Dienstag, 2Z.Zanuar Mü M. Jahrgang Mitteleuropas dienten der Ausrichtung der gemein- deutschem und englischem Wesen klar hervor: ÄSS sÄtia- a«~ s»ä-■* s L gaben im deutschen Osten mitzuarbeiten. Herder die W i oder aus l i e f e r u n g der g e fa n g e n - zugegangen. Riga, im Januar 1940. An der geistigen und politischen Formung der Baltendeutschen im Sinne reichsdeutscher Kulturpolitik hatte die deutsche Herderhochschule in Riga einen hervorragenden Anteil. Ihre Wirkung ging zeitweise über Lettland weit hinaus, indem sie Minderheitendeutschen auch aus anderen Staaten in ihre Hörsäle und Laboratorien zog. Der bei einem Zusammenstoß gesunken. Der 10786 Brgt. große Dampfer „L l a n d a f f C a ft l e" der Reederei Union Castle, der sich mit 170 Passagieren auf der Reise nach Südafrika befand, erlitt nach einer Reutermeldung einen „Zusammenstoß" und mußte in einen Hafen der englischen Sudkuste zurückkehren. Die Fahrgäste begaben sich wieder m ihre Heimatorte. Ferner ist der in Aberdeen beheimatete 1086 Brgt. große Dampfer „Ferry- hill" an der englischen Rordvftkuste auf eine Mine gelaufen und innerhalb weniger Minuten gesunken. Man vermutet, daß zwölf Mann der Besatzung ums Leben gekommen sind. Zwei Ueber- lebende wurden an Land gebracht. Rach einer bei der Kopenhagener Dampfschisfreederei Torm eln- gegangenen Meldung ist ihr Dampser „D e k l a (1469 Brt.) vor der schottischen Küste gesunken. Don 18 Mann der Besatzung wurden neun Mann von einem norwegischen Dampfer gerettet, neun Mann werden vermißt. „Geld ist Macht." Die Hochschule war zum kulturpolitischen Mittelpunkt des Baltendeutschtums geworden; acht der bedeutendsten deutschen wissenschaftlichen Gesellschaften Lettlands, zum Teil über hundert Jahre alt, hatten sich ihr angegliedert. Mancher Dortrag m den Ferienhochschulkursen war ein besonderes Ereignis für das Deutschtum, ein Ereignis, das Widerhall weit über die Hochschule hinaus fand; eine ganze Reihe der größten wissenschaftlichen Namen aus dem Reich ist auf der Dortragsliste dieser Kurse zu finden. Sammelvorlesungen verschiedener Disziplinen über Räume, Völker und Staaten Ostmitteleuropas dienten der Ausrichtung der gemein- Der Londoner Rundfunk desavouiert Churchill. Sieben Schiffe innerhalb der letzen 24 Stunden das Opfer deutscher !l-Voote und Minen geworden. Italienischer Dampfer in Brand geraten Oie meisten Passagiere gerettet. - 109 Personen werden noch vermißt. Hrj9 Erstes Blatt Erscheint tag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle | Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: 5rankfurt am Main 11686 Auch der englische Konservatismus, den Fontane als Angehöriger des damaligen Kleinstaats Preußen von Rechts wegen hätte bewundern sollen wird scharf getadelt: „Es ist Mode geworden , so schreibt er ,die politische Weisheit der englischen Nation, ihr praktisches Festhalten am Hergebrachten und ihren Argwohn gegen alles, was Neuerung heißt, zu bewundern. Aber nichtsdestoweniger werf ich die Frage auf, ob man nicht der Stetigkeit des englischen Charakters zu viel Ehre erwiesen und ununtersucht gelassen hat, wieviel an diesem praktischen Festhalten wirklich Weisheit und wieviel bloßes Kleben am Alten gewesen ist... Neben einer Habeas-Kor- pus-Akte existiert noch immer ein Irland und neben einem Gesetz der Intoleranz, und so mag man mir verzeihen, wenn ich den Baum der englischen Erb- weisheit auf eine Wurzel zurückfuhre, die sich Zoos nennt und die zum guten Teile Zopf ist und bleibt Frankreich verändert — auch das Gute; England konserviert — auch das Schlechte." Nach den vielen Erfahrungen, die Fontane in seinem Londoner Sommer gesammelt hat, kommt er dahin, dem englischen Weltreich eine Prognose zu rennen und jagen/ Ach, unbewußt und nicht m seinem Sinne schrieb der Dichter in diesen Zeilen die Geschichte und den Fluch dieser Stadt London, denn ihr Tagewerk ist „rennen und jagen , und ihr Ziel ist Gold; nur eines täuscht sie — das Gluck; es neckt sie wie die Spiegelung den Wüstenwanderer, und zu dem Verdurstenden spricht sie in der letzten Minute: Dein Gold war Sand. Wer löste das große Rätsel von des Menschen Glück, und wer lehrte uns, wie und wo es sicher zu finden? Aber eines suhlt sich: das Menschenglück ruht wo anders als m der Bank von England... Eine Krankheit schüttelt wieder das Menschengeschlecht, und England, London ist der Herd dieses Fiebers. Die Woche verrinnt tn rastlosem Mammondienst, und der Tag des Herrn ist eitel Lüge und Schein. Mechanisch wandern die Füße in die Kirche, aber die Seele durchjagt schon wieder die Citystraßen und sucht in den Spalten des Börsenberichts nach Gewinn oder Verlust... Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8‘ /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Tokio, 22. Jan. (DRB. Funkspruch.) Der ja- panische Dampser „Asama ° Maru" wurde wie schon berichtet, Sonntag nachmittag mir 35 Seemeilen südlich der japanischen Küste, kurz vor der Einfahrt nach Yokohama von einem englischen Kreuzer a n g e h al t e n. E l n un d- zwanzig d eutsch- Heimkehrer, Zw. peronen die bisher Angestellte einer Tochtergesellschaf der amerikanischen Standard Oil waren und non Ame- rita nach Japan fuhren, wurden von den Engländern völkerrechtswidrig von Bord des iapa- nischen Schiffes geholt und gefangen- gesetzt Die japanische Regierung hat durch den Vizeaußenminister beim britischen Botschafter, in Tokio wegen des Anhaltens der „Afarna-Maru m nächster Nähe der japanischen Küste und gegen die vol- kerrechtswidrige Verhastung deutscher Zwilpersonen formellen Protest eingelegt. Es müsse der britischen Regierung, heißt es in bemJßr“lef‘- 1J1"’ reichend bekannt sein, daß die japanische Regierung sich nach dem allgemein üblichen Grundsatz richtet, wonach dl- Auslieferung von Angehörigen einer kriegführenden Ration, die sich aus emem neutralen Schiss befinden, sich auf aktive SoI- baten beschränkt. Di« japanische Regierung könne die britische Maßnahme nicht anerkennen und fordere von der britischen Regierung unverzüglich e ne umfassende Erklärung. Die lapamsche Regierung behatte. sich «Wtig ausdrücklich das Recht vor. Scharfer japanischer Protest gegen England. England holte völkerrechtswidrig Deutsche von japanischem Dampfer. Oer Handelsvertrag Iapan-ttGA. lauft ob. Unnachgiebige Haltunq der amerikanischen Presse. Washington, 23. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der am Freitag ablaufende Handelsvertrag zwischen, Jovan und beii Vereinigten Staaten beschäftigt die Washingtoner Zeitungen lebhaft. Sie sind sich jedoch darüber einig, daß die l_I5^.-Regierung k e i • nen Finger rühren werde, um den Ja3 paner n entgegenzukommen. „Washington Star" meint, die'Bildung einer neuen chinesischen Zentral re gierung unter Wang- tschingwei würde einen neuen Faktor der Ungewißheit in das Problem bringen, wie sich Amerika künftig Ostasien gegenüber verhalten solle. Trotzdem scheine man nicht geneigt zu sein, die Dinge auf'die Spitze zu treiben. Lom finnischen Weasschanyloh. Helsinki, 22.' Jan. (DNB.) Nach dem finnischen Heeresbericht vom 21. Januar steigerte sich die Aktivität auf der karelischen Landenge. Nach kräftiger Artillerievorbereitung griffen die Russen die finnischen Stellungen bei Taipale an, sollen aber zum Stehen gebrach t worden sein. Während vorn Nordoften Ladogas erfolgreiche finnische Patrouillentätigkeit gemeldet wird/verlief der Tag an den anderen Fronten verhältnismäßig ruhig. Heber dem gesamten finnischen Gebiet wurden mehrere hundert russische Flugzeuge gesichtet, die besonders auf Pori (Björnsborg), Rauma Marie- hamn (Aaland), Turku (Abo), Tammifsari (Ekenas), Katta, Lahti, ßatteenranta und Tampere lTammers- fors) Luftangriffe unternahmen. Das Krnm mene-Tal und zahlreiche weitere Orte in Sud- und Südwestfinnland waren ebenfalls den Luftangriffen ausgesetzt. Auch in Nordfinnland war die russische Flugtätigkeit sehr rege, die sich besonders auf Jvalo (Lappland) und Nurrnes richtete. Die finnische Luftwaffe unternahm Erkundungs- und Abwehrflüge und griff russische Flugbasen an. Die Finnen sollen einen Fesselballon und elf russische Bomber im Laufe des Tages ab geschossen haben. Der sowjetrussische Heeresbericht vom 21. Januar meldet von der rufsifch-finn'.schen Front keine besonderen Ereignisse. Aus zahlreichen Gebieten habe die sowjetische Luftwaffe erfolgreiche Angriffe durchgeführt. In den Luftkampfen sollen 15 finnische Flugzeuge abgeschossett worden feiik Deutsche Hochschule im Osten Don unserem Ge.-en.-Äerichterstatier. genommenen Deutschen zu verlangen. Abschließend heißt es in dem Protest: „$n Anbetracht der Tatsache, daß die britische Maßnahme bereits auf großes Mißfallen in der öffentlichen Meinung Japans gestoßen ist, wurde die Wiederholung einer solchen Handlung in der Zukunft die Haltung der japanischen Nation gegen Großbritannien weiter verschlechtern. Der Kapitän der „Asana Maru" bestätigte, daß die herausfordernde britische Aktion wohl- vorbereitet gewesen sein müsse. Der britische Kreuzer sei um 12.30 Uhr ausgemacht worden und habe den japanischen Passagierdampfer um 12.4) Uhr durch einen Schuß vor den Bug angehalten. Passagiere des Schiffes erklärten nach der Ankunft in Yokohama, daß die herausfordernde Handlung der Engländer in unmittelbarer Nahe der japanischen Küste unter allen Passagieren, besonders unter den Japanern, stärkste Entrüstung her^ vorgerusen habe. Zwei Deutsche hatten s t ch der Gefangennahme entziehen können. Die Engländer hätten bei der Untersuchung des Schiffes eine genaue Paffagierliste vorgelegt, die ihnen nur d u r ch de n e n g l i f ch e n Spionagedienst in die Hände gefallen sein könne. In allen Kreisen Japans herrscht große Entrüstung über die freche und völkerrechtswidrige englische Aktion dicht unter der japanischen Küste. Der deutschen Botschaft in Tokio sind zahlreiche Sympathiekundgebungen entrüsteter Japaner aus allen Kreisen zenten und vier Lektoren tätig, in der naturwissenschaftlichen Sektion acht Professoren und Dozenten und sechs Assistenten (z. T. mit Lehrauftrag). Nicht weniger als sieben Forschungsstellen dienten in der philosophischen Abteilung den kulturpolitischen und praktischen Forderungen von Volkstum und heimischem Lebensraum, so Forschungsstellen der deutsch- kundlichen Fächer und der Geschichte, der Biologie und der Landwirtschaft, der Agrikulturchemie und der chemischen Technologie; eine eigene Station am Kcmjer See, nicht weit vom Südzipfel des Rigaschen Meerbusens, wurde von der biologischen Forschungsstelle unterhalten. A m st e r d a m , 23. Jan. (DNB.