Ur. 46 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Veilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats vezugsprets: Mtt 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: ßrankfurt am Main 11688 190. Jahrgang Keitag,23.5ebruari940 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitülrdruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schutftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. ■ zu befreien und Brudervölker in der Sklaverei der materiellen Güter sie in gleichem Maße unter alle ' dem Paradies des Schriftstellers Wells zu verteilen." Englische Unterdrückungsaktion an der indischen Nordwestgrenze. London, 23. Febr. (Europapreß.) Eine Unter- drückungsattion gegen die Eingeborenenstämme an der indischen Nordwestgrenze wurde bei einem Besuch des Gouverneurs der Nordweftprovinz in Delhi mit dem Vizekönig besprochen. Es soll ein weites Gebiet zwischen Thai, Bannu und Dargai Eine treffende Antwort. Mailand, 19. Febr. (Europapreß.) Die Redaktion des „Daily Herald" in London hat ein Komitee gebildet, das eine neue Erklärung der Menschenrechte erließ, die auf den Grundlagen der internationalen Gesellschaft aufgebaut sein solleil. Diese neue „Erklärung" solle a l s Grundlage für die künftige Friedenskonferenz dienen. Vorsitzender dieses Komitees des „Daily Herold" ist der Schriftsteller H. G. Wells. Ferner gehören dem Komitee Ber- nard Shaw, .der Erzbischof von Port sowie der Oppositionsführer A t t l e e an. Der „Daily Herald" richtete an den Mailänder „P o - p o l o d ' I t a l i a" die Bitte, auch die Ansicht der italienischen Leser erfahren zu dürfen und mitzuteilen, welche Aufnahme diese „neue Erklärung" der Menschenrechte gefunden habe. Der „Popolo d'Jtalia" schreibt hierzu: „Wir beeilen uns, ben? „Daily Herald" mitzuteilen, daß der Gedanke, die Grundlage des zukünftigen Wohlstandes der Menschheit auf dem Papier festzulegen, eine großartige Idee ist. Der „Popolo d'Jtalia" und das italienische Volk erklären sich für begeistert; sie behalten sich aber eine praktische Zustimmung für den Tag vor, an dem England zuerst daran gehen wird, sich von die dem Terror Einhalt geboten, waren die Italiener, die aber nur ein kleines Kontingent gestellt hatten und infolgedessen nur geringen Einfluß auf den Gang der Ereignisse ausüben konnten. Soweit aber der italienische Einfluß ging, wurde Ruhe und Ordnung gewahrt und damit dem Buchstaben der Versailler Regelung Rechnung getragen, der von den Franzosen, Engländern und Polen, also ihren eigentlichen Urhebern, in der zynischen Weise mit Füßen getreten wurde. Ja, die interalliierte Kommission ging in ihrer Parteilichkeit zugunsten der Polen so weit, daß sie als Belohnung für diesen Aufstand den Forderungen der Insurgenten auf Entwaffnung der deutschen Sicherheitswehr und auf Anerkennung einer polnischen „Bürgerwehr" in vollem Umfange entsprach. Damit wurde also der deutschen Bevölkerung der letzte Schutz entzog en. Die polnischen Mord- banden wurden offiziell zu ihrem „Schutz" bestellt, mit der Wirkung, daß von da ab alles Deutsche als vogelfrei galt. Ein offenes Eintteten für die deutsche Sache wurde völlig unmöglich gemacht, da die Bevölkerung durch immer neue Drohungen und Gewalttaten der das Land durchziehenden polnischen Banden in Unruhe und Schrecken gehalten wurde. Durch diese Maßnahmen wie durch den Wahlterror am Wahltage selbst wurden nach vorsichtiger Schätzung weit über 100000 Oberschlesier gezwungen, entgegen ihrem wahren Willen ihre Stimme für Polen abzugeben. Gleichwohl konnte der polnische Wahlterror nicht verhindern, daß Oberschlesien mit überwältigender Mehrheit sich für das Verbleiben beim Deutschen Reich entschied. Es ist bekannt, daß der Völkerbund in Verfälschung des klaren Abstimmungsergebnisses eine willkürliche Zerreißung vornahm und große rein deutsche Gebiete an Polen gab, weil Polen sie angeblich zum Ausbau seiner nattonalen Wirtschaft benötigte. Aber auch nach dieser Abstimmung konnte das gequälte Land nicht zur Ruhe kommen. Sogleich nach dem 20. März setzte in der ganzen Provinz ein Flüchtlingsstrom aus den Randgebieten in die größeren Städte ein. Und dennoch: All dies war nur ein Vorspiel, das Schlimmste stand erst noch bevor. Um gegenüber dem für Polen ungünsttgen Abstimmungsergebnis eine widerrechtliche vollendete Tatsache nach bewährtem Muster, wie etwa im Falle Wilna, das wenige Monate vorher den Litauern durch einen polnischen Handstreich geraubt worden war, zu schaffen, tzab Korfanty am 3. Mai 1921 das Zeichen zum dritten polnischen A u f st a n d , der, wie zahlreiche Dokumente beweisen, auf das Betreiben der WarschauerRegierung zurückginy und durch Entsendung von Angehörigen der regulären polnischen Armee wie durch polnische Munittonssendun- gen nachhaltigste Unterstützung erfuhr. Wenn das Ziel des Aufruhrs, ganz Oberschlesien entgegen dem Abstimmungsergebnis in polnische Hände zu bringe«, nicht erreicht wurde« so war das Genug Franzosen, um Englands Schlachten zu schlagen Ein offenes Wort Hore-Belishas. Oer Wehrmachtsbericht Erfolgreiches Spähtruppunternehmen an der Westfront. Berlin, 23. Febr. (DRB.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront zwischen Mosel und Pfälzer Wald lebhaftere Tätigkeit im Vorfeld. Bei einem erfolgreichen Spähtruppunternehmen gegen Apach und bei einem erfolgreichen Heber- sall auf die Besatzung des Heydt-Waldes westlich Merzig wurden mehrere Gefangene eingebracht. Unsere Spähtrupps erlitten keine Verluste. Die Luftwaffe führte in größerem Umfange Aufklärungsflüge über der Nordsee, den britischen Inseln und Oftfrankreich durch. Zwei deutsche Flugzeuge kehrten vom Englandflug nicht zurück. Von drei in die Deutsche Bucht eingeflogenen britischen Flugzeugen wurde eines vom Typ Vickers Wellington durch ein Messerschmitt-Flugzeug a b g e s ch o s s e n. Der WehrmachtSbericht vom Donnerstag. Berlin, 22. Febr. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westen klärte die Luftwaffe in verstärktem Maße über Ostfrankreich auf. Trotz feindlicher 3agdabwehr erlitten die deutschen Aufklärer keine Verluste. Der Versuch feindlicher Flugzeuge, über die Westfront nach Deutschland einzufliegen, scheiterte. Das Martyrium der Volksdeutschen in Oberschlesien Oer Blutterror des Korfanty-Aufsiandes unter Duldung der Westmächte. ,churchgekämrnt" und ein Vorstoß gegen Ahmedzai unternommen werden, da man dort die Stützpunkte von drei Unterführern des legendären Fakirs von I p i vermutet. Durch diese Maßnahmen soll auch die Straße von Bannu nach Kohat gesichert werden, auf der in letzter Zeit zahlreiche Ueberfälle vorgekommen sind. Die gesamte Front ist unter militärische Verwaltung gestellt worden, die die „Besttafung" aller mit den „Redellen" sympathisierenden Stämme ankündigt. Berlin, 22. Febr. (DNB.) Amtlich wird verlautbart: Die in den Septembertagen in Polen ermordeten 58 000 Volksdeutschen sind nur die letzten Opfer systematischer Unterdrückung und Ausrottung. Schon einmal im Verlauf der Jahre, in denen deutsches Volkstum dem polnischen Staatswesen anoertraut war, hat dieser Staat sein wahres Gesicht des Terrors und Mordes gegenüber allem Deutschen in furchtbarer