Samstag. 22. /Sonntag, 25. Zuni 1940 Gcehener Anzeiger Oie Schmach von Compiegne gelöscht Ti er. all Eröffnung te rmler den klängen des Deutschland-Liedes den ^erhandlungsort. en ie ib un iie entscheidend zu besiegen. Schon im Augenblick der Vaffenstillstandskommission »ruch des feierlich Ankunft der deutschen aber begann der gegebenen Ver - len. edelk ie. mj ien8s i guü : Mtcj ! &!C irntn nen an reine auf, t? biete raflt P txW y hl k bkifc Sonnenwende — Zeitenwende Oie geschichtliche Stunde im Wald von Compiegne. Don Kriegsberichter Heinz Henckel. W > bi; Schve teilt. hiel" üjidi ■ eit-$ u machen: Im Vertrauen auf die vom amerikanischen Prä- identen Wilson dem Deutschen Reiche gegebenen lnd von den alliierten . ijten bestätigten Zu- icherungen hat die deutsche Wehrmacht im Rovem- er 1918 d i e Waffen niedergelegt. Damit and ein Krieg den Abschluß, den das deutsche Volk lind seine Regierung nicht gewollt hatten und in dem es, trotz ungeheurer Uebermacht, den Gegnern nicht gelungen war, das deutsche Heer, Iie Kriegsmarine oder die deutsche Luftwaffe irgend- Sr 1*1 i mit H Schutt hiniir- NS jurbe5 IluB rechens. Am 11. November 1918 fing damit li diesem Zuge die Leidenszeit des deutschen Volkes an. Was an Entehrung und Erniedrigung, was an menschlichem und materiellem Leid einem Volke zugefügt werden konnte, nahm ton hier seinen Ausgang. Wortbruch und Meineid hatten sich gegen ein Volk verschworen, das nach einem über vierjährigen heldenhaften Widerstand nur der einzigen Schwäche verfallen war, den Versprechungen demokratischer Staatsmänner Glauben zu schenken. Am 3. September 1939 — 25 Jahre nach dem Ausbruch des Weltkrieges — haben England und Frankreich wieder ohne jeden Grund an Deutschland den Krieg erklärt. Run ist die Entscheidung der Waffen gefallen. Frankreich ist besiegt. Die französische Regierung hat die I Reichsregierung gebeten, ihr die deutschen B e d i n - xungen für einen Waffen st ill st and bekanntzugeben. Denn zur Entgegennahme dieser Bedingungen der historische Wald von Compiegne leslimml wurde, dann geschah es, um durch diesen Akt einer wiedergutmachenden Gerechtigkeit — einmal für immer — eine Erinnerung z u löschen, die für Frankreich kein Ruhmesblatt seiner beschichte war, im deutschen Volk aber als tiefste Schande aller Zeiten empfunden wurde. Frankreich ist nach einem heroischen Widerstand in einer einzigen Folge blutiger Schlachten besiegt worden und zusammengebrochen. Deutschland beabsichtigt daher nicht, den Waffenstill- sandsbedingungen oder den Waffenstillstandsver- iondlungen die Lharakterzüge von Schmähungen gegenüber einem so tapferen Gegner zu geben. Der Zweck der deutschen Forderungen ist es: 1. Eine Wiederaufnahme des Kampfes zu verhindern; 2. Deutschland alle Sicherheiten zu bieten für die ihm aufgezwungene weiterfuh- rung des Krieges gegen England, sowie 3. die Voraussetzungen zu schaffen für die Gelt a H u n g eines neuen Friedens, dessen wesentlichster Inhalt die Wiedergutmachung des dem Deutschen Reich selbst mit Gewalt angetanen Unrechts sein wird. N - ! h ' orfi ltitz ’Ulfrl jh * h Getilgte Schande. 3tn Auftrage des Führers verlas der Lhef des )berkommandos der Wehrmacht, Generaloberst i e i t e l, die nachstehende Präambel zu den Vaffenstillstandsbedingungen: 3m Auftrage des Führers und Obersten Befehts- abers der deutschen Wehrmacht habe ich 3hnen olgende Oie Sühne. Was gestern in einer für alle Zeiten denkwürdigen Handlung im Walde von Compiegne geschah, löscht die Schmach aus, die einst an gleicher Stelle dem deutschen Volke und der deutschen Wehrmacht in vermessener Überheblichkeit und blindem Haß angetan wurde. Wie damals der Inhalt der hier vom Generalissimus der Alliierten, Marschall F o ch, den deutschen Unterhändlern übergebenen Waffen- stillstarrdsbedingungen ein Dokument brutaler Unterwerfung unter den Siegeswillen haßerfüllter Generale war, so war auch die für die Uebergabe gewählte Form die denkbar erniedrigendste. Die empörenden Szenen, die sich vor fünfundzwanzig Jahren hier im Wagen des Generalissimus abgespielt haben, haben der Nation, die in ihrer ruhmsüchtigen Geschichtsschreibung die Ritterlichkeit in Erbpacht genommen zu haben schien, keine Ehre gemacht. Sie haben sich in der Erinnerung des deutschen Volkes tief eingegraben. Sein Ehrgefühl sträubte sich bis zum äußersten gegen diesen schmählichen Versuch der Entehrung eines Heeres, das nach viereinhalbjährigem Kampfe gegen die ganze Welt unbesiegt auf den Schlachtfeldern Nordfrankreichs tapfer und pflichtgetreu bis zur letzten Stunde des blutigen Ringens dem Ansturm einer gewaltigen Uebermacht standgehalten hatte und die Grenzen des Reiches schützte. Das deutsche Volk weiß dem Führer daher auch aus tiefstem Herzen Dank, daß er diesen Schandfleck auf dem Ehrenkleid des deutschen Soldaten getilgt hat. Daß dies nicht in einer Form geschah, die verletzende Demütigung in kleinlichem Rachegefühl — so verständlich und berechtigt es gewesen wäre — mit ähnlich schmähenden Erniedrigungen beantwortete, dafür war das vornehme soldatische Empfinden des Führers der beste Bürge. Ritterlich, wie der deutsche Soldat gekämpft, ritterlich, wie er überall auf den Schlachtfeldern sowohl wie unter dem Triumphbogen in Paris die Ehrenmäler gegrüßt hat, die die französische Nation ihren gefallenen Helden geweiht hat, so tritt nun auch der Oberste Befehlshaber der deutschen Wehrmacht, Adolf Hitler, an der gleichen Stätte, die einst haßerfüllte Niedertracht zur dauernden Erinnerung deutscher Schmach bestimmt hatte, dem geschlagenen Feinde gegenüber. Die deutsche Wehrmacht und ihr Oberster Befehlshaber sind weit entfernt davon, sich selbst zu erniedrigen, indem sie einen Gegner erniedrigen, der zwar besiegt und zusammengebrochen am Boden liegt, aber sich in den schweren Schlachten der letzten Wochen, seiner großen militärischen Tradition getreu, tapfer geschlagen hat und sich noch heute in letztem Ringen mit zähem Mut zur Wehr setzt. So sind Waffen-, stillstandsbedingungen und Waffenstillstandsoerhandlungen, wie bereits der Akt im Walde von Compiegne am Tage der Sonnenwende 1940 gezeigt hat, getragen von der Achtung für den unterlegenen Feind, der in blutigem Kampf auf den Schlachtfeldern seiner Heimat seine Waffenehre behaupten konnte. Am 3. September 1939 hat Frankreich dem deutschen Volke den Krieg erklärt. Es hatte keinen anderen Grund, als den, den Machtanspruch von Versailles auch in einer in seinen Grundlagen veränderten Welt in sturer Ueberheblichkeit, in blinder Vermessenheit und törichter Selbstüberschätzung aufrechtzuerhalten. Das nationalsozialistische Deutschland hatte ihm wie seinem britischen Verbündeten wieder und wieder die Hand zu friedlichem Nebeneinanderleben und Zusammenarbeiten an den großen, den europäischen Nationen gemeinsam gestellten Aufgaben hingestreckt. Manchmal hatte es auch so ausgesehen, als ob Vernunft und Einsicht in Paris ans Licht kommen sollten. Konnte es auch für eine in ihren territorialen Machtansprüchen saturierte, ja weit über ihre eigene Volkskraft hinaus befriedigte Nation, die zudem feit Jahren von beachtenswerten sozialen Krisen erschüttert, ohne Bevölkerungszuwachs uni) in weiten Provinzen von Fremden unterwandert mit inneren Problemen kaum fertig wurde, konnte es für eine solche Nation etwas Verlockenderes geben, als die Versicherung des deutschen Nachbarn trotz des Raubzuges von Versailles keine territorialen Ansprüche im Westen zu haben, um hier einen ewigen Frieden zu stabilisieren, den in den letzten JahrhuiÄerten Frankreich immer wieder schamlos gebrochen hatte, um deut- Ltebergabe -er deutschen Waffenstillstan-sbe-ingungen an die französischen Unterhändler im Walde von Compiegne in Anwesenheit des Führers. Lm Wald von Compiegne, 21.3uni. (OAB. Funkspruch.) Am 21. Juni 1940, 15.30 Llhr, empfing -er Führer und Oberste Befehlshaber im Beisein der Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile, des Chefs des Oberkommandos -er Wehrmacht, -es Neichsaußen- ministers un- -es Stellvertreters -es Führers -ie französische Abor-nung zur Entgegennahme -er Waffenstillstan-sbe-ingungen. . Die französische Ahor-nung bestan- aus: General Huntziger, Mitglie- -es französischen Obersten Kriegsrats, General -er Lustwaffe B e rg er e t, Vizea-miral L e L u c, Botschafter Noel. Den Akt -er Ltebergabe -er Be-ingungen nahm -er Führer im Wal- von Compiegne in -em gleichen Sitzungswagen vor, in -em Marschall Foch am 11.11.1918 unter entehren-en Llmstän-en -en -eutschen Llnterhän-lern -en Waffenstillstan- -iktierte. Die heutige Han-lung im Wal- von Compiegne hat hegangenes Unrecht gegen -ie -eutsche Waffenehre ausgelöscht. Die Wür-e -er Han-lung gegenüber -em in Ehren geschlagenen Gegner stan- im Gegensatz zu -en ewigen Haß säen-en Bau-enkmälern -ieser Stätte, an -er gallische Nie-ertracht -as unbesiegte -eutsche Heer schmähte. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/?Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Ps., Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüße MengenstaffelV Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25"/omehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf. (90. Zahrgang Nr »4- Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Iarnilienblätter IHeima tim Bild DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte * 1.80 Zustellgebühr„ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 116s6sFrankf^M. (PK.) ...., 22. Juni. Durch die Bäume des Waldes von Compiegne fchimmert das leuchtende Rot und Weiß der Reichskriegsflagge. Sie bedeckt das schändliche Wahrzeichen, das die Franzosen nach dem Weltkriege gesetzt haben, jenes Denkmal, das in höhnischer Realistik den getöteten deutschen Adler unter einem vergoldeten Schwert darstellt. Das ist die Stelle, an der die französische Waffenstillstandsdelegation bei ihrer Anfahrt die Wagen Erlassen muß, um zu Fuß zu dem Eisenbahnwaggon zu chreiten, in dem einst die deutsche Schmach besiegelt wurde. Er ist aus dem Museum, in das man ihn zum ewigen Andenken eingemauert hatte, wieder herausgeholt und genau an dieselbe Stelle gebracht worden, wo er damals stand, als Fach und Erzberger, der erbarmungslose Sieger und der Repräsentant einer unwürdigen Unterwerfung, einander gegenübersaßen. Aus' unmittelbarer Nähe sieht die teinerne Figur des französischen Marschalls auf ras umstürzende Ereignis dieses Tages herab, der o grundverschieden ist vom 11. November 1918, dem Datum seines rachsüchtig ausgekosteten Triumphes. Bei strahlender Mittagssonne versammelten sich, um den Führer zu erwarten, seine ruhmreichen Heerführer. Als einer der ersten trifft Generalfeldmar- chall Göring ein und begrüßt die Generale seines Stabes mit dem Marschallstab. Dann fahren nacheinander Generaloberst Keitel, Generaloberst von Brauchitsch, Reichsaußenminister von Ribbentrop, der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß und Großadmiral R a e d e r vor. Jeder von ihnen betrachtet nachdenklich das Denkmal des Hohnes auf die deutsche Soldatenehre, das nun von der großen Reichskriegsflagge ganz verhüllt wird. Es ist heute der 21. Juni. Sonnenwende — Zeitenwende. Genau um 15.15 Uhr rast der Meldefahrer heran: „Der Führer kommt!" Und schon steht der Feldherr des Sieges, Adolf Hitler, auf dem geschichtlichen Boden von Compieane. In seiner Begleitung sieht man Reichsführer ff Himmler, Reichsminister Dr. Lammers, Reichspresse- chef Dr. Dietrich, Reichsleiter Bormann, den Chef des Wehrmachtsführungsamtes Generalmajor Jo dl, General der Flieger Ud et, Generalleutnant Bodenschatz, die Staatssekretäre Körner und Bohle, die Adjutanten des Führers, Obergruppenführer Brückner, Gruppenführer Schaub und Gruppenführer Bormann sowie Oberst d. G. S ch m u n d t, Fregattenkapitän von Puttkammer, Hauptmann von Below und Hauptmann Engel, ferner u. a. General Glaise-Horstenau, ^-Gruppenführer Wolff Unterstaatssekretär Dauß und Professor Hoffmann. vrühlscheUniversttätsdnlckereiL tauge General-Anzeiger für Gberhefsen -iehen,^5chulstratze 7-9 )en Ü:: len. k etogct nR re|H W So iblil eb, «l fc* u* E i,N gl «9 h HK- 0»* 10» ‘ Handlungsdelegation ausgestattet ist. Es ist ein normaler Speisewagen der Internationalen Schlafwagengesellschaft, der völlig schmucklos geblieben ist. Die Stühle sind mit schwarzem Leder bezogen. In der Mitte steht ein großer rechteckiger Tisch, auf ihm sind weiße Platzkarten mit dem goldenen Hoheitszeichen aufgestellt. Wenig später, um 15.30 Uhr, erscheint d i e französische Abordnung, die am Donnerstag die vorderste deutsche Linie bei Tours Überschritt und von dem Oberquartiermeister des Heeres, Generalleutnant von Tippelskirch, nach Compiegne geleitet wurde. Die Bevollmächtigten Frankreichs übernachteten in einem Pariser Hotel und am Morgen des 21. Juni wurden sie nach Compiegne geführt. Hier wurden sie von Oberstleutnant Thomas, dem Kommandanten des Führerhauptquartiers, zum Runden Platz geleitet. Die Ehrenkompagnie steht ohne Spiel Gewehr bei Fuß stillgestanden. Als die Delegation die Standarte passiert, legen die französischen Offiziere grüßend die Hand an die Mütze. Auf dem Runden Platz angekommen, werden sie an den Wagen geleitet. Generalleutnant von Tippelskirch meldet dem Führer die französische Delegation, die darauf den Wagen betritt. Im Wagen haben sich der Führer und seine Begleitung zur Begrüßung kurz erhoben. Die französischen Bevollmächtigten grüßen den Führer und nehmen dann ebenfalls ihre Plätze ein. Unsichtbar, wenn auch nicht tatsächlich anwesend, sitzt neben ihnen der General Weygand, der Generalissimus der geschlagenen französischen Armee, der am 11. November 1918 auf dem Platz zur Rechten des Marschall Foch der härteste und unerbittlichste Berater war und vor der Geschichte die Hauptschuld trägt an dem Verbrechen des Waffenstillstandes von Compiegne und aller Folgen, die für Europa daraus entstanden. In einer kurzen Erklärung, die Generaloberst Keitel als Einleitung der Waffenstillstandsbedingungen verliest, wird in kurzen Sätzen das ausgesprochen, was ein großmütigerer Sieger als es nie Franzosen waren dem geschlagenen Feind zu sagen hat. Der Führer tilgt damit für immer die Schande von 1918 und ehrt die Tapferkeit der französischen Armee, der er keinerlei Schmähungen zufügt. Was nun mit den Franzosen besprochen werden muß, überläßt der Führer Generaloberst Keitel. Dieser verliest die Waffenstillstandsbedingungen in deutscher Sprache, der Gesandte Schmidt übersetzt sie, während der Führer nach dem Verlassen des denkwürdigen Eisenbahnwagens'von Compiegne mit seiner Umgebung denselben Weg zurücknimmt, den er kam. Der Führer der Ehrenkompanie meldet in dieser großen Stunde als Sprecher aller deutschen Soldaten: „Mein Führer! Die deutsche Wehrmacht grüßt ihren Obersten Befehlshaber!" Die Klänge des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes bringen noch durch die Fenster des Wagens, in dem die französische Delegation zurückgeblieben ist. Aus allen Richtungen eilen nun die Soldaten der Absperrmannschaften und Begleit- kommandos jubelnd auf den Führer zu. Ehe er ab= fährt, bringt Generalfeldmarschall Göring ein dreifaches Sieg-Heil auf ihn aus, und ergriffen, wie wohl nie zuvor, stimmen alle, die den weltgeschichtlichen 21. Juni 1940 miterleben durften, ein. Nun jagen die Berichte über das große Ereignis auf den Leitungen, die die Nachrichtentruppe in tagelanger Vorbereitung gelegt hat, in alle Teile der Welt. Die Rundfunkreportagen gehen durch den Aether, und Flugzeuge tragen Film- und Bild aufnahmen nach Berlin. Die französische Delegatton hat sich inzwischen in das bereitgestellte Zelt zu Beratungen zurückgezogen. Es hat direkte Telephonoerbindung mit der französischen Regierung in Bordeaux. Ausgestattet ist es mit bequemen Holzsesseln und einem großen Tisch, auf dem eine Schreibmappe liegt. Ein Standkalender zeigt das geschichlliche Datum des 21. Juni 1940. Sechs Männern drückt der Führer in diesem Augenblick fest und herzlich die Hand, zuerst Göring, dem er einige Worte des stolzen Dankes sagt, dann Raeder, Brauchitsch, Keitel, Ribbentrop und Heß, seinen ersten Helfern in dem großen Schicksalskampf. Mit ihnen schreitet er die Front der Ehrenkompanie ab. Es sind ausgesuchte Frontsoldaten, die in den Monaten härtesten Einsatzes ihren eisernen Präsentiergriff nicht verlernt haben. Im selben Augenblick geht in der Mitte des Runden Platzes, auf dem der Waggon von 1918 steht, hie Führerstandarte hoch, genau über der mächtigen Steinplatte, die in großen ehernen Lettern die verlogene und haßerfüllte Inschrift trägt: „Hier unterlag am 11. November 1918 der verbrecherische Hochmut des Deutschen Reiches, besiegt von den freien Völkern, die es versklaven wollte." Der Führer wirft einen langen Blick auf dieses Monument der französischen Schamlosigkeit und betrachtet dann unweit davon eine andere Steinplatte, die den Ort bezeichnet, wo vor 22 Jahren der Wagen der deutschen Bevollmächtigten stand. „Les ptenipoten- tiaires Allemands“ ist darauf zu lesen. Nach einigen Nach Verlesung der Präambel verlieh der Führer Minuten ernsten Gesprächs betritt dann der Füh- - - rer öen braunen Eisenbahnwaggon, der genau wie damals mit kleinen, schmalen Tischen für die Ver- Der Wagen von Compiegne Der fanden sich eine im Abteil. Deutschlands Weg nach Compiegne Bec Dpkiker am Lahnhof stillstandsdelegation unter Führung Erzbergers ab» gesandt. Die gleiche Taktik der kalten Unmenschlichkeil wurde von Fach und Weygand dann im Salon« wagen in Compiögne selbst weiter praktiziert. Das bestätigen alle Berichte, sowohl von deutscher als auch von alliierter Seite. Weder der Hinweis auf die Verluste der Truppen an der Front noch der französische Unterhändler für die Waffenstill' standsverhandlungen General H u n tz i g e r. (Scherl-Bildarchiv-M.) Lieferant- auch Zhcev Krankenkasse BorzehnTagen im Wald von Compiegne Von Kriegsberichter Wilhelm Velber. frostigen Schweigens fragte General Fach, halb zu seinem Generalstabschef, dem General Weygand, gewandt: „Que desirent ces Messieurs?