Donnerstag. 22.August 1940 gernfbreAtmftblnfe 2251 Druck und Verlag: Drahtanscyrlft:„Anzerger" Postscheck 11686 Frankf^M. vruhlsche universttattdruckerei 8. Lauge Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat imRild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr... » -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt t90. Jahrgang Nr. 198 jge ▲ w Dann, Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen S*tleie8tn.9$d)nlSra6t7-» Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr des Vormittags Anzetgen-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenüreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25u/o mehr EnglandmußneueLufischutzmaßnahmenanordnen Tokio, 22.Aug. (DJIB. Funkfpruch.) Der £on- öoner Verlreler der japanischen Nachrichtenagentur Domei meldet, daß in England wegen der hohen Verlustziffern »bei den deutschen Luftangriffen neue Luftschuhmatznahmen angeordnet seien, wie die Stillegung des Verkehrs bei Luftalarm sowie der strikte Befehl an alle Einwohner, die Luftfchuhräume anfzusuchen. Die hohe Todesziffer bei den furchtbaren Luftangriffen auf die weitere Umgebung Londons am letzten Donnerstag fei durch die Nichtbefotgung dieser Maßnahmen verursacht worden und durch die Tatsache, daß die Bevölkerung nicht rechtzeitig die Luftschuhräume finden konnte. Die erzwungene Arbeitsruhe von Millionen von Arbeitern verursache jedoch einen Vertust von 200 000 Pfund bei jedem Luftalarm (roas im plutokratischen England naturgemäß schmerzlicher empfunden wird, als der Verlust von Menschenleben!). Die rigorose Nachrichtenzensur über die deutschen Angriffe habe lebhaften Unwillen gegen das 3nfor- mationsministerium erregt. Die Bevölkerung beschwere sich, daß sie erst am. folgenden Tage durch dürftige Zeitungsmeldungea über die Angriffe unterrichtet würde. Telegramme ausländischer Agenturen wurden zum großen Merger der Korrespondenten mehr als neun Stunden bei der Zeusurbehürde zurückgehalten. Bewaffnete Aufklärung erfolgreich fortgesetzt. Der Wehrmachtsbericht vom Mittwoch. Berlin, 21. Aug. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Rahmen der bewaffneten Aufklärung griff die Luftwaffe gestern einzelne kriegswichtige Ziele in Mittel- und S ü d e n g l a n d an. 3n der Grafschaft Suffolk wurden eine Munitionsfabrik bei Aldeburgh, ein Eisenbahnknotenpunkt bei Southwold, die hafenanlag e n von Great Parmonlh wirksam mit Bomben belegt, ebenso ein Kriegsschiff im Seegebiet von Great varmouth. Bei Cambridge, East Ehurch sowie bei Manston und Deal griffen unsere Flugzeuge Flugplätze mit Bomben und Maschinengewehren an. Die Hafenbahnhöfe von Lowestoft und von Exeter erhielten mehrere Treffer auf Schuppen und Gleise. 3n einer Fabrikanlage bei Chelmsford waren starke Explosionen zu beobachten. Den Hafen- und Werftanlagen von Faversham, Burry Port und Pembroke wurden durch Bombentreffer schwere Schäden zugefügt. Einzelne in den Häfen liegende kleinere Schiffe sanken, Oellager geriet en in Brand. 3m Seegebiet nördlich von 3rland gelang es, ein Handelsschiff von 12 000 BRT. durch Volltreffer zu versenken. 3m Atlantik, weit abgeseht von der nord- und westirischen Küste, erhielten drei weitere Handelsschiffe schwere Bombentreffer. Vereinzelt kam es zu Luftkämpfen. Einige britische Flugzeuge flogen nach Frankreich und Holland ein. Das Reichsgebiet wurde am 20. August und In der Nacht zum 21. August durch feindliche Flugzeuge nicht überflogen. Der Feind verlor gestern 10 Flugzeuge, von denen 6 im Luftkampf und 4 durch Flakartillerie abgeschossen wurden. Drei eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. 3talienif(Der Wehrmachtsbericht. Rom, 21. August. (DNB.) Der italienische wehr- Machtsbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: 3n dem ehemals britischen S o m a l i l a n b strömt die Bevölkerung zusammen, um ihre Unterwerfung zu vollziehen. Askaris vom Kamelreiterkorps und irreguläre Hilalos-Formationen treten an, um ihre Waffen abzugeben und verlangen, in unsere Formationen eingegliedert zu werden. 3n Berbern wurden drei bei unseren Luftangriffen beschädigte Blenheim-Flugzeuge, ein viertes im Bareris-Flutz und ein fünftes am Strande aufgefunden. Der Feind hat zahlreiche Einflüge über kleinere Ortschaften Äthiopiens unternommen. Line Frau wurde getötet, fünf wurden verletzt; der Materialschaden ist unbedeutend. 3n einem Hospital wurden zwei Flüchtlinge verletzt. 