Dienstag, 22. TktoberMO jy«. Jahrgang Ur. 250 wurde: Corneliu Codreanu. mämens Bukarest, 21. DFL (Europapreß.) Am 19. Oktober fand unter dem Vorsitz des Generals A n t o - Carol und seinen beiden nächsten Vertrauten jetzt nescu eine Besprechung mit dem Innenminister ernste Differenzen bestehen, wett alle drei sich gegen- und Beamten des rumänischen Sicherheitsdienstes fettig der Schuld am Scheltern ihrer Politik bezich- tatt, in der die Ergebnisse der administrativen Un-1 tigen. r Auch am Montag wieder Lustangriffe aus London die Lin 2l-Boot Hal einen britischen hilfs- r e u z e r von über 10 000 BRT. versenkt. Durch die Beteiligung ihrer U-Boote an der Vernichtung der beiden britischen Geleilzüge hat Kapi- tänleutnaut Bleichrodt die Erfolge seiner jetzigen Fahrt gegen den Feind auf 53 300 BRT.» Kapilänlentuant L chepke auf 40565 BRT. ge- telgert. In den Abendstuuden des 20. Oktober versenkten Torpedoflugzeuge an der englischen Ostküste drei stark gesicherte hapdelsfchiffe mit insgesamt 20 000 BRT. Leichte Kampffliegerverbände führten auch gestern Bergeltungsangriffe auf die britische Hauptstadt und andere Städte in Süd- und Mittet. England durch. Dock- und hafenantageu sowie lebenswichtige Versorgungsziele wurden erfolgreich mit Bomben belegt. Im Grohlanklager von T h a - meshaven brachen nach den Angriffen weil- hinsichtbare neue Brände aus. Im Laufe des Tages und in der Rächt kam es zu mehreren für uns siegreichen Luftkämpfen. In der Nacht verstärkten schwere Kampfverbände die Angriffe auf London und warfen große Nachdem die Bewegung mehrfach verboten worden war, wurde Codreanu mit einer Anzahl seiner engsten Mitarbeiter am 30. November 1938 ermordet. Aber die Bewegung der Legion ließ sich nicht mehr aufhalten und am 6. September 1940 gelang es dem Nachfolger Codreanus, Horia Sima, eine revolutionäre Umwälzung in Rumänien zu erzwingen, die den früheren König Carol durch seinen Sohn ersetzte und den durch seine soldatische Tüchtigkeit und moralische Untodelhaftigkeit bekannten General Antonescu als „Conducator" an die Spitze des Staates brachte. Der neuen Regierund des Generals Antonescu gehört auch der Kommandant der Legion, Horia Sima, an. Der Kommandant, der heute im 37. Lebensjahre Mengen von Bomben aller Kaliber, die zu beiden Seiten der Themse zahlreiche weitere Brände und schwere Zerstörungen her- vorriefen. Merke der Rüstungsindustrie in Mittel- England und Hafenanlagen au der britischen Westküste waren ebenfalls das Ziel wirkungsvoller Bombenangriffe. Wie bereits bekanntgegeben, beschoß schwere Artillerie des Heeres und der Kriegsmarine zwei große feindliche handelsdampfer im Hafen von Dover. Die Schiffe und die Hafenanlagen wurden mit einer Reihe deckender Salven belegt, die schwere Verheerungen anrichlelen. Im Anschluß hieran beschoß eine feindliche Fernkampfbatterie die französische Kanalküste mit wenigen Schüssen, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. Das Verminen britischer Häfen nahm seinen Fortgang. Feindliche Flugzeuge flogen in der letzten Nacht in Deutschland ein und warfen auf die Reichs- Hauptstadt und an anderen Stellen Bomben. Als einziges militärisches Ziel ist eine Gleisanlage in Westdeutschland getroffen worden, ohne daß eine Verkehrsunterbrechung eintrat. Im übrigen wurden bei Angriffen auf Wohnviertel einige Häuser zerstört und mehrere Zivilpersonen gelötet. Der Gegner verlor gestern 19 Flugzeuge, davon im Luftkampf 16, durch Flakartillerie 3, von denen eines über Berlin abgeschossen wurde. Vier eigene Flugzeuge werden vermißt. Oie rumänische Legionärsbewegung Ein Gespräch mit Horia Lima, dem Kommandanten der Legion. Auf einer Rumänieureise wurde der Leiter des Amtes Auslandspresse der Reichspresse- sielle der RSDAP., hauplschriftleiter Franz Otto D r e de von dem Kommandanten der Legion und Stellvertretenden Ministerpräsi- denken horia Sima zu einer längeren Unterredung empfangen, in der er sich über den Kampf und aktuelle Fragen der Legio- uärbewegung äußerte. Fast ein ganzes Jahrzehnt hindurch hat in Rumänien eine Bewegung um die Erneuerung ihres Volkes gerungen und in diesem Kampf geradezu ungeheuerliche Dlutopfer bringen müssen, di e Bewegung „Alles f ü x das Vaterland". Sie ist die Volksbewegung, die gegründet wurde, um die rumänischen Massen für das Ideal der .Legion" zu gewinnen, auch „Eiserne Garde" genannt, die 1927 von einem der großen Geister Ru- vrnck und vertag: 8rtl) W UntDöflltoerxdttti B. tat* Mischer Hilfskreuzer und drei stark gesicherte Handelsschiffe versenkt. Weitere erfolgreiche Angriffe unserer Lustwaffe auf die britische Hauptstadt und Süd- und Mittel-England. - Oer Gegner verlor gestern 19 Flugzeuge. Annahme von Anzeige« für die Mittaasnummer biS8'/,Ubr des Bormittags Arueigeu-Preife r Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Keilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Keilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenitaffel B Platzvorschrift t vorherige Vereinbarung) 25'/o mehr Stockholm, 21. DEL (Europapreß.) lieber großen Schwierigkeiten, denen die ausländischen Berichterstatter in England unterworfen sind, liegt ein aufschlußreicher Bericht des „New York Times Magazine" vor. Darm heißt es: „Die Verhältnisse, unter denen wir amerikanischen Journalisten hier in London zu arbeiten haben, haben unsere Haare bereits ergrauen lassen. Seitdem die Luftangriffe gegen London begannen, hat unser hiesiger Redaktionsstab den größten Teil seiner Arbeit in einem Keller verrichten müssen, der angefüllt ist von gestikulierenden Franzosen, schreienden Laufjungen und einer langen Reihe von hungrigen Angestellten, die auf dem Nachhauseweg von Luftangriffen überrascht und hier festgehalten werden. Der Raum, in dem mir arbeiten, ist sehr beschränkt, die vielen tausend Worte, die wir jede Nacht nach Amerika kabeln, müssen über ein einziges Telephon zum Telegraphenamt durchgegeben werden, wo die Telegramme von der Zensur gelefen und, wie^wir hoffen, auch weitergeschickt werden. Wenn sie nicht weitergeleitet werden, so dauert es Stunden, bis wir dies erfahren, zumal nur wenige Laufboten ihren Kopf in dem Hagel explodierender seits an der Verteidigung der arischen Zivilisation und Kultur teilzunchmen. Wir freuen uns deshalb über das Eintreffen der Militärmifsion, die für die Ausbillmng der rumänischen Soldaten sorgen soll. Ich möchte sagen, daß es eigentlich nicht nur eine Frage des Leben» für uns ist, sondern eine Frage d er Ehre, daß Rumänien an der Seite Deutschlands und Italiens marschierL Wir haben nur einen Wunsch, uns zur Verfügung, zu stellen und hoffen, daß man uns Anteil nehmen läßt an dem großen Ringen- um das Europa von morgen. Die Außenpolitik des neuen Rumäniens ist deshalb eine natürliche Fortsetzung der Innenpolitik. Es ist unser Stolz, daß gerade wir es hier im Süd- osten sind, die den Gegensatz zwischen Innen- und Außenpolitik so vollständig überwunden haben. Rumänische Ordnungsmaßnahmen. Der Wehrmachlbenchl vom Mittag. Berlin. 21. Ott. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südamerika findet sich zusammen Kürzlich wurde durch die Errichtung eines Kultur- Instituts in Rio de Janeiro die praktische Grundlage geschaffen zum weiteren Ausbau der ideellen Beziehungen zwischen Brasilien und Chile. Ein ähnliches Kulturabkommen wurde m i t Kuba getroffen. Das find zwei bedeutungsvolle Anfänge, die auf diesem Gebiet sicher noch weitere Folgerungen in Südamerika nach sich ziehen werden. Man merkt auch in kultureller Beziehung auf Schritt und Tritt, wie hier der „Neue Staat" Brasilien unter der Leitung seines Präsidenten Getulio Vargas umsichtige Zukunftsmaßnahmen ergreift; hierher gehören auch die sich gerade in letzter Zeit häufig mehrenden Besuche südamerikanischer Wissenschaftler in Rio de Janeiro und in Sao Paulo, den beiden Kulturzentren Brasiliens. Kurz nach dem Abschluß einer Studienreise uruguayischer Professoren durch Brasilien besuchte eine Abordnung von Studenten aus Paraguay die Kommilitonen in Rio de Janeiro. Wenn diese Besuche vorläufig auch wohl nur noch mehr oder weniger den Charakter einer ostentativen Geste tragen und von einer wirklich positiven geisteswissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit nicht gesprochen werden kann, so ist dies alles doch immerhin ein bedeutungsvoller Anfang, dem um so mehr Erfolg zugesprochen werden kann, als er planmäßig von den zuständigen Ministerien der jeweiligen Länder eingeleitet worden ist. Gerade in dieser Zeit einer Konsolidierung Europas, die sich ja nicht nur allein politisch auf die Staaten aller Kontinente auswirken wird, darf eine Bomben und fliegender Schrapnells riskieren wollen". Eden in Jerusalem und Amman. Stockholm, 21. DEL (Europapreß.) Kriegs- Minister Eden hat den ersten Teil feiner Inspektionsreise im Mittleren Osten beendet Eden hielt sich am Donnerstag letzter Woche in Begleitung des Generals Wavell in Jerusalem auf. wo er mit dem Oberkommissar von Palästina Mac Michael Unterredungen hatte. Am Freitag stattete Eden in Amman dem Emir Abdullah von Transjordanien einen Besuch ab. Nach einer Besichtigungsfahrt an die palästinensisch-transjordanische Grenze, wo Truppen inspiziert wurden, traf Eden schließlich wieder in Kairo ein. • * Wenn jemand am Ertrinken ist, klammert er sich selbst an einen Strohhalm. So könnte man mit einem altbewährten Wort die krampfhaften Versuche der englischen Presse und des englischen Rundfunks ab tun, aus der Reife des englischen Kriegsministers Eden nach Aegypten, Palästina und dem Orient ein diplomatisches Ereignis ersten Ranges zu machen. Diese Reise des „commis voyageur mit Beistandspakten" hat allerdings kaum politische Be- deutung, denn nach Edens bisherigen mißlungenen Versuchen, neue Kriegsschauplätze zu entdecken, neue Vasallen für Albion zu werben, dürften weder die Aegypter, noch die Griechen und Türken das Verlangen haben, für England die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Als "ein schlechter Witz aber muß es anmuten, wenn Eden nun versucht, auch die Araber für Englands „heilige Mission der Befreiung der Menschheit" zu werben, jene Araber, denen England einst versprach, einen großen arabi- schen Nationalstaat zu errichten. Die Araber durften es noch nicht vergessen haben, daß die Engländer ihr „heiliges Versprechen" nicht erfüllten, daß sie Palästina stattdessen den Juden zuschanzten. Dabei spielt es keine Rolle, daß Eden in Amman von Emir Abdullah empfangen wurde, dem Sohn des Mannes, an dem die Briten einst den schmählichsten Verrat der Weltgeschichte begingen. Und wenn Herrn Eden dabei eine Abteilung der arabi« : scheu Legion Ehrenbezeigungen erwies, dann ban- bet! es sich bei diesen Männern nicht um jene Ara- , her, die für die Freiheit ihres Volkes zu sterben : bereit sind, sondern um die wchutzgarde des bestoche- • neu Emirs von Transjordanien. derartige Geste in Südamerika nicht unterschätzt werden, — auch hier haben kulturelle Maßnahmen politische Bedeutung: den Bestrebungen einer ideellen, wissenschaftlichen und künstlerischen Annäherung und Verständigung unter den südamerika- nischen Ländern liegt zweifellos der Wunsch nach einer inneren Einigung zugrunde, — einer Einigung, die schlechthin bestimmt ist von dem lebenswichtigen Bestreben, sich als Völker und Rassen eines Kontinents des südlichen Amerika einander näher zu kommen und zu verstehen. Die Versuche zu einer derartigen südamerikanischen Konsolidierung können heute wohl nirgends besser verstanden werden als in Europa; und zu diesem Unternehmen können wir den jungen Staaten in Südamerika nur Glück wünschen, zumal für , sie gerade jetzt die Gefahr nicht von der Hand zu weisen ist, auf dem Wege über Nordamerika „anglisiert" zu werden. Aber das sind alles Dinge, die offen zutage treten und darum von den nationalen Südamerikanern weniger zu fürchten sind, — weitaus „gefährlicher" in diesem Sinne sind Strömungen, wie sie jetzt unterirdisch von Europa aus das kulturelle Leben in SÄamerika zu beeinflussen drohen. Auch hierfür sprechen Tatsachen und Begebenheiten, wie sie sich in jüngster Zeit in Rio de Janeiro zugetragen haben, aber leider in ihrem vollem Umfange zur Zeit nur von wenigen einsichtigen Brasilianern erkannt werden. Es sind dies einzelne Vertreter europäischer Rassen und Nationen, Männer und Frauen, die kurz vor dem Kriege, während des Krieges eingewandert sind und auch jetzt noch immer herüber kommen als zweifelhafte „Kulturträger" Europas, — Emigranten, nicht nur allein reinrassige Juden wie etwa Stefan Zweig, der in seltsamer lieber- schätzung seiner Werte in Brasilien beinah gefeiert wurde, sondern auch andere Schriftsteller und Künstler; neben einigen französischen Schauspielern Stockholm, 21. DEL (Europapreß.) In den । Morgenstunden des Montags wurden die deutschen Luftangriffe auf England fortgefetzt. Der enghtoe • Nachrichtendienst teilt mit, daß Bomben- und Jagdmaschinen auch London angriffen; weiter wurden drei Städte in den Midlands, zwei Städte im Nordwesten Englands sowie die bedeutende Hafenstadt Liverpool bombardiert Einzelheiten werden nicht mitgeteilt. Es heißt nur, daß eine große Anzahl Bomben über ausgedehnte Gebiete des Landes abgeworfen wurden. In den Nächten zum Sonntag und Montag ging — nach den offiziellen britischen Agenturen Reuter und Exchange Telegraph — ein wahrer Eisen- und Feuerregen über Großlondon, Wales, Süd-, Südost-, Mittel-, Nordwest- und Nordengland nieder. Unter den durch die jüngsten Bombardements besonders mitgenommenen Städten nennen die beiden britischen Agenturen London, die Städte der Grafschaften Kent und Essex, Liverpool, die Industriestädte und strategischen Punkte in den Midlands und die Industriezentren von Südwales. Allein für den Sonntagvormittag und -nachmittag gibt Exchange Telegraph fünf Alarme in London zu. Nach derselben Agentur ging ein Bombenregen über die Vorstädte Londons nieder, welche das Stadtzentrum wie m einem Feuerregen einschlossen. Erst in den Abendstunden stiegen britische Jagdgeschwader auf, um den m immer neuen Wellen nahenden deutschen Geschwadern den Weg zu verlegen. Nach den Londoner ^eitunqsmeldungen warten die Londoner mit Ungeduld darauf, daß der Mond wieder abnimmt, der Vollmond biete, so schreiben die Blätter, trotz