“ Darauf entspann sich eine kurze Debatte in ziemlich schroffen Formen, ob die Deutschen gekommen seien, um zu verhandeln oder nur, um die Bedingungen ent» gegenzunehmen. Es war eine ebenso peinliche wie unvornehme Szene. Der Sieger legte offenbar Wert darauf, dem am Boden Liegenden noch einen Tritt zu versetzen, das Wort „Verhandlung" mußte von nun an sorgfältig vermieden werden. Schließlich kam man aber doch so weit, daß General Weygand auf Anweisung Fachs die bekannten Bedingungen vorlesen konnte. Sie wurden Satz für Satz verdeutscht. Der Eindruck war niederschmetternd. Insbesondere die kurze Frist von 72 Stunden für Annahme oder Ablehnung wurde als ungeheuer schroff empfunden. Erzberger sagte nach Schluß der Verlesung mit kurzen Worten, die Deutschen wünsche ten sich zurückzuziehen, um die Bedingungen genauer zu prüfen. Sie baten um jede mögliche Erleichterung für den Verkehr mit der deutschen Obersten Heeresleitung und Regierung. Dies wurde zugesagt, soweit eine Kurierverbindung gewünscht wurde. Weitergabe der Bedingungen durch Funk- spruch wurde abgelehnt. Auch eine Fristverlängerung, um die im Hinblick auf die umständliche Verbindung gebeten wurde, lehnte Foch schroff ab. Die Deutschen hatten gehofft, im Interesse der Menschlichkeit wenigstens eine sofortige Waffenruhe herbeiführen zu können. Bei den gegebenen Verhältnissen schien dies nun aussichtslos. General von Winterfeldt glaubte trotzdem — nicht aus militärischen Gründen, sondern im Interesse der Menschlichkeit — zu dem Versuche verpflichtet zu fein, ein sofortiges Aufhören des Blutvergießens vorzuschlagen. Der in ruhiger und höflicher aber dringlicher Form vorgebrachte Vorschlag wurde kalt und ohne. Die Stunde der Abrechnung mit Frankreich ist gekommen. Die Franzosen hatten 20 Jahre nach Versailles Gelegenheit, das wiedergutzumachen, was sie uns 1919 angetan haben. Sie haben uns 1918 auf den Waffenstillstand fünf Wochen lang warten lassen. Inzwischen ging der Kamps an der Front, ging die Hungerblockade weiter. Marschall Foch erzählt in seinen Erinnerungen selbst, daß er ein Telegramm an seine Befehlshaber geschickt hat, in dem es heißt: „Es kommt darauf an, unsere Angriffe fortzusetzen und zu beschleunigen. Ich appelliere an die Tatkraft und Initiative der Oberbefehlshaber und ihre Armeen, um die erzielten Erfolge entscheidend zu machen." Fünf Wochen lang also mußte das deutsche Heer nach vierjährigem Krieg sich noch unter blutigen Verlusten einsetzen, weil die damaligen Alliierten unter dem Oberbefehl des Franzosen Foch den diplomatischen Notenwechsel, der den Waffenstillstand vorbereiten sollte, bewußt hinaus-gezögert haben. Prinz Max von Baden, der letzte Reichskanzler des kaiserlichen Deutschlands, hatte in der Nacht vom 3. zum 4. Oktober die erste Friedensnote an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gesandt. Sie schloß mit den Worten: „Um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, ersucht die deutsche Regierung, den sofortigen Abschluß eines Waf- fensttllstandes zu Lande, zu Wasser und in der Lust herbeizuführen." Am 9. Oktober ging die erste Antwort Wilsons ein. Er stellt die Frage, ob die deutsche Regierung die 14 Punkte als. wirkliche Friedensbedingungen annähme, und verlangte als Voraussetzung für die Weitergabe des Vorschlages eines Waffenstillstandes an feine Verbündeten die fches Land aus der Flankendes Reiches loszureißen, um die Mitte des Erdteils in Ohnmacht und Unruhe zu halten als beste Sicherung der eigenen europäischen Hegemonie. Wohl gab es in Paris zu Zeiten Leute, die das Verlockende des deutschen Angebots, das in feiner selbstverleugnenden Weitsicht nur ein Mann wie der Führer machen konnte, begriffen, die erkannt hatten, daß hier Frankreich ein Status quo gesichert wurde, den es aus eigener Kraft niemals würde behaupten können. Das hatte der Weltkrieg schon bewiesen, und der neue Krieg hat das wiederum in scharfen Strichen demonstriert. Aber diese einsichtigen Leute waren dünngesät, und sie hatten nicht die Kraft, sich gegen die herrschende Klasse der Hochfinanz, der Rüstungsindustrie, vielfach versippt mit Parlamentariern aller Parteien, uno in engstem Einverständnis mit den Leuten des französischen Generalstabs, die ihrerseits die Verbindung zu klerikalen und konservativ-aristokratischen Kreisen herstellte, durchzusetzen. Diese Plutokraten vielmehr, in ihrer Zusammensetzung ihren englischen Freunden sehr ähnlich, hatten es bei ihrem beherrschenden Einfluß auf Rundfunk und Presse allzu leicht, für die Außenpolitik, die ihnen genehm war, die Trommel zu rühren und das ftan- zösische Volk über die Folgen im Dunkeln zu halten. Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Es ist kein Anlaß, über das Schicksal des französischen Volkes Mitleidsgesänge anzuheben, wie es in den Vereinigten Staaten üblich wird. Man hat mit uns auch keine Spur von Mitleid gehabt, als unser demokratisch - parlamentarisches System, das man uns angepriesen und aufgeschwatzt, ja aufgezwungen hatte, mit den Problemen nicht fertig wurde, das der verlorene Weltkrieg und das Versailler Diktat ihm stellten, Frankreichs Regierung war so demo- kratisch, wie man es in Neuyork und London nur wünschen mochte. Und wenn sie trotzdem in diesem Kriege kläglich versagt hat, so müssen sie und das französische Volk nun die Folgen tragen, die Folgen einer unbelehrbaren Starrheit, die statt die deutsche Friedenshand zu ergreifen, sich einer Politik des Alles oder Nichts verschrieb. Frankreich hat alles gewollt, die Vernichtung Deutschlands, die Zerstückelung des deutschen Lebensraumes nach dem Vorbild des westfälischen Friedens, die erneute Entwaffnung und wirtschaftliche Versklavung des deutschen Volkes und mit der Wiederherstellung der kleinen Satellitenstaaten itn deutschen Osten die eigene Vorherrschaft auf dem Kontinent. Das war Frankreichs Kriegsziel, in Presse und Rundfunk tausendmal verkündet, von Generälen und verantwortlichen Staatsmännern bis zum Ueberdruß in allen Variationen wiederholt, dem Volk eingehämmert und von ihm gebilligt, denn neben der kleinbürgerlichen Angst um die Sicherheit, die nur in Hirngespinsten französischer Politiker jemals bedroht war, lebte in jedem Franzosen noch etwas von der Ruhmsucht napoleonischen Angedenkens, worau die Kriegsmacher in Paris ihr politisches Kartenhaus bauten, das nun freilich unter den scharfen Schlägen der deutschen. Wehrmacht kläglich zusam- ...., 21. Juni. P.K. In den frühen Moraen- ftunben des 11. Juni wurden wir in Marsch gesetzt, um mit Aufklärern. und Pionieren den Nordteil des Waldes von Compiögne mit dem französischen Nationaldenkmal, dem Monument zur Erinnerung an den Waffenstillstand von 1918, zu nehmen. In den Generalstabskarten der Führung war über dem Wald ein großes rotes Fragezeichen eingetragen. War es doch noch nicht bekannt, ob und wieviel französische Truppen darin steckten. Der Feind aber hatte, das war aus den Kämpfen der vorhergehenden Tage bekannt, in diesem Abschnitt gute Truppen eingesetzt. Noch am Tage vorher, am 10. Juni, hatten unsere Regimenter aus dem Walde heraus Artillerie-, MG.- und Schützenfeuer bekommen. In der Nacht aber hatte der Feind unter dem Eindruck des ungestümen Vorwärtsdrängens unserer Truppen abgebaut. Es gelang, den Platz mit dem Denkmal unversehrt in unsere Hände zu bekommen. In den frühesten Morgenstunden des 11. Juni setzte eine Schwadron einer Aufklärungsabteilung in Floßbooten über die Aisne. Um 8.20 Uhr erreichte der erste Spähtrupp das Monument. Mit beiden Beinen sprang ein Leutnant auf die Marmorplatte, in die französischer Hochmut und Haß Beschimpfungen des besiegten deutschen Reiches eingemeißelt hatte. Er stellt sich auf das Wort „Äaincu" und schoß ... ein stolzer Augenblick ... seine Leuchtpistole ab. Die weiße Leuchtkugel zog gegen den blauen Himmel und meldete: „Wir sind hier, hier an der Stelle, wo vor -22 Jahren deutsche Ehre und deutscher Stolz gebrochen und zerbrachen werden sollte, stehen wir deutsche Soldatenals die Sieger." Der Eindruck in Mien. Rom, 22.Juni. (DNB. Funkspruch.) Die mora- lische Wiedergutmachung, die der Führer im Walde von Compiögne dem deutschen Volke gegeben hat, hat auch in den Herzen des italienischen Volkes ein mächtiges Echo gefunden. Die Gerechtigkeit der Geschichte habe in Compiögne ihres Amtes gewaltet, jo stellen die römischen Morgenzeitungen in voller Übereinstimmung mit dem Empfinden des italienischen Volkes fest, das die Präambel zu den Waffenstillstandsbedingungen um so mehr zu schätzen weiß, als mit ihr keine entehrende Demütigung des Besiegten verbunden war. ..Popolo di Roma" weist darauf hin, daß die Zeremonie im Walde von Compiögne im schärfsten Gegensatz zu der Uebergabe der französischen Waffenstillftandsbedingungen am 11. November 1918 stand, die von den damaligen französischen Vertretern unter demütigenden Umständen vollzogen wurde, obwohl das deutsche Heer gar nicht besiegt worden war. Nach 22 Jahren habe sich nun in Compiögne die gleiche Szene, aber unter sehr viel anderen Umständen abgespielt. Frankreich, das tatsächlich in einem schweren Waffengang regelrecht zusammengebrochen sei, stehe vor dem Sieger, ohne wie damals Deutschland betrügerischen Worten nachgegeben zu haben. Diese grundlegende Veränderung der geschichtlichen Situation sei der deutlichste Beweis für den Zusammenbruch einer Demokratie, die mit ihren unbegründeten Hoffnungen auf den Sieg sich selbst betrogen und in den Abgrund geführt habe. IBageti/ Gedenkstein und Denkmal von Compiegne kommen nach Berlin. AührerhauptquarNer. 21.3unl (DNB.) Nach Abschluß des Aktes in Compiögne gab der Führer folgende Befehle: 1. Der historische wagen, der Gedenkstein und das Denkmal des gallischen Triumphes sind nach Berlin zu verbringen. 2. Die Stellen und Steine der beiden Züge sind zu vernichten. 3. Das Denkmal des Blarfchalls Foch ist unversehrt zu erhalten. siihrung des Krieges gegen England zu bieten sowie die Voraussetzungen zu schassen für die Gestaltung eines neuen Friedens, dessen wesentlichster Inhalt die Wiedergutmachung des dem Deutschen Reich selbst mit Gewalt angetanen Unrechts sein wird, — das sind mit den Worten der Präambel diese Ziele. Sie fügen sich dem ein, was Führer und Duce in Müncyen über das künftige Schicksal Europas beschlossen haben. Wir sind überzeugt, es ist kein Ausdruck kleinlicher Rachegefühle gegenüber dem geschlagenen Feinde, wohl aber der Ausdruck des unbeugsamen Willens, die Zukunft des Reiches zu sichern gegen jeden neuen frevelhaften Angriff, wie ihn Deutschland in den letzten Jahrhunderten seiner Geschichte immer wieder und wieder über eine Westgrenze hat erleiden müssen. Deutschland oll niemals wieder zum willenlosen Spielball französischer Machtgelüste werden, niemals wieder sollen in deutschem Lebensraum Franzosen und Engländer schicksalbestimmend mitreden dürfen. Dafür werden die Waffenstillstandsbedingungen und der Friede, der sich nach der Niederwerfung Englands auf ihnen aufbauen wird, sorgen. Aber sie werden auch, getragen von einem hohen Verantwortungsgefühl Unser Bild zeigt deutsche Soldaten vor dem Wagen des Generalissimus Foch im Walde von Compiögne. Hier erzwang Frankreich von Deutschland den schmachvollsten Waffenstillstand, den tue Geschichte jemals gesehen, und hier setzte der Generalissimus Foch mit dem heutigen Generalissimus der nun zerschlagenen französischen Armeen, General Weygand, die deutschen Vertreter den schändlichsten Demütigungen aus. — (PK.-von-Hausen-Scherl-M.) gegenüber dem Gesamtschicksal Europas und einer hohen wahrhaft staatsmännischen Einsicht für die Notwendigkeiten einer europäischen Neuordnung, es den jüdisch-plutokrattschen Kriegstreibern in west- mächtlichen Regierungen für alle Zeiten unmöglich machen, die Völker Europas aufeinander zu hetzen, und sie werden es unserer Generation ersparen, zum dritten Male Hekatomben von Blut auf den Schlachtfeldern zu opfern, ihr Land verwüsten, Dörfer und Städte in Schutt und Asche legen zu lassen. Der Friede, für die der neue Waffenstillstand tm Walde von Compiögne einen Grundstein legen wird, wird die Zukunft Europas nach den Maßstäben einer natürlich und damit gerechten Völkerordnung gestalten. Daß es den Franzosen künftighin nicht mehr gestattet werden kann, sich in der Rolle des „Erbfeindes" zu gefallen, dafür zu sorgen, sind wir den Millionenopfern französischer Herrschsucht schuldig, die die Schlachtfelder des Kontinents bedecken, aber auch den kommenden Geschlechtern unseres Volkes, die vor der Bedrohung durch den französischen Chauvinismus für alle Zeiten Sicherheit verlangen können. Dr. r. W. Lange. Hinweis auf die Hungersnot der Heimat interessierten den Marschall Foch und den General Weygand auch nur im geringsten. Dies alles vollzog sich in den brüsfeften Formen, lieber die erste Sitzung im Salonwagen hat in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" vom 10. Juiti 1922 Major i. G. Geyer folgendes berichtet: „Die vier deutschen Bevollmächtigten mit ihrer Begleitung schritten zu Fuß, die Offiziere mit umgeschnalltem Seitengewehr zum Zuge Fachs hinüber. Vor der Türe des Arbeitswagens erwartete sie General Weygand, grüßte militärisch und geleitete die Deutschen in den Wagen, wo an einem großen Tisch Marschall Fach, General Weygand, Admiral Wemyß und Admiral Hope Platz nahmen. Ihnen gegenüber setzten sich die vier deutschen Bevollmächttgten. Außerdem be° ' * " ' eine geringe Anzahl anderer Teilnehmer Irgendwelche Begrüßung außer kurzer förmlicher Verbeugung fand nicht statt. Worte wurden nicht gewechselt. Nach einer kleinen Weile Einige Zeit später traf auf der von Osten her führenden Straße auch eine verstärkte Pionierkompanie ein, die schwere Straßen- und Minensperren zu beseitigen und ein kurzes Feuergefecht mit französischen Schützen zu führen hatte. Ueber dem Denkmal des 11. November 1918, das den geschlagenen deutschen Adler unter dem siegreichen französischen. Schwert zeigt, wurde das Banner des Großdeutschen Reiches gehißt. Compiögne, die Stätte tiefftet deutscher Schmach ist genommen! Keiner von uns allen, die wir diesen historischen Tag miterleben, die wir als erste das französische Nationaldenkmal als Sieger betraten, die wir die schlichten Worte hörten, die der General zu seinen Soldaten am Denkmal sprach, die wir sahen, daß hier deutsche Soldaten einen tadellosen Präsentiergriff machten, wußten damals, daß wir nach genau zehn Tagen wieder hier in Compiögne fein würden. Wieder fahren wir in den Wald von Compiögne, wieder in den frühen Morgenstunden. Und doch ist al l e s anders. Wir kommen von Westen her, von Paris. Außer Gefangenen ist von französischen Soldaten nichts zu sehen. Vor 10 Tagen im Stahlhelm, die Pistole griffbereit, heute mit leichter Feldmütze, fast friedensmäßig. Vor 10 Tagen krachten einzelne Schüsse durch die Stille des menschenleeren Forstes, Minensperren und Verhaue mußten vorsichtig umfahren werden. Heute weisen deutsche Posten den Fahrzeugen den Weg auf glatter Straße. Die französische Delegation wartet, um die Waffenstillstandsbedingungen aus der