Weise enthüllt: In den Jahren 1920 bis 1922 währendder Abstimmung in Ob erseh l e si e n. Angesichts des überwiegend deutschen Charakters dieses Gebietes, das feine wirtschaftliche Blüte ausschließlich Deutschland zu verdanken hatte, sahen sich selbst die Machthaber von Versailles genötigt, über das endgültige Schicksal dieses Landes eine Volksabstimmung entscheiden zu lassen. Man war sich in Polen sofort klar, daß, wenn diese Volksabstimmung rechtmäßig durchgeführt würde, Polen sich niemals Hoffnung machen könne, Oberschlesien je in seine Hand zu bekommen. Infolgedessen entschloß man sich, die Volksabstimmung- zu einer bloßen Formalität zu machen, vorher schon vollendete Tatsachen zu schaffen und das deutsch gesinnte Oberschlesien durch blutigen Terror niederzu- halten. , Schon Ende 1918 war man auf polnischer Seite dazu übergegangen, die aufgehetzte polnische Minderheit Oberschlesiens mit Waffen zu versehen und zu Band en zusammenzu- fassen, die durch Angehörige der regulären polnischen Armee und durch dunkle Elemente aus Jnnerpolen aufgefüllt wurden. Die polnische Leitung dieser Organisation lag in den Händen des berüchtigten Agitators und Bandenführers Korfanty Als im Januar 1920 nach Inkrafttreten des Versailler Diktates die deutschen Truppen, die im August 1919 einen ersten polnischen Aufstandsversuch in wenigen Tagen niedergeworfen hatten, das Land verlassen mußten, und an ihrer Stelle eine interalliierte Abstimmungskommission mit einer internationalen Polizeiarmee, die in der Mehrzahl aus Franzosen, daneben aus Engländern und Italienern bestand, ihren Einzug hielt, da hielten die Polen endlich ihre Zeit für gekommen. Am 19. August 1920 begann nach genau vorbereitetem Plan der Aufstand, der sich sehr bald über aanz Ostoberschlesien ausbreitete und vor allem in den Landbezirken den brutalsten Terror entfaltete. Es war noch als milde zu bezeichnen, wenn deutsche Dörfer, wie z. B. die Ortschaft Anhalt, von den Insurgenten in B r an d gesteckt, wenn Deutschgesinnte aller Bevolkerungsschichten mißhandelt, verschleppt und aus ihren Wohnungen oertrieben wurden. Denn gleichzeitig mit diesen Maßnahmen setzte ein zielbewußtes und systematisches Morden ein, das mit einer kaum vorstellbaren Bestialität vor sich ging. Die französischen und englischen Kontingente blieben diesem Treiben des verbrecherischen polnischen Gesindels gegenüber, tatenlos- Die einzigen« Amsterdam, 22. Februar. (Europapreß.) Ein Zettungsaufsatz des früheren englischen Kriegsministers Hore-Belisha im „News of the World" war mit verschiedenen leeren Absätzen erschienen, sodaß es offenbar war, daß der Zensor Einspruch erhoben hatte. Chamberlain erklärte nun im Unterhaus, der Außenminister habe gegen gewisse Absätze Einspruch erhoben, weil diesen als Meinungsäußerung eines ' früheren Kabinettsmitgliedes zu großes Gewicht beigelegt werden könnte. Doch habe Hore-Belifha dann entschieden, sie sollten ganz ausgelassen werden. In seinem Aufsatz erklärte der Jude Hore-Belisha offen: „Bei diesem ^rieg geht es ums Ganze. Verliert ihn England, ist es mit seiner wirtschaftlichen Vormacht zu Ende. England wird dann nur noch ein einflußloser Mittelstaat sein, der nicht mehr die Reichtümer der Welt für sich einziehen kann." Hore-Belisha ruft daher die englische Nation zur äußersten Kraftanstrengung für die Verteidigung der Plutokratie auf. Er verkündet aber sogleich in den nächsten Sätzen, daß er damit nicht etwa meine, England solle nun selbst in den Krieg ziehen. Nein, mit zynischer Offenheit schreibt er: „Es ist ein Unsinn, so viel Engländer nach Frankreich zu schicken. Englands Stärke ist die Materialherstellung und der Handel. In Frankreich gibt es genug Franzosen, die für uns die Schlachten schlagen können." Aber selbst der Jude Hore-Belisha muß am Schluß seines Artikels schreiben: „Dennoch müssen wir uns darüber klar sein, daß trotz der englischen Hilfsquellen dieser Krieg wirtschaftlich nur schwer zu gewinnen sein wird!" den deutschen Freiwilligen zu danken, b-rä sich aus allen Gauen des Reiches in Oberschlesien zusammenschlossen und zwei Drittel des Landes vom polnischen Joch freihielten. Heber das letzte Drittel dagegen hielt die interalliierte Kommission ihre! „schützende" Hand. Ihr ist es zu verdanken, daß dis polnischen Mordbanden in Ostoberschlesiert mehr als zwei Monate lang ein Schreckensregiment errichten konnten, das in der moder nett Geschichte seinesgleichen sucht. Mieder waren es« wie beim zweiten Aufstand, allein die Italiener, die ihren Schild rein hielten und ihrs ihnen durch Versailles auferlegte Pflicht restlos zuitt Schutze der ihnen anvertrauten Bevölkerung erfüllten, restlos bis zum Tode: 31 Angehörige des italienischen Besatzungstruppen opferten ihr fiebert als Blutzeugen im Kampf gegen die vvlnifche Barbarei. Die Engländer dagegen sahen dem Treiben der polnischen Horden untätig zu: Was wach schon ein deutsches Menschenleben, das Leben eines armen gehetzten Angehörigen des eben besiegten! und gedemütigten Voltes, in den Augen der Henkes der Welt? Die Franzosen machten sogar gemeinsame Sache mit den Insurgenten, leisteten ihnen bei ihren Untaten Beihilfe und machten! sich also in noch aktiverer Weise als die Engländer mitschuldig an den fürchterlichen Verbrechen, die art wehrlosen deutschen Volksgenossen begangen wurden^ Während des Mai- und Juniaufstandes mußten unzählige Oberschlesier unter den grausamsten Umständen ihr Leben lassen. Weitere Tausende, darunter Frauen, Greise und Kinder, wurden verhaftet, mißhandelt und verschleppt. In die vielen! Zehntausende geht die Zahl derer, die Haus untN Arbeitsstätte verlassen mußten, deren mühsam erworbenes Eigentum geraubt ober zerstört wurde, sa daß sie nur bas nackte Leben retten konnten. Die Schud für diese Vorgänge trifft die damalige polnische Regierung, die hinter den Insurgenten stand, sowie die polnische Armee« deren Angehörige im Auftrag ihrer Vorgesetzten an den schlesischen Aufständen teilnahmen. Die Schuld trifft die führenden Schichten des Polentums, welche in verbendetem großmannssüchtigen Chauvinismus die Horden Korfantys zu chrem Tun an* spornten, ja, sich ihnen anschlossen. Ein Teil der Wettpresse hat über diesen Sachverhalt nie einen Zweifel gelassen. Aber die Regierungen der sog. „großen westlichen Demokratien", die damals über das Schicksal Europas zu entscheiden hatten« schwiegen. Nachdem sie die polnischen Verbrechen über zwei Jahre geduldet, ja begünstigt hatten, trugen sie keine Bedenken, in offenem Widerspruch zu dem für Deutschland überwältigend günstigen Abstimmungsergebnis Hunderttausende deutsche« Menschen ihren Peinigern zu überantworten und sie damit einer neuen jahrzehntelangen Leidenszeit entgegenzuführen, aus der fi# erst nach einem letzten und furchtbaren Blutopfej erlöst werden sollten. Das ist eine verblüffende Offenheit. Warum spricht Hore-Belisha mit dieser brutalen Deutlichkeit, obwohl er als Kriegsminister mit den französischen Generalen zu kokettieren versucht hatte? Wir begnügen uns nicht mit dem an sich vollkommen richtigen Hinweis, daß jeder Handels- und Geldstaat eine Abneigung gegen eigene Kriegsleistungen und eine Vorliebe für das