-Funkspruch.) In seiner Rede am Samstag hat Churchill wieder einmal großsprecherisch „festgestellt", daß die U-Boot-Gefahr „vorläufig vollständig gebrochen sei und daß die Minen „kein unlösbares Problem" mehr darstellten. Die passende Antwort auf diese Behauptungen des Lügen-Lords gibt ausgerechnet der Londoner Rundfunk, der zugibt daß allein in den letzten 24 Stunden wieder sieben Schiffe von U-Booten sowie durch Minen versenkt worden sind. Der britische Dampfer Kirkpool (4842 Brgt.) ist an der englischen Südwestküste „gestrandet . Die Besatzung ist gerettet Der norwegische Dampfer Notos (2713 Brgt.) ist gesunken. Die Besatzung ist gerettet. Der schwedische Dampfer „Foxen" (1304 Brgt.) ist in der Nordsee gesunken. Ein gerettetes Besatzungsmitglied sagte, daß das Schiff nach einer schweren Explosion in wenigen Minuten unterging. Dqs englische Kohlenschiff „Mildreed" (700 Brgt.) ist Name „Herder" war dabei Programm: die nach ihm benannte Hochschule erzog iyre Studenten in der Achtung vor dem fremden Volkstum und zur größtmöglichen Loyalität gegenüber dem Staat, in dem sie lebten, suchte sie aber selbverständlich als deutsche Menschen zu formen, die als künftige geistig und politisch fahrende Schicht ihres Volkstums dem Gesamtvolk verpflichtet war. Ein solches Programm erscheint heute als banale Selbstverständlichkeit, mar aber in der rauhen Wirklichkeit des täglichen Kleinkrieges nur unter Anspannung aller Kräfte und mit wechselnder Taktik, mit Klugheit, Mut und Wendigkeit durchzuführen. Dabei ist zu bedenken, daß das Baltendeutschtum nicht immer die innere Geschlossenheit zur Zeit der Rücksiedlung besessen hat, daß es zwar mit Zähigkeit an deutscher Kultur festgehalten, sich aber nicht restlos zu allen Zeiten als bewußtes Glied des deutschen Volkskörpers bekannt hat. Als nach dem Weltkriegsende mit feinen Revolutions- ujirren und den Geburtswehen der baltischen Randstaaten das Deutschtum hier im Nordostraum ein wenig zur Besinnung kam, regte sich nicht nur bald wieder ein Hunger nach geistiger Bildung, sondern auch das Bedürfnis, dem kulturell fo hochstehenden Deutschtum eine eigene Ausbildungsstötte zu schaffen. Schon 1920 entstanden die Fortbildungskurse der deutschen Kaufmannschaft, die solchen Zuspruch fanden, daß schon 1921 die ges ellscha ft und das Herder lnfti- Leben gerufen werden konnten, um den Rettung von Passagieren und Mannschaften dann doch mit bedeutendem Erfolg durchgefuhrt und die ganze Nacht über fortgesetzt werden. Das Motorschiff „Orazia hatte 412 Pas- fagiere und eine Besatzung von 231 Mann an Bord. Als g e rettet werden in her amtlichen Mitteilung bisher SlSJßerfanen durch den Dampfer „Conte Bianca Mano ,173 ^erfonen durch den Dampfer „Colombo" .48 Personen durch die französischen Schiffe, somit i n s g esamt 5 3 Personen angegeben. Es fehlen n o d) 1 0 9 Personen, darunter 64 Mann der Besatzung. Möglicherweise ist auch ein Teil dieser Leute gerettet worden, da sich einige Rettungsboote schon vor dem Eintreffen der Hilfsschisse vom Motor, schiff „Orazia" entfernt hatten. Seeslugzeuge haben am Montagvormittag Nachforschungen nach dem Verbleib dieser Rettungsboote unternommen. Das Ergebnis ist noch nicht bekannt. Das Motorsch Orazia" ist noch nicht gesunken; das Feuer auf dem Schiff dauert fort. Heber die Ursache der Brandkatastrophe werden m der amtlich.n Mit teifung keinerlei Angaben gemacht. tut ins Leben gerufen werden konnten, um Den Veranstaltungen einen festeren Rahmen zu geben. 1924 wurde bas Institut vom lettischen Minister- kabinett vorläufig anerkannt; 1926 übernahm der erste und letzte Rektor Prof. Dr. Klumberg die Führung und erst 1927 wunde dem Institut durch «in lettisches Sondergesetz die feste Grundlage gegeben. Die Herdergesellschaft zu Riga war die For- rergesellschaft der Hochschule; eine gleiche Gesellschaft wurde mit dem Sitz in Lübeck gegründet. Beide Gesellschaften widmeten ihre Sorge der Bereitstellung von Mitteln zur Durchführung von Forschung und Lehre der außendeutschen Hochschule. Aus bescheidenen Anfängen, aus großen Opfern — auch großen persönlichen Opfern der Dozenten - erwuchs schließlich die Hochschule des Jahres 1939, die in drei Gebäuden über hundert Raume, Horsale, Laboratorien und Forschungsstellen zählte die von rund 300 Studierenden besucht wurden Der Umbruch im Reich bedeutete auch im Leben der Herder- Hochschule eine Wende: das Reich stellte in sehr erhöhtem Maße reichsdeutsche Professoren und Do- zenten zur Verfügung, half bei der Beschaffung von Büchern und anderen Lehr- und Forschungsmitteln, deutsche Firmen fühlten stärker als bisher die Verpflichtung zur Hilfe. ., Wenn auch Die Hochschule in ihrem Aufbau re chs- deutschen Hniversitäten glich, so war ihre Struktur doch durch die besonderen Bedürfnisse der deutschen Volksgruppen geformt. Die theologische Abteilung hatte für den Paftorennachwuchs zu str- gen; sie bestritt mit sieben Lehrkräften das gesamte Studium; 1938 war eine kirchengeschichtliche Forschungsstelle gegründet worden, die sich über die heimische Kirchengeschichte hinaus auch mit der E - forschung der östlichen Kirchen und ihren Wand IM', und st° °ts wissen schuf t- Hdjc Abteilung arbeitete zuletzt ™ Professoren und Dozenten und drei Assistenten. Nach Bestehen einer „Viersemesterprufimg wurden den Studierenden an allen reichst)eutschen Hmver- fitäten vier Semester angerechnet, d.h. die baltischen Studenten konnten einen wesentlichen Teil ihre Studiums in der Heimat abso^serem Der Lehrb trieb nahm dabei weitgehend Rücksicht «.uf die sonderen Verhältnisse, insbe andere auf die verschie denen DisMinen des lettischen Rechts eine unbedingte Notwendigkeit gerade auch für dieDef>aup ' tung des eigenen Volkstums. 5n ganj J Weste nahmen sich die Forschungsstellen dieser F^ kultät ihres staatlichen Lebensraumes an, dienten damit nicht nur dem Deutschtum, sondern hatten auch auf die Gestaltung und Kommentierung 'Vv hkl oÄi sch-Abteilung hatte zwei große Aufgaben: sie hatte für den Rachwuchs oon Wern unl> von wissenschaftlichen haften sur d - verfchiedenen Sektoren des deutschen Kultur evens zu soraen und zum andern wissenschaftlich durcyg bildeten Nachwuchs für die Landwirtschaft ausz - bilden Dabei konnten aber auch die „reinen miker eine geschlossene M^bhiIb“Xn Uniwrfitäkn Verbandsexoincn der reichsdeutschen Unw-rsitar-n erhalten Den Landwirten konnten 4 bis S Se Mester beim Weiterstudium >n D-uMnd ange^ rechnet werden. Den besonderen Bedürfnis der terschule. Dem LandwirtschaftsstudiUM d'« ° q aus geb aut werden sollte. ujintnrrHchen Sektion waren zuletzt ne?n Pwje!!°r°n und D°- Rom, 22. Jan. (Europapreß.) Das italienisch« Montagabend noch brennend auf dem Wasser. Heber hip Einzelheiten des Brandes wird folgende amtliche Darstellnug ausgegeben: „Das italien«-Motor, lchiri Dmra‘ sandte am Sonntag um 5.15 Uhr Ms-rufe aus und gab seine Position mü etwa M Meilen südlicher Entfernung vom Hafen von loulon an. Ein Seeslugzeug, ein Minen,ischer und ein Schlepper, später auch ein französischer Torpedo- boahSr und gleichzeitig auch die rt°liemschen ■ (Vnn+e Bianca Plano , „Colombo , „Cel- ?a^P nh' ^Vra" S an die Hnsallstelle ausge- slugzeug ermittelte die Position der l0Kria- urt fiÄrk daß da-auf dem Motor- wütende Feuer sich vom Heck gegen den Bug au-br-tt- Infolge de- schweren Südweftsturmes und baden Seegangs sah sich der französische Schlepper o»wunaen nach Toulon zurückzukehren Di- Ret- 2 3 „uS sichteten aeaen 16.15 Uhr das brennende ÄW«"* Detter konnte die Es ist wenig bekannt, daß fid) The ob or Fontane den Sommer des Jahres 1852 hindurch in London aufgehalten, um dort eine Stellung zu uchen, und daß er über feine dortigen Eindrücke in Briefen berichtete, die sich in seinen Gesammelten Werken unter dem Titel „Ein Sommer m Landon" finden und die ein gerade jetzt ungemein aktuelles Gesamtbild des Engländers und der ena- lischcn Mentalität entwerfen. Wenn irgendwo, so treten in diesen Worten die Unterschiede zwischen Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilätrdruckerei «.Lange in Gießen. Schristleitung und Geichästrftelle: Schulftrahe t stellen, die damals — im Jahre 1852 — wenig Glauben gefunden haben mag, die uns aber heute wieder sehr zeitgemäß und gar nicht erstaunlich vorkommt: „hiesige Spießbürger", so sagte er, „die immer noch die Waterloo-Schlacht allein gewonnen haben, schwatzen natürlich, als würden sie vorkom- menden Falls jeder ein Pulafox sein, aber wir wis- sen's besser und wissen recht gut, auf welchem Baden das Urbild zum Falstaff gewachsen ist. Ich habe in einem früheren Briefe von der Macht des eng- lischen Nationalgefühls gesprochen, und diese Macht ist da, aber die Klinge, die eine Eisenstange durchhaut, zerbricht umgekehrt wie Glas, und unter dem Schweiß dieses gelderjagenden Volkes rostet jene Klinge von Tag zu Tag und verliert ihren Zauber und ihre Kraft, unbemerkt, aber sicher. Weder Volk noch Parlament, weder Adel noch Geistlichkeit beherrschen England, sondern die Herren in Liverpool und in der City von London. Der Handel hat zu allen Zeiten groß gemacht, aber auch klein: groß nach außen hin, aber klein im Herzen. Er kauft den Mut: er hat ihn nicht selbst — und hier liegt die Gefahr... Der Handel hat nie größere Zwecke als sich selbst, und seine erste Bedingnis ist — die Ruhe. Ein Gewinn in Aussicht gestellt, und bie City von London geht mit jeder Dynastie." Fontane kommt zu diesem Ergebnis: „England gleicht den alten Teutonen mit ihren langen weitreichenden Lanzen: sie beschrieben einen Kreis damit, und wer an den Kreis kam, der war des Todes. Aber einmal keck in den Kreis hineingesprungen, so war die Lanze kein Schrecken