Hand des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht zu erhalten. mengebrochen ist. Wir alle stehen noch im Banne des dramatischen Ablaufs der letzten Ereignisse dieses Feldzuges, der für uns selbst so überraschend schnell den vollen Sieg der deutschen Waffen in Schlachten von unerhörter Kühnheit und Weite in der Anlage und von beispiellosem Schneid und zielstrebiger Kraft in der Durchführung brachten. Die Katastrophe der französischen Armeen ist vollständig, so vollständig, daß dem militärischen Zusammenbruch Frankreichs der politische auf dem Fuße folgte. Des Kriegshetzers Reynaud Ausbootung und Flucht nach Amerika hätte das Zeichen für einen Systemwechsel sein können. Aber wenn der greife Marschall Pötain den neuen politischen Kurs in Frankreich repräsentieren sollte, so wurden doch aus seinem Kabinett Stimmen vernehmlich, die alles andere als eine Friedensfanfare hören ließen. Frankreichs Bitte an die Reichsregierung, die Bedingungen für einen Waffenstillstand bekannt zu geben, war gefolgt von Erläuterungen französischer Minister, daß Frankreich noch keineswegs am Boden liege, daß der Kamp weiter gehe und die französischen Truppen überall dem deutschen Vormarsch äußersten Widerstand leisten sollten. Wenn dies ohne Erfolg geblieben ist, so war es der Elan der deutschen Armeen, der jeden Widerstand zerschlug und durch ihre überholende Verfolgung die Auflösung der französischen Trup- penverbände beschleunigte. Wenn nun im Wald von Compiögne und m den Telephongesprächen mit der französischen Regierung in Bordeaux über die deutschen Forderungen beraten wird, von deren Erfüllung die Reichsregierung den Eintritt der Waffenruhe auf Frankreichs Schlachtfeldern abhängig macht, so mag den Herren die Erinnerung an jene Waffenstillstandsbedingungen zur Seite stehen, die vor 25 Jahren der langen Kette der Demütigungen und Erniedrigungen, die dem deutschen Volke von Frankreich und seinen wechselnden Regierungen unter Königen, Kaisern und Republiken imßaufe der Jahrhunderte angetan worden sind, ein neues Glied hinzzigefügt hatten. Kalter Haß und brutaler Vernichtungswille hatte diese Waffenstillstandsoerhandlungen diktiert. Unmöglich kurze Fristen für die Räumung der besetzten Gebiete und Elsaß-Lothringens mit der Androhung, alles an Truppen zu internieren, was nach dieser Zeit noch nicht die Grenzen hatte überschreiten können, Ablieferung von 5000 Kanonen, darunter der gesamten schweren Artillerie, von 30 000 MG.s, 3000 Minenwerfern, 2000 Flugzeugen, von 100 U-Booten, 8 Kreuzern, 6 Schlachtschiffen, die übrige Flotte entwaffnet und in alliierte Kontrollhäfen geschleppt, Räumung des linken Rheinufers und einer Zone von 30 bis 40 Kilometer Breite rechts des Rheins, Rückgabe der Kriegsgefangenen ohne Gegenseitigkeit, Unterhalt der feindlichen Besatzungstruppen, Ablieferung von 5000 Lokomotiven, 10 000 Waggons, 5000 Kraftwagen und, was die kaltherzige Grausamkeit der Franzosen damals besonders kennzeichnete, die Hungerblockade, der schon Hunderttausende unschuldiger deutscher Frauen und Kinder zum Opfer gefallen waren, sollte bestehen bleiben, deutsche Schiffe sollten weiter gekapert werden dürfen. So sah damals der Waffenstillstand aus, den sich alliierte Generale und Staatsmänner unter Führung des Marschalls Foch ausgeklügelt hatten, um die deutsche Armee, den tapfersten, ritterlichsten Gegner der Welt, zu demütigen und das deutsche Volk in den Staub zu treten. Vergessen wir in diesen Stunden nicht, wie man uns damals mitgefpielt hat. Und trotz dieser höchst zeitgemäßen (Erinnerung darf die Welt diesmal davon überzeugt sein, daß es kein (Eompiegn-e mit umgekehrtem Vorzeichen ist, was Deutschland dem besiegten Feinde auferlegt. Schon die gestern von Generaloberst Keitel verlesene Präambel zu den deutschen Waffenstillstands- bebingunaen macht es eindeutig klar, daß diese nicht mehr enthalten, als was zur Sicherstellung der politischen und militärischen Ziele notwendig ist. Frankreich an der Wiederaufnahme des Kampfes au verhindern, Deutschland alle Sicherheiten zur Fortsetzung für die ihm aufgezwungene Weitersofortige Zurückziehung der Truppen der Mittel- mächte aus dem besetzten Gebiet. Schließlich fragte er, ob der Kanzler nur für diejenigen Gewalten des Reiches spräche, die bisher den Krieg geführt hätten. Am 12. Oktober ging die Antwort der Reichsregierung nach Washington ab. Am 16. Oktober traf die zweite Wilson-Note ein. Sie teilte mit, daß die Durchführung der Räumung und die Bedingungen eines Waffenstillstandes allein dem Urteil der militärischen Berater der Alliierten überlassen werden müßten; sie verlangte Einstellung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges und sagte zum Schluß, daß Deutschland seine Regierungsform ändern müsse, und zwar vor Friedensschluß. Die deutsche Antwort ging am 21. Oktober hinaus. Am 24. Oktober traf Wilsons dritte Antwortnote ein. Immer noch nicht hatte der Präsident das deutsche Verlangen nach Waffenstillstand an die Alliierten weiter- gegeben. Er betonte, es könne nur ein Waffenstillstand in Frage kommen, der die Verbündeten in der Lage beließe, jede zu treffende Vereinbarung zu erzwingen und eine (Erneuerung der Feindseligkeiten Deutschlands unmöglich zü machen. Die Note schloß mit den Worten, wenn sie (die Regierung der Vereinigten Staaten) mit den militärischen Beherrschern und monarchischen Autokraten Deutschlands jetzt verhandeln müsse, dann müsse sie nicht Friedensverhandlungen, jondern Uebergabe fordern. Die deutsche Antwort erfolgte, nachdem Ludendorff am 26. Oktober gestürzt worden war und am 27. der Habsburger Karl einen Sonderfrieden angeboten hatte, am 28. Oktober. Erft Anfang November kam die Antwort Wilsons, und es wurde die Waffen- 1 Kur- und Kräftigungsmittel PH ZU brechen. rs oi- en n Zialienischer Wehrmachlsbericht. Harte englische Verluste in Nordafrika: 10 Flugzeuge und 40 Panzerwagen zerstört. Rom. 21.Juni. (DRV.) Der italienische Wehr- machtsberlcht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: 3m Laufe der Rächt zum 21. Juni wurden die Flottenstützpunkte Biserka und Malta erneut heftig und zielsicher bombardiert. Unsere Aufklärungsflugzeuge überwachen beständig die Flotten- und Luftflottenstützpunkte am Mlttelmeer. 3n Rordafrika sind an der Ostgrenze unsere Operationen dauernd im Gange. Obwohl die Operationen auf taktischem Gebiete beschränkt sind, verlor der Feind im ganzen mehr als 10 Flugzeuge und rund 40 Panzerwagen. 3m Verlaufe der Rächt wurden heftige Bombardements, insbesondere über dem Flugzeugstühpunkt Marsa- 7N a t r o u h ausgeführt, wobei schwere Zerstörungen und ausgebreltete Brände verursacht wurden. 3n Ostafrika wurden im Verlaufe eines ergebnislosen Einfluges gegen unseren Luftstützpunkt Lavello zwei englische Flugzeuge abgeschossea. Der Feind hat seine Einflüge in unser Hoheitsgebiet eingeschränkt. 3n der Rähe von 3 m p e r i a fiel eine einzige Bombe auf freiem Felde nieder. ■ HJUUlvai, | *, 1" v.v -v-v ‘ ‘ Mgen. General Weygand widersprach. Im Verlose des Zwiegesprächs gab schließlich General Vtygand nach und äußerte: „Schreiben Sie auf, ido) Sie für unmöglich halten." Auch General von Miterseldt hatte eine Unterredung mit General den vermißt. Unsere U-Boot-Waffe meldet die Versenkung von vier englischen Handelsschiffen, unter denen sich ein Royal-Wail-Dampfer von 11 000 23rt befindet. Bei den schnellen Durchbrüchen durch das Panzer- und Betonbollwerk der Waginotlinie vollbrachten 3n- fajifetic und Pioniere im schweren Kampf mit zähem Gegner Ruhmestaten, deren Würdigung einer späteren Zeit vorbehalten bleibt. Durch ganz besondere Kühnheit und Unerschrockenheit haben sich in diesen Kämpfen ausgezeichnet: der Kommandeur eines 3n- fanterie-Regiments Oberst § chwalbe, der Bataillonskommandeur in einem 3nsanlerie-Regiment !Major Wildermuth und der Oberleutnant in Ieinem 3nfanterle-Reglmenl von Kettelhodt. eil. * mar führten, sowie bei der Oeffnung der Burgundischen Pforte wurden die Truppen des Heeres in hervorragender Weise durch Flakverbände im Einsatz gegen Erdziele unterstützt. Kampf- und Stuka-Verbände griffen am 20. Juni Schiffsziele vor L a Rochelle und der (Biron- d e - Mündung an und versenkten einen Transporter von 10000 Tonnen, sowie ein Hilfskriegsschiff von 4000 Tonnen. 3n der Rächt zum 21. Juni unternahmen britische Flugzeuge wieder zahlreiche Einflüge noch Rord- und Westdeutschland, um dort ihre Bomben wie bisher auf nichtmilitärlsche Ziele abzuwerfen. Der angerichlete Sachschaden ist unerheblich, dagegen wurden wieder einige Zivilpersonen getötet. Die Gesamtverluste des Gegners in der Luft betrugen gestern 6 Flugzeuge, davon wurden allein 4 durch Flak abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge roer^ ir besiegen dm Schmutz auch mit wmiger Seife. IQur immer vorher gut eimveichm mit ßmko. Das hilft! >ni. tu. K Ob tift Hüb k n ■Qn> nun onb st enbt k unn nun. ba fr '01, £ Der Wehrmachlsbericht vom Freitag. Führerhauptquartier. 21. Juni. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Bewegungen unserer Truppen zur Besetzung der Rormandie, der Bretagne und des Raumes zwischen der Loire-Mündung und dem R h o n e - T a l verlaufen planmäßig. Die durch Burgund vorstohenden Schnellen Truppen haben Lyon im Kampf genommen. Bei der Eroberung von Revoy bei Gien fielen unseren Truppen 700 neue Panzerkampfwagen in die Hand. 3n Lothringen und im Elsaß ist die Säuberung von Teilen der Maginot-Linie vom teilweise hartnäckig kämpfenden Feind im Gange. Die im nördlichen Lothringen zusammengepreßten Fran- zosenreste sind durch unseren Angriff in mehrere Teile zerrissen. Einzelne eingeschlossene Feindgruppen hallen sich noch im Westteil der Vogesen. Der im Weltkrieg stark umkämpfte hartmanns- weiler Kopf in den Vogesen ist in unserem Besitz. Die Luftwaffe setzte auch am 20. Juni ihre Angriffe auf die R ü ck z u g s st r a h e n d e s G e g - ner5 fort. Vor dem Pfälzerwald setzten unsere Stukas wiederum eine Reihe von Werken der Maginot-Linie außer Gefecht und halfen damit den Widerstand des hier noch haltenden Feindes M S ft Lyon im Kampf genommen. 700 neue Panzerkampfwagen bei Gien erbeutet. — Widerstand im Elsaß und in Lothringen gebrochen. Völlige Auflösung in Frankreich. Unabsehbarer Flüchtlingsstrom an der spanischen Grenze. - Oie Regierung in Biarritz. I UlvUJvll« " Bei den Kämpfen im Elsaß, die zur Einnahme von Straßburg. Schlettstadt und Lol-I ttn y geroeK griijii in l W, ldB- • len ffl lem k- Ine^fl W ®o iß i ffltö halb W chioli-'- um? en t? i en $ ßle * P ße^rJ nflßi^ für«’ ir «itl» EL bfÄ Mit unseren Kampsfliegern über der Themsemündung. Von Kriegsberichter Panel Carattola. ßt^rünbung ab gelehnt. Marschall Fach saß mit steinerner Ruhe am Tisch, manchmal zupfte er euer- M seinen Schnurrbart. Während der ganzen Verlesung wurden keinerlei Bemerkungen gemacht. Die iritoerlängerung wurde abgelehnt, gleichfalls das Ersuchen, wenigstens eine vorläufige Waffenruhe für die Zeit der Prüfung der Bedingungen gewäh- Ven zu wollen. Foch fügte bei, daß er in allem hincf) Verabredung mit den alliierten heeresleitun- gev und alliierten Regierungen gebunden fei; er erklärte ganz bestimmt, daß Verhandlungen über bis Bedingungen unter gar keinen Umständen auge= würden; Deutschland könne sie anneymen ober ablehnen, ein Drittes gebe es nicht. Nachmittag des 8. November gelang es, eine ßtürfe zwischen beiden Lagern herzustellen. General Lmgand erklärte sich bereit, den Grafen Oberndorfs u, empfangen. Graf Oberndorfs äußerte die Ansicht, kl die Verbündeten den Waffenstillstand gar nicht nulten, so schwer, ja unmöglich seien die Bedin- Madrid, 22. Juni. (Europapreß.) Ein Madrider Journalist berichtet aus Bordeaux: Die Stadt sei eine wahre Hölle. Die Kais seien mit durcheinander geratenen Kolonnen französischer, englischer und belgischer Fahrzeuge, Kranken- und Panzerwagen gefüllt. Tausende von Offizieren und Soldaten, die vier oder fünf Nationen und allen möglichen Waffengattungen angehörten, verstopften die Straßen. Die Verwirrung werde dadurch noch erhöht, daß ständig neue Flüchtlingszüge aus allen Gegenden Frankreichs eintrefien. Die Scharen warteten im Hafen von Bordeaux auf eine Gelegen- heit zum Einschiffen; irgendwohin wollten sie flüchten. Das spanische Konsulat sei vom Morgengrauen bis in die tiefe Nacht hinein von Franzosen und Ausländern belagert, die Erlaubnis zur Durchreise nach Portugal erhalten. Die spanischen Behörden gingen jedoch äußerlt vorsichtig vor. Sie verweigerten allen unerwünschten Personen das Visum. Den ehemaligen diplomatischen Vertretern Polens und den Mitgliedern des flüchtigen belgischen Kabinetts Pierlot sei aber das Visum erteilt worden. Dagegen fei zahlreichen Bonzen des französischen Radikalismus das Visum verweigert worden, beispielsweise T h o r e z und der Federfuchserin Mme. T a b o u i s. — Unter dem Eindruck der ersten judenfeindlichen Kundgebungen strömten auch die I u d e n massenhaft in Bordeaux zusammen. — Auf die Flucht warteten in Bordeaux auch zahlreiche ehemalige Minister der rotspanischen Republik. Zum Schluß weist der Journalist darauf hm, daß m französischen Volk die Forderung nach Festnahme und Bestrafung der verantwortlichen Per- önlichkeiten immer stärker werde. Es sei nicht ausgeschlossen, daß für all diese Leute noch die Stunde der Sühne schlagen werde. Der h e r z o g v o n W i n d s o r hat am Mittwoch seine Villa in Cannes verlassen und sich im Kraftwagen nach Spanien begeben. Das Herzogspaar, das sich am Donnerstag noch in Barcelona ^-Obergruppenführer Weitzel beigefeht. Düffelborf, 21. Juni. (DNB.) ff-Dbergrup- penführer und Polizeipräsident Weitzel, der im Dienste der Landesverteidigung bei einem englischen Fliegerüberfall auf die innere Stadt Düsseldorf von einem Bombensplitter tödlich getroffen wurde, wurde auf dem Nordfriedhof zur letzten Ruhe bestattet. Gauleiter Florian widmete seinem ersten Mitkämpfer herzliche Worte des Nachrufes. — General Daluege wies darauf hin, daß ^-Obergruppenführer Weitzel einer der ersten Männer außerhalb der Grenzen Bayerns war, die zum Führer fanden, und daß er immer einer der getreuesten des Führers gewesen sei. Das komme nicht zuletzt darin -um Ausdruck, daß er jetzt vom Führer auf einen wichtigen Posten in Norwegen berufen wurde. — Der Reichskommissar für Norwegen, Oberpräsident Terboven, legte dann den Kranz des Führers, und Gauleiter Florian den Kranz des Stellvertreters des Führers nieder. Die ^-Standarte 20 Düsseldorf wird auf Befehl des Peichsführers ff den Namen „Fritz Weitzel" tragen. ter morgens. Den beiden tapferen Offizieren Genera von Winterfeldt und Kapitän Vanfelow stan- bei — wie Erzberger schildert — die Tränen m bei Augen, als sie unter hartem Zwang zur Feder griffen. Zum Schluß gab Erzberger noch eine flcrung ab mit der Versicherung, daß wir ehrlich tenüht sein würden, die auferlegten Verpflichtun- fie-. durchzuführen. „Ich nahm nochmals Bezug auf liiere Gegenbemerkungen zu den Waffenstillstands- teMngungen und mies darauf hin, daß manche Verpflichtungen undurchführbar feiern" Seine Er- Kcrung schloß mit den Worten: „Ein Volk von sied zig Millionen leidet, aber es stirbt nicht. Marschall Foch hatte daraus nur die trockene Berner- lmg: „Tres bien“ — „Schon gut." Keinerlei militärische Objekte. Britische Fliegerbombe »s das Krankenhaus von Sachsenhausen. Berlin, 21. Juni. (DNB.) Der englische Rund- jmk unterstellt in einer seiner letzten Sendungen, ia$ in Deutschland Krankenhäuser absichttich leben militäris chen Objekten errichtet itrben sind, und daher käme es, daß auch solche Irinkenhäuser von britischen Bomben getroffen derben. Am 19. Juni, nachts gegen 2 Uhr, hat ein Indischer Flieger eine Bombe in der Franc° jur ter Vorstadt Sachsenhausen auf les Städtische Krankenhaus geworfen, toer, der Frankfurt a. M. kennt, weiß, daß Biber in S a ch s e n h a iLs e n noch im wer- len Umkreis davon militärische Ob- |e!tc ju finden sind. Da alle Personen, dre sonst ti diesem der wissenschaftlichen Forschung und arzt- tden Versorgung der Bevölkerung dienenden Jn- fiut arbeiten, rechtzeitig die Luf tsch utz- röume ausgesucht haben, wurde kein Per- In-nschaden verursacht, jedoch hat die Bombe d a s Bi bäube beschädigt und wertvolle Jirstru- tiinte und wissenschaftliche Geräte Zerstört. Di - h Bombenabwurf beweist erneut, daß der bntllche iilsger n i ch t d i e A b s i ch t gehabt hat, ein mili= Msches Ziel anzugreifen. Vielmehr bombardierte ir einfach -inen erstbesten gro ß - " G - - 1 i u d - k o m p l e x. Für diese neue volkerrechts- »iirige