3n einem anderen gab es einen Toten und fünf Verwundete. Bei Diredaua haben unsere 3äger ein englisches Flugzeug vom Typ Blenheim brennend abgeschossen. Unsere Bomber haben die Luftbasen von Matta angegriffen und mit Erfolg bombardiert. Alle unsere Flugzeuge sind trotz heftiger feindlicher Abwehr zurückgekehrt. Die feindlichen 3äger, die von den unseren angegriffen wurden, sind in die Flucht geschlagen worden. Ein Flugzeug ist wahrscheinlich abgeschossen worden. Wie Verbera erobert wurde.' Ein Augenzeuge der letzten Kämpfe berichtet. Mailand, 21. Aug. (Europapreß.) Wie der Kriegsberichterstatter des „Corriere della Sera" in Britisch-Somaliland meldet, haben sich die er bi t - tert st en Kämpfe zur Eroberung von Berbera um den Jerctto-Paß und die Berge von Sandalall abgewickelt. Besonders am dritten und vierten Tage der Schlacht hätte der Kampf ein höllisches Tempo angenommen. Das italienische Divisionskommando war von Adaleh an die Front verlegt worden. Die befestigten englischen Stellungen auf dem Sandalall wurden unter mörderisches Trommelfeuer der italienischen Artillerie genommen. Der ganze Berg war in eine Rauchwolke gehüllt. Eine Batterie unter dem Kommando eines Alpini-Offiziers erstürmte nacheinander fünf als kleine Forts ausgebaute Stellungen, in denen Mörser von 103 Millimeter, Tankabwehrgeschütze und Maschinengewehre erbeutet wurden. Diese Stellungen waren von den Engländern von langer Hand vorbereitet worden, sie hatten auch Berghöhlen in Befestigungen verwandelt, die zuletzt von den Askaris und Dubais gestürmt wurden. Es blieb den Engländern schließlich nichts anderes übrig, als b i e weiße Fayne zu hissen und sich zurückzuziehen. Trotzki den Verletzungen eines Aiieniais erlegen. Mexiko Stadt, 22.Aug. (DNB. Funkspruch.) Leo Trotzki ist den schweren Verletzungen erlegen, die er bei einem Attentat erhalten hatte, das ein französischer Kommunist in seiner Wohnung auf ihn verübt hatte. Wie dazu der „(Sortiere della Sera" erfährt, wurde der Täter von der Leibwache Trotzkis sofort verhaftet und verprügelt. Es handle sich um einen der eifrigsten Besucher des Hauses Trotzki, und zwar um den französischen Juden Frank Jacques. Nach Mitteilungen der Polizei sei der Täter von Trotzki zum Abendessen eingeladen gewesen und habe diese Gelegenheit benutzt, um sein Berlin, 21.Aug. (DNB.) Obwohl die Reichsregierung schon im Falle des amerikanischen Trup- pentrallsportschiffes „American Legion" vor der Fahrt durch das militärische Operationsgebiet um England gemärt und jede Verantwortung abgelehnt hat und obwohl inzwischen die totale Blockade Englands durch Deutschland verkündet wurde, hat der amerikanische Bundessenat einstimmig ein Gesetz angenommen, das unter Abänderung des amerikanischen Neutralitätsgesetzes amerikanischen Schiffen erlaubt, Kinder aus Kriegszonen abzutrans- portieren. Die Voraussetzung hierfür soll die Garantierung sicheren Geleites seitens der kriegführenden Mächte fein. Die Reichsregierung hat bereits auf die völlige Verseuchung des Seegebietes um England mit Minen hingewiesen, ohne jede Ausnahme die Verantwortung für irgendwelche Schäden ab gelehnt, die Schiffen jedweder Art oder Personen in diesen Gebieten zustoßen sollten. Wenn trotzdem das neue amerikanische Gesetz von einer Garantie »sicheren Geleites spricht, so entbehrt diese jeder Grundlage; denn keine kriegführende Macht kann eine Garantie für das Be- Mailand, 22. Aug. (Europapreß.) Nach einer Meldung der „Slampa“ ist der amerikanische Passa- gierdampfer „American Legion“, an dessen Bord sich amerikanische Rückwanderer aus Europa befinden ,bereits in Kirkwall auf den Orkney- 3n f ein eingetroffen. ♦ „American Legion" hat am 16. August von dem finnischen Hafen P e t f a m o aus die Fahrt angetreten, die es nach den Vereinigten Staaten zurück- bringen soll. Nach Petsamo hat das Schiff einen Kurs benutzt, der bei Island gelegen hat, was gerade um diese Jahreszeit, auch aus klimatischen Gründen die beste, zweckmäßigste und kürzeste Route ist. Wegen der Rückfahrt hatte es einen Notenwechsel zwischen dem Auswärtigen Amt und Washington gegeben, denn die „American Legion" sollte auf Befehl aus Washington einen Kurs fahren, der nicht bei Island lag, sondern unmittelbar auf die Nordküste Englands zusteuerte. Diese Küste zwischen Schottland und den Orkney-Inseln ist Operationsgebiet. Warum wurde dieser Kurs gewählt, warum wurde er beibehalten, obwohl von Berlin aus rechtzeitig eindringlich gewarnt wurde? Welcher neutralen Re gierung wäre es eingefallen, während der Flandernschlacht für einen großen Reiseomnibus mit neutralen Fahrgästen mitten durch die Kriegszone freie Fahrt zu verlangen? Im Falle der „American Legion" ist erwidert worden, das Schiff hätte nicht über jene Mengen Nahrungsmittel verfügt, die für einen anderen Kurs ausgereicht hätten. Nun ist aber die Fahrt an der Nordküfte Schottlands entlang sehr viel länger, als die Fahrt an Island vorbei. Nicht weniger merkwürdig ist, daß große Zeitungen in den Vereinigten Staaten, aber auch das State Departement selbst über den Notenwechsel Angaben gemacht