war Daladier nicht entschlossen, nicht kraftvoll, nicht scharf genug. Deshalb die große Zahl der Stimmenthaltungen in, Kammer und Senat, die dem Ministerpräsidenten es angezeigt erscheinen ließ, es nicht auf eine Kraftprobe mit dem Parlament ankommen zu lassen. Daladier, der seit 1924 einer Reihe französischer zü.zahrgang Nr.iv (^scheint täglich, außer < mittags und Feiertags § -ilagen: Die Illustrierte < ..ebener Familienblätter < ümatimBild DieScholle Heimat wirkten, wie Mannschaften, die draußen vorher trotz allem Schweren, das sie durchzumachen hatten, freudig ihre Pflicht taten, vom Heimaturlaub in düsterer Stimmung zurückkehrten und nur noch unter dem Zwang der Disziplin mürrisch ihren Dienst taten, der weiß, welchen verderblichen Einfluß das Klagen und Jammern und der mangelnde Glaube an den Sieg in der Heimat auf den Frontkämpfer ausübt. Das soll in diesem Kriege jeder Volksgenosse wissen und danach sein Handeln richten! Ganz gewiß muß in einem Kriege, der um Sein oder Nichtsein eines Volkes geht, jeder Volksgenosse in der Heimat dies und das entbehren, aber er soll sich stets vor Augen halten, wie lächerlich gering seine Opfer sind gegen das, was der Frontkämpfer täglich und stündlich entbehrt und zu leisten hat. Nie soll ein Wort von Entbehrungen in Gesprächen oder Briefen, die an die Soldaten im Felde gerichtet werden, gesagt werden. Vor allem aber soll nie ein Zweifel am Enderfolg des Krieges gegenüber den Frontkämpfern geäußert werden. Wir haben ja auch wahrlich keinen Anlaß zu solchem Zweifel. Im Gegenteil, wer nur ein wenig darüber nachdenkt, was zum siegreichen Ausgang eines Krieges gehört, der muß sich sagen, daß in diksem Kriege alle Vorbedingungen für den Sieg der deutschen Sache gegeben sind. Politisch glänzend vorbereitet trat das Deutsche Reich in den ihm aufgezwungenen Krieg ein, mit einer Wehrmacht, deren Stärke, Geist, Ausbildung und Ausrüstung unübertrefflich sind. Der herrliche Feldzug in Polen hat gezeigt, daß nicht nur die Leistungen der Truppen aller Waffen zu Lande, zur See und in der Lust alle Erwartungen weit übertroffen haben, sondern auch, daß die strategische und taktische Führung vorbildlich ist. Wir können fejflb#rQUf vertrauen? daß das im ferneren Verlauf des Krieges so bleiben wird. Die wirtschaftlichen Vorbereitungen sind so gründlich und - durchdacht, daß von dieser Seite der Wehrmacht alles gegeben wird, was sie braucht, und daß auch.in der Heimat von wirklichen Entbehrungen ernster Art nicht gesprochen werden kann. Dor allem aber hat das deutsche Volk in diesem Md siegreiche Angriff in den Rückzug umgewan- ie!t. Die französische und englische Armee, die den tauben an den Sieg verloren hatten, gewannen iljTL durch das „Marnewunder" wieder. Das deutsche j)(cr erschien nicht mehr unüberwindlich und darin der Keim für den Endverlust des Krieges auf isutfcher Seite. Genau das Entgegengesetzte zeigt der Sieg von Unnenberg. Hindenburg und Ludendorff übernah- Min die Führung der 8. Armee in einer Lage, die iem pessimistischen ersten Führer der 8. Armee so verzweifelt erschienen war, daß er die Armee hinter iit Weichsel zurücknehmen wollte. Wenn Hinden- iiL-g und Ludendorff sich auch des Ernstes der Lage durchaus bewußt waren, so hatten sie doch das Vertrauen auf die Tüchtigkeit der Truppe und auf ihie eigenen überlegenen Führereigenschaften. Im Glauben an den Sieg setzten sie alle verfügbaren Kräfte bis zum letzten Landwehrbataillon zur Ent- sh'idungsschlacht gegen die russische Narew-Armee tii und führten deren Einkreisung allen Schwierig- feiten, Reibungen und kritischen Lagen zum Trotz mit äußerster Tatkraft durch. Der Vernichtungssieg voa Tannenberg war der Lohn ihres Glaubens an len Erfolg, und ihre Namen find in die Ruhmes- dlütter der Kriegsgeschichte mit goldenen Lettern eingetragen. Für das Versagen einer Truppe, die nicht mehr en den Sieg glaubt, ist der schwarze 8. August 1918 fir warnendes Beispiel. Zweifellos war die Lage fei deutschen 2. Armee nicht glücklich, als sie von fein überlegenen Angriff der Engländer und Fran- pien getroffen wurde. Daß der Gegner Anfangs- tr folge errang, war unvermeidlich. Aber die Ausfei nung des Erfolges wäre nicht eingetreten, wenn fee dort eingesetzten deutschen Truppen noch den ßhuben an den Endsieg und damit den festen Wil- 1)1 besessen hätten, auch in schwerster, Lage stand- juhalten. Dieser Glaube war aber nicht mehr m allen Teilen des deutschen Heeres lebendig. Der Pessimismus in der Heimat, wo die unseligen Worte „Frieden um jeden Preis" von Mund zu Mund gingen, hatte auch auf die weniger guten Elemente der Wehrmacht abgefärbt, und so erklärte sich in dieser Schlacht das Versagen ganzer Truppenteile. Was aber andererseits eine von Siegeszuversicht getragene Truppe auch in schwierigsten Lagen Zu leisten vermag, dafür hat der glänzende Siegeszug der 18 Tage gegen Polen erhebende Beispiele geliefert. In den Einschließungsschlachten um Radom und Kutno brandeten gegen die anfangs zum Zerreißen dünn gespannten Einschließungslinien mehrfach an Zahl überlegene polnische Massen an, um den Durchbruch zu erzwingen. Ueberall aber hielten die schwachen oeutschen Abteilungen, teilweise unter schweren Opfern, stand, bis durch die allmählich eintreffenden Verstärkungen die kritischen Tage überwunden wurden. Nur so war es möglich, diese Vernichtungssiege, die größten der Kriegsgeschichte aller Zeiten, zu erringen. Die Kriege unserer Zeit werden mit Dolksheeren geführt. Anders als zur Zeit der Kabinettskriege, wo keine allgemeine Wehrpflicht bestand und infolgedessen die Wehrmacht ein Leben für sich ohne inneren Zusammenhang mit dem Volke führte, ja sogar stark mit Ausländern durchsetzt war, wie selbst die Armee Friedrichs des Großen, ist ein Volksheer auf das innigste mit der Heimat und dem Volke verbunden. Daher ist auch der Geist und die Stimmung der Heimat von stärkstem Einfluß auf die Wehrmacht. Ist das Volk vom Glauben an den Sieg beseelt und läßt es diesen Glauben auf die Kämpfer an der Front ausstrahlen, so werden auch diese in ihrem Siegesglauben und -willen bestärkt. Sie ertragen dann willig alle Mühen und Entbehrungen und sind zu jedem Opfer bereit. Anders ist es, wenn in der Heimat pessimistische Stimmung herrscht und die Volksgenossen sich nicht scheuen, dieser Stimmung in Gesprächen und Briefen an die Frontkämpfer Ausdruck zu verleihen. Es ist dann, als werde ihnen ein Bleigewicht angehängt, das ihnen den Schwung raubt, dessen sie bedürfen, um das Höchste zu leisten und das Aeußerfte zu opfern. Wer als Frontsoldat im Weltkrieg erlebt hat, wie niederdrückend auf unsere braven Soldaten die Jammerbriefe aus der mir alles zu erreichen. Er scheute keine Strapazen, er rüg willig Hunger und Durst, gab im stürmi- |d*?n Angriff das Letzte her, trotzte auch den schwer- |t(ii Verlusten. Und doch kam der Rückschlag an der Unrne. Er kam nicht, weil die Truppe oder die un- Wv/-v Führung versagt hätte, nicht, weil in der Lei- '15000,- hng der Gesamtoperationen und in der Führung I Mzelner Armeen Fehler begangen waren. Die 3307,71 s ä^fahrene strategische Lage hätte sich durch den; | ^tischen Sieg unseres unvergleichlichen Heeres, hr an den wichtigsten Frontteilen schon errungen tttr, einrenken lassen. Nein, der Rückschlag an der Pnrne, der in feinen Endauswirkungen zum Der- hit des Krieges geführt hat, war nur eine Folge hcoon, daß die oberste Führung nicht an den Sieg gkubte, daß der Chef des Generalftabes des Feldheeres, General D. Moltke, ein körperlich kranker Mann, von Pessimismus erfüllt war. Lesen wir die Worte, die er in jenen Tagen an seine Gattin gestrieben hat: „Die furchtbare Schwierigkeit unserer Lcge steht oft wie eine schwarze Wand vor mir, Mi undurchdringlich erscheint" und „Wir müssen t jlicken in dem Kampf gegen Ost und West." Aus d iser Stimmung Moltkes erklärt sich auch die verhängnisvolle Sendung des Oberstleutnants Hentsch, tres hervorragend begabten Generalstabsoffiziers, ier aber ebenfalls zum Pessimismus neigte, an Mi Armeen, mit einem nicht ganz klaren Auftrag, in dem, mochte es gemeint gewesen sein, wie es vvlle, das unselige Wort „Rückzug" gefallen war. T: wurde der an den entscheidenden Stellen glän- Kriege im Gegensatz zu seinen Feinden einen gottbegnadeten Führer, der es von Erfolg zu Erfolg geführt hat, und der uns den Sieg erringen wird, an dem er selbst keinen Augenblick zweifelt. Er hat den Glauben, der Berge versetzt, und wir können und sollen ihn auch haben. Unsere Pflicht aber gegen- vicjcm wn u——, ------- über unseren braven Kämpfern an der Front ist die. ! Kriege die Initiative nach so kurzer Zeit schon ihren Glauben an den Sieg durch unsere Zuversi.^t völlig auf Deutschland übergegangen ist. Die Er- zu stärken. Das sei die schönste Ostergabe der Heima. >nntnis freilich, daß die Kraftanspannung dieses an die Wehrmacht im Felde. ?»s»rHr» hprAitfbpfA-mnrpnpn Krieaes weit über "nfl MAB itne-fW > E'- r gCfl 11 uiO toieg. ' Sang besonders aber ist der Glaube an den Er- fcg auf militärischem Gebiet eine der mächtigsten Hiebfedern zum Sieg. Ein Führer und ein Heer, 8 an den Sieg glauben und für ihn alle geisti- li, seelischen und körperlichen Kräfte hergeben und bireit sind, dafür das Höchste, ihr Leben zu opfern, < rüUen damit die wichtigste Vorbedingung zum 1 :cg. Das ist zu allen Zeiten so gewesen und daran liiert auch der Materialkrieg der Neuzeit nichts. s ist ja nicht so, wie mancher Laie in militäri- cin Dingen es sich vorstellt, daß der Sieg heute r>ein vom Einsatz überlegenen Kriegsmaterials ab- );ngt, sondern er wird von den Männern errun- )h, die es gebrauchen. Gerade bei der nieder- iiJcfenben Wirkung ber neuzeitlichen Waffen spielt 1 hr als je bie moralische Wiberstanbskraft ber । uppe eine noch höhere Rolle als in früheren Hegen. Niemals aber wirb eine Suppe biefe uralischen Kräfte aufbringen, bie nicht an ben Er- cy glaubt Gewiß wirb eine gut ausgebilbete, in üi’rner Mannszucht gehaltene, von Ehrgefühl, Siterlanbsliebe, Treue unb Kamerabfchaft beseelte Suppe auch in schwieriaster Lage stanbhalten. Der Leltkrieg hat bas, desonbers bei ber beutschen LLhrmacht, oft gezeigt. Das Höchste aber, ben Enb- fiig, kann auch ber genialste Felbherr nicht mit eiiiem Heere erreichen, bas an ihn nicht mehr g'iubt. Umgekehrt wirb auch bie beste Wehrmacht niijt siegen, wenn ihre Führung nicht bert festen 6trüben an ben Sieg in ihrer Brust trägt. (Nehmen wir nur einige Beispiele aus ber Seichte ber neuesten Kriege zum Beweis. Das beutsche Heer ber Westfront war in ben Mcken Wochen bes Jahres 1914 von Sieg zu Sieg gc chritten. Mit bem beutschen Solbaten, bem besten, bei bie Kriegsgeschichte aller Zeiten gekannt hat, ä ä Sontstofli 25.1 s Gießener Anzeiger General-AnzeigerfürOberhessen SS> ®ie6en,%uIMeZ-9 Zionais-Berugsvrers: 5 iiuyui=>ivcv|c- vi«. -wOv. Gros zu fahren schiff" Anwendung, die sonst — Lanzeruna und I wähnt — einer vergangenen Zeit II. Die leichten Streitkräfte — wenn er noch nicht Admiral ist — den Titel Kommodore. Diese Bezeichnung findet sich auch in der Handelsmarine, wo sie dem ältesten oder besonders verdienstvollen Kapitän einer Reederei als Auszeichnung vexliehen wird. Steht ein Admiral einer Marinestation vor, führt er die Bezeichnung „Kommandierender Admir al". Die Kommandierenden Admirale der Marinestation möchten. Wir aber wollen trotzdem dem neuen österlichen Leben vertrauen, das uns der gütige Gott durch unseren Führer erstehen lieh, in dem sich der Wille zum Leben zu gewaltiger, unwiderstehlicher Kraft zusammengeballt und unserm Volke die Erlösung und ein neues Ostern gebracht hat. Drum „deutsche Seele, verzage nicht, in all dem verfinsternden Grämen, nun will dich wieder osterndes Licht Alpengrenze Verbindungslinie beider Staaten. der Nordsee und Ostsee gehören zu den höchsten Dienststellen, die die Marine zu vergeben hat. Der Titel Oberbefehlshaber gilt allein für den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, in dessen Hand die Befehlsgewalt über die gesamte Marine zusammengefaßt ist. in alle! epochaler Europa; 'gsoerbre dort ge- r sich da; oupt erf ■ „Dalli lherzigket der Öfter westlicher I die Tat )che. Dai l „faren* woche de, öoche de; alsschltz politischer ach NU tteigiH interzeiö n Wetten )er W rttenhch ibenseir 5 Dufc1 &ten i iß mt ovö) nie \W ibbenfrop überbolr mit iw ?n beibü iapp brr. Lage bi- uf eimm! r eine j» auf seine Flügel nehmen!" Solchen frohen Glaubens dürfen und wollen wir uns gerade in diesen Kriegsostern getrösten. Mögen auch die Feinde willens sein, „uns gänzlich zu verderben", wir haben etwas noch viel Stärkeres und Mächtigeres für uns. Unser Führer selbst hat es uns gesagt in seiner letzten Münchener Rede, Rom, 22. März. (DNB.) Mussolini empfing im «Palazzo Venezia die nach Rom gekommenen Der- Neue Ladenschluß-Regelung für den Sommer. Im Reichsarbeitsministerium ist eine Neuregelung in Vorbereitung, um den Ladenschluß der Jahreszeit und insbesondere der am 1. April zur Einführung kommenden Sommerzeit anzupassen. Im Einzelhandelspressedienst wird darauf hingewiesen, daß der 18-Uhr-Ladenschluß der Geschäfte außerhalb des Lebensmittelhandels vielfach zu Schwierigkeiten geführt hat, weil den Verbrauchern infolge längerer Arbeitszeiten und mit Rücksicht auf die schwierigeren Verkehrsverhältnisse nicht immer ausreichende Einkaufsgelegenheiten Geboten werden. Der Fortfall des Mittagladenschlusses sei für diese Gruppe des Einzelhandels nicht mehr zweckmäßig. Es werde eine Erleichterung sowohl für die Geschäftsinhaber als auch für die Gefolgschaftsmitglieder sein, wenn allgemein der 19-Uhr-Ladenschluß eingeführt und dafür die Möglichkeit geschaffen werde, mittags 1 bis 2 Stunden zu schließen. Die Verdunkelung spiele nach Beginn der Sommerzeit für den 19-Uhr-Ladenschluß keine Rolle mehr. ’ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlsche Univ^rsitätsdruckerei R. Lange, K.-G., Derlagsleiter: Dr. Erich Hamann, i --— fllU .in ©igfrflK «6 1 unse^ W & < ™l1 eine- )°hnen ^ch0 Q||; S* Alliierte- re Unter, ' durchs er Dose, 'er Trök, 'ist bh bisher i? ugen '' ergon? ; Qnbere> onkreichz ! Winft cht Ersin > sitzen und Mor, id auhro ßaul Re? sen bf mit de» er ßoui! gehört. 