Tat gibt es keine Entschuldigung Um 18.6., nachts zwischen 1.30 und 3 Uhr, war n britische Bombenflieger ostli ..., 21.Juni. (PK.) Vorgestern noch trafen unsere Bomben wichtige Brücken auf den Rückzugs- sttahen der geschlagenen französischen Armeen. Heute abenö geht unser Flug hinüber nach England. An der Themsemündung liegen die großen Tanklager. Für sie, den Lebensnerv Albions, sind unsere Bomben bestimmt. Wir wissen, eine starke Abwehr erwartet uns. Zahllos sind die Flakbatterien, die diese wichttgen Anlagen schützen sollen. Englische Jäger stehen bereit. Und doch gibt es keine Stunde des Besinnens. In gleichmäßigem Flug strebt unsere Maschine dem Ziele zu. Unter uns schimmert die weiße Fläche des Kanals. Die Küste verschwindet allmählich im grauen Dunst am Horizont. Da sehen wir dort drunten die Umrisse eines Dampfers. Er hat unser Nahen bemerkt und versucht, im Zickzackkurs aus unserer Reichweite zu kommen. Beruhige dich, mein Junge, heute bist du vor uns sicher. Wir erkennen bereits in der Feme die Umrisse des englischen Küstensaumes. Nun befinden mir uns in dem Gebiet der feindlichen Jäger. Immer deutlicher hebt sich das Land vor uns aus dem Dunkel heraus. Schon können wir das Stromgewirr der Themsemündung ausmachen. Da flammt unter uns ein Scheinwerfer auf. Urplötzlich schießt sein Strahl in die Höhe. Er sucht uns, vergebens. Wir sind an ihm vorbei. Andere Scheinwerferbatterien sind aufmerksam geworden. Von allen Seiten leuchtet es nun auf. Ihre Strahlen kreuzen sich, streben wieder voneinander fort. Hier verweilen sie an einem Punkt, dort suchen sie in nervöser Hast den Himmel ab. befand, beabsichtigt, sich n a ch M a d r i d zu begeben. Auch der frühere belgische Ministerpräsident P i e r l v t, der französische ehemalige Außenminister Bonnet, zahlreiche andere politische Persönlichkeiten haben die spanische Grenze überschritten. Die Be- Häuptling, daß auch Frankreichs ehemaliger Mini- terpräsident Da lad ier in Spanien sei, wird dementiert. Die spanisch-französische Grenze bei San Sebastian ist angesichts der unzähligen Flüchtlinge aus Frankreich geschlossen worden. Auf den Sttaßen Südwestfrankreichs, die nach Spanien führen, herrscht eine immer noch zunehmende Verwirrung untet den Flüchtlingen. Zahllose Menschen kampieren und chlafen auf den Sttaßen, die restlos verstopft sind. Die Flüchtlingsscharen dehnen sich a n d e r g e s a m - t e n Pyrenäen-Grenze entlang. In Biarritz, St. Jean de Luz und in allen weiteren süd- westlichen Orten sind die Hotels infolge der bedrohlich zunehmenden Lebensmittelknappheit zur Ausgabe von E i n t o p f e s s e n übergegangen. Die Befürchtung nimmt zu, daß die Lebensmittelversorgung in Kürze völlig ins Stocken geraten könnte. Der Eisenbahnverkehr in Südwestfrankreich ist fast vollkommen ft i 11 a e I e g t. Lediglich die Strecke Bordeaux—Toulouse—Avignon wird noch mit einiger Regelmäßigkeit befahren. Weitere Meldungen aus Frankreich betonen, daß die allgemeine Desorganisation immer mehr um sich greife. Es besteht keine einheitliche militärische Führung mehr. Es bildeten sich Offiziersgruppen und Frontkämpferverbände, die hier und da einige Ortschaften verbarrikadieren und sie verteidigen wollen. Alle öffentlichen Dienste begännen zu versagen. Sicherheitsdienst, sanitärer Dienst und Verkehrswesen funktionierten nicht mehr. Offensichtlich lege die französische Regierung gesteigerten Wert darauf, mit Deutschland und Italien die Waffenstillstandsoerhandlungen noch zu einem Zeitpunkt zu Ende zu bringen, zu dem sie noch auf unbesetztem französischem Gebiet fungiert. Sie befindet sich jetzt in Biarritz, nahe der spanischen Grenze. Die Hakenkreuzfahne am Schmachmal von Compiegne. (PK.-Teschendorf-M.) II Dygand, in der er versuchte, als Offizier zum Ofizier den General Weygand von der Undurch- füirbarfeit der Bedingungen zu überzeugen. Auch ou die Gefahr des drohenden Bolschewismus bei l Erzwingung dieser mörderischen Bedingungen und do; liebergreifen des Bolschewismus auf das frauliche Heer deutete General von Mnterfeldt hin. I Mr General Weygand hatte darauf nur die über» znfti!1 ltt»ne Antwort: „Der Sieger hat nichts zu befittch- r. I itr ..." Da, wo eben noch tiefes Dunkel das Land nur schemenhaft erkennen ließ, reiht sich nun Strahlenbündel an Strakstenbündel. Ruhig teilt die Besatzung ihre Wahrnehmungen dem Flugzeugführer mit und geschickt steuert dieser die Maschine durch das Gewirr dem Ziele zu. Nun sind wir an der Stelle, der unsere Bomben gelten. „Achtung, wir greifen an." Es ist die Stimme des Kommandanten, der uns auf die entscheidenden Sekunden des Fluges aufmerksam macht. Alles ist bereit. Und nun stürzen die Bomben in die Tiefe Unsere Blicke suchen das Dunkel unter uns zu durchdringen. Gleich muß der Aufschlag kommen. Wo die Tankanlagen liegen, schießt nun eine Stichflamme in die Höhe, wird jäh wieder verschluckt von Rauch und Qualm. Und kurze Zeit später glüht es rot auf. Treffer. Unsere Bomben haben ge- sessen. Nun aber heraus aus dem Gebiet der Abwehr. Wieder geht es durch dichten Wald der Scheinwerferstrahlen. Da sehen wie neue Einschläge, die anderen Maschinen haben auch getroffen. Aus Hunderten von Rohren feuert nun die englische Flak. Jäger steigen auf. Es nutzt ihnen nichts. Immer mehr Brandherde entstehen dort unten. Und kaum glauben die Verfolger, eine unserer Maschinen gestellt zu haben, da ist sie ihnen auch schon wieder entwischt. Noch sind wir nicht aus der Gefahrenzone heraus. Aber die Jäger haben uns wieder verloren, ehe sie überhaupt angreifen konnten. Glatt erreichen wir unseren Flughafen. Unser Auftrag ist ohne eigene Verluste erfolgreich durchgeführt. Französische Generale suchen Zuflucht in der Schweiz. G e n f, 22. Juni. (DNB.) Wie die Genfer Zeitungen berichten, fand sich am Donnerstag in einem getarnten Militärauto der französische General d'Armau de Pouydragain an der Schweizer Grenze ein und ersuchte die Schweizer Behörden, ihn zu internieren. Diese Bitte wurde ihm gewährt unter Anweisung eines Zwangsaufenthaltes. Der General kommandierte ein Armeekorps und war früherMilitärgouverneurvonStraß- b u r g. Während des Krieges 1914/18 kommandierte er französische Alpenjäger am Hartmannsweilerkopf. Am 20. Juni traf eine Autokolonne von 45 Wagen an der schweizerischen Grenze ein, bei der sich der ganze Stab des französischen 4 5. Armeekorps unter dem Kommando des Generals D a i l l e befand. Der Korpsstab wurde interniert und in das Innere des Landes abtransportiert. Hauptschriflletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« hauptichriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politü, Feullleton und BUder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleitrr: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzetgenlerter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Rr.6. nooer bis westlich Fallersleben zahllose Bomben ab. Sie fielen roeit über bas G e - lände verstreut nieder. In der ganzen Gegend sind keinerlei militärische Objekte, nur friedliche Bauerndörfer und Siedlungen. Es wurden z. B. nördlich Miesburg mehrere Brandbomben abgeworfen, die glücklicherweise in freies Gelände fielen und nur geringen Flurschaden anrichteten. Weiter östtich Meinersen wurde ein Wohnhaus durch ^Bombentreffer vernichtet. Zwei Bewohner rouroen getötet und ein Kind verletzt. In Wolfsburg durchschlug eine Brandbombe ein Wo hnhaus und kam im Keller zum Erlöschen, so daß glücklicherweise kein weiterer Personen- oder Sachschaden enfitand. Da die feindlichen Flugzeuge ihre Angriffe über einen verhältnismäßig großen Raum verteilten, war ihre Gesamtzahl nicht feststellbar. Diese Vorfälle beweisen immer wieder aufs neue, daß die britischen Flieger bei ihren Nachtflügen ihre Bomben planlos irgendwo in Deutschland abwerfen und nachher zu Hause große Romane erzählen über getroffene Oeltanks und riesengroße Brände. Auch solche Renommiertaten wird die deutsche Luftwaffe zu beantworten wissen. Selbst am 11. November vormittags ging die totale Haltung Fochs noch weiter: die Delegationen toten bis zum Morgengrauen um Einzelpunkte geringen. Am Morgen des 11. November, gegen 5 . Ilst, trat Marschall Foch in den Derhandlungsraum KW § Salonwagens (es waren die Verhandlungen mit val»I ftneral von Winterfeldt) ein mit der Frage: „Sind t- M Si1 noch immer nicht fertig?" Und er fuhr fort: er i: £>enn Sie es in einer Viertelstunde nicht sind, is ov [nme ich wieder und garantiere Ihnen, daß wir ; in fünf Minuten fertig sind." Das war das Zeichen int«? iUT1 Schluß. Nach wenigen Minuten wurden die 93er- ID loiblungen beendet; Erzberger teilte der deutschen * t s Archen Heeresleitung sofort durch Funkspruch den ! tri- Pschluß des Waffenstillstandes mit. Dann folgte en L Unterzeichnung. Es war genau 5 Uhr 20 Minu- ir 16. ' - ----- - fit Gut erhaltener mit A bis L an- 1940, von 15 bis 1940, von 16 bis Die Deutsche Arbeitsfront Ä NSG. „Krall durch Freude 2973 D Schüler zu RM. 0.20. 2910D ? W "ich ßnhi|d)er 2947L □ooinooo o 2975 A un Wir suchen ilcinjlöeniHiflien MMM 2944 V nr Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl’sche Druckerei Wirzeigen zwei Dinge in unseren Schaufenstern, auf die wirSie besonders hinweisen möchten: Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. 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Vor sechs Tagen sind bie am mittleren Oberrhein mit Hilfe das vornehme ,067D Familien-Cafe in Gießen Smuts Gelegenheit, seine Kriegspolitik vor der eigenen, immer kritischer werbenben Bevölkerung zu rechtfertigen. Sübafrika schwebe in ernster Gefahr unb müsse im „Norbe n" verteibigt werben, so behauptete er. Abessinien sei ber erste Schritt ber Afrikapolitik Mussolinis, bie Hand in Hand mit ben deutschen Machtansprüchen in Afrika gehe. Die britische Kriegspolitik des Herrn Smuts ist von ber nationalen Bevölkerung des Lanbes längst burchschaut worben. Von ber nationalen Presse wurde die Kriegserklärung der Union an Italien scharf verurteilt. Italien, so betont die nationale Presse, habe der Union nie das geringste zuleide getan und habe auch die Union niemals bedroht. Wenn Smuts zur Verteidigung der Union aufrufe, so könne von Verteidigung gar keine Rede sein. Der von Smuts geführte Krieg sei ein Angriffskrieg z u g u n st e n englischer Belange in Nordafrika. Die Kabinettsumbildung in !tSA. Washington, 21. Juni. (Europapreß.) Die Ernennung des Chikagoer Verlegers Oberst Franklin Knox zum Marinesekretär und des früheren Staatssekretärs Henri Lewis Stimfon zum Kriegssekretär bringt zwei führende Republikaner in wichtigste Kabinettsposten. Ueber- , , . - M , _inge „ junden werden wird. Es unterliegt keinem Zweifel, Laß in einir— t v " *- genen LZerpflichtungen. Aber wie hierzu „Popold di Roma" von der ägyptischen Grenze berichtet, scheint ein Bruch zwischen König Faruk und dem englischen Botschafter Lampson bevorzustehen. Die Auslegung des englisch-ägyptischen Vertrages bilde den Hauptgrund der entstandenen Schwierigkeiten. Die Forderungen des englischen Botschafters und des englischen Oberkommandos würden die im Vertrag festgelegten Verpflichtungen Aegyptens weit überschreiten. England verweigere die militärische Räumung Kairos und seine Erklärung zur offenen Stadt. Alle ägyptischen Flugplätze würden von den Engländern besetzt gehalten. Das englische Oberkommando fordere ferner die aktive Beteiligung Aegyptens am Kriege sowie die Duldung englischer militärischer Maßnahmen auf ägyptischem Gebiet, die nach dem Vertrag unzuläs- s i g seien. Außerdem werde die Absetzung des ägyptischen Generalstabschefs Nasri Pascha verlangt sowie die Zurückziehung der ägyptischen Truppen aus ihren Grenzgarnisonen. Schließlich werde dis Organisation eines Staatsstreiches und die Einrichtung einer militärischen Diktatur angedroht. mußten die Lehrer die Schüler der oberen Klassen geschlossen nach- den Musterungsplätzen außerhalb'ihrer deutschen Heimat bringen. Die höheren Stäbe in Colmar verließen zusammen mit den flüchtenden Juden schon am ersten Angriffstag die Stadt und brachten sich in Sicherheit, während die Truppen Colmar zur Verteidigung herrichteten und auf den Straßen Maschinengewehre und Geschütze hinter provisorischen Befestigungen aufbauten. Der marxistische Bürgermeister der Stadt, Edouard Richard, war so verhaßt, daß er beinahe von den erbitterten Arbeitern gelyncht worden wäre. Ihm maß man die Hauptschuld bei, daß er trotz jahrelanger großzügiger Versprechungen der Verlegung vieler Betriebe nach Altfrankreich und der dadurch verursachten großen Arbeitslosigkeit Vorschub leistete und feinen aus dem Reich einaewanderten jüdischen Freunden den größten Einfl»ß auf die' Wirtschaft des Landes in die Hand spielte. Nun geht die Schreckenszeit für die heimische Bevölkerung ihrem Ende entgegen. Die deutschen Truppen, denen die Bewohner auf dem Vormarsch Verpflegung, Wein und Zigaretten anboten und sie mit Blumen beschenkten, stehen nach harten Wochen auf dem Kamm der Vogesenberge und blicken hernieder auf dieses wunderschöne, reich gesegnete deutsche Land. Das Sttaßburger Münster erhebt sich als Wahrzeichen der alten deutschen Kultur dieses Landes, Burgen und Schlösser künden eine stolze Vergangenheit — eine Entwicklung, die freilich oft genug durch kriegerischen Einfall von West her gestört wurde. Der Blick unserer tapferen deutschen Soldaten geht voll Wehmut auf die zahlreichen Gräber der Toten des Weltkrieges, die auf den Bergen, die sie vier Jahre heldenmütig verteidigt haben, ihre letzte Ruhestätte fanden. Heute wird der Schmerz um das Todesopfer der Vogesenkämpfer von 1914 bis 1918 demildert durch das stolze Bewußtsein, daß diese Kameraden nicht umsonst gefallen sind. Der Hartmannsweiler Kopf, einst der „Berg des Todes", der zeitweise täglich im härtesten Gebirgskampf Mann gegen Mann von Hand zu Hand ging, der zu einer Granitfestung ausgebaute Rehfelsett, das Schratmännle, der Bären st and und all die Gipfelstellungen jenes jahrelangen Ringens liegen jetzt im strahlenden Sonnenschein, da die deutschen Truppen die im Granatfeuer baumlos gewordenen Hänge überwunden haben. Der Blick aber wendet sich'vom weiten elsässischen Land wieder nach vorn, bis die letzten Reste der geschobenen Armeen im Kessel der von allen Seiten heränrückenden deutschen Truppen die Waffen gestreckt haben. Detig. raschend kommt die Ernennung von Stimson, da die Laufbahn des 73jährigen erfahrenen Staatsmannes als abgeschlossen galt. Ueberraschend ist ferner, daß es Roosevelt endlich gelungen ist, den bisherigen KriegKsekretär Louis Woodring zum Rücktritt zu veranlassen. Oberst Franklin Knox ist 66 Jahre alt und seit 1931 Verleger der „Chicago Daily News". Vorher war er Generaldirektor der Hearst- Zeitungen. Knox ist als republikanischer Politiker früher nur einmal hervorgetreten, als er 1936 von den Republikanern als Kandidat für die Vizepräsi- dentschaft aufgestellt wurde. Oberst Knox war vor Kriegsausbruch heftiger Gegner des New Deal, schwenkte dann jedoch um und verlangte ein Kabinett der nationalen Einheit. In jüngster Zeit wurde Knox durch den Plan zur Ausbildung von Flugzeugführern in privaten Flugschulen bekannt. Henri Stimson, ebenfalls Weltkriegs-Artillerie-Oberst, begann seine politische Karriere als Neuyorker Staatsanwalt und kandidierte im Jahre 1910 erfolglos für das Neuyorker Gouverneursamt. Von 1911 bis 1913 war er unter Taft Sekretär im Kriegsdepartement und von 1927 bis 1929 Generalgouverneur der Philippinen. Unter Hoover war Stimson von 1929 bis 1933 Staatssekretär. „Zwielicht." Es ist noch nicht vergessen, wie vor wenigen Jahren den Wilderern aus Köppern im Taunus der Prozeß gemacht wurde und aus dessen Verhandlungen hervorging, mit welch hartnäckiger Leidenschaft die Wilderer ihrem verbrecherischen Treiben die Zügel schießen ließen und auch nicht Halt machten vor dem Leben des Försters, der ihnen von Amts wegen das Handwerk legen mußte. — Eine Wildererbande, ihr heimlicher Kampf gegen Forstmann und Polizei, die kritische Stellung des Wilderers in der Volksgemeinschaft, ja auch in der Familie — das ist der Gegenstand des neuen Ufa-Films im Gloria-Palast, der in knappen Szenen, ungewöhn- lich einprägsam, klar im Aufbau und sehr lebendig in der Darstellung das Treiben einer Wildererbande schildert und das bittere Ende aufzeigt, das früher oder später einem jeden Wilderer sicher ist. Hier kommt ein früherer Wilderer, nachdem er 18 Monate im Gefängnis gesessen hat, in sein Dorf zurück, will aber nicht mehr mitmachen. Seine Komplicen sind mit versteckten Drohungen an ihm. Er läßt