Nebel den deutschen Maschinen eine gute Sicht der wichtigsten strategischen Punkte Die schwedische Zeitung „Nya Dagligt Alle- handa" veröffentlicht einen United-Bericht, in dem die Zielsicherheit der deutschen Flieger hervorge- boben wird. „Die deutschen Bombenmaschinen hielten sich in großer Höhe und hätten ausreichend Zeit sich ihre Ziele auszusuchen, ehe sie in ihrer : schwindelnden Höhe von englischen Jagdmaschmen Legion? ' Die Legion hat ix Wahrheit sehr viele Führer gehabt, so daß sie trotz der Verluste zahlreicher wertvoller Elemente durch die vom Carol-System verübten Morde heute durchaus genügend Führerpersönlichkeiten besitzt. Es ist dem System eigentlich nur möglich gewesen, einige Führer in Bukarest und vielleicht ein paar anderen Städten Rumäniens zu fassen. Da die Legionärs- Bewegung aber ihr Schwergewicht jederzeit auf dem Lande gehabt hat, wo die Verfolgungen der Führer der Legion meist erfolglos blieben, so verfugt die Bewegung heute erfreulicherweise über eine große" Zahl befähigter und feit Jahren bewahrter Führsrpersönlichkeiten. .... Frage: Die Legion, die ja jahrelang verboten und auf schärfste unterdrückt war, wird sicherlich ihr Hauptaugenmerk jetzt darauf richten, das rumänische D o l k für ihre Ziele zu gewinnen und es dann ihn ihrem Geiste zu erziehen. Welche Wege wird die Legion beschreiten, um dies zu erreichen. Das rumänische Volk ist in seiner überwiegenden Mehrheit seit langem von der Richtigkeit der Proqrammpunkte und der Ideale der Legwnarsbe- wequng überzeugt. Einer Gewinnung bedarf es deshalb nicht mehr. Vielmehr hat das System nut der Unterdrückung der Legionärsbewegung eigentlich die ausdrückliche Ueberzeugung des rumänischen Volkes unterdruckL Es hat ferner das rumänische Volk über die Wahrheit m eher Beziehung getauscht und es angelogen, ebensosehr über die wahren Kräfteverhältnisse in wie über die wahren Absichten und den Charakter Codreanus und seiner Mitarbeiter. gr,f, .. . Das rumänische Volk kehrt jetzt nach der Abschut- telung der Strohmänner Carols zu seiner natürlicher^ Auf sassung zurück und steht heute mit ferner ^wiegenden Mehrheit hinter der Legiom Die rumänische Jugend ist ohne.Ausnahme von dem Geist der Legion erfaßt. Reaktionäre Ueberbleibsel spielen Sympathie auf die Legion, von der man eine tatkräftige Mitarbeit bei den Aufgaben erwartet, "die Deutschland jetzt in ^u^pa gestellt sind. Versteht die Legion und ve^teht auch bas rumänische Volk die s e n Weg Deutschlands und begreift man daher ?uch die Entsendung der durch dl° rumumsche Staatsfiihrung herbeigerusenen d euts ch e Ml «fiförtniffion als eine Matznayme, w der sich Deutschland aus diesem Verant- worttingsbewußtsein gegenüber Europa bereit- »■SiS'.ifliÄÄ* § i ben es jetzt verwickel! ist, ist zugleich Krreff-, in den es I ? ßegionärbemegimg. SsfSslS einer edlen und einer jüdisch-kapitalistischen. steht, empfing uns dieser Tage in seinem Arbeitszimmer in Bukarest. Er ist von mittlerem Wuchs, mit großen klugen Augen, schmal und lebhaft. Er hat eine überraschende Aehnlichkeit mit Codreanu. Auf einige Fragen gab er die folgenden an Deutschland gerichteten Erklärungen ab: Frage: Der Weg der Legion bis zum 6. September 1940 war überaus schwer und weist Blutopfer auf, die in die Tausende gehen. Das jetzt gestürzte Regime hat versucht, der Weltöffentlichkeit weiszumachen, daß die Legion nur wenige Führerpersönlich- feiten besaß, die aber alle nicht mehr am Leben seien. Die Legion sollte deshalb bedeutungslos geworden fein. Wie steht es in Wirklichkeit mit der Führerfrage der terfuchungen in Iaffy und Safeawa zur Kenntnis genommen wurden. Bezüglich der angeblichen Willkürakte gegen die persönliche Freiheit wurde festgestellt, daß sich die Beschwerden als unbegründet erwiesen haben und jne Haussuchungen zur Aufdeckung von Spionage im gesetzlichen Rahmen durchgeführt werden mußten. Diejenigen, die sich unbegründet beschwert haben, sollen den Gerichten übergeben werden. — Die Konferenz nahm ferner zur Kenntnis, daß General N e g r i wegen Verbreitung illegaler Flugblätter verhaftet worden ist. Und Staatsbeamte, die den Schmuggel erleichtert und Bestechungsgelder entgegengenommen haben, gegebenenfalls mit lebenslänglicher Zwangsarbeit bestraft werden. An die spanischen Behörden wurde ein Antrag auf Auslieferung des mit Carol geflüchteten ehemaligen Hofmarschalls Urda re an u wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung gerichtet. Urda- reanu vertrat die Interessen des Exkönigs in mehreren Unternehmungen, an denen Carol beteiligt war; er war auch Mitglied des Verwaltungsrates der großen Rüstungswerke von Reschitza. — Urda- reanu wird auch als einer der Hauptschuldigen an der Ermordung Codreanus angesehen. Das gleiche gilt von Frau Lupescu, für die ebenfalls ein Auslleferungsanttag vorbereitet wird. — Nachrichten aus Sevilla besagen, daß zwischen dem Exkönig Erscheint täglich, außer Sonntags und fteiertagS Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat nnBild DieSckolle Monats-Bezug svreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernsvreckanfchluk 2251 Drahtanschrist:„Anzeiger" Postscheck 116s6F-rankf^M. erreicht werden könnten, die von den deutschen Jägern abgewehrt würden. Deutsche Bomben fielen auf Eisenbahnstationen und Verkehrsknotenpunkte." Im „Sunday Expreß" heißt es: „Wenn wir den Krieg gewinnen wollen, brauchen wir soforüge und anhaltende Steigerung der gesamten Produktion. Statt dessen ist als Ergebnis der deutschen Lustbombardierungen ein starker Produktionsrückgang zu verzeichnen." „Sunday Expreß beklagt sich meiter über die Langsamkeit d e.r Reparaturen von BombenEratern, Gasleitungen und Wasserrohren. London weise schon seit Wf Wochen gähnende BombenErater auf. Der Zugverkehr sei zu einem Schneckentempo gezwungen. Auslandsjournalisten bekommen „graue Haare". Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen ^etebeiuSdfKlItTait 7-9 London das Mrtschastszenlrunl Englands. Durch die ständigen Angriffe der deutschen Luft- roaffe auf London werden snstematlsch die wirt- schaftlichen Anlagen der englischen Hauptstadt zerstört, die in stärkerem Maße als in anderen Landern die wirt -östliche Zentrale und ein Mittel- vunkt der Rüstungsindustrie des Landes ist. Werke der Rüstungsindu^ie befinden sich sowohl in der Stadtmitte Ms auch in den Vororten, namentlich in den östlichen und südöstlichen, lediglich ein Teil der Londoner Rüstungswerke ist im Woolwich-Arsenal, im Osten Londons, zusammengefaßt. Die Bedeutung des Woolwich-Arsenals kann man schon daran erkennen, daß im letzten Friedensjahr rund 20 000 Arbeiter in seinen Fabriken beschäftigt waren. Hier werden schwere Geschütze, Flugzeugabwehrkanonen und andere Waffen hergestellt. Im Londoner Vorort Dagenbam, ebenfalls im Osten der Stadt, befinden sich Munitionsfabriken. In den südöstlichen Bezirken von Crayford und Dartfort liegen^prengstoffwerke. Auch im Norden der Stadt gibt es zahlreiche Rüstungsbe- triebe. Die wichtigsten befinden sich in Enfield und Waltham Abbey, wo Pulver, Sprengstoffe und Handseuerwaffen hergestellt werden. Zahlreiche andere Rüstungsbetriebe liegen in verschiedenen Stadtteilen des nördlichen London verstreut. Im Stadtinneren haben Werke der Flugzeug- i n d u st r i e und der für die Rüstung arbeitenden Eisen- und Maschinenindustrie ihren Standort. Ferner sind hier Werke für die funken- telegraphische Ausrüstung für Flugzeuge und Heer sowie zur Herstellung elektrischer Spezialinstrumente, Gasmasken und Wehrmachtsgeräte vertreten. Bedeutende Werke der Flugzeugindustrie befinden sich ferner im Süden und Westen der S^adt. Unter den südlichen Vororten ragt besonders Croydon mit seinen Werken zur Herstellung von Geschützen und Flugzeuggerät hervor. Dom Süden zieht sich über den Westen bis zum Norden ein ganzer Kranz von Werken der Flugzeugindustrie und Flugzeugzube- hörindustvie. Werke der Flugzeugberstellung verteilen sich z. B. auf WeybvDge, Cricklewood, Hayes und Kingston os Thames. London ist auch der Standort wichtiger Industrien, die als Unterlieferanten der Rüstungsindustrie von Bedeutung sind oder deren Produktion für Rüstungszwecke verwandt wird. So ist beisviels- weise ein großer Teil der optischen Industrie Englands in London konzentriert. Außerdem ist London der Hauptstandort für die Herstellung feinmechanischer Apparate. In London sind auch die größten Unternehmungen der K a u t - lchukindustrien zentralisiert. Außerdem ver- jüyt London selbstverständlich über andere Industriezweige mit wehrwirtschaftlicher Bedeutung, wie z. B. Schlossereien, Reparaturwerkstätten, Automobilwerke; ferner gibt es in London zahlreiche Betriebe, die für die Versorgung der Millionenstadt von großer Bedeutung sind. Von großer wehr- wirtschaftlicher Bedeutung sind die Tanklager für Mineralöl im Londoner Hafengebiet, deren Fassungsvermögen über eine Million Tonnen beträgt. Die Bedeutung des Londoner Hafens, des größten der Welt, ist für England lebenswichtig. Er verfügt über 39 Hafenkammern mit zusammen 260 Hektar Wasserfläche und 55 Kilometer Kailänge; 21 Schleusen im Londoner Hafengebiet sorgen für die Unabhängigkeit des Hafens von Ebbe und Flut, lieber diesen Hafen wird ein Gebiet von rund 20 Millionen Einwohnern und damit nahezu 40 v. H. der gesamten englischen Bevölkerung versorgt, lieber lieber die Größe des Umschlages im Londoner Hafen geben die Einfuhrziffern des Jahres 1937 Auskunft; in diesem Jahr wurden über den Londoner Hafen nach England einqeführt: rund 2.4 Mill. Tonnen Weizen, rund 0,4 Mill. Tonnen Milchprodukte, rund 0,5 Mill. Tonnen Futtermittel, rund 0,8 Mill. Tonnen Früchte und frisches Gemüse, rund 4’0 Mill. Tonnen Fleisch, rund 1,5 Mill. Tonnen sonstige Lebensmittel einschl. Zucker, rund 0,8 Mill. Tonnen Gummi, rund 3,5 Mill. Tonnen Erdöl einschl. raffiniertem Erdöl, rund 1,0 Mill. Tonnen Metallwaren, rund 0,6 Mill. Tonnen Papier. lieber London gehen u. a. 60 v. H. der englischen Bleieinfuhr, rund 60 v. H. der englischen Zinkinfuhr, rund 40 v. H. der Wolleinfuhr, rund 30 v. H. der Schnittholzeinfuhr, rund 62,5 v. H. der Rundholzeinfuhr, rund 30 v. H. der Oelkuchen- und sonstigen Kraftfuttermitteleinfuhr. Auch a I s Ausfuhrhafen von Fertigwaren ist der Londoner Hafen von großer Bedeutung. Es wurden über London ausgeführt 02 Mill. Tonnen Metallwaren, 0,3 Mill. Tonnen Koks und 0,2 Mill. Tonnen Teer. Aus diesen Darlegungen geht hervor, daß mit London das wichtig st e englische L e - benszentrum getroffen wird, Tag für Tag liegt dieses nun im zerstörenden deutschen Bombenhagel. ist Leopold Stern, ein früherer Mitarbeiter am „Figaro", aus Paris gekommen und fein fchr-ist- ftellernder Kollege Jacques Ebstein, ehemaliger Direktor der Pariser Zeitschrift „L'Ordre". Sie geben Interviews und lasten chre Ansichten mit ihrem Bild veröffentlichen; man stellt sie als vollkommene „gentlemen“ dar und erfreut sich über den „Enthusiasmus", mit dem sie jeden Brasilianer, der es hören will, ihrer großen Sympathien für Brasilien versichern. Zweifellos haben sie dies auch nötig, die Männer, die hier noch von ihrem verblichenen europäischen Ruhm zehren können. Aber wie lange wohl noch? Sie sind nicht unklug; sie geben vor, Romane über Brasilien schreiben au wollen, — ein sehr kluger Vorwand, mit dem sie sich für die erste Reise wenigstens ihre Aufenthaltsgenehmigung in Brasilien gesichert haben. Natürlich setzen sie große Hofinungen auf ihre später einmal in Angriff zu nehmenden romanhaften Arbeiten, unter denen vor allem der von Herrn Stern geplante Roman besonders utopisch zu werden verspricht, insofern er mit diesem Zukunftswerk eine Vertiefung des französisch-brasilianischen Verständnisses anstrebt. Dabei scheint diesem „französischen" Literaten aber vollkommen zu entgehen, daß er damit in keinem Fall seinem besiegten und geschlagenen „Vaterland" dient; denn gerade in der nächsten Zukunft wird Frankreich eine Festigung von Beziehungen nicht jenseits des Atlantischen Ozeans, sondern vordringlich und ausschließlich bei seinem nächsten Nachbarn, bei Deutschland suchen müssen und wollen. Die Flüchtigen, deren Geistigkeit der zivilisierten Welt des 20. Jahrhunderts den Stempel des internationalen Judentums aufdrücken wollte, werden früher oder später auch in Südamerika sicherlich erkannt und wegen der von ihnen inspirierten nationalen Verfallserscheinungen bekämpft werden; denn sie passen ganz und gar nicht zu dem jugendlichen Ausschwung der Konsolidierungsbestrebungen Südamerikas, die in dem strengen Nationalbewußtsein Brasiliens und der anderen Länder ihren Ursprung haben. Man weiß auch in Südamerika, daß man sich bei allen Bemühungen um eine innere Einheit nicht von der übrigen Welt und insbesondere von Europa abschließen kann; wenn sich vielmehr Südamerika als ein kulturell geeinter Kontinent zusammengefunden haben wird, dann wird dies zweifellos eine Vertiefung und einen weiteren Ausbau feiner kulturellen Beziehungen zu Europa zur Folge haben, zu jener wieder jugendlich auferstandenen „Alten Welt", die von jeher das Festland der Kulturnationen war. Damit wird dann aber auch in Südamerika der Tätigkeit jener schreibenden Herren Einhalt geboten werden, die dem aufstrebenden jungen Europa, das die ganze Welt beeindruckt, völliges Unverständnis in den Weg zu stellen versuchten. Südamerika ist auf dem besten Wege, sich zusammenzufinden; zu allen in diese Richtung weisenden, bedeutungsvollen Anfängen muß jeder gute Europäer den südlichen Kontinent Amerikas beglückwüpfchen, womit wir aber schon jetzt für Brasilien und alle anderen Lander, die eine kulturelle Verständigung suchen, den Wunsch aussprechen wollen, daß sie recht bald den Einfluß von „Europäern" auszuschalten vermögen, die sich als unwürdig erwiesen haben, solche zu sein. Dr. Werner Aulich. Angelsächsischer Wittschafis- westb werb in Südamerika. R i o de Janeiro, 21. Okt. (Europapreß.) In Wirtschaftskreisen der Vereinigten Staaten hat die wirtschaftliche Betätigung Englands in Südamerika erhebliches Mißvergnügen hervorgerufen. Während England auf der einen Seite die Unterstützung der Vereinigten Staaten für seinen Krieg zu erhalten sucht, kämpft es auf der anderen Seite dagegen, daß die Union auf Kosten Englands Fortschritte auf den südamerikanischen Märkten macht. Die Miß- stimmung in den Vereinigten Staaten hat neuen Auftrieb durch die Entsendung einer englischen Wirtschaftsko mm i s s i o n erhalten, die unter Leitung von Lord Willingdon in Kürze hier eintrifft. Ein anderer Anlaß ist die Elektrifizierung der Zentraleifenbahn Brasiliens, die von der englischen Rüstungsfirma Vickers ausgeführt wird. „La Prenfa" weist darauf hin, daß die Bahn „wie zufällig" an eine Stelle führt, an der große Eisenwerke errichtet werden sollen, deren Bau von der nordamerikanischen Ein- und Ausfuhrbank durch eine Brasilien zu gewährenden Anleihe finanziert werden soll. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der sich England zur Zeit befindet, sind die Elektrifizierungsarb?iten ins Stocken geraten. Die brasilianische Regierung drängt aber auf rasche Durchführung der Arbeit. In den Vereinigten Staaten besteht lebhaftes Interesse daran, die Elektrifizierung selbst zu vollenden, wenn Vickers den Vertrag nicht erfüllen kann. Ein weiterer Streitpunkt zwischen England und den Vereinigten Staaten sind die für die Eisenbahnen notwendig gewordenen Kohlenlieferungen. Auch hierüber findet ein heftiger englisch-nordamerikanischer Wettbewerb statt. Der italienische Bericht. Wieder britische Bomben auf Wohnviertel oberitalienischer Städte. Rom, 21. Oft (SRB.) Der italienische wehr- machlbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut: 3ti Rorbafrita Erkundungstäkigkelt. Einige feindliche Luftangriffe verursachten keinen Sachschaden, es gab zwei Verwundete. In Oslafrika wurde bei einem Zusammenstoß einer Patrouille mit feindNchen Lastkraftwagen- kolonneu an der erythräischen Grenze der Gegner zum Rückzug gezwungen. Unsere Luftwaffe bombardierte die feindlichen militärischen Stellungen bei Habbas Wein (Kenia), den Flughafen Waijr, motorisierte Truppen auf der Straße Waijr—Gherille und in der Umgebung von Arbo, sowie im Roten Meer einen von Kriegsschiffen begleiteten feindlichen Geleitzug. Bei dem im Wehrmachtbericht vom Donnerstag erwähnten Lustangriff auf den englischen Stützpunkt Perim wurden — wie nachträglich festgestellt wurde — zwei kleinere dort stationierte Kriegsschiffe versenkt. Feindliche Flugzeuge bombardierten Decamero, wobei es unter der eingeborenen Bevölkerung einen Toten und elf Verwundete gab. Leichter Schaden an Baracken; ferner wurden wirkungslos Bomben abgeworfen auf Asmara, Gura, Agordat und 2Haf- faua. Von der Schweiz kommend wurden vom Feind Luftangriffe auf oberitallenische Orffchaften durchgeführt. 3n Verona wurden ein Privathaus und ein Wohltäffgkeltsinstitut beschädigt, wo 60 Waisen und 150 Arme untergebracht waren. 3ns- gesamt sind 3 Tote und 12 Verwundete zu beklagen. 3n der Provinz Pavia wurden zwei Wohnhäuser zerstört, wobei es vier Tote und einen Verwundeten gab. 3n der Provinz Alessandria wurden drei Häuser zerstört, eine Person getötet und zwei verwundet, eine davon schwer. 3n der Ortschaft Borgi Verezzi (Savona) wurden in einem Gehölz kleine Brände verursacht, eine Kirche schwer getroffen und die benachbarten Häuser leicht beschädigt, ohne Personen zu verletzen. Bei zwei anderen Ortschaften wurden Bomben auf freies Feld abgeworfen. Englische Flieger verletzen erneut Schweizer Hoheitsgebiet. Bern, 21. Okt. (DNB.) Der schweizerische Armeestab teilt mit: „In her Nacht zum 21. Oktober wurde schweizerisches Hoheitsgebiet durch englische Flieger mehrfach verletzt. Einflüge erfolgten über die Iura grenze nach Südosten. Unsere Fliegerabwehr hat an mehreren Orten Feuer gegen die Flugzeuge er. öffne t." Hierzu wird ergänzend gemeldet: In Bern wurde um 22.15 Uhr Fliegeralarm gegeben, der eine Stunde dauerte. Um 0.25 Uhr erfolgte ein neuer Alarm. Die Luftschutzsirenen ertönten auch in Zürich, Freiburg, Genf, Lausanne und Neuenburg. In Lausanne schreckten die Sirenen in kaum vier Stunden die Einwohner achtmal auf. In Wallis wurde beobachtet, daß die Flugzeuge über das Simplon-Massio in d i e Lombardei einflogen. Unter der Überschrift „Fängt die Geschichte wieder an?" schreiben die „Basler Nachrichten": „Ziemlich genau sieben Wochen nach der letzten Verletzung des schweizerischen Luftraumes haben die Engländer unser Gebiet wieder überflogen, um in Italien Kriegsziele anzugreifen. Damit ist die leidige Streitfrage zwischen Bern und der englischen Hauptstadt wieder aufgerollt und die Schweiz wird ganz energisch vorstellig werden müssen. Es hat den Anschein, daß starke Verbände unser Land überquerten." Rationierungsmaßnahmen h der Schweiz. Basel, 21. Okt. (Europapreß.) Wie das eidgenössische Ernährungsamt mitteilt, wird sämtliche im Inland erzeugte Milch der Ablieferungspflicht unterstellt. Erlaubt ist jedoch bis auf weiteres die normale Abgabe von Milch an bisherige Kunden. Um dem Schwarzhandel mit Butter vorzubeugen, ist die gesamte Erzeugung auf sämtlichen Pro- ein feststehender Begriff erfolgreicher Kosmetik yL MARYLAN-HAUTCREME MARYLAN-ZAHNPASTA duktionsstellen und von einzelnen Produzenten, soweit sie nicht der Selbstversorgung dient, ablieferungspflichtig. Damit die Butter-Rationierung in ihrer Wirkung nicht beeinträchtigt wird, ist dis auf weiteres ein Rahmverbot erlaßen worden. Käse und Milch bleiben frei, doch find Vorkehrungen getroffen worden, um übergebührlichen Bezügen von Milch und Käse entgegenzutreten. Die bisher nicht rationierten tierischen Fette sind jetzt ebenfalls der Rationierung unterstellt. Besserung der russisch-japanischen Beziehungen. H s i n g t i n g, 21. Okt. (DNB.) Die Nachrichtenagentur „Taß" in Schankhai hat der Kokutsu-Presse x vorgeschlagen, einen Nachrichtenaustausch vorzunehmen. Die Zeitung „Mandschu Nitschi Nitschi" schreibt, daß sich nach einer Erklärung des neuen japanischen Botschafters in Moskau, Täte- Fama, die russisch-japanischen Beziehungen auf Grund der neuen, durch den Dreimächtepakt geschaffenen Situation von Tag zu Tag besserten. Die früheren llebertreibungen der ideologischen Unterschiede zwischen Rußland und Japan- Maiidschukuo hätten beständige Reibereien zur Folge gehabt, während die jetzige Politik a a f praktischen Erwägungen beruhe, die a ü f- klärend wirkten. Neuer japanischer Befehlshaber in Südchina. Tokio, 21. Okt. (DNB.) Die Ernennung Generalleutnants U f h i r o g u zum Befehlshaber der japanischen Südchinaarmee, sowie die Bombenangriffe auf die neugeöffnete Burmastraße zeigten, so meint die nationalsozialistische „Kokumin Schim- bun", die feste Entschlossenheit der japanischen Wehrmacht, der neuen Lage zu begegnen. Der japanischen Südchinaarmee komme nach dem Einmarsch in Franzosisch-Jndochina besonders große Bedeutung bei. Japan sei entschlossen, gegenüber allen Unter- stützungsstraßen für Tschiangkaischek einen entscheidenden Schlag durchzuführen und damit eine schnelle Beendigung des Chinakonfliktes zu erzielen. Wenn England und Amerika auch künftig weiterhin derartig feindliche Maßnah- men durch führten, so werde Japan diesen Aktionen radikal entgegentreten. Unter all diesen Gesichtspunkten sei die Ernennung Ushirogus umso bemer- „Michelangelo." Em Tobis-Degeto-Film im Lichtspielhaus. Dieser Film, von Curt Oertel unter Mitarbeit von J-B, Malina und / Dr. W. Pleister geschaffen, der bis heute einschließlich im Lichtspielhaus gezeigt wird, stellt eine seither seltene, große und bis zu einem gewissen Grade neue Form des sogenannten Kulturfilms dar: wenn man den Kulturfilm als Gattungsbegriff von der ungleich häufigeren und geläufigeren Erscheinung des Spielfilms ab- grenzen will, wird man vielleicht die Handlungs- losigkeit, das Undramatische des Kulturfilms als wesentlichstes Unterscheidungsmerkmal hervorheben; daneben wohl auch die lehrhast-erzieherische Absicht, das Bildungselement. Was dieses betrifft, so ist es im Michelangelo-Film, wie auf den ersten Blick zu erkennen ist, in hohem Maße gegeben; was die Dramatik angeht, die mehr oder minder entscheidend den Spielfilm auszeichnet, so fehll sie einem Kulturfilm wie diesem durchaus nicht. Da es hier unternommen wurde, Leben und Werk eines einsamen Weltgenies, das Michelangelo hieß, in verhältnismäßig wenigen Bildern zu erfassen und, wenigstens andeutend, nachzubilden mit den unendlich verfeinerten Mitteln der neuzeitlichen Filmoptik, so mußte etwas eminent Dramatisches entstehen, denn Leben und Werk dieses Künstlers waren in sich im ursprünglichsten Sinne des Wortes dramatisch. (Das griechische Wort Drama bedeutet Handlung.) Nur wurde hier stllgerecht auf den Menschen als Träger der Handlung, das heißt also auf den Schauspieler, verzichtet. Zwischen Florenz und Rom, zwischen den Jahren 1475 und 1564, spannen sich die Linien, die ein ungewöhnliches Leben und ein unerhörtes Werk begrenzen. Die Mittel der Darstellung sind: in erster Linie die Kamera; daneben das begleitende, schildernde, erläuternde Wort — es waren verschiedene männliche und weibliche Sprecher dafür eingesetzt, deren Namen nicht genannt werden, aber man hört mehrfach sehr deutlich die Stimme von Matthias Wie. man heraus —; in letzter Linie und hier eigentlich entbehrlich die untermalende Musik (Alois M e • lichar als Komponist und die Berliner Philharmoniker). Träger der Handlung" sind allein Natur und bildende Kunst; Landschaften und Städtebilder von großer Schönheit, der Film „spielt" ja an den erlauchtesten Stätten und Schauplätzen des klassischen Italien. Monumentalplastik, große Architektur, große Malerei bilden eine manchmal überwältigende Dreiheit: in Michelangelo war das Wunder dieser dreifachen, ebenbürtigen Begabung und Begnadung vereinigt — wenn man das Dichterische, wie es sich in den Sonetten spiegelt, einmal als Nebenbegabung aus dem Spiel lassen will. Die Kamera nun (H. Ringger) baut das Werk des Buonarotti, das in feinen letzten Gipfelungen zu schlechthin übermenschlichen Masten emporwächst (man denke nur an die Sixtinischen Deckengemälde) in außerordenllich schonen und eindrucksmächtigen Photographien vor dem Beschauer auf: es war hier ein empfindlicher Sinn für lebendige, beseelte Form an der Arbeit, der mit der beweglichen Kamera das Werk liebevoll umkreist, abtastet, im Spiel von Licht und Schatten plastisch nachbildet und vor Augen führt. Es wird indessen nicht zu übersehen sein, daß sich auch die Grenzen eines solchen, an sich höchst dankenswerten, anregenden und bildenden Filmstils bemerkbar machen: vor allem läßt gelegentlich die berechtigte Freude am Detail den Gesamteindruck zu kurz kommen, und auch die oft unvermittelt schnellen und schroffen Ueberblenbun- gen beeinträchtigen hier und dort verweilenden Genuß und Aufnahmefähigkeit des Beschauers. Die gewaltig ansteigende Reihe der Werke bildet das szenische Skelett dieses Bilderdramas; feine Szenen sind gefüllt vom nicht minder dramatisch wirkenden Bericht der Werkgeschichte und eines Lebenslaufes, der nur vor dem farbig und figurenreich bewegten und erregten Hintergrunds des italienischen 16. Jahrhunderts begriffen werden kann und seine entscheidenden Akzente erhält. — Es ist kein Zweifel, daß dieser Film ein wenig mehr voraussetzt und vom Beschauer verlangt als ein durchschnittlicher Spielfilm; kein Zweifel aber auch, daß der empfängliche und kunstwillige Besucher sich reich belohnt fühlen und mit großen Eindrücken und vielfältiger Anregung entlasten finden wird. Zuvor läuft die reich beschickte neue Wochenschau; sie berichtet u. a. von der Rückführung der Deutschen in Bessarabien, von den jungen, aufbauwilligen Kräften in Norwegen, von. der Truppenschau am Jahrestage der Eroberung Warschaus, von Hebungen unserer Panzertruppen und Stoßtrupp-Pioniere im besetzten Gebiet, von Deutschlands Wacht an der Kanalküste und von siegreichen Luftkämpfen über England. Hans Thyriot. „Zufälle" bei der Entstehung des britischen Weltreichs. Als „Treppenwitze der Weltgeschichte" kann man eine Reihe von Zufälligkeiten ansehen, die zum Entstehen des britischen Weltreichs entscheidend beigetragen haben. Das ist keineswegs eine boshafte Ausdeutung mancher Geschehnisse durch feindliche Ausländer, vielmeyr hat eine für diese Geschichten so zuständiae Quelle wie die „Time s" vor Jahren in einem Aufsatz „Accidents of Empire” die fast unglaublich grotesken Umstände erzählt, unter denen dem britischen Reiche seine heutigen Glanzstücke, Indien, Australien und Neuseeland, einverleibt worden sind. Merkwürdig ist, daß die „Times" diese Betrachtungen gerade in der Zeit der jungen Liebe zwischen Engländern und Franzosen anstellte: es muß für die neuen Freunde ein besonderes Vergnügen gewesen sein zu lesen, wie die Engländer es immer verstanden haben, ihnen das Nachsehen zu lassen. Es wirkt geradezu komisch, daß die britische Herrschaft über Indien ihren Ursprung in einem Steigen des Pfefferpreises um 2 Unzen hat. Während des ganzen 16. Jahrhunderts war der Handel zwischen Europa und Indien ein Monopol in der Hand der Niederländer. Plötzlich, im Jahre 1599, setzten diese den Preis des Pfeffers von 3 Schilling auf 6 Schilling per Pfund. Die Londoner Kaufleute versammelten sich zu einem Protest gegen diesen „unchristlichen" Pfefferpreis und lieber, als sie sich dieser Last unterwarfen, vereinigten sie sich, um dem holländischen Handel durch eine Kompanie unter dem Titel „The Governor and Company of the Merchants of London trading to the East Indies„ Trotz zu bieten. Erst 82 Jahre ist es her, daß die britische Krone von der alten „John Compagny“ die Zügel der vollen Regierung Indiens übernahm. Nicht minder interessant ist der Weg, wie das große Australien für die britische Rasse gewonnen worden ist. Der Teil der Insel, der jetzt den Staat Viktoria bildet, war in Wirklichkeit von einer französischen Expedition unter Kapitän Baud in annektiert worden, der das Territorium „Napoleon- Land" benannte und die Küsten und die heutige Stadt Melbourne ,^aiserin-Josefine-Land" taufte. Nur wenige Tage vor dem Landen der Franzosen in Australien war aber das Gebiet von einer britischen Gesellschaft annektiert worden; nichtsdestoweniger wären die Franzosen Besitzer geblieben, wäre nicht Kapitän Baudin nach verschiedenen Inseln abgefahren, um die wissenschaftlichen Mitglieder seiner Expedition abzuholen, die darauf bestanden, eine Sammlung von Südseeschmetterlinqen und Muscheln machen zu lassen. Ohne diesen Aufschub würden die Franzosen den Briten wirklich