mehr, sondern eine Last, und das kurze römische Schwert fuhr töd- lich zwischen die Rippen des Riesen. England ist ein Simson, aber erfaßt am eigenen Herde, sind ihm die Locken seiner Kraft genommen... Der Engländer flieht schwer: wenn er flieht, flieht er gründ- lich, und der Schrecken würde panisch sein wie zu Zeiten der Joanne d'Arc." Wie bitter ernst Fontane diese vernichtende Vorhersage gemeint hat, geht aus einer Anmerkung hervor, die er diesen Worten anschließt: „Seit ich das Obige niederschrieb, sind anderthalb Jahre vergangen. Die Ereignisse dieser letzten Wochen (gemeint ist der Krimkrieg) sind mir kein Beweis, daß ich damals nur Gespenster gesehen hätte. Und wenn innerhalb der nächsten zehn Jahre Hinterindien und China zu britischen Provinzen würden, dennoch ist es wahr, daß die rätselhafte Geisterhand, die dem Belsazar erschien, auch diesem übermütigen England schon das Menetekel Upharsin an seine goldenen Wände geschrieben hat, und daß, wie ein Engländer selbst ahnungsvoll ausrief, »der Anfang vom Ende da iftV' —o. Frankreichs Kriegsschuld. Starker Eindruck der deutschen Dokumente im gesamten Ausland. Rom, 22. Ian. (DNB.) Der Veröffentlichung des Briefes des Reichsaußenministers von Rlbben- tr o p an den ehemaligen französischen Außenminister Bonnet hat in der italienischen Presse ein starkes Echo gefunden. Der „Popolo di Roma" geht von den Sprichwort aus, daß ein diplomatisch gut ausgerüsteter Krieg bereits bedeutet, daß man chn halb gewonnen habe. Von diesem Gesichtspunkt aus erhalte der Brief des Reichsaußenministers eine große Bedeutung. Frankreich habe seit dem Besuch des Reichsaußenministers, der Aufforderung des Reiches, den Weg der historischen Versöhnung mit Deutschland zu beschreiten, ausdrücklich zugestimmt. Diese Dersöhnuna hätte Europa in eine Aera des Friedens, der Ruhe und der fruchtbaren Arbeit herb ei geführt. Stattdessen ist sie auf tragische Weise entwichen, hauptsächlich durch die Intervention Englands, welche Frankreich gezwungen hat, fein Wort 511 verleugnen. Die Versöhnung habe auf der französischen Anerkennung der deutschen Interessen in Osteuropa beruhen sollen. Die französische Regierung habe versprochen, sich in diese Zone nicht einzumischen, über diesen Punkt lasse der Brief Ribbentrops keinerlei Zweifel. „Voce d'Äalia" sagt: „Die Erklärungen Campinchis zeigen, daß bereits im April 1939 die leitenden Kreise Frankreichs entschlossen waren, gegen Deutschland Krieg zu führen und das polnische Problem nichts anderes als ein bequemer Vorwand dafür war, den Konflikt zu entfesseln. Der Zweck des Krieges sollte darin bestehen, Deutschland einen Frieden au hu« zwingen, der seine Existenz für immer erdrosselt hätte." Das Blatt unterstreicht besonders, daß die italienische Presse früher häufig Gelegenheit hatte, gegen antntaliemsche Aeußerungen Campinchis Stellung zu nehmen. Auch in nüchtern denkenden schwedischen Kreisen hat sich der Eindruck verstärkt, daß Frankreich grundsätzlich Ende 1938 zu einer endgültigen Bereinigung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Frankreich bereit war und daß es lediglich unter dem Einfluß Londons in den Konflikt Mit Deutschland hineinaeschlittert ist. Man bemerkt besonders die Offenheit, mit der der Reichsaußenminister den verantwortlichen französischen Stellen Deutschlands Haltung zu den Ostproblemen bärge- leget hat und die Diskrepanz, die sich zwischen dem in Paris anläßlich des Besuches des Reichsaußen- minifters dargelegten französischen Standpunkt zu dieser deutschen (Anstellung unb der späteren Haltung der französischen. Außenpolitik zu erkennen gibt. Man betont, daß in dem Brief Ribbentrops erneut dem Derständigunswillen Deutschlands gegenüber Frankreich unter Hinweis auf die grünt)- lätzliche Einstellung des Führers außerordentlich lebendiger Ausdruck verliehen wurde, und man übersieht nicht, daß eine Vermeidung des europäischen Konfliktes möglich gewesen wäre, sofern Frankreich sich durch die deutlich ausgesprochenen Warnungen veranlaßt gesehen hätte, auf seiner ursprünglich angenommenen Haltung hinsichtlich der Anerkennung der deutschen Interessensphäre im Osten zu verharren. Im übrigen ist man in urteilsfähigen hiesigen Kreisen der Ansicht, daß die in der Haltung Frankreichs festzustellende Wandlung fei- nesfalls durch die Notwendigkeit der Wahrung irgendwelcher vitalen französischen Interessen bestimmt gewesen sein kann, da eines ber brennendsten Probleme der französischen Politik durch die Bereinigung des deutsch-französischen Verhältnisses erledigt war und daß infolgedessen von außenher der französischen Regierung injiizerte oder sogar aufgezwungene Gesichtspunkte für diese Wandlung maßgeblich gewesen sein müssen. In Kenntnis des jetzt veröffentlichten Briefes des Reichsaußenministers kann man in Schweden sein Erstaunen darüber nicht verber- «n, daß die französische Regierung noch zu der Zeit, da ein europäischer Konflikt durchaus zu vermeiden war, nicht die Gelegenheit ergriffen hat, sich im Interesse des eigenen Landes von krieg streberischen Einflüssen frerzumachen. ♦ In Haager politischen Kreisen vertritt man Me Auffassung, daß man nunmehr wertvolle Aufschlüsse zu der Frage erhalten habe, inwiefern man in Paris eine Mitschuld an der Zuspitzung der deutsch- polnischen Auseinandersetzung und damit am Ausbruch des Krieges auf sich geladen habe. Es kommt das Erstaunen und eine gewisse Kritik darüber zum Ausdruck, daß Frankreich wegen der polnischen Frage eine dauerhafte Aussöhnung mit Deutschland leichtfertig aufs Spiel gesetzt und damit gleichzeitig auch für die ganze Welt große Nachteile heraUfbe- schworen habe. Die „Neue Züricher Zeitung" sagt, Ausgangspunkt für die deutsche Argumentation bilde die Auffassung, daß Frankreich die Expansionspoli- tik Deutschlands in Osteuropa zu dmden sich verpflichtete. Der französischen PoMk werde durch die letzte deutsche Veröffentlichung der Vorwurf gemacht, Goldaienschwank. Don Karl Burkeri. Der Alois Lichtscheitel hat aus dem Weltkrieg einen Schwank mit heimgebracht. Wenn er gut aufgelegt ist, gibt er ihn manchmal zum besten. Der Schwank aber geht so: Wir von der Achten haben einen Kompanieführer gehabt, mit dem ein jeder recht wohl zufrieden hat sein können. Weglehner hat er sich geschrieben, seinen andern Namen weiß ich nicht, tut aruh weiter nichts zur Sache. Die Hauptsache: wir waren gut versorgt mit ihm, und daß einmal einer über chn gemault hätte, das hat es einfach nicht gegeben. Unser Hauptmann hat von einem jeden in der Kompanie gewußt, wie er sich schreibt und wo er her ist, wie er in Friedenszeiten sein Brot verdient hat und was sonst noch mit ihm los ist. Unter Hauptmann hat es dir, ohne erst beim Feldwebel anfragen zu müssen, auf den Tag hin sagen können, wann du mit dem Urlaub dran bist, und ein Versehen oder eine Ungerechtigkeit hat s bei uns nicht gegeben. Unser Hauptmann hat mit der Mannschaft aus der Feldküche gegessen, und wenn mir in Ruhe gekommen sind oder wenn er wieder mit uns in Stellung gegangen ist, dann ist er nicht auf einem Gaul geritten, sondern dann ist er marschiert wie mir, und sogar einen Tornister, einen richtigen Mannschaftstornister, hat er allemal auf dem Buckel gehabt. „Was ich bei mir hab, das hab ich bei mir", hat er gesagt und „auf jemand anders soll sich ein Soldat nicht allzu sehr verlassen." In einem Stück aber ist der eine und andere dann doch nickst ganz einverstanden gewesen mit unserm Hauptmann. In einem Stück da war er doch gar zu genau. Wenn du halt an so einem Kirschgarten vorbei kommst und die zeitigen Kirschen hängen die schier bis ins Maul, da meint man eben doch, es wär grab keine Todfünd', wenn man sich an ber lieben Gottesgab' ein wenig verlustieren töt. Aber unser Hauptmann hat eben da gar keinen Spaß verstanden. „Wir sind hier im Elsaß", hat er gesagt, „wir stehen nicht in Feindesland. Zum Requineren hab' ich keinen Auftrag, und plündern gibt es bei mir nicht. Ihr werdet euch darnach richten!" Und das taten wir dann auch: denn daß einem wegen einer Handvoll Mira- bellen ober Pflaumen ber schöne Urlaub für einstweilen gesperrt sein sollte, das wollte man doch lieber nicht riskieren. Ist auch zu keiner Zeit was Ungerades vorgekommen bei der Achten, soviel man gehört hat, ist keine Klage eingelaufen beim Regiment oder gar noch höher droben, und daß unser Hauptmann da draus nicht wenig stolz gewesen ist, das kann sich ein jeder ja denken. Aber einmal haben sie ihm eben doch einen Streich gespielt, hab selber nichts dafür können, bin nur so dabeigestanden, rote es vor sich gegangen ist, und — unfern Herrn Hauptmann in Ehren! — daß es mich nicht hinterher ein wenig gefreut hätf, das will ich durchaus nicht in Abrede stellen. Hat sich im Spätherbst xugetragen, an einem Donnerstag in der Früh ist's gewesen, weiß es noch wie heut. Waren ein paar Wochen in so einem kleinen Rebsteckendorf in Ruhe gelegen, aber nun war das eben wieder vorbei, und nun marschierten wir da auf der Landstraße, marschierten in Gottes- namen wieder den sakrischen Bergen entgegen, wo uns der Franzose und wer weiß, was noch alles erwartete. Der Hauptmann bildete wie allemal den Beschluß der Kompanie, und dieweil ich doch im letzten Glied marschiert bin, hab ich's alles mit anhören können, was sich da hinter meinem Buckel zugetragen hat. Ist also auf einmal ein Bauer neben dem Hauptmann hergelaufen und von einem Gockel hat er was daher geschwätzt. „Ein Prachtgockel!" hab ich ihn sagen hören. „Bei meiner Seel', der schönste Gockel im ganzen Dorf!" hat er weiter behauptet. Erst ein Jahr sei er gelaufen und einen Preis, ganz gewiß einen Preis hätf ein solcher Staatsgockel auf jeder Geflügelschau bekommen müssen. Aber'damit sei es jetzt halt vorbei. Hin sei der Gockel, maus- hin. Heut' in aller Früh müßt' es ihm ans Leben gegangen sein, denn noch blutswarm hat man seinen Kopf auf dem Mist gefunden, und auf wen man das zeihen müsse, nun, dem Herrn Hauptmann, brauche man doch wahrlich nicht mit dem Holzschlägel zu winken. Nein, das hat er nicht vonnöten, sagt unser Hauptmann, er hat ganz gut verstanden, wo man hinauswolle, nur