sich aber nicht einschüchtern, wird vielmehr sehr hellhörig und merkt, daß seine Kameraden schon, früher kein klares Spiel mit ihm getrieben haben. Da taucht plötzlich, vom Förster gerufen, die Kriminalpolizei auf, forscht intensiv nach der Bande, geht in entscheidender Nacht auf Streife und stellt auch einen der Wildschützen. Der Wilderer entkommt aber und erschießt auf der Flucht den alten Förster. Am anderen Morgen wird er aber doch auf Grund einer klaren Beweisführung festgenommen, obwohl ursprünglich der Verdacht auf den entlassenen Strafgefangenen gefallen war. Der Festgenommene aber hat mit dem alten Förster seinen eigenen Schwiegervater niedergeschossen. Den Film, dessen Handlung sensationell erscheinen mag, zeichnet ein sorgfältiges Milieu-Studium aus. Es ist nichts romantisiert. Die Handlung läuft in klarer Folgerichtigkeit ab. Ausgezeichnet sind die Charakterschilderungen der Förster, Wilderer, der Kriminalpolizisten und — der Zirkusleute, die in dieser Geschichte ebenfalls eine wichtige Funktion zu erfüllen haben. Paul Wegener als der alte Förster, wäre zuerst zu nennen. Er stellt ihn dar, wie man sich eben einen alten Förster denkt: ruhig, sicher, gütig, korrekt im Dienst, besonders eindringlich, dann, wenn der Film sein Bild groß und nahe bringt Viktor Staat als der aus dem Gefängnis entlassene und dann wieder unter Mordverdacht geratende Wilderer vermag vor allem Reue und Wunsch zur Besserung nachhaltig auszudrücken. Karl R a d d a tz als sein Kompagnon im Geschäft steht ihm im scharfen Kontrast gegenüber, aber den Mörder macht Raddatz mit seinem gemütvollen und offenen Gesicht doch schwer glaubhaft. Ruth H e l l b e r g und Ursula G r a b l e y sind schwergeprüfte Menschenkinder, die zwar dem Kreis der Wilderer eng angehören, aber mit schöner Leidenschaft alles aufbieten, die Männer von ihrem lichtscheuen Treiben, abzuhalten. Eine der überzeugendsten Figuren ist Willi Rose als der hehlerische Wirt, der alle Fäden in der Hand hat und als der böse Geist hinter den Wilderern steht. Nicht weniger glücklich ist die Form der Darstellung der verschiedenen Kriminalbeamten. Der Film unter der Regie von van der Nossen ist in seiner Lebensnähe und Wahrhaftigkeit eine erfreuliche Erscheinung. Manches faszinierende und stimmungsvolle Bild vom Wald im Zwielicht des anbrechenden oder des scheidenden Tages läßt aufsehen und an den Kameramann denken, der für die spannende Handlung den richtigen Hintergrund schuf. H. Lt Neuner, England terrorisiert Aegypten Genf, 21.Juni. (Europapreß.) Die Erklärung ber ägyptischen Regierung von Kairo, sie werbe zur Sicherung ber Friedenswahrung in Aegypten bie Truppen einige Kilometer von ben Grenzen, also auch von der libyschen Grenze zurückziehen, hat in London eine außerordentliche Verstimmung verursacht. Die Verärgerung ist um so größer, als man befürchtet, daß die Zurückziehung der ägyptischen Truppen von der libyschen Grenze als erster Schritt auf bem Wege zu einer Selbstänbigkeitsbewegung aufgefaßt werden könnte, der bei den mit England noch verbündeten oder unter seiner Schutzherrschast stehenden Staaten Schule machen könnte. Man befürchtet weiter, der Beschluß der ägyptischen Regierung könnte unangenehme Folgen in einigen Dominien, z. B. Südafrika, nach sich ziehen. Agenzia Stefani meldet aus London, amtlich werde zwar jede Absicht der englischen Regierung in Abrede gestellt, Aegypten zur Teilnahme am Kriege zu zwingen. England fordere ausschließlich die volle Einhaltung der von Aegypten eingegan» Schaden zu nehmen oder in ihren volkstumsmäßigen jräften und der Freiheit ihres Handelns beschränkt ju werden, sondern um teilzunehmen an dem großen Neuaufbau der europäischen Geschichte. Die deutsche Heeresleitung hatte, bevor sie die befehle zum entscheidenden Vorstoß gab, die niederländischen Kommandos verständigt, daß binnen drei Stunden der Angriff erfolgt, wenn Rotterdam nicht inzwischen durch den Abzug der niederländischen Truppen zur freien Stadt wird. Durch dcs Zögern der niederländischen Kommandostellen ist diese Frist so versäumt worden, daß schließlich nunmehr die Landtruppen und nur ein Teil der Liftgeschwader von der im letzten Augenblick er- filgten Uebergabe verständigt werden konnte. Auch bie Räumung der durch Angriff bedrohten Stadt- trile, für die mit drei Stunden genügend Zeit gege- bin war, wurde nicht durchgeführt. Wenn ich die begonnenen Aufbauarbeiten in dieser Stadt be= , trachte, bann bin ich sicher, baß bas niederländische Dlk bie richtigen Erkenntnisse aus biefen Ereignissen finbet und unverzagt die eigenen Kräfte zu einem Wideraufbau und zu einer Neuordnung der Wirtschaftlichen, politischen und völkischen Grundlogen dieses Landes einsetzen wird. Es sollen Ent- städigungsbeträge zur Deckung der Schäden Printer als auch der öffentlichen Hand zur Verfügung I gestellt werden. 10 Millionen Gulden werden zur Wmittelbaren Linderung der Not und zur Siche- nng der Existenz der Betrogenen ohne Verpflich- hng zur Rückzahlung zur Verfügung gestellt. Der Heimatgau des Führers, Oberdonau, will niederländische Kinder in Ferienheime der Ostmark übernehmen. England fühlt sich getroffen. Stockholm, 22. Juni. (Europapreß.) Die eng- lSche Regierung ist nach wie vor ohne jede direkte Verbindung mit dem Kabinett P6t ain und zeigt sich empört über das Schweigen, mit dem Pstain nach wie vor den englischen Unionsplan behandelt. Noch mehr ist sie jedoch darüber empört, daß Marschall P6tain in seiner Rundfunkrede den englischen Kriegshetzern ihre ungenügende Uüerstützung des französischen Bundesgenossen vor- «worfen hat. Der englische Rundfunk und die eng- Ikche Presse bemühen sich darum auch, diese Bloßstellung, welche Pstains Ausführungen für England bfbeuten, zurückzuweisen. London hat dabei die Stirn, zu behaupten, England habe die Anzahl von j oifianen nach Frankreich gesandt, welche die Regierung von Paris von Anfang an erwartete, und b*r Vergleich P6tains zwischen 1918 und 1940 fei ocllig ungerechtfertigt. „Dieser Vergleich deutet darauf hin, daß das Verhältnis zwischen Pstain und Lmdon nicht besonders gut ift", erklärt Fftonbladet". In der englischem Bevölkerung macht sich unver- lunbar Unruhe wegen der Unsicherheit bemerkbar, b über die Erfolge und Ausmaße der deutschen Luftangriffe gegen England besteht. Wie „Svenska Dagbladet" meldet, machen die zuständi- om Ministerien keine Angaben mehr über die bom- öerbierten Orte und über den Umfang des angerich- tagne ansiedelten. Seit dem 12. Jahrhundert kam es zu heftigen Kämpfen zwischen Bretonen, Franzosen und Engländern, im Jahre 1366 mußte Frankreich sogar die Unabhängigkeit der Bretagne anerkennen, aber als der letzte Herzog der Bretagne, Franz II., 1488 gestorben war, willigte dessen Tochter Anna in die Ehe mit Karl VIII. von Frankreich, um ihre Heimat vor dem Untergang zu retten. Die Bretonen erhielten die Anerkennung ihrer Privilegien unb ihrer Sprache; noch unter Ludwig XIV. haben sich die Stände ber Bretagne dem königlichen Wortbruch wibersetzt, es kam zu einem Aufstand, ber mit ber Hinrichtung von vier Führern endete. Zum letzten Male traten die Stände im Revolutionsjahr 1789 zusammen, sie haben als „Chouans” seit 1792 einen erfolgreichen Kleinkrieg gegen Frankreich geführt, der erst spät beendet wurde. Die autonomistische bretonische Bewegung war gerade in den letzten Jahren sehr stark angewachsen, sie hatte ein eigenes Tagesorgan, Breiz Atao (Die Bretagne auf immerdar), dazu in kel- ttscher Sprache rund 150 Zeitschriften. Sie forderte die Anwendung der bretonischen, also kelttschen Sprache und war streng katholisch, wie die Einwohner dieses Landstriches, aber das zog der Bretagne den Haß der jüdisch-freimaurerischen Klique in Paris zu, die unter dem jetzt geflüchteten jüdischen Innenminister Mandel-Rothschild die bretonischen Führer an die Wand stellen ließ. Der kelttsche Bretone, ernst, düster, pflichtgetteu, ist einer der besten Seeleute Frankreichs und ein sehr tapferer Soldat. Während im Weltkriege auf 28 französische Einwohner ein Gefallener kam, war das Verhältnis für die Bretagne 1:14. Und schließlich Burgund. Auch dieser Name, französisch Bourgogne, wird offiziell ebensowenig wie der der Bretagne ober ber Normanbie, gebraucht, fonbern burch bie der Departements ersetzt, aber er erhält sich im Volke genau so, wie sich der Burgunder mit seinem rauhen Platt, sei- men Freimut, seiner Beharrlichkeit auch heute noch unverkennbar aus der französischen Mischrasse hervorhebt. Der Name dieser Landschaft zwischen der Champagne im Norden, im Süden von Lyonnais und im Osten von Savoyen und der Schweiz, im Westen von Bourbonnais und Nivernais begrenzt, rührt her von den Burgunden, einem teten Schadens. Die Bevölkerung weiß daher, daß die vorn Luftfahrtministerium veröffentlichten Einzelheiten über die Angriffe nur Bruchteile der tatsächlichen Ereignisse sind und daß man in allen derartigen Fällen mit weitaus größeren Folgen der Angriffe rechnen muß. So verheimlichte das Luftfahrtministerium am Donnerstag z. B. zahlreiche Todesopfer, die aus verschiedenen englischen Städten durch Kriegsberichterstatter bekannt wurden. Gegen Fallschirmtruppen und etwaige Landungen ist an der ganzen englischen Küste ein Vorbeugungs- und Derteidigungssystem eingerichtet worben. Auf bestimmte Entfernungen finb Truppen und Lokalwehren zusammengezogen. Diese Stützpunkte liegen immer nur so weit auseinander, daß ein schneller Meldedienst im Falle von Landungen ober Abspringen von Fallschirmtruppen gesichert ist. Die für Landungen geeignetsten Punkte sollen alle miteinander und wiederum mit den rückwärts kasernierten Truppen in telegraphischer und telephonischer Verbindung stehen. Wo Smuts Südafrika verteidigen" will Amsterdam, 20. Juni. (DNB. Funkspruch.) In einer Rundfunkansprache am 11. Juni, bem Tage, an bem bie Beziehungen zwischen ber Südafrikcmi- schen Union unb Italien abgebrochen würben, nahm gen, heute ist fast bas ganze Elsaß in unserer Hanb. In harten Kämpfen mußten bie zunächst kleinen Fähren unb Brückenköpfe nach Westen, Süden unb Norben ausgeweitet werben. Es war ein Vormarsch, ber ben Angreifer vor bie Lösung schwierigster Aufgaben stellte. Der breite Strom, ber Rhein- Rhone-Kanal, bas Sumpfgebiet ber Jll unb nicht zuletzt bie Berge ber Vogesen erleichterten ben Franzosen bie Verteidigung ungemein. Trotzbern ist ber hartnäckige Widerstand in erbitterten Kämpfen in kurzer Zeit gebrochen worben. Noch tönt in ben engen Tälern ber Vogesen lauter Gefechtslärm, noch hallt in ben Bergwänben ber Donner ber Geschütze roiber, aber wenn auch ber Gegner sich an ben alten Stellungen bes Weltkrieges festzuklammern versucht, vor bem ungestümen Angriffsgeist unserer Truppen fällt ein Abschnitt nach bem anberen. Die Franzosen haben auf ihrem Rückzug nach polnischem Muster furchtbare Zerstörungen angerichtet, bei benen in ben meisten Fällen eine militärische Notwenbigkeit nicht vorlag. Sie vernichteten vom Kampf unberührte Ortschaften unb militärisch bebeutungslvse Ziele. Sie legten alle Alleen mit alten schönen Bäumen um ur^b richteten auf Kirchtürmen Beobachtungsstellen &n. Vor allem verfielen sie auf ben letzten Witz bes Verlierers, hunberte von Brücken in bie Luft zu sprengen und wertvolle Kunstbauten zu zerstören. Der Weg vom Rhein burch bie elsässische Tiefebene bis zum Fuße ber Berge ist übersät mit bicht hinter- einanber liegenben Sperren, für bie man auch bie letzten lanbwirtschaftlichen Fahrzeuge aus ben Bauernhöfen herangeholt hatte. Währenb am badi- fchen Ufer bes Rheines bie Felber bis bicht an bie vorberste Kampflinie sorgsam bestellt unb nur bie Dörfer unmittelbar am Flusse von ber Zivilbevölkerung geräumt würben, bietet bas Elsaß in einer Breite von 30 bis 40 Kilometer ein trostloses Bild ber Verwahrlosung. In ben Weinbergen steht meterhoch bas Untraut, bie Reben würben nicht beschnitten unb schicken ihre Kraft in bie hoch emporgeschossenen wilden Triebe; Disteln und Mohn breiten sich aus, wo einst auf fruchtbarem Boden hohes Getreide wogte und sogar in einem von der Natur besonders begünstigten Klima der Mais gedieh. 24 Stunden vor der Offensive ai# Oberrhein wurden alle männlichen Bewohner des Elsaß zwischen 17 und 55 Jahren durch öffentlichen Aufruf aufgefordert, sich in Besan?on und anderen altfranzösischen Garnisonstädten zur Musterung zu stellen. In den Gymnasien und Realschulen des Landes Zweige der germanischen Bevölkerung,, die nach Konflikten mit den Römern und nach ben Stürmen ber Völkerwanberung sich in ihrem jetzigen Gebiet ansässig machten, unb im Nibelungenlieb Unsterblichkeit gewann. Der Frankenkönig Chlodewech schlug bie Burgunben i. I. 500 bei Dijon, aber bem Burgunberreich würbe eigentlich erst 523 burch Clobewechs Söhne ein Ende gemacht. Als bie Karolinger ausgestorben, würbe Burgunb als Arela- tisches Reich mieber selbstänbig. Dann tarn es in Lehnsverbcmb zum Deutschen Reiche, um 1467 unter Karl bem Kühnen, ber später im Kampf gegen bie Schweizer fiel, im Verein mit ben Nieberlan- ben, bem jetzigen Belgien unb bem Artois feine größte Blüte zu erleben. Burgunb würbe schließlich geteilt, bie Freigrafschaft kam 1479 an Deutsch- lanb, eine anberer Teil würbe französisch. Im deut- schen Reichsverbanb bilbete Burgunb mit ben Nie- berlanben unb Belgien ben sog. Burgunbischen Kreis, bie Festung Belfort war z. B. beutsch, unb erst 1678 siel ganz Buraunb im Frieben von Nym- roegen an Frankreich. Aber ber starke germanische Blutseinschlag hat sich in Wesen unb Art ber Bewohner biefer französischen Provinz ziemlich unverfälscht erhalten. Amsterdayi, 22. Juni. (DNB. Funkspruch.) Aeichskommissar Dr. Seiß-Jnquart besuchte am Freitag bie Stabt Rotterbarn. Bei einem Emp- eng im Rathaus erklärte er: „Rotterbarn ist bie Stätte, an ber bie verheerenben Folgen ber heute ur Anwenbung kommenden Kriegsmittel am deut- chsten sichtbar wurden. Es ist anzuerkennen, daß Die Rotterdamer Bürgerschaft sofort darangegangen ifr, die Zerstörungen zu beseitigen und den Neuaufbau der betroffenen Gebiete zu planen. Dies zeigt Die gesunde und richtige Einstellung des niederländischen Volkes zu diesen Ereignissen und gibt wohl auch die Gewähr, daß auf längerem Weg auch t richtige Verhältnis zu der Neugestaltung der Di gesunden werden wird. Es unterliegt feinem Zwei,,., daß in einiger Zeit alle maßgebenden Kreise des niederländischen Volkes erkennen werden, daß die Niederlande von dem großen Gang der geschichtlichen Ereignisse erfaßt wurden, nicht um dauernden Mit dem Kriegshafen von Cherbourg ist die ganze Rormanbie in deutschem Besitz. Die Normanbie ist eine Fortsetzung ber niederlänbisch-flämischen Nene, die leicht gewellt den Uebergang zur ge- birgigen Bretagne bildet. Sie hat in Frankreich urb darüber hinaus den Ruf, eine sehr „fette ligertb zu sein. Der normannische Bauer züchtet eif ben strotzenden Weiden sein berühmtes Vieh, Der allem Rinder, er gewinnt aus den zahllosen Üfselbäumen den (Tiber, der ihm ben sonst in Fraulich überall gewonnenen Wein als Gettänk ersetzt. Sie normannischen Orte unterscheiben sich äußerlich fton von den französischen Stäbten und Dörfern. 