6' isterdcinn r im veo und dn -runz v°« alte. (er DiH : und W nnurf P iber einn Men oe' ißten Te>> Besonder linifteri^ ! iN W raub kB 9/oiet > chter wir durchleb Mttzl'^ ovon e v- Pal e r W in ff J» ulst ernot"^ Mchi I'® olititi »s« S- 1 81u« M Unter den Leichten Streitkräften der deutschen Kriegsmarine ist als stärkster Schiffstyp der Schwere Kreuzer zu erwähnen. Als Schöpfung der Washingtoner Flottenkonferenz von 1922, die für den Schweren Kreuzer eine Höchstwasserverdrängung von 10 000 Tonnen und ein Höchstkaliber von 20,3 Zentimeter vorschrieb, ist er in vielen fremden Kriegsflotten seit dieser Zeit vertreten. Nach der Wiedergewinnung seiner Wehrfreiheit legte auch Deutschland Schwere Kreuzer auf Stapel, von denen bereits einige ihren Dienst versehen. Die Leichten Kreuzer der Kriegsmarine sind durchschnittlich 6000 Tonnen groß und mit 15-cm-Geschützen bestückt. Dieser Kreuzertyp hat in allen Friedens- und Kriegsjahren zum Bestand der deutschen Flotte gehört. Der Seekrieg 1914 sah im Atlantik, im Indischen und Pazifischen Ozean deutsche Kleine Kreuzer rote „Emden , I „Königsberg", „Karlsruhe" auf selbständigen Posten. Deren Namen sind in der Geschichte des Kreuzerkrieges ein Begriff geworden. Die Bezeichnung „Kleiner Kreuzer" wurde nach dem Weltkriege, bedingt durch die Verstärkung und Tonnageerhöhung dieses Schiffstyps, in „Leichter Kreuzer" umgewandelt. Einen breiten Raum in den Frontberichten der Presse nehmen die Kriegsfahrten unserer Zerstörer ein. Die deutschen Zerstörer, die sämtlich erst in den letzten Jahren die Bauwerst verließen, gehören als hochwertige, sehr gefechtsstarke Schiffe mit etwa 1600 bis 1800 Tonnen Wasserverdrängung zu den großen Einheiten der Torpedowaffe. Neben einer starken Torpedobewaffnung, die ihrer eigentlichen Aufgabe, dem Torvedoangriff, entspricht, macht es ihnen eine ausreichende Geschützbestückung möglich, auch den Artilleriekampf aufzunehmen. Hohe Geschwindigkeit und weiter Aktionsradius vervollständigen die Schlagkraft der Zerstörer. Deutscher Osierglaube. „An diesem Tage laßt uns alle jubeln, da uns den Weg des Lebens Er auferstehend aufgeschlossen. Frohlocken sollen Sterne, Meere und Erde, und alle Himmelschöre Jubellieder singen Gott in der Höhe!" ... So heißt es in einem uralten Hymnus. Eine ungeheure Weite und Größe österlichen Erlebens spiegelt sich in ihm wider. Und doch! Diesmal erscheint uns Ostern, heiß ersehnt und herbeigewünscht, doch wie eine Befreiung und Erlösung von dem ungewöhnlich langen, harten und dunklen Winter, der so schwer auf uns gelastet hat, wie wir es noch nie empfunden haben. Und nun bringt Ostern die Auferstehung der Natur aus den Banden des Winters, in diesen ersten Frühlingstagen mit ihren ersten Knospen. Das neue, drängende Leben da draußen erfüllt nicht bloß die Natur und ihre Geschöpfe, es begehrt und verschafft sich auch Einlaß in das Menschenherz. Es will etwas spüren von der großen Freude, die wieder durch die Welt geht und die das Herz leichter macht, das sich Sorge macht um die Männer, Söhne und Brüder, die draußen an der Front im harten Kampfe für Volk und Heimat stehen. Es will von Osterfreude und Osterkraft hören, die es stark macht, das alles zu ertragen und zu überwinden. Dazu soll uns Ostern diesmal helfen. Und wie auch der Frühling in all feiner Schönheit und Pracht gewiß noch eine Weile im Kampfe liegen muß mit den dunklen Mächten des Winters, so ist auch noch Krieg! Und mit ihm sind l i n i e der beiden Staaten, der beiden Völker, ihrer i großen Kulturen und ihrer verwandten modernen Revolutionen bilden. Die Türkei wünscht sich herauszuhatten R o m, 21. März. (Europapreß.) In einer Unter-' suchung der gegenwärtigen internationalen Lage schreibt das türkische Blatt „Tan", die Absicht der Westmächte, im Mittleren Osten einen Kriegszustand zu schaffen, sei unvereinbar mit den Interessen der in diesem Gebiet lebenden Völker. Sämtliche Balkanländer hätten nur den Wunsch, sich auf alle Fälle dem Kriege fern zu halten. Sie seien daher nicht geneigt, sich in ihn hineinzuziehen zu lassen. Was die Türkei angehe, so stellten die aufrichtigen und kategorischen Erklärungen, die der Ministerpräsident in feiner jüngsten Rede gegeben habe, klar, daß sie ihre Friedenspolitik f o r t s e tz e. Um ihre Gegner im Nahen und Mittleren Osten treffen zu können, müßten England und Frankreich durch eine Anzahl neutraler Länder vorstotzen. Und da diese nicht in den Krieg hineingezogen werden wollten, sei es klar, daß der Versuch, eine Front in diesem Abschnitt zu schaffen, nicht leicht verwirklicht werden könnte. N-uyork, 21. März. (DNB.) Zu Ehren des Präsidenten des Deutschen Raten Kreuzes, des Herzogs von Koburg, veranstaltete die ! Deutsch-amerikanische Handelskammer m einen Empfang von über 600 Vertretern aus Wirtschaft, Handel und Wissenschaft. Der amerikanische Lundessenator Lundeen forderte absolute Neu-1 tralität Amerikas in allen europäischen Angelegen- । heiten und dauerhafte Freundschaft mit dem großen Kutschen Volk. Grotzdeutschland mit einer Bevol- hrung von über 105 Millionen sei einer der größten Handelsmärkte der ganzen Welt, eine Politik der Einmischung in Europa müsse für Amerika mit einer Tragödie enden. Der Herzog BP» Ko» Berlin, 21. März. (DNB.) Der Ob erbe- !>e bis Haber des Heeres, Generaloberst oon . ------------------ --- , . Braudyitfd), beging am Freitag den Tag, an dem Aus den alten uns heute in ihren Formen unge° nr vor 40 Jahren in die Armee eingetreten ist. wöhnlich und schwerfällig anmutenden Knegsschi - »rauchitsch, der als Leutnant in das 3. Gardegrena- fen, die aber jedes für sich den Ausdruck bester Lei- Hier-Regiment eintrat, auf eigenen Wunsch in das ftung ihrer Zeck verkörpern, haben sich schnelle, L Garde.-Feldartillevie-Regiment versetzt wurde, tarn schwerbestuckte Schlachtschiffe — unbezwingbar er- j-ühzeitig zum Großen Generalstab. Während des scheinende Festungen — und leichte Streitkräfte mit Weltkrieges wurde er hurtigeg in Generalstabs, hohen Geschwindigkeiten and weiten Aktionsradien __________________________,i!,.. in । II in Hi iiMiiMBWMOBtwaM I entwickelt. In der Zusammensetzung der deutschen Flotte WMWWWWW^NWWV unterscheidet man verschiedenste Schiffstypen schwe- ■SF I rer und leichter Streitkräfte. Zu den schweren Em- ■HF« Ibeiten rechnen in erster Linie die Schlacht- ■MF y schiffe. Der Begriff des Schlachtschiffes stammt M > aus jüngerer Zeit. — Nach der Einführung des IM-' / eisengepanzerten, maschinenangetriebenen Knegs- M ' schifses war es das Panzerschiff, das bis zur K AWÄW Jahrhundertwende als schwerste Kampfeinheit der W aTOHlMM Flotte das Feld beherrschte. Dieser Kriegsschiffstyp, der.sich bis zu einer Wasserverdrängung von 10 000 Tonnen, armiert mit 4 bis 8 Geschützen von 21 bis 26 cm Kaliber entwickelte, wurde um 1900 vom Bp / Linienschiff abgelöst. Die Jahre von 1900 bis ■ 1908 sind die Zeit der Linienschiffe, die — der Tat- Ittt jener Epoche entsprechend — das Gros und ba= mit das Rückgrat der Flotte bildeten. Zwei 23er- / ' treter aus der Linienschiffszeit tun heute noch Dienst ■ I in der deutschen Kriegsmarine. Es sind die jetzt für die Kadettenausbildung verwendeten Schiffe „Schle- sten" und „Schleswig-Holstein", die — 1906 vom KM) ?. Stapel gelaufen — 1916 an der Skagerrak-Schlacht I teilnahmen, und deren Namen im Polenfeldzug 1939 I bei der Niederringung der polnischen Küstenbefesti- WWWWWWAWWW gungen neuen Ruhm zur alten Tradition erwarben. I Während das Linienschiff zu Beginn des 20. Jahr- Hunderts gemäß seiner Aufgabe, im G 5" und zu kämpfen, durch starke Panzerung und! wähnt tcllungen verwendet. Nach Kriegsende trat er in I ie Reichswehr ein. Nach mehreren Kommando-1 !eilen übernahm er im Jahre 1930 die Leitung der! -eeresausbildungsabteilung und wurde 1931 zum Generalmajor befördert. Von 1932 bis 1933 war Brauchitsch Inspekteur der Artillerie. Nachdem er eit dem 1. Februar 1933 Befehlshaber im Wehr- reis I war, wurde er am 21. Mai 1935 zum Kommandierenden General des I. Armeekorps ernannt Ifm 20. April 1936 beförderte ihn der Führer zum General der Artillerie. 1937 wurde von Brauchitsch Oberbefehlshaber der Heeresgruppe IV in Leipzig, beit dem 4. März 1938 ist er Oberbefehlshaber des Heeres. Unter seinem Befehl rückten die deutschen Gruppen in Oesterreich, im Sudetenland, in Böh-1 men und Mähren und siegreich in Polen ein. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat an den Oberbefehlshaber der Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, zu seinem 40jähri- aen Militärjubiläum ein Glückwunschtelegramm gerichtet und ihm sein Bild in silbernem Nahmen mit einer herzlich gehaltenen Widmung I überreichen lassen. Die 5. Reichsstraßensammlung 50 Prozent mehr als im Vorjahr. I Berlin, 21 März. (DNB.) Die am 2. und 8 März 1940 durchgeführte 5. Reichsstraßensammlung, bei der die hübschen, G lasplaketten aus dem Sudetengau abgesetzt wurden, erbrachte em vorläufiges Gesamtergebnis von 10 767 419,64 RM. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Ergebnis um 3588 924,89 RM., das find 50 v. H., erhöht. Der | Durchschnitt je Kopf der Bevölkerung steigerte sich damit von 9,35 auf 13,43 Reichspfennige Ein neuer | Neweis für die ungebrochene Kraft der Heimat, für । ihren Siegeswillen und ihr Vertrauen zum Führer. । Deutsch-amerikanische Freundschaft. Sechzehn Jahre nach dem Diktat von Versailles, das die Zeit der Erpressung des aus taufend Wun« den blutenden Reiches einleitete und ihm im Zuge der „allgemeinen Abrüstung" die Möglichkeit zum Aufbau einer würdigen und den Bedürfnissen des Reiches entsprechenden Kriegsflotte verschließen wollte, gab der Führer dem deutschen Volke die Wehrfreiheit wieder. Damit war auch für die Entwicklung einer für die Interessen Deutschlands notwendigen Kriegsmarine der Weg frei gemacht. Entwicklungsstand und Leistungsfähigkeit der Kriegsflotte, wie sie heute im Kampf gegen den Hauptgegner England zum Einsatz kommen, sind das Ergebnis jahrzehntelanger technischer und organisatorischer Arbeit. Auf dem erfahrungsreichen Schassen vergangener Generationen hat sich die moderne Kriegsschifftechnik aufgebaut; sie wird ihre Errungenschaften wiederum der Zukunft überliefern. bürg gab feiner Freude über das Gefühl der Anhänglichkeit so vieler Männer und Frauen deutscher Abstammung an das deutsche Mutterland Ausdruck. Der Wunsch der deutschen Heimat gehe dahin, daß sie ihr wertvolles deutsches Kulturgut bewahren und zum Wohle der neuen Heimat Nutzen bringen sollten. Wenn der dem Reich aufgezwungene Krieg auch die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen empfindlich störe, so glaube Krümenk'Mu* dunkle, winterliche Mächte am Werke, die das neue hoffnungsvolle Leben, das sich in der Auferstehung unseres Volkes zum Licht emporgerungen hat, vernichten und wieder in das dunkle Grad hinabstoßen l-ische Karwoche, und wir verstehen durchaus, daß ;-h j0 gar feine Dfterftimmung bei den Völkern der riegsschuldigen einstellen wollte. Am sinnfälligsten im ja dieser Mißmut und dies Unbehagen mit so unerwarteten Verlauf des Krieges im R ü ck- ritt Daladiers zum Ausdruck. Aber wer hieß ief mit uns, dem neuen Deutschland, anbinden, mit ins, die wir nichts anderes wollen, als Herr im । genen Haus fein, in Frieden arbeiten und im übri- ,z---------. ,, , . . „ en unser Eigentum als Lebensraum haben rool- er doch zuversichtlich an das Wiederaufblühen des n?! Welches Recht, welche Moral ist in diesem Handels nach dem Friedensschluß. riege bei zwei Mächten, die zusammen einen i iroßteil der Erde mit unzähligen Völkern deherr- hen und über mehr Rohstoffe verfügen, als sie kwals verbrauchen können! „Wer Wind sät, wird Sturm ernten." Wir Deut» i)en sind niemals oon unserer Stabführung über ..... ,e Natwendrgkelt dieses großen Entscheidungskamp. ^etcr^nb Abordnungen a u s Ob er e t s ch , die bei s um den endgültigen Frieden m Europa im un- b Abstimmung f ür Italien optiert hatten, aren gelassen worden. Uns hat niemand über Den ^üce wies darauf hin, daß die Abkommen tatsächlichen Verlauf des Krieges belogen Wir Umsiedlung eine logische Folge historischer Er- lhleppen fernen Ballast an Illusionen und Ent- ^nifle seien. Die Alpengrenze, die weit früher als tauschungen mit uns herum roie die mißbrauchten Menschen von Gott geschaffen wurde, um die nd betrogenen Völker Englands und Frankreichs. ä &cre ^rrn Italiens festzulegen, werde niemals DlkvAnrkrtn una n 11hört 11t TOYYYXClTo I « , zi Der ursprüngliche Träger der Torpedowaffe war das Torpedoboot. Mit der Erweiterung seines Aufgabenkreises, der aus dem Bereich der Kusten- gewässer hinaus auf die hohe See rotes, entstand allmählich das Große Torpedoboot, das ftd) un Weltkriege auf einsamem Posten roie im Mafsen- angriff der Skagerrak-Schlacht besonderen Ruhm erwarb. Hatte dieser Typ bereits eine Wasserver- dränauna von 1000 Tonnen und mehr, so stieg die Tonnaae des Torpedobootes Ende des Welt- oie xorpeoooüüie, unuii^vii «'m uhiö»«, k °g^ Ns °um Z-rstö?-r von 1400 bis 2000 Ton- mit „Führer" bezeichnet wird: Führer der Tor- nen Außer den Torpedobooten oon 600 und 800 pedoboote. Führer der Minensuchboote, Dagegen Tonnen, die die deutsche Kriegsmarine besitzt, hat heißen di- befehligenden oberer Ver- fjch jüc den Torpedoangriff ein sehr schneller und bände — meist Admirale schwere Artillerie gekennzeichnet war, stand ihm ein anderer Schiffstyp zur Seite, der ebenfalls den schweren Streitkräften angehörte: der Panzer-^ kreuz er. Als Zeitgenosse des Linienschiffes fielen ihm die Aufgaben zu, Dienste im Ausland und Auf- klärungsoperationen vor dem Gros zu übernehmen. Gegenüber dem Kleinen Kreuzer trat er als überlegener Gegner auf. Bei guter Armierung befaß der Panzerkreuzer — auch Großer Kreuzer genannt — eine geringere Wasserverdrängung und schwächere Panzerung als das Linienschiff, erreichte aber höhere Geschwindigkeiten. Die Taten der Panzerkreuzer „Scharnhorst" und „Gneisenau" im Weltkriege sind für alle Zeiten in das Buch der Seekriegsgeschichte eingetragen. Als einige Jahre vor dem Weltkriege die Tonnage der schweren Schiffe mehr und mehr stieg, der Panzerschutz stärker wurde und die Artillerie an Zahl und Geschützkaliber zunahm, entwickelte sich das Großkampfschiff, dessen Ueberlegenheit und Kampfkraft die Seeschlachten des Weltkrieges be- stimmte. So roie aus dem Linienschiff das Großlinienschiff, dessen schwerste massierte Artillerie und stärkste Panzerung eine hohe Angriffs- und Widerstandskraft boten, entstand, ging aus dem Panzerkreuzer der größere und stärkere Schlachtkreuzer hervor. Während die 1908 vom Stapel gelaufene „Nassau" die Reihe der deutschen Groß- linienschisse eröffnete, verließ.1909 der erste deutsche Schlachtkreuzer „von der Tann" die Helling. Die a.,„o. ... , Artilleriekämpfe der Skagerrak-Schlacht sind unoer- menn er von der „letzten Zustimmung gesprochen gängliche Beweise für die hohe Schlagkraft der beut- hat, die die Vorsehung unserer Arbeit so sichtbar schen Großkampfschiffe. Die unzureichende Panze- gesprochen hat, und ohne die man auch diese gro- rung der englischen Schlachtkreuzer trug dazu bei, ßen Werke nicht hätte vollbringen können. Das ist das ausgezeichnete, treffsichere Feuer der deutschen jm tiefsten Grunde das Geheimnis allen echten Schiffe in der Skagerrak-Schlacht so wirksam wer- Osterglaubens, diese Erkenntnis, daß alles an dieser den zu lassen, daß allein 3 britische Schlachtkreuzer ätzten Zustimmung, an Gottes Segen gelegen ist! in die Lust flogen. Es kommt jetzt nur noch darauf an, daß wir Die Entwicklung nach dem Weltkriege verschmolz diesen österlichen Glauben "Nur recht stark fassen, die Begriffe Großlinienschiss und Schlachtkreuzer wie es der Führer feinen Mitkämpfern ans .Herz zum „Schlachtschiff", das die Kampfeigenschaf, gelegt fjat, und uns durch nichts Dringen ten seiner beiden Vorgänger verbindet. Die Besttm- lassen. Denn der Sieg wird schließlich> rmmer nur mungen von Versailles schlossen Deutschland nom Dem 3utell, ber ferner n u heu Schlachtschiffbau ber Nachkriegszeit aus. Erst nach zem ^Herzen an ihn glaubt Darum g l a u b e n ber Befreiung von ben Feffeln bes Diktats schuf sich w i r a n u n f e r e s 23 o l f e s e n b g u 111 g e n bie beutsche Kriegsmarine roieberum große und ge- Sieg, wie wir an feine Au^Ach"rl9 geglaubt sechtsstarke Schlachtschiffe, Schiffe, die von der Lei- haben. Denn Gott laßt die Menschen, die wirklich stungsfähigkeit der deutschen Krieasschifftechnik Zeug- fest und erschutterlich an ^ glauben, nicht i nis geben? Der Tüchtigkeit deutscher Schiffbauer ge- Sttch. Das hat er einst an jenem ^ften Oftern lang9 es auch, im Rahmen der Versailler Grenzen bewiesen und dann immer wieder m der Gerichte einen neuartigen Kriegsschifftyp zu schaffen, dem das der Volker. Er wird auch unser Volk nicht w Ausland seine Anerkennung nicht versagen konnte: m das dunkle Grab, aus dem es in dem festen die 10000-Tonnen-Panzerschiffe. Hier Glauben an seine Hüse ^Erf^nden ist, ^uck- sindet ausnahmsweise die Bezeichnung „Panzer- stoßen, wie es unsere^Leind pr " £ ' — ■ * • ' r. mje bereits er- sondern er wird ihm den vollen Djteqieg jcyenren. einer'vergangenen Zeit angehört Wir glauben auch da an feine letzte