wäre die Frage, ob man dabei auf der richtigen Spur fei; er hoffe ja nicht, daß man in der ersten Hitze dahergelaufen komme und seine Leute grundlos verdächtige, aber man werde sa sehen. Ich brauch' auch nicht lang herumzuschneiden im langen (9ras; furz und gut, mein Hauptmann läßt die Kompanie anhalten, läßt einschwenken, läßt rühren, sagt uns, um was es sich handelt, läßt die Gewehre zusammensetzen, läßt bie Tornister ab- nehmen, ein jeder muß den seinen aufschnallen und nun wird man ja gleich sehen, wo das rare Gockel- vieh daheim ist. Der Hauptmann geht selber von Tornister zu Tornister, ber Dauer muß überall dabei sein, speck- tet mit langem Hals in jeden Muckel hinein, sieht alles und jedes, was der Soldat so mit sich fuhrt, nur einen Gockel sieht er halt nicht. Und weil er den nicht zu sehen kriegt, wird er immer kleiner und kleiner, und wie man beim letzten Mann angekommen ist, steht ber arme Dauer ganz ratlos und elend da, und am liebsten wär' er jetzt recht weit weggewesen. Eine deutsche Dichter-Tagung Dr. Goebbels fordert Mobilisierung der In Berlin begann eine Tagung der Dichter und Schriftsteller mit den führenden Männern des Rundfunks, um alle Kräfte für den uns aufge- zw un gen en Kampf einzusetzen. Der Betriebsführer der Reichsrundfunkgesellschast, Direktor Foß, konnte etwa 50 namhafte Dichter und Schriftsteller, an der Spitze den Präsidenten ber Reichsschrifttums, kämm er Hanns I 0 h st und unter ihnen den greifen Max Halbe begrüßen. Für die Abteilung Schrifttum im Reichsministerium für Volksauf- flärung und Propaganda hieß Ministerialdirigent H a e g e r t bie Teilnehmer willkommen. Nach einem Wort von Dr. Goebbels fei gerade. die Dichtkunst berufen, eine besondere Aufgabe zu erfüllen. Dem Dichter sei durch den Rundfunk Gelegenheit gegeben, zu Millionen zu sprechen. Zwischen dem Dichter und dem Rundfunk eine enge Zusam- menarbeit zu schaffen, sei eine Aufgabe des deutschen Kulturschaffens. lieber bie Aufgabe des Dichters, bie geistigen Waffen in diesem Kampf um das Recht und das Leben des deutschen Volkes einzusetzen, sprach der Leiter ber Abteilung Rundfunk im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Ministerialdirigent Berndt. Der Dichter müsse mit- ten i m Erleben der Zeit stehen und seine Einfälle aus dem ungeheueren Geschehen unserer Tage für sein dichterisches Schaffen empfangen, so wie die Dichter ber Freiheitskriege dem Volke Mut und Tapferkeit, Schwung und Kraft gaben, so soll auch der Dichter unserer Tage seinen An- geistigen Kräfte der Nation. teil bei dem Kampf um das Leben der Nation haben. Der Oberspielleiter des Deutschlandsenders und des Reichssenders Berlin, Gerd Fricke, machte die Teilnehmer der Tagung dann mit dem techni- fchen Teil der Rund funk arbeit, vornehmlich dem politischen Hörspiel, bekannt. Reichssendeleiter Ha- bamowski wies darauf hin, daß Kultur, Politik und Propaganda, die sich alle des Wortes bedienen, wesensbleich seien. Propaganda und Politik feien ebenso sehr gemeinschaftsblldende Kräfte wie die Kultur. Die Dichtertagung fand ihren Höhepunkt in einer Begrüßung durch Reichsminister Dr. Goebbels, in feinem Ministerium. Der Kampf um bie endgültige Erhebung Deutsch- lands zur souveränen Großmacht, so sagte der Minister, erfordere nicht nur den restlosen Einsatz aller militärischen und wirtschaftlichen, sondern in gleicher Weise die Mobilisation der geistigen Kräfte der Nation. Die Nation habe ein Recht, den restlosen Einsatz auch der Persönlichkeit und bet Kunst des schöpferischen deutschen Menschen zu fordern. Der Appell des Ministers fand tiefes Verständnis und lebhaften Widerhall. An dem Empfang nahmen u. a. teil: Halbe, Schaffner, Rehberg, Ielusich, Professor Kluge, Menzel, Eggers, Graf Bosfi-Fedrigotti, Tumler, Ettighofer, Dr. Lüdke und viele andere bekannte deutsche Dichter und Schriftsteller. daß sie durch ihre Einmischung in die deutsch-polnische Auseinandersetzung die Grundlage der deutsch- französischen Verständigung zerstört habe. Ihre Hal- tung werde mit dem Geist der Pariser Erklärung als unvereinbar bezeichnet. * Auch in der b e I pf f d)en Oeffentlichkeit mißt man der Veröffentlichung des Briefwechsels Ribbentrop—Bonnet für die Klärung ber Verantwortung für den Krieg große Bedeutung bei. lfQe Soir" hebt hervor, daß Frankreich es gewesen fei, bas seine Politik änderte, nachdem es die Lebensinteressen Deutschlands anerkannt hatte. Bundesrat Motta qestorben. Bern, 23. Januar. (DNB. Funkspruch.) Der Vorsteher des Eidgenössischen politischen Departe. mente, Bundesrat Giuseppe M 0 tta, ist am Dienstagvormittag in Bern nach einem Schlaganfall gestorben. Giuseppe Motta war 1871 in Airolo geboren worden. In Freiburg, München und Heidelberg studierte er Rechtswissenschaften und wurde bann Advokat in seinem Heimatkanton Tessin. Dort trat er seit 1895 als konservativer Politiker hervor, wurde 1899 in ben Nationalrat gewählt und 1911 in den Bundesrat, wo er von 1912 bis 1917 bte Bundesfinanzen leitete. In den Jahren 1915 bis 1920 bekleidete er das Amt des Bundes» präfrbenten. Seit 1920 war Motta Chef des potttt- fchen Departements, leitete also als solcher die auswärtigen Angelegenheiten ber Schweiz. Das Jahr 1927 sah ihn wieder als Bundespräsidenten, für das Jahr 1931 wurde er zum Vizepräsidenten des Bundesrats gewählt, 1932 war er wiederum Bundes- Präsident, im ganzen fünfmal. Motta beherrschte die drei Landessprachen der Schweiz geläufig und erfreute sich sowohl in der Schweiz als auch tn internationalen Kreisen größten Ansehens. Die Wahlen in Bulgarien. Sofia, 22. Januar. (Europapreß.) Der dritte Sonntag der Wahlen zur bulgarischen Sobranje brachte der Regierung Kjosseiwanoff einen neuen überwältigenden Sieg. Von ben am Sonntag in den Verwaltungsbezirken Plowdiw (Philippopel) Wie ein Tropf steht er da vor unferm Hauptmann, weiß nicht, was er sagen soll, will so was wie eine Entschuldigung vorbringen, aber der Kom- panieführer bedeutet ihm nur kurz, daß er sich scheren möchte, und daß er bas so ohne weiteres darf, bas ist ihm jetzt auch das liebste, und wie ein verprügelter Hund trollt er davon. Hatte nicht gaschen, rote sich Stucker drei vom zweiten Zug, während das alles vor sich gegangen ist, mit luftigen und frechen Augen angeblitzt haben, auch ber Herr Hauptmann hat nicht bemerkt, wie sie jetzt heimlich atif den Steckzähnen gelacht haben und daß unter denen fein Bursch, ber Alois, dabei wäre, selbes hat er sich schon gar nicht träumen lassen. % Droben in der Stellung fackelte am Abend, ber diesen Tag beschloß auf Feldwache 4 in einem Kanonenöfchen ein munteres Feuer. In einer Pfanne brutzelte daselbst der rare Gockel, ben ber Alois, der niemals etwas falsch machte, vorsichtshalber im Tornister des Herrn Hauptmanns verstaut hatte. Schach. Wenn sich bie Familie nach bem Abendbrot gern ütlid) rm ben Wohnzimmertisch zusammenfindet -r~ und dies wird heute im Zeichen ber Verdunkelung ber Regelfall fein —1, taucht manchmal die Frage auf: „Was machen wir jetzt?" Unter all ben Gesellschaftsspielen, bie bann herausgeholt werden, verdient das Schachspiel besonderen Vorzug. Gewinnen ober Verlieren hängt hierbei nicht wie z. B. beim „Mensch ärgere dich nicht" von der zufälligen Augenzahl der Würfel ab, sondern von bem überlegenen Lenken der einzelnen Figuren. Es ist nur zu bedauern, daß sich das Schachspiel nicht längst ber allgemeinen Beliebtheit erfreut, bie ihm gebührt. Die dabei zu leistende Denkarbeit wird von dem, der das Spiel beherrscht, ja auch gar nicht als Anstrengung ober Belastung empfurtoen, sondern als geistige Ausspannung in würdigem Rahmen. Nur bie, bie es noch nicht kennen, glauben, daß es „zu sckwer" sei. Besonders Kindern sollte man schon in frühen Jahren dieses ritterliche Spiel beibringen, bas in so hervorragender Weise dazu geeignet ist, ben wachsenden Geist zu schulen und logisch denken zu lernen. Jeder Volksgenosse hat bie Möglichkeit, sich für wenig Gelb in KdF.-Kursen in die Geheimnisse des Schachspiels einweihen zu lassen, es mit seiner Familie zu spielen und manche erholsame Stunde dadurch zu finden. Jede Partie stellt einen Feldzug im Kleinen vor. Es gilt bei diesem Zweikampf des Geistes, den feindlichen König zu schlagen. Jede ber beiden Parteien verfügt über bas gleiche Material, durch Tatund Wratza (Nordwest-Dulgarien) gewähllen 41 M- geordneten stehen 38 hinter der Regierung. Somit sind bis jetzt in ben fünf Verwaltungsbezirken Schumen, Burgas, Plewna, Plowdiw und Wratza zusammen 109 Abgeordnete gewählt, von denen 9 9 (rund 92 v. H) Regierungsanhänger sind. Die Regierung Kjosserwanoff hat damit bereits jetzt eine Stimmenm ehrheit von rund 6 2 v. H. in der Sobranje. Am kommenden Sonntag werden die Sobranje-Wahlen mit ben Abstimmungen in den beiden noch ausstehenben Wahlbezirken Sofia und Stara Zagora ihren Abschluß fm- ben, wo zusammen noch 51 Abgeordnete zu wählen sind. Auf Grund des bisherigen Wahlausfalles rechnet man damit, baß von ben 160 Sobranje- Abgeordneten etwa 145 (90 v. H.) die Regierungs- Politik vertreten werden. Kleine politische Nachrichten. Das erste deutsche Perkehrsklumeug, das den regulären Flugdienst auf der Strecke Berlin — Moskau von deutscher Seite eröffnete, traf Montag nachmittag auf bem Moskauer Flughafen ein. Trotz des starken Frostes von über 30 Grab hat bie große beutsche Maschine ihren Flug planmäßig zurückgelegt. * In Essen verschied nach längerer Krankheit der bekannte Eisenindustrielle Otto Wolff im Alter von 59 Jahren. Otto Wolff war Mitglied zahlreicher Aufsichtsräte größerer deutscher Montankonzerne unb eifennerarb eitenber Unternehmen. • Mit einem feierlichen Schlußappell der ehemaligen Amtswalter ber „Deutschen Vereinigung" wurde in Bromberg die Tätigkeit dieser großen Volksorganisatton abgeschlossen. * Der jugoslawische Ministerpräsident Zwetko- witsch empfing Montag ben politischen Sprecher ber deutschen Volksgruppe in Jugoslawien, Franz Hamm, ber mit ihm die Frage einer deutschen Vertretung im Senat sowie verschiedene Schulfragen besprach. Ferner wurde die Haltung ber tik und Klugheit kann jeber gewinnen ober durch überschnelle und