6;e sind mehr niederländischer 21 rt. Auch bie B^ vihner, die Normannen, setzen sich schon äußerlich sür wesentlich von den grazileren und öumeift brlnetten Franzosen der benachbarten Jsle de $iance mit Paris ab. !i‘ Die Normandie führt ihren Namen von den Utibmännern, germanischen Kriegern, bie sich im i. 3ahrhunbert bort festgesetzt hatten, von ben Karo- Rrgern (Karl bem Einfältigen) 911 unter ihrem hrrzog Rollo bas Lcmb als Lehen erhiellen unb sict mit ben Englänbem herumschlugen, bis ihr : hrrzog Wilhelm II. am 14. Oktober 1066 auf der Büeninfel landete, ben angelsächsischen König Ijcralb bei Hastings schlug und ben englischen Ko- msthron bestieg. Die Normandie wurde dabei aber |ibeständiges Herzogtum und mußte sich immer t)i*ber im Kampfe gegen die Engländer behaupten, in diesen langen Kämpfen erwuchs ein Gnglanber- ÜL.ber heute noch, wie der Normanne Maupas- irt bezeugt, das ganze Dasein bes Normannen be- inmt. Gerabe weil Englanb immer wieber bie ’ltrmanbie zu erobern trachtete, schloß stch bie Ütrmanbie 1204 an Frankreich an. Die Normandie tote einen Freiheitsbrief, wonach es feine Rechts- keiffafsung ustm behalten sollte, aber diese Charte to'mande ist nachher von den Franzosen einfach ketrochen worden. ..... ■fang anders ist die Bretagne, duster, ge- iigig, von Heiden und Mooren durchzogen, und , Taz anders sind auch die Bretonen. Die Bretonen ns reine Kelten, die durch die keltische UrbeDoIfe= nr:g Britanniens verstärkt wurden, als die Angel- iCDfen England nahmen. Vorwiegend warevi es etmren aus Südengland, dis sich m der Dre- sonniqen und luftigen Krankenzimmern. Der einstige Feldgrauen fertig geworden. Soweit die feindlichen Soldat des Weltkrieges findet im Handumdrehen Soldaten ritterlich und soldatisch kämpften, sprechen den seelischen Kontakt mit den jungen Kameraden unsere Verwundeten dem Besucher gegenüber nur von heute. Denn beide haben ja dem Krieg und mit Worten vollster Achtung von dem Gegner, sie seinem Geschehen ins Antlitz geschaut, sie wissen um I machen aber auch kein Hehl daraus, dah von 23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! In Begleitung des Abteilungsarztes besuchen wir eine ganze Anzahl verwundeter Kameraden in den vergnügtem Schmunzeln von dem Auftauchen eini. ger schottischer Soldaten vor der Front seiner Kom- panie, wobei ihn die Erinnerung an die Männer in den „kurzen Röckchen" heute noch belustigt. Alle Männer, die mit Schwarzen im Kampfe gewesen waren, sprechen mit größter Erbitterung-von die. fern Feind, der ja auch als „Kulturträger Frank- reichs" den Kampf „für die Zivilisation (Europas* führte, allerdings auf seine eigene unsoldatische, feige und heimtückische Art. Als Baumschützen oder 5>eckenschützen, oder mit anderen heimtückischen Kampfmethoden ist dieses schwarze Gesindel Frank, reichs auch den Männern gegenübergetreten, die jetzt verwundet vor uns liegen. Aber auch mit die. sen Kreaturen der „grande Nation" sind unsere Feldgrauen fertig geworden. Soweit die feindlichen Joachim hatte keine Zeitschrift gelesen oder angesehen. Aber während er nun durch den schweitzen- den Wald wanderte, stieg das Verlangen in ihm auf, ganz sicher zu wissen, ob die Bescheinigung, die Mjölln sozusagen aus dem Nichts, hervorgezaubert hatte, auch echt war. Wenn es einen Maler Stefan Gode gab, dann mußte auch die Nachricht, die er sandte, Wahrheit sein. Weiß der Teufel, wann es Mjölln gelang, die Adresse dieses Gode herauszu- bringen. Er konnte jetzt nicht warten. Er mußte sie fragen. „Stefan Gode", sagte Sibylle langsam vor sich hin. „Gewiß kenne ich den. Das heißt, mein Mann kannte ihn besser. Etz war ein Freund von ihm. Aus den Münchner Tagen noch." „Weißt du, wo er lebt?" „Nein, wie sollte ich das wissen. Wir l)aben nie wieder was von ihm gehört. Jeit Jahren schon. Seit München. Er hat einen hübschen Namen, nicht wahr? Ja, er konnte auch gut malen. Landschaften. Immer Landschaften. Porträts? Ich kann mich gar nicht erinnern, daß er sich auch für Porträts und Gesichter interessierte." Auf ihren Lidern lag ein Sonnenstrahl, der durch die Zweige fiel. Er wanderte hernieder auf ihre Lippen, verweilte dort, erlosch zum Schatten. „Du, ich glaube, die Sonne geht bald unter", sagte sie dann und sah nach oben. „Das macht doch nichts. Oder hast du Angst?" „Es wird noch eine Weile dauern, bis wir beim Hotel sind." „Bist du schon müde?" „Nein. Aber es wird vielleicht dunkel werden." „Du hast also doch Angst." Er lachte. Sie schüttelte den Kopf. „Angst nicht. Nein, Angst habe ich nicht." Der Wald umgab sie wie eine Kirche, feierlich, erhaben. „Es sind gar keine Menschen hier." „Aber Spuren von ihnen. Sieh, lauter Schispuren. Die Leute fahren mit der Bahn zurück. Ich bin froh, daß niemand hier ist." Weiter und weiter glitten die Schier, stapften die Schneereifen. Sibylle und Joachim atmeten gleichmäßig, und allmählich schwiegen sie ganz. Die Sonne warf ein bißchen Rot durch den Wald. Sie schob sich jetzt hinter die steile Wand des Berges. Aus dem Tal herauf drang wieder Glockenläuten, hell, deutlich, als wäre die Kirche gUid? hinter ihnen. Wenn ich auf das Rote kreuz Hinweise, dann wird uns allen sofort bewußt, wie klein die Opfer sind, die vom einzelnen gefordert werden, gemessen an den Opfern, die viele unserer Volksgenossen an der Front zu bringen haben. Der Führer. Keine Spur von Hauck Vornan von Lharlotte Kaufmann. (Siegeszug durch Frankreich. Die historische Stätte von Compiögne in den Bildern der Wochenschau. ner haben Kirschen, Wein oder Kuchen neben ihren Krankenbetten stehen; Spenden von Besuchern, früheren Quartiergebern oder dergl.' Ein junger Kanonier, der vor dem Abrücken an die Fronet zuletzt in Honnef am Rhein einquartiert gewesen war, hat kurz vor unserem Besuch ein ziemlich umfangreiches Päckchen von seinen letzten Quartiergebern erhalten, die chm prächtige Kirschen und Erdbeeren vom goldenen Rhein geschickt haben. Liebesgaben an Zigaretten und Zigarren, die bei jedem Soldaten immer sehr begehrt sind, fehlen natürlich auch hier nicht und bereiten den dankbaren Empfängern einen chönen Genuß. Selbstverständlich werden die Ereignisse auf dem Kriegsschauplatz nicht nur mit großer Spannung verfolgt, sondern auch in regem Meinungsaustausch täglich erörtert. Mancher Patient, der nach einiger Zeit in seinem Befinden die erhofften befriedigenden Fortschritte gemacht hat, wird auf seinen Wunsch, der oft zu hören ist, in ein Lazarett in seiner Heimatstadt oder in seinem früheren Garnisonort verlegt. Andere wieder, deren Genesung bereits die Möglichkeit einer Nachkur zuläßt, kommen von hier nach Bad Soden, Bad Salzhausen oder nach Braunfels, um dort in der herrlichen Waldluft wieder voll und ganz zu Kräften zu kommen und völlige Wiederherstellung von ihrer Kriegsverletzung zu finden. Auf diesem Wege sind schon manche verwundete Krieger wieder aus dem Gießener Reservelazarett ausgeschieden, an das sie aber sicherlich gern zurückdenken werden. Denn hier war ja der Ort, an dem sie nach der langen Reise mit dem Lazarettzug Ruhe und Er- holung und alle ärztliche Betreuung fanden, die ein Reservelazarett nur bieten kann. Verwundete erzählen uns von ihren Erlebnissen. Bei unserem Besuch in einem Reservelazarett in Gießen hören wir zunächst von dem Leiter einer Lazarettstation manche Wahrnehmungen, die für das innere Erleben der verwundet von der Front zurückkehrenden Soldaten kennzeichnend sind. Vor allem ist hervorzuheben, daß die Stimmung aller Verwundeten zuversichtlich und von großer soldatischer Opferbereitschaft erfüllt ist. Mancher Mann, der sich beim Herausbringen aus dem Lazarettzug vielleicht noch im Halbschlaf befindet, erwacht und bekundet sogleich durch seine Äußerungen, daß er mit seinen Gedanken und seinem Seelenleben eben noch vollkommen draußen bei den kämpfenden Kameraden war. Auch wenn er schon einige Zeit in den hellen und freundlichen Krankenzimmern des Lazaretts liegt, erwacht er morgens, noch oft im Nacherleben des siegreichen Kampfes und Vorwärts- türmens inmitten seiner Kameraden. Diese innige Verbundenheit mit der Front ist es auch, die chm die Lazarettzeit manchmal nicht gerade behaglich macht und dafür den Wunsch lebendig werden läßt, der Tag möge doch möglichst bald da sein, an dem er wieder nach vorne zu den Kameraden abrücken kann. Diesen sehnsuchtsvollen Wunsch spricht uns gegenüber ein Unteroffizier, der mit einem Oberarmschuß inmitten seiner Kameraden sitzt und noch sehr stark in der Erinnerung an seine vielen Kämpfe im Westen lebt, mit Nachdruck und hoffnungsvollem Blick hinüber zum Arzt aus. Einstweilen aber muß sich der gute Unteroffizier mit seinem Armschuß und seiner Sehnsucht nach der Front noch etwas gedulden. Männer aus allen deutschen Gauen beieinander. Die Patienten des Reservelazaretts stellen in ihrer Gesamthett ein eindrucksvolles Bild der groß- deutschen Volksgemeinschaft dar. Männer aus allen Gauen des Reiches liegen hier beieinander. Wir können u.a. Soldaten begrüßen, deren Heimat im Hessenlande liegt oder die im Siegerland zu Hause sind; aber auch verwundete Feldgraue aus Westfalen, von der Wasserkante, aus Thüringen, aus Sachsen, aus der Ostmark, aus dem Sudetenland, aus Schlesien, aus Pommern und Ostpreußen usw. ruhen sich in diesem Lazarett aus und erwarten Heilung von ihren Wunden, die sie bei ihrem Einsatz für Großdeutschlcknd davongetragen haben. Die Stimmung aller dieser jungen Männer ist, trotz ihrer Verwundungen und des anstrengenden Kran-, kenlagers, froh und zufrieden. Hervorragende ärztliche Betreuung, liebevollste Behandlung durch das Pflegepersonal, gute Kameradschaft in den Krankenzimmern, ausgezeichnete - Verpflegung, die für Offiziere und Mannschaften vollkommen einheitlich aus dem „gleichen Topf" verabreicht wird, mannigfache Liebesgaoen an Obst und Erfrischungen verschiedenster Art, guter Lesestoff und nicht zuletzt die schönen Räume des Lazaretts, all dies zufammen- aefaht beeinflußt die Stimmung der verwundeten Krieger in guter Weise und bringt sie über manche schmerzensreiche Stunde leichter hinweg. Wir bemerken bei unserem Besuche, daß auf den Tischchen । an den Krankenbetten in reichem Maße Erdbeeren bereitstehen; „eine Spende von der NS.-Frauen- schaft", sagt uns der Abteilungsarzt. Andere Män° Besuch bei unseren Verwundeten in Gießen. Zuversichtliche Stimmung aller Männer. - „Möglichst bald wieder nach vorne zu -en Kameraden." Einen Maler Stefan Gode gab es also. Mehr war* nicht nötig, war im Augenblick zu wissen nicht: wichtig. Sibylle und Joachim ließen den Wald hinter sich.. Riesenhaft wuchtete sich die Wand des Berges vok' ihnen auf. Der Gipfel schien unerreichbar. Imme« noch liefen schmale Schispuren vor ihnen her. Damu wurde der Weg steiler, und sie gingen langsamer. „Müde?" fragte Joachim einmal kurz. Sibylle schüttelte den Kopf. „Nein, gar nicht." Im Tal standen nun die ersten Lichter. Der Himmel war marsviolett im Osten. Der Saum im Westen, der den Berg berührte, brannte rot wie Krapplack. Nur für Sekunden. Dann war das matte Violett auch dort hinübergezogen. Sie blieben stehen und sahen nach oben. Der Berg sah jetzt aus, als wäre er eine Kulisse. Unwirklich, fremd, wie aus Glas, das mit Asphaltfarbe beworfen worden war. „Wir wollen weitergehen", sagte Joachim, „sonst frierst du." ' Dies, zu malen, dachte Sibylle, diese Farben, diese Dämmerung, ist unmöglich. Als der erste Stern am Himmel aufglomm, Hotz oben am Firmament, das jetzt samten schimmerte, blieb Joachim wieder stehen. Auf die Stöcke gestützt sah er hinunter auf das lichtschimmernde Dorf. Sibylle betrachte die Lederschlaufen, die auf seinen Handgelenken lagen. „Nun bist du müde", sagte sie leise, „nicht wahr? „Nein, ich denke eben etwas." „Was denkst du?" „Ich möchte etwas von dir wissen." „Was möchtest du wissen?" „Ich möchte wissen, was du tun würdest, wenn jemand dir sagte: Dein Mann ist tot." „Was sollte ich da tun?" * „Ich möchte wißen, ob du dann weinen wirst. „Vielleicht. Weshalb fragst du?" - Er nahm die Augen von dem schimmernden Dorp, das dort im Tale flimmerte. „Weil ich dich gern habe, Sibylle." Sie stand einen Schritt tiefer als er, so bafc r den Kopf zu ihm aufheben mußte. Hinter ih^ ragte die gläserne, unwirkliche Bergwand emM Jahrtausende alt. Das fremde Licht der Nacht laß auf dem Schnee und den verwischten Spuren» (Fortsetzung folgt.) „Dann wirst du mir den Hafen von Teek malen, die Steinmole und die bunten Kutter." Sie nickte. Ja, das würde sie. Alles würde sie dann tun. Nur hier nicht. Nicht diese glücklichen Stunden hier durch Arbeit verkürzen. Hier wollte sie die Schönheit Des Winters mit ihren Kinderaugen bettachten dürfen, nicht mit den Augen des Malers, der Schatten prüft und Farben. „Achtung, es geht weiter", sagte Joachim. „Dort unten bei der Lärche warte ich wieder. Verirr dich nicht." Mit einem Schwung stob er davon. Als sie aus dem Wald kamen, läuteten die Glocken im Dorf zu Mittag. Sie schnallten Schneereifen und Schier ab, der Schnee knirschte unter ihren Schuhen. Menschen kamen ihnen entgegen. „Hast du auch Hunger?" „Tüchtig." Die Straßen waren eng. Hoche Schneewälle begleiteten sie zu beiden Seiten. Dicke Mauern aus geschichtetem Holz wärmten die Bauernhäuser. „Hier ist es anders als in Stein, nicht wahr?" Sibylle lächelte. „Und hier ein Wirtshaus." „Gott fei Dank. Ich bin am Verhungern." Er stellte die Bretter an die Hauswand und ftteß die Stöcke in den Schnee. Im Hineingehen wand er sich die um die Hüfte geschlungenen Felle ab. Dabei fiel ihm Jngeborg Petersen ein. Sie war im letzten Augenblick ins Riesenaebirge gefahren mit einem Bekannten vorn Jachtklub. Seine Mutter erzähtte es ihm, am Morgen vor seiner Abreise. Es war ihr nicht recht, daß er mit der Malerin in die Ferien fuhr. Aber, weiß Gott, er war kein Kind mehr. „Und nun sehen wir uns den Ort an", meinte er, als sie gegessen hatten. „Die Schaufenster, die Häuser, die Kirche." In einer mit Ware vollgestopften Drogerie kaufte Joachim zum Schluß einen neuen Filmpack. Schließlich blieben sie vor einer Konditorei stehen. „Hast du Lust auf Kuchen?" fragte Joachim. „Nein. Ich habe soviel zu Mittag gegessen." „Aber ich habe Lust auf Kuchen. Komm." Sie fetzten sich auf ein prunkhaftes Sofa in einem frisch renovierten Raum, der ziemlich voll war. Schianzüge herrschten vor. „Ich trinke nur eine Tasse Kaffee", sagte Sibylle. „Sei nicht so bescheiden, sonst wage ich nicht soviel Kuchen zu essen, wie ich vorhabe." „Oh, ich sehe zum Fenster hinaus." Joachim ging zum Büfett und suchte sich etwas aus. Vor der Kasse mußte er warten. Er warf einen Blick zu Sibylle hinüber. Sie hatte den Kopf geneigt und blickte durch das Gitter des Vorhanges. Ich liebe sie, dachte er inmitten des Stimmengewirrs, des Zigarettenrauches und des gleichmäßigen Nollens der Ladenkasse. Nie habe ich gewußt, wie es ist, einen Menschen zu lieben. Jetzt erst weiß ich es wirklich. Alles will man ihm geben. „Was hast du dir ausgesucht?" fragte sie, als er zurückkam. „Du wirst erschrecken. Eine Krokanttorte, eine holländische Kirschtorte und eine Portion Schlagsahne. Nein, du sollst nicht lachen." Nach einer Stunde trabten sie wieder aus dem Dorf. Mächtig, als wäre er unbezwingbar, so stand der Berg vor ihnen. Kahl ragte die Wand über der Waldgrenze auf. Steil, grau und rissig. Langsam schritten ihre Füße im Gleichtakt. Sibylle hatte wieder die Schneereifen angeschnallt, und Joachim glitt auf Fellen dahin. Dann nahm sie der Dom des Bergwaldes wieder auf. Jrymer noch sank der Schnee ringsumher lautlos zu Boden, knisterten die Sträucher, die aus dem Schnee ragten, knackten die Zweige der Tannen im leisen Wind. „Kennst du eigentlich einen Maler Gode?" fragte Joachim plötzlich, während sie, einer schmalen Spur folgend, aufwärtsstrebten. „Stefan Gode." Sibylle freute sich eben an den runden Löchern, die die Teller ihrer Stöcke in den Schnee tupften. „Einen Maler Gode, meinst du? Wie kommst du auf den?" „Ach, es ist mir eben eingefallen. Ich sah gestern morgen im Lesesaal, als ich auf dich wartete, eine Zeitschrift durch. Da war ein Bild darin. Seitdem ich dich kenne, interessiere ich mich für Leute, die Bilder malen, mußt du wissen. Es war ... es war ein Männerkopf. Bildnis von Stefan Gode, stand darunter," das Lied der pfeifenden Kugeln und der surrenden Granatsplitter. Und darum verstehen sich beide auch ohne viele Worte, kann der Besucher mit heißem Herzen das nachempfinden, was die jungen Käme- raden von draußen erzählen. Da erstehen vor dem geistigen Auge, hervorgerufen durch den Klang von Städtenamen ober Landschaftsbezeichnungen, die Schlachtfelder von einst und der jüngsten Vergangenheit, werden unwillkürlich Bettachtungen angestellt und Vergleiche gezogen, bei denen das „damals" und das „heute" im Mittelpunkt stehen. Die jungen Kameraden erzählen von ihren Kämpfen mit weißen und schwarzen Franzosen, (Engländern und Belgiern, ja einer berichtet sogar mit Täglich und stündlich sind die Herzen aller Deut- schen bei ihren Soldaten an der Kamvffront. Unsere aufrichttgsten Wünsche sind Tag und Nacht Weg- begleiter aller feldgrauen Kämpfer. Namen wie Lüttich, Sedan, Maubeuge, Flandern, Somme, Abbeville, Boulogne, Calais usw. sind uns nicht nur geographische Begriffe. Wir werden an diese und andere Kampfplätze in Nordfrankreich auch erinnert in dem Augenblick, wo wir uns in einem Reservelazarett in Gießen mit den Verwundeten unterhatten. Und dabei wird dem Besucher immer wieder die tiefe und unvergängliche Dankesschuld bewußt, in der wir alle uns gegenüber diesen Kämpfern für Deutschlands Freiheit und Größe befinden. An diese Dankesschuld wollen wir uns besonders auch in diesen Tagen erinnern, da sich auf dem Kriegsschauplatz im Westen, dank der beispiellosen Opferbereitschaft'unserer Wehrmacht, so Großes und auf sehr weite Sicht Entscheidendes vollendet und zugleich einen leuchtenden Weg in die Zukunft Großdeutschlands eröffnet. Aus der Stadt Gießen. Dem Namen nach. Von Nichard Gerlach. „Kennen Sie Gajus Lucilius?" — „Ja, natürlich, warten