zuvorgekommen sein, und die Geschichte registriert die ungeheure Wut, die der französische Kommandant gegen seine wissenschaftlichen Begleiter losließ, deren Leidenschaft für Entomologie Großbritannien den riesigen Staat Viktoria zugeschanzt hat. Auch die Erwerbung von Neuseeland ist ein solcher Witz der Geschichte. Vor etwas über 100 Jahren wurde in England erkannt, daß Frankreich die Annektion von Neuseeland anstrebe. Sofort wurden in England Anstrengungen gemacht, um die Regierung zu veranlassen, dem französischen Nachbar zuoorzukommen. Aber das Kolonialamt wollte nicht, und so unternahm es eine Privatgesellschaft, Neuseeland von britischen Kolonisten besiedeln zu lassen. Die französische Expedition und die Schiffe der privaten englischen Unternehmung fuhren gleichzeitig ab. Aber die französischen Emigranten wollten in ihrem patriotischen Gefühl nicht an S t. Helena vorbeifahren, ohne Napoleons Grab besucht zu haben. Von dort wollten sie die Zweige der Trauerweide mitnehmen, um in dem neuen Frankreich, das in Neuseeland gegründet werden sollte, die Erinnerung an den großen Toten zu pflegen. Alle Trauerweiden in Neuseeland, die heutzutage dort wachsen, sind Abkömmlinge von der, die über Napoleons Grab gewachsen ist, und sie sind ein Denkzeichen der Tatsache, daß, als die französischen Schiffe im Mai 1840 Neuseeland erreicht hatten und die französischen Würdenträger, begleitet von den Priestern im vollen Ornat, an Land stiegen, um die Trikolore feierlich zu hissen, sie von den britischen Ansiedlern empfangen worden sind, die infolge des Aufenthalts der Franzosen in St.Helena gerade drei Tage vorher die brü tische Flagge gehißt hatten. G IG kenswerter, als damit die Absicht angedeutet werde, die Operationen der Südchinaarmee zu 0 er« stärken. Tritt England weitere Flottenstützpunkte an USA ab? 61 o d f) o l m , 22. Okt. (Europapreß.) lieber eine neue englisch « nordamerikanische Aussprache zur Ueberlassung von Flottenstützpunkten berichtet der englische Nachrichtendienst, daß die zu den Kleinen Antillen gehörende Insel Antiqua, die nördlich von Guadeloupe gelegen ist, in Zukunft als Flottenstützpunkt für die Bereinigten Staaten verwendet werden soll. Oer Neichsführer ff im Ercorial und in Toledo. M a d r i d , 21. Okt. (DNB.) Der Reichsführer ff begab sich in Deglettuna des Sekretärs der Falange und des deutschen Botschafters sowie der deutschen Waffenattach^s nach dem Escorial, um am Grabe des Nationalhelden Josö Antonio P r i m o de Rivera einen Kranz niederzulegen. Der Reichsführer ff wurde vom Madrider Militärgouverneur, mehreren Nationalräten, dem Madrider Bürgermeister u. a. begrüßt. In dem Königshof präsentierte eine Hundertschaft der Falange. Anschließend begab sich der Reichssührer ff in Begleitung des Chefs der spanischen Polizei, Graf Mayalde, nach Toledo. An der Straße nach Toledo standen Zivilgarde und Mitglieder der Falange Spalier. Die Ortschaften waren mit deutschen und spanischen Fahnen geschmückt. Vor dem A l - c a z a r stand eine Kompanie Polizei und eine Abteilung Falangejugend. General Moscardo, der Verteidiger der Feste, begleitete den Reichsführer ff durch den Alcazar zur Gedenktafel der Gefallenen und der Erinnerungsschrift an das denkwürdige Telephongespräch zwischen General Moscardo und seinem Sohn. Anschließend fand im Rathaus von Toledo ein Empfang statt. Die Planung -er Jugendarbeit. Reichsjugendführer Axmann vor der preffe. Berlin, 21. Okt. (DNB.) Reichsjugendführer Axmann erklärte der Presse, daß es des großen Menschenmangels wegen immer schwieriger werde, tüchtige Jugendführer au besitzen; er hat deshalb mit dem Stellvertreter des Führers vereinbart, daß die Jugendführer der HI. von der Partei übernommen werden. Das letzte Jahr ihrer Tätigkeit in der HI. werden sie bereits zur Partei ab kommandiert. Eine Schule wird ferner den Ju- gendführern für den Uebergang auf die Arbeit in Partei und Staat oorbereiten. Sie werden dann ranggemäß mit Parteiposten betraut. Um solchen Iugendführern, deren Veranlagung sie für Aufgaben im Staate prädestiniert, dem Staat zur Verfügung stellen zu können, werden noch Verhandlungen geführt. Bis jetzt hat die HI. ihre Formationen nach Jahrgängen aufgebaut. In Zukunft sollen auch die Arbeitsgebiete den Jahrgängen angepaßt werden. Zum Beispiel auf dem Gebiete der Fahrten wird der Elfjährige nur seine engste Heimat kennen.lernen, erst mit zwölf Jahren wird er ins Lager kommen, mit 17 Jahren wird er das Ausland sehen. Auch auf dem Gebiete der körperlichen Ertüchtigung und der weltanschaulichen Schulung wird ein fester Plan bestehen, der nach Jahrgängen aufgebaut ist. Auch auf der Akademie für Jugenderziehung wird der Jugendführer lernen, wie er jedem einzelnen Jahrgang gerecht wird. Durch diese Planung wird jede 'Wiederholung vermieden und viel Zeit gewonnen werden. Der Reichsjugendführer unterstrich die Bedeutung der Freizeit für den einzelnen, der nur durch sie in die Lage versetzt wird, frei Akem zu holen und so besondere Veranlagungen pflegen kann. Der Wunsch des Reichsjugendführers nach rattv- neller Arbeit geht auch aus dem Interesse hervor, das die HI. trotz aller Abgrenzung mit der Schule für die Frage des Lehrernachwuchses hat. Der Mangel an Menschen wird es notwendig machen, daß an manchen Stellen der Posten des HI.'Führers und des Lehrers in einer Person vereint sind. Auch die Angleichung der Banne an die Kreise in der Partei, was die Neuerrichtung von 223 Bannen bedingt, liege auf der gleichen Ebene. Der künfttge Bann- sührer in einem Kreise der Partei wird gleichzeitig auch der Führer des Jungvolkes fein, so daß die Dienststellung des Jungbannfsihrers überflüssig wird. Das bedeutet neben einer großen Ersparnis an Jugendführern eine Konzentration der Arbeit. Der Bannführer wird daher die Führerauslese voll übersetzen und er wird auch als der einzige Vertreter der HI. zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Kreisleiter kommen. Damit der Bannführer genug Zeit hat, bei seinen Formattonen zu sein, wird er durch einen Hauptbannführer von den Der- waltungsarbeiten entlastet. Der Geldbeitrag für HI., Jungvolk und BDM. wird künftig fortfallen. Dadurch werden 70 000 ehrenamtliche Geldverwalter für andere Aufgaben frei. Der Reichsjugendführer betonte, daß die Beseitigung des Beitrages die Jugend davor bewahre, beim Einkassieren und Verwalten von Geldern in Versuchung geführt zu werden. Zum Schutze der deutschen Jugend dient auch der Befehl, daß werktags um 20 jeder Dienst beendet sein muß. Dafür werden die Sonntagvormittage herangezogen. Sehr am Herzen liegt dem Reichsjugenüführer die Herstellung des besten Verhältnisses zwischen Elternhaus und HI. Dadurch werden seelische Kräfte frei gemacht, die wir für den Kampf unseres Volkes brauchen. Zum Schluß betonte der Reichsjugendführer, daß die Jugend im Großdeutschen Reich zu einem ganz neuen, umfassenden Weltbild erzogen werden müsse. Die Jugendführer würden hinausgesandt werden in die Grenzgebiete, in die neuen Gebiete und ins Ausland, damit ihnen der Blick geweitet werde und sie von diesen Standpunkten aus erkennten, daß das deutsche Volk der Kernpunkt ist, der die größten Kräfte spendet. Die Jugend werde auch vor einem falschen Herren standpunkt bewahrt werden. Es werde ihr immer wieder klarzumachen fein, daß Deutschlands Führungsanspruch in der Welt in seinen höheren Leistungen und seiner höheren Kultur begründet liege. Nur so lange sei auch jeder einzelne führungsberechttgt, solange er in der Lage ist, mehr zu leisten, als der andere, Erziehung zur Leistung und Bescheidenheit, so schloß der Reichsjugendführer, „und gegen jede Arroganz, das ist einer der wichttgsten Gesichtspunkte nationalsozia- listischer Jugenderziehung". Sein letzter Flug. Von Kriegsberichter Heinz Laubenthal. PK. Ich stehe an einem Soldatengrab. Es ist ein ganz frisches Grab. Noch ohne Kreuz. Ein paar Kränze auf dem kleinen Hügel, aus Eichenlaub und Tanne, wenig Blumen, aber rundum die leuchtende herbstliche Natur. Ein Goldteppich von gefallenen Blättern. Birkenbäume, und dort drüben der Feldflughafen. Durch die Bäume sehe ich die Maschinen. Der Weg hier zu dem Grab zweigt unmittelbar vom Platz ab. Ich bin mit zwei seiner Kameraden hierher ge^ gangen. „Wir wollten, daß unser Hellmuth hier ganz nahe bei seinen geliebten Maschinen liegt. Fliegen war fein Leben", sagt der Gefreite neben mir. Gestern war hier die ganze Staffel angetreten, wir sind um das Grab herumgetteten nach der Bei- setzung. Unser Oberleutnant mit uns. Wir haben Abschied genommen, und unser Staffelkapitän hat gesprochen. Der andere, der mit mir herausgekommen ist, sagt gar niHts. Er ist der Schreiber, der mit ihm auf seiner Stube lag. Jetzt steht er aufrecht vor dem Grab und macht seinem toten Kameraden eine Ehrenbezeigung. Wir gehen. Langsam kommen wir auf den Flug- platz, an den Maschinen vorbei. In die Stille hinein beginnt plötzlich der Gefreite zu erzählen: Ich gehörte zu seiner Besatzung. Ich bin Flieger- schütze. Mit Hellmuth zu fliegen war eine Lust. Er beherrschte die Maschine und freute sich auf jeden Flug. So war es auch an einem der ersten Oktober- tage. Wir hatten alle schon lange auf einen Sonderauftrag gewartet. Endlich war es soweit. Schlechtes Wetter. Für uns hieß das: Gutes Wet- ter. Also los, wir flogen ganz allein, wir vier Kameraden. Die Wolken hingen tief. Wir ftieqen in die Wolken, die auch den Kanal bedeckten. Uns erschien alles resttos geschlossen, also günstig für uns. In der Maschine war eine prima Stimmung. Heute würde es hinhauen. Leider war meine FT.« Kopfhaube nicht in Ordnung, so daß ich nicht Horen konnte, was die andern sich erzählten. Aber es schien mir so, als wenn Hellmuth wieder seine echt rheinischen Witze machte. Er hatte einen herrlichen Humor. So ab'und zu kamen jetzt ein paar Wolkenlocher. Das war ganz gut, man konnte sich mal orientieren. Deckunqsrnöglichkeit gab es immer noch genug. Jcun muß bald die englische Küste überflogen werden. Da schüttelt plötzlich der linke Motor. Zwei-, dreimal. Kommt aber wieder zu sich. In der Kabine wird es ruhig. Wir vier achten auf die Instrumente, auf die Geräusche. Hellmuth fliegt. Da reißt das Gewölk auf. Ausgerechnet vor der englischen Küste. Alles liegt klar da, strahlende Sonne, hellklarer Himmel, und wir flogen wie aus dem Präsentterteller vor der englischen Küste. Das ist schlecht zur Erledigung unseres Auftrages. Wjo zunächst mal kehrtgemacht, eine große Kurve über dem Kanal in den Wolken gemacht und einen neuen Anflug in größerer Höhe. Merkwur- digerweise steigt unsere Maschine nicht. Da muß doch etwas nicht in Ordnung sein. Wir kommen nicht höher, und wieder kehren wir um. Nochmaliger Anflug. Die &üfte lag vollkommen offen da. Jetzt eine Kehre, und schon sehen wir die Hafen - undKaianlagen von H. liegen. Da ist die lange Mole. Der Bombenschütze, Unteroffizier Z., liegt schon über dem Visier und wirft. Ich kann hinten genau beobachten: erste, zweite, dritte, vierte — da, die fünfte Bombe liegt ganz dicht neben der Kaimauer, die weiteren gehen in Reihen in die Hafenanlagen. Ich erkenne die Detonationen. Da läßt Hellmuth die Maschine mit steilem Gleitflug herunterkippen. Ich denke: aha, Richtung Heimat. Die Flak war wach geworden, wie Sie sich denken können, gerade nach dem Bombenabwurf. Da ballerte es ganz gehörig, und die Wölkchen lagen verdammt nahe. Einmal mürben wir hochgehoben. Es war also höchste Zeit. Nun sind wir in den Wolken. Ich wende mich nach vorn, und sehe ... unten, auf dem Boden der Maschine ... ja, tft das wohl Blut? Nein, das muß Oel sein, die Bremsflüssigkeit sieht so ähnlich aus. Ob Hellmut das schon gemerkt hat? Die Maschin? muß doch etwas abbekommen haben. Ich drehe mich um, will es ihm sagen. Zu dumm, daß meine FT.-Haube nicht in Ordnung ist. Ich schreie es Hellmuth in die Ohren. Er scheint nicht zu verstehen. Was ist denn los? Das sollte ich erst nachher erfahren. Hellmuth war getroffen worden von einem starken Flaksplitter im rechten Oberschenkel. Er war schwer verwundet: aber er hielt die Maschine. Er biß auf die Zähne. Er dachte im Augenblick nur an feine Kameraden und an die kostbare Maschine. Jetzt versucht Unteroffizier Z. mit seinem Koppel das Bein abzubinden. Der Blutverlust rft riesig. Es war also nicht die Bremsleitung. Ich sehe, wie das Blut durch den Fallschirm sickert. Auch Unteroffizier Z. rinnt das Blut aus dem Gesicht. Er muß eine Augenverletzung abbekommen haben. Ich helfe, so gut ich kann. Hellmuth ist bleich. Er muß rasende schmerzen haben. Er muß doch seine Fuße in den Pedalen halten, um zu steuern. Wir fliegen ganz niedrig über dem Master hin. Z. hält mit ihm zusammen den Steuerknüppel, spricht chm Mut zu. Aushalten, Hellmuch, ziehen — ziehen!" Wir müssen wieder hoch. Bald kommt die Küste. .Höher, ziehen!" Wir waren an die französische Küste herangekommen. Da ist die Steilküste, die Kreidefelsen sind unter uns. Hellmuch und Z. machen verzweifelte Anstrengungen, höher zu kommen. Da ist ein Einschnitt, eine Flußmündung. Wir hinein. Hellmuch gibt dem Funker den Befehl, mit der Heimatstatton in Verbindung zu treten, es gelingt nicht. Wir krebsen so mit vereinten Kräften dahin. Da sieht Hellmuch einen Feldflugplatz unserer Jäger in der Nähe der Küste. Das Fahrwerk war schon heraus, wir haben noch eine Affenfahrt. Das muß schief gehen. Da drüben rast ein Wald auf uns zu. Wir [dreien Hellmuth zu: „Durchstarten, Pulle rein, Gas ziehen!" Er schafft es, wir kommen wieder hoch. Mit äußerster Willensanstrengung reißt er unseren Vogel im letzten Augenblick wieder hoch. Wir atmen auf. Hellmuth wird es schwarz vor den Fahrelans starkes Vertag. Brühliche Unioer,itätsdruckerel R. Lange K. G. Bertagsleiter: Dr.