haben, die mit den Tatsachen nicht übereinftimmen. Deutschland hat in dieser Sache zu keiner Mißdeutung Anlaß gegeben. Nicht nur in Deutschland wird gefragt, warum und weshalb der „American Legion" feinen Kurs ändern mußte. Es wird auch im neutralen Ausland, es wird auch in den Vereinigten Staaten selbst danach gefragt. Dabei wird an die „ßufitania" erinnert, woraus sich ergibt, daß, wenn ter „American Legion" in der Sperrzone um England ein Unglück zuftößt, die Erregung in den Bereinigten Staaten Attentat auszufuhren. Die Polizei habe die Billa Trotzkis umstellt und verbiete jedermann den Zutritt. Schon vor zwei Monaten fei auf Trotzki von einigen Unbekannten ein Attentat ausgeführt worden. Damals hätten sie das Haus umstellt und mit Maschinengewehren in die Fenster geschossen. Wie durch ein Wunder fei Trotzki unversehrt geblieben. Seither sei er jedoch sehr nervös gewesen, weil er einen wetteren Anschlag befürchtete. Trotzki lebte bereits vier Jahre in Mexiko. Die Geliebte des Trotzki-Attentäters wurde von der Polizei festgenommen. Der Attentäter, der sich Moonard Jacques Vendem Deeshd nennt, erklärte, er sei der Sohn eines belgischen Diplomaten und in Teheran geboren. Leib Bronstein, wie Trotzkis ursprünglicher Name lautet, wurde 1879 als Sohn eines jüdischen Grundbesitzers in der Ukraine geboren. Schon 1896 wandte er sich revolutionären Ideen zu und wurde 1900 nach Sibirien verschickt. Er floh ins Ausland und traf während der Revolution von 1905 wieder in Petersburg ein, nach deren Fehlschlägen er wiederum nach Sibirien deportiert wurde. Es gelang ihm jedoch abermals zu entfliehen. Nach dem Sturz des Zarentums kehrte er nach Rußland zurück und wurde 1917 in der Regierung Lenin Volkskommissar für die auswärtigen Angelegenheiten. Als solcher schloß er den Frieden von Brest-Litowsk am 18. März 1918. Er wurde/ dann Kriegskommissar und führte als solcher 1920 den Feldzug gegen Polen. Er überwarf sich dann mit Lenin und wurde 1928 nach Turkestan verbannt und 1929 ausgewiesen. Er hat sich dann in den verschiedenen Ländern, so in der Türkei, in Norwegen, in Frankreich aufgehalten, aber überall wurde er durch politische Betätigung bald unbequem. Im Dezember 1936 ging er nach Mexiko, wo er in Eoyoacan im Hause des Malers Rivera streng bewacht wurde. fahren minenverseuchter Kriegsgebiete übernehmen. Dies hat sogar die britische Regierung anerkannt, als sie den schon organisierten Abtrans- port von Kindern auf staatliche Kosten wieder abgesagt hat, da weder die erforderliche Tonnage, noch die erforderlichen Geleitfahrzeuge zur Verfügung stünden. Unter diesen Umständen kann dem ametikanischen Gesetz, dessen menschliche Beweggründe nicht in Frage gestellt werten, eine reale Bedeutung Glicht zukommen. Gerade die menschlichen Gesichtspunkte sind es, die es einer verantwortlichen Kriegführung unmöglich machen, eine Garantie für das Befahren minenverseuchter Gebiete zu übernehmen. Nachdem das amerikanische Neutralitätsgesetz zum Besten der Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten Zwischenfälle ausgeschaltet hat, die zu Konfliktsmöglichkeiten führen könnten, kann es nicht im Interesse der beiden Länder liegen, durch eine falsch verstandene Humanität die Möglichkeit von Zwischenfällen wieder zu schaffen. Deutschland kann nicht seine Hand dazu reichen, die Kinder einer kriegführenden Partei einer zusätzlichen Gefahr im Kriegsgebiet auszufetzen. gewiß groß sein wird. Alle Verantwortung trägt die Befehlsstelle in den Vereinigten Staaten, die die Fahrt der „American Legion^ durch die Sperrzone angeordnet hat. 8. Amerikanische Kritik. Roosevelt trifft die Verantwortung für jeden Zwischenfall. Washington, 21.Aug. (Europapreß.) In den Vereinigten Staaten mehren sich die Befürchtungen um das Schicksal des Schiffes. Der demokratische Senator Sone erklärte im Senat, ausschließlich Roosevelt treffe die Verantwortung für jeden unliebsamen Zwischenfall, der dem Dampfer in der gefährdeten Zone auf der Höhe von England zustoßen könne. Durch die Starrköpfigkeit eines Mannes müßten über neunhundert Personen die Fahrt durch eine Zone wagen, deren Befahren mit Todesgefahr verbunden fei. Wenn das Schiff auf eine Mine stoßen und untergehen sollte, würde es heißen, daß es hon einem deutschen U-Boot versenkt worden sei. Und niemand würde je die Wahrheit darüber erfahren. Das schlimmste sei, daß ein solcher Zwischenfall als Vorwand dienen könne, um die USA. in den europäischen Krieg hineinzuziehen. Senator Bone bedauerte, daß die nordamerikanischen Bürger das autoritäre Regime so scharf kritisierten, wo sie es doch gleichzeitig zuließen, daß der Präsident der USA. nach Belieben ein Schiff durch eine so gefährdete Zone schicken könne, obwohl es einen sichereren Kurs