Sie mal, das ist doch der ..." „Satiriker, ganz richtig." „Jetzt weiß ich, ein alter Schwede, I nichtwahr, dessen Spezialität Hochzeitsgedichte > waren?" — „Sie meinen Lucidor, das war wieder > ein anderer, ein Geistesgenosse unseres Gryphius." • „Hatte er nicht etwas mit einem gestürzten Engel • zu tun?"' — „Das war Lucifer. „Also, strapa- ' zieren Sie Ihr Gehirn nicht weiter, Lucilius schrieb > die ersten römischen Satiren, mehr als hundert j Jahre vor den Epoden des Horaz; er war ein • Freund Scipios des Jüngeren und focht unter ihm 1 in Spanien. Er war sehr beliebt zu seiner Zeit und 1 schielt, was Dichter nur selten bekommen, ein Staatsbegräbnis. Aber seine berühmten Satiren ■ sind zum größten Teil verloren gegangen, nur einige j Bruchstücke sind erhalten, und auch die kennt außer ; den Fachgelehrten kaum noch ein Mensch. Gajus ' Lucilius ist höchstens dem Namen nach bekannt. Wir brauchen nicht bis auf Gajus Lucilius zu- rückzugehen, um auf anerkannte Größen zu stoßen, die uns bestenfalls dem Namen nach ein Schall im Ohr find. Ein Schriftsteller, der um sich den Nimbus verbreitet hat, „er ist ja ein Dichter", was ungefähr soviel bedeuten soll wie „er ist ja ein Liebling der Götter und thront über den Sternen, dem Anspruch des Tages unerreichbar", dieser Berühmte traf neulich einen Mann, der wirklich mitzureden , hat, und da die Gelegenheit sich gab, verbeugte er sich und nannte sehr deutlich seinen Vor- und Zunamen. „Freut mich sehr", sagte der andere. „Wohnen Sie hier in Berlin?" — „Nein, in M." — „Aber da wohne ich ja selbst. Was treiben Sie denn da Schönes?" (Er war nicht einmal dem Namen nach bekannt. Seine Bücher hatten geringe Auflagen, aber das hätte er denn doch nicht erwartet. Ein Mann des praktischen Lebens muß sich nicht unbedingt einige hundert Schriftstellernamen eingeprägt haben. Es genügt, wenn er sich an die erinnert, die er gelesen hat. Jedes freudige Ausblitzen in den Augen, wenn ein Leser hört, fein Gegenüber ist der N. N., — das wird nur den wenigsten Skribenten häufig beschert. Ist es denn so wichtig, ein vertrauter Klang im Ohre der Leute zu sein? Gehört habe ich den Namen schon, einen Augenblick, wer ist das doch gleich? Das ist ebenso wenig wie nichts. Ob Lucilius oder Lucidor oder Lucifer, was ändert es, wenn wir zu jenen kein Verhältnis mehr haben? Im Examen käme es vielleicht darauf an. Wer die Prüfungen hinter sich hat, muß es nicht wissen. Wenn er es trotzdem wissen will, kann er ja in der Literaturgeschichte nachschlagen. Manchmal wird uns aus einem gewissen Sowieso dann doch überraschenderweise ein vertrauter Freund. Genau so, wie uns der Name einer Stadt schließlich in Erfüllung geht, wenn wir die Ferngerückte vielleicht schon als unerreichbar aufgaben. Nur die wenigsten von uns werden einmal nach Venezuela gelangen, und der Zweifel des Knaben darüber, ob ihm das Geographiebuch alle die fernen Herrlichkeiten nicht vorflunkert, H gar nicht so dumm. Denn wird er je nachprüfen können, ob es feine Richtigkeit hat? Die Entdeckungsreise jedes Lebens macht aus dem Namenlosen und aus dem hohlen Schall Gesehenes und Erlebtes, und aus den ungelesenen Büchern die wirkenden und wandelnden. Was braucht uns zu kümmern, wie ein Bild heißt, und von wem es ist? Aendert es etwas an der Schönheit eines Gemäldes, wenn wir das Namensschild darunter beachten? „Name ist Schall und Rauch" sagt Faust. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 22. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Y» kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 5is 10, ausländische Eier 10 bis 11, Kartoffeln, Y kg 5 Rfg., 5 kg 50 Rpf., 50 kg 4,15 RM., Wirsing, kg 22 Rpf., gelbe Rüben, das Bund 20 bis 23, rote Rüben 10 bis 15, Spinat, % kg 15, Römischkohl 15, Bohnen (grün) 35, Mischgemüse 15, Tomaten 55, Zwiebeln 17, Meerrettich 30 bis 70, Kirschen 40 bis 50, Stachelbeeren (unreif) 23 bis 35, Erdbeeren 60 bis 80, Blumenkohl, das Stück 20 bis 70, Salat 8 bis 15, Salatgurken 40 bis 60, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf. nen der NSV. bereit, den Flüchtlingen zu helfen, sie mit Suppe, Brot und sonstigen Nahrungsmitteln iu versorgen, und zwar in einem Ausmaß, das die französische Zivilbevölkerung von den als so barbarisch verschrienen Deutschen niemals erwartet haben konnte. Viele Bilder der neuen Wochenschau sind auch Ausdruck der Bewunderung für die Arbeit unserer Pioniere, die in kurzer Zeit unter dem Feuer feindlicher Maschinengewehre in kaltblütiger Ruhe ihre Brücken bauen, über die schon kurze Zeit später die schwersten deutschen Tanks und die schwerste Artillerie ihren Weg nach vorne fortsetzen. Den Höhepunkt der Bildfolge stellt der Einzug der deutschen Truppen in Paris dar. Man sieht die deutschen Soldaten hinaufsteigen auf den (Eiffelturm und die Reichskriegsflagge hissen, man sieht die Reichskriegsflagge über dem Arc de Triomphe, über Versailles, und dann folgt der Vorbeimarsch der deutschen Truppen auf dem Place de l'Etoile vor ihren Generalen. Von besonderer Einprägsamkeit und von nicht zu überbietender politischer Unmittelbarkeit und Aktualität sind die Bilder von der historischen Stätte im* Wald von Compiegne, in dem am gestrigen Tage die Schmach ausgelöscht wurde, die vor 22 Jahren dort dem deutschen Polke angetan worden war. Jetzt wehen die Hakenkreuz- und die Reichs- kriegsflagge über den Denkmälern eines abgründigen gallischen Hasses. H. L, Neuner. Die neue deutsche Wochenschau, die unter einem eindrucksvollen neuen Titel als der „Filmbericht der deutschen Propaganda-Kompanien" erscheint, führt tief hinein nach Frankreich. Das Hauptthema ist der Marsch nach Paris. In klarer Zeichnung erkennt man die Strategie des Angriffs von mehreren Seiten her auf da£ Herz Frankreichs. Wieder macht uns das Filmbild zum Zeugen heroischer Kämpfe und der übermenschlichen Leistungen unserer Infanterie, der diesmal der weitaus größte Teil der Wochenschau gewidmet ist. Diese jüngste Wochenschau ist das Hohelied auf die Infanterie, die durch viele Drt- jdyaften in der immerwährenden Gefahr des heimtückischen Angriffs durch Baum- und Heckenschützen den Angriff weitertrug, in den Städten Haus um Haus eroberte und dann den fliehenden Feind verfolgte, so daß er nicht dazu kam, Stellung zu beziehen und massierten Widerstand zu leisten. Mit Bewunderung sieht man auf zu den Kathedralen von Rouen und Reims, die sich unbeschädigt über einem Meer von Trümmern erheben und von der deutschen Artillerie geschont wurden, so daß kaum ein Steinchen fehlt, kaum ein Schnörkel von den Kreuzblumen brach. Immer weiter führt der Marsch durch brennende Städte. Rauchwolken kennzeichnen den Weg der Schlacht immer tiefer nach Frankreich hinein, Rauchwolken, die aus Städten aufsteigen, die von den Franzosen selbst in Brand geschossen wurden, nachdem sie wußten, daß sie von deutschen Truppen besetzt sind. Immer wieder spricht aus den Bildern dieser neuen Wochenschau die französische Kulturschande der schwarzen Truppen im Einsatz gegen die weiße Rasse; da und dort begegnet man Bildern vom Flüchtlingselend in Frankreich. Aber taum daß deutsche Truppen da sind, find auch schon die Kolon- t darum wollen wir unserer Verwundeten in den zu IM. .Zwielicht". Tageskalender für Sonnlag. Die Geburt i$rer Tochter Marianne zeigen an 02188 02188 w >354 V irbtlt lU»a8 11 l| BAD (L. S.) Heern ab Lager oder Derk 496 A I Eugen Dürr & Co., Gießen ien en! Carl Seibel, Frankfurter Straße 39 Lachläffe vons«, 20 v. H. erhallen Sie bet wiederhollen Auf. ttobmrd einer Ameia» bam * w rott, ‘lern oben. •et Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 2977 A J. Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Gießen, den 21. Iuni 1940 Curtmannstr. 35 (z. Z. St.-Iosef-Krankenhaus) im Gießener Anzeiger auf unsere Kosten öffentlich bekannt machen zu lassen. 2v7sO pp. gez. Schudt. Hof. Ausgefertigt: gez. Fortnagel, Justizsekretär a. D., Hilfsarbeiter des mittleren Dienstes." Für die Richtigkeit: Zimmer, Rechtsanwalt. öM lp^ bn in Wi >4 t: Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Bohnerpaste hellgrau für Fubboden, Linoleum, Parkett usw. Hochglanz polierend. 3 kg portofrei per Nachnahme Mk.4.50 L. &W. Menges Fabrikation ehern, techn. Produkte Grofeen-Linden (Oberhessen). ■enbf. ■ Nadel- und Laubholz, Gchnittmaterialien aus eiger.en großen Produktionen Ostpreußisches Kiefernschmttholz Sperrholz - Zsotterplatten - Furniere Hartplatten für Fußboden usw. G A.-Sport. Kußboll um Vie Gebietsme sterschaff. Bann 116 — Bann 88 in Wetzlar. Am heutigen Samstag tritt die Fußballelf des Bannes 116 zu einem Entscheidungsspiel um die Gebietsmeisterschast in Wetzlar an. Das Spiel ist notwendig geworden, da beide Mannschaften punktgleich geworden sind. Bann 116 tritt mit derselben Mannschaft in Wetzlar an, wie im letzten Spiel gegen Bann 88, in dem die Hiesigen 4:1 gewonnen hatten. Der Sieger aus diesem Spiel muß am kommenden Sonntag in Frankfurt gegen Bann 118 (Worms) zum entscheidenden Spiel antreten. Die Mannschaft setzt sich aus Spielern der Vereine 1900 und DfB.-R zusammen. VfB.-Reichsbahn — „Teutonia" Watzenborn-Steinberg. Großkampf auf dem Waldsportplatz! Nicht nur in der Umgegend, sondern vor allem in Wetzlar wird dieser Kampf, bei dem es um die Meisterschaft der Bezirksklasse geht, Beachtung finden. Beide Mannschaften tragen damit ihr letztes Meisterschafts, spiel aus. Für die Teutonen gilt es, unter allen Umständen zu gewinnen, denn bei einem Unentschie. den wäre Wetzlar auf Grund des besseren Torverhältnisses von zwei Toren Meister. Die Teutonen sind sich der Schwere dieses Kampfes bewußt und werden mit allem Einsatz das Spiel bestreiten. Wir alle kennen die Teutonen zur Genüge um zu wissen, daß sie auch für die Grün-Weißen ein Gegner sind, die diese zur Entfaltung all ihres Könnens zwingen. Die Grün-Weißen bilden also das Zünalein an der Waage. Nicht nur das ist es, was die Elf zu groß- tem Ansporn zwingt, sondern vor allem wird sie versuchen, das letzte Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden, um damit den dritten Tabellenplatz sicher- zustellen. Die Grün-Weißen waren die einzige Mannschaft, der es gelang, in Steinberg zu gewinnen. Die Gäste werden die Scharte auszuwetzen versuchen. en eit, Mänsj. 9t t W >on bi V_v GIESSEN Bahnhofstraße 65 Ruf 3861 2982 D__________________________________________________ Inge Kuhr, geb. Kaiser Kriegsgerichtsrat Erich Kuhr z. Z. im Felde Üb Qt i hch jsmitti.- , darb o bick et hck inb ol‘ t uchir icr jeirs !uhe h •it \W- schoillt ien. fr der b:: die bi: Helm sieht k' lphe, arsch V. ktoile t: uro^ Nib. Jen Ä N (X oon ir- t unb B ien fleltti? je doi *- n öoite- le 31$ 5 abjrjt Neuner, ■ W iffen » hinter ft ar. W her.^ ■ . Der SaB- le tot; -bar^ I.x2 je btflor- chiin, »ft arbeit-^ Anfragen auch unmittelbar an das DRK.-Präsidium in Berlin Sw 61 gerichtet werden. Dieses steht mit allen in- und ausländischen Hilfsstellen, die bei der Nachforschung in Betracht kommen, in Verbindung, llniformsammlung der Hitler-Jugend im Kreise Wetterau. In den Einheiten der Hitler-Jugend und des Jungvolkes des Kreises Wetterau sind noch sehr viele Junggenossen nicht im Besitze des vorgeschriebenen Dienstanzuges. Es fehlen den 9g.: Braunhemden, kurze Sommerhosen, Ueberfallhosen, Koppelzeug, Armbinden, HJ.-Abzeichen, Sportzeug usw. Viele Eltern sind trotz besten Willens aus irgendwelchen Gründen, die hier nicht zu erörtern sind, nicht in der Lage, diese Uniformteile ihren Kindern anzuschaffen. Besonders schwer fällt die Uniformbeschaffung den Kinderreichen. Der Dienst findet immer im Dienstanzug statt. Die Jg., die dann in Zivil antreten, fühlen sich ihren uniformierten Kameraden gegenüber zurückgesetzt. Es ist zu befürchten, daß sie unter diesen Umständen noch einer gewissen Zeit die Freude am HJ.-Dienst verlieren und ihm dann fernbleiben. Auch sie möchten doch an und für sich genau so gern dabei sein, wie ihre Kmeraden; sie möchten den Kameraden auch äußerlich gleichgestellt sein! In sehr vielen Haushaltungen befinden sich nun noch sicher aufbewahrte Uniformteile. Sie werden im Laufe der Zeit von den Motten zerfressen und wandern dann zum Lumpensammler. Viele ehemalige Kameraden sind bei der Wehrmacht oder im Arbeitsdienst. Der größte Teil dieser Kameraden geht nach der Rückkehr von der Dienstpflicht nicht mehr in die HI. zurück, sondern findet seinen Platz in'den anderen Gliederungen der Partei zum Dienst für Volk und Vaterland. Gerade sie werden bestes Verständnis für die Nöte ihrer jüngeren Kameraden haben. Die Bannführung richtet daher an alle Haushaltungen die dringende Bitte, HJ.-Uniformteile, die nicht mehr benötigt werden, ihr zur Verfügung zu stellen. Die gleiche Bitte ergeht auch an alle aktiven HJ.-Kameraden, solche Uniformteile zur Verfügung zu stellen, die sie selbst nicht mehr verwenden können. Es wird gebeten, alle Uniformteile nur an folgende Anschrift zu senden: „An die Hitler-Jugend, Bann 116, Wetterau, Hauptstelle 1 — Sozial — Gießen, Seltersweg 52." Alle Sendungen müssen mit der Anschrift des Absenders versehen sein, damit die Bannführung die Empfangsbescheinigung auch an den Absender gelangen lassen kann. Sollten die Uniformteile nicht geschickt werden können, so ist die Bannführung bei Aufforderung bereit, diese Sachen abholen zu lasten. Die gleiche Bitte ergeht auch an alle ehemaligen Angehörigen des BDM. Allen Spendern wird schon jetzt bestens gedankt. s •» und fordern Sie herzheilenden Bäder liefern. Zu Ihrer Gesundung werden eingesetzt: 1. Die Badekur (Solbäder und natürliche kohlensaure Snrudclbäder). , I 2. Die Trinkkur (verschiedenartige milde , , lauwarme Quellen von stark schleim» lösender Wirkung). / * 3. Die Inhalationskur im Inhalatorium^ Kmit pneumatischen Kammern. •/ X Ganzjährige Kurzeit. Lassen./ ' Sie eich ärztlich beraten DersozialMcheAusbauvesReichesümbgesichett (Sauleiter Sprenger vor 10 000 IiüstungSarbeitern in Wetzlar. Kuchen und Erfrischungen für untere Verwundeten. Die Gemeinde E b e r st a d t trat dieser Tage mit einer beispielhaften GeMinschaftsleistung hervor. Mele Familien des Dorfes taten sich zusammen, um mit einer Spende von 80Kuchen zur Verwendung für die Verwundeten ihre Gefühle der Verbundenheit und Dankbarkeit für unsere Soldaten, insbesondere ihre dankerfüllte Verbundenheit mit den Verwundeten zum Ausdruck zu bringen. Es gab viele leuchtende Augen in unseren Lazaretten, als diese Kuchenspende verteilt wurde. Der Landrat des Landkreises Gießen hat in seiner Eigenschaft als Kreisführer des Deutschen Roten Kreuzes diese vorbildliche und anerkennenswerte Spende zum Anlaß genommen, an die Bürgermei- iter des Kreises Gießen ein Rundschreiben zu richten mit dem Hinweis auf diese Gemeinschaftsleistung der Gemeinde Eberstadt. Sicherlich werden viele Gemeinden diesem Beispiel folgen wollen. Die Durchführung und Erfassung solcher Spenden soll im Einvernehmen mit der Partei bzw. mit der NS- .Frauenschaft erfolgen. Selbstverständlich bedarf es dabei auch einer Rückfrage beim Deutschen Roten Kreuz hinsichtlich des Zeitpunktes der Spende, denn es soll - unter allen Umständen vermieden werden, daß Kuchen verderben, weil sie bei etwaigen zahl- - reichen Spenden zum gleichen Zeitpunkt nicht schnell genug verteilt werden können. Die Verteilung der Kuchen an die Lazarette und die Lazarettzüge wird non der Wehrmachtsunterkunftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes im „Hotel Lenz" aus erfolgen. Selbstverständlich werden nicht nur Kuchen, sondern auch frische Früchte oder Fruchtsäfte, kurzum alles, was in der heißen Jahreszeit der Erfrischung unse- ler Verwundeten dienen kann, dankbar entgegen- genommen. WANZEN und jedes Ungeziefer vertilgt 02209 Kammerjäger Sdiomber Flammschutz Dachstuhl-Imprägnierung Hausbock bekämpfung Gießen, Schiilenb. Wefi 33 and Neuenwed 25 Feierliche Ueberreichung der Mütter-Ehrenkreuze, Ortsgruppe Nord: 10.30 Uhr im Saal des „Aquarium", Ortsgruppe Nord verbindet damit die Ausgabe von Westwall-Ehrenzeichen-, Ortsgruppe Oft: und vor und in Calais mitgekämpft hat, diese Teile eines modernen Schlachtenbildes noch anschaulich ergänzt. In vorbildlicher Bescheidenheit spricht keiner der Manner von seinen eigenen Leistungen. Immer ! nur tritt bei allen Schilderungen das „w i r", d. h. die Kompanie, die Batterie oder das Regiment, in Erscheinung. Mit dieser persönlichen Bescheidenheit ehren sich unsere Feldgrauen selbst; denn jeder, der selbst einmal draußen war, weiß ja aus eigener Erfahrung, wie der einzelne Kämpfer voll und ganz seinen Mann im