Söldnertum in allen Erscheinungsformen immer hatte und haben wird. Dieses Gefühl fitzt zwar sehr ties in der englischen Volksseele, ist aber zu allgemein, um die ganz besondere Ausfälligkeit von Hore-Belisha zu rechtfertigen. Denn darüber muß man sich klar sein. Hore-Belisha hat seine erstaunlichen Worte aus einem bestimmten Grund ausgesprochen, der in den Strömungen und Unterströmungen der echten englischen Volksmeinung zu suchen ist. Zum Glück helfen uns einige englische Schriftsteller auf den richtigen Weg. Harald N i c o l f o n spricht in seinem dreibändigen Werk über die englische Diplomatie vor und nach dem Weltkrieg wiederholt von dein heftigen „G r a n a t e n s ch o ck", den das englische Volk erlitten hat. Auch in der englischen erzählenden Literatur und in der Dramatik finden sich ganz deutliche Spuren des über- wälttgenden Eindrucks, daß hunderttausend Engländer im Weltkrieg auf den Schlachtfeldern fallen mußten. In der englischen Militärliteratur formuliert der bekannte Liddel Hart dieses, Gefühl mit äußerster Schärfe, indem er sagt, das englische Reich vertrage keinen Blutverlust mehr, wie ihn die englische Jugend bei Passchendaele (in der Ppern- Schlacht 1917) erlitten habe. Er spielt damit darauf an, daß die Söhne des englischen Adels, der Beamten und Offiziersfamilien und auch der „Mittelklassen", also der eigentliche Nachwuchs zur Erhaltung des Reiches, dort dezimiert worden feu Wie es mit der Moral der englischen Truppe am Kriegsende aussah, erzählt kein anderer als Winston Churchill in seinen Erinnerungen. Er wurde eigens zum Kriegs Minister gemacht, weil in London selbst eine Meuterei loszubrechen drohte, die sich an einer Einzelftage (über die Art der Demobilmachung) entzündete. Wer alle diese Belege klar vor Augen hat, zweifelt nicht, daß Hore-Belisha mit seinen brutalen Worten dem englischen Volksempfinden Rechnung tragen wollte, das innerlich vor neuen und vielleicht größeren Blutopfern zurückbebt. Daß nicht alles zum besten bestellt ist, geht auch aus anderen Symptomen hervor. Zu Kriegsbeginn wurde em Sinq-Sanq (Chanson) in England geflissentlich verbreitet, in dem jubelnd mitgeteilt wird, datz^ die Tommys ihre Wäsche zum Trocknen an der „eieg« fried-Linie" (wie die Briten den Westwall nennen) aufhängen wollen. Das Liedchen ist sehr bald verstummt. Auch ist in England — natürlich nicht gerade aus den Kreisen um Hore-Belisha — das Stichwort ausgegeben worden, die Tommys durften keine Französinnen heiraten, „um die englische Rasse nicht zu verderben". Die Französinnen sind-also gut genug zum Vergnügen, aber nicht zur Ehe. Hier gesellt sich zum englischen „Granatenschock noch. der alte insulare Hochmut, den die Franzosen m ihrer Geschichte so oft an den Engländern beklagt haben und dem i° in der Literatur sowohl wie m der Volksmeinung so manches Ermnerungsblattchen g- bunden haben. Das französische Volk ist in den Auqen der Briten eine rassisch minderwertige Na tion so etwas wie ein indischer Volksstamm, wie Koffern, Zulus oder andere Völker, die nur dazu da sind, ausgebeutet zu werden. den englischen Bundesgenossen ist es eine Schande sich b utemaßig mit den Franzosen zu vermischen, dafür ist Franr- reich aber ausersehen, sein Blut zur Schonung britischen Blutes LU vergießen. - Horst Weffel. Zum IV.Todestage des nationalsozialistischen Freiheitskämpfers. Von Viktor Luhe. Heute vor zehn Jahren ging eine Kunde durch Deutschland, die in einem kleinen Teil deutscher Menschen Trauer und Wut auslöste, den größten Teil überhaupt nicht interessierte, und einen anderen Teil mit hämischer Freude, der Freude des Verbrechers, erfüllte. Es war die Nachricht, daß bet SA.-Sturmführer Horst Messet seinen Verletzungen erlegen sei. Wochenlang hatte er zwischen Leben und Tod geschwebt seit dem Januartage, an dem ihn dis Kugeln verhetzter und vertierter Menschen nieder- gestreckt hatten. Gedungene Mörder wollten in Horst Wessel den verhaßten Nationalsozialismus treffen. Sie hatten sich den jungen Sturmführer als Opfer ausgesucht, weil er ihnen das Sinnbild war für den Geist, den sie verachteten und ven fluchten. Den Geist, den sie töten wollten, weil fte ihn nicht mochten, weil er ihnen und ihrer Absicht gefährlich wurde; den Geist, von dem sie instinktiv fühlten, daß er ein anderes Deutschland schaffen würde, als sie es wollten, ein Deutschland, in dem kein Platz mehr sein würde für Leute ihres Schlages, sondern nur noch für wirkliche Deutsche. Der Mensch Horst Wessel ließ sie kalt, aber der SA.« Sturmführer, der sollte fort, der mußte fallen. Dieser Sturmführer, der die nationalsozialistische! Idee predigte, der sie als Arbeiter der Stirn und der Faust, als Student und Arbeiter verlebtet furchtlos zog er mit feiner braunen Kolonne durch die Straßen Berlins, die jenen allein gehört hatten bis dahin. Immer mehr Menschen klärte er auf, überzeugte sie von der Richtigkeit des Nationalsozialismus. Immer mehr stellten sich in seins Reihen. Aus ihren eigenen Reihen holte er sie fyert aus, bekehrte sie von ihrer Lehre des Kommunist mus und machte sie zu überzeugten SA.-Männern^ zu Kämpfern für AdolfHitler. Und nicht die Schlechten, nein, gerade die Besten gingen zu diesem jungen Menschen, reihten sich ein in bie Stürme und folgten dann genau so freiwillig und- begeistert wie er selbst der Standarte. Das durfte nicht fein, das wollten sie verhindern, es ein für form willen neue wird gemeine neue, bessere Ordnung, eine soziale Gerechtigkeit, und endlich einen dauerhaften Frieden! und sind uns aus fche ewige Mahnung. In dem Bewußtsein, sich jederzeit seines großen Opfers erwiesen zu haben, senken wir auch an diesem 23. Februar wieder die Standarten und Fahnen am Grabstein auf dem Nicolai-Friedhof ziu Berlin. Und wieder werden, wie alljährlich, Kränze und Blumen den Hügel schmücken, und ein Volk wird sich zu seinem Helden bekennen wie zu allen Opfern, die die deutsche Geschichte bis zum heutigen Taae von ihm gefordert bat All diese Opfer ehren wir in Horst Wessel, die Toten der Kriege und die Toten der Bewegung erfüllen ihr Vermächtnis und erneuern den Schwur, den sie gehalten haben im Leben und im Sterben. Gemäß alter Anschauung ist mit dem 65. Lebensjahr jener Zeitpunkt erreicht, da sich der Mensch nach einem arbeitsreichen Dasein zur wohlverdienten Ruhe setzen kann. In Behörden pflegt man manchmal vom „pensionsreifen Alter" zu sprechen. Aber Konstantin Hierl, der seiner Natur nach immer ein soldatischer Führer war, hat die „Behörde" nie als eine erstrebenswerte Organisations- Feinde. Und so, wie aus dem inneren Sieg eine Ordnung und soziale Gerechtigkeit wurde, so der äußere Sieg Europa und der Welt brin- Konstantin Hierl. Zn seinem 65. Geburtstag am 24. Februar. Generaloberst von Brauchitfch in Krakau. Krakau, 23. Febr. (DNB.) Nach mehrtägigen Truppenbesichügungen im Osten -des Generalgouvernements traf der Oberbefetstshaiber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, in Krakau ein. Aus dem großen Exerzierplatz Blonra begrüßte er besonders die alten Soldaten, sprach über die zu erfüllenden Aufgaben und gab dem Willen der Soldaten Ausdruck, unter Einsatz aller Kräfte den uns von England ausgezwungenen