Montag, 22. Zu» MO Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr desVormittags Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse DtengenstaffelV Platzvorschrift ( vorherige Vereinbarung) 250/0 mehr M Giehener Anzeiger von etnzelnen Nummern isisl wä. General-AnzeigersürOberhessen ■var Englands Kriegsmacher weiter am Werk Wachsende Nervosität in England biete er dem unterlegenen Gegner noch einmal eine Gelegenheit zur Besinnung. Wenn das < glische Volk von dem nichts verstehe — und es w..o'e es nicht verst^en — so müsse sich ein Gottesge- g e r i ch t vollziehen. Auch die „Starnpa" unterstreicht die maßvolle und realpolitrsche Auffassung der Lage durch den Führer, nachdem er seine Divisionen von der Weichsel bis zum Eismeer und an die Küste des Atlantik geführt habe. Indessen mache Hitler der Verantwortlichkeit des Gegners keine Zugestäiidnisse. Die großmütigen Vorschläge Hitlers gälten nicht der bis ins Mark verdorbenen Kaste und den unersättlichen Ausbeutern der Völker. Bei seinem Appell habe der Führer' über Churchill hinweg seinen Blick aus das englische Volk gerichtet, auf- die Namenlosen, die mit ihrem persönlichen Einsatz die tolle Verblendung ihrer Regierung zu büßen haben würden. Auf alle Fälle aber habe Hitler die Verantwortung genau festgelegt. ,Lavoro Fascista" sagt, nicht gegen die Völker, sondern gegen die Regierenden und ihre leitenden Schichten, gegen das demokratisch-kapitali- stische System sei die Achse gezwungen zu 1 kämpfen. Ergreifend durch ihre menschliche Tiefe seien die Worte gewesen, mit denen Hitler die Lage des englischen Volkes und seiner Arbeitermassen geschildert habe, die in England bleiben würden, um zu kämpfen und die Schrecken zu erdulden, die gewissenlose Leute wie Churchill, Eden, Duff Cooper usw., die letzten Überbleibsel des gefürchteten jüdischen Kapitalismus, deren Kaffen bereits in Sicherheit gebracht feien, auf sie heraufbeschwören wollten. Doch die von hohem Verantwortungsgefühl und Menschlichkeit zeugenden Worte Hitlers minderten in keiner Weise den eisernen Entschluß der Achse, mit Entschiedenheit zu handeln, wenn es die Notwendigkeit erfordern sollte. Kein Zaudern sei möglich, wenn nochmals und zum letzten Male festgestellt werden sollte, daß das englische Volk sich weiter von Tollhäuslern leiten lasse, denen jedes menschliche Gefühl der Verantwortlichkeit fehle. Ein derartiges Volk müsse dann so rasch als möglich in die Lage versetzt werden, der Allgemeinheit nicht mehr schaden zu können. Jedes Volk schaffe sich schließlich durch seine Führer und deren Werke das Schicksal, das es verdiene. zuhalten. General Zronside abgesetzt. Bern, 20. Juli. (DNB.) Nach einer Meldung von „Exchange Telegraph" ist General Edmond I r 0 n s i d e seines Amtes als Befehlshaber der englischen Heimat st reitkräfte enthoben und — wohl damit ihm die Absetzung etwas versüßt wird — zum Feldmarschall ernannt worden. Sir Allan Brooke wurde an Jronsides Stelle gesetzt. Brooke hat in Belgien ein englisches Expeditionskorps befehligt. Er kenne, wie man sagt, die deutschen Kampfmethoden aus Erfahrung. Lord Gort, der Oberkommandierende des Expeditionskorps, wurde zum Generalinspekteur der Jnstruk- tionstruppen ernannt. Innerpolitische Schwierigkeiten in Kanada. Rom, 20. Juli. (Europapreß.) Nach Berichten aus Ottawa wächst im französischen Teil der kanadischen Bevölkerung die Erbitterung über den von Churchill auf die kanadische Regierung ausgeübten Druck. Unter dem Einfluß der englandfeindlichen Stimmung habe sich die kanadische Regierung, gezwungen gesehen, entgegen der Forderung Churchills die diplomatischen Beziehungen Kanadas zur französischen Regierung PLtain nicht ab zu- brechen. Die französischen Kanadier fordern immer dringlicher die Rückberufung der nach England entsandten kanadischen Divisionen. Gibraltar soll geräumt werden. Madrid, 21. Juli. (Europapreß.) Die Vorbereitungen für die Verteidigung Gibraltars schreiten in gesteigerter Geschwindigkeit fort. Die englischen Militärbehörden planen, alle in der Nähe der Küstenbatterien befindlichen Gebäude abzureißen, oder zumindest die oberen Stockwerke zu beseitigen, um das Schußfeld der Batterien zu vergrößern. Ein ständiger Überwachungsdienst durch Flugzeuge ist in Tätigkeit. Ein großer Teil der Bevölkerung verbrachte auch die letzte Nacht wieder im Freien, aus Furcht davor, daß die Fliegerangriffe sich wieder- holen könnten. Ein Transport von 1000 Evakuierten verließ Gibraltar in Richtung Madeira. Ein weiterer Transport nach Tanger wird demnächst auslaufen. Die englische Evakuierungsorder erstreckt sich auch auf die in der Stadt ansässigen Inder, die die Stadt mit Hab und Gut verlassen müssen. „England will seinen Ruin." Italienische presse zum Londoner Echo der Zührerrede. pell an die Vernunft richtet sich auch an das britische Volk. Wenn die Staatsmänner von Paris und London auf den Dernunftsappell vom 6. Oktober 1939 nicht hörten, so hat die Zeit nachher gezeigt, daß sie unrecht hatten und daß sie die Macht der deutschen Waffen unterschätzt haben. Wird es diesmal genau so kommen? Reichskanzler Hitler hat hmals nachdrücklich die Streitkräfte Deutschlands nstrichen. In voller Kenntnis der Möglichkeiten utschlands und völlig überzeugt von einem voll- •11 bi gen Sieg, hat Reichskanzler Hitler ttotzdem n Appell der Vernunft an das britische Volk ge- chtet." — Der Berliner Korrespondent der „Suisse" schreibt, daß selten eine der Reden des Führers so bewegend war wie die vom Freitagabend. Eine letzte Gance bleibt von London ungenützt. Stockholm, 20. Juli. (Europapreß.) Die Stockholmer Zeitungen veröffentlichen Berichte aus London, aus denen die brüske Ablehnung des deutschen Appells durch England hervorgeht. „Alle- handa" schreibt, daß der deutsche Appell England kalt gelassen habe und man ihm kein Gehör geschenkt habe. Es handle sich um das vierte Bermittlungsangebot, das England seit Kriegsausbruch gemacht worden sei. „Svenska Dagbladet" berichtet, die Rede des Führers sei in London an offizieller Stelle „mit verächtlichem Schweigen" ausgenommen worden. In einem offiziösen englischen Kommentar heiße es, „die Rede sei Unsinn"! Man sei der Auffassung, daß man nur auf die letzte Rede Chuchills hinzuweisen brauche, die hinreichend deutlich wäre. Man müsse daran denken, daß „Hitler der Räuber in Europa" sei. Was er jetzt sage, sei dasselbe, als wenn „ein Bandit die Pistole gegen das Haupt eines Wächters der Ordnung" (!) richte. Nach solchen Kommentaren von verantwortlicher Stelle, so schreibt das schwedische Blatt, sei deutlich, daß es keine Aussichten für einen Frieden gebe. Die Stimmung in England sei derart, daß ein UebereinkoMmen im Guten mit Deutschland gegenwärtig unmöglich scheine. Sehr I wenige Engländer wüßten noch, was ein moderner | Krieg bedeute, man wiederhole Churchills Worte, daß man sich auf allen Straßen schlagen werden. Einen Gedanken an Frieden gebe es nicht. Aehnlich berichtet der Londoner Korrespondent von „Dagens Nyheter", irgendeine offizielle englische Reaktion auf die Rede des Führers sei, wie man in London erkläre, „vollständig überflüssig". Englands Antwort sei in der letzten Churchill-Rede gegeben. Vorn englischen Gesichtspunkt aus habe die Hitler-Rede nichts geändert. „Es ist unmöglich, daran zu denken, mit Hitler zu verhandeln", schreibt „Sunday Expreß" und „Reynolds News" fügt aufgeblasen hinzu: „Wir sind entschlossen, Widerstand zu leisten." In der „Sunday Times" heißt es: „Wir kämpfen, weil es keine andere Alternative für die Sache gibt, die wir als das Teuerste in der Welt betrachten, nämlich Freiheit, Gerechtigkeit und Fortschritt der Zivi- lisätion. Schlagen wir jetzt also die Schlacht für die Humanität und jeder Freund der Humanität weiß, daß wir sie schlagen! Diejenigen, die in Großbritannien nicht an die Unbesiegbarkeit Deutschlands glauben, weil sie dieses Bewußtsein durch Erfahrung erworben haben, sind die Armee, die Marine und die Luftwaffe." Man hat nur hinzuzufügen vergessen, daß diese Erfahrungen in Dünkirchen, An- dalsnes und Narvik gesammelt wurden. klang mit der Haltung der amerikanischen Regierung, die Fortsetzung einer Rundfunkrede des Führers aus Deutschland zu gestatten. (!) „Wir sind sicher", so fährt die Ankündigung in beispielloser Unverschämtheit fort, daß die amerikanischen Hörer uns beipflichten, wenn dem Führer die Benutzung unserer amerikanischen Einrichtung zur Rechtserti- gung seiner Verbrechen gegen die Zivilisation (!) nicht erlaubt wird." werden. „Popolo d'Jtalia" betont, Hitler habe Churchill mit den Schultern an die Wand gestellt und gezwungen, sich jetzt zu entscheiden. Wie indessen der Führer geahnt habe, sinde seine historische Rede in England keine günstige Ausnahme. Großbritannien wolle offen barseinen Ruin und den Zusammenbruch des Weltteiches, weil im Grunde fein Ende zu einer europäischen Notwendigkeit geworden sei. Auch Mussolini habe jahrelang vergeblich auf irgendwelches Verständnis in England und Frankreich gewartet. „Gazzetta del Popolo" betont, der Führer habe die englische Plutokratie vor ein Weltgericht gestellt, dem sie sich durch Ausflüchte zu entziehen suche. Hitler sei noch nie so aus der.Hohe seines Glückes erschienen wie gegenwärtig. Seine Soldaten lagerten von Polen bis zu den Pyrenäen, nachdem sie als Eroberer in sechs Hauptstädte ein- gezogen feien. Um so bewundernswerter seien sein Großmut und sein Maßhalten. In letzter Stunde Der Londoner Korrespondent des „Aftonbladet" schreibt, die Engländer hätten für ihren Teil bereits gewählt. Niemals fei das Wort des Führers mit einer vollkommeneren Ablehnung aufgenokN- men worden als diesmal. Alles deute aber darauf hin, daß Europa und die Welt binnen kurzem einen Sieg ganz anderer Art erleben würden als jemals zuvor. Die Vernunft, die den Vorhang vor der Schlußszene in dem europäischen Krieg niederhalten könne, scheine nicht zu Wort zu kommem Amerikanische Mahnung an England. Washington, 21. Juli. (Europapreß.) Churchill sollte auf Hitlers Verhandlungsangebot ein= gehen, verlangt das führende Organ der amerikanischen Bundeshauptstadt, die „Washington P 0 st". Das Verständigungsangebot sei nicht „brüsker Natur", erklärt die Zeitung. Es werde feine bedingungslose Unterrocrfung Englands gefordert, sondern — so weit man übersehen könne — ein Gedankenaustausch über die deutschen Bedingungen. Es sei schwierig einzusehen, warum Churchill mcht wenigstens versuchen solle, diese Bedingungen zu ergründen. „Niemand wird es als ein Zeichen von Schwäche betrachten, wenn England, bevor die Nacht des Krieges hereinbricht, sich bemühen werde festzustellen, ob es noch einen Ausweg gibt. Die Zeitung unterstteicht diese Mahnung an mit dem Hinweis, daß Hitler fraglos in aller Ehrlichkeit erklärt habe, daß es fein letzter Appell an den gesun-v» Menschenverstand seu Das die liberale „News Chronicle" gegen die von Tag zu Tag zunehmende Zahl von Verhaftungen und spricht von einer „stupiden Ketzerjagd". Das Blatt erklärt, die immer zahlreicher werdenden Verhaftungen und Besttafungen harmloser Bürger trügen zu einer zunehmenden Beunruhigung der Bevölkerung bei. Das Blatt veröffentlicht eine lange Liste von Verurteilungen und bezeichnet dies als ein Symptom der steigenden Nervosität der Behörden aus Furcht vor der „Fünften Kolonne". Die Kopenhagener Zeitung „Politiken" rechnet mit der Möglichkeit starker innerpolitischer Verschiebngen in England unter dem gewaltigen seelischen Druck der hochdramatischen Wartezeit. „Die Londoner City, die Großindustriellen und auch die Großgrundbesitzer fürchten die begonnene Entwicklung nicht nur, weil sie eine tödliche Gefahr für das britische Weltteich in sich birgt, sondern zugleich, weil eine soziale Revolution in England ihren Anfang genommen hat. Das England, das aus dem Kriege heroor- geht, kann unter feinen Umständen das gleiche sein, wie das heutige. Nicht die herrschende Klasse wird bann noch etwas bebeuten, fonbern biß Millionen des Volfes." Es sei möglich, daß die Kriegsentwicklung allein innerpolitisch das ganze Imperium umstürzen werde. Die soziale Revolution sei für England unvermeidlich. Das Echo in der Schweiz. Bern, 20. Juli. (Europapreß.) Die Rede Adolf Hitlers im Reichstag wird von der gesamten schweizerischen Presse in großer Aufmachung wiedergegeben. Unter der Ueberschrift: „Möglichkeit einer vergegenwärtigt. 