unüberlegte Züge verlieren. Acht Bauern ziehen auf jeder Seite auf, die ihren König decken, aber nicht mehr für ihn tun können, als Schritt für Schritt vorwärtszugehen und ihm in ehrlichem Kampfe ihr Leben zu opfern. Dazu kommen dann die Edelleute, die ihn umgeben; sie haben einen weitaus größeren Machtbereich, unb das Verhalten dieser Getreuen ist maßgebend für Sieg oder Niederlage. Zu diesen Getreuen gehört auch die Dame — eigentlich die wichtigste Figur im Spiel —, bie sich manchmal selbst einsetzen muß, um ben Sieg des Königs au retten. Die ritterliche edle Karnpfesart kommt besonders darin zum Ausdruck, daß der feindliche König nicht hinterlistig nieder- gemacht, sondern daß er sogar durch ein „Schach" darauf aufmerksam gemacht wird, wenn ihm eine Niederlage droht. Wer das Schachspiel erst richttg kennen und schätzen gelernt hat, wird oft genug aus der Stellung der Figuren Probleme wiedererkennen, die ihn im täglichen Leden bewegen. Unb diese Stellungen der Figuren sind so vielfach, daß sie sich so gut wie nie wiederholen. Schon in alten Zeiten hat man dieses königliche Spiel dadurch zu würdigen versucht, daß man es in kostbarem Material herstellte. In den Juwelenkellern des Grünen Gewölbes in Dresden ist ein Schachspiel zu sehen, das aus Hellem und dunklem Bernstein hergestellt ift Im Schaufenster eines Berliner Ebelmetallaefchäftes war vor kurzer Zeit ein Spiel ausgestellt, dessen Figuren unb Felder aus Silber und Goll» getrieben waren. Im Kunstmuseum einer größeren Stabt Deutschlands steht in einem Saal eine Erzplastik, bie ein Königspaar aus Schweden beim Schachspiel wieder gibt. Gebäpde, Haltung und Ausdruck der Spielenden zeigen, wie die beiden im Spiel gefangen find. Zu allen Zeiten haben führende Männer des Geistes und der Faust Echolung unb Entspannung bei diesem schönsten aller Spiele gefunden, und es wäre sehr zu begrüßen, wenn das Schachspiel gerade heute mehr und mehr zu einem wahren Dolksspiel werden würde. H. K. Falsch verstanden. Em regierender Fürst beehrte einmal eine Klein- stadt mit seinem Besuch. Der Fürst war ein wenig nervös und leicht reizbar, und so geriet er sogleich in allerhöchsten Zorn, als ber Stadibarbier ihn beim Rasieren verletzte. „Das kommt vom Saufen!" schrie er den Haarkünstler wütend an. Der Barbier nickte überzeugt: „Jawohl, ganz meiner Meinung, Hoheit: vom Saufen. Das macht die Haut fo spröde!" Der westliche Wunschlraum Dezentralisiertes DeuWand kleinerer Staaten Oie Kältewelle noch ungebrochen und Aus aller Welt Hebet 800 Todesopfer durch dle Kalle in China. Berlin. des Arbeitsplatzwechsels vom 1. September 1j JO ^luna der vorherigen Zustimmung eine lange« twführer und einer der Heizer. Etwa vierzig Per- nur jede Neueinstellung, sondern auch jeöe JLOju g , h ö. g5|r j versäumt wurde und ^nen wurden verletzt. Das Unglück ereignete sich eines bestehenden Arbeitsverhaltnlsses grunLl tz a) « 0 Dertragsteil, der kündigen will, billiger-> der Nacht zum Sonntag. an die Zustimmung des Arbellsamtes ge^lnden. m s f ^gemutet werden konnte. Aber 5ünf Jahre Zuchthaus Diese Zustimmung mutz vorherj dann hat das Arbeitsamt allein unter arbeit»- für ilbhören ausländischer Sender. Überhaupt - Arb°. r.r^ r-^^.-k.am * ®^.spuntten ju> prüfen ob « » s°«cht hatten.sich der iligen ing" rotzsn it dir Altrr eicher yernr tko« rechn Franz ltschen Schul- g der Sauberkeit im Munde Hilst Zahnkrankheiten verhiiten. Tägliche Zahnpflege ist deshalb ein Gebot der Gesundheit Zwei Schwerverbrecher bei Widerstand erschaffen. Berlin, 21.3an. (BJIB.) Der Reich«sührer H und Chef der deutschen Polizei teilt mit: Am 20. Januar 1940 wurden bei widerstand erschossen der 30jährige Viktor 7N e y e r aus Berlin und der 20jährige Max Groh aus München. Meyer war zuletzt wegen Raubes, Groh wegen Sittlichkeitsverbrechen verurteilt. Dor dem Clbinger Sondergericht hatten sich der 41jührige Johann Matczynksi aus Schneck^- mühl und seine Ehefrau wegen Abhorens sendlicher Rundfunksender und Verbreitung unwahrer Nachrichten solcher Sender zu verankoorten. Die Beweisaufnahme ergab einwandfrei, daß Matczynfki vor dem polnischen Feldzug französische und polnische Sender gehört hat und auch nach dem Verbot des Abhörens ausländischer Rundfunksendungen diese fast täglich weiterhörte. Selbst die angedrohten schweren Strafen konnten ihn davon nicht abhalten, obgleich ihn auch seine Ehefrau darauf hingennesen hatte, es nicht mehr zu tun. In einem Falle hat er sogar die von ausländischen Sendern gehörten ßüßenijrelbunseTi tzivemArhettstamtzrsdey 1863 den griechischen Thron bestiegen hat, aus dessen Ehe mit der Grohfürstin Olga von Rußland Gemäß der Verordnung über die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels vom 1. September ist mcht Die seit drei Tagen anhaltende außergewöhnliche Kälte hat in China schon über 800 Todesopfer gefordert. Am Sonntag allein wurden von verschiedenen Rettungsgesellschaften 500 Erfrorene, zum großen Teil Kinder, auf den Straßen gefunden. Aus der Provinz werden Hunderte von m. btn reit «ross- los« tacken Ätsche a s'dgTe ch t zur Kündigung, wenn der Seif'' 1 ter W ,, S fliw lttsch-S Kl Qtter n ncher ' 9en J 1 ein tl chtest Wtl Mes Lnip, lb«l @raj ' unh hch. lU. ung. Mken -ratza n 99 i 1 ger I Mg nb Mim« bjtim. ihlbr. & sin« wSH« falle, ranjti I W * N Ue S °litik «neu, vie einer [ durch . Acht König n, als )M in 1 tom- Pf 1, und ü> für gehört für im iß, um ie edlr sdruik, nieder« )choch n eine gekündigt werden kann. Nur m Sonderfallen kann und soll das Arbeitsamt sein Einverständnis nachträglich erklären. In einigen wenigen Ausnahmefällen ist weiterhin die Zustimmung des Arbeits- amtes zur Lösung des Arbeitsverhaltmsses nicht er s°Zu^r praktischen Anwendung dieser Bestimmungen liegen jetzt die ersten A g e r'i ch t s u r t e i l e vor. Sie sind für Betnebs führer wie für Gefolgschaftsmitglieder gleicher maßen bedeutsam. Einige seien deshalbf hier kurz besprochen. Wann, so wollen wir Zunächst f 9 • kann erst eine nachträgliche Zu ft 1irn 9 des Arbeitsamtes zu einer Kündigung tn 1 und ■ Stet- n, die 1 Siel' 'M len h» irdige" il h^ Aeivol' as aus L 31« schastes dessen trieben bSt ,plostik' 14 t*' riet f ! MN' ib §nt' funden. Äolh' lvahre" in°-'nachi?ä liche Zustimmung erteilen will °8H- renö über die Berechtigung b-rfpielswest- einer fristlofen Entlassung allein das Arbeits- aericht zu entscheiden hat. Qu her Frage der nachträglichen Zustimmung des Arbeitsamtes liegt jetzt das Urteil des Arbeitsgerichtes Frankfurt am Main 2 Ca 359/39 vor. Die ?u einer Kündigung erforderliche Zustimmung des Arbeitsamtes, sagt das Urteil, ist grundsätzlich vorher einzuholen, andernfalls die zustimmungslos ausgesprochene Kündigung rechtsunwirk am ist. Dann heißt es weiter: Nur in Ausnahmefallen kann Die starben Regen- und Schneefälle des Sonntags bewirkten in Bukarest und Umgebung, daß in einem Umkreis von 30 Kilometer um die rumänische Hauptstadt herum alle Landstraßen stundenlang unbefahrbar waren. Die Lebensmittelbelieferung der Hauptstadt hat unter den Schneeverwehungen gelitten; so konnten z. B. nur geringe Mengen von Milch angeliefert werden. Die Landstraßen mußten mit Motorschneepflügen freigemacht werden. Auch aus Bulgarien werden große Schneeverwehungen gemeldet. Auf der Strecke Sofia—Widdin blieb ein Zug im Schnee stecken und konnte erst nach zwölf Stunden aus feiner unangenehmen Lage befreit werden. Im europäischen Teil der Türkei sind die Flüsse Maritza, Tunca und Ergene unter dem Anschwellen der aus den Bergen kommenden Tauwasser und wolkenbruch- artigen Regenfälle um vier Meter gestiegen und verheeren mit ihren Wassermassen die Felder. Der Simplon-Expreß erlitt starke Verspätung, weil das ganze Gebiet zwischen Uzankerprel und Lule Burgas überschwemmt ist. über die Lösungsfolgen zur Voraussetzung hat. In dem vorliegenden Fall wäre der Unternehmer mit einer sofortigen Lösung des Arbeitsverhältnisses einverstanden gewesen, während der Angestellte plötzlich 'Gehalt für die Kündigungsfrist wollte. Es fehlte also an der völligen Willensübereinstimmung der Vertragsparteien und damit an der Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis ohne Zustimmung des Arbeitsamtes zu beenden. Da diese fehlte, bestand das Arbeitsverhältnis fort trotz des zwar gegebenen beiderseitigen Wunsches, es zu lösen, aber wegen des Fehlens des völligen Einverständnisses über die Lö sungsb edingungen. Dr. E. Sch. In Spanien hält die Kältewelle an. Während in Madrid die tiefste Temperatur am Montag minus 5 Grad betrug, wurde in Avila 20 Grad minus gemessen. In ganz Zentralspanien ist der Ueberlaick>autobus- und Lastkraftwagenoerkehr eingestellt, da die Straßen vereist und die Gebirgspässe unter meterhohem Schnee begraben sind. Alle männlichen Bewohner der Ortschaften wurden aufgeboten, um Straßen und Pässe wieder befahrbar zu machen, da die Lebensmittelversorgung bereits stockt. Die Provinz Segovia leidet unter einer W 0 lfsplage. Die Tiere dringen infolge der Kälte und des Hungers bis in die Ortschaften ein. Zum ersten Male seit sieben Jahren fiel auch in Sevilla Schnee. Diele Ortschaften im mittleren Spanien sind seit drei Tagen vollkommen von der Außenwelt abgefchnitten. Im Hafen von Bilbao mutzten zahlreiche Schiffe Schutz vor dem Unwetter suchen. In einem Hospital in Salamanca brach ein Großfeuer aus, das drei Pavillons ein- äscherte. Da viele Leitungen geplatzt. sind, konnte infolge des Wassermangels nicht gelöscht werden. Großdeutschlands gestellt werden soll, — (Zeichnung fto ff mangel zu weiteren Svarrnaßnahrnen geführt, von Heincke — Scherl-M.) I So gab der Stadtrat von Naestoed auf Seeland ------ I bekannt, daß die größte Kirche des Ortes, die St. Pederskirche, bis auf weiteres geschloffen gehalten 9 r wird, da es nicht möglich ist, die zur Beheizung der O:e Sicherung der Wohnung im Kriege, s. ’*"* *"*"**• Unternehmer sehr lange Zeit vor dem Kündigungstermin kündigt, also hinreichend Zeit hatte, die Zustimmung des Arbeitsamtes einzuyolen. Dann ist diese zustimmungslose Kündigung bereits am Tage ihres Ausspruches r e ch t s u n w i r k s a m. Die Praxis wird aus diesem Urteil