Zustimmung ä 15 v 1 Dann wird auch dies Kriegsostern, und vielleicht gerade dieses, uns ein rechtes Osterfest froher Hoffnung und gläubiger Siegeszuversicht werden. Dann füllt trotz aller Not und Sorge doch froher Oster- , ,. । jubel unsere Herzen. Auch uns gilt des Dichters wendiger, kleiner Bootstyp herausgebildet, ber 3U frohc Mahnung: ben schlagkräftigsten Einheiten .ber Torpebowafse „ät)r, voll Mühsal unb beloben, rechnet unb für ben Einsatz in Küstengebieten de- Bang geharret auf bas Heil, stimmt ist: bas Schnellboot. In ber äuße- Aufersteht zu neuen Gnaden, ren Form bem kleinen, mit starken Motoren aus- .Nehmt am Osterfeste teil!" M. gerüsteten Schnellboot ähnlich ist bas Räum- 1 boot. Dieses hat jeboch eine ganz anbere Aufgabe: Befehlshaber ber Panzerschiffe, Befehlshaber ber bie Räumung von Minenfelbern. Der Stampfge« u-Boote, Befehlshaber ber Aufklävungsstreitkräfte nasse bes kleinen Räumbootes ist bas Minen- (Kreuzer). Der als Führer von Schisfsverdänben such boot, bas mit runb 600 Tonnen flachgehenb Abmiralsstelle einnehmenbe Offizier erhält gebaut ist unb ben schweren Dienst bes Minen- - • - • suchens versieht. Schnellboote, Räumboote unb Minensucher zählen zu ben Kleinkampfschiffen. Eine besonbers bebeutungsvolle Stellung im gegenwärtigen Seekrieg nimmt bas Unterseeboot ein. Seine Hauptstärke liegt in ber Eigenschaft, un- sichtbar ben Gegner angreifen zu können. Das Sehrohr (Periskop), ein langes nach oben zu verjüngtes Stahlrohr mit einem Objektiv unb einem Okulator, durch das der Kommandant den Gegner beobachtet, und das „auf Sehrohrtiefe" gerade die Wasseroberfläche durchschneidet, stellt die einzige Verbin-1 düng zwischen dein getauchten U-Boot und der i Außenwelt her. Mehrere Torpedorohre bilden die! Hauptbewaffnung, während das Geschütz an Deck dem U-Boot die Möglichkeit bietet, den Gegner über Wasser mit Artillerie zu bekämpfen. Werden alle schwimmenden Streitkräfte unter dem Begriff Flotte zusammengefaßt, so gliedern sich Leichte Streitkräfte und Kleinkampfschiffe dieser Flotte in Flottillen. Zu Flottillen bzw. Halbflottillen sind zusammengeschlossen: Torpedoboote, U-Boote, Schnellboote, Minensuchbote, Räumboote, Vorposten- und sonstige Bewachungsfahrzeuge. Die Befehlshaber der schwimmenden Formationen sowie der Marineabteilungen an Land führen ihre besonderen Bezeichnungen, die auseinandergehalten werden müssen. So wird der Führer eines Kriegsschiffes stets mit „Sommanban t" angesprochen, während der Führer des Handelsschiffes sich „Kapitän" nennt. Die Bezeichnung „Kommandeur" scheidet für schwimmende Einheiten aus, nur ßapbtruppenteile ber Marine, wie z. B. Marineartillerieabteilungen, haben Kommanbeure als Führer. Die Führer von Flottillen bezeichnet man mit „Flo11illen - Che f", währenb ber bie Flotte führenbe Abmiral „Flottenchef" genannt wirb. Die Einheiten einer bestimmten Waffe, z. B. bie Torpeboboote, unterstehen einem Offizier, ber , , nr>. I JJXl -UUV1C UIIC3 VUIUU] yui, vup .............. rieges belogen. Wir Jur Umsiedlung eine logische Folge historischer Er- Jllustonen unb Ent- eiBn4«e jeicn Die Alpengrenze, bie weit früher als h’“ | '^stschen von Gott geschaffen wurde, um die ... . . uuKete Form Italiens festzulegen, werde niemals Nir brauchen uns auch mcht den Kopf zu zermar- IV. eineil @runl> 3U «mem möglichen Gegensatz m um die Frage, rote der Krieg weitergehen solle jonbem vielmehr die Verbindungs- der dergleichen. Wir gehen in den bevorstehenden > amps mit gelassener Zuversicht und der Entschlos- nheit, bie wir in ben Jahren nationalsozialistischer »chulung gelernt haben, aber auch mit ber ziel- ewußten Begeisterung, bie uns bas Wissen um nser heiliges Recht gibt. Das Barometer steht um die österliche Jahreszeit ft auf „Sturm". Darin beuten sich bie Ausgleichs- ,impfe in ber Natur an. Wie ber 23arometerftanb n ber aroßen Politik ist, bas wissen nur einige wenige Manner — wir werben uns hüten, bas schlechte Beispiel ber Vermutungen unb Kombinationen nach- uahmen, bas bie englische unb französische Oeffent- ichkeit tagtäglich bietet. Es genügt uns völlig, zu wissen, baß Deutschlanb für ben großen Ausgleichs- ampf militärisch, wirtschaftlich unb geistig in bie enfbar beste Form gebracht worben ist. Die für ie Demokratien so nieberbrücfenben Ereignisse ber olitischen Karwoche haben das in jeder Weise Besucht die Ausstellung: []■ a Oicl ist unser Charakter, das Leben und die inneren inge nicht leicht zu nehmen, sondern uns mit ihnen u quälen. Aber das Ziel ist dann immer eine achtende Blüte des Lebens, der Kunst oder des Giftes, immer etwas, das man von uns noch nicht vollte ... So sind wir österlichen Wesens. So ist Ostern ein est, das unserem Charakter gemäß ist. A u f b r u ch f unsere Sache, Aufbruch in Neuland, Aufbruch in Paffen des Leibes und Geistes, Wagnis und Wun- i?r des Werdens. So gesehen ist das Reich Gottes inwendig in uns, und wir sind beauftragt, es im- tier und immer wieder neu zu verkündigen in Tat nd Schöpfung. Wer aber spürte in diesen Zeiten, in diesen ampfzeiten der Deutschen nicht, daß wir wieder a n in e r Wende stehen, daß wir es wieder schwer aben, schwer nehmen, daß das Schicksal „über uns hwer wird ..."? Wer vermöchte sich in dieser Ge- enroart dem Ungeheuren zu entziehen, das das Daltenbe Schicksal mit uns vorhat? — Wir sagen 25 nicht mit bem Hochmute anderer Völker, die ch für „auserwählt" halten, denn wir nehmen es i nun einmal zu „schwer". Wir haben aber die ! raft des inneren Schauens, die das Groß^, Er- abene der Geschichte wahrnimmt, für wahr nimmt nd als Verpflichtung in uns auf nimmt. Das ist nfere deutsche verwandelnde Kraft. So ist uns njer Reich nicht ein Besitz, sondern eine Auf- a b e. So war das Reich der Deutschen immer in -n besten Zeiten eine Aufgabe, die in Europas Tlitte die Ordnung hielt und das vielgestaltige Le- !sn unseres Volkes und der ihm zur Obhut An- i$rtrauten zur Blüte brachte. Aber Goethe fährt fort an anderer Stelle: Möge ich noch erleben, daß die edle Nation, die ;d) bisher unter Druck und Murren verbitterte und i tzt in Kampf und Streben Luft macht, endlich zu iem wahren Genuß ihrer selbst gelingt ..." Ist es nicht immer dasselbe? Schaut !ier nicht der Genius das ewige Streben und Kämpfen der Deutschen und empfindet er nicht leutsch und österlich, daß nur der erlöst werden Innn von der Schwere, der immer strebend sich bemüht.. .? — Und als Ziel sieht er, daß der Deutsche endlich zu dem „wahren Genuß seiner selbst cslange..." Das haißt: daß er sich selber bewußt Eierbe, seiner Größe unb seines inneren Reichtums; nß er die Schwere — vorübergehend? — überwinde (rb sich österlich dem ahnenden Glück der Vollendung ingäbe. Wir haben nun gewiß seit den Tagen Goethes einen schnellen Gang der Entwicklung genommen, richt immer in seinem Geiste, sondern zu Zeiten Mzu diesseitig und leichtfertig, fremden Vorbildern verfallen und ohne die innere Ehrfurcht vor dem Rutschen Wesen. Wir mußten deshalb durch manche tiefe und zuletzt durch ein schauriges Inferno der l äuterung gehen. Das macht: es ist uns eben nicht gegeben, die uns aufgegebene Schwere leichtfertig cbzuwerfen und uns des äußerlichen Genusses des Lebens zu freuen. So wie einst herrliche Blutströme ter Germanen im Süden verkamen und sich auflisten, so droht auch uns, der gewordenen, gefestig- >n Nation, immer die Gefahr, uns selber zu ver- eren, wenn es uns — einfach gesagt: zu gut ^Ietzt aber, in diesem neuen Zeitalter der werden- zn echten Gemeinschaft, sehen wir wieder eine um d)eure Aufgabe, eine Weltaufgabe der Seele und es Geistes, eine Schöpferaufgabe vor uns. .Und so nd wir vor der Gefahr bewahrt, leichtsinnig unser bestes zu vergessen. Wir müssen wieder einmal den Kampf aufnehmen um eines Ideals willen, und dabei ist uns am wohlsten ... Freilich, dabei wird uns auch immer wieder mit einem anderen Genius der Deutfchheit klar: „... daß irgend etwas hundertmal wichtiger ist, als die Frage, ob wir uns wohl ober schlecht be= inben: Grundinstinkt aller starken Naturen, — olglich auch, ob sich die anderen gut oder schlecht befinden. Kurz, daß wir ein Ziel haben, um derentwillen man nicht zögert, Menschenopfer zu bringen, jede Gefahr zu laufen, jedes Schlimme und Schlimmste auf sich zu nehmen: die große Leiden- chaft ..." (Nietzsche). Und das will und kann eine Art Menschen nicht verstehen, für die das Ziel der Komfort und die Ausübung ein unvergleichliches Vergnügen ist. Das begreift an uns niemand, der Zeit seines Lebens nur um „Sicherheit" bangt, die ihm zwar keiner gefährdet, die er aber immer durch eine Art Mensch bedroht sieht, die sich nichts daraus macht ... Es liegt also ganz an den Völkern, an den Menschenarten draußen in der Welt, ob sie innerlich die Möglichkeit besitzen, uns und unsere Aufgabe zu verstehen, mit uns mitzugehen. Der Werdende wird immer dankbar sein: er wird den österlichen Geist der Deutschen begreifen können, er wird durch ihn bereichert und zu dem Besten in ihm selbst geführt werden. Das bedeutet nicht: daß wir diese Völker draußen verführen, unserer Art zu sein, sich uns zu Bukarest, März 1940. Die Weltpresse hat in der letzten Zeit verschiedentlich beunruhigende Nachrichten über d ie Lage im Nahen Osten gebracht, Nachrichten, die erkennen lassen, daß die Westmächte eine Ausdehnung des Krieges auf das östliche Mittelmeer und das Schwarze Meer wünschen. Freilich sagten diese Nachrichten, zumal sie aus englisch-französischer Quelle stammten, die brutale Kriegsabsicht nicht offen heraus, sondern suchten hinten herum die günstige Atmosphäre für ein dunkles und gefährliches Spiel zu schaffen. Daher behaupteten sie in irgendeiner Form Angriffsabsichten auf die Türkei, Afghanistan, Iran, den Irak und Indien. Allerdings erinnerte dieses Verfahren, nachdem man kurz vorher das Vorhandensein der Orientarmee der Westmächte demonstriert und General Weygand im ganzen Nahen Osten durch seine Reisen und Besprechungen eine beträchtliche Aktivität entfaltet hatte, allzu stark an das „Haltet-den-Dieb"-Geschrei des Uebeltäters, der die Aufmerksamkeit der Verfolger von sich ablenken will. Selbst der Türkei, die durch ein Bündnis mit England und Frankreich verknüpft ist, ist dieses Geschrei # lästig geworden, und ihr Ministerpräsident Revfik Saydaw hat in seiner Rundfunkansprache vom 29. Februa, erklärt, er sehe keinen Grund, warum die Sowjetunion die Türkei angreifen solle. Einige Tage vorher schrieb bereits ein so eindeutig den Westmächten freundlich gesinntes türkisches Blatt wie „Ian", die Gerüchte, daß Afghanistan und Iran Kriegsvorbereitungen träfen, weil sie von einem Angriff bedroht feien, könnten nur von Kreisen aus- gestreut werden, die den Krieg nach dem Orient tra- Polen so schnell zu Ende geführt, um im Westen Polen so schnell zu Ende geführt, um im Westen stark zu fein. Es wäre also wenig wahrscheinlich, daß Deutschland jetzt eine neue Front aufrichten wolle und das türkische Blatt „Son Telegraf" wandte sich gegen die Ansicht, daß Sowjetrußland als Angreifer im Nahen Osten in Frage komme. Die Anfangsschwierigkeiten des Terrains und eines unerbittlichen Winters, mit denen die sowjet- russische Armee in Finnland zu kämpfen hatte, haben in den Köpfen einiger voreiliger Blitzstrategen in der Welt merkwürdige und für ihre eigene Sicherheit gefährliche Vorstellungen auch über die Pro- beugen, sich uns zu unterwerfen — im Gegenteil: es bedeutet, daß wir diesen bereiten Völkern eine innere Freiheit zu sich selber bringen, daß wir das Beste in ihnen frei machen für sie selber. Wenn wir die Arbeit ehren und in der Arbeit den Sinn des Lebens sehen, so wird das jungen, emporstrebenden, freiheitsdurstigen Völkern nicht mißfallen, es wird sie hinreißen zu wetteifernder Tat. Müde und alte Völker, genußsüchtige und ausbeuterische aber muß es verstimmen... Es muß sie verstimmen, wenn wir die wahre Men- schenwür'de des Volksgenossen erklären und unter uns verwirklichen, denn das heißt, daß jede Ausbeutung menschenunwürdig sei. Jede wahrhaft revolutionäre und damit schöpferische Idee wird auf diese Feindschaft stoßen, aber sie wird sich nichtsdestoweniger durchsetzen. Sie wird bereit sein, jede Gefahr zu laufen und das Schlimmste auf sich zu nehmen, weil sich in ihr ja der Mensch seiner Würde, feiner Werte und feiner Zukunft besinnt. Das allein verbürgt die Ueberroinbung jenes Nihilismus, den der Führer am 30. Januar dieses Jahres wieder als den Feind der Kultur, als den Feind des heutigen Menschen schlechthin gebrand- markt hat. Wenn es eine Auferstehung in unserer Zeit gibt, dann ist es die, die den Menschen von diesem Gespenst rettet. Das aber vermag allein der deutsche, österliche Geist. bleme des Nahen Ostens erzeugt, und England nährt, wie aus den letzten Aeußerungen des früheren Kolonialminifters Amery vor der Londoner Gesellschaft für den Nahen und Mittleren Osten hervorgeht, diese Illusionen, weil es neue Hilfsvölker braucht, die den Vorbildern Polens und Finnlands folgend, bis zum letzten Soldaten für die heilige Sache des englischen Pfundes zu kämpfen, bereit sind. Von Sebaftopol ist in diesem Zusammenhänge allerdings nicht die Rede, obwohl es doch der wichtigste russische Kriegshafen auf der Krim ist. In den letzten Tagen ist in der Moskauer „Prawda" ein eindrucksvoller Bericht über die modernen, unterirdischen Betonbefestigungen und die unsichtbaren Küstenbatterien von Sebaftopol erschienen, mit dem unmißverständlichen Hinweis, daß das damals bedeutend schwächer befestigte Sebaftopol bereits im Krimkrieg den verbündeten Engländern, Franzosen und Türken zwei Jahre lang standgehalten hat. Hinzu kommt ein Weiteres: Die Türkei hat zwar einen Beistandspakt mit England und Frankreich abgeschlossen, und ihre Staatsmänner haben im vergangenen Jahre auch sonst manches getan, was von jener klassischen Neutralitätslinie abweicht, mit der vor zwanzig Jahren der große Kemal A t a t ü r k den Bestand seines Vaterlandes — wohlgemerkt gegen die Engländer! — gerettet hat. Aber der Dreierpakt besitzt auch die „R u s s e n k l a u s e l", die jede Beistandsverpflichtung der Türkei ausschaltet für den Fall, daß sie dadurch in einen Konflikt mit Sowjetrußland kommen konnte. Was aus einer sich gegenüber Sowjetrußland aggressiv verhaltenden Türkei werden würde, darüber sind sich alle türkischen Politiker, mögen sie im einzelnen auch noch so ententefreundlich sein, nur zu klar, als daß sie es auch nur theoretisch darauf anfommen lassen möchten. Auch darüber, daß schon die stillschweigende Duldung der Durchfahrt alliierter Kriegsschiffe durch die Dardanellen als türkische Beteiligung an einem englisch-französischen Angriffe auf Sowjetrußland ausgelegt werden müßte, dürfte es keinen Zweifel geben. Wenn man den Worten maßgebender türkischer Auslandsdiplomaten Glauben schenken darf, so denkt die Türkei auch nicht daran, englischen Forderungen dieser Art nachzugeben. Die beiden anderen Anliegerstaaten Bulgarien und Rumänien haben aber keinen anderen Wunsch als neutral zu bleiben und den Krieg im Schwarzen Meer, der ihren ganzen <5e6* handel zerstören würde, zu vermeiden. Der Balkanbund, dem Rumänien angehört und dem Bulgarien sich seit der Belgrader Konferenz sehr genähert hat, liegt ganz auf der Linie dieser Friedenspolitik. In diesem Zusammenhang ist noch das nahöstliche Bündnissystem von Saadabad zu erwähnen, dem außer der Türkei der Irak, Iran und Afghani st an angehören. Der Pakt von Saadabad ist ein D e f e n s i v b ü n d n i s und sieht eine gemeinsame Aktion der Unterzeichnermächte für den Fall vor, daß einer von ihnen von irgendeinem anderen Staate angegriffen wird. Er erstrebt nichts als die Erhaltung der gebietsmäßigen Unversehrtheit und politischen