'Im letzten Kriege konnte ttotz starker Flotte der Sieg über England nicht erreicht werden, weil d i e geographisch -st rategischen Voraussetzungen dafür fehlten. Der schmale Streifen der belgischen Küste, den wir damals besaßen und der nur zwei Stützpunkte bot, beide obendrein nur für leichte Streitkräfte bis zum Zerstörer und für U-Boote geeignet, konnte uns zwar — solange die Straße Dover—Calais nicht wirksam geschlossen war — eine gewisse Erleichterung des U-Bootkrieges verschaffen, nicht aber den Absprung für große Flottenoperationen. Im Norden riegelte die vom Hauptstützpunkt der brittschen Flotte in Scapa Flow leicht zu überwachende Enge zwischen den Shetlands und Bergen die Deutsche Bucht ab. Norwegen und Dänemark waren neutral, eine weitreichende Luftwaffe existierte noch nicht. Das alles ist heute anders. Deutschland hat eine neue Kriegsmarine und vor allem d i e stärkste und modernste Luftwaffe der Welt. Von Droncheim bis Bordeaux hat Deutsch- Madrid, 21. Juli. (DNB.) Die Madrider Zeitungen beschäftigen sich mit dem Appell des Führers an die Vernunft und mit dem unvernünftigen Echo, das dieser Appell in England gefunden hat. „ABC" schreibt: „Hitlers großmütiges Friedensangebot als vage und unbestimmt zu bezeichnen, heißt ein geschichtliches Ereignis ignorieren und mit Pferdeverstand zu urteilen. Wenn Hitler den Engländern noch am Rande ihres Abgrundes eine Chance bietet, so kann dies nur in knapper Form geschehen. Eine großmütige Geste bedarf feiner eingehenden Erläuterung. Auf England ruht eine ungeheure geschichtliche Verantwortung. Der Führer habe durch einen trefflich geführten Schlag die Wahrheit eines Volks- empfindens gegen die Verantwortungslosigkeit der englischen Regierung ausgespielt. Die Enländer seien absolut unfähig, den deutschen Siegeszug auf- Verständigung in letzter Stunde?" hebt die „Neue Zürcher Zeitung" u.a. hervor, Adolf Hitler habe noch einmal einen Appell an England gerichtet, der die Möglichfeit einer Verständigung in letzter Stunde anbeute. In diesem Appell an die Vernunft liege die große politische Bedeutung der Reichstagsrede. Sein Appell fei eine Warnung an die britische Regierung, zu bedenken, daß die Existenz des britischen Weltreichs auf dem Spiele stehe. Den verantwortlichen Männern Großbritanniens bleibe es überlassen, Schritte zu tun, um den Weg zu einer Verständigung zu finden. Auf Grund der gewaltigen Erfolge der deutschen Armeen feit dem 10. Mai könne niemand Hitler der Schwäche zeihen, wenn er vor dem Beginn einer Offensive gegen England zur Vermeidung neuer Leiden die Möglichkeit einer friedlichen Lösung andeute. Die „Tribüne de ßaufaniw" schreibt: „Der Ap- Jm „Obseroer" weiß Garoin zum einstigen Wunsch des Führers nach einer dauerhaften Freundschaft mit ©roßbritaninien nichts besseres zu sagen, als daß England seine Hoffnungen auf die Ideale der verstorbenen Genfer Liga gegründet habe. „Die Rede Hitlers ist das letzte Signal dafür, daß Großbritannien sich bereit halten muß, dem entgegenzutreten, was Hitler beabsichtigt. Im Herzen und mit der Hand sind wir bereit. Wir haben die Absicht, ein Beispiel zu geben, das die freien Menschen für immer begeistern wird." „Daily Telegraph" sagt, der Friedensoffensive des Führers stehe die unüberwindlich britische Entschlossenheit gegenüber, den Krieg zu gewinnen, während in der Führ er rede ein Beweis dafür zu erblicken sei, daß in Berlin Zögern und Unsicherheit herrschten. (!) Großbritannien sei heute vereint durch ein Band, das es befähige, das Aeußerste zu übernehmen und das Aeußerste zu ertragen. Die „Times" erklärt, das englische Volk sei sich seiner Verantwortlichkeit voll bewußt. Offenbar seien die Bedingungen, die der Führer jetzt bereit xu fein scheine vorzuschlagen, darauf basiert, daß seine Neuordnung Europas anerkannt werde. Dies würde jedoch Knechtschaft für den größeren Teil Europas bedeuten. „Wir können nicht anders", so erklärt die „Times", mit echt britischer Überheblichkeit, „als bis zum Aeußersten dagegen zu kämpfen und, da unsere Sache die Sache der Zukunft der Menschheit ist sowie die des -freien unsterblichen Geistes gegenüber der Verleugnung allen Lebens und der Hoffnung, wissen wir, daß wir schließlich Sieger bleiben werden. (!!) Per „Daily Herald" meint: Wir wissen, daß wir für den Frieden nur einen Preis zu zahlen haben, der darin besteht, bis zum Sieg zu kämpfen. S10 ck h 0 l m, 21. Juli. (Europapreß.) Wie „Nya 1 Dagligt Allehanda" meldet, ist die Nervosität tn der < englischen Bevölkerung besonders stark geworden, ; da man nunmehr den Einsatz der deutschen Lust- flotte gegen England befürchtet. In der englischen Hauptstadt sind 90 Zentralstellen eingerichtet worden, die die einzelnen Stadtteile mit Lebensmitteln versorgen sollen. Die Freiwillige Feuerwehr halte ständig 20 000 Mann in Bereitschaft, während die Brandstationen von 60 auf 380 vermehrt worden sind. Das Jnformationsministe- rium bereitet einen Plan vor, wonach im Falle der Lahmlegung der Londoner Zeitungsdruckereien die führenden englischen Blätter an anderer Stelle des Landes gedruckt werden sollen. Am Samstag ist ein Aufruf erlassen worden, der zur Wassersparsamkeit ermahnt, um eine Rationierung in der Zukunft zu vermeiden. Z. B. wurde die Bevölkerung aufgefordert, die Badewanne von dem Lektbaden- den gestillt zu lassen, um das Wasser zur Löschung von Bränden bei Luftangriffen zu benutzen. Es gehe nicht an, daß der Letztbadende die Badewanne leere um dann neues Wasser zur Brandlöschung einlaufen zu lassen. Der Jahrgang 1907 ist am Samstag in ganz England registriert worden. Wie immer in solchen Fällen, heißt es, die Einziehungen würden , möglich bald" beginnen. In der kommenden Woche soll der Jahrgang 1906 registriert werden womit dann im Laufe der letzten vier Wochen vier Jahrgänge erfaßt worden wären. In London wird erklärt, in Kürze werde man vier Millionen Mann unter den Fahnen haben. Bei den vier letzten Jahrgängen handelt es sich um Wehrpflichtige, die bisher noch niemals ein Gewehr in der Hand gehabt haben. Ein bezeichnendes Beispiel für die mangelnde Kriegsbegeisterung liefert der frühere Lordkanzler Lord Maugham in einem Brief an die „Times". Lord Maugham stellt entgegen den offiziellen Behauptungen fest, daß es in England doch „D e f a i - t ist en" gäbe. Wenn gewisse Briefschreiber die Existenz von „Defaitisten^ in England abftritten, so müßten diese offenbar bessere Jnformationsguellen über die wahre Stimmung im Lande haben als die Regierung, die allwöchentlich vertrauliche Informationen darüber aus allen Landesteilen erhalte. „Für meinen Teil", so erklärt Lord Maugham, „muß ich leider sagen, daß ich persönlich einige Defaitisten kenne und von vielen anderen gehört habe." Die Verhaftungswut Churchills wird selbst der regie- , rungshörigen Londoner Presse zuviel. So protestiert Blatt warnt England,'die Rede Hitlers, wie seine Oktoberrede, als einen Schwächebeweis anzusehen. * Ein Vorfall ereignete sich an der pazifischen Küste, wo 31 Stationen des Mutual Broadcasting-Systems nach der Übertragung des ersten Teiles der Rede die Sendung a b b r a d) e n. Auf Anweisung des Vizepräsidenten des Konzerns, Lewis Weiß, wurde eine Ankündigung verlesen, in der es heißt, es fei weder im öffentlichen Interesse, noch im Ein- Vor der Entscheidung. Äon Fregattenkapitän Mohr. Mit seinem letzten Appell an die Vernunft des Gegners hat der Führer nach seinen glorreichen Siegen und in der Gewißheit der bewiesenen Unbezwingbarkeit der deutschen Macht England noch einmal vor die Wahl gestellt. Tod oder Leben Englands liegt jetzt in Churchills Hand. Die ganze Großzügigkeit des Führers und das geschichtliche Maß des Verantwortungsgefühls des Siegers wird der Welt offenbar, wenn sie sich die militärische Situation vor dem Entscheidungskampf Rom, 21. Juli (Europapreß.) „Popolo di Roma" schreibt, die amtlichen Reaktionen Englands auf die Rede des Führers seien noch nicht bekannt. Aber aus der Londoner Presse und dem Londoner Rundfunk könne man einwandfrei entnehmen, daß die Regierung Churchill auf ihrer Linie harter und blinder U n nachg i e b i g k ei t verharre. Im demokratischen England könne die Regierung der Plutokraten unter den gegenwärtigen tragischen Umständen auch eine Politik betreiben, die im krassen Widerspruch zu dem Mehrheitswillen des Volkes stehe. Churchill, dessen Stellung offensichtlich erschüttert sei, sorge, wenn auch mit Mühe, dafür, daß die Kinder der Reichen in Kanada in Sicherheit gebracht würden, zögere aber nicht, die große Masse des englischen Volkes zu opfern. — „Messaggero" meint, niemand könne gegenwärtig sagen, welche Antwort in London die so hohe und menschliche Rede des Führers, der zur Welt gesprochen habe, finden werde. Wenn das englische Volk in v oller Freiheit entscheiden könnte, dann würde dies zweifellos das Ende des Krieges sein. Aber das englische Volk sei nicht frei. Auf alle Fälle seien die Verantwortlich ketten jetzt schon abgegrenzt. Wenn die Klugheit und Mäßigung nicht die Oberhand in London gewinnen würden, dann werde die Entscheidung durch die Waffen herbeigeführt land neue strategische Stellungen bezogen, imbl vom Nordmeer bis zum Atlant: k spannt sich der Bogen, in dessen Brennpunkt die britischen Inseln liegen. Im Mittelmeer ist das westliche Becken bereits ein italienisches Meer. Gibraltar hat unter dem Einfluß des italienischen Krieges und der Haltung Spaniens als „nichtkriegführende Macht" seine alte Bedeutung als Torwächter am Eingangs des Mittelmeers eingebüßt. Die britische Flotte im östlichen Mittelmeer besitzt angesichts der Bedrohung durch die italienische Luft- und U-Boot- Waffe keine volle Bewegungsfreiheit mehr. Der Seekrieg, den England bequem aus der Ferne und unter geringstmöglichem Einsatz an Material und Personal auch diesmal wieder zu fuhren gedachte, ist für die Briten eine äußerst ernsthafte Angelegenheit geworden. Die britische Seestrategie, seit dem Weltkriege auf Fernblockade und Schutz des eigenen Handels eingestellt, hat unter der deutschen Waffenwirkung Schiffbruch erlitten. Auch die langjährige traditionsgebundene Politik Großbritanniens als Ringmacht die westlichen, nördlichen, östlichen und südöstlichen Nachbarn Deutschlands in sein System einzugliedern, ist durch des Führers Politik und die deutschen Waffen unwirksam geworden und zerschlagen. Das britische Inselreich muß sich umstellen, und zwar gründlich umstellen. Es weiß dennoch keinen Ausweg aus der in Umklammerung und Gegenblockade gewandelten Lage und ahnt die nahende Katastrophe. Aber noch glauben seine verantwortungslosen Staatsmänner, das Volk beruhigen zu können, indem sie auf die angeblich täglich starker werdende Verteidigung des Landes und vor allem auf die britische Seemacht Hinweisen, die in ihren Augen noch alles vermag. Diese aber hat bereits