Kampf bis zum siegreichen Ende durchzuführen. Dann wohnte er dem Dienst mehrerer in Krakau stehender Truppenteile bei. An den Gräbern der in Krakau ruhenden deutschen Soldaten legte er einen Kranz nieder. Dann fuhr er zur Burg, wo ihn der Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank begrüßte. Abends fand ein Beisammensein mit den Offizieren der Krakauer Dienststellen und Truppenteile statt, an dem auch der GeneralgouVerneur Reichsminister Dr. Frank teilnahm. Generaloberst von Brauchitsch sagte in einer Ansprache, er verstehe das Drängen jedes Soldaten, an die Front zu kommen. Ohne ein Offiziers- Unb immer, wenn sich am 23. Februar bie Standarten und Fahnen am Grabe Horst Wessels zu Ehren aller Toten der Bewegung senkten, dann erneuerten wir den Schwur, das Vermächtnis unseres Sturmführers weiterzutragen, fein Erbe getreu feinem Vorbilde zu erfüllen und zu jeder Stunde auch die letzte Kraft einzufetzen für das Leben und den Sieg unseres Volkes. So haben erst Hunderttausende, dann Millionen diesen Schwur nachgesprochen und heute steht er als stumme Mahnung im Herzen von 90 Millionen. Das Opfer Horst Wessels hat damit feinen tiefsten Sinn erhalten. Aus ihm sind die Kräfte gekommen, die uns schließlich die Macht erringen, die uns die innere Freiheit erkämpfen ließen, und die uns heute auch die äußere Freiheit in diesem Schicksalskampf gewinnen lassen werden. Damit zugleich ist der Tod Horst Wessels für uns Männer mehr als ein Symbol geworden. Ebenso wie die Kameraden von der Feldhermhalle im letzten Einsatz das Leben gaben für ein besseres Morgen, und heute für uns die „Ewige Wache" sind, ist das Opfer Horst Wessels immer im Herzen lebendig geblieben, und immer dann, wenn harte * große Entscheidungen unserer harrten, dann wir ihm am nächsten. Dann erinnerten wir am spürbarsten seines Todes und holten darneue Kraft. Wir wollten gleich ihm nur deut- Kämpfer fein, wollten gleich ihm nur eins: Die Freiheit und die Ehre unseres Volkes. In dieser Erkenntnis hat nun in unserer Zeit des Krieges und des deutschen Kampfes um-die äußere Sicherheit der größte Teil der SA.-Männer das Braunhemd ausgezogen und ist zu den Fahnen der Wehrmacht geeilt. So wurde aus dem politischen Soldaten der Kämpfer der Front. Gleich geblieben aber ist der Geist dieser Männer. Zehn Jahre sind nach dem Tode Horst Wesiels vergangen. In dieser Zeitspanne ist die Saat aufgegangen und ein Mannestum herangewachsen, in dem sich die besten Tugenden der Deutschen vereinen, in dem sich Disziplin und Ordnung, Zucht und Einsatzbereitschaft paaren. Horst Wessel ging einst unseren Männern voran in den Straßenkämpfen und Saalschlachten. Er steht auch heute vor jedem Kämpfer. Sein Vorbild ist Verpflichtung, und fein Geist Es hätte vielleicht die Frage auftauchen können, ob nicht der Zweck des Spatens, die Aufbauarbeit, und der Zweck des Gewehres, die Zerstörung, sich gegenseitig widersprächen und so das Erziehungsziel des Reichsarbeitsdienstes gefährdet würde. Aber bie nationalsozialistische Iugenb hatte bereits gelernt, baß Krieg unb Frieben nur zwei verschiedene Formen der Politik, daß Wehrdienst und Arbeitsdienst nur zwei verschiedene Mittel zum Zweck sind, daß beide nur einen einzigen Sinn haben: das Leben des Volkes zu erhalten, zu sichern und zu erhöhen. , Es ist klar: ohne d-en Einsatz des Reichsarbeitsdienstes wäre manche wichtige Verteidigungsmaßnahme — seien es die Befestigungen im Westen, fei es der Bau von Brücken und Straßen im Osten — wohl nicht so schnell vollendet worden. Es ist weiter klar, daß dieser wehrpolittsche Einsatz nicht gelungen wäre, wenn an der Spitze des Reichsarbeitsdienstes ein Zivilist gestanden hätte. Kon- ftantin Hierl aber ist Soldat seinem Wesen und seiner Herkunft nach. Der aus der nationalsozialistischen Bewegung hervordegangene Arbeitsdienst trug darum von vornherein ein soldatisches Gepräge. Als ehemaliger Generalstabsoffizier konnte Hierl mit zielsicherer Hand seine Formationen in ein Instrument der Reichsverteidigung verwandeln, ohne deshalb den Charakter des Arbeitsdienstes als nationalsozialistische Erziehungsschule ändern zu müssen. So vereinigte sich die soldatische Vergangenheit und Erfahrung Hierls mit seinem großen politischen Erziehungswerk zu einer Gegenwartsaufgabe von höchstem Rang, die im jetzigen Schicksalskampf unseres Volkes ihre Erfüllung findet. Und diese Tatsache vor allem macht den 65. Geburtstag des Reichsarbeitsführers zu einem Gedenktag besonderer Art. Er bedeutet nicht einen Abschluß, sondern den Höhepunkt einer Lebensbahn, die immer von zwingender Folgerichtigkeit gewesen ist und in steiler Kurve an die Seite des Mannes geführt hat, der heute Deutschlands Führer ist. Ihm, dem Mitarbeiter und treuen Gefolgsmann Adolf Hitlers, hat das deutsche Volk Jahr für Jahr feine Söhne anvertraut Ihm dankt es nun, daß er aus dem jungen Nachwuchs eine Generation von ehrbewußten, arbeitsfreudigen, wehrbereiten, nationalsozialisttfch handelnden Männern gemacht hat. So werden auch wir ihn halten im Glauben an den Führer, überzeugt von der Gerechtigkeit unserer Sache und in der Gewißheit, daß so, wie die SA. zum Sieger wurde über alle Gegner, trotz Terror unb Tob, Deutschlanb siegen.wirb über alle ulk mal unmöglich machen. Deshalb fuchten sie sich einige Verbrecher, deren Kugeln dann unseren Horst Wessel mordeten, und glaubten nun, der Idee und ihren Trägern den Todesstoß versetzt zu Haben. Sie irrten sich, irrten sich genau so wie die Reaktion im Jahre 1923, die geglaubt hatte, am 9. November den Platz an der Feldhermhalle in München zum Platz des Todes für die junge Bewegung machen zu können. Aus beiden Taten wurde nicht der Tod, sondern das Leben. Erst recht, nun erst recht standen zehn für einen, ergriffen die Fahnen, trugen sie durch alle Straßen, durch ganz Deutschland, auf den Lippen fein Lied, das er ihnen gedichtet und vorgesungen hatte, und er selbst unb alle gefallenen Kameraden marschierten und fangen im Geiste mit. In diesem Geist ist bie SA. weitermarschiert, haben bie Männer freubig ihren Dienst getan, gearbeitet und gekämpft. Nur so, mit diesem Vorbild vor Augen, konnten sie das Werk ihres jungen Sturmführers fortführen unb konnten schließlich die Standarte „Horst Wessel" siegreich durch das Brandenburger Tor tragen, vorbei an ihrem Führer, dem sie all' ihr Tun und ihr Leben geweiht hatten. Diesen Geist, ben damals Horst Wessel trug, trug die SA., weiter in Millionen Herzen, und trägt heute das ganze deutsche Volk. Das ist das Werk unseres großen Toten, daß er in uns die Flamme zur Entzünbung brachte, die allein zum letzten Einsatz befähigte und schließlich Kraftspender wurde in diesen zehn Jahren inneren Aufstiegs und äußeren Befreiungskampfes. kovps, in dem sich ein gesunder Kämpfergeist, ein Wille, bei der Entscheidung dabei zu sein, rege, wäre es um Uns schlecht bestellt. „Das ist feit jeher unsere Stärke gewesen, daß wir handeln, daß wir arttro in das Geschehen eingreifen, nicht aber passiv verharren." Mit einem Blick auf die Kriegslage unterstrich er die Stärke der deutschen Kampfkraft, die noch dadurch wachse, daß wir nur an einer Front und dazu noch aus dem starken Westwall heraus zu kämpfen hatten. Wir müßten immer den F ü h r e r als den ersten und tapfersten Soldaten des deutschen Boltes vor Augen haben. Unter feiner Führung sei Deutschland der Sieg sicher. Vom finnischen Kriegsschauplatz. Helsinki, 22. Febr. (DNB.) Durch den Rückzug der Finnen auf eine weiter nördlich gelegene Verteidigungslinie ist die gesamte Front auf der karelischen Landenge in lebhafte B e - wegung gekommen. Die russischen Truppen stehen nunmehr vor den neuen finnischen Stellungen, über deren Lage finnischerseits noch nichts mit« geteilt wurde. Die letzten russischen Luftangriffe waren äußerst lebhaft und wurden von starken Geschwadern durchgeführt. In unmittelbarer Nähe von Helsinki kam es zu Luftkämpfen zwischen finnischen Jagern und russischen Bombern. Russische Jäger griffen finnische Flakstellungen im Tiefflug an. In Grankulla, 20 Kilometer von Helsinki, würben in einer Einflugzone entlang der Bahnlinie nicht weniger als 14 0 russische Maschinen gesichtet. 