°Ing. Erich Hamann- Anzeigenlester- Hans Beck, yettrnttoortf-rh iür den 5tnbav der 9ln-eiien: TbeodarKümmel M.N^.6. In tiefer Trauer: Anna Brückel, geb. Krämer. ZU. Mlumelii zu verkaufen. Herntann Wagner, Odenhaufeu/L.9 Man unterhält sich dabei, lernt mancherlei Neues und Wertvolles und spart „Lehrgeld“. Ueber jedes photographische Thema gibt es gute Hefte und Bücher von RM. 0.75 an bei Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen . Vermählungeanzelgea bei Brühl, Schuistraße 7 Geburtsanzeigen Schauspiel von Kleist bereits um 19 Uhr. Gut erhaltener Ga§; badeofen z,kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 4754Oa.d.G.A. Vie Beerdigung findet auf Wunsch des Entschlafenen in Steinbach bei Gießen in aller Stille statt. (im Nebenhaus) a. ruhige Familie zu vermieten. Schr. Ang. unt. 03566 a. d. G. A. Der von der britischen Polizei in Nagpur verhaftete indische Nationalist 231 n o b a wurde des Widerstandes gegen die Rekrutierungsmaßnahmen der britisch-indischen Regierung und die Sammlung von Kriegsbeitragsgeldern für schuldig befunden und zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Vinoba war von Gandhi beauftragt worden, die Bevölkerung zum zivilen Ungehorsam gegen die britischen Zwingherren aufzurufen. * Der frühere Unterstaatssekretär im Schatzamt Taylor wurde zum Handelsminister der Vereinigten Staaten ernannt. Taylor ist ein Chikagoer Bankier. Danksagung. Für die unserer teuren Entschlafenen bei ihrem Heimgang in so reichem Mähe entgegengebrachten Beweise der Liebe und die uns erwiesene herzliche Anteilnahme an unserem schmerzlichen Verlust sprechen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank aus. 3-Röhren-Gerät für Gleichstrom, neuwertig, abzu« geben. 03565 Seltersweg 38H Schwerer Wolkenbruch auf Sardinien. Ein schwerer Wolkenbruch ist über der sardinischen Provinz Cagliari niedergegangen. Die Gegend josgeärao vertraut m.sämt- lichenBüroarbei- ten, perfekt in Durchschreibebuchhaltung,sucht Beschäftigung f. halbe Tage oder stundenweise. Schr. Ang. unt. 03561 a. d. G. A. von Sarrobus wurde besonders heimaesucht. Der fluß Flumenüosa hat die Dämme durchbrochen und landwirtschaftliche Siedlungen überschwemmt. 60 Häuser wurden zerstört. Die Zahl der Opfer an Menschenleben ist noch nicht bekannt. Zwischen Muraoera und Dillaputzu ist eine Brücke eingestürzt. Zahlreiche Straßen stehen unter Wasser. Die Hochwafferkalastrophe in den Pyrenäen. Die Hochwasserkatastrophe in den französischen Pyrenäen hat 20 Todesopfer gefordert. Fast das gesamte Dorf Tech einschließlich der Kirche und Schule wurde von den Fluten weagerissen. Sechs Personen kamen dabei ums Leben. Das Dorf B a • nat, das von sämtlichen Verkehrs- und Telephonverbindungen abgeschnitten wurde, soll bis auf zwei Häuser zerstört worden sein. In dem Badeort V e r- net-lez-Bains befanden sich unter den 60 gänzlich zerstörten Gebäuden die fünf bekanntesten Hotels. Die Stadt P r a d e s ist von der Außenwelt gänzlich isoliert. Wo die Pyrenäen ans Meer stoßen, ist überhaupt kein Durchkommen möglich. In Perpignan wie in den an der Tet gelegenen Ortschaften mußten in aller Eile Kranke aus den Hospi- tälern evakuiert werden In Amelie-lez-Bains sind gegen hundert große Gebäude zusammengestürzt. Nach kurzem Nachlassen des Hochwassers schwollen die Flüsse wieder von neuem an. Fabriken, Elektrizitätswerke, Spinnereien sind durch die Hochwassermassen weggeschwemmt worden. So befindet sich z. B. an der Stelle, wo das Elektrizitätswerk Pas-de-Loupe stand, ein großer See. Kälteeinbruch in den vereinigten Staaten. Ein plötzlicher Temperatursturz hat in Neuyork zum ersten Schneefall in diesem Herbst geführt. Ein so früher Schneefall ist zu dieser Jahres- zeit schon seit Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen. Das Thermometer sank auf z w e i Grad unter Null. Aus den Nordstaaten werden Temperaturstürze bis zu 14 Grad unter Null gemeldet. y*.- oder ^-Tagesmädcheo evtl, auch stundenweise gesucht. Ludwigstr. 36 v. 1. Klasse der 4. Deutschen Reichs- lotterie fielen drei Gewinne von je 50 000 RM. auf die Nummer 246 652. Die Lose wurden in allen drei Abteilungen in Achteltellen ausgegeben. Plötzlich und unerwartet verschied heute nachmittag mein lieber, treusorgender Mann, mein guter Schwiegersohn, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Wilhelm Brückel Reg.-Bauinspektor Wir suchen für unsere Abteilungen Stahlkontrolle und Materialabnahme einen logmurgtaTeMer Ausführl. Angebote mit Lebenslauf, Lichtbad und Zeugnisabschriften unter Angabe derGehaltsahsprüche und des evtl, frühesten Eintrittstages sind zu richten an die Personalabteilung d Stahlwerke Röchling-Buderus A.G., Wetzlar. 4752 D Ueber Ualurjchutz und «aturhunbe amemct)kn bie Hugo Dermühle- Berlages,Berlin" ausführliche bebilöeHP ftOd) lleulc von Ihrem Eichener Buchhändler ras.1 ausluyrnye bebilderte Werbeblatt freunde der Natur sind Freunde guter Bücher"1 Wir suchen per sofort oder später eine tüchtige, jüngere Verkäuferin Branchekenntnis nicht unbedingt erforderlich. Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften erwünscht. Parfümerie Doll^"™ _ ____________________4738 A der Kriegsmarine wurde ein brllisches Schnellboot versenkt, die übrigen Der trieb en. Das Generalgouvermeni unter dem Hakenkreuz. München, 21. Okt. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers übergab im Senatorensaal des Braunen Hauses dem Reichsleiter Generalgouverneur Dr. Frank die H o h e i t s f a h n e der NSDAP, im Generalgouvernement. Rudolf Heß sagte, er übergebe die Fahne in Deutschlands größter geschichllicher Zeit. Vom Nordkap bis zur Biskaya, in der ehemaligen Tschecho-Slowakei, im ehemaligen Polen, in Holland, in Belgien, in Frankreich arbeiteten die Männer der Partei. Eine große gemeinschaftliche Arbeit kämpferischen deutschen Mannestums werde dort geleistet. Ueberall wehe das Symbol des jungen Deutschlands. Im Hakenkreuz sei die Wehrkraft des deutschen Volkes ebenso versinnbildlicht wie die politische Größe und die wirtschaftliche Leistung Großdeutschlands. Ueber allem aber der deutsche Nationalsozialismus, für den ein ganzes Volk in leidenschaftlichem Einsatz seine Kraft hingebe. Die Fahne der nationalsozialistischen Bewegung sei durch Blut geweiht. Sie fei über zwei Jahrzehnte lang das Symbol des deutschen Freiheitskampfes. Heute wehe sie über dem Sieg unseres Kampfes um die Erhaltung der Freiheit, England und feinen Trabanten zum Trotze. Generalgouverneur Fr a n k dankte für die verpflichtende Auszeichnung. Die Fahne fei das äußere Zeichen des Zusammenhaltes der Nationalsozialisten im Ostraum des Deillschen Reiches. „Wir haben", so fuhr Dr. Frank fort, „unsere Aufgabe dort auf Befehl des Führers übernommen. Wir sind stolz auf unsere Aufgabe und darauf, daß wir im Sinnbild dieser Fahne für den Führer und die Nationalsozialistische Partei arbeiten dürfen." Die Bürgersteuer 1941. Die Gemeinden, die bereits 1940 eine Bürgersteuer erhoben haben, brauchen den Hunüertsatz für 1941 nicht besonders festzusetzen, wenn die Bürgersteuer für das Kalenderjahr 1941 in der gleichen Höhe wie für 1940 erhoben werden soll. Die Festsetzung eines Hebesatzes für 1941, der höher ist als der für 1940 und die Erhöhung des Hebesatzes im Laufe des Kalenderjahres 1941 bedürfen der Genügen. Wir starren auf fein Gesicht. Z. hält mit chm zusammen den Knüppel. Aber lange fft das nicht mehr auszuhalten. Wir schauen voraus. Bauchlandung, das wissen wir, das steht uns bevor, und bald muß es fein. 'Dir fliegen, wieder ganz tief. Da kommt ein -Wald. Es sieht so aus, als würden wir in voller Fahrt hineinrasen. Nach einmal reißt sich der Flugzeugführer zusammen. 15 bis 20 Meter hinter dem Wald setzt er auf. Bauchlandung, er hat die Maschine hingebracht. Wir reißen oben die Klappe auf. Wir ziehen ihn heraus und legen ihn zunächst mal auf die Fläche. 5d) sause los, treffe bald einen Radfahrer. Der verlieht schon, überläßt mir sein Rad, und ich hole Hllfe. Dann besuchten wir vor ein paar Tagen Hellmuth im Lazarett. Seine Augen brannten nach dem Ergebnis. ,Lch sah plötzlich einen Feuerschein, glutrot. Es muß ein Flakoolltreffer gewesen sein. Ich wußte gleich, daß die Steuersäule angeschossen war. Dann drückte ich an und fühlte, wie mir das Blut die Beine herablief. Wie sieht denn die Maschine aus? 2Bie geht es Z.? Ich weiß selbst nicht mehr, wie ich die Kiste hingekriegt habe. Ich hätte es nicht gedacht. Mir geht's schon viel besser." Wir alle sahen, es ging ihm nicht besser. Wir stellten uns alle geschlossen für eine Bluttransfusion 3ur Verfügung. Aber es sollte nicht sein. Es kam Wundfieber dazu, das war das Endel — * Hellmuth, über dein Grab in* Feindesland wird der Donner deiner geliebten Motoren dröhnen, deine Kameraden find dir nah. Hier fft der Flugplatz und über der der weite Himmelsraum, den du beherrschtest. Deine Kameraden hast du heimgeflogen, und deine Maschine nicht dem Feind überlassen. Deinen Auftrag als deutscher Kampflieger hast du erfüllt. Du starbst, wie du lebtest. Britische Schnellboote vor Ostende vertrieben. Berlin, 21. Ott, (DRB.) In den frühen Mo» genstunden des 21.10. versuchten mehrere englische Schnellboote sich, der Kanalküste vor O st ende zu nähern und griffen ein Vorpostenboot mit Maschinengewehrfeuer an. Das Vorpostenboot erwiderte das Feuer bei guter Trefferlage. Durch das sofortige Eingreifen der K ü st e n b a 11 e r i e n nehmigung, wenn der neue Hebefatz in Gemeinden bis zu 2000 Einwohnern 400 v. H., in Gemeinden bis zu 25 000 Einwohnern 500 v. H. und in Gemeinden von über 25 000 Einwohnern 600 v. H. überschreiten soll. Kleine politische Nachrichten. In unserer gestrigen Notiz über die Versenkung von 327 000 Tonnen hat sich ein Versehen eingeschlichen. Die Länge der 436 Güterzüge wurde selbstverständlich 218 Kilometer ergeben. Der spanische Staatschef Generalissimus Franco hat in Würdigung ihrer Verdienste um die deutschspanischen und die italienisch-spanischen Beziehun- aen das Großkreuz des Ordens von Joch und Pfeilen verliehen an Generalfeldmarschall Keitel, Reichsminister Dr. Frick, Staatsminister Dr. Meißner, Reichsorganffationsleiter Dr. Ley, Staatssekretär und Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, und an den italienischen Marschall de Bono. Die glückliche Geburt einer Tochier zeigen an Photo - Kino Kreuzplatz 9 4739A Fernruf 3153 Stadttheater Gießen Die Theaterbesucher werden gebeten, die Anfangszeiten der Vorstellungen, die in der Tagespresse veröffentlicht werden, genau zu beachten. Es müssen einige größere Werke bereits um _19 Uhr beginnen. Von den zur Zeit auf dem Spielplan stehenden Werken beginnen Die des Sdticksals Oper von Verdi Das Käthdien von Heilbronn Rheuma u. Ischias Herr Emil Radke, Maurer, Duisburg - Hamborn, Gerlingstraße 1, schr. a. 27.5.40: „Seit Jahren litt ich linksseitig so stark an Rheuma u. Ischias, daß ich stets im Herbst u. Frühjahr mehrere Wochen mit der Arbeit aussetzen mußte. Dieses Jahr versuchte ich JhrL'Trineral-Oval'tabletten u.war schon nach wenigen Tagen wieder voll arbeitsfähig. Allen ähnl. Leidenden kann ich Trineral-Ovaltabletten bestens empfehlen.^ Bei Rheuma,Ischias, Gicht,Hexenschuß, Erkältuugskrcmk- heiteu, Grippe, Nerven-- u. Kopfschmerze« helfen die hoch- wirks. Trineral-Ovaltabletten. Sie werden auch v. Herz-, Magen-u. Darmempfindltchen best. vertragen. Mach. Sie sof. ein. Versuch! Ortgpckg. 20 Tabl. nur 79 Psg. In all. Avoth. erhältl. 0. Trineral GmbH., München D 27/547. Verl.Sie kosten!.Brosch.„Lebensfreuöedurch Gesundheit!" Student mit sauberem Hund sucht zum 1.11. M In «r. Schr. Ang. unt. 03564 a. d. G.A. [Stellenangebote} Junges Fräulein für Konditorei u. Tages-Cast ges. Konditorei Geifioer Blockstraße 9. Ordentliches MW für ganze oder halbe Tage bei gutem Lohn ges. ttfaai's Weinstube Walltorstr. 47.11D Jede Menge Karton- und mittlere Kisten z. kaufen gesucht. Magnus & Co., Diezstraße 6. j Verkäufe | Wegen Umzugs zu verkaufen: 2 komplette Holzbetten mit Sprungmatratzen und verschiedene andere Möbel Näheres und Besichtigung 4746D Henselstr. 8 I. Todesanzeige. Nach einem langen, mit großer Geduld getragenem Kriegsleiden verstarb am 16. Oktober zu Creuzburg (Werra) im eben vollendeten 43. Lebensjahre Landwirtschaftsrat a.D. Karl Stein Leutnant der Reserve, Inhaber des E. K. II., der hessischen Tapferkeitsmedaille, des Kriegsverdienstkreuzes II. KL und des Verwundetenabzeichens. Hilfskraft zum alsbaldigen Eintritt gesucht Kaufmännische Kenntnisse erwünscht, aber nicht Bedingung. Kasse der Ludwigs»Universität Bismarckstrabe 22. 4742 D Stadttheater M.250 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag. 22. Oktober 1940 4711 CREME 39)8 schützt 4. | pflegt (Nachdruck verboten.) 7. Fortsetzung. den sind Dera still. (Fortsetzung folgt) 6in Wort an die Hausfrau! Es ist vielfach üblich, daß die frisch gewaschene Wäsche zum Bleichen aus dem Rasen ausgebreitet wird. Es hat sich nun herausgestellt, daß die durch das Ausbreiten der Wäsche entstehenden weißen Flächen in Hellen Nächten weithin sichtbar sind und den FeindMegern das Erkennen bewohnter Gegen- Pflicht gemacht, die zum Bleichen ausgelegte Wäsche den erleichtern. Es wird daher jeder Hausfrau zur bei beginnender Dunkelheit fortzuräumen. Wer die Wäsche ausgebreitet über Nacht im Freien liegen läßt, gefährdet durch Liese Nachlässigkeit sich und seine Nachbarn. AG.-Frauenschast / Irauenwerl ♦ Gießen, 22. Oft. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM^ Matte 30 Rpf., Käse, datz Stück 6 bis 10, Kartoffeln. kg 4, 5 kg 40, Wirsing, % kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 6 bis 7, rote Rüben 6, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15 Unterkohlrabi 5, Rosenkohl 15 bis 18/ Tomaten 16, Zwiebeln 12, Meerrettich 30, Schwarzwurzeln 15, Rhabarber 10, Kürbis 7, Feldsalat (1/io) 10, Aepfel, % kg 15 bis 30, Birnen 15 bis 25, dene aktuelle Fragen geklärt waren, in das Treu« gelöbnis zu Führer und Reich aus. Frl. Rosen« schon hatte es in umsichtig^ Vorarbeit ermöglicht, daß die Kasserverwalterinnen als Abschluß der Ta« gung einer Vorstellung im Gießener Stadttheater beiwohnen konnten. Wohlgemut verließen diese tn den späten Nachmittagsstunden Gießen, um nun frisch ausgerüstet an die kommende Winterarbeit zu gehen. Fahrzeugverkehr nach Auslösung des Fliegeralarms verboten. In letzter Zeit ist vielfach beobachtet worden, daß nach Auslösung des Fliegeralarms Kraftdroschken und private Kraftwagen die Straßen durchfahren, deren Insassen sich in Gaststätten usw. aufgehalten haben und nunmehr auf schnellstem Wege nach Hause streben. Ein derartiges Verhalten ist nach den bestehenden Vorschriften verboten und strafbar. Im Interesse des allgemeinen Luftschutzes ist die Polizei angewiesen worden, verbotenen Fahrzeug« verkehr bei Fliegeralarm zu unterbinden und drg Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen. Ordentliche Mitgliederversammlung der GießenerUuder-Gesellschast 1877. Am Samstag hielt die Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 ihre ordentliche Mitgliederversammlung ab. Vereinsführer Scharmann erstattete den Bericht über das Geschäftsjahr 1939/40. Daraus war u. o. zu entnehmen, daß in der Jahreshauptversammlung am 11. November 1939 keine Veränderungen im Führerrat vorgenommen worden waren;, der alte Führerrat aus der Friedenszeit blieb be-' stehen. Durch Einberufungen zur Wehrmacht muß« „Sie haben eine schlimme Meinung von Frauen!" „Noch schlimmer!" „Ich möchte ober zu gern wissen, «er Sie und wie Sie heißen." „Muß das sein?" „Ja, wie sollte lch Sie sonst anreden? ^,Arne —" Gehorsam wie ein kleines Mädchen, kroch unter die Decke. Sie sah, wie ihr Gastgeber nut schönen kräftigen Bewegungen die Stühle zurückrückte und das Licht löschte. Nur der Flammen- schein zuckte rot über die Wand. Ein Zittern überlief Deras Körper. Dieser Abend in der primitiven kleinen Holzhütte erschien ihr bei weitem reizvoller als die zahllosen Abende, an denen sie im Brennpunkt der männlichen Bewunderung gestanden hotte. Sie drückte ihren Kopf in die Kissen. Ein fremder Duft war darin gefangen. Der Duft von seinen Haaren. Es roch ein wenig nach Wald, Erde und bitteren Beeren. 