sehr starke Einbußen erlitten. Mit ziemlicher Sicherheit kann angenommen werden, daß alle Werften mit Reparaturschiffen überfüllt sind. Diese Werften aber, die gleichzeitig das Neubauprogramm der Flottenverstärkung durchführen sollen und die Aufgabe haben, den Verlust an Han- delsschiffstvnnage auszugleichen, liegen zum größten Teil im Bereich der deutschen Luftwaffe. Dazu kommt, daß Italien im Mittelmeer starke Flottenteile bindet. Noch verhängnisvoller aber wirkt sich die deutsche Gegenblockade aus. Mehr denn je zuvor ist das englische Mutterland abhängig von überseeischen Zufuhren, von Nahrungsmitteln für das Leben der Bevölkerung, von Rohstoffen für. die Produktion kriegswichtiger Güter, nicht zuletzt vom Oel für den Antrieb seiner Schiffe und Fahrzeuge aller Art. Alles dies muß sich um so stärker auswirken, als das gesamte Material seiner Expeditionsarmee verloren gegangen ist und ersetzt werden muß. Wie aber soll England seine Zufuhren aufrechterhalten, wenn seine größten und für die Versorgung des Landes wichtigsten Häfen unter deutscher Waffenwirkung stehen? Die Sperrung des Kanals und der Aus- fall sämtlicher Zufuhren aus Skandinavien und den Ostseeländern muß zwangsläufig für die Hauptstadt und die wichtigsten Industriezentren in Süd- und Mittelengland eine katastrophale Lage herbeiführen. London allein nahm in normalen Zeiten etwas 40 v. H. der Gesamteinfuhr des Landes auf. Diese Lage muß sich zwangsläufig verschärfen in dem Umfange, wie auch die sud- und westenglischen Häfen unter unsere Blockadewirkung gelangen. Dennoch wird dieser wirtschaftliche Druck allein England nicht aus die Knie zwingen. Zu ihm aber tritt die militärische Macht, und diese ist heute schon nicht nur in den Gewässern um die britischen Inseln, sondern auch im Mittelmeer für England nur allzu deutlich fühlbar. Das Schwergewicht der Kriegführung gegen England aber liegt im Kanal. Im Kanal kann das schwere Schiff, das für die großräumige Seekriegführung seinen Wert behalten wird, nicht den Ausschlag geben; denn die Seeräume sind begrenzt und stehen vollkommen unter der Wirkung der Luftwaffe und der Kleinkriegsmittel des Seekrieges. Damit fällt ein wesentlicher Bestandteil der britischen Seemacht für die Verteidigung der Inseln fort. Nicht mehr aus der sicheren Ferne eines Scapa Flow kann die englische Flotte wirken. Deutschland hat dieses bequeme Instrument einer veralteten Seestrategie unwirksam gemacht und verbietet seine Anwendung. Heute diktiert Deutschland das Gesetz des Handelns. Der Kanal hat aufgehört, der „Graben" zu sein, der die britischen Inseln vom Festland trennt. Das ist die Lage Englands zur Stunde der Entscheidung. Deutschlands überlegene Macht, seine gewaltigen, unerschöpflichen Kampfmittel oder aber der Geist seiner glorreichen Wehrmacht und ihrer genialen Führung zu kennzeichnen, erübrigt sich. Das deutsche Volk kennt sie ebenso genau wie die ganze Wett. Des Führers Rede vom 19. Juli hat für feinen, der hören kann, einen Zweifel gelassen. Deutsche Soldaten der Feigheit bezichtigt! Niederträchtiger Berdrehungsversuch des Londoner Rundfunks. Berlin, 20. Juli. (DNB.) Wie die englische Presse beeilt sich auch der Londoner Rundfunk, den Appell des Führers an die Vernunft mit den Worten abzutun, die Engländer seien jetzt am Frieden überhaupt nicht interessiert. Zugleich wird der niederträchtige Versuch unternommen, die Ehre des deutschen Soldaten in den Schmutz zu ziehen. Zu der Feststellung des Führers, der Erfolg der Flandernschlacht sei vor allem dem deutschen Soldaten zu verdanken, erklärt der Sprecher wörtlich: „Aber wir wissen so gut wie sicher von den britischen Expeditionsstreitkräften, die aus Dünkirchen zurückkamen, daß jeder deutsche Soldat, der nicht im Schutz eines Tanks, eines motorisierten Fahrzeuges oder eines Sturzkampfflugzeuges war, dazu neigte, aus dem Kampf wegzulaufen mit der Geschwindigkeit eines gewöhnlichen Kaninchens." Es mag sein, daß die Kriegsverbrecher Churchill, Duff Cooper und Genossen es sehr nötig haben, ihr Volk über den Kampfwert der deutschen Truppen zu belügen und damit die Angst vor einer deutschen Invasion zu betäuben. Draußen in der Welt aber wird dieser erbärmliche Verdrehungsversuch nur dazu beitragen, die ganze Minderwertigkeit des Charakters der Plutokraten grell zu beleuchten. Worte wie „Gentleman" und „Fairneß" sind längst aus dem britischen Wörterbuch gestrichen. Allerdings sind in Dünkirchen Zehntausende davongelaufen „mit der Geschwindigkeit eines Kaninchens". Aber das waren, wie doch nun mal vor der Geschichte feststeht, Engländer, und diejenigen, vor denen sie weggelaufen sind, waren deutsche Soldaten. Ungestraft darf es keiner wagen, die deutschen Soldaten der Feigheit zu bezichtigen. Sie werden diesen pluto- kratischen Maulhewen die Antwort persönlich geben. 9er Führer überreicht dem Selben von Aarvik das Eichenlaub znm Ritterkreuz. M Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht überreichte am Samstag General der Infanterie Dietl, dem Helden von Narvik, persönlich das ihm verliehene Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. — (Prefse-Hvffmann-M.) Neue Erfolge der deutschen Lustwaffe. Der Wehrmachlsbencht vom Sonntag. B er 1 in, 21. Juli. (BJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Kampfflugzeuge griffen am 20. 7. und in der Nacht zum 21. Juli Flugplätze, Hafen- und Tankanlagen in Süd- und Mittelengland sowie Jnduftriewerke bei Newcastle an. — Die Bombenabwürfe riefen Brände und Explosionen hervor.^Bei Angriffen gegen Geleilzüge wurden ein feindlicher Kreuzer und zwei Zerstörer getroffen und schwer beschädigt. — hierbei schossen unsere Jäger in Lustkämpfen über dem Kanal a ch t f e i n d- liche Flugzeuge ab. — Lin weiteres feindliches Flugzeug wurde bei Rotterdam abgeschossen. Im Laufe der Nacht warfen britische Flugzeuge wieder Bomben über Nord- und Westdeutschland sowie über Holland ab. Der an- gerlchtele Schaden ist unerheblich. Mehrere Bomben fielen in eine kleinere norddeutsche Stadt, wodurch sieben Zivilpersonen getötet wurden. Bei diesen nächtlichen Angriffen gelang es, neun feindliche Flugzeuge abzuschlehen, davon sieben durch Flakartillerie, zwei durch Nachtjäger. Feindliche Flieger wurden bei einem Angriff gegen Wilhelmshaven durch starke Abwehr zum vorzeitigen Abdrehen gezwungen und vier von ihnen durch Flakartillerie der Kriegsmarine a b geschossen. Die Gesamtverluste des Feindes betrugen gestern 22 Flugzeuge. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. Der Wehrmachlsbericht vom Samstag. Berlin, 20. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Lin U-Boot meldet die Versenkung von 24 700 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes. Kampfverbände der L u f t w a f f e griffen in Südengland und Schottland gelegene Kraftwerke, Lagerhäuser, Hafen- und Dockanlagen sowie Nachfchub- lager, Flakstellungen und Flugplätze mit gutem Erfolg an. Weitere Angriffe richteten sich gegen Kriegsund handelsschiffsziele vor der Südküste Englands. Lin Handelsschiff von 5000 BRT. wurde durch Volltreffer versenkt, drei weitere Handelsschiffe und ein Zerstörer durch Treffer zum Test erheblich beschädigt. Wie bereits bekanntgegeben, sind ohne eigene Verluste über dem Kanal 15 britische Jagdflugzeuge, und zwar 12 des Musters Defiant, zwei des Musters Spltfire und eines vom Typ hurricane durch unsere Messerschmitt-Jäger bei Luftkämpfen abgeschosfen worden. Durch Abschuß von weiteren sechs britischen Spitflre-Jagdflugzeugen hat sich diese Zahl im Laufe des Tages a u f 2 1 erhöht. Ein britisches Flugzeug wurde durch die Flakartillerie der Kriegsmarine abgeschossen. FeindlicheFlugzeuge warfen in der Nacht zum 20.7. wiederum Bomben über Nord- und Westdeutschland ab. Mehrere Zivilpersonen wurden dabei verletzt. Bei diesen Nachtangriffen sind fünf britische Bomber, und zwar drei durch Flakartillerie und zwei durch Nachtjäger abgeschossen worden. Die Gesamkverluste des Feindes betragen damit gestern 27 Flugzeuge. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt. Rege Tätigkeit der italienischen Luftwaffe. Der italienische Wehrmachtsbericht vom Sonntag. Rom, 21. Juli. (DNB.) Der italienische Heeresbericht hat folgenden Wortlaut: Unsere Flugzeuge haben eine wirkungsvolle nächtliche Bombardierung auf das Torpedos lager von Malta aus niedriger höhe durchgeführt, wobei ausgedehnte Brände hervorgerufen wurden. Alle unsere Flugzeuge sind unversehrt zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. In Nord^ a fr ika wurde ein englisches Flugzeug ab geschossen und seine drei Mann starke Besatzung gefangenengenommen. In Ostafrika haben unsere Flugzeuge wirkungsvolle Bombenangriffe auf den Flug, zeugstühpunkt von Buna (Lenya) sowie auf den Luft- und Flottenstützpunkt von Berbern und feindliche Stellungen in der Zone von K u r a u k (Anglo- ägyptischer Sudan) durchgeführt. Lines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Seegefecht bei Kreta. Der italienische Wehrmachtsbericht vom Samstag. Rom, 20.Juli. (DNB.) Der italienische Heeresbericht hat folgenden Wortlaut: Bei Kreta hat sich in der Morgenfrühe des gestrigen Tages ein dreistündiges Gefecht zwischen unseren leichten Kreuzern „Giovanni delle Bande Nere" und „Bartolomeo Lolleoni" von je 5000 Tonnen und einem englischen Verband, bestehend aus zwei gepanzerten Kreuzern von je 7000 Tonnen der Sydney Klasse und vier Zerstörern, abgespielt. Trotz der klaren Ueberlegenheit der feindlichen Streitkräfte haben unsere Kreuzer das Gefecht ausgenommen und dem Feind schweren Schaden zugefügt. Der Kreuzer „Bartolomeo Lolleonl" wurde in einem lebenswichtigen Teil getroffen und stillgelegt; er ist nach hartnäckigem Kampf gesunken. Ls wird angenommen, daß ein guter Teil der Besatzung gerettet ist. Unsere Bomberverbände haben die feindlichen Streite tröffe erreicht und sie wiederholt mit Bomben belegt, wobei die Kreuzer mehrmals getroffen worden sind. Lin feindliches Schiff geriet in Brand und ist gesunken. Unsere Flugzeuge sind alle zu ihren Stützpunkten zu- rückgekehrt. Fn gemeinsamem Kampf zum Siege. Telegrammwechsel zwischen dem Führer und dem Duce. Berlin, 21. Juli. (DNB.) Mussolini hat an den Führer das nachstehende Telegramm gerichtete „Die Worte Ihrer großen Reichstagsrede sind unmittelbar zum Herzen des italienischen Volkes gegangen. Ich danke Ihnen, und ich wiederhole Ihnen, daß das italienische Volk, was auch kommen mag, mit dem Ihrigen marschieren wird bis an das Ende, d. h. bis zum Siege gez. Mussolini." Der Führer hat hierauf telegraphisch wie folgt gedankt: „Ich danke Ihnen, Duce, für Ihr freundschaftliches Telegramm. Vereint in unserer Weltanschauung und verbündet in der Kraft unserer Waffen, werden das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland die Freiheit unserer Völker siegreich erkämpfen gez. Adolf Hitler." Graf Ciano nach Italien zurückgekehrt. Unterredung mit dem Führer. Empfang in Karinhall. Berlin, 20.Juli. (DNB.) Der Führer empfing Samstag vormittag in Gegenwart des Reichs- minifters des Auswärtigen v. Ribbentrop den italienifchen Minister des Aeußeren Graf C i a n o zu einer längeren Unterredung. Der italienische Botschafter in Berlin, Alfieri, der Chef der Präsidialkanzlei, Staatsminister Dr. Meißner, und der deutsche Botschafter in Rom, von Mackensen, wohnten der Unterredung bei. Auch der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, empfing den Grafen Ciano, der von Botschafter Alfieri begleitet war. Reichsmarschall Göring und Frau Göring empfingen am Samstagnachmittag den italienischen Außenminister in Karinhall. An dem