die Folgerungen zu ziehen haben. In der Tat sollte jeder, der kündigen will, vorher das Arbeitsamt um seine Zustimmung ersuchen, schon um nicht Gefahr zu laufen, bei ihrer Verweigerung nachher ein unter Umständen unerfreulich gewordenes Arbeitsoerhält- nis fortsetzen zu müssen. Will übrigens der Gefolgsmann kündigen, so hat er die Zustimmung des Ar- I beitsamtes einzuholen. Nach dem Urteil des Arbeits- I gerichtes Dortmund 2 Ca 535/39 genügt es ausdrücklich, wenn das Arbeitsamt dem Beschäftigten als dem Antragssteller seine Zustimmung mitteilt. Legt der Beschäftigte bei stiner Kündigung dann seiner Firma die Zustimmungserklärung des Arbeitsamtes vor, so ist die Kündigung unter allen Umständen rechtswirksam. Der Betriebsführer kann dann nicht, etwa unter Hinweis auf besonders wichtige und eilige Aufträge, die Lösung des Arbeits- verhältniffes verweigern. Eine andere Frage taucht hierbei allerdings auf. Kann das Arbeitsamt, nachdem es feine Zustimmung ausgesprochen hat, etwa auf besondere Vorstellungen des anderen Vertragsteiles die Zustimmung widerrufen? Zu dieser Frage liegt bereits das Urteil eines Landesarbeitsgerichts vor. Und zwar sagt das Landesarbeitsgericht Kassel in seinem Urteil Sa 23/39, daß ein solcher Widerruf I des Arbeitsamtes bedeutungslos ist. In dem vorliegenden Fall war allerdings der Widerruf erst nach Ablauf der Kündigungsfrist erfolgt. Damit war infolge der mit Zustimmung des Arbeitsamtes rechtswirksam gewordenen Kündigung das Arbeitsverhältnis überhaupt erloschen. Der Widerruf I des Arbeitsamtes konnte also, so sagt das Üandes- arbeitsgericht sehr treffend, nicht mehr wirksam wer- den, weil ja das Arbeitsverhältnis überhaupt nicht mehr bestand. Man wird aber ebenso daran fest zu - halten haben, daß der Widerruf der Zustimmung auch bann bedeutungslos ist, wenn im Zeitpunkte Aus einer Betrachtung der Maßnahmen der 1 Reichsregierung für die Wohnwirtschaft im Kriege, die Ministerialrat Dr. Ebel vom Reichsarbeits- : Ministerium im „Reichsarb eitsbla11" veröffentlicht, ergibt sich, daß kein Volksgenosse während des Krieges in die Gefahr kommen kann, feine Wohnung zu verlieren. Andererseits find durch ent- sprechende umfangreiche materielle Maßnahmen des Reichs auch die Belange des Hausbesitzes gesichert. Sämtliche Wohnungen, auch die größeren, sowie sämtliche Neubauwohnungen haben nunmehr M i e - terschütz, ebenso sämtliche Geschäftsräume. Auch bei ihnen ist eine Kündigung also in Ankunft nur noch zulässig, wenn die besonderen Grunde des Mieterschutzes vorliegen. Der Schutz, der übrigens auch für verpachtete Räume gilt, ist nicht nur auf die Fälle beschränkt, in denen der Mieter ober Pächter zum Heeresdienst einberufen ist, sondern gilt ganz allgemein für jeden Mieter oder Pächter. Der Besitz von Räumen soll wahrend des Krieges grundsätzlich gesichert bleiben. Unter bie- fern Gesichtspunkt wurde der Mieterschutz auch für das Untermietverhältn 1 s anwendbar erklärt, wenn der Untermieter die Räume ganz oder überwiegend mit Einrichtungsgegenstanden ausgestattet hat oder in den Räumen mit seiner Familie eine selbständige Haushaltung fuhrt. Die Untervermietung selbst ist dem Mieter e r I e i a) ‘ tert worden; der Vermieter darf feine Erlaubnis nur noch aus einem wichtigen Grunde verweigern, evtl, wird die Erlaubnis auf Antrag des Mieters durch das Mieteinigungsamt ersetzt. Dieser Regelung liegt der Gedanke zu Grunde, daß es Familien erleichtert werden soll, durch Aufnahme von Untermietern Ausfälle an Einkommen auszugleichen und die Wohnung zu halten. Besonders weitgehend ist der Schutz der Familienangehörigen beim Tode des Mieters. Nähere Familienangehörige — Eltern, Kinder, Großeltern, Enkel oder Geschwister — treten in den Mietvertrag ein, falls sie beim Tode des Mieters zu seinem Hausstand gehörten. Ihnen kann weder vom Dennieter rwch vom Erben gekündigt werden, die Wohnung bleibt des Widerrufes die Kündigungsfrist noch nicht abgetanen war. Denn sonst befänden sich beide Teile bis zum Ablauf der Kündigungsfrist gewissermaßen im Schwebezustand und wären nicht in der Lage, neue Dertragsverhältnisse rechtswirksam einzugehen. Noch eine letzte Frage wollen wir behandeln. Ge- mäß der Verordnung vom 1. September ist eine Zustimmung des Arbeitsamtes nicht erforderlich, wenn die Lösung des Arbeitsverhältnisses im beiderseitigen Einverständnis erfolgt. Das Urteil des Arbeitsgerichtes Leipzig 204 Ca 172/39 besagt nun, daß das Einigsein über die Lösung des Arbeitsverhältnisses eine völlige lieber- einftimmung über alle Lösungseinzelheiten, auch weitererzählt. Er forderte diesen sogar auf, einmal selbst zu hören, als dieser ihm erklärte, er solle doch nicht alles glauben, was die Engländer erzählen. Bei der Mitangeklagten Ehefrau konnte die Beweisaufnahme nicht einwandftei ergeben, ob sie selbst auch ausländische Sender eingestellt hat. Jedoch hat sie die Sendungen mitangehört, wenn ihr Mann das Rundfunkgerät einftellte. Das Sondergericht verurteilte deshalb den Angeklagten Johann Matczynfki zu fünf Jahren Zuchthaus. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden dem Angeklagten auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Die Angeklagte Herta Matczynfki wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gefängnisstrafe van einem Jahr verurteilt. Ein Verkehrsflugzeug in Hollandsch-Jndien abgestürzl. Fünf Fluggäste und drei Besatzungsmitglieder sind beim Absturz des Verkehrsflugzeuges der Strecke Batavia —Australien unweit der Insel Bali ertrunken. Schlagwetterunglück in einem französischen Bergwerk. In einem Kohlenbergwerk von Noyelles-Godault bei Lille sind acht Bergarbeiter durch eine Schlagwetter-Explosion g e t ö te _______ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Drühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschueßlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten lo Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. wehr. ZurZett Mieter im gewissen Umfange mit der Miete im Rückstand ist, ist aufrechterhalten. Die Reichsregierung hat ausdrücklich darauf hin gewiesen, daß die Mieter auch weiterhin verpflichtet bleiben, ihre Miete pünktlich zu zahlen. Die Gründe für diesen Hinweis führen in die wichtigen Funttionen des Hausbesitzes im allgemeinen Wirtschaftsleben. Die Miete verbleibt zu ihrem größten Teil nicht dem Vermieter. Er muß sie als Zins- und Tilgungs- beträge an die Hypothekengläubiger, als Steuern, Abgaben, Gebühren an die Gemeinden oder Versorgungsbetriebe abführen oder sie für eine ordnungsmäßige Instandhaltung des Gebäudes verwenden. Eine Unmöglichkeit für den Hausbesitz, diese Verpflichtungen zu erfüllen, mußte zu schwersten Auswirkungen im staatlichen und wirtschaft- lichen Leben führen. Die Angehörigen der Kriegsteilnehmer bekommen auch aus diesem Grunde im Rahmen ihrer Familienunterstützung einen Betrag zur Zahlung der Miete. Bei den g e w e r b l l ch e n Räumen ist die Verordnung über Dertragshilfe des Richters aus Anlaß des Krieges die Basis für Hilfsmaßnahmen, wenn etwa durch Umsatzrückgang I usw. Schwierigkeiten bei den Ländern usw. auftreten. Die Hilfe erfolgt nach dem Grundsatz des billigen Ausgleichs für den Gewerbetreibenden und seine Gläubiger mit dem Ziel der planmäßigen Abwicklung aller Verpflichtungen. Langfristige Lieferungsverträge kann der Richter ebenso ggnz oder teilweise aufheben wie die Höhe der Mete verändern. Hier ist als Ausgleich vorgesehen, daß Inhaber von Handelsbetrieben auf Antrag eine Beihilfe zur Zch- lung der Miete oder Pacht aus Reichsmitteln erhalten können, und zwar bis zu 80 v. H. des Ver- tragsfatzes. Anträge find über den Leitet her je-, weils zuständigen Wirtfchaftsgruppe an die untere, Verwaltungsbehörde zu richten. !Der ^Referent erwähnt noch die besondere Dertragshifte zu Gunsten des Hausbesitzes und die Gebaudefchadenver- ordnung und schließt mit der Feststellung, es könne auch bei etwaigen weiteren Maßnahmen erwartet werden, daß der Bedeut^g der WohErsichaft im 1 ^o^s^llen gemeldet. : Rahmen des gesamten Wirtschaftslebens Rechnung $^roere Wolkenbrüche in Anatolien, getragen wird. ___ ^ie römische Presse meldet aus Konstantinopel, I daß die verheerenden Erdstöße in Anatolien _ M Hortbauern unb bas Zerstörungswerk durch Arbeitsgerichte und Arbeitseinsatz. HSsS*'®' Spn unterer berliner Echristleiiung. Eisenbahnunglück in Arankreich U ' I Nach einer amtlichen Mtteilung stieß in der in Sonderfällen die nachträgliche Zustimmung er-ä t) e von Troyes ein Urlauberzug mit einem teilt werden darf, also etwa bei fristlosen, ^üterzug zusammen. Sieben fß er Jo n en rour- Entlassungen oder dann, wenn durch die Ein- ^^n getötet, unter ihnen die beiden Lokvmo- , .<_____ ..«vPinrinön Änitirnniiinv eine I o n q c ! Hntührnr unh oinor hör ftpiier. Etwa vierzig Der- Das südliche Norwegen, das bisher von dem scharfen Kälteeinbruch und dem ungewöhnlichen Winterwetter verschont geblieben war, ist seit Samstag der Schauplatz heftiger Winterstürme. Der Verkehr auf den Straßen und Eisen- bahnen ist weitgehend gelähmt. Mehrere Meter hohe Schneewehen türmen sich überall auf. Zahlreiche Kraftwagen blieben im Schnee stecken. Die Insassen mußten die Wagen verlassen, da diese nicht aus dem Schnee herausgeschaufelt werden können. Der Postdampfer Bergen—Oslo hat bereits über zwölf Stunden Verspätung. Man nimmt an, baß er den Sturm vor der Küste abwarten will. Die übrigen Postbampfer haben sämtlich Nothäfen angelaufen, >wo sie bessere Wetterverhältnisse abwarten wollen. Die strenge Kälte in Frankreich hat sich in den letzten Tagen mit zunehmender Schärfe bemerkbar gemacht. Das Thermometer fiel in der Pariser Gegend bis auf minus 18 Grad. Nach den vom Ministerium für öffentliche Arbeiten getroffenen Anordnungen haben die Kohlentransporte sowie die Transporte militärischer Natur und die Lebensmittelsendungen den Vorrang vor dem Reisendenverkehr. Es sind daher Mahnungen zur Einschränkung des Reiseverkehrs ergangen. Das Andauern der scharfen Kälte stellt die Geduld der Bevölkerung, besonders in den Großstädten wie Paris auf eine harte Probe, da die Zentralheizungen und die Warmwasserversorgung in den Wohnungen soweit solche überhaupt vorhanden sind, mit Rücksicht auf den Kohlenmangel vielfach nicht in Betrieb sind. - . wrackt I das Arbeitsamt auch noch nachträglich einer bereits — ......