3OOOKilometer Liebe Roman von Olly Boeheim Aus der Stadt Gießen. Verstand und Gemüt. Durch das jahrhundertelange Zusammenleben der Menschen mit den Tieren sind diese mit in ihre Gemeinschaft ausgenommen worden. Sie erhielten sinn- zemäße Namen, die ihrem Verhältnis zum Menschen entsprechen, mit einem Wort, sie wurden zu Haus- rieren. Bei der Beurteilung der Haustiere spricht nicht nur der Verstand mit, sondern auch das deutsche Jemüt. Der Verstand ergründet das Tatsächliche, 3ber Schönheit und Glück, auch Leid, können wir nur gefühlsmäßig erfassen. Wir wissen alle, daß .ins die Natur und ihre Geschöpfe zur Freude, zur Ehrfurcht, aber auch zum Mitleid und zur Liebe DeutschlandsRechtundAnfgabeinAstika Erster Vortragsabend im Gießener VortragSring. Mführen. Diese Gedanken kamen uns, als wir vor einigen | Hagen folgende kleine Geschichte erlebten. In der jetzigen Zeit ist die Kaninchenzucht wieder I zur Blüte gekommen. Auf dem Lande sogen wir zu j Siefen nützlichen Tieren Stallhasen, und fast in ■ liebem Hof sehen wir die Kasten, mit den Draht- »rürdjen stehen, hinter denen Stallhasen in allen * Jrößen und Farben sitzen. Auch unser Freund Otto hatte seinem kleinen 1 Ernst einen Stallhasen geschenkt. Er hatte nicht viel Platz, da er zur Miete wohnt. Der Kasten mit dem \ Kaninchen, das die Familie „Peter" nannte, wurde ' deshalb auf den Balkon gestellt. Das Tierchen entwickelte sich prächtig. Alle zarten Blätter aus dem । Sorten trug der kleine Ernst zusammen, um seinen ,Peter" zu füttern. Bald durfte „Peter" sich ganz I fjrei bewegen, und so kam es, daß er im ganzen Haus herulief. Er war ein zahmes Tier geworden, ! er kam herbei, wenn wir ihn lockten. Aber alles ist vergänglich auf dieser Erde. Eines Tages, als Peter fett genug war, wurde er ge- j Wachtet, und am letzten Sonntag stand ein schöner traten auf dem Tisch des Hauses. Erwartungsvoll Letzten sich Vater, Mutter und Sohn an den Tisch. ' eben hatte die Mutter das Messer ergriffen, da [iaqte der kleine Ernst aus vollstem Herzen: „Ach, I unser armer Peter!" Dabei liefen ihm die Tränen i über die dicken Backen. Und Freund Otto? Auch ihm tarnen die Tränen und seiner Frau auch. Da saßen I |le nun vor dem schönen Braten und heulten um I ihren lieben Peter! Zuletzt aßen sie Kartoffeln und ’ Gemüse. Keiner rührte den schönen Braten an. Aber er kam nicht um Freund Otto schenkte ihn Keinem treuen Nachbarn, der eine zahlreiche Kinder- i sschar sein eigen nennt. Das gab dort eine große 1 Freude. \ Hat hier nun der Verstand gesprochen oder das Gemüt? Das alte, weiche, deutsche Gemüt? h. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stodttheater: 19 bis 22 Uhr „Die Macht des »Schicksals". — Gloria-Palast, Seltersweg: ,Derklun- .gene Melodie". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Michelangelo". " Stadtthealer Gießen. „Was soll das nun wieder?" „Weil ich überhaupt keinen Namen haben will. Es liegt ja auch keine Gefahr vor, daß sich ein anderer angesprochen fühlt." „Ich entscheide mich für Arne." „Schade, daß Sie eine Frau sind. Sie wären wirklich ein ganz netter Kerl, abgesehen von Ihren etwas gezierten Bewegungen." Dera war starr: „Erlauben Sie mal." Vermutlich werden Sie mir gleich erzählen, daß Sie Künstlerin sind. Meist entpuppen sich Schiffbrüchige oder verirrte Damen als Filmstars oder sonstige scheinbar sehr interessante Persönlichkeiten. Also bitte, geben Sie sich keine Mühe." „Ich bin Tänzerin." Der Mann hob entsetzt die Arme auf: „Na, also, ba haben mir’s! Die alte Tour! Ich dachte, endlich ein vernünftiges, natürliches Menschenkind zu sin- ben —" „Bis auf die gezierten Bewegungen." „Richtig, und da fangen Sie auch mit dem abgebrauchten Theater an. Kommen Sie, gehen wir zu Bett." „Erlauben Sie mal —* „Wollen Sie vielleicht nach Leksandzurückschwim- men oder fünfzig Kilometer laufen?" „Und wo schlafen Sie?" „Jedenfalls nicht in Ihrer Nahe." „Sie sind sehr liebenswürdig." „Was bleibt mir sonst übrig? Also los!" „Ich heiße Dera." Er füllte die Gläser: „Auf Ihr Wohl, Dera! Zum erstenmal blickte er sie voll an. Dera stieg das Blut zum Herzen. Was waren das für seltsame Augen, kühl und heiß zugleich. Lockend unb doch voll Abwehr. Man müßte ihm bessere Manieren beibringen, dachte sie seufzend. Es wurde sich schon lohnen, diesen Wilden zu erziehen. „Auf Ihr Wohl, Arne!" „Sie können mich auch Jack nennen oder Ian oder Jens." „Grobian", murmelte sie und schlief mit einen! kleinen Lächeln ein. Fünftes Kapitel. „Vergessen Sie nicht, links zu fahren", riet bet freundliche Zollbeamte Peter Renz, während er ihm eine Autokarte von Schweden überreichte. „Ehrensache!" rief Peter Renz und fuhr mit dem hustenden Onkel Franz über das holprige Pflaste« von Trälleborg. Der Himmel war umwölkt. Ein kühler Morgenwind kräuselte das Meer. Im Osten stand eine bleigraue Regenwand und hinderte dis Sonne, die jungen Menschen im fremden Land zu begrüßen. Anita fröstelte. Onkel Franz knallte ein paarmal durch den Auspuff, als gelte es, ein regiet rendes Haupt durch Böllerschüsse zu empfangen. „Ich denke, wir fahren durch bis Malmö. Dort gehen wir ein bißchen spazieren und frühstücken pfundig und schick. Bis dahin hat die Bank ihrs goldenen Tore geöffnet, unb wir füllen unsere Geldkatze für die Wanderschaft auf", schlug Peter vor« Anita nickte. Sie war recht durchgefroren: „Du", sie packte Peter am Arm, so daß der Wagen emd unfreiwillige Kurve schrieb, „was machen wir überhaupt, wenn dieser dickfellige Schuldner, dieser fteti* Ohlsen, nicht bezahlt?" Peter blinzelte sie amüsiert von der Seite an,- Ihre grauen, mandelförmigen Augen waren do« Schreck ganz rund geworden. „Dann mußt du an den Tankstellen tan.zen und ich blase auf dem Kamm dazu und gehe einsammeln." „Nein, bitte, sei mol ernsthaft. „Ja", sagte Peter mit einem tiefen Seufzer, „bann wird wohl demnächst im „Stockl)olmer Tage« blatt" stehen: „Zwei deutsche Autofahrer wurden! neben ihrem schnittigen Sportkabriolett verhungert aufgefunben." Aber Nuschka, sieh doch den Sund. Selbst Onkel Franz blieb stehen, als mußte er den Anblick genießen. Ein bleigrauer Teppich ver« wob sich mit den Wolken, unb silberweiße Möwen tauchten schreiend in die stählerne Flut. Dann riß die Wolkenwand auf, und ein Sonnenstrahl zog einen leuchtenden Goldstrich über bas schlafende Wasser. Die beiden jungen Menschen wurden ganz Am heuttgen Dienstag wird die große Oper „Die 'Macht des Schicksals" von Giuseppe Verdi wieder- Iholt. Die musikalische Leitung des erfolgreichen Wer- kes hat Otto Söllner, die Spielleitung Intendant .bans Walter Klein. Es wirken mit: Anni Assion, Isabella Th. Richter, Ilse Winhold; Gustav Bley, Kurt Bosny, Gustav Brunn, Heinrich Durst, Ottmar Mayr Bernhard Schmitz. Bühnenbild: Karl Löffler. Chöre': Nadine Galla. Tanzleitung: Irmgard Tro- mel. Der große Extrasingchor des Stadttheaters steht unter Leitung von Otto Söllner. 6. Dienstag-Miete. Ortszeit für den 23. Oktober. Sonnenaufgang 8.05 Uhr, Sonnenuntergang 18.13 Uhr. — Monduntergang 14.06 Uhr, Mondaufgang 23.39 Uhr. Gießen-Klein-Linden. Oberleutnant Dr. Erößmann, Ortsgruppenleiter der NSDAP., wurde zum Hauptmann befördert. Er sieht seit Kviegsdeginn unter den Wa.fen und weilt im Westen. — Oderzahlmelster Rudoft Germer von hier wurde mit dem Krlegsoerdlenst- kreuz 2. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. ten in der Vereinsführung zwangsläufige Veränderungen vorgenommen werden, die aber die zu leistende Arbeit nicht beeinttächtigten. Der Vereinsführer und andere Ruderkameraden teilten sich in die Mehrarbeit. In der Mitgliederbewegung sind keine wesentlichen Veränderungen eingetreten. Zwei langjährige Mitglieder schieden durch Tod aus, drei Ruderka« meraben starben ben Heldentod für Führer, Volk und Vaterland, denen ein ehrendes Gedenken sicher ist. Die sportliche Tätigkeit konnte im vergangenen Geschäftsjahr nicht besonders entwickelt werden. Der Ruderbetrieb blieb auf die Jugend* begrenzt, dis fleißig trainiert und am 15. September auf einen Jugendregatta in Gießen ihr Können unter Beweis stellte. In der Kanuabteilung lagen die Der^ hältnijfe ähnlich; auch hier fehlten die geübten! Paddler. Ruderkamerad Becker verlas den Kassenbericht unb den Voranschlag für das neue Geschäftsjahr Zu Kassenprüfern wurden zwei bewährte Mitglieder bestimmt. Auch im neuen Geschäftsjahr wird Dereinsführe« Schar mann zusammen mit seinen seitherigen Mitarbeitern die Geschicke der Gießener Ruder-Gesellschaft leiten. (Siebener Dochenmarktpreise. Der Gießener Vortragsring — bestehend aus c dem Goethe - Bund, der Kulturellen Vereinigung früher Kaufmännischer Verein, der Volksbildungsstätte Gießen und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde — konnte seine Veranstaltungen dieses 1 Winterhalbjahres am gestrigen Montag abend in der bis auf den letzten Platz besetzten Großen Aula i der Universität mit einem vollen Erfolg eröffnen, i Dieses Ergebnis des Abends wird sowohl durch den außergewöhnlich starken Besuch, als auch durch die ! Person des Vortragenden und den geistigen Gewinn des Abends gekennzeichnet. Kreisleiter Backhaus als Hoheitsträger der Partei im Kreise Wetterau leitete den Abend mit Gruß- und Dankworten an den Vortragsring und an die um den Zusammenschluß der verschiedenen Vereine in dieser Gemein- schäft verdienten Männer ein. Er betonte dabei, daß sich nunmehr Überschneidungen der Dortrags- veranstaltungen nicht mehr ereignen könnten, da jetzt durch die Zusammenarbeit ein einheitliches Dortragsprogramm aufgestellt werden konnte. Dann lenkte er mit kurzen Worten die Gedanken der Hörer auf die politische Bedeutung des Dortrags- themas dieses Abends hin, das der Erweiterung und 'Vertiefung des Interesses für den schwarzen Erdteil galt und zugleich den Gedanken bekräftigte, daß dem Hundertmillionenvolke des Großdeutschen Reiches auf Grund feiner inneren Kraft und seiner großen Leistungen auch ein entsprechender Anteil mi dem Kolonialbesitz der Welt gebühre. Hierauf sprach der bekannte Kolonialforscher und Reiseschriftsteller Or. Paul Rohrbach, der als langjähriger, ständiger Mitarbeiter des „Gießener Anzeigers" unserem Leserkreise von zahlreichen Aufsätzen und Reiseberichten her bekannt ist, über das Thema „Mit 2Uto, Bahn und Flugzeug durch Afrika von Nord nach Süd". Die Grundlage des Vortrages bildeten die Ergebnisse der Afrika-Reisen Rohrbachs in den Jahren 1938 und 1939, die er in Begleitung seines Sohnes unternommen hatte. _ Es handelte sich nicht um eine reine Schilderung von Reiseerlebnissen, sondern die Hörer wurden an die großen politischen und wirtschaftlichen Probleme herangeführt, die sich in dem Sammelbegriff „Potential" aus der Kraft und Leistungsfähigkeit des afrikanischen Bodens, seiner Bevölkerung, den Gesund- 1 heitsverhältnissen, den wirtschaftlichen Expansionsmöglichkeiten, den Derkehrsbedingungen usw. ergeben. Dabei gab er in großen Umrissen einen ileberblirf über die bisherige Entwicklung, den jüngsten Stand der Dinge und über die Möglichkeiten der t künftigen Erschließung der vielfältigen Reichtümer - des schwarzen Erdteils, wofür er eine Reihe inter« . essanter Beispiele aus den verschiedenen Kolomal- Der Regen klatschte und trommelte gegen die Hütte. Der Fremde hatte Dera em Seehundsfell über die Füße geb.reitet. Sie kostete die Suppe und schlürfte sie voll Behbgen. „ „Anders, als wenn das Frauenszeuq, kocht sagte der Mann und begann, einen BratfyH zu verzehren. Sein starkes, herbes Gesicht mit den blitzenden Zähnen leuchtete. „Wo soll ich denn schlafen?" fragte Dera beklommen. Dieser Wilde flößte ihr ungeheure Sympathie, aber auch ein wenig Angst ein. I - falls war er himmelweit von allen andern J) ; nerti verschieden, die Dera bisher begegnet war Es übersiel sie ein leichtes Frösteln, wenn sie daran dachte, daß sie meilenweit von der nächsten m schlichen Siedlung entfernt waren. Das war der erste Mann, an dem Deras persönlicher Zaudermchl nur abprallte, sondern der sie wie einen s g Eindringling bcbanbclte. ’2lto er ,etzt. Bodtommen dem Genuß feines Brattisches hmg-geb-N, Feuer saß, eristierte sie überhaupt "ickt I Sie wiederholte ihre Frage mit einem Lach-'", das schon vielen Männern den Schlaf gekost,t hatte. Der Fremde sah auf. Seine Augen waren jung groß und non unbestimmter dann umwolkt sich seine Stirn, und er iagte betummert „W tragen Sie mich — ich habe Sie doch nicht einge- hoslichst? Men,^°de'r mir ^rna,< begegnet ist" Zöllen'Sie"mich bÄÄ Hagelwetter vor die Tür setzen?" „ . nMt1 ... e-ifh möchte schon, aber — Er begann zu lacyen^ Wenn e? lachte war fein Gesicht nicht mehr daa ®ne" Mann?