Empfang nahmen teil Botschafter Alfieri und Frau Alfieri, sowie die Begleiter des Grafen Ciano und Mitglie- Oie 12 Generalfeldmarschälle des Reiches. MW L; "1 ' tz .E ' v. Brauchitfch o. Rundftedt v. Leeb v. Dock List v. Kluge I v. Witzleben v. Reichenau Milch Lperrlß «eüelrwg Oer Führer ehrt seine Mitarbeiter ng an die UdSSR. Ebenso be- s ch e Kammer den Eintritt Estlands >esetzten französischen Gebiet b°- von den Franzosen ersessenen f)r. Karl Roo- ten deutschen Kriegsgefangenen zusammenarbeiteten, die Abgeordneten Rohe, Mau^ Kl55NEfc Musketier^ Offnere ..Tn^nttKe^ 23** Feinheiten ifjrer Mischung erhalten bleiben. »CÜLDENRINC mit VmunostOck 4PFG* ^olOaren rauchen. aufmerffamer,fie genießen den Tab ar gründlicher, schon deshalb, weil sie oft mehr wissen,wann sie ihren Von rat wieder ergänzen fön// nen.Da wir uns mit Der Herstellung unserer Ziga§ • retten sehr viel Mühe geben, glauben wir,unsere Marten gerade den Soldaten beson- Ders empfehlen zu dürfen. terhaltungen und bunte Abende in reichhaltigster Form veranstalten. Eröffnung der »Großen deutschen Kunstausstellung" am 22. Juli. Die „Große deutsche Kunstausstellung 1940“ im haus der deutschen Kunst in München wird am Samstag, dem 27. Juli 1940, eröffnet. Die Tatsache, dah das Grohdeutsche Reich auch mitten im Kriege nicht auf die Durchführung seiner nun schon zu einer wertvollen Tradition gewordenen alljährlichen Kunstausstellung im Hause der deutschen Kunst zu München verzichtet, ist ein neuer und überzeugender Beweis für die innere Kraft und die Siegesgewißheit des deutschen Volkes. Litauen, Estland und Lettland Sowjetrepubliken. ausgeliefert sein und in Lazaretten im Reich Aufnahme gefunden haben werden. Die 42 aus dem fLanzöfisch-marokka- Nischen Gefangenenlager Settat ent- lassenen deutschen Volksgenossen reisten unter der Führung des Befehlsleiters Walter haux vom Ma- drider Nordbahnhof ab über San Sebafttan durch das besetzte Gebiet Frankreichs zunächst nach Paris, von wo sie dann weiter in die Heimat reisen werden. Elsässische und lothringische Abgeordnete befreit. Sechs Milliarden Dollar zum Ausbau der Kriegsflotte der USA. Mailand, 21. Juli. (Europapreß.) Wie „Stampa" aus Washington erfährt, hat Präsident Roosevelt ein Gesetz unterzeichnet, das weitere Rüstungsausgaben in höhe von vier bis sechs Milliarden Dollar zur Verstärkung der nord- amerikanischen Flotte vorsieht. Die Kriegsflotte der USA. solle so ausgebaut werden, daß sie imstande sei, jeder Mächtekombination ent- gegenzutreten. Es seien bereits 83 Millionen Dollar zur Inangriffnahme der ersten Schiffsbauten des großen Programms, daß bis 1947 durch« geführt werden solle, beim Kongreß beantragt worden. Marineminister Knox erklärte, dem Kongreß werde in der nächsten Sitzung eine Gesetzesvorlage unterbreitet werden, die in den Vereinigten Staaten eine Art obligatorischer militärischer Ausbildung einführe. — Es seien alle Anzeichen vorhanden, dah der Kongreß die Vorlage gutheißen Eine überaus eindrucksvolle Szene, von der unser Bildnachtrag bericfjtet erlebte ber oI® der Rührer in seiner Rede die Beförderungen der Offiziere bekanntgab, die einen besonderen zinteu an dm Siegen in Skandinavien und Frankreich hatten. Jedesmal, wenn der Führer emen neuen Namen nannte, erhob sich der Geehrte auf dem Rang, um mit erhobenem 2[rm für b e ^eÄ " zu danken. Die Abgeordneten grüßten freudig die verdienten Offiziere. — (Scherl Bilderdienll rer, Stürmel, Generalrat Antoni, Bickler, Schall, Haus, Schlegel, Keppi, Brauner, Dr. Oster, Biber, Nußbaum, Lang und Camille Meyer. Deutsche Künstler bei den Helden von Narvik. Berlin, 20. Juli. (DNB.) Wie der Leiter der Truppenbetreuung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Reichskulturwaster Hinkel, bekannt gibt, begaben sich auf Veranlassung des Präsidenten der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. Goebbels in diesen Tagen deutsche Künstler zu unseren Truppen im Bereich Narvik, so ein Ensemble des Tiroler Landestheaters in Innsbruck, ostmärkische Musiker und Filmtrupps. Ferner wurden Tausende von Büchern, Musikinstrumente, Rundfunkgeräte, Gramolas, Schallplatten und Gesellschaftsspiele gesandt. Bekannte Solisten, ostmärkische Musikenfembles und Ballettruppen verlassen in den nächsten Tagen Berlin. Auch dieser zweite Zug wird wieder Musikinstrumente, Bücher und Sportgeräte mitführen. Die Künstler werden in allen Standorten im Bereich Narvik Theaterabende mit ostmärkischen Bauernkomödien, musikalische Un- Kowno, 21. Juli. (DNB.) Im Sejm hat der litauische Innenminister in seiner Eigenschaft als Ab- geordneter eine Deklaration verlesen, der zufolge die RepublikLitauenmit sofortiger Wirkung die sowjetische Verfassung etngeführt hat und alsRätestaat anzusehen ist. — Das neugebildete lettische Parlament beschloß ebenso die Umgestaltung Lettlands zu einer Sowjetrepublik und die Anglieder.un ‘ ‘ schloß die estnische Kammer den Eintritt Estlanl in die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Colmar, 21. Juli. (DNB.) Die sett Monaten im Gefängnis zu N an zig inhaftierten und beim herannahen der siegreichen deutschen Truppen in verschiedene, bis an die Pyrenäen gelegene sudsran- zösische Strafanstalten verschleppten Elsässer und Lothringer, die des Komplottes gegen Frankreich bezichtigt waren, haben soeben das unbesetzte Gebiet Frankreichs verlassen und befinden sich in Freiheit. Es handelt sich um Verfechter der elsaß-lothringischen heimatsrechte, die mit dem von den Franwsen erschossenen D der der italienischen Botschaft mit ihren Damen. Von deutscher Seite waren neben dem engeren Familienkreis des Reichsmarschalls und seiner näheren Umgebung u. a. anwesend: Generalfeldmarschall Milch, Prinz Philipp von Hessen, Generaloberst U d e t, Reichspressechef Dr. Dietrich, die Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker und Körner, Botschafter von Mackensen und General der Flieger Jeschonnek. Graf Ciano nahm um 20.30 Uhr an einem ihm zu Ehren auf der italienischen Botschaft gegebenen Essen teil. Unter den Gästen bemerkte man Reichsaußenminister v. Ribbentrop, den Chef der deutschen Polizei, Himmler, Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk, Reichsernährungsminister Darr6, Staatssekretär im Auswärtigen Amt von Weizsäcker, die Unterstaatssekretär Woermann und Gaus, Botschafter von Mackensen, den Stadtkommandanten von Berlin, General Seiffert, den Chef des Protokolls, von Dörnberg, den Leiter der Presseabteilung im Auswärtigen Amt, Geheimrat Schmidt, Gesandten Luther, Geheimrat Rintelen und Bürgermeister Steeg. Graf Ciano hat sich am Samstagabend mit den Herren seiner Begleitung nach Italien zurückbegeben. Der Reichsminister des Auswärtigen vonRibbentrop geleitete den italienischen Gast zum Anhalter Bahnhof. Botschafter Alfieri mit den Mitgliedern der Botschaft sowie die Vertreter des Faszio und der italienischen Kolonie in Berlin waren ebenfalls erschienen. Frankreichs Antwort auf Oran England lehnte Wiedergutmachung der Piratentat ab. Bern, 20. Juli. (DNB.) havas meldet aus Dichy, der französische Außenminister B a u d o i n habe der Presse erklärt, daß die französische Regierung beschlossen hatte, die diplomatischen Beziehungen mit Großbritannien abzubrechen. Zu diesem Zweck begab sich am 8. Juli der französische Geschäftsträger in London zn Lord Halifax, um ihn von diesem Beschluß in Kenntnis zu setzen. Lord Halifax reate die Wiederherstellung der normalen diplomatischen Beziehungen an. Die französische Regierung antwortete, daß vorher gewisse Bedingungen erfüllt werden müßten, so die Herausgabe der ungehörig von Großbritannien beschlagnahmten Schiffe und der von Großbritannien im Hafen von Alexandrien und in den englischen Häsen widerrechtlich festgehaltenen Schiffe sowie die volle Wiedergutmachung der bei den bn- tifchen Angriffen erfolgten Schäden. Nach Informationen aus London ist die britische Regierung nicht bereit, in die Freigabe der französischen Schiffe einzuwilligen. Der französische Geschäftsträger habe also alle Maßnahmen getroffen, um das britische Hoheitsgebiet zu verlassen. — Frankreich hat demnach auf den brittschen Akt brutaler Piraterie die einzig mögliche Antwort erteilt. Oie ersten deutschen Kriegsgefangenen aus dem unbesetzten Gebiet in Deutschland eingetroffen. Berlin, 20. Juli. (DNB.) Freitag nachmittag trafen die er st en fünf Sanitätsflugzeuge mit 30 verwundeten deutschen Kriegsgefangenen aus dem unbesetzten französischen Gebiet in Deutschland ein. Die Verwundeten wurden sofort in Sanitätsautos zur weiteren ärztlichen Behandlung nach Heidelberg übergeführt. Samstag würden abermals mittels Sanitätsflugzeugen kriegsgefangene verwundete Soldaten nach Deutschland übergeführt. Es kann damit ae- rechnet werden, daß bis Ende der Wyche^ auch die letzten noch im unbt,..,.— ------- , findlichen verwundeten deutschen Kriegsgefangenen werde. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat die ---Gruppenführer Reichsaußenminister von Ribbentrop, Reichsleiter Martin B o r m a n n und Reichsminister Dr. L a m - m e r s zu ---Obergruppenführern befördert. ♦ Der Führer empfing in Gegenwart des Reichs- Ministers des Auswärtigen den neuernannten B o t - schaftervonChile, Oberst Tobias Barres, so- wie die neuen Gesandten von Finnland, Professor Dr. Toivo Mikael Kivimäki, und von Rumänien, Senator Alexander Romalo, zur Heber- reichung ihrer Beglaubigungsschreiben. Eine Abteilung der ---Leibstandarte erwies-bei der An- und Abfahrt der Diplomaten die militärischen Ehrenbezei- gungen. * Im Zuge der Rückkehr der Saarländer in ihre Heimat ist am 18. Juli 1940 die „Saarbrücker Zeitun g", deren letzte Nummer noch am 3. September v. I. herausgekommen war, wieder erschienen. Die Zeitung besteht seit 4761 und dokumentiert damit Samer dRaucfyer; denn wir wissen, dass sie jeder JCritik gewachsen istnSie wird nach wie vor in reiner und unveränderter Orient- Wir unurvKrfsn «xsm GÜLDEN RING WMt txrgiMtt-, fw,*» „■«SJKuncfctiiA g«mdonWaufm.rR.