hätte einschlagen können. Die Macht des Staatsdepartements fei leider so groß, daß der Protest eines Senators vergeblich sei. Aber der Fall der „American Legion" verdiene eine gründlichere Prüfung. Nationaler Block in Dänemark. Kopenhagen, 21. August. (Europapreß.) In Kopenhagen ist ein „Na t i o n a le r Block" gebildet worden, der unter Bekenntnis zum Führerprinzip zur nationalen Sammlung aufruft und die Ablösung der Polittk der Parteien durch einen Ständestaat mit dem König und einer von ihm zu ernennenden gesetzgebenden Regierung an ter Spitze ersetzen wird. Falsch verstandene Humanität. Deutschland kann keine Garantie für den Abtransport von Kindern durch minenverseuchte Gebiete übernehmen. „American Legion" bei den Orkney-Mln. Churchills dreißigjähriger Krieg. Der englische Ministerpräsident hat unmittelbar vor der Vertagung des Unterhauses bis zum 15. September eine Rede gehalten, die einen Gesamtüberblick über die Lage des englischen Weltreiches am Ende des ersten Kriegsjahres versucht. An demselben Tag überflogen trotz des schlechten Wetters deutsche Kampfverbände Südengland, trafen aber britische Jagdflieger nur in kleinen Verbänden an, so daß nur vereinzelte Luftkämpfe stattfanden. Dieser Beweis der deutschen Vorherrschaft im englischen Luftraum ist die Kulisse, von der sich die Rede des englischen Ministerpräsidenten abhebt. Winston Churchill hatte die Aufgabe, seinem Lande am Ende des ersten Kriegsjahres Mut zuzusprechen und zugleich ein Bild der gegenwärtigen Lage zu geben, das für England nur trübselig sein konnte. Diese Doppelabsicht Churchills verleiht seiner Rede eine krasse Zwiespältigkeit. Er sagt ausdrücklich: „Die vertrauensvollen Holländer sind zerschmettert worden. Belgien wurde überrannt und unterjocht. Unser schönes Expeditionskorps wurde abgeschnitten und beinahe gefangen genommen. Das mit uns verbündete Frankreich steht jetzt außerhalb des Krieges und Italien befindet sich im Krieg mit uns. Die ganze Westküste Europas, vom Nordkap bis zur spanischen Grenze, ist in den Händen der Deutschen. Alle Häfen und alle Flughafen können zu Sprungbrettern der Invasion werden." Bringt selbstverständlich hat der englische Ministerpräsident nach der Aufzählung dieser schweren Unglücksfälle das Bedürfnis, feinen Landsleuten auch etwas Gutes zu sagen. Er tut das in der Weife, indem er 1941 und 1942 eine methodische und entschlossene Vorbereitung Englands in Aussicht stellt und sich ausdrücklich auf ein Wort eines französischen Ministers bezieht, der eine Kriegsdauer von 30 bis 50 Jahren in Aussicht gestellt hat. Winston Churchill stellt also Wechsel auf ein kommendes Kriegsglück mit .sehr langen Verfallsterminen aus. In der Hitze des Gefechtes scheint er nicht bemerkt zu haben, daß die Berufung auf den Wechsel eines französischen Ministers von aus- gesprochen schlechter Vorbedeutung ist. Denn der französische Feldzug war von dem Führer zu Ende gebracht, ehe der französische Minister mit seinem langfristigen Wechsel noch recht wußte, wie ihm geschah. Churchill berief sich dann darauf, daß die Be- feftiguna der englischen Insel Fortschritte mache, daß die Produktionsziffer von Flugzeugen ansteige, daß die Lebensmittelvorräte größer als in Friedenszeiten feien und insbesondere, daß die Kriegsflotte heute „weit stärker als zu Beginn des Krieges" fei. Damit appellierte Churchill an den jedem Engländer angeborenen Stolz auf die „große Flotte" oder auf die „bloße Existenz ter Flotte". In diesem Sinn legte er auch ein besonderes Gewicht auf die Blockade Europas einschließlich der früheren Verbündeten Englands. Aber wo ist die englische Flotte? Diese Frage drängt sich mit jedem Tage mehr auf. Bringt sie die Schlachtentscheidung? Oder bringt sie auch nur die Blockadeentscheidung, wo die Isolierung Englands auf der einen, die köntinentaleuropäische Zusammenarbeit auf der andern Seite die Achsenmächte mit jedem Tage blockadefester machen? Ist England überhaupt in der Lage, in den Heimatgewässern starke Flotteneinheiten auf einen entscheidenden Punkt zusammenzuziehen? Oder ist nicht vielmehr die englische Kriegsflotte in dem nahen Bereich der deutschen Luftwaffe, also rings um die britischen Inseln, in ihre einzelnen größeren Einheiten aufgelöst? Oder ist nicht überhaupt das Schwergewicht Insignien und Mühe des Reichsmarschalls. Unser Bild zeigt den Marschallstab und den Jn- terimsftab Hermann Görings, die Insignien seines Ranges als Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches. — Der Marschallstab wird nur bei besonderen Anlässen getragen, während der Jnterimsstab für den täglichen Dienst bestimmt ift Beide Stäbe sind aus Elfenbein und edlen Metallen gefertigt.