Gewitter der Schlacht zu stellen hat und welche starke seelische Kraft und Selbstüberwindung dabei manchmal von ihm auf- geboten werden muß. Um ihrer persönlichen Opfer- j Bereitschaft und Bescheidenheit willen sind diese Männer, die ehrenvolle Wunden im Kampfe für Führer und Großdeutschland empfangen haben, uns allen in der Heimat noch mehr ans Herz gewachsen, als es der deutsche Soldat schlechthin bei allen deutschen Menschen schon von jeher ist. Uni) Krieges, zeigte die Friedensbemühungen des Führers und geißelte die überhebliche, den Frieden abweisende Haltung der Plutokratien. Sie versuchten den Weg des deutschen Volkes zu seiner Einheit mit Waffengewalt zu versperren und stellten als ihr Ziel die Vernichtung und Zerstückelung des Deutschen Reiches heraus. Hierbei verwies der Gauleiter auf die inzwischen von Deutschland erteilte Antwort durch unsere Waffen. Es werde dafür gesorgt werden, daß die Aufbauarbeit des Reiches, seine Einheit und Freiheit nie wieder von Frankreich gestört werden. Dieser Regelung werde nunmehr die Ab- rechnung mit England folgen. Der räuberischste Staat der Welt, dem es bisher noch immer gelang, andere für sich bluten zu lasten, stehe nun allein vor den Waffen Deutschlands und Italiens. Sie werden dafür sorgen, daß der Welt ein Friede von Dauer gesichert wird, ein Friede, in welchem beide Staaten ihren erfolgreich begonnenen sozialistischen Aufbau mit anderen Möglichkeiten fortfuhren und sichern werden. Für dieses Ziel — so wandte sich der Gauleiter an die Rüstungsarbeiter — gilt es nochmals alle Kraft zusammenzufassen. Denkt immer daran, daß das, was ihr hier schafft, euren Kameraden an der Front, euren Vätern und Brüdern dient, die damit unter Einsatz ihres Lebens den Schutz der Heimat, also auch euren persönlichen Schutz übernommen haben und mit unvergleichlichem Mut und heldischer Tapferkeit die Größe und Freiheit des Reiches für lange Jahrhunderte sichern. In dieser Kameradschaft von Front und Heimat wird der Endsieg unser werden, wird ein neues Deutschland entstehen, der Welt zum Vorbild, unserem Volke zum Segen. Zn der Privatklagesache des Karl Steul in Lich, Oberstadt 28, vertreten durch Rechtsanwalt I. Fr. Zimmer' in Gießen, Bahnhofstraße 79, Prwatklägers, gegen 1. Jonny Möhring, 2. Katharine Möhring, beide in Lich, Oberstadt 30, Angeklagte, wegen Beleidigung, 5c Bs. 8/40, wurde in der öffentlichen Sitzung des Amtsgerichts Gießen vom 21. Mai 1940 folgender Vergleich geschlossen: „Der Privatbeklagte erklärt für sich und als Bevollmächtigter seiner Ehefrau: Wir nehmen die gegenüber dem Privatkläger ausgesprochenen Beleidigungen mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück und verpflichten uns, die Kosten des Verfahrens zu tragen, einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen notwendigen Auslagen. Wir ermächtigen den Privatkläger, vorstehende Erklärung in der Oberhessischen Tageszeitung und Hühneraugen sollten Sie niemals selbst schneiden, weil Sie sich dadurch der Gefahr einer Blutvergiftung aussetzen. Es gibt eme einfache, sichere Methode: SAHUKO- Hühneraugen-Tropfen entfernt in v Tgn. schmerzlos Hühneraugen, Ballen u. harte Haut mit Stumpf und Stiel. Packg. 65 Pfg« Zu haben bei: Drogerie Bornemann Bahnhofstraße 17 Central-Drogerie Emil Karn, Schulstraße Löwen-Drogerie M. Pierenkemper, Seltersweg 69 Kreuz-Drogerie August Noll, Bahnhofstr. 53 Lud wi gsplatz-Drogerie Hans Noll, Ludwigsplatz Germania-Drogerie 11 Uhr in der Neuen Aula; Ortsgruppen Mitte und Süd 15 Uhr in der Neuen Aula; Ortsgruppe Gießen-Wieseck: 14 Uhr im Saale Braun. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Fraulein Winnetou". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Zwielicht". Gießener Borfragsting. Im Rahmen des Gießener Vortragsringes werden Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein und Volksbildungsstätte Gießen am Montag, 24. Juni, ihren Mitgliedern und Vortragsbesuchern ein Vortragserlebnis von starker Eindringlichkeit vermitteln. Der in Gießen bekannte Sprecher Dr. Leonhard Blaß wird unter dem Thema „Der letzte Sprung des alten Löwen" in Dichtungen, Briefen und Dokumenten Englands Spiel mit den Völkern aufzeigen. Litler-Iugend Bann 116. Die Tagung der Sozialwarte und Einheitsführer am 23. Juni in Lich im BDM.-Heim fällt aus. Alle Teilnehmer haben an der Tagung in Gießen teilzunehmen. NS.-Frauenschast/Frauenwerk. GietzenTMlle. Dienstaa, 25. Juni, findet im Burghof um 20.15 Uhr ein Arbeitsabend für Hilfsdienst und DH. statt. Unsere Pimpfe singen unb musizieren. Im Rahmen der Reichsstraßensammlung für das Kriegshilfswerk am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag haben sich unsere Pimpfe wieder Verschiedenes ausgedacht, um die Gebefreudigkeit zu erhöhen. Sie werden an diesen beiden Tagen mit einer Reihe von Veranstaltungen vor die Oef- fentlichkeit treten. Heute Nachmittag um 18 Uhr veranstaltet das Fähnlein 4/116 ein offenes Singen auf dem Kreuzplatz, Fähnlein 1/116 singt morgen Sonntag um 10.30 Uhr auf der Verkehrsinsel am Selterstor und führt einen Marsch durch die Stadt durch. Die Bannspielschar führt im Rahmen der Sonderveranstaltung zu Gunsten des Kriegshilfswerks um 11 Uhr im Gloria-Palast eine musikalische Bühnenschau durch. Am Nachmittag um 15.30 Uhr folgt dann noch am Stadttheater ein Platzkonzert der Musikeinheiten der Bannspielschar. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, an diesen Veranstaltungen, die einen Einblick in die Kulturarbeit der Hitler-Jugend darstellt, teilzunehmen. »Vermißt.'' — Wo fraoe ich an? Der Wehrmachtsbericht hat die Zahl der Vermißten bekanntgegeben, die nach dem Flandernfeld- zug gesucht werden. Angehörige der Vermißten können sich an die Ortsgruppenleiter der NSDAP, und an die DRK.-Dienststellen wenden, die in Nachforschungssachen eng miteinander arbeiten. Wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, daß die Vermißten in Kriegsgefangenschaft geraten sind, können NSG. Dor mehr als 10 000 Rüstungsarbeitern sprach Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger am Freitagnachmittag in Wetzlar. Die wuchtige Kundgebung, die im Rahmen eines Betriebsappells aus einer großen Werkhalle an mehrere Versammlungsorte übertragen wurde, stand ganz unter dem Eindruck des siegreichen Kampfes unserer Wehrmacht in Frankreich. Oer Gauleiter verwies zu Beginn feiner Rede auf das französische Waffenstillstandsgesuch, um dann noch einmal die Schmach und Schande aufzuzeigen, in die Deutschland im Jahre 1918 nach vier Jahren heldenhaften, unbesiegten Kampfes, durch gemeinen Wortbruch der Alliierten, durch gallischen Haß, durch Gemein- heit und Niedertracht gestoßen war. Versailles, die Ursache der völkischen Not und politischen Entrechtung unseres Volkes, gab Adolf Hitler den inneren Befehl, Politiker zu werden, um dieses Wahnsinns- biftat dereinst einmal als größter Feldherr der deutschen Geschichte zu vernichten. Das Ziel dieses Weges sei nunmehr erreicht, so stellte der Gauleiter fest, um dann im Rückblick jene politische und militärische Arbeit aufzuzeigen, die es uns erreichen ließ. Durch die Wettanschauung des Nationalsozialismus ist mit. dem Einsatz der Partei die moralische Aufrüstung unseres Volkes durchgeführt worden. Sie wurde die Grundlage aller weiteren Aufbauarbeit, die in der Verwirklichung der Volksgemeinschaft ihren größten Erfolg erringen konnte. Der wiedererstandene Wehrwille schuf sich dann die Waffen, die er für die Größe und Ehre des Reiches branchte. Dann schilderte der Gauleiter die Gründe dieses Gießener Schulen bei der Heilkräutersammlung. In diesen Tagen, da in der Natur alles herrlich in Blatt und Blüte steht, gehen die Schulen unserer Stadt daran, sich zur Sammlung der Heilkräuter auf den Weg zu machen. Manches Kilogramm wertvollen Materials ist bereits gesammelt worden und liegt auf den Böden zur Trocknung aus. Gegenwärtig werden viele Kamillen gesammelt, die überall an Wegrainen oder auf dürftigen Flächen wachsen und wertvolle Stoffe selbst aus armer Erde herausholen. Gestern vormittag herrschte im $of der Lange- marckschule ein ungewöhnlicher Betrieb. Schüler der älteren Jahrgänge der Langemarckschule sammelten im eigenen Schulhof. Die zahlreichen Linden des Schulhofs boten ein reiches Erntefeld. Mit mehreren Leitern machten sich die Jungen daran, die erreichbaren Blüten zu sammeln und in Schachteln, in Schubfächern und in Papierkörben zusammenzutragen. Die Lindenbäume stehen jetzt in voller Blüte und ftrömen einen herrlichen Duft aus. Den Jungen machte die Arbeit in den duftenden Kronen der Bäume sichtlich viel Freude, und sie veranstalteten zum Ausdruck ihrer Freude ein vielstimmiges Pfeifkonzert, das weithin zu hören war. In den Schachteln und Behältnissen häuften sich bald die lockeren, duftenden Berge der Lindenblüte, die zu gegebener Zeit als Heilmittel oder als Tee ihrem Verwendungszweck zugeführt werden. Die Sammlungen werden von den Schulen fortgesetzt und erstrecken sich selbstverständlich nicht nur auf Kamille und Lindenblüte, vielmehr werden im Gebiet des Kreises Wetterau insgesamt 10 verschiedene Heilpflanzen, Blätter und Blüten oder nur Blätter oder nur Blüten, gesammelt. Der gemeinschaftliche Einsatz unserer Gießener Schulen sollte einen schönen Erfolg dieser wichtigen Aktion verbürgen. *♦ Verkehrssünder. In der Zeit vom 7. küs 13. Juni mußte die Polizei mit 2 Anzeigen und 2 gebührenpflichtigen Verwarnungen gegen Kraft- fahrzeugführer, mit 10 Anzeigen, 2 gebührenpflichtigen und 2 gebührenfreien Verwarnungen gegen sonstige Fahrzeugführer, mit 2 Anzeigen, 17 gebührenpflichtigen und 3 gebührenfreien Verwarnungen gegen Radfahrer, mit je 1 gebührenpflichtigen unb* 1 gebührenfreien Verwarnung gegen Fußgänger einschreiten. **'£) effentlicheJmpfung. Der Oberbürger, meister fordert heute zur Impfung der im Kalender- jahr 1939 geborenen und zur Zeit in Gießen (ohne Wieseck und Klein-Linden) wohnhaften Kinder auf. Eltern und Pflegebefohlene mögen die Aufforderung sorgfältig beachten. im altbewährten Heilbad Soden am Südtaunut. Hier fließen mehr als 20 Heilquellen, darunter zwei Warmsolsprüde 1 mit 30,5 und 34 » Celsius, stark kohlensfiurehaltig, die die heftige I Mven-Mnmzen Fr. Marie Lauser, Posen, Burg- straße 1/2, schreibt am 27.3.40: „Ich litt 15 Jahre an heftigen Nervenschmerzen, ein Ziehen unb Zerren in allen Gliedern. Nach Einnahme von wenigen Trineral-Ovaltabletten wurde ich von meinen Nervenschmerzen befreit. Ich kann Allen Trineral- Ovaltabletten best. empfehlen, sie sind gut u.billig." Bei Nerveu- und Kopfschmerzen, Rheuma, Gicht, Ischias, Herenschuß, Erkältungskrankheiten, Grippe helfen die hochwirksamen Trineral-Ovaltabletten. Sie werben auch von Herz-, Magen u. Darmempfindlichen bestens ver- tragen. Machen Sie sofort einen Versuch! Original» Packung 20 Tabl. nur 79 Pfg. In all. Avoih. erhältlich ob. Trineral GmbH., München ^27/547. Verlangen Sie kostenlose Broschüre „Lebensfreude durch Gesundheit"! Lazaretten in tiefer Dankbarkeit gedenken, ihnen nach bester Möglichkeit Freude bereiten und jederzeit und überall alles tun, um ihnen durch Taten unseren Dank und unsere herzliche Anerkennung — beweisen. B. ber feindlichen Front her nicht immer und nicht an allen Stellen der Kampf in soldatischer Art geführt worben ift. Mit unbegrenzter Bewunderung berichten die Infanteristen von den hervorragenden Leistungen unserer Luftwaffe und von dem überaus mächtigen Wirken unserer Artillerie namentlich der „schweren Brocken". Manches ge-' schilderte Kampfbild läßt die ungeheuere Wirkung dieser beiden Waffen eindringlich lebendig werden. Flieger und Kanoniere sprechen mit nicht minder großer Anerkennung von den glanzvollen Leistun- gen unb vor allem auch von den ungeheuren Märschen unserer Infanteristen, die den alten Ruhm der deutschen Infanterie als „Königin der Schlach. ten" erneut bestätigt haben. Unsere Panzerwaffe und die Schnellen Truppen werden uns gleichfalls mit echter Begeisterung für großartige militärische Leistungen gerühmt; besonders anschaulich erzählt davon ein Unteroffizier, der zuerst bei Sedan, dann bei Amiens und schließlich bei Boulogne dabei war, während em junger Kanonier, der bei Abbeville Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr Gastspiel-Kabarett d-er Komiker mit „Frühling unb Liebe". — Gloria- Jalast (Seltersweg): „Fräulein Winnetou"; 14.45 Ihr Wochenschau - Sondervorstellung „Siegeszug turch Frankreich". —Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): «Ä 192A Heinrich Dort Obergefreiter in einem Infanterie-Regiment im blühenden Alter von 26 Jahren. In tiefem Schmerz: ». Roth 2941A Daubringen, Lollar, Staufenberg, den 22. Juni 1940. 2943 D im Alter von 24 Jahren. 2971 D $l£ können snqen1005 bk^irnfesi Willi Schreiner Kraftfahrer in einem Werkstattzug Wir werden sein Andenken immer in Ehren halten. 2956 D Gießen, den 20. Juni 1940. 02180 2974 D Mündlich können Sie e§ nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Familie Karl Wack Familie Lud. Reinhardt Familie Konrad Prinz Wilhelm und Emilie Dort nebst allen Angehörigen. In treuer Pflichterfüllung für Führer und Vaterland verstarb am 19. Juni in einem Reservelazarett unser lieber Arbeitskamerad Im Kampfe um Deutschlands Freiheit starb den Fliegertod unser tapferer Junge, Bruder, Bräutigam und Schwager In Frankreichs Erde ruht nun mein Glück, Du teurer Gatte und Vater kehrest nimmermehr zurück. Wir trauern mit den Angehörigen um diesen treuen und fleißigen Mann, den wir hoch schätzten. — Er starb für Freiheit und Ehre unseres Vaterlandes. Er war uns ein treuer und braver Mitarbeiter und ein von allen geschätzter Arbeitskamerad. Wir werden ihn nie vergessen. Anna Dort, geb. Grölz und Kinder Ludwig Dort und Frau Marie, geb. Weimer Heinrich Grölz und Frau Marg., geb. Familie Ludwig Dort Familie Karl Dort Am 5. Juni 1940 erlitt bei Dury den Heldentod unser Gefolgschaftsmitglied Am 5. Juni starb den Heldentod bei Dury für Führer und Vaterland mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seiner beiden Kinder, unser guter, braver Sohn, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Jean Dem L Co., G. m. b. H, Gießen. 2983 D Butzbach, Ober-Breidenbach, den 20. Juni 1940. , Helferin Dtrfjtimat tlflS Öa<(hrBoteKmn haben wir die Teilnahme vieler dankbar empfunden. Besonders danken wir den Barmherzißen Schwestern für ihre Pflege, allen Freunden und Bekannten für in der Tat und durch Karten und Blumenspenden zum Ausdruck gebrachten Beistand und Trost Gustav tMarkowiak und Sohn. Tod dem Hausschwamm Beseitig.auf chem.Wege.ohneAb- bruch v. Mauerwerk, 10 j. Garant. F. A. Carl Weber, Frankfnrt/HUln Sand weg 6, Gartenh. Ruf 46566 Mehr Freude an der Nctiur durch Bermühler-Bücherl Hrbtitskraft i ft Wehrkraft In tiefer Trauer: Heinrich Lenzer und Frau Wilhelmine, geb. Dietz Gertrud Zwingei, geb. Lenzer Lore Tröster Walther E.Zwingei, Pfarrverw. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 23. Juni, 15.30 Uhr, von Gutenbergstr. 2 aus statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Danksagung. Anläßlich* des Hinscheidens meiner lieben Frau und meiner guten Mutter Frau Anna Markowiak, geb. Freitag Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Neils & Kraft. Heinrich Dort, Fliesei^leger von Daubringen bei Gießen. Listra- FiMeMg eingetroff. 2osiD Tavetenhaus Ferdinand Nennstiel Sohn, Gartenstr. 10. Wer an 2979V Rheuma,GiM oderlschias leidet, wolle sich an mich wenden, da ich ihm ein Mit tel anbiet, kann, bei dess. Anwendung er vielleicht, wie so viel.andere auch, von seinen Schmerz, befreit wird. Meine Auskunft kostet und verpfl. zu nichts. MaxReissner Pharmazeutische Erzeugnisse, Berlin-Cbarlottenb. 9 Reichsstr. 623 g. Nach langem, schwerem Leiden verschied am 20. d. M. unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Emma Schmitt im Alter von 37 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Joh. Schmitt nebst allen Angehörigen. Rödgen, den 21. Juni 1940. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 23. Juni, nachmittags 3.30 Uhr statt. Hellmut Bernd Lenzer Oberleutnant in einem Inf.-Rgt., Beobachter in einer Fernaufklärungsstaffel Inhaber des Eisernen Kreuzes für Ihren Mantel Ihr Complet Ihr Kleid. Anden Sie wie immer in modischer Auswahl zu bekannt günstigen Preisen im Modehaus Carl Nowack Gießen Beachten Sie unsere neuen Fenster iottpäie zu Streu- und Brennzwecken, gibt kostenlos ab Holzwarenfabr. Emil H. Müller Schiller- strake 24/26. Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. 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