- »r»#«* Qurchfeucfjtung, es sorgt also dafür, dass alle H ein gutes Stück deutscher Geschichte und deutsches Schicksal in der Westmark des Reiches. * Zum vierten Male versuchten in der Nacht zum Sonntag enalische Flieger Einflüge in das dänische Luftgebiet, wurden aber, wie in den vorhergehenden Fällen, durch die deutsche Luftwaffe zurückgeschlagen. ♦ - Mehrere englische Bomber haben in der Nacht zum Sonntag schwedisches Gebiet überflogen und damit abermals die schwedische Neutralität verletzt. Die schwedische Neutralitätswacht beschoß mehrere englische Flugzeuge. * Eine Liste der seit dem 9. April 1940 verlorenen norwegischen Tonnage umfaßt 17 norwegische Handelsschiffe mit insgesamt 68 699 BRT. Dabei handelt es sich um solche norwegische Schiffe, die unter englischer Kontrolle standen. Von den Besatzungen kamen 55 Mann ums Leben. * England maßt sich an, die Auslieferung von 100 in USA. hergestellten Flugzeugen zu fordern, die sich an Bord des französischen Flugzeugträg e r s „B e a r n" bei Martinique befinden. Von französischer Seite wird die Auslieferung der Flugzeuge verweigert. Die rumänische Oeffentlichkeit fordert die Ausweisung des Korrespondenten der offiziellen britischen Nachrichtenagentur Reuter, der in den letzten Tagen falsche Nachrichten verbreitet hat, die geeignet sind, eine russisch-rumänische Spannung und Wirren auf dem Balkan aufkommen zu lassen, und die natürlich jeder Grundlage entbehren. * Der Bürgermeister von Reims, Marchandeau, erklärte dem „Jour-Echo de Paris", daß im Gegensatz zu den Behauptungen von Flüchtlingen, die durch Reims gekommen sind, die K a t h e d r a l e im Laufe des Krieges keinen Schaden erlitten habe. * General A l m a z a n, der sich am 7. Juli um den Posten des mexikanischen Präsidenten beworben hatte, nach Angabe der Regierungspartei aber gegen deren Kandidaten Camacho verloren hatte, erschien zur allgemeinen Ueberraschung in Havanna, um der Konferenz der amerikanischen - i Unser Bild zeigt Adolf Hitler während seiner Rede. Hinter ihm auf dem Sitz des Präsidenten Reichsmarschall Göring. Auf der Ministerbank in der ersten Reihe von rechts: Reichsminister Rudolf Heß, Reichsaußenminister von Ribbentrop, Großadmiral R a e d e r, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, Generalfeldmarschall Keitel, Reichsminister Dr. F r i ck. — In der zweiten Reihe: Reichsminister Dr. G o e b - b e l s, Reichsprotektor Freiherr von Neurath, die Reichsminister Graf Schwerin-Krosigk, Funk, Dr. Schacht, Gürtner, Darr 6, Rust, Kerrl und S e l d t e. — (Scherl-Bilderdienst-M. bzw. Autoflex.) Außenminister die Aufforderung vorzutragen, daß sie Camacho nicht anerkennen sollten, widrigenfalls es in Mexiko eine Revolution geben werde. Zwischen Deutschland und Ungarn haben Verhandlungen über die weitere Gestaltung der Wirtschaftsbeziehungen stattgefunden. Die neuen Abkommen bringen auf der Grundlage der früheren Verträge eine weitere erhebliche Ausdehnung und Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen dsn beiden Ländern. Aus aller Well. Lusimörder Zimmermann hingerichlet. Der vom Sondergericht Berlin am 18. Juli 1940 zum Tode sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ans Lebenszeit verurteilte vierfache Lustmörder Rudolf Zimmermann ist hingerichtet worden. Slowakisches Dorf eingeäschert. Die Gemeinde Unterrcruschenbach inder Ober- z i p s wurde durch eine Feuersbrunst vollständig vernichtet. Einzig die Kirche und das Schulgebäude konnten gerettet werden, während 50 Gehöfte ein Opfer der Flammen wurden. Der größte Teil des Viehbestandes wurde gleichfalls vernichtet. Hauptichrtftleitrr: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter btt HauptschristletterS: Heinrich Ludwig Neuner. Verantwortlich für Poltttz Feuilleton und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt): i. B.: Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckerei R. Lange L. G. BerlagSleitrr: Dr.»Ing. Erich Hamann: Ameigenletier: HanS Beck. Verantwortlich für den Fnhalt der Ameigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.S. Ernst Ziegler, Konditor im 34. Lebensjahre. Gießen-Wieseck, Aschersleben, den 22. Juli 1940. Beerdigung findet statt Dienstag, den 23. Juli, nachmittags 3 Uhr. 3321 D Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr,Industrie und Bewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 Mit offenen Außen Drei Jungen und ein Mädel entdecken ihre Waldheimat. Don .Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 Hugo Bermühler Verlag Berlin - Lichterfelde tahgarDilnr bestehend aus Dreschwagen, Bulldogg (Lanz) Strotwress.Lanz Anhängerwagen Elektromotor (neu, 20 PS), 600-700 Dreschstunden, Umstände halber sofort zu verkauf. [3328D Heinrich Haas Gießen Marktplatz 7 Tel.2587.Anzus. Watzenborn-Steinl). 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Juli, nachmittags 3 Uhr. _________________________________________________________________________________02496 Gießen, den 22. Juli 1940. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. 3326 D Werbe-Drucksachen liefert Brühl, Gießen ist am 20. Juli nach kurzer Krankheit im Alter von 89 Jahren zur ewigen Ruhe heimgegangen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Amalie Hilz und Kinder. Mein lieber Schwiegervater, unser guter Großvater und Urgroßvater Herr Adam Hilz Keine Ursprungszeugnisse, wndern nur Zeugnisabschriften dem Be- Werbungsschreiben beilegen! — LtchtbUder undBewerbungsuntev- lagen müsfen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Arbeiter gesucht 3322D Ed. Künkel Bahnhofstraße 8 | Verkäufe [ 2schl. Bettstellen mit Matratze, 2tttr. Kleiderschr. kleine Obstpresse zu verkauf, s02407 Tammstraße 34. 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Nachdem der Vereinsführer, Beigeordneter Nicolaus, die Vorstandsmitglieder begrüßt hatte, wurde in die Tagesordnung eingetreten. Bei der Rückschau über die Vereinstätigkeit wurde betont, daß diese infolge der Kriegszeit eine nicht gerade rege war. Auch im kommenden Abschnitt soll von einer größeren Veranstaltung abgesehen werden und dafür dem Deutschen Roten Kreuz einen Betrag von 50 RM. zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt werden. Die diesjährige Hauptversammlung ist auf den 25. August festgelegt worden, die auch wie in den Vorjahren, mit einer Familienfeier, mit musikalischen Umrahmungen und einem Vortrag verbunden sein wird. Zur weiteren Verschöneruiig der Umgebung des Schiffenbergs sollen Bänke, die jetzt nicht an den günstigsten Plätzen stehen, an solche Plätze gestellt werden, die dem Ruhenden auch eine schöne Aussicht bieten. Weiterhin soll mit der zuständiger Stelle in Verbindung getreten werden, um die Eisteiche an der Schiffenberger Straße zusammenzulegen und zu einem schönen Platze auszubauen, an dem der Gießener Bürger nach getaner Arbeit seine Freude haben soll. Der Platz am Barbarenstein, auf dem Limes, soll durch Aus- bauung und Anpflanzung eine Verschönerung erfahren, so daß damit für die Bewohner der umliegenden Dörfer ein Anziehungs- und Besuchsort geschaffen wird. So wird auch in den kommenden Vereinsjahren die Heimatoereinigung „Schiffenberg" durch stete Arbeit an der Verschönerung der Umgebung ihre Ziele verwirklichen. ** Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Rechtsanwalt Dr. G. W. K a l b f l e i s ch, zur Zeit Wachtmeister in einem Artillerie-Regiment, ist mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet worden. — Das Eiserne Kreuz II. Klasse erhielt ferner der 19 Jahre alte Fahnenjunker Rolf Lutz Schnell in einem Infanterie-Regiment für besondere Tapferkeit vor dem Feinde. Deutschland erkämpft sei. Wer da aber heute noch glaube, sich dem Wehrmannschaftsdienst, selbst wenn er freiwilliger Art sei, entziehen zu können, der schließe sich gegenüber seinen Volksgenossen selbst aus der Kameradschaft deütschdenkender Männer aus. Infolge Ablegung der nicht leichten Prüfungen zur Erlangung des SA.-Wehrabzeichens konnte auch gestern wiedenr an 17 SA.-Männer das erworbene SA.-Wehrabzeichen überreicht werden. abschnitt. Und bald prangte unter dem Weihnachts- baum des Bäckers funkelneu angestrichen und be- zäumt und beschweift ein Rappe mit teuflisch türkischen Augen, und des Nachbars Aeltester der Franzel, bestieg ihn und ritt ihn fortan zwei Jahre lang. Dann tauchte das Tier weihnachtlich wieder zum Rotfuchs gewandelt auf, und der Seppel kam an die Reihe. Und aber nach einem Jahr erjchien ein semmelgelbes Pferd mit grünem Sattel, und der Michel nahm es zwischen die Schenkel. Und hernach kam es zur Verwandtschaft, der es ebenfalls an Buben nicht mangelte, und dort lebte es, von der heimlichen Kunst des Aehnels immer wieder verjüngt und gewandelt, als Brauner, als Falbe, als Scheck, kurzum in allen möglichen Farbtönungen. Vielleicht auch in Blau. Denn warum soll es nicht auch einmal einen blauen Schimmel geben? Mit immer schnelleren Hufen jagte die Zeit weiter. Mein Sohn war inzwischen Mittelschüler geworben und grüßte die Mädchen. Zweimal noch begegnete ich unserem alten Rotz- lein. „ r . . . Das eine Mal hatte es goldene Hufe und wiegte sich hinter den Gärten der Stadt unter sieben andern Schaukelpferden. „Was treibt ihr da? fragte ich staunend die kleine Reiterei. Einer von den Buben erwiderte, sie spielten Einzug in Jerusalem. Der Toner! vom Klempnermeister saß auf dem gold- behuften Tier und war Jesus. , Und nach manchem Jahr fand ich das Rossel tm Hof des Bäckers auf einem Haufen Brennholz. Seine Augenhöhlen waren leer, der tapfere Blick darin war versiegt, die schmutzigen Hufe waren von den Kufen gelöst, der Leib war zerspalten, em Bem fehlte. Verschrammt und abgekämpft lag es da, niemand reichte ihm das. Gnadenbrot. Die kühne Mähne war spärlich geworden wie der Hafer des armen Mannes. . Und dennoch: das Rößlein hatte ein erfülltes Leben hinter sich. In immerwährender Seelenwanderung war es über die Welt dahingeschaukelt. Elf strahlende Buben hatte es in träumerische Abenteuer getragen und ihnen die ersten Schimmer männlichen Heldentums spielerisch ins erwachende Herz gewiegt. O Rößlein der Kindheit, soll ich um dich trauern? Bald war der verstümmelte Leib verschwunden. Aus dem Rauchfang der Bäckerei aber stieg ein wunderblauer Holzrauch steil empor und löste sich im höchsten Himmel. zottige Riesenkerle? Jedenfalls beneidete ich meinen Sohn, und jetzt nach so vielen Jahren kann ich es ja gestehen, daß ich in meiner Neugier einmal bei verschlossenen Türen gleichfalls den Ritt auf dem Schaukelschimmel versuchte. Das Tier bot übrigens eine Fülle neuer Möglichkeiten: es wurde gekämmt und gestriegelt; es mußte, als der Frühling ausbrach, im Garten grasen; es mußte saufen aus dem Flüßlein Angel, das sommerlich dünn unter den Büschen vor unferm Hause vorüberschlich. Es erkrankte, hatte Zahnweh, und sein trotziger Kopf wurde barmherzig imt einem Tüchlein umwunden. Auf die Entwicklung neuer häuslicher Gepflogenheiten wirkte der Schimmel bestimmend ein. Dazu- yial war ich noch ein junger, grüner Schulmeister, und immer, wenn ich ins Amt ging, begehrte der Jörge! einen Kuß von mir, und wenn er ihn erhalten hatte, befahl er: „Und der Mutter auch! Und hernach befchl er zum dritten: „Und dem Schaukelpferd auch!" Es ist das einzige Tier, das ich mein Lebtag geküßt habe. „ Die Jahre fliehen. Der Bub entwuchs dem Rotz- lein, seine mädchenhaften Locken fielen unter der Schere, sein Gesicht wurde jungenhafter, nüchterner, sein Sinn kehrte sich männlicheren Dingen zu. Er schmiedete Schwerter, er baute mittels wer Schweinsblasen ein Luftschiff, er wurde mit seinen Spießgesellen in Felsen, Dickichten und Baumwlp- feln unsichtbar. Er lernte die Zahl kennen, die Täterin aller Träumerei; er lernte kennen, was d:e Dinge kosteten. Er bekam Baukasten, womit er Brucken, Krane und Türme aus Holz und aus Stahl baute. Ihn zog plötzlich die wilde Poesie der Maschinen an; er begann blitzschnell die Ergebnisse seines technischen Zeitalters zu durchschauen, die seinem humanistisch gebildeten. Vater stets em unlösbares Rätsel blieben (rvas dieser jedoch vor der Mitwelt mit nicht geringer Lebenskunst zu verbergen wußte). , Jahrelang trauerte nun der Schimmel ungeritten und ungekußt im Dämmer des Gerümpelbodens. Aber seine Sendung war noch nicht vorüber. Er tauchte wieder glorreich ans Licht. Dem benachbarten Bäcker brachte der Storch alljährlich ein Büdlein, und der Aebnel dort, ein in tausend Fertigkeiten bewanderter Mann, holte einmal im Herbst das Schaukelpferd und bastelte ve^ stöhlen daran und erneuerte zunächst den kläglich gewordenen Schweif, indem er in den Stall schlich und dem lebendigen Roß dort eine Handvoll Haare Tageskalender für IHonfag. Gloria-Palast, Seltersweg: „So endete eine Siebe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Sündenbock"; in beiden Häusern neuste Tonwoche „Zwischen den Schlachten". Notizen für den 23. Zull. Sonnenaufgang 5.32 Uhr, Sonnenuntergang 21.30 Uhr. — Monduntergang 9.53 Uhr, Mondaufgang 22.57 Uhr. Oberhessische Kaltblutfohlen für Bayern. NSG. Die in Ni ed er-W ei sel durchgeführte oberhessische Fohlenversteigerung gestaltete sich zu einem großen pferdezuch- t e r i s ch e n Erfolg. Es waren 45 Kaltblutfohlen (14 Stut- und 31 Hengstfohlen) und 25 Warmblutfohlen (5 Stut- und 20 Hengstfohlen) aufgetrieben, die ausnahmslos aus heimischen Zuchten, vorwiegend von Darrststädter Landgestütshengsten stammten. 