— (Scherl-Bilderdienft-Kropp-M.) Minenflieger säen an Englands Küsten j) CAI. XIU t« außer J’l Der neue Kurs der rumänischen Mrtschastspoliiik der Flotte in das Mittelmeer verlegt worden, das sehr viel weiträumiger als die Nordsee ist? lieber alle diese naheliegenden Fragen hat Churchill geschwiegen. NSG. Gauleiter imD Reichsstatthaller Spreu- g er sprach im Dillkreis zu der Gefolgschaft eines der größten Rüstungsbetriebe dieses Gebietes. Eng- land, so sagte er, das jahrhundertelang andere Völker unterjochte, das stets nur das als Recht erkannte, was ihm nützte, mußte diesen Krieg haben, als Fortsetzung des Weltkrieges, weil es in dem wiedererwachten Deutschland unter der Führung - Adolf Hitlers eine Macht in Europa heranwachsen sah, die der Herrschaft der Plutokraten gefährlich werden mußte. Es wollte nicht dulden, daß eine andern Macht in Europa mitführend sein soll, deshalb beschwor es den Weltkrieg herauf und deshalb versuchte es immer wieder, auch das neue Deutschland nach allem Muster einzukreisen. Wie es noch nie nach internationalem Recht fragte, so glaubt es auch nun wieder mit allen verwerflichen Mitteln dieses neue Deutschland zertrümmern zu können, glaubt es durch' Lügen und Heuchelei, durch sein Seepiratentum, durch nächtliche Bombenabwürfe auf Lazarette, Kirchen, Friedhöfe und friedliche Wohnviertel in den Städten, dieses unter seinem genialen Führer geeinte deutsche Volk zermürben zu können. Nun aber wird ihm der Strick immer enger gezogen, jedes Schiff, das sich seiner Küste nähert, muß mit seiner Vernichtung rechnen, es wird nun den Krieg, den es ja nie selbst führte, am eigenen Leibe und im eigenen Lande verspüren, es ist nicht nötig zu fragen, wann wird der Tag Geschwiegen hat er auch über die Rückwirkungen auf das Empire in seiner Gesamtheit. Er hat nur zwei Einzelheiten erwähnt. Einmal stellte er mit kurzen Worten in Aussicht, daß nach der Räumung von Somaliland in England kein Zweifel über unmittelbar bevorstehende Operationen größeren Umfanges im mittleren Orient bestehen könnten. Sehr richttg! Die Italiener haben sich durch die Eroberung des gewaltigen Einsprengsels von Brittsch-Somaliland und die Abrundung ihres ost- afrikanischen Landblockes den Rücken zu Opera- ttonen in anderer Richtung frei gemacht. Und der zweite Punkt, den Churchill aus der brittschen Reichs-Politik ausdrücklich hervorhebt, ist: daß sich die englische Regierung aus eigenem Antrieb (spontan) entschlossen habe und sich „glücklich schätzt", den Vereinigten Staaten Möglichkeiten für die Verteidigung der westlichen Erdhälfte von Kanada und Neufundland über die Antillen bis nach Südamerika zur Verfügung zu stellen. Gemeint sind die englischen Besitzungen in der westlichen E r d h ä l f t e. Diese DerteiDigungsmög- Sie sehen sich sehr genau in Frankreich um, die deutschen Offiziere wie die Musketiere. Sie verstehen mit nüchternem Blick die Symptome klar zu deuten, lassen sich nicht durch Fremdartigkeit verlocken, durch Äußerlichkeiten irritieren, durch Jammer weich machen oder durch Hofknickse bluffen. Sie haben alle gelernt, etwas tiefer zu blicken. Für sie gelten nur die Realitäten, und zwar die, die Deutschland geschaffen hat, und die, die Frankreichs unsagbare Schuld verursachte. Bei allen Beobachtungen, bei den Unterhaltungen untereinander und bei der Berührung mit Franzosen gibt es für alle nur eine Perspektive: die deutsche. Der deutsche Soldat ist ritterlich und bescheiden. Auf jeden einzelnen trifft im wahrsten Sinne der Wortlaut des deutschen Plakates zu: „Verlassene Bevölkerung, habe Vertrauen zum deutschen Soldaten!" Er ist korrekt und zurückhaltend, wie wohl nie die Besatzungstruppe eines Siegers war, und da, wo der Franzose gemein, niederträchtig und anmaßend war, ist er jeder Zoll ein deutscher Mann. Voll Anstand und Gerechtigkeit, mit Herz und ohne blinden Haß, aber auch mit Deutlichkeit und klarem Abstand. Aufrecht, stolz und selbstbewußt, so tritt er dem Franzosen gegenüber. Die Deutschen sind barbarische Eroberer, möchten die Feinde des Reiches wissen machen. Bitte: Sehen so brutale Eroberer aus? Wo der Franzose die Peitsche gegen Passanten schwang und alt und jung vom Bürgersteig trieb, der deutschen Frau in niedrigster Weise nachstellte und täglich neue gemeine Schikanen ersann, da streicht der deutsche Infanterist dem kleinen Mädel seiner Quartiersleute über die Zöpfe und denkt an fein Töchterchen zu Hause, oder faßt mit zu, wenn der alte Bauer mit dem Anschirren nicht zurechtkommt. Er tut g e n au immer bas Gegenteil von dem, was die Hetze und die skrupellose Verleumdung über ihn vorher verbreitete. Und er tat es so, daß jeder Achtung vor ihm hat. Bei allen seinen Handlungen tritt er selbstverständlich und gewissenhaft auf, aber stets erhobenen Hauptes. Er vergibt sich nichts, wie er auch keinen Zweifel