-..uv. o- ------ - hat I ausgriprodienen Kündigung zustimmen. Em solcher kommen? In seinem Erlaß vom 12. Degeinber h > ylusnabm^all ist abex Ächt gegeben, wenn der der Reichsarbeitsminister bereits betont, daß Mk i AusnaMejcm uvj d rtschen Volksgruppe bei den kommenden Skup- schtina-Wahlen berührt. * Das rechtsstehende tschechische nationale Blatt „Dlaika" bringt einen Aufruf einer neugeschaffenen Tschechischen Arbeitsfront. In dem Auf- ruf wird darauf verwiesen, daß die tschechischen Ar- beiter in Deutschland die Arbeitsfront kennen unb schätzen gelernt haben. * Am Sonntagabend starb Prinz Christopho- r u s von Griechenland, der Onkel König Georgs II., an den Folgen einer Lungenkrankheit. Er war der 1888 in St. Petersburg geborene jüngste Sohn des Königs Georg I., eines Prinzen von Dänemark, der Schneefall und Frost halten in Dänemark mit unverminderter Schärfe an. Besonders schwer ist von den schweren Schneestürmen Norbjütland betroffen, wo ber Schnee stellenweise sechs bis sieben Meter hoch liegt. Häuser sind unter den Schnee- Der britischen und französischen Hetzpresse blieb ess Zeichner hat sich die Mühe gemacht, aus den in wehen regelrecht begraben. Die acht zur Freihal- vorbehalten, in unmißverstänblichen Formulierungen Wbrt und Druck ohne jeden Versuch der Der- tung der Fahrrinnen eingesetzten Elsbrecher reichen über die englisch-französischen Kriegsziele das zu brämung aufgestellten Forderungen der französischen beizweitem nicht mehr aus, um bie fe^^gcfa^renen umreißen, was die Politiker der Westmächte hin und englischen Kriegshetzer deren Wunschbild m I Schiffe zu befreien. Der m der Ostsee eingesetzte und wieder zu demaskieren sich noch bemühen. In einer Darstellung zusammenzufassen. Bemerkenswert Eisbrecher „Tyr" mußte vom Eisbrecher „Fenns der Grundformel, bas ist Vernichtung des ist dabei, daß auch unter Benutzung bes konfessio- selbst abgeschleppt werden well er burd) .lieber- deutschen Volkes und Zerstückelung netten Momentes die Wiedereinsetzung früherer lastung bei feiner Arbeit Maschinenschaden erlitten bes Reiches, sind sich alle westlichen Publizisten Fürstenhäuser in den Dienst der Zerttümmerung hatte. In verschiedenen Städten hat der Brenneinig ihre Hetztiraden unterscheiden sich lediglich in rarn&htmH*fnnhci npfMft werden soll. — «Zeichnung I ftoffmanael au weiteren Svarrnaßnahrnen geführt, der Auffassung,^bis zu welchem Ausmaß die Zer-! ftörung Deutschlands getrieben werden soll. Unser1 •Bremen Frankfurt >SACHSEM KG Wien t SCHLESWIÖ-HOLSTEIN ZU DÄNEMARK L Stuttgart 11111111 HABS LINKES RHEINUFERj ZU FRANKREICH,/ — - TSCHECHOSLOWAKEI ;tettin^~^=-.: "=-- RECHTES OPERUFER SJi.-tfpOTt Erfolgreicher Schwimmunterricht m den Landsck^Älen. Auch im letzten Sommer hat das Schulschwimmen weitere Verbreitung erfahren. Die in den letzten Jahren durchgeführte Schulung der Lehrkräfte trug viel dazu bei, daß in den Orten, die Gelegenheit durch Schwimmbäder oder natürlichen Wasserlauf boten, in den warmen Sommermonaten in den Schulen auch das Schwimmen als Leibesübung betrieben wurde. lieber 1500 Schüler und Schülerinnen nahmen in 27 Landschulen am Schulschwimmunterricht teil. An 276 konnte Freischwimmerzeugnisse für 15 Minuten ununterbrochenes Schwimmen ausgegeben werden, 106 schwammen 45 Minuten ununterbrochen und erhielten dafür den Ausweis als Fahrtenschwimmer. An diesem Erfolg sind hauptsächlich die Schulen in GroßemBuseck, Grünberg, Heuchelheim, Hungen, Laubach, Lich und Lollar beteiligt. meinfchaft 418 Gersfeld 2:18,44 und einer Wehr- machtmann-schaft in 2:22,46. Am Nachmittag gewann Christian Bäringh^ufen (WSV. Willingen) mit Note 139,5 und Sprüngen von 29 und 34 m (dem weitesten des Tages) ein Wertungsspringen an der Orenbergschanze in Willingen. Der 30-km-Dauerlauf um die Meisterschaft von Hessen, der am 28. Januar ausgetragen wird, ist von Willingen nach Kassel verlegt worden, wo er in Verbindung mit einem Springen an der Ziegenkopfschanze durchgeführt wird. Wazulek - deutscher Eisschnettlaufmeister. Aus dein Meisterschaftskampf der besten deutschen Eisschnelläufer ging wiederum der Wiener Karl Wazulek als überlegener Sieger hervor. Er sicherte sich in Zell am See den Kriegs-Meistertitel mit 202,510 Punkten vor seinen Landsleuten S t i e p l und L e b a n , dem Berliner B a r w a und dem Münchener B i e s e r. Altmeister Sand- n e r (München) mußte sich mit dem achten Rang begnügen. Wazulek siegte am Sonntag sowohl über 1500 als auch über 5000 Meter jedesmal vor Max Stiepl, aber das harte Eis gestattete auch diesmal keine Rekordzeiten. Reichssiegerin bei den Frauen wurde die Berlinerin Ruth Hiller vor der Vorjahrssiegerin Anneliese Scharr (Berlin), und als bester Junior erwies sich der vorjährige Jugendmeister Wirth (Wien), der nach seinen Siegen über 500 und 1500 Meter auch noch den 3000-Meterlauf siegreich gestalten konnte. Oie ersten Kriegsmeister im Freistil-Gingen. In der Köln-Mülheimer Stadthalle wuöden am Sonntag die ersten deutschen Kriegsmeister im Freistilringen ermittelt. Im Federgewicht sicherte sich.der Kölner Ferdinand Schmitz den Titel, im Leichtgewicht kam der Kölner Heinrich Nettesheim zu Meisterehren, und Sieger im Schwergewicht wurde wieder Kurt Hornfischer (Nürnberg). Hessens Gchi-Gtaffelmeisterschast. LT. Kassel vor Willingen und Gersfeld. Hessens Schistaffelmeisterschaft holte sich wieder die Kasseler Turngemeinde Hessen-Preußen mit der Mannschaft Dr. Vondran, Glamm, Schaumann und Rübeling. Der Kampf über die 4 mal 10 km in den Uplandbergen Rund um Willingen war sehr hart und bis zum letzten Wechsel offen. Die riesigen Schneemassen stellten besonders an die Startleute der 10-km-Rundstrecke am Jberg und Orenberg harte Anforderungen. SA. Gersfeld hatte sich auf dem ersten Rundlauf einen kleinen Vorsprung durch den Langlaufmeister Knüttel gesichert, wurde aber nach 20 km durch die CT. (Dr. Vondran) ab gelöst, di e wi ederum vom W SV. Willingen verdrängt wurde. Erst eine Glanzleistung des Kasseler Schlußmannes führte den Sieg der CT. Hessen-Preußen herbei, die in 2:13,24 Stunden damit die Gau Meisterschaft erfolgreich verteidigte vor WSV. Willingen mit 2:15,12, SA.-Kampfspielge- Die Staffel Gießen der Handball-Gauklaffe. Bisheriger Verlauf der Spiele. Wir haben zu Beginn der Reihenspiele um die Kriegsmeisterschaft im Handball bereits darauf hingewiesen, daß im Hinblick auf die Zusammensetzung der Staffel Gießen und mit Rücksicht auf die Austragungsform (einfache Runde) eine gewisse Spannung schon von vornherein gegeben sei. Diese Annahme hat sich nach den bis jetzt gesammelten Erfahrungen als richtig erwiesen. Weil eben alle Möglichkeiten fehlen, einen „Schlachtenplan" auf lange Sicht zu entwerfen, ist es erforderlich, sich sofort entsprechend zu konzentrieren und nichts ungenutzt zu lassen, das zu einer Verbesserung der Position führen könnte. Wenn wir uns die Tabelle der Staffel Gießen, die folgendes Aussehen hat, Unentsch. Verl. Spiele feststellen, daß :d. Gießen, der müssen so etwas näher ansehen, 4 3 3 2 3 1 2 1 1 1 1 2 1 2 Pkte. 6:2 4:2 4:2 2:2 2:4 0:2 0:4 0 0 0 0 0 0 0 wir Gew. 3 2 2 1 1 0 0 To. Hochelheim To. Holzheim Tv. Lützellinden To. Dornholzhausen To. Garbenheim To. Katzenfurt Mto. Gießen sie mehr als interessant ist. Der Mtv. _ . mit so großen Hoffnungen den Kampf aufnahm, liegt mit 4 Verlustpunkten aus zwei Spielen am Ende, während vor allen Dingen Hochelheim außerordentlich günstig steht und sicherlich mit größten Aussichten weiterspielen wird. Die Mannschaft hat u sich nach dem ersten Spieloerlust entsprechend 1? gestellt und die folgenden Treffen mit einer Ueb)r. legenheit geführt, wie man sie selten findet. Auch Holzheim hat sich tapfer geschlagen, obwohl die Mannschaft, ebenso wie auch Lützellinden vollkommen umgestellt werden mußte. Dornholzhausen ist noch nicht richtig ins Spiel gekommen. Garber heim stellt zweifellos die größte Ueberraschung dar. Die Elf, die mit zu den Favoriten zählte, läßt sich auf eigenem Platz zweimal schlagen und bringt es auf der anderen Seite fertig, den Mto. Gießen in einem aufregenden Kampf knapp, aber verdient, niederzuringen. Katzenfurt hat gegen die inzwischen ausgeschiedene Mannschaft des Tv. Münchholzhausen einwandfrei gewinnen können. Dieser Punktgewinn kann aber nicht gezählt werden. Die zwei Verlust- punkte rühren aus dem Nichtantreten in Holzheim her. Alles in allem gesehen kann gesagt werden, daß wir zweifellos noch mit recht interessanten Ergebnissen rechnen können, zumal immer noch die wichtigsten und entscheidensten Spiele ausstehen. Ocinische Tennismeisterschasten beendet. Henner Henkel ohne Sieg. Der deutsche Tennismeister Heinrich Henkel kam bei den internationalen Hallentennis-Meisterschaften von Dänemark, die am Sonntag in der Kopenhagener Sporthalle zu Ende gingen, zu keinem Sieg. Nachdem er im Einzel in der Vorschlußrunde schon an dem Dänen Anker Jakob- s e n gescheitert war, wurde er zusammen mit seinem dänischen Partner Panker auch im Doppel geschlagen. Zwar kam das deutsch-dänische Paar bis ins Endspiel, wurde aber hier von dem routinierten Doppel Schröder-Plougman (Schweden- Dänemark) in einem harten Viersatzkampf 6:3, 6:3, 5:7, 6:1 bezwungen. Der Henkel-Bezwinger im Einzel, Anker I a k o b s e n, wurde am Sonntag auch Turniersieger. Im entscheidenden Kampf schlug er den schwedischen Hallenspezialiften Karl Schröder 7:5, 1:6, 6:4. Zusammen mit Hilde Sperling (Dänemark), die ihren Titel im Fraueneinzel erfolgreich verteidigte, gewann J a k o b s e n auch das „Mixed" 6:2, 6:2 gegen das Ehepaar Schröder. 0228 Nach kurzem, schwerem Leiden ist unser lieber Vater und Großvater Gustav Adolf Börner Hausmeister i. R. im fast vollendeten 70. Lebensjahr für immer von uns gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen: Gretel Deibel Wwe., geb. Börner, und Kinder Adolf Börner und Familie Dina Börner. Gießen (Diezstraße 11), Krefeld, den 23. Januar 1940. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 24. Januar, um 13% Uhr statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Soeben erschienen und mit vorläufigen Einschränkungen in Krafi getretene GieSenee Taschenfahtrplau gültig vom ri. Januar 1940 an nebst einem Ergänzungsblatt mit den zurzeit in Gießen ankommenden und abfahrenden Zügen. Verkaufspreis 10 Rpf. Iu bereits verkauften Taschenfahrplänen wird das Ergärizrrngsblatt von den zuständigen Verkaufsstellen kostenlos nachgeliefert. Altersvereinigung 1870 —1920. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 24. Januar, um 13x/2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 371D Heute morgen ist unser Regimentskamerad und Ehrenmitglied Adolf Börner für immer von uns gegangen. Wer ihn gekannt, wird unseren Verlust ermessen. Gießen, den 22. Januar 1940. Die Leichenfeier findet auf dem Neuen Friedhof am Mittwoch, 24. Jan., 13.30 Uhr statt. _______________________________________365D Kameradschaft ehemal. Hess. Garde-Dragoner Nr. 23 Gießen Wir bedauern den Heimgang unseres lieben Altersbruders Adolf Börner Bekanntmachung. Das Seminar für technische Lehrerinnen der Städtischen Frauenarbeitsschule Gießen nimmt bei genügender Beteiligung Ostern 1940 einmalig Schülerinen auf, die in einem einjährigen Lehrgang zur „Handarbeitslehrerin mit einfacher Ausbildung" herangebildet werden. Ihre Uebernahme in das Beamtenoerhältnis ist bei Bewährung im Amt vom hessischen Staat zugesichert. Sie müssen das 18. Jahr vollendet haben und außer einer guten Schulbil- dung auch eine ausreichende Begabung und eine gewisse technische Vorbildung nachweisen können. Anmeldungen und Anfragen in der Frauenarbeitsschule Gießen, Steinstraße 10. 373D Stadtschulamt Gießen. I.V.: Walter. Bekanntmachung. Belr.: verkauf von Seifen und Seifenpulver. Ab 1. Februar 1940 werden zur Einlösung fällig: 1. der Abschnitt 2 für Rasierseife, 2. die Abschnitte E für Seife und Seifenpulver der gelben Reichsseifenkarte. 3630 Die auf die roten Zusatzseifenkarten zustehenden Mengen an Seifen und Seifenpuloer werden am 1. eines jeden Monats fällig. Eine vorzeitige Einlösung ist unstatthaft. Gießen, den 22. Januar 1940. Der Oberbürgermeister, — .Wirtschaftsamt. Achtung! Schlachtpserde und Schlachtsohlen werden ständig zu Höchstpreisen angekauft. Bei Notschlachtungen schnelle u. reelle Bedienung. Roßschlachterei Schilling Gießen, Wetzsteingasse 8 Telefon 3547 Vermittler erhalten Hobe Provision! 370D weiße PekiBgeDlßDkökeoÄ11^ n- ,___n___ werden von Tausenden uiegener Zoo, Sehersweg 6, Teleph. 3292 beachtet und gelesen. ILICHTSPIHEILHAWS Heute Dienstag letzter Tag: OPERNBALL - Morgen Mittwoch Erst-Aufführung: Ein Ufa-Film mH Hermann Speelmans, Max Gülstorff, Lotte Spira-Andresen Drehbuch « E. v. Salomon u. E. v. Borsody nach einer Idee von Johanna Sibelius Musik: Werner Bodimann Herstellungsleitung: Georg Witt Spielleitung: Eduard v. Borsody Ein abenteuerlicher Film, fesselnd und erregend vtle „Kautschuk" und „Casilla", aber außerdem von einer menschlichen Tiefe und Wärme, die eine selten schöne und bannende Stimmung verbreitet MOPPE Ufa-Kulturfilm, Ufa-Wochenschau Täglich 4, 6, 8.30 Uhr, Sonntag 3,5.30, 8.30 Uhr Stellenangebote] Matts- Werin i für Pullover NS.-Gemeinsdiaft Kraft durch Freude Kreisdienststelle Wetterau Am Donnerstag, dem 25. Januar 1940, abends 8.30 Uhr, im Gloria-Palast 20.00 bis 22.00 Uhr 16. Dienstag-Miete: 367d Kinder auf Zeit Lustspiel von K. Bortfeldt. Preise: RM. 0.60 bis RM. 3.10. Hiesige Bankfirma sucht zum sofortigen Eintritt. Maschinenschreiben verlangt, nach Möglichkeit Handelsschulvorbildung. Schriftliche Angebote unter 374D an den Gieß. Anzeiger. Stoßer Heiterer Jibend * Damenbart A| 7. Gesichtshaare, alle lästig. 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Belohnung d.Wiederbringer oder dem, der (vertraulich. )Am gaben machen kann, die zurWie- dererlangung führen. Nidda, Straße derSA 1 (Ruf 62). der *7an^ckule /2talke beginnt 354D Freitag, den 2. Februar Weitere Anmeldung, erbet. Wolfstr. 31 Ruf 3835 Kaal'gesuche ä- Mschemgen 10-15Ztr.Trag- kraft zu kaufen gesucht. 367d 3oh. Mer & Co., Horst-Wessel- Wall 44. Elektrischer Heizofen für ein • kleines Zimmer sofort zu kauf, gesucht. Bergen [0227 Gutenbergstr. 11 Suche Mb«* (Hohner Liliput) Zu erfrag, in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. a72D I. Strecke 2 Studenten suchen geheiztes Simmet mit 2 Betten per sofort. Schriftl. Angeb. unt. 0226 an d. Gieß. Anz. ÄÖeiM Zimmer von Buchhändlerin (Dauermieter) zuml.2. gesucht. Angebote mit Prers- forderung unter 0230 a. d. G.A. und Kleider sofort gesucht ElseDittmar Seltersweg 52. Tüchtiges Hausmädchen das in all. Hausarbeiten sow. im Kochen selbständ. ist, gegen guten Lohn per sofort oder 1. Februar gesucht. (Kleiner Haush., 2 Pers.) 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Da stehen sie beieinander, ganz^dicht, Bal- Horn gehört ihr und nicht auf Schäfers Weiden, bur unb Konifere, unb mit erhobenen Köpfen sehen Hast du den Baldur gesehen, wie ber lief? Komm sie Anne entgegen, die langsam über die Wiesen stellen unb nach der nächsten Ernte heiraten, ja, Marie, wenn die Rüben brinne sind." Das war alles, ein paar lächerliche kleine Worte, und bas Glück ist da und Maries Lippen sind frisch und ihre Augen blank. Die Alte vom Birkenbof seufzr. Sreht es nicht gerade so aus, als sei Anne in letzter Zell schmal geworden? „Wirst du dich auch nicht kaputt machen, geliebtes Kind? Du sichst nicht so frisch wie sonst aus, scheint mir." Anne lächelt, und sie denkt, daß sie der Dante jetzt alles gesagt hätte, alles, was ihr fast bas Herz erdrückt, wenn Marie nicht dabei gewesen märe. Wie gut doch Klaristas Augen sind, Vater- und Mutteraugen. Ob sie ihr von der Begegnung in Balholm erzählen soll, wenn Klarissa gesund aus Nauheim kommt? Sie weiß es nicht, sie weiß vieles nicht, und das macht traurig, bas macht ihre Wangen schmal. Bald darauf fährt der Zug ab. Klarissa lehnt am Fenster, und Anne stcht auf dem Bahnhof, es ist fast so, wie es neulich in Bremen war. Klarissa und Ehristian — wie grenzenlos wäre das Glück der jungen Anne, wenn diese beiden sich die Hände reichen würden. Aber sie tut ja nichts dazu, daß es soweit kommen könnte. Sie steht blaß und schmal vor der Tante, und plötzlich sagt sie: „Klarissa, möchtes du nicht den Baldur kaufen? Konifere liebt Balfour." Klattssa lacht, sie lacht laut heraus. „Aber Kind, für wen soll ich den Baldur denn kaufen? Ich kann solch junges Tier nicht mehr reiten, das ist aus, für mich tut es der Bursche. Aber", ihr Gesicht wird hell, wenn du mir einen Mann auf den Hof bringst, der dich und das Land Hebt, bann soll der den Äalbur haben, so wahr ich lebe, das soll er." „Klarissa!" Anne streckt die Arme aus, wie kann ich es nur so schnell jagen, so in ein paar Worten? Ach — da fährt ber Zug hin, eine Hand winkt. Klarissa winkt — aus. Anne hat die beste Gelegenheit verpaßt. Soll sie ihr schreiben? Nein, bas geht auf keinen Fall. Also muß sie warten, ja, sie muß wieder warten. Sie geht zum Wagen zurück, sie hat den Kopf gesenkt. Ihr Gesicht ist blaß. Wie ein schmaler, herber Knabe sicht Anne Wegner aus. Die Tage gehen dahin. Sie schleichen nicht etwa, nein, sie rasen wild und toll darauflos. Gott mag wissen, woher auf solch einem großen Hof immer wieder die Arbeit kommt! Ein Glück, daß Franz Pegel da ist. Zwar muß er sich noch schonen, er muß sehr gepflegt werden. Aber Luise ist die Frau, die bas versteht. Sie ist nie müde, und nie ist sie verdrießlich. Wen ber Kranke ärgerlich wirb, begegnet sie ihm immer mit gleichbleibender Freundlichkeit. Und ist es fast so, als ginge ein Teil ihrer Kraft auf Franz über, weil sie ihm die Schwere ber Krankheit ganz aus dem Bewußtsein nimmt. Sagt er aber: „Es geht mir heute wirklich besser, Luise, ich glaube, das kommt wohl daher, weil du mich so gut pflegst", dann antwortet sie wohl: „Nein, das kommt von dem Tee, den bu jetzt trinkst. Das ist ein ausgezeichnetes Rezexst von Klarissa. Ich finde auch, deine Kräfte nehmen täglich zu, Franz. In der vergangenen Woche war dein Rücken lange nicht sv aerobe, wie er heute ist. Wundervoll, wie deine Gesundheit fortschreitet, du wirst bald wieder ganz gesund sein." Luise ist eine Frau vom Lande, die es vielleicht nicht besser weiß. Aber alles, was recht ist, Franz fängt an, ihren Worten zu glauben. Er sieht feinen Rücken an und sagt: „Ja, du kannst wirklich recht haben", und er fühlt sich mteber jung, unb manchmal merkt er, dafe er morgens bei ber Arbeit flötet. Er findet seine Frau nicht mehr dumm, er entdeckt vielmehr die tiefe und natürliche Intelligenz des Landkindes in ihr. Und sie ist nicht mehr so zurückhattend, wie sie früher aus Furcht war, von ihm verlacht zu werben. Das Ehepaar rückt einander näher. Er sagt auch, daß er Kinder haben möchte, wenn er wieder gesund ist. Es ist nicht gerade so, daß sie Hand in Hand sitzen, bewahre, aber er fühlt seine Krankheit kaum mehr, wenn Luise bei ihm ist. Verläßt sie aber wirklich mal auf kurze Zeit das Haus, bann ruft er ihr nach: „Bleib nicht zu lange fort!" 5a, bas sagt Franz, und Luise geht umher, schimmernd, wie eine Kerze. Sie möchte über jeden Menschen, den sie, kennt und liebt, die Hände breiten und jedem nur Gutes tun, und als sie eines Morgens Irene Waitz zusammengebrochen vor des Verwalters Stubentür findet, macht sie kein großes Geschrei und sagt nicht eilt Wort darüber, wie sie Irene fand. Für sie ist Irene krank. Ein einsames und krankes Kind, dem man helfen muß, das gepflegt werden muß. Sie behält Irene bei sich Int Haus und pflegt sie mit der gleichen Liebe, mit der sie den eigenen Mann pflegt und umforgt. Irene ist wild, ungebärdig und gar nicht dankbar. Aber sie ist krank, ein seelisch unb körperlich vollkommen zusammengebrochener Mensch. Luise verlangt keinen Dank, Luise möchte nur helfen. So kommt es, baß Irene mit dem Verwalter Paul Würz unter einem Dach wohnt, doch Paul kümmert sich nicht um sie. Er kommt nicht, er schickt ihr feine Blume, Irene Waitz ist nicht mehr für ihn da, ja, hatte er nicht seine Tür vor ihr verschlossen? (Fortsetzung folgt)