30 Plätze sollen angegriffen worden fein. — Nach dem Heeresbericht des Militärbezirkes Leningrad hätten die Sowjettruppen an der Front einschließlich der Gegend von Koivisto insgesamt 176 befestigte finnische Stützpunkte oesetzt, unter denen 37 betonierte Artillerieforts gewesen seien. Die sowjetrussischen Luftstreitkräfte sollen 16 finnische Flugzeuge abgeschossen haben. — Der f n- nische Heeresbericht berichtet von vergeblichen russi- chen Angriffen an mehreren Stellen zwischen dem Finnischen Meerbusen und Muolaan-Järvi sowie bei Taipale. In Richtung auf Kuhmo sei es gelungen, den Vormarsch russischer Hilfstruppen über die Grenze zu verhindem. Oer schweizerische Bundesrat wieder vollzählig. Bern, 22. Febr. (Europapreß.) Die Vereinigte Bundesversammlung (Ständerat unb Nationalrat) wählte zur Besetzung bes burch den Tob von Bun- besrat Motta frei geworbenen Bunbesratspostens ben Tessiner Katholisch-Konservativen Enrico Cello. Auf ben Kanbibaten ber Tessiner Sozialisten, Canevascini, entfielen 50 unb auf ben Walliser Konservativen Troillet 41 Stimmen. Mit der Wahl Celios ist sowohl ber Parteianspruch ber Katholisch-Konservativen als auch ber regionale Anspruch ber Sübschweiz, aus bem auch Bunbesrat Motta stammte, erfüllt worben. Enrico Celio steht im Alter von 51 Jahren. Er hat seine Stubien mit bem Doktor ber Philosophie unb mit bem Lizentiat ber Rechte abgeschlossen. Er beherrscht neben seiner italienischen Muttersprache in Wort unb Schrift bte deutsche unb bie französische Sprache. Währenb zehn Jahren gehörte er ber Tessiner Kantonsregierung unb wieberholt auch bem Nationalrat an. Er hat sich bisher mehr in ber heimatlichen kantonalen als in ber eibgenössischen Politik hervorgetan. Die Rücksicht auf ben Kanton Tessin bürste bei seiner Wahl ben Ausschlag gegeben haben. Das Schweizer Außen- bepartement wirb voraussichtlich Bundespräsident P i l e t - G o l a z übernehmen, welches Departement ber neue Bunbesrat übernehmen wirb, steht noch nicht fest. Kleine politische Nachrichten. Genera lfeldmarschakl Göring hat als Beauftragter für den Vierjahresplan und Vorsitzender des Ministerrates für die Reichsverteidigung den Korpsführer des NSKK., Reichsleiter Hühnlein, zu seinem Beauftragten für den motorisierten Transport der Kriegswirtschaft ernannt, um alle im motorisierten Transpottwesen der Kriegswirtschaft verfügbaren Kräfte straff zusammenzufassen und ihre Einsatzfähigkeit zu erhöhen. * Auf dem Bergfriedhof von Sogndal wurde Ernst Meier, das siebente Todesopfer des englischen Uebersalles auf die „Altmark" an der Seite feiner Kameraden beigesetzt. Die norwegische Marine stellte eine Ehrenkompanie eines im Jössing-Fjord liegenden Minenkreuzers. Der norwegische Geistliche widmete dem toten Seemann in deutscher Sprache einen herzlichen Nachruf. Der deutsche Konsul in Stavanger dankte dem Toten für fein Opfer. Die englischen Dorpostenboote „Tartan" und „Star n bank" sind durch deutsche Flugzeuge versenkt worden. Der norwegische Postdampfer „Ala" (933 Bruttoregistertonnen) ist an der britischen Küste gesunken. Der amerikanische Dampfer „M a n h a 11 a n", der jetzt von seiner Jtaüenfahrt wieder in Amerika eingetroffen ist, berichtet, daß er auch auf seiner Rückreise von Genua neun Stunden in Gibraltar fest gehalten worden sei. Der schon gemeldete Zwangsaufenthalt dieses Schiffes auf der Hinfahrt habe 27 Stunden betragen. Dabei hätten die Engländer 559 Po st sacke von Bord g e» holt. Sven Hedin bittet um folgende Mitteilung an seine zahlreichen Freunde in Deutschland: ,Lu meinem 75. Geburtstag sind mir aus Deutschland in Briefen und Telegrammen so viele herzliche Glückwünsche zugegangen, daß es mir unmöglich ist, jedem einzelnen persönlich zu danken. Es bleibt mir deshalb nichts anderes übrig, als mich an die Presse zu wenden, um meiner tiefen und bewegten' Dankbarkeit Ausdruck zu geben für alle bie unzähligen Beweise von treuer Freundschaft und Anhänglichkeit, die mir aus allen Teilen des deutschen Dob : kes zu geschickt worden sind." * Am Freitag wird in Lhasa der neue Dal al . Lama als vierzehnte Verkörperung des Buddha für feinen vorwärtsdrängenden Lelstungs- ______ betrachtet. Wer jemals in dem mächtigen Gebäudekomplex weilte, der in Berlln-Grunewald die unzähligen Büros der Reichsleitung des RAD. beherbergt, wird kein einziges Mal das Wiehern des Amtsschimmels gehört haben. Hier ist nicht der paragraphengewaltige Bürokrat, sondern, die Persönlichkeit das Maß aller Singe. Darum ist es auch nicht die landläufige Gewohnheit, die uns des Reichsarbeitsführers an seinem 65. Geburtstag gedenken läßt, sondern es ist etwas anderes. Konstantin Hierl begeht diesen Tag mitten im Kriege. Das heißt aber, daß auch seine Schöpfung, der Arbeitsdienst, in diesem Augenblick einer besonderen Bewährungsprobe unterliegt. „Tiro" unO „Haro". Äon Dr. Ludwig JRott?. In grauer Vorzeit erhoben unsere Vorfahren in Fällen „gemeiner Not" unb bei ber Verfolgung bas „Gerüft". Der lanbschaftlich sehr verschiebene Ruf war in erster Linie auf Erzeugung eines weithin fchallenben Tones berechnet, daher wurden besonders Verbindungen mit „io" gewählt, so „Feurio", „Mordio" und „Feindio"! Der Ruf „Haro" wird von einigen Forschern aus dem Normannischen hergeleitet. Das germanische „Gerüst" soll „Hus-Haro, Haro" gelautet haben, wobei „Haro" bedeuten soll „her zu mir", „herbei", „hierher". Auf diesen Ruf erschienen die Nachbarn und alle, die den Ruf gehört hatten, und folgten als „Schreimannen" bem Verbrecher, bis sie seiner habhaft würben. Der von ben Schreimannen ergriffene Verbrecher würbe, wenn man ihn nicht als „frieblofen Mann" sofort tötete, nebst ben körperlichen Beweisen sofort gebunben vor Gericht geführt und auf Klage unb eibliche Aussage bes Verletzten und einer genügenben Anzahl von „Schreimannen" als Eibeshelfer, sofort verurteilt. Wenn heute bas „Haro" ertönt, bann pflegt ein kurzer Knall halb barauf zu verkünben, baß ber arme „Lampe" sein Enbe gefunben hat, wenn nicht seine Gewandtheit ihn noch im letzten Augenblick vor ben Verfolgern gerettet hat. Wie Lampe feit grauer Vorzeit verfolgt wirb, hat niemanb treffenber geschilbert als Altmeister Wildungen: „Menschen, Hunde, Wölfe, Luchse, Katzen, Marder, Wiesel, Füchse, Abler, Uhu, Raben, Krähen, geben Habicht, ben wir sehen, Elstern ja nicht zu vergessen. Alles, alles will ihn — fressen." In der ältesten Zeit ist Lampe gehetzt worden. Jäger zu Fuß und zu Pferd zogen über das Stoppelfeld, um ihn aufzusuchen. Stand ein Hase aus dem Lager auf, so wurden auf den Wink des Jagdleiters die Windhunde gelöst, die ihn nach dem Spruch: „Diele Hunde sind des Hafen Tod" meist ereilten. Auch in den Netzen wurde Lampe gefangen. Ein Feld- ober Waldesteil wurde mit fänglich gestellten Fangnetzen umstellt, und zwar von drei Seiten; von der vierten Seite gingen Treiber mit Hunden derart vor, daß sie das Wild nach den Netzen hindrängten. Das Wild jagte gegen die Netze, in die es sich so verwickelte, daß die Netze über ihm zusammenfielen. Das Wild wurde bann von ben Jägern „abgefangen", eine gottlob heute nicht mehr weibmännische Jagbart. Von bem Erlegen bes Hasen mit ber Armbrust ist kein Nachweis bekannt; im 16. Jahrhunbert ver- brängte bie Büchse bie Armbrust. Um 1517 würbe in Nürnberg bas „Radschloß" erfunben, welches bie Lunte überflüssig machte, bie neuen Gewehre würben als „rielselbstzünbende Büchsen" ober „Pirschrohre" bezeichnet. Der Magister Johannes Colerus, ein geistlicher Herr, rät in feinem „viginti libri de rustica et de re venatoria“ ums Jahr 1632 bem Jäger, er sollte, wenn er einen Hasen im Lager fitzen sähe, einen Stab in bie Erbe stecken unb barauf feinen Hut setzen. Lampe schaut dann unterwegs auf dieses „Geßler-Zeichen", und der Jäger hat Zeit, ihn zu „erschießen". Bei Fleming, dem „vollkommenen deutschen Jäger", finden wir um 1719 den Rat, den Hasen mit Netzen zu umstellen und ihn in bie Maschen zujagen; er sagt aber selbst, daß sie mit dem „Netz-Jagen" gar zu sehr „vertilgt" würden und rät zu' „Klopf-Jagen", d. h. zur Treibjagd mit Schrotschuß, ober bazu, sie auf flachen Felbern mit den Windhunden zu Hetzen, mit bem Habicht zu beizen ober in Gruben unb Schlingen zu fangen. Durch bie Einführung ber leichteren Gewehre, überhaupt burch bie fortschreitenbe Verbesserung ber Schußwaffen, kam bas Fangen unb Hetzen ber Hasen allmählich ganz ab; ber Schrotschuß auf Suche, Ansitz unb Treibjagd würbe üblich. Gräßlich waren bie großen Treibjagben, die „Hasenschlächtereien". Geschrei der Treiber, lärmende Schützen, die geängstigten Tiere, die sich in verkleinerten Kesseln zusammendrängen. Dort schleppt sich ein Hase mit durchschossenem Rücken auf den Vorderläufen unter Angst und Schmerzen vorwärts, dort sind einem die Vorderläufe weggeschossen, er hoppelt auf den Hinterläufen — ein grauenhaftes Bild. Wie ganz anders, nach Blitz und Knall ein schmerzloses Ende. Der bei ber Jagb auf bie Herbstschnepfe oft zu hörenbe Ruf „Tiro" hat mit ber Ableitung bes Rufes „Haro" nichts zu tun. Es handelt sich um bas französische „tirez haut“ — schießt hoch, „in bie Höhe". Die Rebhühner würben im „Treibzeug": „Tyraß", Steck- unb Hochgarn, mit unb ohne Habicht, gefangen; baneben trat nach Einführung leichterer Feuerwaffen das Schießen, bas heute allgemein üblich ist. Der Gchmeiterlingsiag. Von August Schierenberg. Ich muß noch sehr klein gewesen sein, denn nicht nur ich, sondern auch mein um einige Jahre älterer Bruder trugen an jenem Tage rosa Kittelschürzen. Es war Sommer und wir gingen über die Wiesen unseres Gartens zu jenem weitausladenden Apfelbaum, dessen kleine, süßsaftige Früchte uns Kindern vorbehalten waren. Ja, dieser schöne Baum gehörte uns samt seinen ungezählten rotwangigen Aepfelchen, die — wenigstens in meiner Erinnerung — den ganzen Sommer daran hingen. In späteren Jahren, als wir begannen, bie Aepfelchen zu verschmähen, ließ meine Mutter bie Kleinen der Kinderschule kommen, die zogen bann plärrend an einem Seil angefaßt durch das Städtchen und dann durch unseren Garten, riefen wenn sie der Spenderin ansichtig wurden, im Chor ihr „Grüß Gott" und dann stürzten sie sich wimmelnd und durcheinanderpurzelnd über die herab- prasselnden Früchte, die wir ihnen hinunterschüt- telten. Damals aber war ich selber noch im Kleinkinderalter und marschierte an einem unsichtbaren Seil hinter meinem Bruder her. So war ich auf jene Wiese gekommen und stand unschlüssig sttll. Vielleicht wollte ich gar nicht zu jenem Apfelbaum, sondern zu dem „Schlupp"-Birnbaum. Das ist nun keine besondere Art von Birnen, wie etwa die „Stuttgarter Geißhirtle" (sprich Schtuagerter Geißle") — nein, vielmehr befand sich unter jenem hohen Birnbaum bas Grabmal eines Hundes Schlupp, der meinen Vater auf vielen Jagden begleitet hatte. Später war er alt geworden und jagte Spatzen und schließlich ging er nur noch unter bem Weihnachtsbaum auf Traumjagden aus — und bann sank er ins Grab und ruhte nun, für mich nur eine Sage, unter bem kleinen Sockel aus Sanbstein mit bem Marmortäfelchen, bas seinen Namen trug. Dieser Name nun hatte sich auf bie Birnen übertragen, frühe, gelbe Früchte, bie uns und unzählige Wespen als erste Boten bes Herbstes erfreuten. Manchmal wunderte ich mich, baß sie nicht nccf) Hund schmeckten, da sie doch so ohne weiteres den Gebeinen bes guten Hundes entwuchsen. Auf iensx Wirk jo fällt mir jetzt e«k siagdm überhaupt die wunderbarsten Bäume beieinander, auch noch ein Rosenapfelbaum, unter dem mir in einem Trau,m meiner Männerjahre einmal Goethe erschien. Von diesem Traum will es mir ein kleiner Schritt erscheinen zu dem, was mir in jenen frühen Tagen tatsächlich geschah. Auf jener Wiese also geschah es, baß mir ein Schmetterling auf meine rosa Schürze flog unb dort, wie auf einer Blüte sitzend, mit ben Flügeln spielte. Zu meinem Entzücken blieb er sitzen unb spielte also mit seinen Flügeln fort unb fort. Ich wagte nicht, mich zu bewegen unb meine Augen hingen an dem wunderbaren Geschöpf, das ein unbegreiflich glücklicher Hauch des Windes — oder war es gar ein Zua feines sommertrunkenen Herzens? — zu mir geführt hatte. Später lernte ich, daß man diesen Falter ein Tagpfauenauge nenne. Damals aber hing ich — unwissend, aber vieles ahnend — nur mit kindlichen Augen an diesem Wunder der Zutraulichkeit. Später geschah mir auch nichts mehr ähnliches wie an jenem Tage in dem Garten meiner Kindheit, der mir dann so oft im Schatten lag, anders als an jenem frühen Tage, der sehr sonnig gewesen sein muß. Es kann fein, daß ber Schmetterling noch einmal kam — am nächsten Tag und an der gleichen Stelle. Aber es kann sein, daß ich bas geträumt habe — das tat ich schon bamals gerne — denn ich sage mir heute, daß es ganz und gar unglaublich ist, daß ein Schmetterling an zwei aufeinanderfolgenden Tagen sich bie bunte Schürze eines Kinbes aus sucht, um sich darauf ruhig nie- berzulassen. Ich zweifle, obwohl ich mich zu erinnern glaube, baß es so war. Aber bie Erinnerung kommt aus jener Tiefe, in der Träume unb erste Eindrücke der wahren Welt nebeneinander liegen in ungestörter, lebendiger Einheit. Und das ist .bas beseligende Schöne an jenem leichten Erlebnis: Daß Sommer und Sonne, Welt unb Traum, Tier unb Mensch mir darin Eins scheinen unb daß mich wunderbar noch heute das Gefühl rührt, bas mich bamals erregte: das Staunen, bas mich fülle stehen hieß — bas Staunen vor bem Schonen —, das Staunen, bas ben Anfang aller Liebe ausmacht. Warum ich gerade heute, an einem kalten Wintertage, daran denken mußte? Vielleicht nur, weil mein Kind heute eine rofa Schürze trägt, wie ich damals an jenem Schmetterlingstag. Z Mi * Der Sie Der N - -l- «rr=!" iE mitgi'* jO. Suni Aeichstre zvlcW' U WJ Eine inocht. ihnrn fr der Zeit anfpn jedoch fr bereits e jetzt der stehender Ans das. doch fte' berufene, rechne Ci 91m D Lostreter Schiläufe ffialmenl Walserta den von nehmer i konnten jetzt noch drei Mä finden i nur zert Scsthau- Jn 0 wurde hi Maus wald-Gl« len Teil Gasthaus letzt mr Der ai geborene richtL Lolksschc dauernde gerichtet Einbrech haft sä Nutzung einen 3 verfolge. "Men 22 Forts Aber l Kybande ..Morgen raf, oei per, das ihn nicht Der z, oer unbe ziemlich mir bish dritten { jjh vii Kriminal ..Denki Aauspi Mann tt S'ft hält . -3a", 1° lange k9n di« Oem Jij| -.Temiß» W uns Danach; ..Der? , ^err i he Mias N do M und Walrat leine Ar rat 3« Men. 