über feine Rolle aufkommen läßt, und es gibt bei ihm keine plumpe Vertraulichkeit und auch keine Spekulation auf die Tränendrüsen. Antwort an Madame. Die Madame, die einem Unteroffizier einen langen Vortrag über die Schrecken des Krieges gehalten und ihre Vorwürfe mit zungenfertiger Höflichkeit verbrämt hatte, während sie auf Mitleid und nicht zuletzt auf gewisse Bevorzugung gerechnet hatte, er- hielt die klassische Antwort: „Das alles merken Sie sich gut, Madame, und erzählen Sie es genau so Ihren Politikern und Ihren Landsleuten. Ich bin nämlich Deutscher, und den Krieg wollten bekanntlich die Franzosen. Der Führer hat euch immer wieder den Frieden angebo- ten. Mitleid gibt es deshalb bei mir nicht. Nur an den Gräbern meiner Kameraden!" Madame warf ein, was alle Franzosen in jedes Gespräch einwerfen, wenn es nicht schon damit an- fängt, daß doch die Juden schuld wären, die Engländer vor allem und die Kapitalisten. Die hätten den Krieg angestiftet, aber nicht die wahren Franzosen. „Sehr schön, Madame, aber dagegen sind Ihre wahren Franzosen auch nicht gewesen. Das haben mir schon zu Hause gewußt und hier können mir es auf Schritt und Tritt noch erfahren." »Die schönste Stadt der Welt." Wir stehen au fbem Trocadero, von wo aus der Blick über die Seine und das Marsfeld durch die hochgewölbten Bogen des ragenden Eiffelturmes weit in die imposante Planung von Paris schweift. Vorher waren wir am Place de la Concorde, dieser wohl einzigartigen städtebaulichen Schöpfung, über die prächtigen Champs Elysöes lichkeiten sollen den Vereinigten Staaten „auf der Grundlage einer 99jährigen Pacht" — werbungchchreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunter. lagen müssen zur Ver> meidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Die Trauerfeier findet am Samstag, dem 24. August, um 11 Uhr vormittags, in der Kapelle des Alten Friedhofes statt Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 7 ist heute vormittag nach schwerem Leiden für immer von uns gegangen. In tiefer Trauer: Wilhelm Bonarius Henriette Bonarius. Für die Hinterbliebenen: Johanna Sehrt Mr Srenöe an Oer Untat MMriMler-Mer! wiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiw 1122 4723 7760 35218 54491 148079 151943 153778 159885 217237 220590 223158 226812 287468 329877 330507 346378 mit vor Großmutters Küchen-Jlussteuer sah natürlich anders aus als die einesjungenHaushaltes von heute, viele Geräte helfen jetzt öerHaus- stau, die man damals nicht kannte. Auch in Lieferzeit will allen Hausfrauen in allen Dingen des Haushaltes ein guter Berater lein ... Jahre festgelegt. Einige ungarische Offiziere unter Führung Generals Vitsz Magyarosy weilen als Gaste Oberbefehlshabers des Heeres zu einem Besuch Schlachtfelder in Frankreich. ♦ für 3 Personen, Neuer Friedhof, wegzugshalber abzugeben.Schr. Angeb. u. 02804 an o. Gieß. 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Karten von RM. 0.60 bis 3.10 ab Samstag, dem 24. August, an der Theaterkasse und Im Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg von 9-10 Uhr Nr. 1101-1160 lbr Nr 1151-1200 der Bäume. Entscheids ist nicht die Wertgruppe, in die eine Sorte innerhalb der Marktregullerungs. Vorschriften eingereiht ist, sondern der sichere Ertrag, den sie unter den gegebenen Standortverhalt- nisse'n zu erbringen vermag. Die Landesbauernschaf- ten werden in Kürze Gebietssortimente erarbeiten, eren Benutzung allen Anbauern, die Pflanzbeihilfen erwarten, zur Pflicht gemacht wird. Die Reichsbei- hilfen für Neupflanzungen werden dabei bevorzugt für Gemeinschaftspflanzungen ausgeaeben werden. Auch die Baumwartfrage soll gelost werden. Der Reichsnährstand hat die Vorarbeiten abgeschlossen, um über einen geordneten Ausbil- dunaslehrgang einen Baumwartftanü zu schaffen, dessen wirtschaftliche Basis gesichert ist. Es werden weiter Handhaben erstrebt, um schon m der Baumschule pflanzunwürdige Bäume auszuschalten. Nur Markenbäume sollen gepflanzt werden, auch wenn man ein Jahr mit der Neupflanzung warten muß. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Vaters und Großvaters sagen wir unsren innigsten Dank. 3 Gewinne zu 30000 RM. 6 Gewinne zu 5000 RM. 9 Gewinne zu 4000 RM. 12 Gewinne zu 3000 RM. 48 Gewinne zu 2000 RM. 135155 154446 187537 193664 314328 350615 396689 397862 FungesEbefiaar (Offz.) sucht 2%-3=3immer= Wohnung Schrift!. Ang. u. 02801 a.d.G.A. Gewlanauszug 5. Klasse 3. Deutsche RelchSlotterle PROGRAMM: Bortnjansky, Tschesnokoff u. a., Wolgalied, Eintönig klingt das Glöckchen, 12 Räuber, Kosaken- und Militärlieder u. a. m. Die Pariser Oper wird am Samstag „Faust" von Berlioz eröffnet werden. Wie dem Kriege werden wöchentlich drei Vorstellungen gegeben werden. Von den hundert Orchester-Mit- gliedern sind schon 