- in mittleren Jahren, imbern £ eines mutwilligen Burschen, der sich kindlich uoer €iX®t?XUtmir mal einen Grog" sagte er; „vielleicht hört es bis dahm auf zu regnen. „Sie sind ein unmöglicher Mensch!" Dera mußte ebenfalls lachen. „Für diese Nacht haben Sie mich jedenfalls auf dem Hals." Der Fremde nickte bekümmert, während er die Groggläser füllte. Vera begann dieses Abenteuer Spaß zu machen. Wer mochte der Fremde fern? Er war kein einfacher Fischer; soviel stand fest. Er sprach fließend Deutsch. Seine Hande waren hart, aber nicht ungepflegt. Dera lehnte sich in dem primitiven Holz fessel zurück, schloß die Augen und streifte ihn mit einem ihrer berühmten Sphinxblicke. Der Mann schien es nicht zu bemerken. „Wer sind sie eigentlich?" fragte sie. Aha'" Der Fremde schob das Glas von sich. „Jetzt geht es los! Das Verhör,oder was ebenso schlimm ist, die Konversation." „Ich muß doch schließlich wissen, bei wem ich zu Gast bin", hielt Dera an ihrem Thema fest „Na, wenn Sie es unbedingt wissen müssen, bei einem Weiberfeind." Dera lachte. „Da habe ich ja Glück gehabt." „Und ich Pech?" „Sind Sie gar nicht neugierig, zu wissen, wer ich bin?" .. „Um Gottes willen, nein! Wenn man nicht fragt, wird man nicht angeschwindelt." gebieten anführte, z. B. aus den Bereichen der Eng- ; länöer, Franzosen, Belgier und Portugiesen. In die- en Zusammenhang stellte er die frühere kolonisatorische Tätigkeit des deutschen Dolkes und die Großtaten der deutschen medizinischen Forschung und Wissenschaft hinein, wie sie namentlich in der segensreichen und von den älteren Eingeborenen heute noch mit großer Dankbarkeit empfundenen deutschen Derwaltungsardeit sowie in dem erfolgreichen Kampf deutscher Wissenschaftler gegen die Schlafkrankheit, die Malaria usw. gekennzeichnet sind. Aus diesen Gegenüberstellungen der kolonisatori- chen Arbeit anderer Völker und der deutschen Kolonialarbeit, sowie aus den Betrachtungen der wirtschaftlichen Kraftquellen des Landes und der großen Aufgaben für die Fortentwicklung Afrikas und dessen Nutzbarmachung vor allem auch für die weitere Aufwärtsentwicklung unseres deutschen Volkes ergab sich die überzeugende Erkenntnis, daß dieser Erdteil die natürliche Ergänzung für die Wirtschaft Europas und vor allem für die Wirtschaft Großdeutschlands ist. Aber auch im Interesse Afrikas selbst ist es gelegen, daß dort deutsche Arbeit, deutsche Wissenschaft, deutsche Gründlichkeit, deutsche Gesundheitsführung und soziale Gesinnung wieder zur Geltung kommen, um ihren Anteil zum Wohle des Landes und der Eingeborenen leisten zu können. Um nur einige dieser Aufgaben zu kennzeichnen, erwähnte der Vorttagende u. a. den Kampf gegen die Tsetse-Fliege, der im engen Zusammenhang steht mit dem Kampf gegen Bevölkerungstod und Säuglingssterblichkeit unter Befreiung der Frau aus der jetzigen Arbeitssklaverei durch den dann möglich werdenden Uebergang vom Hackbau zum Pflug, weiter den Kampf gegen die Malaria und vor allem auch gegen den Aberglauben, ferner die großen Aufgaben der Wirtschafts- und Verkehrspolitik. ~ , In der Gesamtheit betrachtet gab Dr. Rohrbach seinen Hörern mit diesem Rückblick zugleich eine Vorausschau auf große koloniale Verpflichtungen, die zu übernehmen Großdeutschland nicht nur bereit sondern aus Gründen des Rechts, der Moral, feiner Weltgeltung, feiner Volksgröße und gestützt auf feine früheren großen kolonisatorischen Leistungen auch berechtigt ist. In voller llebereinftimmung mit feinen Hörern vertrat er daher die Forderung, daß unserem Volke nicht nur der alte Kolonialbesitz in vollem Umfange zurückerstattet, sondern ihm darüber hinaus auch ein der deutschen Größe entsprechender Anteil an der Erschließung des Landes in . kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht zugebilligt = werden muß, i Die Vorführung einer großen Reihe von Licht- ; bildern von der Reise Rohrbachs 1938/39 bildete den - Abschluß und zugleich eine wertvolle Bereicherung • des Vortragsabends, dessen großen geistigen Ge- - winn die Hörer dem Vortragenden mit starkem Bei- - fall dankten. M Mil M Wlsltwt Achtung! An die Mitglieder der Deutsche« Arbeitsfront! Mit dem 31. Oktober 1940 verlieren die jetzigen DAF.-Beitragsmarken ihre Gültigkeit und werden einqezoqen. Ab 1. November werden neue DAF.- Beitragsmarken eingeführt, fo daß evt. vorhandene Rückstände in der Höhe des jeweiligen Bruttoeinkommens bis zum 31. Oktober nut den alten Marken nachqeklebt werden müssen. Die neuen Marken dürfen für aufgelaufene Rückstände nicht verwendet werden. 42940 Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die bei den Baubetrieben üblichen Wochenmarken und die Wehrmachtsmarken zu 0,60 RM. mit dem Ueberdruck 1940 ihre Gültigkeit behalten und im Umlauf bleiben. Die Deutsche Arbeitsfront. Verwaltungsstelle 24. Welterau. Am Sonntag fand in Gießen im Saale des U.-C. eine Tagung sämtlicher Kassenverwalterinnen der NS.-Frauenschaft für den Kreis Wetterau statt. Die Tagung wurde von der Kreiskassenoerwalterin Pgn. Rosenschon (Gießen) eröffnet. Der Vormittag brachte eine weltanschauliche und kassentechnische Schulung des Gaukaffenverwalters Pg. Ohm _ —rr:, ~ --- - , f , _ ,. (Frankfurt a. M.) und klang, nachdem noch verfchie- • Blumenkohl, das Stuck 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Bücheriisch. — Carl Kirchhoff: VonHöllezuHölle. Erlebnis einer französischen Krieasgefangenschaft. Geb. 4,40 RM C. öertelsmaxn, Verlag, Güters- loh. — (137) — „Bist du Boche noch nicht ver- reckt?" DaMist her tägliche Morgengruß des Lagerkapitäns ,Lustik" für deutsche Soldaten, die dos Unglück hatten, in französische Gefangenschaft zu geraten und nun zum hundertsten Male schlimmer als die Hunde getreten und geprügelt werden. War hier Kirchhoff als PG. 29, als Zuchthäusler und Minenarbeiter erzählt, ist wohl das Grauenhafteste, was sich im Weltkriege die Grande Nation an sadistischer Rachsucht gegenüber einem wehrlosen Deutschen geleistet hat. Und das ist das Erhebende dieses Erlebnisberichtes von sieben Fluchtversuchen durch Stollen, Fluhkanäle und Stacheloraht, auf französischen Waggons und englischen Lastautos: wenn auch die Engländer noch nach hundert Kilometer Flucht den Ausreißer aus dem Niemandsland in den Kampfgraben zurückzerren, — ein zäher unbändiger Wille triumphiert über den ausgemergelten Körper, bis die letzte Flucht die end- gültige Freiheit bringt. — Das deutsche Heer, herausgegeben von Dberftieutnant Walter Jo st. Sie deutsche Kriegsmarine, herausgegeben von Konteradmiral a. D. R. Gadow. Diedeutsche Luftwaffe, herausaegeben von Major Dr. Kürbs. Verlag Ferdinand Hirt, Breslau. Jeder Band geh. 0,80 RM., gebd. 1,20 RM. - (76) - Diese drei Wehrmachtsbände, die mit zahlreichen Bildern aus. gestattet sind, enthalten Aufsätze von bekannten Offizieren des Heeres, der Marine und der Luftwaffe, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabl 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 5 bis 20, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Rpf. * -** Beran st altungsring der Hitler- Jugend. Die noch nicht abgeholten Karten für die 1. Vorstellung am Mittwoch, 23. Oktober, sind am Mittwoch, 23. Oktober, 14 Uhr, auf der Verwaltungsstelle abzuholen. Ferner werden zur gleichen Zeit noch Karten an Nichtmitglieder abgegeben. In der laufenden Woche können Morgenfeiergutscheine für die Morgenfeier am 27. Oktober eingetauscht werden. GauarbeMagung des W. Die Gauabteilung Hessen-Nassau der Reichsar- bettsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heil- Pflanzenbeschaffung (RsH.) führte in Bad Soden a. Ts. unter Leitung des Gausachbearbeiters Apo- theker Ripperger (Frankfurt a.M.-Höchst) ihre diesjährige Gautagung durch. Neben den Kreisfach- bearbeitern sämtlicher Kreise des Gaues waren auch Partei- und Behördendienststellen vertreten, u. a. die hessische Landesregierung, die Regierung in Wiesbaden, die Gauamtsleitung des Amtes für Volksgesundheit, die NS-Frauenschast, der Gaujägermeister, die obere hessische Naturschutzbehörde usw. In einem grundlegenden Referat, das durch zahlreiche Lichtbilder erläutert wurde, überzeugte Gausachbearbeiter Ripperger von der volksgesund- heillichen und wehrwirtschaftlichen Bedeutung der Heilkräutersammlung. Studienrat Dr. Schumann (Bensheim), der Gaureferent des NS.-Lehrerbun- des, sprach über die Schulenarbeit und gab aus seiner reichen Erfahrung wertvolle Anregungen, insbesondere auch für das Sammeln während der Ferien. Die von den Kreissachbearbeitern erstatteten Kurzberichte gaben dem Gausachbearbeiter die Mög- lichkeit, eine letzte Zwischenbilanz vor Abschluß der diesjährigen Sammeltätigkeit zu geben. Sie darf mit Rücksicht darauf, daß die Arbett des Sommers manche Störungen erfuhr, als sehr günsttg bezeichnet werden. Der Bericht des Kreises Wetterau konnte mitteilen, daß die Sammlung in unserer engeren Heimat wieder ein ausgezeichnetes Ergebnis gehabt hat. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldun- gen der Sammelstellen darf man als Schlußergebnis des Kreises Wetterau das Vierfache des Vorjahres erwarten. Der Gausachbearbeiter forderte auf, die Sammeltätigkeit auch in den nächsten Wochen noch fortzu- führen. Dor allem sollen noch Drombeerblätter eingebracht werden, die für den deutschen Haustee Verwendung finden und noch bis zu Beginn der Winterszeit gesammelt werden können. Äuch die letzten Hagebutten sollen noch restlos geerntet werden. Für diese Wildfrucht, die als geschätzte Trägerin des Vitamins C bekannt ist, gibt es mannigfache Verwertung. In Frankfurt a. M.-Höchst wurde die Gausam- melstelle der RfH. besichtigt und ein Einblick in ihre fleißige Arbett vermittelt. Ein Erlebnis besonderer Art war allen Teilnehmern der lehrreichen Tagung die Besichtigung der pharmazeutischen Expedition und des pyärmakologischen Laboratoriums der IG. Farben. Aus -er engeren Heimat. Gemeinderat in Schotten. Q] Schotten, 19. Ott. In seiner jüngsten Sitzung genehmigte der G e m e i n d e r a t das Gesuch um Wirtschaftskonzession des Heinrich Süssel (Uebergang von Vater auf Sohn) und des Wilhelm Bender, der seicher die Clubhäuser auf dem Hohe- rodskopf bewirtschaftete und jetzt wieder sein Anwesen „Haus Hubertus" übernimmt Die Bürgersteuer für 1941 soll in der gleichen Höhe wie seither mit 500 v. H. des Steuermetzbetrages erhoben werden. Verschiedene Bauvorhaben (Bürgersteig in der Friedhoffttaße, Pflasterung, Plan des Anbaues am städtischen Krankenhaus) wurden besprochen. Dem Ankauf verschiedener Grundstücke durch die Stadt wurde zugesttmmt. Kalter Markt in Homberg. Dreschmaschine hat jetzt in unserem Städtchen viel Arbett zu verrichten, da der Ausdrusch der Frucht überall im vollen Gänge ist. — Der hiesige N S V.- Kindergarten, in dem eine Kindergärtnerin vom weiblichen Arbeitsdiensllager die Kleinen be- treui, hat sich für die Frauen unserer Bauern und Landwirte als eine sehr segensreiche Einrichtung erwiesen, die man nicht mehr missen möchte. Etwa 20 bis 30 Kinder verbringen unter der sorgsamen Obhut ihrer Betreuerin Die Tage bei fröhlicher Beschäftigung. Furchtbare Bluttat in Mainz-Weisenau. LPD. Mainz, 21. Oft In der Nacht zum Sonntag ermordete der 38 Jahre alte Friedrich Giebel, der mit seiner Familie ein Siedlungshaus an der Hechtsheimer Höhe (Großbergsiedlung) bewohnte, seine sechs Kinder tat Mer von 2 bis 14 Jahren und seine Ehesrau Danach beging der Tater Selbftmord. Em 7. Kind entging Dem grausigen Schicksal, da es bei der Großmutter in Hechtsheim zu Besuch weilte. Die Bluttat war erst am Sonntagmittag bemerkt worden, als den Nachbarn die Ruhe in der Wohnung auffiäl. Die Polizei stellte dann den Mord und Selbstmord fest. Ein hinterlassener Brief war nur schwer zu entziffern. Alle Anzeichen deuten darauf yin, daß Giebel den Mord in geistiger Verwirrung begangen hat. Die polizeiliche Untersuchung ist noch im Gange. An Feldpostsendunaen vergriffen. 5 Jahre Zuchthaus für raffinierten Verbrecher. Lpd. Frankfurt a. M, 21. Ott. Der bei der Poftsammelstelle in Frankfurt a. M. tätige 48jäh- r'ige Postinspektor Jakob Baumann, der zu den Aufsichtsbeamten gehörte, fiel dadurch auf, daß man ihn öfters in verdächtiger Weise Briefe abfühlen sah. Dieserhalb einmal zur Rede gestellt, leugnete er, irgend etwas Unrechtes getan zu haben. Als man ihn aber durchsuchte, fanden sich in seiner Unterhose elf Briefe. Der Inhalt der Briefe ließ erfennen, daß sich in vier Schreiben Geldbeträge befunden hatten. Es waren zusammen 45 RM. Baumann gab jetzt zu, daß er die Briefe unberechtigterweise an sich genommen hatte und gestand, daß auch ein Zwanzigmarkschein in seiner Brieftasche aus einer Verfehlung stammte. Er wollte insgesamt etwa 30 bis 40 Briefe unterschlagen haben. Er verneinte, in seiner Wohnung noch Material zu besitzen, das aus unredlichen Handlungen stamme. Als man dort nachsah, fanden sich in einem Kleiderschrank 320 RM., und nun gestand Baumann, daß etwa die Hälfte des Geldes aus Verfehlungen herrührte. Baumann war in Darmstadt beim Postamt tätig und auch dort ansässig. Bei Kriegsausbruch wurde er zur Sammelstelle nach Frankfurt beordert und kam zunächst in die Derteilungsstelle. Als er Klage darüber führte, daß er nicht dort, sondern in die Aufsicht gehöre, wurde er auch dahin versetzt. Neben seinem Gehalt bezog er einen Tageszuschuß von 1,50 RM. und bekam die Fahrkosten vergütet. Bauman vergriff sich ausschließlich an Fehlsendungen, d. h. an Briefen aus dem Felde in die Heimat, die nicht über die Sammelstelle zu laufen hatten. Wurde ein solcher Brief reklamiert, so dachte niemand, daß er der Sammelstelle zugeleitet sein konnte, wohin er nichk gehörte. Baumann, der durch seine Handlungsweise eine Kette von Amtsverbrechen begangen und sich als Volksschädling erwiesen hatte, wurde jetzt vom Sondergericht Frankfurt abgeurteilt. Das Gericht erkannte auf 5 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Die Verfehlungen beginn er, um für Alkoholexzesse Gelder zur Verfügung zu haben. —.