'Weill Wement steht noch ichten. 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Sehr günsti-g war auch die Ent- wickluna im Giro- und Kontokorrentverkehr (Spargiro). Die Guthaben am Jahresende mit 340 409 RM. sind um 52 634 RM. höher als Ende 1938. Der Umsatz in dieser Abteilun-g mit 1 Millionen NM. hält sich ungefähr auf der S)ö’t)e des Vorjahres. Das Darlehensgeschäft war infolge Einschränkung der Bautätigkeit nicht sehr lebhaft. Angelegt waren am Jahresende: gegen Hypotheken 1319 824 NM., auf Schuldscheine gegen Bürgschaft oder sonstige Sicherheiten 63 716 RM., an Gemeinden und sonstige öffentlich-rechtliche Körperschaften 643 411 NM. Der Bilanzwert der eigenen Wertpapiere der Kasse erfuhr durch weitere Anlage eine Erhöhung von 1 715 547 RM. aus 2 043 586 RM. Nach den Börsenkursen vom 31. Dezember 1939 berechnet sich der Wert dieser Papiere auf 2 099 675 RM. Der Unterschied von 56 089 NM. bildet eine stille Reserve. Rücklagen und Rückstellungen sind ausgewiesen mit 457 483 RM., das stnd über 10 v. $). des Gesamtbestandes an Spar- und Giro einlagen. In dem Reingewinn von 38 928 RM. sind rund 10 000 RM. außerordentliche Einnahmen enthalten. Der Gewinn wird teilweise den Rückstellungen überwiesen, der Rest der Sicherheitsrücklage Angeführt werden. Infolge der großen Bestände an täglich verfügbaren Mitteln ist die Jahlungsbereit- schast der Kasse wesentlich höher, als nach Gesetz und Satzung vorgeschrieben. Der Anfang des neuen Geschäftsjahres läßt eine günstige Weiterentwicklung erhoffen: im Monat Januar war ein reiner Spar- einlagenzuwachs von 76 182 RM. zu verzeichnen. Dieses Ergebnis liegt erheblich über dem Zugang im gleichen Monat des Vorjahres. Eine Oorfchronik berichtet von kalten Wintern. * Krumbach (Kreis Wetzlar), 22. Febr. In der Chronik unseres Dorfes ist einiges über kalte Winter in vergangenen Jahrhunderten niedergeschrieben. Die Aufzeichnungen der Chronisten dürften auch heute einiges Interesse finden. Der Chronist schreibt u. a.: „In den Wintern 1595 und 1608 hat allenthalben in Deutschland außergewöhnliche Kälte geherrscht. Alle Wasser, wie Rhein und Main, waren überfroren, so daß größere Feste auf dem Cis veranstaltet wurden. Viele Menschen hatten bei der starken Kälte an den Gliedmaßen Schaden genommen. Sogar Soldaten waren in ihren Schilderhäusern erfroren. Erfrorene Schafe und Hornvieh waren keine Seltenheit. Unzählige Obstbäume verdorrten infolge der außergewöhnlichen Kälte. Diele der damals gebräuchlichen Thermometer waren infolge der Kälte geplatzt." Ueber den Winter 1739/40, also vor genau 200 Jahren, berichtet der dörfliche Chronist folgendes: „Einen langen und sehr kalten Winter, welcher das christliche Europa betroffen und von dem ein ganzes Buch geschrieben werden könnte, war der von 1739/40. Wenn die Leute in den verflossenen dreißig Jahren einander etwas vom kalten Winter erzählten, so meinten sie das Jahr 1709, in welchem strenge, außergewöhnliche Kälte gewesen. Der Winter des Jahres 1739/40 hatte aber alle vorigen harten Winter an Strenge, als auch an Dauer, vornehmlich wegen verursachten Schäden übertroffen. Anfang Oktober 1739, als die Leute dahier noch mit Kornfaen beschäftigt waren, fing es an zu schneien. Fünf Monate hatte der Winter angehalten. Am 20. Mai schien während des Winters zum ersten Male die Sonne wieder warm. Der 9. und 10. Januar waren die kältesten Tage, da das Eis an den Fenstern fingerdick angefroren und in drei Tagen nicht aufzutauen gewesen, trotzdem man hat ein« heitzen wollen, wie man gewollt. Das Wasser ist in der warmen Stube gefroren, ja man ist beim warmen Ofen fast erfroren. Den 11. Januar aber hat die außergewöhnliche Kälte nachgelassen. Am 23., 24. und 25. Februar jedoch wieder auf die gleichen Grade gestiegen. Ein Schnee ist auf den andern gefallen, so daß derselbe in hiesiger Gegend halb Mannes tief gelegen hat. Dergleichen man sich jemals gesehen zu haben nicht erinnern können. Durch diesen frühen, strengen und langanhaltenden Winter stellte sich im Frühjahr bald Futterknvpp- heit ein. Da außergewöhnlich viele Hämmerchen" (Birkenkätzchen) gewachsen waren, wurde das Vieh größtenteils damit gefüttert. Das Bund Stroh (Paufch) hatte 7 Alb. 4 fl. gegolten. Der Winter des Jahres 1739/40 muß wohl der damals strengste und verheerendste gewesen sein." Einige Zeilen weiter berichtet der Chronist von einer damals angefertigten Gedächtnismünze an d e n Winter 1 739/40. Sie war von dem „Breslauifchen Medailleur" Kittel geprägt worden und kostete 18 Silbergroschen. Auf der einen Seite war der Winter in einer Landschaft durch dürre und erfrorene Bäume ohne Blätter, durch einen Schlitten und den aus den Wolken stürmenden Nordwind, auf der anderen Seite durch einen Ackersmann dargestellt, der wegen des strengen Winters betrübt und müßig bei feinem Pfluge fitzt und sein Grabscheit neben sich geworfen hat. Auf der einen Seite stand „Weil Lieb und Andacht sich in Kält und Eis verkehret" — und auf der anderen Seite „hat hart und langer Frost bas arme Land beschweret". Gießen hat sich entschlossen, eine solche Hallenveranstaltung durchzufüyren. Damit soll einmal die» Weiterführung des im Sommer begonnenen Irabt nings, das im Herbst in höchster Leistungsfähigkeit feine Spitze erreicht hatte, ermöglicht werden, zum anderen soll das Hallensportfest alle Leichtathleten wieder einmal zum kameradschaftlichen Wettkampf zusammenführen. Etwa 70 bis 80 Turn- und Sportkameraden haben ihre Meldungen abgegeben, und es ist zu! erwarten, daß äußerst spannende Kämpfe stattfinden. Vor allem ist es erfreulich, daß unter den Meldungen diejenigen der Jugend besonders zahlreich find. Durch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Fachamt und der Hitler-Jugend soll und wird das Ziel erreicht werden, möglichst alle Jugendlichen zum sportlichen Wettkampf zu führen. Mit diesem Hallensportfest soll zugleich die dies- jährige Saison eröffnet werden. Hi. Ein Basketballspiel. Im Einvernehmen mit dem Kreisfachwart für Leichtathletik wird im Anschluß an das Hallen- fportfeft am Samstag, 24. Februar, ein Basketballspiel zwischen zwei Gießener Mannschaften steigen, das den Zuschauern einen kleinen Einblick in die Schönheit dieses Hallenkampfspieles geben soll. Wenn auch die alte Spielstärke nicht mehr anzutreffen ist, und die Spieler nach einer langen Ruhepause wieder erstmalig einen Basketball in die Hand nehmen, so dürften doch der Eifer und der Einsatz, der bestimmt von allen zu erwarten ist, dem Spiel die nötige Spannung verleihen und ihm neue Freunde gewinnen. Kurze Sportnotizen. E i n Fußball-Städtespiel zwischen Mar« bürg und Kassel wird am 17.März in Marburg ausgetragen. Heue Gchlachiwertklaffen für Schweine Die Hauptoereinigung der deutschen Viehwirtschaft hat eine Aenderung der Schlachtwertklassen für Schweine angeordnet, die am 26. Februar 1940 in Kraft tritt. Während bei den Klassen a, bl unh b2 die Veränderungen gegenüber dem bisherigen Zustand geringfügig sind, umfaßt die Klasse c künftig Schweine von 90 bis 119,5 kg Lebendgewicht (bisher 100 bis 119 kg), d von 80 bis 89,5 (bisher 80 bis 99) und e von 60 bis 79,5 (bisher 60 bis 79) kg. Bei den Klassen f, gl, g2, h und i sind keine Aenderungen eingetreten. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 23. Febr. Der Hauptmarkt für Großvieh und der Nebenmarkt für Kälber und Schweine nahmen einen lebhaften Verlauf. Es kosteten: Ochsen 37 bis 46,5 RM., Bullen 35 bis 44,5, Kühe 18 bis 44,5, Färsen 27 bis 45,5, Kälber 25 bis 65, Hämmel 30 bis 51, Schafe 25 bis 44, Schweine 49,5 bis 55,5 RM. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, Verlag und Druck: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., Verlagsleiter: Dr. Erich Hamann, alle in Gießen. SJlXfpOTt Oie ersten Neichssieaer. 5. Mnlerkampfspiele der Hitler-Jugend. Mit dem Kürlaufen der Pimpfe und Jungmädel wurden die ersten Reichssiegerwettbewerbe der 5. Winterkampfspiele der Hitler-Jugend in Garmisch-Partenkirchen beendet. Es konnte hierbei ein erfreulicher Fortschritt im Können unseres jüngsten Nachwuchses feftgestellt werden. Bei den Mädchen entspann sich in Abwesenheit der Vorjahressiegerin Eva Pawlick (Wien) ein scharfer Kampf zwischen den Wienerinnen und Hochland-Mädel, aus dem Irene Braun (Hochland) als Siegerin hervorging. Die Entscheidung war aber sehr knapp. Beim Jungvolk konnte der Berliner Bert Aschenbrenner seinen Vorjahressieg wiederholen: allerdings war der Nürnberger Unger (Franken), der in der Pflicht etwas zurückgelegen hatte, in der Kür zumindest ebenbürtig. Großen Beifall fanden die Leistungen der Kunstläufer bei den italienischen Jungfaschisten, die mit ihrem Mannschaftsführer der Entscheidung beiwohnten. Im Eishockey gab es einen entscheidenden Vorrundenkampf der Gruppe A zwischen Berlin und Schwaben. Mit dem glücklichen 2:1 (0:1, 0:0, 2:0)-Sieg erkämpfte sich das Gebiet Berlin einen Platz in der Zwischenrunde. Die Schwaben kämpften sehr tapfer und hatten zu Beginn des Schlußdrittels noch die Führung, die sie aber nicht zu behaupten verstanden. Ergebnisse: Reichssiegerwettbewerb im Kunstlaufen: Deutsches Jungvolk: 1. Bert Aschenbrenner (Berlin) Platzz. 9, 657,4 Pkt.; 2. Unger (Franken) 11/652,8; 3. Schelling (Berlin) 13/648,4; 4. Emanuel (Westfalen) 21/616,8; 5. Kroll (Westfalen) 28/570,7. — Jungmädel: 1. Irene Braun (Hochland) 7/668,55; 2. Holltaler (Wien) 10/659,63; 3. Solar (Wien) 16/651,55; 4. Mittelberger (Hochland) 20/638,44; 5. Pauser (Wien) 26/623,59. Vorschau zum MW.-Hallensporlsest. Seit dem vergangenen Sommer, als sich die Leichtathleten in unserem Kreis zum letzten Mal im sportlichen Wettkampf gegenüberftanben, hat sich manches geändert. Die Umstellungen, die der Krieg in fast jeder Hinsicht erforderlich machte, haben auch den Sport nicht ganz unberührt gelassen. Aktive und auch die Männer aus der Verwaltung sind zum größten Teil zu den Fahnen gerufen worden, um ihrer Pflkcht im Kampf gegen den Feind zu genügen. Damit ist selbstverständlich für die, die noch in der Heimat sind, eine gleich große Verpflichtung entstanden. Die Leichtathletik hat im Kriege mehr denn je die Aufgabe, die Äugend körperlich stahlhart zu machen, damit sie sich, wenn einmal an sie der Ruf ergeht, mit höchster körperlicher Kraft und Wendigkeit einfetzen kann. Es ist an sich der Leichtathletik wesensfremd, daß sie ihre Veranstaltungen in eine Halle verlegt, weil der Ursprung aller leichtathletischen Hebungen in der freien Natur zu suchen ist. Die heutige Leichtathletik jedoch mit ihren verbesserten Techniken und Neueinrichtungen ist ausschließlich saisonbedingt. Sie ist im reinsten Sinne des Wortes vom Wetter abhängig. Nicht selten kommt es vor, daß die Durchführung einer Veranstaltung im Sommer nach wochenlangen Vorbereitungen und mühevoller Arbeit kurz vor ihrem Anfang durch einen starken Regen unmöglich wird. Im Winter ist die Ausführung der meisten leichtathletischen Uebungen kaum möglich. Durch diese Verhältnisse gezwungen, sind in den letzten Jahren leichtathletische Veranstaltungen in der Halle immer zahlreicher geworden. Soweit es die räumlichen Verhältnisse zulassen, werden in der Halle Lauf, Wurf und Sprung gleichermaßen betrieben. Das Fachamt für Leichtathletik im NSRL. Kreis 8 Überwunden durch des Lammes Blut. Ludwig Nürnberger Christine Engel, geb, Menges im Alter von 57 Jahren. Großen-Linden, den 22. Februar 1940. Großen-Linden, den 22. Februar 1940. 911D Die Beerdigung findet Sonntag, 25. Februar, nachm. 2% Uhr statt. Gut erhaltener Suche toucöe vyut erhaltener j ÄSE. Witow« OÖJMenfttlll zu verkauf. Lew I Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an Einkochgläser meinem schweren Verluste spreche ich meinen herz- zu verkauf. Lew liebsten Dank aus. 9 Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u.4156 iS Gießen (Johann es Straße 17), den 23. Februar 1940. Vermählte 909V im 64. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Freitag sucht. 903° Stadttheater Am 21, Febr, entschUef sanft nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager u. Onkel Lachlüste oonr dis 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Anzeige Die Beerdigung findet am Samstag, dem 24. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Alte Heerstraße 4 aus statt. nach langem, mit größter Geduld ertragenem Leiden im Alter von 65 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Volz, geb. Eurich. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere gute Tochter, Schwester und Mutter BäckereiSteinmann Wiesbaden, Zietenring 8. v Ruf 213$ Babywaagen leihweise! Am Mittwoch früh entschlief nach langen, schweren Leiden ganz unerwartet mein herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager u. Onkel Heinrich Häuser, Bergmann i. R. Karl Stöver Elfriede Stöver, geb. Stroh In tiefer Trauer: Marie Nürnberger, geb. Weber Otto Nürnberger Emil Nürnberger, z. Z. im Felde. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Engel, Posthalter. Mehrere Verteiler für Haushaltartikel an Private (auch Damen) gesucht. Angebote unter 0620 a. d. G. A. UWer-IepDid) unö brüllen sowie gut erhalt, fßufet 13 bis 14 Meter zu kaufen gesucht Preisangebote u.916va.d.Gietz. Anzeiger erbet. Wir kaufen gebrauchte w- WZkM zum Taxwert an u. erbitten Ihren Anruf. öoelWn Ruf 2847/48. 20.00-23.00 Uhr 21. Freitag -Miete! 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