Unabhängigkeit jedes Mitgliedstaates. Die vier Mitgliedsstaaten bilden einen Block von annähernd 50 Millionen Menschen und 3,4 Millionen Quadratkilometer Flächeninhalt. Aus allem Gesagten geht hervor, daß der Schlüssel zum Frieden auf dem Balkan und im Nahen Osten bei der Türkei liegt, welche die Hüterin der Einfahrt ins Schwarze Meer ist. Gibt sie dem Kriegsausweitungsdrang der Westmächte nach und geht sie dabei von ihrer Neutralität ab, öffnet sie also den Kriegsschiffen der Westmächte die Meerengen, dann kann sie weder auf die Hilfe ihrer Partner aus dem Balkanpakt, noch auf die des Nah-Ost-Paktes rechnen, da beide Verträge nur Defensivpakte sind. Nimmt sie aber ihre Rolle als Wächterin und Treuhänderin des Friedens im Schwarzen Meer ernst und sollten dann die Westmächte trotzdem versuchen, die Durchfahrt durch die Meerengen mit Gewalt zu erzwingen, so treten sowohl die Beistandsverpflichtungen des Balkanpaktes wie die des Saadabad-Paktes in Kraft, ganz abgesehen von der natürlichen Unterstützung, die die Türkei in diesem Falle von Sowjetrußland haben würde. Man weiß in Frankreich und England sehr gut um die Hemmungen der Türkei, aber indem man tendenziöse Behauptungen als Tatsachen hinstellt, versucht man, die öffentliche Meinung in den Ländern des Balkans und des Nahen Ostens zugunsten einer kriegerischen Verwicklung im Nahen Osten zu beeinflussen, von der die obenerwähnte türkische Zeitung sprach. Dieser Spannungs- und Unsicherheitszustand zwingt die Staaten des östlichen Mtt- telmeeres und des Schwarzen Meeres dazu, immer stärker zu rüsten und ihre Armeen auf einer Stärke zu erhalten, die den landwirtschaftlichen und industriellen Produktionen einen guten Teil der Arbeitskräfte wegnimmt und die Finanzkraft der betreffenden Länder auf die Dauer ruinieren muß. Dieses Negatioum ist das einzige Beachtliche, das England und Frankreich den betroffenen Ländern zu bieten haben, im Gegensatz zu Deutschland, das ihnen in gleichbleibendem, ja steigendem Maße ihre Agrarüberschüsse abzunehmen und trotz des Krie- ges gegen lebenswichtige Jndustrieprodukte — sogar solche militärischer Natur — einzutauschen vermag. Zeitschriften. — In knapp fünf Jahren ist unsere Luftwaffe aus» gebaut worden und stellt heute eine triegsentschei« dende Macht bar. Wie das möglich war, schilderte der Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberst Milch, dem Hauptschriftleiter der „Sirene" in einer Unter- rebung. Die neueste „Sirene" bringt außerdem einen aufschlußreichen Bildartikel über die Ausbildung der Selbstschutzkräfte während des Krieges. Ein anderer behandelt Derbrennungsschäden am menschlichen Körper. Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Der Nahe Osten und der Krieg. Von unserem Or. He.-Korrespondenien. Dichters Osterspaziergang. Von Otto Anthes. Der deutsche Dichter Emanuel (Seibel war in (ine Vaterstadt Lübeck zurückgekehrt, nachdem ihm ie königliche Gnadensonne von München jäh in Ingnade erloschen war, weil sein Auge über die lyrische Grenze hinaus nach dem größeren Reich haute. So sehr ihm bei diesem Umbruch seines gebens die Heimat als bergender Hafen erschienen >ar, vermochte er sich doch nicht leicht in die Enge er alten schlafengegangenen Hansestadt einzufügen. Um so lieber überließ er sich, als nun Ostern herangekommen war, seiner langjährigen Gewöhnung und schritt in der ersten Frühe des Ostersonntags aus dem Holstentor ins Freie hinaüs. Er war dennoch nicht fröhlich dabei. Die karge giatur des Landes an der Ostsee hielt selten mit tem Kalender Schritt. So war auch diesmal der Himmel grautrübe, es wehte ein kalter Wind, und Sibem lag die Ahnung von einem Ungeheuren, das ch vorbereitete, wie eine schwerdunkle Wolke über >ni deutschen Land. Es war das Jahr 1869. Auf der Puppenbrücke überquerte er den Stadtgraben, schenkte aber dem Gott Merkur kaum einen Nick, obwohl der noch immer in seiner verächtlichen Stellung den alten hansischen Trotzubermut bekundete. Fast schämte er sich des schalkhaften Terschens, das er einmal auf ihn gemacht. Nach Imks hin schaute er, wo die Lachswehr lag em Lustgarten an der Trave, der seine ersten unschul- bigen Jugendliebeleien gesehen hatte unb t)ann seine Hochzeit mit der Heißgeliebten, die ihm der Tod nur allzu bald entrissen. „Alles vorbei, murmelte er vor sich hin. Er war noch nicht alt, noch nicht fünfzig, und doch war ihm, als ob das Leben mit all feinen milden und grelleren Lichtern nun hinter ihm läge und vor ihm nur Dunkel. Denn auch das Schicksal Deutschlands war zweifelhaft, selbst 'hm, bem hoffnungskühnen Herold des neuen Reiches. Zur Hohen Liet wollte er, dem verwunschenen Kalb, von dem eine Ausschau auf die Ostsee winkte, riick ins Weite, Erhebung übers Niedrige. Und : nun fing es auch noch an zu regnen. Der Dichter warf den „Plaid", den er stets statt des Ueberrocks trug, um die Schultern und drückte den Schlapphut tiefer ins hagere, von eisgrauem Schnauz- und rpitzbart umgrämte Gesicht. So kam er nach Nat- 6au, zwischen der uralten Feldsteinkirche und dem Pfarrhaus hindurch, wo Blücher 1806 vor den nach- bränynten Franzosen hatte kapitulieren müssen, weil er kein Pulver und kein Brot mehr hatte. Lauter schwer lastende Erinnerungen! Dann aber stand die Hohe Liet hoch über dem Dorf. Hohe Buchen bedeckten weiträumig die Kuppe der Anhöhe, die man in dieser Umgebung wohl einen Berg nennen mochte, kirchenstill war es jederzeit im Innern, und ein Erdwall umzog das Ganze, wie um es noch deutlicher vom flachen Land ringsum zu scheiden. Wie das ungeheure Hügelgrab eines ganz Großen aus der Vorzeit ragte die Hohe Liet aus dem Land empor. Ein Ackerstück drängte sich wie eine Bucht in den Wald hinein. Dort saß auf dem Wall ein alter Bauer, einen groben Sack über^en Kopf gezogen, anzuschauen wie ein Gnom. Der Dichter empfand plötzlich aus seiner abgrunbtiefen Trauer heraus das Bedürfnis nach Mitteilung. Er breitete feinen Plaid" aus und fetzte sich neben den Bauern. „Nun?" sagte er. „Tsche!" sagte der Bauer. „Tsche!" wiederholte er nach einer Weile. „Dat s nu Ostern." t , „Ja", nickte der Dichter, „das Fest der Auf- erstehung alles Irdischen." Und dann fuhr er herum und setzte jenem wie ein Pistol die Frage auf die Brust: „Was haltet Ihr von der Auferstehung?" Der Bauer wiegte den Kops. „Wie Gott will. Ick stah mit up, ick bliev ook l*"unb dabei könnt Ihr Euch beruhigen?" zürnte Gei bei. „Euer Acker hier, seid Ihr nicht gewiß, daß er seine Ernte bringen wird, rote auch das Wetter heute sei?" v , Dat ward hei woll", antwortete der Bauer bedächtig. „Awwer de Acker roeet dor nix vom" Aber Ihr feit) doch ein vernünftiger Mensch unb könnt denken." lieber ihnen 'm den Busch, der sich von oben schützend über die Stelle neigte, flatterte in diesem Augenblick ein Fink, schüttelte sich und fing, da er sich nun geborgen fühlte, plotz- lich laut und hell zu fingen an „Ho?" lachte der Bauer. „Schall ick oernunfzgen Minschen mi von die unoernünftge Kretur beschämen laten? Hei flaut un piept und singt un roeet von gor nix. Un hofft bat beste." Also hoffen wir das beste! sagte der Dichter grimmig und erhob sich. Als er auf der.Hohe der Kuppe stand unter den lichten Buchen, blinkte weit draußen zwischen zwei Dünenhängen die Ostsee aus. Einen Augenblick nur, aber es war die Sonne gewesen, die die See hatte aufleuchten lassen. Da siel es wie eine Last von dem Dichter ab. „Sonne, Fink und Bauer", sagte er leis vor sich hin. „Wir wissen nichts, aber daß wir vertrauen, das ist alles. — Es muß doch Frühling werden", fügte er mit einem Vers hinzu, den er vor langen Jahren gedichtet hatte und dessen hoffnungsstarke Inbrunst ihm nun wie ein Trost und eine Verpflichtung erklang. Anderthalb Jahre später zerriß der Donner der Kanonen von Weißenburg, Wörth und Sedan den trüben Dunst, der über Deutschland gelegen war, und der Dichter stimmte sein Saitenspiel noch einmal zu dem herrlichen Lied: Nun laßt die Glocken — Darin es heißt: Der Herr hat Großes an uns getan. Kleine Frühlingskantaie. Von Karl Hans Bühner. Was ein rechter Frühling ist, kommt über Nacht ins Land. Es war im März, noch lag dichter Schnee auf Erde und Haus. Die alten Leute im Dorf verhießen.zwar mit dem wechselnden Mond auch anderes Wetter. Es fiel noch einmal Schnee, die Kälte stieg wieder, und der Himmel blieb danach einige Tage bewölkt. Da geschah etwas Seltsames mitten in einer gewöhnlichen Nacht: ich erwachte am Krachen der Truhen und am Knistern des Holzes und hörte es eintönig auf die Rinnen draußen und auf das Blech ums Haus herum klopfen — ich wußte, was dieses bedeutete: der Föhn war von den Bergen herunter gekommen. Es wurde Frühling — Die gan,y> Nacht hindurch strich ein warmer Wind durchs Haus, blies in die Ritzen und fegte im Flur umher. Das Morgenlicht hinterm Vorhang kam eher als sonst und schien, auch ein wenig eindringlicher. Als ich aufftanb, ging gerade der Knecht über den Hof, die Rohrstiefel angezogen, em paar Pflöcke und Bretter unter den Arm geklemmt, und Säge und Beil geschultert. „Es ist jetzt vielleicht schon zu spat, daß du die Fallen in Ordnung bringst, Johannes", sagte ihm die Bäuerin vom Fenster aus. Aber der gab nicht gleich Antwort. Er blieb stehen, sah nach dem jenseitigen Hang hinüber, der auf Rufweite entfernt mar" unb wies nach dem einen Ende des schmalen Wäldchens. „Es dauert noch eine Weile", gab er schließlich Bescheid, „bis das Wasser recht fließt. Es sickert ja vorläufig noch in den Boden ... Uebn- qens ist der Fuchs wieder da. Es wird Zeit, daß man ihm die Pfote drückt", sagte der Knecht, bann topfte er aus dem Hof. „Ach, red net, jo bald schon?" fragte die Bäuerin, schaute mit angestrengt zugekniffenen Augen nach dem Hang hinüber unb erblickte eine dunkle, sich bewegende Stelle im Schnee an der Halde. „Wahrhaftig, der Fuchs ist wieder da, dieser Dieb!" sagte sie ärgerlich unb schlug das Fenster zu. -- . Arn selben Morgen noch gehe ich den Ram #n- auf. Die starken Grasbüschel sind schon vom Schnee entblößt, und die weiße Decke ist an vielen Stellen durchbrochen; da und dort gluckst ein klares Bächlein durch die Furt. Mit seufzendem Laut sinkt der Schnee in sich zusammen. Wind weht mich an, mtt einem Ruch Süßigkeit und Weite und Erde beladen. Die Zunge kostet schon von der künftigen Seligkeit der Welt ... Stetig scheint der Himmel zu wachsen und der Horizont sich zu -erweitern, weil sich die Tage bereits mehr mit Licht füllen, einem vorerst ungewissen, zerstreuten Licht allerdings. Dafür entbehren auch die Nächte das unbestimmte milchige Weiß. Der Mond gibt letzte Klarheit, und die Schatten der Dinge sind wieder schärfer geschnitten. Mit dem Regen kommen auch die Stürme ins* Land. Sie entlauben die Bäume vollends und zerren die letzten Früchte von ihren Zweigen. Aber bann pfeift und singt unb trillert es in aller Frühe vor den Fenstern, die' Vögel sitzen hoch oben in den Kronen der Bäume und singen die Sonne an und weben ihr zierliches Lied in den füllen Morgen. Die Sonne glitzert, funkelt, spiegelt sich in den Wassertropfen, die tausendfältig an den regenschweren, gönzenden Zweigen hängen wie Perlen, durchsichtiger noch als Bernstein, im leisesten Windhauch zitternd vor lauter Angst, daß er sie ab schütteln könnte. Und bann kommt ein Tag, an dem wölbt sich der Himmel rote sonst fern und groß über dem Sichtbaren, mit einer Bläue ohnegleichen, in die man sozusagen tiefer hineinzusehen vermag. Zärt- lieber umgreift sie die Erde, umgreift sie die Werte. Beinah zu messen ist, wie die Sonne täglich ihren goldenen Bogen in die kristallene, bläulich schimmernde Schale hinaufspannt, immer höher in den Zenit hinein. Die Dämmerungen bei unbewölktem Himmel sind nun voller Uebergänge, voll kurzer, unbegreiflich zarter Uebergänge. Schon reicht reder Laut wieder weiter, und das Echo im Wald ist kräftiger geworden. Schon sind die Wiesen von blassem Grün überhaucht, und das erste Blatt sprengt bald die braunen, fiebrigen, schwellenden Knospen. In einigen Wochen steht dann die Sonne wieder hoch über unserem Scheitel, und die Bluten der Hoffnung setzen zu Früchten an <♦« Aus der Stadt Gießen. Fest des Lebensglaubens. w Von Werner Lenz. Die staatliche Gesundheitspflege im Kreise Gießen. Die Gesundheitspflegerinnen als gute Beraterinnen und Helferinnen. In diesem Jahre 1940 fallen Frühlingsanfang und Ostern kalendarisch ziemlich genau zusammen; das bedeutet ein besonders frühes Osterfest nach einem ungewöhnlich kalten Winter. Die Härte dieses Winters, der nun allmählig der Frühlingssonne erliegen muß, ist non Bes ßerbefle. ww.\ Hilfeleistungen. Bei . , ist die ganze Unterstützung lohnsteuerpflichtig. ne zum U , tal** in* xs ."ftj Ä allererste« f öfterem ■ lebha^ ^trolP ersetzte-'' es ) MS ben N waren im wesentlichen geständig. H. ist 16, G. 17, N. 19 Jahre alt. G. wurde erst vor kurzem wegen Einbruchsdiebstahls zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe und die ihm gewährte Bewährungsfrist haben offenbar nicht den geringsten Eindruck auf ihn gemacht. Bei den strafbaren Handlungen des N. und G. wurden insgesamt 95 RM. erpreßt. Der Anklagevertreter führte aus, daß sich H. einer vollendeten und einer versuchten Erpressung schuldig gemacht habe und beantragte eine Gesamtge- ängnisstrafe von einem Jahr, dem Angeklagten G. ei die vollendete Erpressung in 6 Fällen und in einigen Fällen die versuchte Erpressung nachgewiesen, er sei nach dem Sachverständigengutachten geistig einem 18jährigen gleichzustellen, und es müsse deshalb die Verordnung gegen Volksschädlinge gegen ihn angewandt werden. Dem Angeklagten N. seien die gleichen Straftaten nachgewiesen. Gegen G. und N. wurde je eine Gesamtzuchthausstrafe von sechs Jahren und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von fünf Jahren beantragt. Der Verteidiger des G. widersprach der Ansicht des Anklagevertreters, daß G. in geistiger und sittlicher Hinsicht einem 18jährigen gleichzusetzen sei. Der Verteidiger vertrat die Ansicht, daß auf G. das Jugendgerichtsgesetz anzuwenden sei. Der Verteidiger des Angeklagten H. beantragte eine wesentlich geringere Strafe mit Bewährungsfrist. Bezüglich N. beantragte der Verteidiger, dem Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen und von Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte abzusehen. Die Angeklagten N. und G. wurden der raube- , winteiM t werden' t so greif inten 5® . i sein M >n! Oie Berufsschulpflicht Was man hiervon wissen muß. Das Stadtschulamt Gießen teilt uns folgende wichtige Hinweise zur Berufsschulpflicht mit: Der Besuch der Berufsschule ist für das Deutsche Reich einheitlich geregelt durch das Reichsschulpflichtgesetz vom 6. Juli 1938. Danach dauert die Berufschulpflicht drei-Jahre, für landwirtschaftliche Berufe zwei Jahre. Lehrlinge sind darüber hinaus bis zum Ende der Lehrzeit berufsschulpflichtig. Die Berufsschulpflicht ist durch den Besuch derjenigen Berufsschule zu erfüllen, die von der Schulaufsichtsbehörde für den B'erufsschulpflichtigen vorgeschrieben ist. Maßgebend ist im allgemeinen der Beschäftigungsort, nicht der Heimatort. Die Berufsschulen der Stadt Gießen sind von allen m Gießen, Klein-Linden, Wieseck und Heuchelheim be- chäftigten Berufsschulpflichtigen zu besuchen, darüber hinaus von den Jugendlichen anderer Gemeinen des Kreises Gießen, sofern für deren Bezirk eine fachlich gegliederte Berufsschule nicht eingerichtet ist. Anmeldepflichtig sind in erster Linie die Ostern 1940 nach achtjährigem Schulbesuch aus der Volksschule Entlassenen, ohne Rücksicht darauf, ob sie eine Lehrstelle haben oder nicht. Der Schulpflicht in der vorgeschriebenen Dauer unterliegen auch die Schü- ler(innen), hie eine höhere Schule oder eine Berufsfachschule besucht haben. Die Verpflichtung zum Be- uch der Berufsschule besteht für alle Jugendlichen, „Leivenschast." Dieser von Walter Janssen routiniert angelegte und effektvoll durchgeführte Film lebt von der rücksichtslosen Ausschöpfung einer Reche auf der Leinwand immer wieder interessanter Motive: späte Liebe und Eisersucht, Wildererfrevel und Rache, kurzum „Leidenschaft" in ihren sehr verschiedenen Formen, und er weiß sehr geschickt das alt- bewährte Milieu in seinen Dienst zu stellen: das »Schloß, die Waldeinsamkeit der Jagdhütte und fchließlich noch den Gerichtssaal. Die sehr schönen und ^großzügig ausgesponnenen Aufnahmen aus ■einem ostdeutschen Revier, die die charakteristische Verbindung von Wald und Wasser zeigen, heben den Film aus der großen Zahl gleichartiger heraus. Dazu hilft auch die bis in die kleinsten Rollen ausgezeichnete Besetzung. Olga Tschechowa ist eine Frau- die in ihrer Ehe mit dem sehr viel älteren, formvollendeten, aber kühlen Grafen Stein nicht iihr Lebensglück gefunden hat. Im Alleinsein mit ■einem jungen Förster ihres Mannes auf einsamer Jagdhütte erwacht in ihr die Leidenschaft der gro- sßen Liebe, sie fordert von dem Grafen die Scheidung ihrer Ehe, gerät aber in einen Zwiespalt der »Gefühle, als dieser auf die einzige Tochter Anspruch »erhebt. Eine Treibjagd löst den Konflikt, der Graf iwird ermordet, auf sie fällt der Verdacht, das Netz »zieht sich immer enger über ihrem Kopf zusammen, »aber in letzter Minute wird der wirkliche Täter »gestellt, der Graf ist das Opfer eines rachsüchtigen 'Wilderers geworden, ihrem Glück an der Seite ides jungen Försters steht nichts mehr im Wege. 