5 erstklassige Kaltblut- und 6 Warmblutfohlen erhielten 1. Preise. Bei flottem Verlauf der Versteigerung wurde eine ganze Anzahl Kaltblutfohlen nach Bayern, sowie 6 Warmblutfohlen in die Pfalz verkauft. _______________ Wie wir am Freitag berichteten, sind gegenwärtig Pimpfe, Horden- und Jungenschaftsführer in der Gauführerschule im Bergwerkswald vereinigt, um für ihre spätere Aufgabe als Jungvolk- und HJ.-Führer vorbereitet zu werden. Unsere Bilder zeigen Ausschnitte aus dem Lager. Bild oben zeigt die Pimpfe beim fröhlichen Sport, hier bei einem Rugbyspiel, bei dem es sehr laut und sehr bewegt zugeht. Ein hartnäckiger Kampf um den Medizinball hat eingesetzt. Bild unten zeigt die Pimpfe bei ernster Arbeit. Mit aller Aufmerksamkeit widmen sie sich der Technik des Kartenlesens, der Anwendung des Kompasses und des Planzeigers. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Rößlein der Kindheit. Don Hans Watzttk. Unter dem Geburtstagstisch schimmerte ein hagebüchenes, apfelrundes Schaukelpferd. Mein Junge, damals drei Jahre alt, näherte sich sofort dem Tier Es war ein Schimmel. Grundfest stand er nut seinen derben, verläßlichen Pinzgauerbeinen auf den sanft gebogenen Kufen, die Glasaugen voll ungestümen Feuers, die ledernen Oehrlem wachsam ausgereckt, die Nüstern hochgezogen und die Zahne bedenklich fletschend, wallend und stolz die Mahne aus dem kühnen Nacken. Der Bub ging nicht ohne Mißtrauen um das. Roß herum. Es endete hinten in einen ritterlich üppigen Schweif, in dessen Schwung sich ein gewisser Heldenmut offenbarte, obzwar wie das Söhnlein sofort feststellte — das flad/ferne Gebilde in ein zweckmäßig gebohrtes Loch emge- leimt war. Es war ein tadelloser Schimmel, fein weißes Fell war hie und da von zart hingehauch- ten grauen Flecken malerisch verschleiert, und an den behäbigen Flanken hingen einladend die blitzblanken Steigbügel. Fürwahr, kein noch so edler Wüsten- scheich hat je ein solch wackeres Vollblut geritten. Der Jörgel faßte nun einiges Vertrauen zu dem Geschöpf und ließ sich auf die rotgemalte Satteldecke heben, stellte die Zehen in die Bügel, ergriff den Zügel und begann mit äußerster Borsicht ein wenig zu schaukeln. Hurrah, es ging! Wie eine Wiege bewegte sich das Roß; der tapfere, 'u ^den- teuer hinauszielende Kopf hob und senkte sich, und hinter dem Reiter ging es ähnlich vonstatten. l)as Gesicht des Buben verklärte sich- Von der Lust des gleichmäßigen Schwunges erfaßt, begleitete er me Bewegung mit den entzückt gestammelten Warten. „Und hin! Und her! Und hin! Und her! Schaukel — Schimmel! Schaukel — Schimmel Plötzlich hielt er inne. Sein geschäftlicher toinn war erwacht. „Vater, woher ist das Roß? Aus dem Himmel ist es nicht gefallen, da hatt es sich den ^°Jch ^a^bas ein. Mit der Lüge von^.emem himmlischen Ursprung war hi diesem Sachlichke^- menschen da nichts auszurichten. „Das Rossel stamm aus Dem Rantscherwald", Hub ich mchcher an. „Du kennst doch den Erlhof, der tief und einsam drm liegt?" v , g.u „Von dort also ist das Roß her? . jawohl. Und sein Vater war em Schimmel und fein Großvater auch einer," „Und seine Großmutter war auch eine Schimmelin?" „ . .... Jawohl. Und der Großvater war das schönste Roß im ganzen Grenzgebirge. Der Fürst wollte dafür dem Erlhofbauern den ganzen grünen Ranis cher- wald geben. Aber der Bauer, der tauschte nicht. Selbstverständlich nicht. Er sagte immer: Kein schöneres Roß als ein Schimmel, voraus der meine! Hernach hat ihm der Fürst sieben graue Rösser geben wollen. Der Erlhofbauer hat den Kopf geschüttelt. Er hat gesagt: Hubert graue Rosier machen noch immer keinen Schimmel? Aber zuletzt hat er den Schimmel doch verkauft. Vor hundert Jahren und um hundert Taler." . „Das ist gar nicht schön von ihm , meinte der Jörgel traurig. . . Er hat ihn über die Grenze hinüber ins Bayrische verkauft. Aber es hat ihn bald gereut. Und m der Nacht ist der Erlhofer ins Bayrische geschlichen, hat dort heimlich den Schimmel von der Raufe losgebunden, und wie jetzt die anderen Rosier unruhig werden und stampfen, die Knechte erwachen und aus dem Haus rennen, reißt öer (M)ofer den Schimmel aus dem Stall, schwingt sich darauf, und mit einem einzigen Satz springt das Roß über den riesigen Misthaufen, und bald hort man es lustig weit drin im Rantscher wiehern." , 9„ Warum kann der Schimmel da nicht wiehern? fährt mir der Jörgel in die Quere, bevor ich die Mär von dem wunderbaren Roßdieb zu einem befriedigenden Ende führen kann. „ Der Schimmel da ist noch jung , sugte ich. „Wir müssen es ihm mit Geduld beibringen. Ich versuchte bescheiden zu wiehern. Es mt6Iang mir Darauf meinte mein Sohn: „Wir Mussen es selbs öarauf ritt der Jörgel schon weit verwegenes Am dritten Tag überschlug sich das Roß mit ihm. Don nun an hatte er das rechte Maß ge- fUQft sah ich dem kleinen Reiter zu. Sein in der Umrahmung der lang niederfallenden lichtgoldenen Locken zartes Elfengesicht wurde ernst, die Stirn streng die versunkenen Augen zielten über die Nähe hinaus. Das Hemdes Reiters stürmte vorwärts, die Mauern der Stube öffneten sich, die unbekannte Welt lag grenzenlos gebreitet vor den Hufen des Renners. Wohin rttt das schwelgende Kind? In welches überwirkliche Leben? In Steppen in wüste Wälder, in selige Garten strahlende Bergschlösser, in den Kampf gegen böse Engel und Führung durch die Altstadt. Der gestrige Sonntag brachte wieder einmal eine von der NSG. „Kraft durch Freude" veranstaltete Führung durch die Stadt, zu der sich eine stattliche Zahl von Teilnehmern einfand. Die Führung für den gestrigen Rundgang hatte Stadtbaudirektor Gravert übernommen, der seine aufmerksame Zuhörerschaft diesmal durch die ältesten Telle der Stadt.Gießen führte. Er führte zunächst in den Bereich der ehemaligen Burg und umriß die früheste Entwicklung der Stadt. Mit Interesse folgte man den Darlegungen über die Lage der alten Stadttore und über die ehemalige Gestalt des Marktplatzes. Dann führte der Vortragende in diejenigen Teile der Stadt, in denen ehemgls die Juden wohnten, die erstmals in Gießen gegen Ende des 14. Jahrhunderts erwähnt werden. Der Vortragende zog im weiteren Verlauf der Führung die Geschichte einiger alter Gasthöfe und ihre Bedeutung zu früheren Zeiten in den Kreis seiner Betrachtungen, sprach aber auch von der reichen Geschichte manchen alten Gießener Bürgerhauses. Die Führung vermittelte ferner geschichtliche Erinnerungen an das erste Gießener Schlachthaus in der Schulstraße, an die Stadtwaage in der Waaggasie, führte die Teilnehmer vor einen Rest der ältesten Stadtmauer in der Dreihäusergasse, schließlich aber gewann man einen großen Ueberblick über die Altstadt, roie über die Stadt in ihrer Gesamtheit, durch eine Besteigung des Stadtkirchenturmes. Auch von dieser Höhe aus wußte Stadtbaudirektor Gravert noch manches Wissenswerte zu vermitteln. Besichtigung der Wehrmannschasten durch den Führer der Standarte. Aus der Stadt Gießen. Ein gefährlicher Gast. NSG. Gäste sind in Deutschland gern gesehen, soweit sie sich als Gäste betragen und nicht die Grenzen der Gastfreundschaft überschreiten. Man kann nun beim besten Willen nicht behaupten, daß der Kartoffelkäfer, der seit einigen Jahren den steten Versuch macht, von Frankreich aus über die Grenze nach Deutschland zu kommen, ein willkommener Gast wäre. Der Kartoffelkäfer ernährt sich von den Blättern der Kartoffelpflanze und verursacht so das langsame Absterben der Stauden. Eine vom Kartoffelkäfer befallene Pflanze kann keine Knollen hervor- bringen. Damit aber greift der Käfer einen wesentlichen Eckpfeiler unserer Nahrungsfreiheit an, denn die Kartoffel tft nun einmal zu dem wertvollsten Nahrungsmittel in Deutschland geworden. Wo der Kartoffelkäfer antritt, ist sofort der Orts- Polizeibehörde Meldung zu machen. Der Käfer ist leicht zu erkennen an den schwarzen und gelben Längsstreifen auf seinen Flügeln. Er ist etwa ein Zentimeter lang. Seine Larve entwickelt sich aus den orangegelben Eiern, die das Weibchen in Paketen von 20 bis 30 Stück an der Unterseite der Kartoffelblätter ablegt. Die Larve ist rot gefärbt mit zwei schwarzen Punktreihen auf jeder Seite. Die ungeheure Gefährlichkeit des Kartoffelkäfers ergibt sich aus seiner gewaltigen Fruchtbarkeit. Ein Käferweibchen ist in der Lage, in einem Sommer etwa 30 Millionen Nachkommen hervorzubringen. Was das bedeutet, kann jeder ermessen, der weiß, daß diese rund 30 Millionen Nachkommen die Ernte eines etwa 21/* Hektar großen Kartoffelfeldes benötigen. Die Durchschnittsernte eines Kartoffelackers dieser Größe beträgt aber rund 450 Dopvelzentner Kartoffeln. Ein solcher Schaden kann durch ein einziges Weibchen angerichtet werden! Wie schon gesagt, versucht der Kartoffelkäfer über unsere Westgrenze nach Deutschland 'einzudringen. Deshalb sind die Gebiete an der Grenze besonders gefährdet. Aber auch, die weiter dahinter liegenden Felder können befallen werden, denn der Käfer ist in der Lage, weitere Strecken zu fliegen. Das beste Mittel, den Befall eines .Ackers festzustellen, ist immer noch das sorgfältige Absuchen der Kartoffelanbaufläche. Hierzu werden Suchkolonnen gebildet. Die Kolonnenführer sind für die Tätigkeit jedes einzelnen verantwortlich. Wird eine Defallstelle festgestellt, setzt die eigentliche Bekämpfung ein. Diese erfordert besonders geschulte Arbeitskräfte und wird vom Kartoffelkäfer-Abwehrdienst des Reichsnährstandes durchgeführt. Achtet auf den Kartoffelkäfer! Er ist imstande, durch seine Gefräßigkeit eine schwere Mißernte herbeizuführen. Dornotizen. Aus der engeren Heimat. Ortssport-Gemeinschaststag in Watzenborn-Gteinberg. Arn 11. August findet in Watzenborn-Steinberg ein Ortssport-Gemeinschaftstag statt, an dem sich außer den beiden NSRL.-Vereinen auch die SA. die Wehrmannschaften, die Polittschen Leiter die Hit-- ler-Jugend und der BdM. beteiligen werden. Mit den Vorbereitungen wurde bereits begonnen. Beim pürschgang den eigenen Sohn erschossen. Lpd. Altenkirchen, 19. Juli. In der Gemarkung Güllesheim ereignete sich ein schwerer Jagd- unfall. Ein von auswärts stammender Jagdpachter war am frühen Morgen in Begleitung seines 17- jährigen Sohnes auf die Rehbockjagd gegangen. Beim Pürschgang durch den Wald glitt der Jagdpachter plötzlich aus und das entsicherte Gewehr entlud sich. Das Geschoß traf den Sohn in die Brust. Du? Verletzung war so schwer, daß der (Betroffene nach dem Ausruf „Vater" sofort verschied. Landkreis Gießen. Mainzlar, 22. Juli. Am Donnerstag konnte der Ofenmeister Wilhelm Keßler aus Alten-Bu- seck auf eine 25jährige Tätigkeit in den hiesigen Di- dier-Werken zurückblicken. Aus diesem Anlaß hatten sich die Angestellten und Arbeitskameraden der Ofenabteilung zu einem feierlichen Appell im großen Aufenthaltsraum zusammengefunden. Der Arbeitsplatz und auch der Saal waren mit Blumen geschmückt. Der Betriebsführer Dr.-Jng. Thiel sprach in kurzen herzlichen Worten die Glückwünsche der Firma aus. Anschließend überreichte Verlademeister L. Zecher im Auftrag der Aengestellten ein Geschenk. Zum Abschluß überbrachte noch der Betriebsobmann Ernst Schlapp die Glückwünsche der DAF. sowie der gesamten Betriebsgemeinschaft und Der Führer der SA.