75' in*Pavis eingetroffen. Freibankverkauf am Freitag, 23. August 1940 8748A von 8- 9 Uhr Nr. 1051-1100 Achtung! Ab heute Änderung der Anfangs Spielzeiten 3 Gewinne zu 100000 NM. 267004 6 Gewinne zu 5000 NM. 717 259257 3 Gewinne zu 4000 NM. 66346 21 Gewinne zu 3000 NM. 54493 66598 276909 302921 327412 341085 345232 , 36 Gewinne zu 200U NM. 79076 100555 105903 137506 171903 195306 206122 256335 284730 321844 355529 386779 126 Gewinne zu 1000 NM. 23292 29925 32317 33149 44871 57334 60324 81789 96110 128756 136584 ----- --- Für Gießen suchen wir einige zuverlässige und ehrliche MÖOtlM für Zeitschriften. Bewerber mit Fahrrad werd, bevorz. Schriftl. Angebote m. Altersang, erbeten unter 3745V and. Gieh. Anzeig. Unser herzensguter, unvergeßlicher Bruder, unser lieber Neffe, Vetter und Pate Karl Bonarius 236761 256439 279012 282533 ----- ----- ------ - 353641 360131 366554 372453 373632 376267.382420, 38796? Fuhrmann und Arbeiter gesucht. 3744V Göiiflrö Siinlel Bahnhofstrahe8. Am 21. August ist nach kurzer Krankheit meine liebe Schwester, Schwägerin, unsere liebe Tante Fräulein Marie Pfeffer Die Beisetzung findet am Freitag, dem 23. August, um 15% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt — Beileidsbesuche dankend verbeten. 2 Zimmer- Wohnung in der Nähe von Lich zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. u. 02802 an d. Gieh. Anz. für Haushalt und Mithilfe i.Laden gesucht. 3719D Bäckerei und Konditorei Paul wen, LicherStrahe29. WWW 2 Zimmer und Küche, f.einzelne Person zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. u. 02806 an o. Gieh. Anz. Mädchen oberSrou für 1-2 Stunden vormitt gesucht. Wallenfels Karl-Vogt-Str. Nr. 13. 37430 Hitlerjungen als Bergführer. Dor einigen Monaten wurden zwischen der Reichsjugendführung und dem Deutschen Alpenoerein Vereinbarungen getroffen, nach denen der Hitler-Jugend unter besonderer Aufsicht eine Ausbildung im Berg st eigen mit allen dazugehörigen theoretischen Unterweisungen zuteil werden soll. Auf dem Marienberahaus in den Mieminger Alpen geht der erste Lehrgang dieser Art vonstatten, für den als Ausbilder auch fünf Wehrmachtsangehörige der Heeres-Hochgebirgs- schule Fulpmes zur Verfügung stehen. Die 30 ein= berufenen Hitlerjungen haben schon eine Reihe schwieriger Touren hinter sich und zeigten dabei neben Mut und Kaltblütigkeit viel Talent zur Beherrschung der Felstechnik und des Gebrauchs des Seiles. Daneben haben sie schon viele Lehrstunden mit den Themen Orientierung, Biwak, Gefahren im Hochgebirge sowie Hilfs- und Rettungsdienst erhalten, so daß sie nach ihrer Prüfung als Bergfahrtenführer des Deutschen Alpenvereins eingesetzt werden können. Gleichzeitig ist ihnen damit auch eine wertvolle vormilitärische Ausbildung zuteil geworden, die wieder der Nachwuchsförderung für die Gebirgstruppen zugute kommt. Askania- Heißquell (Gas-Durchlauferhitzer f. Warmwasserbereitung) verchromt, z.ver- kaufen. 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Die Fürsorgemaßnahmen des Handwerks haben zunächst das Ziel, den wchrdienstbeschädigten Handwerker unter Anpassung an seine Leistungsfähigkeit möglichst wieder seinem alten Betrieb zuzuführen. Wchrdienstbeschädigte Handwerker, deren Einsatz im alten handwerklichen Beruf nicht mehr möglich ist, sind einem neuen Handwerksberuf zuzuführen. Solche Kriegsbeschädigte, die bisher ein Handwerk nicht ausübten, aber für einen handwerklichen Beruf geeignet sind, werden auf einen solchen umzuschulen sein. Allerdings muß sich die Umschulung auf der Grundlage der Einzelausbildung vollziehen. Sobald der Wehrdienstbeschädigte sein Ausbildungsziel erreicht hat, kann er die Gesellenprüfung ablegen. Von der Innehaltung der sonst üblichen Lehrzeit von drei bis dreieinhalb Jahren wird abgesehen. Neben der praktischen und wirtschaftlichen Ausbildung im Betriebe des Handwerksmeisters bedarf der Wehrdienstbeschädigte einer ergänzenden theoretischen Ausbildung auf dem Gebiete des Fachrechnens, der Werkstoffkunde, der Geschäftskunde, der Buchführung und evtl, des Fachzeichnens. In fast jeder größeren Gemeinde find Berufsschulen, an denen die Wehrdienstbeschädigten zu Sonderlehrgängen dieser Art zusammengezogen werden können. Neuaufbau des Obstbaues. Der harte Winter hat dem Obstbau schwere Schäden gebracht. Um einen Neuaufbau in einwandfreier Form zu sichern, hat der Reichsnährstand eine Reihe von Maßnahmen vorbereitet. Es sollen die Grundfehler vermieden werden, unter denen bisher der wirtschaftliche Erfolg des Obstbaues nicht mit den auf gewendeten Mitteln im Einklang stand. Der Erfolg des deutschen Obstbaues ergibt sich nicht aus der Zahl der Obstbäume schlechthin, sondern hängt ab von dem richtigen Einsatz und von der Pflege Kleine politische Nachrichten. Am