'Man kann frei nach Schiller fagep: „Gräfin! Der 'starb Euch sehr gelegen!" Sie hat zwar nicht die Mordwaffe gegen den Gatten gehoben, aber sie hat mit dem Gedanken gespielt und wer weiß, was geschehen wäre, hätte nicht die Kugel des Wilderers »Schicksal gespielt. Im gleichen peinlichen Zwielicht steht der junge Förster, der nur um Haaresbreite an einem Meineid vorbeikommt. Olga Tsche - ■ chowa spielt mit einem gewissen kühlen Charme !bie Gräfin, als eine sich unverstanden fühlende Frau von dreißig Jahren. Hans Stüwe ist der junge Förster, sein sehr beherrschtes Spiel läßt das 'Bedrückende der zwiespältigen Rolle, in die er geraten ist, ahnen. Paul Otto gibt mit der sympä- ithischen, klarlinigen Noblesse, die diesen Schauspieler in allen seinen Rollen auszeichnet, den Grafen. Otto Gebühr sieht man als einen warmherzigen, verständnisvollen Rechtsanwalt. Fritz Rasp hat seine Studie eines Wilderers mit einer dumpfen Dämonie angelegt. Hilde Körber hat die undank- 1 bare Rolle der um ihr Glück betrogenen Verlobten. Hubert von Meyerinck spielt den gräflichen »Schwager mit dem fatalen Zug des Wissenden um «die Lippen. Dr. Fr. W. Lange. Oie Oamenschneiderin in der Gegenwart. Oie neuen Lohnsteuerrichtlinien 1940 Von Or. jur. et. rer. pol. K Muth, Steuerberater, Serlin. Mit d^r Textilbewirtschaftung, nicht zuletzt mit lder Punktewertung durch die Reichskleiderkarte, hat inicht nur jeder für sich selbst sorgfältig zu rechnen, i vielmehr muffen z. B. auch die Angehörigen des iSchneidergewerbes sich eingehend mit dieser Materie beschäftigen. Dabei ist festgehalten worden, idaß es zwischen dem Schneiderhandwerk und der Konfektion keinerlei Bevorzugungen gibt. Wohl aber iist in der Regelung berücksicht, daß die Kundin der Damenschneiderin einen gewissen Vorteil genießt, «nenn sie bei der Damenschneiderin arbeiten läßt. Bekanntlich werden für den Meter Wollstoff, wenn , ihn die Hausfrau kaufen will, 18 Punkte in Anrechnung gebracht, das bedeutet also, daß für ein Kleid, für das im allgemeinen drei Meter Stoff motwendig sind, 54 Punkte der Kleiderkarte abge- trennt werden müssen. Setzt sich aber die Hausfrau ' mit ihrer Schneiderin in Verbindung, d: h. wird die Anfertigung des Kleides einer Schneiderin über« (tragen, dann sind für diese drei Meter Stoff nur Ä5 Punkte zu geben. Für ein Kleid, im Laden gelaust, müssen ebenfalls 45 Punkte hingegeben werden. Die Hausfrau also, die sich gegenwärtig ein Kleid selbst schneidern will, muß für den Sto nnehr Punkte opfern als dann, wenn die Arbeit durch die Schneiderin geschieht. Dem Damenschneidergewerbe liegen aber noch andere Aufgaben ob. Häufig wird jetzt der Kleiderischrank revidiert und genau daraufhin überprüft, ob ich nicht aus Altem etwas Neues machen läßt, ob mcht vielleicht aus zwei Kleidern, die nicht mehr gerne getragen werden, nicht etwa e i n neues werden könnte. Mit Gewissenhaftigkeit wird deshalb don vielen Frauen und Mädchen der Kleiderschrank vurchgesehen und damit an der Kleiderkarte gespart. Die Damenschneiderinnen in unserer Stadt sind n der Damenschneider-Innung für Stadt und Kreis Dießen organisiert. Im Kreis Gießen gibt es rund *20 Damenschneiderinnen, die ihr Gewerbe selb- rtänbig betreiben. In Gießen sind rund 80 Samen» ■chneiderinnen tätig. Das Gewerbe zählt im Jn- nungsbereich rund 60 Lehrlinge. So, wie in jedem »nderen Handwerksberuf, gilt auch hier das ganze Bestreben der Qualitätsarbeit, die heute mehr als « geschätzt wird. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 23. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Wirsing, % kg 15, Weißkraut 11 bis 12, Rotkraut 14 bis 15, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, .Interkohlrabi 8, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 40 bis 65, Schwarzwurzeln 40, Feldsalat, Vio 15 bis BO, Aepfel, kg 15 bis 35, Birnen 20, Salat, M kg 2,80 bis 3 RM., Endivien, das Stück 15 bis *5 Rpf., Lauch 5 bis 18, Sellerie 10 bis 20, Rettich .0 bis 20 Rpf. Gondergencht in Gießen. Drei junge Leute aus Gießen — der W. N., der h. G. gind der O. H. — hatten sich wegen räuberi- rf)er Erpressung zu verantworten. N. und G. haben in Januar und Anfang Februar d. I. in Gießen unter Ausnutzung der Verdunkelung Männern auf- ; etauert, sie unsittlicher Verfehlungen bezichtigt, «ilweise Gewalt gegen sie angewandt und durch die Drohung, sie bei der Polizei vorzuführen, die Zahlung von Geldbeträgen durchgesetzt. H. hat einen c oberen durch Drohung zu Handlungen genötigt 'Erpressung eines Geldbetrags). Die Angeklagten rischen Erpressung schuldig erkannt und 91. zu einer Zuchthausstrafe von fünf Jahren, G. auf Grund des Jugendgerichtsgesetzes zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren, der Angeklagte H. wegen vollendeter und versuchter Erpressung in je einem Falle zu einer Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt. Sämtlichen Angeklagten wurde ein Monat der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß nach der erwähnten Verordnung das Gericht keine Möglichkeit habe, eine geringere als eine fünf’ jährige Zuchthausstrafe zu verhängen. Da sich G. aber nicht minder als N. vergangen habe, fei gegen G. wenigstens auf die gleiche Straf z e i t erkannt worden. Bezüglich H. wurde ausgeführt, daß von Bewährungsfrist abgesehen worden sei, da gerade die Strafverbüßung auf ihn erzieherisch wirken müsse. Besonders hervorgehoben wurde in der Urteilsbegründung, daß die Tat der Angeklagten äußerst verwerflich fei und daß die Erpressung sich als eines der schwersten Delikte darstelle. Die Bewährungsfrist für die gegen G. wegen Einbruchsdiebstahl vor kurzem erkannte Gefängnisstrafe von sechs Monaten wurde aufgehoben und die Verbüßung dieser Strafe angeordnet. * Die L. H. in Wetzlar war beschuldigt, im Dezember 1939 in Bad-Nauheim öffentlich Aeußerunaen getan zu haben, die geeignet waren, das Ansehen des Reichs, insbesondere der Wehrmacht, zu schädigen (Vergehen gegen das Heimtückegesetz). Die Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von tri er Wochen verurteilt. solange sie nicht eine als ausreichenden Ersatz für den Berufsschulunterricht anerkannte Fachschule besuchen, mindestens 24 Stunden wöchentlich am Unterricht einer anderen öffentlichey oder privaten Schule teilnehmen, im Arbeits- oder Wehrdienst stehen. Schüler und Schülerinnen, die mindestens fünf Klassen einer höheren Schule oder mindestens zwei Klassen einer Berufsfachschule mit Vollunterricht erfolgreich besucht haben, find nach zehnjährigem Schulbesuch auch an anderen Orten mit verlängerter Schulpflicht vom weiteren Besuch einer Berufsschule befreit, es sei denn, daß sie sich in einem gewerblichen Lehr- oder Anlernverhältnis befinden. Die Lehrherren, Dienstherren, Führer von Betrieben oder deren Bevollmächtigte haben den Schulpflichtigen die zur Erfüllung der Schulpflicht erforderliche Zeit zu gewähren und sie zum Besuch der Berufsschule anzuhalten. Zu Beginn des Schuljahres werden die mit der Überwachung des Berufsschulbesuchs Beauftragten darauf aufmerksam gemacht, daß Beurlaubungen mit Rücksicht auf einen regelrechten Unterrichtsbetrieb nur in Ausnahmefällen erfolgen können. Der Urlaub ist dann vorher schriftlich oder fernmündlich bei dem zuständigen Rektor oder Klassenlehrer einzuholen. Steuerfreie Reifekostenentschädigungen. Privaten Arbeitnehmern gewährte Reisekostenoergütungen sind grundsätzlich ohne weiteres steuerfrei, wenn die Ausgaben die Reisekostenentschädigungen der Beamten in gleichen Einkommens- , Verhältnissen nicht überfteigen. Hierfür enthalten d« Richtlinien folgende neue Tabelle, in der nunmehr der für den Vergleich maßgebende Jahres- arbeitslohn genauer bezeichnet ist: Entschädigungen wegen Entlassung aus dem Dienstverhältnis auf Gründ des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit sind steuerfrei. Die Finanzbehörden sind grundsätzlich an die Entscheidungen der Arbeitsgerichte gebunden. Liegt eine solche nicht vor, so haben sie neben der Höhe der Entschädigung, die regelmäßig die Hälfte des letzten Jahresarbeitsverdienstes nicht überfteigen darf, nachzuprüfen, ob eine Kündigung des Arbeitgebers vorliegt, der Betrieb mindestens 10 Beschäftigte umfaßt und der Arbeitnehmer mindestens ein Jahr dem Betrieb an. gehört hat. Daß die Kündigung betriebsbedingt oder unbillig hart gewesen ist, wird nicht sestge- , stellt. Ist die Entschädigung höher bis zur vollen Höhe des letzten Jahresarbeitsverdienstes, so ist zur Erreichung der Steuerfreiheit nachzuweisen, „aus welchen besonderen Gründen die Kündigung möglicherweise als willkürlich oder als ein Miß- ■ brauch der Machtstellung durch das Arbeitsgericht i bezeichnet worden wäre". Hinzurechnungsvermerk bei mitverdienenden Ehefrauen. Der Vermerk auf der Steuerkarte über die Hinzurechnung von 52 RM. monatlich zum Arbeits- : lohn wird bei Vorlegung vom Finanzamt beseitigt, ! wenn der Ehemann seine Einkünfte aus nichtselb- ! ständiger Arbeit verloren hat (z. B. durch Einbe- i rufung zur Wehrmacht) und andere Einkünfte von > mehr als 600 RM. jährlich nicht bezieht. ( In den Lohn - und Wehrsteuerbeschei- ■ nigungen auf der Steuerkarte sind nicht ein- zutragen: steuerfreie Reisekostenentschädigungen, » durchlaufende Gelder, Auslagenerfatz, steuerfreie t Jubiläumsgeschenke und Unterstützungen. Dagegen i ist ihre Aufführung in den Lohnzetteln, die für Ar- t beitnehmer mit Jahresbezügen über 8000 RM. bis N««!, l=6t Z R auf en>. 'Aqt. •t 5lus, de» t/riwrn- Jtomfrancfi cßt/nAtraub Voraussetzung ist für einai guten Jfbrnfrancft - ebenso wie bei Kaffee-die Verwendung frischen Wassers. Zu lange gekochtes oder abgestandenes Wasser beeinträchtigt den Geschmack. Zhre Vermahlung geben Ihre Verlobung geben bekannt Als Verlobte grüßen LS. März 1940 1459 D 01068 Ihre Verlobung geben bekannt Gießen-Wisfeck 1494D Wir haben uns vsrto44 Wir haben uns verlobt Gerda Volk Ostern 1940 01078 01072 Zhre Vermählung geben bekannt Wir haben uns verlobt Ihre Vermählung geben bekannt Berlin, Ostern 1940 z.Z. im Felde 1447 V Gießen-Wieseck, den 23. März 1940 01030 Ihre Verlobung beehren anzuzeigen Statt Karten? Am Ostersamstag haben wir uns vermählt Gießen / Ostern 1940 01063 Marburger Straße 21 Marburger Straße 24 01047 Gießen, Ebelstraße 15 Mainz, Fichteplatz 11 01067 Ihre Verlobung geben bekannt Gertrud Volck Werner Girardet geben ihre Vermählung bekannt Ostern 1940 01083 01038 Mathilde Heils Julius Wellhöfer Heuchelhelm z. Z. im Felde Essen, Adolf-Hitler-Str. 92 z. Z. bei der Wehrmacht Margot Kaufmann Helmut Hoos, Masch.-Maat Or. Max pollermann Frau Marga, geb. Nennstiel Waltraut Müller Horst Fenzen Hildegard Becker Walter Dörr, cand. phys. Gießen-Klei'n-Lnden Ärandweg 16 Gießen, Gnauchstraße 18 z.Z. in Essen Aeronaut. Observatorium Lindenberg Kreis Äeeskow-Storkow Aenne Becker Kurt Hertel Obergefreiter der Luftwaffe Gießen Ludwigstraße 28 1440 V Paul Krämer Meteorologe Fng. Herbert Heym und Frau Margot, geb. Pfeiffer HM K-rt-lss Zhre Dermählang geben delanni Wilhelm Hohmann, Studienassessor Gertrud Hohmann, geb. Siefert Willy Aulenbacher. Erni Aulenbacher, geb. Kreiling Gießen, Schiffenberger Weg 39 Ostern 1940 Karlheinz Etz und Frau Else, geb. Heller Butter ufa.) kann man sie gewöhnlich schnell beseitigen. Dieser Vitaminmangel liegt nun sicher nicht nur in einer unzweckmäßigen Nahrungsaufnahme, vielmehr hat man in zahlreichen Tierversuchen fest- stellen können, daß im Frühling der Organismus übermäßig hohe Vitaminmengen verbraucht und daher trotz normaler Ernährung erkranken kann. So entsteht auch die bekannte r ü h j a h r s m ü d i g- k e i t", die fast jeder von uns kennt, durch einen erhöhten Vitaminbedarf des Körpers im Frühjahr, dessen Befriedigung infolge des um diese Zeit bestehenden Mangels an Frischgemüse schwierig ist. Sowie dann die ersten billigen Gemüse am Markt erscheinen, gehen erfahrungsgemäß die Fälle von Frühjahrsmüdigkeit rasch zurück. Auch andere wissenschaftliche Untersuchungsergeb- nisse der letzten Zeit werfen einiges Licht auf die bisher recht dunklen Ursachen der Frühjahrskrise. So hat man nachgewiesen, daß der kindliche Organismus im Frühjahr eine auffallende Wachstumsbeschleunigung erfährt, eine sogenannte Streckungsperiode, die um so ausgeprägter ist, je stärker die Lufttemperaturen ansteigen. In kalten Frühjahren konnte man das gesteigerte Längenwachstum meist nicht so deutlich beobachten. Wieder andere Forscher entdeckten, daß unser Blutdruck im Frühjahr ganz typischen Schwankungen unterliegt; wahrscheinlich beruht dies auf Gießen, MemelerMr. 8 Oster« 1940 Anni Bolz Herbert Meierkordt, Feldwebel Gießen Gchlachthofstr.^ __E Wir haben uns verlobt Anny Reitz Karl Vorfeld Langsdorf (Heffen) 01099 Gießen, Asterweg 721 Heidelberg, Z. Gießen Ostern 1940 Allen Verlobten und zukünftigen Eheleuten in Gießen und Umgebung gewidmet ist das vornehm ausgestattete, reich bebilderte Haus- und Kochbuch Praktische Winke und Ratschläge für die Hausfrau Kostenlose Vermittlung des Buches nur an Verlobte durch die Geschäftsstelle des Verlages Schulstraße 7. Ludwig Christ Unteroffizier in einer Panzerabwehr-Abteilung Erna Christ geb. Valentin Lin Quell d.Froad« füt den Naturfreund VelMles Leven Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Von Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen ans dem Leben der nie» deren Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan» gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener. Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Dild- folgen aus dem reichen (eben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus d er Freud e am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschicht» liches Urkundenbuch geworden, das hervor- ragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken. Gebunden NM. 4,80. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere betritt. Werbeblätter! Das Buch ist durch lebe Buchhandlung zu beziehen! HugoBermühler Verlag Verttn» Lichterfelde Die Frühlingskrise. Jetzt beginnt die „innere Häutung" des Organismus Von Or. W. Richter. Ihre Vermählung geben bekannt Dieter Großmann Unteroffizier der Luftwaffe Annemarie Großmann, geb. Ziegler Trauung 15.15 Uhr in der Johanneskirche Delmenhorst, z.Z. fm Felde, Gießen, Lahnstraße 15 24. März 1940 Gießen 1. Osterfeiertag Deserstraße 23 Büchertisch. — Fritz Müller-Partenktrchenr Der Kafseekönig. Mit 20 Zeichnungen von Günther Büsemeyer. Leinen 2,85 RM. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. — (19) — Das Leben des deutschen Kaufmanns, wie auch er im Wechsel der Tage und Jahre seinen Mann stellt, ersteht hier vor dem Leser in spannender Handlung. Denn Fritz Müller- Partenkirchen erzählt aus den eigenen Gehilfenjahren von jener Zeit, als die Wogen eines Kaffeekampfes an der Wasserkante über die Kaffeefirmen eines ganzen Volkes brandeten, bis Treu und Glauben des guten ehrlichen Kaufmanns gegen die Raffgier eines internationalen Spekulantentums in letzter Minute den wohlverdienten Sieg errangen. — G. Fr. Kersting: Bilder und Zeichn nungen. ' Eingeleitet von Dr. Klaus Leonhard! mit acht Abbildungen und zehn farbigen Tafeln. Preis 2,80 RM. Verlag Woldemar Klein, Berlin. — (23) — Die Kunst Kerstings ist von großer Innerlichkeit und Zurückhaltung. Richt Verzweiflung und Unrast, nicht Melancholie sind die treibenden Kräfte dieser Kunst, sondern eine besahende Lebenshaltung und jenes „ins Reale Verliebtsein", das Goeche als Voraussetzung für das Gelingen eines Kunstwerkes ansah, spricht uns aus diesen gefühlvollen Schöpfungen an. Von besonderer Delikatesse ist die feine, saubere Malweise. Es gelingt Kersting mit seltener Meisterschaft, das Atmosphärische der Räume einzufangen. Die Abstimmung der Farben ist von außerordentlicher Harmonie, die Uebergänge in den zarten Tönen von einer Fem- heit, die immer von neuem entzückt. -er Tätigkeit einer besonderen Hormondrüse, die einen blutdrucksteigernden Stoff erzeugt und zu den verschiedenen Jahresperioden verschieden stark arbeitet. Auch die chemische Zusammensetzung unseres Blutes ändert sich im Frühling. Wenn auch die letzten Ursachen der „Frühlingskrise" noch keineswegs wirklich geklärt find, Jo hat man doch eine Tatsache mit Sicherheit feststellen können: der Frühling ist e i ne Ze i t de r .'inn ere n H ä utun g", in der die niedersten Lebewesen ist. Wie man heute weiß, beruht diese Frufaahrs- reicher körperlicher und seelischer FnnEJonen vornehmen. Wie der bekannte deutsche Gelehrte Prof, de Rudder festgestellt hat, bringen der aus- aehende Winter und der beginnende Fruhlmg eine Umstimmung aller möglichen Stoffwechselprozesse mit sich, die zum größten Teil von den Hormondrüsen und den „unwillkürlichen" Nerven reguliert und gesteuert werden. Man hat den Frühling mit gutem Grunde als die „Zeit der inneren Sekretion bezeichnet, denn man weiß aus unzähligen Untersuchungen, daß gerade die Tätigkeit unserer Hormondrüsen periodisch mit der Jahreszeit schwankt. Warum die das allerdings tun, warum sie nach der Winterruhe im Frühjahr plötzlich erhöht arbeiten, ist ein ebensolches Rätsel und biologisches Wunder wie das alljährliche Erwachen der Pflanzenwelt und das Ausklingen des Winterschlafes mancher Tiere. Die hormonale „Frühjahrskrise" ist es offenbar, die bei leicht empfindlichen Menschen zu allen möglichen körperlichen und seelischen Beschwerden fuhrt, die aber auch höchste schöpferische Leistungen veranlassen kanti. Gießen, Ostern 1940 Frlebensstraße 13 Großer Stelnweg 12 z.Z. Soldat in einer Aufklärungseknheit 1441 D Gießen Ehemnitz Surg Nordeck Gießen Gießen, Am Kugelberg 59 Marburg Ostern 1940 Unzählige Menschen machen jährlich im März oder April eine körperliche und seelische „Frühjahrskrise" durch. Fast jeder klagt einige Tage oder auch Wochen lang über alle möglichen Beschwerden, über Müdigkeit, „schweren Kopf" oder Schwächegefühl. Die moderne Wissenschaft ist nun den Ursachen dieser merkwürdigen Frühlingsbeschwerden auf den Grund gegangen und hat bei ihren Nachforschungen einige recht wichtige neue Tatsachen entdecken können, die wenigstens eine gewisse Lösung des Rätsels der „Frühjahrskrise" darstellen. Schon seit langem weiß man, daß viele Krankheiten zu bestimmten Jahreszeiten gehäuft auftreten; besonders zahlreich und mannigfaltig sind die Frühjahrs leiden". Man konnte sich lange nicht erklären, warum gewisse Hautausschläge, Ekzeme usw. gerade in den Frühjahrsmonaten so häufig vorkommen. Wir wissen heute, daß der Organismus in dieser Zeit eine gründliche Umstimmung seiner Stoffwechselprozesse durchmacht. Die Neigung zu bestimmten Katarrhen und anderen Erkrankungen nimmt im Frühjahr zu. Im Kriege besondersr wichtig ist die Tatsache, daß die Nachtblindheit im Frühling sehr hau ig ebenso wie der Mensch eine „Umschaltung zahl- Nachtblindheit auf einem Mangel an bestimmten lebenswichtigen Nährstoffen, und zwar dem Vitamin A. Durch vitaminreiche Ernährung (Lebertran, Gießen, Schillerstraße 5 I Kiel, z. Z. Gießen Ostern 1940 Als Verlobte grüßen Luise Hofmann Otto Schneider Gießen Wilgersdorf Hammstraße 19 bei Siegen Ostern 1940 Äurg Nordeck Gießen, Leihgesterner Weg 134 23. März 1940 Nr. 70 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhchen) 2Z./24.MSrzlM W 4 M D M^W WB: ■. ■ : ■'z z> m :r< Das Buch des Dankes in Gießen Können ihr zeichnerisches Hier wird an Muttern geschrieben. in der Gießener Wehr- So Viele Möglichkeiten zu guter Unterhaltung jm Kameradenkreis. 3- B. es N. unsere Stadt von hier scheiden. (Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) er es Hier sind schon viele Mahlzeiten für die Soldaten gekocht worden. Der Doktor 15. Fortsetzung (Nachdruck verboten!) ühlte einen fremden, heißen Blut- 'opf und eine erbärmliche bleierne „Unteroffizier Blank sagt: vielen Dank!" schönen Seele, indem schreibt: „Viel Mädchen gibt hier am Platz, Doch bleib ich treu dem Heimatschatz." im Aufbau befindliches Bekanntenkreisen bestens deutschen Seele. Für die Schwestern aus dem Kreis der Gießener Frauen, die sich für diese Arbeit opferfreudig und unermüdlich schon seit vielen Wochen zur Verfügung stellen, ist das Gästebuch der Wehrmachts-Unterkunft ein stolzer Ehrentitel. Aus dem Gästebuch spricht auf vielen Seiten aber auch die Kraft unserer deutschen Volksgemeinschaft, die sich in Kampf und Sieg erhärten wird. Darauf ist mit dem Deutschen Roten Kreuz auch die Gießener Bevölkerung stolz. Denn unsere Stadt als alter Garnisonort hat ja von jeher immer Wert darauf gelegt, mit der Wehrmacht in engster und harmonischster Verbindung zu stehen. Was aber in den Frichensjahren uns das selbstverständlichste Gebot war, ist es jetzt im Kriege erst recht. Darum freuen wir uns auch, immer wieder hören zu können, daß es den in Gießen durchreisenden Soldaten hier gefällt, und daß sie mit der besten Erinnerung an christlich in herzlicher Form aus. Ein greifbares Spiegelbild dieser Dankbarkeit ist das Gästebuch. Dieses Gästebuch ist ein Buch der tausend Hand- chriften! Man müßte einmal in visionärer Schau Ille die Gesichter der Männer sehen, die sich bei der Niederschrift ihres Dankes über das Buch beugten. Immer sind es deutsche Menschen, deutsche. Sollten, die für einige Zeit ihr privates Dasein ab- 2gten und nun in einer großen Front stehen. Aber n den Aufzeichnungen des Gästebuches kommt der Mensch als solcher wieder zum Vorschein. Man 1 raucht kein Graphologe zu sein, um zu erkennen, nie verschiedenartig die Menschen sind, die hier Worte des Dankes schrieben. Da schreibt einer mit üssiger und markanter Handschrift, selbstsicher Iber die ganze Buchseite, mit großen, klaren Buch- aben: ein anderer zieht sich erst einige Linien auf he unliniierte Seite und kritzelt dann mit dünnem Bleistift seinen ebenso herzlich gemeinten Dank an In der Wehrmachts-Unterkunft des Deutschen Roten Kreuzes in Gießen sind im Laufe der bisherigen Kriegsmonate schon mehrere tausend Sol- baten eingekehrt, die auf der Fahrt zur Front oder tuf der Urlaubsfahrt in die Heimat unterwegs Liaren und hier nach langer Bahnfahrt einige Stun- !«n der Ruhe genießen wollten. Die Schwestern mb Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes, die ch ehrenamtlich in den Dienst der Sache stellen, nb Tag unb Nacht zur Stelle unb betreuen bie Soldaten nach besten Kräften. Alle, die bisher in her Wehrmachts-Unterkunft des Deutschen Roten i.reuzes in Gießen Einkehr hielten, waren hoch- .irfreut über bie gastliche Aufnahme, unb viele brück- sn ihren Dank für alle Wohltat münblich unb Unb barm fann man wieder lesen, wie einer der Soldaten in poetischer und stimmungsvoller Form den Schwestern des Roten Kreuzes Versprechungen macht: Drei Blümlein im Garten, Drei Tannen im Wald, Ich laß Euch nicht warten, Und schreibe recht bald. Einige andere Kameraden geben, ebenfalls in beschwingter Form, dem war kein einziges Fenster hell. Seiner Schätzung nach hatte er etwa zehn Häuser hinter sich gelassen, als er an einem Gerüstbau vorüberging. Etwa dreißig ober vierzig Schritte weiter leuchtete die nächste Laterne, unb bort mußte es wohl sein —? Falsch! Hier war Nummer zwölf! Er war zwei Häuser zu weit gegangen — und ein wenig betroffen ... So traurig war 35 also um seine Instinkte bestellt, daß er an seinem Ziel einfach vorbeigelau- fen war! Er machte kehrt urrb sah einen Wagen, der mit abgeblendeten Lampen die Straße heraufkam. Am blauen Licht neben dem Führersitz erkannte er, daß es eine Droschke war. Sie hielt vor dem eingerüste- ten Hause, „ihrem Hause", dem sich der Doktor inzwischen bis auf wenige Schritte genähert hatte. Und plötzlich drückte sich der Doktor zur Seite gegen den eisernen Zaun eines schmalen Vorgartens, tief in den Schattenschutz des Gerüstbaues hinein. In dem schwach beleuchteten Wageninnern nämlich konnte er deutlich Renate Naumann sehen und neben ihr, ohne das Gesicht zu erkennen, schimmerndes Weiß zwischen schwarzseidenen Aufschlägen, einen Mann im Gesellschaftsanzug ... Dem Doktor traten Schweißtropfen auf die Stirn. Was für eine elende Blamage, wenn er hier entdeckt wurde! Er zog sich den Hut in die Stirn und senkte den Kopf, um sich nicht durch den Schimmer seines Gesichts zu verraten. Er stand so nah, daß gr jedes Wort verstehen konnte: das „Zwomarkfuchzg, Herr!" des Chauffeurs und feine Frage, ob er warten solle, und die Antwort von Renates Begleiter, daß er danke und seinen Heimweg lieber zu Fuß machen wolle. Er hörte das Klirren des Wechselgeldes unb bas fast erstaunte „Dankeschön!" des Fahrers für ein unerwartet hohes Trinkgeld. Und dazwischen den gedämpften Knall des zufliegenden Wagenschlags und das leise Kläcken eines aufspringenden Türschlosses. Dann kletterte der Fahrer ans Steuer zurück, wünschte „Eine gute Nacht miteinand!" und glitt mit seinem Wagen an dem Doktor — der sich in diesem gefährlichen Augenblick unter die Erde wünschte —, ohne ihn zu entdecken, vorbei. Im Hausflur war auf den Lichtknopf gedrückt worden. In dem hellen Viereck, das auf die Straße fiel, sah der Doktor die beiden Schatten. „Ick bin von Bremerhaven her kommen Un bün hier blewen tu Gast, Hew eten un trinken kregen Un hew hier holen Rast, • Smeckt hat hir alles geut Un flopen hew ich sin Ich wüll, ich künnt immer hier sin." Den Swestern vör all de Möh minen hartlichsten Dank. schäft gefreut". So wie in diesem Satz ist es von vielen gesagt worden. Ein anderer sagt es einfacher. andrang zum Müdigkeit in den Knien; es rauschte in seinen Ohren tung auf sie zu. Unter den ersten Laternen bemerkte er, daß seine hellgrauen Flanellhosen bis zu den Knien herauf sich voll Tau gesogen hatten und wie nasse Säcke um seine Beine schlotterten. Die Kneipen, in denen er sich in diesem Aufzug noch sehen lassen konnte, hatten schon längst Feierabend gemacht. Er stand an einer Straßenkreuzung. Zwei Herren näherten sich ihm; der eine trug ein Cello, der andere einen hölzernen Geigenkasten unterm Arm. Der Doktor vernahm Bruchstücke eines musikalischen Gesprächs. „... Und wenn Sie sich auf den Kopf stellen — für mich hört's bei Mozart auf! Was dahinter kommt — —" „Aber, hören Sie —: Beethoven! Beethoven!" „Bis zur .Fünften', jawohl — aber dieses verfluchte Ueberbonnern ..." Die Stimmen verloren sich. Der Doktor sah sich unschlüssig um, als hätte er bie Richtung verloren. Sein Blick glitt suchend über ein Straßenschild und blieb plötzlich daran hängen. Es war, als sei der umherirrende Strahl einer elektrischen Taschenlampe auf ein unerwartetes Zei- chen gestoßen. Das Schild trug die Aufschrift „Do° rotheenstraße" ... „Jetzt aber ehrlich, mein Junge!" murmelte der Doktor etwas bekümmert unb machte ein Gesicht, als habe er seinen besten Freund bei einer Mogelei ertappt. „Hat dich ber reine Zufall hergeweht? Ober--?" Aber er blieb sich bie Fortsetzung ber Frage unb auch bie Antwort schuldig. Er ging langsam bis zur nächsten Haustür und las das Nummernschüb. Der Pfeil unter ber „28" zeigte stadteinwärts; die niedrigeren Hausnummern lagen also weiter draußen. Der Doktor zögerte sekundenlang, bann wandte er sich entschlossen um — in ber entgegengesetzten Pfeilrichtung. . Seine linke Braue, die schon für gewöhnlich em wenig schräg gegen bie andere stand, bildete jetzt zu ihr einen noch schärferen Winkel unb spannte in fein Gesicht einen etwas verwundert neugierigen Ausbruck, als hätte er an sich eine überraschende Beobachtung gemacht, von der er noch nicht recht wußte, was daraus werden sollte Es brannten nur noch wenige Lampen, unb in ber ganzen Straße, soweit er sie überblicken konnte, Dann zieht einer den glücklichen Vergleich: „Ich habe geschlafen wie bei Muttern!" Oder: „Wohlgefühlt, wie schon lange nicht mehr! — Liebe Schwestern, wir danken Euch sehr!" 21 Fahnenjunker geben ihrem Dank gemeinsam mit folgenden Worten Ausdruck. „Für Speis' und Trank und Nachtquartier Ihr lieben Schwestern, danken wir!" Unter den herzlich gemeinten Worten des Dankes ist zwar manches, das ein Reim fein will, aber reimt sich nur mit Gewalt. So zum Beispiel: „Soldaten, die hier schlafen, freut’s, Daß es gibt das Rote Kreuz!" Oder: „In Eurem Heim kehr ich froh ein, Wie ist's so schön, Soldat zu sein." Einer der Schützen verewigt im Gästebuch ein Bekenntnis feiner einmal schien ein Karikaturist zu Gast gewesen zu sein, der bie Gesichter seiner Kameraden in ausdrucksvollen Porträts mit leichten Uebertreibungen festgehalten hat. In einer Blutenlese seien hier einige der hübschesten und originellsten Eintragungen wiedergegeben. Die Grundstimmung der Soldaten, die in der Wehrmachts - Unterkunft bes Deutschen Roten Kreuzes in Gießen Unterkunft und Verpflegung fanden, kommt in dem folgenden Satz zum Ausdruck: „Wir danken für gute unb herzliche Aufnahme bei ben tüchtigen DRK- Schwestern unb haben uns von Herzen über bie unerwartete Hilfsbereit- Unb wer schon einmal .. .. _ „ machts-Unterkunft gewesen ist, kommt auch bei günstiger Gelegenheit roieber. Diese Tatsache kommt in einigen Zeilen zum Ausbruck, in benen darauf hingewiesen wirb, wie gerne man ein zweitesmal Roman von horst Mrnalv. __ also wissen es die meisten immer wieder auf andere Weise zu sagen. Das Gästebuch ist ein Buch des Dankes, es ist aber auch ein Buch der reichen Renates Stimme: „Gute Nacht ..Ein undeutlicher Name, unb: „Es war wunderschön ..." Der Mann:,„Und hoffentlich nicht das letztemal!" Die. Schatten überschnitten sich. Wiege in Wien stand. Unb der Platthuber wird normalerweise aus Oberbayern stammen. Die Berliner ihrerseits lassen meist keinen Zweifel über ihre Herkunft und betonen, daß sie aus der Reichshauptstadt sind. Einträchtig stehen im Gästebuch bie Namen der Berliner und ber Münchener be einander unb dokumentieren auch hier die Volksgemeinschaft. Einige der Soldaten machten die Eintragungen in ihrer heimischen Mundart. Einer der Bayern tut es in lakonischer Kürze: „I