— Homberg, 20. Dtt Der hiesige Kalte Markt hatte, da er mit dem Grünberger Gallus- mar kt zusammenfiel, leider nur verhältnismäßig geringen Besttch zu verzeichnen. Auf dem Krämermarkt waren nur wenige Stände aufgeschlagen. Der Schweinemarkt war mit 216 Ferkeln beschickt. Für 6 bis 8 Wochen alte Tiere wurden 14 bis 18 RM., für 8 bis 10 Wochen alte 16 bis 20 RM., für 10 bis 12 Wochen alte 18 bis 25 RM. bezahlt. Nach schleppendem Geschäft verblieb Ueberstand. Landkreis Gießen. *< Heuchelheim, 20. Oft Dem Postschaffner Otto Rinn wurde dieser Tage das silberne Treudien st- Ehrenzeichen für 25jährigen Dienst bei der Deutschen Reichspost■ verliehen. — Die Karto ff elernte, die hier bereits abgeschlossen ist, brad)te in diesem Jahr einen Rekord- ertrag. Viele Landwirte unseres Ortes haben sich in den letzten Jahren ein Silo zum Eindämpfen der Kartoffeln^ für die Schweinefütterung bauen lassen. Diese fortschrittliche Einrichtung schließt jeden Verlust von Kartoffeln durch Fäulnis usw. aus, erspart viel Heizmaterial, und der Landwirt hat zu jeder Zeit einwandfreies Kartoffelfutter für die Schweine zur Hand. So sieht man jetzt viele Einwohner damit beschäftigt, ihren Silo wieder neu zu füllen und die Kartoffetvorräte einzudämpfen. Auch die Dickwurz-Ernte ist dieses Jahr sehr gut und wird jetzt eingebracht, um die Sieder für die Aussaat des Wintergetteides freizumachen. * Lollar, 21. Dtt. Am Sonntag wurde wieder ein Wettkampf schieß en mit Kleinkaliber auf 50 Meter Entfernung, 10 Schuß liegend frei'- händig zwischen 2 Gruppen von je 4 Mann von Kri e aer kamerad sch af ten Saubringen und Lollar ausgetragen, wobei die Kameradschaft Lollar: Adolf Göttlich, Willi Borschel, Ludwig Klinkel und Heinrich Diehl Siegerin wurde mit 386 Ringen. Bester Schütze war Adolf Göttlich mit 112 Ringen. Die Kameradschaft Saubringen: Ludwig Mohr, Friedrich Bierau, Ludwig Reinhard und Heinrich Bierau erreichte 376 Ringe. Ehren- scheiben wurden geschossen von den Kameraden Albert Müller, Lollar; Ludwig Reinhard, Saubringen; Theodor Beckel, Lollar; Heinrich Bierau, Saubringen und Friedrich Bierau Saubringen. # Mainzlar, 21. Dtt. Hier wurde wieder ein Schwarm Schxeegänse beobachtet, der in südöstlicher Richtung in bekannter Keilform unseren Ort überflog. Kreis BSbingen. f Schotten, 20. Oft. Die Sarmftäbter Volksbühne gab in der gut besetzten Turnhalle ein Gastspiel mit dem Lustspiel „Meine Tochter, Seine Tochter", das großen Beifall fand. — Die Bezirkssparkasse Schotten veröffentlicht ihre Bilanz und die Gewinn- und Derlusttechnung aus dem letzten Jahr, die eine sehr erfreuliche Aufwärtsbewegung der Kasse zeigen. Sie Spareinlagen nebst Kontokorrenteinlagen sind auf fast 3 Millio- nen gestiegen, die Rücklagen sind auf etwa 100 000 RM. angewachsen. — Forstassessor Ritter am hiesigen Forstamt wurde zum Forstmeister ernannt — Sie Schottener Jugend, HI., BSM., haben in der Turnhalle einen Filmabend abgehalten, bei dem der eindrucksvolle Großfilm „Ser Weg zum Führer" gezeigt wurde. — Sie Bienenzüchter von Schotten und Umgegend, die 70 Imker mit über 650 Völkern zählen, hielten ihre Herbsttagung hier ab, bei der wichtige Fragen des Bienenstandes besprochen wurden. A Ulrichstein, 20. Dtt. Im hiesigen Arbeitsdienstlager sind die neuen Maiden angekommen, die nunmehr die Mitarbeit in den bäuerlichen Haushaltungen aufnehmen. Sie Frauen unserer Bauern und - Landwirte begrüßen die Helferinnen mit großer Freude. — Beim Transport der Dreschmaschine auf der steilen Ludwigstraße versagte die Bremse der Strohpresse, so daß sich das schwere Fahrzeug in schneller Fahrt bergab bewegte. Sem geistesgegenwärtigen Handeln des Heizers gelang es, die Strohpresse trotz der sehr schnellen Fahrt in einen Hofeingang zu lenken, wo sie ein großes Stück Gartenmauer umriß, zum Glück aber weiterer Schaden verhütet wurde. Sie Pflichttreue am Arbeitsplatz. Sie Verordnung über die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels für Hausgehilfinnen vom September 1939 ist durchaus nicht aufgehoben, wie man vielfach anzunehmen scheint, sondern sie besteht nach wie vor. Um irrigen Annahmen vorzubeugen, sei hier noch einmal kurz darauf hinge wiesen. Kündigt eine Hausgehilfin ihr Arbeitsverhältnis und die Hausfrau ist mit dieser Kündigung einverstanden, so ist das eine Angelegenheit, Die nur die beiden Vertragspartner etwas angeht. Lehnt die Hausfrau jedoch eine Kündigung ab, fei es, daß ihrer Meinung nach keine triftigen Gründe vorliegen, sei es, daß sie aus Gesundheitsrücksichten oder größerer Kinderzcchl auf ihre Haushaltshilfe nicht verzichten kann, so entscheidet in diesem Falle das Arbeitsamt. Zu diesem Zweck ist von beiden Vertragspartnern vom Arbeitsamt ein Antrag anzufordern, der von beiden ausgefüllt werden muß und Gründe und Gegengründe enthält. Sie Entscheidung liegt nun, wie schon vorher erwähnt, beim Arbeitsamt und sein Urteil ist maßgeblich. Verläßt eine Hausgehilfin trotzdem ihren Arbeitsplatz, so ist sie vertrags- brüchig. Arbeitsoertragsbrud) kann bei Strafantrag mit Geld, aber auch mit Freiheitsstrafe belegt werden. Trotz großer Bemühungen der Fachgruppe Hausgehilfen in der SAF. wird immer noch leichtsinniger- weise von feiten der Hausgehilfin oft nicht der Entscheid des Arbeitsamtes abgewartet und der Arbeitsplatz vorzettig verlaßen. Sie Strafe trifft empfindlich und die Reue ist zu spat! Wenn man überlegt, daß Die Verordnung über die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels eine Kriegsmaßnahme ist, so wird einem klar, daß der Gesetzgeber einen Wechsel während Des Krieges vermeiden wollte. Hausgehilfin sowie Pflichtjahr- mäfoel sollen erkennen, daß auch sie auf einem Platz stehen, Der wichtig ist zur Erhaltung des Friedens der Heimatfront. Pflichterfüllung und Treue sind immer oberstes Gesetz gewesen im Frieden und noch viel mehr ttn Krieg, wo es auf jeden ankommt. So wie Die roerftätitige Frau tm Betrieb treu auf ihrem Platz steht, so muß auch Die Hausgehilfin und das Pflichtjahrmädel Sifziplin üben und in allen Lebenslagen eine tteue Helferin ihrer Hausfrau fein. Nur in wirklich dringlichen Fällen soll sie ihren Arbeitsplatz verlassen, der sie neben die Hausfrau unD Mutter gestellt hat, Deren Man» auch für sie, sei es draußen an der Front oder in der Heimat fein Leben einsetzt. Nur, wenn auch auf dem kleinsten Platz die Hausgehilfin oder Das Pflichtjahrmädel vereint mit der Hausfrau, neben Der werktätigen Frau im vollen Bewußtsein der Wichtigkeit ihrer Aufgabe ihre Pflicht tun, marschieren sie im Gleichschritt der Front zum Sieg! A. K. SJ.-fport Um die Kriegsen'nnerungsplakette. Sleln-Llnden — Hungen 0:2 (0:1). Die letzte gefährliche Klippe hat der Tuspo. Hun- gen glücklich umschifft. Ser Sieg ist Den Gästen nicht leicht gefallen, denn die Platzherren zeigten, daß sie trotz Ersatz immer noch einen starken Gegner abgeben. Sie Gäste waren sich Der Schwere Des Spieles bewußt und legten gleich vom Anpfiff los und bedrängten das Tor des Gegners. Nach einer Viertelstunde winkte der erste Erfolg. Nunmehr gingen Die Gastgeber stark aus sich heraus und wollten den Gleichstand erzwingen, jedoch die Hintermannschaft war auf der Höhe, auch ließ Die Stürmerreihe viele Wünsche offen. Noch Der Pause war es wieder Der Gastgeber, der Das Spielgeschehen diktierte, aber ohne Erfolg. Sann kamen die Gäste stark auf, und durch unhaltbaren Schuß konnten sie den Sieg sicherstellen. In den letzten Minuten Drängten Die Platzherren stark, ohne jedoch die starke Hinter- Mannschaft des Gegners bezwingen zu können. Nun darf man mit Recht auf Das Spiel des Tabellenführers am nächsten Sonntag in Hungen gespannt fein. Tadel!ensland nach Dem 20.10.: Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Steinbach 7 6 0 1 12:2 Hungen 7 5 0 2 10:4 Heuchelheim 7 4 0 3 8:6 Klein-Linden 8 3 0 5 6:10 Grüningen 7 0 0 7 0:14 * ttlein Linden Igd. — Hungen Igd. 3:3 (3:2). Diese Mannschaften traten hier zu einem Freundschaftsspiel an. Sas Spiel war von Anfang bis zu Ende ausgeglichen und wurde hart durchgeführt. Schon beim dritten Ansturm konnten Die Gäste durch ihren Mittefftürmer zum ersten Erfolg kam- men. Kurze Zeit später glich Klein-Linden durch seinen Halblinken aus. Im weiteren Verlauf der ersten SpielhAste ging Hungen noch einmal in Füb, rung, mußte aber Dann hinnehmen, daß Die Gastgeber zweimal hintereinander zu Erfolgen kommen konnten. In der zweiten Halbzeit ließ die Spielstärke beider Mannschaften stark nach, doch gelang es der Lugend von Hungen, kurz vor Schluß den Ausgleich zu erzwingen. Abpaddelu des Wiesecker Kanu-Clubs. Am Sonntag führte der Wiesecker Kanu-Club sein diesjähriges Abpaddeln durch. Sie Mitglieder fanden sich an der Badenburg ein. Nach kurzer Begrüßung wurden die Boote fahrbereit gemacht, und bald darauf startete man zur letzten Mhrt. Lahn- aufmärts ging es bis zur Lumdamündung. Hier wurde eine Pause eingelegt, in Der man sich durch sportliche Hebungen betätigte. Um 17 Uhr ging Die Fahrt wieder stromabwärts zur Badenburg. Zum Abschluß dieser schönen Fahrt konnte man einige Kameraden durch Das Badenburger Wehr fahren sehen. Zum Schluß Des Ab paddelns besprach man, daß für Den kommenden Winter eine Schi - Abtet- I u n g geplant fei, Die besonders bei Den jugendlichen Mitgliedern großen Anklang gefunden hat. Man hofft, daß auch Die Schi-Abteilung im kommenden Winter ein Erfolg für Den Wiesecker Kanu- Club sein wird. Tennis-Länderkampf Deutschland-Japan. Japan gewann 3:1. Nach einem Ruhetage am Samstag würbe am Sonntag Der Tennis-LänDerkampf zwischen Seutsch- land und Japan in Tokio beendet. Mit 3:1 blieben die Japaner. siegreich. Sas letzte Einzel zwischen unserem Meister Heinrich Henkel und Dem jungen Haruo Kodera mußte beim Gleichstand 2:2 und 5:5 Spielen im fünften Satz wegen Dunkelheit abgebrochen werden. — Eine Fortsetzung, Die an Dem Endsieg Der Japaner nichts mehr ändern könnte, ist nicht geplant; vielmehr werden Henkel und Gies nach Osaka Weiterreisen und dort zu einem neuen Ländertreffen gegen die Japaner antreten. Kurze Sportnotizen. Seutschlands Schutzen kamen am ersten Tage des Länderkampfes gegen Ungarn in Budapest zu schönen Erfolgen. Im KK.-Schießen wurde Ungarn mit 5719:5602 Ringen überlegen geschlagen, und Der Einzelsieg fiel an Siegl (Deutschland). Im Scheibenpistolenschießen behielten die Ungarn mit 2621:2610 Ringen die Oberhand, aber bester Einzel- schütze war auch hier mit F. Krempel ein Deutscher. 'der Erdal • Nochfüllpackung. Eine V» Hülle gegen Stoß und Schlag,damit die darin befindliche runde Dose unversehrt zum Verbraucher kommt. Man entfernt den Deckel und setzt das Unterteil in die leere Erdal-Blechdose ein. Da» Äußere ist neu. altbewährte E1®€1SI 1 Die Ziel und Zweck unserer Wehrmacht dem deutschen Volksgenossen, vor allem aber der Jugend vor Augen führen. Für die wehrgeistige Betreuung der Schuljugend, die zur Zeit als eine der vordringlichsten Aufgaben Der Gegenwart und auch der nächsten Zukunft angesehen werden muß, sind Die vorliegenden Bändchen ganz besonders geeignet. Sie Büchlein verdienen die beste Empfehlung. — Bruno Brehm: „Im Großdeutschen Reiche". Adolf Luser Verlag, Wien. Geb. 80 Rpf. — (172) — In der von Walter Pollak herausgegebenen bekannten „Reihe Süd-Ost" erscheint das Bändchen als Nr. 32 der ersten Folge: Werdendes Volk. Ser bereits mit dem Nationalpreis ausgezeichnete ostmärkische. Sichter und Verfasser bedeutender Romane gibt hier in vier Aussätzen: „Ser Sommer belagert die Stadt", ,Zm Großdeutschen Reiche", „Jeder auf seinem Platze", „Von deutscher Seele", wie schon Die Titel ahnen lassen, ein gläubiges Bekenntnis zu den letzten politischen und militärischen Entwicklungen, die unferm Volk Den Weg nach Westen und Osten freigemacht und ihm wieder den Rang unter den Volkern Der Erde eingeräumt haben, Den es in Der Wett Des Geistes schon immer einnahm. Die warmherzigen und begeisternden Gedankengänge Des Dichters sind eine kräftigende und stärkende Kost für Die JugenD wie für Erwachsene. Peter Bauer. — Anna Charlotte Wutzky: Grillparzer und Die Musik. 100 Seiten mit 4 Bildbeilagen, farton. —L0, Ballonleinen 1,80 RM. Gustav Bosse Verlag, Regensburg. — (189) — Selten hat ein Dichter einer ganzen Generation großer Meister Der/ Musik so nahe gestanden wie Grillparzer. Er hat wie kaum ein anderer jene Epoche miterlebt, die Wien zum Mittelpunkt alles Musikgeschehens machte. Im Sterbejahr Mozarts geboren, erlebt er Haydn noch als reifen Meister; Beethovens Ringen und Schaffen ward ihm Offenbarung. Schubert, Beethoven und Weber tritt er auch persönlich nahe. So ist es nicht verwunderlich, daß er sich eng mit Der Musik befreundete und sein dichtersches Schaffen vielfach seine Verwurzelung im Musikalischen fand. Das weiß Anna Charlotte Wutzky packend zu schlldem. Schwetaemarkt in Vuhbach. * Butzbach, 22. Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 320 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis sechs Wochen alte Ferkel bis 12 RM., sechs bis acht Wochen alte 12 bis 14 RM., ad)t bis zehn Wochen alte 14 bis 17 RM. Nach anfangs mäßigem Verlauf wurde das Geschäft später flott. Es verblieb geringer Ueberstand. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit bei Schriftleitung.) H. D., Gießen. Aus Ihrer Anfrage ist nicht ersichtlich, ob es sich um einen Luftschutzraum in endgültiger Ausführung oder nur einen behelfsmäßig eingerichteten Luftschutzraum handelt. Ist das letztere der Fall, so kommt die 9. Durchführungsverordnung des Luftschutzgesetzes vom 17.8.1939 in Anwendung. Danach sind alle Personen, zu deren Schutz behelfsmäßige Luftschutzmaßnahmen durchgeführt werden, verpflichtet, Beiträge zu leisten. Das gilt natürlich auch für die Mieter eines Hauses, in Dem Derartige Maßnahmen gettoffen worden sind. Die Beiträge können bestehen in Arbeitsleistungen, Zurverfügung- n von Material, Geld usw. Grundsätzlich hat useiaentümer bas Recht, die Mieter zu Den fraglichen Kosten mit Geldbeträgen heranzuziehen, soweit diese nicht durch anderweitige Leistunaen (siehe oben) kompensiert sind. Falls eine gütliche Einigung nicht zustande kommt, kann bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk das Grundstück liegt, Antrag auf Entscheidung gestellt werden. Geldbeträge sollen je nach den Berhältnisien Des Mieters Den Betrag von 1,— RM. bis 2,50 RM. für die zu schützende Person nicht übersteigen. Wird der Lust- schutzraum in endgültiger Ausführung hergerichtet, was angesichts des höheren Schutzes im Interesse der Mieter liegt, so ist der Hausbesitzer nicht an Die Richtsätze gebunden, Die für den Ausbau behelfsmäßiger Luftschutzräume gegeben sind. Die Kosten für Die endgültigen Baumaßnahmen können vielmehr durch Entscheidungder Preisbehörden und mit deren Zusttmmung im Wege der Mieterhöhung auf die Mieter umgelegt werden, weil es sich dabei um bauliche Verbesserungen handelt, die Den Mietwert Der Wohnungen erhöhen.