-Standarte 116, Standartenführer Lutter, besichtigte gestern die Wehrmannschaften der Stürme 2/116, 3/116 und 6/116 und konnte sich von dem guten Stand der Ausbildung überzeugen. Ausbilder wie Wehrmänner haben trotz der schwierigen Verhältnisse und der geringen, zur Verfügung stehenden Freizeit aut gearbeitet In Grünberg war die Wehrmannschaft zum ersten Male mit einheitlicher Wehrmannschaftsuniform angetreten. An das Formalexerzieren schloß sich ein kleiner Uebungsmarsch mit geländesportlicher Ausbildung an. Hier zeigte es sich, daß die Wehrmänner über ein gutes Wissen verfügten. Unter dem Gesang alter Kampflieder wurde gegen Mittag wieder in Grünberg einmarschiert. Auf dem Marktplatze richtete Standartenführer Lutter noch einige Worte an SA.- und Wehrmänner und betonte, daß er nach alledem was er gesehen, mit dem Stand der Ausbildung zufrieden sSi. Weiterhin betonte er, daß ja jeder Wehrmann nicht Dienst für sich selbst leiste sondern dies nur alles zum Wohle des Volksganzen geschehe. Jeder deutsche Mann habe die Pflicht, sich bis in das hohe Alter hinein wehrfähig zu erhalten. Wenn auch der einzelne selbst nicht mehr die Früchte seiner Arbeit ernten könne, so sei es doch ein erhebendes Gefühl' zu wissen, daß seinen Kindern und Kindeskindern durch den Kampf ein sicherer Platz in einem freien und stolzen übergab dem Meister Keßler im Auftrage seiner Dfenfolonnen einen Ruhesessel. Die Feier ttang aus mit den Dankesworten des Jubilars. ** Watzenborn-Steinberg, 22. Juli. Nachdem bereits im Polenfeldzug der Angehörige einer ^-Verftigungstruppe, Wilhelm Hirz von hier, mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet worden war, erhielten nun im Feldzug gegen Frankreich der Oberfeldwebel Ludwig Schmanot, die Unteroffiziere Karl Häuser und Otto Häuser, sowie der <9 e fr eite Rudolf Schäfer für ihre Tapferkeit vor dem Feinde die gleiche Auszeichnung. Ein Kind tödlich verbrüht. LPD. Pfungstadt, 21. Juli. In einem unbewachten Augenblick fiel das anderthalb Jahre alte Söhnchen des Einwohners Nierbauer.in einen Topf mit heißer Waschbrühe. Das gerade hier zu einem Krankentransport befindliche Sanitätsauto der Darmstädter Sanitätswache brachte das Kind in das Darmstädter Krankenhaus. Pie Verbrühungen waren jedoch so schwer, daß das Kind gestorben ist. Schweinemarkt in Alsfeld. Alsfeld, 22. Juli. Ium heutigen Markt waren 132 Ferkel und Läuferschweine- auf getrieben. 6 bis 8 Wochen alte Ferkel kosteten 24 bis 28 RM., 8 bis 10 Wochen alte Tiere 28 bis 32 RM., 12 Wochen alte Läuferschweine 40 bis 45 RM. Der Markt ging schleppend; es verblieb Ueberstand. SJl.-'Svort Ser Kampf der Stadtmamischafien. Gießen schlägt Marburg 7:0 (1:0)» Vor zahlreichen Zuschauern, die aber leider nicht auf ihre Kosten kamen, mußte die Stadtmannschaft Marburg eine hohe Niederlage einstecken. Man muß den Gästen zugute halten, daß sie gezwungen waren, durch Nichtantreten der Spieler aus den Vereinen Ockershausen und Germania mit nur zehn Mann den Kampf aufzunehmen. Aber auch die Gießener konnten nicht in der vorgesehenen Aufstellung spielen, sondern hotten zwei Ersatzspieler einstellen müssen, die aber keinen Ausfall bedeuteten. Der Anstoß der Gäste wurde ab gefangen und schon waren die Gießener im Angriff. Sie setzten sich zunächst im gegnerischen Strafraum fest, ohne aber etwas zu erreichen. Die Gegenstöße der Gäste liehen keinen Zweifel darüber, daß der Sturm sehr gefährlich war, doch hier fehlte der elfte Spieler. Funk nahm eine Vorlage von Anton auf, umspielte den Verteidiger und sandte aus fast unmöglichem Winkel zum vielbejubelten Führungstor ein. Das war der Auftakt für die Gäste, nunmehr aus sich herauszugehen. Das Spiel wurde offener. Eine Ecke erreichten sie, aber in aussichtsreicher Position wurde der Sturm abseits gepfiffen. Die Gießener waren in der Folge leicht überlegen. Koch startete einen scharfe« Schuß, der Ball wurde aber von dem hervorragenden Torwart über das Tor gelenkt. Eine dritte Ecke für Gießen ging ins Aus, dann waren die Marburger wieder im Angriff. Doch wieder wurden sie durch Abseits unterbunden. Kurz vor dem Wechsel war ein Elfmeter fällig, doch dieser wurde an den Pfosten geknallt Nach der Pause gingen die Gießener aus sich heraus, die Hintermannschaft der Gäste wurde überlastet, so daß Erfolge nicht ausbleiben konnten. In der 7. Minute verschuldete ein Verteidiger ein Selbsttor, so den Gießenern zu einem billigen Erfolg verhelfend. Nachdem die Stürmer der Platzherren verschiedene klare Sache« versiebt hatten, schoß Nachtigall auf Flanke von rechts das dritte Tor. Die Marburger wurden nunmehr vollkommen in die eigene Spielhälfte zurückgedrängt. Koch konnte eine Vorlage von Ehmann zum vierten Tor einlenken, wenig später war es Nachtigall, der auf 5:0 erhöhte. Zehn Minuten vor Schluß war Anton erfolgreich und den Torr ei ge« beschloß Ehmann. Großen-Duseck — Rodhelm 4:0 (1:0). Im ersten Spiel der 1. Klasse tonnte Großen- Buseck einen schönen Erfolg verzeichnen. Die Rod- Heimer lieferten eine gute Partie und waren zumindest tn der ersten Spielhälfte ein gleichwertiger Gegner. Mit dem Wind spielend, brächten sie schöne Angriffe vor, doch die Hintermannschaft der Gastgeber war ausgezeichnet. Die Platzherren konnten noch vor dem Wechsel ein Tor anbringen. Nach der Pause fielen die Gäste ihrem eigenen Tempo zum Opfer. Die Großen-Busecker tonnten drei weitere Tore auf ihr Konto buchen. Der Versuch der Gäste, wenigstens das verdiente Ehrentor zu erzielen, scheiterte an der aufmerksamen Hintermannschaft. Schalke zum 5. Male Deutscher Fußballmeister! Dresdner GC. 1:0 (4:0) besiegt. — 90000 Besucher im Olympiastadion. Im Berliner Olympia-Stadion würbe am Sonntag vor 90 000 Zuschauern und int Beisein des Reichssportführers, in dessen Umgebung man als seine Gäste Verwundete aus den Berliner Lazaretten sah, die Deutsche Fußballmeisterschaft des Kriegsjahres 1939/40 entschieden. Schalke 04 siegte mit 1:0 (1:0) über den Dresdner SC. und sicherte sich damit zum fünftenmal den Meistertitel. Vorausgegangen waren Meisterschaftssiege der „Knappen" in den Jahren 1934, 1935, 1937 und 1939. Mit ihrer fünften Meisterschaft sind die Westfalen dicht an den vom 1. FC. Nürnberg mit sechs Titelgewinnen gehaltenen „Rekord" herangekommen. Das Endspiel begann, da sich das Vorspiel Waldhof — Rapid Wien 4:4 (2:4) über mehr als zwei Stunden erstreckt hatte, mit großer Verspätung. Riesiger Jubel umfing beide Mannschaften, die sich dem Münchner Schiedsrichter Stark in folgenden Aufstellungen stellten: Schalke 04: Klodt; Bornemann, Hinz; Füller, Tibulski, Burdenski; Eppenhoff, Szepan, Kalwitzki, Kuzorra, Schuh. Dresdner SC.: Kreß; Pohl, Hempel; Sttauch, Dzur, Schubert; Boiczek, Schaffer, Schön, Hofmann, Köpping. Das Spiel wurde in der ersten Hälfte von beiden Seiten mit größter Vorsicht geführt. Das Hauptaugenmerk legte man auf die Deckung und auf das Zerstören „feindlicher" Angriffe. So kam ein typi- scher Meisterschaftskampf zustande, der die Zehntausende bei weiten nicht so begeistern konnte, wie das vorausgegangene Treffen zwischen Waldhof und Rapid. Ein flüssiges Zusammenspiel sah man im Verlauf der ersten 45 Minuten nur selten; die Stürmer wurden stets sehr schnell vom Ball gedrängt, und so wirkten alle Aktionen zerrissen. Schalke hatte zwar technisch ein leichtes Uebergewicht, aber es reichte gegen die kraftvollen und energiegeladenen Dresdner nicht aus, eine klare Feldüberlegenheit herauszuspielen. Gegen Schluß der Halbzeit,. als das 1:0 (durch Kalwitzky) bereits Tatsache war, begannen die Schalter zu „kreiseln", was der DSC.-Hintermannschaft die Abwehr nur noch erleichterte. So gab es stimmungslose erste 45 Minuten, die mit einer 1:0-Führung Schalkes abschlossen. Auch die zweite Halbzeit wußte nicht zu begeistern. Schalke gestaltete das Spiel immer mehr überlegen, übertrieb aber wieder einmal die Zusammenarbeit und scheiterte mit alle« Angriffen stets schon vor der Strafraumgrenze der DSC.er. Direkt langweilig wurde das Treffen und der Schlußpfiff des ausgezeichneten Münchners Stark wurde nach 90 Minuten direkt als eine Erlösung empfunden. Ein so klassearmes Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft wie .dieses Treffen zwischen Schalke und Dresden hat es lange nicht mehr gegeben. Es war ein Kampf ohne Höhepunkte, ein Kampf, dem jeglicher Schwung und jegliche Begeisterung fehlten. An der Berechtigung des Schalter Sieges ist natürlich nicht zu zweifeln. Der DSC. scheiterte an der Schwäche seines Angriffs. Die schone Meinslne Roman Son Hans Richter 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Erst um halb sieben? Warte mal —" wieder liegt die Hand aus der Sprechmuschel. „Wenn wir hier pünktlich wegkommen und der ,Sommernachts- traum' nicht zu weit weg ist? Ist er nicht. Also gut, auf nur ein Viertelstündchen — bist du noch da, Fritzchen? Ich hüpfe also um halb sieben in dein Wäglein. Bereite das Lottekind schonend vor und grüjge den Schnurks. Wiederhören." Als sie den Höver auf die Gabel legt, steht der große Chan immer noch neben ihr. „Länger wäre mir lieber gewesen. Wichtige Geschäftsfragen wollen doch beredet werden", murrt er, denn heute muß seiner Ansicht nach etwas geschehen. „Geht nicht immer so, Holzmännchen." Der läßt nicht locker. „Wer ist denn nun wieder Fritzchen?" „Ein alter Freund," „Und Schnurks?" „Ein junger Freund." „Sie sind eine Kleopatva, Tilde, ich verstehe Sie nicht." „3ft auch nicht nötig." Es geht alles Hals über Kopf. Hellwig hält mit einem alten Klapperkasten — wenn die Firma erst steht, kaufen wir uns einen neuen — an der nächsten Straßenecke, Tilde und Matthias steigen ein, Tilde natürlich neben dem Fahrer, was Hellwig als gutes Zeicyen wertet, der große Chan muh hinten Platz nehmen. Wilhelm Hellwig schwärmt zuerst einmal in den höchsten Tönen von dem „Sommerna chtstraum". Der Wagen ist ein Gedicht. Es ist sogar schon eine lichtblaue Farbprobe aufgespritzt worden, und man kann sich ein Bild davon machen, wie er einmal aus seh en wird. „Oben alles Glas", erklärt Hellwig. „Mtt dem kann man nach dem Harz und nach Thüringen fahren. Wissen Sie, Frollein Tilde, sonst sehen die Leute immer nur die Straße, und von den Bergen wissen sie . nichts. Kostet ja 'ne Kleinigkeit, kommt aber wieder rein." Tilde ist nur halb bei der Sache, um so mehr ist es Hellwig. Er sieht Dinge, die gar nicht vorhanden sind, lauter hübsche Sachen, die alle mit Tilde zu tun haben. Wilhelm Hellwig ist verliebt, wenn er es sich auch nicht eingestehen will, verliebt mit durchaus reeller Grundlage. Und eifersüchtig auf einen Mann, den Tilde Fritzchen nennt, und auf einen zweiten namens Schnurks dazu, denn von dem hat ihm Holzmann berichtet. Warum sagt Tilde nicht Schnurks zu ihm? Jeder Mann kann Schnurks heißen. Wilhelm Hellwig findet das Verliebtsein halb schön, halb lustig und ist selber am meisten verwundert, daß ihm so etwas so plötzlich zustoßen kann. Zugleich aber ist er Kaufmann, und dieser Kauf, mann entwickelt seine Ansichten höchst sachlich, und Holzmann hört eifrig zu. Tilde nicht. Tilde hat andere Pläne. „Ich verdufte", flüstert sie. „Nicht noch nachher auf 'nen kleinen Schoppen?" schlägt Hellwig vor. „Heute nicht, vielleicht morgen — oder übermorgen." Während zwischen ihm und seinem zukünftigen Teilhaber die Gelegenheit des heutigen Schoppens ausgehandelt wird, schwingt sich Tilde auf eine Elektrische und stellt fest, daß sie, wenn sie Glück hat, noch richtig am Potsdamer Platz fein kann. Sie ist in Gedanken schon viel weiter, schon draußen in Klein-Machnow, und überlegt, oo das Kind Schnurks noch wach oder nur schlafend bewundert werden kann. In dieser Ueberlegung stört sie der Schaffner und verlangt das Fahrgeld. „Einmal für zehn Reichspfennige", verlangt Tilde und greift nach der Tasche. Ein eisiger Schreck durchzuckt sie. Die