Dienstag sollen die Staatswerft von Gibraltar und die um den Hafen ankernden britischen Kriegsschiffe einem neuen, von einer Anzahl Bombern unvekannter Nationalität durchgeführten Angriff ausgesetzt gewesen sein. Es sei beobachtet worden, daß zahlreiche Bomben in der Nähe des Schlachtschiffes „Resolution" niedergingen. * Der Generaldirektor der Schisfbauaesellschaft Odero-Lerni-Orlando, der die großen Schiffswerften in Livorno, Spezia und Genua gehören, Ingenieur Lougi Orlando, ist in San Romangna gestorben. * Der spanische Staatsanzeiaer veröffentlicht ein Gesetz über militärische Dienstpflicht, die auf zwei Jahre festgesetzt wird. Zur Zeit der Republik betrug die Dienstpflicht nur ein Jahr. Die Wehrpflicht der Spanier wird von der Musterung ab auf 24 Trotz des Krieges kräftigere Schulanfänger. Um festzustellen, ob die rationierte Kriegsernährung einen Einfluß auf den Körperzustand unserer Jugend ausübt, wurde in Berlin eine Untersuchung an Schulanfängern durchgeführt. Sie erfolgte im östlichen Verwaltungsbezirk Köpenick und erfaßte alle Schulanfänger von Ostern, 1940 einschließlich der als schulunreif bezeichneten Schwächlinge. Die Ergebnisse wurden mit denen der Lern- anfanger des Jahres 1939 verglichen. Zunächst wurde erneut bestätigt, daß unsere heufige Jugend größer ist als die gleichaltrige Jugend vor einer Reihe von Jahren. Das Mehr gegenüber den ftüher ermittelten Durchschnittslängen beträgt bei den behandelten Altersklassen etwa 5 Zentimeter. Weiter ergibt sich, daß die schulfähigen Fünfjährigen verhältnismäßig kräftiger im Durchschnitt sind als die Sechsjährigen. Die Lernanfänger des Kriegsjahrganges haben durchschnittlich einen etwas besseren All gemein zustand und sind etwas besser proportioniert als die Lernanfänger des Friedensjahrganges. Der zuständige Amtsarzt führt dies auf die gesündere Kinderernährung im Kriege zurück. Er weist daraus hin, daß die Rationierung in einer vorsorglichen Zurückhaltung bei der Zuteilung, besonders der Fette, besteht. Die zugeteilten Fettmengen seien zwar ausreichend, um den Körperbetrieb auftecht zu erhalten, besonders auch beim Kleinkind, gleichwohl habe aber die Etternschast unter der psychischen Wirkung des Wortes Rattonierung das begreifliche Bestreben, den Kindern einen Ausgleich für die rationierte Fleischund Fettmenge zu verschaffen. Die dem Kleinkind reichlicher zur Verfügung stehenden Lebensrnittel, vor allem Teigwaren und Nährmittel, hätten einen breiteren Raum als früher in der Kost bekommen. Da es sich dabei um an kohlehydraten- und kalorienreiche Nahrungsmittel handele, werde den Kindern vielfach eine kalorienreichere Nahrung gereicht als im Frieden. Die Folge sei ein leichtes Ansteigen der Durchschnittsgewichte der Kinder. Haststrafe über das Wochenende. Der Reichsjustizminister hat verfügt, daß die Vollstreckungsbehörde eine Haft st rase von nicht mehr als zwei Wochen in der Weise voll- Jn San Sebastian verlautet, der Emigrant Walther Hafenclever, ein Schriftsteller der Systemzeit, habe sich in dem spanischen Städtchen Port Bou erhängt. Der Präsident des Allindischen Kongresses gab bekannt, er habe nach einer Beratung mit dem Vollzugsausschuß dekn Dizekönig zum Ausdruck gebracht, daß die Erklärung des Vizekönigs vom 8.August keinerlei Diskussionsgrundlage biete. Bei dem Bombenangriff 77japanischer Flugzeuge auf die Hauptstadt der Regierung Tschiangkaischeks, Tschungking, find fünfzehn Häuserblocks in Brand gesetzt worden, in denen sich Banken, Geschäftshäuser, Gastwirtschaften und Theater befanden. Obgleich sich ein großes Milttäraufgebot an der Bekämpfung des Riefenbrandes beteiligt hat, soll das Feuer noch wüten.___ Nachmittags: Hauptfilm .... 3.30 Uhr Wochenschau . . 5.15 Uhr / Hauptfilm .... 5.45 Uhr Beginn der Abendvorstellung 7.45 Uhr I strecken kann, daß der Verurteilte jeweils mir die Zeit von Samstag nachmittag bis Montag morgen im Strafvollzug zubringt, und zwar so, daß er am Montag seine Arbeitsstätte von feiner Wohnung aus rechtzeitig erreichen kann. Bei dieser Strafvollstreckung von Samstag nachmittag bis Montag morgen gelten jeweils zwei Tage als = Nachmittags:.... 3.30 und 5.80 Uhr = = Abends:...............7.45 Uhr s |_________________________________________3748 A J BJIIIIIIIIIIIIIIlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllimilllllllllHlllllll« Aber den zu häufigen oder zu dünnen Stuhl können Sie fe'chß vermeiden. Geben Sie Gemüse mit„t\ufehe" Kufeke hält die Verdauung in Ordnung und fördert durch seinen Nährwert das Gedeihen der Kinder. Sie werden Ihre Freude hoben von 11-12 Uhr Nr. 1201-1250 am Samstag. 24. August 1940 von 8- 9 Uhr Nr. 1251-1280 und Nr. 1- 30 von 0-10 Uhr Wr. 31- 90 von10-11 Uhr Nr. 91- 150 Städt. Schlachthof, Gießen, Mädchen I Mi