dank ui recht scheel Psiat ent Gott!" Einer von der Wasserkante bringt seine Gefühle ebenfalls sehr schön zum Ausdruck, indem er schreibt: so laut, daß ihm die Fortsetzung des Gesprächs verlorenging. Er hörte nur noch die Stimmen, ohne die Worte zu verstehen; aber er hörte, daß die Männerstimme dunkel, zärtlich und werbend war. Das Licht erlosch. Das Schattenspie!l wurde jäh unterbrochen ... Der Doktor preßte die Hand gegen die Rippen ... Und ihre Stimme, ein wenig ängstlich, als fürchte sie das Erwachen des Hauses oder — irgend etwas anderes: „Sie müssen jetzt gehen! Sie haben noch einen weiten Weg ... Also nochmal: Gute Nacht!" „Gute Nacht ...!" Eine Stimme wie Vanille! Und zum Teufel, fand denn dieser Handkuß überhaupt kein Ende? Die Tür fuhr, von dem automatischen Schließer ins Schloß gedrückt, fauchend zu. Das schmiedeeiserne Gitterwerk über der Glasfüllung zeichnete sich wie die Arabesken eines Scherenschnitts auf das Pflaster. Der Begleiter Renates trat einen Schritt zurück und schaute, die Hand wie zu einem Gruß erhoben, in das Treppenhaus hinein, bis bie Lampen von neuem erloschen. Dann zündete er sich eine Zigarette an und ging langsam den Weg zur Innenstadt zurück. Der Doktor trat aus der Dunkelheit heraus unb folgte ihm in weitem Abstand. Was für ein verrückter Primanereinfall! dachte er. Und welche Ironie, daß er feine Antwort so prompt bekommen hatte! Noch jetzt fror es ihn, wenn er sich vorstellte, daß er womöglich entdeckt worden wäre... Er hatte einen pappigen, faden Geschmack im Munde, wie nach einer durchgedrehten Nacht. Und er war grenzenlos ernüchtert und — enttäuscht ... Weshalb eigentlich? Was hatte er denn erwartet? Für sich erwartet? Denn schließlich kann man doch nur ent-, täuscht sein, wenn man das Gefühl hat, irgendwo zu kurz gekommen zu fein. Zu kurz oder — zu spät... „Aha!" sagte ber Doktor, unb biesmal klang es so ähnlich wie: Da haben wir's! (Fortsetzung folgt.) bie Schwestern auf bas Papier; ba schreibt einer zügig unb gewanbt mit einem Füllfederhalter; ein anderer hat gerade nur einen roten ober blauen Buntstift zur Hanb. Aber es gilt alles gleich! Es ist auch mancher Solbat babei, bem bas Schreiben sichtlich kein Vergnügen macht. Ungelenk stehen bie Buchstaben ba; bie Hanb mag bes Schreibens sehr ungewohnt sein. Viele lassen es baher nur bei ber Eintragung ihres Namens. Biele aber haben sich, sicherlich angeregt burch ben angenehmen Aufenthalt in ber Wehrmachts-Unterkunft, burch bie Bewirtung unb die liebenswürdige Hilfsbereitschaft ber Schwestern in größere geistige Unkosten gestürzt unb ben Pegasus gesattelt. Anbere führten ....... auf ben Seiten spazieren; Wunsche Ausdruck, baß sie einen recht tiefen Eindruck gemacht haben möchten; sie wissen es so zu sagen: „Ins Stammbuch schreiben pir uns ein, Wir wollen nicht vergessen sein Im Herzen möchten wir auch geschrieben stehn, Denn bas Stammbuch könnte verlorengehn." Im Laufe des Bestehens unserer Gießener Wehrmachts - Unterkunft hat es sich bereits an ber Front unb in ben Bunkern herumgesprochen, daß man in Gießen sehr freundlich aufgenommen wirb. Darüber braucht man sich nicht zu wundern, wenn man u. a. lieft: „Wir werden Ihr erst Hotel in Freundes- und empfehlen!" hier Einkehr gehalten hat: „Schon zum zweitenmal in Gießen hängengeblieben, und wieder war gut vorgesorgt für uns Lahnbrüchige." Einer der Dichter schildert in seiner Eintragung । einige interessante Einzelheiten der Aufnahme im 1 Hotel Lenz: „Am wärmsten sind die bunten Decken, ■ Man schläft darinnen bis zum Wecken. Man weckt uns pünktlich, nie zu spät, ; Und in der Form sogar di^Sret. Das Hotel Lenz im Standort Gießen Wird von den Schläfern hoch gepriesen." Ein anderer faßt sein Lob in folgenden Worten zusammen: „Ich fahre schon drei Tage Vom Osten nach dem Westen. Es war ’ne große Plage; Bei Euch hier war's am besten!" Das Gästebuch der Wehrmachts-Unterkunft gibt aber auch sonst noch mancherlei Aufschluß. Vor allem kann man aus den Eintragungen erkennen, daß schon Soldaten aus allen deutschen Gauen hier Nachtruhe gehalten haben. Es kann kaum ein Zweifel über bie Herkunft der einzelnen Soldaten sein, wenn man allein die Namen liest. Der Georg Häbele kann nur ein Württemberger sein. Der „Scharnigl" läßt darauf schließen, baß seine 1 Die Luft in den Straßen war erstickend schwer; e;i war, als hätte sie ihr spezifisches Gewicht ver- d-eifacht; und die eingeylühten Steine atmeten Hitze aus. Der Doktor schob sich ben leichten Hut weit ins Genick hinein und bewegte die Schöße seiner Jacke triie ein junger Storch, ber auf bem Nestranb bas Biegen erlernt. Ein heimwärts strebender Mann in den besten sichren überholte ihn. „Gehn S', a Hitz' macht bös fei, Herr Nachbar?" schnaufte er unb wischte sich den Lcchweiß van der Stirn. „Wann man pfeigrab scho bim Tarock schwitzen tuat wie ara Sau!" Er ächzte b: oon, weil er am Marienplatz noch ben „Neun- zchner" erwischen muhte. Der Doktor schlug bie entgegengesetzte Richtung eippi unb schritt rascher aus, um bald aus diesem kuckofen herauszukommen unb in ben kühlen Park- asgen bes Englischen Gartens unterzutauchen. !Am rauschenden Schwabinger Bach entlang kam e: zu ben weiten Reitwiesen, über denen bie fefpinfte zarter Nebelschleier lagen. Der Hügel mit bnn Monopteros stieg schwarz und büfter wie eine e infame Insel aus ben bünnen, flachen Schwaben 3 »gen ben samtenen Himmel auf. lieber ber schla- inben Stadt hing wie eine rofiggraue Wolkenbank b'.r Widerschein der Straßenbeleuchtung. K£ng verschlungene Paare wichen vor ihm in den Irefften Schatten aus, und auf ben Bänken erstarb >t»s Gekicher unb Flüstern, wenn er sich näherte. Der Doktor spürte ein leises Quellen in seinem i; h rzen: eine sanfte, schmerzlose Traurigkeit unb einen ziellosen Neid. Er kam sich verbannt und aus- jtschlossen vor, als sei in einem Kreise von Zechern $ fe Flasche an ihm vorübergegangen. Mit bem Schuldbewußtsein bes Störenfrieds ver- W er bie gewundenen Kieswege und schlug sich iettroärts in die Wiese hinein, deren tauige Gräser 0 beeilt) seine Schuhe unb Knöchel näßten. Wor sich sah er die beiden Türme der Ludwigs- !iid)c schlank und fahl aus dunklen Häusermauern Tiporragen unb stapfte quer über die feuchte Lich auch der Reisende, während der Verdunkelung eine wesentlich gesteigerte S o g f a l t s p f l i ch t hat. Zwar erhöht die Verdunkelung die Betriebsgefahr der Eisenbahn, es ist aber zu berücksichtigen, daß SJ.-fpor/ Fokker hatte sich hier einen Schuppen erbaut, und bastelte darin an Flugzeugkonstruktionen, die ihn später weltberühmt machen sollten. Damals aber fand er seine treuesten Freunde unter den Mainzer Buben, die ihm die Maschine hielten, putzten, Benzinkannen schleppten, und einer der eifrigsten dieser kleinen Helfer durfte mit dem Herrn Fokker sogar einmal einen Flug mitmachen. Dieser ^Flug war eigentlich nur ein Sprung von etwa 2 Meter Hohe, aber er genügte, um das Fahrgestell zu brechen und dem kleinen Fluggast eine unvergeßliche Sehnsucht ins Herz zu senken. Das war die ganze Vorkriegs- liegerei des deutschen Lufthelden Julius Buckler, der als Sohn eines Mainzer Dach d e ck e r s das väterliche Geschäft hatte.übernehmen sollen. Der Weltkrieg hat durch diese Rechnung einen dicken Strich gemacht. Der junge Buckler ging mit seinem Mainzer Infanterieregiment ins Feld, wurde schwer verwundet und nach seiner Genesung für SD-.^re klärt. Das war nun für Buckler ein aussichtsreicher Grund, seine Versetzung zu einer Fliegertruppe durchzusetzen. So kam er zur Fliegertruppe 6 nach Großenhain, und schon vier Wochen spater machte er sein Fliegerexamen mit bestem Erfolg. „Denn wenn man schon als Kind geflogen ist, gelernt ist eben gelernt!" Oie drei fliegenden Dachdecker. Arbeiter erkämpfen sich die Achselstücke und den Pour le msrite. die Verdunkelung eine der Allgemeinheit auferlegte Last ist, die nicht zu einer einseitigen Benachteili« Wer hastet bei Verdunkelungsschäden? Erhöhte Sorgfaltspflicht. Zeder hat seinen Verdunkelungsschaden selbst zu tragen. Tv. Lützellinden—Tv. Katzenfurt Tv. Holzheim—Tv. Dornholzhausen. Katzenfurt hat im letzten Spiel — allerdings Verstärkt an tret end — eine recht gute Partie ge- liefert und gezeigt, daß es auch zu kämpfen ver- steht. Gerade deswegen muß sich Lützellinden zu- sammenreißen, um unter allen Umständen eine weitere Niederlage auf eigenem Platz abzuwenden. Die Ausiichteo ftnü. [oroeit sich ützerjches läßt, ßieifr Ein 'lUteil von vielen Das mir empfohlene Hustenmittel Husta-Glycin war von ganz außerordentlicher Wirkung. Ich bin direkt begeistert davon, denn ich verlor dadurch meine Bronchitis, wogegen ich schon alles mögliche versucht hatte. Auch bei meinem 5jährigen Töchterchen hat es bei hartnäckigem Halsschmerz durch Gurgeln ebenso hervorragend gewirkt. Husta-Glycin wird nie in meiner Hausapotheke fehlen. Baronin Inge von Schilgen, Berlin-W., Admiral - von • Schröder-Straße 10,4. Oktober 1934. - Tausende ähnliche Urteile liegen vor. Husta-Glycin hilft auch Ihnen. Erhältlich in Flaschen zu 1.00 RM. in Apotheken und Drogerien. 892v Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 9; Drog. Pierenkemper, Seltersweg 69; Drog. Bornemann, Bahnhofstraße 17; Drog. Elges, Seltersw. 66; Drog. Seibel, Frankf.Str. 39 Der große Weckruf des Frühlings Oer .innere Rhythmus" in der Natur Don Dr. W. Dietrich Nach einer unfreiwilligen Tätigkeit als Fluglehrer kommt Buckler wieder an die Front; er wird Artilleriebeobachter und leitete das Feuer der 42- Zentimeter-Geschütze auf Verdun. Nach dieser Offen, sive kommt er zur „Jasta 17", wo Hermann G ö. ring und Bruno Loerzer seine Staffelkamera, den werden. In edlem Wettstreit „reinigen" die Staffelkameraden den französischen Himmel, und Buckler hatte schon 26 Siege auf seine Fahne ge- heftet," als ihm am 18. November drei Abschüsse auf einmal gelingen! Der Heeresbericht meldet diesen stolzen Erfolg und nun kann die allerhöchste Ka. binettsorder auch nicht mehr auf sich warten lassen: der Mainzer Dachdecker wird zum aktiven Flieger- offizier ernannt! Am nächsten Tag fällt der 30. Geg. ner, aber dann stürzt Buckler ab. Er, der so oft Der. mundete, hat auch diesmal Glück im Unglück, nur die beiden Arme sind im gebrochen. Am Kranken- bett heftet man ihm den Pour le mgrite an. Ein Vierteljahr später ist Buckler schon wieder in seiner Maschine und er steigert seine Abschüsse bis auf 36. Und heute steht Buckler wieder, wie vor einem Vierteljahrhundert, in den Diensten der deutschen Luftwaffe! tellvertreter Müller und außergewöhnlich: der König von Bayern ernennt den ehemaligen Dachdecker und Spengler zum aktiven Offizier! Max Müller wird somit der erste Offizier der bayerischen Armee, der aus dem Mannschaftsstand hervorgegangen ist. Schließlich folgen auch der Pour le mSrite und der Max-Joseph-Orden, der seinem Träger den persönlichen Adel verlieh. Ende November 1917 kommt Leutnant Max von Müller wieder zur 'Jagdstaffel Boelcke zurück. Schon hatte er auf seiner Abschuß- liste 35 Namen stehen, der nächste Sieg sollte ihm den Tod bringen. Am 9. Januar 1918 taucht über den deutschen Linien ein Engländer auf; Leutnant v. Müller stürzt ich auf den Gegner und siegesgewohnt bringt er ihn zum Absturz. Dieser Tommy ist ein Anfänger und beileibe kein Meister, aber das Schicksal wollte es, daß aus seinem MG. jene Garbe prasselt, die das Flugzeug des Deutschen in Brand steckt. Aus dem Motor schlägt eine hohe Stichflamme, und um der Verbrennung zu entgehen, springt Müller aus dem Flugzeug. Ohne Fallschirm stürzt der Held aus 400 Meter Höhe auf die Erde. Seine Leiche kam in die Heimat, und am 18. Januar 1918 haben die Rottenburger ihren „verwegenen Spenglerlehrling" beigesetzt. Rumey muß warten! können. So werden Hyazinthenknollen getrocknet, um die Ruheperiode abzukürzen: beliebt ist auch die Behandlung der zu treibenden Pflanzen mit Aether oder das sogenannte Warmbad, das besonders beim Flieder in großem Maßstab angewandt wird: die Zweige werden 9 bis 12 Stunden lang in Wasser von etwa 30 Grad C gebadet. Auf diese Weise ist es möglich, den Flieder schon im Spätherbst zum Blühen zu bringen. Auch manche Tiere haben bekanntlich einen Winterschlaf, aus dem sie im Frühjahr erwachen. Es handelt sich dabei keineswegs um einen gewöhnlichen Schlaf, der sich etwa nur durch seine außer- gewöhnliche Länge vom nächtlichen Schlafe des Menschen unterscheidet, sondern der ganze Organismus eines solchen winterschlafenden Tieres ist weitgehenden Aenderungen unterworfen. Seine Körpertemperatur sinkt ganz tief herab, bis sie sich schließlich kaum mehr von der Außentemperatur unterscheidet; die Atmung wird eingeschränkt, und jede Nahrungsaufnahme unterbleibt. Die Wissenschaft hat sich lange mit der Frage beschäftigt, aus welche Weise der Winterschlaf ausgelöst und beendet wird —, aber erst die letzte Zeit brachte die Lösung. Heute wissen wir, daß die Hormone hierbei die entscheidende Rolle spielen. Es hat sich Nachweisen lassen, daß beim winterschlafenden Tiere die Schilddrüse, von der mehrere außerordentlich wichtige Hormone gebildet werden, ihre Struktur völlig verändert; sie wird kleiner und degeneriert sozusagen. Es ist daher zwar möglich, ein winterschlafendes Tier vorübergehend zu erwecken, aber dieses Erwachen ist stets nur von sehr kurzer Dauer. Ist jedoch der Frühling herangekommen, so regeneriert sich die Schilddrüse des winterschlafenden Tieres von selbst und beginnt wieder mit der ,^Hor- monlieferung". Mit ganz überraschender SchneMg- keit geht nun das Erwachen vor sich: Bei einer Haselmaus stieg die Körpertemperatur binnen 60 Minuten von 13,5 auf 35,75 Grad C, bei einer Fledermaus wurde ein Ansteigen von 11,25 auf 33,5 Grad C in nur 14 Minuten beobachtet! Also liegt der Fall bei den Tieren ganz ähnlich wie bei den Pflanzen: auch hier besteht ein jahreszeitlicher Rhythmus, der das Tier im Frühjahr bereit macht, dem großen Weckruf der Natur zu folgen. Da bei D e rd u n ke lun g s un f ä l le n häufig die Frage entsteht, ob und gegen wen der Geschädigte Ersatzansprüche erheben kann, nimmt der Sachbearbeiter des Reichsjustizministeriums, Oberlandesgerichtsrat Dr. D ä u b l e r, in der „Deutschen Justiz" grundsätzlich dazu Stellung. Die Personenschädenverordnung und eine Entschädigung vom Reich scheiden aus, da es sich bei dem Verdunkelungsunfall nicht um eine unmittelbare Folge militärischer Ereignisse handelt. Es ist sonach von dem Grundsatz auszugehen, daß jeder seinen Verdunkelungsschaden selbst zu tragen hat, aber nur dann, wenn ein Dritter bei der Verursachung des Schadens nicht beteiligt ist. Die Verdunkelung hat keinen Einfluß auf die Ersatzansprüche, wenn ein Verschulden des Dritten vorliegt. Wenn jemand in einem nur schwach beleuchteten Treppenhaus zu Fall kommt, oder in der Dunkelheit über ein Hindernis auf dem Gehweg stürzt und den Hauseigentümer für den Schaden verantwortlich macht, dann kommt es darauf an, ob der an sich Haftpflichtige sich an die Ver- dunkelixngsvorschriften gehalten und auch die sonst gebotene Sorgfalt angewendet hat. In diesem Falle ist seine Haftung ausgeschlossen, und der Geschädigte muß selbst den Schaden tragen. Hat es aber an dieser Sorgfalt gefehlt und ist der Schaden dadurch verursacht, so muß er dem Geschädigten für den Schaden hasten. Reichsbahn und Straßenbahnen haften nach dem Gesetz, sofern nicht brr Unfall durch höhere Gewalt oder eigenes Verschulde des Verletzten verursacht ist. Die allgemeine Verdunkelung ist keine höhere Gewa.lt. Bei typischen Eisenbahnunfällen, wie Entgleisen oder Zusammenstoß von Zügen, wird wohl immer ein Verschulden eines Vahnbeamten oder ein Versagen von Vorrichtungen festzustellen sein, so daß die Haftung schon aus