Tasche ist fort. „Warten Sie mal." Nachdenken — natürlich wieder die Hetzerei, sie hat die Tasche — warum gibt es noch nicht Kleider mit vernünftigen Taschen für Frauen — noch gehabt. In dem Autogeschäft? Nein, da hat sie sie nicht gehabt. Im Büro?. Ja. »Teutonen" in Aufstiegskämpfen. Langenselbold I — Watzenborn-Steinberg I 4:1 (2:0). Mit 4:1 Toren verloren die „Teutonen" ihr erstes Aufstiegspiel zur Bereichsklasse in Langenselbold. Selten wurden sie aber auch bis jetzt in einem Spiel um ein ehrenvolleres Resultat gebracht als in diesem Vorentscheidungsspiel. Der Meister des Kreises Gießen hatte durch die Urlauber K. Buß und Haas eine recht starke Mannschaft zur Stelle und trat die Reise auch zuversichtlich an. Die Mannschaft stand. R. Burger; K. Schmandt, Fett; Wehrum, Hirz, K. Buß; Marttni, Schmitt, Haas, Heil, Harnisch. Die erste Halbzeit sah die Platzmannschaft fast durchweg tm Angriff, und ihre 2:0-Führung bestand zu recht. Die Mannschaft versuchte, die Waüen- born-Steinberger zu überrennen. Die Langenselbolder, die in diesem Aufsttegspiel erstmals fünf neue ausgezeichnete Gastspieler zur Verfügung hatten, waren jedoch nach Seitenwechsel kaum wiederzuerkennen. Die Mannschaft hatte sich vor der Pause verausgabt, und nun beherrschten die „Teutonen" ganz eindeutig das Feld. Bereits zwei Minuten nach dem Seitenwechsel schloß Heil einen zügigen Angriff der Gastmannschaft mit dem ersten Treffer ab. Die „Teutonen" waren kaum zu halten, und der Ausgleich hing in der Luft, aber Fehlentscheidungen des Schiedsrichters verhinderten den sicheren Ausgleich. Dies wirkte sehr deprimierend auf die Teutonen. Doch ließen sie nicht locker, der Ausgleich sollte geschaffen werden. Fett betätigte sich als sechster Stürmer. 10 Minuten vor Spielende fiel die Entscheidung zugunsten der Platzmannschaft. Verteidiger Schmandt stand plötzlich dem Sturm der Platzmannschaft allein gegenüber, und bis weitere Spieler zur Abwehr zurückkamen, war es zu spät. Langenselbold führte 3:1. Das gab der Platzmannschaft neuen Ansporn, und kurz vor Spielende wurde ihr Einsatz mit einem 4. Treffer gekrönt. Das Rückspiel am kommenden Sonntag in Wat- zenborn-Stemberg wird nun die Entscheidung um den Aufstieg tn die Bereichst!ässe bringen. Lützellinden gebietsbeste Dereinsmannschast. Wer geglaubt hatte, die seitherigen Erfolge wären Lützellinden in de« Schoß gefallen, der wurde durch den Ausgang des Entscheidungsspieles eines Besseren belehrt. Hier ist uine Mannschaft Sieger und damit Gewinner des wertvollen Titels geworden, die es verdient hat. Durch restloses Schäften an sich selbst, durch nimmermüden Einsatz hat man aus kleinsten Anfängen heraus eine Einheit geschmiedet, die würdig ist, beste Jugendmannschaft des Gebietes 13 genannt zu werben. Mainz-Mombach wurde mit 7:6 Toren geschlagen. Handballergebniffe des Sonntags. To. Holzheim — Tv. Lang-Göns I 8:6 (4:5). Tv. Grüningen — Tv. Oberkleen 17:1 (10:1). Tv. Heuchelheim — Tv. Großen-Buseck 12:4 (5:2). Tv. Großen-Linde« — Tv. Lang-Göns II 6:3 abgebrochen. Tv. Watzenborn-Steinberg — Tv. Grüningen Jgd. 5:9. v Tv. Heuchelheim Jgd. — Tv. Dutenhofen Jgd. 7:5. Die Lang-Gönser stellten eine gute Mannschaft ins OaS Kriegshilfswerk für das Deutsche Aote Kreuz. Der Führer sagte: „Ich rufe das deutsche Volk auf, durch Spenden für das krlegshilfs- werk sich der Opfer der Soldaten würdig zu erweisen." Feld. Das hat Holzheim diesmal zu spüren bekommen. Die Gäste konnten sogar eine Halbzeit lang führen, mußten sich dann aber doch einer kleinen Ueberlegenheit beugen. Die augenblickliche Form der Grüninger Mannschaft spiegelt sich in diesem neuerlichen Ergebnis wider. Denn obwohl auch Oberkleen als spielstark bekannt ist, mußte es eine haushohe Niederlage hin- nehmen, die bereits in der ersten Halbzeit besiegelt war. In Heuchelheim zeigten sich beide Mannschaften von ihrer besten Seite. Während bei den Gästen eine Formverbesserung festzustellen war, warteten die Platzbesitzer mit ihren gewohnten Leistungen auf. Die neu zusammengestellte Mannschaft des Tv, Watzenborn-Steinberg hielt sich bei ihrem ersten Spiel recht gut. Sporttag in Lollar. Der Verein für Leibesübungen Lollar führte den ihm übertragenen Sporttag mit Unterstützung der Gliederungen der Partei durch. Schon früh morgens traten die Einheiten der HI., Jungvolk, BDM, Jungmädel und die aktiven Sportler des Vereins zur feierlichen Flaggenhissuna an, die unter Leitung von Rektor Ruckelshausen vor sich ging. Die technische Abwicklung lag in Händen von Mitgliedern des Vereins. Dann nahmen die jungen Sportler und. Sportlerinnen frohen Muts und bei herrlichem Wetter den Wettstreit auf. Es wurden zum Teil sehr achtbare Ergebnisse Erzielt. Dio Kämpfe wickelten sich flott und reibungslos ab. Die aktiven Sportler verlegten ihre Entscheidungen auf den Nachmittag. Nachmittags bewegte sich dann ein stattlicher Zug mit den Gliederungen der Partei und Sportler unter Vorantritt der Werkskapelle der Buderus'schen Eisenwerke unter Stabführung ihres Dirigenten Pfeffer vom Schulhof nach dem Sportplatz. Viele Zuschauer wurden angelockt. Es entwickelte sich sogleich ein reges Leben und Treiben. Mit einem Fußballkampf eröffnete die Lollarer HJ.-Mannschaft gegen ihre Kameraden von Staufenberg die Spiele. Die Lollarer Mannschaft konnte, nachdem es in der Halbzeit noch 1:1 stand, das Spiel erst in der zweiten Hälfte klar mit 4:1 für sich entscheiden. In der Folge gab es dann auf allen Teilen des Sportplatzes etwas xu sehen. Der BDM. führte Grenzballspiele durch, das Jungvolk war beim Bodenturnen zu sehen, die aktiven Sportler führten ihre Entscheidungskämpfe durch. Die Zuschauer verfolgten Kämpfe und Spiele mit regem Interesse. Die Werkskapelle half die Veranstaltung verschönern. Nachdem nun die Spiele ihren Abschluß nahmen und die Entscheidungen gefalleck waren, gab der stellvertretende Ortsgruppenleiter Pa. Becker die Sieger bekannt. Er dankte auch all den Helfern, die zum Gelingen des Sportwerbetages beigetragen haben. Er richtete in einer Ansprache mahnende Worte an die Jugend, die immer bestrebt sein solle, Körper und Geist durch den Sport zu stählen. Eine aufrechte, gesunde und fräftige Jugend brauche das Vaterland, eine Jugend, die überall ihren Mann stelle. Mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer und mit den Nationalhymnen fand die Veranstaltung ihr Ende. Ein ansehnlicher Geldbetrag konnte als Ertrag der Veranstaltung, dem Roten Kreuz überwiesen werde«. Oie-Ergebnisse: BDM. Weitsprung, 75-Meter-Lauf, Ballweitwurf: 1. Hilde Weimer, 65 Punkte; 2. Mariechen Schmidt, 64 P.; 3. Gertrud Schäfer, 63 Punkte; 4. Hilde Frank, 58 Punkte. Jungmädel. Weitsprung, 60-Meter-Lauf, Ballweitwurf: 1. Christel Linker, 77 Punkte; 2. Hilde Müller, 73 P.; 3. Elfriede Lehmann und Gertrud Klippel, 72 P.; 4. Marianne Rudolf und Marianne Junker, 71 Punkte. Hitler-Jugend. 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Keulenweitwurf: 1. Alfred Boschel, 70,5 Punkte; 2. Karl Zaubert, 64,5 P.; 3. Werner Herzberger, 62 P; 4. E. Mank, 60 Punkte. Jungvolk. Weitsprung, 60-Meter-Lauf, Ballweitwurf: 1. Walter Schneider und Werner Leineweber, 85 Punkte; 2. Willi Leineweber, 84 P.; 3. E. Schnäut, Willi Klippel und Paul Munzert, 79 P.; 4. Karl-Heinz Arnold, 78 Punkte. Aktive Sportler. Diskus: 1. Schleen- becker, 36,52 Meter; 2. Schreiner, 29,35 Meter; 3. Munzert, 27,05 Meter; 4. Ziegler, 24,80 Meter. Weitsprung: 1. Schleenbecker, 6,20 Meter; 2. Munzert, 5,85 Meter; 3. Schreiner, 5,56 Meter; 4. W. Herzberger, 5,18 Meter. Kugelstoßen: 1. Schleenbecker, 12,67 Meter; 2. Munzert, 10,88 Meter; 3. Schreiner, 10,66 Meter; 4. Ott, 9,48 Meter; 5. Ziegler, 9,19 Meter. Speerwerfen: 1. Siegler Ad-, 40,15 Meter; 2. Munzert, 40,10 Meter; 3. Schreiner, 36,84 «Dieter; 4. Ott, 36,65 Meter. Hochsprung: 1. Schleenbecker, 1,67 Meter; 2. Munzert, 1,45 Meter; 3. Schreiner, 1,40 Meter. Da ist die Tasche oben ins Schränkchen gelegt worden, während sie den Mantel anzog. Und da liegt sie noch, gut und sicher. „Ich —" stottert Tilde und wird rot wie ein Backfisch. „Wenn Sie fein Geld haben, müssen Sie aus- steigen", sagt der Schaffner. „Lieber Himmel, ich — ich hab's eilig." „Haben wir alle." „Ich kann Ihnen doch morgen —" Der Schaffner zögert noch. Es kommt ja vor, daß man bei solchen Geschäften nicht hereinfällt, aber man ist kein Pumpwerk. Damit könnte man weit kommen. Tilde ist schon bereit, abzusteigen, als sie plötzlich einen Fahrschein in der Hand fühlt. „Js gut, Frollein", sagt der Schaffner. „3s bereits erledigt." Gegenüber steht ein junger Mann ohne Hut, mit blondem Schopf und in eine Art Sportanzug gekleidet. Jung? Na, mitteljung. Ein paar Jahre älter als Tilde mag er wohl fein. „Waren Sie so freundlich?" fragt Tilde. „Nicht der Rede wert", knurrt Der. „Aber ich möchte doch —" man hat so hübsche gummierte Zettel zum Abreißen, aber die stecken in der Tasche. Man hat einen Bleistift — „Ich heiße —" „Wegen Ihres Groschens kann ich nicht über meine Haltestelle hinausfahren", sagt der Mann und macht Anstalten zum Aussteigen. „Aber ich kann doch nicht" — „Zahlen Sie bas nächste Mal für irgendeinen, ber sein Gelb auch vergessen hat. Soll bei Frauen ja vorkommen." Flegel, benft Tilbe unb ärgert sich. Aber ber Helfer in ber Not ist schon abgesprungen, unb ihm nachlaufen kann Tilbe auch nicht. „Lassen Sie man gut fein", tröstet ber Schaffner. „Vielleicht treffen Sie ihn mal mieber." Als Tilbe in ber Linkstraße wirklich rechtzeitig in bas Wägelchen einsteigt, ist bas erste, bas sie zu sagen weiß, dieses Ereignis. „Mir hat einer einen Groschen gepumpt, Fritzchen." »Soll Vorkommen", meint des, 7. Das Wäglein plätschert munter seines Weges, passiert Friedenau, Dahlem unb Zehlenbors unb biegt an ber gelben Tankstelle links ab. „Du bist lange nicht bei uns gewesen, Tilbe", sagt Fritz. „Unb angeklingelt hast du auch nicht." „Wirklich?" tut Tilbe erstaunt. „Muß ich reineweg vergessen haben. Na, aber jetzt bin ich ja ba." Dasselbe stellt Lotte fest, bie ben Abenbbrottisch in ber Gartenecke gebeckt hat. „Was wir zu reben haben, kann ja jeder hören, unb Schnurks läßt uns in Frieben. Ober ist es was Desonberes, Mäbchen?" „Nö", macht Tilbe. „Also boch", wirb fachmännisch entf(hieben. „Will bich einer heiraten?" Fritz stellt mit aller Sorgsamkeit, beren er fähig ift, ben Wagen fort unb ist für bie nächsten zehn Minuten nicht zu haben. Er hat sein Fernbleiben mit ben Worten: „Da hat unterwegs vorn links was geklappert", ausreichenb begrünbet. Also kann man von Heirat unb ähnlichen schwierigen Dingen sprechen. „Heiraten — nein", sagt Tilbe unb wirb plötz- lich verlegen, benn mit einem Male sieht sie man» cherlei, was Hellwig gestern- unb heute gesagt hat, in einem anberen Lichte. Sollte ber etwa? „Liste hungrig, magst bu ein Brot vorher? Nachher gibt's Rührei. Magst ihn wohl nicht?" „Lach' nicht, Lotte", erwidert Tilde, bie sich über sich selber ärgert, „aber ich bin meiner Sache noch nicht sicher. Zuerst einmal fahre ich am Samstag m Urlaub." „Ist bei uns noch nicht raus. Fritz hat ba ein paar Vertretungen, vielleicht geh' ich mit bem Jungen auf ’nen Stipp rüber zu Vatern nach Utrin, Damit er in ber Sonne liegen kann." ,Lch geh' auch zuerst mal nach Steinbergen." „Auspennen? Wenn's bei mir so weit war, war immer bas erste auspennen. Jetzt ist bas ja anbers." ,Zch soll eben nicht aus pennen, ich soll was tun." „Vielleicht Wirtschaft bei Tante Malwine? Würbe ich nicht machen." „Nein, für Hellwig unb Holzmann." „Den Namen Holzmann hast bu boch schon ein- mal genannt, hilf mir mal auf bie Strümpfe, aber Hellwig?" (Fortsetzung folgt)