diesem Grunde gerechtfertigt ist. Das mitwirkende Verschulden des Verletzten kann aber von erheblicher Bedeutung sein, wenn dieser aktiv am Unfall beteiligt ist, also bei Unfällen auf dem Bahnsteig, beim Ein- und Aussteigen usw. Hier ist zu berücksichtigen, daß jeder Verkehrsteilnehmer, In dem bayerischen Städtchen Rottenburg a. d. Laber gab es um die Jahrhundertwende eine große Sensation. Es war in den Vormittagsstunden und am Marktplatz drängten sich die Menschen zuhauf; alles blickte angestrengt auf die Kirchturmspitze. Auf ihr kletterte nämlich ein Bürschlein umher, in der Rechten den Holzhammer des Dachdeckers und mit der Linken behend um den Turm turnend. „Der is ja gar net angeschnallt!" — „A so a frecha Lausbua!" — „Des muß ma foagn, a Schneid hat da Maxl!" Mit solchen und ähnlichen Gesprächen ber braven Rottenburger wurde das erste Freiluftdebut des Spenglerlehrlings Max Müller begleitet, der in der Folge seinen Mitbürgern noch manchen Schrecken einjagen sollte. Im Jahre 1907, noch nicht zwanzig Jahre alt, machte der Maxl seine Meisterprüfung als Spengler mit der Note „hervorragend", und kurz darauf rückte er beim 1. Bayerischen Infanterieregiment in München ein. Der waghalsige Spengler war mit Leib und Seele Soldat, und schon im zweiten Dienstjahr wurde er zum Unteroffizier befördert. Als solcher meldete er sich zur Technischen Truppe. Anfänglich bei den Kraftfahrern, wurde er im Jahre 1913 mit elf anderen Unteroffizieren zu der neu aufgestellten Fliegertruppe nach Schleißheim versetzt. Hier war nun der Dachdecker Müller ganz in seinem Element. Mit seiner Maschine zwischen Himmel und Erde herumturnend, wird er zu einem der kühnsten Flugschüler, und in den Akten dieser Fliegerformation ist zu lesen, daß der Sergeant Max Müller des öfteren mit Startverbot bestraft wurde, weil er zu toll geflogen sei ... Der Weltkrieg findet die Schleißheimer Flieger als hervorragend ausgebildete Truppe; sie rückt als Fliegerabteilung 1b unter der Führung von Oberleutnant Ehrhardt ins Feld. Sergeant Müller bekommt den Auftrag, den Aufmarsch des Feindes zu beobachten und in vielen Aufklärungsflügen liefert er der Heeresleitung wertvolles Material. Als er einige Wochen später in der Nähe von Pfalzburg eine Notlandung machen muß, kommen ein paar Infanteristen auf die fixe Idee, einen Franzosen vor sich zu haben, und darum lassen sie ihre Gewehre krachen. Mit dem Erfolg, daß der Sergeant Müller abstürzt und sich beide Beine bricht. Man fann sich ausmalen, was Müller diesen Schützen alles zu erzählen gewußt hat ... Lang hielt er es im Lazarett nicht aus Auf zwei Stöcken humpelnd erschien er eines Tages bei feiner Formation, um sofort wieder in seine Maschine zu steigen, lieber 200 Bomben- und Aufklärungsflüge bat er anfangs 1916 schon hinter sich, als er zum Offizierstellvertreter befördert und der Jagdstaffel Boelcke zugtzteilt wurde. Nun war er in der großen Lehre ber Boelcke und Richthofen. Einige Wochen später eröffnete der „Neue" schon die Serie seiner Lustsiege! Nach fünf Abschüssen wurde Müller zum Führer der neuaufgestellten „Jaffa 28" ernannt, und nun begann über dem westlichen Himmel eine emsige Jagd, die dem Franzmann und dem Tommy recht gefährlich wurde. In knapp drei Vierteljahren erledigte der Staffelführer nicht weniger als 24 Gegner, ohne daß seine Staffel auch nur einen Verlust zu beklagen hatte! Die Engländer gerieten darüber in Weißglut; sie schickten ihre besten Jäger auf die Spur des „verdammten Müller", aber der tat ihnen nicht den Gefallen, sich herunterholen zu lassen! Alle 14 Tage hatte sein Flugzeug eine an- bere Farbe, und die Tommies erkannten den Meister erst dann, wenn es für sie zu spät war! Der Heeresbericht erwähnt ben tapferen HMer- gung der Eisenbahn führen darf. Die gleichen Grundsätze gelten für den Sttaßenbahnoerkehr. — Wie jeder Verkehrsteilnehmer ist auch der Kraftfahrer zu erhöhter Sorgfalt verpflichtet. Aber auch hier dürfen die Anforderungen nicht überspannt werden. Der heute noch zugelassene Kraftfahrzeugverkehr ist unbedingt notwendig und darf deshalb nicht durch übertriebene Anforderungen übermäßig gehemmt werden. Wie bei der Eisenbahn, gewinnt auch hier das mitw'irkende Verschulden des Verletzten erhöhte Bedeutung. Auch der Fußgänger insbesondere Hai während der Verdunkelung eine verschärfte Sorgfaltspflicht zu beachten. Dereinsführer Dr. E. S ch w a r z m a i e r die Richtlinien für die zukünftige Arbeit bekanntgab. Getteu der vom Reichssportführer ausgegebenen Parole wird auch die Paddlergilde Gießen mit dem Wahlspruch „Nun erst recht!" in das neue Sportjahr eintreten. Im Verfolg der Kriegsmeisterschasten stndet, wie in den Vorjahren, die Kurzstrecken-Re- g a11 a des NSRL. -Bereiches XII (Hessen) in Gießen statt. An Stelle der alten Renn- paddler gilt es jetzt vermehrt die Jugend zu fördern und zur aktiven Teilnahme an den Regatten heranzubilden. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden zahlreiche Lichtbilder gezeigt. Wir normalen Sterblichen freuen uns einfach über den Frühling. (Nack diesem Winter ganz besonders.) Die Dichter besingen ihn — die Wissenschaftler aber betrachten ihn als „Problem", als eines ihrer interessantesten und wichtigsten sogar. Nun ist in der Tat nicht zu leugnen, daß auch dem „Laien" der Frühling fast in jeder seiner Erscheinungen eine Unmenge von Fragen aufgibt, die mir einmal etwas näher untersuchen wollen. Zunächst ist schon die einfache Frage: Wann beginnt der Frühling? gar nicht so ohne weiteres zu beantworten. Zwar gibt uns der Kalender präzise Antwort: Der Frühling beginnt am 21. März. Aber bekanntlich richtet sich die Natur draußen oft in keiner Weise nach dem Kalender, außerdem wissen mir ja alle, daß der Frühling beispielsweise am Rhein weit früher beginnt als etwa in Ostpreußen. Auch bei völlig normalen Witterungsverhältnissen liegt der Frühlingsbeginn schon in Deutschland um viele Wochen auseinander. Wenn man ihm — das wäre eine Reise für Dichter! — etwa von Italien bis Schweden Nachreifen wollte, so würde die Reise rund 12 Wochen dauern. Wir nehmen im allgemeinen an, daß das Erwachen der Natur am Frühling ausschließlich der Erwärmung der Erde nach der großen Winter- kälte zuzuschreiben sei. Aber ein einfacher Versuch erweist, daß wir uns mit dieser Annahme irren. Wenn man im Oktober nach dem Laubfall einen knospentragenden Lindenzweig ab schneidet und ihn in einer Vase ins warme Zimmer oder ins Treibhaus stellt, dann wird man vergeblich auf das Aufbrechen der Knospen warten. Der Zweig ist noch nicht „bereit" zum Frühling. Die meisten Pflanzen unserer Klimazone verfügen über einen „inneren Rhythmus", der dem Wechsel der Jahreszeiten entspricht. Im Winter haben sie eine Ruheperiode, in der selbst die besten Wachstumsbedingungen, die größte Wärme sie nicht zum Austreiben veranlassen können. Durch bestimmte Kunstgriffe ist es nun aber möglich, diesen jahreszeitlichen „inneren Rhythmus" zu verändern. Besonderes Interesse an der Hervorrusung eines solchen „künstlichen Frühlings" haben natürlich die Gärtner. Man hat denn auch die Ueberwindung dieses inneren Rhythmus an einer ganzen Wissenschaft ausgebildet, um jederzeit über blühende Pflanzen aller Art verfügen zu „Schwere Opfer haben die erfolgreichen Luftkämpfe besonders unter unseren besten Jagdfliegern gefordert. Siege und Heldentod haben lebendigen Geist der Nacheiferung in unseren jungen Jagdfliegern erweckt. Ein solches Beispiel bleibt uns Leutnant Rume y." So meldete am 28. September 1918 der deutsche Heeresbericht, als der fünft- befte deutsche Jagdflieger, Leutnant Fritz Rumey, gefallen war. In 45 Luftkämpfen war er Sieger, und als er am 27. September 1918 einen Engländer im Sturzflug verfolgte und feine Maschine wieder hochziehen wollte, brachen die Tragflügel vom Rumpf. Auch der junge Fritz Rumey hatte es sich nicht träumen lassen, daß er, der Dachdeckergehilfe aus Königsberg, einst aktiver Offizier und Ritter des Pour le m6rite werden sollte! Auf den Königsberger Kirchtürmen und Hausdächern wuchs dem oftpreußischen Handwerker die Sehnsucht zum Fliegen. Bei Weltkriegsbeginn rückte Rumey zum „Grenadier-Regiment König Wilhelm I." ein, wo er seiner aktiven Dienstpflicht genügt hatte. In den schweren Gefechten bei Stallupönen zeichnete sich der Grenadier Rumey aus, so daß er schon im September 1914 das E. K. II erhielt. Nach einem Jahr wurde seinem Gesuch ftattgegeben, und Rumey trat im August 1915 in die Fliegerschule Hundsfeld bei Breslau ein. Es dauerte nur kurze Zeit, bis Rumey als der tüchtigste aller Schüler entdeckt ward; den verlangten Prüfungsflug von Breslau bis Pofen und zurück, der bei der unvorhergesehenen Bodentemperatur von 15 Grad unter Null stattfindet, schafft er als einziger! Dann kommt Rumey als Beobachtungsflieger der Artillerie an die Ostfront. Er erledigte alle ihm gestellten Aufgaben zur höchsten Zufriedenheit, aber ihm selbst wird die Geschichte langweilig. Denn der Unteroffizier Rumey möchte kämpfen! Eingaben um Eingaben, an die Westfront versetzt zu werden, schickt er seinen Vorgesetzten, aber wieder muß Rumey warten. Zwei lange Jahre, bis endlich die Versetzung genehmigt wird. Er kommt aber dafür gleich in die rechte Schmiede — zur Jagdstaffel Boelcke! Hier fliegt er einen gelben Fokkereinsitzer, der bald zu einem gefährlichen Vogel wird! Die Zahl seiner Luftsiege steigt von Woche zu Woche, und anläßlich seines 20. und 21. Abschusses wurde der Vizefeldwebel Rumey zum aktiven Leutnant befördert! Der Pour le m£rite folgt einige Tage später. Und un- besiegt wie Max v. Müller ist auch Leutnant Rumey gefallen .... Gelernt ist gelernt! Aus dem Großen Sand bei Mainz gab es in den unmittelbaren Jahren vor dem Weltkrieg aller- tzaptz Interessantes zu jetzeo. Em gewisser Herr Auf der Ruhmesliste der hervorragendsten deutschen Kampfflieger des Weltkrieges finden sich auch die Namen von drei ehemaligen deutschen Handwerkern, die es durch fliegerisches Können und heldenhaften Mut zum Offizier und zum Ritter des höchsten preußischen Militärordens gebracht haben. Der unentwegte Einsatz unserer Luftwaffe in dem uns aufgezwungenen Krieg gibt uns Veranlassung, die Erinnerung an diese drei Lufthelden wachzurufen. Ein Städtchen in Aufregung. Oie KriegsmeisterschastSspiele der Dezirksklaffe an den Feiertagen. Folgende Spiele werden durchgeführt- VfB.-Rb. Gießen — Ehringshausen. Sportfreunde Wetzlar — 1900 Gießen. Naunyeim — 05 Wetzlar Rodheim — Watzenborn ^jeh'borg. Die Grünweißen verloren bekannttich im Vorspiel mit 1:7. Bei dem jetzigen Spiel roiro das Resultat wohl umgekehrt lauten. Die Bla uweiben fahren nach Wetzlar zu den Sportfreunden. Bei einigermaßen guter Mannschaftsaufstellung dürste es den 1900ern gelingen, einen Sieg zu erringen. Die 05er von Wetzlar müssen nach Naunheim. Das Vorspiel konnten die Naunheimer mit 2:0 für sich buchen. Die Rodheimer haben den Tabellenführer Watzenborn zu Gast. Zu einem Siege dürfte es für die Rodheimer nicht langen, da sie noch zu wenig Spielerfahrung haben. Aber ihr Letztes werden die Rodheimer hergeben. VfB-Reichsbahn Gießen. VsV.-Reichsbahn I. — Tgde. Ehringshausen I. Im weiteren Verlauf der Kriegsmeiftersckafts- fpiele empfangen die Grünweißen am ersten Feiertag auf dem Waldsportplatz die Spieler aus Ehringshausen. Die Gäste waren es, die den Grün- weißen im Vorspiel eine eindeutige Niederlage beibrachten. Inzwischen haben die Grünweißen ihre Mannschaft erheblich verstärken können, und fogai der Sportverein Wetzlar mußte am vergangenen Sonntag die spielerische Ueberlegenheit anerkennen. Wenn auch Ehringshausen morgen durch mehrere Spieler der Vorkriegsmannschaft verstärkt sein wird, dürften die Grünweißen sicherlich das Spiel für sich entscheiden können. Wiederaufnahme der Kußballrunde der Kreisklaffen. Staffelleiter Z i tz e r, Gießen, beabsichtigt die Spiele in den Kreisklassen wieder aufleben zu lassen. Da die kleinen Vereine durch die Einberufungen der meisten Spieler sehr geschwächt sind, wird nunmehr versucht, mehrere Vereine zu einer Mannschaft zusammenzuschweißen, damit die Spieler, die noch daheimgeblieben sind, ihren Fußball- sport wieder aufnehmen können. Man hofft, daß die ersten Spiele am 7. April beginnen können. Damit wäre ein großer Schritt für die weitere Aufbauarbeit getan, und die Spieler hätten wieder ein Betätigungsfeld. Padlergilde Gießen im Jahr 1940. Als Auftakt zum Paddelsportjahr 1940 hielt die Paddlergilde Gießen eine Sitzung aü, j# der der Oie Kriegsmeisterschastsspiele im Handball kurz vor dem Abschluß. Wird Tv. Hochelheim Sfaffelfieger? Während der Meister des Bezirks Kassel der Handballbereichsklasse in dem Tuspo Bettenhausen bereits ermittelt ist, läßt die Staffel Gießen noch immer auf sich warten. Allerdings darf man an« nehmen, daß an Ostern schon die Entscheidung fällt. Der Tv. Hochelheim hat alle Spiele beendet und steht mit nur zwei Derlustpunkten zusammen mit dem Tv. Dornholzhausen an der Spitze b-er Tabelle. Dornholzhausen hat noch drei schwere Spiele, darunter zwei auf fremden Plätzen. Gelingt es, alle diese Treffen siegreich zu bestehen, wird ein Entscheidungsspiel notwendig. Für Dornholzhausen steht also noch sehr viel auf dem Spiel, während Hochelheim die weitere Entwicklung der Dinge in abwartendex Haltung beobachten und für entsprechende Schulung seiner Mannschaft sorgen kann. Denn wenn ihm der Staffelsieg tatsächlich zufallen sollte, wird man ihn auch entsprechend verwerten wollen. Bettenhausen, der Widersacher, ist sehr stark und war vor Jahren schon einmal Gaumeister. Er wird sicherlich auch diesmal wieder alles daran- setzen, um den wertvollen Titel zu erringen. Die Chancen für unseren Staffelsieger sind sehr groß; es ist nur erforderlich, sie entsprechend auszunutzen. Die Spiele sind also keinesfalls als abgeschlossen anzusehen. Die Kämpfe gehen weiter und werden zweifellos noch interessante Begegnungen bringen. Am Ostersonntag treffen sich: Unser treuer Kamerad Im 77. Lebensjahre. Oleßen (Blefdistraße 13), den 23. März 1940. Die Beerdigung findet auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt. Karl im 39. Lebensjahre. Die Geschmackvoll Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 8251 Oleßen (Kaiserallee 12), den 23. März 1940. 01095 1442C <0e- 1496 D 14450 1481 D Stadtjchulamt Gießen, gßaHftf« Hchulrg^ GeweebescWeGiesten im abgelaufenen Schuljahrs Gießen, den 14. März 1940. vor von Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Louis Schmidt, Steinmetzmeister Vornehm Persönlich BrühPeche ■ hi ■ ■ m ■ ■ m ■ Iral-von. ide ähnln hilft Daubringen, den 22. März 1940. Die RpPTdiöun^ findet Sonntag, den 24. März, nachm. 4 Uhr statt gleicher ckehr. - i d) bei üpflichlti gen nich iigela^w nbiq un) isvroem bei k rfen! tyte I liiere i) a r V1 otheker MIT nkempei traße K: kf.Str.35 Am Dienstag, dem 19. März, entschlief sanft nach langem, mit. großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber Sohn 20,— RM. 6,— , 5,— , 3,— , 3,— „ 2- „ Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aue- fUhrungearten eohneli und zu mMOIgen Preleen Ssemestrige Fachschule f. Hochbau, Maschinenbau und Elektrotechnik. Staatliche Abgangsprüfung. Semesterbeginn 15. April 1940. b90D Der Direktor: Tielmann. Wir haben unseren lieben Entschlafenen in aller Stille zur ewigen Ruhe gebettet Die Einlölung der restlichen Raten der Dahlmiete hat ebenfalls an den oben angegebenen Tagen zu erfolgen. Gießen, den 20. März 1940. Der Oberbürgermeister. »•Glycin ng- Ich i verlor h schon meinem ickigem hervor- i nie in zu zahlende siebte Rate beträgt: Familienlogen . , , « . I. Ring . e I e e ■ 8 II. Ring t e e a i • ■ III. Ring e ■ e ■ 6 e ■ mg eint lchthü bsgefch l«rnens